AI assistant
MorphoSys AG — Annual Report 2007
Mar 26, 2007
291_10-k_2007-03-26_1ef94068-c5d8-4f28-becf-e46cbd09c7f5.pdf
Annual Report
Open in viewerOpens in your device viewer
GESCHÄFTSBERICHT 2006

morphosys
Engineering the Medicines of Tomorrow
Kennzahlen (IFRS)
MORPHOSYS-KONZERN (in Millionen €, wenn nicht anders angegeben)

| 31.12.2006 | 31.12.2005 | 31.12.2004 | 31.12.2003 | |
|---|---|---|---|---|
| ERGEBNISSE | ||||
| Umsatzerlöse | 53,0 | 33,5 | 22,0 | 15,3 |
| Herstellungskosten | 8,0* | 2,5* | 0,9 | - |
| Aufwendungen für Forschung und Entwicklung | 17,5* | 14,0* | 11,4 | 9,0 |
| Aufwendungen für Vertrieb, Allgemeines und Verwaltung | 21,4* | 10,8* | 7,5 | 7,2 |
| Personalkosten (ohne Personalaufwand aus der Ausgabe von Aktienoptionen) | 18,1 | 10,8 | 9,1 | 7,5 |
| Investitionen | 4,0 | 0,7 | 1,7 | 0,7 |
| Abschreibungen auf Sachanlagen | 1,5 | 0,9 | 0,7 | 0,5 |
| Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte | 3,4 | 2,7 | 2,0 | 1,5 |
| Gewinn/(Verlust) aus gewöhnlicher Betriebstätigkeit | 6,2 | 6,2 | 0,6 | (3,1) |
| EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) | 10,3 | 8,6 | 3,2 | (0,4) |
| EBIT (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) | 5,4 | 5,3 | 0,5 | (2,5) |
| Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) | 6,0 | 4,7 | 0,3 | (3,1) |
| BILANZ | ||||
| Aktiva gesamt | 127,8 | 80,1 | 55,8 | 42,9 |
| Liquide Mittel und marktgängige Wertpapiere | 66,0 | 53,6 | 37,2 | 23,2 |
| Erworbene immaterielle Vermögenswerte | 14,8 | 12,4 | 12,8 | 14,5 |
| Verbindlichkeiten | 27,8 | 16,1 | 16,4 | 15,6 |
| Eigenkapital | 100,1 | 64,0 | 39,4 | 27,3 |
| Eigenkapitalquote | 78% | 80% | 71% | 64% |
| MORPHOSYS-AKTIE | ||||
| Ausgegebene Stammaktien (Anzahl) | 6.715.322 | 6.025.863 | 5.438.852 | 4.901.332 |
| Gewinn/(Verlust) pro Aktie pro Aktie (verwässert, in €) | 0,93 | 0,83 | 0,05 | (0,72) |
| Dividende (in €) | - | - | - | - |
| Aktienkurs (in €) | 54,37 | 41,32 | 38,10 | 11,14 |
| PERSONAL | ||||
| Mitarbeiter gesamt (Anzahl) | 279 | 172 | 132 | 95 |
| In Deutschland (Anzahl) | 183 | 145 | 132 | 95 |
| Im Ausland (Anzahl) | 96 | 27 | - | - |
| Umsatz pro Mitarbeiter | 0,19 | 0,19 | 0,17 | 0,16 |
- Einschließlich Personalaufwand aus der Ausgabe von Aktienoptionen
MorphoSys weltweit
MORPHOSYS AG
Lena-Christ-Str. 48
82152 Martinsried/Planegg
Deutschland
Tel: +49 (0)89/899 27-0
Fax: +49 (0)89/899 27-222
[email protected]
[email protected]
MORPHOSYS ABD GMBH
Immermannstr. 13
40210 Düsseldorf, Deutschland
Tel: +49 (0)211/93 503 10-11
Fax: +49 (0)211/93 503 12
[email protected]
MORPHOSYS US INC.
3200 Atlantic Avenue, Suite 125
Raleigh, NC 27604, USA
Toll free: 1-800-265-7376
Fax: 1-919-878-3751
[email protected]
MORPHOSYS UK LTD.
Endeavour House,
Langford Business Park
Langford Lane, Kidlington
Oxford, OX5 1GF, UK
Tel: +44 (0) 1865 852 700
Fax: +44 (0) 1865 852 739
[email protected]
Zusätzliche Vertriebsbüros in
Brentwood (New Hampshire, USA),
Cergy Saint-Christophe (Frankreich)
und Hamar (Norwegen).
- MorphoSys-Standorte
- HuCAL-Installationen
- AbD Serotec: Erschlossene Märkte
- AbD Serotec: Kernmärkte

MORPHOSYS WELTWEIT
Aufbau einer Biotechnologiefirma von Weltrang
MORPHOSYS IM ÜBERBLICK
Die weltweite Expansion seiner Geschäftsaktivitäten und der erfolgreiche Einsatz seiner Technologie in der Entwicklung von Medikamenten und darüber hinaus, machen MorphoSys einzigartig in der biopharmazeutischen Industrie. Als Antikörperfirma verfügt MorphoSys über die finanzielle Stärke und zukünftigen Wachstumsmöglichkeiten, um nachhaltig eine führende Rolle in dem spannendsten Segment der Biotechnologie einzunehmen.
THERAPEUTISCHE ANTIKÖRPER
Durch Allianzen mit Firmen der pharmazeutischen Industrie, einer Vielzahl an Partner-Projekten sowie den firmeneigenen Entwicklungsprogrammen ist MorphoSys mit seiner HuCAL-Technologie weltweit präsent. Dieses Geschäftsmodell bedeutet eine wachsende Beteiligung des Unternehmens an der Entwicklung neuer Medikamente gegen lebensbedrohliche Krankheiten und gleichzeitig Zugang zu dem rasant wachsenden, derzeit 15 Mrd. US$ umfassenden Markt für therapeutische Antikörper.
FORSCHUNGSANTIKÖRPER
Mit der Vision, seine Aktivitäten in den Markt für Forschungsantikörper auszuweiten und die Entwicklung dieser Werkzeuge durch rekombinante Herstellungsverfahren deutlich zu verbessern, steht MorphoSys an der Spitze des technologischen Wandels dieser Industrie. Hieraus ergeben sich viel versprechende Geschäftsmöglichkeiten, Synergien zwischen den beteiligten Geschäftssegmenten und insgesamt Wachstumschancen über die Medikamentenentwicklung hinaus.
FINANZIELLE STÄRKE
In der Antikörper-Industrie ist nur MorphoSys in der Lage, hohes Umsatzwachstum und solide Gewinn-Margen zu erwirtschaften und dabei gleichzeitig die langfristige Wachstumsperspektive für seine Aktionäre durch interne Medikamentenentwicklung zu wahren. Zusätzlich bleibt MorphoSys an den erfolgreichen Entwicklungen seiner Partner durch Meilensteine und umsatzabhängige Tantiemen auf zukünftige HuCAL-basierte Medikamente beteiligt.
GLOBALISIERUNG
Bei sorgsam gesteuertem Wachstum will MorphoSys mit Hilfe einer zunehmenden Anzahl an strategischen Partnerschaften, eines engen Vertriebsnetzwerks und dank weiterer innovativer Anwendungen für Antikörper seine weltweite Führungsposition ausbauen.
UNTERNEHMENSSTRUKTUR

| 2006 | 2005 | 2004 | |
|---|---|---|---|
| KONZERNUMSATZERLÖSE | 53,0 | 33,5 | 22,0 |
| Segmentumsatz Therapeutische Antikörper | 34,7 | 29,1 | 21,2 |
| Segmentumsatz Forschungsantikörper | 18,3 | 4,3 | 0,8 |
| JAHRESÜBERSCHUSS (KONZERN) | 6,0 | 4,7 | 0,3 |
| Segmentergebnis Therapeutische Antikörper | 16,6 | 14,8 | 6,1* |
| Segmentergebnis Forschungsantikörper | (3,4) | (2,9) | (2,4)* |
- Prinzip der Kostenverteilung wurde für 2005 und 2006 geändert.
Unternehmensvision
Die Strategie von MorphoSys zielt auf den konsequenten Einsatz seiner firmeneigenen Technologien in zwei Bereichen: zur Entwicklung therapeutischer Antikörper und zur Entwicklung von Forschungsantikörpern.
Der Markt für therapeutische Antikörper bleibt weiterhin eines der am schnellsten wachsenden Segmente der pharmazeutischen Industrie. Im Jahr 2006 erzielten die 20 derzeit am Markt zugelassenen Antikörpermedikamente einen Gesamtumsatz von rund 15 Mrd. US $. MorphoSys ist seit mehr als 15 Jahren in diesem dynamischen und schnell wachsenden Markt tätig. Heute arbeitet die Mehrzahl der 20 größten Pharmakonzerne weltweit mit MorphoSys' Technologien, um neue Antikörper-basierte Medikamente zu entdecken und zu entwickeln.
Der Markt für Forschungsantikörper verzeichnete in den vergangenen Jahren eine durchschnittliche Wachstumsrate im Bereich von 10 bis 15%. Wissenschaftler investieren derzeit rund 1 Mrd. US $ jährlich in Werkzeuge dieser Art. MorphoSys ist in diesem Markt mit seiner Geschäftseinheit AbD - Antibodies Direct präsent. AbD zählt zu den führenden Anbietern von Forschungsantikörpern in Europa und zu den zwanzig bedeutendsten Vertretern weltweit. Der Forschungsantikörpermarkt befindet sich derzeit sowohl technologisch als auch strukturell in einer Umbruchsphase. MorphoSys sieht diese Entwicklungen als einen starken Anreiz, in diesem Markt aktiv zu bleiben und als große Chance für weiteres Wachstum.
MORPHOSYS-PIPELINE

| PARTNER-PIPELINE | 2006 | 2005 | 2004 |
|---|---|---|---|
| Anzahl an aktiven Programmen mit Partnern | 43 | 29 | 24 |
| Anzahl an präklinischen Projekten | 14 | 7 | 8 |
| Anzahl an Projekten in der Klinik | 2 | 1 | 0 |
| Meilensteinzahlungen (Mio. €) | 7,5 | 6,9 | 1,4 |
Segment Therapeutische Antikörper
Das Segment Therapeutische Antikörper umfasst sämtliche Aktivitäten im Bereich der Entwicklung therapeutischer Antikörper. Hierzu zählen MorphoSys' Partnerschaften mit pharmazeutischen und biotechnologischen Unternehmen sowie die firmeneigenen Antikörperprogramme. MorphoSys profitiert hiervon zunehmend durch ein etabliertes System aus Lizenz- und Meilensteinzahlungen sowie umsatzabhängigen Tantiemen an allen Produktentwicklungen.
ZENTRALE WETTBEWERBSVORTEILE:
Menschliche Antikörper versprechen zahlreiche Vorteile in therapeutischen Anwendungen und haben das Potenzial, die Behandlung verschiedener, lebensbedrohlicher Krankheiten zu verbessern. Aufgrund ihres hohen medizinischen Nutzens gelten vollständig menschliche Antikörper als die Zukunft dieser Medikamentenklasse und versprechen geringere Nebenwirkungen in der Behandlung. Einzigartig an MorphoSys' Kerntechnologie sind ihre Flexibilität und die Möglichkeiten zur gezielten Antikörperoptimierung. Diese Vorteile erhöhen die Erfolgswahrscheinlichkeit der Medikamentenentwicklung sowohl für MorphoSys' firmeneigene Programme als auch für Projekte mit seinen Partnern.
SCHLÜSSELSTRATEGIE FÜR WEITERES WACHSTUM IN DIESEM SEGMENT:
- Maximierung der Anzahl der aktiven Partnerprogramme
- Gewinnung neuer Partner und Erweiterung bestehender Allianzen
- Wertsteigerung der Pipeline durch gezielte Investition in eigene Programme
ABD SEROTEC DISTRIBUTIONSNETZWERK

MorphoSys' Geschäftseinheit AbD Serotec ist mit einem Vertriebsnetzwerk aus mehr als 100 Distributoren weltweit in mehr als 70 Ländern aktiv, darunter alle wichtigen Wirtschaftsregionen.
Segment Forschungsantikörper
Das Segment Forschungsantikörper mit dem Namen AbD – Antibodies Direct umfasst sämtliche Aktivitäten von MorphoSys abseits der Entwicklung therapeutischer Antikörper. Das AbD-Segment vereint die Aktivitäten der früheren Einheiten Antibodies by Design und Biogenesis sowie der im Januar 2006 übernommenen Serotec-Gruppe. Indem MorphoSys weltweit führenden Wissenschaftlern den Zugang zur HuCAL-Technologie erleichtert, fördert das Unternehmen den Einsatz seiner Technologie in der medizinisch orientierten Forschung. Gleichzeitig hilft das AbD-Segment MorphoSys dabei, frühzeitig neue diagnostische und therapeutische Ansätze aus der Grundlagenforschung aufzuspüren und diese kommerziell zu nutzen. Auf diese Weise erschließt MorphoSys durch das AbD-Segment neue Märkte für seine Technologien.
ZENTRALE WETTBEWERBSVORTEILE:
MorphoSys’ Kerntechnologie HuCAL bietet Forschern einen wesentlich schnelleren und flexibleren Zugang zu Forschungsantikörpern, da sie als vollständig synthetischer Ansatz keine Tiere zur Antikörperentwicklung benötigt. Darüber hinaus ist die Technologie automatisierbar, wodurch MorphoSys bei hoher Auslastung Antikörper günstiger produzieren kann, als tierbasierte Konkurrenzansätze hierzu in der Lage sind.
SCHLÜSSELSTRATEGIE FÜR WEITERES WACHSTUM IN DIESEM SEGMENT:
- Ausweitung der Kundenbasis und des Vertriebsnetzes
- Produktneueinführungen auf Basis der HuCAL-Technologie
- Neue Anwendungsfelder für HuCAL erschließen
002
Inhaltsverzeichnis

VORSTAND
04 Vorstand der MorphoSys AG
05 Brief des Vorstandsvorsitzenden
UNTERNEHMEN
08 Markt und Strategie
18 Magazin: Die Produktion von Antikörpern
24 Die MorphoSys-Aktie
32 Interview mit Paul J. Hastings, Vorstandsvorsitzender OncoMed Pharmaceuticals
38 Corporate-Governance-Bericht
KONZERNLAGEBERICHT
46 Konzernentwicklung 2006
47 Konzernführung
47 Gesamtwirtschaftliche Entwicklung
49 Finanzanalyse
56 Finanzierung
56 Tochtergesellschaften/Unternehmensakquisitionen/Veräußerungen
58 Geschäftsentwicklung
62 Forschung und Entwicklung/Partner-Management
65 Geistiges Eigentum (Patentwesen)
66 Personal
68 Vergütungsbericht
73 Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung
74 Informationstechnologie
75 Beschaffung und Produktion
76 Umweltschutz und Qualitätsmanagement
77 Angaben gemäss § 315 Abs. 4 Handelsgesetzbuch (HGB)
79 Risikobericht
83 Marktchancen
85 Leistungsorientiertes Management und Steuerung
86 Ausblick und Prognose
003

KONZERNABSCHLUSS
89 Konzernabschluss – Inhaltsverzeichnis
91 Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung (IFRS)
92 Konzernbilanz (IFRS)
94 Konzern-Eigenkapitalentwicklung (IFRS)
96 Konzern-Kapitalflussrechnung (IFRS)
98 Anhang zum Konzernabschluss
140 Bestätigungsvermerk
AUFSICHTSRAT
142 Bericht des Aufsichtsrats
146 Der Aufsichtsrat der MorphoSys AG
APPENDIX
148 Glossar
150 Stichwortverzeichnis
152 Impressum
ZEICHENERKLÄRUNG
ABC Glossarverweis
www Internetverweis: www.morphosys.de
Q3 Querverweis
004
Vorstand der MorphoSys AG

DAVE LEMUS
Senior Executive Vice President
und Finanzvorstand
DR. SIMON E. MORONEY
Vorstandsvorsitzender
DR. MARLIES SPROLL
Vorstand für Forschung
und Entwicklung
VORSTAND UNTERNEHMEN KONZERNLAGEBERICHT KONZERNABSCHLUSS 005
Vorstand der MorphoSys AG
Brief des Vorstandsvorsitzenden
Sehr geehrte Aktionärin und Aktionäre,
nach einem sehr erfolgreichen Jahr 2006 freut es mich sehr, Ihnen unseren Geschäftsbericht 2006 präsentieren zu dürfen. Im vergangenen Jahr lag das Hauptaugenmerk für MorphoSys auf der konsequenten Umsetzung unserer Wachstumsstrategie in den beiden Kerngeschäftsbereichen, therapeutische und Forschungsantikörper. Wir haben deutliche Fortschritte in beiden Segmenten erzielt. Im Segment Therapeutische Antikörper hatten wir es uns als Ziel gesetzt, im Jahr 2006 unseren Marktanteil erneut signifikant zu erhöhen. Am Ende des Jahres haben wir mit drei neuen kommerziellen Partnerschaften und drei umfangreichen Erweiterungen bestehender Verträge unser sehr erfolgreiches Vorjahresergebnis von 2005 wiederholt. In Hinblick auf unsere firmeneigene Medikamentenentwicklung liegen wir mit unseren Produktkandidaten MOR103 und MOR202 im Plan. Auf der Forschungsantikörper-Seite unseres Geschäfts stand die zielstrebig Integration der in 2006 akquirierten Serotec-Gruppe im Mittelpunkt und wurde erfolgreich abgeschlossen.
Die Umsetzung unserer dualen Strategie hat sich deutlich in unserem Finanzergebnis für das Gesamtjahr niedergeschlagen. Mit einem Gesamtumsatz der MorphoSys-Gruppe von 53 Millionen Euro erzielten wir ein Umsatzwachstum von 58% im Vergleich zu 2005. Gleichzeitig konnten wir trotz gestiegener Investitionen in unsere firmeneigene Projekte und in die Weiterentwicklung unserer Kerntechnologie mit einem Nettogewinn von 6 Millionen Euro das Vorjahresniveau übertreffen. Aus dem laufenden Geschäft generierten wir einen Kapitalzufluss von 16,3 Millionen Euro, sodass wir zum Jahresende – auch positiv beeinflusst durch eine erfolgreich abgeschlossene Kapitalerhöhung im März 2006 – über eine Barmittel-Reserve von rund 66 Millionen Euro verfügen.
„Aufbruch in neue Märkte“ – unter diesem Motto stand der Geschäftsbericht des vergangenen Jahres. Wir haben dieses Ziel in geografischer, in Form der Erschließung neuer Märkte und in disziplinärer Hinsicht, nämlich durch die Erschließung neuer Anwendungsfelder für unsere Technologie, verfolgt. Heute ist MorphoSys ein weltweit präsentes Biotechnologieunternehmen mit Standorten und Repräsentanten in den wichtigsten Märkten der Life-Sciences-Branche. Unsere Technologie und ihre Produkte nutzen die Mehrzahl der weltweit größten Pharmakonzerne sowie führende Forschungsinstitute in den USA, Europa und Asien.
In den USA und in Europa ist MorphoSys bereits seit einiger Zeit aktiv. In Asien, einem Markt, der für uns interessante Wachstumschancen für beide Geschäftssegmente birgt, konnten wir im Jahr 2006 deutliche Fortschritte erzielen. So begannen wir eine Zusammenarbeit mit dem drittgrößten Medikamentenentwickler in Fernost, Daiichi Sankyo. Der Umfang dieser Kooperation übertrifft dabei deutlich unseren im Jahr 2005 unterzeichneten Vertrag mit der ebenfalls japanischen Firma Shionogi. Wir werten dies als echten Durchbruch bei der vor rund zwei Jahren begonnenen Erschließung dieses Markts und können nicht ohne Stolz feststellen: MorphoSys ist in Japan angekommen!
006

Unter den biotechnologischen Wirkstoffen stellen Antikörper heute die dominierende Klasse dar.
Wir erwarten auch zukünftig eine hohe Nachfrage nach unserer Technologie, denn der Markt für Antikörpermedikamente bleibt sehr aktiv. Eine zunehmende Zahl von Pharmaunternehmen bewegt sich offensiv in diesen Sektor hinein. MorphoSys ist bestens aufgestellt, um die sich hieraus ergebenden Chancen zu nutzen.
Dr. Simon E. Moroney
Vorstandsvorsitzender
Zwei weitere neue Partnerschaften in den USA, mit dem Pharmakonzern Schering-Plough und dem Start-up-Unternehmen OncoMed Pharmaceuticals, sowie die Erweiterungen dreier bestehender Verträge zeigen, dass wir unser Kerngeschäft abermals sehr stark weiterentwickeln konnten. Wir sehen auch zukünftig eine hohe Nachfrage nach der Technologie von MorphoSys, denn der Markt für Antikörpermedikamente und Technologien bleibt sehr aktiv. Unter den modernen, biotechnologischen Wirkstoffen stellen Antikörperpräparate heute die dominierende Klasse dar.
Eine zunehmend große Zahl an Pharmakonzernen bewegt sich sehr offensiv in diesen Sektor hinein. Im Geschäftsjahr 2006 hat sich das Management zahlreicher Pharmakonzerne im Rahmen ihrer Geschäftsberichte oder zu anderen Anlässen an ihre Investoren gewandt und erklärt, in das Segment der biologischen Wirkstoffe, insbesondere Antikörper-basierte Therapien, weiter vorstoßen zu wollen.
Ein weiterer Beleg für das anhaltende Interesse an Antikörpern seitens der Pharmakonzerne sind die zahlreichen Akquisitionen von Firmen, die entweder interessante Antikörpermedikamente in ihrem Portfolio besaßen oder Antikörpertechnologien entwickelt hatten. Die Übernahme von Abgenix durch Amgen, Cambridge Antibody Technology (CAT) durch AstraZeneca, Rinat durch Pfizer oder Neutec durch Novartis sind nur einige der Beispiele aus den letzten 18 Monaten. Mit den Firmen Abgenix und CAT waren zwei unserer direkten Konkurrenten Teil dieser Übernahmewelle. Wir befinden uns damit in einer idealen Ausgangslage für die kommenden Jahre, nämlich in einem wachsenden Markt mit weiterhin steigender Nachfrage bei sich entspannender Konkurrenzsituation.
Die zweite Facette unseres therapeutischen Geschäfts stellen die firmeneigenen Medikamentenkandidaten der MOR-Serie dar. Im Frühjahr 2006 haben wir entscheidende Schritte eingeleitet, um dieses Segment besser aufzustellen. Mit MOR103, einem Präparat gegen Rheumatoide Arthritis, haben wir unser neues Leitprodukt präsentiert. Das Ziel dieser Reorganisation ist es, mit größerem Fokus ein Projekt schneller und weiter voranzutreiben, als wir es bislang getan haben, nämlich bis zum klinischen Nachweis der Wirksamkeit für MOR103 in Patienten. Wir liegen hierbei vollständig im Zeitplan, um in der zweiten Jahreshälfte 2007 alle Vorbereitungen für den Start einer klinischen Phase-1-Studie für MOR103 abzuschließen. Eigene Produktentwicklung birgt das größte Gewinnpotenzial unserer Technologie und ich kann mir kein Szenario vorstellen, in dem MorphoSys dieses Potenzial ungenutzt brach liegen ließe.
VORSTAND UNTERNEHMEN KONZERNLAGEBERICHT KONZERNABSCHLUSS 007
Vorstand der MorphoSys AG
Brief des Vorstandsvorsitzenden
Der Einsatz unserer firmeneigenen Technologien zur Entwicklung neuer Medikamente wird komplettiert durch unser zweites Geschäftssegment, nämlich AbD Serotec, in dem wir die Produkte unserer Technologie als Werkzeuge an Forscher weltweit für nicht-therapeutische Zwecke vermarkten. Im abgelaufenen Geschäftsjahr haben wir das Segment durch den Zukauf und die Integration der britisch-amerikanischen Serotec-Gruppe deutlich gestärkt. Heute gehört AbD Serotec zu den führenden Antikörperlieferanten für Forscher weltweit und zählt zu den 20 bekanntesten Marken in diesem Geschäft.
Nach der erfolgreichen Integration der Einheit haben wir begonnen, die erwarteten Synergien zu realisieren und dies sowohl innerhalb des Forschungssegments selbst als auch im Wechselspiel mit dem therapeutischen Geschäft. Sehr deutlich wurden diese übergreifenden Synergien im vergangenen Jahr bei unserem Vertrag mit einem weltweit bedeutenden Forschungsinstitut, dem US-amerikanischen Burnham Institut für Medizinische Forschung. Ich bin zuversichtlich, dass die Forschung mit Hilfe der HuCAL-Technologie an diesem und anderen Instituten zu interessanten Erkenntnissen und attraktiven Produktchancen für MorphoSys führen wird.
Der Aktienkurs der MorphoSys AG hat von unseren Erfolgen im Jahr 2006 profitiert und lag am letzten Handelstag des Jahres mit 32 % im Plus. Damit übertrafen wir die Entwicklung des Technologieindex¹ der Frankfurter Börse, des TecDAX, der im gleichen Zeitraum um 25 % stieg.
MorphoSys geht sehr selbstbewusst und mit hohen Erwartungen in das neue Geschäftsjahr 2007. Im Partner-Geschäft wollen wir die Zahl aktiver therapeutischer Projekte weiter erhöhen. Diese Projekte bedeuten Umsätze im hier und jetzt und stellen gleichzeitig zukünftigen Wertzuwachs für MorphoSys in Aussicht. Ein wichtiger Schritt bei der Förderung der eigenen Produktentwicklung wird das Einreichen des Antrags zum Beginn klinischer Studien für das Projekt MOR103 sein. Im Segment für Forschungsantikörper bauen wir auf die erfolgreiche Integration der Serotec-Gruppe auf und halten dabei weiterhin nach Möglichkeiten Ausschau, das Wachstum dieser Einheit durch strategisch passende Transaktionen weiter verstärken zu können. In Hinblick auf das Finanzergebnis streben wir für die MorphoSys-Gruppe einen Jahresumsatz von 60 Millionen Euro bis 65 Millionen Euro bei einem operativem Gewinn von sieben Millionen Euro bis zehn Millionen Euro an.
Insgesamt war das Geschäftsjahr 2006 von vielen Erfolgen gekennzeichnet und hat uns in eine sehr gute Ausgangslage versetzt, sowohl den Herausforderungen als auch den Möglichkeiten der kommenden Jahre zu begegnen. Ich bedanke mich deshalb vor allem bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des MorphoSys-Konzerns weltweit für ihren eindrucksvollen Einsatz und Beitrag zum Unternehmenserfolg. Mein besonderer Dank gilt Ihnen, unseren Aktionärinnen und Aktionären, für Ihr anhaltendes Interesse und Vertrauen in unser Unternehmen. Gemeinsam mit Ihnen wünsche ich uns ein ebenso erfolgreiches Jahr 2007.

Dr. Simon E. Moroney
Vorstandsvorsitzender
008
Markt und Strategie - Wertschöpfung von Forschung bis Klinik
In den Geschäftsjahren 2005 und 2006 hat MorphoSys erfolgreich neue Märkte für seine HuCAL-Technologie erschlossen, sowohl in territorialer Hinsicht als auch durch Ausweitung des Geschäfts auf neue Anwendungsbereiche. Im Segment der therapeutischen Antikörper entwickelt MorphoSys Medikamentenkandidaten sowohl für die eigene Entwicklungspipeline als auch für Partnerunternehmen. In diesem Segment ist MorphoSys in den umsatzstärksten Pharma-Märkten weiter gewachsen – in den USA, in Europa und verstärkt auch in Asien. Das zweite Geschäftsegment mit dem Markennamen AbD Serotec vermarktet Forschungsantikörper und steht einer weltweit wachsenden Nachfrage von Kunden an Universitäten, Instituten und Firmen gegenüber.
MARKT FÜR ANTIKÖRPERMEDIKAMENTE BLEIBT WACHSTUMSMOTOR
Der Markt für therapeutische Antikörper bleibt weiterhin eines der am schnellsten wachsenden Segmente der pharmazeutischen Industrie. Im Jahr 2006 erzielten die 20 am Markt zugelassenen Antikörpermedikamente einen Gesamtumsatz von rund 15 Mrd. US$ – ein erneuter Zuwachs um rund 25 % im Vergleich zum Vorjahr. Sechs dieser Antikörper erreichten Blockbuster-Status mit Jahresumsätzen von jeweils mehr als 1 Mrd. US$. In 2006 erreichten die Antikörperpräparate Lucentis® zur Behandlung der altersbedingten Makuladegeneration (AMD) und Vectibix™ zur Behandlung von Metastasen-bildendem Darmkrebs die Marktzulassung von der US-Arzneimittelaufsicht FDA. Außerdem wurde das Multiple Sklerose-Präparat Tysabri®, nachdem es die Herstellerfirmen Biogen Idec und Elan im Jahr 2005 wegen aufgetretener Nebenwirkungen zurückgezogen hatten, mit veränderten Sicherheitshinweisen wieder zum Vertrieb zugelassen.
VORSTAND UNTERNEHMEN KONZERNLAGEBERICHT KONZERNABSCHLUSS Markt und Strategie
009
LISTE DER UMSATZSTÄRKSTEN THERAPEUTISCHEN ANTIKÖRPER
| In 2006 erwirtschaften sechs Antikörpermedikamente jeweils einen Jahresumsatz von mehr als 1 Mrd €. | MEDIKAMENT | VERTRIEB | INDIKATION | UMSATZ 2006 IN MRD. US$ |
|---|---|---|---|---|
| Remicade® | Centocor/J&J/Schering-Plough | Entzündung | 3,0 | |
| Rituxan® | Genentech/Biogen Idec/Roche | Krebs | 2,2 | |
| Humira® | Abbott | Entzündung | 2,0 | |
| Avastin® | Genentech/Roche | Krebs | 1,9 | |
| Herceptin® | Genentech/Roche | Krebs | 1,3 | |
| Synagis® | MedImmune | Virusinfektionen | 1,1 |
Der Erfolg dieser Medikamentenklasse ist für Pharmakonzerne Anlass, ihre Aktivitäten in diesem Bereich weiter zu intensivieren. Zahlreiche Konzerne haben im Jahr 2006 ihre Absicht öffentlich erklärt, in den Bereich der biologischen Wirkstoffe, zum Teil explizit in Antikörper-basierte Medikamente, stärker zu investieren. MorphoSys erwartet deshalb eine unverändert hohe Nachfrage nach Antikörper-basierten Technologien und Produkten in den kommenden Jahren.
Neben den verstärkten Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten mit Antikörpern sind die im Jahr 2006 erfolgten Übernahmen von Antikörper-Firmen durch Pharmakonzerne ein weiterer Beleg für das hohe Interesse an diesem Sektor. Die Hauptmotivation der Pharmafirmen für derartige Transaktionen besteht darin, auf diesem Weg Zugang zu einer Antikörper-Technologie oder zu fortgeschrittenen Antikörper-basierten Medikamentenkandidaten zu erhalten. Mit Blick auf Antikörper-Technologien akquirierte die US-amerikanische Merck Inc. die Firmen GlycoFi und Abmaxis sowie der Pharmakonzern AstraZeneca den direkten MorphoSys-Konkurrenten Cambridge Antibody Technology. Unter dem Vorzeichen, Zugang zu Produkten zu erhalten, standen hingegen die Übernahme des Biopharma-Unternehmens NeuTec durch den Schweizer Konzern Novartis, der Zukauf der Firma Rinat durch den US-Pharmariesen Pfizer sowie die Akquisition der Tanox Inc. durch Genentech. Allein im Rahmen dieser Transaktionen flossen direkte Investitionen in Höhe von mehr als 3 Milliarden Euro in den Antikörper-Sektor.
010
AKQUISITIONEN IM ANTIKÖRPERMARKT MIT VERTRAGSVOLUMEN
| Akquisitionen Antikörper-basierter Biotechnologieunternehmen durch Pharmakonzerne zeigen das Interesse der Industrie an Antikörpern als Wirkstoffklasse. | DATUM | KÄUFER | ZIEL | VERTRAGSVOLUMEN
IN MIO. € |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| | 07/2005 | Roche | Glycart | 150 |
| | 08/2005 | Pfizer | Bioren | nicht genannt |
| | 12/2005 | Amgen | Abgenix | 2.200 |
| | 04/2006 | Pfizer | Rinat | nicht genannt |
| | 05/2006 | Merck | GycoFi, Abmaxis | 480 |
| | 05/2006 | AstraZeneca | CAT | 1.000 |
| | 07/2006 | Novartis | NeuTec | 440 |
| | 11/2006 | Genentech | Tanox | 720 |
| | 12/2006 | GlaxoSmithKline | Domantis | 350 |
ANTIKÖRPER DER ZUKUNFT SIND VOLLSTÄNDIG MENSCHLICH
In der Vergangenheit wurden therapeutische Antikörper aus Mäusen gewonnen und schrittweise, aber unvollständig an das menschliche Vorbild angepasst. Erst in jüngster Zeit haben technologische Fortschritte die Entwicklung vollständig menschlicher Antikörper ermöglicht. Diese sind als Antikörper der nächsten Generation akzeptiert und stellen die Mehrheit der derzeit in der Entwicklung befindlichen therapeutischen Antikörper dar. Der im September 2006 zur Vermarktung zugelassene Antikörper Vectibix™ ist bereits der zweite vollständig menschliche Antikörper, der als Medikament zum Einsatz kommt. Das Präparat richtet sich gegen dasselbe Zielmolekül* und verfolgt dieselbe Strategie, wie der seit dem Jahr 2004 am Markt zugelassene, chimäre, Maus-basierte Krebsantikörper Erbitux®. Dies zeigt, dass selbst bereits als Medikament eingesetzte Präparate durch vollständig menschliche Antikörper ersetzt werden könnten.
GERINGERE KONKURRENZ ERHÖHT MARKTCHANCE
Im Laufe der vergangenen Jahre hat MorphoSys seine international führende Position im Sektor der Antikörpertechnologien weiter gefestigt und damit eines seiner zentralen Ziele der Vergangenheit erreicht, nämlich sich als der Partner der Wahl für die pharmazeutische Industrie zu etablieren. Die HuCAL-Technologie hat nicht nur an Akzeptanz als fortschrittlichste Methode hinzugewonnen – die Tatsache, dass die Mehrzahl der derzeit 20 größten Pharmakonzerne Verträge mit MorphoSys haben unterstreicht dies –, weltweit können sich Pharmakonzerne auch nur noch an eine geringe Zahl an Unternehmen wenden, um Zugang zu vollständig humanen Antikörpern als therapeutische Wirkstoffe zu erlangen. Durch die Übernahmen der zwei direkten Konkurrenten Cambridge Antibody Technology, oder kurz CAT, im März 2006 und Abgenix im Dezember 2005 durch Pharmakonzerne sieht sich MorphoSys in den kommenden Jahren in einer
VORSTAND
UNTERNEHMEN
KONZERNLAGEBERICHT
KONZERNABSCHLUSS
Markt und Strategie
zusätzlich verbesserten Marktposition. Aus dieser Position heraus sollte das Unternehmen direkt vom Marktwachstum und von der anhaltenden Nachfrage nach Antikörper-Technologien profitieren. MorphoSys' erfolgreiche Entwicklung in diesem Segment im Geschäftsjahr 2006 verdeutlichen die drei neuen Partnerschaften und die finanziell ebenso attraktiven drei Erweiterungen bestehender Verträge.
DURCHBRUCH IM JAPANISCHEN MARKT
Die im Mai 2006 mit dem japanischen Pharmakonzern Daiichi Sankyo* vereinbarte Kooperation stellt nach der Unterzeichnung mit Shionogi im Vorjahr bereits die zweite, langjährige Allianz mit einem asiatischen Medikamentenentwickler dar. Mit der Vertragsunterzeichnung erreichte MorphoSys frühzeitig eines seiner erklärten Ziele für das Geschäftsjahr 2006 und sieht hierin den Durchbruch im japanischen Markt erreicht. Das Interesse an innovativen Technologien von Seiten der japanischen Pharmakonzerne ist nach wie vor hoch, weshalb MorphoSys eine weitere Erhöhung seines Marktanteils über die kommenden Jahre verfolgt.
LISTE DER TOP 10 PHARMAKONZERNE IN JAPAN
| UNTERNEHMEN | UMSATZ
IN MRD. US $ | F&E-AUSGABEN
IN MRD. US $ |
| --- | --- | --- |
| 1. Takeda | 8,5 | 1,3 |
| 2. Astellas | 8,0 | 1,3 |
| 3. DAIICHI SANKYO | 7,3 | 1,3 |
| 4. Esai | 4,8 | 0,73 |
| 5. Otsuka | 3,3 | 0,5 |
| 6. Chugai | 2,8 | 0,43 |
| 7. Mitsubishi Pharma | 1,9 | 0,47 |
| 8. SHIONOGI | 1,6 | 0,28 |
| 9. Tanabe | 1,5 | 0,26 |
| 10. Kyowa Hakko | 1,4 | 0,27 |
Die Unterzeichnung eines Vertrags mit dem US-Konzern Schering-Plough markierte die zwölfte Partnerschaft für MorphoSys mit einem der zwanzig größten Pharmaunternehmen. Mit dem dritten neuen Partner im Jahr 2006, dem US-amerikanischen Start-up-Unternehmen OncoMed Pharmaceuticals Inc., konnte MorphoSys gleichzeitig zeigen, dass es auch weiterhin interessante Geschäftsmöglichkeiten abseits der großen Pharmakonzerne gibt und dass seine Technologie auch für gänzlich neue Therapieansätze von Interesse ist.
012
S59
Unter den Vertragsverlängerungen sticht die Erweiterung der bestehenden Allianz mit Novartis heraus. Die Kooperation war bereits zuvor die umfangreichste Allianz von MorphoSys, nicht zuletzt in Hinblick auf die Anzahl der mit Novartis verfolgten Antikörperprojekte und die an MorphoSys geleisteten Forschungszahlungen. In den Geschäftsjahren 2004 bis 2006 war die Kooperation mit Novartis größter Umsatzträger des Segments für therapeutische Antikörper. Im August 2006 konnte MorphoSys eine weitere deutliche Erweiterung dieser Partnerschaft bekannt geben. Die drei wichtigen Komponenten dieser Verlängerung lassen sich wie folgt zusammenfassen: Bei MorphoSys werden mehr Wissenschaftler im Auftrag von Novartis forschen, gleichbedeutend mit höheren Forschungszahlungen an MorphoSys. Beide Unternehmen werden mehr Projekte starten, an denen MorphoSys durch das etablierte System an Lizenz- und Meilensteinzahlungen und Tantiemen zukünftig profitiert. Gleichzeitig wurde die Vertragslaufzeit bis Ende 2011 verlängert und erhöht so die Planungssicherheit für die kommenden Jahre.
MorphoSys war bislang sehr erfolgreich, bestehende Partnerschaften zu verlängern oder sogar zu erweitern sowie neue Allianzen zu schließen.
NEUE VERTRÄGE UND VERTRAGSVERLÄNGERUNGEN MIT TOP 20-PHARMAUNTERNEHMEN

WERTMAXIMIERUNG DER PIPELINE
Die Medikamenten-Pipeline der MorphoSys AG besteht derzeit überwiegend aus Entwicklungsprojekten mit Partnern und zwei firmeneigenen Projekten. MorphoSys verfolgt eine Wertmaximierung seiner Antikörper-Pipeline auf zwei Wegen: eine kontinuierliche Erhöhung der Anzahl therapeutischer Programme mit Partnern und gezielte Investitionen in firmeneigene Programme.
VORSTAND
UNTERNEHMEN
KONZERNLAGEBERICHT
KONZERNABSCHLUSS
Markt und Strategie
013
Ein Weg, den Wert der MorphoSys-Pipeline zu betrachten ist, das Umsatzpotenzial der in der Entwicklung befindlichen Produkte abzuschätzen. Insbesondere Pharmakonzerne starten im Allgemeinen keine Projekte, wenn die daraus resultierenden Produkte nicht ein signifikantes Umsatzpotenzial haben. Im Allgemeinen zielen Pharmakonzerne auf einen Jahresumsatz von mindestens 500 Mio. US $. MorphoSys wäre am Erfolg dieser Produkte durch eine umsatzabhängige Tantieme im mittleren einstelligen Prozentbereich beteiligt.
Eine andere Herangehensweise ist, die Krankheitsfelder, in denen die potenziellen Medikamentenkandidaten zum Einsatz kommen sollen, in die Betrachtung einzubeziehen. Analysiert man die Verteilung der Partner-Projekte in den verschiedenen Krankheitsbereichen wird deutlich, dass MorphoSys in den derzeit umsatzstärksten Märkten für Antikörpertherapien vertreten ist. Rund 45 % der Projekte mit Partnern zielen beispielsweise auf eine Behandlung von Krebserkrankungen, dem derzeit größten Markt für therapeutische Antikörper. Weitere 30 % befinden sich im Bereich der Autoimmun*- und entzündlichen Erkrankungen, die ebenfalls ein großes Marktsegment bei den Antikörpertherapien darstellen. Darüber hinaus verfolgen MorphoSys und seine Partner Ansätze zur Behandlung von Herz-Kreislauf-Leiden, Erkrankungen des Zentralnervensystems, entzündliche Erkrankungen und Krankheiten des Muskel- und Skelettapparats.
Derzeit befinden sich zwei der Partnerprojekte in der klinischen Entwicklung; die Summe an präklinischen Medikamentenkandidaten hat sich im Laufe des Geschäftsjahres 2006 von 7 auf 14 gesteigert. Aus dieser Gruppe könnten in den kommenden zwei Jahren mehrere Projekte in die Klinik vordringen. Insgesamt verfügt MorphoSys nach 14 Neustarts im Jahr 2006 über mehr als 43 therapeutische Projekte und damit über eine breite Basis für zukünftige erfolgsabhängige Projektzahlungen. Diese auch Meilensteinzahlungen genannten Leistungen sind für MorphoSys praktisch reiner Gewinn. Das Unternehmen sieht deshalb eine sehr interessante Phase seines Wachstums angebrochen, die insbesondere durch einen Anstieg der erfolgsabhängigen Zahlungen gekennzeichnet ist. Dies ermöglicht MorphoSys, Investitionen in die firmeneigenen Projekte aus dem eigenen freien Kapitalüberschuss zu finanzieren, um so den Gesamtwert der Medikamenten-Pipeline weiter zu steigern.

INDIKATIONEN DER PROGRAMME MIT PARTNERN
MorphoSys ist auf allen Krankheitsgebieten aktiv in denen Antikörper eine erfolgreiche Medikamentenklasse darstellen.
014
Der Forschungsantikörpermarkt befindet sich derzeit in einer technologischen und strukturellen Umbruchphase.
Bis vor kurzem wurden alle Forschungsantikörper auf Basis veralteter, tierbasierter Technologien entwickelt. MorphoSys ist davon überzeugt, dass der Markt reif ist für einen technologischen Wandel in Richtung neuer in-vitro-Ansätze wie der HuCAL-Technologie.

Zusätzlich zu den Projekten, die direkt in einer Partnerschaft gestartet werden, hat MorphoSys zwei eigene Antikörperkandidaten MOR103* und MOR202 entwickelt, die erst später im Entwicklungsprozess an einen Partner für die weitere klinische Entwicklung und die spätere Vermarktung auslizenziert werden sollen. Im Allgemeinen können Unternehmen, die Antikörper-basierte Medikamentenkandidaten in die klinische Entwicklung bringen, insgesamt lukrative, dem gesteigerten Wert dieser Programme angemessene Verträge mit höheren Meilensteinzahlungen und künftigen Umsatzbeteiligungen erwarten. Die Verhandlungsposition von Biotechnologieunternehmen gegenüber Pharmakonzernen hat sich in den vergangenen Jahren deutlich gebessert. Hauptgrund hierfür ist der hohe Bedarf der Pharmaindustrie nach neuartigen Wirkstoffen und Produkten.
VORSTAND UNTERNEHMEN KONZERNLAGEBERICHT KONZERNABSCHLUSS Markit und Strategie
015
FORSCHUNGSANTIKÖRPER ALS ZWEITES STANDBEIN ETABLIERT
MorphoSys' Segment für Forschungsantikörper nahm im Jahr 2003 unter dem Markennamen „Antibodies by Design“ seine Geschäftstätigkeit auf. Ziel dieses Segments war die Erschließung des Markts für nicht-therapeutische Anwendungen. Innerhalb von zwei Jahren verstärkte MorphoSys das Segment durch die Akquisitionen der britisch-amerikanischen Biogenesis-Gruppe im Januar 2005 und der Serotec-Gruppe* im Januar 2006. MorphoSys' Geschäftseinheit AbD Serotec zählt heute zu den führenden Anbietern von Forschungsantikörpern in Europa und zu den zwanzig bedeutendsten Vertretern weltweit. Mit mehr als 18 Mio. Euro Gesamtumsatz in 2006 ist die Sparte zu einem soliden, zweiten Standbein und Umsatzlieferanten gereift.
Wissenschaftler investieren heute rund 1 Mrd. US$ jährlich in Antikörper als Forschungsinstrumente. Der Markt für Werkzeuge dieser Art verzeichnete während der vergangenen Jahre eine durchschnittliche Wachstumsrate im Bereich von 10 – 15 %. Mit der richtigen Strategie ist es möglich, dieses Wachstum zu übertreffen. MorphoSys' Ziel ist es, dies auf drei Wegen zu erreichen: Erstens, indem das Unternehmen den Anteil an HuCAL-basierten Antikörpern durch Produktneueinführungen in den firmeneigenen Verkaufskatalog erhöht. Zweitens, indem diejenigen Umsatzträger durch HuCAL-Antikörper ersetzt werden, bei denen die Möglichkeit besteht, die Gewinnmarge zu erhöhen. Und drittens, indem MorphoSys das lukrative Teilgeschäft Forschungsantikörper im Kundenauftrag – das so genannte Custom-Geschäft – weiter ausbaut. Diese Herangehensweise hat es MorphoSys bereits im abgelaufenen Geschäftsjahr ermöglicht, organisch stärker zu wachsen als der Markt.
Neben dem organischen Wachstum konnte MorphoSys auch die Rentabilität des Segments weiter steigern. Im Geschäftsjahr 2006 hat AbD Serotec eine Brutto-Marge von rund 60 % erzielt und damit das zu Jahresanfang für diese Kenngröße anvisierte Ziel erreicht. Durch weitere Automatisierung der Antikörperselektion will MorphoSys die Marge auch in den kommenden Jahren weiter verbessern.
Der Forschungsantikörpermarkt befindet sich derzeit sowohl technologisch als auch strukturell in einer Umbruchphase. Bis vor kurzem wurden alle Antikörperprodukte auf Basis veralteter, tierbasierter Technologien entwickelt. MorphoSys ist davon überzeugt, dass der Markt insgesamt reif für einen technologischen Wandel ist und die tierbasierten Methoden mittel- bis langfristig durch in-vitro-Ansätze wie die HuCAL GOLD-Technologie ersetzt werden. MorphoSys sieht sich an der Spitze dieses Wandels. Strukturell betrachtet ist der Markt sehr fragmentiert, mit einer Vielzahl kleiner Unternehmen. Eine Phase der Konsolidierung hat begonnen. MorphoSys will weiterhin an diesem Trend aktiv teilnehmen und plant, nach geeigneten Firmen zu suchen, die die Forschungsantikörpersparte AbD Serotec zusätzlich verstärken könnten.
016
NEUE ANWENDUNGEN FÜR HUCAL-ANTIKÖRPER ERSCHLIESSEN
Im August 2006 erhielt die Geschäftseinheit AbD Serotec einen Auftrag als exklusiver Anbieter für ein Projekt im Bereich des Schutzes vor biologischen Waffen. Im Rahmen des Vertrags hat das USAMRIID, eine Organisation der Abteilung für Medizinische Forschung und Ausrüstung des US-Heeres und führendes medizinisches Forschungsinstitut für das US-Verteidigungsprogramm gegen Bioterrorismus, Forschungsantikörper gegen fünf bakterielle Toxine angefordert. AbD Serotec hat diese mit Hilfe der HuCAL GOLD-Antikörperbibliothek von MorphoSys innerhalb von fünf Wochen identifiziert und bereitgestellt.
Der erfolgreiche Vertragsabschluss mit dem USAMRIID unterstreicht das Potenzial der firmen-eigenen HuCAL GOLD-Technologie im wachsenden Feld der Bekämpfung von biologischen Waffen. Das Projekt profitiert dabei besonders von einem zentralen Vorteile der rekombinanten Antikörpertechnologie, in diesem Fall der Entwicklung von Antikörpern gegen toxische Substanzen, die mit tierbasierten Methoden unmöglich wäre.
Eine andere Forschungskooperation besteht mit dem renommierten japanischen Kazusa DNA Research Institute*. Im Rahmen dieser Zusammenarbeit haben beide Parteien gemeinsam eine Serie von Forschungsantikörpern aus der HuCAL GOLD-Antikörperbibliothek von MorphoSys entwickelt. Die Antikörper erkennen Proteine aus Kazusas mKIAA cDNA-Projekt, dessen Ziel es ist, bisher unbekannte Gene und die von ihnen kodierten Proteine zu identifizieren und zu charakterisieren. Beide Parteien teilen sich die Vertriebsrechte und haben die entwickelten Antikörper in die Verkaufskataloge des Kazusa-Instituts und der MorphoSys-Gruppe aufgenommen.
WERTSCHÖPFUNG VON FORSCHUNG BIS KLINIK
Eine der Synergien des Geschäftsmodells von MorphoSys ist die Möglichkeit, bestehende Kundenverhältnisse in höherpreisige Geschäftssegmente weiterzuentwickeln. Zufriedene Kunden der AbD Serotec-Geschäftseinheit, die auf diesem Weg auch erste Erfahrungen mit MorphoSys' Kerntechnologie gesammelt haben, werden sich bei der Umsetzung therapeutischer oder diagnostischer Projekte mit höherer Wahrscheinlichkeit ebenfalls für eine Kooperation mit MorphoSys entscheiden. Dies konnte in der Vergangenheit mit mindestens einem Vertreter aus der pharmazeutischen Industrie gezeigt werden, der sich als zufriedener Nutzer der HuCAL-Technologie und AbD Serotec-Kunde zu einer therapeutischen Partnerschaft entschloss.
VORSTAND
UNTERNEHMEN
KONZERNLAGEBERICHT
KONZERNABSCHLUSS
Markt und Strategie
SYNERGIEN ZWISCHEN DEN SEGMENTEN VON MORPHOSYS

Das AbD-Segment hilft MorphoSys dabei, frühzeitig neue diagnostische und therapeutische Ansätze aus der Grundlagenforschung aufzuspüren und kommerziell zu nutzen. Auf diese Weise erschließt MorphoSys durch das AbD-Segment neue Märkte für seine Technologien.
Antikörper, die als Forschungswerkzeuge eingesetzt werden, um krankheitsrelevante Zielmoleküle zu identifizieren und zu validieren, haben gleichzeitig das Potenzial, auch in der Diagnostik oder sogar in der Therapie von Krankheiten zum Einsatz zu kommen. Je intensiver die HuCAL-Technologie in der Forschung genutzt wird, desto wahrscheinlicher ergeben sich lukrative kommerzielle Möglichkeiten, sei es in der Therapie, der Diagnostik oder in weiter gefassten Forschungsanwendungen. MorphoSys verfolgt und fördert deshalb den umfassenden Einsatz seiner Technologie in der Forschungsgemeinschaft. Im Geschäftsjahr 2006 konnte MorphoSys diesen Ansatz durch den Vertrag mit dem renommierten US-Forschungszentrum The Burnham Institute beispielhaft realisieren. Das Burnham-Institut hat somit Zugang zu neuen HuCAL GOLD-Forschungsantikörpern der MorphoSys-Geschäftseinheit AbD Serotec, um neue Zielmoleküle mit potenziell medizinischer Relevanz zu identifizieren und genauer zu erforschen. MorphoSys sichert sich im Gegenzug die kommerziellen Rechte für alle Antikörper aus dieser Kooperation. Diese kann MorphoSys anschließend sowohl als Forschungswerkzeuge in das Angebot der Geschäftseinheit AbD Serotec aufnehmen als auch in therapeutische oder diagnostische Anwendungen umsetzen.
018
DIE PRODUKTION
VON ANTIKÖRPERN

VORSTAND
UNTERNEHMEN
KONZERNLAGEBERICHT
KONZERNABSCHLUSS
Markt und Strategie
Magazinteil

MorphoSys' Antikörperbibliothek ermöglicht es, geeignete Antikörper für unterschiedliche Anwendungen in der Forschung, Diagnostik oder Therapie bereitzustellen. Um die gewählten Antikörper für sich, seine Partner und Kunden in größeren Mengen herzustellen, stehen MorphoSys je nach Zielsetzung unterschiedliche Methoden zur Verfügung. Insbesondere die Produktion von therapeutischen Antikörpern ist dabei mit erheblichem technologischen Aufwand und folglich mit Kosten verbunden. Nicht zuletzt aus diesem Grund arbeitet MorphoSys kontinuierlich an Verbesserungsmöglichkeiten der bestehenden Systeme und identifiziert innovative Ansätze in diesem Sektor.
Die Gewinnung und Anwendung von Antikörpern wurden seit ihren Ursprüngen bis heute deutlich weiterentwickelt. Die zunächst aus Tieren gewonnenen Antikörper eigneten sich nur begrenzt für vereinzelte Anwendungen in Forschung und Medizin und konnten nur in geringen Mengen bereitgestellt werden. Erst die Forschungsergebnisse der Nobelpreisträger Georges J.F. Köhler und César Milstein im Jahr 1975 ebneten den Weg für wesentlich spezifischere Anwendungen und führten zu einer enormen Ausweitung der Nutzung von Antikörpern in Wissenschaft und Medizin. Die durch Köhler und Milstein etablierte so genannte Hybridoma-Technik, bei der Blutkrebszellen mit Antikörper-produzierenden B-Zellen vorwiegend aus Mäusen oder Ratten verschmolzen werden, ermöglichte die Produktion spezifischer Antikörper in großen Mengen. Diese Entwicklung ermöglichte erstmals die kontinuierliche Herstellung eines definierten monoklonalen Antikörpers, der genau ein charakterisiertes Zielmolekül erkennt. Bis zu diesem Zeitpunkt war nur die Herstellung eines polyklonalen Gemischs verschiedener Antikörper möglich gewesen.
Das Aufkommen gentechnologischer Methoden, bei denen die für die Herstellung eines Proteins benötigte Bauanleitung gezielt in Form von Genen in einen Wirtsorganismus eingebracht wird, verbesserte die Produktionsmethoden weiter. Ende der 70er Jahre gelang es mit dieser Methode erstmals, menschliches Insulin in Bakterien herzustellen. Die im Jahr 1982 erfolgte Markteinführung dieses Arzneimittels gilt bis heute als ein Meilenstein bei der Behandlung der Diabetes.
020
MAUS HYBRIDOM TECHNOLOGIE NACH KÖHLER UND MILSTEIN

Bei der Herstellung monoklonaler Antikörper nach Köhler und Milstein kommen Antikörper-produzierende B-Zellen aus der Milz oder den Lymphknoten von Tieren zum Einsatz, deren Immunsystem zuvor mehrfach mit dem Antigen in Kontakt gekommen ist. Diese B-Zellen werden anschließend mit Krebszellen eines B-Zelltumors verschmolzen. Diese Krebszellen haben zwar die Fähigkeit verloren, Antikörper herzustellen, lassen sich aber in einer Kultur leicht vermehren. Durch das Verschmelzen mit der Krebszelle kann sich auch die resultierende Hybrid-Zelle schnell und unbegrenzt oft teilen. Auf diese Weise können große Mengen des gesuchten Antikörpers produziert werden.
Heute herrschen derartige rekombinante Produktionsmethoden auch im Antikörperbereich vor. Dabei bestimmt vor allem der spätere Verwendungszweck und die benötigte Menge eines Antikörpers die Wahl der geeigneten Produktionsmittel. MorphoSys hat im Laufe der letzten Jahre hocheffiziente Produktionsplattformen entwickelt, die sich alle im Folgenden beschriebenen Systeme zunutze machen.
PRODUKTION IN BAKTERIEN
Die Vorteile der Herstellung von Antikörpern in Bakterien wie Escherichia oder kurz E. coli liegen hauptsächlich in der vergleichsweise einfachen und sicheren Handhabung der Bakterienzellen und in den schnellen Produktionszyklen der Mikroorganismen. Bakterien stellen insgesamt deutlich geringere Ansprüche als andere Wirtszellen, werden allerdings in der Regel lediglich für die Herstellung kleinerer Teilstücke von Antikörpern eingesetzt. Den Bakterien fehlen die notwendigen zellulären Mechanismen, um die komplexe Struktur eines vollständigen Antikörpers zu modifizieren und auszubilden. Im Bakterium wird die bereitgestellte Bauanleitung des Antikörperfragments abgelesen und in ein Protein übersetzt. Mit einer entsprechenden Signalsequenz ausgestattet, reichern sich die so produzierten Antikörperfragmente in einem speziellen Abschnitt des Bakteriums an, dem periplasmatischen Raum. Zur Gewinnung des reinen Antikörperprodukts muss dieser zunächst durch Aufbrechen der Bakterienzellen freigesetzt werden. Anschließend erfolgt die vollständige Abtrennung aller Verunreinigungen durch Bakterien- und Kulturmedienbestandteile, die bei der Anwendung der Antikörper im pharmazeutischen Bereich toxisch wirken könnten. Eine abschließende Qualitätskontrolle stellt sicher, dass die Antikörper für ihren jeweiligen Einsatzbereich geeignet sind.
Gemeinsam mit der Firma Wacker führte MorphoSys im Jahr 2005 eine Machbarkeitsstudie durch, bei der ein auf E. coli basierendes Sekretionssystem zum Einsatz kam. Es unterscheidet sich von den bislang verwendeten bakteriellen Produktionsmethoden dadurch, dass die Bakterien das Protein noch während des Herstellungsprozesses in das umgebende Nährmedium abgeben. Bislang nutzte Wacker das System zur Produktion von einfach aufgebauten Proteinen für den Einsatz im technischen Bereich. Die im Auftrag von MorphoSys durchgeführte Studie belegte erstmals, dass auch die Produktion komplexer Antikörperfragmente für den Einsatz in der Medizin und Forschung mit diesem System generell möglich ist.
VORSTAND
UNTERNEHMEN
KONZERNLAGEBERICHT
KONZERNABSCHLUSS
Markt und Strategie
Magazinteil
EUKARYONTISCHE ZELLEN ALS FABRIKEN FÜR DIE ANTIKÖRPERHERSTELLUNG




Die genetische Information für die Herstellung eines Antikörpers stammt aus der HuCAL-Antikörperbibliothek von MorphoSys. Die wird in Form einer speziellen Genfähre, eines IgG-Expressionsvektors, in einer positiven Zellen eingeschleust. Dieser Prozess wird auch Transfektion genannt. Die Zellen sind anschließend in der Lage der genetische Bauanleitung für den Antikörper zu lesen und in ein Protein zu übersetzen. Je nach Art der Wirkstelle wird das resultierende Antikörper-Protein weiter modifiziert und erhält eine entsprechende Glykosylierung. Zum Schluss wird der IgG-Antikörper von den Zellen in das umgebende Kulturmedium abgegeben.
022
ANTIKÖRPERPRODUKTION IM WANDEL DER ZEIT

Die Entwicklung neuer Methoden zur Antikörperproduktion hat im Laufe der Jahrzehnte unterschiedlichste Systeme hervorgebracht. Alle finden heute noch Verwendung und wurden seit ihrer Entdeckung kontinuierlich weiterentwickelt. Als zukünftige Methoden werden derzeit beispielsweise die Produktion in transgenen Organismen wie Pflanzen oder Nutztieren diskutiert. Die möglichen Vorteile dieser Methoden liegen in der kostengünstigen Produktion großer Mengen an Antikörpermaterial.
PRODUKTION IN SÄUGERZELLEN
Während die Produktion in Bakterienzellen eine kostengünstige Variante der Antikörpergewinnung darstellt, sind ihr gleichzeitig Grenzen gesetzt. Zum einen liefert sie in der Regel nur Antikörperfragmente, während für therapeutische Anwendungen der vollständige Antikörper im so genannten IgG-Format immer noch die häufigste Form ist. Zum anderen fehlen allen in Bakterien hergestellten Proteinen einige für Säugerzellen typische Modifizierungen.
Aus diesem Grund kommen parallel zur Produktion in Bakterien aus Säugetieren gewonnene Zelllinien zum Einsatz. Ein Beispiel ist die aus Hamstern gewonnene, im Laborbetrieb stark verbreitete CHO-Zelllinie, mit deren Hilfe Proteine in größeren Mengen produziert werden können. Ein Nachteil dieser Zellen: Die Produktion eines Antikörpers dauert länger als bei Bakterien, weil sich Tierzellen nur rund einmal in 24 Stunden teilen, Bakterien aber alle 20 Minuten. Während CHO-Zellen noch vergleichsweise robust sind, sind andere Säugetier-Zellkulturen darüber hinaus sehr empfindlich und brauchen strengstens kontrollierte Bedingungen, um optimal zu wachsen. Ein weiterer Nachteil der CHO-Zelllinie ist, dass die resultierenden Antikörper ein tierisches Glykolisierungsmuster erhalten – die natürliche Modifizierung der Oberfläche eines Proteins mit Zuckermolekülen –, welches sich von dem des Menschen unterscheidet.
PRODUKTION IN VOLLSTÄNDIG MENSCHLICHEN ZELLLINIEN
MorphoSys' HuCAL-Antikörper sind in ihrer strukturellen Zusammensetzung, ihrer Aminosäuresequenz, 100% menschlichen Ursprungs. Die Produktion in vollständig menschlichen Zelllinien verleiht Antikörpern darüber hinaus auch ein menschliches Glykolisierungsmuster. Damit nähern sich die produzierten HuCAL-Antikörper ihren Vertretern aus dem menschlichen Körper strukturell größtmöglich an und das Risiko von Nebenwirkungen beim Einsatz als Medikament sinkt auf ein Minimum. Dieser Zusammenhang bildet die Hauptmotivation für MorphoSys, insbesondere therapeutische Antikörper in vollständig menschlichen Zelllinien herzustellen.
Im Jahr 2004 erwarb MorphoSys die Rechte an menschlichen Zelllinien der Firmen Bayer und Crucell. Beide Zelllinien wurden für unterschiedliche Einsatzbereiche zur Herstellung von Antikörpern eingehend getestet. Im August des vergangenen Jahres wurde dann die Crucell-Zelllinie Per.C6® auch für die Produktion von klinischem Antikörpermaterial im Rahmen des firmeneigenen Programms MOR103 ausgewählt. Die Produktion des HuCAL-Antikörpers wird in den geprüften Produktionsanlagen des Auftragsproduzenten DSM Biologics im niederländischen Groningen realisiert.
VORSTAND
UNTERNEHMEN
KONZERNLAGEBERICHT
KONZERNABSCHLUSS
Markt und Strategie
Magazinteil


PRODUKTION ALS KOSTENFAKTOR
Die Antikörperproduktion stellt insbesondere im Bereich der Medikamententwicklung, sei es zur Herstellung von Antikörpermaterial für klinische Tests oder zur industriellen Herstellung des Produkts, aus vielfältigen Gründen einen nennenswerten Kostenfaktor dar. Die Entwicklung von biologischen Wirkstoffen in lebenden Systemen ist ein mehrstufiger Prozess, bei dem die einzelnen Schritte optimal ineinander greifen müssen. Ausgehend von der Anzucht einer produktionsfähigen Kultur der Zellen über den eigentlichen Herstellungsschritt, der Fermentation, bis hin zur Aufreinigung und Überführung in eine geeignete Darreichungsform bewegt sich jeder Schritt innerhalb sehr enger Parameter. Eine entscheidende Rolle spielt dabei die Verpflichtung, bei jedem Produktionsschritt die Auflagen der internationalen Arzneimittelbehörden einzuhalten, um die größtmögliche Qualität eines späteren Wirkstoffs und die Sicherheit für die Patienten zu gewährleisten. Ein Aufbau und Betrieb solcher Anlagen ist deshalb teuer und Firmen, die Antikörperproduktion als Dienstleistung anbieten, müssen ihre Preise dementsprechend gestalten.
EINSATZ IN FORSCHUNG ODER THERAPIE - WEGWEISEND FÜR DIE PRODUKTIONSMETHODE
Während die Hauptbeweggründe für die Verbesserungen der Produktionsmethoden bei therapeutischen Antikörpern eher vielfältig sind, sind entsprechende Überlegungen im Forschungsantikörperbereich vergleichsweise einfach. Sie zielen überwiegend auf eine Erhöhung des Durchsatzes bei der
Antikörperentwicklung und auf Kostenreduktion. Als in-vitro-Technologie bietet MorphoSys' HuCAL-Ansatz per se bereits deutliche Vorteile bei beiden Aspekten. Die Technologieplattform ist im höchsten Maße automatisierbar und skalierbar. Sie ermöglicht es MorphoSys nicht nur, eine hohe Anzahl an Projekten parallel zu bearbeiten, sondern realisiert hierbei auch zusätzliche positive Skaleneffekte. Ein Anstieg der Zahl bearbeiteter Antikörperprojekte führt gleichzeitig zu einem Sinken der Kosten für einen einzelnen Antikörper.
BLICK IN DIE ZUKUNFT
Die Produktion von Antikörpern bleibt weiterhin ein sehr aktives Feld mit wesentlichen Innovationen. An mehreren ist MorphoSys direkt beteiligt. Eine Optimierung der Produktionsmethoden erhöht die Attraktivität von MorphoSys für pharmazeutische Kunden im Geschäftssegment für therapeutische Antikörper. Im Segment für Forschungsantikörper verspricht sie eine Reduzierung der Herstellungskosten und damit eine Erhöhung der Gewinnmargen.
In erster Linie zielen Verbesserungen auf eine graduelle Optimierung der bestehenden Systeme ab, aber auch weitergehende Änderungen werden in der Wissenschaftswelt diskutiert. Ideen, Antikörper beispielsweise in Pflanzen, wie etwa dem Tabak, oder auch in verschiedenen Nutztieren zu produzieren, existieren bereits seit einigen Jahren. Derzeit haben diese Methoden zwar noch nicht den Durchbruch geschafft, ihre Möglichkeiten insbesondere zur Kosteneinsparung sind jedoch für Antikörperfirmen von großem Interesse.
024
Die MorphoSys-Aktie
Im Jahr 2006 konnte die MorphoSys-Aktie die Entwicklung des TecDAX um 7 Prozentpunkte übertreffen und erreichte im Jahresvergleich ein Plus von 32 %. Darüber hinaus gelang es MorphoSys im Verlauf des Jahres 2006, den Anteil der von internationalen institutionellen Investoren gehaltenen MorphoSys-Aktien annähernd zu verdoppeln. MorphoSys wertet dies als ein Zeichen für die Globalisierung seines Geschäfts und seiner Investorenbasis.
POSITIVE ENTWICKLUNG DER KAPITALMÄRKTE
Über das Jahr 2006 betrachtet haben sich die weltweiten Kapitalmärkte kräftig entwickelt. Trotz eines deutlichen Einbruchs im späten Frühjahr zeigten die internationalen Kapitalmärkte per Saldo einen Anstieg. Das amerikanische Börsenbarometer Dow Jones erreichte im Dezember 2006 erstmals die Marke von 12.500 Punkten und schloss zum Jahresende mit einem Plus von 16 % bei 12.463 Punkten. Der japanische Nikkei-Index beendete das Jahr mit einem Plus von 7 %. An den deutschen Kapitalmärkten erreichte der DAX einen Stand von 6.597 Punkten, ein Plus von 22 % seit Jahresbeginn. Der TecDAX beendete das Jahr mit einer Zunahme von 25 %, konnte allerdings die Höchststände des zweiten Quartals 2006 nicht wieder erreichen.
Vor dem Hintergrund der generell positiv gestimmten Kapitalmärkte konnten sich auch die Werte aus dem Pharma- und Biotechnologiesektor verbessern. Unterstützt wurde der allgemeine Wachstumstrend von einer Reihe positiver Branchennachrichten einschließlich einiger positiv aufgenommener Akquisitionen und Kooperationen. Die Entwicklung des Biotechnologiesektors in Europa ließ die der US-Branche klar hinter sich. Der deutsche Prime IG Biotechnology Index konnte um 19 % zulegen – angetrieben von der guten Stimmung der Investoren und einigen lange erwarteten Nachrichten wie die der Auslizenzierung von Genmab's CD20-Antikörper und zahlreichen besser als erwartet verlaufenen Maßnahmen zur Mittelbeschaffung wie zum Beispiel Amgen's Wandelschuldverschreibung in Höhe von 5 Milliarden US $. Dagegen kam der NASDAQ Biotechnology Index nur auf ein knappes Plus von 1 %. Insgesamt lag das Finanzierungsvolumen der Branche bei mehr als 21 Milliarden US $ – das drittbeste Jahr der Branchengeschichte.
VORSTAND
UNTERNEHMEN
KONZERNLAGEBERICHT
KONZERNABSCHLUSS
Markt und Strategie
Magazinteil
Die MorphoSys-Aktie
Das Fenster für Börsengänge war nur teilweise geöffnet. Insgesamt verzeichnete der europäische Biotechnologiesektor 27 Börsengänge, verglichen mit 21 in Nordamerika. Von den sechs Börsengängen in Deutschland erfolgten fünf im General Standard oder Entry Standard. Die Mehrheit der Börsengänge in Europa zeigte eine positive Entwicklung und ebnete den Weg für weitere erfolgreiche Börsengänge im letzten Quartal. Erfolgsgeschichten in Europa schrieben unter anderem die Wilex AG in Deutschland, Santhera in der Schweiz und LifeCycle in Dänemark. In den USA entwickelten sich viele der neuen Börsenunternehmen ebenfalls positiv, und stiegen seit der Notierungsaufnahme um 42%.
Im Jahr 2006 hat die MorphoSys-Aktie den TecDAX und den NASDAQ-Biotechnologie-Index übertroffen.

DIE MORPHOSYS-AKTIE (2. Januar 2006 = 100 %)
MORPHOSYS-AKTIE ÜBERTRIFFT VERGLEICHSINDEX
Die MorphoSys-Aktie konnte ihre positive Kursentwicklung fortsetzen und beendete das Geschäftsjahr mit einem Plus von 32%, verglichen mit 8% in 2005. Damit hat die Aktie die Entwicklung des TecDAX deutlich übertroffen, der im gleichen Zeitraum um 25% zulegen konnte.
Seit September 2004 ist MorphoSys Mitglied im TecDAX, dem Auswahlindex der 30 größten Technologiewerte der Frankfurter Wertpapierbörse. Die Gesellschaft belegte zum Jahresende 2006 Rang 26 gemessen an der Marktkapitalisierung (31. Dezember 2005: Rang 26) und Rang 15 gemessen am Handelsvolumen (31. Dezember 2005: Rang 15).
026
Die Liquidität der MorphoSys-Aktie lag weiterhin auf hohem Niveau. Das durchschnittliche tägliche Handelsvolumen betrug 2,4 Millionen Euro – eine Steigerung von 70% im Vergleich zum Vorjahr. Das tägliche Handelsvolumen des TecDAX erhöhte sich im gleichen Zeitraum um 70%. Der Tagesdurchschnitt von Handelsumsatz im Verhältnis zur Marktkapitalisierung lag im Jahr 2006 über 1%. Damit gehörte die MorphoSys-Aktie zu den deutschen Biotechnologiewerten mit der höchsten Liquidität.
| Deutsche Börse, Prime Standard, Frankfurt | |
|---|---|
| Wertpapier-Kenn-Nummer | 663 200 |
| Internationale Wertpapierkennnummer | DE0006632003 |
| Börsenkürzel | MOR |
| Reuters | MORG.DE |
| Bloomberg | MOR GR |
| Indexzugehörigkeit | TecDAX und andere |
| Anzahl der ausgegebenen Aktien (31. Dezember 2006) | 6.715.322 |
| Streubesitz per 31. Dezember 2006* | 87% |
| Marktkapitalisierung per 31. Dezember 2006 | ~365 Mio. € |
- Definition Streubesitz gemäß Deutsche Börse
ANTEIL DER INSTITUTIONELLEN INVESTOREN ERHÖHT
Nach einer Ende 2006 durchgeführten externen Studie zur Ermittlung der Aktionärstruktur befanden sich ca. 40% der ausstehenden Aktien in den Händen von institutionellen Investoren, vornehmlich europäische Investmentfonds. Ende 2005 hatte dieser Wert noch bei ungefähr 20% gelegen. Ungefähr 40% befanden sich im Besitz von Privataktionären. Vorstand und Aufsichtsrat halten knapp 3% des Aktienkapitals.
Zum Jahresende 2006 wurden insgesamt 13% der Aktien von zwei Großaktionären gehalten. Der Schweizer Pharmakonzern Novartis Pharma ist mit rund 7% an MorphoSys beteiligt. Dieser Anteil war von Novartis im Zuge der strategischen Kooperation mit MorphoSys im Mai 2004 erworben worden. Ein weiterer Anteil in Höhe von circa 6% wird von AstraZeneca gehalten.
Die Schering AG mit Sitz in Berlin, die in 2005 noch ein bedeutender Investor war, hat im März 2006 die Meldeschwelle von 5% unterschritten und hält derzeit keine Aktien der MorphoSys AG mehr.
VORSTAND
UNTERNEHMEN
KONZERNLAGEBERICHT
KONZERNABSCHLUSS
027
Markt und Strategie
Magazinteil
Die MorphoSys-Aktie

AKTIONÄRSSTRUKTUR
Anzahl der institutionellen
Investoren in 2006 annähernd
verdoppelt
Festbesitz (13%)
Streubesitz (87%)
Novartis 7%
AstraZeneca 6%
Vorstand/Aufsichtsrat 3%
Institutionelle Anleger 40%
Privataktionäre und Sonstige 44%
EIGENKAPITALTRANSAKTIONEN 2006
Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2006 wurden zwei wesentliche Transaktionen* durchgeführt. Im Rahmen des Erwerbs der Serotec-Gruppe im Januar 2006 wurde ein Drittel des Kaufpreises durch eine Kapitalerhöhung gegen Sacheinlage erbracht. Die 208.560 neuen Aktien aus der Sachkapitalerhöhung (3,5% des Aktienkapitals) wurden an die früheren Inhaber der Serotec-Gruppe ausgegeben und unterliegen einer gestaffelten Sperrfrist.
EIGENKAPITALMASSNAHMEN 2006
| Ausgegebene Stammaktien (31. Dezember 2005) | 6.025.863 |
|---|---|
| Kapitalerhöhung gegen Sacheinlage im Rahmen der Akquisition der Serotec-Gruppe (12. Januar 2006) | 208.560 |
| Barkapitalerhöhung (29. März 2006) | 384.338 |
| Wandlung von Aktienoptionen und Wandelschuldverschreibungen durch Mitarbeiter | 96.561 |
| Ausgegebene Stammaktien (31. Dezember 2006) | 6.715.322 |
Im März 2006 wurden weitere 384.338 neue Aktien aus dem genehmigten Kapital bei europäischen institutionellen Investoren platziert. Der Zuteilungspreis betrug 44,50 €; durch die Barkapitalerhöhung erzielte MorphoSys einen Bruttoerlös in Höhe von 17,1 Mio. €. Der Erlös aus der Barkapitalerhöhung ist für weitere Akquisitionen im Bereich der Forschungsantikörper vorgesehen.
028
WEITERER AUSBAU DER UNTERNEHMENSKOMMUNIKATION
MorphoSys hat im Jahr 2006 die Unternehmenskommunikation weiter verbessert. Die Gesellschaft hat vor allem ihre Maßnahmen verstärkt, um Investorenkontakte in weiteren Ländern zu knüpfen. Insbesondere in den USA hat der Vorstand mit dem Ziel, neue Investoren zu gewinnen, eine Vielzahl von Einzelgesprächen geführt und an einer Reihe von IR-Konferenzen teilgenommen. Der Start eines ADR*-Level-1-Programms im Januar 2006 war eine zusätzliche Maßnahme, die US-Investoren den Erwerb von MorphoSys-Aktien in US-Dollar ermöglicht.
| ADR-LEVEL-1-PROGRAMM | |
|---|---|
| Typ | Sponsored Level I ADR Program |
| Verhältnis | 2 ADRs = 1 Stammaktie |
| US Security Code | (Cusip) 617760103 |
| Börsenkürzel | MPSYY |
| Depot-Bank | The Bank of New York |
| Lokale Depot-Bank | BHF Bank |
Im Laufe des Jahres wurden mehr als 200 Investorengespräche in zehn Ländern geführt. Weiterhin präsentierte der Vorstand das Geschäftsmodell und die Strategie von MorphoSys auf 21 internationalen Investorenkonferenzen.
Insgesamt 13 Analysten aus dem In- und Ausland beobachten das Unternehmen fortlaufend und schreiben regelmäßig Berichte über die Unternehmensentwicklung (2005: 12 Analysten). Die Mehrzahl der Analysten bewerten das Unternehmen weiterhin überwiegend positiv – neun geben eine Kaufempfehlung oder ähnliches, drei raten zum Verkauf und ein Analyst empfiehlt, die Aktien zu halten (2005: fünf „Kaufen“, zwei „Verkaufen“ und drei „Halten“).
| REGELMÄSSIGE BERICHTERSTATTUNG DURCH
FOLGENDE ANALYSTEN (IN ALPHABETISCHER REIHENFOLGE) |
| --- |
| B. Metzler seel. Sohn & Co. KGaA |
| Berenberg Bank |
| Credit Suisse First Boston |
| Deutsche Bank AG |
| Dutton Associates* |
| DZ Bank AG |
| Equinet Institutional Services AG |
| Landesbank Baden-Württemberg |
| MIDAS Research GmbH |
| SG Securities |
| VISCARDI Securities GmbH |
| Vontobel |
| WestLB AG |
- seit 2006
VORSTAND • UNTERNEHMEN KONZERNLAGEBERICHT KONZERNABSCHLUSS
Markt und Strategie
Magazinteil
Die MorphoSys-Aktie
Die MorphoSys-Aktie konnte im Jahr 2006 die bisherige positive Kursentwicklung fortsetzen.
Das Unternehmen hat seine Maßnahmen verstärkt, neue Investorenkontakte insbesondere in den USA zu knüpfen. Während des Jahres wurden mehr als 200 Investorengespräche in zehn Ländern geführt.
Die Internetpräsenz des Unternehmens als zentrale Informationsplattform wurde im Jahr 2006 komplett überarbeitet. Dabei wurden zahlreiche Verbesserungen vorgenommen. So sind nun Aufnahmen der Telefonkonferenzen zu den Quartals- und Jahresergebnissen als Podcast verfügbar und sowohl Presse- als auch Ad-hoc-Mitteilungen können über einen RSS-Service abonniert werden. Zusätzlich stellt das Unternehmen Abschriften der Telefonkonferenzen einschließlich aller Fragen und Antworten in deutscher und englischer Sprache zeitnah zur Verfügung.
Als Anerkennung für seine gute Unternehmenskommunikation wurde MorphoSys für den Geschäftsbericht 2005 mehrfach ausgezeichnet. Im Wettbewerb des Manager Magazins „Bester Geschäftsbericht 2005“ belegte MorphoSys Rang 3 im Segment TecDax. Außerdem wurde der MorphoSys-Geschäftsbericht mit dem LACP Vision Award (Platin-Medaille und erster Platz in der Kategorie „Biotechnologie“) und im Rahmen des Annual Report Competition (ARC) Award der International Academy of Arts and Sciences/MerComm, Inc. (New York, USA) in der Gesamtwertung mit der Silbermedaille ausgezeichnet.
Schließlich wurde MorphoSys im Rahmen des im Jahr 2006 erstmals verliehenen STEP Award in der Kategorie „Finanzen“ als Sieger ausgezeichnet. Beim STEP Award handelt es sich um einen Unternehmenswettbewerb zur Auszeichnung von Wachstumsunternehmen aus den Branchen Pharma, Chemie, Life Sciences, Bio- und Nanotechnologie. Initiatoren sind Infraserv Höchst und das F.A.Z.-Institut-Innovationsprojekte. Am Wettbewerb 2006 nahmen ca. 100 Unternehmen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz teil.
030

031

Tschimegma Bataa erntet IgG-Antikörper, die in Kulturen einer Säuger-Zelllinie produziert wurden.
MorphoSys nutzt diese Systeme am Standort in Martinsried, um Antikörper sowohl für die Partner-Projekte als auch für die firmeneigenen Programme herzustellen. Die Produktion von Antikörpern ist ein sehr dynamisches Forschungsfeld und MorphoSys setzt auch hier neue Maßstäbe.

032
Interview mit Paul J. Hastings
PRÄSIDENT UND VORSTANDSVORSITZENDER, ONCOMED PHARMACEUTICALS
Paul J. Hastings verfügt über mehr als 20 Jahre Erfahrung in der biotechnologischen und pharmazeutischen Industrie. Vor seiner Zeit bei OncoMed bekleidete er leitende Positionen bei zahlreichen Firmen, unter anderem bei QLT, Chiron, Genzyme und F. Hoffmann-La Roche. Darüber hinaus engagiert er sich für die Entwicklung der Biotechnologie-Industrie, aktuell in Gremien der Bay Area Biotechnology Association und der Biotechnology Industry Organization (BIO). Zuvor hielt er den Aufsichtsratsvorsitz der BC Biotech Association in Kanada. Herr Hastings erhielt den Bachelor of Science in Pharmazie der Universität von Rhode Island, USA.

VORSTAND • UNTERNEHMEN KONZERNLAGEBERICHT KONZERNABSCHLUSS
033
Markt und Strategie
Möglichkeit
Die MorphoSys-Aktie
Interview
Im Juni 2006 gab MorphoSys eine Kooperation mit dem US-amerikanischen Biotechnologieunternehmen OncoMed Pharmaceuticals bekannt. Das junge Start-up-Unternehmen verfolgt einen relativ neuen, viel versprechenden Ansatz in der Krebstherapie – die Bekämpfung einer neu entdeckten Klasse von Tumorzellen, den so genannten Krebsstammzellen. Bewahrheitet sich der Ansatz der US-Wissenschaftler, könnten Substanzen wie vollständig humane Antikörper, die diese Krebsstammzellen angreifen und abtöten, die Therapie einer Vielzahl an Krebsformen wie Brust-, Lungen- oder Darmkrebs weiter verbessern.
MORPHOSYS
Herr Hastings, was genau sind Krebsstammzellen eigentlich und welche Rolle spielen sie Ihrer Meinung nach in der Krebsentstehung?
PAUL HASTINGS
Bei Krebsstammzellen handelt es sich um eine in jüngerer Zeit identifizierte Untergruppe von Tumorzellen, die unserer Meinung nach hauptverantwortlich für Wachstum und Verbreitung des Tumors sind. Sie haben typische Stammzelleneigenschaften wie Selbstnerneuerung und Differenzierungspotenzial. Andere Krebszellen machen zwar den Großteil der Tumormasse aus, haben jedoch durch fortgeschrittene Differenzierung die Fähigkeit zur Selbstnerneuerung verloren. So bilden die Krebsstammzellen möglicherweise die Grundlage des Tumorwachstums selbst und ermöglichen es dem Tumor, sich durch Metastasenbildung im Körper auszubreiten. Krebsstammzellen sind deshalb das zentrale Element einer neuen Theorie zur Krebsentstehung.
MORPHOSYS
Wie würde das Konzept der Krebsstammzellen die heutige Herangehensweise zur Entwicklung neuer Krebstherapien verändern?
PAUL HASTINGS
Ein Tumor ist ein Haufen entarteter Zellen, die sich unaufhörlich teilen; so klang die bisherige Lehrmeinung. Der Aspekt der Krebsstammzelle könnte zu einem völlig neuen Verständnis der Tumorentstehung führen. Ein Tumor gilt dann nicht mehr als Haufen entarteter Zellen, sondern als fehlgeleitetes «Organ», das aus Krebsstammzellen und den daraus hervorgegangenen spezialisierten Tumorzellen besteht. Standardtherapien eliminieren häufig nicht alle Krebsstammzellen, die durch eine Reihe von Eigenschaften resistent gegen Bestrahlung und Chemotherapie sind. Dies macht sie so gefährlich und könnte erklären, warum nach einer Chemotherapie Tumore häufig zunächst verschwinden, oft jedoch später erneut auftreten. Ein Therapieansatz, der speziell auf die Krebsstammzelle zielt, könnte demnach bessere Heilungschancen bringen.
034
MORPHOSYS
Wer hat die Grundlagen für diesen Ansatz gelegt und wer leitet die Forschung bei OncoMed?
PAUL HASTINGS
OncoMed-Gründer Michael Clarke und sein Team von der Universität von Michigan konnten als Erste die Existenz von Krebsstammzellen in einem soliden Tumor wie einem Brustkrebs zeigen. Diese Entdeckung und zuvor von der Universität von Toronto gewonnene Erkenntnisse, die eine fundamentale Rolle von Krebsstammzellen bei der Entstehung einer Leukämie nachwiesen, legten den Grundstein für das Forschungsfeld der Krebsstammzellen. OncoMed wurde gegründet, um diese wissenschaftlichen Entdeckungen zu einer medizinischen Anwendung zu bringen und wirtschaftlich zu nutzen.
Bei OncoMed leitet Dr. John Lewicki unser Forscherteam. John kam von dem Biotechnologie-Unternehmen Scios Inc. zu uns, deren Forschungsabteilung er zuletzt mehrere Jahre geleitet hatte. Er war hier maßgeblich an der Entdeckung des Herz-Kreislauf-Medikaments Natrecor™ beteiligt. Ihm zur Seite stehen Dr. Austin Gurney und Dr. Tim Hoey. Tim hat als Direktor der Abteilung Tumorbiologie bei Tularik/Amgen Krebs-Gene identifiziert und Medikamente erforscht, die an diesen ansetzen. Austin sammelte vor seiner Zeit bei OncoMed 12 Jahre Erfahrung bei Genentech. Er und sein Team identifizierten und patentierten zahlreiche Wachstumsfaktoren und Zytokine, die bei der Kontrolle des Zellwachstums und Verhaltens eine Rolle spielen. Zahlreiche dieser Substanzen befinden sich heute als Medikamentenkandidaten in der klinischen Entwicklung. Alles in allem haben wir also ein sehr erfahrenes Team.
MORPHOSYS
Wie sieht OncoMed's Strategie aus, diese Krebsstammzellen anzugreifen, und welche Rolle spielen Antikörper dabei?
PAUL HASTINGS
Wir konzentrieren uns auf die Entwicklung von Antikörpern, die Krebsstammzellen gezielt angreifen sollen. Unter den erfolgreichsten, innovativen Krebsmedikamenten der letzten Jahre nehmen Antikörper einen wichtigen Platz ein. Präparate wie Avastin®, Herceptin® und Rituxan® haben die Behandlung einiger Krebsformen enorm verbessert und generieren zusammen einen Jahresumsatz jenseits der 5 Milliarden US $.
VORSTAND • UNTERNEHMEN KONZERNLAGEBERICHT KONZERNABSCHLUSS
035
Markt und Strategie
Möglichkeit
Die MorphoSys-Aktie
Interview
MORPHOSYS Warum haben Sie sich für MorphoSys' HuCAL-Technologie als Quelle für Ihre Antikörper entschieden?
PAUL HASTINGS Wir hatten mit der traditionellen Maus-Hybridoma-Technologie bereits eine umfangreiche Sammlung an Antikörpern entwickelt. Als Unternehmen, das auf die Entwicklung therapeutischer Antikörper spezialisiert ist, waren wir allerdings der Meinung, dass es sehr wichtig ist, die fortschrittlichste Technologie zu nutzen. Insbesondere der Zugang zu humanisierten oder im Idealfall vollständig menschlichen Antikörpern war für uns von großer Bedeutung. Wir haben uns alle am Markt erhältlichen Systeme angeschaut und uns dann für die HuCAL-Technologie entschieden, weil deren zielgerichteter, optimierter Ansatz unseren Ansprüchen am besten gerecht wird.
MORPHOSYS Das Thema „Stammzellen“ entfachte in den letzten Jahren eine rege ethische Debatte. Wie ist die Verbindung Ihres Ansatzes zu diesem Thema?
PAUL HASTINGS Krebsstammzellen sollten keinesfalls mit embryonalen Stammzellen verwechselt werden. Embryonale Stammzellen sind gesunde, normale Stammzellen, aus denen eine Vielzahl an Geweben und Organen entstehen können. Ihre Gewinnung und wissenschaftliche Nutzung stehen bei der Stammzellen-Diskussion im Mittelpunkt. Krebsstammzellen auf der anderen Seite bilden eine kleine Fraktion an Tumorzellen mit der Fähigkeit zur Selbstnerneuerung, aber aus ihnen gehen nur weitere Tumorzellen hervor. Überspitzt gesagt, es sind „böse“ Stammzellen, gegen deren Bekämpfung ethisch nichts einzuwenden ist.
MORPHOSYS Noch musste sich der Ansatz nicht in der Klinik bewähren. Was macht Sie so sicher, dass Ihr Vorgehen letztlich auch zu neuen Krebstherapien führen wird?
PAUL HASTINGS Wie bei allen Vorstößen in wissenschaftliches Neuland gibt es selbstverständlich keine Erfolgs-garantie. Allerdings steigt, auch angesichts der immensen Menge an Publikationen zu diesem Thema in führenden Wissenschaftsmagazinen die Gewissheit, dass Krebsstammzellen bei vielen, wenn nicht bei allen Krebsformen eine Rolle spielt. Für Brustkrebs, Darm- und Gehirntumore ebenso wie bei Blutkrebs gibt es eine zunehmend starke wissenschaftliche Basis für das Phänomen der Krebsstammzellen. Unsere klare Absicht ist es, den Wert dieses Ansatzes darzustellen, denn er wird unserer Meinung nach einen klaren Vorteil für Patienten liefern.
MORPHOSYS Vielen Dank für das interessante Gespräch, Herr Hastings.
036

037

Daniel Blyth beschäftigt die Frage, welche Antikörper Wissenschaftler in Zukunft für ihre Forschung brauchen werden.
Am MorphoSys-Standort in Oxford suchen Forscher von AbD Serotec nach neuen Antikörpern und charakterisieren sie in verschiedenen Testsystemen. Für die Kunden von AbD entstehen so neue Produkte, die auf ihre Forschungsbedürfnisse zugeschnitten sind.

038
Corporate-Governance-Bericht
Der Begriff Corporate Governance umschreibt in der Regel den internen strukturellen Aufbau und das Zusammenwirken von Vorstand und Aufsichtsrat. Beide Faktoren sind maßgebend für die Ausrichtung und den Erfolg eines Unternehmens. Eine verantwortungsbewusste Unternehmensführung unterstützt die nachhaltige Wertschöpfung und stärkt dadurch das Vertrauen der Aktionäre, Kunden, Geschäftspartner und Mitarbeiter sowie der Politik und der Öffentlichkeit in das Unternehmen.
DEUTSCHER CORPORATE GOVERNANCE KODEX
Mit Hilfe des Deutschen Corporate Governance Kodex sollen die Regeln der Corporate Governance* in Deutschland sowohl für inländische als auch für internationale Investoren transparent dargestellt und so das Vertrauen in die Führung deutscher Unternehmen gestärkt werden. Im Jahr 2006 wurde der Deutsche Corporate Governance Kodex durch Beschluss der zuständigen Regierungskommission geändert. Die Neufassung berücksichtigt die maßgeblichen Bestimmungen des Vorstandsvergütungs-Offenlegungsgesetzes (VorstOG) sowie die Auswirkungen des Gesetzes zur Unternehmensintegrität und Modernisierung des Anfechtungsrechts (UMAG). Diese Änderungen fordern im Wesentlichen eine detailiertere Offenlegung der individuellen Vergütung der einzelnen Vorstandsmitglieder und stärken die Befugnisse des Versammlungsleiters der Hauptversammlung.
CORPORATE GOVERNANCE AUF DER INTERNETSEITE VON MORPHOSYS
Alle wichtigen Informationen zu Corporate Governance sind auch auf der MorphoSys-Internetseite unter http://www.morphosys.de zu finden.
Entsprechenserklärung (einschließlich Vorjahre)
http://www.morphosys.com/de/presse_investoren/entsprechenserklärung-230.html
Ethikkodex
http://www.morphosys.com/de/presse_investoren/corporate_governance-222.html
Anteilsbesitz und Insider-Transaktionen des Vorstands und des Aufsichtsrats
http://www.morphosys.com/de/presse_investoren/meldepflichtige_wertpapiergeschaefte-227.html
VORSTAND • UNTERNEHMEN KONZERNLAGEBERICHT KONZERNABSCHLUSS
039
Markt und Strategie
Magazinteil
Die MorphoSys-Aktie
Interview
Corporate-Governance-Bericht
ÜBEREINSTIMMUNG MIT DEM DEUTSCHEN CORPORATE GOVERNANCE KODEX
In jedem Jahr geben der Vorstand und der Aufsichtsrat der MorphoSys AG eine Entsprechenserklärung gemäß § 161 Aktiengesetz zu den Empfehlungen der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex ab. MorphoSys hat seine internen Standards und Richtlinien im erforderlichen Maß an den geänderten Kodex angepasst. Seit dem Jahr 2003 veröffentlicht MorphoSys jährlich einen ausführlichen Corporate-Governance-Bericht und legt in einem Vergütungsbericht die Vorstands- und Aufsichtsratsvergütungen offen.
MorphoSys erfüllt und wird in Zukunft die Empfehlungen des am 12. Juni 2006 geänderten Deutschen Corporate Governance Kodex mit den nachfolgend aufgeführten lediglich zwei Ausnahmen erfüllen. Darüber hinaus kommt MorphoSys allen Anregungen (Ermessensentscheidungen) des Deutschen Corporate Governance Kodex auf freiwilliger Basis nach.
ENTSPRECHENSERKLÄRUNG
Die folgende Entsprechenserklärung wurde, zusammen mit den Entsprechenserklärungen der letzten Jahre, auf der Internetseite des Unternehmens dauerhaft zugänglich gemacht:
In der jeweiligen Sitzung am 12. Dezember 2006 haben Vorstand und Aufsichtsrat die folgende Entsprechenserklärung gem. § 161 AktG beschlossen:
Mit folgenden Ausnahmen erfüllt und wird die MorphoSys AG alle Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex in seiner Fassung vom 12. Juni 2006 erfüllen:
- Das Optionsprogramm für die Vorstandsmitglieder sieht keine Begrenzungsmöglichkeit für außerordentliche, nicht vorhergesehene Entwicklungen im Sinn der Kodex Ziff. 4.2.3 vor, da die Angemessenheit dieses Vergütungsbestandteils bereits bei Zuteilung der Optionsrechte berücksichtigt wurde.
- Obwohl es international nicht üblich ist, einen Selbstbehalt im Sinn der Kodex Ziff. 3.8 Abs. 2 zu vereinbaren, sieht die gegenwärtige D&O-Versicherung solch einen Selbstbehalt der Organmitglieder vor, dessen Höhe jedoch möglicherweise nicht den Anforderungen des Deutschen Corporate Governance Kodex entspricht.
Mit diesen beiden Ausnahmen entsprach die MorphoSys AG ebenfalls den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex für den Zeitraum seit ihrer Entsprechenserklärung vom Dezember 2005.
Martinsried/Planegg, den 12. Dezember 2006
MorphoSys AG
Der Vorstand
Der Aufsichtsrat
040
ETHIKKODEX
Bereits im Jahr 2003 hat MorphoSys einen Ethikkodex für den Vorstand und die für Finanzen, Controlling und Rechnungswesen verantwortlichen Mitarbeiter der Gesellschaft eingeführt. Die Unternehmensleitung sowie die für die Rechnungslegung verantwortlichen Mitarbeiter spielen im Rahmen der Corporate Governance eine besondere Rolle, da ihnen die Verantwortung obliegt, sicherzustellen, dass Investoren zutreffende Finanzinformationen zeitnah zur Verfügung gestellt werden.
DUALES FÜHRUNGS- UND KONTROLLSYSTEM
Als deutsche Aktiengesellschaft verfügt MorphoSys über ein duales Führungs- und Kontrollsystem. Die Mitglieder des Vorstands werden vom Aufsichtsrat bestellt und leiten gemeinsam die Gesellschaft in eigener Verantwortung. Vorstand und Aufsichtsrat arbeiten zum Wohle der Gesellschaft eng zusammen.
Der Vorstand* der MorphoSys AG besteht aus drei Mitgliedern und hat einen Vorsitzenden. Eine Geschäftsordnung regelt die Zuständigkeiten und die Zusammenarbeit innerhalb des Vorstands:
- Dr. Simon E. Moroney, Vorsitzender des Vorstands, ist verantwortlich für das Geschäftsssegment AbD - Antibodies Direct, Geschäftsentwicklung, Patentwesen und Lizenzierung sowie Personalwesen.
- Dave Lemus, Finanzvorstand, ist verantwortlich für das Controlling und Rechnungswesen, Unternehmensentwicklung, Recht, Unternehmenskommunikation und Investor Relations sowie Technik einschließlich IT.
- Dr. Marlies Sproll, Vorstand für Forschung und Entwicklung, ist verantwortlich für Forschung und Entwicklung und das Partner-Management.
Die Mitglieder des Vorstands nehmen keine zusätzlichen Mandate in Aufsichtsräten anderer börsennotierter Unternehmen wahr. Herr Dr. Moroney ist als Berater für die Complex Biosystems GmbH, Heidelberg, tätig. Herr Lemus wurde in den Vorstand der Munich International School gewählt und fungiert dort als Schatzmeister. Beide Tätigkeiten wurden vom Aufsichtsrat genehmigt.
Der Aufsichtsrat* berät den Vorstand und überwacht seine Geschäftsführung. Derzeit gehören dem Aufsichtsrat als Vertreter der Kapitaleigner der Gesellschaft sechs fachlich qualifizierte Mitglieder an.
Der Aufsichtsrat hat eine umfassende Überwachungsfunktion. Um dieser Verantwortung gerecht zu werden, hat er drei Ausschüsse gebildet, deren Aufgabe die Vorbereitung der Beschlussfassungen des Aufsichtsrats ist. Die Empfehlungen der Ausschüsse werden dem Plenum des Aufsichtsrats unterbreitet, der Entscheidungen grundsätzlich in gemeinsamer Verantwortung fällt.
VORSTAND
UNTERNEHMEN
KONZERNLAGEBERICHT
KONZERNABSCHLUSS
041
Markt und Strategie
Magazinteil
Die MorphoSys-Aktie
Interview
Corporate-Governance-Bericht
ZUSAMMENSETZUNG DER AUSSCHÜSSE DES AUFSICHTSRATS
| MITGLIEDSCHAFT IN FOLGENDEN AUSSCHÜSSEN | ||||
|---|---|---|---|---|
| ENDE DER AMTSZEIT | PRÜFUNGS-AUSSCHUSS | VERGÜTUNGS- UND ERNENNUNGSAUSSCHUSS | AUSSCHUSS FÜR WISSENSCHAFT UND TECHNOLOGIE | |
| Dr. Gerald Möller, Vorsitzender | 2008 | X (Vorsitz) | ||
| Prof. Dr. Jürgen Drews, stellvertretender Vorsitzender | 2011 | X | X | |
| Dr. Daniel Camus | 2008 | X | ||
| Dr. Metin Colpan | 2008 | X | X | |
| Prof. Dr. Andreas Plückthun | 2011 | X (Vorsitz) | ||
| Dr. Geoffrey N. Vernon | 2008 | X (Vorsitz) |
Der Aufsichtsrat hat eine Geschäftsordnung beschlossen.
3.14d
3.14d
Angaben über zusätzliche Mandate von Mitgliedern des Aufsichtsrats in Kontrollgremien anderer Unternehmen finden sich auf den Seiten 146-147. Einzelheiten über die Arbeit des Aufsichtsrats können dem „Bericht des Aufsichtsrats“ auf den Seiten 142-145 entnommen werden.
Im Verlauf des Geschäftsjahres 2006 wurden weder von einem Mitglied des Vorstands noch von einem Mitglied des Aufsichtsrats Interessenkonflikte zur Kenntnis gebracht.
3.12f
ANTEILSBESITZ VON VORSTAND UND AUFSICHTSRAT
Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats halten derzeit mehr als 1 % aller Aktien* der MorphoSys AG oder verwandten Finanzinstrumente der ausgegebenen Aktien der Gesellschaft. Bezüglich der Veröffentlichung des Besitzes von Aktien der Gesellschaft oder damit im Zusammenhang stehenden Finanzinstrumenten verweisen wir auf die Anhangsziffer 23 des Konzernabschlusses. In dieser Übersicht werden alle von den Mitgliedern des Vorstands und des Aufsichtsrats gehaltenen Aktien, Aktienoptionen und Wandelschuldverschreibungen einzeln aufgelistet.
042
MELDEPFLICHTIGE WERTPAPIERGESCHÄFTE („DIRECTORS' DEALINGS")
Im Jahr 2006 hat die Gesellschaft gemäß § 15a Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) die nachfolgend aufgeführten Verkäufe von MorphoSys-Aktien mitgeteilt. Jedem in der Liste aufgeführten Aktienverkauf ging die Ausübung von Aktienoptionen/Wandelschuldverschreibungen zum Erwerb einer gleichlautenden Anzahl von Aktien unmittelbar voraus.
| VORSTANDSMITGLIED | FUNKTION | DATUM DER TRANSAKTION IN 2006 | ART DER TRANSAKTION | KURS in € | ANZAHL DER AKTIEN/DERIVATE |
|---|---|---|---|---|---|
| Dr. Simon E. Moroney | Vorstands-vorsitzender | 25. Sept. 2006 | Verkauf | 46,18 | 7.474 |
| Dave Lemus | Finanzvorstand | 12. Okt. 2006 | Verkauf | 49,26 | 6.228 |
| Dr. Marlies Sproll | Vorstand Forschung und Entwicklung | 17. Aug. 2006 | Verkauf | 43,46 | 3.741 |
Die Verkäufe der oben genannten Wandelschuldverschreibungen standen im Zusammenhang mit dem Auslaufen dieser Schuldverschreibungen zum Jahresende 2006.
HAUPTVERSAMMLUNG
Die Hauptversammlung fand am 17. Mai 2006 in München statt. Rund 30 % des stimmberechtigten Grundkapitals der Gesellschaft und damit ebenso viel wie in 2005 waren auf der Hauptversammlung vertreten. MorphoSys war seinen Aktionären bei der Handhabung von Vollmachten behilflich und unterstützte sie mit der Benennung eines Vertreters, der Aktionärsstimmrechte nach Anweisung ausübte. Dieser Vertreter stand auch während der Gesamtdauer der Hauptversammlung zur Verfügung. Erstmals wurde die Rede des Vorstands im Internet übertragen.
TRANSPARENZ, RECHNUNGSLEGUNG UND ABSCHLUSSPRÜFUNG
Transparenz und zeitnahe Information der Aktionäre sind für Vorstand und Aufsichtsrat von hoher Priorität. In diesem Zusammenhang hat sich MorphoSys zum Ziel gesetzt, die Bestimmungen des Deutschen Corporate Governance Kodex zu übertreffen und veröffentlicht sein Jahresergebnis innerhalb von 60 Tagen und seine Quartalsergebnisse innerhalb von 30 Tagen nach dem jeweiligen Ende der Berichtsperiode.
MorphoSys stellt sicher, dass kein einzelner Aktionär bevorzugte Informationen erhält. Alle Gespräche, auch solche in Einzelgesprächen oder auf Roadshows, vermitteln den gleichen Informationsstand.
VORSTAND • UNTERNEHMEN KONZERNLAGEBERICHT KONZERNABSCHLUSS 043
Markt und Strategie
Magazinteil
Die MorphoSys-Aktie
Interview
Corporate-Governance-Bericht
Transparenz und zeitnahe Information der Aktionäre sind für Vorstand und Aufsichtsrat von hoher Priorität.
MorphoSys stellt allen Marktteilnehmern Informationen gleichberechtigt und zur gleichen Zeit zur Verfügung. Weder in Einzelgesprächen noch auf Roadshows erhalten einzelne Aktionäre oder Investoren bevorzugte Informationen.

Der Internetseite des Unternehmens kommt als umfassende Informationsplattform zentrale Bedeutung zu. MorphoSys stellt dort kurz nach Beendigung der Telefonkonferenzen die Redetexte in deutscher und englischer Sprache zur Verfügung. Darüber hinaus unterrichtet MorphoSys seine Interessensgruppen mit folgenden Maßnahmen (in Deutsch und in Englisch) über die gegenwärtige Lage der Gesellschaft und deren Ergebnisentwicklung:
- Pressemitteilungen
- Quartalsberichte
- Telefonkonferenzen im Anschluss an die Bekanntgabe wichtiger Neuigkeiten und nach der Veröffentlichung der Quartalsergebnisse
- Jahrespressekonferenz
- Investor-Relations-Konferenzen in Deutschland und im Ausland
- Aktionärsbrief
Die Hauptversammlung hat die KPMG Deutsche Treuhand-Gesellschaft Aktiengesellschaft Wirtschaftsprüfungsgesellschaft zum Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2006 bestellt. Die KPMG hat eine Unabhängigkeitserklärung abgegeben.
044

045
Carol Zehetmeier bestimmt mit Hilfe von Antikörpern die Position einzelner Proteine in menschlichen Zellen.
MorphoSys charakterisiert die Funktionsweise von Antikörpern aus der HuCAL GOLD-Bibliothek mit verschiedenen Methoden, wie der konfokalen Mikroskopie, um seinen Kunden therapeutische Kandidaten gemäß ihren Spezifikationen bereitzustellen.

046
Konzernlagebericht
KONZERNE NTWICKLUNG 2006
Als weltweit operierendes und forschungsorientiertes Unternehmen betätigt sich MorphoSys in einem sich ständig wandelnden Umfeld mit all seinen Chancen und Risiken. Die fundamental starke Nachfrage nach neuen Medikamenten und Forschungsinstrumenten unterstreicht die Wachstumsperspektiven der Gesellschaft. Mit Umsatzerlösen in Höhe von 53,0 Mio. € und einem Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit von 6,2 Mio. € hat MorphoSys seine zum Jahresbeginn 2006 gesetzten Finanzziele übertroffen. Diese positive Entwicklung ist vor allem auf die starke Nachfrage nach der firmeneigenen Antikörpertechnologie HuCAL und auf den branchenweiten Bedarf an therapeutischen Antikörpern und Forschungsinstrumenten zurückzuführen.
Der MorphoSys-Konzern ist in zwei Geschäftssegmenten tätig und hat seine Konzernzentrale in Martinsried bei München. Die beiden Geschäftssegmente führen ihre jeweiligen Geschäfte eigenverantwortlich und bilden die für die International Financial Reporting Standards (IFRS) erforderlichen Berichtssegmente.
SEGMENT THERAPEUTISCHE ANTIKÖRPER
Das Segment Therapeutische Antikörper umfasst alle Aktivitäten von MorphoSys im Bereich der therapeutischen Antikörper, insbesondere seine Partnerschaften mit Pharma- und Biotechnologieunternehmen, sowie seine firmeneigenen Antikörperentwicklungsprogramme. Im Jahr 2006 konnte MorphoSys neue Partnerschaften mit Daiichi Sankyo, OncoMed und Schering-Plough schließen und die bestehenden Partnerschaften mit Novartis, Pfizer und Roche ausweiten. Nach dem Erwerb der Schering AG durch die Bayer AG wurde die Zusammenarbeit mit diesen beiden Unternehmen unter dem mit der Schering AG geschlossenen Vertrag zusammengefasst. Zum Jahresbeginn 2006 begann für den zweiten HuCAL-Antikörper die klinische Erprobung der Phase 1. Ende 2006 zählte das Unternehmen 43 aktive Partnerprogramme im Bereich therapeutische Antikörper. Die firmeneigenen Antikörperprogramme MOR103 und MOR202 entwickeln sich wie erwartet. Für MOR202 wurde gegen Jahresende 2006 ein formaler präklinischer Entwicklungskandidat ausgewählt; bei MOR103 geht MorphoSys davon aus, in der zweiten Jahreshälfte 2007 den Start der klinischen Erprobung beantragen zu können. Die Umsatzerlöse des Segments Therapeutische Antikörper stiegen um 19 % auf 34,7 Mio. € und repräsentieren damit 65 % des Konzernumsatzes.
VORSTAND UNTERNEHMEN KONZERNLAGEBERICHT KONZERNABSCHLUSS
047
SEGMENT FORSCHUNGSANTIKÖRPER (ABD)
Im Verlauf des Jahres 2006 hat MorphoSys sein Segment Forschungsantikörper bzw. AbD durch den Erwerb der Serotec-Gruppe mit Hauptstandorten in Großbritannien und den USA weiter ausgebaut. Das Segment umfasst heute die ehemaligen Marken „Antibodies by Design“, „Biogenesis“ und „Serotec“. Im Verlauf des Jahres 2006 wurden diese Marken umbenannt, wodurch nun alle Produkte des Segments unter dem gemeinsamen Namen „AbD – Antibodies Direct“ vermarktet werden. AbD betätigt sich im Bereich der Forschungsantikörper und vertreibt sie über einen umfangreichen Verkaufskatalog. Darüber hinaus bietet AbD maßgeschneiderte monoklonale Antikörper und erbringt Leistungen in Lohnfertigung. Das Segment Forschungsantikörper (AbD) steuerte 18,3 Mio. € und damit 35% zum Konzernumsatz bei.
KONZERNFÜHRUNG
MorphoSys stellt seinen Kunden im In- und Ausland die firmeneigene Antikörpertechnologie HuCAL für therapeutische Anwendungen, Forschung und Diagnostik zur Verfügung. Das Segment Therapeutische Antikörper agiert unter dem Firmennamen MorphoSys, das Segment Forschungsantikörper unter dem Markennamen AbD – Antibodies Direct. Das Unternehmen ist weltweit präsent und verfügt über Standorte in Deutschland, Großbritannien, den USA sowie in Norwegen und in Frankreich. Darüber hinaus hat MorphoSys zur Belieferung seiner Kunden in mehr als 70 Ländern – darunter alle wichtigen Wirtschaftsregionen – ein Distributionsnetz mit mehr als 100 Vertriebspartnern aufgebaut.
MorphoSys verfügt über ein duales Leitungs- und Überwachungssystem. Die Unternehmensgruppe wird vom Vorstand geleitet. Der Aufsichtsrat berät den Vorstand und überwacht dessen Geschäftsführung. Für alle operativen Geschäftsaktivitäten der beiden Segmente der Gesellschaft ist der Vorstand verantwortlich. Die Tochtergesellschaften werden von Geschäftsführern geführt, die dem Vorstand der MorphoSys AG direkt unterstehen.
GESAMTWIRTSCHAFTLICHE ENTWICKLUNG
WIRTSCHAFTLICHE ENTWICKLUNG IN 2006
Die Weltwirtschaft setzte auch im Verlauf des Jahres 2006 ihren Wachstumskurs fort. Das weltweite Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg um rund 5% nach annähernd 4% in 2005. Im Jahr 2006 konzentrierte sich das Wirtschaftswachstum auf die sich zügig entwickelnden Länder in Asien, Lateinamerika sowie in Mittel- und Osteuropa. In den Industrienationen herrschten weiterhin positive wirtschaftliche Bedingungen. Der Wechselkurs zwischen Euro und US-Dollar blieb weitgehend stabil, wobei der Euro gegen Ende des Jahres einen Aufwärtstrend zeigte. Im Gegensatz dazu zogen die Energie- und Rohstoffpreise nochmals deutlich an.
048
In den USA schwächten sich die Wachstumsraten im Jahresverlauf leicht ab; im dritten Quartal 2006 zeigte das Wirtschaftswachstum die niedrigste Zunahme seit 2003. In den Vereinigten Staaten konnte der anhaltend starke private Konsum die Anzeichen von Inflationsdruck und Spannungen am Arbeitsmarkt sowie höhere Zinsen, steigende Benzinpreise und eine Abschwächung im Immobiliensektor ausgleichen.
Die Wirtschaft in der Eurozone verzeichnet gegenwärtig ihren stärksten Anstieg seit dem Jahr 2000. Im Jahr 2006 lag hier das Wirtschaftswachstum mit 2,5 % über seinem langjährigen Durchschnitt. Das deutsche Bruttoinlandsprodukt für 2006 zeigte ein Wachstum von rund 2,5 % und damit die stärkste Zunahme in fünf Jahren. Als Folge des wirtschaftlichen Aufschwungs sank die Arbeitslosenquote in Deutschland erstmals seit einigen Jahren wieder unter die Marke von 10 %.
Der asiatische Wirtschaftsraum zeigte im Verlauf des Jahres 2006 erneut ein nachhaltiges Wachstum. Die chinesische Wirtschaft wuchs dank hoher Exporte und einer starken Investitionstätigkeit um rund 11 %. In Japan hat sich der moderate Aufwärtstrend aufgrund der gestiegenen Inlandsnachfrage fortgesetzt.
ENTWICKLUNG DER PHARMA- UND BIOTECHNOLOGIEBRANCHE
Die Wachstumsrate der Pharmabranche hat sich weltweit im Verlauf der letzten Jahre deutlich verlangsamt. Allerdings geht das Marktforschungsinstitut IMS Health davon aus, dass sich die Zuwächse bis zum Jahr 2010 zwischen 5 % und 8 % einpendeln werden. Im Jahr 2006 sahen Pharmaunternehmen ihre Branche einer Reihe von Herausforderungen ausgesetzt, darunter Pipeline- und Preisdruck, zusätzliche behördliche Verordnungen, das Auslaufen des Patentschutzes von umsatzstarken Arzneimitteln mit Blockbuster-Status wie dem Cholesterin-senkenden Zocor® (Merck & Co.) und Zofran® (GlaxoSmithKline), einem Mittel gegen Übelkeit und Erbrechen, und das allmähliche Aufkommen von Biogenerika. Außerdem behielt die US-Bundesbehörde zur Überwachung von Nahrungs- und Arzneimitteln FDA (Food and Drug Administration) ihre vorsichtige Haltung bei, gab Risikowarnungen und erteilte nur eine geringe Anzahl von Genehmigungen. Es gab jedoch auch positive Entwicklungen: Die europäischen Arzneimittelbehörden haben die Genehmigungsverfahren beschleunigt, und mit der zum Jahresende 2006 erfolgten Ernennung eines neuen Leiters der FDA verknüpfen sich allgemein Hoffnungen auf kürzere Genehmigungszeiten und eine geringere Risikoaversion. Daneben wirkten sich mehrere Produktzulassungen und Erweiterungen der Anwendung erfolgreicher Arzneimittel wie beispielsweise Avastin® und Herceptin® in zusätzlichen Indikationen für die Branche positiv aus.
Zur Aufrechterhaltung ihrer Wachstumsraten sehen sich Pharmaunternehmen gezwungen, innovative Produkte und Technologien zu erwerben, was zu einer Zunahme der M&A-Aktivitäten zwischen Pharma- und Biotechnologieunternehmen führt. Ein Beispiel für diesen Trend ist der Erwerb von Kos Pharmaceuticals durch Abbott Laboratories für rund 3,7 Mrd. US $. Abbott erwarb Kos Pharmaceuticals in erster Linie, um Zugang zum Markt für Cholesterin-senkende Arzneimittel zu erhalten. Weitere Beispiele im Verlauf des Jahres 2006 waren die Übernahme von PowderMed durch Pfizer, um sich einen besseren Zutritt zum Impfstoff-Markt zu verschaffen, und der Erwerb von Sirna Therapeutics durch Merck & Co., um Zugang zur RNAi-Technologie für die Regulierung der Genaktivität zu erhalten. Die M&A-Aktivitäten in der Biopharmaziebranche
VORSTAND UNTERNEHMEN KONZERNLAGEBERICHT KONZERNABSCHLUSS
049
verlaufen oftmals in Wellen, ausgelöst durch die sich verändernden strategischen Bedürfnisse der Pharmaindustrie und die Entwicklung der Kapitalmärkte für Biotechnologieunternehmen. Im Gegensatz zur jüngeren Vergangenheit, als Pharmaunternehmen überwiegend an Lizenzabkommen und Partnerschaften interessiert waren, scheinen heute Übernahmen eine größere strategische Bedeutung zu haben.
Insbesondere antikörper- und proteinbasierte Technologien und Unternehmen standen im Fokus dieses Trends. Im Jahr 2006 kam es dadurch zu einer weiteren Abschwächung des Wettbewerbs im Antikörpersektor. Dies hatte seine ganz überwiegende Ursache in der Übernahme von zwei Hauptwettbewerbern der MorphoSys AG, dem Erwerb von Abgenix durch Amgen Ende 2005 und der Übernahme von Cambridge Antibody Technology (CAT) durch AstraZeneca im Mai 2006. Darüber hinaus kündigte Merck & Co. den Erwerb von zwei Anbietern von Antikörpertechnologien – Abmaxis und GlycoFi – an, und Novartis erwarb das Biotechnologieunternehmen NeuTec Pharma, das Antikörpermedikamente gegen ansteckende Krankheiten entwickelt. Schließlich erwarb Amgen im September 2006 das im Privatbesitz befindliche Biopharmaunternehmen Avidia, das eine neue Klasse von humanen Therapeutika – bekannt als Avimer™ – entdeckt und entwickelt.
Am Jahresende 2006 waren 20 therapeutische Antikörper zugelassen. Im Juni 2006 wurde das von Biogen Idec und Elan vertriebene Präparat Tysabri® für die monotherapeutische Behandlung von Fällen schubförmiger Multipler Sklerose (MS) erneut zur Vermarktung zugelassen. Tysabri® war 2005 nach dem Auftreten seltener, aber tödlicher Fälle von neurologischen Erkrankungen im Zusammenhang mit der Verabreichung des Medikaments vom Markt genommen worden. Im Juni 2006 erhielt Lucentis® (Genentech) die Zulassung für die Behandlung von neovaskulärer (feuchter) altersbedingter Makuladegeneration (AMD). Schließlich erteilte die FDA im September 2006 dem durch Abgenix für die Behandlung von metastatischem Darmkrebs entwickelten und von Amgen vertriebenen Präparat Vectibix™ die Zulassung. Vectibix™ wurde damit das zwanzigste Antikörpermedikament auf dem Markt.
FINANZANALYSE
UMSATZERLÖSE
Im Geschäftsjahr 2006 haben sich die Umsatzerlöse um 58 % auf 53,0 Mio. € erhöht (2005: 33,5 Mio. €). Dieser Anstieg hatte seine Gründe in Umsatzerlösen aus erweiterten Kooperationen, in erfolgsabhängigen Zahlungen im Rahmen bestehender Partnerschaften und der Einbeziehung der Serotec-Gruppe, die 23 % zum Konzernumsatz beitrug. Die Umsatzerlöse des Segments Therapeutische Antikörper steuerten 34,7 Mio. € und damit 65 % zum Konzernumsatz bei, das Segment AbD 18,3 Mio. € bzw. 35 %. Das organische Wachstum des Konzerns belief sich auf 22 %. Rund 42 % des Konzernumsatzes stammten aus den drei größten Kooperationen von MorphoSys mit Novartis, Centocor und Roche (2005: 64 % mit Novartis, Centocor und Schering). Geographisch gesehen erzielte MorphoSys 62 % seiner kommerziellen Umsätze mit Biotechnologie- und Pharmaunternehmen mit Sitz in Europa und Asien und 38 % mit Kunden in Nordamerika (siehe auch Ziffer 2 des Anhangs zum Konzernabschluss). Im Jahr 2005 hatten diese Anteile 56 % bzw. 42 % betragen.
050

AUFGLIEDERUNG DER UMSATZERLÖSE (in %)
SEGMENT THERAPEUTISCHE ANTIKÖRPER
Das Segment Therapeutische Antikörper umfasst alle Kooperationen, bei denen therapeutische Anwendungen und Lizenzen im Vordergrund stehen. Im Geschäftsjahr 2006 erwirtschaftete dieses Segment seine Umsatzerlöse im Rahmen von Kooperationen mit Bayer, Boehringer Ingelheim, Bristol-Myers Squibb, Centocor (Johnson & Johnson), Daiichi Sankyo, Eli Lilly, F. Hoffmann-La Roche, ImmunoGen, Merck & Co., Novartis, Novoplant, OncoMed, Pfizer, Schering, Schering-Plough und Shionogi. Zum Segment Therapeutische Antikörper zählen auch alle Aktivitäten im Bereich der firmeneigenen Produktentwicklung. Der Segmentumsatz enthielt 27,2 Mio. € an finanzierten Forschungsleistungen und Lizenzzahlungen sowie 7,5 Mio. € an erfolgsabhängigen Zahlungen (einschließlich klinischen Meilensteinzahlungen).
SEGMENT ANTIBODIES DIRECT - ABD
Das Segment AbD umfasst die Serotec-Gruppe, die Geschäftseinheit Antibodies by Design von MorphoSys sowie die Biogenesis-Gruppe und trug 35% (18,3 Mio. €) zum Konzernumsatz bei. Auf die im Januar 2006 neu erworbene Serotec-Gruppe entfielen 12,3 Mio. € oder 67% des Segmentumsatzes. Der Konzern erzielte im Berichtsjahr auch Umsatz in Form von gewährten Fördermitteln in Höhe von 0,2 Mio. € (2005: 0,4 Mio. €).
Zum 31. Dezember 2006 verfügte AbD über einen Auftragsbestand in Höhe von 2,5 Mio. €.

BETRIEBLICHE AUFWENDUNGEN (in Mio. €)
VORSTAND UNTERNEHMEN KONZERNLAGEBERICHT KONZERNABSCHLUSS
051
BETRIEBLICHE AUFWENDUNGEN
Im Geschäftsjahr 2006 stiegen die betrieblichen Aufwendungen um 72% auf 46,9 Mio. € (2005: 27,3 Mio. €), und das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit war nahezu unverändert bei 6,2 Mio. € (2005: 6,2 Mio. €). Der Anstieg der betrieblichen Aufwendungen um 19,6 Mio. € war im Wesentlichen auf die Einbeziehung der Serotec-Gruppe in den Konzernabschluss zurückzuführen, was sich mit 13,8 Mio. € auswirkte, sowie auf höhere Personalkosten im Zusammenhang mit neuen Kooperationen und auf gestiegene Aufwendungen für die firmeneigene Produktentwicklung.
Der nicht zahlungswirksame Personalaufwand aus Aktienoptionen ist in den Herstellungskosten, den Aufwendungen für Vertrieb, Allgemeines und Verwaltung sowie im Forschungs- und Entwicklungsaufwand enthalten. Er belief sich gegenüber dem Vorjahr nahezu unverändert auf 1,2 Mio. €.
Gemäß den Rechnungslegungsvorschriften IFRS wird im Zuge der Anwendung von IFRS 3 „Unternehmenszusammenschlüsse“ derzeit eine Kaufpreiszuordnung für den Serotec-Erwerb vorgenommen. Die sich ergebenden vorläufigen Werte wurden rückwirkend auf den Erwerbszeitpunkt angewendet, und die Abschreibungen des Jahres 2006 auf die identifizierten immateriellen und materiellen Vermögenswerte wurden in den betrieblichen Aufwendungen erfasst. Der Gesamteffekt der Kaufpreiszuordnungen einschließlich des Serotec-Erwerbs wirkte sich mit 1,5 Mio. € (2005: 1,0 Mio. €) auf das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit aus.
HERSTELLUNGSKOSTEN
Die Herstellungskosten setzten sich aus den Herstellungskosten des Segments AbD im Jahr 2006 zusammen und beinhalteten die Abschreibungen auf Vermögenswerte, die im Rahmen der Kaufpreiszuordnungen im Zusammenhang mit dem Biogenesis- und dem Serotec-Erwerb identifiziert wurden. Im Geschäftsjahr 2006 stiegen die Herstellungskosten deutlich auf 8,0 Mio. € von 2,5 Mio. € im Jahr 2005; Hauptgründe des Anstiegs waren die Einbeziehung der Serotec-Herstellungskosten in Höhe von 5,5 Mio. € in den Konzernabschluss und die Abschreibungen auf Vorräte von 0,7 Mio. € aus der Kaufpreiszuordnung im Zusammenhang mit dem Erwerb von Gesellschaften.
AUFWENDUNGEN FÜR FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG
Der Forschungs- und Entwicklungsaufwand stieg 2006 um 3,5 Mio. € auf 17,5 Mio. € (2005: 14,0 Mio. €). Dies hatte seine wesentliche Ursache in den auf 3,0 Mio. € gestiegenen Aufwendungen für die Produkt- und Technologieentwicklung. Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte von erworbenen Gesellschaften wirkten sich mit 0,8 Mio. € auf den Forschungs- und Entwicklungsaufwand aus.
052
AUFWENDUNGEN FÜR VERTRIEB, ALLGEMEINES UND VERWALTUNG
Die Aufwendungen für Vertrieb, Allgemeines und Verwaltung betrugen 21,4 Mio. € nach 10,8 Mio. € im Jahr zuvor. Dieser Anstieg resultierte mit 8,3 Mio. € hauptsächlich aus der erstmaligen Einbeziehung der Serotec-Gruppe sowie aus höherem Personalaufwand der MorphoSys AG in München und den Integrationskosten für die erworbenen Gesellschaften.
AUFWAND NACH KOSTENARTEN
Im Geschäftsjahr 2006 beliefen sich die Personalkosten (ohne den Personalaufwand aus Aktienoptionen) auf 18,1 Mio. € (2005: 10,8 Mio. €) oder 39 % der betrieblichen Gesamtaufwendungen. Sie bildeten damit innerhalb der betrieblichen Aufwendungen den größten Kostenblock. Der höhere Personalaufwand hatte seine wesentlichen Ursachen im Anstieg der Konzernbelegschaft als Folge der Einbeziehung der Seroctec Ltd. und deren Tochtergesellschaften sowie in der Ausweitung der operativen Geschäftstätigkeit des Konzerns.
Die externen Dienstleistungen – als zweitgrößter Kostenartenblock – setzten sich hauptsächlich aus dem Aufwand für Marketing, Rechtsberatung, Steuerberatung, Prüfungshonorare und Rechnungslegung sowie für allgemeine Beratung zusammen und beliefen sich im Jahr 2006 auf 6,1 Mio. € (2005: 2,9 Mio. €) bzw. 13 % des betrieblichen Gesamtaufwands. Den größten Einfluss auf diese Kosten hatten die eigene Produktentwicklung und die Einbeziehung des Marketingaufwands der Serotec-Gruppe.
Infrastrukturkosten enthielten Mieten sowie Abschreibungen auf Sachanlagen und beliefen sich im Jahr 2006 mit 5,9 Mio. € (2005: 3,0 Mio. €) auf 13 % der betrieblichen Gesamtaufwendungen. Der Anstieg der Infrastrukturkosten hatte seine wesentliche Ursache in der Einbeziehung der Gesellschaften der Serotec-Gruppe. Die Mietkosten für den Gesamtkonzern beliefen sich im Jahr 2006 auf 1,7 Mio. € nach 0,9 Mio. € im Jahr 2005.

VORSTAND UNTERNEHMEN KONZERNLAGEBERICHT KONZERNABSCHLUSS
053
SONSTIGE BETRIEBLICHE AUFWENDUNGEN UND ERTRÄGE (OHNE STEUERN)
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen ohne Steuern beliefen sich auf 0,9 Mio. € (2005: Aufwendungen von 1,0 Mio. €). Währungsverluste betrugen 1,2 Mio. € und resultierten hauptsächlich aus Verträgen mit kommerziellen Partnern, die einen Teil dieser Währungsgewinne und -verluste mittragen. Bankgebühren und Zinsaufwendungen (0,3 Mio. €) konnten durch die Erträge aus zur Veräußerung verfügbaren Wertpapieren (0,7 Mio. €) mehr als ausgeglichen werden.
STEUERN
Der Ertragsteueraufwand in Höhe von 1,2 Mio. € wurde teilweise durch die Auflösung von latenten Steuerverpflichtungen aus den Biogenesis- und Serotec-Kaufpreiszuordnungen kompensiert (0,5 Mio. €). Der Ertragsteueraufwand enthält auch Quellensteuer (0,2 Mio. €), die von Zahlungen ausländischer Kunden einbehalten wurde.
Als Konsequenz aus der Planung des zu versteuernden Ergebnisses in 2007 wurden aktive latente Steuern auf steuerliche Verlustvorträge gebildet, wodurch der Ertragsteueraufwand zusätzlich um 1,2 Mio. € reduziert wurde.
BETRIEBSERGEBNIS/JAHRESÜBERSCHUSS
Für das Gesamtjahr 2006 blieb das Konzernergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit nahezu unverändert bei 6,2 Mio. €. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) belief sich auf 5,4 Mio. €, verglichen mit einem EBIT von 5,3 Mio. € im Vorjahr. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) betrug 10,3 Mio. € (2005: 8,6 Mio. €).
Im Jahr 2006 wurde ein Jahresüberschuss von 6,0 Mio. € erwirtschaftet, verglichen mit 4,7 Mio. € im Jahr 2005. Das sich daraus ergebende unverwässerte Ergebnis je Aktie belief sich für 2006 auf 0,94 € (2005: 0,84 €).
LIQUIDITÄT/FINANZMITTELFLUSS
Im Geschäftsjahr 2006 belief sich der Mittelzufluss aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit auf 16,3 Mio. € (2005: 4,4 Mio. €). Der Bestand an liquiden Mitteln von MorphoSys war durch die erfolgreiche Privatplatzierung im März 2006 beeinflusst, die zu einem Mittelzufluss aus Finanzierungstätigkeit von 19,6 Mio. € (2005: 18,4 Mio. €) führte. Der Mittelabfluss aus der Investitionstätigkeit spiegelte insbesondere den Erwerb der Serotec im Januar 2006 (21,2 Mio. €) wider und belief sich auf insgesamt 36,2 Mio. € (2005: 31,4 Mio. €).
AKTIVA
Die Bilanzsumme hat sich im Jahr 2006 von 80,1 Mio. € am Jahresende 2005 um 47,7 Mio. € auf 127,8 Mio. € erhöht. Dieser Anstieg hatte seine wesentlichen Ursachen im Erwerb der Vermögenswerte der Serotec-Gruppe in Höhe von 30,2 Mio. € einschließlich des erworbenen Geschäfts- oder Firmenwerts sowie in den Mittelzuflüssen aus einer Kapitalerhöhung und der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit. Weitere Informationen zur Auswirkung des Serotec-Erwerbs sind unter Ziffer 11 im Anhang zum Konzernabschluss zu finden.
054
Der Wert der Vorräte stieg von 0,5 Mio. € auf 3,5 Mio. € am Jahresende 2006 stark an. Dies ist auf größere Vorratsbestände bei der erworbenen Serotec-Gruppe zurückzuführen. Viele der Forschungsantikörper sind vorrätig, um eine sofortige Auslieferung nach der Bestellung zu ermöglichen.
Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen erhöhten sich Ende 2006 um 0,4 Mio. € auf 3,7 Mio. € (2005: 3,3 Mio. €).
Aufgrund der Restrukturierung nahezu aller Aktivitäten des Segments AbD in den USA und in Großbritannien und ihrer Zusammenlegung in Raleigh, North Carolina, USA, bzw. Oxford, Großbritannien, stehen Grundstücke und Gebäude der Gesellschaft in New Hampshire, USA, und Oxford, Großbritannien, zur Veräußerung. Sie wurden demzufolge mit einem Betrag in Höhe von 0,7 Mio. € vom Anlage- in das Umlaufvermögen umgegliedert.
Am 31. Dezember 2006 verfügte die Gesellschaft über Zahlungsmittel, Zahlungsmitteläquivalente und zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte in Höhe von 66,0 Mio. €, nach 53,6 Mio. € am Jahresende 2005.
AKTIVA (in Mio. €)*

* Differenzen sind rundungsbedingt, siehe Konzernbilanz
VERBINDLICHKEITEN
Im Berichtsjahr 2006 erhöhten sich die kurzfristigen Verbindlichkeiten von 11,0 Mio. € am Jahresende 2005 um 7,3 Mio. € auf 18,3 Mio. €. Diese Veränderung ergab sich hauptsächlich aus dem Anstieg der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen um 6,2 Mio. € auf 10,5 Mio. € (2005: 4,3 Mio. €). Dies war vor allem die Folge der Einbeziehung der Serotec-Gesellschaften in den Konzernabschluss und der erhöhten Geschäftsaktivität mit daraus resultierenden höheren kurzfristigen Rückstellungen. Der Anstieg der langfristigen Verbindlichkeiten hatte seine wesentlichen Ursachen in der Zunahme der langfristigen Umsatzabgrenzung um 2,5 Mio. € aufgrund von in den Jahren 2005 und 2006 geschlossenen Neuverträgen sowie der Zunahme der latenten Steuerverpflichtungen im Zusammenhang mit der Kaufpreiszuordnung der Gesellschaft im Rahmen des Serotec-Erwerbs.
VORSTAND UNTERNEHMEN KONZERNLAGEBERICHT KONZERNABSCHLUSS
055
VERBINDLICHKEITEN (in Mio. €)*

* Differenzen sind rundungsbedingt, siehe Konzernbilanz
EIGENKAPITAL
Am 31. Dezember 2006 belief sich das Konzerneigenkapital auf 100,1 Mio. €, was einer Eigenkapitalquote von 78 %, entspricht, gegenüber 64,0 Mio. € am 31. Dezember 2005.
Die Zahl der ausgegebenen Aktien betrug zum 31. Dezember 2006 insgesamt 6.715.322, von denen sich 6.686.160 im Umlauf befanden (31.12.2005: 6.025.863 bzw. 5.996.701 Aktien).
Der Anstieg des Eigenkapitals gegenüber dem Vorjahr ergab sich zu einem großen Teil aus der Ausgabe von 208.560 neuen Aktien im Zusammenhang mit der Kapitalerhöhung für den Serotec-Erwerb. Die Ausgabe von 384.338 Aktien aus der im März 2006 erfolgreich durchgeführten Barkapitalerhöhung trug ebenfalls zur Erhöhung der Aktienzahl bei. Die Wandlung von an Mitarbeiter gewährten Schuldverschreibungen und die Ausübung von Aktienoptionen führten zu einem zusätzlichen Anstieg um 96.561 Aktien. Die Gewährung von neuen Aktienoptionen mit Auswirkung auf das Eigenkapital bezifferte sich auf 1,2 Mio. €.
INVESTITIONEN
Im Geschäftsjahr 2006 beliefen sich die Sachinvestitionen von MorphoSys auf 3,5 Mio. €, ein Anstieg gegenüber dem Vorjahr von 2,9 Mio. €. Hiervon entfielen 1,2 Mio. € auf Maßnahmen zur Zusammenführung der Konzernaktivitäten in Großbritannien in der neuen UK-Zentrale in Oxford. Abschreibungen auf Sachanlagen in 2006 fielen in Höhe von 1,5 Mio. € (2005: 0,9 Mio. €) an. Diese Zunahme hatte ihren Grund in einer zusätzlichen Abschreibung von 0,5 Mio. € als Folge der Abschreibungen auf Vorräte bei der Kaufpreiszuordnung im Rahmen des Serotec-Erwerbs. Im Berichtsjahr 2006 investierte die Gesellschaft 0,4 Mio. € in immaterielle Vermögenswerte. Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte beliefen sich auf 3,4 Mio. € und lagen damit im Jahresvergleich um 0,7 Mio. € höher; diese Zunahme hatte ihre Ursache vor allem in Abschreibungen auf im Rahmen des Serotec-Erwerbs erworbene immaterielle Vermögenswerte.
056

Dr. Bernhard Erning, Head of Treasury & Corporate Development • Dr. Claudia Gutjahr-Löser, Head of Corporate Communications • Christopher Stift, Head of Controlling & Accounting
FINANZIERUNG
Im Verlauf des Geschäftsjahres 2006 kam es zu zwei Kapitalerhöhungen. Im Rahmen des Erwerbs der Serotec-Gruppe im Januar 2006 wurde ein Drittel des Kaufpreises durch eine Sachkapitalerhöhung erbracht und die 208.560 neuen Aktien aus der Kapitalerhöhung (3,5% des Grundkapitals), die einer gestaffelten Haltefrist unterliegen, wurden an die früheren Eigentümer der Serotec-Gruppe ausgegeben.
Im März 2006 platzierte MorphoSys im Rahmen einer Privatplatzierung mit Erfolg 384.338 Aktien (6,5% des Grundkapitals) zu einem Preis von 44,50 € je Aktie bei internationalen institutionellen Investoren. Die Emission war mehrfach überzeichnet. Aus dieser Barkapitalerhöhung floss dem Unternehmen ein Bruttoerlös von rund 17,1 Mio. € zu, der zur allgemeinen Verfügung einschließlich weiterer Akquisitionen im Bereich Forschungsantikörper steht.
TOCHTERGESELLSCHAFTEN/UNTERNEHMENSAKQUISITIONEN/VERÄUSSERUNGEN
ERWERB DER SEROTEC-GRUPPE
Im Januar 2006 wurde MorphoSys' Segment Forschungsantikörper durch den Erwerb der Serotec-Gruppe weiter gestärkt. Durch die Akquisition von Serotec, einem renommierten und weltweit tätigen Anbieter von Forschungsantikörpern, konnte MorphoSys den Umsatz seiner bestehenden Forschungsantikörpersparte mehr als verdreifachen und etabliert sich damit als einer der führenden europäischen Anbieter von Forschungsantikörpern und Antikörper-Forschungstechnologien. Serotec verfügt über ein starkes Vertriebsnetz von Tochterunternehmen und Vertriebsorganisationen in den USA, in Großbritannien sowie in Deutschland, Frankreich und
VORSTAND UNTERNEHMEN KONZERNLAGEBERICHT KONZERNABSCHLUSS
057

James Bernard, Managing Director, AbD Serotec • Tim Bernard, Head of Global Sales, AbD Serotec • Dr. Achim Knappik, Head of R & D, AbD Serotec • Joanne Crowe, Head of Marketing, AbD Serotec • Dieter Lingelbach, Division Head AbD Serotec
Skandinavien. Die Firmen der Serotec-Gruppe (Serotec Ltd., Serotec, Inc., Serotec GmbH und Oxford Biotechnology Ltd.) sind mittlerweile als 100%ige Tochtergesellschaften der MorphoSys AG in deren bestehende Forschungsantikörpersparte integriert, die bisher aus den Marken Biogenesis und Antibodies by Design bestand.
Der Kaufpreis von rund 20 Mio. £ (ca. 29,3 Mio. €) wurde aus Barmitteln in Höhe von rund 14 Mio. £ (ca. 20,5 Mio. €) sowie durch die Ausgabe von 208.560 neuen MorphoSys-Aktien im Rahmen einer Sachkapitalerhöhung finanziert.
INTEGRATION
Im Verlauf des Jahres 2006 wurde die neu erworbene Serotec-Gruppe in die bestehende Forschungsantikörpersparte von MorphoSys eingegliedert. Alle Produkte sind nun in einem Katalog enthalten und alle Angebote und Marktaktivitäten aufeinander abgestimmt. Die bestehenden Internetseiten wurden zusammengeführt und sollen als Plattform für den elektronischen Handel (e-Commerce) weiter ausgebaut werden.
Im August 2006 wurde ein neues US-Büro in der Research Triangle Region, einem Technologiezentrum nahe Raleigh, North Carolina, eröffnet. Die ca. 500 m² großen Räumlichkeiten bieten zusätzlichen Raum für neues Personal, eine höhere Bevorratung für die erweiterte Produktpalette und die Absatzausweitung bei von AbD angebotenen maßgeschneiderten monoklonalen Antikörpern. Alle US-Aktivitäten des Segments AbD wurden in Raleigh zusammengefasst, ein Vertriebsbüro in Brentwood, New Hampshire, USA, wurde aber beibehalten.
058
Am Jahresende 2006 wurden alle Aktivitäten von AbD in Großbritannien in einem neuen Firmensitz in Oxford konzentriert. Die knapp 2.200 m² großen Räumlichkeiten dienen den Gesellschaften der MorphoSys-Gruppe als neue UK-Zentrale.
Für das Jahr 2007 ist eine Straffung der Konzernstruktur vorgesehen, um die administrative Effizienz zu erhöhen.
GESCHÄFTSENTWICKLUNG
Kundenzufriedenheit ist der entscheidende Faktor für den Erfolg von MorphoSys. Daher ist MorphoSys bestrebt, langfristige Partnerschaften zu schließen und Kundenbeziehungen aufzubauen, die für beide Seiten von nachhaltigem Erfolg geprägt sind. Im Segment Therapeutische Antikörper kann MorphoSys seit Jahren auf eine außergewöhnliche Erfolgsbilanz beim Eingehen von Partnerschaften und bei der Erweiterung bestehender Kooperationen verweisen – und führt dies in jüngerer Zeit auch im Segment AbD fort.
SEGMENT THERAPEUTISCHE ANTIKÖRPER
In 2006 konnte die Gesellschaft im Segment Therapeutische Antikörper mehrere bestehende Partnerschaften ausweiten und neue Kooperationen schließen. Die nachfolgend in alphabetischer Reihenfolge aufgeführten Partnerschaften wurden im Verlauf des Geschäftsjahres 2006 entweder neu eingegangen oder erweitert. Detaillierte Angaben zu anderen Partnerschaften finden sich im Anhang zum Konzernabschluss unter Ziffer 25.
DAIICHI SANKYO – ZWEITE PARTNERSCHAFT IN JAPAN
Im März 2006 gab MorphoSys den Abschluss eines Lizenzabkommens und eine Zusammenarbeit im Bereich therapeutischer Antikörper mit dem japanischen Pharmakonzern Daiichi Sankyo bekannt. Die Laufzeit beträgt zunächst zwei Jahre mit einer Option zur Verlängerung um bis zu weitere drei Jahre. Hierbei handelt es sich für MorphoSys um die zweite kommerzielle Partnerschaft mit einem der zehn größten Pharmaunternehmen in Japan. Die HuCAL GOLD-Bibliothek von MorphoSys wurde mittlerweile am Forschungsstandort von Daiichi Sankyo in Tokio installiert.
Daiichi Sankyo hat sich verpflichtet, mit MorphoSys ein therapeutisches Antikörperprogramm zu beginnen und erhielt eine Option auf weitere Programme. MorphoSys wird seine firmen-eigene HuCAL GOLD-Technologie zur Herstellung von Antikörpern gegen ein von Daiichi Sankyo zur Verfügung gestelltes Zielmolekül einsetzen. Für die anschließende präklinische und klinische Entwicklung sowie die spätere Vermarktung von daraus resultierenden Produkten ist Daiichi Sankyo verantwortlich.
Im Fall der Verlängerung über den ursprünglichen Zweijahreszeitraum hinaus sichert der Vertrag Daiichi Sankyo den Zugang zu weiteren MorphoSys-Leistungen. Diese umfassen die Validierung von Zielmolekülen, die Optimierung von Antikörpern und die präklinische Entwicklung. Eine solche Vertragsverlängerung würde eine weitere Vorauszahlung auslösen und bei MorphoSys zu einem Anstieg der Forschungsfinanzierung führen.
VORSTAND UNTERNEHMEN KONZERNLAGEBERICHT KONZERNABSCHLUSS
059
NOVARTIS - UMFANGREICHSTE ALLIANZ NOCHMALS ERWEITERT
Im Juni 2006 gab MorphoSys die Ausweitung seiner bestehenden Partnerschaft mit Novartis bekannt. Die Zusammenarbeit stellt gegenwärtig die größte Partnerschaft von MorphoSys dar und hat nun eine Laufzeit bis Mai 2011. Novartis hat sich verpflichtet, die Anzahl der jährlich neu begonnenen therapeutischen Antikörperprojekte zu erhöhen – mit der Folge eines erhöhten Finanzierungsbeitrags durch Novartis für von MorphoSys durchgeführte Forschung und Entwicklung. Novartis hat die Option, an einem weiteren Forschungsstandort Zugang zur HuCAL GOLD-Bibliothek zu erhalten; daneben wird Novartis an den Installationsstandorten der HuCAL-Bibliothek für die Optimierung von nicht therapeutischen Antikörpern Zugang zu der neu entwickelten Technologie RapMAT für die beschleunigte Identifizierung hochaffiner Antikörper gewährt. Weiterhin sieht die Vereinbarung eine Erhöhung der jährlichen Lizenzgebühren bei unveränderten kommerziellen Lizenzzahlungen, Forschungs- und Entwicklungsmeilensteinen sowie Tantiemen auf vermarktete Produkte vor. Die nicht exklusive Option auf eine Installation der gesamten HuCAL-Technologieplattform von MorphoSys, die Novartis im Rahmen der ersten Zusammenarbeit im Jahr 2004 eingeräumt worden war, hat unverändert Gültigkeit.
ONCOMED PHARMACEUTICALS - EINZIGARTIGER ANSATZ IN DER KREBSTHERAPIE
Das biopharmazeutische Unternehmen OncoMed Pharmaceuticals, Inc. mit Sitz in den USA hat eine Lizenz über den Einsatz der HuCAL-Technologie von MorphoSys in der Forschung und Entwicklung von humanen therapeutischen Antikörpern für die Behandlung verschiedener Krebsarten – darunter Brust-, Lungen-, Darm- und Prostatakrebs – durch Bekämpfung von Krebsstammzellen erworben. Der Vertrag mit einer Laufzeit von zwei Jahren gewährt OncoMed eine Option zur Entwicklung von therapeutischen Antikörpern auf der Grundlage von HuCAL. Die Vereinbarung beinhaltet eine Vorauszahlung und jährliche Nutzungsgebühren.
AUSWEITUNG DER ZUSAMMENARBEIT MIT PFIZER VERDOPPELT MÖGLICHES GESCHÄFTSVOLUMEN
Im Dezember 2006 hat MorphoSys die vorzeitige Verlängerung seiner Zusammenarbeit mit Pfizer bis zum Jahr 2011 bekannt gegeben. Im Rahmen der erweiterten Kooperation hat Pfizer die Option zum Beginn neuer therapeutischer Antikörperprojekte mit MorphoSys, was die Anzahl der im Rahmen der Zusammenarbeit verfolgten Programme erhöhen wird. Als Folge hat sich der mögliche Umfang der Forschungszahlungen und der entwicklungsbezogenen Meilensteinzahlungen ohne Berücksichtigung von Tantiemen auf mehr als 100 Mio. US$ erhöht. Daneben hatte die Verlängerung eine Einmalzahlung von Pfizer an MorphoSys zur Folge.
SCHERING-PLOUGH - GESTIEGENER MARKTANTEIL BEI BIG PHARMA
Im Mai 2006 unterzeichnete MorphoSys ein zunächst auf zwei Jahre befristetes Lizenzabkommen mit der Schering-Plough Corporation über den Einsatz seiner HuCAL GOLD-Technologie in der Forschung und Entwicklung von humanen therapeutischen Antikörpern. Im Rahmen des Abkommens gewährt MorphoSys an einem Forschungsstandort von Schering-Plough Zugang zu seiner firmeneigenen Antikörperbibliothek für den Einsatz in deren Wirkstoffforschung. Schering-Plough hat die Option, therapeutische Antikörper auf der Grundlage von HuCAL gegen bis zu zehn krankheitsbezogene Zielmoleküle zu entwickeln.
060
In den ersten beiden Jahren des Abkommens verfügt Schering-Plough über eine Verlängerungsoption auf bis zu weitere drei Jahre. Die HuCAL GOLD-Antikörperbibliothek wurde mittlerweile an Schering-Plough's kalifornischem Forschungsstandort Palo Alto, USA, installiert, dem Sitz von Schering-Plough Biopharma, einer Beteiligungsgesellschaft von Schering-Plough Research Institute.
ZUSAMMENARBEIT MIT WISSENSCHAFTLICHEN INSTITUTEN
Neben den kommerziellen Partnerschaften mit Pharma- und Biotechnologieunternehmen ist MorphoSys mit zwei führenden wissenschaftlichen Instituten Kooperationen eingegangen, die für beide Geschäftssegmente interessant sind.
BURNHAM INSTITUTE FOR MEDICAL RESEARCH
Im November 2006 hat MorphoSys eine umfangreiche Allianz mit dem Burnham Institute for Medical Research, La Jolla, Kalifornien, USA, über den Einsatz von vollständig humanen rekombinanten Forschungsantikörpern und die Vermarktung der daraus resultierenden Produkte geschlossen. Das Burnham Institute erhält von AbD Zugang zu neuartigen Forschungsantikörpern auf der Grundlage von HuCAL GOLD zur Identifizierung und Validierung von Zielmolekülen mit potenzieller medizinischer Relevanz. MorphoSys behält die Vermarktungsrechte für alle sich aus der Zusammenarbeit ergebenden Antikörper, seien es Antikörper als Forschungsinstrumente, die über den Verkaufskatalog von AbD vertrieben werden, oder Antikörper für die Anwendung in der Therapie oder Diagnostik.
ZUSAMMENARBEIT MIT FÜHRENDEM FORSCHUNGSINSTITUT IN JAPAN
MorphoSys und sein Partner GeneFrontier Corporation haben ihre bestehende Vertriebsallianz in Japan ausgeweitet. Die Zusammenarbeit erstreckt sich unter Einbeziehung eines führenden japanischen Forschungsinstituts nun auch auf die Herstellung von Antikörpern auf der Grundlage von HuCAL für die Proteomforschung und die Zielvalidierung wie auch auf die Vermarktung sich ergebender Antikörperprodukte. GeneFrontier wird die HuCAL GOLD-Antikörperbibliothek von MorphoSys für die Herstellung von neuartigen HuCAL-Antikörpern gegen Ziele nutzen, die von dem Forschungsinstitut zur Verfügung gestellt wurden. Zu diesem Zweck wurde die HuCAL-Antikörpertechnologie in den Forschungslabors von GeneFrontier an einem Forschungsstandort in Tokio installiert. GeneFrontier wird an MorphoSys eine Technologiezugangsgebühr entrichten. Beide Unternehmen teilen sich die Vertriebsrechte aller sich aus dem Projekt ergebenden Antikörper. Wie der Vertrag mit dem Burnham Institute bietet auch dieser Vertrag dem Segment AbD erhebliches Potenzial für neue Produkte und darüber hinaus einen möglichen langfristigen Effekt für das therapeutische Geschäft von MorphoSys.
SEGMENT FORSCHUNGSANTIKÖRPER (ABD)
Im Segment Forschungsantikörper (AbD) wurden im Verlauf des Jahres 2006 mehrere Abkommen geschlossen. Hinter diesen Geschäftsaktivitäten steht das gemeinsame Bestreben, das Hauptziel des Unternehmens in diesem Segment zu unterstützen: HuCAL bei der Herstellung von Forschungsantikörpern als Industriestandard zu etablieren.
VORSTAND UNTERNEHMEN KONZERNLAGEBERICHT KONZERNABSCHLUSS
061

Steve Yoder, Head of Licensing & IP • Dr. Barbara Krebs-Pohl, Head of Business Development • Dr. Harald Watzka, Head of Alliance Management
CHEMICON – HUCAL-ANTIKÖRPER IN FÜHRENDEM VERTRIEBSKANAL POSITIONIERT
Im Januar 2006 haben MorphoSys und Chemicon International, Inc., eine Geschäftseinheit der Millipore Corporation, einen Drei-Jahres-Vertrag geschlossen, der den Vertrieb von rekombinanten Forschungsantikörpern auf der Grundlage von HuCAL über das weltweite Vertriebsnetz von Chemicon vorsieht. Chemicon darf die lizenzierten HuCAL-Forschungsantikörper als eigenständige Produkte oder als Komponenten von Forschungs-Kits für den Einsatz in der in-vitro-Forschung und darüber hinaus für die Anwendung in der klinischen Diagnostik vermarkten. MorphoSys erhält Zahlungen für die Herstellung von Antikörpern, optional weitere Gebühren und Tantiemen auf alle Produkte.
CHIMERA BIOTEC – CO-MARKETING-VEREINBARUNG MIT DIENSTLEISTUNGSANBIETER FÜR ANTIGENE
Im Februar 2006 haben AbD und Chimera Biotec GmbH den Start einer Co-Marketing-Vereinbarung bekannt gegeben. Die Vertragspartner verständigten sich über eine gemeinsame Vermarktung der monoklonalen HuCAL-Antikörper durch AbD und der komplementären Nachweistechnologie Imperacer™ von Chimera Biotech für die Entdeckung von hochempfindlichen Antigenen. Jeder der Partner wird seinen Kunden die Leistungen des jeweils anderen Partners weltweit anbieten.
HUCAL-ANTIKÖRPER FÜR PROJEKTE GEGEN BIOTERRORISMUS
Im September 2006 konnte sich AbD einen Vertrag als exklusiver Lieferant für das U.S. Army Medical Research Institute of Infectious Diseases (USAMRIID) sichern, einer Organisation der Abteilung für medizinische Forschung und Ausrüstung des US-Heeres und führendes medizinisches Forschungslabor im US-Verteidigungsprogramm gegen Bioterrorismus. Das USAMRIID hat vollständig humane rekombinante Forschungsantikörper gegen fünf bakterielle Toxine in
062
Auftrag gegeben. AbD hat diese Antikörper unter Einsatz der HuCAL GOLD-Antikörperbibliothek innerhalb von fünf Wochen erfolgreich entwickelt und dem USAMRIID die benötigten Produkte geliefert.
Bei biologischen Toxinen aus lebenden Organismen wie Bakterien und anderen Mikroorganismen oder Pflanzen handelt es sich um biologische Substanzen, die potenziell als bioterroristische Waffen eingesetzt werden könnten. Die auf der Grundlage von HuCAL entwickelten Antikörper sollen die Entwicklung von Gegenmaßnahmen gegen solche biologischen Toxine unterstützen oder könnten selbst als therapeutische Wirkstoffe fungieren.
FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG/PARTNER-MANAGEMENT
MorphoSys setzt seine firmeneigene HuCAL-Technologie für die Entwicklung therapeutischer Antikörper und in Forschungsanwendungen ein. In zahlreichen Partnerschaften hat sich diese Technologie umfassend bewährt. Nachfolgend werden die im abgelaufenen Geschäftsjahr erzielten Fortschritte sowohl bei firmeneigenen Produkten als auch in der technologischen Entwicklung im Rahmen bestehender Partnerschaften aufgeführt:
SEGMENT THERAPEUTISCHE ANTIKÖRPER
MOR103 ALS NEUE LEITSUBSTANZ AUF DEM WEG IN DIE KLINISCHE ERPROBUNG
Zu Beginn des Jahres 2006 hat MorphoSys die Weiterentwicklung der firmeneigenen therapeutischen Antikörperprogramme reorganisiert. Als Ergebnis der im Jahr 2005 begonnenen strategischen Neubewertung hat MorphoSys entschieden, sich künftig auf die Entwicklung des entzündungshemmenden Wirkstoffs MOR103 als neue Leitsubstanz zur Behandlung von rheumatoider Arthritis zu fokussieren. MOR103 ist ein vollständig humaner HuCAL-Antikörper, entwickelt gegen ein nicht benanntes Zielmolekül. MorphoSys beabsichtigt, die klinische Wirksamkeit des Wirkstoffs zu evaluieren. Als nächsten Schritt wird MorphoSys in der zweiten Jahreshälfte 2007 bei den zuständigen Aufsichtsbehörden und der Ethik-Kommission alle notwendigen Unterlagen zum Start der klinischen Erprobung am Menschen einreichen.
Im Hinblick auf sein Krebs-Antikörperprogramm MOR202 hat MorphoSys im Rahmen dieses Projekts zusätzliche präklinische Daten erhoben, und ein präklinischer Leitkandidat wurde identifiziert.
MorphoSys hat die Weiterentwicklung seines aus den beiden therapeutischen Antikörperprojekten MOR101 und MOR102 bestehende anti-ICAM-1-Programm eingestellt.
ZUGANG ZU VOLLSTÄNDIG HUMANER ZELLINIE FÜR MOR103
Im August 2006 hat MorphoSys mit dem niederländischen Biotechnologieunternehmen Crucell N.V. ein zweites Lizenzabkommen für PER.C6® und mit dessen Technologiepartner DSM Biologics eine biopharmazeutische Produktionsvereinbarung geschlossen. Die Lizenzabkommen gestatten MorphoSys, die Zelllinie PER.C6® bei der Herstellung von klinischem Material für die Entwicklung seiner firmeneigenen therapeutischen Antikörperprogramms MOR103 einzusetzen. Die Herstellung von klinischem Material ist in diesem Projekt ein zeitkritischer Faktor.
VORSTAND UNTERNEHMEN KONZERNLAGEBERICHT KONZERNABSCHLUSS
063
BOEHRINGER INGELHEIM – START EINES NEUEN KREBSPROGRAMMS
Im November 2006 haben MorphoSys und Boehringer Ingelheim ihre bestehende Zusammenarbeit um ein neues Antikörperprogramm erweitert. Boehringer Ingelheim übte seine Option für die Optimierung eines therapeutischen HuCAL-Antikörpers aus und erwarb für dieses Projekt eine Exklusivlizenz. Der von Boehringer Ingelheim an dessen Forschungsstandort Wien identifizierte Antikörper zielt auf ein Krebs-Zielmolekül. Somit umfasst die Zusammenarbeit nun drei Bereiche – die Entwicklung neuer Therapien gegen Krebs, entzündliche Erkrankungen sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
WEITERER FORTSCHRITT IN DER ZUSAMMENARBEIT MIT CENTOCOR
Im Februar 2006 hatte MorphoSys bekannt gegeben, einen vierten therapeutischen Meilenstein im Rahmen seiner Zusammenarbeit mit Centocor, Inc. erreicht zu haben. Hierbei hatte MorphoSys mehrere hochoptimierte vollständig humane IgG-Antikörper gegen ein Centocor-Zielmolekül im Bereich von entzündlichen und Autoimmunerkrankungen entwickelt. Die HuCAL GOLD-Antikörper konnten alle vordefinierten Kriterien erfüllen. Das Erreichen des Meilensteins löste eine Zahlung von Centocor an MorphoSys aus.
ERSTE VORLÄUFIGE KLINISCHE DATEN DES HUCAL-ANTIKÖRPERS 1D09C3
Im Dezember 2006 präsentierte der MorphoSys-Partner GPC Biotech vorläufige klinische Daten des HuCAL-basierten monoklonalen Krebsantikörpers 1D09C3 auf dem 48. Jahrestreffen der American Society of Hematology. 1D09C3 befindet sich derzeit in einem klinischen Phase-1-Studienprogramm, in welchem der Antikörper bei Patienten getestet wird, die an einem resistenten B-Zell-Lymphom leiden oder nach einer Standardtherapie einen Rückfall erlitten haben. Ziel des Phase-1-Programms ist die Bestimmung der maximal verträglichen Dosis und die Feststellung der empfohlenen Dosis für eine Phase-2-Wirksamkeitsstudie. Die vorläufigen Daten von 25 Patientinnen und Patienten deuten darauf hin, dass der HuCAL-Antikörper von dieser stark vorbehandelten Patientengruppe gut vertragen wird. Die maximal verträgliche Dosis wurde noch nicht erreicht. Bei zwei Patienten wurden erste Anzeichen einer Antitumor-Aktivität beobachtet.
FORTSCHRITT IN DER ZUSAMMENARBEIT MIT MERCK & CO., INC.
Im Dezember 2005 hatte MorphoSys ein Lizenzabkommen mit dem US-Pharmaunternehmen Merck & Co. für den Einsatz seiner HuCAL GOLD- und AutoCAL-Technologien in der Forschung und Entwicklung vollständig humaner Antikörper geschlossen. Im Verlauf des Geschäftsjahres 2006 wurde die firmeneigene AutoCAL-Technologie an zwei Forschungsstandorten von Merck & Co. in Rom, Italien, und in West Point, Pennsylvania, USA, erfolgreich installiert, was zu Meilensteinzahlungen an MorphoSys führte.
ANTIKÖRPER GEGEN ALZHEIMER BEGINNT KLINISCHE ERPROBUNG
Im Januar 2006 hat MorphoSys’ Partner Roche alle erforderlichen Anträge für den Start der klinischen Erprobung in einer europäischen Phase-1-Studie für einen HuCAL-Antikörper gegen Alzheimer gestellt. Die klinische Erprobung an Patienten wird derzeit durchgeführt.
064
Der HuCAL-Antikörper richtet sich gegen die bei fortschreitender Alzheimer-Erkrankung typische anormale Ansammlung des Proteins Amyloid beta im Gehirn und soll helfen, diese abzubauen. Die Einreichung der Anträge zum Beginn der klinischen Erprobung löste eine klinische Meilensteinzahlung von Roche an MorphoSys aus.
ERSTE OFFIZIELLER HUCAL-KUNDENTAG
Im Dezember 2006 veranstaltete MorphoSys den ersten offiziellen HuCAL GOLD-Kundentag anlässlich der internationalen IBC Antibody Engineering-Konferenz in San Diego, Kalifornien, USA. Die Tagung soll den Gedankenaustausch zwischen MorphoSys und seinen Partnern unterstützen und intensivieren sowie den Kenntnisstand der Partner in Bezug auf die HuCAL-Technologie und deren Anwendung verbessern.
SEGMENT FORSCHUNGSANTIKÖRPER ABD
Dank der Aktivitäten des Segments Forschungsantikörper kommen HuCAL-Antikörper in vielen neuen Anwendungsbereichen zum Einsatz. Im Jahr 2006 wurden folgende auf Aktivitäten des Segments AbD zurückzuführende forschungsbezogene Ereignisse bekannt gegeben:
PARTNERSCHAFT MIT DEM KAZUSA DNA RESEARCH INSTITUTE
Im Mai 2006 hatte AbD ein Forschungs- und Entwicklungsprogramm mit dem japanischen Kazusa DNA Research Institute vereinbart. Die beiden Vertragsparteien haben gemeinsam eine Reihe rekombinanter Forschungsantikörper aus der HuCAL GOLD-Antikörperbibliothek von MorphoSys entwickelt und charakterisiert. Die Antikörper richten sich gegen Proteine, die aus dem mKIAA-cDNA-Cloning- und Expressionsprojekt von Kazusa gewonnen wurden; dieses Projekt hat zum Ziel, vorher nicht identifizierte Gene und entsprechende Proteine zu identifizieren und zu charakterisieren. Die beiden Partner Kazusa Institute und AbD teilen sich die Vertriebsrechte und bieten diese HuCAL-Antikörper über ihre jeweiligen Verkaufskataloge an.
HUCAL-ANTIKÖRPER FÜR DIE PARKINSON- UND ALZHEIMER-FORSCHUNG
Im Dezember 2006 hat AbD Ergebnisse eines seiner Kunden an der renommierten Hokkaido-Universität in Japan präsentiert, die mit Hilfe von HuCAL-Antikörpern erzielt wurden. AbD gelang es, einen Satz monoklonaler und vollständig humaner Mini-Antikörper zu identifizieren, die das an einer einzelnen Aminosäure oxidierte DJ-1-Protein genau erkennen. Die Analyse ergab, dass die HuCAL-Antikörperfragmente eine Reihe verwertbarer Proben für die Untersuchung des DJ-1-Proteins liefern. Das Protein DJ-1 war ursprünglich von Forschern der Hokkaido-Universität als neuartiges Zielmolekül für Krebs identifiziert worden, wurde in letzter Zeit jedoch auch mit bestimmten Formen von Parkinson und Alzheimer in Verbindung gebracht. Wie bei anderen im Kundenauftrag hergestellten HuCAL-Antikörpern hat AbD einen DJ-1-spezifischen Antikörper in sein Angebot über den Verkaufskatalog und die Kunden-Webseite aufgenommen.
VORSTAND UNTERNEHMEN KONZERNLAGEBERICHT KONZERNABSCHLUSS
065

Dr. Robert Friesen, Head of Pre-Clinical Development • Dr. Ralf Ostendorp, Senior Director, R&D • Dr. Markus Enzelberger, Senior Director, R&D • Dr. Armin Weidmann, Director, R&D • Dr. Margit Urban, Senior Director, R&D
ENTWICKLUNG UND VERBESSERUNG DER UNTERNEHMENSEIGENEN TECHNOLOGIE
EINFÜHRUNG EINER NEUEN TECHNOLOGIEPLATTFORM
Im Dezember 2006 hat MorphoSys mit seiner neuen Technologieplattform RapMAT ein neues Optimierungssystem für Antikörper vorgestellt. RapMAT erhöht MorphoSys' Effizienz bei der Herstellung von Antikörpern unter Einsatz der eigenen HuCAL GOLD-Antikörperbibliothek und verkürzt die Zeitspanne, bis Erfolg versprechende Leitkandidaten isoliert werden können. Das neue System geht Hand in Hand mit der bewährten HuCAL GOLD-Technologie und stützt sich auf deren Vorzüge – wie dem modularen Aufbau mit einzigartigen, alle wichtigen Segmente der Antikörper-Gene flankierenden Schnittstellen. Die aus dem RapMAT-Prozess hervorgehenden Antikörper bleiben in ihrer Zusammensetzung vollständig menschlich.
GEISTIGES EIGENTUM (PATENTWESEN)
Die Sicherung und Nutzung seines geistigen Eigentums ist für MorphoSys weiterhin von zentraler Bedeutung. Dem folgend versucht MorphoSys dort, wo es angebracht erscheint, das geistige Eigentum an seinen firmeneigenen Wirkstoffkandidaten und seinen Plattformen für die Medikamentenerforschung zu schützen. Gleichzeitig entscheidet die Gesellschaft in Einzelfällen, Geschäftsgeheimnisse zu wahren anstatt Patente anzumelden, wenn sie der Ansicht ist, dass dieses Vorgehen von Vorteil ist. In 2006 hat MorphoSys zahlreiche Patente angemeldet einschließlich solcher in Bezug auf die firmeneigenen Antikörperprogramme und die Weiterentwicklung seiner Technologieplattformen. Das geistige Eigentum spielt eine unverändert zentrale Rolle für den Erfolg der Gesellschaft bei der Zusammenarbeit mit Partnern. So hat MorphoSys zum Beispiel sein geistiges Eigentum an der RapMAT-Technologie geschützt, dessen Zugang Bestandteil der Verlängerung der Zusammenarbeit mit Novartis im Juni 2006 war.
066
PERSONAL
Der künftige Erfolg von MorphoSys beruht auf einer erfahrenen und motivierten Belegschaft. Eines der Hauptziele des Unternehmens besteht darin, hochqualifiziertes und motiviertes Personal für alle Arbeitsbereiche zu gewinnen und zu halten.
LANGFRISTIGE ERFOLGSABHÄNGIGE VERGÜTUNG
Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter partizipieren am operativen und finanziellen Erfolg des Unternehmens. Um das Vergütungssystem für persönliche Leistungen zu stärken und auszubauen, bietet MorphoSys seinem Personal leistungsabhängige Bonuszahlungen an. Dieser Bonus ergänzt das bestehende Vergütungssystem und bietet einen zusätzlichen Leistungsanreiz. Bonuszahlungen sind abhängig vom Unternehmenserfolg sowie der persönlichen Leistung eines jeden Mitarbeiters. Mit der Vereinbarung von persönlichen Zielen wie auch von Abteilungs- und Unternehmenszielen bietet sich Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Möglichkeit, einen Beitrag zur erfolgreichen Entwicklung von MorphoSys zu leisten und am Erfolg teilzuhaben.
Zusätzlich zur leistungsbezogenen Vergütung haben alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Möglichkeit, sich im Rahmen eines langfristigen Anreizsystems an einem Aktienoptions- oder Wandelschuldverschreibungsprogramm zu beteiligen. Ziel dieses Programms ist die langfristige Beteiligung der Belegschaft am Unternehmenserfolg.
QUALIFIKATION UND FORTBILDUNG
Die Weiterentwicklung von wissenschaftlichen und Führungsqualitäten genießt bei MorphoSys einen hohen Stellenwert. Das Unternehmen bietet Karrierechancen in den Bereichen Forschung, Produktentwicklung und in einer Vielzahl von leitenden Funktionen. Allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wird neben einer breiten Palette beruflicher und persönlicher Entwicklungsprogramme ein Arbeitsumfeld geboten, das die Einsatzbereitschaft fördert sowie die Zusammenarbeit zwischen den Abteilungen und den verschiedenen Standorten der Gesellschaft verbessert.
PERSONAL
Eines der Hauptziele der Personalabteilung ist die Bereitstellung optimaler Arbeitsbedingungen für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Bei MorphoSys haben flexible Arbeitszeiten und Betriebsvereinbarungen eine lange Tradition. Ziel ist, berufliche Verpflichtungen und persönliche Bedürfnisse besser in Einklang zu bringen, was wiederum auf die Belegschaft der Gesellschaft motivierend wirkt. MorphoSys bietet Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an ihrem Arbeitsplatz Chancengleichheit. Diese Tradition beruht auf einer offenen und international geprägten Unternehmenskultur, die das Unternehmen seit seiner Gründung auszeichnet.
ANZAHL UND QUALIFIKATION DER MITARBEITER
Am 31. Dezember 2006 beschäftigte der MorphoSys-Konzern 279 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (31. Dezember 2005: 172). Im Jahresdurchschnitt 2006 zählte der MorphoSys-Konzern 265 Beschäftigte (2005: 170).
VORSTAND UNTERNEHMEN KONZERNLAGEBERICHT KONZERNABSCHLUSS
067
Von den 279 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern waren am 31. Dezember 2006 in der Serotec-Gruppe 98 beschäftigt, im Jahresdurchschnitt 88.
In der Forschung und Entwicklung arbeiteten 155 Mitarbeiter und im Bereich Vertrieb, Allgemeines und Verwaltung 124 Beschäftigte. Am 31. Dezember 2006 beschäftigte MorphoSys 59 promovierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (31. Dezember 2005: 46).
Von den 279 Beschäftigten waren 158 im Segment Therapeutische Antikörper und 121 im Segment AbD tätig.
Am 31. Dezember 2006 beschäftigte MorphoSys einen Auszubildenden (31. Dezember 2005: 1).
| ANZAHL DER MITARBEITER | |
|---|---|
| Deutschland | 183 |
| Großbritannien | 78 |
| USA | 18 |
| GESAMT | 279 |

MITARBEITER DES MORPHOSYS-KONZERNS
AUFSICHTSRAT
Auf der Hauptversammlung am 17. Mai 2006 in München haben die Aktionäre der MorphoSys AG die Herren Prof. Dr. Jürgen Drews und Prof. Dr. Andreas Plückthun erneut in den Aufsichtsrat gewählt.
SICHERHEIT AM ARBEITSPLATZ
Die Belegschaft von MorphoSys wird regelmäßig medizinisch untersucht. Alle Neueinstellungen im Bereich Forschung und Entwicklung durchlaufen eine medizinische Einstellungsuntersuchung. Daneben bietet das Unternehmen allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Forschung und Entwicklung an, sich gegen Hepatitis A und B impfen zu lassen.
MorphoSys betreibt seine Forschung in Laboratorien der Sicherheitsstufen „Bio I“ und „Bio II“ unter strikter Beachtung aller geltenden gesetzlichen Vorschriften. Dabei gehen die internen Standards über die gesetzlich vorgeschriebenen Richtlinien hinaus.
068

Dr. Günter Wellnhofer, Head of Technical Operations • Silvia Dermietzel, Head of Human Resources
Einem Expertenteam von Verantwortlichen aus den Bereichen Arbeitssicherheit, biologische Sicherheit und Brandschutz gehört ein Mitarbeiter an, der ausschließlich für Arbeitssicherheit zuständig ist. Dieser Experte führt regelmäßige Schulungs- und Auffrischungskurse für die Belegschaft durch, um sie mit den neuesten Vorschriften vertraut zu machen. Das Personal von MorphoSys ist mit allen Anforderungen im Hinblick auf Arbeitssicherheit, Umgang mit Gefahrstoffen sowie Unfall- und Brandverhütung vertraut. Auch im Geschäftsjahr 2006 hat sich kein Arbeitsunfall ereignet.
Alle eingesetzten Laborgeräte werden regelmäßig von eigenen Fachkräften gewartet und befinden sich dadurch auf dem höchstmöglichen Stand der Sicherheit.
VERGÜTUNGSBERICHT
VERGÜTUNG DES VORSTANDS
Die Jahresvergütung der Vorstandsmitglieder besteht aus einem fixen Bestandteil, einem erfolgsabhängigen Bonus, einer mittel- und langfristigen erfolgsabhängigen Komponente in Form von Wandelschuldverschreibungen und Aktienoptionen sowie aus sonstigen Vergünstigungen. Die Vergütungspakete werden in ihrem gesamten Umfang jährlich vom Vergütungs- und Ernennungsausschuss auf ihre Angemessenheit hin überprüft, mit dem Ergebnis einer Jahresstudie über Vergütungen in der deutschen Biotechnologiebranche (GRS-Studie) verglichen und anderen internationalen Vergleichsstandards gegenübergestellt. Sämtliche Beschlüsse über die Anpassungen der Vergütungspakete werden vom Plenum des Aufsichtsrats gefasst. Die Gehälter des Vorstands wurden zuletzt im Juli 2006 angepasst.
VORSTAND UNTERNEHMEN KONZERNLAGEBERICHT KONZERNABSCHLUSS
069
Die Jahresgehälter der Vorstandsmitglieder bestehen aus festen Vergütungsbestandteilen und zusätzlichen sonstigen Vergünstigungen, die sich im Wesentlichen aus der Nutzung von Firmenwagen, der Erstattung von Reise- und Telefonkosten, Zuschüssen zur Kranken-, Sozial- und Invaliditätsversicherung sowie aus speziellen Zulagen und Vergünstigungen für ständig im Ausland lebende Vorstandsmitglieder zusammensetzen. Darüber hinaus nehmen alle Vorstandsmitglieder an privaten Pensionsfonds teil, für die MorphoSys die Monatsbeiträge entrichtet. Diese Zahlungen sind in den sonstigen Vergünstigungen enthalten und belaufen sich auf 10 % des festen Jahresgehalts eines jeden Vorstandsmitglieds zuzüglich der zu entrichtenden Steuern.
Jedes Mitglied erhält zusätzlich eine erfolgsabhängige Bonuszahlung. Diese Zahlungen hängen vom Erreichen persönlich vereinbarter Ziele und von Unternehmenszielen ab, die vom Aufsichtsrat zu Beginn eines jeden Geschäftsjahres festgelegt werden. Die Unternehmensziele beziehen sich auf die Entwicklung des Unternehmens gemessen an Umsatz und Jahresergebnis sowie auf die Kursentwicklung der MorphoSys-Aktie oder die erfolgreiche Integration einer Geschäftseinheit. Am Jahresende bewertet der Aufsichtsrat den Grad der Zielerreichung und legt den Bonus unter gebührender Berücksichtigung aller Umstände auf Grundlage der Geschäftsentwicklung der Gesellschaft fest. Rund ein Drittel der Bonuszahlung orientiert sich an der Erreichung persönlicher Ziele, die anderen zwei Drittel an dem Maß, in dem die Unternehmensziele erreicht wurden.
Im Geschäftsjahr 2006 belief sich die insgesamt an Mitglieder des Vorstands gezahlte Barvergütung auf 1.156.415 € (2005: 887.964 €). Die nachfolgende Übersicht zeigt die in 2006 gezahlte Vorstandsvergütung in detaillierter und individualisierter Form:
| in € | FESTE VERGÜTUNG | ERFOLGS-ABHÄNGIGE VERGÜTUNG | SONSTIGE VERGÜTUNGEN | GESAMT-VERGÜTUNG 2006 |
|---|---|---|---|---|
| Dr. Simon E. Moroney | 290.000 | 139.024 | 77.313^{3} | 506.337 |
| Dave Lemus | 204.750 | 104.973 | 99.456^{3} | 409.179 |
| Dr. Marlies Sproll | 181.500 | 13.052^{1} | 46.347^{4} | 240.899 |
1 Erfolgsabhängige Vergütung für November und Dezember 2005 (Frau Dr. Sproll wurde zum 1. November 2005 zum Vorstandsmitglied berufen)
2 einschließlich 68.913 € jährliche Beiträge in einen privaten Pensionsfonds und Zuschüsse zu Versicherungen
3 einschließlich 48.283 € jährliche Beiträge in einen privaten Pensionsfonds und Zuschüsse zu Versicherungen
4 einschließlich 40.088 € jährliche Beiträge in einen privaten Pensionsfonds und Zuschüsse zu Versicherungen
Die langfristige erfolgsabhängige Vergütung setzt sich aus Wandelschuldverschreibungen und Aktienoptionen aus von der Hauptversammlung beschlossenen Plänen zusammen. Hierauf wird nachfolgend in „Vergütung* des Vorstands mit Eigenkapitalinstrumenten“ eingegangen.
070
Im Jahr 2006 wurden Frau Dr. Marlies Sproll im Zusammenhang mit ihrer Ernennung zum Vorstand für Forschung und Entwicklung 25.000 Aktienoptionen gewährt. Daneben wurden in 2006 Vorstandsmitgliedern 14.248 Wandelschuldverschreibungen gewährt. Der Wert der an den Vorstand im Rahmen des 2002er Options- und Wandelschuldverschreibungsprogramms für 2006 ausgegebenen Aktienoptionen und Wandelschuldverschreibungen belief sich auf 676.399 € (2005: 697.410 €).
Im Verlauf des Jahres 2006 haben Mitglieder des Vorstands Wandelschuldverschreibungen ausgeübt und im Anschluss die neuen Aktien veräußert. Einzelheiten können der Übersicht im Abschnitt „Meldepflichtige Wertpapiergeschäfte (Directors’ Dealings)“ im Corporate Governance Bericht entnommen werden.
An Vorstandsmitglieder wurden keine Darlehen ausgereicht oder sonstige Vergünstigungen gewährt. Im Berichtsjahr erhielten die Mitglieder des Vorstands auch keine Vergünstigungen von Dritten, die mit Blick auf ihre Position als Vorstandsmitglied entweder in Aussicht gestellt oder gewährt wurden.
Die Dienstverträge des Vorstandsvorsitzenden Herrn Dr. Simon E. Moroney und des Finanzvorstands Herrn Dave Lemus haben eine Laufzeit von jeweils drei Jahren. Frau Dr. Marlies Sproll wurde im November 2005 erstmals zum Vorstand Forschung und Entwicklung bestellt; ihr Dienstvertrag läuft über zwei Jahre. Im Fall der nicht erfolgten Wiederbestellung oder Verlängerung eines Dienstvertrags steht dem betreffenden Vorstandsmitglied eine Trennungsentschädigung in Höhe eines festen Jahreseinkommens zu. Endet der Dienstvertrag eines Vorstandsmitglieds durch Tod, stehen seinem/ihrem Ehegatten oder Lebenspartner ein festes Monatsgehalt für den Todesmonat und die nachfolgenden zwölf Monate zu. Nach einem Eigentümerwechsel (change of control) steht jedem Vorstandsmitglied ein außerordentliches Kündigungsrecht seines Dienstvertrags zu, mit Anspruch auf das ausstehende Festgehalt für die vereinbarte Vertragslaufzeit, mindestens jedoch das Zweifache eines festen Jahresgehalts. Darüber hinaus werden in einem solchen Fall alle gewährten Aktienoptionen und Wandelschuldverschreibungen mit sofortiger Wirkung ausübbar.
VERGÜTUNG DES AUFSICHTSRATS
Die Vergütung der Mitglieder des Aufsichtsrats wird von der Hauptversammlung beschlossen. In Übereinstimmung mit dem Deutschen Corporate Governance Kodex erhalten die Aufsichtsratsmitglieder sowohl eine feste als auch eine erfolgsabhängige Vergütung. Sie bemisst sich nach der Verantwortung und dem Leistungsumfang der Aufsichtsratsmitglieder sowie nach der wirtschaftlichen Lage und der Entwicklung der Gesellschaft.
Im Geschäftsjahr 2006 erhielten die Mitglieder des Aufsichtsrats in Übereinstimmung mit dem Beschluss der Hauptversammlung vom 17. Mai 2006 insgesamt 259.000 € (2005: 190.500 €) ohne Erstattung von Reisekosten. Dieser Betrag setzt sich aus einer festen Vergütung und aus Sitzungsgeldern zusammen.
VORSTAND UNTERNEHMEN KONZERNLAGEBERICHT KONZERNABSCHLUSS
071
Die nachfolgende Übersicht zeigt die Vergütung des Aufsichtsrats im Jahr 2006 in detaillierter Form:
| in € | FESTE VERGÜTUNG | VARIABLE VERGÜTUNG | GESAMT-VERGÜTUNG |
|---|---|---|---|
| Dr. Gerald Möller, Vorsitzender | 40.000 | 24.500 | 64.500 |
| Prof. Dr. Jürgen Drews, stellvertretender Vorsitzender | 30.000 | 11.000 | 41.000 |
| Dr. Daniel Camus | 25.000 | 20.000 | 45.000 |
| Dr. Metin Colpan | 25.000 | 7.500 | 32.500 |
| Prof. Dr. Andreas Plückthun | 23.500 | 7.500 | 31.000 |
| Dr. Geoffrey N. Vernon | 26.500 | 18.500 | 45.000 |
Der Deutsche Corporate Governance Kodex empfiehlt eine Vergütung des Aufsichtsrats, die auch auf den langfristigen Erfolg der Gesellschaft bezogene Bestandteile enthält. Die Hauptversammlung der MorphoSys AG hat am 17. Mai 2006 ein umsatzabhängiges Vergütungsprogramm in Form von virtuellen Aktienoptionen („phantom stocks“) beschlossen. Zusätzlich zur Barvergütung erhalten die Aufsichtsratsmitglieder in Abhängigkeit von der Erreichung einer Ausübungshürde diese virtuellen Aktienoptionen. Eine virtuelle Aktienoption stellt einen Anspruch gegenüber der Gesellschaft auf Barzahlung der Differenz zwischen dem Aktienkurs am Ende der Haltefrist und dem Ausübungspreis dar. Die Haltefrist für die virtuellen Aktienoptionen beträgt drei Jahre; sie beginnt mit dem Ausgabedatum am 1. Januar 2007 und endet am 31. Dezember 2009. Der Betrag kommt nur dann zur Auszahlung, wenn die Konzernumsatzerlöse der Gesellschaft einen durchschnittlichen jährlichen Zuwachs von mindestens 20% aufweisen. Insgesamt dürfen die von der Gesellschaft im Rahmen dieses Plans an alle Aufsichtsratsmitglieder zu leistenden Zahlungen den Betrag von 80.000 € („Cap“) nicht überschreiten.
Der Vorsitzende des Aufsichtsrats erhält 2.500, sein Stellvertreter 2.000 und die übrigen Mitglieder des Aufsichtsrats je 1.500 virtuelle Aktienoptionen.
Im Jahr 2006 hat MorphoSys mit seinem Aufsichtsratsmitglied Herrn Prof. Dr. Andreas Plückthun und einem Wissenschaftler aus dessen Forschungsgruppe an der Universität Zürich bis Dezember 2008 befristete Beraterverträge geschlossen. Beide Berater erbringen im Rahmen der Verträge Beratungsleistungen in den Bereichen Antikörper und Antikörper-ähnliche Fragmente („Scaffolds“). Herr Prof. Dr. Plückthun erhält Zahlungen von bis zu 14.000 € jährlich, abhängig davon in welchem Ausmaß MorphoSys seine Beratungsleistung in Anspruch nimmt. Daneben bezahlt MorphoSys für eine Forschungskooperation jährlich 135.000 SFR an die Universität Zürich, vertreten durch Herrn Prof. Dr. Plückthun. Beide Verträge wurden vom Plenum des Aufsichtsrats genehmigt. Daneben gibt es zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine weiteren Beraterverträge mit Mitgliedern des Aufsichtsrats.
Die Gesellschaft hat keine Darlehen an Mitglieder des Vorstands oder des Aufsichtsrats gewährt.
072
VERGÜTUNG DES VORSTANDS MIT EIGENKAPITALINSTRUMENTEN
AKTIENOPTIONEN UND WANDELSCHULDVERSCHREIBUNGEN
Der Aufsichtsrat entscheidet jedes Jahr auch über die Anzahl der an die Mitglieder des Vorstands zu gewährenden Aktienoptionen und Wandelschuldverschreibungen. Aktienoptionen werden nur bei der Neubestellung eines Vorstandsmitglieds oder im Fall einer Vertragsverlängerung gewährt. Jedes Jahr erhalten alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie der Vorstand Wandelschuldverschreibungen als mittelfristige erfolgsabhängige Vergütungsbestandteile.
Grundsätzlich werden seit der Einführung von Vergütungsprogrammen mit Eigenkapitalinstrumenten bei der MorphoSys AG Aktienoptionen und Wandelschuldverschreibungen ausschließlich zweimal jährlich zu den gleichen vordefinierten Zeitpunkten des Jahres ausgegeben. Die folgende Übersicht zeigt die Anzahl der Aktienoptionen und der Wandelschuldverschreibungen, die im Jahr 2006 an die Vorstandsmitglieder ausgegeben wurden (siehe auch „2002er Mitarbeiter-Aktienoptionsprogramm“ und „2002er Mitarbeiter-Wandelschuldverschreibungsprogramm“; wie die Abschnitte 15 und 16 im Anhang zum Konzernabschluss), und deren potenziellen aktuellen Wert:
| MITGLIED DES VORSTANDS | ANZAHL DER WANDELSCHULD-VERSCHREIBUNGEN | AUSÜBUNGS-PREIS in € | TAG DER GEWÄHRUNG | VERFALLS-TERMIN | BEIZULEGENDER ZEITWERT EINER AKTIENOPTION/WANDELSCHULD-VERSCHREIBUNG in € | BEIZULEGENDER ZEITWERT AM TAG DER GEWÄHRUNG in € |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Dr. Simon E. Moroney | 5.699 | 44,12 | 15. Jan. 2006 | 31. Dez. 2008 | 14,03 | 79.957 |
| Dave Lemus | 4.749 | 44,12 | 15. Jan. 2006 | 31. Dez. 2008 | 14,03 | 66.628 |
| Dr. Marlies Sproll | 3.800 | 44,12 | 15. Jan. 2006 | 31. Dez. 2008 | 14,03 | 53.314 |
| ANZAHL DER AKTIENOPTIONEN | ||||||
| Dr. Marlies Sproll | 25.000 | 44,12 | 15. Jan. 2006 | 31. Dez. 2011 | 18,66 | 466.500 |
AKTIENOPTIONSPROGRAMME
Das laufende 2002er Aktienoptionsprogramm sieht die Ausgabe von nicht übertragbaren Optionsrechten an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie an den Vorstand vor. Die Optionsrechte haben eine maximale Laufzeit von fünf Jahren. Daneben unterliegen sie ab dem Tag der Gewährung einer Sperrfrist von zwei Jahren, nach deren Ablauf der Halter der Optionsrechte diese bis zur ausübbaren Anzahl ausüben kann, vorausgesetzt, der Wert der zugrunde liegenden Aktie an einem Handelstag vor der Ausübung lag um mindestens 20% höher, als der Börsenkurs am Tag der Gewährung.
VORSTAND UNTERNEHMEN KONZERNLAGEBERICHT KONZERNABSCHLUSS
073
WANDELSCHULDVERSCHREIBUNGSPROGRAMME
Das laufende Wandelschuldverschreibungsprogramm von 2003 sieht die Ausgabe unverzinslicher Wandelschuldverschreibungen im Nennwert von jeweils 1,00 € an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie an den Vorstand vor. Die Berechtigten dürfen die Wandlungsrechte erst nach Ablauf einer Wartefrist von einem Jahr nach dem Tag der Gewährung ausüben. Jede Wandelschuldverschreibung im Nennwert von 1,00 € berechtigt bei Entrichtung des Wandlungspreises zum Tausch in eine nennwertlose Stammaktie der Gesellschaft. Daneben unterliegt die Ausübung der Wandelschuldverschreibungen der Bedingung, dass der Kurs der zugrunde liegenden Aktie an einem Handelstag vor der Ausübung um mindestens 10 % höher lag als der Börsenkurs am Tag der Gewährung.
Eine eingehende Beschreibung der laufenden Aktienoptions- und Wandelschuldverschreibungsprogramme findet sich in den Abschnitten 15 und 16 im Anhang zum Konzernabschluss.
NACHHALTIGKEIT UND SOZIALE VERANTWORTUNG
Die Gesellschaft betätigt sich im Bereich der Gesundheitsvorsorge und hat neue Technologien zur Herstellung von vollständig humanen Antikörpern für therapeutische Anwendungen und für die Forschung und Diagnostik entwickelt. Die Technologien von MorphoSys können dazu beitragen, die Behandlungsbedingungen für lebensbedrohliche Erkrankungen in einer alternden Bevölkerung zu verbessern. Der Bedarf an innovativen Therapieformen, die die Lebensqualität von Patienten verbessern helfen, nimmt ständig zu und versetzt MorphoSys in die Lage, seine Geschäftstätigkeit global auszuweiten.
Wie in seinem Unternehmensleitbild eindeutig formuliert, bekennt sich MorphoSys zur Nachhaltigkeit und zu seiner sozialen Verpflichtung als Unternehmen. Die Unternehmensleitung ist davon überzeugt, dass ein verantwortungsbewusster und wirksamer Umweltschutz und gute Corporate Citizenship entscheidend für unternehmerischen Erfolg sind. Im Jahr 2003 hat MorphoSys für den Vorstand und die für Finanzen, Controlling und Rechnungswesen zuständigen Mitarbeiter der Gesellschaft einen Ethikkodex eingeführt. Führungskräfte und die Mitglieder des Finanz- und Rechnungswesens spielen im Rahmen der Corporate Governance eine wichtige und entscheidende Rolle, indem sie ermächtigt und beauftragt sind, dafür Sorge zu tragen, dass Investoren zutreffende Finanzinformationen rechtzeitig zur Verfügung stehen. Der Ethikkodex regelt im Zusammenspiel mit den betreffenden internen Standards und Richtlinien z.B. für Sicherheit, Gesundheit und Umweltschutz die Arbeitsabläufe und Zuständigkeiten im Unternehmen.
Im Rahmen seiner sozialen Verantwortung als Unternehmen engagiert sich MorphoSys zunehmend, um seiner Rolle als verantwortungsbewusstes Mitglied der Gesellschaft gerecht zu werden. Eines der Hauptziele von MorphoSys in Bezug auf Unternehmenskultur und Personal ist es, seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie deren Familien eine gesunde Balance zwischen Arbeit und Privatleben zu bieten. Als Teil dieser Bemühungen hatte MorphoSys – zusammen mit anderen in München ansässigen Biotechnologieunternehmen – bereits im Jahr
074
2002 den örtlichen Kindergarten „BioKids“ gegründet und unterstützt ihn seither finanziell und organisatorisch. Eine Mitarbeiterin der MorphoSys AG ist ständiges Mitglied im beratenden Gremium der Dachgesellschaft KiTa BioRegio e.V. von „BioKids“.
Einer Änderung im deutschen Erziehungswesen zufolge werden Schulen ab dem Jahr 2007 eine engere Zusammenarbeit mit Industriepartnern eingehen, um Schüler auf den früheren Einstieg in das Berufsleben vorzubereiten. MorphoSys unterstützt dieses Programm und betreibt bereits heute, unter anderem, im Rahmen eines jährlichen Besuchertags eine Politik der offenen Tür.
MorphoSys bietet eine breite Palette von Beschäftigungsmöglichkeiten sowie Ausbildungsplätze für Schulabgänger, Themen für Diplomarbeiten und Praktika für Studenten und technische Assistenten.
Am Ende eines jeden Jahres unterstützt die Belegschaft der MorphoSys AG eine lokale karitative gemeinnützige Einrichtung mit privaten Spenden. Im Jahr 2006 haben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von MorphoSys der Behinderteneinrichtung Lebenshilfe e.V. Schmalkalden rund 1.000 € gespendet.
INFORMATIONSTECHNOLOGIE
Bei MorphoSys haben im Geschäftsjahr 2006 der Geschäftsumfang und das Personal weiter zugenommen. Aus diesem Grund wurde die Informationstechnologie, insbesondere die Server-Infrastruktur, weiter verbessert. Um die Kontinuität der Arbeitsabläufe sicherzustellen und den Geschäftserfolg zu erhöhen, sind alle Beteiligungsgesellschaften in das weltweite IT-Netz von MorphoSys eingebunden worden.
Im Verlauf des Jahres 2006 wurden alle neu erworbenen Beteiligungsgesellschaften in das IT-Netzwerk eingebunden, um so einen sicheren und zuverlässigen Daten- und Informationsaustausch zu gewährleisten. Die Zuständigkeit liegt bei der Unternehmenszentrale in München. Eine globale IT-Richtlinie regelt die konzernweit geltenden Sicherheitsstandards und den Einsatz von Daten und Anwendungen.
Im Verlauf des Geschäftsjahres 2006 wurden alle Produkte der vormaligen Geschäftseinheiten von Biogenesis und Serotec in einer neuen gemeinsamen Datenbank zusammengefasst. Die Einführung eines auf der neuen Produktdatenbank aufbauenden neuen Internetshops ist für die erste Jahreshälfte 2007 vorgesehen.
Im Jahr 2006 hat MorphoSys sein Unternehmensportal überarbeitet. Diese Überarbeitung war notwendig, um den steigenden Anforderungen der beiden Geschäftssegmente der MorphoSys gerecht zu werden. Nun steht den Kunden, Partnern und Aktionären der MorphoSys eine in jeglicher Beziehung umfangreiche Informationsplattform zur Verfügung.
VORSTAND UNTERNEHMEN KONZERNLAGEBERICHT KONZERNABSCHLUSS
075
Die IT-Abteilung von MorphoSys hat ein weiteres Geschäftsangebot entwickelt, das den MorphSys-Partnern eine neue Bioinformatics-Software für die Sequenzanalyse von identifizierten HuCAL-Antikörpern bietet. Dieses System, genannt SAS, wurde bereits beim Partnerunternehmen Merck & Co. installiert; eine Installation bei Novartis ist für Anfang 2007 vorgesehen.
MorphoSys plant derzeit die Einführung einer neuen ERP (Enterprise Resource Planning)-Software in seinen Bereichen Vertrieb, Allgemeines und Verwaltung. Nach deren Implementierung ist vorgesehen, die neue Software von 2008 an im MorphoSys-Konzern (einschließlich der Tochtergesellschaften in den USA und in Großbritannien) einzuführen.
Im Dezember 2006 hat MorphoSys auf der Microsoft Convergence 2006 EMEA Konferenz in München für seine innovative IT den Annual EMEA Customer Award von Microsoft erhalten.
BESCHAFFUNG UND PRODUKTION
MorphoSys bezieht seine Roh-, Hilfs- und Betriebstoffe von verschiedenen Lieferanten. Das Unternehmen bezieht seine benötigten Materialien von internationalen Lieferanten und bestellt unter Wahrung aller relevanten Qualitätsaspekte in der Regel beim preisgünstigsten Anbieter. MorphoSys ist bestrebt, den Bezug von strategischem Material durch mittel- und langfristige Verträge zu sichern. In den letzten Jahren gab es keine Probleme bei der Beschaffung der notwendigen Mengen an Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen, wovon auch für die Zukunft ausgegangen wird. Die Preise für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe können allerdings starken Preisschwankungen unterliegen.
MorphoSys stellt humane Antikörper für Forschungszwecke in Mengen von Milligramm bis Gramm und mehr her. Für Produktionszwecke stehen MorphoSys verschiedene Expressionsverfahren wie Zelllinien und Expressionsvektoren zur Verfügung. Für die Expression von Antikörperfragmenten verwendet MorphoSys bakterielle Expressionsverfahren und hat für die Herstellung von Antikörperfragmenten Zugang zum Sekretionssystem von Wacker. Für die Produktion von vollständigen IgGs verwendet MorphoSys die von Bayer einlizenzierte HKB.11-Zelllinie und die Per.C6®-Zelllinie von Crucell.
Zur Herstellung von klinischem Material im Rahmen des Projekts MOR103 hat MorphoSys mit dem niederländischen Biotechnologieunternehmen Crucell N.V. ein Lizenzabkommen und mit dessen Technologiepartner DSM Biologics eine biopharmazeutische Produktionsvereinbarung geschlossen.
Im Verlauf von 2006 hat MorphoSys durch weltweite Beschaffung erhebliche Preisnachlässe erzielt. So bezieht die Gesellschaft alle Computer-Hardware weltweit von einem Lieferanten und hat in der Unternehmenszentrale in München ein konzernweites Management für Softwarelizenzen etabliert.
076
UMWELTSCHUTZ UND QUALITÄTSMANAGEMENT
Da hohe Standards für Qualität, Umweltschutz und Sicherheit für MorphoSys kritische Erfolgsfaktoren darstellen, werden alle maßgebenden Faktoren für den Umweltschutz regelmäßig überwacht und bewertet. So wird auch das gesamte Abfallbeseitigungssystem der Gesellschaft ständig überprüft und auf Verbesserungsmöglichkeiten untersucht.
MorphoSys unterliegt keinen speziellen Vorschriften außer den Regeln, die generell für eine Geschäftstätigkeit wie der seinen gelten. Dies schließt verschiedene Gesetze und Richtlinien in den jeweiligen Geltungsbereichen ein, in denen das Unternehmen tätig ist, einschließlich der Gesetze und Vorschriften für Umweltschutz wie beispielsweise der Umgang mit und die Entsorgung von Sondermüll. Generell werden in der Forschung und Entwicklung des Unternehmens nur kleine Mengen von Gefahrstoffen und Chemikalien verwendet.
QUALITÄTSMANAGEMENT
Im Rahmen des firmeneigenen Qualitätsmanagements werden alle Arbeitsabläufe kontinuierlich überprüft und verbessert. Kontinuierliche Verbesserungsprozesse sind Bestandteil aller Arbeitsabläufe im Unternehmen.
Einer der Schwerpunkte des Segments Therapeutische Antikörper war die Einführung neuer und innovativer Analysemethoden und biologischer Assays für die eingehende Charakterisierung seiner Antikörper. Der Innovationsprozess zielt darauf ab, den gesamten Entwicklungsprozess therapeutischer Antikörper durch den frühzeitigen Einsatz von wirksamen Selektions-/Qualitätsfiltern im Herstellungsverfahren von Antikörpern zu verbessern. Qualitätsmanagement heißt nicht nur vereinfachte Anwendung, Verträglichkeit und hohe Gebrauchsfähigkeit, sondern auch umfassende Produktsicherheit und Produkttests – Parameter, die für die Aufnahme der klinischen Erprobung vorgeschrieben sind.
Im Segment AbD ist Qualität der Schlüssel zu marktführenden Lösungen. Die Zulassung nach dem europäischen Qualitätsstandard ISO9001:2000 wurde Serotec Ltd. im Dezember 1994 und Serotec, Inc. sowie Serotec Frankreich im Mai 2003 erteilt. Dieses Qualitätssystem bietet intakte Rahmenbedingungen für die weitere Arbeit.
AbD Serotec vertreibt eine Gruppe von Produkten mit CE-Prüfsiegel, die den Bestimmungen der Richtlinie für in-vitro-Medizingeräte entsprechen und die als in-vitro-Medizindiagnosegeräte vertrieben und von Kunden eingesetzt werden können. Serotec Ltd. beabsichtigt, in 2007 den europäischen Standard ISO13485:2006 für Medizingeräte und in-vitro-Medizindiagnosegeräte anzuwenden und bereitet derzeit die Implementierung der Richtlinien nach Good Manufacturing Practice (GMP) vor. AbD Serotec fühlt sich verpflichtet, den Kunden eine Lösung und nicht nur ein Produkt zu bieten – ungeachtet der Art des Auftrags und des Standorts des Kunden. Diese Verpflichtung zur Kundenzufriedenheit wird deutlich an einem globalen Qualitätsversprechen und einem kostenlosen Kundenservice vor Ort.
VORSTAND UNTERNEHMEN KONZERNLAGEBERICHT KONZERNABSCHLUSS
077
ANGABEN GEMÄSS § 315 ABS. 4 HANDELSGESETZBUCH (HGB)
-
Am 31.12.2006 betrug das Grundkapital der Gesellschaft 20.145.966 €, eingeteilt in 6.715.322 auf den Inhaber lautende, nennwertlose Stückaktien. Mit Ausnahme von 29.162 eigenen Aktien handelt es sich dabei ausschließlich um stimmberechtigte Stammaktien. Nach Kenntnis des Vorstands gibt es keine Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen, auch wenn sie sich aus Vereinbarungen zwischen Aktionären ergeben könnten. Der Gesellschaft sind keine direkten oder indirekten Beteiligungen an ihrem Grundkapital, die 10 % der Stimmrechte überschreiten, gemäß § 21 Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) gemeldet worden. Es gibt keine Inhaber von Aktien mit Sonderrechten oder einer sonstigen Stimmrechtskontrolle.
-
Gemäß § 6 der Satzung der Gesellschaft besteht der Vorstand aus mindestens zwei Mitgliedern, wobei der Aufsichtsrat die Zahl der Mitglieder des Vorstands im Übrigen bestimmt. Der Aufsichtsrat kann einen Vorsitzenden sowie einen oder mehrere stellvertretende Vorsitzende des Vorstands ernennen.
-
Die Aktionäre haben dem Vorstand die folgenden Befugnisse verliehen, neue Aktien oder Wandlungsrechte auszugeben oder eigene Aktien zurückzukaufen:
3.1 Gemäß § 5 Abs. 5 der Satzung ist der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 30. April 2011 das Grundkapital der Gesellschaft gegen Bar- und/oder Sacheinlagen einmalig oder mehrmals, insgesamt jedoch höchstens um bis zu 7.481.307 € durch Ausgabe von bis zu 2.493.769 neuen und auf den Inhaber lautenden nennwertlosen Stückaktien zu erhöhen (Genehmigtes Kapital I). Der Vorstand ist berechtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre unter folgenden Bedingungen auszuschließen:
3.1.1 im Fall einer Kapitalerhöhung gegen Bareinlagen, soweit dies zur Vermeidung von Spitzenbeträgen erforderlich ist; oder
3.1.2 im Fall einer Kapitalerhöhung gegen Sacheinlagen, soweit die neuen Aktien zum Erwerb von Unternehmen, Beteiligungen an Unternehmen, Patenten, Lizenzen oder anderen gewerblichen Schutzrechten oder einer einen Betrieb bildenden Gesamtheit von Wirtschaftsgütern erfolgt; oder
3.1.3 im Fall einer Kapitalerhöhung gegen Bareinlagen, soweit die neuen Aktien im Zuge einer Börseneinführung an einer Wertpapierbörse platziert werden.
3.2 Gemäß § 5 Abs. 6 der Satzung ist der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital der Gesellschaft in der Zeit bis zum 30. April 2011 gegen Bareinlagen höchstens um 1.956.564 € durch Ausgabe von bis zu 652.188 neuen und auf den Inhaber lautenden nennwertlosen Stückaktien zu erhöhen (Genehmigtes Kapital II). Das Bezugsrecht der Aktionäre kann ausgeschlossen werden, falls (i) dadurch Spitzenbeträge vermieden werden und/oder (ii) der Ausgabekurs der neuen Aktien den Börenkurs der börsennotierten Aktien gleicher Ausstattung zum Zeitpunkt der endgültigen Festlegung des Ausgabekurses nicht wesentlich unterschreitet.
078
3.3 Gemäß § 5 Abs. 6 b der Satzung ist das Grundkapital der Gesellschaft um bis zu 5.488.686 €, eingeteilt in bis zu 1.829.562 auf den Inhaber lautende nennwertlose Stückaktien bedingt zu erhöhen (Bedingtes Kapital III). Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, als (i) die Inhaber von Optionen und/oder Wandelschuldverschreibungen von bis zum 30. April 2011 durch die Gesellschaft gemäß dem Beschluss der Hauptversammlung begebenen Options- und/oder Wandlungsrechten Gebrauch machen oder (ii) die zur Wandlung verpflichteten Inhaber der von der Gesellschaft oder deren unmittelbar oder mittelbaren inländischen oder ausländischen 100%-igen Beteiligungsgesellschaft ausgegebenen Optionen und/oder Wandelschuldverschreibungen ihre Pflicht zur Wandlung erfüllen.
3.4 Des Weiteren gibt es ein Bedingtes Kapital I in Höhe von bis zu 46.785 € (§ 5 Abs. 4 der Satzung), ein Bedingtes Kapital II in Höhe von bis zu 644.325 € (§ 5 Abs. 6 a der Satzung), ein Bedingtes Kapital IV in Höhe von bis zu 1.393.761 € (§ 5 Abs. 6 c der Satzung) und ein Bedingtes Kapital V in Höhe von bis zu 1.031.961 € (§ 5 Abs. 6 d der Satzung). Diese bedingten Kapitalia dienen der Ausgabe von Options- und Wandlungsrechten an Vorstände und Mitarbeiter der Gesellschaft oder ihrer Tochterunternehmen.
3.5 Gemäß dem Beschluss der ordentlichen Hauptversammlung 2006 ist die Gesellschaft bis zum 31. Oktober 2007 dazu ermächtigt, eigene Aktien bis zu insgesamt 10% des zum Zeitpunkt dieser Beschlussfassung bestehenden Grundkapitals zu erwerben. Der Erwerb der eigenen Aktien erfolgt nach Wahl des Vorstands als Kauf über die Börse oder mittels einer öffentlichen Kauvofferte. Die erworbenen eigenen Aktien können wie folgt verwendet werden:
3.5.1 mit Zustimmung des Aufsichtsrats zur Einziehung; oder
3.5.2 zur Erfüllung von Wandlungs- oder Optionsrechten, die von der Gesellschaft oder einer Konzerngesellschaft eingeräumt wurden; oder
3.5.3 als Akquisitionswährung im Zusammenhang mit dem Erwerb von Unternehmen, Beteiligungen an Unternehmen, betrieblichen Vermögenswerten, gewerblichen Schutzrechten oder Lizenzrechten.
- Im Fall einer „Change of Control“ Transaktion können die Vorstandsmitglieder ihre Anstellungsverträge außerordentlich kündigen und die Festvergütung bis zum Ende der Vertragslaufzeit oder eine zweifache Jahresvergütung – je nachdem, welcher Betrag höher ist – verlangen. Des Weiteren gelten in einem solchen Fall alle gewährten Optionen und Wandelschuldverschreibungen als mit sofortiger Wirkung ausübbar. Letzteres trifft auch für einen Teil der Abteilungsleiter, denen Optionen oder Wandlungsrechte gewährt worden sind, zu.
MorphoSys hat kommerzielle Vereinbarungen mit pharmazeutischen Partnern abgeschlossen, die von einem Kontrollwechsel beeinflusst werden könnten. Dies könnte den zukünftigen Cashflow signifikant beeinflussen.
VORSTAND UNTERNEHMEN KONZERNLAGEBERICHT KONZERNABSCHLUSS
079
RISIKOBERICHT
Die MorphoSys AG ist ein weltweit aktives Unternehmen, dessen unternehmerische Tätigkeit mit verschiedenen Risiken behaftet ist, die viele Geschäftsfunktionen betreffen können. Jedes dieser Risiken könnte erhebliche negative Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von MorphoSys haben. In Übereinstimmung mit dem Gesetz zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich (KonTraG) hat MorphoSys über alle Funktionen und Abläufe hinweg ein umfassendes und effizientes System eingerichtet, um Risiken zu erkennen, zu bewerten, zu übermitteln und zu bewältigen. Aufgabe des Risikomanagements ist es, Risiken so früh wie möglich zu erkennen, betriebliche Verluste mit geeigneten Maßnahmen so gering wie möglich zu halten und Existenz gefährdende Risiken zu vermeiden. Auf Konzernebene erfolgen regelmäßige Risikoanalysen durch die Konzernabteilungen Recht, Steuern und Versicherung, Personal, Finanzen, Unternehmenskommunikation, Strategische Planung und Controlling, Business Development, Forschung und Entwicklung sowie Produktion.
ALLGEMEINE GESCHÄFTSRISIKEN
MorphoSys unterliegt den typischen Branchen- und Marktrisiken, die mit der Entwicklung von vollständig humanen Antikörpern für den Gebrauch in Forschung, Diagnostik und Therapie einhergehen. Es ist bekannt, dass die Entwicklung von Medikamenten unter Inkaufnahme hoher Ausfallraten 10 bis 15 Jahre erfordert. MorphoSys minimiert diese Risiken, indem das Unternehmen seine Produkte zusammen mit Pharma- und Biotechnologieunternehmen entwickelt, die für die klinische Entwicklung und das anschließende Marketing verantwortlich sind. Es besteht generell die Gefahr, dass keines der Antikörperprodukte aus der gegenwärtigen Antikörperpipeline von MorphoSys erfolgreich entwickelt werden kann. In seinem zweiten Geschäftssegment stellt der MorphoSys-Konzern Antikörper für Forschung und Diagnostik her. Hier besteht die Gefahr, dass diese Produkte nicht den Anforderungen der Kunden genügen oder dass Mitbewerber Produkte günstiger anbieten werden.
AKQUISITIONSRISIKEN
Im Jahr 2006 erwarb MorphoSys die Serotec-Gruppe, um Zugang zu neuen Vertriebs- und Vermarktungskanälen zu erlangen. In der Zukunft könnte MorphoSys weitere Firmen oder Technologien erwerben, um seinen Marktanteil zu erhöhen und vorhandenes Geschäft zu ergänzen. Der Erwerb von Unternehmen kann MorphoSys Risiken aussetzen, die mit der Integration der neuen Technologien, Geschäftseinheiten und Standorte sowie des Personals verbunden sind. Hinzu kommen die Risiken, dass den Anschaffungskosten nicht entsprechende Umsätze gegenübergestellt werden können, dass Eigenkapitalinstrumente ausgegeben werden und dies zu einer Verwässerung führt, dass das gute Verhältnis zu den Angestellten und den Kunden nicht aufrecht erhalten werden kann und dass zusätzliche Kosten in Form zukünftiger Abschreibungen oder Wertminderungen von erworbenen immateriellen Vermögenswerten oder möglichen Geschäften anfallen. Falls sich mit den hier genannten Risiken nicht auseinander gesetzt wird, könnte dies dazu führen, dass das Unternehmen den Nutzen einer Akquisition nicht in einem angemessenen Zeitrahmen realisieren kann.
080
RISIKEN DER PRODUKTENTWICKLUNG
MorphoSys engagiert sich im Bereich der Entwicklung therapeutischer Antikörper für seine kommerziellen Partner und seit kurzem auch für eigene Rechnung. Daher umfasst die Produktpipeline von MorphoSys Entwicklungsprogramme für therapeutische Antikörper, die die Gesellschaft entweder gemeinsam mit Partnern oder allein durchführt. Diese Programme können aufgrund zahlreicher Risiken, die in der Natur der Entwicklung von medizinischen Therapeutika liegen, scheitern. Produktkandidaten erfordern präklinische Studien und eine klinische Erprobung am Menschen sowie eine behördliche Zulassung für die anschließende Vermarktung. Bislang hat keiner der Lizenznehmer oder Kooperationspartner von MorphoSys ein Produkt auf den Markt gebracht, das auf der HuCAL-Technologie der Gesellschaft beruht, und es wird nicht davon ausgegangen, dass auf HuCAL beruhende Produkte in den nächsten Jahren die Marktreife erlangen werden. Zudem hat bislang keiner der HuCAL-basierten Produktkandidaten alle Phasen der klinischen Erprobung und das behördliche Zulassungsverfahren erfolgreich durchlaufen. Präklinische Studien und die nachfolgende klinische Phase 1 erlauben keine Vorhersage, geben keinerlei Gewähr hinsichtlich Sicherheit und Wirksamkeit am Menschen und lassen nicht ohne weiteres Rückschlüsse auf die möglichen Ergebnisse der entscheidenden Phasen der klinischen Erprobung am Menschen zu.
RISIKEN AUS WETTBewERB UND TECHNOLOGIEWANDEL
Das unternehmerische Umfeld von MorphoSys ist von einem raschen Wandel und intensiven Wettbewerb geprägt. Zu den Wettbewerbern von MorphoSys zählen bedeutende Pharma-, Chemie- und Biotechnologieunternehmen, die über vergleichsweise größere finanzielle, technische und vertriebliche Ressourcen verfügen. Außerdem sind einige Biotechnologieunternehmen Partnerschaften mit großen etablierten Pharmaunternehmen eingegangen, um die Forschung, Entwicklung und Vermarktung von Produkten zu intensivieren, die mit den Produkten von MorphoSys in Wettbewerb treten könnten. Darüber hinaus sind verschiedene Forschungs- und wissenschaftliche Institute in ähnlichen Bereichen wie MorphoSys tätig. Einige der Wettbewerber von MorphoSys konzentrieren sich derzeit darauf, Marktanteile zu gewinnen und bieten Kooperationspartnern ihre Technologien zu geringen Kosten oder sogar kostenlos an. Das erste in den Markt eingeführte Pharmaprodukt genießt in der Regel einen erheblichen Vorteil gegenüber später eingeführten Produkten, vor allem deshalb, weil mögliche spätere Marktteilnehmer die besseren Eigenschaften ihrer Produkte gegenüber den bereits eingeführten Produkten nachweisen müssen. MorphoSys arbeitet unter dem Risiko, dass sich von seinen Wettbewerbern entwickelte Technologien und Produkte als sicherer, kostengünstiger und effektiver herausstellen als seine eigenen. Zudem besteht das Risiko, dass mit Hilfe dieser Technologien Produkte hergestellt werden, die früher auf den Markt kommen und erfolgreicher sein könnten als die von MorphoSys entwickelten.
VORSTAND UNTERNEHMEN KONZERNLAGEBERICHT KONZERNABSCHLUSS
081
PRODUKTRISIKEN
Die Vermarktung und der Verkauf von Antikörperprodukten und Dienstleistungen für bestimmte Anwendungen sind einem möglichen Produkthaftungsrisiko ausgesetzt. Die Gesellschaft kann nicht davon ausgehen, dass in Zukunft keine Produkthaftungsklagen gegen sie vorgebracht werden. MorphoSys verfügt gegenwärtig über eine Produkthaftpflichtversicherung. Es gibt jedoch keinerlei Gewähr, dass dieser Versicherungsschutz zu vertretbaren Kosten und akzeptablen Konditionen aufrecht erhalten werden kann oder dass er ausreicht, um MorphoSys gegen eine Klage oder einen Verlust oder gegen alle möglichen Klagen oder Verluste zu schützen.
ABHÄNGIGKEIT VON GESUNDHEITSVORSORGE UND AUSGABEN DER PHARMAINDUSTRIE
MorphoSys ist abhängig von verschiedenen Einnahmequellen, insbesondere von Gebühren, Meilensteinzahlungen und Tantiemen von Lizenznehmern und Kooperationspartnern, von der Verfassung der öffentlichen Haushalte und der Finanzmärkte, von Regierungen und staatlichen Gesundheitsbehörden, von Forschungsinstituten, privaten Krankenversicherern und anderen Organisationen. Ein Teil der von MorphoSys erwirtschafteten Umsatzerlöse stammt aus der Zusammenarbeit mit Partnern unter anderem aus der Pharmabranche. Viele Kooperations- und/oder Auslizenzierungsverträge sehen Meilensteinzahlungen und Gebühren vor, die bei Erfüllung bestimmter Kriterien fällig werden. MorphoSys hat keinen Einfluss darauf, ob seine Kooperationspartner oder Lizenznehmer diese Meilensteine erreichen oder ob auf seiner Technologie basierende Produkte von seinen Partnern überhaupt weiterentwickelt werden. Darüber hinaus könnten pharmazeutische Unternehmen eher versuchen, Produkte einzulizenzieren, die sich bereits in einem relativ fortgeschrittenen Entwicklungsstadium wie zum Beispiel Phase-2-Präparate befinden, im Gegensatz zu weniger weit entwickelten Produktkandidaten, die noch die präklinischen Tests durchlaufen müssen. Als Folge könnten Produkte aus der Pipeline von MorphoSys noch eine gewisse Zeit ein nicht genügend fortgeschrittenes Entwicklungsstadium aufweisen, um für diese Pharmaunternehmen von Interesse zu sein. Die Gesellschaft kann daher keine Gewähr dafür geben, dass sie aus ihren bestehenden oder zukünftigen Partnerschaften fortlaufend Umsatzerlöse erzielen wird.
RISIKEN IN VERBINDUNG MIT GEISTIGEM EIGENTUM
MorphoSys war in der Vergangenheit Beteiligter in Gerichtsverfahren in Deutschland oder ähnlichen Verfahren im Ausland, auch in den USA, die durch die Gesellschaft selbst eingereichte oder gegen sie erhobene Klagen wegen angeblicher Lizenz- oder Patentverletzungen im Rahmen des normalen Geschäftsbetriebs zum Gegenstand hatten. Nach der Beilegung des Patentrechts mit Applied Molecular Evolution/Eli Lilly im September 2005 sind derzeit keine signifikanten Patentstreitigkeiten anhängig. Allerdings sind die Gebiete der rekombinanten Antikörperbibliotheken und der Phagen-Display-Technologie, auf denen sich die Gesellschaft betätigt, relativ neu und die Frage des geistigen Eigentums der verschiedenen beteiligten Parteien ist komplex und prozessanfällig. Daher kann MorphoSys keine Garantie dafür übernehmen, dass keine weiteren Patentklagen durch Unternehmen eingereicht werden, die erteilte Patente oder solche besitzen, die gegenwärtig noch nicht erteilt sind bzw. von denen die Gesellschaft gegenwärtig keine Kenntnis hat. Jedes eingeleitete Verfahren, das gegen MorphoSys entschieden wird, könnte wesentliche nachteilige Auswirkungen auf dessen Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben.
082
ZUSÄTZLICHER FINANZBEDARF
MorphoSys wird auch zukünftig einen erheblichen Kapitalbedarf haben. Der Kapitalbedarf wird von vielen Faktoren abhängen, unter anderem von der Fähigkeit der Gesellschaft, Lizenznehmer zu finden und Ertrag bringende Kooperationen zu schließen sowie von dem Erfolg solcher Kooperationen in Bezug auf Umsatzerlöse (zum Beispiel aus Lizenzgebühren, Meilensteinzahlungen und Tantiemen). Die Kosten der präklinischen Studien für Produkte und Technologien von MorphoSys und die Kosten der Anmeldung, Verteidigung und Durchsetzung von Patentrechten könnten die Erträge aus diesen Produkten übersteigen. Die Gesellschaft könnte in künftigen Jahren auch in die Lage kommen, weitere Finanzmittel aufnehmen zu müssen; sie kann jedoch keine Gewähr dafür übernehmen, dass ihr im Bedarfsfall ausreichende Finanzmittel zu annehmbaren Konditionen oder überhaupt zur Verfügung stehen werden. Sollten ausreichende Finanzmittel nicht oder nicht zu annehmbaren Konditionen zur Verfügung stehen, könnte MorphoSys gezwungen sein, seine Aufwendungen für Forschung und Entwicklung, Produktion oder Marketing einzuschränken. Jede dieser Entwicklungen könnte erhebliche nachteilige Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von MorphoSys haben. Für den Fall, dass die Gesellschaft zusätzliches Kapital durch die Ausgabe neuer Aktien aufnimmt, könnten bestehende Aktionäre möglicherweise eine Verwässerung ihrer Anteile erfahren.
WÄHRUNGSRISIKEN
Der Konzernabschluss der Gesellschaft wird in Euro erstellt. Ein erheblicher Teil der Umsatzerlöse und Aufwendungen fällt in anderen Währungen als dem Euro an. Wenngleich der Euro die vorherrschende Währung darstellt, kann es insbesondere beim US-Dollar und britischen Pfund sowie in geringerem Umfang beim Schweizer Franken und dem japanischen Yen zu Kurschwankungen gegenüber dem Euro als Berichtswährung mit entsprechender Ergebnisauswirkung kommen. Die Gesellschaft prüft im Jahresverlauf die Notwendigkeit von Kurssicherungsgeschäften zur Minimierung des Währungsrisikos und versucht, es durch den regelmäßigen Einsatz von derivativen Finanzinstrumenten zu begrenzen.
ZINSRISIKEN
Die Zinserträge der zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerte der Gesellschaft unterliegen der Veränderung der jeweiligen Marktzinssätze. Die Gesellschaft verfolgt eine Anlagestrategie, nach der alle Finanzanlagen mindestens über ein Investment-Grade-Rating (BBB+) verfügen müssen.
ABHÄNGIGKEIT VON WICHTIGEN MITARBEITERN
MorphoSys hatte bisher keine Schwierigkeiten, Führungskräfte oder Wissenschaftler einzustellen oder zu halten. Die Fähigkeit, zu allen Zeiten qualifiziertes Fachpersonal zu gewinnen und zu halten, ist für den Unternehmenserfolg von entscheidender Bedeutung. Angesichts des intensiven Wettbewerbs um erfahrene Wissenschaftler zwischen einer Reihe von Pharma- und Biotechnologieunternehmen sowie wissenschaftlichen und anderen Forschungsinstituten kann es keine Gewähr geben, dass MorphoSys künftig in der Lage sein wird, das benötigte Personal zu vertretbaren Konditionen einzustellen und zu halten. Für geplante geschäftliche Aktivitäten wird ebenfalls zusätzliches Personal mit Expertise auf unterschiedlichen Gebieten, unter anderem
VORSTAND UNTERNEHMEN KONZERNLAGEBERICHT KONZERNABSCHLUSS
083
mit Managementerfahrung, erforderlich werden. Sollte die Gesellschaft nicht in der Lage sein, dieses Personal einzustellen oder die erforderliche Expertise intern selbst aufzubauen, könnte dies erhebliche nachteilige Auswirkungen auf deren operative Tätigkeit haben.
SONSTIGE RISIKEN
Über die genannten Risiken hinaus überwacht MorphoSys ständig die Einhaltung der anzuwendenden Vorschriften für Umweltschutz, Gesundheit und Sicherheit sowie der betrieblichen Richtlinien wie auch aller übrigen zu beachtenden Gesetzes- und Branchenvorschriften. MorphoSys hat Vorkehrungen getroffen um sicherzustellen, dass alle diese Vorschriften an jedem seiner Standorte eingehalten werden. Um die vielfältigen Rahmenbedingungen in den Bereichen Steuern, Gesellschafts-, Arbeits- und Wettbewerbsrecht, geistiges Eigentum und sonstiges Recht auf ein Minimum zu reduzieren, fällt die Unternehmensleitung ihre Entscheidungen und formuliert ihre Richtlinien und Arbeitsabläufe nach Beratung mit externen und internen Experten. Neben den hier beschriebenen Risiken könnte es andere Risiken geben, die MorphoSys entweder als unbedeutend einschätzt oder von denen MorphoSys zum Zeitpunkt der Drucklegung dieses Geschäftsberichts keine Kenntnis hat.
MARKTCHANCEN
Der wachsenden Bedeutung der Gesundheitsfürsorge wird nicht allein mit der Anwendung bestehender Therapien Rechnung getragen werden, sondern auch durch neue Therapien. Diese leiten sich aus dem verbesserten Verständnis der Biologie von Krankheiten und der Anwendung neuer Technologien ab. Innovative neue Produkte sind in den letzten Jahren auf den Markt gekommen, die therapeutische Ansätze verändern und die Lebensqualität von Patienten verbessern. Durch sich rapide entwickelnde Länder wie Indien und China erhöht sich außerdem die Zahl der Patienten, denen Arzneimittel zugute kommen können. All dies bietet erhebliche Marktchanchen für im Gesundheitswesen tätige Unternehmen.
MorphoSys verfügt über eine führende Technologie für die Entwicklung von vollständig menschlichen Antikörpern. Humane Antikörper haben sich als außerordentlich erfolgreiche Medikamentenklasse mit enormem Wachstumspotenzial erwiesen. Die Nachfrage nach Antikörpern und das Brancheninteresse an dieser Medikamentenklasse haben sich innerhalb der letzten 12 bis 18 Monate schlagartig erhöht, was mehrere Unternehmensübernahmen und umfangreiche Lizenzvereinbarungen in diesem Bereich verdeutlichen. Künftiges Wachstumspotenzial für MorphoSys bieten jedoch nicht nur der Einsatz von Antikörpern als Therapeutika, sondern auch deren Anwendung in Forschung und Diagnostik.
THERAPEUTISCHE ANTIKÖRPER
MorphoSys hat sich als einer der führenden Anbieter von vollständig humanen therapeutischen Antikörpern etabliert. Durch die Übernahme von zwei Hauptwettbewerbern im Verlauf der Jahre 2005 und 2006 schwächte sich die Wettbewerbsintensität deutlich ab. Nur wenige Unternehmen verfügen über Technologien zur Entwicklung vollständig humaner Antikörper. In den letzten Jahren hat sich MorphoSys ein starkes internationales Patentportfolio aufgebaut und damit die
084
Möglichkeit gesichert, seine Technologien weltweit einzusetzen und zu vermarkten. Heute verfügt MorphoSys über mehrere erteilte und schwebende Patente zum Schutz seiner Antikörper-Kerntechnologien gegenüber dem Wettbewerb. Aufgrund der für neue Unternehmen hohen Markteintrittsbarrieren rechnet MorphoSys für die nächsten Jahre mit einer steigenden Anzahl von Antikörperprogrammen und Partnerschaften.
Durch die Zusammenarbeit mit einer Reihe von Unternehmen bei der Medikamentenentwicklung hat MorphoSys sein Risikoprofil spürbar gesenkt. Mit seinen derzeit mehr als 40 aktiven therapeutischen Entwicklungsprogrammen für Antikörper, die zusammen mit Partnern betrieben werden, sind die Chancen für MorphoSys sehr viel größer, finanziell an der Vermarktung eines oder mehrerer Medikamente zu partizipieren, als bei einer geringeren Anzahl von Partnerschaften oder Programmen. Im Laufe der Zeit und mit Fortschreiten der Entwicklungsprojekte wird bei erfolgsabhängigen Zahlungen im Hinblick auf Anzahl und Umfang mit einer Zunahme gerechnet.
MorphoSys entwickelt auch therapeutische Antikörper in eigener Regie. Gegenwärtig befinden sich zwei Präparate, MOR103 und MOR202, in der präklinischen Entwicklung. Die Gesellschaft plant eine Zunahme der Investitionen in eigene Entwicklungsprogramme und beabsichtigt, den Antikörper MOR103 für die Behandlung von rheumatoider Arthritis zumindest bis zum Nachweis der klinischen Wirksamkeit im Menschen (Phase 2a) weiter zu entwickeln. Durch die Fortführung ihrer internen Programme ohne Partner werden der Gesellschaft die besseren finanziellen Konditionen zu dem Zeitpunkt zugute kommen, in dem eine Zusammenarbeit für die Weiterentwicklung vereinbart wird.
FORSCHUNGSANTIKÖRPER
Durch die Akquisitionen von Biogenesis und Serotec hat sich MorphoSys in der Gruppe der 20 weltweit führenden Anbieter von Antikörpern und Antikörpertechnologien für Forschung und Diagnostik etabliert. AbD ist ein Full-Service-Antikörperunternehmen, das eine einzigartige maßgeschneiderte monoklonale Antikörpertechnologie, eine umfangreiche Auswahl fertiger Antikörper, eine Antikörperherstellung im Groß-Maßstab aus Hybridomzellen und eine Reihe sonstiger Dienstleistungen rund um Antikörper bietet. Die Gesellschaft hat sich eine starke Basis erarbeitet, von der aus sie HuCAL-Antikörper im Forschungs- und Diagnostik-Markt vertrieb. Diese Märkte wurden in der Vergangenheit ausschließlich mit Antikörpern versorgt, die von Tieren stammten. MorphoSys beabsichtigt, sich bei der Antikörperherstellung an die Spitze des technologischen Wandels hin zu neuen in-vitro-Technologien zu setzen. Im Gegensatz zu tierbasierten Methoden bieten in-vitro-Technologien wie die HuCAL-Bibliothek bei der Antikörperherstellung Vorteile im Hinblick auf Geschwindigkeit, Durchsatz und Flexibilität.
MorphoSys hat seine Fähigkeit unter Beweis gestellt, Akquisitionen in diesem Marktsegment erfolgreich zum Abschluss zu bringen und diese Transaktionen zur Wachstumsbeschleunigung zu nutzen. MorphoSys beabsichtigt mit Hilfe von Zusammenschlüssen und Akquisitionen das interne Wachstum weiter deutlich zu steigern, um seine Marktanteile zu erhöhen und seine Wachstumsziele zu erreichen. Aus der gegenwärtigen Position eines führenden Anbieters auf dem europäischen Markt heraus rechnet das Unternehmen damit, sich in diesem Segment auch auf dem Weltmarkt zu einem der führenden Anbieter zu entwickeln.
VORSTAND UNTERNEHMEN KONZERNLAGEBERICHT KONZERNABSCHLUSS
085
LEISTUNGSORIENTIERTES MANAGEMENT UND STEUERUNG
Der Konzern wird im Rahmen eines leistungsorientierten Managementsystems geführt und gesteuert. Ziel ist die systematische und stetige Steigerung des Unternehmenswerts – durch gewinnbringendes Wachstum und die Fokussierung auf Geschäfte, die beste Entwicklungschancen in Bezug auf Wettbewerbsstärke und Unternehmenserfolg bieten. Kernelemente des Managementsystems bei MorphoSys sind dabei ein integriertes Steuerungskonzept sowie wertorientierte Leistungsindikatoren zusammen mit Maßnahmen zur Steigerung von Produktivität und Wachstum und zur Optimierung des eingesetzten Kapitals.
Die operative Unternehmensleistung wird anhand der Umsatzerlöse und des operativen Ergebnisses gemessen. Vierteljährlich wird die Budgetplanung des laufenden Geschäftsjahres überarbeitet und aktualisiert. Darüber hinaus wird ein mittelfristiges Planungsszenario, das die nächsten Jahre abdeckt, auf jährlicher Basis akualisiert.
Die wesentlichen Leistungsindikatoren der beiden Geschäftssegmente sind:
| in € | 31.12.2005 | 31.12.2006 | 31.12.2007 (ERWARTET) |
|---|---|---|---|
| MORPHOSYS-KONZERN | |||
| Konzernumsatz | 33,5 Mio. | 53,0 Mio. | 60 - 65 Mio. |
| Konzernergebnis aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit | 6,2 Mio. | 6,2 Mio. | 7 - 10 Mio. |
| SEGMENT THERAPEUTISCHE ANTIKÖRPER | |||
| Umsatzerlöse | 29,1 Mio. | 34,7 Mio. | 2/3 des Konzernumsatzes |
| Mit Partnern betriebene therapeutische Antikörperprojekte (Anzahl) | 29 | 43 | 50 |
| Firmeneigene therapeutische Antikörperprojekte (Anzahl) | 4 | 2 | 2 |
| SEGMENT ABD (EINSCHL. SEROTEC AB 12. JANUAR 2006) | |||
| Umsatzerlöse | 4,3 Mio. | 18,3 Mio. | 1/3 des Konzernumsatzes |
Die Gesellschaft prüft derzeit, neben den oben genannten Steuerungsgrößen weitere Leistungsindikatoren einzuführen.
086
AUSBLICK UND PROGNOSE
Trotz der leichten Abschwächung der Weltwirtschaft wird damit gerechnet, dass das Marktumfeld im Allgemeinen günstig bleibt. Für das Jahr 2007 geht MorphoSys von einer weiteren Erhöhung seines Marktanteils bei der Anwendung von humanen Antikörpern in der Therapie, Forschung und Diagnostik aus. Als Richtschnur für die künftige Entwicklung dient MorphoSys eine wachstumsorientierte Strategie.
ENTWICKLUNG DES GESUNDHEITSWESENS
Nach den Angaben der Marktforschungsorganisation IMS Health ist mit einem Wachstum im Gesundheitswesen von nur 5 % bis 6 % zu rechnen – der niedrigsten Zuwachsrate seit Jahren. Gründe für die rückläufige Wachstumsrate sind auslaufende Patente und Reformen der Gesundheitssysteme in den Industrieländern. Voraussichtlich werden im Verlauf des Jahres 2007 therapeutische Produkte mit einem Umsatzvolumen von rund 16 Mrd. US $ ihren Patentschutz verlieren, was Umsätze und Ergebnisse von Pharmaunternehmen beeinträchtigen wird. Für 2007 geht man von der Genehmigung von 25 bis 35 neuen Medikamenten aus, darunter das Krebsmedikament Tykerb® von GlaxoSmithKline oder das zur Behandlung einer chronisch verlaufenden Form der Leukämie eingesetzte Präparat Tasigna® von Novartis. Da jedoch viele dieser neuen Medikamente auf kleinere Nischenindikationen abzielen, wird von ihnen kein größerer Umsatzzuwachs erwartet.
Der Trend zu Unternehmenszusammenschlüssen durch Fusionen und Akquisitionen sollte sich fortsetzen und zu noch mehr Transaktionen führen als im Jahr 2006, vor allem zwischen Pharmaunternehmen und Biotechnologieunternehmen mit innovativen Arzneimitteln oder Technologien.
STRATEGIE
MorphoSys wird zukünftig sein Geschäft weiterhin in zwei operativen Geschäftssegmenten führen. Für beide Segmente wird mit einem weiteren Wachstum und einer Vergrößerung des Marktanteils in der Antikörperbranche gerechnet. Die Gesellschaft hat sich zum Ziel gesetzt, zusätzliche Partnerschaften mit führenden internationalen Forschungseinrichtungen zu schließen und die firmeneigene HuCAL-Technologie als Industriestandard für die Herstellung von Antikörpern zu etablieren.
Daneben wird die Gesellschaft kontinuierlich in die Entwicklung eigener Medikamente und in die Technologieentwicklung investieren, um ihre technologische Marktführerschaft zu sichern. Für sein Leitpräparat MOR103 plant MorphoSys, in der zweiten Jahreshälfte 2007 alle notwendigen Anträge auf Beginn der klinischen Erprobung der Phase 1 zu stellen. Für MOR202 wurde am Ende des Jahres 2006 ein Leitkandidat für die weitere präklinische Entwicklung ausgewählt, und MorphoSys beabsichtigt, die präklinische Entwicklung für sein zweites Antikörperprogramm weiter voranzutreiben.
VORSTAND UNTERNEHMEN KONZERNLAGEBERICHT KONZERNABSCHLUSS
087
Das Segment Forschungsantikörper AbD sollte seinen Marktanteil weiter steigern und wird sich auf die Internet-gestützte Vermarktung seiner Produkte mit ausgereiftem technischen Service und anspruchsvoller Kundenbetreuung konzentrieren. Ein Ziel ist, stark nachgefragte neuartige Forschungsantikörper zügig vorzustellen und die Zahl der im Katalog angebotenen HuCAL-Produkte zu erhöhen. Außerdem wird das Segment versuchen, mit großen Anbietern von Forschungsantikörpern weitere strategische Vertriebsvereinbarungen zu schließen.
UMSATZERLÖSE
Im Einklang mit den Wachstumserwartungen an ein Wachstumsunternehmen der Life-Sciences-Industrie rechnet MorphoSys mit einem langfristigen organischen Umsatzanstieg von im Durchschnitt mindestens 15 % pro Jahr. Für 2007 geht MorphoSys von einem Konzernumsatz von 60 Mio. € bis 65 Mio. € und damit gegenüber 2006 von einem organischen Wachstum von 15 % bis 25 % aus.
Im Jahr 2007 wird das Segment Therapeutische Antikörper rund zwei Drittel des Konzernumsatzes erwirtschaften. MorphoSys erhält regelmäßig wiederkehrende Lizenzzahlungen, Zahlungen für Forschungsleistungen, leistungsabhängige Erfolgszahlungen und klinische Meilensteinzahlungen. Für 2007 wird davon ausgegangen, dass die meilenstein- und erfolgsabhängigen Zahlungen einen größeren Anteil am Konzernumsatz haben werden als im Jahr zuvor. Die erfolgsabhängigen Zahlungen bieten zwar Spielraum für eventuelle Steigerungen, sind jedoch im Jahresverlauf volatiler und daher schwerer vorherzusagen.
Die Umsatzerlöse des Segments Forschungsantikörper (AbD) sollten weiter steigen und zu rund einem Drittel zu den Konzernumsatzerlösen des Jahres 2007 beitragen. Die Umsatzerlöse des Segments AbD setzen sich aus Umsätzen mit fertigen Antikörpern aus den Antikörperkatalogen sowie aus Dienstleistungsumsätzen aus maßgeschneiderten monoklonalen Antikörpern und aus der Auftragsfertigung zusammen.
AUFWENDUNGEN
Für das Jahr 2007 wird aufgrund des ganzjährig höheren durchschnittlichen Personalstands des MorphoSys-Konzerns im Vergleich zum Vorjahr mit einem anhaltenden Anstieg der Aufwendungen gerechnet. Ein weiterer Kostenanstieg dürfte sich aus den neuen Investitionen in die eigene Produkt- und Technologieentwicklung ergeben.
ERGEBNIS AUS DER GEWÖHNLICHEN GESCHÄFTSTÄTIGKEIT
Der MorphoSys-Konzern hat sich zum Ziel gesetzt, weiter profitabel zu wachsen. Auf Konzernebene beabsichtigt MorphoSys, ein Ergebnis aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit von 7 Mio. € bis 10 Mio. € zu erwirtschaften.
088
FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG
Wie in der Vergangenheit wird auch in den kommenden Jahren das Hauptaugenmerk auf der Forschung und Entwicklung liegen. MorphoSys beabsichtigt, seine Investitionstätigkeit für die technologische Verbesserung im Bereich humaner Antikörper aufrecht zu erhalten. Darüber hinaus entwickelt die Gesellschaft eigene therapeutische Antikörperkandidaten im Bereich entzündlicher Erkrankungen (MOR103) und Krebs (MOR202). Die Aufwendungen für die Produktentwicklung werden mit dem Fortschreiten dieser Programme einen Anstieg erfahren.
PERSONALSTÄRKE
Ein Anstieg der Belegschaft im Verlauf des Jahres 2007 wird in erster Linie von neuen Kooperationen oder der Ausweitung der bestehenden Geschäftsaktivitäten abhängen.
FINANZIERUNG
MorphoSys erwirtschaftet seit 2003 einen positiven Cashflow. Das gegenwärtige Geschäftsmodell ist auf eine operative Geschäftstätigkeit ohne Inanspruchnahme der Kapitalmärkte ausgerichtet. Der freie Cashflow und die Betriebsergebnisse sollen in die Forschung und Entwicklung sowie in zukünftige Wachstumschancen reinvestiert werden, um das langfristige Wachstum der Gesellschaft zu sichern.
Unter diesen Voraussetzungen ist für das Jahr 2007 ein Finanzbedarf für die Fortführung des normalen Geschäftsbetriebs nicht zu erkennen. Ein Finanzbedarf im Kontext künftiger Akquisitionen kann unter den gegebenen Umständen per se jedoch nicht ausgeschlossen werden.
ZUKÜNFTIGE UNTERNEHMENSSTRUKTUR UND -ORGANISATION
Für das Geschäftsjahr 2007 ist eine Straffung der Konzernstruktur geplant, um die Effizienz im Verwaltungsbereich zu erhöhen und die Berichterstattung zu rationalisieren. In diesem Zusammenhang wurden die beiden dem AbD-Segment zugehörigen US-Gesellschaften im Januar 2007 unter dem Namen Morphosys US, Inc. verschmolzen.
DIVIDENDE
Dividenden dürfen ausschließlich auf der Grundlage des Bilanzgewinns des deutschen Einzelabschlusses der Gesellschaft (nach Abzug bestimmter Rücklagen) beschlossen und ausgeschüttet werden. Dieser Betrag unterscheidet sich aufgrund der Anpassungen des Konzernabschlusses an IFRS von der Summe aus Kapitalrücklage und Bilanzverlustvortrag im vorliegenden Konzernabschluss. Obwohl die Gesellschaft in ihrem deutschen Einzelabschluss für das Jahr 2006 ein zu versteuerndes Ergebnis auswies, ergab sich zum 31. Dezember 2006 und 2005 kein Bilanzgewinn für eine Ausschüttung. Die Fähigkeit der Gesellschaft zur Dividendenausschüttung hängt daher von ihrer zukünftigen Ertragsentwicklung ab.
VORSTAND UNTERNEHMEN KONZERNLAGEBERICHT • KONZERNABSCHLUSS • 089
Konzernabschluss




91
98
140
KONZERNABSCHLUSS
91 Konzern-Gewinn- und -Verlustrechnung (IFRS)
92 Konzernbilanz (IFRS)
94 Konzern-Eigenkapitalentwicklung (IFRS)
96 Konzern-Kapitalflussrechnung (IFRS)
ANHANG ZUM KONZERNABSCHLUSS
98 Organisation und wesentliche Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze
105 Segmentberichterstattung
107 Liquide Mittel
107 Finanzinstrumente
108 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
108 Sonstige Forderungen
108 Rechnungsabgrenzung, sonstige kurzfristige Vermögenswerte und Vorräte
109 Sachanlagen, netto
111 Immaterielle Vermögenswerte, netto
113 Sonstige Vermögenswerte
113 Vorläufige Kaufpreiszuordnung
115 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
115 Rückstellungen
116 Eigenkapital
117 Wandelschuldverschreibungen
120 Aktienoptionen
122 Personalaufwand
123 Steuern vom Einkommen und vom Ertrag
126 Ergebnis je Aktie
127 Ziele und Grundsätze des Risikomanagements für das Finanzrisiko
128 Operating Leasing
128 Eventualschulden und -verbindlichkeiten
128 Nahe stehende Unternehmen und Personen
131 Corporate Governance
131 Forschungs- und Entwicklungsabkommen
138 Anlagespiegel (Anlage 1)
138 Zum Konzernverbund gehörende Gesellschaften (Anlage 2)
140 Bestätigungsvermerk
090
Diese Seite wurde absichtlich freigelassen.
VORSTAND UNTERNEHMEN KONZERNLAGEBERICHT
KONZERNABSCHLUSS
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
091
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung (IFRS)
| in € | ANHANGS-ANGABEN | 2006 | 2005 |
|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 1q | 53.031.172 | 33.486.843 |
| Betriebliche Aufwendungen | |||
| Herstellungskosten | 2 | 7.978.641 | 2.543.465 |
| Forschung und Entwicklung | 17.458.347 | 14.029.312 | |
| Vertrieb, Allgemeines und Verwaltung | 21.418.416 | 10.753.725 | |
| Betriebliche Aufwendungen gesamt | 46.855.404 | 27.326.502 | |
| Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit | 6.175.768 | 6.160.341 | |
| Zinserträge | 60.241 | 108.101 | |
| Zinsaufwendungen | 143.197 | 277.228 | |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen, netto | 806.924 | 879.259 | |
| Ergebnis vor Steuern | 5.285.888 | 5.111.955 | |
| Ertragsteuern | 18 | 742.046 | (435.586) |
| JAHRESÜBERSCHUSS | 6.027.934 | 4.676.369 | |
| Jahresüberschuss je Aktie, unverwässert | 19 | 0,94 | 0,84 |
| Jahresüberschuss je Aktie, verwässert | 19 | 0,93 | 0,83 |
| Anzahl der Aktien zur Berechnung des unverwässerten Jahresüberschusses je Aktie | 19 | 6.379.046 | 5.578.865 |
| Anzahl der Aktien zur Berechnung des verwässerten Jahresüberschusses je Aktie | 19 | 6.469.839 | 5.650.378 |
siehe Anhang
092
Konzernbilanz (IFRS)
| in € | ANHANGS-ANGABEN | 31.12.2006 | 31.12.2005 |
|---|---|---|---|
| AKTIVA | |||
| Umlaufvermögen | |||
| Liquide Mittel | 3 | 3.765.320 | 4.017.029 |
| Wertpapiere, zur Veräußerung verfügbar | 4 | 62.260.552 | 49.542.541 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 5 | 3.699.386 | 3.345.812 |
| Sonstige Forderungen | 6 | 110.734 | 25.133 |
| Vorräte, netto | 7 | 3.511.405 | 485.713 |
| Rechnungsabgrenzung und sonstige Vermögenswerte | 7 | 2.096.991 | 1.058.461 |
| Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte | 8 | 664.108 | - |
| Umlaufvermögen gesamt | 76.108.496 | 58.474.689 | |
| Anlagevermögen | |||
| Sachanlagen, netto | 8 | 6.894.112 | 4.696.863 |
| Patente, netto | 9 | 1.950.154 | 2.361.005 |
| Lizenzen, netto | 9 | 7.776.374 | 8.457.091 |
| Software, netto | 9 | 243.813 | 131.506 |
| Know-how, Kundenstamm, netto | 11 | 4.834.289 | 1.485.567 |
| Geschäfts- oder Firmenwert | 11 | 27.002.591 | 4.137.349 |
| Latente Steuern | 18 | 1.455.723 | - |
| Sonstige Vermögenswerte | 10 | 1.577.570 | 372.574 |
| Anlagevermögen gesamt | 51.734.626 | 21.641.955 | |
| AKTIVA GESAMT | 127.843.122 | 80.116.644 |
siehe Anhang
VORSTAND UNTERNEHMEN KONZERNLAGEBERICHT
KONZERNABSCHLUSS
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
Konzernbilanz
093
| in € | ANHANGS-ANGABEN | 31.12.2006 | 31.12.2005 |
|---|---|---|---|
| PASSIVA | |||
| Kurzfristige Verbindlichkeiten | |||
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 12 | 10.455.799 | 4.321.591 |
| Zu zahlende Lizenzen, kurzfristiger Anteil | 12 | 126.382 | 1.012.233 |
| Rückstellungen und Steuerverpflichtungen | 13 | 1.082.042 | 978.719 |
| Umsatzabgrenzung, kurzfristiger Anteil | 1q | 6.648.107 | 4.735.208 |
| Kurzfristige Verbindlichkeiten gesamt | 18.312.330 | 11.047.751 | |
| Langfristige Verbindlichkeiten | |||
| Rückstellungen, ohne kurzfristigen Anteil | 13 | 62.763 | 62.763 |
| Umsatzabgrenzungen, ohne kurzfristigen Anteil | 1q | 6.216.007 | 3.687.199 |
| Wandelschuldverschreibungen an nahe stehende Unternehmen und Personen | 15 | 38.371 | 50.214 |
| Latente Steuerverpflichtungen | 11, 18 | 3.162.332 | 1.260.946 |
| Langfristige Verbindlichkeiten gesamt | 9.479.473 | 5.061.122 | |
| Eigenkapital | 14, 15, 16 | ||
| Grundkapital, € 3,00 Nennwert | |||
| 12.729.785 und 11.416.850 genehmigte Stammaktien | |||
| 6.715.322 und 6.025.863 ausgegebene Stammaktien | |||
| 6.686.160 und 5.996.701 Stammaktien im Umlauf für 2006 und 2005 | |||
| Eigene Aktien (29.162 und 29.162 für 2006 und 2005) zu Anschaffungskosten | 20.135.263 | 18.066.886 | |
| Kapitalrücklage | 123.878.001 | 96.412.849 | |
| Kumuliertes sonstiges „Comprehensive Income" | 1.359.948 | 877.863 | |
| Verlustvortrag | (45.321.893) | (51.349.827) | |
| Eigenkapital gesamt | 100.051.319 | 64.007.771 | |
| PASSIVA GESAMT | 127.843.122 | 80.116.644 |
siehe Anhang
094
Konzern-Eigenkapitalentwicklung (IFRS)
| GRUNDKAPITAL | ||
|---|---|---|
| AKTIEN | € | |
| STAND AM 01. JANUAR 2005 | 5.438.852 | 16.316.556 |
| Aufwand aus der Gewährung von Aktienoptionen und Wandelschuldverschreibungen | ||
| Ausübung von an nahe stehende Unternehmen und Personen ausgegebenen Optionen und Wandelschuldverschreibungen | 96.878 | 290.634 |
| Ausübung von an nahe stehende Unternehmen und Personen ausgegebenen Optionen auf eigene Aktien | ||
| Kapitalerhöhung, nach Ausgabekosten von 483.253 € | 490.133 | 1.470.399 |
| Sonstiges „Comprehensive Income" | ||
| Veränderung des unrealisierten Gewinns aus zur Veräußerung verfügbaren Wertpapieren nach Abzug von latenten Steuern | ||
| Währungsgewinn aus Konsolidierung | ||
| Jahresüberschuss | ||
| „Comprehensive Income" | ||
| STAND AM 31. DEZEMBER 2005 | 6.025.863 | 18.077.589 |
| Aufwand aus der Gewährung von Aktienoptionen und Wandelschuldverschreibungen | ||
| Ausübung von an nahe stehende Unternehmen und Personen ausgegebenen Optionen und Wandelschuldverschreibungen | 96.561 | 289.683 |
| Sachkapitalerhöhung, nach Ausgabekosten von 32.060 € | 208.560 | 625.680 |
| Kapitalerhöhung, nach Ausgabekosten von 472.885 € | 384.338 | 1.153.014 |
| Sonstiges „Comprehensive Income" | ||
| Veränderung des unrealisierten Gewinns aus zur Veräußerung verfügbaren Wertpapieren nach Abzug von latenten Steuern | ||
| Effekte aus dem eigenkapitalbezogenen Ansatz von latenten Steuern | ||
| Währungsverlust aus Konsolidierung | ||
| Jahresüberschuss | ||
| „Comprehensive Income" | ||
| STAND AM 31. DEZEMBER 2006 | 6.715.322 | 20.145.966 |
siehe Anhang
VORSTAND UNTERNEHMEN KONZERNLAGEBERICHT
KONZERNABSCHLUSS
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
Konzentrallanz
Konzern-Eigenkapitalentwicklung
| EIGENE AKTIEN | KAPITAL-RÜCKLAGE | NEUBEWERTUNGSRÜCKLAGE | UMWANDLUNGS-RÜCKLAGE | VERLUST-VORTRAG | GESAMTES EIGENKAPITAL | |
|---|---|---|---|---|---|---|
| AKTIEN | € | |||||
| 30.062 | (11.033) | 78.646.377 | 403.229 | 49.553 | (56.026.196) | 39.378.486 |
| 1.132.104 | 1.132.104 | |||||
| 1.185.929 | 1.476.563 | |||||
| (900) | 330 | 2.370 | 2.700 | |||
| 15.446.069 | 16.916.468 | |||||
| 181.450 | 181.450 | |||||
| 243.631 | 243.631 | |||||
| 4.676.369 | 4.676.369 | |||||
| 5.101.450 | ||||||
| 29.162 | (10.703) | 96.412.849 | 584.679 | 293.184 | (51.349.827) | 64.007.771 |
| 1.250.891 | 1.250.891 | |||||
| 2.739.618 | 3.029.301 | |||||
| 7.997.500 | 8.623.180 | |||||
| 15.477.143 | 16.630.157 | |||||
| 623.420 | 623.420 | |||||
| (141.309) | (141.309) | |||||
| (26) | (26) | |||||
| 6.027.934 | 6.027.934 | |||||
| 6.510.019 | ||||||
| 29.162 | (10.703) | 123.878.001 | 1.066.790 | 293.158 | (45.321.893) | 100.051.319 |
096
Konzern-Kapitalflussrechnung (IFRS)
| in € | ANHANGS-ANGABEN | 2006 | 2005 |
|---|---|---|---|
| CASH FLOW AUS DER GEWÖHNLICHEN GESCHÄFTSTÄTIGKEIT | |||
| Jahresüberschuss | 6.027.934 | 4.676.369 | |
| Überleitung vom Jahresüberschuss zum Mittelzufluss aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit | |||
| Abschreibungen | 1.515.975 | 928.002 | |
| Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte | 3.435.279 | 2.696.560 | |
| Steuerertrag | (524.615) | (344.817) | |
| Nettogewinn aus der Veräußerung marktfähiger Wertpapiere | (667.534) | (611.187) | |
| Unrealisierter Netto(Gewinn)/ -verlust aus derivativen Finanzinstrumenten | (18.372) | 336.004 | |
| (Gewinn)/Verlust aus der Veräußerung von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten | (28.929) | 30.188 | |
| Realisierung von abgegrenzten Umsatzerlösen | (15.981.692) | (11.669.191) | |
| Anteilsbasierte Vergütung | 1.242.971 | 1.132.104 | |
| Veränderungen von betrieblichen Aktiva und Passiva: | |||
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 1.140.530 | (624.172) | |
| Aktive Rechnungsabgrenzung und sonstige Vermögenswerte | (2.954.579) | (909.014) | |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie Rückstellungen | 2.060.891 | 869.890 | |
| Lizenzverbindlichkeiten | (885.851) | (1.006.679) | |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 1.542.839 | (1.520.771) | |
| Umsatzabgrenzung | 20.423.400 | 10.233.703 | |
| Mittelzufluss aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit | 16.328.247 | 4.216.989 | |
| Gezahlte Zinsen | 20.480 | 228.654 | |
| MITTELZUFLUSS AUS DER GEWÖHNLICHEN GESCHÄFTSTÄTIGKEIT, NETTO | 16.348.727 | 4.445.643 |
siehe Anhang
VORSTAND UNTERNEHMEN KONZERNLAGEBERICHT
KONZERNABSCHLUSS
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
Konzernbilanz
Konzern-Eigenkapitalentwicklung
Konzern-Kapitalflussrechnung
| in € | ANHANGS-ANGABEN | 2006 | 2005 |
|---|---|---|---|
| INVESTITIONSTÄTIGKEIT: | |||
| Erwerb von Finanzanlagen | (33.848.867) | (43.317.784) | |
| Erlöse aus der Veräußerung von Finanzanlagen | 22.778.680 | 19.611.985 | |
| Erwerb von Sachanlagen | (3.548.865) | (625.553) | |
| Erlöse aus der Veräußerung von Sachanlagen | 38.850 | 75.914 | |
| Zugänge zu den immateriellen Vermögenswerten | (425.931) | (73.499) | |
| Akquisitionen, nach Abzug erworbener Zahlungsmittel | (21.172.502) | (7.069.417) | |
| MITTELABFLUSS AUS DER INVESTITIONSTÄTIGKEIT | 20 | (36.178.635) | (31.398.354) |
| FINANZIERUNGSTÄTIGKEIT: | |||
| Erlöse aus der Eigenkapitalemission | 17.103.041 | 17.399.722 | |
| Erlöse aus der Ausübung von an nahe stehende Unternehmen und Personen ausgegebenen Optionen und Wandelschuldverschreibungen | 3.029.301 | 1.479.263 | |
| Nettozahlungen aus der Ausgabe von Wandelschuldverschreibungen an nahe stehende Unternehmen und Personen | (11.843) | (59.478) | |
| Erwerb von derivativen Finanzinstrumenten | 6 | (93.650) | (75.000) |
| Erlöse aus der Veräußerung von Derivaten | 6 | 31.006 | 136.529 |
| Kosten der Aktienausgabe | (504.945) | (483.253) | |
| MITTELZUFLUSS AUS DER FINANZIERUNGSTÄTIGKEIT | 20 | 19.552.910 | 18.397.783 |
| Einfluss von Wechselkurseffekten auf die Zahlungsmittel | 25.289 | 40.759 | |
| Abnahme der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | (251.709) | (8.514.169) | |
| ZAHLUNGSMITTEL UND ZAHLUNGSMITTEL-ÄQUIVALENTE ZU BEGINN DER PERIODE | 4.017.029 | 12.531.198 | |
| ZAHLUNGSMITTEL UND ZAHLUNGSMITTEL-ÄQUIVALENTE AM ENDE DER PERIODE | 3.765.320 | 4.017.029 |
siehe Anhang
098
Anhang zum Konzernabschluss
1 ORGANISATION UND WESENTLICHE BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSGRUNDSÄTZE
GESCHÄFT UND UNTERNEHMEN
Die MorphoSys AG (die „Gesellschaft“ oder „MorphoSys“) ist ein Biotechnologieunternehmen, das die kombinatorische Biologie für die Arzneimittelentdeckung mit dem vorrangigen Ziel einsetzt, neue Technologien für ein breites wissenschaftliches Spektrum zu entwickeln und kommerziell zu nutzen. Die Gesellschaft wurde im Juli 1992 als deutsche Gesellschaft mit beschränkter Haftung gegründet und im Juni 1998 in eine deutsche Aktiengesellschaft umgewandelt. Der Börsengang der Gesellschaft erfolgte im März 1999 am Neuen Markt, einem Segment der Deutschen Börse für Gesellschaften mit hohen Wachstumsraten. Am 15. Januar 2003 wurde die MorphoSys AG in das Prime-Standard-Segment der Frankfurter Wertpapierbörse aufgenommen.
KONSOLIDIERTE UNTERNEHMEN
Die MorphoSys AG hat fünf 100%ige Tochtergesellschaften (zusammen der „MorphoSys-Konzern“):
Die MorphoSys USA, Inc. wurde am 16. Februar 2000 in den USA gegründet. Der Geschäftszweck dieses Tochterunternehmens bestand in der Unterstützung der MorphoSys AG beim Vertrieb und bei der Lizenzierung ihrer Produkte. Die MorphoSys USA, Inc. hat im November 2002 ihre Tätigkeit weitgehend eingestellt.
Die MorphoSys IP GmbH wurde am 6. November 2002 im Handelsregister München eingetragen und hat am 31. Dezember 2002 ihre Geschäftstätigkeit aufgenommen. Geschäftszweck dieser Gesellschaft sind der Kauf, die Pflege und die Verwaltung bestimmter immaterieller Vermögenswerte des MorphoSys-Konzerns. Die Gesellschaft ist in dem Gebäude der MorphoSys AG in Martinsried/Planegg untergebracht.
Im Januar 2006 hat die MorphoSys AG die Serotec Ltd. und deren Tochtergesellschaften Serotec, Inc., Serotec GmbH und Oxford Biotechnology Ltd. (zusammen die „Serotec-Gruppe“) erworben, die damit eine 100%ige MorphoSys-Tochtergesellschaft wurde. Die Serotec-Gruppe wurde in das bestehende AbD-Segment von MorphoSys integriert. Der Kaufpreis von rund 20 Mio. £ (rund 29,3 Mio. €) wurde mit 14 Mio. £ bzw. 20,5 Mio. € in bar und der verbleibende Teil durch die Ausgabe von 208.560 neuen MorphoSys-Aktien aus einer Sachkapitalerhöhung entrichtet.
Im Januar 2007 wurden die Serotec Ltd. und die Serotec, Inc. in MorphoSys UK Ltd. bzw. MorphoSys US Inc. umbenannt.
Die Biogenesis Ltd., Poole, UK, und die Biogenesis, Inc., New Hampshire, USA, waren von MorphoSys im Januar 2005 für insgesamt 5,25 Mio. £ nach Abzug von Nettofinanzschulden in Höhe von rund 0,7 Mio. £ erworben worden. Die Biogenesis UK wurde zunächst in MorphoSys UK Ltd. umbenannt und änderte in 2007 ihren Firmennamen in Poole Real Estate Ltd. Die Biogenesis, Inc. wurde in MorphoSys US Inc. umfirmiert und auf die Serotec, Inc. verschmolzen. Die aufnehmende Gesellschaft nahm daraufhin wieder den Namen MorphoSys US Inc. an.
ALLGEMEINE INFORMATIONEN
Der Konzernabschluss zum 31. Dezember 2006 wurde vom Vorstand in seiner Sitzung am 6. Februar 2007 durch Vorstandsbeschluss verabschiedet. Dem Vorstand der Gesellschaft gehören die Herren Dr. Simon E. Moroney als Vorstandsvorsitzender, Dave Lemus als Executive Vice President und Finanzvorstand sowie Frau Dr. Marlies Sproll als Vorstand für Forschung und Entwicklung an.
VORSTAND UNTERNEHMEN KONZERNLAGEBERICHT
KONZERNABSCHLUSS
Konzernabschluss
Anhang zum Konzernabschluss
Dem Aufsichtsrat der Gesellschaft gehören die Herren Dr. Gerald Möller (Vorsitzender des Aufsichtsrats und Vorsitzender des Vergütungs- und Ernennungsausschusses), Prof. Dr. Jürgen Drews (stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats und Mitglied des Vergütungs- und Ernennungsausschusses und des Ausschusses für Wissenschaft und Technologie), Dr. Daniel Camus (Mitglied des Prüfungsausschusses), Dr. Metin Colpan (Mitglied des Vergütungs- und Ernennungsausschusses und des Ausschusses für Wissenschaft und Technologie), Prof. Dr. Andreas Plückthun (Vorsitzender des Ausschusses für Wissenschaft und Technologie) und Dr. Geoffrey N. Vernon (Vorsitzender des Prüfungsausschusses) an. Der Aufsichtsrat ist berechtigt, den Abschluss nach der Verabschiedung durch den Vorstand zu ändern.
Der eingetragene Sitz der MorphoSys AG befindet sich in der Lena-Christ-Straße 48 in D-82152 Martinsried/Planegg.
WESENTLICHE BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSGRUNDSÄTZE
A) GRUNDLAGEN DER ANWENDUNG
Die Erstellung von Konzernabschlüssen gemäß den International Financial Reporting Standards (IFRS) erfordert von der Geschäftsleitung, Schätzungen vorzunehmen und Annahmen zu treffen, die die im Konzernabschluss und im dazugehörigen Anhang ausgewiesenen Beträge beeinflussen. Die tatsächlichen Ergebnisse könnten von diesen Schätzungen abweichen.
Die nachfolgend aufgeführten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wurden auf alle Perioden des vorliegenden Konzernabschlusses einheitlich angewendet.
IFRS 2 „ANTEILSBASIERTE VERGÜTUNG“
IFRS 2 „Anteilsbasierte Vergütung“ verlangt die erfolgswirksame Erfassung von Transaktionen, bei denen der Konzern Vermögenswerte oder Dienstleistungen als Gegenleistung für Aktien oder Rechte an Aktien („Erfüllung durch Eigenkapitalinstrumente“) oder als Gegenleistung für andere Vermögenswerte erwirbt, die wertmäßig einer bestimmten Anzahl von Aktien oder Rechten an Aktien entsprechen („Erfüllung in bar“). Wesentliche Auswirkung für den MorphoSys-Konzern hat IFRS 2 durch die erfolgswirksame Erfassung von Aktienoptionen und sonstigen anteilsbasierten Vergütungssystemen für Mitarbeiter und Organmitglieder unter Anwendung eines Optionspreismodells.
In Übereinstimmung mit IFRS 2.54 hat der Konzern IFRS 2 in Bezug auf eigenkapitalorientierte Zusagen angewendet, die am oder nach dem 1. Januar 1999 gegeben wurden. In Übereinstimmung mit IFRS 2.56 werden vor dem 1. Januar 1999 gewährte Optionen nicht im Aufwand erfasst. Dennoch werden alle Angaben im Einklang mit IFRS 2.44 und 2.45 offengelegt. Weitere Erläuterungen werden unter den Ziffern 15 und 16 dieses Anhangs zum Konzernabschluss gegeben.
IFRS 3 „UNTERNEHMENSZUSAMMENSCHLÜSSE“, IAS 36
„WERTMINDERUNG VON VERMÖGENSWERTEN“ UND IAS 38
„IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE“
IFRS 3 betrifft die Rechnungslegung bei Unternehmenszusammenschlüssen, die am oder nach dem 31. März 2004 vereinbart wurden. IFRS 3 schreibt vor, dass für alle Unternehmenszusammenschlüsse die Erwerbsmethode Anwendung findet, wobei die identifizierbaren erworbenen Vermögenswerte und übernommenen Schulden erstmalig zu den jeweiligen beizulegenden Zeitwerten angesetzt werden. Ein Überschuss des Kaufpreises über die zugeordneten Beträge ist als Geschäfts- oder Firmenwert zu erfassen. Der Geschäfts- oder Firmenwert unterliegt einer regelmäßigen Überprüfung auf mögliche Wertminderung.
Die Gesellschaft hat die Bilanzierung für Unternehmenszusammenschlüsse im Jahr 2006 nur vorläufig vorgenommen und führt gegenwärtig eine Kaufpreiszuordnung durch. Deren Ergebnis könnte gemäß IFRS 3.62 zu einer Anpassung des Geschäfts- oder Firmenwerts führen; jede Anpassung der provisorischen Werte ist innerhalb von zwölf Monaten nach dem Erwerbszeitpunkt vorzunehmen (IFRS 3.69).
Die Nutzungsdauer wird für jeden einzelnen immateriellen Vermögenswert als zeitlich begrenzt oder unbegrenzt festgelegt. Die Gesellschaft hat keine Werte mit unbegrenzter Nutzungsdauer identifiziert. Zeitlich begrenzt nutzbare immaterielle Vermögenswerte werden über ihre Nutzungsdauer abgeschrieben. Abschreibungszeitraum und -methoden für zeitlich begrenzt nutzbare immaterielle Vermögenswerte werden jährlich oder bei Anzeichen einer dauerhaften Wertminderung vorzeitig geprüft.
100
Forderungen, Verbindlichkeiten, Rückstellungen, Erträge und Aufwendungen sowie Gewinne zwischen konsolidierten Gesellschaften werden in der Konsolidierung eliminiert.
VORZEITIGE ANWENDUNG SONSTIGER
INTERNATIONAL FINANCIAL REPORTING STANDARDS
Das Unternehmen hat bisher IFRS 7 nicht angewandt, welcher für Zeiträume ab dem 1. Januar 2007 in Kraft tritt. Die Anwendung wird keine signifikanten Auswirkungen auf den Konzernabschluss des Unternehmens haben.
B) ENTSPRECHENSERKLÄRUNG
Der vorliegende Konzernabschluss wurde nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) des International Accounting Standards Board (IASB), London, unter Berücksichtigung der Empfehlungen des Standing Interpretations Committee (SIC), des International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC) sowie der von der Europäischen Kommission verabschiedeten IFRS erstellt.
Der Konzernabschluss für das zum 31. Dezember 2006 endende Geschäftsjahr der Gesellschaft umfasst die MorphoSys AG und ihre Tochtergesellschaften (zusammen der „MorphoSys-Konzern“).
C) GRUNDLAGEN DER DARSTELLUNG
Der Abschluss wurde in Euro erstellt, soweit nicht anders angegeben. Er beruht auf historischen Anschaffungskosten mit Ausnahme der folgenden Aktiva und Passiva, die zu ihren jeweiligen beizulegenden Zeitwerten ausgewiesen sind: derivative Finanzinstrumente, zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte und bestimmte Lizenzen (Cambridge Antibody Technologies Ltd. (CAT) und XOMA Ireland Ltd.). Alle Zahlenangaben in diesem Bericht sind entweder auf volle Beträge in Euro oder in Tausend Euro gerundet.
IAS 27 „Konzern- und separate Einzelabschlüsse nach IFRS“ ist für am 1. Januar 2005 oder danach beginnende jährliche Berichtsperioden anzuwenden. Die Gesellschaft hat entschieden, IAS 27 allen Abschlüssen ab dem 1. Januar 2003 zugrunde zu legen. Von den Konzerngesellschaften wurden in Übereinstimmung mit IAS 27.28 einheitliche Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden angewendet.
D) GRUNDLAGEN DER KONSOLIDIERUNG
Konzerninterne Salden und Transaktionen und aus konzerninternen Transaktionen resultierende unrealisierte Gewinne wurden gemäß IAS 27.24 bei der Erstellung des Konzernabschlusses eliminiert. Unrealisierte Verluste werden in gleicher Weise wie unrealisierte Gewinne eliminiert. Für weitere Erläuterungen siehe Ziffer 1A dieses Anhangs zum Konzernabschluss zu IFRS 3 „Unternehmenszusammenschlüsse“, IAS 36 „Wertminderung von Vermögenswerten“ und IAS 38 „Immaterielle Vermögenswerte“.
E) FREMDWÄHRUNGSUMRECHNUNG
IAS 21 „Auswirkungen von Änderungen der Wechselkurse“ schreibt vor, wie Geschäftsvorfälle und Salden in fremder Währung zu bilanzieren sind. Fremdwährungstransaktionen werden zum Wechselkurs am jeweiligen Tag des Geschäftsvorfalls umgerechnet. Daraus resultierende Umrechnungsdifferenzen werden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Am Bilanzstichtag werden Aktiva und Passiva zum Stichtagskurs, Erträge und Aufwendungen zum Durchschnittskurs der Periode umgerechnet. Umrechnungsdifferenzen aus diesen Umrechnungen werden ebenfalls in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Weitere Fremdwährungsdifferenzen auf Konzernebene werden im Eigenkapital unter dem kumulierten sonstigen „Comprehensive Income“ erfasst.
F) ZINSEN
Bei der Ermittlung von beizulegenden Zeitwerten und der Abzinsung bestimmter Verbindlichkeiten wendet MorphoSys Zinssätze an. Für die Berechnung aktienkursorientierter Vergütungen legt MorphoSys den am Tag der Zusage geltenden Zinssatz für deutsche Bundesanleihen mit einer Laufzeit von zwei Jahren zugrunde.
Zur Abzinsung bestimmter Verpflichtungen im Rahmen der mit CAT getroffenen Vereinbarung wendet die Gesellschaft einen Zinssatz von 13 % an.
VORSTAND UNTERNEHMEN KONZERNLAGEBERICHT
KONZERNABSCHLUSS
Konzernabschluss
Anhang zum Konzernabschluss
G) DERIVATIVE FINANZINSTRUMENTE
Zur Absicherung seines Fremdwährungsrisikos setzt der Konzern derivative Finanzinstrumente ein. Nach IAS 39.9 werden alle derivativen Finanzinstrumente ausschließlich zu Handelszwecken gehalten und bei der erstmaligen Erfassung zu Anschaffungskosten angesetzt. Nach dem erstmaligen Ansatz werden derivative Finanzinstrumente mit ihrem beizulegenden Zeitwert, d.h. ihrem notierten Marktpreis am Bilanzstichtag, bewertet. Da die Derivate nicht auf ihren Sicherungscharakter hin geprüft wurden, wird ein sich ergebender Gewinn oder Verlust in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen. Gemäß der Kurssicherungspolitik des Konzerns werden nur eindeutig bestimmbare Forderungen kursgesichert, die innerhalb eines Zeitraums von zwölf Monaten realisiert werden können.
H) LIQUIDE MITTEL
Alle Bankguthaben, Kassenbestände und kurzfristigen Einlagen mit einer ursprünglichen Laufzeit von bis zu drei Monaten betrachtet die Gesellschaft als liquide Mittel. Sie legt ihre liquiden Mittel bei zwei großen deutschen Finanzinstituten, der HypoVereinsbank und der Deutschen Bank, an.
I) FINANZINSTRUMENTE
Bei ihrer erstmaligen Erfassung werden alle Finanzinstrumente zu Anschaffungskosten angesetzt, die dem beizulegenden Zeitwert der gegebenen Gegenleistung entsprechen und die Transaktionskosten des Finanzinstruments beinhalten.
Für ihre Finanzinstrumente in Form von Schuld- und Eigenkapitaltiteln wendet die Gesellschaft IAS 39 an. Die Geschäftsleitung entscheidet zum Zeitpunkt des Erwerbs über die entsprechende Klassifizierung des Finanzinstruments und überprüft sie zu jedem Bilanzstichtag. Am 31. Dezember der Jahre 2006 und 2005 waren alle von der Gesellschaft gehaltenen Finanzinstrumente der Kategorie „zur Veräußerung verfügbar“ zugeordnet. Diese Finanzinstrumente werden an dem Tag gebucht oder ausgebucht, an dem sich der Konzern zu ihrem Erwerb oder ihrer Veräußerung verpflichtet. Nach ihrem erstmaligen Ansatz werden zur Veräußerung verfügbare Finanzinstrumente mit ihrem beizulegenden Zeitwert angesetzt, wobei ein Gewinn oder Verlust direkt im kumulierten sonstigen „Comprehensive Income“ innerhalb des Eigenkapitals ausgewiesen wird, bis das Finanzinstrument veräußert, eingelöst oder auf andere Weise abgegangen ist oder das Finanzinstrument als wertgemindert angesehen wird, wobei der kumulierte Verlust in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst wird.
Die Gesellschaft betrachtet einen Rückgang des beizulegenden Zeitwerts von zur Veräußerung verfügbaren Finanzinstrumenten, der länger als sechs Monate dauert, als nicht mehr nur vorübergehend, sofern nicht besondere Hinweise und Umstände dagegen sprechen. Falls sich in einer Folgeperiode der beizulegende Zeitwert wieder erhöht, wird der Wertminderungsverlust rückgängig gemacht und der rückgängig gemachte Betrag bei Eigenkapitaltiteln im kumulierten sonstigen „Comprehensive Income“ und bei Schuldtiteln in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.
J) FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden zu Anschaffungskosten abzüglich etwaiger Wertberichtigungen auf zweifelhafte Forderungen (siehe folgender Absatz) und aufgrund von Impairment (siehe Ziffer 1N dieses Anhangs zum Konzernabschluss) ausgewiesen.
Wertberichtigungen für zweifelhafte Forderungen beruhen auf der Einschätzung der Geschäftsleitung über die Einbringlichkeit bestimmter Kundenforderungen und auf der Altersstruktur der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Sollte eine Verschlechterung der Kreditwürdigkeit eines wichtigen Kunden eintreten oder sollten die tatsächlichen Forderungsausfälle höher sein als in der Vergangenheit, könnte die Einschätzung der Geschäftsleitung bezüglich der Realisierung von Außenständen der Gesellschaft nachteilig beeinflusst werden. Aufgrund der Einschätzung der Geschäftsleitung wurden per 31. Dezember 2006 Wertberichtigungen in Höhe von 189.103 € und per 31. Dezember 2005 in Höhe von 41.461 € vorgenommen. Die Gesellschaft vereinbart mit ihren Kunden im AbD-Segment Eigentumsvorbehalte für Außenstände. Die Höhe der vereinbarten Eigentumsvorbehalte zum 31. Dezember 2006 war nicht materiell.
102
K) VORRÄTE
Vorräte werden mit dem niedrigeren Wert aus Anschaffungs- oder Herstellungskosten und Nettoveräußerungswert nach der FIFO-Methode bewertet. In die Herstellungskosten der selbstgefertigten Vorräte sind alle Kosten, die direkt zugeordnet werden können, sowie ein entsprechender Anteil der Gemeinkosten einbezogen. Die Vorräte können in Roh-, Hilfs-, und Betriebsstoffe, unfertige Erzeugnisse und Fertigerzeugnisse unterteilt werden. Auf unfertige Erzeugnisse und Roh-, Hilfs-, und Betriebsstoffe entfallen 2 % bzw. 1 % des Gesamtwerts.
L) SACHANLAGEN
Sachanlagen werden zu Anschaffungskosten ausgewiesen, vermindert um kumulierte Abschreibungen (siehe auch Ziffer 8 dieses Anhangs zum Konzernabschluss) und etwaige Wertminderungen aus Impairment (siehe Ziffer 1N dieses Anhangs zum Konzernabschluss). Ersatzbeschaffungen sowie Um- und Einbauten werden aktiviert, wohingegen Reparatur- und Instandhaltungsausgaben bei ihrem Anfall als Aufwand erfasst werden. Die Sachanlagen werden über ihre Nutzungsdauer (drei bis fünf Jahre) linear abgeschrieben. Mietereinbauten werden über die geschätzte Nutzungsdauer der Anlagen (zehn bis fünfzig Jahre) abgeschrieben.
M) IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE
MA) FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG
Forschungskosten werden in der Periode als Aufwand erfasst, in der sie anfallen. Entwicklungskosten werden bei ihrem Anfall als Aufwand erfasst (IAS 38.5 und IAS 38.11-38.23).
MB) PATENTKOSTEN
Durch den Konzern erlangte Patente werden zu Anschaffungskosten ausgewiesen, vermindert um kumulierte Abschreibungen (siehe unten) und etwaige Wertminderungen aus Impairment (siehe Ziffer 1N dieses Anhangs zum Konzernabschluss). Bei den aktivierten Kosten handelt es sich in erster Linie um Kosten der Rechtsberatung. Patentkosten werden linear über die niedrigere Dauer aus geschätzter wirtschaftlicher Nutzungsdauer (zehn Jahre) und verbleibender Patentlaufzeit abgeschrieben. Die Abschreibung beginnt zum Zeitpunkt der Patenterteilung. Die Patente der Gesellschaft zum Schutz ihrer firmeneigenen HuCAL-Technologie wurden in Australien im Oktober 2000, in den USA im Oktober 2001 und in Europa im Juni 2002 erteilt. Weitere Patente sind in Kanada und Japan angemeldet.
MC) LIZENZRECHTE
Die Gesellschaft hat von Dritten Lizenzrechte durch Vorauszahlung von Lizenzgebühren, jährliche Gebühren zur Aufrechterhaltung der Lizenzen und Gebühren für Unterlizenzen erworben. Die vorausbezahlten Lizenzgebühren schreibt die Gesellschaft über die geschätzte Nutzungsdauer der erworbenen Lizenz (zehn Jahre) linear ab. Dauer und Methode der Abschreibung werden gemäß IAS 38.104 am Ende eines jeden Geschäftsjahres überprüft. Jahresgebühren zur Aufrechterhaltung der Lizenzen werden über die Laufzeit des einzelnen Jahresvertrags abgeschrieben. Gebühren für Unterlizenzen werden über die Laufzeit des Vertrags oder bei Verträgen ohne vertraglich vereinbarte Laufzeit über die geschätzte Nutzungsdauer der Zusammenarbeit linear abgeschrieben.
MD) SOFTWARE
Software wird zu Anschaffungskosten ausgewiesen, vermindert um kumulierte Abschreibungen (siehe unten) und etwaige Wertminderungen aus Impairment (siehe Ziffer 1N dieses Anhangs zum Konzernabschluss). Abschreibungen werden in der Ergebnisrechnung linear über die geschätzte Nutzungsdauer von drei Jahren als Aufwand erfasst. Die Abschreibung beginnt in dem Zeitpunkt, in dem die Software einsatzbereit ist.
VORSTAND UNTERNEHMEN KONZERNLAGEBERICHT
KONZERNABSCHLUSS
Konzernabschluss
Anhang zum Konzernabschluss
ME) KNOW-HOW UND KUNDENSTAMM
MorphoSys hat eine Kaufpreiszuordnung nach IFRS 3 „Unternehmenszusammenschlüsse“ durchgeführt. Die dabei identifizierten immateriellen Vermögenswerte umfassen Kundenstamm, Know-how sowie Kundenbeziehungen und Händlernetz.
MF) GESCHÄFTS- ODER FIRMENWERT
Der bilanzierte Geschäfts- oder Firmenwert resultiert sowohl aus den erwarteten Synergien, die realisiert werden sollen, als auch aus den Fähigkeiten der integrierten Mitarbeiter.
MG) NACHTRÄGLICHE AUSGABEN
Nachträgliche Ausgaben für aktivierte immaterielle Vermögenswerte werden nur aktiviert, wenn sie den künftigen wirtschaftlichen Nutzen des jeweiligen Vermögenswerts erhöhen, auf den sie sich beziehen. Alle übrigen Ausgaben werden bei ihrem Anfall als Aufwand erfasst.
N) WERTMINDERUNG
Die Geschäftsleitung überprüft die Buchwerte der Vermögenswerte des Konzerns zu jedem Bilanzstichtag oder wann immer Anhaltspunkte vorliegen, dass ein Buchwert nicht mehr erzielbar sein könnte, auf mögliche Wertminderungen. Liegt ein Anhaltspunkt für eine Wertminderung vor, wird der erzielbare Betrag des Vermögenswerts geschätzt. Ein Wertminderungsaufwand wird erfasst, wenn der erzielbare Betrag geringer ist als der Buchwert des Vermögenswerts. Aufwendungen aus Wertminderungen werden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.
Der erzielbare Betrag eines Vermögenswerts ist der höhere Betrag aus dem beizulegenden Zeitwert abzüglich der Verkaufskosten und dem Nutzungswert. Zur Schätzung des Nutzungswerts werden die erwarteten künftigen Cashflows mit einem Zinssatz vor Steuern, der die gegenwärtige Markteinschätzung des Zinseffekts und die speziellen Risiken des Vermögenswerts widerspiegelt, auf ihren Barwert abgezinst. Erwirtschaftet ein Vermögenswert keine unabhängigen Cashflows, wird der erzielbare Betrag für die Zahlungsmittel generierende Einheit ermittelt, zu der der Vermögenswert gehört.
Ein Wertminderungsaufwand für eine Forderung wird rückgängig gemacht, wenn die erfolgte Erhöhung des erzielbaren Betrags objektiv mit einem Ereignis in Zusammenhang zu bringen ist, das eingetreten ist, nachdem der Wertminderungsaufwand erfasst wurde. In Bezug auf andere Vermögenswerte ist ein Wertminderungsaufwand dann rückgängig zu machen, wenn sich eine Änderung in den Schätzungen ergeben hat, die der Bestimmung des erzielbaren Betrags zugrunde lagen. Ein Wertminderungsaufwand darf nur so weit rückgängig gemacht werden, dass der Buchwert des Vermögenswerts nicht den Buchwert übersteigt, der bestimmt worden wäre (abzüglich der Abschreibungen), wenn kein Wertminderungsaufwand erfasst worden wäre.
O) VERBINDLICHKEITEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN UND SONSTIGE VERBINDLICHKEITEN
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten werden mit ihrem Rückzahlungsbetrag angesetzt. Verbindlichkeiten mit einer Fälligkeit von mehr als einem Jahr werden auf ihren Barwert abgezinst.
Verbindlichkeiten mit ungewissem zeitlichen Anfall oder Betrag werden als Rückstellungen ausgewiesen.
P) WANDELSCHULDVERSCHREIBUNGEN
Die Gesellschaft hat unter Beachtung von IAS 32 und IAS 39 an Aufsichtsrat, Vorstand und Mitarbeiter des Konzerns Wandelschuldverschreibungen ausgegeben. In Übereinstimmung mit IAS 32.28 ist die Eigenkapitalkomponente einer Schuldverschreibung separat in der Kapitalrücklage auszuweisen und vom beizulegenden Zeitwert der Schuldverschreibung abzuziehen. Der verbleibende Betrag wird als Personalaufwand aus Aktienoptionen behandelt. Die Gesellschaft wendet IFRS 2 „Anteilsbasierte Vergütung“ auf alle an Aufsichtsrat, Vorstand und Mitarbeiter des Konzerns gewährten Wandelschuldverschreibungen an.
104
Q) UMSATZREALISIERUNG
Die Umsatzerlöse der Gesellschaft enthalten Gebühren für die Bereitstellung von Technologien sowie Gebühren aus Forschungs- und Entwicklungskooperationen vorwiegend mit in den USA ansässigen Unternehmen.
Umsatzerlöse aus nicht rückzahlbaren Gebühren für die Bereitstellung von Technologien, Gebühren für die Nutzung von Technologien und Lizenzgebühren werden – solange keine geeignete Methode der Umsatzrealisierung verfügbar ist – über die jeweilige Vertragslaufzeit abgegrenzt und linear erfasst. Diese Vertragslaufzeit entspricht in der Regel der vertraglich vereinbarten Forschungsdauer oder bei Verträgen ohne vertraglich vereinbarte Dauer der geschätzten Nutzungsdauer der Kooperation, Servicegebühren im Rahmen von Forschungs- und Entwicklungskooperationen werden in der Periode erfasst, in der die Dienstleistung erbracht wird. Umsatzerlöse aus Meilensteinzahlungen werden bei Erfüllung bestimmter Kriterien gebucht.
Vereinnahmte staatliche Investitionsbeihilfen für die Förderung spezieller Forschungs- und Entwicklungprojekte werden bis zur Höhe der Aufwendungen, die in diesem Zusammenhang angefallen sind, als Umsatzerlöse ausgewiesen. Nach den Bedingungen für Investitionsbeihilfen steht den staatlichen Vergabestellen grundsätzlich das Recht zu, die Verwendung der von der Gesellschaft vereinnahmten Mittel zu prüfen.
In Übereinstimmung mit IAS 18.21, IAS 18.25 sowie IAS 20.18 wird für Umsatzvereinbarungen im Rahmen von Mehrkomponentenverträgen die Gesamtvergütung den separat identifizierbaren Komponenten im Verhältnis ihrer jeweiligen beizulegenden Zeitwerte (IAS 18.20) zugeordnet und das Vorliegen der Kriterien für die Umsatzrealisierung für jede Komponente einzeln beurteilt.
Die Umsatzabgrenzung beinhaltet erhaltene Umsatzerlöse, die nach den Vertragsbestimmungen jedoch noch nicht verdient sind. Die Beihilfen beliefen sich im Jahr 2006 auf 0,2 Mio. € (2005: 0,4 Mio. €).
R) AUFWENDUNGEN
RA) HERSTELLUNGSKOSTEN
Die Herstellungskosten bestehen aus den Herstellungskosten der umgesetzten Leistung und den Anschaffungskosten der weiterverkauften Handelswaren.
RB) PERSONALAUFWAND AUS AKTIENOPTIONEN
Die Gesellschaft wendet IFRS 2 „Anteilsbasierte Vergütung“ an. IFRS 2 schreibt vor, die geschätzten beizulegenden Zeitwerte von Aktienoptionen und anderen Vergünstigungen zum Bewertungsstichtag als Personalaufwand über die Periode zu verteilen, in der die Mitarbeiter die mit der Gewährung im Zusammenhang stehenden Leistungen erbringen. Der Personalaufwand aus Aktienoptionen für das gesamte Jahr 2006 betrug 1.242.971 € und wurde für diesen Zeitraum in den Herstellungskosten, den Kosten für Vertrieb, Allgemeines und Verwaltung und in den Forschungs- und Entwicklungskosten ausgewiesen. Der Personalaufwand aus Aktienoptionen von 1.132.104 € für das gesamte Jahr 2005 wurde umgegliedert in Herstellungskosten (29.293 €), Kosten für Vertrieb, Allgemeines und Verwaltung (681.142 €) sowie in Forschungs- und Entwicklungskosten (421.669 €).
RC) ZAHLUNGEN FÜR OPERATING-LEASINGVERHÄLTNISSE
Im Rahmen eines Operating-Leasingverhältnisses geleistete Zahlungen sind über die Laufzeit des Leasingverhältnisses linear in der Gewinn- und Verlustrechnung zu erfassen.
S) ZINSERTRAG
Zinserträge sind bei ihrem Anfall unter Berücksichtigung der Effektivverzinsung des Vermögenswerts im Ergebnis zu erfassen.
T) ZINSAUFWAND
Fremdkapitalkosten werden in der Periode erfasst, in der sie anfallen.
VORSTAND UNTERNEHMEN KONZERNLAGEBERICHT
KONZERNABSCHLUSS
Konzernabschluss
Anhang zum Konzernabschluss
U) ERTRAGSTEUERN
Ertragsteuern auf den Jahresüberschuss oder -fehlbetrag enthalten laufende und latente Steuern. Ertragsteuern sind in der Gewinn- und Verlustrechnung zu erfassen, ausgenommen in dem Umfang, in dem die Steuern mit direkt im Eigenkapital angesetzten Posten im Zusammenhang stehen, wobei die Ertragsteuern dann ebenfalls im Eigenkapital erfasst werden.
Die laufenden Ertragsteuern sind die erwartete Steuerschuld auf das zu versteuernde Einkommen des Jahres, basierend auf Steuersätzen, die am Bilanzstichtag gelten oder vorwiegend gelten, und verrechnet mit Anpassungen der Steuerschuld für Vorjahre.
Latente Steuern werden auf der Grundlage der bilanzorientierten Verbindlichkeitsmethode berechnet, die sich mit temporären Differenzen zwischen den Buchwerten für Vermögenswerte und Schulden in der Handelsbilanz und ihren Beträgen in der Steuerbilanz befasst. Die latenten Steuern ermitteln sich in Abhängigkeit von der Art und Weise, in der erwartet wird, die Buchwerte der Vermögenswerte zu realisieren und die Schulden zu erfüllen, basierend auf Steuersätzen, die am Bilanzstichtag gelten oder vorwiegend gelten.
Aktive latente Steuern sind nur in der Höhe als Vermögenswert zu bilanzieren, in der es wahrscheinlich ist, dass zukünftiges zu versteuerndes Ergebnis zur Verfügung stehen wird, um den Anspruch zu realisieren. Aktive latente Steuern sind in dem Maße zu kürzen, in dem der Steueranspruch wahrscheinlich nicht mehr realisiert werden kann.
2) SEGMENTBERICHTERSTATTUNG
Ein Geschäftsssegment ist eine unterscheidbare Teilaktivität eines Konzerns, das Produkt erstellt oder Dienstleistungen erbringt und das Risiken und Chancen ausgesetzt ist, die sich von denen der anderen Geschäftsssegmente unterscheiden.
Segmentinformationen werden in Bezug auf die Geschäfts- und die geographischen Segmente des Konzerns gegeben. Die Grundlage für das primäre Segmentberichtsformat, die Segmente, bilden die Managementstruktur des Konzerns und der Aufbau seiner internen Berichterstattung. Die Segmentergebnisse und das Segmentvermögen enthalten Bestandteile, die dem einzelnen Segment entweder direkt zuordenbar sind oder auf einer vernünftigen Basis auf die Segmente verteilt werden können.
Aufwendungen für Allgemeines und Verwaltung werden den einzelnen Geschäftsssegmenten auf der Basis ihres Personalbestands zugeordnet. Immaterielle Vermögenswerte, die beiden Geschäftsssegmenten zuzurechnen sind, werden nach Umsätzen zugeordnet.
Der Konzern besteht im Wesentlichen aus den folgenden beiden Geschäftsssegmenten:
THERAPEUTISCHE ANTIKÖRPER
MorphoSys ist im Besitz einer der führenden Technologien für die Herstellung von menschlichen Antikörpertherapeutika und maßgeschneiderten Antikörper-Forschungsprojekten. Die Gesellschaft setzt ihre Technologie in Kooperationen mit international renommierten Pharma- und Biotechnologieunternehmen sowie für eigene Rechnung ein.
ANTIBODIES DIRECT – ABD
Das Geschäftsssegment AbD erweitert die Kernkompetenz von MorphoSys in Richtung der Entwicklung und Herstellung von Antikörpern zu Forschungszwecken. Es verwertet die HuCAL-Technologie zur gezielten und maßgeschneiderten Herstellung von Forschungsantikörpern für Partnerunternehmen.
GEOGRAPHISCHE SEGMENTE
Bei den geographischen Segmentinformationen beziehen sich die Segmentumsatzerlöse auf den geographischen Sitz der Kunden. Die Angaben zum Segmentvermögen betreffen den Standort der Vermögenswerte.
106
| THERAPEUTISCHE ANTIKÖRPER | ABD | NICHT ZUGEORDNET | KONZERN | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 2006 | 2005 | 2006 | 2005 | 2006 | 2005 | 2006 | 2005 | |
| in T€ | ||||||||
| UMSATZERLÖSE | 34.713 | 29.139 | 18.318 | 4.348 | 53.031 | 33.487 | ||
| Herstellungskosten | 7.979 | 2.543 | 7.979 | 2.543 | ||||
| SEGMENTERGEBNIS | 16.589 | 14.778 | (3.428) | (2.911) | (6.985) | (5.707) | 6.176 | 6.160 |
| Zinsertrag | 60 | 108 | ||||||
| Zinsaufwand | 143 | 277 | ||||||
| Sonstige Aufwendungen, netto | ||||||||
| ERGEBNIS VOR STEUERN | 807 | 879 | ||||||
| Steuerertrag/(aufwand) | 5.286 | 5.112 | ||||||
| JAHRESÜBERSCHUSS | 742 | (436) | ||||||
| Umlaufvermögen | 1.895 | 2.742 | 8.649 | 1.360 | 65.564 | 54.373 | 76.108 | 58.475 |
| Anlagevermögen | 2.064 | 1.121 | 36.967 | 8.957 | 12.704 | 11.564 | 51.735 | 21.642 |
| SEGMENTAKTIVA GESAMT | 3.959 | 3.863 | 45.616 | 10.317 | 78.268 | 65.937 | 127.843 | 80.117 |
| Kurzfristige Verbindlichkeiten gesamt | 6.476 | 4.704 | 4.426 | 363 | 7.410 | 5.981 | 18.312 | 11.048 |
| Langfristige Verbindlichkeiten gesamt | 6.216 | 3.687 | 2.483 | 940 | 781 | 434 | 9.480 | 5.061 |
| SEGMENTVERBINDLICHKEITEN GESAMT | 12.692 | 8.391 | 6.909 | 1.303 | 8.191 | 6.415 | 27.792 | 16.109 |
| Investitionen | 2.128 | 554 | 1.863 | 128 | 13 | 20 | 4.005 | 699 |
| Abschreibungen | 1.735 | 1.944 | 1.868 | 1.223 | 651 | 458 | 4.254 | 3.625 |
Das Segmentergebnis ergibt sich aus den Segmentumsatzerlösen abzüglich der betrieblichen Aufwendungen des Segments.
Die folgende Übersicht zeigt die geographische Verteilung der Konzernumsatzerlöse:
| in T€ | 2006 | 2005 |
|---|---|---|
| Europa und Rest der Welt | 33.096 | 19.462 |
| USA und Kanada | 19.935 | 14.025 |
| GESAMT | 53.031 | 33.487 |
Die folgende Übersicht zeigt die geographische Verteilung des Konzernvermögens:
| in T€ | 2006 | 2005 |
|---|---|---|
| Deutschland | 117.338 | 77.579 |
| UK | 9.040 | 1.957 |
| USA | 1.465 | 581 |
| GESAMTVERMÖGEN | 127.843 | 80.117 |
VORSTAND UNTERNEHMEN KONZERNLAGEBERICHT
KONZERNABSCHLUSS
Konzernabschluss
Anhang zum Konzernabschluss
Die folgende Übersicht zeigt die geographische Verteilung der Konzerninvestitionen:
| in T€ | 2006 | 2005 |
|---|---|---|
| Deutschland | 2.154 | 630 |
| UK | 1.808 | 53 |
| USA | 43 | 16 |
| GESAMTINVESTITIONEN | 4.005 | 699 |
3 LIQUIDE MITTEL
| in T€ | 2006 | 2005 |
|---|---|---|
| Bankguthaben und Kassenbestände | 3.577 | 3.590 |
| Termingelder | 438 | 677 |
| Zweckgebundene Finanzmittel | (250) | (250) |
| LIQUIDE MITTEL | 3.765 | 4.017 |
4 FINANZINSTRUMENTE
Die Finanzinstrumente setzten sich am 31. Dezember 2006 und 2005 wie folgt zusammen:
| in T€ | FÄLLIG-KEIT | ANSCHAF-FUNGS-KOSTEN | UNREALISIERTER HOLDING- | REALISI-SIERTER-HOLDING-GEWINN | MARKT-WERT | |
|---|---|---|---|---|---|---|
| BRUTTO-GEWINN | BRUTTO-VERLUST | |||||
| 31.12.2006 | ||||||
| DB Geldmarktfonds | täglich | 61.598 | 1.888 | - | - | 63.486 |
| Zweckgebundene liquide Mittel | (1.225) | |||||
| 62.261 | ||||||
| 31.12.2005 | ||||||
| DB Geldmarktfonds | täglich | 48.637 | 905 | - | - | 49.542 |
| Zweckgebundene liquide Mittel | - | |||||
| 49.542 |
108
Die unrealisierten Bruttogewinne des Konzerns in Höhe von 1.887.656 € zum 31. Dezember 2006 und 905.364 € zum 31. Dezember 2005 wurden als separate Eigenkapitalposition (Neubewertungsrücklage) ausgewiesen. Im Jahr 2006 hat der Konzern einen Gewinn von 667.533 € aus der Veräußerung von Finanzinstrumenten in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen, der zuvor im Eigenkapital erfasst war (2005: 611.187 €).
Weitere Erläuterungen zur bilanziellen Behandlung der Finanzinstrumente werden unter der Ziffer 1I dieses Anhangs zum Konzernabschluss gegeben.
5 FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN
Alle Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind unverzinslich und haben generell Zahlungsziele zwischen 30 und 45 Tagen. Am 31. Dezember 2006 und 2005 enthielten die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen noch nicht in Rechnung gestellte Beträge von 133.333 € bzw. 145.648 €.
6 SONSTIGE FORDERUNGEN
Gemäß der Kurssicherungspolitik der Gesellschaft werden eindeutig bestimmbare Fremdwährungsforderungen mit einem Zahlungsziel von bis zu zwölf Monaten auf Kurssicherungsbedarf geprüft und mit ihren beizulegenden Zeitwerten als sonstige Forderungen ausgewiesen. Beginnend in 2003 hat MorphoSys Devisenoptions- und -terminverträge zur Kurssicherung ihrer US$-Forderungen geschlossen.
Zum 31. Dezember 2006 waren zwei Optionsverträge ausstehend mit einem Nominalwert von 1.562.500 € oder 1.921.875 US$ (2005: 0 € oder 0 US$) mit Fälligkeiten zwischen Januar und Februar 2007. Hierfür betrug der Marktwert zum 31. Dezember 2006 106.334 € (2005: 0 €). Dieser wurde in der Bilanz unter den sonstigen Forderungen ausgewiesen. Marktwertänderungen wurden als sonstiger Ertrag erfasst und waren im Jahr 2006 im Fremdwährungsverlust von 1,2 Mio. € enthalten. Zum 31. Dezember 2006 betrug die noch nicht beglichene vertragliche Prämie für im Januar 2006 eingegangene Derivate 75.700 € (31. Dezember 2005: 138.000 €).
7 RECHNUNGSABGRENZUNG, SONSTIGE KURZFRISTIGE VERMÖGENSWERTE UND VORRÄTE
Die aktive Rechnungsabgrenzung bestand zum 31. Dezember 2006 im Wesentlichen aus vorausgezahlten Gebühren für Unterlizenzen in Höhe von 0,1 Mio. € (31. Dezember 2005: 0,1 Mio. €) und anderen Vorauszahlungen in Höhe von 1,2 Mio. € (31. Dezember 2005: 0,9 Mio. €).
Die sonstigen kurzfristigen Vermögenswerte beliefen sich auf 0,8 Mio. € und bestanden vor allem aus Steuerforderungen (2005: 0,6 Mio. €).
Die Vorräte in Höhe von 3,5 Mio. € befinden sich im Wesentlichen in Oxford, Großbritannien, (2005: 0,5 Mio. €).
VORSTAND UNTERNEHMEN KONZERNLAGEBERICHT
KONZERNABSCHLUSS
Konzernabschluss
Anhang zum Konzernabschluss
8
SACHANLAGEN, NETTO
| in T€ | GRUNDSTÜCKE
UND GEBÄUDE | BÜRO UND
LABOREIN-RICHTUNG | BETRIEBS- UND
GESCHÄFTS-AUSSTATTUNG | GESAMT |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Anschaffungskosten | | | | |
| 1. JANUAR 2006 | 2.247 | 5.334 | 1.881 | 9.462 |
| Zugänge | 1.487 | 2.322 | 613 | 4.422 |
| Abgänge | (697) | (257) | (265) | (1.219) |
| Währungsänderungen | (14) | - | (10) | (24) |
| 31. DEZEMBER 2006 | 3.023 | 7.399 | 2.219 | 12.641 |
| Kumulierte Abschreibungen | | | | |
| 1. JANUAR 2006 | 10 | 3.783 | 972 | 4.765 |
| Jahresabschreibung | 66 | 909 | 229 | 1.204 |
| Wertberichtigungen | 57 | 60 | 204 | 321 |
| Abgänge | (33) | (247) | (265) | (545) |
| Währungsänderungen | - | 1 | 1 | 2 |
| 31. DEZEMBER 2006 | 100 | 4.506 | 1.141 | 5.747 |
| Buchwerte | | | | |
| 1. JANUAR 2006 | 2.237 | 1.551 | 909 | 4.697 |
| 31. DEZEMBER 2006 | 2.923 | 2.893 | 1.078 | 6.894 |
| Anschaffungskosten | | | | |
| 1. JANUAR 2005 | - | 4.986 | 1.345 | 6.331 |
| Zugänge | 2.247 | 629 | 536 | 3.412 |
| Abgänge | - | 281 | - | 281 |
| 31. DEZEMBER 2005 | 2.247 | 5.334 | 1.881 | 9.462 |
| Kumulierte Abschreibungen | | | | |
| 1. JANUAR 2005 | - | 3.274 | 726 | 4.000 |
| Jahresabschreibung | 10 | 672 | 246 | 928 |
| Abgänge | - | 163 | - | 163 |
| 31. DEZEMBER 2005 | 10 | 3.783 | 972 | 4.765 |
| Buchwerte | | | | |
| 1. JANUAR 2005 | - | 1.712 | 619 | 2.331 |
| 31. DEZEMBER 2005 | 2.237 | 1.551 | 909 | 4.697 |
- einschließlich Umgliederungen in kurzfristige Vermögenswerte, die zur Veräußerung gehalten werden, in Höhe von 0,7 Mio. €
110
Das Sachanlagevermögen der Serotec-Gesellschaften ist in den Zugängen und Abgängen enthalten, da diese Posten dem MorphoSys-Konzern am 11. Januar 2006 zugegangen sind. Währungsumrechnungseffekte aus in Fremdwährung gehaltenen Sachanlagen waren zum 31. Dezember 2006 unbedeutend.
Zum 31. Dezember 2006 wurden Grundstücke und Gebäude in Oxford, UK, und Brentwood, New Hampshire, USA, im Gesamtwert von 664.108 € umgegliedert als 'zur Veräußerung gehalten' und in das Umlaufvermögen des Segments AbD eingeschlossen.
Die Abschreibungen sind in den folgenden Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung enthalten:
| in T € | 2006 | 2005 |
|---|---|---|
| Forschung und Entwicklung | 625 | 568 |
| Vertrieb, Allgemeines und Verwaltung (Abschreibungen) | 528 | 321 |
| Vertrieb, Allgemeines und Verwaltung (Wertberichtigungen) | 317 | - |
| Herstellungskosten | 48 | 39 |
| GESAMT | 1.518 | 928 |
Zum 31. Dezember 2006 waren die im sonstigen „Comprehensive Income" erfassten Fremdwährungseffekte aus erworbenen Vermögenswerten unbedeutend.
Detailliertere Angaben sind in der Anlage 1 enthalten.
VORSTAND UNTERNEHMEN KONZERNLAGEBERICHT
KONZERNABSCHLUSS
Konzernabschluss
Anhang zum Konzernabschluss
9
IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE, NETTO
| in T€ | PATENTE | LIZENZEN | SOFT-WARE | KNOW-HOW UND KUNDEN-STAMM | GESCHÄFTS-ODER FIRMEN-WERT | GESAMT |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Anschaffungskosten | ||||||
| 1. JANUAR 2006 | 3.795 | 12.140 | 1.392 | 2.313 | 4.137 | 23.777 |
| Zugänge | 50 | 605 | 277 | 4.194 | 22.783 | 27.909 |
| Abgänge | - | (4) | - | - | - | (4) |
| Währungseffekte | - | - | - | (29) | 83 | 54 |
| 31. DEZEMBER 2006 | 3.845 | 12.741 | 1.669 | 6.478 | 27.003 | 51.736 |
| Kumulierte Abschreibungen | ||||||
| 1. JANUAR 2006 | 1.434 | 3.683 | 1.260 | 827 | - | 7.204 |
| Jahresabschreibung | 461 | 1.286 | 132 | 816 | - | 2.695 |
| Wertberichtigungen | - | - | 33 | - | - | 33 |
| Abgänge | - | (4) | - | - | - | (4) |
| Währungseffekte | - | - | - | - | - | - |
| 31. DEZEMBER 2006 | 1.895 | 4.965 | 1.425 | 1.643 | - | 9.928 |
| Buchwerte | ||||||
| 1. JANUAR 2006 | 2.361 | 8.457 | 132 | 1.486 | 4.137 | 16.573 |
| 31. DEZEMBER 2006 | 1.950 | 7.776 | 244 | 4.835 | 27.003 | 41.808 |
| Anschaffungskosten | ||||||
| 1. JANUAR 2005 | 3.766 | 12.140 | 1.366 | - | - | 17.272 |
| Zugänge | 29 | - | 45 | 2.313 | 4.137 | 6.524 |
| Abgänge | - | - | 19 | - | - | 19 |
| 31. DEZEMBER 2005 | 3.795 | 12.140 | 1.392 | 2.313 | 4.137 | 23.777 |
| Kumulierte Abschreibungen | ||||||
| 1. JANUAR 2005 | 976 | 2.469 | 1.078 | - | - | 4.523 |
| Jahresabschreibung | 458 | 1.214 | 198 | 827 | - | 2.697 |
| Abgänge | - | - | 16 | - | - | 16 |
| 31. DEZEMBER 2005 | 1.434 | 3.683 | 1.260 | 827 | - | 7.204 |
| Buchwerte | ||||||
| 1. JANUAR 2005 | 2.790 | 9.671 | 288 | - | - | 12.749 |
| 31. DEZEMBER 2005 | 2.361 | 8.457 | 132 | 1.486 | 4.137 | 16.573 |
112
Immaterielle Vermögenswerte der Serotec-Gesellschaften sind in den Zugängen und Abgängen des Berichtsjahres enthalten, da diese Posten von MorphoSys am 11. Januar 2006 erworben wurden. Währungsumrechnungseffekte aus in Fremdwährung gehaltenen immateriellen Vermögenswerten beliefen sich zum 31. Dezember 2006 auf 0,1 Mio. €.
Die Abschreibungen sind in den folgenden Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung enthalten:
| in T € | 2006 | 2005 |
|---|---|---|
| Forschung und Entwicklung | 2.131 | 2.190 |
| Vertrieb, Allgemeines und Verwaltung (Abschreibungen) | 505 | 507 |
| Vertrieb, Allgemeines und Verwaltung (Wertberichtigungen) | 33 | - |
| Herstellungskosten | 67 | - |
| GESAMT | 2.736 | 2.697 |
Zum 31. Dezember 2006 waren die im sonstigen „Comprehensive Income“ erfassten Fremdwährungseffekte aus erworbenen Vermögenswerten unbedeutend.
Die Gesellschaft hat folgende Lizenzvereinbarungen über bestimmte patentgeschützte Technologien geschlossen, die aktiviert werden (nicht aktivierte Lizenzvereinbarungen werden nicht einzeln offengelegt):
SCA VENTURES, INC., USA
Im Dezember 1999 hat die Gesellschaft eine nicht exklusive, produktbezogene Lizenzvereinbarung mit SCA Ventures, Inc., USA, geschlossen. Die nicht exklusive Lizenz der SCA Ventures dient der Konzipierung, Entdeckung, Entwicklung, Herstellung und Nutzung sowie dem Verkauf, Verkaufsangebot und Import von auf der Grundlage von HuCAL entwickelten Produkten unter den Patentrechten von SCA Ventures auf einkettige Antikörper. Die Gesellschaft ist berechtigt, die von SCA Ventures lizenzierten Technologien zur Erforschung und Identifizierung neuartiger therapeutischer
Wirkstoffe und Zielmoleküle einzusetzen und Unterlizenzen an ihre Geschäftspartner zu vergeben. Sie kann diese Lizenzvereinbarung aus beliebigem Grund gegenüber SCA Ventures schriftlich mit einer Kündigungsfrist von sechs Monaten kündigen. Die Gesellschaft hat eine Einmalzahlung für den Technologiezugang geleistet und entrichtet daneben jährliche Lizenz- und Lizenzvergabegebühren.
Am 31. Dezember 2006 hatte die Lizenz eine Restamortisationsdauer von drei Jahren.
BIOSITE DIAGNOSTICS, INC., USA
Im Januar 2000 hat die Gesellschaft eine Kooperationsvereinbarung mit Biosite Diagnostics, Inc. unterzeichnet, in deren Rahmen die Gesellschaft eine lizenzgebührenpflichtige, nicht exklusive, weltweite Lizenz für Patente von Biosite und XOMA Corporation auf bestimmte Technologien im Hinblick auf das Display und Screening von mehrkettigen Antikörpern erhielt. Die Gesellschaft ist berechtigt, die lizenzierten Technologien zur Erforschung und Identifizierung neuartiger therapeutischer Wirkstoffe und Zielmoleküle einzusetzen und Unterlizenzen an ihre Geschäftspartner zu vergeben. Sofern die Vereinbarung nicht vorzeitig gekündigt wird, läuft sie bis zum späteren Zeitpunkt aus Ablauf der Verpflichtung zur Lizenzzahlung und Auslaufen des letzten Patents, für das von einer der Vertragsparteien eine Lizenz an die andere Partei gewährt wurde. Die Gesellschaft hat eine Einmalzahlung für den Technologiezugang geleistet und entrichtet daneben jährliche Lizenz- und Lizenzvergabegebühren.
Am 31. Dezember 2006 hatte die Lizenz eine Restamortisationsdauer von drei Jahren.
GENENTECH, INC., USA
Im Mai 2000 hat die Gesellschaft eine Lizenzvereinbarung mit Genentech, Inc. geschlossen, die ihr im Rahmen der Genentech-Patente Rechte an der monovalenten Phagendisplay-Screeningtechnologie gewährt. Die Gesellschaft ist berechtigt, die lizenzierten Technologien zur Erforschung und Identifizierung neuartiger therapeutischer Wirkstoffe und Zielmoleküle einzusetzen und Unterlizenzen an ihre Geschäftspartner zu vergeben. Die Gesellschaft hat eine Einmalzahlung für den Technologiezugang geleistet und entrichtet jährliche Lizenz- und Lizenzvergabegebühren.
VORSTAND UNTERNEHMEN KONZERNLAGEBERICHT
KONZERNABSCHLUSS
Konzernabschluss
Anhang zum Konzernabschluss
Am 31. Dezember 2006 hatte die Lizenz eine Restamortisationsdauer von vier Jahren.
XOMA IRELAND LTD., IRLAND
Im Februar 2002 hat die Gesellschaft mit XOMA Ireland Ltd. eine gegenseitige Lizenzvereinbarung über antikörperbezogene Technologien geschlossen. Im Rahmen dieser Vereinbarung entrichtete MorphoSys an XOMA 1,1 Mio. € und im September 2002 eine zweite Rate in Höhe von 4,6 Mio. €. Die Gesellschaft hatte die Wahl, die zweite Rate als Zahlung oder in Form neuer Stammaktien der Gesellschaft im Gegenwert von 5,5 Mio. € zu leisten. Die Gesellschaft erfasste im Jahr 2002 einen Betrag von 2,5 Mio. € als Forschungs- und Entwicklungsaufwand. Die verbleibenden 3,2 Mio. € repräsentieren den Wert der erhaltenen Lizenz; sie wurden als immaterieller Vermögenswert aktiviert und werden über eine Nutzungsdauer von zehn Jahren amortisiert.
Im Oktober 2002 hat die Gesellschaft die Option ausgeübt und die zweite Rate in Form von 363.466 neuen Stammaktien entrichtet, deren Anzahl sich aus dem Börsenkurs der Aktien der Gesellschaft zum Zeitpunkt der Bekanntgabe ergab. Im Zusammenhang mit der Ausübung dieser Option hat die Gesellschaft im Zeitpunkt der Aktienausgabe im Mai 2003 einen Zinsaufwand von 0,7 Mio. € gebucht.
Am 31. Dezember 2006 hatte die Lizenz eine Restamortisationsdauer von sechs Jahren.
CAMBRIDGE ANTIBODY TECHNOLOGIES LTD. (CAT), UK
Im Dezember 2002 hat MorphoSys mit Wirkung vom Juli 2003 ein Lizenzabkommen und einen Vergleich mit CAT geschlossen. Der Vergleich erstreckt sich auf die bisherige, gegenwärtige und künftige Nutzung sowie die Vermarktung sämtlicher Versionen der HuCAL-Bibliotheken von MorphoSys und auf alle Patente, die Gegenstand der Auseinandersetzungen zwischen beiden Gesellschaften waren. Eingeschlossen sind auch die Rechtsstreitigkeiten in den USA bezüglich der Griffiths-, McCafferty-, Winter II- und Winter/Lerner/Huse-Patente von CAT wie auch die von MorphoSys beim Europäischen Patentamt eingereichten Einsprüche gegen die CAT-Patente Winter II und McCafferty.
Am 31. Dezember 2006 hatte die Lizenz eine Restamortisationsdauer von sieben Jahren.
CRUCELL N.V., NIEDERLANDE
Im August 2006 hat die MorphoSys AG mit dem niederländischen Biotechnologieunternehmen Crucell N.V. ein zweites Lizenzabkommen für PER.C6® und mit dessen Technologiepartner DSM Biologics eine biopharmazeutische Produktionsvereinbarung geschlossen. Die Lizenz berechtigt MorphoSys, die Zelllinie PER.C6® bei der Herstellung von klinischem Material für die Entwicklung seines eigenen therapeutischen Antikörperprogramms MOR103 einzusetzen. Die Herstellung von klinischem Material ist eine wichtige Voraussetzung für die Einhaltung des Projektzeitplans.
Am 31. Dezember 2006 hatte die Lizenz eine Restamortisationsdauer von zehn Jahren.
Weitere Erläuterungen sind in der Anlage 1 enthalten.
10 SONSTIGE VERMÖGENSWERTE
Die Gesellschaft hat bestimmte Positionen innerhalb der sonstigen Vermögenswerte als zweckgebundene Finanzmittel klassifiziert, die für betriebliche Zwecke nicht zur Verfügung stehen. Zum 31. Dezember 2006 und 2005 verfügte die Gesellschaft über zweckgebundene Finanzmittel von 1.475.182 € bzw. 250.000 € für ausgereichte Garantien und von 38.371 € bzw. 50.214 € für an Mitarbeiter ausgegebene Wandelschuldverschreibungen.
11 VORLÄUFIGE KAUFPREISZUORDNUNG
Im Zusammenhang mit dem Serotec-Erwerb hat MorphoSys im Rahmen der Rechnungslegung nach IFRS die von IFRS 3 „Unternehmenszusammenschlüsse“ vorgeschriebene Kaufpreiszuordnung vorgenommen. Die Gesellschaft beauftragte PricewaterhouseCoopers mit der Identifizierung und
114
Bewertung der erworbenen Vermögenswerte. IFRS erlaubt die nicht ergebniswirksame Anpassung der zugewiesenen beizulegenden Zeitwerte innerhalb von zwölf Monaten nach dem Erwerbszeitpunkt.
Weitere materielle Vermögenswerte wurden bei Grundstücken und Gebäuden sowie in den Vorräten identifiziert und entsprechend bewertet.
Die identifizierten immateriellen Vermögenswerte setzten sich aus dem Kundenstamm, dem Know-how sowie den Kundenbeziehungen und dem Händlernetz zusammen.
Die Kaufpreiszuordnung hatte die nachfolgenden Auswirkungen auf den Konzernabschluss:
SEROTEC-GRUPPE - NETTOVERMÖGEN
| SEROTEC-GRUPPE
Nettovermögen am 11. Januar 2006 – in T€ | GEBUCHTER
BETRAG | ANPASSUNGEN
DES BEIZU-
LEGENDEN
ZEITWERTS | BEIZU-
LEGENDER
ZEITWERT |
| --- | --- | --- | --- |
| Liquide Mittel | 332 | - | 332 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
und sonstige Forderungen | 1.530 | - | 1.530 |
| Vorräte | 3.017 | 1.088 | 4.105 |
| Sachanlagen, netto | 364 | - | 364 |
| Grundstücke und Gebäude, netto | 285 | 182 | 467 |
| Lizenzen, netto | 414 | - | 414 |
| Software, netto | 79 | - | 79 |
| Kundenstamm | - | 2.451 | 2.451 |
| Know-how und unpatentierte Technologie | - | 1.754 | 1.754 |
| Sonstige Vermögenswerte | 345 | - | 345 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
und sonstige Verbindlichkeiten | (2.633) | - | (2.633) |
| Latente Steuern | - | (1.853) | (1.853) |
| IDENTIFIZIERBARE AKTIVA UND PASSIVA, NETTO | 3.733 | 3.622 | 7.355 |
| Geschäfts- oder Firmenwert aus dem Erwerb | | | 22.797 |
| GEZAHLTE GEGENLEISTUNG* | | | 30.152 |
| davon Entrichtung in Eigenkapitalinstrumenten | | | 8.655 |
| Erworbene Zahlungsmittel | | | 332 |
| NETTOMITTELABFLUSS | | | 21.165 |
- einschließlich Beratungsgebühren in Höhe von 1,1 Mio. €
VORSTAND UNTERNEHMEN KONZERNLAGEBERICHT
KONZERNABSCHLUSS
Konzernabschluss
Anhang zum Konzernabschluss
Zum 31. Dezember 2006 wurde der Goodwill wie in IAS 36.134 gefordert untersucht. Auf Basis der Zahlungsmittel generierenden Einheit, dem Segment AbD, wurde der Nutzungswert als erheblich höher als der Buchwert eingestuft. Aus diesem Grund wurde von einer detaillierten Sensitivitätsanalyse abgesehen. Basierend auf der aktualisierten Prognose der Finanzmittelflüsse wurde der Nutzungswert wie folgt berechnet: Beta-Faktor von 1,3; Ertragsteuersatz von 36%; WACC von 9,9% sowie mit einer konservativen Wachstumsrate bei konstanten jährlichen Zahlungen. Die den Annahmen zugrunde liegenden Parameter repräsentieren die Einschätzungen der Unternehmensleitung im Hinblick auf zukünftige Entwicklungen und basieren sowohl auf internen Planungsszenarios als auch auf externen Quellen.
Im Jahr 2006 trugen die erworbenen Tochtergesellschaften Umsätze von 13,7 Mio. € sowie einen Jahresfehlbetrag von 0,5 Mio. € zum konsolidierten Jahresüberschuss bei.
12 VERBINDLICHKEITEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN
Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind unverzinslich und haben im Normalfall ein Zahlungsziel von bis zu 30 Tagen. Lizenzverbindlichkeiten haben zum Teil ein Zahlungsziel von bis zu 30 Tagen. Lizenzverbindlichkeiten, die voraussichtlich später als zwölf Monate fällig werden, werden mit einem Zinssatz von 13% auf ihren Barwert abgezinst. Die Restfälligkeitsbeträge der Verbindlichkeiten ergeben sich aus der folgenden Übersicht:
VERBINDLICHKEITEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN
| in T € | 31.12.2006 | 31.12.2005 |
|---|---|---|
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 3.326 | 344 |
| Rechnungsabgrenzung | 6.376 | 3.617 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 754 | 361 |
| davon für Steuern | 670 | 143 |
| davon im Rahmen der sozialen Sicherheit | - | 154 |
| GESAMT | 10.456 | 4.322 |
In den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind Verpflichtungen enthalten, die im Wesentlichen abgegrenzte Aufwendungen für Personalzahlungen in Höhe von 1,8 Mio. € beinhalten (2005: 0,6 Mio. €). Rückstellungen für ausstehende Rechnungen beinhalten 1,5 Mio. € vor allem für Lizenzzahlungen (2005: 1,3 Mio. €), Aufsichtsratsvergütungen von 0,2 Mio. € (2005: 0,2 Mio. €), Prüfungs- und sonstige damit verbundene Honorare von 0,2 Mio. € (2005: 0,1 Mio. €) und 0,2 Mio. € für Rechtsberatung (2005: 0,5 Mio. €).
Auf der Hauptversammlung im Mai 2006 wurde der Aufsichtsrat der Gesellschaft ermächtigt, die KPMG Deutsche Treuhand-Gesellschaft Aktiengesellschaft Wirtschaftsprüfungsgesellschaft zu ihrem Abschlussprüfer zu bestellen. Die Prüfungsgesellschaft und ihre Partnerunternehmen innerhalb des weltweiten KPMG-Netzwerks erhielten von MorphoSys in den Geschäftsjahren 2006 und 2005 Vergütungen in Höhe von 303.353 € bzw. 280.173 € (davon die KPMG Deutsche Treuhand-Gesellschaft Aktiengesellschaft Wirtschaftsprüfungsgesellschaft 172.824 € und 213.519 €) einschließlich Prüfungshonoraren von 185.915 € (2005: 121.363 €) und Honoraren für sonstige Leistungen von 117.438 € (2005: 158.810 €). In diesen Zahlen sind Rückstellungen für Prüfungshonorare von 159.419 € (2005: 79.000 €) enthalten.
13 RÜCKSTELLUNGEN
Am 31. Dezember 2006 und 2005 verfügte die Gesellschaft über Rückstellungen in Höhe von 1.144.805 € bzw. 1.041.482 €.
Die Steuerrückstellungen enthalten vor allem Aufwendungen für Ertragsteuern, während in den sonstigen Verpflichtungen vor allem Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten enthalten sind. Beide Posten waren zum 31. Dezember 2006 in Bezug auf ihre Höhe ungewiss und werden voraussichtlich in 2007 ausgeglichen.
116
Die Rückstellungen haben sich im Geschäftsjahr 2006 wie folgt verändert:
| in T € | 01.01.2006 | ZUWEISUNG | INAN-SPRUCH-NAHME | AUF-LÖSUNG | 31.12.2006 |
|---|---|---|---|---|---|
| Steuern | 789 | 1.134 | 919 | - | 1.004 |
| Sonstige Verpflichtungen | 252 | 84 | 172 | 23 | 141 |
| GESAMT | 1.041 | 1.218 | 1.091 | 23 | 1.145 |
Die Rückstellungen der Serotec-Gruppe sind in den Zuweisungen und Auflösungen des Berichtsjahres enthalten. Zum Erwerbszeitpunkt 11. Januar 2006 wies die Serotec-Gruppe keine Rückstellungen aus.
14 EIGENKAPITAL
GEZEICHNETES KAPITAL
Am 31. Dezember 2006 betrug das gezeichnete Kapital der Gesellschaft ohne eigene Aktien 20.145.966 €, eine Zunahme von 2.068.377 € gegenüber dem Stand von 18.077.589 € am 31. Dezember 2005. Jede Stückaktie des gezeichneten Kapitals gewährt ein Stimmrecht. Eine Zunahme um 625.680 € bzw. 208.560 Aktien ist auf die Sachkapitalerhöhung im Zusammenhang mit dem Serotec-Erwerb vom 11. Januar 2006 zurückzuführen. Durch eine am 29. März 2006 durchgeführte Kapitalerhöhung erhöhte sich das gezeichnete Kapital um 1.153.014 € bzw. 384.338 Aktien. Die Wandlung und die Ausübung von 96.561 an Mitarbeiter gewährte Wandelschuldverschreibungen und Optionen erhöhten das gezeichnete Kapital im Jahr 2006 um weitere 289.683 €.
Am 31. Dezember 2005 hatte das gezeichnete Kapital der Gesellschaft 18.077.589 € betragen. Die Zunahme der Aktienanzahl um 490.133 Aktien bzw. 1.470.399 € war auf eine am 15. März 2005 durchgeführte Kapitalerhöhung zurückzuführen. Durch die Wandlung und Ausübung von 96.878 an Mitarbeiter gewährten Wandelschuldverschreibungen und Optionen hatte sich das Grundkapital im Jahr 2005 um weitere 290.634 € erhöht.
Eigene Aktien beliefen sich am 31. Dezember 2006 auf 10.703 € (29.162 Aktien) und blieben damit gegenüber dem 31. Dezember 2005 unverändert.
GENEHMIGTES KAPITAL
Am 11. Januar 2006 wurden im Rahmen einer Sachkapitalerhöhung im Zusammenhang mit dem Serotec-Erwerb aus dem Genehmigten Kapital I 208.560 Aktien ausgegeben.
Am 29. März 2006 wurden im Rahmen einer Kapitalerhöhung 384.338 Aktien aus dem Genehmigten Kapital II ausgegeben.
Am 17. Mai 2006 ermächtigte die Hauptversammlung die Gesellschaft, das Genehmigte Kapital I um 526.788 Aktien auf maximal 2.493.769 neue Aktien (31. Dezember 2005: 2.175.541 Aktien) zu erhöhen.
Daneben wurde eine Erhöhung des Genehmigten Kapitals II um 443.628 Aktien auf maximal 652.188 neue Aktien genehmigt (31. Dezember 2005: 592.898 Aktien).
BEDINGTES KAPITAL
Im Jahr 2006 wurden aus dem Bedingten Kapital I durch Ausübung der gleichen Zahl von Optionen durch Mitarbeiter 2.445 Aktien geschaffen und das Grundkapital um 7.335 € erhöht. Daneben wurden aus dem Bedingten Kapital II durch Ausübung der gleichen Zahl von Optionen durch Mitarbeiter 31.265 Aktien geschaffen und das Grundkapital um 93.795 € erhöht. Aus dem Bedingten Kapital IV wurden durch Ausübung der gleichen Zahl von Wandelschuldverschreibungen durch Mitarbeiter 49.351 Aktien geschaffen und das Grundkapital um 148.053 € erhöht.
VORSTAND UNTERNEHMEN KONZERNLAGEBERICHT
KONZERNABSCHLUSS
Konzernabschluss
Anhang zum Konzernabschluss
Schließlich wurden aus dem Bedingten Kapital V durch Ausübung der gleichen Zahl von Optionen durch Mitarbeiter 13.500 Aktien geschaffen und das Grundkapital um 40.500 € erhöht.
Im Jahr 2005 wurden aus dem Genehmigten Kapital I, II, IV und V 1.400, 34.125, 59.478 bzw. 1.875 Aktien geschaffen. Das Grundkapital hatte sich dadurch um 4.200 €, 102.375 €, 178.434 € bzw. 5.625 € erhöht.
Am 17. Mai 2006 ermächtigte die Hauptversammlung die Gesellschaft, für das Bedingte Kapital III und V zusätzliche Aktien bis maximal 1.829.562 bzw. 343.987 Aktien zu schaffen.
Am 11. Mai 2005 hatte die Hauptversammlung die Gesellschaft ermächtigt, für das Bedingte Kapital III, IV und V zusätzliche Aktien bis maximal 1.602.125, 513.938 bzw. 242.405 Aktien zu schaffen.
DIVIDENDE
Dividenden dürfen ausschließlich auf der Grundlage des Bilanzgewinns des deutschen Einzelabschlusses der Gesellschaft (nach Abzug bestimmter Rücklagen) beschlossen und ausgeschüttet werden. Dieser Betrag unterscheidet sich aufgrund der Anpassungen des Konzernabschlusses an IFRS von der Summe aus Kapitalrücklage und Bilanzverlustvortrag im vorliegenden Konzernabschluss. Obwohl die Gesellschaft in ihrem deutschen Einzelabschluss für das Jahr 2006 ein zu versteuerndes Ergebnis auswies, ergab sich zum 31. Dezember 2006 und 2005 kein Bilanzgewinn für eine Ausschüttung. Die Fähigkeit der Gesellschaft zur Dividendenausschüttung hängt daher von ihrer zukünftigen Ertragsentwicklung ab.
KAPITALRÜCKLAGE
Am 31. Dezember 2006 betrug die Kapitalrücklage 123.878.001 € (31. Dezember 2005: 96.412.849 €). Der Anstieg um rund 27,5 Mio. € ergab sich aus Rückstellungen für Personalaufwand aus Aktienoptionen in Höhe von 1.250.892 €, (einschließlich des Eigenkapitalanteils der ausgegebenen Wandelanleihen), aus einer Sachkapitalerhöhung im Zusammenhang mit dem Serotec-Erwerb in Höhe von 7.997.500 € (einschließlich transaktionsbedingter Kosten von 32.060 €) und aus einer Kapitalerhöhung am 29. März 2006 in Höhe von 15.477.143 € (einschließlich transaktionsbedingter Kosten von 756.916 €), saldiert mit aktiven latenten Steuern von 284.032 €. Ein Anstieg um 2.739.618 € ergab sich aus der Ausübung und Wandlung von Optionen und Wandelschuldverschreibungen im Jahr 2006.
Im Jahr 2005 hatte sich die Kapitalrücklage um 17,7 Mio. € durch Rückstellungen für Personalaufwand aus Aktienoptionen in Höhe von 1.132.104 €, durch 15.446.069 € (einschließlich transaktionsbedingter Kosten von 767.068 €) aus der Kapitalerhöhung vom 15. März 2005, saldiert mit einem latenten Steueranspruch von 283.815 €, und durch 1.188.299 € aus der Ausübung und Wandlung von Optionen und Wandelschuldverschreibungen im Jahr 2005 erhöht.
15 WANDELSCHULDVERSCHREIBUNGEN
Die Hauptversammlung im Juli 2002 hatte die Gesellschaft ermächtigt, bis zum 30. Juni 2006 bis zu 300.000 unverzinsliche Wandelschuldverschreibungen im Nennwert von jeweils 1,00 € an Mitarbeiter sowie Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft und ihrer Beteiligungsgesellschaften zu gewähren. Das Bezugsrecht der Aktionäre wurde ausgeschlossen. Am 16. Mai 2003 und 11. Mai 2005 hatte die Hauptversammlung die Gesellschaft jeweils ermächtigt, weitere 150.269 Aktien bis zum 30. April 2010 auszugeben. Am 9. Dezember 2004 waren 49.914 Wandelschuldverschreibungen zu einem Ausübungspreis von 38,40 € an Mitglieder des Vorstands und Mitarbeiter der MorphoSys AG gewährt worden.
Die Wandelschuldverschreibungen sind außer in Erbschafts-/Todesfällen nicht übertragbar und dürfen nicht beliehen werden. Im Falle der Arbeitsunfähigkeit kann der Vorstand in begründeten Einzelfällen einer Übertragung zustimmen.
118
Die Wandlungsrechte können nur ausgeübt werden, sofern zum Zeitpunkt der Ausübung der Wandlungsrechte das Arbeitsverhältnis mit dem Halter der Wandelschuldverschreibungen ungekündigt ist und noch keine einvernehmliche Aufhebungsvereinbarung getroffen wurde. Im Fall der Nichtausübung der Wandlungsrechte werden den Begünstigten die zum Erwerb der Wandelschuldverschreibungen aufgewendeten Beträge (d.h. 1,00 € je Schuldverschreibung/Aktie) erstattet.
Die Begünstigten dürfen die Wandlungsrechte erst nach Ablauf einer Wartefrist von einem Jahr nach Gewährungsdatum ausüben. Jede Wandelschuldverschreibung im Nennwert von 1,00 € berechtigt bei Entrichtung des Wandlungspreises zum Tausch in eine nennwertlose Stammaktie der Gesellschaft. Die Wandelschuldverschreibungen konnten nach dem 31. Dezember 2006 nicht mehr ausgeübt werden.
Der Wandlungspreis der im Jahr 2004 gewährten Wandelschuldverschreibungen hatte 38,40 € betragen und dem durchschnittlichen Schlusskurs der Aktie der Gesellschaft in der XETRA-Schlussauktion der Frankfurter Wertpapierbörse an den letzten fünf Handelstagen vor dem Beschluss des Vorstands zur Ausgabe der Wandelschuldverschreibungen entsprochen.
Die Wandlungsrechte können nur ausgeübt werden, wenn der Börsenkurs an mindestens einem Tag während der Laufzeit der Wandelschuldverschreibungen 110 % des durchschnittlichen Börsenkurses der XETRA-Schlussauktion der Frankfurter Wertpapierbörse an den letzten fünf Handelstagen vor dem Beschluss des Vorstands zur Ausgabe der Wandelschuldverschreibungen erreicht hat.
Aktien aus der Ausübung von Wandlungsrechten können erstmals in dem Geschäftsjahr am Gewinn der Gesellschaft teilhaben, für das zum Zeitpunkt der Ausübung die Hauptversammlung noch keinen Gewinnverwendungsbeschluss gefasst hat.
Im Jahr 2006 haben Mitarbeiter der Gesellschaft 49.351 im Jahr 2004 gewährte Schuldverschreibungen in die gleiche Anzahl nennwertloser Stammaktien gewandelt. Davon wurden 16.193 Schuldverschreibungen von Mitgliedern des Vorstands ausgeübt. Weitere Einzelheiten finden sich unter Ziffer 23 dieses Anhangs zum Konzernabschluss.
Am 31. Dezember 2006 sind alle im Jahr 2004 gewährten Wandelschuldverschreibungen verfallen. Der Nominalbetrag von jeweils 1,00 € wurde den Betroffenen erstattet.
Im Jahr 2006 wurden im Rahmen des 2002er Plans Mitgliedern des Vorstands und Mitarbeitern weitere Wandelschuldverschreibungen zu den gleichen Konditionen wie im Jahr 2002 gewährt. Am 15. Januar 2006 wurden 38.418 Wandelschuldverschreibungen an Vorstandsmitglieder und Mitarbeiter der MorphoSys AG gewährt. Der Ausübungspreis für die Schuldverschreibungen beträgt 44,12 € und entspricht dem Börsenkurs in der XETRA-Schlussauktion der Frankfurter Wertpapierbörse am Handelstag vor dem Beschluss des Vorstands zur Ausgabe der Wandelschuldverschreibungen.
Die nachfolgende Übersicht zeigt die Entwicklung des Wandelschuldverschreibungsplans für Mitarbeiter der Gesellschaft in den Jahren 2006 und 2005:
| WANDELSCHULD-VERSCHREIBUNGEN | GEWICHTETER DURCHSCHRITTS-PREIS € | |
|---|---|---|
| AM 1. JANUAR 2005 | ||
| AUSSTEHEND | 99.692 | 24,83 |
| Rückerstattet | 10.000 | 11,69 |
| Ausgeübt | (59.478) | 11,30 |
| Verfallen | (373) | 38,40 |
| Abgelaufen | (300) | 11,69 |
| AM 31. DEZEMBER 2005 | ||
| AUSSTEHEND | 49.541 | 38,40 |
| AM 1. JANUAR 2006 | ||
| AUSSTEHEND | 49.541 | 38,40 |
| Gewährt | 38.418 | 44,12 |
| Ausgeübt | (49.351) | 38,40 |
| Verfallen | (237) | 44,12 |
| Abgelaufen | (190) | 38,40 |
| AM 31. DEZEMBER 2006 | ||
| AUSSTEHEND | 38.181 | 44,12 |
VORSTAND UNTERNEHMEN KONZERNLAGEBERICHT
KONZERNABSCHLUSS
Konzernabschluss
Anhang zum Konzernabschluss
Die am 31. Dezember 2006 und 2005 ausübbaren Wandelschuldverschreibungen beliefen sich auf 38.181 bzw. 49.541 Aktien. Der gewichtete durchschnittliche Ausübungspreis der ausübbaren Wandelschuldverschreibungen belief sich am 31. Dezember 2006 bzw. 2005 auf 44,12 € bzw. 38,40 €. Im Jahr 2005 waren keine Wandelschuldverschreibungen gewährt worden.
Als Folge eines Gerichtsbeschlusses wurden 10.000 im Jahr 2004 verfallene Wandelschuldverschreibungen in 2005 den Betreffenden erstattet.
Die folgende Übersicht enthält den gewichteten durchschnittlichen Ausübungspreis sowie Angaben zur Vertragslaufzeit von wesentlichen Gruppen von Wandelschuldverschreibungen zum 31. Dezember 2006:
| AUSÜBUNGSPREISE | AUSSTE-HENDE (ANZAHL) | RESTLICHE VERTRAGS-LAUFZEIT (IN JAHREN) | Gewichteter Durchschnitts-LICHER AUS-ÜBUNGSPREIS | ||
|---|---|---|---|---|---|
| AUSÜBUNGSPREIS | AUSÜBBAR (ANZAHL) | AUSÜBUNGSPREIS | |||
| € 44,12 | 38.181 | 2,00 | € 44,12 | 0 | € 0,00 |
| 38.181 | 0 |
Die Gesellschaft bilanziert den Personalaufwand aus Aktienoptionen in Übereinstimmung mit IFRS 2 und IAS 32.28. Die Eigenkapitalkomponente der Wandelschuldverschreibungen ist separat in der Kapitalrücklage auszuweisen und wird vom beizulegenden Zeitwert der Wandelschuldverschreibungen abgesetzt. Der verbleibende Wert wird als Personalaufwand aus Aktienoptionen erfasst. Der Vergütungsaufwand im Zusammenhang mit Wandelschuldverschreibungen betrug in den Jahren 2006 und 2005 535.635 € bzw. 757.965 €. Der beizulegende Zeitwert der im Jahr 2006 gewährten Wandelschuldverschreibungen wurde auf der Grundlage des Optionspreismodells von Black-Scholes unter der Annahme eines risikofreien Zinssatzes von 2,84 %, einer Dividendenrendite von 0 %, einer
auf historischen Daten beruhenden erwarteten Volatilität von 54 % und einer erwarteten Laufzeit von zwei Jahren ermittelt. Der gewichtete durchschnittliche beizulegende Zeitwert der im Jahr 2006 gewährten Wandelschuldverschreibungen wird somit auf 13,95 € geschätzt.
Bewertungsmodelle beruhen in starkem Maße auf subjektiven Annahmen. Da Veränderungen der subjektiven Bewertungsannahmen die Schätzung des beizulegenden Zeitwerts erheblich beeinflussen können, liefern die bestehenden Modelle nach Ansicht des Managements nicht unbedingt einen zuverlässigen alleinigen Maßstab für den beizulegenden Zeitwert der an Mitarbeiter ausgegebenen Aktienoptionen.
120
16 | AKTIENOPTIONEN
1998ER MITARBEITER-AKTIENOPTIONSPROGRAMM
Am 15. Juni 1998 hat die Gesellschaft einen Aktienoptionsplan („1998er Plan“) zur Gewährung von Optionen an Führungskräfte und Vorstandsmitglieder der Gesellschaft zum Erwerb von Stammaktien der Gesellschaft eingeführt. Der 1998er Plan erlaubte die Ausgabe von Optionen an die Belegschaft für 96.075 Stammaktien der Gesellschaft in Form von 45.450 Namensoptionsscheinen für je eine Stammaktie und 50.625 Aktien, auszugeben nach Ausübung von Optionsrechten ohne Optionsschein. Die Gesellschaft hat 55.350 Stammaktien sowie 68.650 eigene Aktien für die Aktienoptionen reserviert. Alle unter dem 1998er Plan gewährten Optionsrechte haben eine Laufzeit von zehn Jahren.
Jeder Optionsschein berechtigt den Halter zum Bezug einer Aktie. Mit Ausübung des Optionsscheins wird der Ausübungspreis, der dem Marktpreis der Aktien am Tag der Gewährung entspricht, zur Zahlung fällig. Halter von Optionsscheinen dürfen sie in vollem Umfang frühestens sechs Monate nach ihrer Gewährung ausüben, können sie jedoch auch veräußern. Die Optionsscheine oder die durch Ausübung erhaltenen Aktien werden über drei Jahre gestaffelt jährlich ausübbar.
Die nicht mit Optionsscheinen ausgestatteten Optionsrechte werden im Rahmen einer Optionsvereinbarung zwischen der Gesellschaft und dem Mitarbeiter gewährt. Für alle Zuteilungen nach dem Juni 1998 gilt eine zweijährige Sperrfrist ab dem Zuteilungsdatum; nach deren Ablauf kann der Halter von nicht mit Optionsscheinen ausgestatteten Optionsrechten sie bis zum Betrag der ausübbaren Optionsrechte ausüben.
In den Jahren 2006 und 2005 wurden 2.445 bzw. 2.300 Optionen aus dem 1998er Plan ausgeübt.
1999ER MITARBEITER-AKTIENOPTIONSPROGRAMM
Mit Wirkung vom 21. Juli 1999 hat die Gesellschaft ihren Aktienoptionsplan („1999er Plan“) durch die zusätzlich genehmigte Gewährung von Optionen an Mitarbeiter für bis zu 300.250 Aktien aus dem Bedingten Kapital erweitert, auszuhändigen bei Ausübung von nicht mit Optionsscheinen versehenen Optionsrechten. Am 31. Oktober 1999 wurden 98.100 Aktien an Mitarbeiter der Gesellschaft, den Vorstand und den Aufsichtsrat gewährt. Die Optionsrechte sind nicht übertragbar und haben eine maximale Laufzeit von fünf Jahren. Daneben gilt eine zweijährige Sperrfrist ab dem Zuteilungsdatum; nach deren Ablauf kann der Halter der Optionsrechte sie bis zum Betrag der ausübbaren Optionsrechte ausüben, vorausgesetzt, dass die zugrunde liegende Aktie im Jahr der Ausübung einen kumulierten Wertzuwachs von 10% pro Jahr erreicht hat. Am 14. Oktober 2004 haben Vorstand und Aufsichtsrat entschieden, die Ausübungsfrist für 54.900 an Mitarbeiter und Vorstand gewährte Optionen bis zum 31. Oktober 2009 zu verlängern.
Im Juli 2001 haben Mitarbeiter im Rahmen des 1999er Plans weitere Aktienoptionen zu den gleichen Konditionen wie im Jahr 1999 erhalten. Am 1. Juli 2001 wurden 15.250 Optionen an Mitarbeiter der MorphoSys AG ausgegeben. Am 1. Juli 2006 sind die nicht ausgeübten Optionen verfallen.
Am 1. September 2001 hat die Gesellschaft an Mitarbeiter 94.100 Optionen, die am 5. Juli 2001 eingezogen worden waren, erneut ausgegeben. Die erneut ausgegebenen Optionen haben ähnliche Merkmale und Übertragungsmodalitäten wie die ursprünglich ausgegebenen Optionen und sind identisch zu den Optionsgewährungen des Jahres 1999. Zum 1. September 2006 sind die nicht ausgeübten Optionen verfallen.
Im Jahr 2002 erhielten Mitarbeiter im Rahmen des 1999er Plans weitere Aktienoptionen zu den gleichen Konditionen wie im Jahr 1999. Am 15. Januar 2002 wurden 5.500 Optionen an Mitarbeiter der MorphoSys AG ausgegeben.
Im Jahr 2003 erhielten Mitglieder des Vorstands im Rahmen des 1999er Plans weitere Aktienoptionen zu den gleichen Konditionen wie im Jahr 1999. Am 1. Juli 2003 wurden 36.000 Optionen an Mitglieder des Vorstands der MorphoSys AG ausgegeben.
VORSTAND UNTERNEHMEN KONZERNLAGEBERICHT
KONZERNABSCHLUSS
Konzernabschluss
Anhang zum Konzernabschluss
In den Jahren 2006 und 2005 wurden 31.265 bzw. 34.125 Optionen aus dem 1999er Plan ausgeübt.
2002ER MITARBEITER-AKTIENOPTIONSPROGRAMM
Mit Wirkung vom 6. Juni 2002 hat die Gesellschaft ihren Aktienoptionsplan („2002er Plan“) durch die zusätzlich genehmigte Gewährung von Optionen an Mitarbeiter für bis zu 74.556 Aktien aus dem Bedingten Kapital erweitert, auszuhändigen bei Ausübung von nicht mit Optionsscheinen versehenen Optionsrechten. Am 9. Juli 2002 wurden 7.500 Aktien an Mitarbeiter der Gesellschaft zu annähernd gleichen Konditionen wie im 1999er Mitarbeiter-Aktienoptionsprogramm gewährt. Am 16. Mai 2003, am 11. Mai 2004 und am 11. Mai 2005 hatte die Hauptversammlung die Gesellschaft ermächtigt, im Rahmen des 2002er Mitarbeiter-Aktienoptionsprogramms weitere 36.891, 58.816 bzw. 74.017 Aktien zu gleichen Konditionen auszugeben.
Im Jahr 2003 wurden im Rahmen des 2002er Plans Aktienoptionen zu den gleichen Konditionen wie bei den Gewährungen in den Jahren 1999 und 2002 ausgegeben. Am 15. Januar 2003 und 1. Juli 2003 erhielten Mitarbeiter der MorphoSys AG 2.500 bzw. 15.000 Optionen.
Am 15. Januar 2004 wurden Mitarbeitern 35.000 Aktienoptionen zu den gleichen Konditionen wie in den Jahren 1999, 2002 und 2003 gewährt.
Im Jahr 2005 wurden Mitgliedern des Vorstands im Rahmen des 2002er Plans weitere Aktienoptionen zu den gleichen Konditionen wie im Jahr 2002 gewährt. Am 1. Juli 2005 wurden 97.358 Optionen an Mitglieder des Vorstands und an Mitarbeiter von MorphoSys ausgegeben.
Im Jahr 2006 wurden im Rahmen des 2002er Plans Aktienoptionen zu den gleichen Konditionen wie in den Jahren 1999 und 2002 an Mitarbeiter und ein Vorstandsmitglied ausgegeben. Am 15. Januar 2006 und 1. Juli 2006 wurden 40.000 bzw. 7.500 Optionen an Mitarbeiter und an den Vorstand der MorphoSys AG ausgegeben.
In den Jahren 2006 und 2005 wurden 13.500 bzw. 1.875 Optionen aus dem 2002er Plan ausgeübt.
Die folgende Übersicht zeigt die Entwicklung der Aktienoptionspläne für Mitarbeiter der Gesellschaft in den Jahren 2006 und 2005:
| AKTIEN | GEWICHTETER DURCHSCHNITTS-KURS € | |
|---|---|---|
| AM 1. JANUAR 2005 | ||
| AUSSTEHEND | 193.930 | 26,70 |
| Rückerstattet | 21.000 | 20,80 |
| Gewährt | 97.358 | 31,35 |
| Ausgeübt | (38.300) | 21,41 |
| Verfallen | (15.529) | 29,38 |
| Abgelaufen | (7.000) | 217,60 |
| AM 31. DEZEMBER 2005 | ||
| AUSSTEHEND | 251.459 | 23,34 |
| AM 1. JANUAR 2006 | ||
| AUSSTEHEND | 251.459 | 23,34 |
| Gewährt | 47.500 | 43,80 |
| Ausgeübt | (47.210) | 24,03 |
| Verfallen | (10.604) | 31,35 |
| Abgelaufen | (2.100) | 44,27 |
| AM 31. DEZEMBER 2006 | ||
| AUSSTEHEND | 239.045 | 26,73 |
Am 31. Dezember 2006 bzw. 2005 waren Aktienoptionen für 88.670 bzw. 112.855 Aktien ausübbar. Der gewichtete durchschnittliche Ausübungspreis der ausübbaren Aktienoptionen belief sich am 31. Dezember 2006 bzw. 2005 auf 17,83 € bzw. 22,25 €.
Als Folge eines Gerichtsbeschlusses wurden 21.000 im Jahr 2004 verfallene Aktienoptionen im Jahr 2005 den Betreffenden erstattet.
122
Die folgende Übersicht enthält den gewichteten Durchschnittspreis und Angaben zur Vertragslaufzeit von wesentlichen zum 31. Dezember 2006 ausstehenden Optionsgruppen:
| BANDBREITE DER AUSÜBUNGSPREISE | AUSSTEHEND (ANZAHL) | RESTLICHE VERTRAGS-LAUFZEIT (IN JAHREN) | GEWICHTETER DURCHSCHNITT-LICHER AUS-ÜBUNGSPREIS | AUSÜBBAR (ANZAHL) | GEWICHTETER DURCHSCHNITT-LICHER AUS-ÜBUNGSPREIS |
|---|---|---|---|---|---|
| 10,88 € - 54,37 € | 238.045 | 3,01 | € 26,59 | 87.670 | € 17,36 |
| 54,37 € - 59,51 € | 1.000 | 0,04 | € 59,51 | 1.000 | € 59,51 |
| 239.045 | 88.670 |
Die Gesellschaft bilanziert den Personalaufwand aus Aktienoptionen in Übereinstimmung mit IFRS 2 „Anteilsbasierte Vergütung". Der Vergütungsaufwand im Zusammenhang mit Aktienoptionen belief sich in den Jahren 2006 und 2005 auf 707.336 € bzw. 374.138 €. Im Vergütungsaufwand des Jahres 2005 waren rund 247.900 € für erneut ausgegebene Optionen enthalten. Am 1. September 2001 hatte die Gesellschaft an Mitarbeiter 94.100 Optionen erneut ausgegeben. In Übereinstimmung mit IFRS 2 „Anteilsbasierte Vergütung" wurden die erneut ausgegebenen Optionen am Tag der erneuten Ausgabe auf der Grundlage des Optionspreismodells von Black-Scholes neu bewertet.
Der theoretische Optionspreis der im Jahr 2006 gewährten Optionen wurde auf der Basis des Optionspreismodells von Black-Scholes unter Zugrundelegung eines risikofreien Zinssatzes von 2,89 %, einer Dividendenrendite von 0 %, einer auf historischen Daten beruhenden erwarteten Volatilität von 55 % bis 60 % und derselben Laufzeit von 3 Jahren ermittelt. Für die im Jahr 2005 gewährten Aktienoptionen waren die folgenden Annahmen zugrunde gelegt worden: risikofreier Zinssatz 2,16 %, Dividendenrendite 0 %, erwartete Volatilität 50 % und eine gegenüber dem Jahr 2005 unveränderte Optionslaufzeit. Der gewichtete durchschnittliche theoretische Optionspreis der in den Jahren 2006 und 2005 gewährten Optionen wird auf 18,33 € bzw. 11,23 € geschätzt.
Optionsbewertungsmodelle beruhen in starkem Maße auf subjektiven Annahmen. Da Veränderungen der subjektiven Bewertungsannahmen die Ermittlung des theoretischen Optionspreises erheblich beeinflussen können, liefern die bestehenden Modelle nach Ansicht des Managements nicht unbedingt einen zuverlässigen alleinigen Maßstab für den theoretischen Optionspreis der an Mitarbeiter ausgegebenen Aktienoptionen.
17
PERSONALAUFWAND
| in T € | 2006 | 2005 |
|---|---|---|
| Löhne und Gehälter | 17.251 | 9.596 |
| Sozialversicherungs-abgaben | 1.612 | 1.383 |
| Personalaufwand aus Aktienoptionen | 1.243 | 1.132 |
| Zeitpersonal (extern) | 22 | 2 |
| Sonstige | (760) | (161) |
| GESAMT | 19.368 | 11.952 |
Die durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter während des Geschäftsjahres 2006 betrug 265 (2005: 170).
VORSTAND UNTERNEHMEN KONZERNLAGEBERICHT
KONZERNABSCHLUSS
Konzernabschluss
Anhang zum Konzernabschluss
18
STEUERN VOM EINKOMMEN UND VOM ERTRAG
Die Gesellschaft und ihre deutschen Tochtergesellschaften MorphoSys IP GmbH und Serotec GmbH unterliegen der Körperschaftsteuer, dem Solidaritätszuschlag und der Gewerbesteuer. Seit dem Jahr 2001 gilt ein Körperschaftsteuersatz von 25 % zuzüglich eines Solidaritätszuschlags von 5,5 %. Unter Berücksichtigung des Hebesatzes von 300 % für kommunale Gewerbesteuer beträgt der Gewerbesteuersatz 13,04 % des zu versteuernden Einkommens und ist bei der Ermittlung der Körperschaftsteuer abzugsfähig. Für die ausländischen Tochtergesellschaften sind Ertragsteuersätze von 30 % für UK bzw. 39 % für die USA anzuwenden.
Die Ertragsteuern des abgelaufenen Geschäftsjahres setzten sich wie folgt zusammen:
| in T€ | 2006 | 2005 |
|---|---|---|
| Effektiver Steueraufwand für das abgelaufene Jahr (davon direkt im Eigenkapital berücksichtigt nach IAS 32.35: T€ 284; 2005: T€ 284) | (1.201) | (816) |
| Effektiver Steueraufwand für Vorjahre | 24 | - |
| Latenter Steuerertrag/(-aufwand) aus der Existenz bzw. der Aufhebung temporärer Differenzen | 1.000 | (537) |
| Latenter Steuervorteil aufgrund des Ausweises aktiver latenter Steuern auf zuvor nicht ausgewiesene aktive latente Steuern im Hinblick auf die künftige Aufhebung der Differenzen zwischen IFRS- und Steuerbilanz | 919 | 917 |
| Gesamter Steuerertrag/(-aufwand) | 742 | (436) |
| GESAMTBETRAG LATENTER STEUERN AUS POSTEN, DIE DIREKT IM EIGENKAPITAL ERFASST WERDEN | (821) | (321) |
Latente Steuern werden nur in dem Umfang erfasst, in dem die betreffenden Steuervorteile mit einer überwiegenden Wahrscheinlichkeit realisiert werden können. Zum 31. Dezember 2006 bilanzierte die Gesellschaft aktive latente Steuern auf Verlustvorträge in Höhe von 1,2 Mio. € aufgrund der erwarteten Geschäftsentwicklung in 2007.
Der Ausweis von aktiven latenten Steuern auf zuvor nicht ausgewiesene aktive latente Steuern betrug 0,9 Mio. € (2005: 0,9 Mio. €). Die gegenwärtige Einschätzung im Hinblick auf die Realisierbarkeit der aktiven latenten Steuern kann sich in Abhängigkeit von der Ergebnissituation kommender Jahre ändern und zu höheren oder niedrigeren Wertberichtigungen führen.
124
Die nachfolgende Übersicht leitet den gesetzlichen Ertragsteueraufwand zum effektiven Ertragsteueraufwand über, wie er im Jahresabschluss ausgewiesen wird. Bei der Ermittlung der gesetzlichen Ertragsteuern wurde im Geschäftsjahr 2006 der kombinierte Ertragsteuersatz von 36% (2005: 36%) auf das Ergebnis vor Steuern angewendet. Der in der Überleitungsrechnung verwendete Steuersatz beinhaltet die Körperschaftsteuer und den Solidaritätszuschlag von zusammen 26,38% zuzüglich der effektiven Gewerbesteuer auf der Grundlage eines Hebesatzes von 300% für die kommunale Gewerbesteuer von 9,60% unter Berücksichtigung der Abzugsfähigkeit der Gewerbesteuer bei der Ermittlung der Körperschaftsteuer.
ÜBERLEITUNGSRECHNUNG
| in T€ | 2006 | 2005 |
|---|---|---|
| ERGEBNIS VOR ERTRAGSTEUERN | 5.286 | 5.112 |
| Erwarteter Steuersatz | 36% | 36% |
| ERWARTETE ERTRAGSTEUERN | (1.903) | (1.840) |
| URSACHEN DER STEUEREFFEKTE: | ||
| Latente Steuern aufgrund des Ausweises aktiver latenter Steuern auf zuvor nicht ausgewiesene aktive latente Steuern im Hinblick auf die künftige Aufhebung der Differenzen zwischen IFRS- und Steuerbilanz | 919 | 917 |
| Nichtansatz aktiver latenter Steuern auf steuerliche Verluste des Berichtsjahres | - | - |
| Erstmaliger Ansatz von aktiven latenten Steuern auf Verlustvorträge | 1.186 | - |
| Ertragsteuern aufgrund des Ausweises aktiver latenter Steuern auf zuvor nicht ausgewiesene aktive latente Steuern auf steuerliche Verlustvorträge | 1.309 | 1.041 |
| Personalaufwand aus Aktienoptionen | (448) | (408) |
| Steuerlich nicht abzugsfähige Posten | (235) | (95) |
| Sonstige Effekte | (86) | (51) |
| EFFEKTIVE ERTRAGSTEUERN | 742 | (436) |
Es wurden keine aktiven latenten Steuern für körperschaftsteuerliche Verlustvorträge in Höhe von 14,5 Mio. € und gewerbesteuerliche Verlustvorträge in Höhe von 13,8 Mio. € gebildet. Die Verlustvorträge können auf unbestimmte Zeit und in unbegrenzter Höhe vorgetragen werden. Ab dem Jahr 2004 begrenzt das deutsche Steuerrecht die Verrechnung des zu versteuernden Einkommens gegen steuerliche Verlustvorträge auf einen Betrag von 1,0 Mio. € zuzüglich 60% des Betrags, um den das zu versteuernde Einkommen den Betrag von 1,0 Mio. € übersteigt.
VORSTAND UNTERNEHMEN KONZERNLAGEBERICHT
KONZERNABSCHLUSS
Konzernabschluss
Anhang zum Konzernabschluss
Der Vorteil aus einem bisher nicht genutzten steuerlichen Verlust reduzierte den effektiven Steueraufwand in 2006 um 1,3 Mio. €. Aktive latente Steuern auf Vermögenswerte und Schulden der deutschen Konzerngesellschaften wurden nur in Höhe der bestehenden latenten Steuerverpflichtungen auf Vermögenswerte und Schulden dieser Gesellschaften gebildet. Es bestehen keine aktiven latenten Steuern im Hinblick auf die zukünftige Aufhebung der Differenzen zwischen der IFRS- und der Steuerbilanz von 2,7 Mio. € (2005: 3,6 Mio. €).
Die aktiven und passiven latenten Steuern setzen sich im Wesentlichen wie folgt zusammen:
| in T€ | AKTIVE LATENTE
STEUERN 2006 | AKTIVE LATENTE
STEUERN 2005 | PASSIVE
LATENTE
STEUERN 2006 | PASSIVE
LATENTE
STEUERN 2005 |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Immaterielle Vermögenswerte | 3.858 | 4.821 | 3.020 | 1.750 |
| Nichtausweis von aktiven latenten Steuern auf
immaterielle Vermögenswerte | (2.673) | (3.592) | - | - |
| Sachanlagen | 41 | - | 80 | - |
| Grundstücke | - | - | 277 | 267 |
| Gebäude | - | - | 132 | 71 |
| Vorräte | 219 | 69 | 184 | 62 |
| Anzahlungen | 7 | 7 | - | - |
| Forderungen und sonstige Vermögenswerte | - | - | 56 | 36 |
| Eigene Aktien | - | 4 | - | - |
| Aktive und sonstige Rechnungsabgrenzung | 3 | 4 | - | - |
| Investitionen in kurzfristige Wertpapiere | - | - | 679 | 325 |
| Sonstige Rückstellungen | 34 | 1 | 1 | - |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | - | - | 15 | 47 |
| Schuldverschreibungen, davon wandelbar | - | - | 14 | 18 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 2 | 2 | - | - |
| Steuerliche Verluste | 1.261 | - | - | - |
| | 2.752 | 1.316 | 4.458 | 2.576 |
Zum 31. Dezember 2006 hat die Gesellschaft Eventualschulden aus steuerlichen Sachverhalten in Höhe von 0,1 Mio. € bilanziert.
126
19 ERGEBNIS JE AKTIE
Die Ermittlung des unverwässerten Ergebnisses je Aktie beruht auf einem Jahresüberschuss für 2006 von 6.027.934 € (2005: 4.676.369 €) und dem gewichteten durchschnittlichen Bestand an im Umlauf befindlichen Stammaktien für die betreffenden Jahre (2006: 6.379.046; 2005: 5.578.865).
Die gewichtete durchschnittliche Anzahl der Stammaktien ermittelte sich wie folgt:
| 2006 | 2005 | |
|---|---|---|
| STAND DER AUSGEGEBENEN AKTIEN AM 1. JANUAR | 6.025.863 | 5.438.852 |
| Effekt der gehaltenen eigenen Aktien | (29.162) | (29.162) |
| Effekt der Aktienausgabe im Januar | 162.990 | 2.260 |
| Effekt der Aktienausgabe im Februar | 9.136 | 8.158 |
| Effekt der Aktienausgabe im März | 203.299 | 143.043 |
| Effekt der Aktienausgabe im April | 525 | 112 |
| Effekt der Aktienausgabe im Mai | 172 | 13 |
| Effekt der Aktienausgabe im Juni | 21 | |
| Effekt der Aktienausgabe im Juli | 1.342 | 897 |
| Effekt der Aktienausgabe im August | 1.221 | 1.542 |
| Effekt der Aktienausgabe im September | 518 | 10.417 |
| Effekt der Aktienausgabe im Oktober | 2.626 | 758 |
| Effekt der Aktienausgabe im November | 174 | 1.858 |
| Effekt der Aktienausgabe im Dezember | 342 | 96 |
| GEWICHTETE DURCHSCHNITTLICHE ANZAHL STAMMAKTIEN | 6.379.046 | 5.578.865 |
Das verwässerte Ergebnis je Aktie wird unter Berücksichtigung der möglichen Stammaktien der Gesellschaft aus gewährten Aktienoptionen und Wandelschuldverschreibungen ermittelt.
VORSTAND UNTERNEHMEN KONZERNLAGEBERICHT
KONZERNABSCHLUSS
Konzernabschluss
Anhang zum Konzernabschluss
Die nachfolgende Übersicht zeigt die Überleitung des unverwässerten auf das verwässerte Ergebnis je Aktie:
| in T €, mit Ausnahme der Angaben je Aktie | 2006 | 2005 |
|---|---|---|
| Zähler: | ||
| Jahresüberschuss | 6.028 | 4.676 |
| Nenner (Anzahl): | ||
| Gewichtete durchschnittliche Anzahl Stammaktien zur Berechnung des unverwässerten Ergebnisses je Aktie | 6.379.046 | 5.578.865 |
| Verwässernde Aktien aus Aktienoptionen | 90.793 | 71.513 |
| Verwässernde Aktien aus Wandelschuldverschreibungen | - | - |
| NENNER GESAMT: | 6.469.839 | 5.650.378 |
| Ergebnis je Aktie (in €): | ||
| Unverwässert | 0,94 | 0,84 |
| Verwässert | 0,93 | 0,83 |
20 ZIELE UND GRUNDSÄTZE DES RISIKO-MANAGEMENTS FÜR DAS FINANZRISIKO
Zusätzlich zu den im Lagebericht angesprochenen Risiken hat die Gesellschaft folgende Risiken identifiziert:
WÄHRUNGSRISIKO
Der Konzernabschluss wird in Euro erstellt. Während die Aufwendungen von MorphoSys überwiegend in Euro anfallen, hängt ein wesentlicher Teil der Umsatzerlöse vom jeweiligen Wechselkurs zwischen US-Dollar und Euro ab. Die Gesellschaft prüft im Jahresverlauf die Notwendigkeit von Kurssicherungsmaßnahmen zur Minderung des Währungsrisikos und begegnet diesem Risiko durch den Einsatz von derivativen Finanzinstrumenten.
ZINSRISIKO
Das Risiko des Konzerns aus Zinssatzänderungen ergibt sich im Wesentlichen aus den zur Veräußerung verfügbaren Wertpapieren. Eine Änderung des allgemeinen Zinsniveaus könnte zu einer Erhöhung oder einem Rückgang
des Marktwerts dieser Wertpapiere führen. Im Hinblick auf die in der Bilanz ausgewiesenen Verbindlichkeiten sieht sich der Konzern derzeit keinem wesentlichen Zinsrisiko ausgesetzt.
AUSFALL- UND LIQUIDITÄTSRISIKO
Finanzinstrumente, die für die Gesellschaft möglicherweise eine Konzentration des Ausfall- und Liquiditätsrisikos bewirken können, sind hauptsächlich Zahlungsmittel, Zahlungsmitteläquivalente, marktgängige Wertpapiere und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente der Gesellschaft lauten vorwiegend auf Euro und US-Dollar. Marktgängige Wertpapiere stellen qualitativ hochwertige Anlagen dar. Zahlungsmittel, Zahlungsmitteläquivalente und marktgängige Wertpapiere werden grundsätzlich bei zwei renommierten Finanzinstituten in Deutschland gehalten. Die Gesellschaft überwacht fortlaufend ihre Positionen bei den Finanzinstituten, die Vertragspartner ihrer Finanzinstrumente sind, und deren Bonität und kann kein Risiko der Nichterfüllung erkennen.
128
Es ist Politik des Konzerns, alle Kunden mit dem Wunsch nach Zahlungszielen einer Kreditwürdigkeitsprüfung zu unterziehen. Dennoch unterliegen die Umsatzerlöse und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen der Gesellschaft einem Ausfallrisiko durch Kundenkonzentration. Vom Bestand der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen der Gesellschaft entfielen zum Jahresende 2006 rund 20 % auf einen einzelnen Kunden. Überdies machten drei einzelne Kunden der Gesellschaft 25 %, 12 % bzw. 5 % der gesamten Umsatzerlöse des Jahres 2006 aus. Am 31. Dezember 2005 hatten 44 % des letztjährigen Forderungsbestands der Gesellschaft einen einzelnen Kunden betroffen; von den Umsatzerlösen des Jahres 2005 waren 31 %, 19 % bzw. 14 % auf drei einzelne Kunden entfallen. Nach Einschätzung der Geschäftsleitung waren im Reagenziengeschäft zum 31. Dezember 2006 und 2005 Wertberichtigungen in Höhe von 189.103 € bzw. 41.461 € erforderlich.
BEIZULEGENDER ZEITWERT VON FINANZINSTRUMENTEN
Die Buchwerte von Finanzinstrumenten wie Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sowie Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen entsprechen angesichts ihrer kurzen Fälligkeiten annähernd ihrem beizulegenden Zeitwert. Der Marktwert von marktgängigen Wertpapieren bestimmt sich nach ihren notierten Marktpreisen (siehe Ziffer 4 dieses Anhangs zum Konzernabschluss). Der den Lizenzverbindlichkeiten beizulegende Zeitwert ermittelt sich nach der Effektivzinsmethode. Wandelschuldverschreibungen werden mit den zugeschriebenen Werten ausgewiesen, die annähernd dem zum Fälligkeitstag fälligen Kapitalbetrag entsprechen.
21 OPERATING LEASING
Die Gesellschaft mietet Einrichtungen und Ausstattungen im Rahmen langfristiger Operating-Leasingverträge. In den Geschäftsjahren 2006 und 2005 belief sich der Mietaufwand auf 1.672.888 € bzw. 880.173 €. Im Januar 2004 hatte MorphoSys den bestehenden Leasingvertrag für ihre
Einrichtungen geändert. Der neue Leasingvertrag hat eine Laufzeit bis September 2009. Die künftigen Mindestleasingzahlungen aus unkündbaren Operating-Leasing- und Versicherungsverträgen sowie anderen Dienstleistungen stellen sich wie folgt dar:
| in T € | 2006 | 2005 |
|---|---|---|
| bis zu 1 Jahr | 2.921 | 1.880 |
| 1-5 Jahre | 5.263 | 2.954 |
| mehr als 5 Jahre | 7.229 | - |
| GESAMT | 15.413 | 4.834 |
Der Gesamtaufwand der Gesellschaft aus Operating-Leasing- und Versicherungsverträgen sowie anderen Dienstleistungen belief sich in den Geschäftsjahren 2006 und 2005 auf insgesamt rund 2.896.961 € bzw. 1.185.515 €.
22 EVENTUALSCHULDEN UND-VERBINDLICHKEITEN
Der Geschäftsleitung sind keine Vorgänge bekannt, die für die Gesellschaft zu einer wesentlichen Verpflichtung führen und eine wesentliche nachteilige Auswirkung auf ihre Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben könnten.
23 NAHE STEHENDE UNTERNEHMEN UND PERSONEN
Der Konzern unterhält mit Mitgliedern seiner Geschäftsleitung und seines Aufsichtsrats als nahe stehende Personen Geschäftsbeziehungen. Neben der Barvergütung hat die Gesellschaft dem Vorstand und Mitgliedern des Aufsichtsrats Aktienoptionen und Wandelschuldverschreibungen gewährt.
VORSTAND UNTERNEHMEN KONZERNLAGEBERICHT
KONZERNABSCHLUSS
Konzernabschluss
Anhang zum Konzernabschluss
Die nachfolgende Übersicht zeigt die vom Vorstand und vom Aufsichtsrat im Verlauf des Geschäftsjahres 2006 gehaltenen Aktien, Aktienoptionen und Wandelschuldverschreibungen sowie die Änderungen in ihren Besitzverhältnissen:
AKTIEN
| 01.01.2006 | ZUGÄNGE | VERFALL | VERKÄUFE | 31.12.2006 | |
|---|---|---|---|---|---|
| VORSTAND | |||||
| Dr. Simon E. Moroney | 113.461 | - | - | - | 113.461 |
| Dave Lemus | - | - | - | - | - |
| Dr. Marlies Sproll* | 35 | - | - | - | 35 |
| GESAMT | 113.496 | - | - | - | 113.496 |
| AUFSICHTSRAT | |||||
| Dr. Gerald Möller | 2.500 | - | - | - | 2.500 |
| Prof. Dr. Jürgen Drews | - | - | - | - | - |
| Dr. Daniel Camus | - | - | - | - | - |
| Dr. Metin Colpan | - | - | - | - | - |
| Prof. Dr. Andreas Plückthun | 59.300 | - | - | - | 59.300 |
| Dr. Geoffrey N. Vernon | - | - | - | - | - |
| GESAMT | 61.800 | - | - | - | 61.800 |
AKTIENOPTIONEN
| 01.01.2006 | ZUGÄNGE | VERFALL | VERKÄUFE | 31.12.2006 | |
|---|---|---|---|---|---|
| VORSTAND | |||||
| Dr. Simon E. Moroney | 83.000 | - | - | - | 83.000 |
| Dave Lemus | 48.000 | - | - | - | 48.000 |
| Dr. Marlies Sproll | 2.500 | 25.000 | - | 1.250 | 26.250 |
| GESAMT | 133.500 | 25.000 | - | 1.250 | 157.250 |
| AUFSICHTSRAT | |||||
| Dr. Gerald Möller | - | - | - | - | - |
| Prof. Dr. Jürgen Drews | 2.430 | - | - | - | 2.430 |
| Dr. Daniel Camus | - | - | - | - | - |
| Dr. Metin Colpan | - | - | - | - | - |
| Prof. Dr. Andreas Plückthun | - | - | - | - | - |
| Dr. Geoffrey N. Vernon | - | - | - | - | - |
| GESAMT | 2.430 | - | - | - | 2.430 |
- von Dr. Sproll vor der Bestellung zum Vorstandsmitglied erworben
130
WANDELSCHULDVERSCHREIBUNGEN
| 01.01.2006 | ZUGÄNGE | VERFALL | VERKÄUFE | 31.12.2006 | |
|---|---|---|---|---|---|
| VORSTAND | |||||
| Dr. Simon E. Moroney | 7.474 | 5.699 | - | 7.474 | 5.699 |
| Dave Lemus | 6.228 | 4.749 | - | 6.228 | 4.749 |
| Dr. Marlies Sproll | 2.491 | 3.800 | - | 2.491 | 3.800 |
| GESAMT | 16.193 | 14.248 | - | 16.193 | 14.248 |
| AUFSICHTSRAT | |||||
| Dr. Gerald Möller | - | - | - | - | - |
| Prof. Dr. Jürgen Drews | - | - | - | - | - |
| Dr. Daniel Camus | - | - | - | - | - |
| Dr. Metin Colpan | - | - | - | - | - |
| Prof. Dr. Andreas Plückthun | - | - | - | - | - |
| Dr. Geoffrey N. Vernon | - | - | - | - | - |
| GESAMT | - | - | - | - | - |
Die Vergütungen sowohl für den Vorstand als auch für den Aufsichtsrat bestanden aus fixen und variablen Komponenten. Im Jahr 2006 belief sich die Gesamtvergütung für den Aufsichtsrat ohne Reisekostenerstattungen auf 259.000 € (2005: 190.500 €). Die nachfolgende Übersicht zeigt die Vergütungen des Vorstands und des Aufsichtsrats in detaillierter Form:
VORSTAND

- am 1. November 2005 zum Vorstandsmitglied bestellt
VORSTAND UNTERNEHMEN KONZERNLAGEBERICHT
KONZERNABSCHLUSS
Konzernabschluss
Anhang zum Konzernabschluss
AUFSICHTSRAT
| in € | FIXE | VARIABLE | GESAMT- | |||
|---|---|---|---|---|---|---|
| VERGÜTUNG | VERGÜTUNG | VERGÜTUNG | ||||
| 2006 | 2005 | 2006 | 2005 | 2006 | 2005 | |
| Dr. Gerald Möller | 40.000 | 25.000 | 24.500 | 26.000 | 64.500 | 51.000 |
| Prof. Dr. Jürgen Drews | 30.000 | 18.500 | 11.000 | 14.000 | 41.000 | 32.500 |
| Dr. Daniel Camus | 25.000 | 13.500 | 20.000 | 16.000 | 45.000 | 29.500 |
| Dr. Metin Colpan | 25.000 | 13.500 | 7.500 | 12.500 | 32.500 | 26.000 |
| Prof. Dr. Andreas Plückthun | 23.500 | 12.000 | 7.500 | 7.500 | 31.000 | 19.500 |
| Dr. Geoffrey N. Vernon | 26.500 | 15.000 | 18.500 | 17.000 | 45.000 | 32.000 |
| GESAMT | 170.000 | 97.500 | 89.000 | 93.000 | 259.000 | 190.500 |
Auf der Hauptversammlung am 17. Mai 2006 wurden virtuelle Aktienoptionen (phantom stocks) an alle Mitglieder des Aufsichtsrats gewährt. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats hat 2.500 virtuelle Aktienoptionen erhalten, der stellvertretende Vorsitzende des Aufsichtsrats 2.000 Stück und die Mitglieder des Aufsichtsrats jeweils 1.500 Stück.
Im Jahr 2006 hat MorphoSys mit seinem Aufsichtsratsmitglied Herrn Prof. Dr. Andreas Plückthun und einer Wissenschaftlerin aus dessen Forschungsgruppe an der Universität Zürich bis Dezember 2008 befristete Beraterverträge geschlossen. Beide Berater erbringen im Rahmen der Verträge Beratungsleistungen in den Bereichen Antikörper und Antikörper-ähnliche Fragmente („Scaffolds“). Herr Prof. Dr. Plückthun erhält Zahlungen von bis zu 14.000 € jährlich, anhängig davon, in welchem Ausmaß MorphoSys seine Beratungsleistung in Anspruch nimmt. Daneben bezahlt MorphoSys für eine Forschungskooperation jährlich 135.000 SFR an die Universität von Zürich, vertreten durch Herrn Prof. Dr. Plückthun. Beide Verträge wurden vom Plenum des Aufsichtsrats genehmigt. Daneben gibt es zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine weiteren Beraterverträge mit Mitgliedern des Aufsichtsrats.
24 CORPORATE GOVERNANCE
Die Gesellschaft hat die gemäß § 161 AktG vorgeschriebene Entsprechenserklärung abgegeben. Diese Erklärung wurde veröffentlicht und den Aktionären am 12. Dezember 2006 dauerhaft zugänglich gemacht.
25 FORSCHUNGS- UND ENTWICKLUNGSABKOMMEN
Die Gesellschaft hat im Rahmen ihrer Forschungs- und Entwicklungsstrategie eine Reihe von F&E-Vereinbarungen geschlossen. Im Folgenden sind die Abkommen kurz beschrieben, die spürbare finanzielle Auswirkungen gehabt haben bzw. haben könnten (in alphabetischer Reihenfolge).
BAYER CORPORATION, USA
Im Dezember 1999 gab die Gesellschaft eine Kooperation mit der Bayer AG („Bayer“) bekannt. Das Abkommen umfasste eine Forschungskooperation sowie ein Lizenzabkommen für die Anwendung der firmeneigenen Technologien der Gesellschaft in diversen Forschungs- und Entwicklungsprogrammen von Bayer. Die Zusammenarbeit wurde im Juli 2001 um weitere vier Jahre verlängert. Das Abkommen definierte vier Bereiche, in denen der Einsatz der MorphoSys-Technologien in beiden Unternehmen zum Tragen kam.
132
Die HuCAL-Technologie der Gesellschaft wurde zur Herstellung vollständig humaner therapeutischer Antikörper gegen bis zu zehn von Bayer benannte Zielmoleküle eingesetzt. Ferner hatte Bayer eine Option auf die Entwicklung von Antikörpern als in-vitro-Diagnostika, hergestellt auf der Basis der HuCAL-Technologie. HuCAL wurde daneben zur Identifizierung von Antikörpern eingesetzt, die den Fortgang klinischer Versuche mit ausgewählten Arzneimitteln überwachen helfen. Im vierten und letzten Anwendungsbereich wurden die MorphoSys-Technologien eingesetzt, um neue Zielmoleküle aus der Bayer-Genomforschung zu identifizieren und zu validieren, die anschließend von Bayer auf der Suche nach neuen Arzneimittelkandidaten im Screening eingesetzt wurden.
Bei Vertragsunterzeichnung leistete Bayer an die Gesellschaft vereinbarungsgemäß eine Vorauszahlung und zahlte ferner jährliche Lizenzgebühren sowie finanzielle Unterstützung für die bei der Gesellschaft durchgeführte Forschung und Entwicklung. Zusätzlich zahlte Bayer Exklusivitätsgebühren für den Einsatz der HuCAL-Technologie für bis zu zehn mögliche Zielmoleküle und leistet Meilensteinzahlungen für von der Gesellschaft gelieferte Antikörper, die vordefinierte Erfolgskriterien erfüllten. Jedes antikörper-basierte Produkt aus der Kooperation löst entwicklungsabhängige Meilensteinzahlungen und Lizenzgebühren von Bayer an die Gesellschaft aus. Während der Vertragslaufzeit hatte Bayer zwei exklusive Antikörperlizenzen von MorphoSys erworben und ihre HKB-11-Zelllinie als Gegenleistung für die Installation von HuCAL GOLD an ausgewählten Bayer-Standorten lizenziert.
Im Dezember 2005 wurde die Zusammenarbeit um weitere fünf Jahre verlängert, mit einer Kündigungsoption nach dem ersten Jahr der Zusammenarbeit. Im Rahmen der Vertragsverlängerung gewährte MorphoSys Bayer Zugang zu seiner firmeneigenen HuCAL GOLD-Antikörperbibliothek für den Einsatz in Bayers Medikamentenforschungsprogrammen an deren Forschungsstandort West Haven, Connecticut, USA. Für den Fall, dass die Zusammenarbeit über die volle Vertragsdauer läuft, hatten sich beide Partner zum Start von bis zu 25 neuen therapeutischen Antikörperprogrammen verpflichtet.
Nach dem Erwerb der Schering AG durch die Bayer AG wird die Zusammenarbeit mit beiden Unternehmen unter dem mit der Schering AG bestehenden Vertrag weitergeführt. Der Vertrag mit der Bayer AG wurde daher am 7. Dezember 2006 beendet.
BOEHRINGER INGELHEIM GMBH, DEUTSCHLAND
Im Februar 2003 vereinbarten MorphoSys und Boehringer Ingelheim GmbH („Boehringer Ingelheim“) eine Kooperation im Bereich therapeutischer Antikörper und trafen eine gegenseitige Lizenzvereinbarung. Im Rahmen dieser Vereinbarungen erhielt MorphoSys eine exklusive, weltweite Lizenz zur Nutzung von Patenten im Besitz oder unter Kontrolle von Boehringer Ingelheim für die Entwicklung, Herstellung und den Vertrieb von therapeutischen und diagnostischen Antikörpern gegen das ICAM-1-Molekül. Boehringer Ingelheim hat exklusive kommerzielle Lizenzen auf therapeutische Antikörper gegen zwei ungenannte Zielmoleküle erhalten, die MorphoSys mit seiner HuCAL GOLD-Antikörpertechnologie herstellte.
Im November 2003 hat Boehringer Ingelheim ihre erste Option für die Entwicklung eines therapeutischen Antikörpers ausgeübt. Demzufolge entwickelte MorphoSys für Boehringer Ingelheim einen therapeutischen Antikörper gegen ein ungenanntes Zielmolekül für die Behandlung entzündlicher Erkrankungen wie Asthma und rheumatoide Arthritis.
Im August 2004 hat Boehringer Ingelheim ihre zweite Option für die Entwicklung eines therapeutischen Antikörpers ausgeübt. Beide Parteien haben ein neues Programm zur Entwicklung eines therapeutischen Antikörpers gegen ein ungenanntes Zielmolekül im Zusammenhang mit kardiovaskulären Erkrankungen begonnen. Boehringer Ingelheim wird für die präklinische und klinische Entwicklung und die anschließende Vermarktung für hieraus resultierende Produkte zuständig sein, für die MorphoSys Meilensteinzahlungen und Tantiemen erhalten könnte.
VORSTAND UNTERNEHMEN KONZERNLAGEBERICHT
KONZERNABSCHLUSS
Konzernabschluss
Anhang zum Konzernabschluss
Im März 2005 haben Boehringer Ingelheim und MorphoSys die Ausweitung ihrer bestehenden Zusammenarbeit bei Forschungs- und therapeutischen Anwendungen unterzeichnet. Boehringer Ingelheim hat eine Option auf mehrere exklusive Lizenzen für neue therapeutische Antikörperprogramme erworben. Daneben wird Boehringer Ingelheim für Forschungszwecke in mehreren ihrer Forschungseinrichtungen Zugang zur HuCAL GOLD-Bibliothek von MorphoSys erhalten. Die erste Installation wurde am Standort von Boehringer Ingelheim in Wien, Österreich, vorgenommen. MorphoSys erhielt eine Technologiezugangsgebühr und erhält über die fünfjährige Dauer der Zusammenarbeit jährliche Lizenzgebühren und wahlweise eine Finanzierung der Forschung und Entwicklung. Für aus der Zusammenarbeit resultierende therapeutische Antikörper wird Boehringer Ingelheim an MorphoSys Meilensteinzahlungen leisten und Tantiemen entrichten.
Im November 2006 hat Boehringer Ingelheim eine Option zur Optimierung eines therapeutischen HuCAL-Antikörpers ausgeübt und eine exklusive Lizenz für dieses Projekt erworben. Der Antikörper, den Boehringer Ingelheim an ihrem Forschungsstandort Wien identifiziert hat, richtet sich gegen ein Krebs-Zielmolekül.
BRISTOL-MYERS SQUIBB, USA
Im August 1998 haben die Gesellschaft und Bristol-Myers Squibb Company („Bristol-Myers Squibb“ – vormals „DuPont Pharmaceuticals Company“) eine Kooperationsvereinbarung geschlossen, unter der Bristol-Myers Squibb eine nicht exklusive Lizenz für die HuCAL-Antikörperbibliothek-Technologie erwarb. Im Rahmen dieser Vereinbarung setzte Bristol-Myers Squibb die HuCAL-Technologie in ihren pharmazeutischen Forschungsprogrammen zur Charakterisierung und Validierung von Zielmolekülen ein. Im Juli 2000 haben die beiden Parteien diese Forschungslizenz erweitert und eine Zusammenarbeit zur Entwicklung eines Systems namens AutoCAL für die vollautomatische Durchmusterung von Antikörperbibliotheken im Hochdurchsatz vereinbart. Die erweiterte Vereinbarung verschaffte Bristol-Myers Squibb fortlaufenden Zugang zu den HuCAL-Bibliotheken
und führte zu Installation von AutoCAL bei Bristol-Myers Squibb in Wilmington, Delaware, USA. Mit der erfolgreichen Entwicklung von Forschungsantikörpern gegen Zielmoleküle von Bristol-Myers Squibb unter Einsatz von AutoCAL wurden in den Jahren 2000 und 2001 Meilensteine erreicht.
Im Januar 2005 hat MorphoSys eine nochmalige Erweiterung der bestehenden Lizenzvereinbarung bekannt gegeben, die Bristol-Myers Squibb Zugang zur HuCAL GOLD-Bibliothek gewährt.
CENTOCOR, INC., USA
Im Dezember 2000 unterzeichnete die Gesellschaft mit Centocor, Inc. („Centocor“) eine Subskriptions- und Lizenzvereinbarung. Ziel der Zusammenarbeit ist die vereinfachte Erforschung, Entdeckung und Entwicklung von neuartigen Antikörpertherapeutika. Centocor hat an verschiedenen Standorten Zugang zur HuCAL-Technologie; ferner entwickelt MorphoSys Antikörper gegen Zielmoleküle von Centocor. Im Rahmen der Vereinbarung erhält die Gesellschaft Technologielizenz- und Exklusivitätsgebühren, Zahlungen für Forschung und Entwicklung und Meilensteinzahlungen. Centocor ist zuständig für die Entwicklung und Vermarktung potenzieller Arzneimittel. Sollte Centocor aus der Zusammenarbeit resultierende Arzneimittel auf den Markt bringen, wird die Gesellschaft Tantiemen erhalten. Die ursprüngliche Vereinbarung hatte eine Laufzeit von fünf Jahren bis Dezember 2005. Im Dezember 2004 haben beide Partner die Laufzeit bis Ende 2007 verlängert. Die Verlängerung sieht höhere Zahlungen für Forschung und Entwicklung und eine Abschlussgebühr von Centocor an MorphoSys vor.
134
ELI LILLY & COMPANY, USA
Im September 2005 haben MorphoSys und Eli Lilly & Company („Lilly“) ein Lizenzabkommen auf Gegenseitigkeit über die Nutzung ihrer rekombinanten Protein-Technologien unterzeichnet. Dieses Abkommen war Teil einer Vereinbarung zur Beilegung des Patentstreits mit Applied Molecular Evolution (AME). Im Rahmen des Abkommens erhielt MorphoSys eine Lizenz auf die Kauffman-Patentfamilie für die Herstellung und das Screening bestimmter rekombinanter Peptid- und Protein-Bibliotheken und für die Vermarktung von hieraus resultierenden Produkten. Lilly erhielt im Rahmen des Abkommens für ihre internen Forschungs- und Entwicklungsprogramme Zugang zur HuCAL GOLD-Technologie von MorphoSys. Für im Rahmen der Vereinbarung entwickelte therapeutische Antikörper wird Lilly an MorphoSys Ausschließlichkeitsgebühren, Erfolgsprämien, Meilensteinzahlungen und Tantiemen auf Endprodukte entrichten. Die Beilegungsvereinbarung betrifft die vergangene, gegenwärtige und zukünftige Nutzung und Vermarktung aller Versionen der HuCAL-Bibliotheken durch MorphoSys und ihre Partner wie auch TRIM-Technologie. Die Vereinbarung gewährt Lilly unter bestimmten Bedingungen auch Zugang zu Produkten von AbD, der Geschäftseinheit von MorphoSys mit Schwerpunkt auf der Entwicklung von maßgeschneiderten monoklonalen Antikörpern für nicht therapeutische Zwecke.
F. HOFFMANN-LA ROCHE, SCHWEIZ
Im September 2000 hat MorphoSys ein Kooperations- und Lizenzabkommen mit F. Hoffmann-La Roche („Roche“) zur Entwicklung humaner therapeutischer Antikörper gegen ein Zielmolekül von Roche vereinbart. Im Rahmen der Vereinbarung erhält die Gesellschaft eine Lizenzzahlung, entwicklungsabhängige Meilensteinzahlungen sowie Tantiemen auf vermarktete Produkte. Die Gesellschaft wird ihre HuCAL-Technologie zur Herstellung und Optimierung von Antikörpern gegen das Zielmolekül von Roche einsetzen. Roche ist zuständig für die klinische Entwicklung, die behördliche Zulassung und die weltweite Vermarktung für alle hieraus resultierenden Produkte. Im Januar 2006 hat MorphoSys bekannt gegeben, dass Roche alle erforderlichen
Anträge für den Beginn der klinischen Erprobung der europäischen Phase 1 für den auf der Basis von HuCAL entwickelten Antikörper gegen Alzheimer gestellt hat. Die Einreichung der Anträge vor Beginn der klinischen Erprobung löste eine klinische Meilensteinzahlung von Roche an MorphoSys aus.
Aufbauend auf der bestehenden Zusammenarbeit bei Alzheimer haben MorphoSys und Roche im März 2006 eine neue Kooperation zur Entwicklung neuartiger therapeutischer Krebs-Antikörper angekündigt. Roche wird zwei Zielmoleküle bestimmen, gegen die MorphoSys unter Einsatz seiner HuCAL GOLD-Technologie Antikörper entwickeln wird.
GPC BIOTECH AG, DEUTSCHLAND
Im April 1999 unterzeichnete die Gesellschaft ein Kooperations- und Lizenzabkommen mit der GPC Biotech AG („GPC“). Ziel der Kooperation war die Nutzung der Technologien der Gesellschaft zur Herstellung humaner Antikörper gegen Zielmoleküle von GPC und die Lieferung dieser Antikörperprodukte an GPC zum Nachweis der Erreichung vordefinierter Erfolgskriterien. Die Gesellschaft erhielt von GPC Abschlussgebühren in Form von Forschungs- und Entwicklungsmitteln sowie Exklusivitätszahlungen und hat die Möglichkeit, Meilenstein- und Tantiemezahlungen von GPC zu erzielen. Im Januar 2005 begann GPC die klinische Phase-1-Erprobung für einen von MorphoSys entwickelten vollständig humanen Krebsantikörper (1D09C3) zur Evaluierung von Antikörpern bei Patienten mit rezidivierenden oder Therapie-refraktären Lymphomen wie Hodgkin- oder Non-Hodgkin-Lymphomen. Der Beginn der klinischen Erprobung löste eine klinische Meilensteinzahlung von GPC an MorphoSys aus. Die Europäische Kommission hat dem Antikörper Mitte 2005 für die Behandlung von Hodgkin-Lymphomen und Anfang 2006 für die Behandlung von chronischer lymphozytärer Leukämie (CLL) und multiplen Myelomen (MM) den so genannten Orphan-Drug-Status erteilt.
VORSTAND UNTERNEHMEN KONZERNLAGEBERICHT
KONZERNABSCHLUSS
Konzernabschluss
Anhang zum Konzernabschluss
IMMUNOGEN, USA
Im September 2000 unterzeichnete die Gesellschaft ein Kooperations- und Lizenzabkommen mit ImmunoGen, USA („ImmunoGen“). Die Partnerschaft befasste sich mit der Entdeckung und Entwicklung humaner monoklonaler Antikörper gegen bestimmte spezifizierte Zielmoleküle. ImmunoGen übernimmt die Aufgabe, einen oder mehrere von der Gesellschaft hergestellte Antikörper zu einem marktfähigen Produkt weiterzuentwickeln. Im Rahmen dieses Abkommens erhält die Gesellschaft eine Lizenzzahlung sowie entwicklungsabhängige Meilensteinzahlungen und Tantiemen auf vermarktete Produkte.
Die zwischen den beiden Gesellschaften bestehende Vereinbarung wurde im Juni 2001 erweitert. Im Rahmen der erweiterten Vereinbarung gewährte die Gesellschaft an ImmunoGen eine Forschungslizenz auf ihre HuCAL-Antikörperbibliothek-Technologie zur Herstellung von Forschungsantikörpern, die ImmunoGen in ihren funktionalen Genomprogrammen bei der Validierung neuer Zielmoleküle unterstützend einsetzt. Die erweiterte Vereinbarung hatte eine Laufzeit von vier Jahren.
Im Juni 2005 wurde die bestehende Lizenzvereinbarung für ImmunoGen's interne Zielforschungsprogramme um ein weiteres Jahr verlängert. Die Forschungskooperation wurde im Mai 2006 erfolgreich beendet.
MERCK & CO., INC., USA
Im Dezember 2005 hat MorphoSys ein auf fünf Jahre angelegtes Lizenzabkommen mit Merck & Co., Inc. („Merck“) geschlossen. Im Rahmen des Abkommens gewährt MorphoSys Merck für deren Medikamentenforschungsprogramme Zugang zu seinen firmeneigenen Technologien HuCAL GOLD und AutoCAL. Daneben erlaubt das Abkommen Merck die Entwicklung therapeutischer Antikörper auf der Basis von HuCAL für eine Reihe von Indikationen. MorphoSys erhält eine Vertragsabschlussgebühr, jährliche Nutzungsgebühren und Zahlungen für die Forschung und Entwicklung. Daneben stehen MorphoSys Lizenz- und Meilensteinzahlungen für Projekte in der klinischen Entwicklung sowie Tantiemen auf aus der Zusammenarbeit resultierende Endprodukte zu.
NOVARTIS AG, SCHWEIZ
Die MorphoSys AG und die Novartis AG („Novartis“) haben im Mai 2004 eine Zusammenarbeit für die Erforschung und Entwicklung von antikörperbasierten Biopharmaka als therapeutische Wirkstoffe gegen eine Reihe unzureichend behandelter Krankheiten vereinbart. MorphoSys bringt seine leistungsstarken und erprobten humanen Antikörper-Technologien (HuCAL GOLD) in diese neue strategische Ausrichtung der Novartis-Forschung ein und trägt so zu einer Zusammenarbeit bei, in der neue therapeutische Wirkstoffe schnell und effizient identifiziert und entwickelt werden. Wissenschaftler von MorphoSys arbeiten mit Wissenschaftlern von Novartis in den weltweiten Niederlassungen des Novartis Institute for BioMedical Research (NIBR) sowie am neuen Konzernsitz in Cambridge, Massachusetts, USA, direkt zusammen. Die HuCALGOLD-Technologie von MorphoSys ist mittlerweile ein integraler Bestandteil der Medikamentenforschung und -entwicklung von Novartis. Während der dreijährigen Laufzeit der Vereinbarung finanziert Novartis die interne Forschung bei MorphoSys für die Entwicklung und Optimierung von HuCAL GOLD-Antikörpern gegen Zielmoleküle von Novartis. Daneben hat Novartis an zwei seiner Standorte Zugang zur aktuellen HuCAL GOLD-Bibliothek von MorphoSys. Novartis war im Rahmen der Zusammenarbeit der erste Partner von MorphoSys, dem eine nicht exklusive Option auf die interne Installation der gesamten Technologieplattform von MorphoSys eingeräumt wird, die eine weitere Zahlung von Novartis an MorphoSys auslösen würde. Novartis ist durch den Erwerb von unverzinslichen Wandelschuldverschreibungen eine Beteiligung von rund 9 Mio. € an MorphoSys eingegangen. Zusätzlich sind MorphoSys in den ersten drei Jahren der Zusammenarbeit Zahlungen von über 30 Mio. US$ Forschung und Entwicklung und Technologielizenzen zugesagt. MorphoSys wird weitere Zahlungen wie Technologielizenzgebühren, Meilensteinzahlungen für Forschung und Entwicklung sowie Tantiemen aus der Vermarktung von Antikörperprodukten erhalten.
136
Im Juni 2006 hat MorphoSys die Verlängerung seiner Zusammenarbeit mit Novartis bis Mai 2011 bekannt gegeben.
Im Rahmen der verlängerten Zusammenarbeit hat sich Novartis verpflichtet, die Anzahl der neuen therapeutischen Antikörperprojekte jährlich zu erhöhen, was zu einer höheren Finanzierung der Forschung und Entwicklung bei MorphoSys durch Novartis führt. Daneben wird Novartis eine Option auf Zugang zur HuCAL GOLD-Technologie von MorphoSys an einem weiteren ihrer Forschungsstandorte eingeräumt und erhält an den Novartis-Standorten, an denen die HuCAL-Bibliothek installiert ist, Zugang zu einer bestimmten Technologie zur Affinitätsreifung von HuCAL-basierten Antikörpern für nicht therapeutische Anwendungen. Darüber hinaus sieht die Vereinbarung höhere jährliche Lizenzzahlungen vor, während die kommerziellen Lizenzgebühren, die Forschungs- und Entwicklungsmeilensteine sowie die Tantiemen auf vermarktete Produkte unverändert bleiben.
NOVOLANT GMBH, DEUTSCHLAND
Im Juli 2004 haben MorphoSys und Novoplant GmbH („Novoplant“) die Unterzeichnung einer Zusammenarbeit für die Erforschung therapeutischer Antikörper für Anwendungen im Bereich der Veterinärmedizin verkündet. Im Rahmen der auf drei Jahre angelegten Vereinbarung hat Novoplant eine Lizenz für die Entwicklung und Vermarktung von therapeutischen Antikörpern als Futtermittelzusatz für veterinärmedizinische Zwecke erhalten. Als Gegenleistung entrichtete Novoplant an MorphoSys eine Technologiezugangsgebühr und zahlt jährliche Lizenzgebühren. Daneben erhält MorphoSys Meilensteinzahlungen und Tantiemen für die anschließende Entwicklung und Vermarktung von daraus resultierenden Produkten. Im Rahmen der Zusammenarbeit wird Novoplant die HuCAL GOLD-Technologie von MorphoSys zur Herstellung von
Antikörpern gegen Viren, Parasiten und pathogene Mikroorganismen verwenden. Die Zugabe solcher MorphoSys-Antikörper zu Futtermitteln könnte Schutz vor Infektionskrankheiten im Magen-Darm-Trakt der jeweiligen Tierart bieten. MorphoSys hat sich alle Rechte an humanen Therapeutika und Diagnostika gesichert, die sich aus dieser Zusammenarbeit ergeben.
PFIZER INC., USA
Im Dezember 2003 hat MorphoSys ein Kooperations- und Lizenzabkommen mit Pfizer Inc. („Pfizer“) geschlossen. Zweck der Zusammenarbeit ist die erleichterte Forschung, Entdeckung und Entwicklung von neuartigen Antikörpertherapeutika. Die Gesellschaft wird ihre HuCAL GOLD-Technologie für die Herstellung und Optimierung von Antikörpern gegen eine Reihe verschiedener Zielmoleküle von Pfizer einsetzen. Im Rahmen des Abkommens erhielt die Gesellschaft eine vereinbarte Einmalzahlung, Forschungsunterstützung und wird – abhängig vom Erfolg der Kooperation – Meilensteinzahlungen und Tantiemen erhalten. Pfizer ist zuständig für die klinische Entwicklung, behördliche Zulassung und weltweite Vermarktung für hieraus resultierende Produkte.
Im Dezember 2006 hat MorphoSys die vorzeitige Verlängerung seiner Zusammenarbeit mit Pfizer bis Ende 2011 bekannt gegeben. Im Rahmen der verlängerten Vereinbarung hat Pfizer die Option, zusammen mit MorphoSys neue therapeutische Antikörperprojekte in Angriff zu nehmen, was zu einem Anstieg der Anzahl der Projekte führt, die im Zuge der Zusammenarbeit durchgeführt werden. Die Verlängerung löste eine Einmalzahlung von Pfizer an MorphoSys aus.
VORSTAND UNTERNEHMEN KONZERNLAGEBERICHT
KONZERNABSCHLUSS
Konzernabschluss
Anhang zum Konzernabschluss
SCHERING AG, DEUTSCHLAND
Im Dezember 2001 gründeten die Gesellschaft und die Schering AG („Schering“) eine strategische Allianz für die Entwicklung von Antikörpertherapeutika und in-vivo Diagnostika. Als Teil der Vereinbarung bündelten Schering und die Gesellschaft ihre Ressourcen während der dreijährigen Zusammenarbeit, um exklusiv mindestens fünf therapeutische und mehrere in-vivo-Diagnostika-Projekte durchzuführen. Ferner betreiben die beiden Partner gemeinsame Forschung, um zusätzliche potenzielle therapeutische und diagnostische Zielmoleküle aus dem Genomforschungsprogramm von Schering zu identifizieren.
Ferner hat Schering im Februar 2002 als Zeichen ihres strategischen Engagements in diese Partnerschaft 357.880 Aktien zu einem Durchschnittspreis von 66,79 € je Aktie erworben.
Im Dezember 2004 haben beide Parteien die Zusammenarbeit um mindestens zwei weitere Jahre bis Ende 2006 verlängert mit der Option auf eine Verlängerung um ein weiteres Jahr. Die Zusammenarbeit mit der früheren Schering AG wurde um ein weiteres Jahr bis Ende 2007 verlängert. Während der Vertragslaufzeit wird MorphoSys Lizenzgebühren und Meilensteinzahlungen erhalten. Darüber hinaus bekommt MorphoSys Tantiemen für mögliche Endprodukte, die aus der Kooperation entstehen.
SHIONOGI & CO., LTD., JAPAN
Im September 2005 hat MorphoSys mit Shionogi & Co., Ltd. („Shionogi“) ein auf drei Jahre angelegtes Lizenzabkommen für die Nutzung seiner HuCAL-Technologie geschlossen. Im Rahmen des Abkommens gewährt MorphoSys Shionogi für den Einsatz in deren Medikamentenforschungsprogramm Zugang zu seiner HuCAL GOLD-Antikörperbibliothek. Als Gegenleistung erhält MorphoSys eine Vertragsabschlussgebühr und über die Laufzeit des Abkommens jährliche Nutzungsgebühren.
XOMA TECHNOLOGY LTD., UK / XOMA IRELAND LTD., IRLAND
Im Februar 2002 haben MorphoSys und XOMA Technology Ltd./XOMA Ireland Ltd. („XOMA“) Lizenzvereinbarungen auf Gegenseitigkeit für ihre Antikörpertechnologien geschlossen. Im Rahmen dieser Vereinbarungen erhielt MorphoSys eine Lizenz zu seinen Gunsten und zu Gunsten seiner Kooperationspartner für die bisherige und künftige Nutzung der Antikörperexpressionstechnologie von XOMA zur Entwicklung von Antikörperprodukten im Zusammenhang mit der Phagen-Display-basierten HuCAL-Antikörperbibliothek (die „XOMA-Lizenz“). Im Gegenzug erhielt XOMA von MorphoSys eine Lizenz mit einer Laufzeit von fünf Jahren zur Nutzung der HuCAL GOLD-Bibliothek, die XOMA zur eigenen Identifizierung von Zielmolekülen und für eigene Forschungsprogramme einsetzen wird. Daneben ist eine Option für die Entwicklung therapeutischer Antikörper enthalten. MorphoSys hat die XOMA-Lizenz durch die Ausgabe von 363.466 Aktien aus einer Kapitalerhöhung in 2003 erworben.
138
ANLAGENSPIEGEL (ANLAGE 1)
| in € | ANSCHAFFUNGS- UND HERSTELLUNGSKOSTEN | ||||
|---|---|---|---|---|---|
| 01.01.2006 | ZUGÄNGE | ABGÄNGE | WÄHRUNGS-DIFFERENZEN | 31.12.2006 | |
| I. SACHANLAGEN | |||||
| Grundstücke und Gebäude | 2.247.115 | 1.486.857 | 696.805 | (13.777) | 3.023.390 |
| Büro- und Laborausstattung | 5.333.716 | 2.322.048 | 257.396 | 127 | 7.398.495 |
| Betriebs- und Geschäftsausstattung | 1.881.731 | 613.367 | 264.784 | (11.063) | 2.219.251 |
| 9.462.562 | 4.422.272 | 1.218.985 | (24.713) | 12.641.136 | |
| II. IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE | |||||
| Patente | 3.794.561 | 49.994 | - | - | 3.844.555 |
| Lizenzen | 12.140.398 | 604.657 | 4.090 | - | 12.740.965 |
| Software | 1.391.635 | 276.945 | - | - | 1.668.580 |
| Know-how und Kundenstamm | 2.312.685 | 4.194.669 | - | (28.905) | 6.478.449 |
| Geschäfts- oder Firmenwert | 4.137.349 | 22.782.613 | - | 82.629 | 27.002.591 |
| 23.776.628 | 27.908.878 | 4.090 | 53.724 | 51.735.140 |
- einschließlich Umgliederungen in kurzfristige Vermögenswerte, die zur Veräußerung gehalten werden, in Höhe von 0.7 Mio €.
ZUM KONZERNVERBUND GEHÖRENDE GESELLSCHAFTEN ZUM 31. DEZEMBER 2006 (ANLAGE 2)
| NAME UND SITZ DER GESELLSCHAFT | WÄHRUNG | WECHSELKURS
ZUM 31.12.2006
€ IN FREMD-WÄHRUNGS-EINHEITEN |
| --- | --- | --- |
| KONSOLIDIERTE GESELLSCHAFTEN (MUTTERUNTERNEHMEN AUSGENOMMEN) | | |
| MorphoSys USA, Inc., Charlotte, North Carolina, USA | US$ | 1,3134 |
| MorphoSys IP GmbH, München, Deutschland | € | - |
| MorphoSys UK Ltd., Poole, UK | £ | 0,6709 |
| MorphoSys US Inc., Brentwood, New Hampshire, USA | US$ | 1,3134 |
| Serotec Ltd., Oxford, UK (inkl. ihrer Tochtergesellschaften) | £ | 0,6709 |
- vor Eliminierung von konzerninternen Sachverhalten.
VORSTAND UNTERNEHMEN KONZERNLAGEBERICHT
KONZERNABSCHLUSS
Konzernabschluss
Anhang zum Konzernabschluss
| KUMULIERTE ABSCHREIBUNGEN | NETTOBUCHWERT | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 01.01.2006 | AB-SCHREIBUNG | WERTBE-RICHTIGUNG* | ABGÄNGE | WÄHRUNGS-DIFFERENZEN | 31.12.2006 | 31.12.2006 | 31.12.2005 |
| 10.310 | 66.433 | 56.640 | 32.697 | (387) | 100.299 | 2.923.091 | 2.236.805 |
| 3.782.739 | 909.462 | 59.622 | 247.357 | 813 | 4.505.279 | 2.893.216 | 1.550.977 |
| 972.650 | 228.447 | 204.203 | 264.784 | 930 | 1.141.446 | 1.077.805 | 909.081 |
| 4.765.699 | 1.204.342 | 320.465 | 544.838 | 1.356 | 5.747.024 | 6.894.112 | 4.696.863 |
| 1.433.556 | 460.845 | - | - | - | 1.894.401 | 1.950.154 | 2.361.005 |
| 3.683.307 | 1.285.374 | - | 4.090 | - | 4.964.591 | 7.776.374 | 8.457.091 |
| 1.260.129 | 131.846 | 32.792 | - | - | 1.424.767 | 243.813 | 131.506 |
| 827.118 | 816.577 | - | - | 465 | 1.644.160 | 4.834.289 | 1.485.567 |
| - | - | - | - | - | - | 27.002.591 | 4.137.349 |
| 7.204.110 | 2.694.642 | 32.792 | 4.090 | 465 | 9.927.919 | 41.807.221 | 16.572.518 |
| BETEILIGUNG | |||||||
| IN % | EIGENKAPITAL | ||||||
| IN FREMD-WÄHRUNG | BILANZ-SUMME IN | ||||||
| FREMD-WÄHRUNG* | VERBIND-LICHKEITEN | ||||||
| IN FREMD-WÄHRUNG* | UMSATZ | ||||||
| IN FREMD-WÄHRUNG* | JAHRES-ERGEBNIS | ||||||
| IN FREMD-WÄHRUNG* | |||||||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | ||
| 100 | 2.000 | 18.523 | 32.068 | - | (19.026) | ||
| 100 | 25.000 | 17.028.440 | 18.566.486 | 4.364.180 | - | ||
| 100 | 200 | 1.417.648 | 494.765 | 1.595.669 | 73.546 | ||
| 100 | 100 | 538.722 | 422.367 | 1.033.957 | (115.225) | ||
| 100 | 100 | 6.289.319 | 4,144.545 | 9.370.845 | (279.623) |
140
Bestätigungsvermerk
Den uneingeschränkten Bestätigungsvermerk haben wir wie folgt erteilt:
„Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers“
Wir haben den von der MorphoSys AG, Martinsried, aufgestellten Konzernabschluss – bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung, Kapitalflussrechnung, Eigenkapitalentwicklung und Anhang – sowie den Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2006 geprüft. Die Aufstellung von Konzernabschluss und Konzernlagebericht nach den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften liegt in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht abzugeben.
Wir haben unsere Konzernabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Konzernabschluss unter Beachtung der anzuwendenden Rechnungslegungsvorschriften und durch den Konzernlagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld des Konzerns sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben im Konzernabschluss und Konzernlagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, der Abgrenzung des Konsolidierungskreises, der angewandten Bilanzierungs- und Konsolidierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.
VORSTAND UNTERNEHMEN KONZERNLAGEBERICHT KONZERNABSCHLUSS
141
Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.
Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Konzernabschluss den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. Der Konzernlagebericht steht in Einklang mit dem Konzernabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.
München, den 6. Februar 2007
KPMG Deutsche Treuhand-Gesellschaft
Aktiengesellschaft
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Maurer
Wirtschaftsprüfer

Rahn
Wirtschaftsprüfer

142
Bericht des Aufsichtsrats
In diesem Bericht legt der Aufsichtsrat seine Tätigkeiten im Geschäftsjahr 2006 dar und erläutert die Schwerpunkte seines regelmäßigen Dialogs mit dem Vorstand der MorphoSys AG.
Im Verlauf des Jahres 2006 ist der Aufsichtsrat seinen ihm nach Gesetz und Satzung obliegenden Aufgaben nachgekommen. Auf der Grundlage einer ausführlichen schriftlichen und mündlichen Berichterstattung durch den Vorstand mit aktuellen und umfassenden Informationen zu allen relevanten Themen haben wir die Geschäftsführung der Gesellschaft überwacht und den Vorstand regelmäßig beraten. Als Vorsitzender des Aufsichtsrats stand ich in einem ständigen persönlichen Informations- und Gedankenaustausch mit dem Vorstandsvorsitzenden Herrn Dr. Simon E. Moroney. Auf diese Weise war der Aufsichtsrat laufend über die Unternehmensstrategie, die Unternehmensplanung (einschließlich Finanz-, Investitions- und Personalplanung), die Ergebnisentwicklung sowie die Geschäftslage der Gesellschaft und des Konzerns informiert.
SITZUNGEN UND AUSSCHÜSSE DES AUFSICHTSRATS
Der Aufsichtsrat befasste sich schwerpunktmäßig mit der mehrjährigen strategischen Geschäftsplanung der Gesellschaft, der geschäftlichen Entwicklung der beiden operativ tätigen Geschäftssegmente, dem Jahresbudget 2007, Themen der Corporate Governance sowie möglichen Fusionen und Akquisitionen. Den Maßnahmen des Vorstands, die nach Gesetz oder geltender Geschäftsordnung des Vorstands zustimmungspflichtig sind, hat der Aufsichtsrat selbst oder einer seiner Ausschüsse nach eingehender Prüfung und Erörterung die jeweils erforderliche Zustimmung erteilt.
Im Geschäftsjahr 2006 fanden acht ordentliche Sitzungen des Aufsichtsrats statt. In ihnen waren die Umsatz-, Ergebnis- und Personalentwicklung des Konzerns und der beiden Geschäftssegmente, die Finanzlage sowie alle Investitionsprojekte von Bedeutung Gegenstand reiflicher Beratung. Der Vorstand erstattete regelmäßig Bericht über den Fortgang der unternehmenseigenen Antikörperprojekte und die anhaltenden Maßnahmen zur Technologieentwicklung. In mehreren Sitzungen erörterten wir künftige Wachstumsstrategien wie auch Möglichkeiten im Bereich Mergers & Acquisitions. Auf der Grundlage ausführlicher Unterlagen von externen Rechts- und Finanzberatern und des internen Due-Diligence-Teams hat der Aufsichtsrat dem Erwerb der Serotec-Gruppe im Januar 2006 zugestimmt. In der Folge hielt uns der Vorstand über den Stand der Integration und die Entwicklung des Segments Forschungsantikörper informiert. Weitere Kernthemen der Sitzungen waren die Privatplatzierung im März 2006, die Feststellung der
VORSTAND UNTERNEHMEN KONZERNLAGEBERICHT KONZERNABSCHLUSS
143

Das Geschäftsjahr 2006 war das erfolgreichste in der Unternehmensgeschichte von MorphoSys.
Es war geprägt von einer Reihe wichtiger Ereignisse und Entscheidungen – dem Beginn der klinischen Erprobung eines zweiten HuCAL-Antikörpers, der Fortführung mehrerer langjähriger Partnerschaften im Bereich therapeutischer Antikörper und dem Erwerb der Serotec-Gruppe, der in den ersten Wochen des Jahres 2006 vollzogen wurde.
Dr. Gerald Möller
Vorsitzender des Aufsichtsrats
Jahresabschlüsse, die Beauftragung des Abschlussprüfers, das Jahresbudget 2007 sowie Themen der Geschäftsentwicklung wie die Zustimmung zu den Vertragsbedingungen für neue Kooperationen. Alle Konditionsvereinbarungen für Transaktionen von materieller Bedeutung für das Unternehmen wurden vom Aufsichtsrat geprüft und genehmigt. In seinen Sitzungen im Oktober und Dezember 2006 befasste sich der Aufsichtsrat eingehend mit der Geschäfts-, Finanz- und Bilanzplanung für die Jahre 2008 bis 2011.
Für alle Aufsichtsratssitzungen gingen seinen Mitgliedern jeweils rechtzeitig vor den Sitzungen ausführliche Berichte in Schriftform zu, die der Vorstand in Zusammenarbeit mit den jeweiligen Fachabteilungen vorbereitet hatte. Diese Berichte waren in ihrer Ausführlichkeit geeignet, um die jeweiligen Tagesordnungspunkte in den Aufsichtsratssitzungen eingehend zu behandeln und die erforderlichen Beschlüsse zu fassen.
Zwischen den Sitzungen wurde der Aufsichtsrat mithilfe ausführlicher Berichte in Schriftform über alle Projekte und Pläne von besonderer Bedeutung für die Gesellschaft informiert. Im Bedarfsfall wurden Beschlüsse in schriftlicher Form gefasst.
Gegenwärtig bestehen drei unterschiedliche Ausschüsse: der Prüfungsausschuss, der Vergütungs- und Ernennungsausschuss und der Ausschuss für Wissenschaft und Technologie. Die personelle Besetzung dieser Ausschüsse* ist im Kapitel „Corporate Governance“ dieses Geschäftsberichts zu finden. Der Prüfungsausschuss tagte achtmal und befasste sich vor allem mit Themen der Rechnungslegung sowie den Quartals- und den Jahresabschlüssen. Der Abschlussprüfer nahm an drei Sitzungen des Prüfungsausschusses teil und informierte dessen Mitglieder über die Ergebnisse seiner Prüfungen. Der Vergütungs- und Ernennungsausschuss trat zu einer Sitzung zusammen und befasste sich mit Themen des Vergütungssystems und der Höhe der Vorstandsvergütung. Der Ausschuss für Wissenschaft und Technologie wurde erst gegen Ende des Jahres 2006 eingerichtet und trat daher im Verlauf des Jahres nicht zusammen. Das Aufsichtsratsplenum wurde in Form von Berichten über die Ausschusssitzungen informiert.
144
(3.77)
Bezüglich der Erklärung nach § 315 Abs. 4 HGB verweisen wir auf die Seiten 77f des Konzernlageberichts. Weitere Erläuterungen durch den Aufsichtsrat waren in diesem Zusammenhang nicht erforderlich.
WIEDERWAHL VON MITGLIEDERN DES AUFSICHTSRATS
Auf der ordentlichen Hauptversammlung vom 17. Mai 2006 wurden die Herren Prof. Dr. Jürgen Drews und Prof. Dr. Andreas Plückthun als Mitglieder des Aufsichtsrats wiedergewählt. Beide Herren verfügen über langjährige Erfahrungen sowohl in der Pharma- und der Biotechnologiebranche als auch auf dem Gebiet der Antikörpertechnologie. Wir begrüßen es sehr, im Aufsichtsrat weiterhin auf die Unterstützung und die Erfahrungen dieser beiden Mitglieder bauen zu können.
CORPORATE GOVERNANCE
Der Aufsichtsrat hat sich mit der Weiterentwicklung der Corporate Governance bei MorphoSys befasst und dabei die Änderungen des Deutschen Corporate Governance Kodex vom Juni 2006 berücksichtigt. Im Dezember 2006 haben der Vorstand und der Aufsichtsrat eine neue Entsprechenserklärung* verabschiedet; sie ist Bestandteil des Abschnitts „Corporate Governance“ dieses Geschäftsberichts und wurde auch den Aktionären auf der Website der MorphoSys dauerhaft zugänglich gemacht. Wie in der vom Aufsichtsrat verabschiedeten Entsprechenserklärung erläutert erfüllt MorphoSys mit zwei Ausnahmen die Empfehlungen des Kodex.
Für ausführlichere Informationen in Bezug auf die Corporate Governance wird auf den Corporate-Governance- und den Vergütungsbericht dieses Geschäftsberichts verwiesen.
PRÜFUNG DER JAHRESABSCHLÜSSE
Der vom Vorstand nach den Bestimmungen des Handelsgesetzbuchs (HGB) aufgestellte Jahresabschluss und der Lagebericht der MorphoSys AG sowie der Konzernabschluss und der Konzernlagebericht des MorphoSys-Konzerns (MorphoSys AG und ihre Tochtergesellschaften) auf der Grundlage der IFRS im Einklang mit § 315a HGB für den Zeitraum 1. Januar bis 31. Dezember 2006 wurden von der KPMG Deutsche Treuhand-Gesellschaft Aktiengesellschaft Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, München, geprüft. Der Prüfungsauftrag war vom Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats im Einklang mit dem Beschluss der Hauptversammlung vom 17. Mai 2006 erteilt worden. Der Abschlussprüfer hat einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt.
Der Abschlussprüfer hat den Konzernabschluss und den Einzelabschluss der MorphoSys AG sowie den Konzernlagebericht und den Lagebericht der MorphoSys AG nach HGB-Grundsätzen geprüft. Daneben waren das interne Kontrollsystem und das Risikosystem der Gesellschaft Gegenstand der Prüfung. Der Konzernabschluss wurde unter Zugrundelegung deutscher und
VORSTAND UNTERNEHMEN KONZERNLAGEBERICHT KONZERNABSCHLUSS
145
internationaler Rechnungslegungsgrundsätze (IFRS) geprüft. Nach Überzeugung des Abschlussprüfers vermittelt der Konzernabschluss in Übereinstimmung mit den Rechnungslegungsvorschriften nach IFRS ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie der Zahlungsströme des Konzerns.
Den Schwerpunkt der diesjährigen Prüfung des Einzelabschlusses und des Lageberichts der MorphoSys AG bildeten die Struktur, die Einrichtung und die Wirksamkeit von internen Kontrollen im Beschaffungsprozess und im Bereich Lizenzierung und Patentwesen, die Vollständigkeit der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und der Rückstellungen für ausstehende Rechnungen sowie die korrekte Erfassung der Umsatzerlöse. Prüfungsschwerpunkte des Jahres 2006 für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht waren der Erstellungsprozess des Konzernabschlusses, die Richtigkeit des Konzernabschlusses, die Kapitalkonsolidierung, insbesondere die Kaufpreiszuordnung für erworbene Gesellschaften, und die Ermittlung von latenten Steuern.
Die Prüfungsberichte und die Unterlagen zu den Jahresabschlüssen standen allen Aufsichtsratsmitgliedern rechtzeitig zur Verfügung. Der Prüfungsbericht und der Konzernabschluss sowie der Konzernlagebericht des MorphoSys-Konzerns waren in der Sitzung des Prüfungsausschusses am 20. Februar 2007 und in der Aufsichtsratssitzung am 22. Februar 2007 Gegenstand eingehender Erörterungen. Der Prüfungsbericht und der Jahresabschluss sowie der Lagebericht der MorphoSys AG wurden in der Sitzung des Prüfungsausschusses am 9. März 2007 und in der Aufsichtsratssitzung am 9. März 2007 eingehend erörtert. In allen Sitzungen nahm der Abschlussprüfer an der Besprechung der Abschlüsse teil. Er berichtete über die wesentlichen Ergebnisse seiner Prüfungen und stand dem Aufsichtsrat für die Beantwortung seiner Fragen sowie für weitergehende Informationen zur Verfügung. Nach unserer abschließenden Überprüfung billigte der Aufsichtsrat die Abschlüsse ohne Einschränkungen bzw. Ergänzungen und stellte sie damit fest.
Im Namen meiner Aufsichtsratskollegen danke ich dem Vorstand und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aller Konzerngesellschaften für ihr Engagement und ihren großen Einsatz im Geschäftsjahr 2006.
Martinsried/Planegg, 9. März 2007
[Signature]
Dr. Gerald Möller
Vorsitzender des Aufsichtsrats
146
Aufsichtsrat der MorphoSys AG


Dr. Gerald Möller
(Vorsitzender)
Heidelberg, Deutschland
Managing Director,
HBM BioCapital
Management GmbH
Prof. Dr. Jürgen Drews
(Stellvertretender Vorsitzender)
Feldafing, Deutschland,
und Naples, USA
Managing Partner, Bear Stearns
Health Innoventure Fund LLC
Mitglied des Aufsichtsrats von:
4sigma, Bermuda (Vorsitzender)
BioAgency AG, Deutschland
(Vorsitzender)
Brahms AG, Deutschland
(Vorsitzender)
Febit Biotech GmbH,
Deutschland (Vorsitzender)
Ferraris Group PLC, UK
FIND Foundation, Schweiz
(Vorsitzender)
Invendo Medical GmbH,
Deutschland (Vorsitzender)
MTM AG, Deutschland
(Vorsitzender)
Pelikan Technologies, Inc., USA
(Vorsitzender)
Mitglied des Aufsichtsrats von:
Bear Stearns Health Innoventure
Fund LLC, USA (Berater)
GPC Biotech AG, Deutschland
(Vorsitzender)
Human Genome Sciences Inc., USA
- Mitgliedschaft in vergleichbaren
inländischen und ausländischen
Aufsichtsgremien von Unternehmen
VORSTAND UNTERNEHMEN KONZERNLAGEBERICHT KONZERNABSCHLUSS
147

Dr. Daniel Camus
Paris, Frankreich
Senior Executive Vice President
und Chief Financial Officer,
Electricité de France
Dr. Metin Colpan
Venlo, Niederlande
Supervisory Director,
Qiagen N.V.

Prof. Dr. Andreas Plückthun
Zürich, Schweiz
Professor für Biochemie,
Universität Zürich
Dr. Geoffrey N. Vernon
Tavistock, UK
Executive Chairman,
Ziggus Holding Ltd.
Mitglied des
Aufsichtsrats von:
Dalkia Holding, Frankreich
EDF International, Frankreich (Vorsitzender)
EDF Energy Group, UK (Vorsitzender)
Edison spa, Italien
EnBW, Deutschland
Transalpina di Energia SRL*, Italien
Valéo, Frankreich
Mitglied des
Aufsichtsrats von:
GPC Biotech AG, Deutschland
GenPat 77*, Deutschland
Qiagen NV, Niederlande
Mitglied des
Aufsichtsrats von:
Molecular Partners AG*,
Schweiz (Mitglied des
Verwaltungsrats)
Mitglied des
Aufsichtsrats von:
Advanced Medical Solutions
Ltd., UK
Apitope Technology Ltd., UK
Genable Ltd., Irland
Medpharm Ltd., UK
Talia Technology Ltd., Israel
XL TechGroup GP LLC, USA
XL TechGroup Inc., USA
Ziggus Holdings Ltd., UK
148
Glossar
A
ADR – Ein ADR (engl. American Depository Receipt) ist ein Zertifikat, das von einem US-amerikanischen Kreditinstitut ausgestellt wird, das die zugrunde liegenden Aktien in Verwaltung genommen hat. ADRs dienen der Erleichterung von Geschäften mit ausländischen Wertpapieren in den Vereinigten Staaten.
Affinität – Bindungsstärke zwischen Bindungspartnern, z.B. Antikörper und Antigen
AMD – Altersbedingte Augenkrankheit
Amyloid beta – Zielmolekül zur Therapie von Alzheimer; Hauptbestandteil von Proteinablagerungen im Gehirn von Alzheimer-Patienten
Antigen – Fremdstoff, der Antikörper-Produktion stimuliert; Bindungspartner von Antikörpern
Antikörper – Proteine des Immunsystems, die fremde Antigene erkennen und eine Immunreaktion auslösen
Antikörperbibliothek – große Sammlungen von Antikörpern mit unterschiedlicher Aminosäure-sequenz
Autoimmun-Erkrankungen – Krankheiten, deren Ursache eine überschießende Reaktion des körpereigenen Immunsystems auf körpereigenes Gewebe ist
B
Bibliothek – hier: Sammlung einer Vielzahl von unterschiedlichen Molekülen (Genbibliothek, Peptidbibliothek, Proteinbibliothek, insbesondere Antikörperbibliothek) für Screening und/oder Selektion
Biogenerika – Nachahmer-Präparate biotechnologischer Medikamente
C
Cashflow – Kennzahl der Kapitalflussrechnung zur Beurteilung der Finanz- und Ertragskraft
COGS – Herstellungskosten für Produkte im AbD-Segment (engl.: Cost of goods sold)
Corporate Governance – Rahmenbedingungen, die Einfluss auf die Führungsentscheidungen eines Unternehmens und somit auf den Unternehmenserfolg haben
D
Differenzierung – Spezialisierungsprozess von Zellen
Disulfid-Brücke – Molekulare Verbindung über zwei Schwefelatome – Hauptbestandteil der MorphoSys-Technologie CysDisplay
E
Expression – Umsetzung genetischer Information in entsprechendes Protein
E.coli – Bestimmte Bakterienart
Eukaryont – Eine Zelle mit Zellkern, im Gegensatz zum Prokaryont
F
FDA – Food and Drug Administration; Amerikanische Zulassungs- und Kontrollbehörde für Arznei- und Lebensmittel
F&E – Forschung und Entwicklung
G
Gen – Abschnitt der DNA, der bestimmte Strukturen (z.B. ein Protein) oder Funktionen kodiert
Genom – Gesamtheit der DNA eines Organismus (Gene, genetische Signalstrukturen sowie sonstige DNA-Bereiche)
Gentechnik – Teilbereich der Biotechnologie; Erforschung und Anwendung gezielter Veränderung und Neukombination von Genen
Glykolisierung – Natürliche Modifizierung der Oberfläche von Proteinen mit Zuckermolekülen
Goldstandard – aktuell modernste und zuverlässigste Methode oder Technologie, die als Qualitätsreferenz oder Industriestandard etabliert ist
Goodwill – Geschäftswert, Firmenwert eines Unternehmens
GRS-Studie – jährlich durchgeführte Gehaltsstudie der deutschen Biotechnologie-Branche
H
HGB – Handelsgesetzbuch
HuCAL – Human Combinatorial Antibody Library; von MorphoSys entwickelte Antikörperbibliothek zur raschen Erzeugung von spezifischen und menschlichen Antikörpern für alle Anwendungen
Human – menschlichen Ursprungs
Hybridom – Fusionierte Zelle aus Krebszelle und Immunzelle; Einsatz in der Antikörperproduktion
I
ICAM-1 – interzelluläres Adhäsionsmolekül (intercellular adhesion molecule-1)
IFRS – International Financial Reporting Standards; EU-weit geltender Rechnungslegungsstandard ab 2005
Immunisierung – Erzeugung von Antikörpern durch Gabe von Antigen
VORSTAND UNTERNEHMEN KONZERNLAGEBERICHT KONZERNABSCHLUSS
149
Impairment – Werthaltigkeitstest, findet regelmäßig Anwendung bei der Beurteilung des aktivierten Geschäfts- oder Firmenwertes (Goodwill) oder anderer bestimmter Vermögenswerte
in-vitro – im Reagenzglas
in-vivo – im lebenden Organismus
IPO – Initial Public Offering; Börsengang eines Unternehmens
K
Kaufpreiszuordnung – Identifizierung erworbener Vermögenswerte und übernommener Schulden im Rahmen eines Unternehmens-erwerbs
Klinik – klinische Studien eines Wirkstoffs an Patienten
L
Life Sciences – Oberbegriff für alle Forschungsdisziplinen der Lebensrelevanten Wissenschaften und deren industrieller Anwendung
Lymphom – Bestimmte Form von Blutkrebs
M
Marktkapitalisierung – Börsenwert einer Aktiengesellschaft gebildet aus aktuellem Aktienkurs und Anzahl ausgegebener Aktien
M&A – Fusionen und Übernamentransaktionen (engl.: Mergers & Acquisitions)
Meilenstein – Erfolgsabhängiges Etappenziel bei der Entwicklung eines Medikaments
Monoklonale Antikörper – von einem einzigen Klon abstammende, einheitliche Antikörper
Multiples Myelom – bösartiger Tumor des Knochenmarks (auch: Plasmozytom)
Multiple Sklerose – entzündliche und degenerative Erkrankung des zentralen Nervensystems
P
Peptid – kurze Kette von Aminosäuren
Phage – Abkürzung für Bakteriophage, ein Virus der Bakterien infiziert
Phagen-Display-Technologie – Screeningverfahren; Präsentation von Peptiden/Proteinen auf Oberfläche von Phagen
Präklinik – Studien und Untersuchungen in der Arzneimittelforschung an Tiermodellen und in in-vitro-Versuchen, die vor Beginn der klinischen Studien durchgeführt werden
Protein – Eiweißstoffe; Polymere bestehend aus Aminosäuren; z.B. Antikörper, Enzyme
Proteom – Gesamtheit aller Proteine des menschlichen Organismus
R
RapMAT – Firmeneigene Technologie von MorphoSys zur beschleunigten Antikörperoptimierung Rapid
Reagenzien – Sammelbegriff für Substanzen (wie etwa Antikörper), die als Werkzeuge in der Forschung und Diagnostik eingesetzt werden
Rekombinant – durch Neukombination bzw. Umorganisation von Bereichen eines DNA-Moleküls oder auch verschiedener Ausgangsmoleküle entstanden
Rheumatoide Arthritis – Entzündliche Erkrankung der Gelenke
Ribosom – Zellbestandteil, das genetische Information in Proteine umsetzt
S
Schuppenflechte – Autoimmune Hautkrankheit, die durch geröteten, stark schuppenden, punktförmig bis handtellergroßen Ausschlag gekennzeichnet ist (auch: Psoriasis)
Spezifität – Eigenschaft von z.B. Antikörpern, zwischen unterschiedlichen, aber ähnlichen Antigenen unterscheiden zu können
Streubesitz – Teil der Aktien einer Gesellschaft, der von vielen verschiedenen Anteilseignern gehalten wird
T
Tantieme – prozentuale Beteiligung am Umsatz eines vermarkteten Produkts
Target – s. Zielmolekül
TecDAX – Index der dreißig größten, gelisteten Technologieunternehmen der Frankfurter Börse abseits des DAX und MDAX
Toxin – Synonym für Giftstoff
Transfektion – Prozess bei dem fremde Gene in einen Wirtsorganismus eingebracht werden
Translation – Prozess in Zellen, bei dem Proteine produziert werden
Transplantatabstoßung – Abstoßungsreaktionen nach der Transplantation eines Organs oder Körperteils
Z
Zelllinie – In der Forschung angewandte permanente Kultur einer Zelle
Zielmolekül – Angriffspunkt für therapeutische Intervention, etwa auf der Oberfläche von kranken Zellen (auch: target)
Zytokin – Botenstoff für Zell-Zell-Kommunikation
150
Stichwortverzeichnis
A
Adressen weltweit Umschlag vorne
ADR
(American Depositary Receipt) 28
Aktienbesitz Vorstand und Aufsichtsrat 129f
Aktienkursentwicklung 24ff
Aktienoptionen 120ff
Aktionärsstruktur 27
Aktiva 53f
Analysten 28
Angaben gemäß § 315 Abs. 4 (HGB) 77f
Aufsichtsrat 146f
Aufwand nach Kostenarten 52
Aufwendungen für Forschung & Entwicklung 51
Aufwendungen für Vertrieb, Allgemeines & Verwaltung 52
Ausblick 86ff
Ausschüsse des Aufsichtsrats 41
Auszubildende 67
B
Bericht des Aufsichtsrats 142
Beschaffung 75
Bestätigungsvermerk 140
Betriebliche Aufwendungen 51f
Betriebsergebnis 53
Bilanz 92
C
Change of Control 70, 78
Corporate Governance 38ff, 131, 142ff
Corporate-Governance-Bericht 38
Corporate Social Responsibility 73f
D
Directors' Dealings 42
Dividende 88
E
EBIT 53
EBITDA 53
Eigenkapital 55
Eigenkapitalentwicklung 94
Eigenkapitaltransaktionen 27
Entsprechenserklärung 39
Ethikkodex 40
F
Finanzanalyse 49ff
Finanzierung 56
Finanzkalender 2007 Umschlag hinten
Finanzmittelzufluss 53
Forschungsantikörper 15
Forschung & Entwicklung 62ff
Fortbildung 66
G
Geistiges Eigentum 65
Gesamtwirtschaftliche Entwicklung 47
Geschäftsentwicklung
(Business Development) 58ff
Gewinn pro Aktie 53
Gewinn- und Verlustrechnung 91
H
Hauptversammlung 42
Herstellungskosten 51
I
Informationstechnologie 74f
Integration 57f
Investitionen 55
ISO9001:2000 76
J
Jahresüberschuss 53
K
Kapitalflussrechnung 96
Kennzahlen Umschlag vorne
Konzernführung 47
Kursentwicklung 25
VORSTAND UNTERNEHMEN KONZERNLAGEBERICHT KONZERNABSCHLUSS
151
L
Lagebericht 46ff
Leistungsorientiertes Management und Steuerung 85
Liquidität 53
M
Marktchancen 83ff
Marktkapitalisierung 26
Marktumfeld 8ff
Meldepflichtige Wertpapiergeschäfte 42
Mitarbeiter 66ff
MOR103 14, 62
MOR202 14, 62
N
Nachhaltigkeit 73f
P
Patentwesen 65
Partner-Management 62ff
Personal 66ff
Personalaufwand aus Aktienoptionen 51
Personalkosten 52
Produktion 75
Produktion von Antikörpern 18ff
Prognose 86ff
Q
Qualitätsmanagement 76
R
Risiken 79ff
Risiko-Management 79
S
Segmentberichterstattung 105ff
Segment Forschungsantikörper 47
Segment Therapeutische Antikörper 46
Sonstige betriebliche Aufwendungen und Erträge 53
Soziale Verantwortung 73f
Standorte Umschlag vorne
Steuern 53
T
Tochtergesellschaften 56f
U
Umsatzerlöse 49f
Umweltschutz 76
Unternehmenskommunikation 28
V
Verbindlichkeiten 55f
Vergütungsbericht 68
Vergütung, Aufsichtsrat 70f
Vergütung, Eigenkapitalinstrumente 70f
Vergütung, Vorstand 68ff
Vorstand 4, 40
W
Wandelschuldverschreibungen 117ff
Wettbewerb 10f
152
Impressum
MorphoSys AG
Lena-Christ-Straße 48
82152 Martinsried/Planegg
Deutschland
Tel.: +49-89-89927-0
Fax: +49-89-89927-222
www.morphosys.de
Unternehmenskommunikation
Dave Lemus
Finanzvorstand
Tel.: +49-89-89927-439
Fax: +49-89-89927-5439
E-Mail: [email protected]
Dr. Claudia Gutjahr-Löser
Head of Corporate Communications
Tel.: +49-89-89927-122
Fax: +49-89-89927-5122
E-Mail: [email protected]
Mario Brkulj
Manager Public Relations
Tel.: +49-89-89927-454
Fax: +49-89-89927-5454
E-Mail: [email protected]
Konzept und Gestaltung
3st kommunikation GmbH, Mainz
Fotografie
Marcus Pietrek, Düsseldorf
Cliff Serna, München
Karsten Thormaehlen, Frankfurt am Main
Übersetzung und Lektorat
EVS GmbH, Offenbach
FinKom, Gesellschaft für
Finanzkommunikation, Usingen
Friedrich & Friends, Hamburg
Gretchen L.P. Schweitzer, München
Kate Bendall, Cambridge, UK
Druck
Societäts Druckerei GmbH, Mörfelden-Walldorf
Redaktionsschluss
31. Januar 2007 (außer Jahresabschluss)
HuCAL® und HuCAL GOLD® sind eingetragene
Warenzeichen, RapMAT™, CysDisplay™ und
AutoCAL™ sind Warenzeichen der MorphoSys AG.
Highlights 2006
MorphoSys gibt
Neuausrichtung der
firmeneigenen Produktentwicklung bekannt und beschließt,
neue Leitsubstanz
MOR103 in die
klinische Entwicklung zu bringen
MorphoSys erreicht
im ersten Quartal
2006 Rekordgewinn
MorphoSys gibt
Erweiterung seiner
Kooperation mit
Novartis bis Mitte
2011 bekannt
MorphoSys und
OncoMed Pharmaceuticals vereinbaren Einsatz von
HuCAL GOLD in der
Krebsforschung

JANUAR

MÄRZ

MAI

FEBRUAR
Roche plant Start
der klinischen Entwicklung mit einem
von MorphoSys
generierten Alzheimer-Antikörper
MorphoSys stärkt
weltweites Geschäft
mit Forschungsantikörpern durch Übernahme der Serotec-Gruppe

MARZ
MorphoSys platziert
Kapitalerhöhung
MorphoSys und der
japanische Pharmakonzern Daiichi
Sankyo schließen
Allianz zur Entwicklung neuer Antikörpermedikamente
MorphoSys und
Roche erweitern
therapeutische Antikörper-Kooperation

APRIL
MorphoSys und
Schering-Plough
unterzeichnen Forschungsabkommen
MorphoSys sichert sich Zugang zu menschlicher Zelllinie zur Produktion von Antikörpermaterial im Rahmen des MOR103-Programms
AbD Serotec öffnet neues Büro in US Technologie-Cluster

MorphoSys erweitert therapeutische Antikörperkooperation mit Pfizer – Erweiterung verdoppelt potentielles Vertragsvolumen für MorphoSys
MorphoSys präsentiert neue Antikörpertechnologie RapMAT

JULI
SEPTEMBER
NOVEMBER

MorphoSys gibt Ergebnisse des ersten Halbjahres 2006 bekannt und erhöht Finanzprognose

MorphoSys beginnt Zusammenarbeit mit US-Armee zur Bekämpfung von Biowaffen – AbD Serotec erhält Exklusiv-Auftrag des USAMRIID

DEZEMBER
MorphoSys und das US-amerikanische Burnham-Institut beginnen umfangreiche Forschungsallianz
MorphoSys und Boehringer Ingelheim erweitern Kooperation mit neuem Antikörperprogramm gegen Krebs
Finanzkalender
- Februar 2007 Bekanntgabe Jahresabschluss 2006 Analysten- und Pressekonferenz in Frankfurt/Main
- April 2007 Veröffentlichung des 3-Monatsberichts
- Mai 2007 Hauptversammlung in München
- Juli 2007 Veröffentlichung des Halbjahresberichts
- Oktober 2007 Veröffentlichung des 9-Monatsberichts

MorphoSys AG
Lena-Christ-Str. 48
82152 Martinsried/Planegg
Deutschland
Tel.: +49-89-89927-0
Fax: +49-89-89927-222
www.morphosys.com