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MorphoSys AG AGM Information 2010

May 21, 2010

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AGM Information

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MorphoSys AG Ordentliche Hauptversammlung am 21. Mai 2010 Konferenzzentrum München Lazarettstr. 33 80636 München

ES GILT DAS GESPROCHENE WORT

Folie 1: Begrüßung

Folie 2: Tagesordnung

Folie 3: Bericht des Vorstands

Redner: Dr. Simon E. Moroney, Vorstandsvorsitzender, MorphoSys AG

Sehr geehrte Damen und Herren, Aktionäre und Aktionärsvertreter, liebe Gäste und Freunde des Unternehmens.

Nach einem erfolgreichen Jahr für unser Unternehmen freut es mich, Sie im Namen des gesamten Vorstands, also auch meiner Vorstandskollegen Marlies Sproll, Dave Lemus und Arndt Schottelius sehr herzlich zur diesjährigen Hauptversammlung der MorphoSys AG begrüßen zu dürfen. Ich freue mich sehr über Ihr großes Interesse und bedanke mich für Ihr zahlreiches Erscheinen.

Folie 4: Agenda

Lassen Sie mich nun kurz die Gliederung unseres heutigen Berichts erläutern.

Nach einem operativen Rückblick auf das vergangene Jahr, den wir für jedes unserer drei Geschäftssegmente separat vortragen werden, wird unser Finanzvorstand Dave Lemus über die finanzielle Entwicklung des Unternehmens in 2009 und im ersten Quartal 2010 sprechen. Bevor wir dann zu den Wortmeldungen und zur Abstimmung kommen, werde ich einen strategischen Ausblick geben und noch ein paar Worte zu den Tagesordnungspunkten sagen.

Folie 6: Erfolgsbilanz im Jahr 2009

2009 war ein sehr erfolgreiches Jahr, wie man dieser Übersicht der erreichten Ziele entnehmen kann. Wir werden später auf einige der Highlights genauer eingehen, aber ich möchte jetzt schon folgendes herausgreifen.

Das Segment Partnered Discovery zeigt eine beeindruckende Wachstumsrate. Es steuert derzeit den Löwenanteil zu unserem Umsatz und Gewinn bei und verspricht deutliche Zuwächse. Im Jahr 2009 hat das Segment Proprietary Development mit der Erweiterung des firmeneigenen Portfolios und dem Aufbau des Entwicklungsteams unter der Leitung von Arndt Schottelius einen riesigen Schritt nach vorn gemacht. Neues Management war auch ein wichtiges Thema bei AbD Serotec. Die Geschäftseinheit wuchs unter der neuen Leitung von Dieter Feger deutlich stärker als der Markt und erzielte eine Gewinnmarge, die über den Erwartungen lag. Finanziell gesehen hat die MorphoSys-Gruppe einen Rekordumsatz erwirtschaftet. Unser Gewinn war auch sehr zufriedenstellend trotz mehr als doppelt so hoher Investitionen in eigene Forschung & Entwicklung.

Alles in allem sind wir stärker als je zuvor. Ich bin davon überzeugt, dass MorphoSys alle Eigenschaften besitzt, um in den kommenden Jahren sein Wachstum zu beschleunigen. Von einem reinen Technologieanbieter sind wir zu einem Unternehmen geworden, das sich auf die Erforschung und Entwicklung innovativer Medikamente konzentriert. Die Technologie bleibt für uns wichtig, aber zunehmend rücken Produkte, die wir mit Hilfe dieser Technologie entwickeln, in den Brennpunkt unseres Interesses.

Folie 7: Mitarbeiter

Als erfolgreiches Wachstumsunternehmen schaffen wir neue Arbeits- und Ausbildungsplätze in Deutschland und an unseren internationalen Standorten. Hier ein kurzer Blick auf die Personalentwicklung von MorphoSys in 2009. Am Jahresende 2009 waren im MorphoSys-Konzern 413 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt: ein Wachstum von 24% gegenüber 2008. Von ihnen waren 273 in den beiden Segmenten Partnered Discovery und Proprietary Development und 140 im Segment AbD Serotec beschäftigt. Der Personalanstieg ist überwiegend auf die Ausweitung unserer Maßnahmen zur Entwicklung firmeneigener Produkte hier in Deutschland zurückzuführen.

Folie 8: Aktienkursentwicklung 2009

Trotz der sehr angespannten Wirtschaftslage in 2009 hat sich MorphoSys in jeglicher Beziehung zu einem stärkeren und reiferen Unternehmen weiterentwickelt. Wir sehen diese Entwicklung derzeit nicht angemessen in unserem Aktienkurs reflektiert. Trotzdem, im Vergleich zur letzten Hauptversammlung vor rund 12 Monaten liegt der Kurs der MorphoSys-Aktie 15 Prozentpunkte im Plus. Der Kurs steht heute bei rund 15 Euro und damit hat MorphoSys eine Marktkapitalisierung von rund 340 Millionen Euro. Die unabhängigen Analysten, die über unsere Firma regelmäßig berichten, teilen unsere Einschätzung und würden MorphoSys mit einem Aktienkurs von durchschnittlich 20 Euro als besser bewertet ansehen.

Wir sind und bleiben weiterhin sehr aktiv am Kapitalmarkt, um in Einzelgesprächen und auf internationalen Investoren-Konferenzen existierende und neue Investoren von der Stärke unseres Geschäftsmodells zu überzeugen. Die positive Unternehmensentwicklung und die Nachrichten, die wir weiterhin für die nächsten Monate erwarten, werden sich positiv auf den Aktienkurs auswirken. Davon sind wir überzeugt.

Mit diesem kurzen Einstieg leiten wir zum Rückblick der einzelnen Segmente über. Ich übergebe das Wort als erstes an unseren Forschungsvorstand, Frau Dr. Marlies Sproll, für den Rückblick des Segments Partnered Discovery.

Rednerin: Dr. Marlies Sproll, Forschungsvorstand, MorphoSys AG

Folie 9: Segment-Rückblick 2009

Danke, Simon. Ich freue mich, Ihnen über eine sehr erfreuliche Entwicklung berichten zu können.

Folie 10: Partnered Discovery – Erfolge des Jahres 2009

Die Zahlen des Segments Partnered Discovery sprechen für sich. Unsere Partner-Pipeline ist weiter fortgeschritten als je zuvor. Im Verlauf des Jahres 2009 ist die Zahl der mit Partnern betriebenen laufenden Programme auf 65 gestiegen und hat sich damit gegenüber dem Jahresanfang auf Nettobasis um 10 erhöht. Drei Wirkstoffe und damit mehr als in irgendeinem der Vorjahre haben die Klinik erreicht und zwei Programme und damit mehr als je zuvor die Phase 2 der klinischen Entwicklung.

Im Hinblick auf die Partnerschaften selbst lag der bedeutendste Fortschritt in der Bestätigung der vollen 10-Jahreslaufzeit unserer strategischen Allianz mit Novartis. Ende des vergangenen Jahres wurde der Aufbau unseres internen Novartis-Teams abgeschlossen, so dass wir nun über die volle Personalstärke verfügen. Die langfristige Zusage, die Novartis gegenüber MorphoSys gegeben hat, ist ausgesprochen wichtig für unsere Fähigkeit, heute in die firmeneigene Forschung und Entwicklung zu investieren, aus der sich morgen eine Reihe marktfähiger Produkte ergeben sollten.

Im Verlauf des Jahres 2009 haben wir auch unsere Kooperationen mit Schering-Plough, nun Teil der amerikanischen Merck, und mit Shionogi verlängert.

Wir ruhen uns nicht auf unseren Lorbeeren aus. Wir haben neue Geschäftschancen in Angriff genommen und werden weiterhin neue Chancen erschließen. In 2009 haben wir mit Daiichi Sankyo eine Allianz mit besonderer Ausrichtung auf bestimmte Krankenhausinfektionen geschlossen, einem Bereich mit einem enormen und bisher ungedeckten medizinischen Bedarf. Dieser Vertrag nutzt eine Vertragsklausel, die wir bewusst in unser 2007 mit Novartis geschlossenes Abkommen aufgenommen haben und die es uns erlaubt, Zielmoleküle im Bereich von Infektionserkrankungen mit anderen Partnern oder in firmeneigenen Programmen zu bearbeiten. Angesichts des schieren Umfangs des Novartis-Vertrags war diese Klausel für viele zum Zeitpunkt der Bekanntgabe des Vertrags nur ein Nebenaspekt. Es war jedoch unser erklärter Wille, diese Freiräume für uns zu sichern, da wir hier attraktive Chancen und ein beträchtliches Wertpotenzial sahen.

Folie 11: "Big Pharma": Großes Interesse an biologischen Wirkstoffen gegen Infektionskrankheiten

Antibiotika-resistente Krankenhauskeime sind ein zunehmendes medizinisches Problem unseres Gesundheitswesens. Das Robert-Koch-Institut schätzt, dass sich jedes Jahr fünf Prozent der Krankenhauspatienten mit einem Keim infizieren. Die Folgen sind Lungenentzündungen, Wundinfektionen oder Blutvergiftungen, die bei rund 40.000 Patienten pro Jahr in Deutschland zum Tod führen. Die Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene schätzt, dass mittlerweile jedes dritte Bakterium nicht mehr durch herkömmliche Antibiotika behandelbar ist.

Wir sehen aufgrund dieser Problematik derzeit im Bereich der Infektionskrankheiten ein wachsendes Interesse seitens der Pharmaindustrie, wie zahlreiche in 2009 in der Branche geschlossenen Allianzen belegen. Wir beabsichtigen, an diesem Wachstumsmarkt teilzuhaben und wollen in diesem Bereich neue Kooperationen eingehen.

Eine erste Kooperation mit Daiichi Sankyo haben wir bereits im Oktober 2009 abgeschlossen und wir richten uns technologisch so aus, dass wir auch für weitere Partnerschaften attraktiv sind.

Folie 12: Partner-Programme in der klinischen Entwicklung

Der Status unserer Partner-Pipeline sagt viel über die Stärke unseres Geschäftsmodells und das Wertpotenzial von MorphoSys aus. Am Wesentlichsten ist, dass die Zahl der Partner-Programme in der klinischen Erprobung auf sieben gestiegen ist. Drei Partner-Programme befinden sich nun in der klinischen Erprobung der Phase 2. Die am weitesten fortgeschrittenen Wirkstoffe sind ein Krebsprogramm mit unserem Partner Novartis und ein Wirkstoff mit unserem Partner Centocor gegen ein Zielmolekül, das sowohl in Krebs- als auch in Immunerkrankungen eine Rolle spielt.

Dahinter folgt ein Antikörper zur Behandlung von Alzheimer, den wir für Roche entwickelt haben. Dieser Antikörper hat nun auch einen offiziellen Namen – Gantenerumab – und hat klinische Studien der Phase 1 erfolgreich abgeschlossen. Im Jahr 2009 erreichten drei neue Programme die Klinik, darunter unser erstes klinisches Programm mit Bayer-Schering. Hierbei handelt es sich erstmals um ein HuCAL-basiertes Immunokonjugat, also der Kopplung eines Antikörpers an ein zweites Medikament.

Darüber hinaus haben wir jüngst von Novartis erfahren, dass sie mit einem unserer Antikörper einen klinischen Wirksamkeitsnachweis erzielen konnten. Dies bedeutet, dass erstmals ein HuCAL-Antikörper messbar einen therapeutischen Nutzen im Menschen gezeigt hat. Obwohl sich Novartis entschieden hat, bislang keinerlei Daten dieser Studie zu veröffentlichen, ist dies ein wichtiges Ereignis für uns. Dieser Wirksamkeitsnachweis stellt einen wichtigen Meilenstein für die Validierung der HuCAL-Technologie dar.

Folie 13: Partnered Discovery – Highlights im Jahr 2010

Wie ist der Ausblick für diesen Teil unseres Geschäfts?

Generell erwarten wir eine steigende Visibilität und Transparenz der Pipeline, da Programme weiter fortschreiten und Partner einige der Zielmoleküle bekannt geben sollten, auf denen diese Programme beruhen. Für 2010 gehen wir davon aus, dass zwischen vier bis sechs neue Programme unserer Partner die klinische Erprobung der Phase 1 erreichen. Von den Programmen, die sich bereits in der klinischen Erprobung befinden, wird erwartet, dass sie weiter fortschreiten. Roche hat angekündigt, Gantenerumab, unseren Anti-amyloid-beta-Antikörper gegen Alzheimer, in die Erprobung der Phase 2 zu bringen. Weitere Antikörper könnten aus den sich gegenwärtig in der Phase 1 befindlichen Programmen folgen.

Wie vorhin bereits erwähnt, planen wir auch, einige unserer technologischen Entwicklungen zu präsentieren, an denen wir derzeit arbeiten. Die Zeit steht hierbei für uns nicht still und wir sind der Überzeugung, dass neue Technologien wesentlich zur Wertsteigerung des Unternehmens beitragen.

Hiermit beende ich für das Segment Partnered Discovery meinen Rückblick auf das Jahr 2009. Herr Dr. Schottelius wird Ihnen nun einen Rückblick auf unsere Geschäftsaktivitäten im Segment Proprietary Development geben.

Redner: Dr. Arndt Schottelius, Entwicklungsvorstand der MorphoSys AG

Folie 14: Segment Rückblick 2009 – Proprietary Development

Vielen Dank, Marlies. Nach dem Rückblick von Frau Dr. Sproll auf das Segment Partnered Discovery komme ich nun zu unseren firmeneigenen Aktivitäten und fasse die jüngsten Fortschritte in diesem Bereich zusammen.

Folie 15: Erfolge des Jahres 2009 – Aufbau der Entwicklungsorganisation

Im letzten Jahr haben wir unser internes Entwicklungsteam und damit unsere Expertise auf dem Gebiet der Medikamenten-Entwicklung deutlich erweitert. Um unser Team zu stärken, hatten wir zwei Vorgehensweisen gewählt: Die Einstellung erfahrener Kräfte und Top-Talente aus der Branche sowie die Aus- und Weiterbildung unserer vorhandenen Teammitglieder. Bevor sie zu MorphoSys wechselten, haben unsere neu eingestellten Kolleginnen und Kollegen bei Unternehmen wie beispielsweise Novartis, Bristol-Myers Squibb, Fresenius und Medigene Erfahrungen gesammelt. Mit diesen Einstellungen haben wir nun alle wichtigen Positionen besetzt, um eigene Medikamente entwickeln zu können. Ich glaube, uns ist es in sehr kurzer Zeit gelungen, eine hochkarätige Entwicklungsorganisation aufzubauen.

Die Tatsache, dass wir diese Fachleute so zügig einstellen konnten, zeigt auch, dass wir uns in der Branche zunehmend als Medikamentenentwickler anerkannt werden. Wir können nun auch Arbeitskräften aus dem Entwicklungsbereich attraktive Karrierechancen bieten. Dieses neue Auftreten als Medikamentenentwickler wird auch helfen und hat uns in der Tat bereits geholfen, Zugang zu innovativen Zielmolekülen zu erlangen sowie wissenschaftliche Institute und Biotechnologieunternehmen zu überzeugen, dass MorphoSys der geeignete Partner ist, wenn es um die Entwicklung hochwertiger Therapien auf der Basis von Antikörpern geht.

Was die Personalstärke anbelangt, verfügte das neu geschaffene Segment Proprietary Development zum Jahresende 2009 über 56 Mitarbeiter. Mein heute aus 26 Personen bestehendes Kernentwicklungsteam arbeitet eng mit Kollegen der Forschungsabteilung zusammen. Außerdem arbeitet ein starkes Team von Protein-Wissenschaftlern den beiden Segmenten Partnered Discovery und Proprietary Development zu. Es wurde früher bereits angesprochen: Unser übergeordnetes Ziel ist eine starke Interaktion zwischen unseren Forschungs- und Entwicklungsteams von Anfang bis Ende eines Programmzyklus.

Folie 16: Erfolge des Jahres 2009 – Firmeneigenes Portfolio

Im Hinblick auf unser firmeneigenes Portfolio sind wir in den zurückliegenden zwölf Monaten deutlich vorangekommen. Wir haben für unseren Wirkstoff MOR103 die Erprobung der Phase 1 abgeschlossen. Auf der Basis dieser Ergebnisse haben wir auch in mehreren europäischen Ländern Anträge für die Zulassung einer Phase 1b/2a-Studie in Patienten mit rheumatoider Arthritis gestellt und in drei Ländern bereits die Zulassung erhalten. Anfang dieses Jahres wurde der erste Patient in die Studie aufgenommen. Hiermit wird zum ersten Mal einer unserer firmeneigenen Wirkstoffe am Patienten erprobt – ein Meilenstein für das gesamte F&E-Team von MorphoSys.

Eine weiterer wichtiger Schritt im Jahr 2009 waren unsere präklinischen Arbeiten zur Ermittlung einer zweiten Krankheitsindikation, in der wir für unseren Wirkstoff MOR103 Entwicklungspotenzial sehen. Diese Arbeiten haben wir mit Erfolg zum Abschluss gebracht und liegen mit den Vorbereitungen im Zeitplan, um in dieser Indikation eine weitere Phase 2-Studie aufzusetzen.

Auch unser Programm MOR202 hat solide Fortschritte gemacht. Dazu werde ich gleich Näheres sagen. Wir möchten Sie jedoch erst noch darauf hinweisen, dass MOR202 auch Teil des Münchener Beitrags zum Spitzencluster-Wettbewerb des Bundesforschungsministeriums BMBF mit dem Titel "m4 – Personalisierte Medizin" ist, der Anfang dieses Jahres im Rahmen des gerade genannten Förderwettbewerbs ausgezeichnet wurde. Wir sind zuversichtlich, dass unser Programm von dieser externen Förderung profitieren wird.

Nicht zuletzt haben wir unser Portfolio firmeneigener Produkte um neue Programme ergänzt. Die neuen Programme, die wir im Verlauf des Jahres 2009 hinzugefügt haben, und die beiden bereits Anfang 2010 initiierten Projekte basieren auf sehr vielversprechenden Zielmolekülen, die in mehreren Fällen von wissenschaftlichen Instituten und Start-up-Unternehmen der Biotechnologie einlizenziert werden konnten. Wir sind von diesen Zielmolekülen, zu denen wir uns Zugang gesichert, und den neuen Targets, die wir für weitere Starts in diesem Jahr ausgewählt haben, sehr angetan und freuen uns darauf, Ihnen zu gegebener Zeit weitere Einzelheiten mitteilen zu können.

Folie 17: MOR103 – Phase 1b/2a (MSC-1001) in Rheumatoider Arthritis – Update zur Studie

Mit den nächsten beiden Folien möchte ich Sie über den aktuellen Stand unserer am weitesten fortgeschrittenen firmeneigenen Wirkstoffe, MOR103 und MOR202, informieren.

Lassen Sie uns mit MOR103 beginnen. Mittlerweile haben wir in Deutschland, in den Niederlanden und in Bulgarien die Zulassung für die Phase 1b/2a-Studie erhalten und seit Anfang dieses Jahres werden Patienten in die Studie eingeschlossen. Mit der von uns vorgesehenen regionalen Streuung wollen wir uns Zugang zu Patienten mit unterschiedlicher Behandlungsvorgeschichte ermöglichen, was uns in die Lage versetzen wird, das therapeutische Ansprechverhalten auf MOR103 in einer heterogenen, der Realität entsprechenden Patientenpopulation, zu testen.

Hauptziel dieser klinischen Studie ist es, die Sicherheit und Verträglichkeit von MOR103 in mehrfacher Dosierung bei Patienten mit aktiver RA nachzuweisen. Daneben gibt es eine ganze Reihe von Nebenzielen wie die Erprobung zusätzliche Biomarker, um das Potenzial des Wirkstoffs abschätzen zu können, durch eine Blockade des entzündungsfördernden GM-CSF-Signalwegs Krankheitsanzeichen und -symptome der RA zu lindern.

Im Hinblick auf den Zeitplan sind wir mit MOR103 auf einem guten Weg, unser Ziel zu erreichen, in der ersten Jahreshälfte 2011 die Patientenaufnahme in die Studie zum Abschluss zu bringen.

Folie 18: MOR202 – Wettbewerbsprofil schärfen

Lassen Sie uns nun zu MOR202 kommen. Bei MOR202 handelt es sich um einen vollständig menschlichen Krebs-Antikörper gegen CD38, ein Zielmolekül, das wir im Rahmen unserer internen Forschungsaktivitäten ausgewählt haben.

Eines der ersten Projekte, die ich bei MorphoSys durchgeführt habe, war es, das firmeneigene Portfolio einer vollständigen Neubewertung zu unterziehen. Diese Neubetrachtung bekräftige bald meinen Eindruck, dass MOR103 sich bereits absolut auf dem richtigen Entwicklungsweg befand. Bei MOR202 haben wir einige Zusatzarbeiten identifiziert, die wir noch durchführen wollten, um das Potenzial dieses vielversprechenden Moleküls voll ausschöpfen zu können. Obwohl sich daraus eine leichte Verzögerung ergab, bin ich davon überzeugt, dass wir nun als Resultat ein noch wertvolleres Molekül in den Händen halten.

Wir sind der Überzeugung, mit MOR202 über einen Antikörper zu verfügen, der ein konkurrenzfähiges Profil und klare Wettbewerbsvorteile aufweist. Ein wesentlicher Vorteil von MOR202 ist die Tatsache, dass wir aufgrund einer eingebauten Kreuzreaktivität über eine funktionierende Tierspezies für Toxizitätsstudien verfügen. Wir glauben, dass MOR202 der einzige menschliche anti-CD38 Antikörper mit dieser Fähigkeit ist. Warum ist dies so wichtig? Für einen Antikörper, der Krebszellen zerstören soll, ist die Analyse und Vorhersage der möglichen Nebenwirkungen beim Menschen für einen robusten Entwicklungsplan von entscheidender Bedeutung.

Um es noch einmal zu betonen: Mit der zusätzlichen Arbeit, die wir in das MOR202-Programm investieren, und der bewussten Entscheidung für eine längere chronische Toxizitätsstudie wollen wir das Potenzial dieses Wirkstoffs voll ausschöpfen und einen langfristigen Entwicklungsplan sicherstellen, der im Gegenzug den Wert des Programs steigert. Als Folge rechnen wir für das vierte Quartal 2010 mit dem Antrag für klinische Studien und für Anfang 2011 mit dem Start der klinischen Prüfung.

Folie 19: Firmeneigenes Portfolio 2008 - 2010

Werfen wir nun einen Blick auf das gesamte firmeneigene Portfolio und wie sie sich entwickeln wird.

Die Programme MOR103 und MOR202 haben wir bereits behandelt. Beide werden sich im Verlauf des Jahres 2010 ihrem jeweiligen Entwicklungsplan gemäß entwickeln. Die anderen in 2009 begonnenen Programme MOR205 und MOR104 befinden sich in unterschiedlich frühen Stadien der Herstellung und Optimierung der jeweiligen Antikörper. Die Zielmoleküle für zwei weitere Programme, MOR105 und MOR206, wurden bereits ausgewählt. MOR206 etwa ist gegen ein Zielmolekül in Zusammenhang mit Krebsstammzellen gerichtet, und wir sind äußerst erfreut darüber, uns Zugang zu diesem Molekül gesichert zu haben.

Der im Rahmen der Novartis-Allianz gemeinsam mit Novartis ausgewählte Entwicklungskandidat hat in 2009 klare Fortschritte gemacht. Wir planen, einen zweiten Kandidaten für eine mögliche Co-Entwicklung in diesem Jahr auszuwählen.

Abschließend einige Gedanken zum Portfolio-Management. Wir betrachten alle unsere firmeneigenen Programme als miteinander im Wettbewerb stehende Einheiten. Im Einklang mit unserem Ziel, ein hochwertiges Portfolio aufzubauen, werden wir verfügbare Mittel und Kapazitäten nur in die vielversprechendsten Kandidaten unseres Portfolios investieren. Daher sollte es niemanden allzu sehr überraschen, wenn es in diesem noch relativ jungen Portfolio zu kleineren Änderungen kommt und sich in den kommenden Jahren die Prioritäten verschieben. Sollten wir eine solche Anpassung vornehmen, dann geschieht dies zum Vorteil derjenigen Programme, die den größtmöglichen kommerziellen Erfolg versprechen. In diesem Zusammenhang stand die Entscheidung im ersten Quartal 2010 das frühe Krebsprogramm MOR203 einzustellen.

Den Aufbau unserer Pipeline werden wir auch in 2010 weiter vorantreiben – wir beabsichtigen bis zu 4 neue Programme zu starten. Diese werden interne Programme wie auch potentielle Co-Development-Programme sein. Wie bereits erwähnt, haben wir die Zielmoleküle für den Beginn zweier neuer Programme schon ausgewählt.

Damit bin ich am Schluss meines Teils der Präsentation angelangt. Ich gebe nun zurück an Dr. Moroney.

Redner: Dr. Simon E. Moroney, Vorstandsvorsitzender, MorphoSys AG

Folie 20: Segment-Rückblick & Ausblick: AbD Serotec

Danke Arndt. Wir kommen jetzt zum Segment für Forschungs- und Diagnostik-Antikörper, AbD Serotec. Wie anfangs erwähnt, hat AbD Serotec unter einem neuen Management große Fortschritte gemacht. Diese Geschäftseinheit ist eine Quelle stabilen Umsatzwachstums und steigender Gewinne. Darüberhinaus bietet AbD Serotec vielversprechende Synergien mit unseren therapeutischen Aktivitäten.

Folie 21: Erfolge des Jahres 2009 – Geschäftsaktivitäten

Auf der operativen Seite konnten wir zahlreiche neue Partnerschaften verbuchen. AbD Serotec arbeitet jetzt mit mehr als 20 Kunden aus der diagnostischen Industrie zusammen. Sie können davon ausgehen, dass sich darunter einige Branchenführer befinden. Diese Kooperationen zielen darauf ab, unsere firmeneigenen Technologien anzuwenden, um die diagnostischen Produkte von morgen zu etablieren.

Lassen Sie mich ein Beispiel herausgreifen, nämlich unsere Forschungskooperation mit der Schweizer Stiftung FIND. Das Ziel dieser Kooperation sind hitzebeständige Antikörper zu generieren, die dann zur Entwicklung von Diagnostik-Kits für Tropenkrankheiten eingesetzt werden. Bei FIND handelt es sich um eine Organisation, die sich schwerpunktmäßig mit der Lieferung von hochwertigen und wissenschaftlich erprobten Diagnostik-Werkzeugen in Entwicklungsländer befasst. In den meisten dieser Länder sind Infrastruktur und medizinische Ausstattung sowie der Ausbildungsstand des medizinischen Personals ein Problem. Die Einführung hitzebeständiger Antikörper in Diagnostik-Kits könnte das klimabedingte Lagerrisiko senken und die Verwendung von diagnostischen Tests viel breiter etablieren.

Im ersten Projekt zusammen mit FIND arbeiten wir an der Identifizierung und Herstellung hitzebeständiger Antikörper gegen Malaria.

Diese Allianz ist ein gutes Beispiel für Projekte mit höherer Wertschöpfung, die AbD Serotec in zunehmendem Maße verfolgt. Sie steht auch für Projekte, für die wir dank unserer einzigartigen Technologie Lösungen anbieten können.

Ein weiterer Schwerpunkt unserer kommerziellen Bemühungen war 2009 die Erhöhung der Zahl der Kunden, die größere Antikörpermengen von uns kaufen. In der Vergangenheit waren wir auf diesem Gebiet in starkem Maße abhängig von einer relativ kleinen Anzahl größerer Kunden. Als Folge hing der Absatz in diesem Geschäft vom zeitlichen Eingang einzelner Aufträge ab und war daher recht ungleichmäßig. In 2009 haben wir auf diesem Gebiet unser Kundennetz ausgeweitet sowie weitere Kooperationen geschlossen. Wir sind damit nun viel besser positioniert als in den Jahren zuvor.

Wir haben außerdem unseren Antikörper-Katalog um mehr als 1.500 Produkte erweitert. Die Einführung neuer Produkte ist in den Forschungsmärkten ohne Zweifel wichtig. Positiver noch sind die folgenden Aspekte: der Anteil der firmeneigenen Produkte und der HuCAL-basierten Produkte, sowie die Zahl der von AbD Serotec exklusiv vertriebenen Produkte sind weiter angestiegen und das Katalog-Geschäft erzielt eine attraktive Brutto-Marge.

Alle diese Erfolge haben in 2009 zu einem guten Finanzergebnis geführt, in einem Markt der momentan kaum wächst. Unser Umsatzwachstum war 8 % auf Basis konstanter Wechselkurse und wir haben eine solide operative Gewinnmarge von 5 % erreicht.

Folie 22: Vielversprechende Marktchancen

Wir sind derzeit in zwei Märkten aktiv. Der attraktivere Markt ist der für diagnostische Antikörper. In diesem Markt, der derzeit eine Größe von rund sieben Milliarden US-Dollar hat, sehen wir unsere größten Geschäftschancen. Wir setzen hier unsere HuCAL-Technologie ein, um Antikörper mit besonderen Eigenschaften für diagnostische Tests zu generieren. Zum einen befinden sich in einer überraschend hohen Zahl der existierenden, in der Praxis eingesetzten immundiagnostischen Tests Antikörper, die für diese Funktion nicht optimal geeignet sind. Wir arbeiten bereits heute an ausgewählten Projekten, um neue, verbesserte Antikörper in diesen etablierten Märkten anzubieten. Zum anderen existiert eine ständige Nachfrage nach gänzlich neuen Analysewerkzeugen für neue diagnostische Parameter. Auch hier sehen wir ausgezeichnete Möglichkeiten, neue Maßstäbe und Produkt-Standards einzufügen, die im Punkt Qualität Produkte, die mit Tier-basierten Methoden entwickelt werden können, weit hinter sich lassen. Der diagnostische Markt bietet insgesamt die größten Chancen für dynamisches Wachstum und in Hinblick auf das gesamte Umsatzpotenzial, dass wir mit unserer Technologie erschließen können. Dieser Markt rückt deshalb verstärkt in unseren Fokus.

Unsere zunehmenden Aktivitäten im diagnostischen Bereich werden durch ein solides Fundament im Markt für Forschungsantikörper untermauert. Dieser rund zwei Milliarden US-Dollar große Markt bietet nicht das gleiche kommerzielle Gesamtpotenzial wie die Diagnostik, aber er ermöglicht ein sehr solides und profitables Basisgeschäft. Es gibt mehrere Bereiche, wie z.B. Anwendungen in der veterinärmedizinischen Forschung, in denen wir für uns im Vergleich zu konkurrierenden Anbietern und Technologien deutliche Vorteile haben.

Wir verfügen über eine führende Technologie zur Herstellung von optimierten Antikörpern. Wir sind in der Lage, Antikörper gegen schwierige Antigene zu liefern und sehr spezielle Screenings für Antikörper durchzuführen, die spezielle Kriterien erfüllen. Die Möglichkeiten, uns mit unseren Antikörperprodukten von der Masse abzuheben, ist unser Alleinstellungsmerkmal, besonders im Diagnostik-Markt.

Damit bin ich am Ende des operativen Rückblicks und darf an Herrn Lemus weitergeben für den Finanzrückblick 2009.

Redner: Dave Lemus, Finanzvorstand, MorphoSys AG

Folie 23: Finanzrückblick 2009

Danke, Simon. Wie Sie bereits gehört haben, war 2009 für uns ein sehr erfolgreiches Jahr. Auch wenn die Weltwirtschaft eine Rezession erlebt, das Geschäft von MorphoSys ist intakt. Lassen Sie uns nun die Finanzergebnisse genauer betrachten.

Folie 24: Geschäftsjahr 2009: Wichtige Kennzahlen

Wir haben die uns selbst gesetzten Finanzziele erreicht. Mit insgesamt 81 Millionen € lag der Umsatz des Jahres 2009 innerhalb unserer Prognose von 80 bis 85 Millionen €. Der Konzernumsatz stieg um 13 % gegenüber dem Vorjahr.

Der planmäßige Anstieg der F&E-Aufwendungen hatte vor allem zwei Gründe: Erstens, höhere Investitionen in die eigene Entwicklung. Und zweitens, der höhere Personalaufwand der Segmente Proprietary Development und Partnered Discovery. Denken Sie bitte daran, dass es sich bei dem hier gezeigten F&E-Aufwand nicht nur um Aufwendungen für unsere eigene Forschung und Entwicklung handelt, sondern auch um Leistungen, die wir für unsere Partner erbringen. Die F&E-Aufwendungen beliefen sich auf insgesamt 39 Millionen € verglichen mit rund 28 Millionen € in 2008.

Das operative Konzernergebnis sank durch den starken Anstieg der Aufwendungen für Forschung und Entwicklung um 30 % auf 11,4 Millionen €. Obwohl der operative Gewinn im Vergleich zum Vorjahr sank, lag er dennoch im Rahmen unserer Prognose und – was sehr wichtig ist – wir waren weiterhin profitabel.

Folie 25: Aufwendungen für firmeneigene Produktentwicklung

Lassen Sie uns nun die Aufwendungen für die firmeneigene F&E als größten Bestandteil der betrieblichen Aufwendungen etwas genauer ansehen.

Die Investitionen in die firmeneigene Produktentwicklung stiegen um 10,4 Millionen € auf 19,3 Millionen €. Wie Sie bereits von Herrn Dr. Schottelius gehört haben, gibt es mehrere Gründe für diesen Anstieg: Wichtige Neueinstellungen, Fortschritte in unseren Programmen MOR103 und MOR202 und zusätzliche neue Eigenentwicklungsprogramme, die wir in 2009 gestartet haben, waren für den Kostenanstieg verantwortlich. Wir erwarten, dass unsere Forschungskosten auch künftig durch Investitionen in die firmeneigene Medikamentenentwicklung steigen werden, jedoch eher nicht mit der Geschwindigkeit, wie wir es zwischen 2007 und 2010 gesehen haben.

Wie in 2009 wird mehr als 50 % unseres Entwicklungsbudgets auch in 2010 in die Entwicklung von MOR103 und MOR202 fließen. Dies beinhaltet die Kosten für die laufende Phase 1b/2a-Studie für MOR103, die Vorbereitung einer zweiten Phase-2-Studie in einer weiteren Indikation, sowie alle Vorbereitungen für den Start einer Phase-1-Studie für MOR202 inklusive der notwendigen Toxizitätsstudien. Der restliche Teil des Budgets wird für die steigende Anzahl der frühen Entwicklungsprogramme verwendet sowie für Kooperationen wie z.B. mit Galapagos.

Folie 26: Ergebnisse nach Segmenten

Lassen Sie uns nun die Performance unserer Geschäftssegmente betrachten. Wie Sie sich erinnern werden, hat die Gesellschaft ihre Segmentberichterstattung im Jahr 2009 von zwei auf drei Segmente erweitert. Das ehemalige Segment "Therapeutische Antikörper" wurde in zwei Segmente aufgeteilt – in das Segment "Partnered Discovery" für die Partnerschaften und Kooperationen sowie in das Segment "Proprietary Development" für alle unsere eigenen Entwicklungsaktivitäten.

Den wesentlichen finanziellen Ertrag erzielt die Gesellschaft aus ihrem Segment Partnered Discovery. Der Umsatz dieses Segments stieg um 14 % auf 61,7 Millionen € aufgrund einer Kombination aus höheren Forschungszahlungen, Lizenzgebühren und erfolgsabhängigen Umsätzen. Die erfolgsabhängigen Zahlungen erhöhten sich um 32 % auf 13,1 Millionen €. Das operative Segmentergebnis belief sich auf 39,6 Millionen €, ein Anstieg gegenüber dem Vorjahr um 15 %.

Im Segment Proprietary Development können Sie zum ersten Mal einen Umsatz sehen; er stammt aus Forschungszahlungen im Rahmen unseres ersten gemeinsamen Entwicklungsprogramms mit Novartis. Unsere Investitionen in die eigene Entwicklung spiegeln sich im Segmentaufwand wider, der sich mit 19,3 Millionen € gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelte. Vor diesem Hintergrund ist das operative Segmentergebnis in 2009 auf −18,3 Millionen € gefallen. Schaut man sich an, wohin diese Investitionen geflossen sind, dann haben wir rund 60 % für die beiden Produkte MOR103 und MOR202 aufgewendet. Der verbleibende Teil verteilte sich auf die übrigen präklinischen und Forschungskandidaten unseres Portfolios.

Das Segment AbD hat im Gesamtjahr mit 19,4 Millionen € rund ein Viertel zum Konzernumsatz beigetragen. Die Segmentumsätze erhöhten sich gegenüber dem Vorjahr um 7 % und entsprachen damit weitgehend unserer Jahresprognose von rund 20 Millionen €. Während sich die betrieblichen Aufwendungen von AbD Serotec in 2009 erhöhten, sanken die Herstellungskosten hauptsächlich aus Währungsgründen deutlich von 7,1 Millionen € auf 6,7 Millionen €. Durch ein verbessertes Geschäft und den Fremdwährungseffekt konnte sich das Segmentergebnis auf 1,0 Millionen € mehr als verdoppeln.

Damit bin ich am Ende meines Rückblicks auf das Geschäftsjahr 2009 angelangt. Lassen Sie mich mit den Ergebnissen des ersten Quartals 2010 fortfahren.

Folie 27: Gewinn- und Verlustrechnung (Konzern) 1. Quartal 2010

Wie Sie vielleicht in unserem Quartalsbericht gelesen haben, sind wir gut ins Jahr 2010 gestartet. Im ersten Quartal stieg der Umsatz um 8 % auf 20,6 Millionen Euro.

MorphoSys erhöhte wie geplant seine Investitionen in die firmeneigene Forschung und Entwicklung auf 4,6 Millionen Euro.

Daraus ergab sich ein operativer Gewinn von 4,7 Millionen Euro.

Der Quartalsüberschuss nach Steuern stieg auf 3,2 Millionen Euro und der damit verbundene verwässerte Gewinn pro Aktie betrug 0,14 Euro im Vergleich zu 0,16 Euro im Vorjahreszeitraum.

Bei der Bekanntgabe der Quartalszahlen haben wir unsere Finanzprognose für das Gesamtjahr nochmals bekräftigt.

Folie 28: Verkürzte Konzernbilanz - Q1 2010

In der Konzernbilanz des ersten Quartals sehen Sie, dass unsere Cash-Position mit etwa 147 Millionen Euro weiterhin sehr stark ist. Insgesamt haben sich im ersten Quartal 2010 keine entscheidenden Veränderungen gegenüber dem Jahresabschluss 2009 ergeben.

Damit bin ich am Ende meiner Finanzanalyse 2009 und dem Rückblick über das erste Quartal 2010. Ich darf nun weitergeben an Herrn Dr. Moroney für seinen Konzernausblick 2010.

Redner: Dr. Simon Moroney, Vorstandsvorsitzender der MorphoSys AG

Folie 29: Ausblick

Vielen Dank, Dave. Wir haben Sie nun umfassend über alle Aktivitäten im Jahr 2009 informiert. Lassen Sie mich zum Schluss einen Ausblick auf 2010 und darüber hinaus geben.

Folie 30: Ausblick – Partnered Discovery

Im Bereich der Medikamentenentwicklung mit Partnern rechnen wir mit einem anhaltend guten Verlauf unserer Partner-Pipeline. Wir haben, wie von Frau Dr. Sproll berichtet, einen ersten klinischen Wirksamkeitsbeweis bei unserem Partner Novartis gesehen und hoffen, dass in den kommenden 18 Monaten weitere solcher Ereignisse folgen werden. Wir gehen davon aus, dass der Alzheimer-Antikörper Gantenerumab und möglicherweise weitere bestehende Wirkstoffe aus der Phase 1 in die Phase 2 vorrücken. Wir erwarten außerdem von unseren Partnern zwischen vier und sechs neue Klinikgänge.

Wir investieren natürlich weiterhin in die interne Technologieentwicklung. Neue Technologien sind dann wichtig, wenn sie die Entwicklung noch besserer therapeutischer Antikörper ermöglichen. Dies wiederum ist eine Voraussetzung für neue Geschäftsbeziehungen zu Pharmaunternehmen, die einen festen Teil unsere Zukunftspläne darstellen. Wir haben einige bemerkenswerte technische Fortschritte erzielt und werden mehr Details hierzu im Laufe des Jahres bekannt geben.

Langfristig betrachtet erwarten wir einen deutlichen Anstieg der Projekte, die sich in klinischer Entwicklung befinden. Wir haben aktuell Visibilität für insgesamt 20 Partner-Programme, die bis Ende 2011 mit der klinischen Entwicklung starten könnten. Natürlich können wir keine Garantie geben, dass alle diese Programme tatsächlich innerhalb dieses Zeitrahmens oder generell den Sprung in die klinische Entwicklung schaffen, trotzdem soll Ihnen diese Zahl ein Gefühl geben, welches Potenzial in unseren Partnerschaften mittelfristig steckt.

Bei vielen klinischen Programmen steigt auch die Visibilität bezüglich der Anwendungsmöglichkeiten und des zukünftigen Potenzials der einzelnen Arzneimittel. Die Gesamtzahl der Projekte in der Pipeline sollte ebenso weiterhin steigen.

Neben den heute existierenden Partnerschaften und Programmen suchen wir weiter nach gänzlich neuen Geschäftsmöglichkeiten. Im Bereich der Infektionskrankheiten haben wir durch unseren Vertrag mit Daiichi Sankyo einen ersten Schritt getan, und wir sehen Potenzial für weitere Verträge. Wir erwarten auch, dass die technologischen Entwicklungen, die ich gerade erwähnt habe, eine Basis für neue Allianzen sein werden.

Folie 31: Ausblick – Proprietary Development

In unserem firmeneigenen Portfolio werden wir natürlich die klinische Phase 1b/2a für MOR103 in rheumatoider Arthritis fortsetzen. Zusätzlich arbeiten wir an den Vorbereitungen der klinischen Studie zu MOR103 in einer zweiten Indikation und unterstreichen damit unsere Absicht, das volle Potential des Zielmoleküls in mehreren Krankheiten auszunutzen. Der Wirkstoff MOR103 hat Blockbuster-Potential.

Wir beabsichtigen außerdem, im letzten Quartal dieses Jahres für MOR202 den Start der klinischen Entwicklung zu beantragen. Weitere eigene Entwicklungsprogramme werden wir hinzufügen und die bestehenden Programme fortsetzen. Wir hoffen, im Laufe des Jahres in der Lage zu sein, für ein oder zwei dieser Programme nähere Einzelheiten bekannt geben zu können.

Auch hier möchte ich Ihnen eine langfristige Perspektive für dieses Segment geben. Als wichtigstes Ziel wollen wir überzeugende klinische Daten in unseren Projekten MOR103 und MOR202 generiert werden. Die Qualität dieser Daten entscheidet über unsere Fähigkeit, lukrative Lizenzverträge für diese Produkte mit Pharmakonzernen abzuschließen. Gleich drei in den vergangenen Monaten in der Branche unterzeichnete Lizenz-Abkommen belegen das große Interesse der Pharmaunternehmen an neuen Wirkstoffen für die Behandlung von rheumatoider Arthritis. In allen drei Fällen erhielten die Biotechnologieunternehmen Vorauszahlungen in zweistelliger Millionen Euro höhe. Dazu kommen mehrere hundert Millionen an zusätzlichen Meilensteinzahlungen für Entwicklung, Zulassung und Vermarktung sowie zweistellige Tantiemen. Diese Abkommen verdeutlichen den Wert, den Unternehmen mit innovativen und interessanten neuen Entwicklungskandidaten in diesem Bereich schaffen können.

Einige fundamentale langfristige Trends, die die Pharmaindustrie derzeit prägen, kommen uns dabei zugute. Am Wichtigsten sind:

  • Lückenhafte Entwicklungspipelines der Pharmakonzerne, die ihren enormen Nachholbedarf bei der Forschung & Entwicklung erkannt haben;
  • Eine klare Trendwende weg von den rein chemisch Synthetisierten, hin zu den biotechnologisch entwickelten Wirkstoffen. Medikamente auf der Basis von Antikörpern spielen hier eine entscheidende Rolle.

Folie 32: Komplette Pipeline 2009 - 2010 – Rund 80 Produktkandidaten am Jahresende

Als Resultat der beiden Segmente im therapeutischen Bereich möchte ich Ihnen einen eindrucksvollen Überblick über unsere Gesamt-Pipeline Stand heute geben und wie sich diese in den nächsten Monaten entwickeln sollte.

Diese Folie zeigt die komplette Pipeline von MorphoSys und zwar sowohl die mit Partnern betriebenen als auch die firmeneigenen Programme. Wie Sie sehen, passt sie kaum auf eine Folie. Wir gehen davon aus, dass MorphoSys Ende 2010 an ungefähr 80 einzigartigen Entwicklungsprojekten beteiligt sein wird. Ich kann mit Überzeugung sagen, dass dies schon heute eine der breitesten Pipelines in unserem Sektor weltweit ist. Diese Pipeline ist die Basis für eine langfristige, nachhaltige Wertsteigerung für MorphoSys.

Folie 33: Ausblick - AbD Serotec

Das Segment AbD Serotec wird seinen Marktanteil weiter vergrößern, vor allem im Diagnostik-Markt. Wir erwarten in 2010 ein Umsatzwachstum von bis zu 10 % und eine Ergebnismarge von 5−8 %. Finanziell betrachtet wächst das Segment damit ungefähr doppelt so schnell wie der Markt. Wir investieren weiterhin in die Stärkung unserer Organisation und in die Verbesserung unserer geographischen Reichweite. Langfristig sehen wir keinen Grund, warum AbD Serotec nicht eine Gewinn-Marge von bis zu 20 % erreichen sollte.

Der Markt bietet eine ganze Reihe von Chancen, und wir sind gut aufgestellt, diese zu ergreifen. Auch hier haben wir klare Trends im Rücken, die unsere Gesundheitssysteme nach Expertenmeinungen nachhaltig verändern werden. Diese sind unter anderem die wachsende Bedeutung der modernen Diagnostik bei der Entwicklung und dem Einsatz neuer Medikamente bis hin zu einem Zusammenwachsen dieser beiden Disziplinen, an deren Nahtstelle unsere Technologie ansetzen kann. Gleichzeitig realisieren wir weiterhin Synergien zwischen unseren Segmenten, sei es im Bereich Technologie-Austausch und Weiterentwicklung oder anderer geschäftlicher Natur.

Folie 34: Ausblick - Konzernebene

Schauen wir zum Abschluss auf die Zukunft auf Konzernebene. Wir rechnen mit einem Wachstum des Konzernumsatzes zwischen 10 % und 15 %. Wir werden profitabel bleiben und gleichzeitig die Entwicklung eigener Produkte und Technologie so zügig wie möglich vorantreiben. Wir erwarten ein operatives Konzernergebnis von 5−9 Millionen €.

In Hinblick auf mögliche Akquisitionen suchen wir nach Chancen, unsere bestehende Technologieplattform durch Zukäufe zu ergänzen oder das Wachstum des Segments AbD Serotec im Bereich der Diagnostik zu beschleunigen. In beiden Fällen erwarten wir von einer Akquisition, dass sie uns hilft, Umsätze zu erwirtschaften, die uns erlauben weiter in unser Portfolio zu reinvestieren.

Langfristig betrachtet ist zusätzlich zu den bereits erwähnten Punkten besonders der Punkt relevant, dass wir in der Lage sind, alle unsere internen Entwicklungsmaßnahmen selbst zu finanzieren und dabei unabhängig von den Kapitalmärkten zu bleiben. Dies ist ein herausragendes Merkmal unseres Geschäftsmodells und unterscheidet uns von der Mehrheit der hochriskanten und verlustreichen biopharmazeutischen Unternehmen.

Folie 35: Künftige Wertschöpfung

Wir sind alles in allem davon überzeugt, auf dem besten Weg zu sein, für unsere Investoren langfristig Werte zu schaffen. Jeder, der die Biotechnologiebranche kennt, weiß, dass der wirtschaftliche Erfolg für erfolgreiche Unternehmen enorm sein kann. Ich bin überzeugt, dass MorphoSys eines dieser Unternehmen sein kann.

Folie 36: Agenda – Vorstellung der Tagesordnungspunkte

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre, damit schließen wir den Bericht des Vorstands ab. Bevor ich das Wort an den Versammlungsleiter zurückgebe, möchte ich nun ein paar Worte zu den einzelnen Tagesordnungspunkten von heute sagen.

Zu Punkt 2 und 3:

Unter Punkt 2 und 3 wird über die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat für das vergangene Geschäftsjahr abgestimmt. Den Bericht des Vorstands haben Sie ja gehört, unser Aufsichtsratsvorsitzender Herr Dr. Möller wird gleich noch ein paar Worte zur Arbeit des Aufsichtsrats sagen.

Zu Punkt 4:

Wir schlagen für das Geschäftsjahr 2010 die KPMG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft als Wirtschaftsprüfer vor.

Zu Punkt 5:

Im vergangenen Jahr wurde das Thema Vorstandsvergütung für alle Firmen, nicht nur in Deutschland sondern in allen Industrieländern, intensiv in der Öffentlichkeit diskutiert. Das neue Gesetz zur Angemessenheit der Vorstandsvergütung – kurz VorstAG – wurde die Möglichkeit geschaffen, das derzeit aktuelle System zur Vorstandsvergütung durch Votum der Hauptversammlung billigen zu lassen. Von dieser neuen Möglichkeit machen wir heute Gebrauch und schlagen Ihnen unter Tagesordnungspunkt 5 die Billigung des aktuellen Vergütungssystems vor. Herr Dr. Möller wird Ihnen das Vergütungssystem gleich noch erläutern.

Zu Punkt 6:

Die vorgeschlagene Ermächtigung ermöglicht es uns, eigene Aktien bis zu einer Höhe von 10 % des Grundkapitals zu erwerben. Diese Ermächtigung versetzt den Vorstand in die Lage, das Eigenkapital der Gesellschaft unter Wahrung der Belange der Aktionäre flexibel für die jeweiligen geschäftlichen Erfordernisse zu nutzen und kurzfristig auf günstige Börsensituationen zu reagieren.

Die Veräußerung der eigenen Aktien kann unter anderem gegen Sachleistung unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre erfolgen. Die Gesellschaft wird dadurch in die Lage versetzt, eigene Aktien unmittelbar oder mittelbar als Gegenleistung im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen oder im Zusammenhang mit dem Erwerb von Unternehmen, Unternehmensteilen oder Beteiligungen an Unternehmen anbieten zu können.

Insbesondere ist geplant, im Rahmen der neu zu entwickelnden langfristigen Vergütungskomponente von Vorstand und leitenden Angestellten, eigene Aktien an diese Führungskräfte auszugeben. Die Ausgabe eigener Aktien an Führungskräfte, unter der Auflage einer mehrjährigen angemessenen Haltefrist, liegt im Interesse der Gesellschaft und ihrer Aktionäre, da hierdurch die Identifikation der Führungskräfte und der Mitarbeiter mit ihrem Unternehmen und damit die Steigerung des Unternehmenswertes gefördert werden.

Zu Punkt 7:

Durch das Gesetz zur Umsetzung der Aktionärsrechte-Richtlinie – kurz ARUG – sind die aktienrechtlichen Fristen für die Anmeldung zur Hauptversammlung und für den Nachweis der Teilnahmeberechtigung sowie die Regelung zur Ausübung der Stimmrechte durch einen Bevollmächtigten geändert worden. Das ARUG eröffnet zudem die Möglichkeit zur Wahrnehmung der Aktionärsrechte mittels elektronischer Medien sowie zur Stimmabgabe mittels Briefwahl. Diese Gesetzesänderungen machen eine Anpassung unserer Satzung notwendig.

Zu Punkt 8:

Dieser Tagesordnungspunkt dient dazu, aus unserer Satzung Kapitalia zu reduzieren, die nicht mehr genutzt werden können. Deswegen schlagen wir vor, die entsprechenden Kapitalia zu löschen bzw. herabzusetzen.

Zu Punkt 9:

Wir schlagen folgende Neuregelung der Vergütung für den Aufsichtsrat vor. Die der ordentlichen Hauptversammlung 2010 vorgeschlagene Vergütung für Aufsichtsräte enthält nur noch feste Vergütungsbestandteile und sieht keine erfolgsorientierte Vergütung im Sinn des deutschen Corporate Governance Kodex mehr vor. Die Entscheidung des Unternehmens entspricht der Meinung einer steigenden Zahl von Experten zum Thema Aufsichtsratsvergütung. Nach deren Ansicht birgt die erfolgsorientierte Vergütung von Aufsichtsräten die Gefahr, einen potenziellen Interessenskonflikt in einem Organ zu fördern, dessen Aufgabe die Zielsetzung und –bewertung zur langfristigen Entwicklung des Unternehmens beinhaltet.

Aus diesem Grund schlagen wir vor, die Erfolgsorientierte Vergütung für Aufsichtsratsmitglieder zu streichen, dafür aber die Vergütung des Aufsichtsrats bestehend aus Grundvergütung und der Vergütung für die Tätigkeit in Ausschüssen zu erhöhen. Neben einer fixen Vergütung erhalten die Mitglieder Sitzungsgelder sowie Gelder für die Mitwirkung in den verschiedenen Komitees. Die Gesamtvergütung entspricht der marktüblichen Vergütung für Aufsichtsräte von Unternehmen in vergleichbarer Größe wie die MorphoSys AG.

Bevor ich das Wort wieder zurückgebe an Herrn Dr. Möller, möchte ich mich an dieser Stelle bei Ihnen, unseren Aktionären, für ihre anhaltende Unterstützung bedanken. Mein Dank gilt ebenfalls allen Aufsichtsräten für ihr Engagement und ihre Unterstützung. Ganz besonders bedanke ich mich bei all unseren Mitarbeitern der gesamten MorphoSys-Gruppe für ihren Einsatz im vergangenen Jahr. Ohne sie und ihre außerordentlichen Leistungen wären die Erfolge, über die wir heute berichten konnten, nicht möglich.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. Ich gebe nun das Wort zurück an Herrn Dr. Möller.

HuCAL®, HuCAL GOLD®, HuCAL PLATINUM®, RapMAT® und AutoCAL® sind eingetragene Warenzeichen der MorphoSys AG.