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Lang + Schwarz AG — Management Reports 2021
Jun 22, 2021
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Management Reports
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Finanzbericht: 28398885
Lang & Schwarz Aktiengesellschaft
Düsseldorf
Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2020 bis zum 31.12.2020
Inhaltsverzeichnis zum Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2020
1. Geschäftliche Aktivitäten des Konzerns
2. Wirtschaftsbericht
2.1 Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen
2.2 Rahmenbedingungen der geschäftlichen Tätigkeiten
2.3 Geschäftsentwicklung
2.3.1 Entwicklung in den Geschäftsbereichen
2.3.2 Konzernertragslage
2.3.3 Konzernfinanzlage
2.3.4 Konzernvermögenslage
3. Risikobericht
3.1 Risikomanagement
3.2 Risikoarten der Geschäftstätigkeit
3.2.1 Adressenausfallrisiko
3.2.2 Marktpreisrisiko
3.2.3 Liquiditätsrisiken
3.2.4 Operationelles Risiko
3.2.5 Coronavirus-Pandemie
3.3 Risikotragfähigkeit
4. Prognose- und Chancenbericht
Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2020
1. Geschäftliche Aktivitäten des Konzerns
Lang & Schwarz ist ein Finanzkonzern bestehend aus drei Konzerngesellschaften.
Die Begebung von derivativen Finanzinstrumenten mit dem Schwerpunkt auf Hebelprodukte und Themenzertifikate - einschließlich wikifolio-Endlosindexzertifikate - ist die Haupttätigkeit der Konzernmutter Lang & Schwarz Aktiengesellschaft. Sie ist damit als operative Holdinggesellschaft tätig. Ihre Aktivitäten werden im Konzern unter dem Geschäftsbereich Strukturierte Produkte zusammengefasst. In 2020 emittierte die Gesellschaft über 52.000 eigene Produkte.
Die verschiedenen Produkte der Lang & Schwarz Aktiengesellschaft werden durch die Tochtergesellschaft Lang & Schwarz TradeCenter AG & Co. KG außerbörslich oder börslich an der Börse Stuttgart (Handelssegment EUWAX) und der BX Swiss, Bern (Schweiz) zum Handel angeboten. Zum Ultimo Dezember 2020 quotiert die Lang & Schwarz TradeCenter AG & Co. KG rund 12.000 derivative Finanzinstrumente der Lang & Schwarz Aktiengesellschaft mit Bezug auf inländische und ausländische Aktientitel, Indizes, Währungskursrelationen, Rohwarenkurse oder die Zinsentwicklung sowie nahezu 9.000 Themenzertifikate. Die Lang & Schwarz TradeCenter AG & Co. KG stellt darüber hinaus Handelskurse für über 11.000 Aktien, Anleihen, Fonds sowie ETPs (ETFs, ETCs und ETNs) wochentäglich von 7:30 Uhr bis 23:00 Uhr sowie samstags von 10:00 Uhr bis 13:00 Uhr und sonntags von 17:00 Uhr bis 19:00 Uhr. Als Market Maker quotiert die Lang & Schwarz TradeCenter AG & Co. KG Finanzinstrumente auch an der Lang & Schwarz Exchange, dem elektronischen Handelssystem der Börse Hamburg, an der Frankfurter Wertpapierbörse, an der Wiener Börse, Wien (Österreich) und an der BX Swiss, Bern (Schweiz). Partnerbanken können sich an die Lang & Schwarz TradeCenter AG & Co. KG zum Handel über TradeLink, cats-os oder andere alternative Anschlussmöglichkeiten anbinden. Über angeschlossene Partnerbanken der Lang & Schwarz TradeCenter AG & Co. KG erreicht diese über 25 Millionen Privatkunden. Die Aktivitäten der Lang & Schwarz TradeCenter AG & Co. KG werden im Konzern unter dem Geschäftsbereich TradeCenter zusammengefasst.
Die 100%-ige Tochtergesellschaft Lang & Schwarz Broker GmbH erbringt Dienstleistungen im Bereich der EDV-Hardware- und Softwarebereitstellung, der Unterhaltung der technischen Handelsplatzanbindungen sowie den laufenden EDV-Support für die Lang & Schwarz Aktiengesellschaft und die Lang & Schwarz TradeCenter AG & Co. KG. Diese Aktivitäten werden im Konzern unter dem Geschäftsbereich EDV-Dienstleistungen zusammengefasst. Nachdem die Lang & Schwarz Broker GmbH zum 30. Juni 2020 den Geschäftsbereich Financial Services eingestellt hat, wurde im Geschäftsjahr 2020 die Erlaubnis zum Betreiben von Bankgeschäften sowie Finanzdienstleistungen nach § 32 KWG zurückgegeben.
2. Wirtschaftsbericht
2.1 Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen
Die wirtschaftliche Entwicklung war im Jahr 2020 durch die Corona-Pandemie weltweit schwerwiegend beeinträchtigt.
Nach den Angaben des statistischen Bundesamts konnte sich die Wirtschaftsleistung nach einem Einbruch im ersten und insbesondere im zweiten Quartal in der anschließenden zweiten Jahreshälfte 2020 wieder etwas erholen. Auf Jahressicht ging das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt in Deutschland im Jahr 2020 um 4,9% im Vergleich zum Vorjahr zurück. Die deutsche Wirtschaft ist somit nach einer zehnjährigen Wachstumsphase im Corona-Krisenjahr 2020 in eine tiefe Rezession geraten, ähnlich wie zuletzt während der Finanzkrise in 2008/2009. Der konjunkturelle Einbruch fiel aber in 2020 insgesamt weniger stark aus als 2009 mit -5,7%.
In diesem Umfeld stieg die Arbeitslosenquote in Deutschland in 2020 von 5,0% auf 5,9% an, das entspricht rund 2,7 Millionen Arbeitslosen. In der Europäischen Union (EU) betrug die Arbeitslosenquote Ende 2020 7,3%, was eine Verschlechterung von 0,9 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr darstellt. In absoluten Zahlen ausgedrückt sind dies etwa 15,6 Millionen Arbeitslose in der EU.
Auch in den USA ist die Wirtschaftsleistung infolge der Coronavirus-Pandemie im Jahr 2020 in historischem Ausmaß eingebrochen. Nach der Prognose der OECD in ihrem Economic Outlook March 2021 beträgt der Rückgang des Bruttoinlandsprodukts in 2020 in den USA 3,5%. Für die weltweite Wirtschaftsleistung prognostiziert die OECD einen Rückgang von 3,4% im Jahr 2020. Die Arbeitslosenquote in den USA lag zum Jahresende 2020 bei 6,7% (Vorjahr: 3,5%).
Bei den Zinssätzen der EZB gab es im Jahr 2020 keine Veränderungen, so beträgt der Hauptrefinanzierungssatz, welcher auch Leitzins genannt wird, weiterhin 0,00%, der Zins für die Einlagen der Geschäftsbanken bei der EZB -0,50% und der Spitzenrefinanzierungssatz 0,25%.
Die US Notenbank Federal Reserve (Fed) hat den Leitzins (Fed Funds Rate) im März 2020 von 1,5% - 1,75% zweimal um insgesamt 1,5 Prozentpunkte gesenkt, so dass dieser zum Jahresende bei 0,00% - 0,25% liegt.
Um die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie zu bekämpfen wurden weltweit milliardenschwere Konjunkturprogramme und Hilfspakete auf den Weg gebracht. So haben sich die Mitgliedsstaaten der EU zuletzt auf einen Aufbaufonds in Höhe von 750 Milliarden Euro geeinigt, mit dem coronabedingte Schäden für die Wirtschaft und Gesellschaft abgefedert werden sollen. Außerdem beschlossen die Staats- und Regierungschefs den EU-Haushalt für die nächsten sieben Jahre in Höhe von 1.074 Milliarden Euro. Zusammengenommen ist dies mit 1,8 Billionen Euro das größte Finanzpaket, das die EU jemals in ihrer Geschichte geschnürt hat. Das unter dem Kürzel PEPP (Pandemie Emergency Purchase Programme) bekannte Anleihekaufprogramm in der Corona-Pandemie wurde durch die EZB um eine halbe Billion auf 1,85 Billionen Euro erhöht.
Auch in den USA soll aktuell ein Konjunkturpaket mit Maßnahmen im Umfang von 1,9 Billionen US-Dollar zur Bewältigung der Corona-Krise beschlossen werden. Sollte das Paket verabschiedet werden, würde sich die Gesamt-Corona-Hilfe des Bundes in den USA innerhalb eines Jahres auf etwa sechs Billionen US-Dollar summieren.
2.2 Rahmenbedingungen der geschäftlichen Tätigkeiten
Im Jahr 2020 gab es einen regelrechten Boom an neuen Börsengängen. So fanden in diesem Jahr weltweit mehr als 1.300 Unternehmen den Weg auf das Parkett. Das weltweite Emissionsvolumen legte um 26% auf 263 Mrd. USD zu. Dies ist der höchste Wert seit 2010. Insbesondere in den USA und in China legte das Emissionsvolumen stark zu (plus 69% bzw. plus 51%). In Europa kletterte das Volumen um 9% im Vergleich zum Vorjahr.
Betrachtet man Deutschland, so gab es zwölf Unternehmen, welchen 2020 der Weg an die Börse gelang. Neun Unternehmen wählten den Börsenplatz Frankfurt und drei entschieden sich für einen Börsengang in New York, darunter das mittlerweile durch die Entwicklung eines mRNA Impfstoffkandidaten bekannte Unternehmen Curevac N.V.
Bei den drei größten IPOs handelt es sich um chinesische Unternehmen, auf Platz eins der Chip-Hersteller Semiconductor Manufacturing International Corporation, auf Platz zwei der Online Händler JD.com Inc. gefolgt von dem Hochgeschwindigkeitsbahnbetreiber Beijing-Shanghai High Speed Railway Co. Ltd. In Europa ragte der Börsengang des niederländischen Kaffeekonzerns JDE Peet's N.V. heraus. In den USA konnte die Reiseplattform Airbnb Inc. 3,5 Mrd. USD erlösen.
Angesichts der negativen Auswirkungen auf die internationalen Volkswirtschaften bedingt durch die Corona-Pandemie ist die Entwicklung der IPOs in 2020 bemerkenswert. Denn ausgelöst durch die Corona-Pandemie im Jahr 2020 erinnern die Kursentwicklungen an den Börsen eher einer Achterbahnfahrt. Der DAX wie auch viele andere Indizes stürzten zwischen Ende Februar 2020 und Mitte März 2020 regelrecht ab. In dieser Zeit verlor der Deutsche Leitindex ca. 5.000 Punkte. Nachdem weltweit Zentralbanken massiv eingegriffen, konnten sich die Märkte stabilisieren. Am 9. November 2020 meldeten Biontech SE und ihr US-Partner Pfizer Inc., dass sich ihr entwickelter Impfstoff in klinischen Studien als sehr wirksam erwiesen hat und einen ca. 90% Schutz bietet. Weitere Impfstoffe von z.B. Moderna Inc. und Astrazeneca plc folgten.
Der Dax konnte mit einem Jahresendstand von 13.718 Punkten (Vorjahr: 13.249) nicht nur den Absturz von ca. 5.000 Punkten wieder aufholen, sondern sogar einen Gewinn von ca. 3,5% verbuchen. Der MDAX legte ca. 9% gegenüber dem Vorjahresschlusskurs zu und schloss das Jahr mit einem Stand von 30.796 Punkten ab (Vorjahr: 28.312). Der TecDAX gewann auf Jahresbasis ca. 6,5% und schloss bei 3.212 Punkten (Vorjahr: 3.014).
Betrachtet man einzelne Wertpapiere, so sticht im DAX Delivery Hero SE heraus. Das Unternehmen betreibt eine Online-Bestellplattform für Essen und die Aktie konnte ca. 80% zulegen, wohl mit Blick auf die pandemisch bedingte Schließung von Gaststätten. Ebenfalls stark präsentierte sich Infineon Technologies AG. Der Chip-Hersteller konnte ca. 55% im abgelaufenen Jahr zulegen. Auch der Pharma- und Chemiekonzern Merck KGaA verzeichnete ein Plus von ca. 33%. Auf der negativen Seite stachen MTU Aero Engines AG mit dem Geschäftsfeld Herstellung und Instandhaltung von Triebwerken mit ca. -16%, der Medizinkonzern Fresenius SE mit ca. - 25% und Bayer AG mit ca. - 34% heraus.
Für besonderes Aufsehen sorgte der Kurssturz der Wirecard AG, deren Aktionäre im Zusammenhang mit der Insolvenzanmeldung der Gesellschaft und massiven Betrugsvorwürfen in 2020 quasi einen Totalverlust hinnehmen mussten. Nach Handelsschluss am 21. August 2020 musste das Unternehmen den DAX verlassen.
Zu den weiteren Verlierern zählte infolge von Flugverboten und Insolvenzgefahr die Deutsche Lufthansa AG, deren Aktien seit dem 22. Juni 2020 nicht mehr im DAX gelistet sind.
Auch an den internationalen Aktienmärkten war die Entwicklung im Jahr 2020 turbulent. So stieg der Dow Jones Index in 2020 zunächst auf ein Allzeithoch von 29.551 Punkten im Februar, um dann auf einen Jahrestiefstand von 18.591 Punkten in der zweiten Märzhälfte abzufallen. Bis zum Jahresende 2020 erholte sich der Dow Jones Index auf 30.606 Punkte und liegt somit sogar um gut 7% über dem Vorjahreswert von 28.538 Punkten. Ähnliche Entwicklungen waren beim S&P 500 zu verzeichnen. Der Nikkei Index gewann in 2020 ca. 16% hinzu (Jahresschluss: 27.444, Vorjahr: 23.656). Der EURO STOXX 50-Index büßte dagegen auf Jahressicht ca. 5% ein (Jahresschluss: 3.552, Vorjahr: 3.745).
2.3 Geschäftsentwicklung
Der Konzern der Lang & Schwarz Aktiengesellschaft konnte wie prognostiziert einen deutlichen Anstieg des Ergebnisses aus der Handelstätigkeit um 333% erzielen. Bei einer Erhöhung des Verwaltungsaufwands um 104% konnte ein signifikant erhöhtes Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit erzielt werden. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit hat sich gegenüber dem Vorjahr mehr als verzehnfacht womit das Geschäftsjahr 2020 außerordentlich erfolgreich abgeschlossen werden konnte.
Für die Entwicklung des Konzerns sind bestimmte Kennzahlen und ihre Einflussgrößen maßgeblich.
Diese werden als bedeutende Leistungsindikatoren bezeichnet. Als zentrale Größen des Konzerns werden diese beobachtet, gemessen und gegebenenfalls zu anderen Werten oder Entwicklungen in Beziehung gesetzt.
Die nachstehende Übersicht stellt die bedeutenden Leistungsindikatoren für den Konzern der Lang & Schwarz Aktiengesellschaft dar:
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| 2020 | 2019 | ||
|---|---|---|---|
| Ergebnis aus der Handelstätigkeit 1 | TEUR | 78.996 | 18.224 |
| Verwaltungsaufwand 2 | TEUR | 24.872 | 12.210 |
| Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 3 | TEUR | 54.855 | 5.482 |
1 Summe aus Umsatzerlöse, Materialaufwand und Zinsergebnis
2 Personalaufwand zuzüglich sonstige betriebliche Aufwendungen
3 Konzernjahresüberschuss zuzüglich bzw. abzüglich Steuern vom Einkommen und vom Ertrag zuzüglich bzw. abzüglich Zuführung/Auflösung Fonds für allgemeine Bankenrisiken § 340 HGB
Das Ergebnis aus der Handelstätigkeit spiegelt die Ertragsentwicklung aus der operativen Tätigkeit wider. Als tägliche, monatliche, quartalsweise und jährliche Größe wird diese jeweils gesellschafts- und konzernbezogen intern berichtet. Zusammen mit den Verwaltungsaufwendungen als überwiegenden Fixkosten und dem Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit stellen diese Größen die steuerungsrelevanten finanziellen Leistungsindikatoren für den Konzern der Lang & Schwarz Aktiengesellschaft dar-steuerungsrelevante nicht finanzielle Leistungsindikatoren liegen nicht vor.
Neben den zuvor beschriebenen Leistungsindikatoren stellt die Einhaltung der Risikotragfähigkeit für den Konzern einen ökonomischen Wert dar, welcher nachhaltig einzuhalten ist. Auch zur Erfüllung aufsichtsrechtlicher Anforderungen im gesamten Konzern wird die Einhaltung der Risikotragfähigkeit turnusmäßig und soweit erforderlich anlassbezogen überprüft.
Die Kapitalrendite nach § 26a Abs. 1 Satz 4 KWG als Quotient aus dem Nettogewinn (Konzernjahresüberschuss) und der Konzernbilanzsumme beträgt 1,3% (Vorjahr 0,1%).
2.3.1 Entwicklung in den Geschäftsbereichen
2.3.1.1 Geschäftsbereich Strukturierte Produkte
Der Geschäftsbereich Strukturierte Produkte konnte seine Aktivitäten im Geschäftsjahr 2020 sowohl im Hinblick auf die Anzahl der Geschäfte als auch auf den Umsatz signifikant ausweiten. So hat sich die Anzahl der Geschäfte um 73% gegenüber dem Vorjahr erhöht. Der Umsatz hat sich auf Jahressicht mehr als verdoppelt (+133%). Aufgrund dieser Entwicklung wurde ein deutlich gestiegenes Ergebnis aus der Handelstätigkeit erreicht. Bei einem unterproportionalen Anstieg des Verwaltungsaufwands konnte erwartungsgemäß ein deutlich höheres Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit als im Vorjahr erreicht werden.
2.3.1.2 Geschäftsbereich TradeCenter
Die Grundlage der geschäftlichen Aktivitäten im Bereich TradeCenter bilden die Handelsaktivitäten der angeschlossenen Partnerbanken (außerbörslicher Handel), sowie das börsliche Market Making an der Lang & Schwarz Exchange, der Frankfurter Wertpapierbörse und an den Börsen BX Swiss, Bern und Wiener Börse. Darüber hinaus werden Wertpapiergeschäfte bezogen auf Aktien aufgrund von Absicherungsanforderungen der Lang & Schwarz Aktiengesellschaft getätigt.
Der Geschäftsbereich TradeCenter konnte seine Handelsaktivitäten im Geschäftsjahr 2020 sowohl im Hinblick auf die Anzahl der Geschäfte als auch auf den Umsatz in allen Bereichen signifikant ausweiten und sich als dritter Handelsplatz in Deutschland etablieren. So hat sich der Umsatz in 2020 gegenüber dem Vorjahr mehr als verdreifacht (+201%). Die Anzahl der Geschäfte hat sich auf Jahressicht sogar mehr als verfünffacht (+478%). Aufgrund dieser Entwicklung wurde ein signifikanter Anstieg des Ergebnisses aus der Handelstätigkeit erzielt. Bei einer unterproportionalen Erhöhung des Verwaltungsaufwands konnte erwartungsgemäß ein deutlich höheres Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit als im Vorjahr erzielt werden.
2.3.1.3 Geschäftsbereich Financial Services
Der Geschäftsbereich Financial Services wurde zum 30. Juni 2020 eingestellt. Bis zu diesem Zeitpunkt wurde wie im Vorjahr prognostiziert ein leicht negatives Ergebnis aus der Handelstätigkeit erzielt.
2.3.1.4 Geschäftsbereich EDV-Dienstleistungen
Die handelsbezogene jederzeitige Erreichbarkeit und der störungsfreie Zugang zu notwendigen Handelssystemen und Kommunikationstechniken ist für den Lang & Schwarz Konzern unumgänglich.
Diese hochspezialisierte EDV-bezogene Dienstleistung wird durch die Lang & Schwarz Broker GmbH im Konzern erbracht. Hierdurch kann gewährleistet werden, dass das Know-how konzentriert für konzerneigene Bedürfnisse eingesetzt wird.
2.3.2 Konzernertragslage
Das Ergebnis aus der Handelstätigkeit ist von TEUR 18.224 um 333% auf TEUR 78.996 angestiegen. Hauptursächlich für den Anstieg ist der signifikante Zuwachs der Handelsumsätze in den Bereichen Strukturierte Produkte sowie TradeCenter. Insgesamt konnte der Konzern in 2020 nicht nur an der besonderen Entwicklung der Kapitalmärkte partizipieren. Vielmehr ist es dem Konzern gelungen, zusätzliches Handelsvolumen im Retailmarkt zu generieren und aus dieser Entwicklung heraus in Deutschland als Handelsplatz den dritten Rang einzunehmen.
Die Personalaufwendungen haben sich von TEUR 6.375 auf TEUR 17.419 erhöht, was einem Anstieg um 173% entspricht und insbesondere auf Zahlungen von variablen Vergütungen infolge der außerordentlich positiven Ergebnisentwicklung zurückzuführen ist.
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen haben um 28% von TEUR 5.835 auf TEUR 7.453 zugenommen. Hierin enthalten sind im Wesentlichen Rechts- und Beratungskosten von TEUR 1.504 (Vorjahr: TEUR 1.071), Gebühren und Beiträge von TEUR 1.073 (Vorjahr: TEUR 785), Kosten für Informationssysteme von TEUR 852 (Vorjahr: TEUR 833), Kommunikations- und Leitungskosten von TEUR 715 (Vorjahr: TEUR 698), Raumkosten von TEUR 604 (Vorjahr: TEUR 575) sowie EDV-Kosten von TEUR 521 (Vorjahr: TEUR 499). Ursächlich für den Anstieg der sonstigen betrieblichen Aufwendungen gegenüber dem Vorjahr sind insbesondere höhere Gebühren und Beiträge sowie erhöhte Rechts- und Beratungskosten. Zudem haben sich die Kosten für aufsichtsrechtliche Meldungen infolge des gestiegenen Umfangs der geschäftlichen Aktivitäten erhöht.
Die sonstigen betrieblichen Erträge sind um TEUR 1.142 auf TEUR 1.559 gewachsen. Der Anstieg betrifft mit TEUR 460 den ersten Teilbetrag des Veräußerungsgewinns aus dem Verkauf der Beteiligung an der Trade Republic Bank GmbH. Des Weiteren beinhalten die sonstigen betrieblichen Erträge periodenfremde Erträge in Höhe von TEUR 911.
Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit beträgt TEUR 54.855 und liegt damit signifikant über dem Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit des Vorjahres, in dem TEUR 5.482 erzielt werden konnten.
Aufgrund der Beibehaltung des Ausweises des Sonderpostens Fonds für allgemeine Bankrisiken nach § 340g HGB werden in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung Aufwendungen aus der Zuführung zum Fonds für allgemeine Bankrisiken in Höhe von TEUR 27.027 ausgewiesen. Dies betrifft mit TEUR 24.643 Zuführungen aus dem Geschäftsjahr 2020 sowie mit TEUR 2.384 Zuführungen aus Vorjahren.
Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sind infolge des außerordentlich positiven Geschäftsverlaufs um TEUR 12.527 gegenüber dem Vorjahr auf TEUR 17.300 gestiegen und betreffen nahezu ausschließlich die laufende Steuerbelastung für das Jahr 2020.
Die Anwendbarkeit des § 8b Abs. 7 KStG auf die Lang & Schwarz Aktiengesellschaft war seit 2018 Gegenstand verschiedener Diskussionen mit der Finanzverwaltung und verschiedenen steuerlichen Beratern der Gesellschaft. Bereits ab dem Ende des Jahres 2018 und für die folgenden Jahre hat die Gesellschaft mit steuerlichen Beratern abgestimmte Maßnahmen ergriffen, mit dem Ziel, dass die Ausnahmeregelung des § 8b Abs. 7 KStG Anwendung auf das Wertpapiergeschäft im Konzernabschluss der Lang & Schwarz Aktiengesellschaft entfalten soll, um eine Besteuerung nach wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit wieder zu erlangen. Hierzu wurde eine verbindliche Auskunft bei der Finanzverwaltung angefragt, die im Geschäftsjahr 2020 vollumfänglich in der beantragten Form positiv erteilt worden ist. Die erstellten Finanzdaten seit Ende 2018 beruhen bereits auf der Annahme, dass mit den umgesetzten Maßnahmen die Ausnahmeregelung des § 8b Abs. 7 KStG Anwendung auf das Wertpapiergeschäft der Lang & Schwarz Aktiengesellschaft findet, so dass sich keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss ergeben.
Im Geschäftsjahr 2020 ergibt sich ein Konzernjahresüberschuss in Höhe von TEUR 10.527, nach einem Konzernjahresüberschuss im Vorjahr in Höhe von TEUR 710.
2.3.3 Konzernfinanzlage
Die Liquidität im Konzern der Lang & Schwarz Aktiengesellschaft war im abgelaufenen Geschäftsjahr jederzeit ausreichend, die Zahlungsfähigkeit jederzeit gewährleistet. Zum Jahresultimo stehen kurzfristige Forderungen, sonstige Wertpapiere und liquide Mittel im Umlaufvermögen von insgesamt TEUR 802.122 (Vorjahr: TEUR 499.083) kurzfristigen Verbindlichkeiten und Rückstellungen von insgesamt TEUR 746.517 (Vorjahr: TEUR 477.788) gegenüber. Finanzinstrumente, die aufgrund ihrer Fungibilität einen kurzfristigen Charakter aufweisen, werden trotz einer langfristigen Restlaufzeit entsprechend der internen Steuerung in die kurzfristigen Verbindlichkeiten einbezogen. Dies betrifft auch von der Lang & Schwarz Aktiengesellschaft begebene Optionsscheine und Zertifikate. Auf dieser Berechnungsgrundlage ergibt sich ein bilanzieller Liquiditätsüberschuss von TEUR 55.605 (Vorjahr: TEUR 21.295).
Die Forderungen und Verbindlichkeiten bestehen im Wesentlichen in EURO. Geldforderungen in fremder Währung werden zum Stichtag auf laufenden Bankkonten in USD bzw. CHF in Höhe von TEUR 33.473 unterhalten. In Höhe von TEUR 27.128 werden Geldverbindlichkeiten in USD auf laufenden Bankkonten unterhalten. Sämtliche Forderungen und Verbindlichkeiten bei der Hausbank HSBC Trinkaus & Burkhardt AG werden mit Ausnahme von Forderungen in Höhe von TEUR 102, die eine Laufzeit von bis zu einem Jahr aufweisen, auf laufenden Konten geführt.
Über die bestehenden Konzerneigenmittel (einschl. Fonds für allgemeine Bankrisiken) in Höhe von TEUR 65.009 (Vorjahr: TEUR 27.455) hinaus stehen den Konzerngesellschaften aufgrund aktueller Verträge mit der Hausbank HSBC Trinkaus & Burkhardt AG auch im Anschluss an das Geschäftsjahr 2020 ausreichende Finanzierungsmittel zur Verfügung, um ihre geschäftlichen Tätigkeiten finanzieren zu können.
2.3.4 Konzernvermögenslage
Die Konzernbilanzsumme im Konzern der Lang & Schwarz Aktiengesellschaft erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr von TEUR 505.554 um TEUR 305.975 bzw. 61% auf TEUR 811.529. Dies ist insbesondere auf den stichtagsbedingten Anstieg der aktiven und passiven Wertpapierhandelsbestände am Jahresende 2020 zurückzuführen, wie die nachfolgende Übersicht zeigt:
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| Bilanzausweis | |||
|---|---|---|---|
| 2020 | 2019 | Veränderung | |
| --- | --- | --- | --- |
| Bilanzposten und Produkte | TEUR | TEUR | TEUR |
| --- | --- | --- | --- |
| sonstige Vermögensgegenstände | |||
| - Optionen | 75 | 85 | -10 |
| sonstige Wertpapiere | |||
| - Aktien, Fonds, ETPs, Optionsscheine und Zertifikate | 677.394 | 316.435 | 360.959 |
| - festverzinsliche Wertpapiere | 753 | 811 | -58 |
| 678.147 | 317.246 | 360.901 | |
| Summe aktive Handelsbestände | 678.222 | 317.331 | 360.891 |
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| Bilanzausweis | |||
|---|---|---|---|
| 2020 | 2019 | Veränderung | |
| --- | --- | --- | --- |
| Bilanzposten und Produkte | TEUR | TEUR | TEUR |
| --- | --- | --- | --- |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | |||
| - verkaufte Aktien, Fonds und ETPs | 42.755 | 14.680 | 28.075 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | |||
| - verkaufte eigene Optionsscheine und Zertifikate | 629.810 | 325.356 | 304.454 |
| - Optionen | 17 | 15 | 2 |
| 629.827 | 325.371 | 304.456 | |
| Summe passive Handelsbestände | 672.582 | 340.051 | 332.531 |
Gegenüber dem Vorjahresausweis erhöhten sich der Stichtagsbestand von verkauften eigenen Optionsscheinen und Zertifikaten innerhalb der sonstigen Verbindlichkeiten um TEUR 304.454 auf TEUR 629.810 sowie der unter den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten ausgewiesene Stichtagsbestand der Lieferverbindlichkeiten aus verkauften Aktien, Fonds und ETPs um TEUR 28.075 auf TEUR 42.755. Hiermit einhergehend stiegen die sonstigen Wertpapiere auf der Aktivseite von insgesamt TEUR 317.246 um TEUR 360.901 auf TEUR 678.147 an. Unter dem Bilanzposten sonstige Wertpapiere werden zum Bilanzstichtag unter anderem die zur Absicherung der verkauften Zertifikate gehaltenen Wertpapierbestände ausgewiesen. Die aktiven Handelsbestände machen insgesamt 84% (Vorjahr: 63%), die passiven Handelsbestände 83% (Vorjahr: 67%) der Konzernbilanzsumme aus.
Demgegenüber hat sich auf der Aktivseite der Konzernbilanz der Bilanzposten Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten um insgesamt TEUR 54.190 auf TEUR 129.957 vermindert. Die hierin enthaltenen Guthaben bei Kreditinstituten von TEUR 93.441 werden im Wesentlichen bei der Hausbank HSBC Trinkaus & Burkhardt sowie vier weiteren, in Deutschland ansässigen Kreditinstituten gehalten. Der Posten macht 16% (Vorjahr: 36%) der Konzernbilanzsumme aus.
Auf der Passivseite der Konzernbilanz sind die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten - trotz des hierin enthaltenen Anstiegs der Lieferverbindlichkeiten aus Wertpapiergeschäften - insgesamt von TEUR 131.357 um TEUR 34.129 auf TEUR 97.228 zurückgegangen. Die Verbindlichkeiten in laufender Rechnung betreffen im Wesentlichen die Hausbank HSBC Trinkaus & Burkhardt AG.
Die Rückstellungen haben sich um TEUR 6.155 gegenüber dem Vorjahr auf TEUR 13.135 vermindert. Der Rückgang betrifft auf der einen Seite mit TEUR 14.755 insbesondere die Steuerrückstellungen. Dies resultiert zum einen aus der Zahlung der Steuern für die Veranlagungszeiträume 2018 und 2019 in Höhe von TEUR 16.763, welche vollumfänglich in den Rückstellungen zum Vorjahresultimo ausgewiesen waren. Zum anderen waren aufgrund angepasster Steuervorauszahlungen für den Veranlagungszeitraum 2020 geringere Rückstellungen zu bilden. Die zum 31. Dezember 2020 ausgewiesenen Steuerrückstellungen betreffen in voller Höhe den Veranlagungszeitraum 2020. Auf der anderen Seite haben sich die sonstigen Rückstellungen um TEUR 8.600 gegenüber dem Vorjahr auf TEUR 11.128 erhöht. Ursächlich für den Anstieg sind insbesondere Rückstellungen im Personalbereich.
Das bilanzielle Eigenkapital ist von TEUR 27.455 um TEUR 10.527 auf TEUR 37.982 angewachsen. Aufgrund des Beschlusses der Hauptversammlung vom 13. November 2020 wurde für das Geschäftsjahr 2019 keine Dividende an die Aktionäre ausgeschüttet. Der Vorstand schlägt vor, aus dem Bilanzgewinn des Geschäftsjahres 2020 der Lang & Schwarz Aktiengesellschaft eine Dividende von EUR 4,00 je gewinnberechtigter Aktie zu zahlen.
In Anwendung des Wahlrechts nach § 300 Abs. 2 Satz 3 HGB wird der Ausweis des Sonderpostens Fonds für allgemeine Bankrisiken nach § 340g HGB der Tochtergesellschaft Lang & Schwarz TradeCenter AG & Co. KG in Höhe von TEUR 27.027 im Geschäftsjahr im Konzernabschluss beibehalten. Dieser ist den Eigenmitteln des Konzerns zuzurechnen.
Angesichts der deutlich erhöhten Konzernbilanzsumme sowie der gestiegenen Eigenmittel ergibt sich zum Bilanzstichtag eine Eigenkapitalquote (einschl. Fonds für allgemeine Bankrisiken) von 8,0% gegenüber 5,4% im Vorjahr.
Die Geschäftsentwicklung war im Jahr 2020 vor dem Hintergrund der im Vergleich zum Vorjahr signifikant gestiegenen Handelsumsätze und des Ergebnisses aus der Handelstätigkeit außerordentlich positiv. Die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sind geordnet.
3. Risikobericht
3.1 Risikomanagement
Die Konzerngesellschaften der Lang & Schwarz Aktiengesellschaft tätigen insbesondere Handelsgeschäfte in Finanzinstrumenten, die im Eigenbestand gehalten werden. Eine Absicherung dieser Wertpapierbestände erfolgt durch gegenläufige Bestände gleicher Art oder durch ein dynamisches Delta-Hedging (vgl. hierzu auch die Ausführungen im Konzernanhang zu den Angaben zu Bewertungseinheiten nach § 254 HGB). Der Umgang mit Risiken, wie ein möglicher Verlust oder ein entgangener Gewinn, ist Bestandteil der Gesamtsteuerung durch die Geschäftsleitung für den gesamten Konzern der Lang & Schwarz Aktiengesellschaft. Aus diesem Grund wurde ein zeitnahes Risikomanagement als Risikofrüherkennungs- und -Steuerungsinstrument unter Einbeziehung aller Konzerngesellschaften eingerichtet. Vorgaben für den Handel in Finanzinstrumenten sowie das Risikomanagement formuliert die Geschäftsleitung für den gesamten Konzern in Form von Rahmenbedingungen, Richtlinien und Arbeitsanweisungen (Organisationsanweisungen). Die in den Rahmenbedingungen enthaltene Geschäftsstrategie und Risikostrategie werden jährlich durch die Geschäftsleitung überprüft und geben Art und Umfang möglicher Risikogeschäfte in den einzelnen Konzerngeschäftsfeldern vor. Die frühzeitige Erkennung, Bewertung, Steuerung und Überwachung von Risiken erfolgt unmittelbar durch die Geschäftsleitung, die hierbei vom Risikocontrolling, Compliance- Bereich und der Internen Revision im gesamten Konzern unterstützt wird. Vorstand und Aufsichtsrat werden vierteljährlich über die Risikosituation des Konzerns unterrichtet. Dabei wird neben den nachfolgend beschriebenen Risikoarten auch zu Anfragen und Auskunftsersuchen von Behörden zum Aufsichtsrecht oder steuerlichen Themen sowie zu neuen Gesetzesvorhaben oder zu möglichen Änderungen von rechtlichen oder aufsichtsrechtlichen Rahmenbedingungen berichtet.
3.2 Risikoarten der Geschäftstätigkeit
Im Rahmen der Risikoinventur wurden folgende wesentliche Risiken identifiziert: Adressenausfallrisiko, Marktpreisrisiko, Liquiditätsrisiko und operationelles Risiko.
3.2.1 Adressenausfallrisiko
Adressenausfallrisiko ist das Risiko, dass ein Vertragspartner nicht oder nicht fristgerecht leistet oder eine Konzerngesellschaft einem Vertragspartner trotz der Nichtleistung eines Dritten zur Leistung verpflichtet ist. Das Adressenausfallrisiko wird unterteilt in die drei Unterrisiken: Kreditrisiko, Kontrahentenrisiko und Emittentenrisiko. Diese werden im Risikocontrolling überwacht.
Kreditrisiken betreffen bilanzielle, derivative und außerbilanzielle Risiken sowie adressenausfallbezogene Nachhaltigkeitsrisiken. Von grundsätzlich geringerer Bedeutung sind Kontrahentenrisiken als Risiken des Ausfalls oder der Verschlechterung der Bonität eines Kontrahenten, da nahezu sämtliche Handelsgeschäfte Zug um Zug abgewickelt werden. Sämtliche Handelsgeschäfte werden mit regulierten Instituten abgeschlossen und mit diesen abgewickelt oder an Börsen getätigt und über die Börsensysteme abgewickelt. Dem Emittentenrisiko als Risiko des Ausfalls oder der Verschlechterung der Bonität eines Emittenten wird mit dem Risikomanagement der Handelsgeschäfte begegnet. Derivative und außerbilanzielle Risiken werden im Rahmen der Marktpreisrisiken überwacht. Darüber hinaus werden mögliche Risikokonzentrationen, insbesondere durch die analoge Anwendung von aufsichtsrechtlichen Vorgaben begrenzt.
3.2.2 Marktpreisrisiko
Marktpreisrisiken sind allgemeine Preisveränderungen von Finanzinstrumenten wie Aktien oder Anleihen bzw. von Währungen oder Währungsrelationen und Rohwaren durch Marktbewegungen. Zu den Marktpreisrisiken zählen Kursrisiken, Zinsänderungsrisiken, Währungsrisiken und Marktpreisrisiken aus Rohwarengeschäften. Als Kursrisiken werden sowohl Risiken aus kurzfristigen Marktpreisschwankungen definiert als auch Liquiditätsrisiken aufgrund einer eingeschränkten Handelbarkeit von Wertpapieren, die auf ein geringes Handelsvolumen zurückzuführen sind ("marktenge" Wertpapiere).
• Preisrisiko aus kurzfristigen Marktpreisschwankungen
Risiken aus kurzfristigen Marktpreisschwankungen oder aus Schwankungen einer impliziten Volatilität misst ein zeitnahes Risikocontrolling. Um risikobehaftete Bestände zu beschränken, wird die Einhaltung von der Geschäftsleitung vorgegebener Handelslimite kontinuierlich überwacht.
• Preisrisiko durch Liquiditätsengpässe
Liquiditätsrisiken in Finanzinstrumenten wird durch die bewusste Auswahl der im Konzern gehandelten Finanzinstrumente begegnet. Darüber hinaus erfolgt einerseits die Risikomessung analog der Risiken aus kurzfristigen Marktschwankungen, andererseits werden die Risiken in Form sich verzögernder Glattstellungsmöglichkeiten, die sich aus einer Minderliquidität von Produkten ergeben können, als Preisrisiko ermittelt und im Rahmen der Steuerung der Liquiditätsrisiken berücksichtigt.
• Zinsänderungsrisiko im Handelsgeschäft
Zinsänderungsrisiken aus dem Handelsgeschäft bestehen für den Konzern bei zinsabhängigen Produkten. Solche Risiken werden durch die Organisationsanweisungen limitiert und durch das Risikocontrolling zeitnah gemessen und überwacht.
• Währungsrisiko im Handelsgeschäft
Da die Lang & Schwarz Aktiengesellschaft Turbo-Zertifikate auf die Entwicklung von Wechselkursen begibt, können grundsätzlich auch Währungsrisiken aus dem Handelsgeschäft bestehen. Zudem ergeben sich gegebenenfalls Risiken aus Währungsschwankungen im Hinblick auf Kursänderungsrisiken, soweit Emittenten nicht aus der Eurozone stammen und damit Aktienkurse nicht originär auf EURO lauten. Diese Risiken werden durch die Organisationsanweisungen limitiert und durch das Risikocontrolling zeitnah überwacht.
Die Überwachung sämtlicher Marktpreisrisiken erfolgt vom Handel unabhängig auf der Grundlage von Bestands- und Marktpreisberechnungen sowie Szenarioanalysen. Eventuelle Limitüberschreitungen im Laufe eines Handelstags werden nach den Vorgaben der Richtlinien und Arbeitsanweisungen durch das Risikocontrolling gemeldet. Die Geschäftsleitung erhält darüber hinaus täglich einen Bericht über die Einhaltung der Handelslimite auf das Ende eines Handelstags. Weiterhin werden mit Stress-Test-Szenarien starke Schwankungen von Preisindikatoren simuliert und mögliche Ergebnisauswirkungen auf den Handelsbestand berechnet. Die Messung der Marktpreisrisiken für die Risikotragfähigkeitsanalyse erfolgt auf Basis vorgegebener Szenariomodelle. Das negativste Ergebnis einer Szenario-Matrix wird für die Risikotragfähigkeitsanalyse herangezogen.
3.2.3 Liquiditätsrisiken
Liquiditätsrisiken, die unter die Verfügbarkeit liquider Mittel fallen, können für den Konzern der Lang & Schwarz Aktiengesellschaft grundsätzlich nicht ausgeschlossen werden. Aufgrund der Finanzausstattung des Konzerns werden solche Risiken jedoch als gering angesehen. Dennoch wird die Liquiditätslage täglich in angemessener Weise durch interne Verfahren überwacht.
Als Liquiditätsrisiko wird auch ein mögliches Risiko berechnet, das sich aus einer verzögerten Glattstellung aufgrund einer Minderliquidität eines Wertpapierbestands ergeben kann. Dieses Risiko wird aufgrund der Relation eines Wertpapierbestandes zu erwarteten Umsätzen an Referenzmärkten berechnet. Aus der Berechnung der Marktpreisrisiken mit Hilfe von Stressszenarien können sich gleichgerichtete Risikobeträge ergeben, wie beispielsweise bei der Berechnung der hier beschriebenen Liquiditätsrisiken aus einer Minderliquidität von Wertpapieren. Solche sich kumulierende Risikobeträge werden in Kauf genommen und nicht eliminiert.
3.2.4 Operationelles Risiko
Aufgrund der Tätigkeiten im Konzern unterliegt die Gruppe der Kontrolle verschiedener Aufsichtsbehörden. Vor diesem Hintergrund sind für die künftige Entwicklung des Konzerns gesetzliche bzw. aufsichtsrechtliche Änderungen ebenso relevant wie das sich ständig ändernde wirtschaftliche und börsliche Umfeld. Deshalb beobachten und analysieren die Konzerngesellschaften die Rahmenbedingungen, um eine erfolgreiche Entwicklung des Konzerns zu planen und Maßnahmen hierfür umsetzen zu können. In diesem Zusammenhang wurden folgende Risikofelder identifiziert und Maßnahmen zur Risikobegrenzung und -steuerung ergriffen:
• Personal
Der Konzern ist aufgrund des spezifischen Geschäftsmodells auf ausreichendes und qualifiziertes Personal angewiesen. Die erfolgreiche Personalrekrutierung bleibt zwar auch in kommenden Geschäftsjahren ein latentes Risiko, dürfte sich jedoch gegenüber den Vorjahren nicht verschlechtern. Zudem ist der Konzern intern bestrebt, Mitarbeiter weiterzubilden und fördert die Ausbildung von qualifizierten Nachwuchskräften. Mit dem Ausscheiden von Mitarbeitern, die leitende Positionen oder Führungsaufgaben wahrnehmen, kann einer Konzerngesellschaft im Einzelfall ein Wissensnachteil entstehen. Dem wird soweit wie möglich entgegengewirkt.
• EDV
Die Konzerngesellschaften sind in hohem Maße auf die Funktionsfähigkeit und Verarbeitungsgeschwindigkeit der Datenverarbeitungs- und Kommunikationssysteme angewiesen. Um die Verfügbarkeit der Systeme jederzeit gewährleisten zu können, wurden alle Kernfunktionalitäten redundant ausgestaltet. Im Hinblick auf die Auslastung der Systeme und Datenbanken wird zudem auf ausreichende Kapazitäten geachtet, sodass auch über das normale Maß hinausgehende, extreme Auslastungen nicht zu einem nachhaltigen Ausfall der Systeme und Datenbanken, die unmittelbar mit den Kernfunktionen der geschäftlichen Tätigkeiten zusammenhängen, führen. Der Konzern ist gegen den Ausfall der externen Stromversorgung mittels einer unterbrechungsfreien Stromversorgung abgesichert und verfügt über einen Notfallplan. Zur Aufrechterhaltung und zur Pflege aller wesentlichen Systeme sind darüber hinaus jederzeit Mitarbeiter des EDV-Bereichs der Konzerngesellschaft Lang & Schwarz Broker GmbH verfügbar.
Um die jederzeitige Funktionsfähigkeit und Erreichbarkeit der EDV-basierten Arbeitsplätze zu gewährleisten, wird für jeden Mitarbeiter ein Ausweicharbeitsplatz an einem Drittstandort unterhalten. Die Nutzbarkeit und Funktionsfähigkeit der Ausweicharbeitsplätze wird regelmäßig überprüft. Darüber hinaus ist der Zugriff auf die Arbeitsplätze auch durch einen Fernzugriff möglich.
• Markt- und Börsenentwicklung
Im Rahmen seiner Tätigkeit ist der Konzern von der Entwicklung der Wertpapier- und Terminbörsen abhängig, da diese das Anlageverhalten der Marktteilnehmer und damit das Ergebnis der Handelstätigkeit beeinflussen. Diesen Risiken wird durch ein aktives Risikomanagement begegnet.
• Risiken aus einer Strategie- oder Wachstumsverfehlung
Eine Reihe von Faktoren kann das Erreichen von Zielen gefährden. Dazu zählen beispielsweise Marktschwankungen, eine veränderte Marktstellung des Unternehmens sowie veränderte Marktbedingungen im Kernmarkt Deutschland. Wenn es den Konzerngesellschaften nicht gelingt, ihre strategischen Pläne umzusetzen, oder wenn die Kosten die Erwartungen übersteigen, könnte die künftige Ertragskraft und Wettbewerbsfähigkeit negativ beeinflusst werden. Der Konzern der Lang & Schwarz Aktiengesellschaft könnte zukünftig Markttendenzen und Kundenanforderungen nicht rechtzeitig erkennen oder aus anderen Gründen das Wachstum in der Zukunft nicht wie gewünscht fortsetzen. Eingetretene Strategieabweichungen werden im Rahmen einer jährlichen Risikoanalyse ebenso überprüft wie die daraus folgenden Auswirkungen auf die künftige Entwicklung des Konzerns.
• Wettbewerbsrisiken
Der deutsche Finanzsektor ist durch einen intensiven Wettbewerb gekennzeichnet. Lang & Schwarz steht hierbei nicht nur zu Finanzdienstleistungsinstituten, sondern auch zu Kreditinstituten und anderen Finanzunternehmen im Wettbewerb. Infolgedessen lassen sich in den einzelnen Konzerngeschäftsfeldern oft nicht die gewünschten Margen erzielen. Dieses Risiko wird durch die Geschäftsleitung überwacht und ist Bestandteil der täglichen Ergebnisüberwachung sowie der turnusmäßigen Risikoanalyse des Konzerns.
• Risiken aus der Ergebnisentwicklung
Es wird täglich eine Ergebnisübersicht für die Handelstätigkeiten erstellt. Alle nicht am Handelstag geschlossenen Positionen in Derivaten, Wertpapieren oder Devisen werden dabei auf Basis der Mark-to-Market-Methode bewertet. Anhand der täglichen Ergebnisübersicht ist es möglich, eine zeitnahe Kontrolle und Analyse der Ergebnisse vorzunehmen sowie deren Entwicklung zu beobachten. Das selbst entwickelte Limit-Kontroll-System unterstützt zudem eine verbesserte Überwachung der Handelstätigkeit durch eine automatisierte, vom Handel unabhängige Bestandsbewertung aller Finanzprodukte. Hierauf baut das jeweils fortlaufend an aktuelle Marktentwicklungen angepasste Risikomanagementsystem für die Handelsrisiken auf.
Für die Konzerngesellschaften wird zum Jahresende eine Planungsrechnung auf Monatsbasis für das neue Geschäftsjahr erstellt. Der Soll-Ist-Abgleich der Erträge und Aufwendungen der Planungsrechnung mit den tatsächlichen Geschäftsdaten gibt frühzeitig Aufschluss über die wirtschaftliche Entwicklung der Konzerngesellschaften.
• Rechtliche Risiken
Rechtsrisiken können durch neue gesetzliche Regelungen, die Änderung bestehender Vorschriften sowie eine geänderte Auslegung von Vorschriften entstehen. Solchen Risiken begegnen wir durch ein Rechtsmonitoring, bei dem neue gesetzliche Regelungen sowie Gesetzesänderungen auf ihre Relevanz für den Konzern der Lang & Schwarz Aktiengesellschaft hin untersucht werden. Zum Rechtsmonitoring gehört auch die Teilnahme von Fachmitarbeitern an Veranstaltungen, bei denen Gesetzesänderungen vorgestellt und besprochen werden.
Darüber hinaus können sich Rechtsrisiken aus vertraglich nicht eindeutigen Formulierungen ergeben. Die Überwachung und Steuerung solcher Risiken übernimmt die Rechtsabteilung im Konzern. Zur Minderung von Rechtsrisiken prüft die Rechtsabteilung sämtliche vertraglichen Beziehungen; gegebenenfalls werden rechtliche Beratungsdienstleistungen in Anspruch genommen. Darüber hinaus werden zur Sicherstellung der Beweisbarkeit von telefonischen Handelsaufträgen die Geschäftsgespräche der Händler aufgezeichnet. Für Kostenrisiken aus Rechtsstreitigkeiten wurde eine Rechtsschutzversicherung abgeschlossen.
• Aufsichtsrechtliche Risiken
Eine Vielzahl an aufsichtsrechtlichen Bestimmungen ist aufgrund der Geschäftstätigkeiten im Konzern zu beachten. Die Einhaltung dieser überwiegend europäisch geprägten nationalen Vorgaben, die Kontrolle der Einhaltung dieser Bestimmungen sowie die laufende Überwachung möglicher Änderungen bestehender Vorschriften sind unerlässlich. Aufgrund nicht ausreichender, fehlerhafter oder gar unterlassener Beachtung aufsichtsrechtlicher Vorgaben können Maßnahmen durch die Aufsicht ergriffen werden. Diese Maßnahmen reichen unter anderem von einer Verwarnung, über die Festsetzung von Bußgeldern, deren Höhe die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage empfindlich beeinträchtigen kann, bis hin zur Rücknahme der Erlaubnisse durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht zum Betreiben von Finanzdienstleistungsgeschäften. Durch das eingerichtete Compliance-Management-System, das Risikomanagementsystem, das interne Kontrollsystem und das interne Revisionssystem soll verhindert werden, dass es zu einem Fehlverhalten im Hinblick auf aufsichtsrechtliche Bestimmungen kommen kann.
Zur Finanzierung von Entschädigungsfällen bei der Entschädigungseinrichtung der Wertpapierhandelsunternehmen (EdW) kann die Entschädigungseinrichtung Kredite aufnehmen und diese durch künftige Einnahmen von Jahresbeiträgen aus dem Mitgliederkreis der verpflichtend angeschlossenen Institute bedienen. Die Entschädigungseinrichtung kann zur Finanzierung von Entschädigungsfällen neben den Jahresbeiträgen auch Sonderbeiträge bei den Mitgliedern erheben. Zum einen kann das Risiko eines möglichen künftigen Entschädigungsfalls bei der EdW nicht abgeschätzt werden. Zum anderen kann nicht beurteilt werden, inwieweit die Gesellschaften im Konzern der Lang & Schwarz Aktiengesellschaft künftig Sonderbeitragszahlungen an die EdW zu leisten hat, deren Ausmaß nicht bekannt ist und auch nicht bestimmt werden kann.
• Sonstige Risiken
Reputationsrisiken aus der Zusammenarbeit mit der wikifolio Financial Technologies AG können sich in der Weise ergeben, als dass Redakteure, die eine Handelsidee in einem wikifolio-Musterdepot abbilden, nicht in gleichem Maße an frühere Erfolge anknüpfen können wie erwartet. Sollte durch die Lang & Schwarz TradeCenter AG & Co. KG auf solche wikifolio-Musterdepots ein Index berechnet werden und auf diesen durch die Lang & Schwarz Aktiengesellschaft ein wikifolio-Indexzertifikat begeben worden sein, könnten Anleger im Hinblick auf die Performance enttäuscht werden. Trotz aller Bemühungen kann dies nicht verhindert werden und damit einen negativen Einfluss auf die Lang & Schwarz Aktiengesellschaft als Emittentin und die Tochtergesellschaft Lang & Schwarz TradeCenter AG & Co. KG als Indexsponsor nehmen.
Sonstigen betrieblichen Risiken wird vor allem durch den Abschluss von Versicherungen begegnet. Der Konzern entscheidet über Art und Umfang des Versicherungsschutzes auf der Grundlage einer kaufmännischen Kosten-Nutzen-Analyse. Es kann trotz intensiver Bemühungen jedoch möglich sein, dass Verluste entstehen oder Ansprüche erhoben werden, die über den Umfang des bestehenden Versicherungsschutzes hinausgehen bzw. für die keine Versicherung abgeschlossen wurde.
Das operationelle Risiko wird für die Risikotragfähigkeitsberechnung durch den Konzern in Anlehnung an Artikel 315 ff. der Verordnung (EU) 575/2013 CRR durch den Basisindikatoransatz berücksichtigt.
3.2.5 Coronavirus-Pandemie
Im Hinblick auf die anhaltende Coronavirus-Pandemie hat der Konzern Maßnahmen zur Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebs in einem konzernweiten Notfallkonzept vorgesehen, deren Umsetzung seit dem ersten Quartal 2020 vorgenommen wurde. Zum Schutz des Personals wurden u.a. das bestehende Notfallbüro sowie das mobile Arbeiten aktiviert, um eine weitgehende räumliche Trennung von Mitarbeitern zu gewährleisten. Kontakte außerhalb des Büros wurden weitestgehend eingeschränkt. Sitzungen, wie z.B. die des Aufsichtsrats, wurden als Videokonferenzen abgehalten. Reisetätigkeiten wurden eingeschränkt sowie Hygiene und Abstandsregeln insbesondere am Arbeitsplatz beachtet. Der Konzern hat eine Gefahrenbeurteilung nach § 2 Corona-ArbSchV durchgeführt, ihre Maßnahmen an dieser ausgerichtet und nimmt gegebenenfalls Anpassungen vor.
Im Rahmen von Krisen ist in der Regel festzustellen, dass das Handelsaufkommen an Börsen mit dem Ausbruch zunächst ansteigt, was sich auch in der Coronavirus-Pandemie zeigt. Im Verlauf von Krisen sowie auf diese folgend können sich deutliche Umsatzrückgänge an den Börsen infolge eines erwarteten wirtschaftlichen Abschwungs mit entsprechenden Auswirkungen auf die Konzerngesellschaften ergeben.
3.3 Risikotragfähigkeit
Die Berechnung der Risikotragfähigkeit erfolgt unter Berücksichtigung des Leitfadens der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht sowie der Deutschen Bundesbank zur aufsichtlichen Beurteilung bankinterner Risikotragfähigkeitskonzepte und deren prozessualer Einbindung in die Gesamtbanksteuerung. Dieser sieht neben der Berechnung der Risikotragfähigkeit nach einer normativen Perspektive (Erfüllung aller regulatorischen Anforderungen) auch die Berechnung einer ökonomischen Perspektive (Erfüllung unter dem Gesichtspunkt einer langfristigen Substanzerhaltung) vor. Für beide Perspektiven ist die Berechnung unter Verwendung von Planzahlen über einen Planungszeitraum von drei Jahren und zusätzlich unter der Verwendung eines adversen Szenarios für den Planungszeitraum vorzunehmen. Im adversen Szenario ist dabei ein schwerer konjunktureller Abschwung im Planungszeitraum zu simulieren. Nur wenn in allen Berechnungsvarianten nachhaltig ausreichend Kapital zur Deckung der Risiken aus den Geschäftstätigkeiten vorgehalten wird, ist die Risikotragfähigkeit uneingeschränkt gegeben. Werden aufsichtsrechtlich relevante Kapitalbeträge bei den Szenariobetrachtungen hingegen soweit abgebaut, dass die Unterlegung von Risiken aus der geschäftlichen Tätigkeit mit Kapital nicht mehr vollständig gewährleistet werden kann, ist die Risikotragfähigkeit nicht mehr uneingeschränkt gegeben. In diesem Fall sind Maßnahmen zu ergreifen. Diese Maßnahmen können die Deckung von Risiken durch zusätzliches Kapital betreffen oder die Reduzierung von Risiken. Nach den vorgenannten Grundsätzen zeichnete sich im Geschäftsjahr sowie zum 31. Dezember 2020 keine Bedrohung der Risikotragfähigkeit des Konzerns der Lang & Schwarz Aktiengesellschaft ab.
4. Prognose- und Chancenbericht
Wie bereits im Jahr 2020 wird die wirtschaftliche Entwicklung der Volkswirtschaften auch im Jahr 2021 maßgeblich vom Verlauf der Corona-Pandemie geprägt werden. Die Konjunkturprognosen der Volkswirte sind weiterhin mit einer relativ großen Unsicherheit behaftet. So betont der IWF, dass die jüngsten Impfstoffzulassungen zwar die Hoffnung auf eine Trendwende bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie geweckt haben, jedoch neue Infektionswellen und neue Varianten des Virus Anlass zur Sorge geben. Die Stärke der Erholung werde voraussichtlich von Land zu Land erheblich variieren. Dabei entscheiden verschiedene Faktoren über eine Erholung der nationalen Volkswirtschaften, etwa der Zugang zu Impfstoffen und die Wirksamkeit der politischen Maßnahmen gegen die Pandemie.
Auch für die Konjunktur in Deutschland ist eine dritte Infektionswelle mit der Gefahr von weiteren Einschränkungen oder eventuellen Betriebsschließungen in der Industrie ein großes Risiko. Die Deutsche Bundesbank rechnet für das Jahr 2021 mit einem kalenderbereinigten Wirtschaftswachstum von 3%. Für das Jahr 2022 wird ein Wachstum von 4,5% erwartet. Auch der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung geht davon aus, dass das Bruttoinlandsprodukt in Deutschland auf Jahressicht in 2021 um 3,1% steigen wird. Dabei geht er davon aus, dass im ersten Quartal zwar mit einem Rückgang der Wirtschaftsleistung zu rechnen sei, sich in den anschließenden Monaten jedoch einhergehend mit einem zu erwartenden beschleunigten Impffortschritt, der Eindämmung der Pandemie und dadurch möglichen graduellen Lockerungen eine wirtschaftliche Erholung abzeichnen sollte.
Im Euro-Raum ist die wirtschaftliche Aktivität durch die erhöhten Infektionszahlen und die daraus resultierenden Einschränkungen gedämpft. Der Sachverständigenrat schätzt daher das Wachstum für 2021 auf 4,1%, der IWF auf 4,2%.
Für die weltweite Wirtschaftsleistung rechnet der IWF für das Jahr 2021 mit einem Plus von 5,5%. Die Prognose des IWF für die USA liegt bei einem Wachstum von 5,1%; die OECD ist hier optimistischer und erwartet für die USA einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts von 6,5% in 2021.
Hinsichtlich der Arbeitslosenquote in Deutschland rechnet der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung damit, dass diese im Jahr 2021 im Jahresdurchschnitt bei 5,9% liegen und sich erst im Jahr 2022 erholen wird.
Für die Leitzinsen erwartet der Markt trotz aller Ungewissheit in Bezug auf die Inflation für das Jahr 2021 keine Veränderung.
Mit Blick auf die getrübten Aussichten für die Entwicklungen der Volkswirtschaften, die angestiegenen Arbeitslosenquoten sowie die aktuell teilweise nur niedrigen Impfquoten ist zu erwarten, dass das Coronavirus und die gegen die Pandemie eingeleiteten Maßnahmen die Aktienmärkte 2021 wohl weiter bestimmen werden. Angesichts der Rahmenbedingungen werden die Volatilitäten voraussichtlich zunächst weiterhin hoch bleiben. Auch die Aktivitäten der Nationalstaaten und Zentralbanken werden allem Anschein nach nicht nachlassen.
In diesem ohnehin schon herausfordernden Umfeld steht der Lang & Schwarz Konzern auch im Jahr 2021 wieder vor großen regulatorischen Anforderungen. In diesem Kontext ist insbesondere das neue Aufsichtsregime für Wertpapierfirmen bzw. Wertpapierfirmengruppen im Hinblick auf Kapital-, Liquiditäts- und Risikomanagementvorschriften zu nennen. Die Investment Firm Directive (IFD) und die Investment Firm Regulation (IFR) schaffen einen gänzlich neuen EU-Regulierungsrahmen für Wertpapierfirmen. Zur nationalen Umsetzung der IFD hat das Bundesministerium der Finanzen den Entwurf eines Gesetzes zur Umsetzung der Richtlinie (EU) 2019/2034 über die Beaufsichtigung von Wertpapierinstituten veröffentlicht. Die neuen Regelungen werden ab dem 26. Juni 2021 mit verschiedenen Übergangsregelungen in Kraft treten. Daher werden weiterhin personelle und technische Ressourcen hierfür benötigt. Ein besonderes Augenmerk wird erneut auf die Ausgestaltung der IT-Infrastruktur zu legen sein sowie auf die Sicherstellung der Verfügbarkeit der wesentlichen Systeme.
Die Möglichkeiten, Ertragspotentiale im Bereich Strukturierte Produkte zu finden, hängen für die Lang & Schwarz Aktiengesellschaft von der Handelsintensität ihrer Kunden ab. Diese wiederum ist maßgeblich von den Rahmenbedingungen des Marktes abhängig wie auch von dem zum Handel angebotenen Produktangebot. Auf die Rahmenbedingungen des Marktes haben wir keinen Einfluss. Jedoch versuchen wir, unsere Kundenbasis durch das Listing unserer Produkte auf weiteren Handelsplätzen zu verbreitern. Im Hinblick auf unser Produktangebot beobachten wir die Entwicklung am Markt, um auch kurzfristig attraktive Underlyings für unsere derivativen Produkte zu finden. Dabei unterliegt die Attraktivität zum Teil sehr kurzfristigen Trends, so dass auch die Frage der Begebung eines Produktes hinsichtlich der mit der Emission entstehenden Kosten zu berücksichtigen ist, ebenso wie die Frage einer adäquaten Risikoabbildung und der Risikoneigung. Wir sehen in dem aktuellen Umfeld die Möglichkeiten, auch weiterhin erfolgreich zu arbeiten.
Der Bereich TradeCenter generiert Ertragspotentiale aus Kundenanfragen. Ein vorrangiges Ziel ist daher eine breite Erreichbarkeit, um Kunden die Möglichkeit zu bieten, unsere Dienstleistungen in Anspruch zu nehmen. Eine hohe Qualität der erbrachten Dienstleistungen ist hierfür unerlässlich und wird daher auch in 2021 laufend überwacht. Die Zahl der an die Lang & Schwarz Exchange angeschlossenen Partnerbanken bzw. das börsliche Handelsvolumen mit diesen wie auch das außerbörsliche Handelsvolumen sollen in 2021 weiter ausgebaut werden. Hierbei sehen wir auch mögliches Ertragspotenzial durch die Expansion einzelner an uns angeschlossener Partnerbanken ins europäische Ausland. Wir sehen gute Chancen, unseren eingeschlagenen Wachstumskurs weiter fortzusetzen und unsere Position als der dritte Handelsplatz in Deutschland zu festigen.
Im Bereich EDV-Dienstleistungen wird die Deckung der Fixkosten der Tochtergesellschaft Lang & Schwarz Broker GmbH angestrebt.
Durch das Jahressteuergesetz 2020 wurde durch den Gesetzgeber eine neue Regelung im § 20 Abs. 6 EStG durch die Aufnahme der Sätze 5 und 6 aufgenommen. Mit der Regelung werden die Verlustabzugsmöglichkeiten aus Termingeschäften ab dem Kalenderjahr 2021 eingeschränkt. Ein finales BMF-Schreiben, in dem insbesondere die Frage nach der Einordnung von Optionsscheinen als Termingeschäfte oder nicht erwartet wird, ist bislang nicht ergangen. Inwieweit die gesetzliche Neuerung Auswirkung auf die Nachfrage von Kunden der Lang & Schwarz Aktiengesellschaft hat, kann derzeit nicht abgeschätzt werden. Die Entwicklung wird aufmerksam durch uns beobachtet.
Im Zusammenhang mit der Thematik des § 8b Abs. 7 KStG wurde neben den seit Ende des Jahres 2018 ergriffenen Maßnahmen, für die durch die Finanzverwaltung im Geschäftsjahr 2020 eine positive verbindliche Auskunft erteilt wurde, ein Billigkeitsantrag nach § 163 AO für die Veranlagungsjahre 2017 und 2018 an die Finanzverwaltung gestellt, um eine Rückerstattung der für diese beiden Veranlagungsjahre bereits bezahlten Steuern und damit eine sachgerechte Besteuerung zu erreichen. Nach positiven Signalen der Finanzverwaltung zum Billigkeitsantrag Ende 2020 wurde durch die Finanzverwaltung Anfang April 2021 dem Billigkeitsantrag vollumfänglich stattgegeben. Entsprechende Steuerbescheide wurden im Anschluss erlassen. Der Lang & Schwarz Aktiengesellschaft werden damit im zweiten Quartal 2021 ca. EUR 4,5 Mio. Gewerbesteuer sowie ca. EUR 4,5 Mio. Körperschaftsteuer (einschließlich Solidaritätszuschlag) erstattet. Unter Berücksichtigung der beabsichtigten Zahlung von variablen Vergütungen erwartet die Gesellschaft, dass es aus den Steuererstattungen von insgesamt ca. EUR 9,0 Mio. zu einer Vermögensmehrung von ca. EUR 6,0 Mio. kommen wird.
Durch die Erhöhung des Fonds für allgemeine Bankrisiken nach § 340g HGB stärken wir die Eigenmittel für ein weiteres Wachstum des Konzerns. Dies ist auch gerade in der jüngsten Zeit angesichts der Turbulenzen an den Märkten, die anhalten oder sich sogar noch vergrößern können, und der damit einhergehenden gestiegenen Anforderungen u.a. an Sicherheitsleistungen (Margin) an den wichtigen Börsen eine notwendige Maßnahme für die Zukunft der Gesellschaft.
Die ersten Monate des neuen Jahres zeigen einen deutlich positiven Geschäftsverlauf im Konzern der Lang & Schwarz Aktiengesellschaft. Diese Entwicklung bezieht sich sowohl auf eine hohe Nachfrage nach den Produkten der Lang & Schwarz Aktiengesellschaft im Bereich Strukturierte Produkte wie auch nach den Dienstleistungen bezogen auf den Bereich TradeCenter. Auch bei einem sich im Verhältnis zu den ersten Monaten normalisierenden Börsenumfeld im weiteren Verlauf des Jahres erwarten wir in 2021 ein hohes Niveau der Nachfrage nach unseren Produkten und Dienstleistungen. Dabei ist gegenüber den Vorjahren mit einem erhöhten Verwaltungsaufwand zu rechnen, was auch auf Personalrekrutierungen zurückzuführen ist. Hieraus erwarten wir, bezogen auf das Ergebnis aus der Handelstätigkeit wie auch hinsichtlich des Ergebnisses der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit insgesamt an die guten Ergebnisse der Vorjahre anknüpfen zu können.
Düsseldorf, den 12. April 2021
Der Vorstand
André Bütow
Torsten Klanten
Konzernbilanz zum 31. Dezember 2020
Aktiva
scrollen
| 31.12.2020 | 31.12.2019 | ||
|---|---|---|---|
| EUR | EUR | EUR | |
| --- | --- | --- | --- |
| A. Anlagevermögen | |||
| I. Immaterielle Vermögensgegenstände | |||
| 1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten | 411.200,00 | 733.099,00 | |
| 2. geleistete Anzahlungen | 0,00 | 49.125,00 | |
| 411.200,00 | 782.224,00 | ||
| II. Sachanlagen | |||
| 1. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 690.183,48 | 743.328,98 | |
| 2. geleistete Anzahlungen | 86.002,27 | 0,00 | |
| 776.185,75 | 743.328,98 | ||
| III. Finanzanlagen | |||
| Beteiligungen | 1.070.630,98 | 1.205.501,34 | |
| 2.258.016,73 | 2.731.054,32 | ||
| B. Umlaufvermögen | |||
| I. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände | |||
| 1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 149.316,42 | 92.669,81 | |
| 2. sonstige Vermögensgegenstände | 741.735,63 | 1.090.677,09 | |
| 891.052,05 | 1.183.346,90 | ||
| II. Wertpapiere | |||
| sonstige Wertpapiere | 678.147.276,85 | 317.246.221,12 | |
| III. Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten | 129.957.478,00 | 184.147.784,42 | |
| C. Rechnungsabgrenzungsposten | 261.217,88 | 245.917,56 | |
| D. Aktive latente Steuern | 14.293,36 | 0,00 | |
| 811.529.334,87 | 505.554.324,32 |
Passiva
scrollen
| 31.12.2020 | 31.12.2019 | ||
|---|---|---|---|
| EUR | EUR | EUR | |
| --- | --- | --- | --- |
| A. Eigenkapital | |||
| I. Gezeichnetes Kapital | 9.438.000,00 | 9.438.000,00 | |
| ausgegebenes Kapital | 9.438.000,00 | 9.438.000,00 | |
| II. Kapitalrücklage | 10.138.433,23 | 10.138.433,23 | |
| III. Gewinnrücklagen | |||
| andere Gewinnrücklagen | 6.177.000,52 | 6.177.000,52 | |
| IV. Konzernbilanzgewinn | 12.228.235,64 | 1.701.220,78 | |
| 37.981.669,39 | 27.454.654,53 | ||
| B. Fonds für allgemeine Bankrisiken | 27.027.490,00 | 0,00 | |
| darunter: Fonds für allgemeine Bankrisiken nach § 340e Abs. 4 HGB EUR 6.379.490,00 (Vorjahr: EUR 0,00) | |||
| C. Rückstellungen | |||
| 1. Steuerrückstellungen | 2.007.700,00 | 16.762.897,00 | |
| 2. sonstige Rückstellungen | 11.127.686,66 | 2.527.800,28 | |
| 13.135.386,66 | 19.290.697,28 | ||
| D Verbindlichkeiten | |||
| 1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 97.228.039,07 | 131.357.499,17 | |
| 2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 5.085.958,62 | 1.502.364,39 | |
| 3. sonstige Verbindlichkeiten | 631.068.291,11 | 325.637.914,38 | |
| davon aus Steuern: EUR 1.235.808,58 (Vorjahr: EUR 259.949,04) | |||
| davon im Rahmen der sozialen Sicherheit: EUR 5.764,44 (Vorjahr: EUR 6.758,62) | |||
| 733.382.288,80 | 458.497.777,94 | ||
| D. Rechnungsabgrenzungsposten | 2.500,02 | 116.541,63 | |
| E. Passive Latente Steuern | 0,00 | 194.652,94 | |
| 811.529.334,87 | 505.554.324,32 |
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar 2020 bis 31. Dezember 2020
scrollen
| 1.1. - 31.12.2020 | 1.1. - 31.12.2019 | ||
|---|---|---|---|
| EUR | EUR | EUR | |
| --- | --- | --- | --- |
| 1. Umsatzerlöse | 691.852.509,37 | 244.849.393,42 | |
| 2. sonstige betriebliche Erträge | 1.558.933,09 | 416.879,07 | |
| 3. Materialaufwand | -612.499.368,87 | -226.546.630,96 | |
| 80.912.073,59 | 18.719.641,53 | ||
| 4. Personalaufwand | |||
| a) Löhne und Gehälter | -16.537.161,45 | -5.653.064,73 | |
| b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung, davon für Altersversorgung: EUR 126.947,59 (Vorjahr: EUR 96.294,49) | -882.249,09 | -721.926,09 | |
| -17.419.410,54 | -6.374.990,82 | ||
| 5. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen | -631.772,87 | -722.913,72 | |
| 6. sonstige betriebliche Aufwendungen | -7.452.862,99 | -5.834.689,84 | |
| 7. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge | 6.963,87 | 18.557,16 | |
| abzügl. negative Zinsen | -234.432,95 | -25.239,24 | |
| -227.469,08 | -6.682,08 | ||
| 8. Zinsen und ähnliche Aufwendungen | -129.465,51 | -72.073,51 | |
| 9. Zuführung zum Fonds für allgemeine Bankenrisiken | -27.027.490,00 | 0,00 | |
| darunter: Zuführung nach § 340e Abs. 4 HGB EUR 6.379.490,00 (Vorjahr: EUR 0,00) | |||
| 10. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | -17.300.259,45 | -4.772.781,94 | |
| darunter: Ertrag aus der Veränderung bilanzierter latenter Steuern EUR 208.946,30 (Vorjahr: Aufwand EUR -194.652,94) | |||
| 11. Ergebnis nach Steuern | 10.723.343,15 | 935.509,62 | |
| 12. sonstige Steuern | -196.328,29 | -225.998,08 | |
| 13. Konzernjahresüberschuss | 10.527.014,86 | 709.511,54 | |
| 14. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr | 1.701.220,78 | 991.709,24 | |
| 15. Konzernbilanzgewinn | 12.228.235,64 | 1.701.220,78 |
Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2020
1. Grundlagen der Rechnungslegung
Der Konzernabschluss der Lang & Schwarz Aktiengesellschaft zum 31. Dezember 2020 wurde wie im Vorjahr nach den allgemeinen Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) für große Kapitalgesellschaften und des Aktiengesetzes (AktG) aufgestellt. Er besteht aus der Konzernbilanz, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung (Gesamtkostenverfahren) sowie dem Konzernanhang, der Konzernkapitalflussrechnung und dem Konzerneigenkapitalspiegel. Zudem wurde nach § 315 HGB ein Konzernlagebericht aufgestellt.
Die Firma der Gesellschaft lautet auf Lang & Schwarz Aktiengesellschaft. Sie hat ihren Sitz in Düsseldorf und ist im Handelsregister des Amtsgerichts Düsseldorf unter der Nr. HR B 36259 eingetragen.
2. Konsolidierungs-, Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze
Der Konzernabschluss wird grundsätzlich einheitlich nach den für die Lang & Schwarz Aktiengesellschaft geltenden Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen aufgestellt. Darstellung und Gliederung der Konzernbilanz und der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung entsprechen den allgemeinen Anforderungen des HGB für große Kapitalgesellschaften.
Im Gegensatz zum Vorjahr wird für die von der Tochtergesellschaft Lang & Schwarz TradeCenter AG & Co. KG übernommenen Vermögenswerte und Schulden vom Beibehaltungswahlrecht nach § 300 Abs. 2 Satz 3 bzw. § 308 Abs. 2 Satz 2 HGB Gebrauch gemacht. Die Abweichungen von den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden betreffen im Einzelnen den Sonderposten "Fonds für allgemeine Bankrisiken" nach § 340g HGB in Höhe von TEUR 27.027, der nunmehr als eigener Ausweis anstelle des Ausweises als Eigenkapital beibehalten wird. Aufgrund der Beibehaltung werden in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung Aufwendungen aus der Zuführung zum Fonds für allgemeine Bankrisiken in Höhe von TEUR 27.027 ausgewiesen; diese betreffen mit TEUR 24.643 Zuführungen aus dem Geschäftsjahr 2020 sowie mit TEUR 2.384 Zuführungen aus Vorjahren. Zudem werden die Wertansätze aus der Bewertung der aktiven und passiven Wertpapierbestände beibehalten und somit nicht mehr in die Bewertungseinheiten nach § 254 HGB einbezogen; hieraus ergeben sich keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. Die Änderungen wurden vorgenommen, um eine bessere Vergleichbarkeit des Konzernabschlusses mit den Einzelabschlüssen der Konzerngesellschaften zu erzielen. Ansonsten wurden die im Vorjahr angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden für den Konzernabschluss beibehalten.
Die Abschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen wurden zum gleichen Stichtag (31. Dezember 2020) aufgestellt. Die Vorschriften für die Kapital-, Schulden- sowie Aufwands- und Ertragskonsolidierung sowie die Behandlung von Zwischenergebnissen wurden angewendet.
Alle bilanzierungspflichtigen Vermögenswerte, Verpflichtungen, Risiken und Abgrenzungen sowie sämtliche Aufwendungen und Erträge sind berücksichtigt. Die Vermögens- und Schuldposten sind unter Beachtung der Grundsätze ordnungsgemäßer Bilanzierung und Bewertung sowie der gesetzlichen Vorschriften bilanziert und bewertet.
Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen werden zu Anschaffungskosten abzüglich planmäßiger, nutzungsbedingter Abschreibungen bilanziert. Liegt eine dauerhafte Wertminderung vor, erfolgt eine außerplanmäßige Abschreibung. Planmäßige Abschreibungen erfolgen linear. Die Nutzungsdauer beträgt zwischen einem bis 13 Jahre. Zugänge geringwertiger Wirtschaftsgüter werden - soweit zulässig - im Jahr des Zugangs voll abgeschrieben und als Abgang behandelt.
Angaben zu Beteiligungen unterbleiben nach § 313 Abs. 3 Satz 4 HGB, soweit diese von untergeordneter Bedeutung sind.
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände (mit Ausnahme von Finanzinstrumenten, die in Bewertungseinheiten einbezogen werden, bzw. deren Wertansatz nach § 308 Abs. 2 Satz 2 HGB beibehalten wurde) sind mit dem Nennwert unter Berücksichtigung ggf. notwendiger Wertberichtigungen angesetzt.
Wertpapiere werden auf ihre Zuordnung zu Bewertungseinheiten hin überprüft. Soweit sie in Bewertungseinheiten einbezogen werden, erfolgt deren Bewertung nach den Vorschriften des § 254 HGB.
Die von der Tochtergesellschaft Lang & Schwarz TradeCenter AG & Co. KG übernommenen Wertpapiere werden nicht in Bewertungseinheiten einbezogen; deren Wertansatz (beizulegender Zeitwert abzüglich eines Risikoabschlags nach § 340e Abs. 3 HGB) wird in Anwendung von § 308 Abs. 2 Satz 2 HGB beibehalten. Sonstige nicht in Bewertungseinheiten einbezogene Wertpapiere werden zu Anschaffungskosten oder ihrem niedrigeren Börsen- oder Marktwert angesetzt. Passive Wertpapierbestände (Lieferverbindlichkeiten) werden unter den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (fremde Wertpapiere) bzw. den sonstigen Verbindlichkeiten (eigene Produkte) ausgewiesen.
Kassenbestand, Bundesbankguthaben und Guthaben bei Kreditinstituten werden mit dem Nennwert bewertet.
Rückstellungen für Steuern und andere Rückstellungen sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung erforderlichen Erfüllungsbetrags gebildet. Langfristige Rückstellungen werden mit dem vorgeschriebenen Zinssatz nach § 253 Abs. 2 HGB auf den Bilanzstichtag abgezinst.
Verbindlichkeiten werden zu ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt, soweit diese nicht in Bewertungseinheiten einbezogen werden bzw. soweit deren Wert nicht nach § 308 Abs. 2 Satz 2 HGB beibehalten wird.
Latente Steuern werden soweit erforderlich berechnet und passive latente Steuern mit aktiven latenten Steuern verrechnet. Von dem Wahlrecht nach § 274 Abs. 1 Satz 2. i.V.m. § 298 HGB wird kein Gebrauch gemacht. Der Berechnung latenter Steuern liegen die Körperschaftsteuer in Höhe von 15% sowie hierauf der Solidaritätszuschlag von 5,5% zugrunde. Darüber hinaus sind für die Gewerbesteuer ein Hebesatz von 440% und die Gewerbesteuermesszahl in Höhe von 3,5% zu berücksichtigen. Rechnerisch ergibt sich so insgesamt ein Steuersatz in Höhe von 31,23%. Aktive latente Steuern aus der Konsolidierung nach § 306 HGB bestehen in Höhe von TEUR 14 und resultieren aus unterschiedlichen Bewertungsansätzen bei den Wertpapierbeständen in den Einzelabschlüssen und im Konzernabschluss.
Als Rechnungsabgrenzungsposten sind Ausgaben bzw. Einnahmen vor dem Bilanzstichtag ausgewiesen, sofern sie Aufwand bzw. Ertrag für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen.
Die Fremdwährungsumrechnung erfolgt unter Anwendung der Vorschrift des § 256a HGB.
Die operative Tätigkeit der Lang & Schwarz Aktiengesellschaft umfasst insbesondere die Begebung von Optionsscheinen und Zertifikaten sowie den Handel mit diesen auf eigene Rechnung. Dabei werden Risiken, die sich aus den verkauften eigenen Optionsscheinen und Zertifikaten ergeben, durch gegenläufige Produkte abgesichert. Aus dem Handel mit diesen Finanzinstrumenten und den Sicherungsgeschäften erzielt die Gesellschaft einen Handelserfolg, der sich aus der Differenz von An- und Verkaufskurs ermittelt. Aufgrund der Wertpapierhandelstätigkeit der Tochtergesellschaften Lang & Schwarz TradeCenter AG & Co. KG und Lang & Schwarz Broker GmbH (bis zum 30. Juni 2020) trifft entsprechendes auch für diese Gesellschaften zu. Zur sachgerechten Darstellung der Erträge und Aufwendungen aus der Handelstätigkeit des Konzerns sowie zur Vergleichbarkeit mit dem Vorjahr werden positive Differenzen aus dem An- und Verkauf unter den Umsatzerlösen bzw. negative Differenzen aus dem An- und Verkauf unter dem Materialaufwand ausgewiesen.
3. Konsolidierungskreis
Die Lang & Schwarz Aktiengesellschaft ist wie im Vorjahr nach § 290 Abs. 1 HGB Mutterunternehmen der Lang & Schwarz TradeCenter AG & Co. KG, mit Sitz in Düsseldorf sowie der Lang & Schwarz Broker GmbH, mit Sitz in Düsseldorf.
Sämtliche Tochtergesellschaften werden nach den Vorschriften der Vollkonsolidierung in den Konzernabschluss einbezogen.
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| Name und Sitz der Gesellschaft | Stammkapital zum 31.12.2020 | Anteil der Lang & Schwarz Aktiengesellschaft zum 31.12.2020 | |
|---|---|---|---|
| in nom. TEUR | in % | in nom. TEUR | |
| --- | --- | --- | --- |
| Lang & Schwarz Broker GmbH, Düsseldorf | 750 | 100,0 | 750 |
| Lang & Schwarz TradeCenter AG & Co. KG, Düsseldorf | 9.250 | 100,0 | 9.250 |
Die Beteiligung an der Lang & Schwarz TradeCenter AG & Co. KG wird zu 99,99% direkt durch die Lang & Schwarz Aktiengesellschaft gehalten. Weitere 0,01% werden treuhänderisch für die Lang & Schwarz Aktiengesellschaft durch die Lang & Schwarz Broker GmbH gehalten. Die Lang & Schwarz Aktiengesellschaft ist Komplementärin der Lang & Schwarz TradeCenter AG & Co. KG.
4. Erläuterungen zur Konzernbilanz
4.1 Anlagevermögen
Die Entwicklung des Anlagevermögens ist im Konzernanlagenspiegel (Anlage zum Konzernanhang) dargestellt.
Der Bilanzausweis andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung in den Sachanlagen enthält TEUR 139 Bauten auf fremden Grundstücken.
4.2 Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
Die Restlaufzeiten der Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände in Gesamthöhe von TEUR 891 (Vorjahr: TEUR 1.183) gliedern sich nach den Laufzeitenbändern wie folgt:
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| Bilanzposten | 31.12.2020 bis 1 Jahr | 31.12.2020 >1 Jahr | Vorjahr bis 1 Jahr | Vorjahr > 1 Jahr |
|---|---|---|---|---|
| TEUR | TEUR | TEUR | TEUR | |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| - Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 149 | 0 | 93 | 0 |
| - Sonstige Vermögensgegenstände | 729 | 13 | 1.077 | 13 |
| 878 | 13 | 1.170 | 13 |
4.3 Gezeichnetes Kapital
Das gezeichnete Kapital der Gesellschaft beträgt im Berichtsjahr laut Satzung unverändert TEUR 9.438 (rechnerischer Wert) und ist eingeteilt in 3.146.000 Stückaktien. Die Stammaktien lauten auf den Namen.
4.4 Eigene Anteile
Zum 31. Dezember 2020 werden keine eigenen Aktien im Bestand geführt. Im Geschäftsjahr 2020 wurden keine eigenen Anteile, auch nicht zu Handelszwecken gekauft oder verkauft.
4.5 Kapitalrücklage
Die Kapitalrücklage beträgt unverändert TEUR 10.138.
4.6 Gewinnrücklagen
Die anderen Gewinnrücklagen betragen unverändert TEUR 6.177.
4.7 Genehmigtes und bedingtes Kapital
Mit Beschluss der ordentlichen Hauptversammlung vom 13. November 2020 wurde der Vorstand ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 12. November 2025 durch Ausgabe von bis zu 1.573.000 Stück neuer auf den Namen lautender Stückaktien gegen Sach- und/oder Bareinlage einmalig oder mehrmals, insgesamt jedoch um höchstens EUR 4.719.000,00, zu erhöhen (genehmigtes Kapital).
Das Grundkapital der Gesellschaft ist zudem um bis zu EUR 1.800.000,00, eingeteilt in bis zu 600.000 Namensaktien als Stückaktien, bedingt erhöht. Die bedingte Kapitalerhöhung dient der Gewährung von Umtauschrechten der Inhaber von Optionsanleihen (bei Ausgabe an Anleiheinhaberrechte geknüpfte Bezugsrechte) und/oder Optionsaktien (bei Ausgabe an Inhaberrechte von jungen Aktien geknüpfter Bezugsrechte), zu deren Ausgabe der Vorstand durch Beschluss der Hauptversammlung vom 15. Oktober 1998 in Verbindung mit der Änderung dieses Beschlusses durch die Hauptversammlung vom 25. Juli 2000 sowie durch Beschluss der Hauptversammlung vom 25. Juli 2000 ermächtigt wurde. Sie ist nur insoweit durchgeführt, als von diesem Bezugsrecht Gebrauch gemacht wird.
4.8 Rückstellungen
Sonstige Rückstellungen beinhalten im Wesentlichen Rückstellungen im Personalbereich.
4.9 Verbindlichkeiten
Die Restlaufzeiten der Verbindlichkeiten in Gesamthöhe von TEUR 733.382 (Vorjahr: TEUR 458.498) gliedern sich nach den Laufzeitenbändern wie folgt:
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| 31.12.2020 | |||
|---|---|---|---|
| Bilanzposten | bis 1 Jahr | > 1 bis < 5 Jahre | >5 Jahre |
| --- | --- | --- | --- |
| TEUR | TEUR | TEUR | |
| --- | --- | --- | --- |
| - Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 97.228 | 0 | 0 |
| - Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 5.086 | 0 | 0 |
| - Sonstige Verbindlichkeiten | 11.225 | 20.920 | 598.923 |
| 113.539 | 20.920 | 598.923 |
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| Vorjahr | |||
|---|---|---|---|
| Bilanzposten | bis 1 Jahr | > 1 bis < 5 Jahre | >5 Jahre |
| --- | --- | --- | --- |
| TEUR | TEUR | TEUR | |
| --- | --- | --- | --- |
| - Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 131.358 | 0 | 0 |
| - Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 1.502 | 0 | 0 |
| - Sonstige Verbindlichkeiten | 3.338 | 0 | 322.300 |
| 136.198 | 0 | 322.300 |
Für Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von TEUR 50.087 auf laufenden Bankkonten, die bei der HSBC Trinkaus & Burkhardt AG geführt werden, sind bei der Hausbank HSBC Trinkaus & Burkhardt AG unterhaltene Guthaben auf laufenden Konten und Wertpapierbestände im Rahmen einer Sicherheitenvereinbarung verpfändet.
5. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung
5.1 Umsatzerlöse
Der Konzern der Lang & Schwarz Aktiengesellschaft tätigt in allen Geschäftsbereichen Wertpapierhandelsgeschäfte und bietet hieran angrenzende Dienstleistungen an. Vor diesem Hintergrund liegen keine Märkte, die sich nach ihren Tätigkeiten oder geographisch wesentlich voneinander unterscheiden, vor.
5.2 Sonstige betriebliche Erträge
Die sonstigen betrieblichen Erträge beinhalten periodenfremde Erträge in Höhe von TEUR 911 insbesondere im Zusammenhang mit erstatteten aufsichtlichen Umlagen, im Personalbereich sowie aus der Auflösung von Rückstellungen.
5.3 Materialaufwand
Der Materialaufwand enthält neben den negativen Differenzen aus der Handelstätigkeit die sich auf den Bilanzstichtag ergebenden Ergebnisse aus der Portfoliobewertung sowie Bank-, Börsen-, und Systemgebühren, die im Zusammenhang mit Wertpapiertransaktionen angefallen sind.
5.4 Sonstige betriebliche Aufwendungen
Unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen werden keine periodenfremden Aufwendungen ausgewiesen.
5.5 Angaben zur Kapitalflussrechnung
In den Finanzmittelfonds werden Zahlungsmittel in Form der Liquidität ersten Grads einbezogen. Hierzu zählen der Kassenbestand und Guthaben bei der Deutschen Bundesbank in Höhe von TEUR 36.516 sowie jederzeit fällige Guthaben bei Kreditinstituten in Höhe von TEUR 93.341. Von diesen werden jederzeit fällige Bankverbindlichkeiten in Höhe von TEUR 50.087 abgezogen.
Im Finanzmittelfonds sind Forderungen enthalten, die einer Verfügungsbeschränkung unterliegen können. Wir verweisen in diesem Zusammenhang auf unsere Ausführungen unter 4.9 Verbindlichkeiten.
Aufgrund der Beibehaltung des Ausweises des Sonderposten "Fonds für allgemeine Bankrisiken" nach § 340g HGB werden in der Kapitalflussrechnung Aufwendungen in Höhe von TEUR 27.027 unter den sonstigen zahlungsunwirksamen Aufwendungen ausgewiesen.
Bedeutende zahlungsunwirksame Investitions- und Finanzierungsvorgänge lagen im Geschäftsjahr 2020 nicht vor.
Die geschäftlichen Tätigkeiten im gesamten Konzern der Lang & Schwarz Aktiengesellschaft weisen auch bezogen auf die Geschäfte der Muttergesellschaft eine Nähe zu Geschäften von Kreditinstituten und Finanzdienstleistungsinstituten auf. Aus diesem Grund wurden für die Darstellung die Besonderheiten der Kapitalflussrechnung von Kredit- und Finanzdienstleistungen nach dem Deutschen Rechnungslegungsstandard Nr. 21 mit geringen Anpassungen zugrunde gelegt.
6. Sonstige Angaben
6.1 Außerbilanzielle Geschäfte und sonstige finanzielle Verpflichtungen
Aus laufenden Verträgen, insbesondere aus Miet- und Leasingverträgen, bestehen Zahlungsverpflichtungen in Höhe von TEUR 3.465.
Hinsichtlich der Mitgliedschaft in der Entschädigungseinrichtung der Wertpapierhandelsunternehmen (EdW) verweisen wir auf die Ausführungen im Abschnitt Risikobericht des Lageberichts.
Weitere Angaben zu nicht in der Bilanz enthaltenen Geschäften, die zur Beurteilung der Finanzlage notwendig sind, betreffen Angaben nachstehend unter Gliederungspunkt 6.2 Angaben zu Bewertungseinheiten nach § 254 HGB, soweit sich diese auf Futurebestände beziehen, welche zur Absicherung im Portfolio gehalten werden.
6.2 Angaben zu Bewertungseinheiten nach § 254 HGB
Die Lang & Schwarz Aktiengesellschaft weist Verpflichtungen aus selbst begebenen Produkten und sonstigen Geschäften aus, die als Grundgeschäfte in Bewertungseinheiten nach § 254 HGB einbezogen werden. Der Ausweis erfolgt in Höhe von TEUR 629.810 unter den sonstigen Verbindlichkeiten. Bei den abgesicherten Risiken handelt es sich um Preisänderungsrisiken aufgrund von Marktpreisschwankungen (Börsenpreis).
Bewertungseinheiten werden in Form von Portfolio-Hedges abgebildet. Hierbei werden Portfolien für Kursschwankungsrisiken von Indizes (z.B. DAX), einzelnen Aktienwerten und Themenzertifikaten, Rohwaren (z.B. Gold, Silber und Rohöl), des Bund-Future sowie von Wechselkursrelationen (z.B. USD/EUR) gebildet.
Die Höhe der mit den Bewertungseinheiten abgesicherten Risiken beträgt zum 31. Dezember 2020 insgesamt TEUR 93.463.
Durch den Verkauf von eigenen Produkten auf alle genannten Risikoarten geht die Lang & Schwarz Aktiengesellschaft offene Positionen bezogen auf die jeweils zugrundeliegenden Finanzinstrumente (Underlying) ein. Diese Risiken werden durch geeignete Sicherungsinstrumente abgesichert. Die Sicherung erfolgt durch entsprechende Gegengeschäfte und/oder im Rahmen eines dynamischen Deltahedgings direkt durch gegenläufige Positionen im Underlying. Hierdurch ist, jeweils bezogen auf die einzelnen Risiken, sichergestellt, dass sich Wertänderungen weitestgehend ausgleichen. Als Sicherungsinstrumente werden insbesondere Aktien, Anleihen, Fonds, ETPs (ETFs, ETCs und ETNs) sowie derivative Finanzinstrumente wie Futures und Optionen verwendet.
Der Sicherungszusammenhang zwischen Grundgeschäft und Sicherungsinstrument besteht für den Zeitraum, in welchem das Grundgeschäft durch die Gesellschaft gehalten wird. Wird die Position aus den selbst begebenen Produkten geschlossen, erfolgt auch eine Schließung der Sicherungspositionen.
Im Rahmen des Risikomanagementsystems der Lang & Schwarz Aktiengesellschaft werden die Risiken aus den Positionen der Grundgeschäfte und der Sicherungsinstrumente überwacht. Hierzu wurde auch im Hinblick auf die Bewertungseinheiten ein Limitsystem installiert, das täglich überwacht, welche Risiken untergliedert nach Aktienkurs-, Rohwaren-, Zins- und Wechselkursrisiken die Gesellschaft eingeht, und die Auslastung von vorgegebenen Limiten berechnet sowie an den Vorstand berichtet. Zudem erfolgt täglich eine Messung der Effektivität der Sicherungsbeziehung in Form einer quantitativen Sensitivitätsanalyse nach der Market-Shift-Method. Des Weiteren wird auch auf die Ausführungen zum Risikomanagement der Lang & Schwarz Aktiengesellschaft im Lagebericht verwiesen.
Ergebnisse aus den Bewertungseinheiten werden nach der Durchbuchungsmethode erfasst, dabei werden für die ausgewiesenen Finanzinstrumente, soweit möglich, Marktwerte aktiver Märkte herangezogen. Sollte dies nicht möglich sein, etwa bei Optionsbeständen, erfolgt eine Bewertung mit Hilfe des finanzmathematischen Modells Black-Scholes oder im Fall von american-style-Optionen mit Hilfe des Modells von Cox-Ross-Rubinstein. Den Berechnungen der finanzmathematischen Modelle liegen insbesondere Zinssätze, Indizes und andere Underlyingkurse zugrunde. Die für die Berechnungen notwendigen Volatilitäten werden soweit möglich aus am Markt gehandelten Produkten abgeleitet.
Gegebenenfalls wird auf alternative Daten oder Berechnungen zurückgegriffen.
Der ineffektive Teil der Bewertungseinheiten in Höhe von TEUR 72 wurde erfolgswirksam im Konzernabschluss als Materialaufwand berücksichtigt.
6.3 Namen und Bezüge der Organmitglieder
Vorstandsmitglieder der Lang & Schwarz Aktiengesellschaft im Geschäftsjahr 2020 waren:
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| ― | Herr André Bütow, Dipl.-Kaufmann, Neuss, Marktvorstand, ab dem 1. November 2019 Vorsitzender des Vorstands, |
| ― | Herr Torsten Klanten, Diplom Betriebswirt (FH), Mönchengladbach, Marktfolgevorstand. |
Die Vorstände sind als Marktvorstand bzw. Marktfolgevorstand tätig.
Herr Bütow ist Mitglied des Aufsichtsrats der vwd Transaction Solutions AG, Frankfurt a. M.
Der Aufsichtsrat der Lang & Schwarz Aktiengesellschaft setzte sich im Geschäftsjahr 2020 wie folgt zusammen:
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| ― | Herr Jan Liepe, Frankfurt am Main, Rechtsanwalt, seit 13. November 2020, Vorsitzender des Aufsichtsrats seit 26. November 2020, |
| ― | Herr Dipl.-Volkswirt Andreas Willius, Frankfurt am Main, selbständiger Berater, stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats, Vorsitzender des Aufsichtsrats vom 1. Oktober bis 26. November 2020, |
| ― | Herr Thomas Schult, Hamburg, Bankkaufmann bei der M.M.Warburg & CO KGaA, |
| ― | Herr Michael Schwartzkopff, Köln, Rechtsanwalt, Vorsitzender des Aufsichtsrats bis 30. September 2020, vom 1. Oktober bis 26. November 2020 stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats. |
Herr Michael Schwartzkopff ist mit Ablauf des 14. März 2021 aus dem Aufsichtsrat ausgeschieden.
Auf die Angabe der Gesamtbezüge des Vorstands der Lang & Schwarz Aktiengesellschaft wurde in Anwendung von § 314 Abs. 3 HGB i.V.m. § 286 Abs. 4 HGB verzichtet.
Die Gesamtbezüge des Aufsichtsrats der Lang & Schwarz Aktiengesellschaft bemessen sich nach dem Beschluss der Hauptversammlung vom 31. August 2016. Insgesamt beliefen sich die Gesamtbezüge für das Geschäftsjahr 2020 auf TEUR 180.
6.4 Honorar des Abschlussprüfers
Das berechnete Gesamthonorar des Abschlussprüfers des Geschäftsjahres 2020 beträgt TEUR 225. Der Betrag entfällt in Höhe von TEUR 164 auf Abschlussprüfungsleistungen, in Höhe von TEUR 38 auf sonstige Bestätigungsleistungen sowie in Höhe von TEUR 23 auf sonstige Leistungen. Für die Abschlussprüfung des Geschäftsjahres 2019 wurden im Geschäftsjahr 2020 TEUR 6 aufgewendet.
6.5 Mitteilungen über das Bestehen von Beteiligungen an der Lang & Schwarz Aktiengesellschaft
Am Aktienkapital der Lang & Schwarz Aktiengesellschaft werden zum 31. Dezember 2020 - soweit bekannt - keine Beteiligungen von mehr als dem vierten Teil der Aktien an der Lang & Schwarz Aktiengesellschaft gehalten.
6.6 Mitarbeiter
In 2020 waren im Konzern der Lang & Schwarz Aktiengesellschaft nach Quartalsendständen gerechnet durchschnittlich 59 Personen (ohne zwei Vorstände) beschäftigt. Diese teilen sich nach Gruppen wie folgt auf:
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| 31.12.2020 | ||
|---|---|---|
| Männlich | weiblich | |
| --- | --- | --- |
| Mitarbeiter | ||
| - Vollzeitkräfte | 42 | 10 |
| - Teilzeit | 7 | 0 |
| 49 | 10 |
Zum Bilanzstichtag waren 65 Mitarbeiter (ohne zwei Vorstände) beschäftigt.
6.7 Offenlegung
Nach § 325 Abs. 3 HGB werden der Konzernabschluss zum 31. Dezember 2020 nebst Konzernlagebericht 2020 sowie weiteren Unterlagen für das Geschäftsjahr 2020 dem Bundesanzeiger zur Veröffentlichung eingereicht.
Der Offenlegungsbericht nach § 26a KWG i.V.m. Art. 431 ff. Verordnung (EU) 575/2013 (CRR) wird durch die Lang & Schwarz TradeCenter AG & Co. KG als übergeordnetes Institut für die Lang & Schwarz Gruppe erstellt. Die Lang & Schwarz Aktiengesellschaft veröffentlicht diesen Bericht mit allen Pflichtangaben auf ihrer Homepage unter dem Bereich Investor Relations/Finanzberichte/Offenlegungsberichte.
7. Nachtragsbericht
Nach positiven Signalen der Finanzverwaltung zum Billigkeitsantrag Ende 2020 wurde durch die Finanzverwaltung Anfang April 2021 dem Billigkeitsantrag vollumfänglich stattgegeben. Entsprechende Steuerbescheide wurden im Anschluss erlassen. Der Lang & Schwarz Aktiengesellschaft werden damit im zweiten Quartal 2021 durch die Finanzbehörden ca. EUR 4,5 Mio. Gewerbesteuer sowie ca. EUR 4,5 Mio. Körperschaftsteuer (einschließlich Solidaritätszuschlag) erstattet. Unter Berücksichtigung der Zahlung von ausstehenden variablen Vergütungen, auf die Beschäftigte für das Geschäftsjahr 2018 verzichtet hatten, erwartet die Gesellschaft, dass es aus den Steuererstattungen von insgesamt ca. EUR 9,0 Mio. zu einer Vermögensmehrung von ca. EUR 6,0 Mio. kommen wird.
Weitere Ereignisse nach dem Bilanzstichtag, die Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- oder Ertragslage der Lang & Schwarz Aktiengesellschaft haben könnten, haben sich nicht ergeben.
8. Ergebnisverwendungsvorschlag für das Geschäftsjahr 2020
Der Bilanzgewinn des Vorjahres in Höhe von TEUR 1 wurde gemäß Beschluss der Hauptversammlung der Lang & Schwarz Aktiengesellschaft vom 13. November 2020 vollständig auf neue Rechnung vorgetragen.
Der Hauptversammlung der Lang & Schwarz Aktiengesellschaft, die voraussichtlich im August 2021 in Düsseldorf stattfindet, soll aus dem Bilanzgewinn in Höhe von TEUR 13.029 die Zahlung einer Dividende von EUR 4,00 je gewinnberechtigter Aktie, mithin TEUR 12.584, vorgeschlagen werden. Für den übersteigenden Betrag soll der Hauptversammlung der Vortrag auf neue Rechnung vorgeschlagen werden.
Düsseldorf, den 12. April 2021
Der Vorstand
André Bütow
Torsten Klanten
Entwicklung des Konzernanlagevermögens für die Zeit vom 1. Januar 2020 bis 31. Dezember 2020
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| Historische Anschaffungskosten | ||||
|---|---|---|---|---|
| 1.1.2020 | Zugänge | Abgänge | 31.12.2020 | |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| EUR | EUR | EUR | EUR | |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| I. Immaterielle Vermögensgegenstände | ||||
| 1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werte | 3.690.036,34 | 43.774,85 | 795.602,34 | 2.938.208,85 |
| 2. geleistete Anzahlungen | 49.125,00 | 37.270,80 | 86.395,80 | 0,00 |
| 3.739.161,34 | 81.045,65 | 881.998,14 | 2.938.208,85 | |
| II. Sachanlagen | ||||
| 1. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 2.763.498,69 | 348.891,52 | 152.837,24 | 2.959.552,97 |
| 2. geleistete Anzahlung | 0,00 | 86.002,27 | 0,00 | 86.002,27 |
| 2.763.498,69 | 434.893,79 | 152.837,24 | 3.045.555,24 | |
| III. Finanzanlagen | ||||
| Beteiligungen | 1.205.501,34 | 2.863,49 | 137.733,85 | 1.070.630,98 |
| 1.205.501,34 | 2.863,49 | 137.733,85 | 1.070.630,98 | |
| 7.708.161,37 | 518.802,93 | 1.172.569,23 | 7.054.395,07 |
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| Kumulierte Abschreibungen | ||||
|---|---|---|---|---|
| 1.1.2020 | Zugänge | Abgänge | 31.12.2020 | |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| EUR | EUR | EUR | EUR | |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| I. Immaterielle Vermögensgegenstände | ||||
| 1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werte | 2.956.937,34 | 294.857,85 | 724.786,34 | 2.527.008,85 |
| 2. geleistete Anzahlungen | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 |
| 2.956.937,34 | 294.857,85 | 724.786,34 | 2.527.008,85 | |
| II. Sachanlagen | ||||
| 1. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 2.020.169,71 | 336.915,02 | 87.715,24 | 2.269.369,49 |
| 2. geleistete Anzahlung | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 |
| 2.020.169,71 | 336.915,02 | 87.715,24 | 2.269.369,49 | |
| III. Finanzanlagen | ||||
| Beteiligungen | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 |
| 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | |
| 4.977.107,05 | 631.772,87 | 812.501,58 | 4.796.378,34 |
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| Restbuchwerte | ||
|---|---|---|
| 31.12.2020 | Vorjahr | |
| --- | --- | --- |
| EUR | EUR | |
| --- | --- | --- |
| I. Immaterielle Vermögensgegenstände | ||
| 1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werte | 411.200,00 | 733.099,00 |
| 2. geleistete Anzahlungen | 0,00 | 49.125,00 |
| 411.200,00 | 782.224,00 | |
| II. Sachanlagen | ||
| 1. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 690.183,48 | 743.328,98 |
| 2. geleistete Anzahlung | 86.002,27 | 0,00 |
| 776.185,75 | 743.328,98 | |
| III. Finanzanlagen | ||
| Beteiligungen | 1.070.630,98 | 1.205.501,34 |
| 1.070.630,98 | 1.205.501,34 | |
| 2.258.016,73 | 2.731.054,32 |
Offenlegung im Sinne des § 26 a Absatz 1 Satz 2 KWG (Country-by-Country-Reporting) zum Stichtag 31. Dezember 2020
CRR-Institute haben nach § 26a Abs. 1 Satz 2 KWG auf konsolidierter Basis zusätzliche Angaben offenzulegen.
Zu den Angaben, die im Rahmen der Offenlegungsanforderungen darzulegen sind, fallen:
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| ― | die Firmenbezeichnung, die Art der Tätigkeiten und die geografische Lage der Niederlassungen, |
| ― | der Umsatz, |
| ― | die Anzahl der Lohn- und Gehaltsempfänger in Volläquivalenten, |
| ― | der Gewinn oder Verlust vor Steuern, |
| ― | die Steuern auf den Gewinn oder Verlust, |
| ― | erhaltene öffentliche Beihilfe. |
Der Umsatz wird nach den handelsrechtlichen Vorgaben ermittelt und umfasst das Zinsergebnis, die Umsatzerlöse und die Materialaufwendungen sowie die sonstigen betrieblichen Erträge. Hinsichtlich der Ermittlung der Umsatzerlöse und der Materialaufwendungen wird auf die Ausführungen im Konzernanhang unter 2. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze verwiesen.
Die Anzahl Lohn- und Gehaltsempfänger in Volläquivalenten (Anzahl der Beschäftigten) wird auf Basis von Vollzeitäquivalenten entsprechend der handelsrechtlichen Regelung gem. § 267 Abs. 5 HGB angegeben (nach Quartalsendständen berechneter Durchschnittswert).
Der Gewinn oder Verlust vor Steuern wird aus dem Konzernjahresüberschuss zuzüglich Steueraufwendungen bzw. abzüglich Steuererträge aus dem Einkommen oder dem Ertrag ermittelt.
Bei der Angabe zu den Steuern auf den Gewinn oder Verlust ist zu berücksichtigen, dass die Lang & Schwarz Aktiengesellschaft sowie Lang & Schwarz TradeCenter AG & Co. KG ein Steuersubjekt für Zwecke der Körperschaftsteuer und der Gewerbesteuer darstellen. Die Lang & Schwarz Broker GmbH gilt als eigenständiges Steuersubjekt. Die Angaben betreffen daher zum einen die Lang & Schwarz Aktiengesellschaft und zum anderen die Lang & Schwarz Broker GmbH. Der Steueraufwand setzt sich zusammen aus der Körperschaftsteuer in Höhe von 15% auf die körperschaftsteuerliche Bemessungsgrundlage, 5,5% Solidaritätszuschlag auf die Summe der Körperschaftsteuer sowie 3,5% auf die gewerbesteuerliche Bemessungsgrundlage unter Berücksichtigung eines Hebesatzes von 440%. Auf die Ausführungen zu latenten Steuern im Konzernanhang unter 2. Konsolidierungs-, Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze wird verwiesen.
Die in den Konsolidierungskreis einbezogenen Gesellschaften erhielten keine öffentlichen Beihilfen im Geschäftsjahr 2020.
Nachstehend kommt die Lang & Schwarz Aktiengesellschaft als Konzernmuttergesellschaft diesen Offenlegungsanforderungen in tabellarischer Form nach. Dabei ist zu beachten, dass die konsolidierten Konzerngesellschaften ausschließlich in Deutschland ansässig sind und keine Niederlassungen unterhalten werden.
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| Firmenbezeichnung | Lang & Schwarz Aktiengesellschaft | Lang & Schwarz Broker GmbH | Lang & Schwarz TradeCenter AG & Co. KG | HGB Konsolidierungskreis (Konzernmutter Lang & Schwarz Aktiengesellschaft) |
|---|---|---|---|---|
| Art der Tätigkeit | Finanzunternehmen / Finanzholdinggesellschaft | Anbieter von Nebendienstleistungen | Finanzdienstleistungsinstitut | Finanzholdinggruppe |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Sitz | Düsseldorf | Düsseldorf | Düsseldorf | Düsseldorf |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Umsatz in TEUR | 33.983 | 5.255 | 47.558 | 80.555 |
| Anzahl der Beschäftigten | 39 | 16 | 45 | 59 |
| Gewinn / Verlust vor Steuern in TEUR | 30.537 | 1.861 | 11.460 | 27.827 |
| Steuern auf Gewinn / Verlust in TEUR | -17.509 | 0 | 0 | -17.300 |
Kapitalflussrechnung für die Zeit vom 1. Januar 2020 bis 31. Dezember 2020
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| 1.1. - 31.12.2020 | 1.1. - 31.12.2019 | |
|---|---|---|
| TEUR | TEUR | |
| --- | --- | --- |
| Konzernjahresüberschuss | 10.527 | 710 |
| Im Konzernüberschuss enthaltene zahlungsunwirksame Posten und Überleitung auf den Cash Flow aus operativer Tätigkeit | ||
| +/- Abschreibungen, Wertberichtigungen/Zuschreibungen auf Gegenstände des Sachanlagevermögens und auf immaterielle Vermögenswerte | 632 | 723 |
| +/- Zunahme/Abnahme der Rückstellungen (ohne Steuerrückstellungen) | 8.600 | 1.627 |
| +/- Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen/Erträge | 125.495 | 46.365 |
| -/+ Gewinn/Verlust aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens | -460 | 0 |
| +/- Sonstige Anpassungen | -2.884 | -4.200 |
| Zwischensumme | 141.910 | 45.225 |
| Veränderung des Vermögens und der Verbindlichkeiten nach Korrektur um zahlungsunwirksame Bestandteile | ||
| -/+ Zunahme/Abnahme der nicht zum Finanzmittelfonds zuzurechnenden Forderungen an Kreditinstituten | 137 | -155 |
| -/+ Zunahme/Abnahme der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | -60 | -33 |
| -/+ Zunahme/Abnahme Wertpapiere und Optionsprämien | -353.555 | -96.988 |
| -/+ Zunahme/Abnahme anderer Aktiva aus laufender Geschäftstätigkeit | 334 | 341 |
| +/- Zunahme/Abnahme der nicht dem Finanzmittellfonds zuzurechnenden Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 31.991 | 13.173 |
| +/- Zunahme/Abnahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 3.584 | 509 |
| +/- Zunahme/Abnahme anderer Passiva aus laufender Geschäftstätigkeit | 199.415 | 10.916 |
| +/- Zinsaufwendungen/Zinserträge | 357 | 79 |
| +/- Ertragsteueraufwand/-ertrag | 17.300 | 4.773 |
| + Erhaltene Zinszahlungen und Dividendenzahlungen | 2.887 | 4.194 |
| - Gezahlte Zinsen | -357 | -72 |
| -/+ Ertragsteuerzahlungen | -32.264 | -630 |
| Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit | 11.679 | -18.668 |
| + Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des Finanzanlagevermögens | 598 | 0 |
| - Auszahlungen für Investitionen in das Finanzanlagevermögen | -3 | -1 |
| + Einzahlungen aus Abgängen des Sachanlagevermögens | 65 | 1 |
| - Auszahlungen für Investitionen in das Sachanlagevermögen | -435 | -226 |
| + Einzahlungen aus Abgängen des immateriellen Anlagevermögens | 157 | 0 |
| - Auszahlungen für Investitionen in das immaterielle Anlagevermögen | -81 | -281 |
| Cash Flow aus Investitionstätigkeit | 301 | -507 |
| + Einzahlungen aus Eigenkapitalzuführungen von anderen Gesellschaftern | 0 | 0 |
| - Gezahlte Dividenden an Gesellschafter des Mutterunternehmens | 0 | -3.146 |
| Cash Flow aus Finanzierungstätigkeit | 0 | -3.146 |
| Finanzmittelfonds am Anfang der Periode | 67.790 | 90.111 |
| Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit | 11.679 | -18.668 |
| Cash Flow aus Investitionstätigkeit | 301 | -507 |
| Cash Flow aus Finanzierungstätigkeit | 0 | -3.146 |
| Zahlungswirksame Veränderungen des Finanzmittelfonds | 11.980 | -22.321 |
| Finanzmittelfonds am Ende der Periode | 79.770 | 67.790 |
| Zusammensetzung des Finanzmittelfonds | ||
| Kassenbestand, Bundesbankguthaben | 36.516 | 4.007 |
| Täglich fällige Guthaben bei Kreditinstituten abzüglich täglich fällige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 43.254 | 63.783 |
| 79.770 | 67.790 |
Eigenkapitalspiegel für die Zeit vom 1. Januar 2020 bis 31. Dezember 2020
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| Angaben in EUR | |||
|---|---|---|---|
| (Korrigiertes) Gezeichnetes Kapital | |||
| --- | --- | --- | --- |
| Gezeichnetes Kapital Stammaktien | Eigene Anteile Stammaktien | Summe | |
| --- | --- | --- | --- |
| Stand am 1.1.2019 | 9.438.000,00 | 0,00 | 9.438.000,00 |
| Erwerb / Einziehung eigener Anteile | |||
| Veräußerung eigener Anteile | |||
| Einstellung in /Entnahme aus Rücklagen | |||
| Ausschüttung | |||
| Sonstige Veränderungen | |||
| Konzernjahresüberschuss | |||
| Stand 31.12.2019 | 9.438.000,00 | 0,00 | 9.438.000,00 |
| Stand am 1.1.2020 | 9.438.000,00 | 0,00 | 9.438.000,00 |
| Erwerb / Einziehung eigener Anteile | |||
| Veräußerung eigener Anteile | |||
| Einstellung in /Entnahme aus Rücklagen | |||
| Ausschüttung | |||
| Sonstige Veränderungen | |||
| Konzernjahresüberschuss | |||
| Stand 31.12.2020 | 9.438.000,00 | 0,00 | 9.438.000,00 |
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| Angaben in EUR | Eigenkapital des Mutterunternehmens | ||
|---|---|---|---|
| Rücklagen | |||
| --- | --- | --- | --- |
| Kapitalrücklage nach § 272 Abs. 2 Nr. 1-3 HGB | Gewinnrücklagen andere Gewinnrücklagen | Summe | |
| --- | --- | --- | --- |
| Stand am 1.1.2019 | 10.138.433,23 | 6.177.000,52 | 16.315.433,75 |
| Erwerb / Einziehung eigener Anteile | |||
| Veräußerung eigener Anteile | |||
| Einstellung in /Entnahme aus Rücklagen | |||
| Ausschüttung | |||
| Sonstige Veränderungen | |||
| Konzernjahresüberschuss | |||
| Stand 31.12.2019 | 10.138.433,23 | 6.177.000,52 | 16.315.433,75 |
| Stand am 1.1.2020 | 10.138.433,23 | 6.177.000,52 | 16.315.433,75 |
| Erwerb / Einziehung eigener Anteile | |||
| Veräußerung eigener Anteile | |||
| Einstellung in /Entnahme aus Rücklagen | |||
| Ausschüttung | |||
| Sonstige Veränderungen | |||
| Konzernjahresüberschuss | |||
| Stand 31.12.2020 | 10.138.433,23 | 6.177.000,52 | 16.315.433,75 |
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| Angaben in EUR | Konzerneigenkapital | ||
|---|---|---|---|
| Konzernjahres- | |||
| --- | --- | --- | --- |
| Überschuss, der dem Mutterunternehmen zuzurechnen ist | Summe | Summe | |
| --- | --- | --- | --- |
| Stand am 1.1.2019 | 4.137.709,24 | 4.137.709,24 | 29.891.142,99 |
| Erwerb / Einziehung eigener Anteile | 0,00 | ||
| Veräußerung eigener Anteile | 0,00 | ||
| Einstellung in /Entnahme aus Rücklagen | 0,00 | ||
| Ausschüttung | -3.146.000,00 | -3.146.000,00 | -3.146.000,00 |
| Sonstige Veränderungen | 0,00 | ||
| Konzernjahresüberschuss | 709.511,54 | 709.511,54 | 709.511,54 |
| Stand 31.12.2019 | 1.701.220,78 | 1.701.220,78 | 27.454.654,53 |
| Stand am 1.1.2020 | 1.701.220,78 | 1.701.220,78 | 27.454.654,53 |
| Erwerb / Einziehung eigener Anteile | 0,00 | ||
| Veräußerung eigener Anteile | 0,00 | ||
| Einstellung in /Entnahme aus Rücklagen | 0,00 | ||
| Ausschüttung | 0,00 | ||
| Sonstige Veränderungen | 0,00 | ||
| Konzernjahresüberschuss | 10.527.014,86 | 10.527.014,86 | 10.527.014,86 |
| Stand 31.12.2020 | 12.228.235,64 | 12.228.235,64 | 37.981.669,39 |
Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers
An die Lang & Schwarz Aktiengesellschaft, Düsseldorf
Prüfungsurteile
Wir haben den Konzernabschluss der Lang & Schwarz Aktiengesellschaft, Düsseldorf, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2020, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, dem Konzerneigenkapitalspiegel und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2020 bis zum 31. Dezember 2020 sowie dem Konzernanhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Lang & Schwarz Aktiengesellschaft, Düsseldorf, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2020 bis zum 31. Dezember 2020 geprüft.
Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
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| • | entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2020 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2020 bis zum 31. Dezember 2020 und |
| • | vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. |
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.
Grundlage für die Prüfungsurteile
Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.
Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.
Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.
Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.
Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts.
Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts
Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet.
Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.
Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
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| • | identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können. |
| • | gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben. |
| • | beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben. |
| • | ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann. |
| • | beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. |
| • | holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile. |
| • | beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns. |
| • | führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen. |
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Berlin, den 17. Mai 2021
Dohm • Schmidt • Janka
Revision und Treuhand AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Jana Simon, Wirtschaftsprüferin
Matthias Schmidt, Wirtschaftsprüfer
Bericht des Aufsichtsrats
Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre, sehr geehrte Damen und Herren,
der Aufsichtsrat der Lang & Schwarz Aktiengesellschaft hat auch im Geschäftsjahr 2020 auf der Grundlage des Gesetzes, der Satzung der Gesellschaft und der Geschäftsordnung seine Aufgaben wahrgenommen. Einen Schwerpunkt der laufenden Erörterungen bildete die jeweils aktuelle Geschäfts- und Ertragsentwicklung der Geschäftsbereiche und des Konzerns. Dies umfasste auch Strategien zur Sicherstellung einer stabilen Fortentwicklung der geschäftlichen Tätigkeiten und der Ertragsmöglichkeiten für ein weiteres Wachstum der gesamten Lang & Schwarz Gruppe. Der laufende Austausch zwischen dem Vorstand und dem Aufsichtsrat war stets zielgerichtet und von einem konstruktiven Miteinander geprägt.
Zusammenwirken von Vorstand und Aufsichtsrat
Zwischen Vorstand und Aufsichtsrat fand eine stets in allen Belangen enge, vertrauensvolle und für den Konzern förderliche Zusammenarbeit statt. Vorstand und Aufsichtsrat berieten sich regelmäßig und umfassend innerhalb wie auch außerhalb von Sitzungen über alle Themen, die für den Konzern der Lang & Schwarz Aktiengesellschaft maßgeblich waren. Regulatorischen und gesetzlichen Anforderungen wurde dabei umfassend Rechnung getragen.
Seinen Berichtspflichten ist der Vorstand regelmäßig, zeitnah und umfassend nachgekommen. Er hat den Aufsichtsrat im Berichtszeitraum mündlich und auch schriftlich unterrichtet. Den Mitgliedern des Aufsichtsrats wurden Unterlagen zu allen Sitzungen rechtzeitig zur Einarbeitung übersendet. Der Aufsichtsrat konnte sich stets von der Ordnungsmäßigkeit der Geschäftsführung überzeugen.
Über die Ergebnisentwicklung wurde der Aufsichtsrat auch außerhalb der Sitzungen in der Regel monatlich durch Kurzdarstellungen über die Handelsergebnisse der Handelsbereiche und ein zusammengefasstes Konzernhandelsergebnis informiert. Im Zuge der turnusmäßigen Sitzungen des Aufsichtsrats erfolgten zudem umfassende und detaillierte Berichterstattungen. Dabei wurden ausgehend von einer zusammenfassenden Darstellung der wesentlichen Kennzahlen zur Vermögens- und Ertragslage quartalsweise Berichte zu Segmentergebnissen und Handelsvolumen, zu Veränderungen im Personalbereich, der Entwicklung der Aufwendungen sowie weiteren Leistungsindikatoren dargelegt und beschrieben. Im Hinblick auf die Finanzlage wurde auch die laufende Liquiditätslage im Konzern dargestellt und erläutert. Zusätzlich erfolgte die quartalsweise Risikoberichterstattung mit Angaben zur Risikotragfähigkeit und deren Ermittlungsgrundlagen sowie der Risikoneigung einschließlich der Auslastung von Limiten im jeweils abgelaufenen Quartal. Ergänzt wurde diese Berichterstattung um die Darstellung von Kennziffern zu Adressenausfall-, Marktpreis-, Liquiditäts- und operationellen Risiken. Erläuterungen und Erörterungen umfassten dabei auch die Maßnahmen zur Risikobegrenzung. Im Rahmen der Risikoberichterstattung wurde dem Aufsichtsrat auch zu Anfragen und Auskunftsersuchen von Behörden zum Aufsichtsrecht oder steuerlichen Themen sowie zu neuen Gesetzesvorhaben oder zu möglichen Änderungen von rechtlichen oder regulatorischen Rahmenbedingungen berichtet. Ein weiteres Thema bildete die Bewältigung der Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie. Der Risikobericht enthielt - soweit dies geboten war - zusätzliche Ausführungen über die Tätigkeiten der Internen Revision, des Informationssicherheitsbeauftragen und des Compliance Officers sowie Angaben über Störungen im Geschäftsablauf nebst Maßnahmen zu deren Behebung.
Unterlagen und Ausführungen wurden durch den Aufsichtsrat kritisch hinterfragt, und es wurden - soweit erbeten - zusätzliche Informationen stets unverzüglich durch die Gesellschaft zusammengetragen, zur Verfügung gestellt sowie darüber hinaus um Erläuterungen durch den Vorstand ergänzt. Im Zusammenhang mit Einzelfragen erfolgte gegebenenfalls die Hinzuziehung sachkundiger Mitarbeiter, insbesondere zum Risikomanagement, der Compliance und der Internen Revision. Vertiefende Einblicke konnten so zur Zufriedenheit des Aufsichtsrats stets gewährt werden.
Ergänzend zu den zuvor dargestellten Berichterstattungen über die laufende Geschäftsentwicklung, Risikolage sowie über bedeutende Geschäftsvorfälle - soweit vorhanden - waren die Plan- und Zieleinhaltung Gegenstand von Erörterungen zwischen Aufsichtsrat und Vorstand. Dabei wurden auch Abweichungen der Ergebnisse von Plänen und Zielen besprochen.
Um seinen Aufgaben nachkommen zu können, stehen dem Aufsichtsrat finanzielle und personelle Ressourcen in angemessenem Umfang zur Verfügung. Hierzu zählt auch das von den Mitgliedern wahrgenommene Angebot, an Weiterbildungen teilnehmen zu können, sowie im Einzelfall die Einbindung externer Berater.
In jedem Quartal berichtete zudem die Innenrevision zu ihrer Arbeit und gab Auskünfte über Prüfungsergebnisse. Der Aufsichtsrat konnte Fragen zu den durchgeführten Prüfungen und den Berichten unmittelbar mit der Innenrevision abstimmen und nahm die Berichterstattung der Innenrevision jeweils zustimmend zur Kenntnis.
Mit Blick auf die Anzahl der Aufsichtsratsmitglieder wurde auf die Bildung von Ausschüssen verzichtet.
Arbeit des Aufsichtsrats
Fortlaufend befasste sich der Aufsichtsrat insbesondere in Sitzungen mit der wirtschaftlichen Entwicklung des gesamten Konzerns der Lang & Schwarz Aktiengesellschaft. Dabei beschäftigte er sich auch mit internen und externen Einflüssen, welche Auswirkungen auf die geschäftliche Entwicklung haben oder haben können.
Beschlussfassungen durch den Aufsichtsrat erfolgen grundsätzlich im Rahmen von Präsenzsitzungen. Aufgrund der Coronavirus-Pandemie wurden Beschlussfassungen des Aufsichtsrats im Geschäftsjahr 2020 regelmäßig im Umlaufverfahren herbeigeführt. Im abgelaufenen Geschäftsjahr trat der Aufsichtsrat der Lang & Schwarz Aktiengesellschaft zu insgesamt vier ordentlichen Sitzungen zusammen, von denen eine als Präsenzsitzung in Düsseldorf und die weiteren aufgrund der Coronavirus-Pandemie als Präsenzsitzungen mit Bild- und Tonübertragung (Videokonferenz) durchgeführt wurden. An allen Sitzungen haben jeweils alle Aufsichtsratsmitglieder teilgenommen.
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| Im Rahmen der Sitzung des Aufsichtsrats am 19. Februar 2020 wurde der Bericht an den Aufsichtsrat für das vierte Quartal 2019 und das Geschäftsjahr 2019 erörtert. Zudem berichtete der Vorstand zur aktuellen Entwicklung des Lang & Schwarz Konzerns und die Geschäftsstrategie 2020 wurde erörtert. Der Jahresbericht 2019 der Internen Revision wurde zur Verfügung gestellt und behandelt. Des Weiteren wurde die mögliche Zahlung einer Dividende für das Geschäftsjahr 2019 diskutiert. Um die Qualität und die technische Verfügbarkeit des Handels weiter zu verbessern, wurde die neue Stelle eines stellvertretenden Leiters des Handelsbereichs mit entsprechender Erteilung einer gemeinschaftlichen Prokura beschlossen. | |
| Gegenstand der Sitzung vom 27. Mai 2020 war die Prüfung und Billigung des Jahresabschlusses sowie des Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr 2019. Der Abschlussprüfer nahm an der Sitzung teil, erläuterte seine Prüfungsplanung und -handlungen sowie die Prüfungsschwerpunkte und stellte das Ergebnis seiner Prüfungen dar. Der Abschlussprüfer wie auch der Vorstand beantworteten bereitwillig Fragen des Aufsichtsrats und gaben vertiefende Erläuterungen zum Jahresabschluss und Konzernabschluss. Zur Zufriedenheit aller Aufsichtsratsmitglieder wurden alle Fragen beantwortet und erbetene Erläuterungen erbracht. Der Aufsichtsrat billigte den Jahres- und Konzernabschluss und stimmte anschließend einstimmig dem Bericht des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr 2019 zu, der u.a. als Bestandteil des Geschäftsberichts 2019 offengelegt wurde. Darüber hinaus wurden das Ergebnis für das erste Quartal 2020 sowie die laufenden Entwicklungen vom Vorstand dargestellt und mit dem Aufsichtsrat besprochen. Ein weiterer Tagesordnungspunkt der Sitzung war die Erörterung der Risikostrategie 2020. | |
| In der Sitzung vom 27. August 2020 wurde dem Aufsichtsrat das Ergebnis des zweiten Quartals 2020 vorgelegt und erläutert sowie zu den aktuellen geschäftlichen Entwicklungen berichtet. Ein weiterer Tagesordnungspunkt war die Erörterung anstehender Business-Projekte und strategischer Initiativen. Darüber hinaus erfolgte die Vorlage des Jahresberichts 2020 des Compliance-Beauftragten für den Zeitraum 2019/2020. | |
| Die Hauptversammlung der Lang & Schwarz Aktiengesellschaft für das Geschäftsjahr 2019, zu der form- und fristgerecht eingeladen wurde, fand am 13. November 2020 statt. Die Tagesordnungspunkte wurden durch den Aufsichtsrat per Umlaufbeschluss vom 29. September 2020 einstimmig beschlossen. | |
| Die letzte Sitzung des Aufsichtsrats im Geschäftsjahr 2020 fand am 26. November 2020 statt. Es wurden das Ergebnis des dritten Quartals 2020 und die aktuellen Entwicklungen behandelt. Zudem wurde die Konzernplanungsrechnung nebst deren Prämissen für 2021 vorgestellt. Alle Fragen des Aufsichtsrates hierzu wurden beantwortet, der Aufsichtsrat hat die Planung zustimmend zur Kenntnis genommen. Weitere Tagesordnungspunkte waren die Erörterung der Ergebnisse der Evaluierung des Aufsichtsrats nach § 25d KWG sowie der Feststellungen des Vorstands nach § 25c Abs. 3 KWG. |
Weitere Beschlüsse des Geschäftsjahres betrafen u.a. die Zustimmung zur Einstellung des Geschäftsbereichs Financial Services der Tochtergesellschaft Lang & Schwarz Broker GmbH zum 30. Juni 2020 sowie die Rückgabe deren Erlaubnis nach § 32 KWG zum Betreiben von Bank- und Finanzdienstleistungsgeschäften. Des Weiteren erfolgte die Zustimmung zum Verkauf der Anteile der Lang & Schwarz Aktiengesellschaft an der Trade Republic Bank GmbH. Darüber hinaus wurde im November 2020 der Beschluss umgesetzt, die Vorstandsverträge von Herrn André Bütow sowie Herrn Torsten Klanten jeweils um fünf Jahre zu verlängern. Damit konnte der Grundstein für eine weitere erfolgreiche Entwicklung der Lang & Schwarz Aktiengesellschaft im Handelsbereich wie auch im Verwaltungsbereich gelegt werden.
Jahres- und Konzernabschluss 2020
Die Dohm Schmidt Janka Revision und Treuhand Aktiengesellschaft, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, wurde als von der Hauptversammlung am 13. November 2020 gewählter Abschlussprüfer mit der Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts sowie des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts der Lang & Schwarz Aktiengesellschaft betraut. Der Prüfungsauftrag wurde vom Aufsichtsrat erteilt. Begleitend zu den Prüfungshandlungen hat sich der Aufsichtsrat in einer Telefonkonferenz vor Abschluss der Prüfungen mit dem Abschlussprüfer zur Durchführung der Prüfung zu einzelnen Prüfungsthemen ausgetauscht. Nach Abschluss der Prüfungen erklärte der Abschlussprüfer, dass diese zu keinen Einwendungen geführt haben, und, dass der Jahresabschluss nebst Lagebericht und der Konzernabschluss nebst Konzernlagebericht mit uneingeschränkten Bestätigungsvermerken versehen wurden. Die Abschlüsse sowie die Lageberichte lagen dem gesamten Aufsichtsrat rechtzeitig vor, so dass die Unterlagen eigenen Prüfungen unterzogen wurden, und in der Sitzung am 27. Mai 2021 gemeinsam mit dem Abschlussprüfer besprochen werden konnten. Die Bilanzsitzung vom 27. Mai 2021 wurde auf Grund der Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie in Form einer Präsenzsitzung mit Bild- und Tonübertragung (Videokonferenz) abgehalten. Der Abschlussprüfer erteilte uns dabei umfassende Auskünfte und beantwortete unsere Fragen. Wir stimmten dem Ergebnis der Abschlussprüfung durch den Abschlussprüfer zu. Nach dem abschließenden Ergebnis unserer eigenen Prüfung waren keine Einwendungen zu erheben und wir billigten den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss und Konzernabschluss 2020. Damit ist der Jahresabschluss 2020 der Lang & Schwarz Aktiengesellschaft nach § 172 AktG festgestellt worden.
Gemeinsam mit dem Vorstand beabsichtigt der Aufsichtsrat, der ordentlichen Hauptversammlung die Zahlung einer Dividende von EUR 4,00 je gewinnberechtigter Aktie aus dem Bilanzgewinn des Geschäftsjahres 2020 vorzuschlagen. Für den übersteigenden Betrag soll der Hauptversammlung der Vortrag auf neue Rechnung vorgeschlagen werden.
Der Aufsichtsrat stimmte in der Sitzung am 27. Mai 2021 zudem dem Inhalt des vorliegenden Berichts zu.
Personelle Veränderungen im Aufsichtsrat
Mit Wirkung zum 1. Oktober 2020 hat Herr Andreas Willius das Amt als Vorsitzender des Aufsichtsrats von Herrn Michael Schwartzkopff übernommen, der mit gleichem Datum das Amt als stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats übernommen hat.
Nachdem im Rahmen der ordentlichen Hautversammlung der Lang & Schwarz Aktiengesellschaft am 13. November 2020 beschlossen wurde, die Größe des Aufsichtsrats von drei auf vier Mitglieder zu erhöhen, wurde Herr Jan Liepe, Frankfurt am Main, Rechtsanwalt und Partner bei Waldeck Rechtsanwälte PartmbB, Frankfurt am Main, durch die Hauptversammlung in den Aufsichtsrat gewählt. Mit Wirkung zum 26. November 2020 hat Herr Jan Liepe das Amt als Vorsitzender des Aufsichtsrats übernommen. Mit selbem Datum hat Herr Willius das Amt als stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats übernommen, nachdem Herr Schwartzkopff dieses niedergelegt hatte.
Herr Schwartzkopff ist mit Ablauf des 14. März 2021 aus persönlichen Gründen aus dem Aufsichtsrat ausgeschieden. Für die Niederlegung des Mandates spielen insbesondere seine beruflichen Verpflichtungen und die damit verbundene starke zeitliche Einbindung als Partner der Kanzlei LLR Legerlotz Laschet & Partner Rechtsanwälte Partnerschaft mbB eine wesentliche Rolle. Aufsichtsrat und Vorstand bedauern sein Ausscheiden sehr und danken Herrn Schwartzkopff für die langjährig geleistete Arbeit in einer sehr wichtigen Aufbauphase, die zum jetzigen Erfolg des Lang & Schwarz Konzerns erheblich beigetragen hat.
Das Jahr 2020 war ein außerordentlich erfolgreiches Geschäftsjahr für die Lang & Schwarz Aktiengesellschaft. Zudem war es in allen Bereichen im besonderen Maße arbeitsintensiv und von den Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie geprägt. Alle Unwägbarkeiten und Hürden, die 2020 insgesamt bereithielt, konnten jedoch mit großem Einsatz durch den Vorstand und die Mitarbeiterinnen sowie die Mitarbeiter gemeistert werden. Belohnt wurden diese Anstrengungen mit einem Rekordergebnis aus den Handelsbereichen für den Konzern.
Der gesamte Aufsichtsrat bedankt sich herzlich für die geleistete hervorragende Arbeit des Vorstands und der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im gesamten Lang & Schwarz Konzern. Meine Kollegen und ich freuen uns auf die weitere vertrauensvolle und erfolgreiche Zusammenarbeit.
Düsseldorf, im Mai 2021
Jan Liepe, Vorsitzender des Aufsichtsrats