Skip to main content

AI assistant

Sign in to chat with this filing

The assistant answers questions, extracts KPIs, and summarises risk factors directly from the filing text.

Iveco Group N.V. Management Reports 2010

Dec 6, 2011

7333_rns_2011-12-06_a37015b5-8d39-4209-9a40-fa598b4bc653.html

Management Reports

Open in viewer

Opens in your device viewer

Publication

Iveco Magirus Aktiengesellschaft

Ulm

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2010 bis zum 31.12.2010

Lagebericht

WIRTSCHAFTLICHES UMFELD

Deutsche Wirtschaft im Aufholprozess

Die konjunkturelle Aufwärtsbewegung der deutschen Wirtschaft hat sich 2010 mit einer deutlichen Expansion der gesamtwirtschaftlichen Wertschöpfung festgesetzt. Das reale Bruttoinlandsprodukt nahm nach dem Minus von 4,7 Prozent im Vorjahr um 3,6 Prozent zu. Die Kapazitätsauslastung im verarbeitenden Gewerbe erreichte annähernd wieder das Niveau der Zeit vor 2008.

Dabei profitierte die exportorientierte deutsche Wirtschaft vom stark gestiegenen Welthandel, insbesondere mit den Ausfuhren nach Asien mit Schwerpunkt China und in die USA. Die wirtschaftliche Erholung gestaltete sich in Europa allerdings sehr uneinheitlich. Die Exporte in die Länder Westeuropas stiegen dagegen nur unterdurchschnittlich. Insgesamt ergab sich ein Zuwachs der Exporte um 14,2 Prozent.

Die Binnenwirtschaft gewann im Berichtsjahr zunehmend an Bedeutung für den Wachstumsprozess. Nachdem der private Konsum in den letzten Jahren aufgrund sinkender Realeinkommen das Sorgenkind der deutschen Wirtschaft darstellte, legte er mit plus 0,5 Prozent 2010 wieder leicht zu. Der sich stabil entwickelnde Arbeitsmarkt mit einem Rückgang der Arbeitslosenquote von 8,2 auf 7,7 Prozent dürfte dazu wesentlich beigetragen haben. In Zusammenhang mit den Konjunkturprogrammen der Regierung lagen die staatlichen Konsumausgaben mit plus 2,2 Prozent wieder auf einem hohen Niveau.

Die Bruttoanlageninvestitionen haben, bedingt durch ein historisch niedriges Zinsniveau, 2010 mit plus 5,5 Prozent stark zugenommen (Vorjahr: minus 10,1 Prozent), die Ausrüstungsinvestitionen nach minus 22,6 Prozent im Vorjahr nun um plus 9,4 Prozent. Auch die Bauinvestitionen haben nach einigen schwachen Jahren wieder um 2,8 Prozent zugelegt.

Nach einem nahezu stabilen Verbraucherpreisniveau im Vorjahr (plus 0,4 Prozent) nahmen die Preise aufgrund der höheren Rohölpreise wieder um 1,1 Prozent zu.

Erholung des Nutzfahrzeugmarkts

Die Nutzfahrzeugmärkte befinden sich nach dem starken Einbruch 2009 wieder im Aufwärtstrend. Innerhalb der verschiedenen EU-Länder ist die Erholung des Marktes wegen der jeweiligen Konjunkturschwäche noch sehr moderat.

Die Neuzulassungen in Deutschland ab 3,5 Tonnen, die 2009 einen Einbruch um 30,2 Prozent erfuhren, haben sich 2010 mit plus 15,7 Prozent signifikant erholt. Von dieser Steigerung waren alle Segmente betroffen, insbesondere aber die mittelschweren und schweren Fahrzeuge mit rund 20 Prozent Zuwachs doppelt so stark wie die Transporter.

Der Export konnte im Jahresverlauf um 53 Prozent gesteigert werden. Die Fertigung in den deutschen Nutzfahrzeug-Werken übertraf mit 354.580 Einheiten das Vorjahresniveau um 45 Prozent.

GESCHÄFTSVERLAUF UND LAGE DER IVECO MAGIRUS AG

1. Absatz wieder im Aufwind

Der Gesamtabsatz der Iveco Magirus AG im In- und Ausland zeigte sich nach dem konjunkturbedingt äußerst schwachen Vorjahr mit einer bedeutenden Aufwärtsentwicklung. Das Unternehmen hat von der Erholung der Märkte überproportional profitiert und nach zuvor 15.408 Einheiten im Berichtsjahr 21.063 Einheiten (plus 36,7 Prozent) verkauft.

Auf dem deutschen Markt fiel die Absatzsteigerung mit plus 39,9 Prozent auf 14.072 Fahrzeuge (Vorjahr: 10.057 Einheiten) besonders hoch aus. Die Ausfuhren belebten sich um 30,7 Prozent auf 6.991 Einheiten. Der Exportanteil ging von 34,7 Prozent im Vorjahr auf 33,2 Prozent zurück.

Von den im Ulmer Werk der Iveco Magirus AG hergestellten 7.762 schweren Fahrzeugen wurden 1.851 Einheiten (23,9 Prozent) in Deutschland abgesetzt (Vorjahr: 21,2 Prozent). Die bedeutendsten Exportmärkte für die schweren Lkw aus Ulm waren wieder Italien mit 43,1 Prozent und Frankreich mit 15,5 Prozent.

Noch wesentlich stärker als beim Absatz fiel die Steigerung beim Auftragseingang aus. Nach 14.252 Einheiten im Vorjahr nahm er um 51,2 Prozent auf 21.546 Einheiten zu. Die im Vorjahr besonders stark zurückgefallenen ausländischen Auftragseingänge haben sich um 90,4 Prozent auf 7.094 Einheiten erholt, während die Aufträge von inländischen Kunden um 37,3 Prozent auf 14.452 Einheiten stiegen.

Der Auftragsbestand, der sich im Vorjahr relativ stabil gehalten hatte, nahm zum Jahresende 2010 um 7,1 Prozent auf 5.649 Einheiten zu. Im Inland legte er nach einer erheblichen Steigerung sogar im vorausgegangenen Krisenjahr noch um 9,6 Prozent auf 3.164 Einheiten zu, während die Auftragsbestände aus den ausländischen Märkten mit plus 4,0 Prozent nur leicht auf 2.485 Einheiten stiegen.

2. Umsatzplus von einem Viertel

Der Umsatz der Iveco Magirus AG betrug im Berichtsjahr EUR 1.323,2 Millionen. Wie in den Vorjahren sind darin verrechnungsbedingte Einflüsse enthalten, nach deren Bereinigung sich ein Umsatz von EUR 1.219,0 Millionen ergibt. Nach EUR 971,8 Millionen im Vorjahr bedeutet das eine Steigerung von 25,4 Prozent.

57,3 Prozent des Gesamtumsatzes wurden mit EUR 698,1 Millionen im Inland getätigt (Vorjahr: 54,5 Prozent) sowie EUR 520,9 Millionen (42,7 Prozent vom Umsatz) im Ausland (Vorjahr: 45,5 Prozent).

Mit den Produkten aus Eigenproduktion wurden EUR 511,8 Millionen umgesetzt, 42,0 Prozent vom Gesamtumsatz. Im Vorjahr hatte dieser Wert EUR 375,3 Millionen (38,6 Prozent) betragen. Der Handelsumsatz mit von Konzernunternehmen bezogenen Neuwagen machte EUR 405,1 Millionen bzw. 33,2 Prozent aus (Vorjahr: EUR 316,7 Millionen bzw. 32,6 Prozent). Der mit Gebrauchtfahrzeugen, Komponenten, Ersatzteilen und Reparaturen erzielte Umsatz lag bei EUR 302,1 Millionen und damit bei 24,8 Prozent vom Gesamtumsatz (Vorjahr: EUR 279,8 Millionen bzw. 28,8 Prozent).

3. Ergebnis

Nach dem Umsatz- und Ergebniseinbruch in 2009 hat die Geschäftsentwicklung im 4. Quartal 2010 im Markt für schwere Nutzfahrzeuge weiter zugelegt. Die allgemein verbesserte Geschäftsentwicklung konnte jedoch die Verluste aus den ersten Quartalen nicht egalisieren. Auch die Erträge von den schweren Fahrzeugen aus eigener Produktion sind noch deutlich unter denen aus 2007/2008. Das operative Ergebnis liegt mit EUR 11,5 Millionen mit EUR 0,7 Millionen unter dem Vorjahr. Durch Sondereinflüsse aus den Beteiligungen muss 2010 ein Jahresfehlbetrag von EUR 24,1 Millionen ausgewiesen werden.

Die Margen aus dem Neufahrzeugverkauf waren im abgelaufenen Geschäftsjahr durch einen harten Wettbewerb um Marktanteile nochmals rückläufig. Die fehlenden Aufträge aus den Auslandsmärkten im Segment schwerer Nutzfahrzeuge haben weiter zu hohen Stillstandskosten geführt und konnten nur teilweise durch Kostensenkungen sowie die Beibehaltung von Kurzarbeit kompensiert werden.

Das Beteiligungsergebnis beläuft sich auf einen Verlust von EUR 21,4 Millionen (Vorjahr: minus EUR 6,4 Millionen). Die Verluste stammen im Wesentlichen aus einer Rückstellung für Risiken aus Untersuchungen des Bundeskartellamtes bei den Aktivitäten der Iveco Magirus Brandschutztechnik GmbH in Höhe von EUR 20 Millionen. Die Verluste bei den Vertriebsgesellschaften konnten 2010 weiter reduziert werden. Insbesondere das Ergebnis beim Verkauf von Gebrauchtfahrzeugen konnte deutlich verbessert werden. Die Risiken aus den Beständen aus 2008 und 2009 konnten fast vollständig abgebaut werden.

Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit sank durch die außerordentlichen Einflüsse auf einen Verlust von EUR 14,7 Millionen gegenüber EUR 0,5 Millionen im Vorjahr.

Das Ergebnis wird außerdem durch Außerordentliche Aufwendungen in Höhe von EUR 7,4 Millionen belastet; diese entstanden ausschließlich durch die Einführung der Vorschriften des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes (BilMoG).

Das Jahresergebnis beläuft sich auf einen Verlust von EUR 24,1 Millionen gegenüber EUR 15,1 Millionen im Vorjahr.

Der Vorstand schlägt dem Aufsichtsrat vor, den Bilanzgewinn in Höhe von EUR 28.847.947,75 auf neue Rechnung vorzutragen.

4. Bilanzstruktur

Die Bilanzsumme wuchs im Berichtsjahr gegenüber dem Vorjahr um EUR 61,4 Millionen auf EUR 652,1 Millionen auf der Aktivseite an, im Wesentlichen durch den Aufbau von Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen (Cash Pool Guthaben).

Das Anlagevermögen reduzierte sich im Wesentlichen durch planmäßige Abschreibungen um EUR 13,1 Millionen auf EUR 150,6 Millionen, wobei Investitionen in Sachanlagen in Höhe von EUR 3,9 Millionen getätigt wurden.

Das Umlaufvermögen stieg um 17,7 Prozent gegenüber 2009 auf EUR 501,1 Millionen (Vorjahr: EUR 425,8 Millionen), bedingt durch den Anstieg der Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen. Diese Entwicklung war primär verursacht durch den Aufbau der Finanzposition in Zusammenhang mit dem Abbau der Bestände und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen aus 2008. Die Vorräte reduzierten sich um EUR 54,9 Millionen.

Durch den Jahresfehlbetrag von EUR 24,1 Millionen sank das Eigenkapital auf EUR 103,2 Millionen. Die Eigenkapitalquote ging auf 15,8 Prozent zurück und verschlechterte sich somit gegenüber dem Vorjahr (21,2 Prozent), bedingt durch die gestiegene Bilanzsumme und durch den verursachten Jahresverlust.

Einschließlich der gestiegenen Pensionsrückstellungen durch die Anwendung der BilMoG Vorschriften steht ein langfristiges Kapital in Höhe von EUR 206,1 Millionen (Vorjahr: EUR 222,1 Millionen) zur Verfügung.

Das kurz- und mittelfristige Fremdkapital stieg um EUR 82,0 Millionen auf EUR 446,0 Millionen, im Wesentlichen bedingt durch die gestiegenen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, die durch geringere Rückstellungen nicht kompensiert werden konnten. Es bestanden im Berichtszeitraum keine Bankkredite.

Im Rahmen des Cash Pooling mit Fiat Finance and Trade Ltd. S.A., Luxemburg, stellte die Gesellschaft dem Fiat-Konzern liquide Mittel zur Verfügung, die als Darlehensforderungen gegen verbundene Unternehmen ausgewiesen werden. Der Cash Pool wird als Kontokorrent geführt. Vertraglich ist geregelt, dass die Mittel aus dem Cash Pool jederzeit seitens der Gesellschaft abrufbar sind.

5. Investitionen

Die Iveco Magirus AG hat im Geschäftsjahr 2010 EUR 3,9 Millionen in Sachanlagen investiert, nachdem sich die Investitionen im Vorjahr aufgrund der Wirtschaftskrise auf das absolute Minimum für den Fortbestand der Produktion beschränkten.

Der Schwerpunkt der Investitionstätigkeit betraf mit EUR 3,3 Millionen auch 2010 wieder den Produktionsbereich sowie die Lieferanten. Im Ulmer Produktionswerk ging es dabei mit EUR 1,2 Millionen hauptsächlich um die Umsetzung verschiedener Projekte des Programms World Class Manufacturing (WCM) zur Rationalisierung und Optimierung der Arbeitsabläufe. Ebenso wurden Investitionen in Höhe von EUR 0,5 Millionen für Ersatzbeschaffungen sowie den Umweltschutz getätigt.

Aufgrund der für Ende 2013 eingeführten EU-Norm Euro 6 für den Schwerlastverkehr wurden bereits EUR 0,3 Millionen für neue Vorrichtungen und Anlagen investiert. Bei Zulieferbetrieben wurden Produktionsanlagen im Wert von EUR 1,2 Millionen beschafft.

Im Entwicklungsbereich wurde auch im Berichtsjahr wieder in neue Prüf- und Versuchseinrichtungen investiert sowie für die Erneuerung der Teststrecken Markbronn und Donautal EUR 0,7 Millionen ausgegeben.

Die Investitionen des Unternehmens wurden aus eigenem Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit finanziert.

ENTWICKLUNG

Entwicklungskapazitäten in Ulm ausgebaut

Der Entwicklungsbereich der Iveco Magirus AG — im Konzern für die Entwicklung der Fahrgestelle aller schweren und mittelschweren Lkw zuständig — hat im Berichtsjahr an Bedeutung für den weltweit agierenden Konzernverbund gewonnen. Dafür wurden zusätzliche Ingenieure eingestellt, die sich schnell in die bestehende Entwicklungsmannschaft einarbeiten konnten und bereits sehr kurzfristig Verantwortung übernommen haben. Außerdem wurden im Rahmen einer mittelfristigen Strategie umfangreiche Investitionen getätigt.

Das Unternehmen hat im Berichtsjahr seinen Schwerpunkt auf die weitere Verbesserung von Umweltverhalten und Wirtschaftlichkeit gelegt. Mit dem neu entwickelten Modell EcoStralis werden beide Zielrichtungen auf derzeit wegweisende Weise erfüllt.

Die Cursor 10-Motoren entsprechen den europaweit strengsten Abgasnormen EEV (enhanced environmentally friendly vehicle). Gleichzeitig wurde zur Verringerung des Kraftstoffverbrauchs ein neues verbrauchsorientiertes Kennfeld eingeführt. Über einen Eco-Schalter kann eine Funktion zugeschaltet werden, die bei unbeladenem oder wenig beladenem Fahrzeug das Drehmoment reduziert und die Schaltstrategie der Automatik anpasst. Damit wird der Verbrauch reduziert, ohne die Transportgeschwindigkeit nennenswert zu beeinflussen.

Eine Reifendruckanzeige ermöglicht jederzeit eine Optimierung des Reifendrucks und damit ebenfalls Einsparungen. Zusammen mit Energiesparreifen der neuesten Generation und serienmäßigen Spoilern stellt der EcoStralis derzeit ein Optimum an Wirtschaftlichkeit und Umweltfreundlichkeit dar.

Weitere Vorteile bietet ein gemeinsam mit Qualcomm, einem international bedeutenden Anbieter von Flottenmanagementsystemen, entwickeltes, neues Telematiksystem „Blue&Me Fleet”.

Darüber hinaus werden in einem Sicherheitspaket eine elektronische Stabilitätskontrolle, eine Abstandsregelung sowie ein Spurhalteassistent angeboten.

Zur Sicherung der geforderten Qualität und Zuverlässigkeit werden alle Fahrzeugmodelle auf der Straße, im Gelände sowie auf zwei eigenen Teststrecken unter extremen Bedingungen und mit modernsten Methoden getestet.

In einer wegweisenden Form der Zusammenarbeit mit der Produktion wurde mit dem Aufbau einer Pilot-Montagelinie in verkürzter Form in einer eigenen Halle begonnen. Hier werden künftig Neuentwicklungen auf ihre Handhabbarkeit in der Montage unter realistischen Bedingungen hin getestet und optimiert, ohne die laufende Produktion zu stören. Erreicht werden sollen damit Verbesserungen der Prozesse, ein intensiveres Training der Mitarbeiter und Auszubildenden sowie optimale Produktionsanläufe aller Neuerungen.

Die Stralis-CNG (compressed natural gas) Baureihe, deren Motoren sowohl mit Erdgas als auch mit Biogas betrieben werden können, wurde um weitere Fahrgestellvarianten für den Einsatz im Verteilerverkehr erweitert. Der Anwendungsbereich verschiebt sich mehr und mehr vom reinen Kommunaleinsatz als Müllsammler oder Kehrmaschine zum Verteilerverkehr im innerstädtischen Bereich, der von Unternehmen der freien Wirtschaft trotz höherer Fahrzeugpreise betriebswirtschaftlich rentabel durchgeführt wird. Diese Baureihe leistet durch Abgaswerte unterhalb der EEV-Grenzwerte und der zukünftigen Euro 6-Limits einen wesentlichen Beitrag zum Umweltschutz im Einzugsgebiet der Städte und in den Innenstädten selbst.

Im Bereich der Baustellenfahrzeuge wurde die Produktqualität weiter verbessert. Im Trakker wurden sowohl die neue Generation der schweren manuellen ZF Schaltgetriebe (EcoSplit-4) als auch parallel zum automatisierten ZF12-Gang Euro-Tronic Getriebe ein automatisiertes 16-Gang Getriebe eingeführt.

Die auf dem zivilen schweren Baustellenfahrzeug Trakker basierende Fahrzeugbaureihe für den militärischen Einsatz wurde im Berichtsjahr um weitere Fahrgestellvarianten erweitert. Diese Fahrzeuge können sowohl mit einem Serienfahrerhaus mit Militärlackierung, als auch mit einem gegen Beschuss und gegen Minen sowie gegen biologische und chemische Kampfstoffe geschützten Fahrerhaus gebaut werden.

PRODUKTION UND EINKAUF

1. Konsequente Vorbereitung auf Herausforderungen der Zukunft

Nach dem dramatischen Einbruch der Nachfrage im Krisenjahr 2009 erholte sich die Nutzfahrzeugkonjunktur moderat, das Produktionsvolumen im Ulmer Werk nahm um 39,7 Prozent auf 7.762 schwere Lkw zu. Davon waren 3.907 Einheiten vom Modell Stralis ASL, das für Einsätze im internationalen Fernverkehr besonders geeignet ist. Die übrigen 3.855 Einheiten verteilten sich auf Stralis AT und AD Modelle, die überwiegend im nationalen Fernverkehr, sowie im regionalen Transportverkehr eingesetzt werden.

Die zwei Produktionslinien im Werk wurden krisenbedingt wegen des in 2010 noch niedrigen Produktionsniveaus auf eine Linie reduziert. Damit waren erhebliche Kostenvorteile verbunden: Die Bestände konnten reduziert werden, die Durchlauf- und Taktzeiten wurden verkürzt, die Stückzahlen verstetigt. Mit der besseren Auslastung waren konstante Stückzahlen und eine erhöhte Produktivität und Qualität verbunden. Mit diesen und anderen Maßnahmen konnten außerdem Energieeinsparungseffekte in Höhe von 15 Prozent erzielt werden. Die Maßnahme erlaubt, auch zukünftig die Produktionskapazität sehr flexibel zu steuern.

Die im Vorjahr sehr niedrige Anzahl von 83 Produktionstagen stieg im Berichtsjahr durch eine Reduzierung der Kurzarbeit auf 151 Tage. Die sich mit der noch bestehenden Kurzarbeit ergebende produktionsfreie Zeit hat das Unternehmen wieder konsequent genutzt, um Arbeitsplatzorganisation und Logistik zu optimieren sowie mit weiteren Qualifizierungsmaßnahmen das Know-how der Mitarbeiter und damit die Qualität weiter zu verbessern.

Verschiedene Bereiche wie die Montage von Armaturenbrettern und Achsen sowie das Aufbauband wurden neu gestaltet, die Andienung von Kühlem, Fahrerhauslagerungen und Auftritten verbessert. Die Bereitstellung der Teile in den einzelnen „Picking-Zonen” mittels eines intelligenten, Fehler ausschließenden neuen Systems wurde im Berichtsjahr ausgebaut.

Zahlreiche Arbeitsgänge wurden hinsichtlich ergonomischer Verbesserungen neu organisiert. Im Bereich Arbeitssicherheit wurden Prozessprüfungen eingeführt, die mit Trainingsmaßnahmen verbunden sind. Im Rahmen dieser Prüfungen werden im Gespräch mit den Mitarbeitern mögliche Risiken in den einzelnen Arbeitsgängen identifiziert und somit bei den Mitarbeitern die Sensibilität für die Arbeitssicherheit erhöht. Als erstes Iveco-Werk hat das Ulmer Werk damit eine offizielle Zertifizierung nach dem Standard des Occupational Health and Safety Assessment System (OHSAS) erreicht.

Die Maßnahmen zur Verbesserung der Produktqualität entwickelten sich von der einfachen Kontrolle mehr und mehr zu einem präventiven Qualitätsansatz. Schulungsmaßnahmen konzentrierten sich auf Fehleranalysen und Auswirkungen in Zusammenhang mit Qualitätsprüfstellen an der Montagelinie und einem ganzheitlichen Fehlerrückmeldungssystem. Alle Fehler werden damit unmittelbar an den verursachenden Prozess zurückgemeldet. Die Zertifizierung nach ISO 9001 erfolgte ohne Abweichungen.

Im September wurde ein neues Ideen-Managementsystem eingeführt. Hierbei können für umgesetzte Ideen Punkte vergeben und vom Mitarbeiter gesammelt werden, was auch kleinere Verbesserungen interessant für die Mitarbeiter macht. 1.052 Ideen wurden 2010 nach dem neuen System eingereicht, was eine Steigerung von über 25 Prozent bedeutet.

Alle Verbesserungen wurden im Rahmen des Programms „World Class Manufacturing” umgesetzt. In Sachen Produktionsqualität hat das Werk in Ulm einen großen Schritt nach vorn gemacht, um die Qualitätserfordernisse des Kunden auch bei wechselnder Auslastung zu erfüllen.

2. Einkauf

Entsprechend der Belebung der Nutzfahrzeugnachfrage hat das Einkaufsvolumen der Iveco Magirus AG im Berichtsjahr um 31,7 Prozent auf EUR 949,4 Millionen zugenommen (Vorjahr: EUR 720,6 Millionen). Die konzerninternen Bezüge machten dabei EUR 648,1 Millionen (Vorjahr: EUR 385,7 Millionen) und die Bezüge von externen Lieferanten EUR 301,3 Millionen (Vorjahr: EUR 334,9 Millionen) aus.

Der Wert des gesamten bezogenen Produktionsmaterials betrug dabei EUR 361,6 Millionen (Vorjahr: EUR 255,8 Millionen). Produktionsmaterial für EUR 141,7 Millionen (Vorjahr: EUR 99,9 Millionen) stammte aus Konzernunternehmen und damit 39,2 Prozent vom gesamten Material. Von Anbietern außerhalb des Konzerns wurde Material für EUR 219,9 Millionen (Vorjahr: EUR 155,9 Millionen) bezogen. Davon kamen 46,9 Prozent Bezüge aus dem Inland und 37,5 Prozent von italienischen Herstellern.

Die Iveco Magirus AG vertreibt die komplette Nutzfahrzeugpalette vom Transporter bis zum schweren Lkw mit dem höchstzulässigen Gesamtgewicht. Während die schweren Straßenfahrzeuge hier auch hergestellt werden, importiert das Unternehmen die übrigen Fahrzeuge von Konzernunternehmen in Italien und Spanien. Die Anzahl der im Berichtsjahr eingeführten Fahrzeuge betrug im Berichtsjahr 12.120 Einheiten (Vorjahr: 8.954 Einheiten) im Wert von EUR 409,9 Millionen (Vorjahr: EUR 195,4 Millionen).

Für den Bezug von Ersatzteilen, Gebrauchtfahrzeugen und Motoren wurden EUR 177,9 Millionen (Vorjahr: EUR 269,4 Millionen) ausgegeben. EUR 96,5 Millionen davon betrafen konzerninterne Lieferungen und EUR 81,4 Millionen Drittlieferanten.

3. Umweltschutz

Ein sehr hoher Standard an Umweltfreundlichkeit zeichnet nicht nur die von Iveco hergestellten Fahrzeuge aus, sondern ebenso sämtliche Produktionsprozesse einschließlich aller damit verbundenen Aktivitäten sowie der schonende Umgang mit den Ressourcen.

Die weitere Senkung des Energieverbrauchs und eine Verbesserung der Energiebilanz standen 2010 verstärkt im Fokus der kontinuierlichen Zertifizierung des Umweltmanagementsystems gemäß ISO 14001 und der Adaption des jeweiligen Standards. Das Energiemanagement umfasste den Strom-, Fernwärme- und Gasverbrauch der Produktions- und Heizanlagen sowie den Stromverbrauch der Beleuchtung und Drucklufterzeugung. Auch der spezifische Verbrauch von Lack einschließlich der damit verbundenen Lösungsmittelemissionen konnte im Berichtsjahr weiter verringert werden.

Konsequentes Abfallrecycling sowie der schonende Umgang mit Materialien und Energie waren auch im Berichtsjahr Themen spezifischer Schulungsmaßnahmen der Mitarbeiter. Mit einer Optimierung der Abfalltrennung und der ständig weitergeführten Umstellung auf Mehrwegverpackungen konnte der bereits sehr hohe Standard beim Recycling auf über 97 Prozent angehoben werden.

Sämtliche Maßnahmen zum Schutz der Umgebung von Produktions- und Lagerstätten vor Verunreinigung wurden konsequent verfolgt. Auffangwannen schützen sämtliche oberirdischen Lagerstätten und Umschlagplätze. Rohrleitungen und Tanks unterliegen ebenso ständiger Überprüfung wie Maschinen und Anlagen kontinuierlicher Wartung und Überwachung. Für den Fall des Eintritts eines Schadensfalls ist das unverzügliche Ergreifen der notwendigen Maßnahmen sichergestellt. Wie in den Vorjahren ist auch 2010 kein Schadensfall eingetreten.

Auch der IT-Bereich hat mit der Konsolidierung und Virtualisierung der Serverstrukturen einen wesentlichen Beitrag zu einem umweltfreundlichen Informationsmanagement und einer Reduktion des CO2-Verbrauchs geleistet.

VERTRIEB

Marktposition ausgebaut

Nach dem krisenbedingten Rückgang zog die Nachfrage auf dem deutschen Nutzfahrzeugmarkt wieder an, was sich in einem Zuwachs der Neuzulassungen um 15,7 Prozent ausdrückte und alle Segmente umfasste. Die Transporterklasse, die während der Krise den geringsten Rückgang zu verzeichnen hatte, nahm nur moderat zu. Dagegen stiegen die Zulassungen der mittelschweren Fahrzeuge und der schweren Lkw um rund 20 Prozent kräftig an.

Hintergrund dieses Aufschwungs war nach dem vorangegangenen, lang andauernden Abschwung das hohe Alter der Bestandsfuhrparks. Damit ist diese Nachfrage weitgehend als Ersatzinvestition zu sehen. Im Jahresverlauf ist das Transportvolumen bei gleich bleibenden Frachtraten wieder knapper geworden.

Die Iveco Magirus AG konnte mit ihren marktgerechten und innovativen Fahrzeugen die Belebung nutzen und ihren Marktanteil von 8,4 auf 8,8 Prozent steigern. Besonders stark stieg der Marktanteil bei den Transportern und bei den mittelschweren Lkw. Lediglich im schweren Bereich waren leichte Einbußen zu verzeichnen.

Der Aufschwung bei der Nachfrage hat sich allerdings nicht auf eine entsprechende Preisentwicklung niedergeschlagen. Einige neu auf den Markt gekommene, einfachere Wettbewerbsfahrzeuge sowie ein temporäres Überangebot durch zahlreiche Tageszulassungen übten einen starken Preisdruck aus.

Im Berichtsjahr wurden im Vertrieb des Unternehmens zahlreiche vertriebsunterstützende Aktivitäten gestartet. Ein neues Vertriebsinstrument CRM (Customer Relationship Management) gestaltet die Beziehung zu den Kunden systematischer und nachhaltiger und begleitet die Kunden während des ganzen Lebenszyklus der Fahrzeuge und sogar darüber hinaus.

Die IAA Nutzfahrzeuge im September in Hannover als bedeutender Branchentreff, der den Kunden ein aktuelles Bild der Leistungsfähigkeit der Hersteller bietet, war positiv vom Aufschwung geprägt. Iveco präsentierte sich auf seinem attraktiven und viel besuchten Stand mit den Schwerpunktthemen Wirtschaft und Umwelt gut für die Zukunft gerüstet. Messehighlight war nach übereinstimmender Meinung die Studie des „Glider”, einer Sattelzugmaschine mit höchster Wirtschaftlichkeit. Hohes Interesse fand auch der neue „Ecostralis” durch seine optimale Verbindung von Ökonomie und Ökologie.

MITARBEITER

Beschäftigung stabil — Kurzarbeit reduziert

Hauptaufgabe für den Personalbereich war es im Berichtsjahr, das Arbeitsvolumen und das noch sehr niedrige Produktionsniveau auf effiziente und sozialverträgliche Weise in Einklang zu bringen, die Kurzarbeit zu verringern und gleichzeitig die Belegschaft auf ein künftig steigendes Produktionsvolumen vorzubereiten.

Aufgrund der Erholungstendenzen bei der im Vorjahr stark eingebrochenen Fahrzeugnachfrage konnte die Kurzarbeit im Berichtsjahr reduziert werden. Die weiter zur Verfügung stehenden Kurzarbeitszeiten wurden vom Unternehmen zu einer weiteren Qualifizierungsoffensive genutzt, insbesondere in Hinblick auf das WCM-Programm (World Class Manufacturing) zur Vermeidung von Schwachstellen im Produktionsablauf. Zur Straffung der Abläufe und Erhöhung der Effizienz wurde die bisher auf zwei Montagelinien erfolgte Fertigung auf eine Linie konzentriert.

Die Gesamtbelegschaft der Iveco Magirus AG zum Jahresende konnte mit 1.994 Mitarbeitern praktisch konstant gehalten werden (minus 1,9 Prozent), wodurch die Anpassung an ein stark steigendes Nachfragevolumen auch kurzfristig jederzeit möglich ist. Die geringfügige Reduzierung um 39 Mitarbeiter erfolgte ausschließlich in Zusammenhang mit natürlicher Fluktuation. Im Berichtsjahr wurde sogar die Entwicklungsmannschaft weiter verstärkt und wurden zahlreiche Ingenieure eingestellt. Diese Strategie des weiteren Ausbaus des Entwicklungszentrums in Ulm wird auch im folgenden Jahr fortgesetzt.

Im Einzelnen setzte sich die Belegschaft aus 1.382 (Vorjahr: 1.420) Lohnempfängern und 612 Gehaltsempfängern zusammen.

Nach Abzug der in der Freistellungsphase der Altersteilzeit befindlichen und der für den Dienst in der Bundeswehr freigestellten Mitarbeiter betrug die aktive Stammbelegschaft 1.787 Personen (Vorjahr: 1.800). Davon waren in Ulm, Neu-Ulm und Langenau 1.620 Personen (wie im Vorjahr 90,6 Prozent) sowie in Unterschleißheim und anderen Außenstellen 167 Personen (wie im Vorjahr 9,4 Prozent) beschäftigt. Im Jahresdurchschnitt des Berichtsjahres betrug die Mitarbeiterzahl 1.999 Personen nach 2.100 im Jahr zuvor.

Ebenso wie im vorhergehenden Geschäftsjahr konnte aufgrund der Entwicklung der Mitarbeiterstruktur die planmäßige Senkung des Durchschnittsalters nicht weitergeführt werden, von 45,3 stieg es auf 45,6 Jahre.

Trotz der konjunkturbedingt immer noch niedrigen Auslastung der Produktion wurde im Interesse der Zukunftsfähigkeit des Unternehmens an dem hohen Ausbildungsvolumen festgehalten und wiederum 19 neue Auszubildende eingestellt. Die Auszubildenden, die ihre Lehre im Berichtsjahr abgeschlossen haben, wurden übernommen.

Das interne Programm zur Weiterbildung wurde ganz auf das Thema World Class Manufacturing fokussiert. Dabei nahmen 913 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an 11.500 Trainingsstunden teil.

RISIKOMANAGEMENT

Unternehmerisches Handeln ist untrennbar mit Chancen und Risiken verbunden. Ein wirksames Risikomanagement ist daher ein wesentlicher Erfolgsfaktor zur nachhaltigen Sicherung des Unternehmenswertes. Daher entwickelt die Iveco Magirus AG auch in Zukunft den Bereich Risikomanagement kontinuierlich weiter und passt ihn an die veränderten Rahmenbedingungen sowie gesetzlichen Vorschriften an.

Die Iveco Magirus AG ist als Konzerngesellschaft der Iveco S.p.A. in das konzernübergreifende Risikomanagement mit seinen international übergreifenden Kontrollmechanismen eingebunden. Eine Überprüfung der Wirksamkeit und Angemessenheit erfolgt regelmäßig durch die internen Risikoverantwortlichen und durch die Konzernrevision.

Außerdem partizipiert die Iveco Magirus AG an den international eingesetzten kurz-, mittel- und langfristigen Planungsinstrumenten der Iveco S.p.A.

Ziele des Risikomanagements

Risikomanagement zielt auf die systematische Identifikation, Bewertung, Steuerung und Kontrolle von Risiken ab. Das bestehende Risikomanagementsystem der Iveco Magirus AG sowie die damit in Zusammenhang stehenden organisatorischen Maßnahmen ermöglichen es dem Vorstand, von vorhandenen Risiken frühzeitig Kenntnis zu erlangen, um somit entsprechende Steuerungsmaßnahmen einleiten zu können. Im Jahr 2010 wurde als Grundlage hierzu eine neue Risikostrategie festgelegt.

Instrumente des Risikomanagementprozesses

Das zentral installierte Risikomanagement koordiniert den Prozess zur Ermittlung der Risiken im Rahmen einer jährlich durchgeführten Risikoinventur. Dabei wird eine Analyse der Risiken in allen wesentlichen Geschäftsfeldern der Iveco Magirus AG durchgeführt. Grundlage bildet die Erhebung von Daten über dezentral eingesetzte Risikoverantwortliche.

Auf Basis des daraus resultierenden Risikoberichts können bei Bedarf notwendige Steuerungsmaßnahmen eingeleitet werden. Neben diesem Instrument besteht eine Reihe von weiteren parallelen Informationskanälen über Risiken an den Vorstand. Der Vorstand erhält kontinuierlich risikorelevante Informationen anhand regelmäßig generierter Berichte direkt aus den einzelnen Fachbereichen. Darin werden wesentliche Risiken fortlaufend überwacht, mit Hilfe von Kennzahlen bewertet bzw. einzelfallbezogen verfolgt. Ebenso wird in verschiedenen Berichten über die gegenwärtige und erwartete Geschäftsentwicklung und die damit verbundenen Chancen und Risiken informiert.

Daneben sind bei der Iveco Magirus AG so genannte Risikoinstitute eingerichtet. Diese Organisationseinheiten bzw. spezielle Funktionen zeigen Risiken auf, helfen diese zu vermeiden oder sorgen für ihre Minimierung.

Im Berichtsjahr 2010 wurde bei den Risikoverantwortlichen eine neue und standardisierte Ad-hoc-Berichterstattung implementiert, die dem Vorstand eine zeitnahe und standardisierte Information über Ereignisse von wesentlicher Bedeutung gewährleistet. Hierzu zählen u. a. neu auftretende bzw. unerwartet eingetretene Risiken.

Internes Kontrollsystem (IKS)

Zu den weiteren installierten Regelungen und Verfahren zur Begrenzung von Risiken zählt das Interne Kontrollsystem. Grundlage des Internen Kontrollsystems sind, neben klaren Zuordnungen der Verantwortlichkeiten, fest definierte Kontrollmechanismen, wie zum Beispiel systematische und manuelle Abstimmungsprozesse, das Vier-Augen-Prinzip, die Trennung von Funktionen und die Einhaltung von internen Richtlinien.

Darüber hinaus stellen angemessene Zugriffsberechtigungen in den IT-Systemen und die Konzernrichtlinien in der Finanzbuchhaltung einschließlich deren definierte Prozesse die Einhaltung der gesetzlichen Normen und Rechnungslegungsvorschriften sicher, die für alle in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen verbindlich sind. Die Abwicklung der Rechnungslegung erfolgt bei der Iveco Magirus AG durch den Dienstleister Fiat GmbH.

Der Vorstand der Iveco Magirus AG stellte für das Berichtsjahr die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen Internen Kontrollsystems fest. Die operationellen Risiken werden als gering eingeschätzt.

Chancen und Risiken der künftigen Entwicklung

Das Jahr 2010 war in Deutschland von einem konjunkturellen Aufholprozess nach der Finanz- und Wirtschaftskrise gekennzeichnet. Der krisenbedingte Produktionsrückgang aus dem Jahr 2009 konnte somit im Berichtsjahr zu einem Teil aufgeholt werden.

Als Produktionsbetrieb mit eigenem Vertriebsnetz in Deutschland, bestehend im Wesentlichen aus Tochtergesellschaften, eigenen Händlerbetrieben und dem Servicenetz, profitierte die Iveco Magirus AG als Konzerntochter der Iveco S.p.A. zusätzlich vom Exportgeschäft. Der Export befand sich in 2010 ebenfalls in einem dynamischen Aufwärtstrend, wodurch zusätzliche Absatzchancen realisiert werden konnten.

Nach der Finanzkrise hat sich die Weltkonjunktur im Laufe des Jahres 2010 als stark erholt gezeigt, wobei die Entwicklung in einzelnen Wirtschaftsräumen sehr unterschiedlich war. Vor allem in den Schwellenländern China und Indien sowie Ostasien waren hohe Zuwachsraten zu beobachten, wogegen sich der Euroraum eher unterdurchschnittlich entwickelte. Für das Jahr 2011 ist eine deutlich abgekühlte Dynamik der Weltkonjunktur zu erwarten, wobei die USA und der Euroraum ein Risiko hinsichtlich der Währungsstabilität darstellen. Auch für die kommenden Jahre wird der Export als Chance gesehen.

Mit weiteren Investitionen bereitet sich die Iveco Magirus AG auf einen erwarteten anhaltenden Aufwärtstrend in 2011 vor. Ab dem zweiten Halbjahr wird mit einer Vollauslastung der Produktion gerechnet.

Auf die für die Iveco Magirus AG wesentlichen Risiken wird in den folgenden Abschnitten eingegangen. Neben den dort genannten Risiken sieht der Vorstand auch zahlreiche Chancen, auf welche in den weiteren Teilen des Lageberichts eingegangen wird.

Branchenrisiko auf dem Nutzfahrzeugmarkt

Die Nutzfahrzeugbranche reagiert regelmäßig stark zyklisch in Abhängigkeit von der jeweiligen Konjunktur. Die Konjunktur wird dabei von zahlreichen Faktoren, die zueinander in bestimmten Abhängigkeiten stehen, beeinflusst. Die damit verbundenen Schwankungen bei den Produktionsvolumina stellen eine laufende Herausforderung hinsichtlich der Kapazitätssteuerung in der Produktion dar. Mangelnde Auslastung kann somit zu Kosten für nicht ausgelastete Kapazität, Unterdeckung und Verlust bei einzelnen Produkten, Abschreibung auf Bestände und Ertragseinbußen führen.

Um den damit verbundenen Risiken frühzeitig entgegenzuwirken, erfolgt eine permanente Marktbeobachtung. Veränderungen werden analysiert, um zeitnah entsprechende Maßnahmen einleiten zu können, wodurch Branchenrisiken minimiert werden. Für 2011 wurden bereits Maßnahmen zur Risikovorsorge getroffen.

Nach einem drastischen Einbruch der Nachfrage im Jahr 2009 (Finanz- und Wirtschaftskrise, Insolvenzen bei Transportunternehmen) war in 2010 eine spürbare Erholung der Nachfrage zu beobachten, insbesondere bei den schweren Fahrzeugen ab 16 Tonnen Gesamtgewicht. Während der Aufschwung sich auf dem deutschen Nutzfahrzeugmarkt ausgesprochen dynamisch entwickelte, zeigte er sich in den anderen EU-Ländern verhalten. Insgesamt ergaben sich daraus bei der Iveco Magirus AG auch 2010 noch teilweise ungenutzte Produktionskapazitäten.

Die Entwicklung der Auftragseingänge und des Auftragsbestandes in Deutschland deutet für 2011 auf eine weitere spürbare Belebung der Nutzfahrzeugnachfrage hin. Auch die Auftragseingänge aus dem Ausland haben sich 2010 deutlich positiv entwickelt, wobei die Nachfrage aus den osteuropäischen Ländern sich noch auf einem sehr niedrigen Niveau befand.

Das Verkehrsaufkommen im gewerblichen Straßenverkehr hat sich nach dem Tief während der Finanz- und Wirtschaftskrise im Jahr 2010 um 1,9 Prozent erhöht; für das Jahr 2011 wird laut Experten eine weitere Steigerung um 3,6 Prozent erwartet. Für die nachfolgenden drei Jahre bis 2014 zeigt die Prognose eine durchschnittliche Steigerung um jeweils 2 Prozent. Es ist davon auszugehen, dass nach Überwindung der Schwächephase der Nutzfahrzeugmarkt auch in Zukunft aufgrund des steigenden Transportaufkommens Wachstumsmarkt bleibt.

Im Vertrieb muss von einer weiteren Verschärfung des Wettbewerbs im Handel, insbesondere bei Ersatzteilen, ausgegangen werden. Die Stärkung der Leistungskraft und Ertragssituation der Händler macht eine laufende Optimierung des Vertriebskanals sowie eine wirksame Unterstützung bei Finanzierungsproblemen erforderlich.

Wegen ihrer großen marktstrategischen Bedeutung setzt die Iveco Magirus AG weiterhin einen Schwerpunkt auf Mobilitätsdienstleistungen wie Stellung von Ersatzfahrzeugen im Bedarfsfall, Service-Leasing und Flottenmanagement. Die damit entstehende Markenbindung enthält neben den Chancen auch einige Risiken durch mittel- und langfristige Verpflichtungen, die mit angemessener Sorgfalt behandelt werden.

Die Bestände an Neu- und Gebrauchtfahrzeugen der Iveco Magirus AG konnten im Laufe des Jahres 2010 weiter reduziert werden und binden damit weniger Kapital. Die Fahrzeuge unterliegen u. a. dem Risiko der Marktpreisentwicklung. Um diesem Risiko entgegenzuwirken, wurden Wertberichtigungen gebildet. Die Entwicklung der Marktpreise wird turnusmäßig überwacht und hat zeitnahen Einfluss auf die internen Bewertungssysteme. Zusätzlich wurde im Bereich der Gebrauchtfahrzeuge auf Vermietung von Fahrzeugen gesetzt, um Kunden einen flexiblen Einsatz der Nutzfahrzeuge zu ermöglichen und dadurch zusätzlich Erträge zu generieren.

Produkt- und Entwicklungsrisiken

Die Wirtschaftskrise der vergangenen beiden Jahre hat zu einer bedeutenden Verschärfung der Wettbewerbssituation geführt und den ständigen Druck zur Anpassung der Produkte an die modernsten Standards und Entwicklung neuer Produkte weiter verschärft. Die Iveco Magirus AG hat diese Herausforderung angenommen und investiert im Hinblick auf die Einführung der Euro 6-Abgasnormen beträchtliche Mittel in die Modernisierung der bestehenden Baureihen. Gleichzeitig werden Maßnahmen zur Kostenreduzierung und Effizienzsteigerung am Produkt und in den Prozessen umgesetzt. Zur weiteren Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit stehen insbesondere die ständige Optimierung der Qualität sowie Verbesserungen von Ergonomie und Fahrkomfort im Fokus. Dabei kann das Unternehmen auf die umfangreichen Entwicklungskompetenzen im Fiat-Konzern zurückgreifen. Zusätzliches Know-how steht durch die frühzeitige Einbindung wichtiger Systemlieferanten zur Verfügung.

Die Bereitstellung von Euro 6-gerechten Fahrzeugen zu einem sehr frühen Zeitpunkt erhöht die Chancen am Markt. Der Herausforderung durch die Anpassung der gesamten Produktpalette bis ins Detail begegnet das Unternehmen durch den Aufbau zusätzlicher Kapazitäten im Bereich Entwicklung.

Die Projektsteuerung und -überwachung erfolgt nach einem konzernweit einheitlichen Verfahren und stellt damit einen effizienten Einsatz der investierten Mittel sicher.

Alle Produkte werden intensiven Prüfungen unterzogen und durchlaufen ausgiebige Testverfahren, die alle denkbaren, auch extremen, Einsatzarten abdecken. Dennoch bleibt trotz zahlreicher Vorkehrungen ein geringes Restrisiko von Schäden, die auftreten können, wenn die Produkte bereits am Markt sind. Diese können zu Garantie- und Gewährleistungsansprüchen führen. Im Extremfall sind Produkthaftungsansprüche und Schadensersatzforderungen vorstellbar. Um diesem Risiko entgegen zu wirken, wird die Qualität kontinuierlich geprüft. Zusätzlich werden ständig Informationen in den Fachabteilungen ausgetauscht und bei Bedarf entsprechende Projekte bzw. Maßnahmen auf den Weg gebracht.

Produktion und Beschaffung

Mit Lieferproblemen von Zulieferern sind Effizienzminderungen und eine ungünstigere Fixkostenverteilung verbunden. Mit verschiedenen Initiativen konnten sowohl eine verbesserte Transparenz für die Lieferanten mit der Folge einer verlässlicheren Termintreue als auch gleichzeitig niedrigere Bestände erreicht werden.

Ein standardisierter Produktionsprozess stellt sicher, dass nur funktionierende und sichere Produkte auf den Markt kommen. Einheitlich definierte Qualitätssicherungsstandards sorgen dafür, dass Fehler in der Herstellungsphase rechtzeitig erkannt und beseitigt werden können. Nach Verkauf der Iveco-Produkte stellt das Servicenetz sicher, dass alle aufgetretenen Fehler gesammelt, bewertet und abgestellt werden können.

Die fortlaufende Optimierung der Produktionsprozesse bietet vielfältige Chancen zur Verbesserung der Ertragskraft. Aus diesem Grund nimmt die Iveco Magirus AG an einem Programm zur kontinuierlichen Verbesserung des Produktionssystems teil und gehört dabei im Benchmarking zur Spitzengruppe der 20 Besten unter den weltweit 150 Werken der Fiat-Gruppe.

Die kontinuierliche Verbesserung der Qualität der Fahrzeuge bewirkt eine Verringerung der Fehlerrate in der Produktion und vermindert damit das Risiko von Garantiekosten. Mit der teilweisen Auslagerung von Eigenfertigung entsteht eine zunehmende Abhängigkeit, insbesondere dann, wenn das Unternehmen nur auf einen einzigen Lieferanten angewiesen ist. Mit einer standardisierten Vertragsgestaltung im Bereich Einkauf sowie einer ständigen Beobachtung der Preisentwicklungen wird den Risiken im Bereich der Lieferanten vorgebeugt.

Möglichen Risiken im Rahmen der Arbeitssicherheit und des Umweltschutzes wurde durch die Einrichtung von zentralen Verantwortlichen begegnet, die eine kontinuierliche Optimierung und Überwachung sicherstellen. Eventuelle Betriebsstörungen werden mit einer vorbeugenden Wartung weitgehend vermieden und zusätzlich in einem Brandfall durch Versicherungen abgedeckt.

Aufgrund des konjunkturbedingten, starken Einbruchs des Auftragsvolumens im Vorjahr konnte die Rentabilitätsschwelle zur Deckung der Produktionskosten trotz leichter Erholungstendenzen im Jahr 2010 und weitgehender Kostenreduzierungsmaßnahmen (wie z. B. Kurzarbeit) nicht erreicht werden. Auf die mit den Kapazitätsschwankungen verbundenen Schwierigkeiten in der Produktion wurde reagiert, indem die Montage von bisher zwei auf lediglich eine Montagelinie umgestellt wurde. Sensitivitätsreports ermöglichen der Geschäftsleitung einen zeitnahen Überblick und bilden die Grundlage für strategische Entscheidungen.

Mitarbeiter

Innovation und Fortschritt setzen hoch qualifizierte Fach- und Führungskräfte voraus. Der Personalbereich nutzt alle Chancen, mit einer hohen Qualität und Kreativität des Erfolgsfaktors Mitarbeiter die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Ein standardisierter Prozess zur Erstellung von Weiterbildungs- und Entwicklungsplänen stellt sicher, dass die Mitarbeiter entsprechend den bestehenden Stellenanforderungen qualifiziert sind.

Fehlverhalten von Mitarbeitern kann den Ruf des Unternehmens und damit seine Vermögens- und Ertragskraft schädigen. Seit 2003 definiert ein schriftlich fixierter und 2010 aktualisierter Verhaltenskodex den Mitarbeitern einen entsprechenden Rahmen. Zusätzlich wurde im Geschäftsjahr 2009 ein Compliance-Beauftragter implementiert.

Die laufende Optimierung der Prozesse wird von den Mitarbeitern im Rahmen des internen Vorschlagswesens unterstützt, das im Berichtsjahr weiter ausgebaut wurde. Durch interne Kontrollen wird die Einhaltung von Richtlinien in den Geschäftsprozessen sichergestellt. Dies führt zu einer Reduzierung der Risiken und bildet einen Schutz des Vermögens.

Im Interesse der Mitarbeiter sowie zur Stärkung der Mitarbeiterbindung bietet die Iveco Magirus AG eine Reihe von Maßnahmen zur Gesundheitsförderung an. Die Eigenkündigungsquote lag im Jahr 2010 unter einem Prozent, worin sich die Loyalität und Zufriedenheit der Mitarbeiter sowie das positive Image der Iveco Magirus AG als Arbeitgeber widerspiegeln. Diese Grundlage trägt dazu bei, das Risiko eines Know-how-Verlustes zu minimieren.

Flexible Arbeitszeit- und Vertragsmodelle sowie die Kurzarbeit ermöglichen eine zeitnahe Anpassung der Personalkapazität an Bedarfsänderungen. In Anbetracht der aktuellen Marktentwicklung und Auftragslage steht der Personalbestand nicht im Einklang mit der erforderlichen Personalkapazität. Dadurch besteht ein erhöhtes Kostenrisiko, das aktuell weitestgehend durch die Inanspruchnahme von Kurzarbeit abgefedert werden konnte. Dabei gelang es, die qualifizierte Stammbelegschaft stabil zu halten und damit die kurzfristige Anpassung an eine künftige Marktbelebung zu ermöglichen.

Finanzen

Für das Jahr 2011 erwartet der Vorstand aufgrund der gesamtwirtschaftlichen Lage bei einem leichten Anstieg der Zinsen ein weiterhin relativ niedriges Zinsniveau.

Das Währungsrisiko kann ebenfalls als relativ gering angesehen werden, da das Unternehmen nahezu ausschließlich in Euro fakturiert und bezahlt. Sofern Transaktionen in Fremdwährung getätigt werden, werden die daraus resultierenden Währungsrisiken einzelgeschäftsbezogen abgesichert.

Händler- und Direktendkundengeschäfte werden in der Regel durch Absatzfinanzierungen über die eigene Finanzierungsgesellschaft Iveco Finance GmbH oder über Drittinstitute abgesichert. Mögliche Insolvenzen können ein Risiko darstellen, sofern eine Finanzierungsabsicherung nicht gegeben ist. Durch im Direktkundengeschäft regelmäßig stattfindende, regresslose Forderungsverkäufe werden Adressenausfallrisiken weitestgehend minimiert bzw. die entsprechenden Risiken auf den Forderungsankäufer verlagert.

Die Strukturierung und Gewährung von Lieferantenkrediten erfolgt mit systemseitiger Unterstützung (Scoring und Kreditlimitkalkulation) zentral durch das Kreditmanagement.

Die Finanzierung von Exportgeschäften und die damit verbundenen Risiken sind stark rückläufig, da diese Geschäfte im Wesentlichen über die Iveco S.p.A. abgewickelt oder über Kreditversicherungen abgedeckt werden. Die Geschäfte mit den internationalen Iveco-Gesellschaften werden konzernübergreifend von Iveco S.p.A. gesteuert. Eine Ausnahme stellt hierbei das Ersatzteilgeschäft dar. Diese Risiken werden durch Factoring begrenzt.

Mit den Kunden vereinbarte Rückkaufverpflichtungen stellen in dem Fall ein zusätzliches Risiko dar, wenn sich die am Markt künftig erzielbaren Gebrauchtfahrzeugerlöse wesentlich gegenüber den Erwartungen bei Vertragsabschluss verändert haben. Um diesem Risiko entgegen zu wirken, wird dieses laufend überwacht und soweit möglich aktiv gesteuert. Die Verfahren zur Risikomessung und -berichterstattung werden kontinuierlich weiterentwickelt. Dabei findet eine regelmäßige Überprüfung der zugrunde liegenden Parameter statt.

Eine weiterhin verhaltene Entwicklung der Kapitalmärkte kann die Finanzierungskosten der Iveco Magirus AG erhöhen. Zur Liquiditätssteuerung bestehen CashPooling-Vereinbarungen mit Konzerngesellschaften, soweit diese im Rahmen der jeweiligen rechtlichen und steuerlichen Gegebenheiten möglich und sinnvoll sind.

Falls darüber hinaus Refinanzierungsmaßnahmen erforderlich werden, kann auf bestehende Bankverbindungen zurückgegriffen werden, um gegebenenfalls Fremdkapitalfinanzierungen anzustoßen. Darüber hinaus stehen bereits Avallinien bei Banken zur Verfügung, die zum Jahresende lediglich mit rund 8,1 Prozent ausgelastet waren.

Die Investitionen des Unternehmens werden teilweise eigenfinanziert. Insbesondere im Produktionsbereich, aber auch im Bereich Forschung und Entwicklung werden finanzielle Mittel durch die Iveco S.p.A. zur Verfügung gestellt.

Beteiligungsrisiko: Mit den Tochtergesellschaften der Iveco Magirus AG bestehen Ergebnisabführungsverträge. In Abhängigkeit von deren Ergebnissen besteht das Risiko, Verluste ausgleichen zu müssen. Für das kommende Geschäftsjahr erwartet das Unternehmen eine weitere Verbesserung der Ergebnislage bei den Iveco-Vertriebsgesellschaften.

lT-Risiken

Die Geschäfts- und Produktionsprozesse der Iveco Magirus AG sowie die interne und externe Kommunikation basieren zunehmend auf Informationstechnologie. Eine ständige Verbesserung der Informationssysteme und ihrer Infrastruktur sowie der Sicherheit sind zwingende Voraussetzung des Erhalts der Wettbewerbsfähigkeit. Die Iveco Magirus AG hat durch geeignete Maßnahmen diesem Umstand Sorge getragen. Die Komplexität der Prozesse und die Einbindung der Mitarbeiter und IT-Dienstleister wurden durch technische Vorkehrungen gesichert. Mit den ITDienstleistern sind Wiederherstell- und Kontinuitätspläne implementiert. Fallbackszenarien sind für die geschäftskritischen Prozesse eingeführt. Redundanzen bei Infrastrukturen sind entsprechend der Anforderungen hinsichtlich Sicherheit, Geschwindigkeit und Verfügbarkeit ausgelegt.

In Zusammenhang mit dem Projekt „World Class Manufacturing” wurden in der Produktion weitere prozessoptimierende Systeme implementiert.

In den Vertriebsgesellschaften wurden alle ERP-Systeme (Enterprise Resource Planning-Anwendungssoftware zur Planung der Unternehmensressourcen) auf den neuesten Stand gebracht. Hier wurde neben dem eingeführten Dealer Management System und der SAP Finanzbuchhaltung mehr Effizienz und Transparenz durch die Einführung eines CRM-Systems sichergestellt. Zur Verbesserung der Infrastruktur und Sicherheit sowie der Kommunikationseffizienz wurden alle Standorte der Vertriebsgesellschaften in die Netze von Fiat und Iveco sowie Systemstandards integriert.

Wie in den Vorjahren erreichte die Iveco Magirus AG mit Hilfe unterschiedlicher Normen- und Qualitätsmanagementsysteme einen hohen Standard. Die Einführung neuer Systeme erfolgt nach Iveco Projekt Management Methode.

Der Bereich ICT (Information and Communication Technology) realisiert ständig Verbesserungen und Maßnahmen zur Prävention und Verminderung von Risiken, die im Zusammenhang mit der Entwicklung der Informationstechnologie stehen. Change Management ist integraler Bestandteil der Serviceleistung zur Sicherstellung der Qualitätsstandards.

Rechtliche Risiken und Compliance

Im Rahmen der normalen Geschäftstätigkeit ist die Iveco Magirus AG Risiken aus Rechtsstreiten und -verfahren ausgesetzt. Diese Risiken werden unter anderem durch standardisierte Prozesse, transparente Vertragsgestaltung sowie Einschaltung von Rechtsexperten minimiert. Dennoch bestehen laufend Risiken aus den Bereichen allgemeines Vertriebsrecht, Verträge und Gewährleistung/Garantie, Produkthaftung, Kartellrecht und Umwelthaftung.

Die damit in Verbindung stehenden Ergebnisse der Verfahren können nicht mit Sicherheit abgeschätzt werden, so dass aufgrund von gerichtlichen oder behördlichen Entscheidungen oder durch Vereinbarungen von Vergleichen Aufwendungen entstehen können, die nicht oder nicht in vollem Umfang durch Versicherungsleistungen abgedeckt sind. Dies kann somit Auswirkungen auf das Geschäftsergebnis haben.

Zum Jahresende 2010 bestand lediglich ein Verfahren von Bedeutung, das über die normale Geschäftstätigkeit hinausgeht. Für Risiken aus diesem Verfahren und den bestehenden anderen Rechtsstreitigkeiten sowie für Ansprüche aus Produkthaftung oder ähnlichen Ansprüchen sind entsprechende Rückstellungen gebildet.

Die Verhaltensrichtlinie (Code of Conduct) der Fiat Gruppe wurde im Jahr 2010 aktualisiert. Diese Richtlinie bildet für die Fiat Gruppe und damit auch für die Iveco Magirus AG die Grundlage für das Compliance-Management-System, das laufend weiterentwickelt wird.

Beurteilung des Gesamt-Risikos

Das Gesamtrisiko der Iveco Magirus AG setzt sich aus Einzelrisiken aller Risikokategorien innerhalb der einzelnen Geschäftsfelder zusammen. Aufgrund der Finanzmarktkrise in 2009 mit ihren immer noch spürbaren Auswirkungen im Jahr 2010 hat sich die Risikosituation bei der Iveco Magirus AG wieder teilweise entspannt, dennoch zeigen sich dadurch Auswirkungen auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage. Diese Auswirkungen der jüngsten Finanzkrise werden jedoch nicht als dauerhaft und wesentlich angesehen, sondern als branchenbedingte Schwankungen bewertet, die durch die globalen Rahmenbedingungen verstärkt wurden.

Der Vorstand stellt auf Grundlage des von der Iveco Magirus AG installierten Risikomanagementsystems fest, dass keine Risiken erkennbar sind, die — allein oder in Kombination mit anderen Risiken — den Fortbestand der Iveco Magirus AG gefährden können.

AUSBLICK

1. Konsum löst Export als Wachstumsmotor ab

Die kräftige Erholung der deutschen Wirtschaft aus dem Berichtsjahr wird sich 2011 in abgeschwächter Form fortsetzen und sich stärker als bisher auf den Konsum anstelle des Exports als Wachstumsmotor stützen. Die Nachfrage nach Produkten der deutschen Industrie wird sich im Jahr 2011 deutlich abschwächen.

Von der weltwirtschaftlichen Erholung profitiert auch die Wirtschaft im Euroraum. Durch den Basiseffekt werden allerdings die Weltkonjunktur wie auch der Welthandel ein geringeres Wachstum aufweisen, der deutsche Export dürfte mit 6,5 Prozent nur noch halb so schnell steigen wie 2010. Das gilt unter der Voraussetzung stabiler Ölpreise und des Ausbleibens einer Eurokrise in größerem Umfang.

Dagegen dürften der sich positiv entwickelnde Arbeitsmarkt sowie höhere Lohnsteigerungen den Konsum stärken. Gestiegene Beiträge zur gesetzlichen Krankenkasse und zur Arbeitslosenversicherung werden dagegen einen leicht dämpfenden Einfluss ausüben. Mit 1,6 Prozent dürfte der Konsum aber einen deutlich stärkeren Wachstumsmotor darstellen als noch 2010 mit plus 0,5 Prozent.

Auch die Investitionen werden mit plus 4,3 Prozent, darunter auch die Bauinvestitionen mit 1,7 Prozent, wieder einen deutlichen Beitrag zum Wachstum liefern.

Die Arbeitslosigkeit wird weiter abnehmen und im Durchschnitt 2011 noch 7,0 Prozent betragen. Dagegen werden die Verbraucherpreise als Folge des Aufschwungs und der nachfragebedingt höheren Energiepreise auf ein Niveau von 1,8 Prozent steigen.

2. Nutzfahrzeuge weiter im Aufwärtstrend

Auch wenn der Nachholbedarf nach dem Ende des scharfen Einbruchs teilweise abgedeckt sein dürfte, zeigten sich im Jahresverlauf 2010 zunehmend bereits einige Knappheiten bei den Frachträumen, so dass die Nachfragebelebung in Deutschland 2011 anhalten dürfte, wenn auch in abgeschwächter Form. Wie im Vorjahr werden wieder alle Segmente von dem Zuwachs profitieren, und zwar auch wieder in besonderer Weise der Schwer-Lkw-Bereich.

Im Jahr 2011 erwartet Iveco Magirus AG einen weiteren Anstieg der Nachfrage im Bereich schwerer Lkw ab 16 Tonnen. Der Export wird entsprechend der Prognose vom Verband der Automobilindustrie mit einer Steigung von 65 Prozent überproportional wachsen. An dieser Entwicklung wird das Unternehmen überdurchschnittlich profitieren. Die aktuelle Auftragssituation lässt ein weiteres Anziehen im Geschäft erwarten. In der schweren Klasse haben sich die Auftragseingänge aus dem Ausland im Zeitraum 2010 gegenüber dem Vorjahr fast verdoppelt.

Auch 2011 dürfte die Iveco Magirus AG ihren Marktanteil in Deutschland wieder ausbauen. Dazu wird ihre hohe Kompetenz im Bereich Energieverbrauch und Umweltfreundlichkeit, besonders mit alternativen Antriebsarten, beitragen. Auch der neue Ecostralis, der im schweren Bereich auf optimale Weise Wirtschaftlichkeit und Umweltfreundlichkeit verbindet, stellt eine Stärkung der Position von Iveco Magirus im Wettbewerb dar.

Das Niveau war 2010 noch deutlich von dem der Jahre vor 2009 entfernt. Das erwartete Wachstum im Auftragsvolumen durch die anziehende Konjunktur in den europäischen Nachbarländern wird die Dynamik des 4. Quartals erhalten. Die wirtschaftliche Wende ist geschafft und der Aufwärtstrend stabil.

Die Iveco Magirus AG sieht eine schrittweise Annäherung an das Niveau von 2008 in Deutschland. Wenn von den Prognosen der allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung ausgegangen wird, wird das Niveau des Jahres 2008 erst wieder 2013/2014 erreicht, sofern nicht eine deutliche Verlangsamung der Konjunkturerholung das Wachstum entschleunigt.

Für das Jahr 2011 geht der Vorstand der Iveco Magirus AG von einer Fortsetzung der positiven Entwicklung im 4. Quartal 2010 aus und erwartet eine deutliche Steigerung im Auftragseingang sowie ein Umsatzwachstum von rund 20 Prozent. Durch die 2010 umgesetzten Maßnahmen zur Senkung von Kosten und Effizienzsteigerungsprogramme geht die Ergebnisprognose von einem Gewinn aus dem operativen Geschäft im einstelligen Millionenbereich aus. Auch im Beteiligungsergebnis ist nach den Sondereffekten im Jahr 2010 wieder mit positiven Ergebnissen zu rechnen.

Ausgehend von einem positiven makroökonomischen Umfeld und einer Fortführung des Umsatzwachstums aus 2011 erwartet der Vorstand für das Geschäftsjahr 2012 eine positive Entwicklung des Gewinns aus den operativen Aktivitäten.

BERICHT ÜBER BEZIEHUNGEN ZU VERBUNDENEN UNTERNEHMEN

Die Gesellschaft hat gemäß Paragraph 312 AktG für das Geschäftsjahr 2010 einen Bericht über die Beziehungen zu den verbundenen Unternehmen aufgestellt und ihn nach Paragraph 313 AktG den Abschlussprüfern vorgelegt.

Die Erklärung des Vorstandes lautet: „Unsere Gesellschaft und unsere Beteiligungsgesellschaften erhielten bei jedem der im Bericht über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen aufgeführten Rechtsgeschäfte eine angemessene Gegenleistung. Sie wurden durch die getroffenen oder unterlassenen Maßnahmen nicht benachteiligt. Dieser Beurteilung liegen die Umstände zugrunde, die uns in dem Zeitpunkt bekannt waren, in dem die berichtspflichtigen Vorgänge durchgeführt wurden.”

Der Abschlussprüfer hat Einwendungen gegen diesen Bericht nicht erhoben.

Ulm, den 22.02.2011

Iveco Magirus AG

Der Vorstand

Barschkis

Borgo

Snieders

Venstra

Bilanz zum 31. Dezember 2010

AKTIVA

Anhang 31.12.2010 31.12.2009
AKTIVA Euro Euro
--- --- --- ---
Anlagevermögen (1)
Immaterielle Vermögensgegenstände 198.052,52 260.371,58
Sachanlagen 65.392.957,90 77.381.513,63
Finanzanlagen 85.000.585,71 86.026.828,92
150.591.596,13 163.668.714,13
Umlaufvermögen
Vorräte Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe (2) 13.812.484,59 16.126.173,29
Unfertige Erzeugnisse 742.044,98 1.959.129,92
Fertige Erzeugnisse und Waren 90.035.731,83 141.355.325,24
104.590.261,40 159.440.628,45
Forderungen u. sonstige Vermögensgegenstände (3)
Forderungen aus Lieferungen u. Leistungen 53.778.869,89 58.610.277,55
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 338.666.425,42 199.803.922,68
Sonstige Vermögensgegenstände 2.891.215,42 6.822.561,61
395.336.510,73 265.236.761,84
Flüssige Mittel (4) 1.212.236,12 1.120.750,00
501.139.008,25 425.798.140,29
Rechnungsabgrenzungsposten (5) 384.308,50 1.245.380,94
652.114.912,88 590.712.235,36
PASSIVA
Anhang 31.12.2010 31.12.2009
Euro Euro
Eigenkapital (6)
Gezeichnetes Kapital 50.000.000,00 50.000.000,00
Kapitalrücklage 9.611.520,43 9.611.520,43
Gewinnrücklagen Gesetzliche Rücklage 14.736.772,57 14.736.772,57
Bilanzgewinn (7) 28.847.947,75 50.783.325,57
103.196.240,75 125.131.618,57
Rückstellungen (8)
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 102.879.990,00 96.973.512,00
Steuerrückstellungen 0,00 13.172.356,17
Sonstige Rückstellungen 174.854.498,58 182.974.045,19
277.734.488,58 293.119.913,36
Verbindlichkeiten (9)
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 0,00 0,00
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 4.402.701,67 14.602.161,62
Verbindlichkeiten aus Lieferungen u. Leistungen 147.503.772,36 85.139.958,75
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 106.162.020,88 58.249.859,98
Sonstige Verbindlichkeiten 13.115.688,64 14.468.723,08
271.184.183,55 172.460.703,43
652.114.912,88 590.712.235,36

Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 2010

Anhang 2010 2009
EURO EURO
--- --- --- ---
Umsatzerlöse (10) 1.323.173.645,65 1.042.380.426,25
Verminderung oder Erhöhung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen (39.609.002,94) (46.970.048,97)
Andere aktivierte Eigenleistungen 100.240,86 16.114,34
1.283.664.883,57 995.426.491,62
Sonstige betriebliche Erträge (11) 94.627.792,68 87.956.108,54
Materialaufwand (12) (1.147.987.812,97) (866.428.881,15)
Personalaufwand (13) (110.712.657,27) (102.607.403,58)
Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen (14) (14.696.690,30) (16.030.235,59)
Sonstige betriebliche Aufwendungen (15) (93.392.655,11) (86.085.739,47)
11.502.860,60 12.230.340,37
Beteiligungsergebnis (16) (21.431.219,69) (6.442.491,34)
Zinsergebnis (17) (4.757.975,46) (5.244.532,59)
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (14.686.334,55) 543.316,44
Außerordentliches Ergebnis (18) (7.361.359,00) (3.000.000,00)
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag (1.615.861,75) (8.885.063,60)
Sonstige Steuern (405.822,52) (3.764.683,71)
Jahresfehlbetrag (24.069.377,82) (15.106.430,87)
Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 50.783.325,57 65.889.756,44
Entnahme aus Sonstigen Gewinnrücklagen 2.134.000,00 -
Bilanzgewinn 28.847.947,75 50.783.325,57

Anhang

Allgemeine Angaben

Der Jahresabschluss der Iveco Magirus AG wurde nach den Vorschriften des HGB in Fassung des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes vom 25. Mai 2009 und den ergänzenden Vorschriften des AktG aufgestellt.

Wie in den Vorjahren sind in der Bilanz und in der Gewinn- und Verlustrechnung zur Verbesserung der Klarheit der Darstellung verschiedene Posten zusammengefasst.

Die erforderlichen Einzelangaben sind im Anhang gesondert aufgeführt. Die Vermerke, die wahlweise in der Bilanz bzw. in der Gewinn- und Verlustrechnung oder im Anhang anzubringen sind, werden insgesamt im Anhang ausgewiesen.

Umstellung auf die Vorschriften des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes

Gemäß den Übergangsvorschriften des EGHGB werden die Auswirkungen aus der Umstellung zum 01.01.2010 im Außerordentlichen Ergebnis und in den Sonstigen Gewinnrücklagen erfasst. Nachfolgend werden die wesentlichen Auswirkungen der Umstellung auf die Vorschriften des BiIMoG dargestellt.

Bewertungsänderung bei Pensionen

Die Iveco Magirus AG hat von dem Wahlrecht § 253 Abs. 2 HGB Gebrauch gemacht, als Abzinsungssatz den von der Deutschen Bundesbank ermittelten durchschnittlichen Marktzinssatz der letzten 7 Jahre zu verwenden, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt. Künftig erwartete Gehalts- und Rentensteigerungen sind bei der Bewertung der Pensionsverpflichtungen berücksichtigt. Aus der Umstellung wäre für die Bilanzposition Pensionen und ähnliche Verpflichtungen insgesamt eine Zuführung in Höhe von EUR 20,9 Millionen erforderlich, wovon EUR 6,4 Millionen im Geschäftsjahr im Außerordentlichen Ergebnis erfasst wurden.

Diskontierung der Personalrückstellungen

Durch die Diskontierung der Personalrückstellungen mit dem laufzeitadäquaten Marktzinssatz, wie er von der Deutschen Bundesbank ermittelt wurde, war ein Abzinsungsbetrag bei den langfristigen Personalrückstellungen in Höhe von EUR 7,3 Millionen erforderlich. Der Ertrag wurde erstmals im Zinsergebnis mit einbezogen. Außerdem war durch Bewertungsänderungen bei langfristigen Personalrückstellungen eine Zuführung in Höhe von EUR 1,0 Millionen notwendig. Der Aufwand daraus wurde im Geschäftsjahr vollständig im Außerordentlichen Ergebnis erfasst.

Bewertungsänderung bei sonstigen Rückstellungen

Gemäß den Vorschriften des BilMoG sind Rückstellungen zum Erfüllungsbetrag unter Einbeziehung von Preis- und Kostensteigerungen bewertet. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr sind mit dem laufzeitadäquaten durchschnittlichen Marktzinssatz der letzten 7 Jahre abgezinst, wie von der Deutschen Bundesbank ermittelt wurde. Diese beiden Effekte wirken gegenläufig. Bei Effekten aus der Diskontierung wurden die einzelnen Rückstellungen zugunsten des Zinsergebnisses (Zinsertrag EUR 2,0 Millionen, Zinsaufwand EUR 1,0 Million) reduziert. Für die Garantierückstellung wurde das Beibehaltungswahlrecht gemäß Art. 67 Abs. 1 EGHGB in Anspruch genommen und der Wertansatz zum 01.01.2010 beibehalten.

Berechnung von latenten Steuern

Die neuen Bilanzierungsvorschriften sehen vor, die latenten Steuern auf Bewertungsunterschiede in Organgesellschaften auf Ebene der Organgesellschaft zu ermitteln und in der Iveco Magirus AG zu erfassen. Latente Steuern auf quasi-permanente Differenzen und auf Verlustvorträge sind erstmals zu bilden. Die Berechnung der latenten Steuern auf die Bewertungsänderungen ergab aktive latente Steuern. Vom Wahlrecht gemäß § 274 Abs. 1 HGB, den Aktivüberhang nicht zu aktivieren, wurde Gebrauch gemacht. Damit ergaben sich keine Steuereffekte, somit auch keine Reduzierung der in der Gewinn- und Verlustrechnung erfassten Ertragssteuern. Aktive latente Steuern ergeben sich aus Differenzen zwischen handelsrechtlichen und steuerrechtlichen Wertansätzen bei der Bewertung der Pensionsrückstellung und bei der Bewertung der Sonstigen Rückstellungen.

Vorjahreszahlen

Gemäß den Übergangsvorschriften des BiIMoG ist eine Anpassung der Vorjahreszahlen an die neuen Bilanzvorschriften gemäß Wahlrecht Art. 67 Abs. 8 EGHGB nicht vorgenommen worden.

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden werden den Vorschriften gemäß dem Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz BilMoG angepasst.

Immaterielle Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen, bewertet. Als übliche Nutzungsdauer sind 5 Jahre zugrunde gelegt.

Die Sachanlagen sind zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten und, soweit abnutzbar, unter Berücksichtigung planmäßiger Abschreibungen bewertet. Die Herstellungskosten enthalten die direkt zurechenbaren Material- und Lohnkosten sowie anteilige Gemeinkosten und Abschreibungen, soweit steuerlich zulässig.

Die Abschreibungen auf die Zugänge 2010 sind einheitlich nach der linearen Methode ermittelt. Die übliche Nutzungsdauer beträgt bei Gebäuden bis zu 40 Jahre, bei technischen Anlagen und Maschinen sowie bei anderen Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 5 bis 20 Jahre. Gegenstände mit einem Wert unter EUR 150 fließen sofort in den Aufwand. Anlagegüter mit einem Wert von EUR 150 bis einschließlich EUR 1.000 werden aktiviert und über 5 Jahre abgeschrieben.

Die Bewertung der Anteile an verbundenen Unternehmen erfolgt zu Anschaffungskosten oder dem niedrigeren beizulegenden Wert. Unverzinsliche oder niedrig verzinsliche Ausleihungen werden mit ihrem Barwert angesetzt.

Die Vorräte sind zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten oder den jeweils niedrigeren beizulegenden Werten bewertet. Die Herstellungskosten enthalten neben den Einzelkosten auch die steuerlich aktivierungspflichtigen Teile der Gemeinkosten.

Die Bestandsrisiken aus der Lagerdauer oder verminderter Verwertbarkeit am Markt sind durch angemessene Wertabschläge berücksichtigt.

Bei den Forderungen und sonstigen Vermögensgegenständen sind alle erkennbaren Risiken durch Einzelwertberichtigungen abgedeckt. Darüber hinaus wird dem allgemeinen Kreditrisiko durch eine Pauschalwertberichtigung Rechnung getragen. Langfristige Forderungen werden abgezinst.

Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen sind versicherungsmathematisch nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren auf der Grundlage der biometrischen Richttafeln 2005G nach Heubeck ermittelt. Die versicherungsmathematische Bewertung des Erfüllungsbetrags basiert unter anderem auf einem Abzinsungssatz von 5,15 Prozent und einem Rententrend von 1,75 Prozent p. a. Die Entgeltsteigerungen werden mit 0-2,0 Prozent berücksichtigt. Aufgrund des Wahlrechts gemäß Art. 67 Abs. 1 EGHGB werden den Pensionsrückstellungen im Geschäftsjahr EUR 6,4 Millionen zugeführt. Es verbleibt ein zu passivierender Unterschiedsbetrag von EUR 14,5 Millionen.

Die sonstigen Rückstellungen sind unter Berücksichtigung aller erkennbaren Risiken in ihrer Höhe nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung bemessen und werden mit dem Erfüllungsbetrag passiviert.

Die Verbindlichkeiten sind mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt.

Auf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten, deren Restlaufzeit nicht mehr als ein Jahr betragen, werden mit dem Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bewertet. Alle übrigen auf fremde Währung lautenden Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten werden mit dem Umrechnungskurs bei Entstehung bzw. bei Forderungen mit dem niedrigeren und bei Verbindlichkeiten mit dem höheren Devisenkassamittelkurs umgerechnet.

ERLÄUTERUNGEN ZUR BILANZ

Entwicklung des Anlagevermögens (in '000 EUR)

Entwicklung 2010

Sachanlagen
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten Technische Anlagen und Maschinen Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau Sachanlagen Gesamt
Anschaffungskosten
Stand am 01.01.2010 136.304 50.579 188.064 472 375.419
Zugänge 240 453 3.201 - 3.894
Abgänge (1.089) (5.939) (7.123) (238) (14.389)
Umbuchungen - - - - -
Stand am 31.12.2010 135.455 45.093 184.142 234 364.924
Abschreibungen
Stand am 01.01.2010 105.781 44.567 147.689 - 298.037
Zugänge 1.250 883 12.361 - 14.494
Abgänge - (5.909) (7.091) - (13.000)
Umbuchungen - - - - -
Stand am 31.12.2010 107.031 39.541 152.959 - 299.531
Nettobuchwert am 31.12.2010 28.424 5.552 31.183 234 65.393
Nettobuchwert am 31.12.2009 30.523 6.012 40.375 472 77.382
Entwicklung 2010

Finanzanlagen und immaterielle Vermögenswerte
Anteile an verbundenen Unternehmen Ausleihungen an verbundene Unternehmen Sonstige Ausleihungen Finanzanlagen Gesamt Immaterielle Vermögenswerte, Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte
Anschaffungskosten
Stand am 01.01.2010 64.503 20.704 1.032 86.239 3.099
Zugänge - - 68 68 140
Abgänge - (854) (253) (1.107) (585)
Umbuchungen - - - - -
Stand am 31.12.2010 64.503 19.850 847 85.200 2.654
Abschreibungen
Stand am 01.01.2010 - - 212 212 2.839
Zugänge - - 24 24 202
Abgänge - - (37) (37) (585)
Umbuchungen - - - - -
Stand am 31.12.2010 - - 199 199 2.456
Nettobuchwert am 31.12.2010 64.503 19.850 648 85.001 198
Nettobuchwert am 31.12.2009 64.503 20.704 820 86.027 260
NETTOBUCHWERT ANLAGEVERMÖGEN AM 31.12.2010 150.592
NETTOBUCHWERT ANLAGEVERMÖGEN AM 31.12.2009 163.669

1. Anlagevermögen

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist im Anlagespiegel dargestellt.

Die Zugänge in Sachanlagen belaufen sich auf EUR 3,9 Millionen und dienen im Wesentlichen zur Modernisierung des Werks in Ulm.

2. Vorräte

Die Bestände an Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen sind bedingt durch die niedrige Produktionsauslastung um 14,3 Prozent gefallen. Auch die unfertigen Erzeugnisse reduzierten sich um EUR 0,7 Millionen, bedingt durch das niedrige Auftragsvolumen im Jahr 2010. Der durch die Wirtschaftskrise verursachte Bestand an Fahrzeugen aus 2008 konnte durch gezielte Abverkaufsmaßnahmen im Berichtsjahr reduziert werden. Der Bestand an fertigen Erzeugnissen und Waren reduzierte sich auf EUR 90,0 Millionen und fiel um 36,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresbestand (EUR 141,4 Millionen). Insgesamt reduzierte sich das Vorratsvermögen weiter um 34,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf EUR 104,6 Millionen.

3. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

EUR (000) 31.12.2010 davon Restlaufzeit mehr als 1 Jahr 31.12.2009 davon Restlaufzeit mehr als 1 Jahr
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
• Buchforderungen 53.779 774 58.610 860
• Wechselforderungen - - - -
53.779 774 58.610 860
Forderungen gegen verbundene Unternehmen
• aus Lieferungen und Leistungen 102.414 - 189.249 -
• sonstige 236.253 - 10.555 -
338.667 - 199.804 -
Sonstige Vermögensgegenstände 2.891 - 6.823 -
395.337 774 265.237 860

Der Anteil der aus Exportgeschäften stammenden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen einschließlich solcher Forderungen gegen verbundene Unternehmen sank auf 59,1 Prozent gegenüber einem Anteil von 74,7 Prozent im Vorjahr. In Summe sanken die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um 37,0 Prozent gegenüber Vorjahresniveau auf EUR 156,2 Millionen. Grund hierfür ist der Abbau der offenen Forderungen durch ein gezieltes Kreditmanagement. Insbesondere hat eine nachhaltige Betreuung von Kunden mit langfristigen Zahlungsvereinbarungen, verursacht durch die Kreditverschärfung im Bankensystem, Früchte getragen.

Die sonstigen Vermögensgegenstände reduzierten sich gegenüber dem Vorjahr auf EUR 2,9 Millionen im Wesentlichen durch niedrigere debitorische Kreditoren.

In den sonstigen Forderungen gegen verbundene Unternehmen sind Cash Pool Guthaben in Höhe von EUR 235,9 Millionen (Vorjahr: keine) bei der Fiat Finance and Trade Ltd. enthalten.

4. Flüssige Mittel

EUR (000) 31.12.2010 31.12.2009 Veränderung
Kassenbestand und Schecks 10 10 0
Guthaben bei Kreditinstituten 1.202 1.111 91
1.212 1.121 91

5. Rechnungsabgrenzungsposten

Dieser Posten enthält im Wesentlichen Pensionszahlungen für das 1. Quartal 2011 an den Essener Verband sowie Kautionsversicherungszahlungen. Die im Vorjahr im aktiven Rechnungsabgrenzungsposten ausgewiesene vorausbezahlte Umsatzsteuer auf Anzahlungen wird gemäß BilMoG seit 2010 direkt von Anzahlungen abgesetzt.

6. Gezeichnetes Kapital und Kapitalrücklage

Das Grundkapital der Iveco Magirus AG, Ulm, beträgt EUR 50.000.000,00. Es ist eingeteilt in 500.000 Inhaber-Aktien von je EUR 100,00.

Mit Schreiben gemäß § 20 AktG vom 17.12.2010 hat die Fiat Netherlands Holding N.V., Amsterdam, Niederlande, mitgeteilt, dass die Mehrheit der Anteile von ihr gehalten wird.

7. Bilanzgewinn

EUR (000) 2010 2009
Gewinnvortrag 50.783 65.890
Jahresfehlbetrag (24.069) (15.107)
Entnahme aus Sonstigen Gewinnrücklagen 2.134 -
Bilanzgewinn 28.848 50.783

Der Bilanzgewinn aus dem Vorjahr wurde in voller Höhe thesauriert.

Die durch die Bewertungsänderungen aufgrund BilMoG entstandenen sonstigen Gewinnrücklagen wurden gemäß § 58 AktG zugunsten des Bilanzgewinns aufgelöst.

8. Rückstellungen

Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen sind gemäß § 253 Abs. 1, 2 HGB mit dem nach versicherungsmathematischen Grundsätzen ermittelten Anwartschaftsbarwertverfahren angesetzt. Der Erfüllungsbetrag der Pensionsrückstellungen beträgt EUR 117,4 Millionen (Vorjahr EUR 96,9 Millionen).

Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen u. a. drohende Verluste aus Rückkaufverpflichtungen und Wartungs- und Reparaturverträgen, Gewährleistungen, sonstige vertriebliche Risiken, Verpflichtungen im Personalbereich sowie Abdeckung von sonstigen Risiken.

9. Verbindlichkeiten

EUR (000) 31.12.2010 31.12.2009
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 0 0
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 4.403 14.602
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 147.504 85.140
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 106.162 58.250
Sonstige Verbindlichkeiten
• aus Steuern 10.585 10.004
• im Rahmen der sozialen Sicherheit 2 0
• übrige 2.528 4.465
13.115 14.469
271.184 172.461

Die Steigerung der Verbindlichkeiten im Geschäftsjahr 2010 beruht im Wesentlichen auf dem gestiegenen Geschäftsvolumen und höherer Produktion im 4. Quartal. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind um 73,2 Prozent oder EUR 62,4 Millionen angestiegen.

In den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen sind weiterhin Verrechnungskonten in Höhe von EUR 72,5 Millionen (Vorjahr EUR 40,4 Millionen) und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von EUR 33,7 Millionen (Vorjahr EUR 15,7 Millionen) enthalten.

Durch Grundschulden gesicherte Verbindlichkeiten sowie Restlaufzeiten über ein Jahr liegen wie im Vorjahr nicht vor.

ERLÄUTERUNGEN ZUR GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

10. Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse gliedern sich nach folgenden Tätigkeitsbereichen und Regionen auf:

EUR (000) 2010 % 2009 %
Neufahrzeuge 916.904 69,3 691.994 66,4
Gebrauchtfahrzeuge 65.598 5,0 38.591 3,7
Komponenten, Motoren 2.825 0,2 13.333 1,3
Ersatzteile 197.576 14,9 189.805 18,2
Reparaturen, Sonstige Umsätze 36.097 2,7 38.068 3,6
Verrechnungsverfahren 104.174 7,9 70.589 6,8
1.323.174 100,0 1.042.380 100,0
Bundesrepublik Deutschland 698.076 52,8 529.597 50,8
Übrige EU-Länder 468.675 35,4 387.045 37,1
Übriges Europa 22.959 1,7 25.465 2,4
Außereuropäische Länder 29.290 2,2 29.684 2,9
Verrechnungsverfahren 104.174 7,9 70.589 6,8
1.323.174 100,0 1.042.380 100,0

Durch das Verrechnungspreissystem sind die Umsatzerlöse aus Fahrzeugen um EUR 104,2 Millionen (Vorjahr EUR 70,6 Millionen) erhöht ausgewiesen. Bei einer Eliminierung der konzerninternen Verrechnung von Fahrzeugen reduzieren sich die Umsatzerlöse auf EUR 1.219,0 Millionen. Diese Umsatzentwicklung liegt im Rahmen der ausgewiesenen Absatzentwicklung deutlich über dem Vorjahresniveau bedingt durch die Erholung der Nutzfahrzeugmärkte, insbesondere in Deutschland. Die Auslandsumsätze bei den verkauften schweren Nutzfahrzeugen haben sich jedoch unterproportional zum Gesamtvolumen entwickelt.

11. Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge beinhalten im Wesentlichen Erträge aus weiterberechneten Dienstleistungen und Kosten sowie nicht unter Umsatzerlösen auszuweisende Leistungen.

Daneben enthält der Posten Erträge aus Währungsdifferenzen, Mieteinnahmen, Erträge aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens sowie Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen und Wertberichtigungen.

In der Gesamtsumme von EUR 94,6 Millionen (Vorjahr EUR 88,0 Millionen) sind periodenfremde Erträge von EUR 16,3 Millionen (Vorjahr EUR 23,7 Millionen) enthalten, davon EUR 10,9 Millionen (Vorjahr EUR 18,8 Millionen) aus Erträgen aus der Auflösung von Rückstellungen. Weiterhin entfallen EUR 60,3 Millionen (Vorjahr EUR 51,5 Millionen) auf weiterberechnete Dienstleistungen und Kosten sowie Erträge aus Währungsumrechnung (EUR 0,7 Millionen).

12. Materialaufwand

EUR (000) 2010 2009 Veränderung
Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 949.362 714.028 235.334
Aufwendungen für Fahrzeuge Eigenproduktion 116.345 78.217 38.128
Aufwendungen für bezogene Leistungen 82.281 74.184 8.097
Materialaufwand 1.147.988 866.429 281.559

Der Materialaufwand für Produktion stieg um 41,4 Prozent gegenüber Vorjahr und entspricht dem höheren Produktionsvolumen. Somit steigt der gesamte Materialaufwand um 32,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresniveau.

13. Personalaufwand

EUR (000) 2010 2009 Veränderung
Löhne und Gehälter 91.358 77.358 14.000
Soziale Abgaben und Aufwendungen für Unterstützung 14.595 17.081 (2.486)
Aufwendungen für Altersversorgung 4.760 8.168 (3.408)
Summe 19.355 25.249 (5.894)
Personalaufwand 110.713 102.607 8.106

Die Erhöhung der Löhne und Gehälter um 18,1 Prozent ist bedingt durch Reduzierung der Kurzarbeitstage gegenüber 2009. Der Rückgang der Aufwendungen für Altersversorgung in 2010 ergibt sich durch den erstmaligen Ausweis des Zinsanteils der Pensionsrückstellung im Zinsergebnis.

14. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen

EUR (000) 2010 2009 Veränderung
Planmäßige Abschreibungen 14.494 15.672 (1.178)
Abschreibungen Immaterielle Wirtschaftsgüter 203 358 (155)
Abschreibungen 14.697 16.030 (1.333)

15. Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten Verwaltungs- und Vertriebskosten wie Mieten, Werbekosten, Versicherungen, Provisionen, Ausgangsfrachten, sonstige Dienstleistungen sowie Sonderwagnisse und Verlustrisiken. In der Gesamtsumme von EUR 94,4 Millionen sind periodenfremde Aufwendungen von EUR 2,3 Millionen sowie Aufwendungen aus Währungsumrechnung (EUR 0,8 Millionen) enthalten.

16. Beteiligungsergebnis

EUR (000) 2010 2009 Veränderung
Erträge aus Gewinnabführungsverträgen 0 16.916 (16.916)
Aufwendungen aus Verlustübernahmen (21.431) (23.358) 1.927
(21.431) (6.442) (14.989)

Die ausgewiesenen Ergebnisse stammen von verbundenen Unternehmen.

17. Zinsergebnis

EUR (000) 2010 2009 Veränderung
Erträge aus Ausleihungen
• von Dritten 3 6 (3)
• von verbund. Unternehmen 1.018 1.005 13
Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 1.021 1.011 10
Zinsen und ähnliche Erträge
• von Dritten 174 419 (245)
• von verbundenen Unternehmen 6.375 2.004 4.371
• Abzinsungen 2.038 - 2.038
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 8.587 2.423 6.164
Zinserträge 9.608 3.434 6.174
Abschreibungen auf Finanzanlagen (178) (6) (172)
Zinsen und ähnliche Aufwendungen
• an Dritte (5.872) (3.809) (2.063)
• an verbundene Unternehmen (3.242) (4.864) 1.622
• Aufzinsungen (5.074) - (5.074)
Zinsen und ähnliche Aufwendungen (14.188) (8.673) (5.515)
Zinsaufwendungen (14.366) (8.679) (5.687)
Zinsergebnis (4.758) (5.245) 487

Die Entwicklung wird geprägt durch höhere Aufwendungen im operativen Geschäft, höhere Erträge infolge gestiegener Ausleihungen an verbundene Unternehmen und ein niedrigeres Zinsniveau. Durch die neuen Bilanzierungsvorschriften wird der Zinsanteil in der Zuführung zu den Pensionsrückstellungen ab 2010 im Finanzergebnis ausgewiesen. Das Zinsergebnis weist im Geschäftsjahr einen Verlust von EUR 4,8 Millionen aus.

18. Außerordentliches Ergebnis

Das außerordentliche Ergebnis beläuft sich auf EUR 7,4 Millionen (Vorjahr: EUR 3,0 Millionen) und ist wesentlich verursacht durch die Umbewertung der Pensionsrückstellung in Höhe von EUR 6,4 Millionen.

Die außerordentlichen Aufwendungen haben keine steuerlichen Auswirkungen.

SONSTIGE ANGABEN

19. Aufgliederung der Beschäftigten nach Gruppen (Jahresdurchschnitt)

Mitarbeiter Produktion Verwaltung Ulm Vertrieb und Ersatzteillager 2010

Gesamt
2009

Gesamt
Lohnempfänger 1.156 13 1.169 1.280
Angestellte 524 26 550 575
Auszubildende u.ä. 280 - 280 245
1.960 39 1.999 2.100

Die durchschnittliche Beschäftigtenzahl sank um 4,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

20. Vorstand, Aufsichtsrat 2010

2010 EUR
Bezüge des Vorstands 832.191,91
Bezüge ehem. Vorstandsmitglieder und Hinterbliebene 582.268,62
Pensionsverpflichtungen ehem. Vorstandsmitglieder und Hinterbliebene 5.952.832,00
Vergütung Aufsichtsrat 117.000,00

Die Aufstellungen der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats befinden sich auf den Seiten 51 ff.

21. Haftungsverhältnisse

EUR (000) 2010 2009 Veränderung
Verbindlichkeiten aus der Begebung und Übertragung von Wechseln - - -
Verbindlichkeiten aus Bürgschaften, Wechsel- und Scheckbürgschaften
• gegenüber Dritten 14.809 12.376 2.433
• gegenüber verbundenen Unternehmen - - -
14.809 12.376 2.433

Verbindlichkeiten aus Bürgschaften bestehen ausschließlich aus eingegangenen Verpflichtungen im Zusammenhang mit Absatzfinanzierungen im Inland und Ausland.

Die Erhöhung der Haftungsverhältnisse gegenüber Dritten ergibt sich aus vertriebspolitischen Gründen zur Unterstützung der externen Vertriebsorganisation bedingt durch die 2010 bestehende Kreditklemme. Es bestehen Bürgschaften im Gesamtbetrag von EUR 14,8 Millionen. Diese betreffen im Wesentlichen Ausfallbürgschaften zugunsten der Iveco Händlerbetriebe. Auf Basis der Kreditanalysen ist mit keiner Inanspruchnahme zu rechnen. Es bestehen keine Haftungsverhältnisse gegenüber verbundenen Unternehmen.

22. Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Sonstige finanzielle Verpflichtungen bestehen in

EUR (000) zu Barwerten 2010
Verpflichtungen aus Leasing- und Mietverträgen
fällig 2011 6.656
2012 bis 2015 15.454
2016 und folgende Jahre 1.177
Investitionsbestell-Obligo 3.184
Rückkaufverpflichtungen aus Liefergeschäften 182.320
208.791
davon gegenüber verbundenen Unternehmen 0

Als absatzpolitische Maßnahme können mit dem Verkauf von Neu- und Gebrauchtfahrzeugen Rückkaufverpflichtungen (so genannte Buy-Back-Verpflichtungen) mit den Kunden vereinbart werden. Dem Käufer wird das Optionsrecht eingeräumt, das Fahrzeug nach einer bestimmten Frist zu einem festgelegten Rücknahmewert zurückzugeben. Die Geschäfte werden als Verkaufsgeschäfte mit Gewinnrealisation bei Gefahrenübergang der Fahrzeuge abgebildet. Dem Risiko über den Marktpreisen liegenden Rücknahmepreisen wird durch die Bildung einer Rückstellung Rechnung getragen.

23. Derivative Instrumente

Das Unternehmen ist im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit Währungs-, Zins- und Preisrisiken ausgesetzt. In den Fällen, in denen die Iveco Magirus AG eine Absicherung gegen diese Risiken beabsichtigt, werden derivative Instrumente eingesetzt, insbesondere Devisenterminkontrakte. Die aus den Grundgeschäften resultierenden Wechselkursrisiken sowie die zur Absicherung abgeschlossenen Devisentermingeschäfte werden laufend überwacht.

Derivative Währungsinstrumente Marktwerte Nominalwerte
EUR (000) 2010 2009 2010 2009
Devisentermingeschäfte 7.118 5.932 6.434 5.868

Die Devisentermingeschäfte sind überwiegend innerhalb eines Jahres fällig. Die Nominalwerte sind die unsaldierten Summen der Kauf- oder Verkaufsbeträge der jeweiligen Derivate. Der Marktwert von Devisentermingeschäften errechnet sich auf Basis des am Bilanzstichtag geltenden Devisenkassamittelkurses unter Berücksichtigung der Terminaufschläge und -abschläge für die jeweilige Restlaufzeit des Kontraktes im Vergleich zum kontrahierten Devisenterminkurs.

24. Aufstellung Anteilsbesitz (Stand 31. Dezember 2010)

Beteiligungen 2010 Kapitalanteil Eigenkapital Ergebnis
% EUR (000) EUR (000)
--- --- --- --- ---
Iveco Investitions GmbH, Ulm (1) 99 2.608 (355)
Iveco Magirus Fire Fighting GmbH, Weisweil (1) 90 40.728 (8.711)
Iveco Nord Nutzfahrzeuge GmbH, Hamburg (1) 100 4.833 (3.551)
Iveco Bayern GmbH, Nürnberg (1) 100 2.276 (1.413)
Iveco Nord-Ost Nutzfahrzeuge GmbH, Berlin (1) 100 4.781 (3.900)
Iveco Süd-West Nutzfahrzeuge GmbH, Mannheim (1) 100 4.474 (2.657)
Iveco West Nutzfahrzeuge GmbH, Düsseldorf (1) 100 9.076 (660)

(1) Ergebnisse vor Ergebnisabführung / -übernahme

25. Konzern-Zugehörigkeit

Die Fiat Netherlands Holding N.V., Amsterdam, Niederlande, ist mit Mehrheit an der Iveco Magirus AG, Ulm, beteiligt.

Die Fiat Netherlands Holding N.V. wiederum ist Teil des Fiat-Konzerns. Der Konzernabschluss der Fiat S.p.A., Turin, Italien, ist in Turin im Tribunale Civile e Pena-le di Torino, Sezione Società, hinterlegt.

Dieser, unter Einbeziehung der Iveco Magirus AG, Ulm, und ihrer wesentlichen verbundenen Unternehmen erstellte Konzernabschluss erfüllt die Voraussetzungen von § 291 HGB und befreit somit die Iveco Magirus AG, Ulm, von der Verpflichtung zur Erstellung eines Konzernabschlusses.

Der Konzernabschluss der Fiat S.p.A., Turin, Italien, ist nach IFRS erstellt.

Er enthält folgende, vom deutschen Recht abweichende, wesentliche Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden:

• Bilanzierung von Geschäften mit Rückkaufverpflichtung

• Bewertung der Pensionsrückstellungen nach IAS 19

• Bewertung latenter Steueransprüche

• Bilanzierung von Entwicklungskosten (Aktivierung)

26. Abschlussprüferhonorar

Das vom Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2010 berechnete Honorar beträgt EUR 193.738. Davon entfallen EUR 184.738 auf Abschlussprüfungsleistung und EUR 9.000 auf sonstige Leistungen.

MITGLIEDER DES VORSTANDS

Mario Astengo

(bis 16.03.2010)
Ressort Produktion und Technik, Qualitätswesen, Einkauf, Entwicklung, Field Engineering
Peter Barschkis Ressort Finanzen, Verwaltung, Controlling, Recht, Steuern
Pietro Borgo Ressort Militär- und Spezialfahrzeuge, Ausfuhrverantwortlicher
Roeland Nizet

(bis 27.11.2010)
Ressort Brandschutz
Laurens Snieders Ressort Personal, Arbeitsdirektor, Personal- und Sozialwesen, EDV / Informationssysteme
John Venstra

(seit 13.07.2010)
Ressort Vertrieb, Export, Logistik, Marketing und Kommunikation
Henrik Starup

(bis 30.04.2010)

MITGLIEDER DES AUFSICHTSRATS 2010

Alfredo Altavilla

(seit 26.11.2010)
Vorsitzender Chief Executive Officer Iveco S.p.A.
Paolo Monferino

(bis 31.10.2010)
Vorsitzender Chief Executive Officer Iveco S.p.A.
Bernhard Maurer ** Stellvertretender Vorsitzender Betriebsratsvorsitzender der Iveco Magirus AG
Ralf Ailinger *

(seit 03.03.2011)
Vertreter der Leitenden Angestellten der Iveco Magirus AG
Michael Braun * Kassierer der IG Metall Ulm
Sam Burman

(bis 28.02.2011)
Senior Vice President Iveco S.p.A.
Roberto Cibrario Assereto Senior Vice President Iveco S.p.A.
Javier Colón (bis 28.02.2011) Senior Vice President Iveco S.p.A.
Markus Görtler

*
Betriebsrat der Iveco Magirus AG
Norbert Holzer *

(bis 28.02.2011)
Vertreter der Leitenden Angestellten der Iveco Magirus AG
Norbert Holzer

(seit 03.03.2011)
Senior Vice President Iveco S.p.A.
Franco Miniero Senior Vice President Iveco S.p.A.
Alberto Morelli

(seit 03.03.2011)
Senior Vice President Iveco S.p.A.
Antonio Picca Piccon (bis 31.03.2010) Senior Vice President Iveco S.p.A.
Paul Rodenfels * 1. Bevollmächtigter der IG Metall Verwaltungsstelle Singen
Wilfried Schmid * Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats der Iveco Magirus AG
Stephane Viez

(seit 22.04.2010)
Senior Vice President Iveco S.p.A.

* von den Arbeitnehmern gewählt

** als Vertreter der Arbeitnehmer gerichtlich bestellt

Ergebnisverwendung

Der Jahresfehlbetrag der Iveco Magirus AG, Ulm, im Geschäftsjahr 2010 beträgt EUR 24.069.377,82.

Der Vorstand schlägt vor, den Bilanzgewinn in Höhe von EUR 28.847.947,75 auf neue Rechnung vorzutragen.

Ulm, den 22.02.2011

Iveco Magirus AG

Der Vorstand

Barschkis

Borgo

Snieders

Venstra

Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers

Wir haben den Jahresabschluss — bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang — unter Einbeziehung der Buchführung und den Lagebericht der Iveco Magirus Aktiengesellschaft, Ulm, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2010 geprüft. Die Buchführung und die Aufstellung von Jahresabschluss und Lagebericht nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften liegen in der Verantwortung des Vorstands der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung und über den Lagebericht abzugeben.

Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung gemäß § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und durch den Lagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld der Gesellschaft sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise fir die Angaben in Buchführung, Jahresabschluss und Lagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen des Vorstands sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage fir unsere Beurteilung bildet.

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss der Iveco Magirus Aktiengesellschaft, Ulm, den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft. Der Lagebericht steht in Einklang mit dem Jahresabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Stuttgart, den 25. Februar 2011

**Deloitte & Touche GmbH

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft**

Gillar, Wirtschaftsprüferin

ppa. Pisternick, Wirtschaftsprüferin

BERICHT DES AUFSICHTSRATS

Der Vorstand der Iveco Magirus Aktiengesellschaft hat uns im Geschäftsjahr 2010 in drei ordentlichen Sitzungen eingehend über die Lage der Gesellschaft und über grundsätzliche Fragen der Geschäftsentwicklung unterrichtet und hierüber mit uns beraten.

Gegenstand der Beratungen und gemeinsamen Erörterungen waren insbesondere die Ergebnisentwicklung, die Beschäftigungslage sowie besondere Vorgänge, die gemäß Satzung und gesetzlichen Bestimmungen zur Entscheidung vorgelegt wurden. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats wurde fortlaufend über die Lage des Unternehmens mittels schriftlicher und mündlicher Berichte unterrichtet.

In der Sitzung am 17.03.2010 hat der Aufsichtsrat die Niederlegung des Vorstandsmandats von Herrn Mario Astengo, Ressort Produktion und Entwicklung, angenommen. Das Mandat von Herrn Starup, welches am 11.07.2010 endet, wurde um ein Jahr verlängert.

In der Sitzung am 13.07.2010 wurde die Niederlegung des Vorstandsmandats von Herrn Starup, Ressort Vertrieb und Marketing, angenommen. Gleichzeitig wurde dieses Ressort von Herrn John Venstra mit sofortiger Wirkung für die Dauer von einem Jahr übernommen.

Das Mandat von Herrn Roeland Nizet, Brandschutzbereich, wurde nicht erneuert. In der Sitzung am 01.12.2010 wurden die Vorstandsmandate der Herren Peter Barschkis, Ressort Finanzen, Pietro Borgo, Ressort Spezialfahrzeuge, und Laurens Snieders, Ressort Personal, um jeweils ein Jahr verlängert.

Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2010 sowie der Lagebericht sind durch den Abschlussprüfer, die Deloitte & Touche GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Stuttgart, geprüft und mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen worden.

Der Aufsichtsrat hat sich dem Ergebnis der Prüfung durch den Abschlussprüfer angeschlossen.

Unsere eigene Prüfung ergibt ebenfalls keinen Anlass zu Beanstandungen.

Wir billigen den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss zum 31. Dezember 2010 und schließen uns dem Vorschlag des Vorstands an, den sich aus dem Jahresverlust 2010 und dem Gewinnvortrag aus 2009 ergebenden Bilanzgewinn von EUR 28.847.947,75 auf neue Rechnung vorzutragen.

Den Bericht des Vorstands über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen haben wir geprüft und in Ordnung befunden. Die Abschlussprüfer haben dem Bericht des Vorstands über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen folgenden Bestätigungsvermerk erteilt:

„Nach unserer pflichtmäßigen Prüfung und Beurteilung bestätigen wir, dass

1. die tatsächlichen Angaben des Berichts richtig sind,
2. bei den im Bericht aufgeführten Rechtsgeschäften die Leistung der Gesellschaft nicht unangemessen hoch war,
3. bei den im Bericht aufgeführten Maßnahmen keine Umstände für eine wesentlich andere Beurteilung als die durch den Vorstand sprechen.”

Wir schließen uns diesem Urteil der Abschlussprüfer an.

Herr Antonio Picca Piccon hat sein Aufsichtsratsmandat mit Wirkung zum 31.03.2010 niedergelegt. Zu dessen Nachfolger hat die außerordentliche Hauptversammlung am 22.04.2010 Herrn Stephane Viez, Turin, gewählt.

Herr Paolo Monferino hat sein Aufsichtsratsmandat mit Wirkung zum 31.10.2010 niedergelegt. Neues Mitglied des Aufsichtsrats seit 26.11.2010 ist Herr Alfredo Altavilla. In der Sitzung am 01.12.2010 ist der Aufsichtsrat in seiner neuen Besetzung zusammengetreten. Als neuer Aufsichtsratsvorsitzender wurde Herr Alfredo Altavilla gewählt.

Zum 28.02.2011 haben die Herren Norbert Holzer als Vertreter der Leitenden Angestellten, Herr Sam Burman und Herr Javier Colôn ihre Aufsichtsratsmandate niedergelegt.

Zu neuen Mitgliedern des Aufsichtsrats wurden die Herren Alberto Morelli und Norbert Holzer als Vertreter der Arbeitgeberseite gewählt. Die außerordentliche Hauptversammlung fand am 03.03.2011 statt. Neuer Vertreter der Leitenden Angestellten im Aufsichtsrat ist Herr Ralf Ailinger.

Den Mitgliedern des Vorstands, den Mitarbeitern des Unternehmens sowie den Belegschaftsvertretern danken wir für ihre erbrachten Leistungen, ihren tatkräftigen Einsatz sowie für die sachliche und konstruktive Zusammenarbeit im Interesse der Gesellschaft.

Ulm, im März 2011

Der Aufsichtsrat

Vorsitzender