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Infineon Technologies AG Annual Report 2009

Jan 8, 2010

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Annual Report

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Publication

Infineon Technologies AG

Neubiberg

Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.10.2008 bis zum 30.09.2009

KONZERNABSCHLUSS UND KONZERNLAGEBERICHT 2009

DER INFINEON TECHNOLOGIES AG UND TOCHTERGESELLSCHAFTEN

Ausgewählte Konzernfinanzdaten der Geschäftsjahre 2007 bis 2009

Zum 30. September(1)
2007 2008 2009
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( in Millionen, außer bei Angaben je Aktie)
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Ausgewählte Daten der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung
Umsatzerlöse € 3.660 € 3.903 € 3.027
Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten vor Steuern vom Einkommen und vom Ertrag (33) (165) (268)
Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten (31) (204) (273)
Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten, abzüglich Steuern vom Einkommen und vom Ertrag (339) (3.543) (398)
Konzernjahresfehlbetrag (370) (3.747) (671)
Davon entfallen auf:
Minderheitsanteile (23) (812) (48)
Aktionäre der Infineon Technologies AG (347) (2.935) (623)
Ergebnis je Aktie (in Euro), zurechenbar auf Aktionäre der Infineon
Technologies AG - unverwässert und verwässert:
Ergebnis je Aktie (in Euro) aus fortgeführten Aktivitäten - unverwässert und verwässert € (0,06) € (0,23) € (0,32)
Ergebnis je Aktie (in Euro) aus nicht fortgeführten Aktivitäten - unverwässert und verwässert € (0,37) € (3,38) € (0,41)
Konzernjahresfehlbetrag je Aktie (in Euro) - unverwässert und verwässert € (0,43) € (3,61) € (0,73)
Ausgewählte Daten der Konzern-Bilanz
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente € 1.809 € 749 € 1.414
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte 417 134 93
Nettoumlaufvermögen(2) 293 293 (3)
Zur Veräußerung stehende Vermögenswerte 303 2,129 112
Summe Aktiva 10.599 6.982 4.606
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten sowie kurzfristig fällige Bestandteile langfristiger Finanzverbindlichkeiten 336 207 521
Verbindlichkeiten, verbunden mit den zur Veräußerung stehenden Vermögenswerten 129 2.123 9
Langfristige Finanzverbindlichkeiten 1,227 963 329
Summe Eigenkapital 6.004 2.161 2.333
Ausgewählte Daten der Konzern-Kapitalflussrechnung
Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten 241 540 268
Mittelzufluss (-abfluss) aus laufender Geschäftstätigkeit 1.251 (84) (112)
Mittelzufluss (-abfluss) aus Investitionstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten 8 (652) (14)
Mittelzufluss (-abfluss) aus Investitionstätigkeit (917) (662) 13
Mittelzufluss (-abfluss) aus der Finanzierungstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten (214) (230) 391
Mittelzufluss (-abfluss) aus der Finanzierungstätigkeit (525) 113 351
Veränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente aus nicht fortgeführten Aktivitäten (226) (291) (393)
Veränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente (191) (633) 252

Anmerkungen:

(1) Im Geschäftsjahr 2008 legten wir uns auf einen Plan zur Veräußerung von Qimonda fest. Demzufolge wurden die Ergebnisse von Qimonda als nicht fortgeführte Aktivitäten in den ausgewählten Daten der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung für die Geschäftsjahre 2007, 2008 und 2009 ausgewiesen. Die Vermögenswerte und Verbindlichkeiten von Qimonda wurden in den auswählten Daten der Konzern-Bilanz für das Geschäftsjahr 2008 als zur Veräußerung stehend ausgewiesen. Am 23. Januar 2009 stellten die Qimonda AG und ihre hundertprozentige Tochtergesellschaft Qimonda Dresden GmbH Co. oHG beim zuständigen Amtsgericht in München Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens. Auf Grund des Insolvenzantrags von Qimonda haben wir Qimonda im zweiten Quartal des Geschäftsjahrs 2009 entkonsolidiert. Am 1. April 2009 wurde das Insolvenzverfahren eröffnet. Im Juli 2009 haben wir einen Vertrag über den Verkauf unseres Geschäfts mit drahtgebundener Kommunikation (Wireline Communications) geschlossen, weshalb die Ergebnisse des Geschäfts mit drahtgebundener Kommunikation in den ausgewählten Daten der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung für die Geschäftsjahre 2007, 2008 und 2009 als nicht fortgeführte Aktivitäten dargestellt werden. Die Vermögenswerte und Verbindlichkeiten des Geschäfts mit drahtgebundener Kommunikation wurden in den ausgewählten Daten der Konzern-Bilanz für das Geschäftsjahr 2009 als zur Veräußerung stehend ausgewiesen.

(2) Nettoumlaufvermögen besteht aus kurzfristigen Vermögenswerten abzüglich Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, abzüglich zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte, abzüglich zur Veräußerung stehende Vermögenswerte, abzüglich kurzfristige Verbindlichkeiten ohne kurzfristige Finanzverbindlichkeiten sowie kurzfristig fällige Bestandteile langfristiger Finanzverbindlichkeiten sowie ohne Verbindlichkeiten, verbunden mit den zur Veräußerung stehenden Vermögenswerten.

Lagebericht und Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2009

Dieser zusammengefasste Lagebericht und Konzernlagebericht ("Lagebericht") sollte im Kontext mit den geprüften Konzernfinanzdaten und den Angaben des Konzernanhangs ("Anhang"), die an anderer Stelle stehen, gelesen werden. Der geprüfte Konzernabschluss basiert auf einer Reihe von Annahmen sowie Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, die detaillierter im Anhang Nr. 1 (Beschreibung der Geschäftstätigkeit und Grundlagen der Darstellung) und Nr. 2 (Bilanzierung und Bewertung) dargestellt sind.

Dieser Bericht fasst den Konzernlagebericht der Infineon Technologies AG und ihrer Tochtergesellschaften (gemeinsam " Infineon" oder die " Gesellschaft") mit dem Lagebericht der Infineon Technologies AG zusammen.

Dieser Lagebericht enthält in die Zukunft gerichtete Aussagen, die nicht auf der Vergangenheit, sondern auf aktuellen Planungen, Annahmen und Schätzungen beruhen. Zukunftsaussagen sind immer nur für den Zeitpunkt gültig, zu dem sie gemacht werden. Infineon übernimmt keine Verpflichtung, diese beim Auftreten neuer Informationen zu überarbeiten. Zukunftsaussagen unterliegen immer Risiken und Unsicherheiten. Wir möchten diesbezüglich deutlich daraufhinweisen, dass eine Reihe von Faktoren die tatsächlichen Ergebnisse dahingehend beeinflussen können, so dass diese von den prognostizierten Ergebnissen wesentlich abweichen. Einige dieser Faktoren sind im Abschnitt "Risikobericht" und in weiteren Teilen dieses Berichts beschrieben.

Mit Wirkung zum 1. Oktober 2008 haben wir unser Kerngeschäft entsprechend den Zielmärkten in fünf operative Segmente neu organisiert: Automotive, Industrial & Multimarket, Chip Card & Security, Wireless Solutions und Wireline Communications. Darüber hinaus hat der Vorstand die Maßgröße, anhand derer er die operative Leistung der Segmente beurteilt, auf Segmentergebnis(1) geändert. Im Juli 2009 haben wir einen Vertrag über den Verkauf unseres Geschäfts mit drahtgebundener Kommunikation (Wireline Communications) geschlossen. Der Verkauf wurde am 6. November 2009 abgeschlossen. Auf Grund des geplanten Verkaufs hat der Vorstand bestimmt, dass Wireline Communications ab September 2009 kein operatives Segment mehr ist. Alle dargestellten Zeiträume wurden umgestellt, um die neue Segmentstruktur entsprechend abzubilden (siehe Anhang Nr. 39). Alle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten des Geschäfts mit drahtgebundener Kommunikation, die verkauft werden sollen, wurden als "zur Veräußerung stehende Vermögenswerte" und "Verbindlichkeiten, verbunden mit den zur Veräußerung stehenden Vermögenswerten" in unserer Konzern-Bilanz zum 30. September 2009 ausgewiesen. Die Ergebnisse vom zu veräußernden Geschäft mit drahtgebundener Kommunikation (Wireline Communications) sind unter "nicht fortgeführte Aktivitäten, abzüglich Steuern vom Einkommen und Ertrag" in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung für alle ausgewiesenen Perioden erfasst.

Überblick Geschäftsjahr 2009

Im Geschäftsjahr 2009 (1. Oktober 2008 bis 30. September 2009) rutschte die Weltwirtschaft in die tiefste Rezession der letzten 60 Jahre. Der globale Halbleitermarkt schrumpfte gemäß World Semiconductor Trade Statistics ("WSTS") (September 2009) im Geschäftsjahr 2009 gegenüber dem Geschäftsjahr 2008 um etwa 20 Prozent (auf US-Dollar Basis).

(1) Wir definieren das Segmentergebnis als Betriebsergebnis, ohne Berücksichtigung von Wertminderungen von Vermögenswerten, Saldo, Aufwendungen für Umstrukturierungen und andere Schließungskosten, Saldo, Aufwendungen für aktienbasierte Vergütungen, akquisitionsbedingte Abschreibungen und Gewinne (Verluste), Gewinne (Verluste) aus dem Verkauf von Vermögenswerten, Geschäftsbereichen oder Beteiligungen an Tochtergesellschaften und von sonstigen Erträgen (Aufwendungen), einschließlich Kosten für Gerichtsverfahren.

Wesentliche Entwicklungen im Geschäftsjahr 2009 waren:

Unternehmensergebnisse

Unser Geschäftsjahr 2009 war deutlich beeinflusst von den Auswirkungen des allgemeinen wirtschaftlichen Abschwungs und führte zu einem Rückgang unserer Umsatzerlöse von €3.903 Millionen im Geschäftsjahr 2008 um 22 Prozent auf €3.027 Millionen im Geschäftsjahr 2009. Insbesondere im ersten Halbjahr des Geschäftsjahrs 2009 sahen wir einen deutlichen Rückgang unserer Umsatzerlöse, wohingegen wir im zweiten Halbjahr und insbesondere im vierten Quartal des Geschäftsjahrs 2009 eine teilweise Erholung unserer Umsätze sahen. In allen unseren operativen Segmenten verringerten sich die Umsatzerlöse im Geschäftsjahr 2009 im Vergleich zum Vorjahr. Im Geschäftsjahr 2009 betrugen die Umsatzerlöse unserer operativen Segmente: Automotive €839 Millionen (Vorjahr €1.257 Millionen), Industrial & Multimarket €905 Millionen (Vorjahr €1.171 Millionen), Chip Card & Security €341 Millionen (Vorjahr €465 Millionen) und Wireless Solutions €917 Millionen (Vorjahr €941 Millionen). Mit einem Umsatzrückgang von 33 Prozent war unser Segment Automotive am stärksten von der weltweiten Rezession betroffen. Demgegenüber verringerten sich die Umsatzerlöse im Segment Wireless Solutions lediglich um 3 Prozent, was unter anderem den erfolgreichen Hochlauf unserer 3G-Mobiltelefon-Plattform widerspiegelt.
Das Segmentergebnis für das Geschäftsjahr 2009 unserer operativen Segmente belief sich für Automotive auf minus €117 Millionen (Vorjahr €105 Millionen), für Industrial & Multimarket auf €35 Millionen (Vorjahr €134 Millionen), für Chip Card & Security auf minus €4 Millionen (Vorjahr €52 Millionen) und für Wireless Solutions auf minus €36 Millionen (Vorjahr minus €18 Millionen). Damit verringerten sich die Segmentergebnisse aller unserer operativen Segmente im Geschäftsjahr 2009 im Vergleich zum Vorjahr, was im Wesentlichen auf den Umsatzrückgang sowie die damit einhergehenden gestiegenen Leerstandskosten zurückzuführen ist. Realisierte Einsparungen infolge des IFX10+ Kostensenkungsprogramms konnten diese Effekte nur teilweise kompensieren. Unser Segment Automotive war mit einem Rückgang im Segmentergebnis von €222 Millionen am stärksten betroffen. Die teilweise Erholung der Umsatzerlöse sowie die daraus folgende Verringerung der Leerstandskosten und die Kosteneinsparungen auf Grund des IFX10+ Kostensenkungsprogramms, der Einführung von Kurzarbeit und unbezahltem Urlaub führten zu einer Erholung der Segmentergebnisse im zweiten Halbjahr des Geschäftsjahrs 2009 im Vergleich zum ersten Halbjahr 2009. Insbesondere in unserem Segment Wireless Solutions verbesserte sich das Segmentergebnis im zweiten Halbjahr des Geschäftsjahrs 2009 im Vergleich zum ersten Halbjahr des Geschäftsjahrs 2009 und auch im Vergleich zum Segmentergebnis im zweiten Halbjahr des Geschäftsjahres 2008. Demgegenüber blieben die Segmentergebnisse der übrigen operativen Segmente auch im zweiten Halbjahr des Geschäftsjahrs 2009 unterhalb des jeweiligen Segmentergebnisses des zweiten Halbjahrs des Geschäftsjahrs 2008. Das Segmentergebnis für das Geschäftsjahr 2009 für die sonstigen Geschäftsbereiche belief sich auf minus €13 Millionen (Vorjahr minus €12 Millionen) und für Konzernfunktionen und Eliminierungen auf minus €32 Millionen (Vorjahr minus €24 Millionen).
Unser Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten vor Steuern vom Einkommen und vom Ertrag verringerte sich um €103 Millionen von minus €165 Millionen im Geschäftsjahr 2008 auf minus €268 Millionen im Geschäftsjahr 2009. Der Rückgang spiegelt im Wesentlichen die Verringerung des Bruttoergebnisses vom Umsatz infolge der verringerten Umsatzerlöse und damit einhergehenden höheren Leerstandskosten wider, welche nur teilweise durch den Rückgang der Kosten für Forschung und Entwicklung ("F&E"), der Vertriebskosten und allgemeinen Verwaltungskosten sowie der sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgeglichen wurde. Positiv wirkten sich die im Geschäftsjahr 2009 gegenüber dem Geschäftsjahr 2008 um €43 Millionen höheren Finanzerträge sowie die um €25 Millionen verringerten Finanzaufwendungen aus.
Im Geschäftsjahr 2009 betrug das Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten, abzüglich Steuern vom Einkommen und Ertrag, minus €398 Millionen verglichen mit minus €3.543 Millionen im Vorjahr Der im Zusammenhang mit der Qimonda AG ("Qimonda") stehende Anteil am Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten, abzüglich Steuern vom Einkommen und vom Ertrag, beträgt minus €420 Millionen. Dieser Betrag resultierte im Wesentlichen aus der Realisierung von aufgelaufenen Währungsumrechnungsdifferenzen von insgesamt €188 Millionen und Aufwendungen aus Rückstellungen und Wertberichtigungen in Höhe von €227 Millionen im Zusammenhang mit dem Insolvenzverfahren von Qimonda. Der im Zusammenhang mit dem nicht fortgeführten Wireline Communications Geschäft stehende Anteil am Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten, abzüglich Steuern vom Einkommen und Ertrag, beläuft sich im Geschäftjahr 2009 auf €22 Millionen und hat den von Qimonda resultierenden negativen Effekt nur teilweise ausgeglichen. Im Geschäftsjahr 2008 belief sich das Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten, abzüglich Steuern vom Einkommen und Ertrag, auf minus €3.543 Millionen und enthält im Wesentlichen die negativen Ergebnisse von Qimonda in Höhe von €2.084 Millionen und die Abschreibungen nach Steuern in Höhe von €1.475 Millionen, um Qimonda zum 30. September 2008 auf seinen geschätzten Zeitwert, abzüglich Veräußerungskosten, abzuschreiben. Im Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten, abzüglich Steuern vom Einkommen und vom Ertrag, für das Geschäftsjahr 2008 sind darüber hinaus aus dem Wireline Communications Geschäft resultierende positive €16 Millionen enthalten.
Auf Grund der oben beschriebenen Entwicklungen ist unser Konzernjahresfehlbetrag von €3.747 Millionen im Geschäftsjahr 2008 auf minus €671 Millionen im Geschäftsjahr 2009 gesunken. Insbesondere in der ersten Hälfte des Geschäftsjahrs 2009 realisierten wir einen deutlichen Konzernfehlbetrag auf Grund der Entkonsolidierung von Qimonda, der Aufwendungen im Zusammenhang mit der Insolvenz von Qimonda sowie der Auswirkungen des wirtschaftlichen Abschwungs auf unser Geschäft. Bedingt durch die teilweise Erholung unserer Umsatzerlöse im zweiten Halbjahr 2009 zusammen mit den Kosteneinsparungsanstrengungen und niedrigeren Aufwendungen im Zusammenhang mit der Insolvenz von Qimonda, hat sich unser Konzernfehlbetrag im zweiten Halbjahr 2009 deutlich verringert, und wir haben für das vierte Quartal die Gewinnzone erreicht.
Unser Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten ist von €540 Millionen im Geschäftsjahr 2008 auf €268 Millionen im Geschäftsjahr 2009 zurückgegangen. Der Mittelabfluss aus laufender Geschäftstätigkeit aus nicht fortgeführten Aktivitäten betrug im Geschäftsjahr 2009 €380 Millionen im Vergleich zu €624 Millionen im Vorjahr. Der Mittelabfluss aus laufender Geschäftstätigkeit aus nicht fortgeführten Aktivitäten spiegelt hauptsächlich die Verluste von Qimonda in den Geschäftsjahren 2008 und 2009 wider. Die Summe aus unseren Mittelabflüssen aus laufender Geschäftstätigkeit (aus fortgeführten und nicht fortgeführten Aktivitäten) ist von €84 Millionen im Geschäftsjahr 2008 auf €112 Millionen im Geschäftsjahr 2009 angestiegen.

Konzernaktivitäten

Zusätzlich zu den Auswirkungen des wirtschaftlichen Abschwungs war unser Geschäftjahr 2009 von verschiedenen Maßnahmen zur Verbesserung unserer Finanzsituation geprägt:

• Im Geschäftsjahr 2009 haben wir Anteile der jeweils im Jahr 2010 fälligen nachrangigen Umtausch- und Wandelanleihe im Nennwert von €215 Millionen und €152 Millionen zurückgekauft oder zurückgezahlt. Die Rückkäufe erfolgten aus verfügbaren Zahlungsmitteln. Rückkäufe im Nennwert von €167 Millionen und €78 Millionen von Anteilen der jeweils im Jahr 2010 fälligen nachrangigen Umtausch- und Wandelanleihe führten zu einem Gewinn von €61 Millionen vor Steuern und nach Transaktionskosten, der in den Finanzerträgen für das Geschäftsjahr 2009 erfasst ist. Rückkäufe und Rückzahlungen im Nennwert von €48 Millionen und €74 Millionen von Anteilen der jeweils im Jahr 2010 fälligen nachrangigen Umtausch- und Wandelanleihe führten zu einem Verlust von €6 Millionen vor Steuern und nach Transaktionskosten, der in den Finanzaufwendungen für das Geschäftsjahr 2009 erfasst ist. Zum 30. September 2009 beläuft sich der ausstehende Nominalbetrag unserer im Jahr 2010 fälligen nachrangigen Wandelanleihe auf €448 Millionen. Unsere im Jahr 2010 fällige Umtauschanleihe ist zum 30. September 2009 vollständig zurückgezahlt.

• Am 26. Mai 2009 haben wir durch unsere Tochtergesellschaft Infineon Technologies Holding B.V, Rotterdam, Niederlande, eine im Jahr 2014 fällige nachrangige Wandelanleihe zum Nennwert von €196 Millionen mit einem Disagio von 7,2 Prozent begeben. Die neue im Jahr 2014 fällige nachrangige Wandelanleihe verzinst sich mit 7,5 Prozent pro Jahr und kann jederzeit während der Laufzeit in ursprünglich maximal 74,9 Millionen Aktien von Infineon umgewandelt werden, wobei der ursprüngliche Wandelpreis €2,61 je Aktie beträgt. Auf Grund der weiter unten beschriebenen Kapitalerhöhung wurde der Wandlungspreis auf €2,33 pro Aktie entsprechend der in den Anleihebedingungen enthaltenen Regelungen zum Verwässerungsschutz der Anleihegläubiger angepasst. Die im Jahr 2014 fällige nachrangige Wandelanleihe wird an der Frankfurter Wertpapierbörse im Freiverkehr gehandelt.

• Am 7. Juli 2009 haben wir einen Vertrag über den Verkauf unseres Geschäfts mit drahtgebundener Kommunikation (Wireline Communications) an Lantiq, mit Golden Gate Private Equity Inc. verbundene Unternehmen ("Lantiq"), geschlossen. Der Verkauf wurde am 6. November 2009 vollzogen. Der Großteil des Kaufpreises war in Höhe von €223 Millionen mit Vollzug des Verkaufs fällig. Zusätzlich ist ein Anteil von €20 Millionen des Kaufpreises neun Monate nach Vollzug des Verkaufs fällig. Durch den Verkauf des Geschäftsbereichs drahtgebundene Kommunikation können wir uns auf unsere vier verbleibenden operativen Geschäftsbereiche konzentrieren. Durch den Mittelzufluss haben wir unsere Bilanz und unsere Liquiditätsposition weiter verbessert.

• Am 16. Juli 2009 haben wir ein Angebot zum Bezug von bis zu 337 Millionen Aktien für einen Bezugspreis von €2,15 je Aktie bekannt gegeben. Die Bezugsfrist lief vom 20. Juli 2009 bis einschließlich 3. August 2009. Die neuen Aktien wurden unseren bestehenden Aktionären in einem Verhältnis von vier neuen Aktien je neun Altaktien zum Bezug angeboten. Die Abrechnung für die unter dem Angebot gezeichneten neuen Aktien erfolgte am 5. August 2009 und resultierte in der Ausgabe von 323 Millionen neuen Aktien. Im Zusammenhang mit dem Bezugsangebot haben wir mit einem Finanzinvestor einen Investmentvertrag zu bestimmten Bedingungen über den Erwerb etwaiger nicht bezogener Aktien geschlossen. Im zweiten Schritt der Kapitalerhöhung haben wir am 11. August 2009 die nicht gezeichneten 14 Millionen Aktien an Admiral Participations (Luxembourg) S.à.r.l., eine Tochtergesellschaft eines von Apollo Global Management LLC verwalteten Fonds, ausgegeben. Nach Durchführung der Kapitalerhöhung beläuft sich unser Grundkapital auf €2.173 Millionen. Die Kapitalerhöhung führte zu einem Bruttozufluss von €725 Millionen. Die im Zusammenhang mit der Kapitalerhöhung angefallenen Kosten beliefen sich auf €45 Millionen.
Um auf steigende Risiken im Marktumfeld, die nachteilige Wechselkursentwicklung und Margen, die teilweise unter dem Branchenvergleich liegen, zu reagieren, haben wir im dritten Quartal des Geschäftsjahrs 2008 das Kostensenkungsprogramm "IFX10+" gestartet. Im Anschluss an das Geschäftsjahr 2008, auch vor dem Hintergrund der anhaltenden ungünstigen Entwicklungen der allgemeinen wirtschaftlichen Bedingungen und gerade innerhalb unserer Branche, definierten wir zusätzliche wesentliche, zu den ursprünglich bestimmten, Kosteneinsparungspotenziale. Um der weltweit anhaltenden und zunehmend schwierigeren Situation im allgemeinen Marktumfeld zu begegnen, haben wir weitere wesentliche Kostenreduzierungen und Liquiditätseinsparungen durchgeführt. Unter anderem haben wir Kurzarbeit und unbezahlten Urlaub im Geschäftsjahr 2009 eingeführt. Zusätzlich haben wir unser Bonusprogramm für das Geschäftsjahr 2009 umgestellt, eine restriktivere Reiserichtlinie herausgegeben und eine Vereinbarung über Jubiläumszahlungen gekündigt. Unsere Betriebskosten (bestehend aus Kosten für F&E, Vertriebskosten und allgemeinen Verwaltungskosten) haben sich im Geschäftjahr 2009 im Vergleich zum Geschäftsjahr 2008 um €263 Millionen vermindert. Das Management ist der Auffassung, dass diese Einsparungen maßgeblich auf unser IFX10+ Kostensenkungsprogramm zurückzuführen sind. Dieser Betrag enthält Einsparungen durch Kurzarbeit und unbezahlten Urlaub. Nicht enthalten sind in diesem Betrag die zusätzlichen Einsparungen, welche vom Wireline Communications Geschäft realisiert wurden und die im Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten, abzüglich Steuern vom Einkommen und Ertrag, dargestellt sind.

Wir haben auch bei der Anpassung der Mitarbeiterzahl erhebliche Fortschritte erzielt. Zum 30. September 2009 haben wir unsere Mitarbeiterzahl um 9 Prozent auf 26.464 im Vergleich zu 29.119 zum 30. September 2008 reduziert. Im Vergleich zum 30. Juni 2008, und damit im Vergleich zum Zeitpunkt bevor wir das IFX10+ Kostensenkungsprogramm gestartet haben, reduzierte sich unsere Mitarbeiterzahl um 10 Prozent.
Am 4. März 2009 veräußerten wir Teile des Geschäfts unserer 100-prozentigen Tochtergesellschaft Infineon Technologies SensoNor AS ("SensoNor"), einschließlich Sachanlagevermögen, Vorräten und Pensionsverpflichtungen, und transferierten die Mitarbeiter an das neu gegründete Unternehmen SensoNor Technologies AS für €4 Millionen in bar und eine Aktie. Zusätzlich lizenzierten wir geistiges Eigentum und schlossen eine Zuliefervereinbarung bis Dezember 2011 mit der neuen Gesellschaft ab. Aus der Transaktion realisierten wir Verluste vor Steuern in Höhe von €17 Millionen, die in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen im Geschäftsjahr 2009 erfasst wurden. Wir haben Vereinbarungen mit der neuen Gesellschaft geschlossen, um den kontinuierlichen Bezug von Komponenten für unsere Reifendrucküberwachungssysteme zu sichern, während wir die Produktion in unserer Produktionsstätte in Villach aufbauen.
Am 9. Juni 2009 haben wir eine Vereinbarung mit LS Industrial System Co., Ltd., Südkorea unterzeichnet, um das Joint Venture LS Power Semitech Co., Ltd. zu gründen. Das Joint Venture fokussiert sich auf die Entwicklung, Produktion und die Vermarktung von eingegossenen Leistungsmodulen für Niedrigenergieanwendungen. Wir beabsichtigen, geistiges Eigentum, Technologie- und Prozess-Know-how für unsere Leistungsmodule CIPOS™ (Control Integrated Power System) an das Joint Venture zu lizenzieren. Weiter beabsichtigen wir, unsere CIPOS-Backend-Produktionsmaschinen von Regensburg, Deutschland, an das Joint-Venture zu transferieren. Wir werden 46 Prozent am Joint Venture halten, das seinen Hauptsitz in Südkorea haben wird. Die Vereinbarung bedarf der behördlichen Genehmigung. Der Vollzug der Vereinbarung wird noch im Kalenderjahr 2009 erwartet.
Zu unseren laufenden Anstrengungen, unsere Produktionsprozesse und unsere Kostensituation zu verbessern, gehören:

• Wir lassen derzeit die Produktion auf Basis der 65-Nanometer-Technologie bei mehreren Fremdfertigern hochfahren und haben begonnen, Produkte auf Basis der 40-Nanometer-Technologie zu entwickeln, für die derzeit geplant ist, sie zuerst bei einem unserer Fremdfertiger produzieren zu lassen.

• Wir führen unsere Entwicklungspartnerschaft mit International Business Machines Corporation ("IBM") und ihren Entwicklungs- und Produktionspartnern zur Entwicklung der 32-Nanometer-Technologie fort. Diese Vereinbarung baut auf dem Erfolg früherer gemeinsamer Entwicklungs- und Produktionsvereinbarungen auf.

Produkt- und Technologie-Entwicklung

Wir investieren weiterhin in Forschung und Entwicklung. Bedeutende Erfolge, die im abgelaufenen Geschäftsjahr zu verzeichnen waren, sind:

Energieeffizienz

Wir bauen unsere führende Rolle bei Fluoreszenz- und Hochdruckentladungslampen sowie LED-Beleuchtungen weiter aus. Wir haben die nächste Generation von Ansteuer-ICs für elektronische Lampenvorschaltgeräte für kompakte, lineare T5- und T8- sowie dimmbare Fluoreszenzlampen und Notbeleuchtungen auf den Markt gebracht. Etwa ein Drittel des weltweiten Energieverbrauchs entfällt heute auf elektrische Energie. Rund 15 Prozent davon werden für Beleuchtung verbraucht, was effiziente Beleuchtungssysteme dringend erforderlich macht. Weltweit führende Beleuchtungshersteller haben sich bereits für den Einsatz des neuen Ansteuer-ICs für elektronische Lampenvorschaltgeräte entschieden.
Wir haben mit der Robert Bosch GmbH ("Bosch") unsere Zusammenarbeit erweitert und kooperieren bei Leistungshalbleitern. Die Kooperation der beiden Unternehmen umfasst zwei Bereiche. Zum einen lizenziert Bosch von uns bestimmte Herstellungsprozesse für Leistungshalbleiter - namentlich Low-Voltage-Power-MOSFETs (Metal Oxide Semiconductor Field Effect Transistor) - und die zu deren Herstellung notwendigen Fertigungstechnologien. Zum anderen gehört zur Zusammenarbeit beider Unternehmen auch ein Second-Source-Abkommen. Wir stellen parallel zur Bosch-Halbleiterfertigung in Reutlingen die in diesen Prozessen entwickelten Bauelemente her und liefern sie an Bosch. Wir und Bosch arbeiten bei der Entwicklung von Basistechnologien für die Fertigung von Leistungshalbleitern zusammen.
Mit der neuen 600V CoolMOS™ C6-Serie, unserer neuesten MOSFETs-Generation, lassen sich energiesparende Anwendungen wie Leistungsfaktorkorrektur ("PFC") und PWM-Stufen (Pulsweitenmodulation) deutlich effizienter ausführen. CoolMOS™ C6-Komponenten wurden für den Einsatz in verschiedensten energiesparenden Anwendungen entwickelt, wie z.B. Stromversorgungen oder Adapter für PCs, Notebooks oder Mobiltelefone, Beleuchtungsprodukte ("HID"), LCD- oder Plasma-Bildschirme und andere Konsumgüter wie Spielekonsolen. Die neue Leistungshalbleiter-Generation ermöglicht die Entwicklung sehr zuverlässiger Endprodukte, die die Anforderungen an eine hohe Energieeffizienz und die entsprechenden gesetzlichen Vorgaben erfüllen.

Sicherheit

Wir haben unsere starke Stellung im Bereich Sicherheitscontroller gehalten und sind im nunmehr zwölften Jahr in Folge der Weltmarktführer bei Chips für Kartenanwendungen. Das U.S. Marktforschungsunternehmen Frost & Sullivan bestätigte uns als weltweit führenden Halbleiterlieferanten für Chipkarten. 2008 war unser Anteil am Weltmarkt für Chipkarten-ICs, der laut Frost & Sullivan etwa 2,4 Milliarden US-Dollar ausmachte, 26 Prozent. Unsere führende Marktposition ist insbesondere auf den Erfolg in den beiden Marktsegmenten elektronische Ausweisdokumente und Zahlungssysteme zurückzuführen.

Rund die Hälfte der elektronischen Ausweisdokumente, die 2008 ausgegeben wurden (ohne das elektronische Ausweisprojekt von China), ist mit einem unserer Sicherheitscontroller ausgestattet. Zu den Ausweisanwendungen gehören z. B. elektronische Reisepässe und Personalausweise, Gesundheitskarten, Führerscheine und Sozialversicherungskarten. Rund ein Drittel der 192 UN-Mitgliedstaaten nutzen heute unsere Sicherheits-Chips im öffentlichen Sektor. Ein wesentlicher Erfolgsfaktor in diesem sensiblen Markt ist die Fähigkeit, langfristige Sicherheitsfunktionalität und robuste, qualitativ hochwertige Produkte mit herausragend guter Leistung im Bereich der kontaktlosen Datenübertragung zu bieten. Wir sind auch im Markt für Bezahlkarten ein wichtiger Partner für sichere Chipkarten. Wir sind ein Hauptlieferant für einige der weltweit größten Kreditkarten- und Bezahlkartenprogramme, einschließlich der Programme in Frankreich, Deutschland, Großbritannien und Korea.
Unsere technologische Position hat die Chipkartenbranche auch mit der Auszeichnung für die beste Hardware-Innovation des Jahres 2008 gewürdigt. Der Sesame Preis ging an die Sicherheitscontroller-Familie SLE 78, da sie einen überaus innovativen, sich selbst überprüfenden Sicherheitsmechanismen, den "Integrity Guard", bietet. Diesen "Integrity Guard" haben wir speziell für den Einsatz in Chipkarten- und anderen Sicherheitsanwendungen entwickelt. Wir haben damit bereits zum fünften Mal diesen renommierten Preis in der Kategorie Hardware-Innovation erhalten.

Kommunikation

Im Januar 2009 haben wir den Innovationspreis der deutschen Wirtschaft für die beste technologische Innovation in der Kategorie "Großunternehmen" für unseren Mobilfunkchip X-GOLD™ 101 erhalten. Mit diesem Chip kann ein einfaches Handy aus einem einzigen Chip hergestellt werden. Die Kosten der Mobilfunkhersteller können so um mehr als 30 Prozent gesenkt werden. Wir haben die renommierte Auszeichnung bereits zum zweiten Mal erhalten.
Inzwischen haben wir bereits unsere dritte Generation der Ultra-Low-Cost-("ULC")-Mobilfunkchips vorgestellt. Der X-GOLD™ 110 Chip ist die weltweit höchstintegrierte und sehr preiswerte One-Chip-Lösung für extrem kostengünstige GSM/GPRS-Telefone. Durch den Chip ermöglichen wir auf Seiten der Hersteller eine Reduktion der Systemkosten um rund 20 Prozent gegenüber bisherigen GSM/GPRS-Lösungen. Die neue Plattform unterstützt Farbdisplays, MP3-Wiedergabe, UKW-Radio sowie USB-Ladefunktion und kann für Dual-SIM-Betrieb und Kameralösungen angewendet werden.
Im Bereich RF haben wir Muster für unsere zweite Generation der LTE-(Long-Term Evolution)-Hochfrequenz-Transceiver vorgestellt. Beim SMARTi™ LU handelt es sich um einen Ein-Chip-CMOS-RF-Transceiver in 65-Nanometer-Technologie mit LTE/3G/2G-Funktionalität und einer digitalen Transceiver-Basisband-Schnittstelle im DigRF-Standard für Datenraten von bis zu 150 Megabit pro Sekunde in LTE-Netze. Die aktuelle Version des SMARTi™ LU verfügt über LTE FDD/TDD und unterstützt zusätzliche Frequenzbänder Damit trägt der SMARTi™ LU den Erfordernissen führender Telekommunikationsdienstleister in Nordamerika und China in besonderem Maße Rechnung. Die Volumenlieferungen des SMARTi™ LU beginnen im zweiten Halbjahr des Kalenderjahrs 2010. Des Weiteren haben wir die dritte Generation unserer erfolgreichen 3G-RF-Transceiver-Familie SMARTi™ UE angekündigt. Der SMARTi™ UEmicro wurde für Low-Cost-3G-Mobiltelefon-Designs optimiert und adressiert durch sein Preis-Leistungs-Verhältnis besonders die Kundenanforderungen in den 3G-Wachstumsmärkten China und Indien. Die Systemkosten sind rund 40 Prozent niedriger als bei den industrieweit üblichen Lösungen. Die Volumenlieferungen werden voraussichtlich im ersten Halbjahr des Kalenderjahrs 2010 aufgenommen.

Unser Geschäft

Wir entwerfen, entwickeln, produzieren und vermarkten ein breites Spektrum von Halbleiterprodukten und kompletten Systemlösungen. Diese werden in einer Vielzahl von mikroelektronischen Anwendungen eingesetzt, wie Computersystemen, Telekommunikationssystemen, Konsumgütern, Produkten der Automobilindustrie und der industriellen Automatisierungs-und Steuerungstechnik sowie Chipkarten. Unser Produktspektrum umfasst Standardkomponenten, kundenspezifische Teil- oder Komplettlösungen sowie spezifische Bauelemente für Analog-, Digital- und Mixed-Signal-Anwendungen. Unsere Fertigungsstätten, Beteiligungen und Kunden befinden sich hauptsächlich in Europa, Asien und Nordamerika.

Unser Kerngeschäft ist derzeit in die vier operativen Segmente Automotive, Industrial & Multimarket, Chip Card & Security und Wireless Solutions strukturiert:

Das Segment Automotive entwirft, entwickelt, fertigt und vertreibt Halbleiterprodukte für Anwendungen in der Automobilindustrie. Zusammen mit unserem Produktportfolio bieten wir entsprechendes System-Know-how und unterstützen unsere Kunden.
Das Segment Industrial & Multimarket entwirft, entwickelt, fertigt und vertreibt Halbleiterprodukte sowie komplette Systemlösungen vorrangig für Anwendungen der Industrieelektronik sowie für kundenspezifische Produktanwendungen.
Im Segment Chip Card & Security wird ein breites Portfolio an Sicherheitscontrollern und sicheren memories für Chipkarten- und andere Sicherheitsanwendungen entwickelt, produziert und vermarktet.
Das Segment Wireless Solutions entwirft, entwickelt, fertigt und vertreibt eine große Bandbreite von ICs, anderen Halbleiterprodukten sowie kompletten Systemlösungen für drahtlose Kommunikationsanwendungen.

Unsere aktuelle Segmentstruktur spiegelt die zum 1. Oktober 2008 wirksam gewordene Reorganisation wider. Um uns besser an unseren Zielmärkten auszurichten, haben wir ursprünglich unser Kerngeschäft in die fünf operativen Segmente Automotive, Industrial & Multimarket, Chip Card & Security Wireless Solutions und Wireline Communications organisiert. Im Juli 2009 haben wir einen Vertrag über den Verkauf unseres Geschäfts mit drahtgebundener Kommunikation (Wireline Communications) geschlossen, der am 6. November 2009 vollzogen wurde. Auf Grund des geplanten Verkaufs hat der Vorstand bestimmt, dass Wireline Communications ab September 2009 kein operatives Segment mehr ist. Die Ergebnisse des Geschäfts mit drahtgebundener Kommunikation werden als nicht fortgeführte Aktivitäten in allen dargestellten Perioden in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung ausgewiesen. Die Segmentergebnisse für alle in diesem zusammengefassten Konzernlagebericht dargestellten Perioden wurden aus Konsistenzgründen und um Analysen der operativen Segmentinformationen zu ermöglichen an die aktuelle Struktur der Berichterstattung angepasst. Die Vermögenswerte und Verbindlichkeiten des Geschäfts mit drahtgebundener Kommunikation werden in der Konzern-Bilanz zum 30. September 2009 als "zur Veräußerung stehend" ausgewiesen.

Zum Zwecke der Berichterstattung haben wir zwei weitere Segmente: Das Segment Sonstige Geschäftsbereiche umfasst verbleibende Aktivitäten von veräußerten Geschäften und andere Geschäftsaktivitäten. Das Segment Konzernfunktionen und Eliminierungen erfasst die Positionen, die nicht den anderen Segmenten zugerechnet werden können, wie bestimmte Kosten der Konzernzentrale, strategische Investitionen, Kosten nicht verrechneter Produktionsüberkapazitäten und Umstrukturierungskosten.

Des Weiteren halten wir derzeit einen Anteil von 77,5 Prozent an Qimonda, welche 2006 ausgegliedert wurde. Am 23. Januar 2009 stellten Qimonda und ihre hundertprozentige Tochter Qimonda Dresden GmbH & Co. oHG ("Qimonda Dresden") beim Amtsgericht in München Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens. Am 1. April 2009 wurden die Insolvenzverfahren formell eröffnet. Insolvenzverfahren über weitere Tochterunternehmen von Qimonda in verschiedenen Staaten wurden mittlerweile eröffnet. Das Ergebnis dieser Insolvenzverfahren, einschließlich der endgültigen Verwertung der verbleibenden Vermögenswerte und Schulden von Qimonda, ist derzeit ungewiss. Auf Grund des Insolvenzantrags von Qimonda haben wir Qimonda im zweiten Quartal des Geschäftsjahrs 2009 entkonsolidiert. Im zweiten Quartal des Geschäftsjahrs 2008 legten wir uns auf einen Plan zur Veräußerung von Qimonda fest. In der Folge klassifizierten wir die Vermögenswerte und Schulden von Qimonda in der Konzern-Bilanz zum 30. September 2008 als "zur Veräußerung stehend", und die Ergebnisse von Qimonda werden bis zur Entkonsolidierung als "nicht fortgeführte Aktivitäten" in allen dargestellten Perioden in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung ausgewiesen.

Die Halbleiterindustrie und Faktoren mit Einfluss auf unser Geschäft

Unser Geschäft und die Halbleiterindustrie sind allgemein durch eine hohe Zyklizität gekennzeichnet. Charakteristisch sind konstante und rapide technologische Veränderungen, schnelle Produktalterung und plötzliche Preiserosion, die kontinuierliche Entstehung neuer Standards, kurze Produktlebenszyklen und starke Schwankungen bei Produktangebot und -nachfrage.

Zyklizität

Der Markt für Halbleiterprodukte zeichnet sich durch eine hohe Volatilität aus. Angebot und Nachfrage schwanken zyklisch und verursachen deutliche Schwankungen in Preisen und Gewinnspanne. Basierend auf WSTS (November 2009), betrug das Gesamtmarktwachstum (auf US-Dollar Basis) 2006 8,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und 3,2 Prozent im Jahr 2007, bevor der Gesamtmarkt in Kalenderjahr 2008 um 2,8 Prozent schrumpfte. WSTS geht von einem Rückgang des Gesamtmarktes von etwa 11 Prozent im Kalenderjahr 2009 aus.

Die Zyklizität in der Halbleiterindustrie ist Folge eines komplexen Zusammenspiels von Faktoren, insbesondere der schwankenden Nachfrage nach Endprodukten, die Halbleiter enthalten, und der Schwankungen in der zur Verfügung stehenden Kapazität zur Herstellung von Halbleitern. Diese Zyklizität ist im Bereich der Speicherprodukte besonders stark ausgeprägt. Weil sich Planung, Konstruktion und Inbetriebnahme von Halbleiterfertigungsstätten über mehrere Jahre hinziehen können, neigten Halbleiterhersteller in der Vergangenheit zu Investitionen in Zeiten günstiger Marktbedingungen, um so auf mögliche zukünftige Nachfragesteigerungen zu reagieren. Wenn mehrere der neu errichteten Fertigungsstätten gleichzeitig ihren Betrieb aufnehmen, kann das Angebot an Chips auf dem Markt beträchtlich ausgeweitet werden. Ohne anhaltendes Nachfragewachstum führt dieses Verhalten typischerweise zu Überkapazitäten in der Produktion, einem Überangebot an Produkten und in der Folge zu einschneidenden Preiseinbrüchen für Halbleiterprodukte. Fallen die Preise, reduzierten die Hersteller in der Vergangenheit die Investitionen in neue Fertigungsstätten. Da aber im Laufe der Zeit die Nachfrage nach Chips zunimmt, steigen die Preise ohne Inbetriebnahme zusätzlicher Fertigungsstätten, was zu einem neuen Investitionszyklus führt. Die Halbleiterindustrie reagiert auf einen Nachfragerückgang üblicherweise träge, da sie kapitalintensiv ist und Entscheidungen über den Zukauf von Produktionsanlagen weit vor einer geplanten Expansion zu treffen sind.

Wir sind bestrebt, den Einfluss der Zyklizität mit Hilfe von kontinuierlichen Investitionen in Fertigungskapazitäten über den gesamten Zyklus und mit Hilfe von Kooperationsvereinbarungen sowie Auftragsfertigungsabkommen zu mindern, um auf Zyklusänderungen flexibler reagieren zu können.

Substanzielle Forschungs-, Entwicklungs- und Investitionsausgaben

Die Halbleiterproduktion ist sehr kapitalintensiv. Die zu einer wettbewerbsfähigen Kostenposition notwendigen Produktionskapazitäten fordern hohe Investitionen in Fertigungsanlagen. Nach einer Studie von IC Insights, Inc. haben die 10 größten Investoren in der Halbleiterindustrie einen Anteil von etwas mehr als 60 Prozent an den von der Industrie insgesamt für das Jahr 2009 geplanten Investitionsausgaben. Fertigungsprozesse und Produktgestaltung basieren auf Spitzentechnologien, denen beträchtliche F&E-Kosten vorausgehen. Der Großteil der Betriebskosten einer Fertigungsstätte sind Fixkosten; daher können sich Fluktuationen in der Auslastung der Kapazitäten signifikant auf die Profitabilität auswirken.

Besonders der Markt für Standardprodukte ist durch eine stark marktabhängige Preisfindung gekennzeichnet, die sich größtenteils unserem Einfluss entzieht. Einen Schlüsselfaktor zur Sicherung der Profitabilität stellt für uns daher die kontinuierliche Verringerung unserer Stückkosten durch die Verringerung der Herstellungskosten und Erhöhung der Produktionsmenge durch Produktivitätsverbesserungen dar.

Zur Verringerung der Gesamtkosten zielen wir darauf ab, unsere jeweiligen Kosten für F&E sowie für Fertigungsstätten mit Dritten zu teilen. Dazu dienen uns Allianzen oder Vereinbarungen zur Auftragsfertigung. Wir sind der Überzeugung, dass uns strategische Allianzen bei F&E, bei der Produktion sowie die Zusammenarbeit mit Auftragsherstellern eine Vielzahl von Vorteilen verschaffen. Dazu gehören die Aufteilung der Risiken und Kosten, die Verminderung des eigenen Kapitalbedarfs, der Erwerb technischen Know-hows und der Zugang zu weiteren Produktionskapazitäten. Bedeutende Allianzen bestehen mit der International Semiconductor Development Alliance (,,ISDA"), eine Technologieallianz mit IBM, Global Foundries Inc., Chartered Semiconductor Manufacturing Ltd. (,,Chartered Semiconductor"), Freescale Semiconductor, Inc., NEC Corporation, Samsung Electronics Ltd., STMicroelectronics NV, Toshiba Corporation und Infineon für die Entwicklung und Produktion von CMOS auf Basis der 45-Nanometer-und 32-Nanometer-Technologien. Darüber hinaus bestehen mit United Microelectronics Corporation, Taipeh, Taiwan (,,UMC") Auftragsfertigungsbeziehungen für die 130-Nanometer-, die 90-Nanometer- und 65-Nanometer-Produktion sowie mit Chartered Semiconductor und Taiwan Semiconductor Manufacturing Company (,,TSMC") für die 65-Nanomenter-Produktion. Ferner haben wir im November 2009 die Unterzeichnung einer Vereinbarung zur gemeinsamen Entwicklung einer 65-Nanometer-Embedded-Flash-Technolgie mit TSMC bekannt gegeben.

Im Back-End-Bereich entwickeln wir gemeinsam mit STMicroelectronics NV und STATS ChipPAC Ltd. die nächste Generation der embedded Wafer-Level Ball Grid Array (,,eWLB"), die auf der ersten Technologiegeneration von Infineon beruht und zum Gebrauch in der Produktion zukünftiger Gehäusegenerationen eingesetzt wird. Diese baut auf unserer bereits existierenden eWLB-Gehäusetechnologie auf, die wir an unsere Partner lizenziert haben. Die F&E-Aktivitäten, deren Resultate den drei beteiligten Firmen gleichermaßen gehören, fokussieren sich darauf, beide Seiten eines Wafers zu nutzen, um Lösungen für Halbleiterbausteine mit einem höheren Integrationsgrad und einer größeren Anzahl von Kontaktelementen zu bieten.

Wir erwarten eine Erhöhung der Stückzahlen durch Produktivitätssteigerungen in der Herstellung, indem wir Chips mit geringeren Strukturgrößen produzieren, das heißt mehr Bits pro Chip und mehr Chips pro Wafer durch Verwendung größerer Wafer. Ein wesentlicher Teil unserer Kapazität basiert auf 130-Nanometer- und 90-Nanometer-Strukturen. Unsere 130-Nanometer-Produktionstechnologie mit bis zu acht Kupferschichten befindet sich in der Volumenproduktion, unter anderem in unserer Fertigungsstätte in Dresden. Zusätzlich wurden Produktionsmöglichkeiten für 130-Nanometer-Strukturen geschaffen, die Anforderungen von Spezialanwendungen erfüllen. Unsere 90-Nanometer-Technologie ist in der Produktion eingeführt. Auf Basis der 65-Nanometer-Technologie wird bei verschiedenen Fertigungspartnern produziert. Wir entwickeln Produkte auf Basis der 40-Nanometer-Technologie, für die wir derzeit planen, sie bei einem unserer Fertigungspartner herzustellen.

Zirka die Hälfte unserer internen Fertigungskapazität wird für die Produktion von Leistungshalbleitern für Anwendungen in der Automobilindustrie und Industrieelektronik verwendet. Wir haben Fertigungsstätten für Leistungshalbleiter in Regensburg, Deutschland, in Villach, Österreich, und in Kulim, Malaysia. Wir fokussieren uns auf die Weiterentwicklung von Leistungshalbleitern zum Beispiel mit der Einführung der Kupfer-Metallisierung und mit speziellen Prozessen zur Herstellung immer dünnerer Wafer zur Optimierung des elektrischen Widerstands.

Technologische Entwicklung und Wettbewerb

Die Verkaufspreise pro Stück sind volatil und sinken üblicherweise wegen der technologischen Entwicklung und des Wettbewerbsdrucks im Zeitverlauf. Obwohl Logikchip-Produkte zu einem gewissen Grad anwendungsspezifisch sind, sinken die Verkaufspreise mit der Weiterentwicklung der Technologie.

Unser Ziel ist es, die Auswirkungen der sinkenden Preise auf unsere Erlöse dadurch zu kompensieren, indem wir das Verkaufsvolumen erhöhen, den Produkt-Mix optimieren sowie kontinuierlich unsere Stückkosten reduzieren. Erhöhungen im Verkaufsvolumen hängen teilweise von Produktivitätsverbesserungen bei der Herstellung ab, zum Beispiel durch die Reduzierung der Strukturgrößen.

Saisonabhängigkeit

Unsere Umsatzerlöse unterliegen saisonalen und zyklischen Einflüssen. Das umsatzstärkste Quartal ist erfahrungsgemäß das vierte Quartal des Geschäftsjahrs. Diese kurzfristigen Zyklen sind jedoch beeinflusst von längerfristigen Zyklen, die aus den Neuerungen der technischen Lösungen unserer Kunden, die unsere Produkte beinhalten, resultieren. Die kurz- und mittelfristige Zyklizität unserer Umsätze reflektiert die Schwankungen in Angebot und Nachfrage nach den Produkten, die unsere Halbleiter beinhalten. Wenn antizipierte Umsätze und Lieferungen nicht wie erwartet stattfinden, können in einem solchen Quartal überproportional hohe Ausgaben und Lagerbestände auftreten, was das Ergebnis des Quartals und möglicherweise das Ergebnis der folgenden Quartale negativ beeinflussen kann.

Produktentwicklungszyklen

Bei unseren Produkten kann sich die Zeitspanne vom Test über die Evaluierung und Kundenakzeptanz bis hin zur Serienfertigung über mehrere Monate bis zu mehr als einem Jahr hinziehen. Wegen der Länge dieses Zyklus kann es zu signifikanten zeitlichen Verzögerungen zwischen den Aufwendungen für F&E sowie Marketingaktivitäten und dem Aufbau von Vorräten und der Realisierung der entsprechenden Erlöse kommen.

Akquisitions- und Desinvestitionsstrategie

Ein Schlüsselfaktor unserer Kerngeschäftsstrategie ist es, die Entwicklungszeit neuer Technologien und Produkte und deren Markteinführung zu verkürzen und unser existierendes Produktangebot, die Marktabdeckung, den Einsatz von Ingenieuren sowie unsere technologischen Kompetenzen zu optimieren. Wir planen, auch weiterhin sich bietende strategische Möglichkeiten zu evaluieren. Dies umfasst Unternehmensakquisitionen, strategische Partnerschaften, Kapitalbeteiligungen und auch den Erwerb oder Verkauf von Vermögenswerten oder Geschäftsaktivitäten.

Geistiges Eigentum

Bedingt durch den High-Tech-Charakter der Halbleiterindustrie ist geistiges Eigentum, d. h. immaterielle Vermögenswerte, das sich auf geschützte Technologien bezieht, von großer Bedeutung. Wir erzielen außerdem in mäßigem Umfang Umsatzerlöse aus der Lizenzierung unseres geistigen Eigentums, im Allgemeinen aus gegenseitigen Lizenzvereinbarungen. Unser geistiges Eigentum umfasst Patente, Copyrights, Geschäftsgeheimnisse, Markenzeichen, Gebrauchsmuster und Designs. Unsere Patente betreffen im Wesentlichen den Aufbau von integrierten Schaltkreisen und Prozesstechnologie. Wir sind der Ansicht, dass unser geistiges Eigentum ein wertvoller Vermögenswert ist, nicht nur zum Schutz unserer Technologieinvestitionen, sondern auch eine entscheidende Grundvoraussetzung für gegenseitige Lizenzvereinbarungen mit fremden Dritten.

Zum 30. September 2009 besitzen wir mehr als 20.800 Patentanträge oder Patente (im Folgenden als ,,Patente" bezeichnet) in über 40 Staaten weltweit. Diese Patente gehören zu ungefähr 8.150 ,,Patentfamilien" (jede Patentfamilie beinhaltet alle Patente, die aus der gleichen Erfindung herrühren). 1.900 dieser Patentanträge und Patente (zirka 820 Patentfamilien) sind im Rahmen des Vollzugs des Verkaufs unseres Geschäfts mit drahtgebundener Kommunikation (Wireline Communications) am 6. November 2009 auf Lantiq übertragen worden.

Wir aktivieren Vermögenswerte für selbstentwickeltes geistiges Eigentum. Die Kosten für Entwicklungsaktivitäten werden unter Umständen aktiviert. Voraussetzung der Aktivierung ist, dass die Entwicklungskosten verlässlich ermittelt werden können, dass das Produkt oder der Prozess technisch und wirtschaftlich realisierbar sowie ein zukünftiger wirtschaftlicher Nutzen wahrscheinlich ist. Darüber hinaus müssen wir die Absicht haben und über ausreichende Ressourcen verfügen, die Entwicklung abzuschließen und den Vermögenswert zu nutzen oder zu verkaufen. Die aktivierten Kosten umfassen die Materialkosten, die Fertigungslöhne und die direkt zurechenbaren Gemeinkosten, soweit diese dazu dienen, die Nutzung des Vermögenswerts vorzubereiten. Entwicklungskosten, welche die Aktivierungsvoraussetzungen nicht erfüllen, werden als Aufwand erfasst. Geistiges Eigentum, welches von anderen durch Lizenzerwerb oder im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen erworben wurde, wird ebenfalls in der Bilanz geführt und über die erwartete technische und wirtschaftliche Lebensdauer abgeschrieben. Bewertungsansätze für erworbenes geistiges Eigentum gestalten sich in der Regel äußerst komplex und sind schwer zu schätzen.

Herausforderungen in der Zukunft

Unser künftiger Erfolg wird vor allem von unserer Fähigkeit abhängen, weiterhin Spitzentechnologien zu entwickeln und unser Produktportfolio zu optimieren. Wir müssen beide Ziele erreichen, um der fluktuierenden Nachfrage nach verschiedenen Halbleiterprodukten flexibel begegnen zu können. Wir sind der Überzeugung, dass die Fähigkeit, ein breites Portfolio anzubieten und flexibel zu fertigen, in zunehmendem Maße für unseren langfristigen Erfolg auf vielen Märkten in der Halbleiterindustrie wichtig sein wird. Die Entwicklung und Erhaltung eines Technologievorsprungs, von Entwicklungs- und Fertigungsallianzen, einschließlich der Auftragsfertigung durch Dritte, sowie die beständigen Bemühungen zur Verbreiterung des Portfolios werden es uns erleichtern, auf veränderte Marktbedingungen zu reagieren und unsere finanzielle Ertragskraft zu stärken.

Darstellung des Halbleitermarkts im Geschäftsjahr 2009

Gemäß WSTS (September 2009) schrumpfte in den ersten neun Monaten des Kalenderjahrs 2009 der Welt-Halbleitermarkt (auf US-Dollar Basis) um 20 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahrs, nachdem er im Kalenderjahr 2008 bereits um 2,8 Prozent zurückgegangen war. Im November 2009 erwartete WSTS für das gesamte Kalenderjahr 2009 einen Rückgang von zirka 11 Prozent. WSTS erwartet in Nordamerika einen Nachfragerückgang von 1 Prozent und in Europa von 24 Prozent. Für den asiatisch-pazifischen Raum (ausgenommen Japan) wird eine Schrumpfung des Halbleitermarkts von 7 Prozent und für den japanischen Markt von 21 Prozent vorausgesagt. Der Bereich der Nicht-Speicherprodukte (Logikchips, analoge und diskrete Komponenten), der 81 Prozent des Gesamtmarkts in den ersten neun Kalendermonaten 2009 ausmachte, soll gegenüber dem Kalenderjahr 2008 um 12 Prozent zurückgehen. Für den Bereich der Speicherprodukte wird im Vergleich zum Kalenderjahr 2008 ein Umsatzrückgang von 8 Prozent prognostiziert, nach einem Rückgang von 20 Prozent im Kalenderjahr 2008 (WSTS, November 2009).

Entwicklung der Ertragslage

Entwicklung der Ertragslage als Prozentsatz vom Umsatz

Die folgende Tabelle zeigt Positionen der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung in Prozent vom Umsatz:

Geschäftsjahr zum 30. September(1)
2007 2008 2009
--- --- --- ---
Umsatzerlöse 100,0% 100,0% 100,0%
Umsatzkosten (67,5) (66,1) (78,2)
Bruttoergebnis vom Umsatz 32,5 33,9 21,8
Forschungs- und Entwicklungskosten (17,0) (15,5) (15,5)
Vertriebskosten und allgemeine Verwaltungskosten (12,3) (13,3) (13,0)
Sonstige betriebliche Erträge 1,0 3,1 1,0
Sonstige betriebliche Aufwendungen (1,5) (9,4) (1,6)
Betriebsergebnis 2,7 (1,2) (7,3)
Finanzerträge 3,0 1,5 3,3
Finanzaufwendungen (6,6) (4,6) (5,1)
Ergebnis von nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen - 0,1 0,2
Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten vor Steuern vom Einkommen und vom Ertrag (0,9) (4,2) (8,9)
Erträge (Aufwendungen) aus Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 0,1 (1,0) (0,1)
Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten (0,8) (5,2) (9,0)
Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten, abzüglich Steuern vom Einkommen und Ertrag (9,3) (90,8) (13,2)
Konzernjahresfehlbetrag (10,1)% (96,0)% (22,2)%
Davon entfallen auf:
Minderheitsanteile (0,6)% (20,8)% (1,6)%
Aktionäre der Infineon Technologies AG (9,5)% (75,2)% (20,6)%

(1) Negative Werte werden in Klammern dargestellt. Abweichungen durch Rundungsdifferenzen möglich.

Reorganisation

Unsere Organisationsstruktur für die Zeit bis zum 31. März 2008 wurde am 1. Mai 2006, nach der rechtlichen Ausgliederung unseres Speichergeschäfts in das rechtlich eigenständige Unternehmen Qimonda, eingeführt. Seit dem 31. März 2008 werden die Ergebnisse von Qimonda bis zur Entkonsolidierung für alle ausgewiesenen Berichtsperioden in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung als nicht fortgeführte Aktivitäten geführt. Die Vermögenswerte und Verbindlichkeiten werden in der KonzernBilanz zum 30. September 2008 als zur Veräußerung stehende Vermögenswerte und Verbindlichkeiten ausgewiesen.

Nach Abschluss der Ausgliederung von Qimonda werden bestimmte zentrale Kosten nicht länger Qimonda, sondern unseren Segmenten zugeordnet. Zusätzlich werden in dem Segment Sonstige Geschäftsbereiche die Umsatzerlöse und die Ergebnisse berichtet, die wir in unserer 200-Millimeter-Fertigungsstätte in Dresden aus dem Verkauf von Wafern an Qimonda im Rahmen einer Produktionsvereinbarung erzielt haben. Diese Vereinbarung wurde im Geschäftsjahr 2008 gekündigt. Das Segment Konzernfunktionen und Eliminierungen spiegelt die Eliminierung dieser Umsatzerlöse und Ergebnisse wider. Des Weiteren stellen wir mit Wirkung zum 1. Oktober 2007 die Gewinne und Verluste aus dem Verkauf von Wertpapieren des Umlaufvermögens im Segment Konzernfunktionen und Eliminierungen dar.

Um uns besser auf unsere Zielmärkte auszurichten, haben wir seit dem 1. Oktober 2008 unser Kerngeschäft in die fünf neuen operativen Segmente Automotive, Industrial & Multimarket, Chip Card & Security, Wireless Solutions und Wireline Communications umorganisiert. Am 7. Juli 2009 haben wir einen Vertrag hinsichtlich des Verkaufs des Geschäfts mit drahtgebundener Kommunikation (Wireline Communications) abgeschlossen. Der Verkauf wurde am 6. November 2009 vollzogen. Auf Grund des geplanten Verkaufs hat der Vorstand bestimmt, dass Wireline Communications ab September 2009 kein operatives Segment mehr ist. Die Ergebnisse des Geschäfts mit drahtgebundener Kommunikation werden als nicht fortgeführte Aktivitäten in allen dargestellten Perioden in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung ausgewiesen. Die Vermögenswerte und Verbindlichkeiten des Geschäfts mit drahtgebundener Kommunikation werden in der Konzern-Bilanz zum 30. September 2009 als zur Veräußerung stehend ausgewiesen.

Die Ergebnisse der Segmente für alle in diesem zusammengefassten Konzernlagebericht dargestellten Perioden an die aktuelle Struktur der Berichterstattung angepasst.

Umsatzerlöse

Wir generieren Erlöse im Wesentlichen aus dem Verkauf von Halbleiterprodukten und Systemlösungen. Unsere Halbleiterprodukte beinhalten eine große Anzahl an Chips und Komponenten, die eine breite Anwendung in elektronischen Geräten finden und die von drahtlosen und drahtgebundenen Kommunikationssystemen bis zu Chipkarten, Automobilelektronik und Industrietechnik reichen.

Den Großteil der Verkäufe im Geschäftsjahr 2009 generierten wir über unseren direkten Vertrieb. Ungefähr 20 Prozent der Umsatzerlöse wurden in diesem Zeitraum über Großhändler erzielt.

Wir erzielen moderate Einkünfte aus Lizenzen über Stück- und Pauschalgebühren, indem wir an Dritte Lizenzen auf Technologien vergeben, deren Eigentümer wir sind. So können wir einen Teil unserer Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen abdecken und erlangen oft gleichzeitig über Lizenzierungs- und Kapazitätsreservierungsvereinbarungen Zugang zu zusätzlichen Fertigungskapazitäten bei Auftragsherstellern.

Unsere Umsatzerlöse schwanken auf Grund von verschiedenen Faktoren wie:

Marktpreisen für unsere Produkte, insbesondere resultierend aus Wechselkursschwankungen, die unsere Verkaufspreise beeinflussen,
unserem gesamten Produkt-Mix und unserem Verkaufsvolumen,
der Phase im Lebenszyklus unserer Produkte,
Wettbewerbseffekten und konkurrenzfähigen Preisstrategien,
staatlichen Eingriffen, die den Markt beeinflussen (etwa Regulierungen, die die Energieeffizienz von Produkten betreffen) sowie
globalen und regionalen ökonomischen Zyklen.
Geschäftsjahr zum 30. September
2007 2008 2009
--- --- --- ---
(€ in Millionen, außer bei Prozenten)
--- --- --- ---
Umsatzerlöse 3.660 3.903 3.027
Prozentuale jährliche Veränderung 7% (22)%
darin enthalten:
Einkünfte aus Lizenzvergaben 19 53 18
Prozent des Umsatzes 1% 1% 1%
Fremdwährungseffekte im Vergleich zum Vorjahr (154) (239) 169
Prozent des Umsatzes (4)% (6)% 6%
Auswirkungen von Akquisitionen im Vergleich zum Vorjahr - 133 -
Prozent des Umsatzes -% 3% -%

Der Anstieg der Umsatzerlöse im Geschäftsjahr 2008 ist im Wesentlichen auf den Anstieg der Umsatzerlöse im Segment Wireless Solutions zurückzuführen, welcher teilweise durch den Rückgang der Umsatzerlöse der sonstigen Geschäftsbereiche auf Grund des Verkaufs unserer Festplatten-Aktivitäten an LSI im April 2008 kompensiert wird. Die jeweils geringfügigen Rückgänge der Umsatzerlöse in unserem Automotive Segment und unserem Industrial & Multimarket Segment wurden durch den Anstieg der Umsatzerlöse im Segment Chip Card & Security ausgeglichen.

Im Geschäftsjahr 2009 verringerten sich unsere Umsatzerlöse um 22 Prozent im Vergleich zum Geschäftsjahr 2008, im Wesentlichen auf Grund des Umsatzrückgangs in all unseren Segmenten.

Die Stärke des Euro gegenüber Fremdwährungen (vorwiegend dem US-Dollar) beeinflusste während der Geschäftsjahre 2007 und 2008 den Umsatz negativ, wohingegen sich die teilweise Erholung des US-Dollars gegenüber dem Euro im Geschäftsjahr 2009 positiv auf den Umsatz auswirkte. Der Fremdwährungseffekt im Vergleich zum Vorjahr wird ermittelt, indem der durchschnittliche Wechselkurs des vergangenen Jahres als konstanter Wechselkurs auf die Umsatzerlöse des aktuellen Jahres angewendet wird.

Die Umsatzerlöse für das Geschäftsjahr 2008 beinhalten die Effekte aus dem von LSI erworbenen Mobilfunkgeschäft ab dem 25. Oktober 2007 und von Primarion ab dem 28. April 2008. Die Auswirkungen von Akquisitionen im Vergleich zum Vorjahr spiegeln die Erhöhung des Umsatzes infolge von Unternehmensakquisitionen seit dem Beginn des Vorjahrs vorwiegend aus der ganzjährigen Konsolidierung der Umsätze im Jahr nach der Akquisition wider.

Umsatzerlöse im Geschäftsjahr 2009 im Vergleich zum Ausblick für das Geschäftsjahr 2009

Als wir im Dezember 2008 erstmals unseren Ausblick für das Geschäftsjahr 2009 präsentiert hatten, war eine Prognose für die wirtschaftliche Entwicklung im Geschäftsjahr 2009 nur begrenzt möglich. Basierend auf den damaligen Erwartungen haben wir einen Rückgang unserer Umsatzerlöse im Geschäftsjahr 2009 um mindestens 15 Prozent im Vergleich zu den Umsatzerlösen im Geschäftsjahr 2008 prognostiziert. Im April 2009 haben wir unseren Ausblick für das Geschäftsjahr 2009 angepasst. Es verblieb eine bedeutende Ungewissheit hinsichtlich der wirtschaftlichen Entwicklung. Auf Basis der Entwicklung in den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahrs 2009 erwarteten wir im April 2009 einen Rückgang der Umsatzerlöse im Geschäftsjahr 2009 um mehr als 20 Prozent im Vergleich zum Geschäftsjahr 2008.

Wie erwartet führte der wirtschaftliche Abschwung im Geschäftsjahr 2009 zu Umsatzrückgängen in allen unseren Segmenten. Insgesamt sind die Umsatzerlöse, wie in dem im April 2009 angepassten Ausblick erwartet, im Geschäftsjahr 2009 um 22 Prozent gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen. Alle operativen Segmente, mit Ausnahme des Segments Wireless Solutions, erlitten einen Umsatzeinbruch von jeweils mehr als 20 Prozent im Geschäftsjahr 2009 gegenüber dem Geschäftsjahr 2008. Mit einem Umsatzrückgang von lediglich 3 Prozent im Geschäftsjahr 2009 gegenüber dem Geschäftsjahr 2008 war unser Wireless Solutions Segment wie erwartet am wenigsten vom wirtschaftlichen Abschwung betroffen.

Umsatzerlöse nach Segmenten

Geschäftsjahr zum 30. September
2007 2008 2009
--- --- --- --- --- --- ---
(€ in Millionen, außer bei Prozentsätzen)
--- --- --- --- --- --- ---
Revenue:
Automotive 1.267 35% 1.257 32% 839 28%
Industrial & Multimarket 1.188 33% 1.171 30% 905 30%
Chip Card & Security 438 12% 465 12% 341 11%
Wireless Solutions(1) 637 17% 941 24% 917 30%
Sonstige Geschäftsbereiche(2) 343 9% 171 4% 17 1%
Konzernfunktionen und Eliminierungen(3) (213) (6)% (102) (2)% 8 0%
Gesamt 3.660 100% 3.903 100% 3.027 100%

(1) Beinhaltet konzerninterne Umsätze in Höhe von €30 Millionen, €10 Millionen und €1 Million in den Geschäftsjahren 2007, 2008 und 2009 aus dem Verkauf von drahtlosen Kommunikationsanwendungen an Qimonda.

(2) Beinhaltet konzerninterne Umsätze in Höhe von €189 Millionen und €79 Millionen in den Geschäftsjahren 2007 und 2008 aus dem Verkauf von Wafern von Infineons 200-Millimeter-Fertigungsstätte in Dresden an Qimonda auf Grund einer Produktionsvereinbarung.

(3) Beinhaltet die Eliminierung der Umsätze in Höhe von €219 Millionen, €89 Millionen und €1 Million in den Geschäftsjahren 2007, 2008 und 2009, da diese Umsätze nicht Teil des Plans zur Veräußerung von Qimonda waren.

Automotive - Im Geschäftsjahr 2008, belief sich der Umsatz auf €1.257 Millionen und war damit nahezu unverändert verglichen mit dem Geschäftsjahr 2007 mit €1.267 Millionen. Höhere Absatzzahlen konnten den auf Grund von technologischen Entwicklungen und Wettbewerb anhaltenden Preisdruck nahezu ausgleichen. Im Geschäftsjahr 2009 betrug der Umsatz €839 Millionen, eine Abnahme um 33 Prozent verglichen zum Geschäftsjahr 2008. Der durch den wirtschaftlichen Abschwung bedingte Umsatzrückgang war im Einklang mit den reduzierten Produktionsvolumina im Automobilmarkt. Zusätzlich konnte begünstigt durch nationale Förderprogramme wie z. B. die Abwrackprämie in Deutschland oder das chinesische Wirtschaftsförderprogramm, eine Marktverschiebung hin zu kleineren Fahrzeugen mit geringerem Halbleiteranteil beobachtet werden. Im zweiten Halbjahr des Geschäftsjahrs 2009 erholten sich die Umsatzerlöse des Automotive Segments teilweise im Vergleich zum ersten Halbjahr2009, blieben jedoch unterhalb der Umsatzerlöse des zweiten Halbjahrs 2008.
Industrial & Multimarket - Im Geschäftsjahr 2008 verringerten sich die Umsätze geringfügig im Zuge des Verkaufs eines Anteils an der Infineon Technologies Bipolar GmbH & Co. KG ("Bipolar") an die Siemens AG. Bipolar wird daher seit dem 1. Oktober 2007 nach der Equity-Methode bilanziert. Die Umsätze der übrigen Bereiche erhöhten sich, da das höhere Absatzvolumen den auf Grund technologischer Entwicklungen und Wettbewerb anhaltenden Preisdruck mehr als kompensieren konnte. Das Umsatzwachstum resultierte im Wesentlichen aus einer fortgesetzt starken Nachfrage nach Hochleistungsprodukten für Industrieanwendungen und aus gestiegenen Umsätzen bei Multimarket-Anwendungen. Die Umsatzerlöse im Geschäftsjahr 2009 beliefen sich auf €905 Millionen und lagen um 23 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres. Vordem Hintergrund der weltweiten Finanzkrise war vor allem in den endkundenorientierten Märkten wie etwa Computing, Kommunikation und Automobil ein deutlicher Nachfragerückgang zu verzeichnen. Die Hauptursachen waren hier sowohl eine deutlich gesunkene Nachfrage auf der Endkundenseite als auch Lagerbereinigungen in der Wertschöpfungskette. Das Industriegeschäft verzeichnete demgegenüber einen vergleichsweise geringeren Rückgang der Umsatzerlöse gegenüber dem Vorjahr. Weltweite Konjunkturprogramme haben hier dazu beigetragen, die Auswirkungen der Finanzkrise teilweise auszugleichen. Im zweiten Halbjahr des Geschäftsjahrs 2009 erhöhten sich die Umsatzerlöse im Vergleich zum ersten Halbjahr 2009. Im vierten Quartal des Geschäftsjahrs 2009 erhöhten sich die Umsatzerlöse deutlich gegenüber dem dritten Quartal des Geschäftsjahrs 2009. Dieser Anstieg resultiert im Wesentlichen aus der typischen Saisonalität in den endverbraucherorientierten Märkten und entspricht in seinem Ausmaß der Steigerungsrate im vierten Quartal des Geschäftsjahrs 2008 gegenüber dem dritten Quartal des Geschäftsjahrs 2008.
Chip Card & Security- Im Geschäftsjahr 2008 betrugen die Umsätze €465 Millionen, ein Anstieg von 6 Prozent im Vergleich zu €438 Millionen im Geschäftsjahr 2007. Dieser Anstieg spiegelte hauptsächlich die wachsende Nachfrage bei behördlichen Identitätsdokumenten, insbesondere die Einführung von elektronischen Reisepässen, sowie Marktanteilsgewinne bei Bezahlfernsehen und Zahlungsanwendungen wider. Im Geschäftsjahr 2009 beliefen sich die Umsätze auf €341 Millionen, ein Rückgang um 27 Prozent im Vergleich zum Geschäftsjahr 2008. Dieser Rückgang wurde im Wesentlichen verursacht durch eine schwächere Nachfrage bei Anwendungen für behördliche Identifikation ebenso wie bei Chips für Computerplattformsicherheit, Bezahlfernsehen, Kommunikation und Zahlungsverkehr im Zuge der allgemeinen Finanz- und Wirtschaftskrise. Erweiterungsinvestitionen in die Verbesserung der Infrastruktur wurden auf Grund der Krise verschoben, was beispielsweise bei Bezahlkarten zu einer Verzögerung der Migration auf höherwertigere Produkte führte. Auch die Endkundennachfrage nach elektronischen Reisepässen nahm im Zuge der Wirtschaftskrise auf Grund weltweit sinkender Reisetätigkeit deutlich ab. Im vierten Quartal des Geschäftsjahrs 2009 konnte eine Steigerung des Umsatzvolumens gegenüber dem Vorquartal erreicht werden. Dieser Anstieg lag deutlich über der Steigerungsrate im vierten Quartal des Geschäftsjahrs 2008 gegenüber dem dritten Quartal des Geschäftsjahrs 2008 und resultiert im Wesentlichen aus einer gestiegenen Nachfrage nach Chips für Mobilkommunikation und der Erholung der Marktnachfrage nach Chips für Plattformsicherheit in Laptops und PCs.
Wireless Solutions- Im Geschäftsjahr 2008 betrugen die Umsätze €941 Millionen, ein Anstieg von 48 Prozent im Vergleich zu €637 Millionen im Geschäftsjahr 2007, was im Wesentlichen aus dem starken Anstieg von Lieferungen von Mobilfunkplattformlösungen und der Einbeziehung des von LSI erworbenen Mobilfunkgeschäfts resultierte. Im Geschäftsjahr2009 betrugen die Umsatzerlöse €917 Millionen, ein leichter Rückgang von 3 Prozent im Vergleich zum Geschäftsjahr 2008. Trotz des turbulenten Marktumfelds, insbesondere in der ersten Hälfte des Geschäftsjahrs 2009, ist es dem Segment gelungen, die Umsatzerlöse auf dem Vorjahresniveau zu stabilisieren. Unsere innovativen ULC-, Entry Phone-, UMTS- und HSPA-Lösungen wurden vom Markt positiv aufgenommen.
Sonstige Geschäftsbereiche - Die Umsatzerlöse in den Geschäftsjahren 2007 und 2008 resultierten im Wesentlichen aus den Verkäufen von Wafern unserer200-Millimeter-Produktionsstätte in Dresden an Qimonda auf Grund einer Produktionsvereinbarung, die im Segment Konzernfunktionen und Eliminierungen wiederum eliminiert werden. Mit Wirkung zum 30. November 2007 kündigte Qimonda die Produktionsvereinbarung mit uns. Dies führte zu einem deutlichen Rückgang der Umsätze in den Geschäftsjahren 2008 und 2009. Die letzten Wafer wurden im Mai 2008 an Qimonda ausgeliefert. Der Großteil der im Geschäftsjahr 2009 von den sonstigen Geschäftsbereichen erzielten Umsatzerlöse resultierten aus unseren Festplatten-Aktivitäten, welche wir im April 2008 an LSI veräußert haben und welche auch in den Umsatzerlösen der sonstigen Geschäftsbereiche für die Geschäftsjahre 2007 und 2008 enthalten sind.

Umsatzerlöse nach Regionen und Kunden

Geschäftsjahr zum 30. September
2007 2008 2009
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(€ in Millionen, außer bei Prozentsätzen)
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Deutschland 794 22% 820 21% 545 18%
Übriges Europa 807 22% 754 19% 543 18%
Nordamerika 530 14% 483 12% 409 13%
Asien-Pazifik 1.289 35% 1.597 41% 1.358 45%
Japan 203 6% 191 5% 143 5%
Andere 37 1% 58 2% 29 1%
Gesamt 3.660 100% 3.903 100% 3.027 100%

Der absolute und relative Anstieg des Anteils der Umsatzerlöse in der Region Asien-Pazifik im Geschäftsjahr 2008 resultiert im Wesentlichen aus dem Kauf des Mobilfunkgeschäfts von LSI und aus höheren Verkäufen von Mobilfunkplattformlösungen durch unser Segment Wireless Solutions an Kunden in dieser Region.

Die Zusammensetzung der regionalen Umsätze im Geschäftsjahr 2009 veränderte sich geringfügig im Vergleich zum Geschäftsjahr 2008 vor allem auf Grund der Veränderung der Umsätze der Segmente. Die Verlagerung der regionalen Umsätze von Deutschland, übriges Europa und Nordamerika nach Asien-Pazifik ist vorrangig auf den signifikanten Umsatzrückgang in unserem Segment Automotive zurückzuführen, dessen Kunden sich vorrangig in Deutschland, übriges Europa und Nordamerika befinden. Darüber hinaus haben Umsatzzuwächse unseres Segments Wireless Solutions in Asien-Pazifik im Geschäftsjahr 2009 im Vergleich zum Geschäftsjahr 2008 zu den Veränderungen der regionalen Umsatzverteilung beigetragen.

Kein einzelner Kunde machte im Geschäftsjahr 2009 mehr als 10 Prozent unserer Umsatzerlöse aus. Im Geschäftsjahr 2009 entfielen auf unsere 25 größten Kunden 72 Prozent unserer Umsatzerlöse.

Umsatzkosten - Bruttoergebnis vom Umsatz

Unsere Umsatzkosten enthalten vor allem:

Materialkosten - vor allem Kosten für Rohwafer,
Lohnkosten,
Gemeinkosten, einschließlich der Wartung der Produktionsanlagen, Betriebsstoffe, Betriebsmittel und Lizenzgebühren,
Abschreibungen und Amortisation, inklusive Abschreibung auf aktivierte Entwicklungskosten,
Kosten für Zulieferer für Montage und Tests,
Fertigungsunterstützung inklusive Gebäudeflächen, Versorgungsanlagen, Qualitätskontrolle, Automatisierung und Leitungsfunktionen sowie
Kosten der Auftragsfertigung.

Zusätzlich zu den umsatzbezogenen Faktoren ist die Bruttomarge beeinflusst durch:

Auslastung der Fertigungsstätten und damit verbundene Leerkosten,
Abschreibung erworbener immaterieller Vermögenswerte und aktivierter Entwicklungskosten,
Produktgarantieleistungen,
Wertberichtigungen für überschüssigen oder veralteten Lagerbestand sowie
Zulagen und Zuschüsse, die über die wirtschaftliche Restnutzungsdauer der Fertigungsanlagen realisiert werden.
Geschäftsjahr zum 30. September
2007 2008 2009
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(€ in Millionen, außer bei Prozentsätzen)
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Umsatzkosten 2.469 2.581 2.368
Prozentuale jährliche Veränderung 5% (8)%
Prozent des Umsatzes 68% 66% 78%
Bruttoergebnis vom Umsatz 1.191 1.322 659
Prozent des Umsatzes (Bruttomarge) 32% 34% 22%

Die Kosten für die Materialbezüge von unseren Gemeinschaftsunternehmen und anderen nahestehenden und assoziierten Unternehmen sind in den Umsatzkosten enthalten. Die Bezüge von diesen nahestehenden und assoziierten Unternehmen beliefen sich im Geschäftsjahr 2007 auf €47 Millionen gegenüber €148 Millionen im Geschäftsjahr 2008 und €138 Millionen im Geschäftsjahr 2009.

Im Geschäftsjahr 2008 stieg unsere Bruttomarge im Wesentlichen auf Grund von Produktivitätsverbesserungen. Im Geschäftsjahr 2009 verschlechterte sich unsere Bruttomarge signifikant von 34 Prozent auf 22 Prozent. Insbesondere im ersten Halbjahr 2009 führten das geringere Umsatzvolumen sowie höhere Leerstandskosten, die Fixkosten in der Produktion, die nicht in dem Maße wie sich die Umsatzerlöse verringerten, reduziert werden konnten, widerspiegeln, zu einer deutlichen Verringerung des Bruttoergebnisses vom Umsatz. Die ansteigenden Umsatzerlöse in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahrs 2009 im Vergleich zum ersten Halbjahr 2009 führten zu einer teilweisen Verbesserung unseres Bruttoergebnisses vom Umsatz.

Automotive - Im Geschäftsjahr 2008 blieb das Bruttoergebnis des Segments trotz gestiegener Leerstandskosten nahezu unverändert im Vergleich zum Geschäftsjahr 2007 auf Grund von Produktivitätsverbesserungen. Im Vergleich zum Geschäftsjahr 2008 verringerte sich im Geschäftsjahr 2009 das Bruttoergebnis auf Grund des geringeren Absatzvolumens und weiter gestiegenen Leerstandskosten.
Industrial & Multimarket- Im Geschäftsjahr 2008 blieb das Bruttoergebnis des Segments trotz gestiegenen Leerstandskosten nahezu unverändert im Vergleich zum Geschäftsjahr 2007 auf Grund von Produktivitätsverbesserungen. Als Folge des im Jahresvergleich deutlich niedrigeren Umsatzniveaus und höherer Leerstandskosten sank das Bruttoergebnis vom Umsatz im Geschäftsjahr 2009. Das Ausmaß des Rückgangs konnte dabei durch Strukturverbesserungen im Produktportfolio, Kosten- und Prozessoptimierungen sowie unsere signifikanten Sparanstrengungen auf ein Minimum beschränkt werden. Der Preisdruck lag im Geschäftsjahr 2009 in etwa auf dem Niveau des Vorjahrs.
Chip Card & Security- Im Geschäftsjahr 2008 erhöhte sich das Bruttoergebnis vom Umsatz des Segments deutlich, was im Wesentlichen auf den gestiegenen Umsatz sowie Veränderungen im Produktmix im Zuge der eingeschlagenen Differenzierungsstrategie zurückzuführen war. Im Geschäftsjahr 2009 ging das Bruttoergebnis vom Umsatz auf Grund rückläufiger Umsatzerlöse sowie höherer Leerstandskosten in der Fertigung zurück.
Wireless Solutions-Im Geschäftsjahr 2008 erhöhte sich das Bruttoergebnis vom Umsatz im Vergleich zum Geschäftsjahr 2007 trotz des negativen Einflusses von Währungskursschwankungen zwischen US-Dollar und Euro vor allem bedingt durch den Umsatzanstieg, Kosteneinsparungen sowie produktivitätssteigernde Maßnahmen. Im Geschäftsjahr 2009 reduzierte sich das Bruttoergebnis vom Umsatz im Vergleich zum Geschäftsjahr 2008, insbesondere wegen höherer Leerstandskosten auf Grund geringerer Produktionsauslastung.

Forschungs- und Entwicklungskosten

Die Aufwendungen für F&E umfassen vor allem Personalkosten, Materialkosten, Abschreibungen und Instandhaltung der Laboreinrichtungen, die wir für unsere F&E-Projekte benötigen, sowie Kosten aus vertraglich vereinbarter Technologieentwicklung. In den Aufwendungen für F&E sind die Aufwendungen aus Vereinbarungen über die Entwicklungen von gemeinsamer Technologie mit unseren Partnern enthalten. Kosten der Forschungsaktivitäten, die zukünftig die Erlangung neuen wissenschaftlichen oder technischen Know-hows und Verständnisses versprechen, werden sofort als Aufwand erfasst. Die Kosten für Entwicklungsaktivitäten, bei denen Forschungsergebnisse in einen Plan oder einen Entwurf für die Produktion von neuen oder deutlich verbesserten Produkten und Prozessen umgesetzt werden, werden aktiviert. Voraussetzung der Aktivierung ist, dass die Entwicklungskosten verlässlich ermittelt werden können, dass das Produkt oder der Prozess technisch und wirtschaftlich realisierbar sowie ein zukünftiger Nutzen wahrscheinlich ist. Darüber hinaus müssen wir die Absicht haben und über ausreichende Ressourcen verfügen, die Entwicklung abzuschließen und den Vermögenswert zu nutzen oder zu verkaufen. Die aktivierten Kosten umfassen die Materialkosten, die Fertigungslöhne und die direkt zurechenbaren Gemeinkosten, soweit diese dazu dienen, die Nutzung des Vermögenswerts vorzubereiten.

Wir werden weiterhin unsere Investitionen auf die Entwicklung von fortschrittlichen Fertigungstechnologien sowie von Produkten mit großem Wachstums- und Ergebnispotenzial fokussieren.

Geschäftsjahr zum 30. September
2007 2008 2009
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(€ in Millionen, außer bei Prozentsätzen)
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Forschungs- und Entwicklungskosten 621 606 468
Prozentuale jährliche Veränderung (2)% (23)%
Prozent des Umsatzes 17% 16% 15%
Zulagen und Zuschüsse 87 59 50
Prozent des Umsatzes 2% 2% 2%
Aktivierte Entwicklungskosten 22 38 43
Prozent der Forschungs- und Entwicklungskosten 4% 6% 9%

Einige unserer F&E-Projekte erhalten Zulagen und Zuschüsse von lokalen und regionalen Behörden. Werden die Kriterien für solche Zuwendungen erfüllt, reduzieren die Zuschüsse die F&E-Aufwendungen über die Projektdauer, in der die Kosten anfallen.

Im Geschäftsjahr 2008 sind die F&E-Kosten um €15 Millionen oder 2 Prozent gegenüber dem Geschäftsjahr 2007 und im Geschäftsjahr 2009 weiter um €138 Millionen oder 23 Prozent gegenüber dem Geschäftsjahr 2008 zurückgegangen. Der absolute Rückgang im Geschäftsjahr 2009 ist auf unser IFX10+ Kostensenkungsprogramm, Kurzarbeit und unbezahlten Urlaub sowie verschobene F&E-Aktivitäten zurückzuführen. Zusätzlich haben niedrigere Aufwendungen im Zusammenhang mit erfolgsabhängigen Bonuszahlungen zur Verringerung der F&E-Kosten im Geschäftsjahr 2009 beigetragen. Der kontinuierliche Anstieg unserer F&E-Effizienz hat ebenso zum Rückgang der F&E-Kosten im Geschäftsjahr 2009 im Vergleich zum Geschäftsjahr 2008 beigetragen. Wir sind der Ansicht, dass die realisierten Kosteneinsparungen unsere technologische Wettbewerbsfähigkeit nicht beeinträchtigt haben.

Wir haben Entwicklungskosten in Höhe von €22 Millionen, €38 Millionen und €43 Millionen in den Geschäftsjahren 2007, 2008 und 2009 aktiviert.

Automotive - Im Geschäftsjahr 2008 blieben die F&E-Kosten als Prozent vom Umsatz stabil und verringerten sich absolut. Im Geschäftsjahr 2009 verringerten sich die absoluten F&E-Kosten, erhöhten sich jedoch als Prozent vom Umsatz auf Grund der deutlichen Verringerung der Umsatzerlöse.
Industrial & Multimarket - Im Geschäftsjahr 2008 blieben die F&E-Kosten als Prozent vom Umsatz stabil und verringerten sich absolut. Die absoluten F&E-Kosten sind im Geschäftsjahr 2009 verglichen zum Geschäftsjahr 2008 zurückgegangen, als Prozent des Umsatzes erhöhten sie sich jedoch, was auf die deutliche Verringerung der Umsatzerlöse zurückzuführen ist.
Chip Card & Security - Im Geschäftsjahr 2008 stiegen die F&E-Kosten sowohl als Prozent vom Umsatz als auch absolut an. Im Geschäftsjahr 2009 gingen die F&E-Kosten absolut wiederum stark zurück. In Prozent vom Umsatz stiegen die F&E-Kosten allerdings leicht an, bedingt durch den Umsatzrückgang.
Wireless Solutions - Im Geschäftsjahr 2008 gingen die F&E-Kosten trotz des Erwerbs des Mobilfunkgeschäfts von LSI absolut zurück. Grund hierfür war, dass Maßnahmen zur Effizienzsteigerung und Kostenreduzierung, die im Geschäftsjahr 2007 eingeführt wurden, erstmals ein ganzes Geschäftsjahr wirksam wurden. Auf Grund des Umsatzanstiegs verringerten sich die Forschungs- und Entwicklungskosten als Prozent des Umsatzes deutlich. Im Geschäftsjahr 2009 reduzierten sich die F&E -Kosten sowohl prozentual als auch absolut erheblich.

Vertriebskosten und allgemeine Verwaltungskosten

Die Vertriebskosten umfassen Personalkosten für die Mitarbeiter des Vertriebs und des Marketings, Kosten für Kundenmuster, Verkaufsförderungsmaßnahmen und Marketingaufwendungen.

Die allgemeinen Verwaltungskosten umfassen die Personalkosten der Mitarbeiter in der Verwaltung, nicht produktionsbezogene Gemeinkosten, Beratungshonorare, Rechtsanwaltskosten und andere Honorare für externe Dienstleister.

Geschäftsjahr zum 30. September
2007 2008 2009
--- --- --- ---
(€ in Millionen, außer bei Prozentsätzen)
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Vertriebskosten und allgemeine Verwaltungskosten 449 517 392
Prozentuale jährliche Veränderung 15% (24)%
Prozent des Umsatzes 12% 13% 13%

In absoluten Zahlen gab es einen Anstieg der Kosten im Geschäftsjahr 2008 im Vergleich zum Vorjahr, der im Wesentlichen aus höheren Vertriebskosten resultiert, die überwiegend mit dem Erwerb des Mobilfunkgeschäfts von LSI zusammenhängen. Im Geschäftsjahr 2009 sind die Vertriebskosten und allgemeinen Verwaltungskosten um €125 Millionen oder 24 Prozent gegenüber dem Geschäftsjahr 2008 zurückgegangen. Dieser Rückgang ist auf Kosteneinsparungen auf Grund unseres IFX10+ Kostensenkungsprogramms, Kurzarbeit und unbezahlten Urlaub zurückzuführen. Zusätzlich haben Auflösungen von Bonusrückstellungen sowie verringerte Aufwendungen für Boni und Prämien auf Grund unserer aktuellen Ergebnissituation zum Rückgang der Vertriebs- und allgemeinen Verwaltungskosten im Geschäftsjahr 2009 beigetragen. Als Prozent vom Umsatz blieben die Vertriebskosten und allgemeinen Verwaltungskosten im Geschäftsjahr 2009 nahezu unverändert im Vergleich zum Geschäftsjahr 2008.

Sonstige betriebliche Erträge und sonstige betriebliche Aufwendungen

Geschäftsjahr zum 30. September
2007 2008 2009
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(€ in Millionen, außer bei Prozentsätzen)
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Sonstige betriebliche Erträge 37 120 29
Prozent des Umsatzes 1% 3% 1%
Sonstige betriebliche Aufwendungen (57) (365) (48)
Prozent des Umsatzes (2)% (9)% (2)%

Sonstige betriebliche Erträge. Im Geschäftsjahr 2007 beinhalten die sonstigen betrieblichen Erträge im Wesentlichen Gewinne in Höhe von €17 Millionen aus dem Verkauf des Polymer-Optical-Fiber-("POF")-Geschäfts an Avago Technologies Ltd. ("Avago") und in Höhe von €3 Millionen aus dem Verkauf des Sci-Worx-Geschäfts an Silicon Image Inc. Im Geschäftsjahr 2008 stiegen die sonstigen betrieblichen Erträge um €83 Millionen von €37 Millionen im Geschäftsjahr 2007 auf €120 Millionen und verringerten sich auf €29 Millionen im Geschäftsjahr 2009. Die sonstigen betrieblichen Erträge im Geschäftsjahr 2008 resultierten im Wesentlichen aus Gewinnen aus dem Verkauf von Geschäftsaktivitäten in Höhe von €80 Millionen, die aus dem Verkauf von 40 Prozent des Anteils am Bipolar-Geschäft an Siemens, aus dem Verkauf des Festplattengeschäfts an LSI und aus dem Verkauf des Bulk-Acoustic-Wave-Filter-Geschäfts (BAW) an Avago stammen. Zusätzlich erzielten wir Gewinne in Höhe von €4 Millionen im Geschäftsjahr 2008 aus dem Verkauf von Anlagevermögen. Die sonstigen betrieblichen Erträge für das Geschäftsjahr 2009 enthalten Erträge in Höhe von €10 Millionen auf Grund von Zahlungen des Insolvenzverwalters unseres ehemaligen Kunden BenQ.

Sonstige betriebliche Aufwendungen. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen stiegen um €308 Millionen von €57 Millionen im Geschäftsjahr 2007 auf €365 Millionen im Geschäftsjahr 2008 an. Im Geschäftsjahr 2009 sanken die Aufwendungen verglichen mit 2008 um €317 Millionen auf €48 Millionen. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen im Geschäftsjahr 2008 resultierten im Wesentlichen aus höheren Aufwendungen für Umstrukturierungsmaßnahmen und höheren außerplanmäßigen Abschreibungen im Geschäftsjahr 2008 verglichen zum Geschäftsjahr 2007. Um auf steigende Risiken im Marktumfeld, die nachteilige Wechselkursentwicklung und Margen, die teilweise unter dem Branchenvergleich liegen, zu reagieren, haben wir im dritten Quartal des Geschäftsjahrs 2008 das Kostensenkungsprogramm IFX10+ gestartet, das Maßnahmen in den Bereichen Produkt-Portfoliomanagement, Reduzierung der Herstellkosten und Optimierung der Wertschöpfungskette, Verbesserung der Effizienz von Prozessen, Reorganisation unserer Unternehmensstruktur entsprechend unseren Zielmärkten sowie Personalabbau umfasst. Ungefähr 10 Prozent unserer weltweiten Belegschaft waren von den IFX10+ Maßnahmen betroffen. Im Geschäftsjahr 2008 haben wir Aufwendungen für Umstrukturierungsmaßnahmen in Höhe von €188 Millionen erfasst, von denen €172 Millionen im Zusammenhang mit dem Kostensenkungsprogramm IFX10+ standen. Darüber hinaus haben wir im Geschäftsjahr 2008 außerplanmäßige Abschreibungen in Höhe von €130 Millionen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte erfasst, die im Wesentlichen im Zusammenhang mit der Abschreibung von ALTIS Semiconductor S.N.C., Essonnes, Frankreich (,,ALTIS") auf den geschätzten Zeitwert resultierten. Im August 2007 unterzeichneten wir gemeinsam mit IBM einen Grundsatzvertrag, wonach unsere Anteile an ALTIS an Advanced Electronic Systems AG (,,AES") verkauft werden sollten. Zum 30. September 2008 waren die Verhandlungen mit AES nicht wie vorgesehen fortgeschritten und konnten nicht abgeschlossen werden. Ungeachtet der Tatsache, dass die Gespräche mit weiteren Parteien fortgesetzt werden, ist der Ausgang dieser Verhandlungen offen. Daraufhin reklassifizierten wir in der Konzern-Bilanz zum 30. September 2008 die Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die zuvor als ,,zur Veräußerung stehend" ausgewiesen waren, in ,,zur fortgesetzten Nutzung" und nahmen eine außerplanmäßige Abschreibung von ALTIS auf den geschätzten Zeitwert vor, die zu einem Anstieg der sonstigen betrieblichen Aufwendungen im Geschäftsjahr 2008 führte. Zusätzlich erfassten wir eine Wertberichtigung in Höhe von €14 Millionen auf erworbene, noch nicht abgeschlossene F&E-Projekte, welche wir von im Zusammenhang der Erwerb des Mobilfunkgeschäfts von LSI erworben haben, weil wir keinen zukünftigen Nutzen aus der Nutzung oder dem Abgang erwarten. Demgegenüber haben wir im Geschäftsjahr 2009 lediglich außerplanmäßige Abschreibungen in Höhe von €3 Millionen in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst. Darüber hinaus haben wir im Geschäftsjahr 2009 als wesentliche Effekte in Höhe von €25 Millionen eine teilweise Auflösung von Rückstellungen für erwartete Abfindungszahlungen im Zusammenhang mit dem Kostensenkungsprogramm IFX10+ und zusätzliche €5 Millionen an Aufwendungen für Umstrukturierungsmaßnahmen in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst. In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen für das Geschäftsjahr 2009 ist ein Verlust vor Steuern von €17 Millionen aus dem Verkauf des SensoNor-Geschäfts enthalten. Die übrigen sonstigen betrieblichen Aufwendungen im Geschäftsjahr 2009 blieben unverändert gegenüber dem Geschäftsjahr 2008.

Betriebsergebnis

Im Geschäftsjahr 2007 betrug unser Betriebsergebnis €101 Millionen im Vergleich zu minus €46 Millionen im Geschäftsjahr 2008 und minus €220 Millionen im Geschäftsjahr 2009.

Segmentergebnis

Das Segmentergebnis unserer Segmente betrug:

Geschäftsjahr zum 30. September
2007 2008 2009
--- --- --- ---
(€ in Millionen)
--- --- --- ---
Automotive 122 105 (117)
Industrial & Multimarket 127 134 35
Chip Card & Securities 20 52 (4)
Wireless Solutions (126) (18) (36)
Sonstige Geschäftsbereiche (6) (12) (13)
Konzernfunktionen und Eliminierungen 7 (24) (32)
Gesamt 144 237 (167)

Im Dezember 2008 erwarteten wir, dass der deutliche Rückgang der Umsatzerlöse in Verbindung mit Leerstandskosten, verursacht durch eine geringe Fertigungsauslastung, zu einem deutlichen Rückgang des Segmentergebnisses in Summe im Geschäftsjahr 2009 führen wird. Wir erwarteten ferner, dass das Segmentergebnis in Summe für das Geschäftsjahr 2009 negativ sein wird. Auf Grund der Umsatzentwicklung erwarteten wir im April 2009 weiterhin, dass das Segmentergebnis in Summe für das Geschäftsjahr 2009 deutlich sinken wird und negativ sein wird. Wie prognostiziert, war unser Segmentergebnis im Geschäftsjahr 2009 negativ und hat sich deutlich verringert.

Die Veränderung der Segmentergebnisse innerhalb unserer operativen Segmente war wie folgt:

Automotive - Im Geschäftsjahr 2008 betrug das Segmentergebnis €105 Millionen, ein Rückgang um 14 Prozent verglichen mit €122 Millionen im Geschäftsjahr 2007. Dies war primär getrieben durch den anhaltenden Preisdruck und höhere Leerstandskosten. Im Geschäftsjahr 2009 betrug das Segmentergebnis minus €117 Millionen verglichen mit positiven €105 Millionen im Jahr davor Neben dem anhaltenden Preisdruck war das negative Ergebnis hauptsächlich durch eine reduzierte Absatzmenge und höhere Leerstandskosten insbesondere im ersten Halbjahr des Geschäftsjahrs 2009 bedingt. Kosteneinsparungen im Zuge unseres Kostensenkungsprogramms IFX10+ in allen Bereichen konnten den negativen Einfluss des wirtschaftlichen Abschwungs teilweise kompensieren. Höhere Umsatzvolumen und geringere Leerstandskosten im zweiten Halbjahr des Geschäftsjahrs 2009 verglichen zum ersten Halbjahr des Geschäftsjahr 2009 zusammen mit den Kosteneinsparungen im Zuge unseres Kostensenkungsprogramms IFX10+ sowie aus Kurzarbeit und unbezahltem Urlaub in allen Bereichen führten zu einer teilweisen Erholung des Segmentergebnisses in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahrs 2009. Für das vierte Quartal des Geschäftsjahrs 2009 war das Segmentergebnis positiv.
Industrial & Multimarket - Im Geschäftsjahr 2008 belief sich das Segmentergebnis auf €134 Millionen, ein Anstieg von 6 Prozent im Vergleich zu €127 Millionen im Geschäftsjahr 2007, was im Wesentlichen den Anstieg des Bruttoergebnisses vom Umsatz auf Grund von Veränderungen im Produktmix trotz anhaltenden Preisdrucks widerspiegelt. Im Geschäftsjahr 2009 belief sich das Segmentergebnis auf €35 Millionen, ein Rückgang von 74 Prozent gegenüber dem Geschäftsjahr 2008. Der Rückgang im Jahresvergleich spiegelt das deutlich niedrigere Umsatzniveau sowie gestiegene Leerstandskosten, insbesondere im ersten Halbjahr des Geschäftsjahrs 2009, und das daraus resultierende niedrigere Bruttoergebnis vom Umsatz wider. Deutliche Kostensenkungen in den Bereichen F&E sowie Vertrieb und allgemeiner Verwaltung konnten die negative Ergebniswirkung teilweise kompensieren. Diese Einsparungen konnten vor allem durch Kurzarbeit sowie unser Kostensenkungsprogramm IFX10+ realisiert werden. Im zweiten Halbjahr des Geschäftsjahrs 2009 erholte sich das Segmentergebnis deutlich im Vergleich zum ersten Halbjahr, war jedoch weiterhin niedriger als das Segmentergebnis im zweiten Halbjahr des Geschäftsjahrs 2008.
Chip Card & Security- Im Geschäftsjahr 2008 belief sich das Segmentergebnis auf €52 Millionen, ein Anstieg von €32 Millionen im Vergleich zu €20 Millionen im Geschäftsjahr 2007. Der Anstieg resultierte vor allem aus den gestiegenen Umsatzerlösen sowie Produktivitätsverbesserungen und Veränderungen im Produktmix. Im Geschäftsjahr 2009 war ein Segmentergebnis von minus €4 Millionen zu verzeichnen. Dieser Rückgang um €56 Millionen gegenüber dem Vorjahr ging einher mit dem rückläufigen Bruttoergebnis vom Umsatz auf Grund der geringeren Umsatzerlöse und der gestiegenen Leerstandskosten, vor allem im ersten Halbjahr des Geschäftsjahrs 2009. Insgesamt konnten diese Effekte nur teilweise durch Maßnahmen im Rahmen des Kostensenkungsprogramms IFX10+, durch Kurzarbeit und unbezahlten Urlaub ausgeglichen werden. Während des zweiten Halbjahrs des Geschäftsjahrs 2009 hat sich das Segmentergebnis deutlich verbessert verglichen zum ersten Halbjahr und war positiv, was im Wesentlichen auf den Rückgang der Leerstandskosten auf Grund wieder ansteigenden Fertigungsvolumens zurückzuführen war. Jedoch war das Segmentergebnis für das zweite Halbjahr des Geschäftsjahrs 2009 weiterhin geringer als das Segmentergebnis für das zweite Halbjahr des Geschäftsjahrs 2008.
Wireless Solutions - Im Geschäftsjahr 2008 war das Segmentergebnis minus €18 Millionen, eine Verbesserung von 86 Prozent im Vergleich zu minus €126 Millionen im Geschäftsjahr 2007. Dieser Anstieg konnte trotz des negativen Einflusses von Währungskursschwankungen zwischen US-Dollar und Euro vor allem auf Grund des deutlichen Umsatzanstiegs und auf Grund von im Geschäftsjahr 2007 eingeführten Maßnahmen zur Effizienzsteigerung und Kostenreduzierung, die erstmals ein ganzes Geschäftsjahr wirksam wurden, realisiert werden. Im Geschäftsjahr 2009 betrug das Segmentergebnis minus €36 Millionen, im Vergleich zu minus €18 Millionen im Geschäftsjahr 2008. Dieser Rückgang ist vor allem auf Umsatzeinbußen und hohe Leerstandskosten im ersten Halbjahr des Geschäftsjahrs 2009 zurückzuführen. Diese Einflüsse konnten jedoch teilweise durch die positive Geschäftsentwicklung in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahrs 2009 kompensiert werden, die hauptsächlich auf steigende Umsätze und geringere Leerstandskosten zurückgeführt werden können. Maßnahmen im Rahmen des Kostensenkungsprogramms IFX10+sowie Kurzarbeit und unbezahlter Urlaub haben auch zur Verbesserung des Segmentergebnisses im zweiten Halbjahr des Geschäftsjahrs 2009 beigetragen.
Sonstige Geschäftsbereiche- Im Geschäftsjahr 2008 betrug das Segmentergebnis minus €12 Millionen, ein Rückgang von €6 Millionen im Vergleich zu minus €6 Millionen im Geschäftsjahr 2007, vor allem auf Grund des rückläufigen Umsatzes. Im Geschäftsjahr 2009 verringerte sich das Segmentergebnis weiter um €1 Million auf minus €13 Millionen. Im Segmentergebnis der sonstigen Geschäftsbereiche für die Geschäftsjahre 2007, 2008 und 2009 sind Gemeinkosten von €9 Millionen, €10 Millionen und €7 Millionen enthalten, die nach dem Verkauf des Geschäfts mit drahtgebundener Kommunikation (Wireline Communications) bleiben und die zuvor dem Segment Wireline Communications zugeordnet waren.
Konzernfunktionen und Eliminierungen - Im Geschäftsjahr 2008 belief sich das Segmentergebnis auf minus €24 Millionen, ein Rückgang von €31 Millionen im Vergleich zu positiven €7 Millionen im Geschäftsjahr 2007, was im Wesentlichen auf gestiegene strategische Leerstandskosten zurückzuführen war Im Geschäftsjahr 2009 verringerte sich das Segmentergebnis weiter um €8 Millionen auf minus €32 Millionen, was im Wesentlichen auf einen weiteren Anstieg der strategischen Leerstandskosten um €20 Millionen auf €41 Millionen im Geschäftsjahr 2009 gegenüber €21 Millionen im Geschäftsjahr 2008 zurückzuführen ist. Der Anstieg der strategischen Leerstandskosten wurde teilweise durch die Reduzierung der Jubiläumsrückstellung ausgeglichen, auf Grund der im Geschäftsjahr 2009 erfolgten Kündigung der Vereinbarung hinsichtlich Jubiläumszahlungen.

Die folgende Tabelle stellt die Überleitung des Segmentergebnisses in Summe auf das Betriebsergebnis dar:

Geschäftsjahr zum 30. September
2007 2008 2009
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(€ in Millionen)
--- --- --- ---
Segmentergebnis 144 237 (167)
Bereinigt um:
Wertminderungen von Vermögenswerten, Saldo (5) (132) -
Aufwendungen für Umstrukturierungen und anderer Schließungskosten, Saldo (45) (188) 20
Aufwendungen für aktienbasierte Vergütungen (12) (5) (2)
Akquisitionsbedingte Abschreibungen und Verluste (3) (25) (23)
Gewinne (Verluste) aus dem Verkauf von Vermögenswerten, Geschäftsbereichen oder Beteiligungen an Tochterunternehmen 28 70 (18)
Sonstige Aufwendungen (6) (3) (30)
Betriebsergebnis 101 (46) (220)

Finanzerträge und Finanzaufwendungen

Geschäftsjahr zum 30. September
2007 2008 2009
--- --- --- ---
(€ in Millionen, außer bei Prozentsätzen)
--- --- --- ---
Finanzerträge 107 58 101
Prozent des Umsatzes 3% 2% 3%
Finanzaufwendungen (242) (181) (156)
Prozent des Umsatzes (7)% (5)% (5)%

Finanzerträge. Im Geschäftsjahr 2008 verringerten sich die Finanzerträge um €49 Millionen im Vergleich zum Geschäftsjahr 2007, im Wesentlichen auf Grund des negativen Einflusses der weltweiten Finanzkrise im Geschäftsjahr 2008. Diese führte zu geringen Erträgen aus Wertänderungen und dem Verkauf von zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten. Diese geringeren Erträge konnten nur teilweise durch höhere Zinserträge, die wir hauptsächlich aus Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten sowie Wertpapieren generieren, ausgeglichen werden. Im Geschäftsjahr 2009 sind die Finanzerträge um €43 Millionen auf €101 Millionen angestiegen. Dieser Anstieg resultiert im Wesentlichen aus dem realisierten Gewinn von €61 Millionen aus dem Rückkauf von Anteilen der jeweils im Jahr 2010 fälligen nachrangigen Umtausch- und Wandelanleihe, welcher teilweise durch geringere übrige Zinserträge im Geschäftsjahr 2009, verglichen zum Geschäftsjahr 2008, ausgeglichen wurde. Zusätzlich haben Erträge aus der Bewertung von Zins-Swaps zum Anstieg der Finanzerträge im Geschäftsjahr 2009 beigetragen.

Finanzaufwendungen. Im Geschäftsjahr 2007 betrugen die Finanzaufwendungen €242 Millionen verglichen zu €181 Millionen im Geschäftsjahr 2008 und €156 Millionen im Geschäftsjahr 2009. Im zweiten Quartal des Geschäftsjahrs 2007 haben wir mit der Molstanda Vermietungsgesellschaft mbH ("Molstanda") und einem Finanzinstitut Verträge geschlossen. Molstanda ist Eigentümerin eines Grundstücks in der Umgebung unseres Hauptsitzes südlich von München. Gemäß SIC 12, "Consolidation - Special Purpose Entities", haben wir festgestellt, dass es sich bei Molstanda um eine Zweckgesellschaft handelt, die wir auf Grund der Verträge kontrollieren. Dementsprechend haben wir die Vermögenswerte mit einem beizulegenden Zeitwert von €41 Millionen und die Verbindlichkeiten mit einem beizulegenden Zeitwert von €76 Millionen von Molstanda ab dem zweiten Quartal des Geschäftsjahrs 2007 konsolidiert. Der Differenzbetrag in Höhe von €35 Millionen zwischen dem beizulegenden Zeitwert der übernommenen Verbindlichkeiten und dem beizulegenden Zeitwert der neu konsolidierten Vermögenswerte wurde im zweiten Quartal des Geschäftsjahrs 2007 als sonstige Finanzaufwendungen erfasst. Auf Grund unserer kumulativen Verluste wurde kein Steuerertrag in Bezug auf diesen Aufwand berücksichtigt. Anschließend hat unsere Gesellschaft die Mehrheit des ausstehenden Stammkapitals von Molstanda im vierten Quartal des Geschäftsjahrs 2007 erworben. Darüber hinaus verringerten sich im Geschäftsjahr 2008 verglichen zum Geschäftsjahr 2007 die Aufwendungen aus Wertänderungen und Verkäufen von zur Veräußerung verfügbaren Vermögenswerten. Gegenläufig wirkte sich ein Verlust in Höhe von €8 Millionen aus, den wir im Geschäftsjahr 2008 im Zusammenhang mit dem Rückkauf von Anteilen im Nennwert von €100 Millionen unserer im Jahr 2010 fälligen nachrangigen Wandelanleihe realisiert haben. Im Geschäftsjahr 2009 verringerten sich die Finanzaufwendungen verglichen zum Geschäftsjahr 2008 weiter um €25 Millionen auf €156 Millionen. Der Rückgang resultiert im Wesentlichen aus um €24 Millionen geringeren Zinsaufwendungen im Geschäftsjahr 2009 verglichen zum Geschäftsjahr 2008, bedingt durch ein gesunkenes Zinsniveau und eine gesunkene Verschuldung, sowie geringeren Verlusten im Zusammenhang mit im Geschäftsjahr 2009 getätigten Rückkäufen von Anteilen unserer jeweils im Jahr 2010 fälligen nachrangigen Umtausch- und Wandelanleihe.

Ergebnis von nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen

Im Geschäftsjahr 2007, 2008 und 2009 betrug das Ergebnis von nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen €1 Million, €4 Millionen beziehungsweise €7 Millionen, die hauptsächlich aus unserem Anteil am Ergebnis von Bipolar stammen.

Erträge (Aufwendungen) aus Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Geschäftsjahr zum 30. September
2007 2008 2009
--- --- --- ---
(€ in Millionen, außer bei Prozentsätzen)
--- --- --- ---
Erträge (Aufwendungen) aus Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 2 (39) (5)
Prozent des Umsatzes 0% (1)% 0%
Effektive Steuerquote 6% (24)% (2)%

Normalerweise unterliegen aktive latente Steuern in Steuergebieten mit kumulativen Verlusten in den vorausgegangenen drei Jahren einer Wertberichtigung, ohne dabei den Einfluss von erwartetem zukünftigem steuerpflichtigem Einkommen zu berücksichtigen. In den Geschäftsjahren 2007, 2008 und 2009 haben wir weiterhin einen kumulativen Verlust in den vorausgegangenen drei Jahren in bestimmten Steuergebieten ausgewiesen und die Wertberichtigung um €25 Millionen, €183 Millionen und €88 Millionen erhöht. Wir bewerten unsere latenten Steuern regelmäßig. Unsere Fähigkeiten zur Realisierung von Steuererträgen aus latenten Steuern hängen von der Möglichkeit ab, in Zukunft steuerliche Einkünfte zu erzielen und steuerliche Verlustvorträge sowie Steuervergünstigungen vor Eintritt der Verjährung zu nutzen. Wir erwarten, solange keine Erträge für Steuern vom Einkommen und vom Ertrag in den besagten Steuergebieten auszuweisen, wie in diesen Steuergebieten über den Zeitraum der vorausgegangenen drei Jahre ein kumulativer Verlust ausgewiesen wird.

Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten, abzüglich Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Die Ergebnisse von Qimonda und dem Wireline Communications Geschäft, die in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung als Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten dargestellt sind, setzen sich in den Geschäftsjahren 2007, 2008 und 2009 wie folgt zusammen:

2007 2008 2009
(€ in Millionen)
--- --- --- ---
Qimonda(1)
Umsatzerlöse 3.608 1.785 314
Kosten und Aufwendungen (3.956) (3.773) (779)
Rücknahme der Abschreibung (Wertberichtigung) auf den Zeitwert, abzüglich anfallender Veräußerungskosten - (1.475) 460
Geschätzte Aufwendungen infolge des Insolvenzantrags von Qimonda - - (227)
Realisierung aufgelaufener Verluste in Verbindung mit unrealisierten Währungseffekten im Wesentlichen aus der Dekonsolidierung und Qimondas Verkauf von Inotera - - (188)
Ergebnis vor Steuern (348) (3.463) (420)
Erträge (Aufwendungen) aus Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 21 (96) -
Qimondas Anteil am Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten, abzüglich Steuern vom Einkommen und vom Ertrag (327) (3.559) (420)
Wireline Communications Geschäft
Umsatzerlöse 414 418 333
Kosten und Aufwendungen (424) (400) (309)
Ergebnis vor Steuern (10) 18 24
Aufwendungen aus Steuern vom Einkommen und vom Ertrag (2) (2) (2)
Wireline Communications-Anteil am Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten, abzüglich Steuern vom Einkommen und vom Ertrag (12) 16 22
Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten, abzüglich Steuern vom Einkommen und vom Ertrag (339) (3.543) (398)

(1) Für den Zeitraum zwischen dem 1. Januar 2009 und dem 23. Januar 2009, dem Tag des Antrags auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens, lagen keine weiteren Informationen über die Finanzdaten von Qimonda vor. Auf Grund der unten erläuterten Abschreibung des Nettovermögens von Qimonda zum 30. September 2008 auf Null hatten die operativen Verluste von Qimonda im Zeitraum vom 1. Oktober 2008 bis zum 23. Januar 2009 keine Auswirkung auf den Konzernfehlbetrag, da diese durch Rücknahme der zuvor erfassten Abschreibungen eliminiert wurden. Daher, während die Beträge für Umsatzerlöse und Kosten und Aufwendungen für den Zeitraum vom 1. Januar 2009 bis 23. Januar 2009 in der vorherigen Tabelle nicht enthalten sind, ist Qimondas Anteil am Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten, abzüglich Steuern vom Einkommen und Ertrag, in Höhe von €420 Millionen davon nicht betroffen.

Qimonda

Im Geschäftsjahr 2008 gingen die Umsatzerlöse von Qimonda um €1.823 Millionen oder 51 Prozent auf €1.785 Millionen im Vergleich zu €3.608 Millionen im Vorjahr zurück. Für diesen Rückgang war vorrangig der deutliche Rückgang der DRAM Preise sowie in geringerem Umfang die Verschlechterung des durchschnittlichen Wechselkurses des US-Dollar gegenüber dem Euro verantwortlich. Höhere BitLieferungen haben dies teilweise ausgeglichen.

Die Kosten und Aufwendungen von Qimonda sind um €183 Millionen von €3.956 Millionen im Geschäftsjahr 2007 auf €3.773 Millionen zurückgegangen, was im Wesentlichen auf eine Verringerung der Umsatzkosten zurückzuführen ist. Dieser Rückgang wurde teilweise durch Aufwendungen für Umstrukturierungsmaßnahmen und Wertberichtigungen sowie höhere F&E-Aufwendungen, vor allem aus der neuen von Qimonda entwickelten Buried-Wordline-Technologie für 65-Nanometer- und 46-Nanometer-Strukturbreiten, ausgeglichen. Qimondas Aufwendungen für Umstrukturierungen resultierten vor allem aus dem Umzug der Back-end-Produktion in Malaysia, der Zusammenlegung von Entwicklungszentren in Nordamerika, der Schließung der Flash-Aktivitäten in Italien und einem umfassenden weltweiten Kostensenkungsprogramm. Im Geschäftsjahr 2008 nahm Qimonda Wertberichtigungen auf einen Geschäfts- oder Firmenwert sowie auf Anlagevermögen der 200-Millimeter Fertigungsstätte in Richmond vor. Auf Grund Qimondas Vereinbarung über den Verkauf seines 35,6 Prozent Anteils an Inotera Memories Inc. ("Inotera") mit Micron Technology, Inc. ("Micron") für 400 Millionen US-Dollar, hat Qimonda Wertberichtigungen vorgenommen, um den Buchwert seiner Beteiligung an Inotera auf den Verkaufspreis abzüglich Veräußerungskosten anzupassen. Zusätzlich haben wir Abschreibungen in Höhe von €1.475 Millionen vorgenommen, um Qimonda mit seinem beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten zu bewerten.

Am 23. Januar 2009 stellten Qimonda und die hundertprozentige Tochtergesellschaft Qimonda Dresden beim Amtsgericht München Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens. Auf Grund des Insolvenzantrags von Qimonda haben wir Qimonda gemäß IAS 27, "Consolidated and Separate Financial Statements", im zweiten Quartal des Geschäftsjahrs 2009 entkonsolidiert. Am 1. April 2009 wurden die Insolvenzverfahren eröffnet. Insolvenzverfahren wurden auch über weitere Tochterunternehmen von Qimonda in verschiedenen Staaten eröffnet. Das Ergebnis dieser Insolvenzverfahren, einschließlich der endgültigen Verwertung der verbleibenden Vermögenswerte und Schulden von Qimonda, ist derzeit ungewiss.

Die dargestellten Ergebnisse von Qimonda für den Zeitraum vom 1. Oktober 2008 bis zur Entkonsolidierung sind vorläufige Ergebnisse, die vor dem Insolvenzantrag von Qimonda und Qimonda Dresden vom 23. Januar 2009 und unter Annahme der Unternehmensfortführung ermittelt und uns zur Verfügung gestellt wurden. Ein Abschluss auf Basis von Liquidationswerten, der erforderlich wäre, wenn die Annahme der Unternehmensfortführung nicht mehr gegeben ist, ist von Qimonda nicht erhältlich. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass die einzelnen erfassten Buchwerte der zur Veräußerung stehenden Vermögenswerte und Verbindlichkeiten nicht wesentlich abweichen würden, wenn diese auf Basis von Liquidationswerten dargestellt würden. Jedoch würde sich dies nicht auf den zur Veräußerung stehenden Nettovermögenswert von Qimonda, der von uns bis zur Entkonsolidierung bilanziert wurde, ausgewirkt haben, da dieser bereits am 30. September 2008 zum geschätzten Zeitwert, abzüglich Veräußerungskosten, von Null bewertet war.

Die operativen Verluste von Qimonda seit 1. Oktober 2008 bis zur Entkonsolidierung, ohne Abschreibungen und Wertberichtigungen auf langfristige Vermögenswerte, wurden durch eine teilweise Rücknahme in Höhe von €460 Millionen der im Geschäftsjahr 2008 erfassten Wertberichtigung, um Qimondas Nettovermögenswerte zum geschätzten Zeitwert, abzüglich Veräußerungskosten, mit Null zu bewerten, kompensiert.

Die im Geschäftsjahr 2009 im Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten, abzüglich Steuern vom Einkommen und Ertrag, ausgewiesenen Beträge hinsichtlich Qimonda enthalten im Wesentlichen:

die Realisierung von aufgelaufenen bisher direkt im Eigenkapital erfasste Währungsumrechnungsverlusten in Höhe von €88 Millionen im Wesentlichen aus Qimondas Veräußerung der Beteiligung an Inotera an Micron, die nicht in den zur Veräußerung stehenden Vermögenswerten und Verbindlichkeiten am 30. September 2008 enthalten waren,
die Realisierung von aufgelaufenen bisher direkt im Eigenkapital Währungsumrechnungsverlusten in Höhe von €100 Millionen im Rahmen der Entkonsolidierung von Qimonda und
Aufwendungen für Rückstellungen und Wertberichtigungen in Höhe von €227 Millionen im Zusammenhang mit der Insolvenz von Qimonda (siehe unten).

Auf Grund der Eröffnung des Insolvenzverfahrens von Qimonda sind wir zusätzlichen potenziellen Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit dem Qimondageschäft ausgesetzt, die unter anderem folgende umfassen:

Wir sind in bestimmten anhängigen karteil- und wertpapierrechtlichen Verfahren beklagte Partei. Qimonda ist verpflichtet, uns von Ansprüchen (einschließlich damit zusammenhängender Aufwendungen) im Zusammenhang mit den anhängigen karteil- und wertpapierrechtlichen Verfahren insgesamt oder teilweise freizustellen. Durch die Insolvenz von Qimonda erwarten wir, dass Qimonda nicht in der Lage sein wird, den Freistellungsanspruch uns gegenüber zu erfüllen. Für weitere Informationen zu diesen anhängigen karteil- und wertpapierrechtlichen Verfahren und deren potenziellen Auswirkung auf uns siehe Anhang Nr. 38 (,,Finanzielle Verpflichtungen und Eventualverbindlichkeiten - Rechtsstreitigkeiten und staatliche Untersuchungsverfahren - Wettbewerbsrechtliche Verfahren", und "-Sonstige staatliche Ermittlungsverfahren" sowie " - Wertpapierrechtliche Verfahren").
Wir sind benannter Beklagter in einem in Delaware anhängigen Verfahren, in dem die Kläger Ansprüche auf Abfindungen und andere Bezüge geltend machen, die angeblich von Qimonda North America im Zusammenhang mit der Beendigung von Beschäftigungsverhältnissen auf Grund der Insolvenz von Qimonda zu zahlen sind. Für weitere Informationen zu diesem Verfahren siehe Anhang Nr. 38 ("Finanzielle Verpflichtungen und Eventualverbindlichkeiten - Rechtsstreitigkeiten und staatliche Untersuchungsverfahren - Qimondabezogene arbeitsrechtliche Verfahren").
Wir sind potenziellen Verbindlichkeiten ausgesetzt, die aus unserer früheren Beteiligung an Qimonda Dresden erwachsen. Vorder Ausgliederung des Qimondageschäfts waren wir persönlich haftender Gesellschafter der Qimonda Dresden und könnten so unter bestimmten Umständen auf Grund bestimmter gesetzlicher Bestimmungen für einzelne Verbindlichkeiten von Qimonda Dresden, die vor der Ausgliederung begründet wurden, haftbar gemacht werden. Diese schließen, unter anderem, mögliche Rückzahlungen von öffentlichen Fördermitteln ein, aber auch mitarbeiterbezogene Ansprüche wie Vergütungen und Sozialabgaben. Wir sind zu diesen Sachverhalten in Verhandlungen mit dem Freistaat Sachsen und dem Insolvenzverwalter von Qimonda. Wir haben im Zusammenhang mit diesen Sachverhalten eine Rückstellung gebildet. Eine Offenlegung des Betrages dieser Rückstellung könnte unsere Verhandlungen bezüglich dieser Sachverhalte jedoch ernsthaft beeinträchtigen.
Wir und unsere Tochtergesellschaft Infineon Technologies Dresden GmbH ("Infineon Dresden") sind Klagen von ungefähr 70 ehemaligen Mitarbeitern ausgesetzt, die an Qimonda oder Qimonda Dresden im Rahmen der Ausgliederung transferiert wurden und die eine Wiederbeschäftigung durch die Gesellschaft verlangen. Eine verlässliche Schätzung über die Höhe der Ansprüche und dem Ausgang der Verfahren ist derzeit nicht möglich.

Zusätzlich zu den oben beschriebenen Sachverhalten könnten wir insolvenzrechtlichen Ansprüchen des Insolvenzverwalters ausgesetzt sein, die zu Rückzahlungen bestimmter von Qimonda erhaltener Beträge führen können, wie z.B. für Beträge, die die Konzerndienstleistungen und -lieferungen innerhalb bestimmter Zeiträume vor der Eröffnung des Insolvenzverfahrens betreffen. Abhängig von zukünftigen Entwicklungen der Tätigkeit von Qimonda in Portugal könnten mögliche Ansprüche gegen uns im Zusammenhang mit öffentlichen Fördermitteln, die Qimonda Portugal S.A. vorder Ausgliederung erhalten hat, geltend gemacht werden. Bislang wurden noch keine Ansprüche geltend gemacht. Eine verlässliche Schätzung der Erfolgsaussicht derartiger Ansprüche und deren mögliche Höhe, ist derzeit nicht möglich. Die Insolvenz von Qimonda könnte uns anderen Ansprüchen aussetzen, die aus Verträgen, Angeboten, nicht abgeschlossenen Transaktionen, fortbestehenden Verpflichtungen, Risiken, Pfandrechten und anderen Verpflichtungen resultieren, die im Zusammenhang mit der Ausgliederung des Qimondageschäfts auf Qimonda übertragen wurden, da zu erwarten ist, dass Qimonda nicht in der Lage sein wird, seiner Verpflichtung zu unserer Freistellung von solchen gegen uns gerichteten Ansprüchen nachzukommen. Außerdem besteht das Risiko, dass wir Nutzungsrechte an geistigem Eigentum verlieren könnten, die uns gemäß dem Einbringungsvertrag an geistigem Eigentum von Qimonda zustehen, da der Insolvenzverwalter für diese Vereinbarung das Wahlrecht der Nichterfüllung geltend gemacht hat. Wir analysieren derzeit den Umfang des möglicherweise betroffenen geistigen Eigentums. Derzeit kann keine verlässliche Schätzung daraus möglicherweise resultierender Kosten abgegeben werden.

Zum 30. September 2009 haben wir im Zusammenhang mit diesen Sachverhalten insgesamt Verbindlichkeiten von €21 Millionen und Rückstellungen von €163 Millionen bilanziert. Die erfassten Rückstellungen sind mehrheitlich unter "Rückstellungen" und der verbleibende Betrag unter "Langfristige Rückstellungen" erfasst. Die zum 30. September 2009 erfassten Rückstellungen umfassen nur solche, von denen wir annehmen, dass sie wahrscheinlich eintreten können, und die mit hinreichender Genauigkeit zum jetzigen Zeitpunkt eingeschätzt werden können. Es gibt keine Sicherheit, dass die erfassten Rückstellungen ausreichen, um allen Verpflichtungen nachzukommen, die im Zusammenhang mit diesen Angelegenheiten entstehen könnten. Die Erläuterung von Beträgen zu den einzelnen Sachverhalten, die im Zusammenhang mit der Insolvenz von Qimonda stehen, könnte unsere rechtliche Position oder unsere Verhandlungsposition ernsthaft beeinträchtigen und wird somit nicht offengelegt. Eine verlässliche Schätzung von Beträgen zu jenen potenziellen Verpflichtungen, welche möglicherweise eintreten könnten, derzeit aber nicht als wahrscheinlich angesehen werden, kann derzeit nicht abgegeben werden.

Wireline Communications Geschäft

Im Geschäftsjahr 2008 beliefen sich die Umsatzerlöse des Wireline Communications Geschäfts auf €418 Millionen, ein leichter Anstieg von €414 Millionen im Geschäftsjahr 2007, der im Wesentlichen durch einen Umsatzanstieg im Breitbandgeschäft auf Grund der Konsolidierung des von Texas Instruments, Inc. erworbenen DSL-Geschäfts für Teilnehmerendgeräte zurückzuführen war. Dieser Anstieg wurde teilweise kompensiert durch einen Umsatzrückgang bei Produkten für traditionelle Telekommunikation und durch negative Währungseffekte. Im Geschäftsjahr 2009 verringerten sich die Umsatzerlöse um 20 Prozent auf €333 Millionen. Dieser Rückgang ist vor allem auf den wirtschaftlichen Abschwung zurückzuführen, welcher sich sowohl auf das Geschäft mit Breitband-Endgeräten als auch das Infrastrukturgeschäft ausgewirkt hat.

Im Geschäftsjahr 2008 belief sich das Ergebnis vor Steuern des Wireline Communications Geschäfts auf €18 Millionen, ein Anstieg von €28 Millionen im Vergleich zu einem Ergebnis vor Steuern von minus €10 Millionen im Geschäftsjahr 2007. Dieser Anstieg resultierte vor allem aus Effizienzsteigerungen und von während dem Geschäftsjahr 2007 eingeführten Kostensenkungsmaßnahmen.

Im Geschäftsjahr 2009 belief sich das Ergebnis vor Steuern des Wireline Communications Geschäfts auf €24 Millionen, ein Anstieg von €6 Millionen im Vergleich zum Geschäftsjahr 2008 und trotz des Rückgangs der Umsatzerlöse um 20 Prozent. Diese positive Entwicklung resultiert aus den Maßnahmen, die unter dem Kostensenkungsprogramm IFX10+ eingeführt wurden, sowie aus Kosteneinsparungen durch Kurzarbeit und unbezahlten Urlaub.

Konzernjahresfehlbetrag

Im Geschäftsjahr 2007 war der wesentliche Grund für die Erhöhung des Konzernjahresfehlbetrags die deutliche Verschlechterung des Ergebnisses aus nicht fortgeführten Aktivitäten, abzüglich Steuern vom Einkommen und vom Ertrag, auf Grund von Verlusten bei Qimonda. Diese Entwicklung ist insbesondere auf rückläufige Speicherproduktpreise, den schwächeren US-Dollar zurückzuführen und die darausfolgende Verminderung des Bruttoergebnisses vom Umsatz bei Qimonda. Im Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten des Geschäftsjahrs 2007 sind auch die Buchverluste in Höhe von €84 Millionen aus dem Verkauf von zusätzlichen 28,75 Millionen Qimonda Anteilen enthalten. Zum Konzernjahresfehlbetrag im Geschäftsjahr 2007 trugen ebenfalls Umstrukturierungsaufwendungen von €45 Millionen und ein Aufwand von €35 Millionen aus der Konsolidierung von Molstanda bei.

Der Anstieg des Konzernjahresfehlbetrags im Geschäftsjahr 2008 auf €3.747 Millionen resultiert hauptsächlich aus der Verschlechterung des Ergebnisses aus nicht fortgeführten Aktivitäten, abzüglich Steuern vom Einkommen und vom Ertrag, die aus Qimondas Konzernjahresfehlbetrag und aus den erfassten Abschreibungen in Höhe von €1.475 Millionen, um Qimonda auf den geschätzten beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten im Geschäftsjahr 2008 zu verringern, resultieren. Darüber hinaus haben Aufwendungen für Umstrukturierungsmaßnahmen in Höhe von €188 Millionen, die im Wesentlichen mit dem Kostensenkungsprogramm IFX10+ zusammenhängen, sowie außerplanmäßige Abschreibungen von €130 Millionen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte zum Konzernjahresfehlbetrag 2008 beigetragen.

Im Geschäftsjahr 2009 verringerte sich unser Konzernjahresfehlbetrag deutlich auf €671 Millionen. Unsere fortgeführten Aktivitäten waren insbesondere während des ersten Halbjahrs des Geschäftsjahrs 2009 maßgeblich vom wirtschaftlichen Abschwung beeinflusst. Auch das Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten, abzüglich Steuern vom Einkommen und vom Ertrag, im ersten Halbjahr des Geschäftsjahrs 2009 hatte einen deutlichen Einfluss auf unseren Konzernjahresfehlbetrag im ersten Halbjahr des Geschäftsjahrs 2009. Dieses resultierte vorrangig aus der Entkonsolidierung von Qimonda sowie den Aufwendungen für Rückstellungen und Wertberichtigungen im Zusammenhang mit der Insolvenz von Qimonda. Unser Konzernjahresfehlbetrag verringerte sich in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahrs 2009 und wir erreichten ein positives Ergebnis für das vierte Quartal des Geschäftsjahrs 2009. Diese Verbesserung resultierte von der teilweisen Erholung der Wirtschaft zusammen mit dem positiven Einfluss unserer Kosteneinsparungsmaßnahmen sowie deutlich niedrigere Aufwendungen im Zusammenhang mit der Insolvenz von Qimonda im zweiten Halbjahr des Geschäftsjahrs 2009 verglichen zum ersten Halbjahr des Geschäftsjahrs 2009.

Darstellung der Vermögenslage

Geschäftsjahr zum 30. September
2008 2009 Veränderung
--- --- --- ---
(€ in Millionen) (in %)
--- --- --- ---
Kurzfristige Vermögenswerte 4.648 2.744 (41)%
Davon: Zur Veräußerung stehende Vermögenswerte 2.129 112 (95)%
Langfristige Vermögenswerte 2.334 1.862 (20)%
Summe Vermögenswerte 6.982 4.606 (34)%
Kurzfristige Verbindlichkeiten 3.673 1.658 (55)%
Davon: Verbindlichkeiten, verbunden mit den zur Veräußerung stehenden Vermögenswerten 2.123 9 (99)%
Langfristige Verbindlichkeiten 1.148 615 (46)%
Summe Verbindlichkeiten 4.821 2.273 (53)%
Minderheitsanteile 70 60 (14)%
Eigenkapital der Aktionäre der Infineon Technologies AG 2.091 2.273 9%
Gesamtes Eigenkapital 2.161 2.333 8%

Zum 30. September 2009 ist die Summe unserer Vermögenswerte um 34 Prozent auf €4.606 Millionen von €6.982 Millionen zum 30. September 2008 zurückgegangen. Dieser Rückgang ist hauptsächlich auf die Entkonsolidierung von Qimonda zurückzuführen, was zu einer Verringerung der Vermögenswerte um €2.129 Millionen geführt hat, die im Vorjahr unter "zur Veräußerung stehende Vermögenswerte" ausgewiesen waren. In Verbindung mit dem Verkauf des Wireline Communications Geschäfts sind alle Vermögenswerte und Schulden, die für die Übertragung auf Lantiq vorgesehen sind, als "zur Veräußerung stehende Vermögenswerte" bzw. als "Verbindlichkeiten, verbunden mit den zur Veräußerung stehenden Vermögenswerten", in der Konzern-Bilanz zum 30. September 2009 ausgewiesen, was zu einer Verringerung der langfristigen Vermögenswerte um €67 Millionen und der langfristigen Verbindlichkeiten um €1 Million bei gleichzeitiger Erhöhung der kurzfristigen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten um die gleichen Beträge geführt hat.

Innerhalb der kurzfristigen Vermögenswerte sind die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente wesentlich um €665 Millionen von €749 Millionen zum 30. September 2008 auf €1.414 Millionen zum 30. September 2009 angestiegen, hauptsächlich als Ergebnis unserer Erhöhung des Grundkapitals und der Ausgabe einer neuen im Jahr 2014 fälligen nachrangigen Wandelanleihe, was teilweise durch Rückkäufe und Rückzahlungen von Beträgen der jeweils im Jahr 2010 fälligen nachrangigen Wandel- und Umtauschanleihe kompensiert wurde. Der Erhalt von €120 Millionen vom Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken e.V. während des Geschäftsjahrs 2009 hat ebenfalls positiv zu den Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten beigetragen. Diese Erhöhung innerhalb der kurzfristigen Vermögenswerte wurde teilweise kompensiert durch einen Rückgang der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Forderungen um €285 Millionen auf €514 Millionen und der Vorräte um €205 Millionen auf €460 Millionen zum 30. September 2009, im Wesentlichen auf Grund geringerer Umsätze, verbunden mit einer Verbesserung des Working Capital Managements. Die Veränderung der Vorräte bezieht sich auch auf eine Umgliederung von €43 Millionen in "zur Veräußerung stehende Vermögenswerte" in Verbindung mit dem Verkauf des Wireline Communications Geschäfts. Darüberhinaus haben der Erhalt von €120 Millionen vom Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken e.V. im zweiten und dritten Quartal des Geschäftsjahrs 2009 und die Erhöhung der Wertberichtigungen auf Forderungen gegen Qimonda auf Grund des Insolvenzverfahrens von Qimonda zum Rückgang der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Forderungen beigetragen.

Innerhalb der langfristigen Vermögenswerte sind die Sachanlagen um €382 Millionen von €1.310 Millionen auf €928 Millionen zurückgegangen, da die Investitionen in Sachanlagen durch die Abschreibungen auf Sachanlagen im Geschäftsjahr 2009 mehr als überkompensiert wurden. Weiterhin hat der Verkauf des SensoNor-Geschäfts zu einem Rückgang der Sachanlagen beigetragen, sowie die Umgliederung von €9 Millionen in "zur Veräußerung stehende Vermögenswerte" im Wesentlichen in Verbindung mit dem Verkauf des Wireline Communications Geschäfts. Aus dem Geschäfts- oder Firmenwert und anderen immateriellen Vermögenswerten wurden €58 Millionen im Zusammenhang mit dem Wireline Communications Geschäft in ,,zur Veräußerung stehende Vermögenswerte" umgegliedert, darin enthalten ist der Geschäfts- oder Firmenwert in Bezug auf den Erwerb des CPE-Geschäfts von Texas Instruments Inc. (siehe Anhang Nr. 4).

Die Summe der Verbindlichkeiten ist um €2.548 Millionen oder 53 Prozent von €4.821 Millionen zum 30. September 2008 auf €2.273 Millionen zum 30. September 2009 zurückgegangen. Der Rückgang ist hauptsächlich auf die Entkonsolidierung von Qimonda zurückzuführen, was zu einer Reduzierung der Summe der Verbindlichkeiten um €2.123 Millionen geführt hat, die zum 30. September 2008 als ,,Verbindlichkeiten, verbunden mit zur Veräußerung stehenden Vermögenswerten", ausgewiesen waren.

Weiterhin haben wir im Juni 2009 €487 Millionen unserer nachrangigen Wandelanleihe fällig 2010 mit Nominalwerten von €522 Millionen von den langfristigen in die kurzfristigen Verbindlichkeiten umgegliedert, da diese im Juni 2010 fällig werden. Anschließend haben wir Nominalbeträge von €74 Millionen unserer nachrangigen Wandelanleihe fällig 2010 zurückgekauft. Zum 30. September 2009 war unsere nachrangige Wandelanleihe mit einem Nominalbetrag von €448 Millionen und einem Buchwert von €425 Millionen in den kurzfristigen Verbindlichkeiten enthalten. Weitere Veränderungen in den kurzfristigen Verbindlichkeiten betreffen einen Rückgang in den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten um €113 Millionen zum 30. September 2009 im Vergleich zum 30. September 2008, was im Wesentlichen aus geringeren Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen auf Grund gesunkener Dienstleistungseinkäufe und gekürzter Investitionen resultiert. Zusätzlich verringerten sich die sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten um €116 Millionen auf Grund der Verringerung von personalbezogenen Verbindlichkeiten, was im Wesentlichen auf die Zahlung von Abfindungen im Rahmen unseres IFX10+ Kostensenkungsprogramms, die im Konzernabschluss 2008 bilanziert waren, und reduzierte Verbindlichkeiten für Bonuszahlungen zurückzuführen ist.

Die langfristigen Verbindlichkeiten sind zum 30. September 2009 um €533 Millionen im Vergleich zum 30. September 2008 zurückgegangen. Dies ist hauptsächlich auf die Umgliederung der im Jahr 2010 fälligen nachrangigen Wandelanleihe aus den langfristigen Finanzverbindlichkeiten in die kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten sowie kurzfristig fälligen Bestandteile langfristiger Finanzverbindlichkeiten sowie den Rückkäufen und Tilgungen von Nominalbeträgen unserer im Jahr 2010 fälligen nachrangigen Umtauschanleihe von €215 Millionen und unserer im Jahr 2010 fälligen nachrangigen Wandelanleihe von €152 Millionen (einschließlich der oben erwähnten Rückkäufe von €74 Millionen) zurückzuführen. Dieser Rückgang wurde teilweise kompensiert durch die Ausgabe neuer im Jahr 2014 fälligen nachrangiger Wandelanleihen mit einem Nominalbetrag von €196 Millionen, der zu einem Anstieg der langfristigen Finanzverbindlichkeiten zum 30. September 2009 in Höhe von €145 Millionen nach Abzug von Emissionskosten, Disagio und dem im Eigenkapital bilanzierten Anteil für die Optionskomponente geführt hat. Die langfristigen Rückstellungen erhöhten sich um €62 Millionen, die vor allem im Zusammenhang mit den möglichen Verpflichtungen aus der Insolvenz von Qimonda stehen.

Das Eigenkapital ist zum 30. September 2009 um €172 Millionen angestiegen, hauptsächlich als auf Grund unserer Kapitalerhöhung um €680 Millionen, dem die im Geschäftsjahr 2009 erwirtschafteten Verluste entgegenstanden.

Kennzahlen

Geschäftsjahr zum 30. September
2007 2008 2009
--- --- --- ---
Anlagenquote(1) 51% 33% 40%
Umlaufquote(2) 49% 67% 60%
Abnutzungsgrad des Sachanlagevermögens(3) 72% 81% 86%
Abschreibungsquote des Sachanlagevermögens(4) 10% 7% 7%
Vorratsintensität(5) 11% 10% 10%
Umschlagshäufigkeit der Vorräte(6) 2,0 2,8 4,2
Umschlagsdauer der Vorräte in Tagen(7) 119 86 67
Kundenziel in Tagen(8) 117 89 78
Eigenkapitalquote(9) 57% 31% 51%
Eigenkapitalrendite(10) (6)% (92)% (30)%
Gesamtkapitalrendite(11) (3)% (43)% (12)%
Anlagendeckung(12) 165% 165% 251%
Verschuldungsgrad(13) 26% 54% 36%

Die oben stehenden Kennzahlen zur Vermögenslage werden wie folgt berechnet:

(1) Anlagenquote = langfristige Vermögenswerte/Gesamtvermögen

(2) Umlaufquote = kurzfristige Vermögenswerte/Gesamtvermögen

(3) Abnutzungsgrad des Sachanlagevermögens = kumulierte Abschreibungen auf das Sachanlagevermögen / historische Anschaffungs- oder Herstellungskosten des Sachanlagevermögens zum Ende des Geschäftsjahrs

(4) Abschreibungsquote des Sachanlagevermögens = Jahresabschreibungen auf das Sachanlagevermögen/historische Anschaffungs- oder Herstellungskosten des Sachanlagevermögens zum Ende des Geschäftsjahrs

(5) Vorratsintensität = Vorräte/Gesamtvermögen

(6) Umschlagshäufigkeit der Vorräte = Umsatzerlöse des Jahres/durchschnittlicher Bestand an Vorräten

(7) Umschlagsdauer der Vorräte in Tagen = durchschnittlicher Bestand an Vorräten x 360 Tage/Umsatzerlöse des Jahres

(8) Kundenziel in Tagen = durchschnittlicher Bestand an Forderungen aus Lieferungen und Leistungen x 360 Tage/Umsatzerlöse des Jahres

(9) Eigenkapitalquote = Eigenkapital/Gesamtvermögen

(10) Eigenkapitalrendite = Konzernjahresüberschuss (-fehlbetrag) des Jahres/durchschnittlicher Bestand an Eigenkapital

(11) Gesamtkapitalrendite = Konzernjahresüberschuss (-fehlbetrag) des Jahres/durchschnittliches Gesamtvermögen

(12) Anlagendeckung = Eigenkapital/Sachanlagen

(13) Verschuldungsgrad = (langfristige + kurzfristige Finanzverbindlichkeiten)/Eigenkapital

Der Durchschnitt eines Bilanzwerts wird ermittelt als arithmetisches Mittel des Werts zum Bilanzstichtag des aktuellen Jahrs und des Vorjahrs.

Im Geschäftsjahr 2008 entstand der Konzernjahresfehlbetrag überwiegend aus Qimondas operativem Verlust und aus den Wertberichtigungen zur Neubewertung von Qimonda auf seinen geschätzten Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten. Folglich reduzierten sich das Eigenkapital und die Bilanzsumme stark im Vergleich zum Geschäftsjahr 2007. Daraus resultierte ein erheblicher Rückgang der Kennzahlen "Anlagenquote", "Eigenkapitalquote", "Eigenkapitalrendite", "Gesamtkapitalrendite", während "Umlaufquote" und "Verschuldungsgrad" angestiegen sind. Im Geschäftsjahr 2009 haben wir Qimonda entkonsolidiert, was zu einer weiteren Verminderung der Summe der Vermögenswerte führte und so die "Anlagenquote" und die "Eigenkapitalquote" ansteigen ließ.

Im Geschäftsjahr 2008 führten niedrigere Investitionen in Sachanlagen zu einem Anstieg des "Abnutzungsgrads des Sachanlagevermögens" und einem Rückgang der "Abschreibungsquote des Sachanlagevermögens". Diese Entwicklung hat im Geschäftsjahr 2009 angehalten als Ergebnis des fortwährenden Rückgangs unserer Investitionstätigkeit im Jahresvergleich.

Während der Verschuldungsgrad erheblich im Geschäftsjahr 2008 gegenüber dem Geschäftsjahr 2007 als Ergebnis des Eigenkapitalrückgangs durch die Verluste von Qimonda angestiegen ist, verbesserten sich im Geschäftsjahr 2009 der "Verschuldungsgrad", die "Eigenkapitalquote" und "Eigenkapitalrendite" erheblich und gingen als Ergebnis der Grundkapitalerhöhung sowie der Rückkäufe und Rückzahlungen von nachrangigen Wandel- und Umtauschanleihen jeweils fällig 2010 zurück. Teilweise gegenläufig wirkte die Ausgabe der neuen nachrangigen Wandelanleihe fällig 2014.

Die Entwicklung der Kennzahlen "Umschlagshäufigkeit der Vorräte", "Umschlagsdauer der Vorräte in Tagen", "Kundenziel in Tagen" war stark von der Veränderung im Marktumfeld im ersten und zweiten Quartal des Geschäftsjahrs 2009 geprägt, gefolgt von einem forcierten Working Capital Management. Dies führte zu erheblich niedrigeren Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und einem starken Rückgang der Vorräte während des Geschäftsjahrs 2009.

Darstellung der Finanzlage

Cash-Flow

Unser Cash-Flow zeigt die Herkunft und die Verwendung der Geldströme in den Berichtsperioden. Ihm kommt damit eine zentrale Bedeutung für die Beurteilung unserer Finanzlage zu.

Die Mittelabflüsse aus Investitionstätigkeit und die Mittelzu- und -abflüsse aus Finanzierungstätigkeit sind jeweils direkt zahlungsbezogen ermittelt. Der Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit wird ausgehend vom Konzernjahresergebnis indirekt abgeleitet. Die Veränderungen von Bilanzpositionen sind um Effekte aus Währungsschwankungen und aus Konsolidierungskreisänderungen bereinigt. Sie können deshalb nicht mit den entsprechenden Veränderungen in der Konzern-Bilanz abgestimmt werden.

Geschäftsjahr zum 30. September
2008 2009
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(€ in Millionen)
--- --- ---
Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten 540 268
Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten (652) (14)
Mittel(abfluss)/-zufluss aus laufender Finanzierungstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten (230) 391
Veränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente aus nicht fortgeführten Aktivitäten (291) (393)
Veränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente (633) 252

Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit

Der Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten betrug €268 Millionen im Geschäftsjahr 2009 und ergab sich im Wesentlichen aus dem negativen Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten in Höhe von €273 Millionen, zuzüglich der Abschreibungen in Höhe von €513 Millionen und Verlusten von €17 Millionen aus dem Verkauf des SensoNor-Geschäfts. Der Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten enthielt eine Erstattung von €19 Millionen durch den Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken e.V. sowie eine Erstattung von €10 Millionen vom Insolvenzverwalter von BenQ und wurde ebenfalls durch erhaltene Steuern vom Einkommen und vom Ertrag von €16 Millionen und von erhaltenen Zinszahlungen von €21 Millionen positiv beeinflusst. Zinszahlungen von €49 Millionen verringerten den Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit.

Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit

Der Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten in Höhe von €14 Millionen im Geschäftsjahr 2009 resultierte überwiegend aus Ausgaben von €51 Millionen für aktivierte selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte und die Anschaffung von immateriellen Vermögenswerten und aus Investitionen in Sachanlagen von €103 Millionen. Dieser Mittelabfluss wurde teilweise durch Einzahlungen von €101 Millionen Kapitalbetrag vom Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken e.V. im zweiten und dritten Quartal des Geschäftsjahrs 2009 ausgeglichen. Des Weiteren haben Netto-Einzahlungen (Verkäufe abzüglich Erwerbe) von €33 Millionen aus den zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten und erzielte Einzahlungen von €4 Millionen positiv zum Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit beigetragen.

Mittel-(abfluss)l-zufluss aus Finanzierungstätigkeit

Der Mittelzufluss aus Finanzierungstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten betrug €391 Millionen im Geschäftsjahr 2009 im Vergleich zu €230 Millionen Mittelabfluss aus Finanzierungstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten im Geschäftsjahr 2008. Im Geschäftsjahr 2009 haben wir eine Erhöhung des Grundkapitals um €674 Millionen durchgeführt. Dies hat unsere Mittelzuflüsse aus Finanzierungstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten um €680 Millionen erhöht. Den Netto-Einzahlungsüberschuss haben wir in der Kapitalrücklage erfasst. Weitere Mittelzuflüsse von €182 Millionen resultierten aus Einzahlungen aus der Ausgabe von nachrangigen Wandelanleihen fällig 2014 mit Nominalbeträgen von €196 Millionen, nach Abzug von Emissionskosten und Disagio Dies wurde teilweise ausgeglichen durch Rückzahlungen von langfristigen Finanzverbindlichkeiten in Höhe von €455 Millionen, von denen ein Großteil auf den Rückkauf und die Rückzahlung von Anteilen unserer jeweils im Jahr 2010 fälligen Umtausch- und Wandelanleihe zu einem Gesamtbetrag von €285 Millionen in bar, inklusive €3 Millionen Transaktionskosten, entfällt. Weitere Rückzahlungen von langfristigen Finanzverbindlichkeiten betreffen vorrangig die Rückzahlung unseres syndizierten Darlehens.

Veränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente aus nicht fortgeführten Aktivitäten

Die Veränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente aus nicht fortgeführten Aktivitäten betrug im Geschäftsjahr 2009 minus €393 Millionen im Vergleich zu minus €291 Millionen im Vorjahr Diese Veränderung resultierte im Wesentlichen aus Qimondas Mittelabfluss aus laufender Geschäftstätigkeit von €416 Millionen sowie dem Mittelabfluss aus Finanzierungstätigkeit von €40 Millionen, was nur teilweise durch Qimondas Mittelzufluss aus Investitionstätigkeit von €21 Millionen ausgeglichen wurde. Qimondas Mittelabfluss aus laufender Geschäftstätigkeit ist vor allem auf Qimondas Konzernjahresfehlbetrag im ersten Quartal, bevor Qimonda entkonsolidiert wurde, zurückzuführen. Der Mittelzufluss aus Investitionstätigkeit aus nicht fortgeführten Aktivitäten von €21 Millionen beinhaltete im Wesentlichen Qimondas Erlös aus der Veräußerung von Inotera an Micron im November2008 in Höhe von 400 Millionen US-Dollar (ungefähr €296 Millionen), der teilweise auf Grund der Entkonsolidierung von Qimonda, durch Qimondas Bestand an Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten in Höhe von €286 Millionen zum 23. Januar 2009, dem Tag, an dem Qimonda Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens gestellt hat, kompensiert wurde.

Im Geschäftsjahr 2009 hat unser Wireline Communications Geschäft mit €36 Millionen zum Cash-Flow aus operativer Geschäftstätigkeit aus nicht fortgeführten Aktivitäten beigetragen, was hauptsächlich auf dessen positives Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten zuzüglich Abschreibungen zurückzuführen ist. Der Mittelzufluss aus Investitionstätigkeit aus nicht fortgeführten Aktivitäten betrug €6 Millionen und setzt sich zusammen aus €13 Millionen Erstattung der bedingten Kaufpreiszahlung von Texas Instruments Inc., da die vereinbarten Umsatzziele für das CPE-Geschäft nicht erreicht wurden, und aus €7 Millionen Auszahlungen für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen.

Free-Cash-Flow

Wir definieren den Free-Cash-Flow als Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit und Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten, bereinigt um den Kauf und Verkauf von zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten. Da wir einen Teil unserer liquiden Mittel in Form von zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten halten und in einer kapitalintensiven Industrie tätig sind, berichten wir den Free-Cash-Flow, um Investoren eine Kennzahl zur Verfügung stellen, die die Veränderung der Liquidität unter Berücksichtigung von Investitionen zeigt. Das bedeutet nicht, dass der restliche verfügbare Cash-Flow für sonstige Ausgaben verwendet werden kann, da Schuldendienstverpflichtungen oder andere feste Ausgaben noch nicht abgezogen sind. Der Free-Cash-Flow beinhaltet nur Werte aus fortgeführten Aktivitäten und wird wie folgt aus der Konzern-Kapitalflussrechnung hergeleitet:

Geschäftsjahr zum 30. September
2008 2009
--- --- ---
(€ in Millionen)
--- --- ---
Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten 540 268
Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten (652) (14)
Verkauf von Wertpapieren, Saldo (27) (33)
Free-Cash-Flow (139) 221

Der Free-Cash-Flow betrug plus €221 Millionen im Geschäftsjahr 2009 im Vergleich zu minus €139 Millionen im Geschäftsjahr 2008, was einer signifikanten Verbesserung um €360 Millionen entspricht. Der Free-Cash-Flow im Geschäftsjahr 2008 enthielt im Vergleich zum Geschäftsjahr 2009 höhere Mittelabflüsse aus Investitionstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten, da wir das Mobilfunkgeschäft von LSI und Primarion Inc. für €353 Millionen übernommen und höhere Investitionen in Sachanlagen von €308 Millionen getätigt haben, die nur teilweise durch den höheren Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten ausgeglichen wurden. Der Free-Cash-Flow enthält im Geschäftsjahr 2009 auch erhaltene Zahlungen von €120 Millionen vom Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken e.V. sowie Auszahlungen auf Grund unseres IFX10+ Kostensenkungsprogramms.

Netto-Cash/(Debt)-Position

Die folgende Tabelle stellt unsere Brutto-Cash-Position und Netto-Cash/(Debt)-Position sowie die Finanzverbindlichkeiten nach ihren Fälligkeiten dar. Die Darstellung ist kein Ausblick auf die verfügbaren Zahlungsmittel der künftigen Periode. Da wir einen Teil unserer liquiden Mittel in Form von zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten halten, die unter IFRS nicht als Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente klassifiziert sind, berichten wir die Brutto- und die Netto-Cash/(Debt)-Position, um Investoren die gesamte Liquiditätslage der Gesellschaft besser zu erläutern. Die Brutto- und die Netto-Cash/(Debt)-Position werden ohne Anpassung der IFRS-Werte wie folgt aus der zusammengefassten Konzern-Bilanz hergeleitet:

Zahlung fällig In:
Zum 30. September 2009 Gesamt weniger als 1 Jahr 1-2 Jahren 2-3 Jahren 3-4 Jahren 4-5 Jahren 5 Jahren und länger
--- --- --- --- --- --- --- ---
(€ in Millionen)
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Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 1.414 1.414 - - - - -
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte 93 93 - - - - -
Brutto-Cash-Position 1.507 1.507 - - - - -
Abzüglich:
Langfristige Finanzverbindlichkeiten 329 - 78 66 40 145 -
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten sowie kurzfristige Bestandteile langfristiger Finanzverbindlichkeiten 521 521 - - - - -
Gesamte Finanzverbindlichkeiten 850 521 78 66 40 145 -
Netto-Cash/(Debt)-Position 657 986 (78) (66) (40) (145) -

Unsere Brutto-Cash-Position - definiert als Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente einschließlich zur Veräußerung verfügbarer finanzieller Vermögenswerte - betrug zum 30. September 2009 €1.507 Millionen im Vergleich zu €883 Millionen zum 30. September 2008. Der Anstieg resultierte aus unserer Kapitalerhöhung von €680 Millionen, dem positiven Free-Cash-Flow von €221 Millionen und der Ausgabe einer im Jahr 2014 fälligen nachrangigen Wandelanleihe, was teilweise kompensiert wurde durch den Rückkauf und Rückzahlung von Anteilen der jeweils im Jahr 2010 fälligen nachrangigen Wandelanleihe und nachrangigen Umtauschanleihe nach Disagio.

Unsere Netto-Cash/(Debt)-Position zum 30. September 2009, definiert als Brutto-Cash-Position abzüglich kurzfristiger und langfristiger Finanzverbindlichkeiten, betrug €657 Millionen, was einer Verbesserung von €944 Millionen von minus €287 Millionen zum 30. September 2008 entspricht und im Wesentlichen den oben beschriebenen Anstieg in der Brutto-Cash-Position und den Rückgang der gesamten Finanzverbindlichkeiten um €320 Millionen widerspiegelt. Der Rückgang der Finanzverbindlichkeiten bezieht sich auf den Rückkauf und Rückzahlung von Anteilen der jeweils 2010 fälligen nachrangigen Wandelanleihe und nachrangigen Umtauschanleihe sowie die Rückzahlung sonstiger Finanzverbindlichkeiten, was teilweise durch die Ausgabe einer neuen nachrangigen Wandelanleihe fällig 2014 ausgeglichen wurde.

Die langfristigen und kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten beinhalten hauptsächlich die nachrangigen Wandelanleihen, die zur Stärkung unserer Liquidität begeben wurden und uns eine gesteigerte finanzielle Flexibilität in der Führung unseres operativen Geschäfts ermöglichen. Der gesamte ausstehende Betrag der Wandelanleihen belief sich am 30. September 2009 auf €644 Millionen, von denen €196 Millionen langfristig für nachrangige Wandelanleihen mit Fälligkeit 2014 und €448 Millionen kurzfristig für nachrangige Wandelanleihen mit Fälligkeit 2010 sind.

Am 5. Juni 2003 gaben wir eine im Jahr 2010 fällige nachrangige Wandelanleihe pari zum Nennwert von €700 Millionen aus. Die Wandelanleihe ist unbesichert und verzinst sich mit 5 Prozent pro Jahr. Die Anleihe konnte ursprünglich durch ihre Halter über die Laufzeit gewandelt werden in eine maximale Anzahl von 68,4 Millionen Stammaktien und zu einem Wandelpreis von €10,23 pro Aktie. Als Ergebnis unserer Kapitalerhöhung im August 2009 wurde der Wandelpreis auf €9,14 in Übereinstimmung mit einer in den Anleihebedingungen enthaltenen Verwässerungsschutzklausel angepasst. Während der Geschäftsjahre 2008 und 2009 haben wir Anteile unserer im Jahr 2010 fälligen nachrangigen Wandelanleihe mit Nennwerten von €100 Millionen und €152 Millionen zurückgekauft. Die Rückkäufe erfolgten aus verfügbaren Zahlungsmitteln. Die zurückgekauften Anteile wurden anschließend entwertet.

Am 26. September 2007 haben wir eine im Jahr 2010 fällige nachrangige Umtauschanleihe pari zum Nennwert von €215 Millionen begeben. Die Umtauschanleihe war unbesichert und verzinste sich mit 1,375 Prozent pro Jahr. Im Geschäftsjahr 2009 haben wir den gesamten ausstehenden Nominalbetrag von €215 Millionen unserer im Jahr 2010 fälligen nachrangigen Umtauschanleihe zurückgekauft und zurückgezahlt. Die Rückkäufe und die Rückzahlung erfolgten aus verfügbaren Zahlungsmitteln.

Am 26. Mai 2009 begaben wir eine neue im Jahr 2014 fällige nachrangige Wandelanleihe zum Nennwert in Höhe von €196 Millionen mit einem Disagio von 7,2 Prozent. Die Wandelanleihe kann jederzeit während der Laufzeit in ursprünglich maximal 74,9 Millionen unserer Aktien umgewandelt werden, wobei der Wandelpreis ursprünglich €2,61 je Aktie betrug. Nach unserer Kapitalerhöhung im August 2009 ist der Wandelpreis auf Basis einer in den Anleihebedingungen enthaltenen Verwässerungsschutzklausel auf €2,33 angepasst worden. Die Wandelanleihe verzinst sich mit 7,5 Prozent pro Jahr. Die Wandelanleihe ist unbesichert und steht gleichrangig mit allen unseren gegenwärtigen und künftigen nachrangigen Verbindlichkeiten.

Zur Sicherung unseres Zahlungsmittelbestands und zur Gewährleistung flexibler Liquidität haben wir eine Richtlinie implementiert, die das Anlagevolumen bezüglich Geschäftspartner, Rating, Branche, Laufzeit und Instrument begrenzt.

Kapitalbedarf

Im Geschäftsjahr 2010 benötigen wir Kapital zur

Finanzierung der operativen Geschäftstätigkeit,
Rückzahlung fälliger Darlehen,
Zahlung unserer Eventualverpflichtungen, sofern sie eintreten, und
planmäßigen Durchführung von Investitionen.

Wir erwarten, diese Anforderungen zu erfüllen durch

Zahlungsmittelzuflüsse aus dem laufenden Geschäft,
verfügbare Zahlungsmittel einschließlich veräußerbarer Wertpapiere sowie
verfügbare Kreditlinien.

Zum 30. September 2009 benötigen wir für das Geschäftsjahr 2010 Geldmittel in Höhe von €1.073 Millionen, bestehend aus €521 Millionen für kurzfristige Finanzverbindlichkeiten und €552 Millionen für vertragliche Verpflichtungen. Zusätzlich könnten derzeit bekannte und schätzbare Eventualverpflichtungen in Höhe von €18 Millionen auftreten. Wir planen zirka €220 Millionen bis €250 Millionen für Investitionen in Sachanlagen sowie immaterielle Vermögenswerte einschließlich aktivierter Entwicklungskosten aufzuwenden. Unser Brutto-Zahlungsmittelbestand beläuft sich am 30. September 2009 auf €1.507 Millionen, und wir können €211 Millionen aus den verfügbaren Kreditlinien finanzieren.

Vertragliche Verpflichtungen und Eventualverpflichtungen

Zahlungen fällig in:
Zum 30. September 2009(1) Gesamt weniger als 1 Jahr 1-2 Jahren 2-3 Jahren 3-4 Jahren 4-5 Jahren 5 Jahren und länger
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(€ in Millionen)
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Vertragliche Verpflichtungen:
Langfristige und kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 850 521 78 66 40 145 -
Zahlungen aus Leasingverträgen 740 69 65 60 57 56 433
Unbedingte Abnahmeverpflichtungen 567 440 85 28 12 2 -
Zukünftige Zinszahlungen 110 43 19 17 15 15 1
Sonstige langfristige Verbindlichkeiten 31 - 31 - - - -
Summe vertragliche Verpflichtungen 2.298 1.073 278 171 124 218 434
Eventualverpflichtungen:
Garantien(2) 81 10 8 - 5 2 56
Bedingte Zulagen und Zuschüsse(3) 37 8 14 4 5 6 -
Summe Eventualverpflichtungen 118 18 22 4 10 8 56

(1) Die Tabelle enthält gewisse Zahlungsverpflichtungen oder Fälligkeiten von Verpflichtungen, die von dem Erreichen von Leistungszielen oder anderen Ereignissen, die nicht zeitlich fixiert sind, abhängen. Die wahrscheinliche Fälligkeit wurde von der Gesellschaft geschätzt. Die tatsächlichen Fälligkeiten können von diesen Schätzungen abweichen.

(2) Garantien werden im Wesentlichen für Zahlungen auf Einfuhrzölle, für Mieten von Gebäuden und für Eventualverbindlichkeiten in Verbindung mit erhaltenen staatlichen Zuschüssen ausgegeben.

(3) Bedingte Zuschüsse und Zulagen beziehen sich auf bisher erhaltene Beträge, die im Zusammenhang mit der Errichtung und Finanzierung von bestimmten Fertigungsstätten stehen und gegebenenfalls zurückerstattet werden müssen, falls die genannten behördlichen Projektanforderungen nicht erfüllt werden. Sie enthalten keine potenziellen bedingten Zulagen und Zuschüsse im Zusammenhang mit Qimonda.

Die oben stehende Tabelle sollte im Zusammenhang mit dem Anhang Nr. 38 des Konzernabschlusses des Geschäftsjahrs 2009 gelesen werden.

Außerbilanzielle Transaktionen

Im Rahmen der gewöhnlichen betrieblichen Tätigkeit begeben wir Garantien vor allem für die Zahlung von Importzöllen, Gebäudemieten und möglichen Verpflichtungen in Bezug auf erhaltene staatliche Zuschüsse. Zum 30. September 2009 betrug die Höhe der undiskontierten, potenziellen zukünftigen Zahlungen für Garantien €81 Millionen.

Investitionen

Geschäftsjahr zum 30. September
2008 2009
--- --- ---
(€ in Millionen)
--- --- ---
Sachanlagen 308 103
Immaterielle Vermögenswerte - eigene Entwicklungsleistungen 38 43
Immaterielle Vermögenswerte - erworben 11 8
Gesamt 357 154

Gemäß unserem im Vorjahr erstellten Budget für das Geschäftsjahr 2009 hatten wir Investitionen in Sachanlagen von ungefähr €200 Millionen erwartet, im Wesentlichen in unsere Fertigungsstätten in Malacca, Malaysia, und Kulim, Malaysia. Als Ergebnis des wirtschaftlichen Abschwungs haben wir die Investitionsentscheidungen angepasst und die tatsächlichen Investitionen in Sachanlagen im Geschäftsjahr 2009 auf €103 Millionen zurückgefahren. Da Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten wesentlich für unser Geschäft sind, haben wir die Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten nur in einem geringen Maße auf Grund der Marktsituation reduziert. Die Höhe der aktivierten Entwicklungskosten ist relativ unverändert geblieben, und auch ungefähr der gleiche absolute Betrag an Entwicklungskosten gegenüber dem Vorjahr war nach IFRS zu aktivieren.

Abhängig von der Marktentwicklung und unserer Geschäftssituation erwarten wir derzeit im Geschäftsjahr 2010 zirka €220 Millionen bis €250 Millionen in Sachanlagen sowie immaterielle Vermögenswerte einschließlich aktivierter Entwicklungskosten zu investieren. Wir versuchen, fortlaufend die Produktivität zu verbessern, und entwickeln die Technologien in unseren Standorten weiter. Zum 30. September 2009 waren von den geplanten Anlageinvestitionen €35 Millionen fest vereinbart und in den unbedingten Abnahmeverpflichtungen enthalten. Auf Grund der Länge des Zeitraums zwischen der Bestellung und der Lieferung von Anlagen sind üblicherweise erhebliche Investitionsbeträge vorab festgelegt.

Kreditlinien

Wir haben verschiedene, voneinander unabhängige kurz- und langfristige Kreditlinien mit mehreren Finanzinstituten für den zu erwartenden Finanzbedarf vereinbart. Diese Kreditlinien haben eine Höhe von €491 Millionen, von denen €211 Millionen zum 30. September 2009 verfügbar waren. Die Kreditlinien bestehen aus den folgenden drei Gruppen:

Zum 30. September 2009
Laufzeit Zusage durch Finanzinstitut Zweck/beabsichtigter Einsatz Gesamthöhe In Anspruch genommen Verfügbar
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(€ in Millionen)
--- --- --- --- --- ---
Kurzfristig feste Zusage Generelle betriebliche Zwecke, Betriebskapital, Garantien 108 51 57
Kurzfristig keine feste Zusage Betriebskapital, Cash-Management 114 - 114
Langfristig(1) feste Zusage Projektfinanzierung 269 229 40
Gesamt 491 280 211

(1) Einschließlich kurzfristiger Bestandteile der langfristigen Finanzverbindlichkeiten

Im September 2004 hat die Gesellschaft einen 400 Millionen US-Dollar (€400 Millionen) Konsortialkredit mit fünfjähriger Laufzeit vereinbart, der im August 2006 auf 345 Millionen US-Dollar (€300 Millionen) reduziert wurde. Im Januar 2006 hat die Gesellschaft 345 Millionen US-Dollar aus dieser Tranche A abgerufen, für die gleichmäßige Tilgungen, jeweils im März und September eines Jahres, vereinbart waren. Bei Endfälligkeit am 23. September 2009 wurde der noch ausstehende restliche Kreditbetrag der Tranche A ordnungsgemäß zurückgeführt. Tranche B war eine revolvierende Mehrwährungskreditlinie, die für generelle betriebliche Zwecke genutzt werden konnte. Am 23. September 2009 ist diese Tranche B ohne Inanspruchnahme endfällig ausgelaufen.

Im Juni 2009 wurden unserer Tochtergesellschaft Infineon Technologies (Wuxi) Co. Ltd. Kredite für Betriebskapital und Projektzwecke über einen Gesamtbetrag von 141 Millionen US-Dollar (€97 Millionen) durch lokale Finanzinstitute zugesagt. Diese mehrjährigen Kredite stehen für allgemeine betriebliche Zwecke sowie die Ausweitung von Produktionskapazitäten in Wuxi, China, auch durch gruppeninterne Transfers von Anlagen, zur Verfügung. Am 30. September 2009 war die Kreditlinie nicht in Anspruch genommen. Bei Ziehung der Kreditlinie sind für Teile dieser Kreditlinie sind Sachsicherheiten und eine Unternehmensgarantie zu bestellen.

Des Weiteren haben wir verschiedene, voneinander unabhängige kurz- und langfristige Kreditlinien mit mehreren Finanzinstituten für den zu erwartenden Finanzbedarf vereinbart.

Nach unserer Planung soll die Finanzierung des Nettoumlaufvermögens und des übrigen Finanzmittelbedarfs aus Mittelzuflüssen aus laufender Geschäftstätigkeit, aus der Inanspruchnahme von Kreditlinien, Darlehen, staatlichen Zulagen und Zuschüssen und, falls notwendig, durch die Aufnahme von zusätzlichem Fremdkapital am öffentlichen Kapitalmarkt oder durch an Eigenkapital gebundene Instrumente erfolgen. Im Zusammenhang mit bestimmten Investitionsprojekten haben wir auch staatliche Zulagen und Zuschüsse beantragt, können jedoch nicht garantieren, dass die Mittel rechtzeitig oder überhaupt genehmigt werden.

Unter Berücksichtigung der verfügbaren finanziellen Ressourcen, einschließlich der intern generierten Zahlungsmittel und der derzeitig verfügbaren Kreditlinien, erwarten wir, in der Lage zu sein, unseren derzeit geplanten Kapitalbedarf für das Geschäftsjahr 2010 bedienen zu können.

Finanzierung der Pensionsverpflichtungen

Der Anwartschaftsbarwert (DBO) unserer Gesellschaft, der künftige Gehaltssteigerungen berücksichtigt, betrug €413 Millionen zum 30. September 2009 im Vergleich zu €376 Millionen zum 30. Septem-ber2008. Der beizulegende Zeitwert des Planvermögens betrug €319 Millionen zum 30. September 2009 im Vergleich zu €333 Millionen zum 30. September 2008.

Die tatsächliche Gesamtrendite auf das Planvermögen zwischen den letzten Fälligkeitszeitpunkten betrug für inländische (deutsche) Pensionspläne 2,4 Prozent oder €7 Millionen und für ausländische Pensionspläne minus 6,0 Prozent oder minus €2 Millionen. Die erwartete Gesamtrendite auf das Planvermögen für diesen Zeitraum betrug für inländische Pensionspläne 7,1 Prozent und für ausländische Pensionspläne 7,2 Prozent. Für das nächste Geschäftsjahr haben wir eine Rendite auf das Planvermögen in Höhe von 6,3 Prozent oder €18 Millionen für inländische Pensionspläne und in Höhe von 7,2 Prozent oder €2 Millionen für ausländische Pensionspläne geschätzt.

Zum 30. September 2008 und 2009 wies der zusammengefasste Finanzierungsstatus für unsere Pensionspläne eine Unterdeckung in Höhe von €43 Millionen und €94 Millionen auf.

Unsere Investitionsstrategie für die Pensionspläne beinhaltet ein gewisses Maß an Flexibilität, um sich ergebende Anlagechancen so früh wie möglich ergreifen zu können. Gleichzeitig stellen angemessene Kennzahlen sicher, dass die Vorsichts- und Sorgfaltspflichten bei der Ausführung des Investitionsprogramms erfüllt werden. Das Vermögen der Pensionspläne wird von mehreren Anlageberatern angelegt. Die Pläne sehen eine Kombination aus aktiven und passiven Investitionsprogrammen vor. Unter Berücksichtigung der Laufzeit der zugrunde liegenden Verpflichtungen wird ein Portfolio der Investitionen des Planvermögens, bestehend aus Anteils-, Gläubiger- und anderen Wertpapieren, angestrebt, das die langfristige Gesamtkapitalrendite bei einem bestimmten Risiko maximiert. Das Investitionsrisiko wird durch laufende periodenweise Prüfungen des Portfolios, durch Meetings mit Anlageberatern und durch Verbindlichkeitsberechnungen kontrolliert. Die Investitionsmethoden und -Strategien werden periodisch überprüft, um sicherzustellen, dass die Ziele der Versorgungspläne, unter Berücksichtigung jeder Änderung im Aufbau des Versorgungsplans, der Marktbedingungen oder anderer wesentlicher Punkte, erreicht werden.

Die Verteilung unseres Planvermögens auf das Anlagevermögen des Pensionsplans basiert auf der Einschätzung der Geschäfts- und Finanzlage, ferner auf demographischen und versicherungsmathematischen Daten, auf Finanzierungsmöglichkeiten, geschäftsbezogenen Risikofaktoren, Marktsensitivitätsanalysen und anderen relevanten Faktoren. Insgesamt soll die Verteilung der Sicherung des Planvermögens dienen und gleichzeitig für ausreichend stabile, also beispielsweise inflationsbereinigte Einkünfte sorgen, um sowohl derzeitige wie auch künftige Pensionszusagen zu erfüllen. Auf Grund des aktiven Portfoliomanagements kann die tatsächliche Verteilung des Anlagevermögens, innerhalb bestimmter Grenzen, von der geplanten Verteilung abweichen. Gemäß unseren Richtlinien investieren unsere Pensionspläne nicht in eigene Aktien.

Derivative Finanzinstrumente

Wir schließen Geschäfte über derivative Finanzinstrumente einschließlich Zins-Swap-Vereinbarungen, Fremdwährungstermin- und -Optionsgeschäften ab. Ziel dieser Transaktionen ist die Verringerung der Zins- und Währungsschwankungen für die in Fremdwährung lautenden künftigen Netto-Zahlungsströme. Derivative Finanzinstrumente werden von uns nicht zu Handels- oder spekulativen Zwecken eingesetzt. Für weitere Informationen zu derivativen Finanzinstrumenten und dem Management von finanziellen Risiken, siehe Anhang Nr. 36 und 37.

Gesamtaussage des Vorstands zur wirtschaftlichen Lage des Konzerns zum Zeitpunkt der Aufstellung dieses Berichts

Unser Geschäftsjahr 2009 war deutlich von der allgemeinen Abschwächung der Wirtschaft betroffen. Die Maßnahmen zur Kostenreduzierung, die wir mit der Einführung unseres Kostensenkungsprogramms IFX10+ im vierten Quartal des Geschäftsjahr 2008 begonnen haben umzusetzen, haben uns geholfen, die negativen Auswirkungen des wirtschaftlichen Abschwungs zu verringern. Jedoch müssen wir unsere Kostensituation und Produktmarge noch weiter verbessern, um sie an die geringeren Umsatzerlöse anzupassen und unser allgemeines Ziel einer Marge von mindestens 10 Prozent zu erreichen und gleichzeitig unsere technologische Führerschaft beizubehalten.

Die erfolgreichen Finanzierungsmaßnahmen, die wir während des Geschäftsjahrs 2009 durchführten, haben zu einer signifikanten Verbesserung unserer Finanz- und Vermögenslage geführt. Zum 30. September 2009 betrug unser Verschuldungsgrad 36 Prozent und unsere Netto-Cash-Position €657 Millionen im Vergleich zu einem Verschuldungsgrad von 54 Prozent und einer Netto-Debt-Position von €287 Millionen zum 30. September 2008. Dies gibt uns eine solide Basis, um unsere künftigen Verpflichtungen zu bedienen, und für unsere strategischen Ziele.

Unsere Mitarbeiter

Mitarbeiter

Die folgende Übersicht zeigt die Zusammensetzung unserer Belegschaft nach Regionen und Funktionen jeweils zum 30. September der genannten Geschäftsjahre(1) :

Geschäftjahre zum 30. September
2007 2008 2009
--- --- --- ---
Funktionen:
Produktion 20.376 19.358 17.338
Forschung und Entwicklung 5.833 6.273 5.971
Vertrieb und Marketing 1.832 1.905 1.681
Verwaltung 1.557 1.583 1.474
Infineon 29.598 29.119 26.464
Qimonda 13.481 12.224 -
Gesamt 43.079 41.343 26.464
Regionen:
Deutschland 10.151 10.053 9.160
Übriges Europa 5.564 5.192 4.676
Nordamerika 581 821 687
Asien-Pazifik 13.145 12.897 11.803
Japan 157 156 138
Infineon 29.598 29.119 26.464
Qimonda 13.481 12.224 -
Gesamt 43.079 41.343 26.464

(1) Mit Abschluss des Verkaufs unseres Geschäfts mit drahtgebundener Kommunikation (Wireline Communications) ist vorgesehen, dass ungefähr 860 Mitarbeiter auf Lantiq übergehen.

Im Geschäftsjahr 2008 sank die Anzahl der Mitarbeiter in unseren Logik-Segmenten leicht, insbesondere auf Grund der Gründung des Bipolar Joint Venture mit Siemens, und einem weiteren Rückgang der Produktionsmitarbeiter in Asien-Pazifik. Teilweise gegenläufig wirkte sich der Zugang von Mitarbeitern im Zusammenhang mit Geschäfts-Erwerben während des Geschäftsjahrs aus.

Im Geschäftsjahr 2009 nahm die Zahl der Mitarbeiter in allen Funktionen und Regionen um 9 Prozent ab, hauptsächlich als Ergebnis unseres IFX 10+ Kosteneinsparungsprogramms sowie durch den Verkauf des SensoNor Geschäfts. Des Weiteren wurde Qimonda auf Grund seiner Insolvenz entkonsolidiert.

Wir beschäftigen neben den festangestellten Mitarbeitern in den verschiedenen Bereichen Leiharbeiter; die Anzahl der beschäftigten Leiharbeiter wird flexibel den Kapazitätserfordernissen angepasst.

Unsere Verantwortung in der Arbeitssicherheit, im Umwelt- und Gesundheitsschutz

Unser IMPRES System - Infineon Integrated Management Program for Environment, Safety and Health - ist weltweit implementiert und integriert sämtliche Prozesse, Strategien und Zielsetzungen im Bereich Arbeitssicherheit, Umwelt- und Gesundheitsschutz. IMPRES ist höchst effizient und gemäß der Standards ISO 14001 und OHSAS 18001 zertifiziert.

Durch ständige Verbesserungen stellen wir sicher, dass wir nicht nur die gesetzlichen und behördlichen Vorgaben einhalten, sondern auch, über diese Vorgaben hinaus, die Verpflichtung zur kontinuierlichen Verbesserung der Arbeitssicherheit, des Gesundheits- und Umweltschutzes erfüllen und dadurch ein nachhaltiges Wirtschaften gewährleisten. Der schonende und effiziente Einsatz von Ressourcen und Energie ist ein integraler Bestandteil unserer Unternehmenspolitik.

Der sichere Umgang mit Chemikalien, auf die wir in unseren Produktionsprozessen nicht verzichten können, genießt bei uns hohe Priorität. Bereits bei der Bestellung werden die Chemikalien von Experten erfasst, bewertet, verwaltet und können erst nach deren Freigabe in unserer Produktion unter genau definierten Bedingungen verwendet werden. Die Freigabe erfolgt nur dann, wenn der Schutz von Mensch und Umwelt während der gesamten Verwendungsdauer der Chemikalien gewährleistet ist.

Die Anforderungen und Beschränkungen zur Verwendung bestimmter Substanzen in elektrischen und elektronischen Produkten sowie unseren Prozessen haben in den letzten Jahren weltweit zugenommen und werden auch künftig weitersteigen. Die Einhaltung dieser Beschränkungen ist für uns eine Selbstverständlichkeit.

Diesen teilweise regionalen Anforderungen steht dabei die Notwendigkeit gegenüber, unsere Produkte global liefern zu können. Um diese Herausforderung zu meistern, bedarf es klarer Strategien, definierter Managementprozesse und einer aktiven Mitgestaltung von internationalen Standards. IMPRES beinhaltet den produktbezogenen Umweltschutz als eine wesentliche Säule und umfasst damit maßgebliche interne Prozesse, die sicherstellen, dass unsere Produkte gesetzliche Anforderungen nachhaltig erfüllen und unseren Kunden ein hohes Maß an Rechtssicherheit und Zuverlässigkeit bieten.

Vergütungsbericht

Dieser Vergütungsbericht erläutert entsprechend den gesetzlichen Vorschriften und den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 18. Juni 2009 die Grundlagen für die Festlegung der Vergütung von Vorstand und Aufsichtsrat der Infineon Technologies AG sowie die Höhe der Einkommen der einzelnen Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder

Vergütung des Vorstands

Vergütungsstruktur

Das Aufsichtsratsplenum war bisher zuständig für die Festlegung des Vorstandsvergütungssystems, während die Vergütung der einzelnen Vorstandsmitglieder vom Präsidialausschuss festgelegt wurde. Seit Inkrafttreten der entsprechenden gesetzlichen Regelungen wird die Vorstandsvergütung vom Aufsichtsratsplenum auf Vorschlag des Präsidialausschusses festgelegt und regelmäßig überprüft. Die Vergütung der Mitglieder des Vorstands orientiert sich an der Größe und der globalen Ausrichtung des Unternehmens, seiner wirtschaftlichen Lage sowie an der üblichen Höhe und Struktur der Vorstandsvergütung bei vergleichbaren Unternehmen im In- und Ausland. Zusätzlich werden die Aufgaben und Leistungen des jeweiligen Vorstandsmitglieds und das Gehaltsgefüge innerhalb des Unternehmens berücksichtigt. Die Vergütung ist so bemessen, dass sie im nationalen und internationalen Vergleich wettbewerbsfähig ist und damit Anreize für eine engagierte und erfolgreiche Arbeit in einem dynamischen Umfeld bietet. Die Angemessenheit der Vergütung wird in der Regel alle zwei Jahre auf der Grundlage einer Analyse der Einkommen überprüft, die vergleichbare Unternehmen an Mitglieder ihrer Geschäftsführung zahlen. Derzeit findet eine Überprüfung des Vergütungssystems durch einen unabhängigen externen Vergütungsexperten statt.

Die Vorstandsvergütung setzte sich im Geschäftsjahr 2009 ausfolgenden Komponenten zusammen:

Fixe Vergütung. Diese besteht aus einem fest vereinbarten erfolgsunabhängigen Jahresgrundgehalt. Das Jahresgrundgehalt wird zum einen Teil in zwölf gleichen monatlichen Raten und zum anderen Teil als Einmalzahlung nach Ablauf des Geschäftsjahrs ausgezahlt (in der Tabelle unten als "Jährliche Einmalzahlung" ausgewiesen).
Erfolgsbezogene Vergütung. Diese besteht aus einem an die Gesamtkapitalrendite gekoppelten Jahresbonus. Die Gesamtkapitalrendite ist definiert als Geschäftsergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit), bereinigt um Sondereffekte, im Verhältnis zum eingesetzten Kapital. Dadurch wird sichergestellt, dass ein Bonus nur bei positivem Geschäftsverlauf verdient wird. Der Jahresbonus wird vom Aufsichtsrat in einem zweistufigen Verfahren festgelegt. Im ersten Schritt wird auf Grundlage der erzielten Gesamtkapitalrendite aus einer im Dienstvertrag vereinbarten Tabelle ein Zielbetrag des Bonus ermittelt. Danach beurteilt der Aufsichtsrat die persönliche Leistung der einzelnen Vorstandsmitglieder im abgelaufenen Geschäftsjahr und setzt den konkreten Bonusbetrag fest. Neben dem an die Gesamtkapitalrendite geknüpften Bonus sehen die Vorstandsverträge die Möglichkeit vor, für besondere Leistungen einen Sonderbonus zu gewähren.
Optionen auf Aktien der Infineon Technologies AG. Mitglieder des Vorstands können aus dem von der Hauptversammlung der Infineon Technologies AG am 16. Februar 2006 beschlossenen Aktienoptionsplan 2006 als variable Vergütungskomponente mit langfristiger Anreizwirkung und Risikocharakter Aktienoptionen (Bezugsrechte) erhalten. Jedes Optionsrecht gewährt das Recht zum Erwerb einer Aktie der Infineon Technologies AG zum Ausübungspreis. Die Bezugsrechte haben eine Laufzeit von sechs Jahren und können erstmals nach Ablauf einer Wartefrist von drei Jahren ausgeübt werden, sofern nicht bestimmte Sperrzeiten vorliegen. Über die Ausgabe von Bezugsrechten an Mitglieder des Vorstands entscheidet der Aufsichtsrat. Im Geschäftsjahr 2009 wurden an Mitglieder des Vorstands keine Aktienoptionen ausgegeben. Weitere Einzelheiten unseres Aktienoptionsplans 2006 sind im Anhang zum Konzernabschluss zum Geschäftsjahr 2009 aufgeführt (siehe Anhang Nr. 32) und im Volltext im Internet unter www.infineon.com einsehbar Da der Aktienoptionsplan 2006 am Ende des Geschäftsjahrs 2009 ausgelaufen ist, ist ein neuer Long Term Incentive Plan in Vorbereitung, der sich am langfristigen Unternehmenserfolg orientieren wird.

Vorstandsvergütung im Geschäftsjahr 2009

Die derzeit aktiven Mitglieder des Vorstands erhielten im Geschäftsjahr 2009 für ihre Tätigkeit eine Gesamtvergütung in Höhe von €3.605.108 (Vorjahr: €3.309.687' entsprechend der Vorstandszugehörigkeit im Geschäftsjahr). Die Gesamtvergütung für alle im Vorjahr aktiven Mitglieder des Vorstands betrug €4.920.006 und enthielt auch die Vergütung für die im Geschäftsjahr 2008 ausgeschiedenen Herren Fischl und Dr. Ziebart. Angesichts der wirtschaftlichen Situation haben die Mitglieder des Vorstands im Februar 2009 für das laufende Geschäftsjahr auf einen Teil ihres Fixgehalts verzichtet (der Vorstandssprecher auf 20 Prozent, die anderen Vorstandsmitglieder auf 10 Prozent). Die jährliche Einmalzahlung wurde entsprechend vermindert ausgezahlt. Erfolgsabhängige Boni wurden im Geschäftsjahr 2009 nicht gezahlt.

Die im Geschäftsjahr 2009 gewährte Gesamtvergütung setzt sich aus folgenden Bestandteilen zusammen (brutto, ohne gesetzliche Abzüge):

Erfolgsunabhängige Vergütung Grundgehalt(1)
Vorstand Geschäftsjahr Auszahlung in Monatsraten Jährliche Einmalzahlung Sonstiges(2) Gesamtbar-

vergütung
--- --- --- --- --- ---
Peter Bauer 2009 700.000 420.000 35.087 1.155.087
(Vorstandssprecher ab 1.6.2008) 2008 533.333 533.333 22.948 1.089.614
Prof. Dr. Hermann Eul 2009 450.000 360.000 13.590 823.590
2008 450.000 450.000 14.457 914.457
Dr. Reinhard Ploss 2009 350.000 280.000 10.616 640.616
2008 350.000 350.000 20.859 720.859
Dr. Marco Schröter 2009 500.000 400.000 85.815 985.815
(ab 1.4.2008) 2008 250.000 250.000 84.757 584.757
Gesamt 2009 2.000.000 1.460.000 145.108 3.605.108
2008 1.583.333 1.583.333 143.021 3.309.687

(1) Jeweils entsprechend der Vorstandszugehörigkeit im jeweiligen Geschäftsjahr

(2) In der Spalte "Sonstiges" aufgeführte Vergütungsbestandteile umfassen grundsätzlich geldwerte Vorteile aus der Bereitstellung von Dienstwagen und Zuschüsse zu Versicherungen sowie im Fall von Herrn Dr. Schröter Ersatz von Kosten für doppelte Haushaltsführung.

Aktienbasierte Vergütung

Im Geschäftsjahr 2009 wurden wie auch schon im Vorjahr an Mitglieder des Vorstands keine Aktienoptionen ausgegeben. Kein Vorstandsmitglied hat im Geschäftsjahr 2009 Aktienoptionen ausgeübt.

Zusagen an den Vorstand für den Fall einer Beendigung der Tätigkeit

Versorgungszusagen und Ruhegehälter im Geschäftsjahr 2009

Den derzeit aktiven Mitgliedern des Vorstands ist vertraglich ein Festbetrag zur Altersversorgung zugesagt worden, der sich bis zum Erreichen eines Maximalbetrags für jedes volle Geschäftsjahr der Zugehörigkeit zum Vorstand jährlich um €5.000 (im Fall von Herrn Bauer um €10.000) erhöht. Hierfür wurden nach IFRS im Geschäftsjahr 2009 für die derzeit aktiven Mitglieder des Vorstands insgesamt €786.292 den Pensionsrückstellungen (Vorjahr: €534.275) erfolgswirksam zugeführt. Endet ein Vorstandsmandat, beginnt der Ruhegehaltsanspruch im Regelfall frühestens mit Vollendung des 60. Lebensjahrs, das Ruhegehalt kann aber bei Ausscheiden aus medizinischen Gründen auch früher gezahlt werden. Abweichend hiervon hat Herr Bauer bei Nichterneuerung seiner Bestellung, sofern kein wichtiger Grund zum Widerruf gemäß § 84 Abs. 3 AktG vorlag, auch vor Vollendung des 60. Lebensjahrs einen Anspruch auf Ruhegehalt. In jedem Fall einer Ruhegehaltszahlung vor Vollendung des 60. Lebensjahrs müssen sich die Vorstandsmitglieder jedoch anderweitige Bezüge aus selbstständiger oder unselbstständiger Tätigkeit bis zu maximal der Hälfte des Ruhegehaltsanspruchs anrechnen lassen.

Die folgende Übersicht zeigt den jährlichen Ruhegehaltsanspruch der im Geschäftsjahr 2009 aktiven Vorstandsmitglieder bei Eintritt in den Ruhestand auf Basis der bisher erworbenen Ansprüche:

Vorstand Ruhegehaltsansprüche (Jahresbezug) bei Eintritt des Pensionsfalls

in €
Maximalbetrag

in €
Erfolgswirksame Zuführung Pensionsrückstellungen im Geschäftsjahr 2009

(nach IFRS in €)
Peter Bauer (Vorstandssprecher) 290.000 400.000 235.967
Prof. Dr. Hermann Eul 205.000 270.000 202.178
Dr. Reinhard Ploss 175.000 210.000 173.184
Dr. Marco Schröter 255.000 350.000 174.963
Gesamt 925.000 1.230.000 786.292

Im Dienstvertrag von Herrn Bauer ist darüber hinaus die Zahlung eines einmaligen Übergangsgelds für den Fall des Übertritts in den Ruhestand oder eines anderweitigen Ausscheidens aus der Gesellschaft vorgesehen. Das Übergangsgeld entspricht einem Jahreseinkommen, das sich aus den letzten zwölf Monatsgrundgehältern sowie einem Betrag in Höhe des Durchschnitts der für die letzten drei Geschäftsjahre vor Beendigung gezahlten Bonusbeträge zusammensetzt. Es besteht kein Anspruch auf Übergangsbezüge bei einer nicht durch die Gesellschaft veranlassten Kündigung durch das Vorstandsmitglied oder wenn für die Gesellschaft ein wichtiger Kündigungsgrund vorliegt.

Vorzeitige Beendigung des Anstellungsvertrags

Die Vorstandsverträge enthalten eine sogenannte Change-of-Control-Klausel: Ein Kontrollwechsel im Sinne dieser Klausel liegt vor, wenn ein Dritter einzeln oder gemeinsam mit einem anderen im Sinne von § 30 des Wertpapiererwerbs- und Übernahmegesetzes 30 Prozent der Stimmrechte an der Infineon Technologies AG hält. Bei einem Kontrollwechsel sind die Mitglieder des Vorstands berechtigt, innerhalb einer Frist von zwölf Monaten nach Bekanntwerden des Kontrollwechsels ihr Mandat niederzulegen und ihren Dienstvertrag zu kündigen, wenn ihnen die Ausübung ihres Mandats und die Erfüllung ihres Dienstvertrags unzumutbar geworden sind, z.B. auf Grund einer erheblichen Einschränkung ihres Aufgabenbereichs. In diesem Fall haben die Mitglieder des Vorstands Anspruch auf Fortzahlung des Jahreszieleinkommens bis zum Ende der vertraglich vereinbarten Laufzeit, mindestens jedoch für zwei Jahre. Dabei ist vom Jahreszieleinkommen im Jahr des Ausscheidens auszugehen und die variable Komponente unter Annahme einer Gesamtkapitalrendite von 6 Prozent zu berechnen. Im Fall einer Abberufung und Kündigung durch die Infineon Technologies AG innerhalb von zwölf Monaten nach Bekanntwerden eines Kontrollwechsels haben die Vorstandsmitglieder Anspruch auf Fortzahlung des Jahreszieleinkommens bis zum Ende der vertraglich vereinbarten Laufzeit, mindestens jedoch für drei Jahre. Der jeweilige Ruhegehaltsanspruch der Vorstandsmitglieder bleibt bestehen. Diese Rechte der Vorstandsmitglieder für den Fall eines Kontrollwechsels bestehen jedoch nur, soweit kein Fall der groben Pflichtverletzung vorliegt.

Im Dienstvertrag von Herrn Dr. Schröter ist außerdem die Zahlung eines Übergangsgeldes in Höhe von 30 Prozent seines Jahresgrundgehalts vorgesehen. Dieses Übergangsgeld wird bis zum Eintritt der Ruhegehaltszahlungen gezahlt, wenn Herr Dr. Schröter aus der Gesellschaft ausscheidet, ohne dass ein wichtiger Grund zum Widerruf seiner Bestellung gemäß § 84 Abs. 3 AktG oder ein Fall der Niederlegung des Vorstandsmandats vorlag. Bezüge aus anderweitiger selbstständiger oder unselbstständiger Tätigkeit werden auf das Übergangsgeld angerechnet.

Im Übrigen enthalten die Vorstandsverträge für den Fall einer vorzeitigen Beendigung des Dienstverhältnisses keine Abfindungszusage.

Nebenleistungen und sonstige Zusagen im Geschäftsjahr 2009

Neben den in der Spalte "Sonstiges" aufgeführten Vergütungsbestandteilen erhielten die Mitglieder des Vorstands keine Nebenleistungen.
Mitglieder des Vorstands erhalten vom Unternehmen keine Kredite.
Die Mitglieder des Vorstands haben im Geschäftsjahr 2009 keine Leistungen von Dritten erhalten, die im Hinblick auf die Tätigkeit als Vorstand zugesagt oder gewährt worden sind.
Die Gesellschaft unterhält eine Vermögensschaden-Haftpflicht-Gruppenversicherung für Organmitglieder des Infineon-Konzerns (sog. D&O-Versicherung). Die Versicherung deckt das persönliche Haftungsrisiko für den Fall ab, dass Vorstandsmitglieder bei der Ausübung ihrer Tätigkeit für Vermögensschäden in Anspruch genommen werden. Entsprechend der geltenden Regelung in den Vorstandsdienstverträgen wurde ein Selbstbehalt in Höhe von 25 Prozent des erfolgsunabhängigen Jahresgrundgehalts vorgesehen (Selbstbehalt im Sinne des § 93 Abs. 2 AktG in Verbindung mit § 23 Abs. 1 EGAktG).
Die Gesellschaft hat mit jedem Vorstandsmitglied eine Erstattungsvereinbarung abgeschlossen. Diese Vereinbarungen sehen vor, dass die Gesellschaft, soweit rechtlich zulässig, alle Kosten und Auslagen erstattet, die von dem jeweiligen Vorstandsmitglied im Zusammenhang mit gerichtlichen, behördlichen, regulatorischen oder parlamentarischen Verfahren und Untersuchungen sowie Schiedsverfahren, an denen das Vorstandsmitglied auf Grund seiner Vorstandstätigkeit für die Gesellschaft beteiligt ist, aufgewendet wurden. Eine Kostenerstattung ist aber insbesondere ausgeschlossen, soweit das Verfahren eine Handlung oder Unterlassung des Erstattungsberechtigten zum Gegenstand hat, mit welcher der Erstattungsberechtigte seine Sorgfaltspflichten als Vorstandsmitglied im Sinne von § 93 Abs. 2 AktG schuldhaft verletzt hat.

Gesamtbezüge der früheren Mitglieder des Vorstands im Geschäftsjahr 2009

An frühere Mitglieder des Vorstands wurden im Geschäftsjahr 2009 Gesamtbezüge (Abfindungen und Versorgungsleistungen) von €1.798.225 (Vorjahr: €916.896) ausbezahlt.

Die Pensionsrückstellungen für frühere Mitglieder des Vorstandes betragen zum 30. September 2009 insgesamt €27.034.008 (Vorjahr: €26.566.664).

Vergütung des Aufsichtsrats

Vergütungsstruktur

Die Vergütung des Aufsichtsrats ist in der Satzung der Gesellschaft festgelegt. Sie orientiert sich an der Größe des Unternehmens, an den Aufgaben und der Verantwortung der Aufsichtsratsmitglieder sowie an der wirtschaftlichen Lage und Performance der Gesellschaft. Die Vergütung des Aufsichtsrats ist in § 11 der Satzung geregelt und enthält zwei Komponenten:

eine feste jährliche Vergütung in Höhe von €25.000 sowie
einen variablen Anteil in Form von jährlich 1.500 Wertsteigerungsrechten, die zu den gleichen Bedingungen ausgegeben werden und ausgeübt werden dürfen, wie sie der im Geschäftsjahr der Ausgabe der Wertsteigerungsrechte für die Gesellschaft geltende, von der Hauptversammlung genehmigte Aktienoptionsplan 2006 vorsieht. Diese Wertsteigerungsrechte berechtigen jedoch nicht zum Bezug von Aktien, sondern allein zum Barausgleich. Grundzüge unseres Aktienoptionsplans 2006 sind im Anhang zum Konzernabschluss zum Geschäftsjahr 2009 aufgeführt (siehe Anhang Nr. 32) und im Volltext im Internet unterwww.infineon.com einsehbar

Bestimmte Funktionen innerhalb des Aufsichtsrats werden zusätzlich vergütet. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats erhält zusätzlich 100 Prozent der festen Vergütung, jeder Stellvertreter und jedes andere Mitglied eines Aufsichtsratsausschusses, mit Ausnahme des Nominierungsausschusses und des Vermittlungsausschusses, zusätzlich 50 Prozent der festen Vergütung.

Mitgliedern des Aufsichtsrats werden zudem sämtliche Auslagen, die im Zusammenhang mit der Ausübung des Mandats entstehen, sowie die auf ihre Vergütung entfallende Umsatzsteuer ersetzt, soweit sie diese gesondert in Rechnung stellen können und stellen.

Aufsichtsratsvergütung im Geschäftsjahr 2009

Im Geschäftsjahr 2009 haben die Mitglieder des Aufsichtsrats auf die Gewährung von Wertsteigerungsrechten verzichtet. Im Übrigen ist die Aufsichtsratsvergütung gegenüber dem Vorjahr unverändert geblieben. Die einzelnen Mitglieder des Aufsichtsrats erhielten für das Geschäftsjahr 2009 die folgende Bruttobarvergütung (hierin nicht enthalten ist die Umsatzsteuer in Höhe von 19 Prozent):

Aufsichtsratsmitglied Feste Vergütung

in €
Zusätzliche Vergütung für besondere Funktionen

in €
Gesamtvergütung

in €
Max Dietrich Kley 25.000 25.000 50.000
Wigand Cramer 25.000 8.333(1) 33.333
Alfred Eibl 25.000 12.500 37.500
Prof. Johannes Feldmayer 10.417(2) - 10.417
Peter Gruber 16.667(1) - 16.667
Jakob Hauser 8.333(3) 4.167(3) 12.500
Gerhard Hobbach 25.000 8.333(1) 33.333
Prof. Dr. Renate Köcher 25.000 - 25.000
Dr. Siegfried Luther 25.000 12.500 37.500
Michael Ruth 8.333(3) - 8.333
Manfred Puffer 4.167(5) - 4.167
Gerd Schmidt 25.000 12.500 37.500
Prof. Dr. Doris Schmitt-Landsiedel 25.000 12.500 37.500
Horst Schuler 16.667(1) - 16.667
Kerstin Schulzendorf 25.000 - 25.000
Dr. Eckart Sünner 25.000 - 25.000
Alexander Trüby 25.000 4.167(3) 29.167
Arnaud de Weert 16.667(6) 8.333(1) 25.000
Prof. Dr. Martin Winterkorn 8.333(4) 4.167(4) 12.500
Prof. Dr.-Ing. Klaus Wucherer 25.000 12.500 37.500
Gesamt 389.584 125.000 514.584

(1) Zeitanteilig ab Bestellung zum 12.2.2009.

(2) Zeitanteilig bis Austritt am 18.2.2009.

(3) Zeitanteilig bis Austritt am 12.2.2009.

(4) Zeitanteilig bis Austritt am 31.1.2009.

(5) Zeitanteilig ab Bestellung zum 30.7.2009.

(6) Zeitanteilig ab Bestellung zum 1.2.2009.

Sonstiges (Geschäftsjahr 2009)

Mitglieder des Aufsichtsrats erhalten vom Unternehmen keine Kredite.
Die Gesellschaft unterhält eine Vermögensschaden-Haftpflicht-Gruppenversicherung für Organmitglieder des Infineon-Konzerns. Die Versicherung deckt das persönliche Haftungsrisiko für den Fall ab, dass Aufsichtsratsmitglieder bei der Ausübung ihrer Tätigkeit für Vermögensschäden in Anspruch genommen werden. Es wurde ein angemessener Selbstbehalt vereinbart.

Risikobericht

Vorbemerkung

Das Halbleitergeschäft ist wie kaum ein anderes Geschäft in sehr hohem Maße durch den regelmäßigen Wechsel von Perioden des Marktwachstums mit Perioden erheblicher Marktrückgänge gekennzeichnet. Marktrückgänge sind insbesondere geprägt durch Überkapazitäten, steigende Auftragsstornierungen sowie überdurchschnittlich sinkende Preise und rückläufige Umsatzerlöse. Begleitet wird diese Risikolage durch den hohen Investitionsbedarf zur Erreichung und Absicherung der Marktführerschaft sowie durch den außerordentlich schnellen technologischen Wandel. In diesem Umfeld wollen wir die in unserem Geschäft auftretenden Risiken reduzieren und die Chancen bestmöglich nutzen. Effektives Risiko- und Chancenmanagement ist deshalb einer unserer wichtigen Erfolgsfaktoren. Es ist Bestandteil unserer Geschäftstätigkeit und unterstützt unser Ziel um nachhaltiges profitables Wachstum.

Risiko- und Chancenmanagementsystem: Etablierter Prozess im Rahmen des Planungszyklus

Das unternehmensweite Risiko- und Chancenmanagementsystem (RMS) basiert auf einer Risikopolitik, die ein Risiko als negative Abweichung von der Geschäftsplanung definiert und weit über das Erkennen von den Fortbestand des Unternehmens gefährdenden Entwicklungen hinausgeht. Ein wesentliches Element des RMS ist der aus den Komponenten Risikoidentifikation, Risikoanalyse, Risikosteuerung und Risikoüberwachung bestehende Prozess. Die systematische Umsetzung dieses Risikomanagementprozesses verbessert unsere Planungsgenauigkeit, erhöht die Transparenz von Entscheidungen unter unsicheren Randbedingungen und fördert unser allgemeines Risikobewusstsein.

Die Risikomanagementorganisation besteht aus dem zentralen Risikomanagement, das dem Finanzvorstand zugeordnet ist, und aus sogenannten Risikobeauftragen, die in den verschiedenen Bereichen des Unternehmens für die Umsetzung des Risikomanagementprozesses verantwortlich sind. Eine wesentliche Aufgabe der Risikobeauftragten ist die Erfassung, Bewertung und Dokumentation wesentlicher Risiken und Chancen. Sie bilden die Schnittstelle zum zentralen Risikomanagement, das hauptsächlich für den Prozess und die damit verbundenen Methoden bei dessen Umsetzung sowie für die Risiko- und Chancendarstellung auf Konzernebene verantwortlich zeichnet.

Der alle Bereiche umfassende Ansatz zur Risikoberichterstattung nutzt einen Risiko- und Chancenkatalog, der einmal jährlich auf Vollständigkeit überprüft wird und dessen Inhalte ihrer Bedeutung nach bewertet werden. Die quartalsweise Analyse von Risiken und Chancen wird auf Grundlage einer Einschätzung der Eintrittswahrscheinlichkeit und des Einflusses auf das Konzernergebnis (,,net income") vorgenommen. Des Weiteren werden Maßnahmen zur Risikoreduktion festgehalten und der aktuelle Umsetzungsgrad dokumentiert. Für die quartalsweise Berichterstattung wurden Schwellenwerte definiert, die eine Meldung von wesentlichen Risiken bzw. Chancen obligatorisch vorschreiben. Darüber hinaus werden Risiken und Chancen auch unter dem Quartal berichtet, wenn die Auswirkungen auf das Konzernergebnis die sogenannte Ad-Hoc Meldeschwelle übersteigen.

Die zusammengefassten Berichte der Unternehmensbereiche werden vom zentralen Risikomanagement analysiert und unter Einbeziehung von Wechselwirkungen zu einem unternehmensweiten Risiko- und Chancenbericht verdichtet. Dieser Bericht enthält eine Darstellung aller für unser Unternehmen wesentlichen Risiken und Chancen. Er wird quartalsweise erstellt und dem Vorstand vorgelegt.

Die systematische Weiterentwicklung unseres Risiko- und Chancenmanagementsystems trägt maßgeblich zur weiteren Festigung und zum gezielten Ausbau unserer unternehmensweiten Risiko- und Chancenkultur bei. Diese wird auch unterstützt durch unsere Risiko/Chancen-Foren, die vorrangig als Diskussionsbasis und Informationsplattform der Risikobeauftragten dienen und so die Risikokultur weiter stärken.

Das Risiko- und Chancenmanagementsystem ist umfassend in unserem Intranet dokumentiert und damit für unsere Mitarbeiter weltweit zugänglich. Es wird regelmäßig formalen und inhaltlichen Prüfungen unterzogen. Diese Überprüfungen werden von der internen Revision vorgenommen.

Unser Risikomanagementsystem wird vom Abschlussprüfer im Rahmen der Jahresabschlussprüfung geprüft. Der Abschlussprüfer hat festgestellt, dass der Vorstand die nach § 91 Abs. 2 AktG geforderten Maßnahmen, insbesondere zur Einrichtung eines Überwachungssystems, in geeigneter Weise getroffen hat und dass dieses geeignet ist, Entwicklungen, die den Fortbestand der Gesellschaft gefährden, frühzeitig zu erkennen.

Folgende Risikokategorien stehen im Fokus:

Branchen- und Marktrisiken: Risiko-Handhabung in volatilen Industrien und Märkten

Der weltweite Halbleitermarkt ist extremen Schwankungen ausgesetzt. So besteht auch in den von uns adressierten Märkten das Risiko von kurzfristigen Marktschwankungen.

In unseren Segmenten bestehen Risiken bei der Absatzmenge, durch erheblichen Preisdruck und daraus resultierenden weiteren Risiken.

Der schnelle technologische Wandel kann zusätzlich z.B. bei Verzögerungen in einzelnen Projekten zu einer erheblichen Beeinträchtigung des Geschäftsvolumens bis hin zum Verlust von Kundenbeziehungen führen.

Einige unserer Produkte werden nur von bestimmten Kunden erworben. Damit erhöht sich die Abhängigkeit vom Geschäftserfolg dieser Kunden in ihren Märkten. Wir versuchen in solchen Fällen unsere Kundenbasis konsequent zu verbreitern und haben mit dieser Strategie in der Vergangenheit bereits nachweisbare Erfolge durch neue Kunden und ,,Design Wins" erzielt.

Als weltweit agierendes Unternehmen sind wir darüber hinaus stark von der konjunkturellen Entwicklung der Weltwirtschaft abhängig. Insbesondere kann die weltweite Abschwächung des Automobilmarkts dazu führen, dass unsere geplanten Umsätze sich nicht wie erwartet entwickeln. Darüber hinaus könnten durch Veränderungen in einigen Teilen der Welt, in denen wir aktiv sind, Risiken entstehen. Die breite Diversifikation innerhalb unseres Produktportfolios und eine Streuung der Entwicklungs- und Fertigungsaktivitäten sind jedoch ein wirksames Mittel gegen die Auswirkungen solcher regionaler Krisen.

Qimonda: Signifikante Risiken in Bezug auf die Qimonda-Insolvenz

Auf Grund der Eröffnung des Insolvenzverfahrens von Qimonda sind wir potenziellen Verbindlichkeiten aus dem Qimondageschäft ausgesetzt. Solche potenziellen Verbindlichkeiten betreffen unter anderem anhängige kartell- und wertpapierrechtliche Verfahren, auf Grund unserer ehemaligen Beteiligung an Qimonda Dresden, die eventuelle Rückzahlung öffentlicher Fördermittel, mitarbeiterbezogene Eventualverbindlichkeiten sowie durch ehemalige Mitarbeiter von Qimonda erhobene Klagen und andere arbeitsrechtliche Eventualverpflichtungen

Wir können außerdem insolvenzrechtlichen Ansprüchen des Insolvenzverwalters ausgesetzt sein, die dazu führen könnten, dass wir bestimmte Beträge, die wir von Qimonda für Dienstleistungen und Lieferungen innerhalb des Konzerns und innerhalb einer bestimmten Zeitspanne vor der Eröffnung des Insolvenzverfahrens erhalten hatten, zurückzahlen müssen. Abhängig von zukünftigen Entwicklungen der Tätigkeit von Qimonda in Portugal könnten mögliche Ansprüche gegen uns im Zusammenhang mit öffentlichen Fördermitteln, die Qimonda Portugal S.A. vor der Ausgliederung erhalten hat, geltend gemacht werden. Die Insolvenz von Qimonda könnte uns anderen Ansprüchen aussetzen, die aus Verträgen, Angeboten, nicht abgeschlossenen Transaktionen, fortbestehenden Verpflichtungen, Risiken, Pfandrechten und anderen Verpflichtungen resultieren, die im Zusammenhang mit der Ausgliederung des Qimondageschäfts auf Qimonda übertragen wurden, da zu erwarten ist, dass Qimonda nicht in der Lage sein wird, seiner Verpflichtung zu unserer Freistellung von solchen gegen uns gerichteten Ansprüchen nachzukommen.

Außerdem besteht das Risiko, dass wir Nutzungsrechte an geistigem Eigentum verlieren könnten, die uns gemäß dem Einbringungsvertrag an geistigem Eigentum von Qimonda zustehen, da der Insolvenzverwalter für diese Vereinbarung das Wahlrecht der Nichterfüllung geltend gemacht hat. Wir analysieren derzeit den Umfang des möglicherweise betroffenen geistigen Eigentums. Zum jetzigen Zeitpunkt kann keine verlässliche Schätzung über daraus möglicherweise resultierende Kosten abgegeben werden

Wir haben insgesamt Verbindlichkeiten von €21 Millionen und Rückstellungen von €163 Millionen zum 30. September 2009 erfasst. Die erfassten Rückstellungen umfassen nur solche, von denen wir annehmen, dass sie wahrscheinlich eintreten können, und die mit hinreichender Genauigkeit zum jetzigen Zeitpunkt eingeschätzt werden können. Es gibt keine Sicherheit, dass diese Rückstellungen ausreichen, um allen Verpflichtungen nachzukommen, die im Zusammenhang mit diesen Angelegenheiten entstehen könnten.

Schließlich gibt es keine Sicherheit, dass der Insolvenzverwalter oder andere Gläubiger von Qimonda nicht versuchen werden, mittels behaupteter Ansprüche, die wir nicht vorhersehen können, Geld von uns zu verlangen. Selbst wenn ein Gericht solche Ansprüche ablehnt oder in andere Weise gegen solche Ansprüche entscheidet, können uns die Verteidigung gegen die Ansprüche erhebliche Zeit, Geld und Aufmerksamkeit des Managements kosten.

Altis: Ein Verkauf oder eine Schließung der ALTIS-Produktionsstätte könnte dazu führen, dass wir zusätzliche wesentliche Kosten aufwenden müssen.

Wir und unser Joint Venture Partner IBM sind derzeit in Verhandlungen mit strategischen und Finanzierungspartnern bezüglich der Veräußerung unserer Anteile an ALTIS, ein Produktions-Joint-Venture in Frankreich. Der Ausgang der Verhandlungen kann mit dem jetzigen Stand nicht vorhergesagt werden. Falls es zu keinem Vertrag mit potenziellen Investoren kommen sollte, werden wir alle Optionen erneut prüfen müssen. Alle denkbaren Szenarien könnten für Infineon zusätzliche wesentliche Kosten bedeuten. Bei einem Verkauf hätten wir unter anderem Aufwendungen zu tragen, die aus einem möglicherweise abzuschließenden Wafer Lieferungsvertrag resultieren, der zwischen den Joint Venture Partnern und dem potenziellen Käufer vereinbart werden würde. Im Falle der Schließung könnten wir und IBM wesentliche Aufwendungen im Zusammenhang mit der Schließung haben. Ein genauer Betrag dieser Aufwendungen kann noch nicht verlässlich ermittelt werden. Jedoch könnten solche Aufwendungen eine wesentliche negative Auswirkung auf unsere Ertrags- und Finanzlage haben.

Management Risiken: Risiken insbesondere verbunden mit möglichen Akquisitionen und Kooperationsvereinbarungen

Um unser bestehendes Geschäft zu entwickeln oder auch weiter auszubauen, könnten wir weitere Akquisitionen vornehmen oder andere Formen der Partnerschaft mit externen Unternehmen eingehen. Es besteht prinzipiell das Risiko, dass diese Transaktionen, insbesondere in Bezug auf die Integration in bestehende operative Strukturen, nicht erfolgreich sind.

Operative Risiken: Fertigung hat entscheidenden Einfluss auf wirtschaftlichen Erfolg

Ein für Halbleiterunternehmen mit eigener Produktion geschäftstypisches Risiko ist das Risiko von Verzögerungen beim Hochlauf neuer Technologien beziehungsweise von zu geringen Ausbeuten oder erheblichen Ausbeuteschwankungen. Diesem Risiko versuchen wir mit einem kontinuierlich verbesserten Projektmanagement und entsprechend enger Beobachtung der betroffenen Geschäftsprozesse zu begegnen.

Kostenrisiken durch Auslastungsschwankungen oder potenzielle Fertigungsunterbrechungen, verbunden mit korrespondierenden Leerstandskosten, in den Fertigungsstätten versuchen wir durch gezielte Flexibilisierung der Fertigung hinsichtlich Technologie und Produkten zu minimieren.

Wir sind auf Grund unserer Abhängigkeit von verschiedenen in der Produktion verwendeten Materialien Preisrisiken ausgesetzt. Wir versuchen, diese Risiken durch unsere Einkaufsstrategien und durch den Einsatz geeigneter Methoden wie stetiger Produkt- und Kostenanalysen (,,Best Cost Country Sourcing" und ,,Focus-on-Value") zu minimieren. Diese Programme beinhalten funktionsübergreifende Expertenteams zur Standardisierung der Einkaufsprozesse für Material und Equipment.

Wir arbeiten mit einer Vielzahl von Lieferanten zusammen, die uns mit Materialien, Dienstleistungen oder durch Übernahme bestimmter Unteraufträge unterstützen, für die nicht immer mehrere Alternativen bestehen. Wir sind damit zum Teil von der rechtzeitigen und qualitativen Art dieser Zulieferungen abhängig.

Gegen Qualitätsrisiken setzen wir spezifische Qualitätsmanagementstrategien wie ,,Zero Defect" und,,Six Sigma" zur Vorbeugung, Problemlösung und kontinuierlichen Verbesserung aller unserer Geschäftsprozesse ein. Das unternehmensweit gültige Qualitätsmanagementsystem ist seit Jahren nach den Normen ISO9001 beziehungsweise ISO/TS16949 zertifiziert und bezieht auch die Entwicklung unserer Lieferanten mit ein.

Finanzrisiken: Hoher Finanzbedarf

Da wir eigene Fertigungsstätten betreiben, müssen erhebliche Kapitalbeträge für den Bau, die Erweiterung, die Modernisierung und die Instandhaltung dieser Anlagen eingesetzt werden. Darüber hinaus müssen erhebliche finanzielle Mittel für F&E aufgewendet werden. Der Finanzmittelbedarf soll aus Mittelzuflüssen aus laufender Geschäftstätigkeit, durch Inanspruchnahme von Kreditlinien, staatlichen Zulagen und Zuschüssen und, abhängig von den Marktbedingungen, durch die Aufnahme von Fremdkapital am öffentlichen Kapitalmarkt oder durch Ausgabe von eigenkapitalbezogenen Instrumenten gedeckt werden.

Im Zusammenhang mit bestimmten Investitionsprojekten haben wir auch staatliche Zulagen und Zuschüsse beantragt, können jedoch nicht garantieren, dass die Mittel rechtzeitig oder überhaupt genehmigt werden. Kooperationsmöglichkeiten im Rahmen von F&E und der Fertigung werden weiterhin aktiv genutzt, um den Finanzierungsbedarf zu reduzieren.

Unsere Zinsrisikopositionen resultieren hauptsächlich aus Geldanlageinstrumenten und Finanzverbindlichkeiten, die aus Wertpapieremissionen und Kreditaufnahmen resultieren. Vor dem Hintergrund der hohen Volatilität unseres Geschäfts und der angestrebten operativen Flexibilität halten wir einen vergleichsweise hohen Kassenbestand, den wir hauptsächlich in Instrumente mit kurzer Zinsbindungsdauer anlegen. Das damit einhergehende Zinsrisiko wird in gewissem Umfang durch Finanzverbindlichkeiten kompensiert, die zu einem Teil variabel verzinslich sind. Zur Reduzierung des verbleibenden Netto-Zinsänderungsrisikos nutzen wir Zinsderivate, um die aktivische und passivische Zinsbindungsdauer einander anzunähern.

Die internationale Ausrichtung unserer Geschäftstätigkeit bringt eine Vielzahl von nicht eurobasierten Zahlungsströmen in unterschiedlichen Währungen, vor allem in US-Dollar, mit sich. Deshalb entsteht ein großer Anteil unserer Umsatzerlöse, Fertigungs-, Vertriebs-, Verwaltungs- sowie F&E-Kosten vorwiegend in US- Dollar. Wechselkursschwankungen gegenüber dem Euro können einen negativen Effekt auf Umsatzerlöse, Kosten und Ergebnis haben.

Unsere Geschäftspolitik zur Begrenzung von kurzfristigen Fremdwährungsrisiken ist es, mindestens 75 Prozent des erwarteten Netto-Cash-Flows über einen Zeitraum von zwei Monaten, mindestens 50 Prozent des erwarteten Netto-Cash-Flows im dritten Monat und je nach Art des Grundgeschäfts für einen bedeutenden Anteil auch darüber hinaus zu sichern. Ein Teil des Fremdwährungsrisikos bleibt auf Grund des Unterschieds zwischen tatsächlichen und erwarteten Beträgen bestehen. Wir berechnen dieses Nettorisiko auf Basis des Kapitalflusses unter Berücksichtigung von eingegangenen oder vergebenen Aufträgen und von allen anderen geplanten Einnahmen und Ausgaben.

Unsere operativen Ergebnisse haben sich in der Vergangenheit über die verschiedenen Quartale hinweg stark verändert. Diese hohe Volatilität wird wahrscheinlich auch in Zukunft wegen einer Reihe von Faktoren zu beobachten sein, die wir nicht vollständig unter unserer Kontrolle haben. Wenn unsere operativen Ergebnisse nicht den Erwartungen der Finanzanalysten und Investoren entsprechen, könnte der Wert der Infineon-Aktie sinken.

Informationstechnische Risiken: Ansteigende Abhängigkeit von IT-Systemen in allen Prozessen

Wie für andere globale Unternehmen sind auch für uns die Zuverlässigkeit und Sicherheit der Informationstechnologie von großer Bedeutung. Dies gilt in zunehmendem Maße sowohl für den Einsatz informationstechnologischer Systeme zur Unterstützung unserer Geschäftsprozesse als, auch für die Unterstützung der internen und externen Kommunikation.

Trotz aller technischen Vorsichtsmaßnahmen kann jede gravierende Störung dieser Systeme zu einem Datenverlust und/oder zu einer Beeinträchtigung der Produktion oder Störung von Geschäftsprozessen führen.

Deshalb sind alle kritischen IT-Systeme auf Servern hoher Verfügbarkeit untergebracht. Diese mit Redundanzen in verschiedenen Datenzentren ausgestatteten Systeme minimieren bzw. eliminieren die Konsequenzen von Hardware-Störungen. Redundante Netzwerkverbindungen unterschiedlicher Lieferanten reduzieren bzw. eliminieren des Weiteren das Risiko eines Verbindungsausfalls zwischen unseren Standorten. Eine ständige automatisierte Überwachung der IT-Infrastruktur ermöglicht uns ein rasches Eingreifen im Falle von unvorhersehbaren Störfällen.

Besondere Vorkehrungen wurden zudem zur Abwehr von Virusangriffen getroffen, insbesondere in Bezug auf IT-Systeme, die in unseren Fertigungen verwendet werden.

Besonders wichtig ist uns der Schutz von vertraulichen Informationen. Aus diesem Grund werden streng vertrauliche Informationen vor einer Übermittlung oder Speicherung mit einer aufwendigen Verschlüsselung versehen. Außerordentlich sensible Daten werden nur in vollkommen isolierten Netzwerken gehalten.

Personalrisiken: Nachfrage nach qualifizierten Mitarbeitern

Ein wichtiger Baustein unseres Unternehmenserfolgs ist es, jederzeit über die benötigte Anzahl qualifizierter Mitarbeiter zu verfügen. Es besteht aber generell das Risiko, qualifizierte Mitarbeiter zu verlieren. Es ist deshalb wichtig, Mitarbeiter durch attraktive Arbeitsbedingungen für unser Unternehmen zu gewinnen und durch motivierende Führung im Unternehmen zu halten.

Unsere Instrumente zur Personalentwicklung und -qualifizierung unterstützen die Sicherung unseres aktuellen und zukünftigen Personalbedarfs. Durch spezifische und zeitnahe Trainingsprogramme werden die erforderlichen fachlichen und persönlichen Kompetenzen entwickelt.

Rechtliche Risiken: Hohe mögliche Kosten durch Abwehr von Rechtsklagen

Wie bei vielen Unternehmen in der Halbleiterbranche wird auch uns gegenüber behauptet, das Unternehmen habe gewerbliche Schutzrechte verletzt, fehlerhafte Produkte geliefert oder gesetzliche Pflichten verletzt. Ungeachtet der Erfolgsaussichten derartiger Ansprüche, können uns im Zusammenhang mit der Abwehr derartiger Ansprüche hohe Kosten entstehen. Wir wehren uns in solchen Angelegenheiten energisch mit Unterstützung interner und externer Experten. Weitere Informationen sind dem Anhang zum Konzernabschluss, ,,Rechtsangelegenheiten und Ermittlungen", zu entnehmen.

Im Patentbereich profitieren wir vom Schutz durch mehrere Verträge mit wichtigen Wettbewerbern. Wir streben an, diesen Schutz durch Verhandlungen mit führenden Wettbewerbern, mit denen noch keine patentrechtlichen Vertragsbeziehungen bestehen, weiter auszudehnen und somit Risiken zu minimieren.

Steuerliche, wettbewerbs- und börsenrechtliche Regelungen können ebenfalls Unternehmensrisiken beinhalten. Wir lassen uns deshalb umfassend von internen und externen Fachleuten beraten.

Unsere weltweite Strategie sieht vor, dass wir aus den unterschiedlichsten Gründen F&E- und Fertigungsstandorte über den ganzen Globus verteilt unterhalten. Dies können Marktzugangs- oder auch Technologie- sowie Kostengründe sein. Es können daher Risiken entstehen, die sich daraus ergeben, dass wirtschaftliche und geopolitische Krisen Auswirkungen auf regionale Märkte haben, länderspezifische Gesetze und Regelungen den Investitionsrahmen und die Möglichkeiten, freien Handel zu betreiben, beeinflussen und dass unterschiedliche Praktiken bei der Auslegung von steuerlichen, juristischen oder administrativen Regeln die Ausübung unternehmerischer Tätigkeiten einschränken. Diese Risiken könnten unsere Geschäftstätigkeit in diesen Ländern einengen.

Wir schützen uns mit Versicherungen gegen Auswirkungen von Haftungsrisiken oder Schadensfällen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage.

Gesamtaussage zur Risikosituation des Konzerns

Risiken, die den Fortbestand des Unternehmens gefährden können, sind uns derzeit nicht bekannt.

Ergänzende Beschreibungen der Risiken können dem beiliegenden Anhang zum Konzernabschluss und dem bei der U.S. Securities and Exchange Commission eingereichten ,,Annual Report on Form 20-F" entnommen werden.

Infineon Technologies AG

Die Infineon Technologies AG ist die Führungsgesellschaft des Infineon-Konzerns und führt die entsprechenden Leitungs- und Zentralfunktionen aus. Die Infineon Technologies AG übernimmt wesentliche übergreifende Aufgaben, wie das konzernweite Finanz- und Rechnungswesen, das Personalwesen, strategische und produktionsorientierte F&E-Aktivitäten sowie die weltweite Unternehmens- und Marketingkommunikation, und steuert die logistischen Prozesse im Konzern. Die Infineon Technologies AG verfügt über eigene Fertigungen in Regensburg und Warstein. Da die Infineon Technologies AG den größten Teil der Transaktionen mit derivativen Finanzinstrumenten für den Infineon-Konzern abwickelt, gelten die Ausführungen zu Art und Umfang der Transaktionen mit derivativen Finanzinstrumenten sowie zu den abgesicherten Risiken analog auch für die Infineon Technologies AG.

Die Chancen und Risiken sowie die zukünftige Entwicklung der Infineon Technologies AG entsprechen im Wesentlichen den Chancen und Risiken sowie der zukünftigen Entwicklung des Infineon Konzerns, wie im Risiko- und Prognosebericht dargelegt.

Die Infineon Technologies AG stellt ihren Einzelabschluss nach den Regeln des deutschen Handelsgesetzbuches (,,HGB") auf. Der vollständige Abschluss wird separat veröffentlicht.

Geschäftsjahre zum 30. September
Gewinn-und-Verlust-Rechnung(1) (Kurzfassung) 2007 2008 2009
--- --- --- ---
€ in Millionen
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Umsatz 5.003 5.365 4.115
Umsatzkosten (4.231) (4.425) (3.747)
Bruttoergebnis 772 940 368
Aufwendungen für übrige Funktionsbereiche (986) (983) (850)
Beteiligungsergebnis, Saldo (174) (2.555) 47
Übrige Aufwendungen, Saldo (77) (142) (230)
Ergebnis vor Ertragsteuer (465) (2.740) (665)
Ertragsteuer (6) - (1)
Ergebnis vor außerordentlichem Aufwand (471) (2.740) (666)
Außerordentlicher Aufwand (34) - -
Jahresfehlbetrag (505) (2.740) (666)
Verlustvortrag aus Vorjahr (2.103) (2.608) (5.348)
Bilanzverlust (2.608) (5.348) (6.014)

(1) Erstellt nach HGB.

Der Jahresfehlbetrag der Infineon Technologies AG für das Geschäftsjahr 2009 ist im Wesentlichen durch die deutlich gesunkene Nachfrage im Zuge der allgemeinen wirtschaftlichen Abschwächung verursacht. Darüber hinaus beinhaltet der Jahresfehlbetrag Aufwendungen aus der Insolvenz von Qimonda und Qimonda Dresden.

Der Jahresfehlbetrag der Infineon Technologies AG für das Geschäftsjahr 2008 war im Wesentlichen durch das negative Beteiligungsergebnis, welches vor allem eine Teilwertabschreibung der Beteiligung an der Infineon Technologies Holding B.V., Rotterdam, Niederlande (€1.613 Millionen) und der Qimonda AG, München (€1.021 Millionen) beinhaltet, verursachte. Darüber hinaus beinhaltete der Jahresfehlbetrag für das Geschäftsjahr 2008 Aufwendungen für Restrukturierungsmaßnahmen (€172 Millionen).

Im dritten Quartal des Geschäftsjahrs 2008 hat die Infineon Technologies AG das Kostensenkungsprogramm IFX10+ gestartet. Im IFX10+ Kostensenkungsprogramm wurden Maßnahmen in den Bereichen Produkt-Portfoliomanagement, Reduzierung der Herstellkosten und Optimierung der Wertschöpfungskette, Verbesserung der Effizienz von Prozessen, Reorganisation der Unternehmensstruktur sowie Personalabbau beschlossen. Der Rückgang der Gesamtkosten im Geschäftsjahr 2009 ist im Wesentlichen auf im Rahmen des IFX10+ Kostensenkungsprogramms durchgeführte Maßnahmen zur Kostenreduzierung zurückzuführen.

Geschäftsjahre zum 30. September
Bilanzen(1) (Kurzfassung) 2008 2009
--- --- ---
€ in Millionen
--- --- ---
Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände 887 747
Finanzanlagen 3.873 3.389
Anlagevermögen 4.760 4.136
Vorräte 405 306
Forderungen und Sonstiges 985 870
Zahlungsmittel, Wertpapiere 722 1.280
Umlaufvermögen 2.112 2.456
Summe Aktiva 6.872 6.592
Eigenkapital 3.113 3.207
Rückstellungen 645 847
Verbindlichkeiten und Sonstiges 3.114 2.538
Summe Passiva 6.872 6.592

(1) Erstellt nach HGB.

Die Vermögenslage der Infineon Technologies AG ist bei den Aktiva im Wesentlichen durch die Zunahme der Zahlungsmittel und Wertpapiere und bei den Passiva durch die Zunahme des Eigenkapitals geprägt. Ursächlich für diese Entwicklung sind die im Geschäftsjahr 2009 erfolgten Kapitalerhöhungen. Gegenläufig wirkte sich im Eigenkapital der Jahresfehlbetrag für das Geschäftsjahr 2009 von €666 Millionen aus.

Der Anstieg der Rückstellungen (€202 Millionen) ist im Wesentlichen durch die Insolvenz der Qimonda AG, München, verursacht.

Die Finanzanlagen haben sich um €484 Millionen im Geschäftsjahr 2009 verringert. Die Veränderung ergibt sich im Wesentlichen aus einer Kapitalrückzahlung der SensoNor AS, Horten, Norwegen (€536 Millionen).

Die Verbindlichkeiten und Rechnungsabgrenzungsposten haben sich im Geschäftsjahr 2009 um €576 Millionen verringert. Dies ist im Wesentlichen auf den Rückgang der Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen um €472 Millionen zurückzuführen.

Die Eigenkapitalquote beträgt 49 Prozent (Vorjahr: 45 Prozent).

Dividende

Nach dem deutschen Aktiengesetz richtet sich der Betrag, der zur Dividendenzahlung an die Aktionäre zur Verfügung steht, nach dem Bilanzgewinn der Muttergesellschaft, der nach den Vorschriften des HGB ermittelt wird. Alle Dividendenzahlungen müssen von der Hauptversammlung beschlossen werden.

Der Jahresabschluss der Muttergesellschaft Infineon Technologies AG wies in den Geschäftsjahren 2007 und 2008 einen Bilanzverlust aus und somit konnte für die Geschäftsjahre 2007 und 2008 keine Dividende ausgeschüttet werden. Ebenso kann für das Geschäftsjahr 2009 keine Dividende ausgeschüttet werden, da der Jahresabschluss der Muttergesellschaft Infineon Technologies AG für das abgelaufene Geschäftsjahr 2009 einen Bilanzverlust ausweist.

Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Der Verkauf des Geschäfts mit drahtgebundener Kommunikation (Wireline Communications) an Lantiq wurde am 6. November 2009 vollzogen. Der endgültige Verkaufspreis beträgt ungefähr €243 Millionen und unterliegt üblichen Anpassungen aus dem Kaufvertrag. Bei Abschluss haben wir €223 Millionen erhalten. Der verbleibende Teil des Kaufpreises von bis zu €20 Millionen wird im vierten Quartal des Geschäftsjahrs 2010 fällig.

Prognosebericht

Entwicklung der Branche und Ausblick

Im Herbst 2008 begann für die Weltwirtschaft die bisher stärkste Rezession der vergangenen 60 Jahre, die beträchtliche Auswirkungen auf den weltweiten Halbleitermarkt hatte. Durch umfangreiche geldpolitische und finanzwirtschaftliche Maßnahmen der etablierten und aufstrebenden Volkswirtschaften konnte die Nachfrage jedoch gestützt und ein drohender Zusammenbruch der globalen Finanzsysteme abgeschwächt werden. Im Sommer 2009 begannen verschiedene asiatische Länder erstmals wieder zu wachsen, die Situation in anderen Ländern stabilisierte sich oder erholte sich leicht. Allerdings gehen Experten davon aus, dass sich die Erholung nur langsam vollziehen wird (Internationaler Währungsfonds, Oktober 2009).

Eine Rückkehr zum Wachstum in der globalen Wirtschaft sollte sich positiv auf den weltweiten Halbleitermarkt auswirken. Nachdem Analysten für das Kalenderjahr 2009 einen Marktrückgang im niedrigen zweistelligen Bereich erwarten, antizipieren sie für das Kalenderjahr 2010 ein Wachstum des globalen Halbleitermarkts. WSTS beispielsweise prognostizierte im November 2009 ein Marktwachstum von insgesamt 12,2 Prozent (auf US-Dollar-Basis) für das Kalenderjahr 2010 (WSTS-Prognose im Frühjahr 2009: 7,3 Prozent Wachstum). Für das Kalenderjahr 2009 erwartete WSTS im November 2009 einen Rückgang der weltweiten Halbleiterumsätze von 11,5 Prozent, während im Frühjahr noch von einem Rückgang von 21,6 Prozent ausgegangen wurde. Für das Kalenderjahr 2011 prognostiziert WSTS derzeit ein Wachstum der weltweiten Halbleiterumsätze von 9,3 Prozent.

Ausblick

Wichtige Annahmen der Planung

Bei der Erstellung dieses Prognoseberichts haben wir einige wichtige zentrale Annahmen zugrunde gelegt.

Auf Grund der dynamischen Entwicklung des Halbleitermarkts und der zyklischen Natur unserer Branche können wir lediglich eine Prognose für das Geschäftsjahr 2010 abgeben. Für den Zeitraum nach Ablauf des Geschäftsjahrs 2010 können wir nur Aussagen zu allgemeinen Trends im Halbleitermarkt treffen.

Am 7. Juli 2009 haben wir einen Vertrag über den Verkauf unseres Wireline Communications Geschäfts an Lantiq geschlossen. Diese Transaktion wurde am 6. November 2009 abgeschlossen. Wir haben mit Lantiq einen Vertrag über die Lieferung von Produkten geschlossen und für eine Übergangszeit die Bereitstellung von Serviceleistungen vereinbart. Seit dem Abschluss der Transaktion wird unser Geschäft mit Lantiq unter Sonstige Geschäftsbereiche berichtet.

Alle nachfolgenden Angaben beziehen sich auf unsere Aktivitäten ohne das frühere Wireline Communications Geschäft. Zukünftig werden wir uns auf die vier Segmente Automotive, Industrial & Multimarket, Chip Card & Security und Wireless Solutions fokussieren und unsere Ressourcen auf Wachstum und Marktführerschaft in diesen vier Marktsegmenten konzentrieren.

Unser Vorstand nutzt das Segmentergebnis zur Bewertung der operativen Ergebnisse der einzelnen, in der Berichterstattung berücksichtigten Segmente und als Basis für die Ressourcenzuteilung auf unsere Segmente. Wir definieren das Segmentergebnis als Betriebsergebnis, ohne Berücksichtigung von Wertminderungen von Vermögenswerten, Saldo, Aufwendungen für Umstrukturierungen und andere Schließungskosten, Saldo, Aufwendungen für aktienbasierte Vergütungen, akquisitionsbedingte Abschreibungen und Gewinne (Verluste), Gewinne (Verluste) aus dem Verkauf von Vermögenswerten, Geschäftsbereichen oder Beteiligungen an Tochterunternehmen und anderen Erträgen und Aufwendungen, einschließlich Kosten für Gerichtsverfahren. Der Gewinn aus dem Verkauf des Segments Wireline Communications wird im ersten Quartal des Geschäftsjahrs 2010 im Ergebnis aus nicht fortgeführte Aktivitäten, abzüglich Steuern vom Einkommen und Ertrag, ausgewiesen und wird somit keine Auswirkung auf unser Segmentergebnis haben.

Der Ausblick für das Geschäftsjahr 2010 basiert auf der Annahme, dass wir Altis, unser Fertigungs-Joint-Venture mit IBM in Frankreich, im ersten Halbjahr des Geschäftsjahrs 2010 verkaufen werden. Sollte dies nicht möglich sein, werden wir alle Optionen erneut prüfen müssen. Für alle denkbaren Szenarien rechnen wir mit einmaligen Sondereffekten, die jedoch außerhalb des Segmentergebnisses ausgewiesen werden. Die Größe dieser Sondereffekte kann aus heutiger Sicht nicht verlässlich geschätzt werden. Allerdings rechnen wir mit einer erheblichen nachteiligen Wirkung auf das Geschäftsergebnis und die Finanzposition.

Für die Planung des Segmentergebnisses in Summe der fortgeführten Aktivitäten im Geschäftsjahr 2010 sind wir von einem Wechselkurs zwischen US-Dollar und Euro von 1,50 ausgegangen. Etwa 50 Prozent unseres Umsatzes und 35 Prozent der Kosten basieren auf dem US-Dollar oder auf Währungen, die stark mit dem US-Dollar korrelieren. Eine Stärkung (Schwächung) des US-Dollar gegenüber dem Euro würde sich positiv (negativ) auf den Umsatz auswirken, hauptsächlich in den Segmenten, die am stärksten vom US-Dollar oder von Währungen, die stark mit dem US-Dollar korrelieren, beeinflusst werden. Dazu gehören Industrial & Multimarket und Wireless Solutions. Auf den Ertrag würde sich ein veränderter Wechselkurs zwischen US-Dollar und Euro in der ersten Hälfte des Geschäftsjahrs 2010 jedoch nicht wesentlich auswirken, da wir bereits einen signifikanten Teil des zu erwartenden Cash-Flows abgesichert haben. Für das restliche Geschäftsjahr 2010 würde sich eine Veränderung im Wechselkurs zwischen US-Dollar und Euro jedoch wesentlich auf den Umsatz und den Ertrag auswirken. Wenn der Wechselkurs zwischen US-Dollar und Euro von unserer Prognose um einen Cent abweichen würde, würde dies verglichen mit unseren Schätzungen beim Segmentergebnis in Summe zu einer Abweichung von €1,5 Millionen pro Quartal führen.

Umsatzerlöse

Die Erholung unserer Auftragseingänge hat früh im Kalenderjahr 2009 begonnen und hat sich seitdem fortgesetzt. Die allgemeine Nachfrageentwicklung scheint sich daher positiv auszuwirken. Allerdings hinterlässt die Geschwindigkeit der Auftragserholung in den letzten Monaten unseres Geschäftsjahrs 2009 eine gewisse Unsicherheit, wie nachhaltig diese Erholung ist. Die Erholung der Industrie sowie unser Ausblick sind daher einem gewissen Risiko ausgesetzt. Basierend auf aktuellem Auftragsbestand und gegenwärtiger Prognose erwarten wir dennoch, dass die Gesamtumsatzerlöse im Geschäftsjahr 2010, bestehend aus den operativen Segmenten Automotive, Industrial & Multimarket, Chip Card & Security und Wireless Solutions sowie Sonstige Geschäftsbereiche und Konzernfunktionen und Eliminierungen, gegenüber dem Geschäftsjahr 2009 um zehn Prozent oder mehr steigen werden. Der Anstieg im Jahresvergleich wird voraussichtlich durch Umsatzsteigerungen in allen operativen Segmenten verursacht, insbesondere im Segment Automotive. Die Umsatzsteigerungen in den Segmenten Wireless Solutions und Industrial & Multimarket werden voraussichtlich geringer ausfallen, die niedrigste Wachstumsrate erwarten wir für das Segment Chip Card & Security. Unser Lieferabkommen mit Lantiq wird den Umsatz im Segment Sonstige Geschäftsbereiche voraussichtlich positiv beeinflussen, wobei dieser Effekt im mittleren bis hohen zweistelligen Millionen-Euro-Bereich liegen wird.

Für den Zeitraum nach dem Geschäftsjahr 2010 gehen wir davon aus, dass die drei aktuellen globalen Tendenzen zu verbesserter Energieeffizienz, Sicherheit und Kommunikation weiterhin zunehmend an Bedeutung gewinnen und zu einem nachhaltigen Umsatzwachstum in unseren vier operativen Segmenten führen werden. In den Segmenten Automotive und Industrial& Multimarket wird insbesondere der Bedarf für energieeffiziente Halbleiter die Nachfrage nach Produkten fördern. Die Themen Datensicherheit und sichere Authentifizierung decken wir mit unserem Segment Chip Card & Security ab, während das Segment Wireless Solutions vom anhaltenden Wachstum im Bereich mobile Kommunikation und Datenübertragung profitiert. Bei den Regionen gehen wir davon aus, dass der größte Wachstumsfaktor die Nachfrage in Asien sein wird. Im Geschäftsjahr 2009 haben wir 45 Prozent unseres gesamten Umsatzes in dieser Region erzielt. Grundlage für die steigende Nachfrage nach Halbleitern in Asien sind das allgemeine Wirtschaftswachstum in der Region und länderspezifische Entwicklungen. So investiert beispielsweise China große Summen in den Ausbau seines Schienennetzes und in neue Züge. Darüber hinaus bauen die asiatischen Länder insgesamt ihre Infrastruktur für Stromerzeugung und -verteilung aus, wobei sie ihre Energieerzeugung zum großen Teil auf Wind- und Solaranlagen setzen, die einen hohen Halbleiteranteil haben. Wir gehen davon aus, dass derartige Projekte die Nachfrage nach Leistungshalbleitern unseres Segments Industrial & Multimarket steigern werden.

Betrachtet man die operativen Segmente, so profitiert das Segment Automotive von einer Nachfrage des Endkundenmarkts nach Fahrzeugen, die sich insgesamt stabilisiert und in einigen Regionen auch wieder Wachstum verzeichnet. Zusätzlich gehen wir davon aus, dass wir als Komponentenanbieter davon profitieren, dass die Lager in der Wertschöpfungskette wieder aufgefüllt werden. Schließlich gibt es Anzeichen, dass der Trend von Mittelklasse- und Oberklassefahrzeugen mit vergleichsweise höherem Halbleiteranteil zu kleineren Fahrzeugen mit vergleichsweise geringerem Halbleiteranteil gestoppt ist und sich möglicherweise sogar umkehrt. Als einer der beiden weltweit führenden Halbleiterhersteller für die Automobilindustrie mit einem Marktanteil von 9,5 Prozent im Jahr 2008 (Strategy Analytics, Mai 2009) sind wir gut positioniert, um von diesen Entwicklungen zu profitieren. Langfristig werden unsere Produkte den Trend zum elektronischen Antriebsstrang und die zunehmende Marktdurchdringung von Hybridfahrzeugen unterstützen. Zu unserem Produktportfolio für diesen Bereich gehören unter anderem Hybrid PACKTM-Module sowie andere Komponenten für die Automobilelektronik wie diskrete IGBTs und Power MOSFETs.

Mit einem Marktanteil von 10,2 Prozent waren wir im Jahr 2008 (IMS Research, August 2009) der führende Hersteller von Leistungshalbleitern und Leistungsmodulen. Wir gehen davon aus, dass die Umsatzerlöse im Segment Industrial& Multimarket im Geschäftsjahr 2010 steigen werden. Ursache dafür wird voraussichtlich die Nachfrageerholung bei Computern, Kommunikations- und Industrieprodukten sowie das Auffüllen der Lager in der Wertschöpfungskette sein. Die zunehmende Zahl der Infrastrukturprojekte und die Verlegung von Stromleitungen, vor allem in China, dürfte das Umsatzwachstum im Geschäftsjahr 2010 zusätzlich fördern. Nach 2010 wird das Segment unter anderem von der steigenden Nachfrage nach Leistungshalbleitern für die Gewinnung erneuerbarer Energien profitieren. Bei den Regionen wird voraussichtlich ein großer Anteil dieses Wachstums auf Asien entfallen, wo die wirtschaftliche Dynamik, steigender Wohlstand und höheres Pro-Kopf-Einkommen die Nachfrage der Mittelschicht nach Haushaltsgeräten und elektronischen Waren erhöhen.

Im Segment Wireless Solutions, mit dem wir im Kalenderjahr 2008 nach weltweiten Marktanteilen an vierter Position im Markt für Wireless ASSP-Lösungen standen (iSuppli, Juni 2009), erwarten wir für das Geschäftsjahr 2010 einen Umsatzanstieg. Ursachen dafür werden vor allem der Produktionsstart von zwei Single-Chip-Mobiltelefonplattformen bei Nokia und anderen Großkunden für Mobiltelefonplattformen und die allgemein steigende Nachfrage bei Großkunden für Mobiltelefonplattformen nach HSDPA- und ULC-(Ultra Low Cost)-Lösungen sein. Für das Geschäftsjahr 2010 erwarten wir außerdem ein zusätzliches Wachstum durch den Start unserer Mobiltelefonplattform für HSUPA-Lösungen auf Basis unserer Technologie mit Strukturgrößen von 65-Nanometer.

Auch im Segment Chip Card & Security gehen wir davon aus, dass die Umsatzerlöse im Geschäftsjahr 2010 gegenüber dem Geschäftsjahr 2009 steigen werden. Verursacht wird diese Entwicklung hauptsächlich durch den steigenden Absatz im Bereich Ausweiskarten (Personalausweise, Gesundheitskarten, Führerscheine usw.), Pay-TV und SIM-Karten. Als führender Anbieter von Chipkarten und Sicherheitslösungen mit einem Marktanteil von 26 Prozent im Jahr 2008 (Frost & Sullivan, Oktober 2009) werden wir uns auf die Weiterentwicklung unserer Kernkompetenzen maßgeschneiderte Sicherheitslösungen, kontaktlose Anwendungen und Embedded-Control-Anwendungen konzentrieren.

Segmentergebnis in Summe

Wir gehen davon aus, dass das Segmentergebnis in Summe im Geschäftsjahr 2010 wesentlich über dem Wert des Geschäftsjahrs 2009 liegen und mit einer Ergebnismarge im mittleren einstelligen Prozentbereich deutlich positiv ausfallen wird. Diesem Ausblick liegt die Annahme zugrunde, dass sich im Jahresverlauf keine wesentliche Reduktion der Kapazitätsauslastung, beispielsweise durch niedrigeren Auftragseingang infolge von Bestandskorrekturen bei unseren Kunden, ergibt. Wir gehen von der Verbesserung des Segmentergebnisses in Summe aus, obwohl die im Geschäftsjahr 2009 initiierten, befristeten Kostensenkungsmaßnahmen im Rahmen unseres Kostensenkungsprogramms IFX10+ auslaufen. Unsere befristeten Maßnahmen zur Senkung der Arbeitskosten (Kurzarbeit und unbezahlter Urlaub) wurden zum 1. Oktober 2009 weltweit beendet. Wir gehen davon aus, dass sich unsere Aufwendungen im Geschäftsjahr 2010 dadurch pro Quartal um einen Betrag von rund €25 Millionen erhöhen werden, verglichen mit dem dritten und vierten Geschäftsquartal 2009. Trotz dieser Kostensteigerungen erwarten wir für das Geschäftsjahr 2010 ein positives Segmentergebnis in Summe. Diese Entwicklung wird durch den insgesamt höheren Umsatz, eine signifikant höhere Auslastung unserer Produktionsanlagen und anhaltende strikte Kostendisziplin getragen. Um diese Kostendisziplin zu gewährleisten, werden wir im Unternehmen auch weiterhin Prozesse verschlanken und diese ebenso wie Schnittstellen reduzieren. Für den Zeitraum nach dem Geschäftsjahr 2010 und unter Annahme eines anhaltenden Umsatzwachstums gehen wir davon aus, dass der Zuwachs beim Konzernergebnis über dem Umsatzwachstum liegen wird. Unsere Anstrengungen, die Bruttomarge unseres Produktportfolios zu verbessern, sollten diesen Effekt unterstützen.

Forschungs- und Entwicklungskosten

Wir erwarten, dass die Aufwendungen für F&E von Infineon im Geschäftsjahr 2010 gegenüber dem Geschäftsjahr 2009 weitestgehend im Einklang mit dem Umsatzwachstum steigen werden, wenn man Kostensteigerungen aus dem Auslaufen von Kurzarbeit und unbezahltem Urlaub vernachlässigt. Der Anstieg unserer Aufwendungen für F&E wird neben der Beendigung unserer befristeten Senkung der Arbeitskosten vor allem durch steigende Ausgaben für neue Produkte und Technologien getrieben. Über das Geschäftsjahr 2010 hinaus erwarten wir, dass die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung steigen werden, weil die zahlreichen Wachstumschancen unserer Zielmärkte eine Weiterentwicklung und Erweiterung unserer Produktbasis erfordern. Der langfristige prozentuale Anstieg unserer F&E-Aufwendungen sollte jedoch unter dem prozentualen Umsatzzuwachs liegen.

Im Segment Automotive werden wir unsere F&E-Aktivitäten im Geschäftsjahr 2010 hauptsächlich auf die Entwicklung von Leistungshalbleitern, Mikrocontroller und Sensorprodukte auf Basis von CMOS-, Bipolar-, Embedded Flash- und Smart Power-Technologien konzentrieren.

Energieeffizienz und Systemminiaturisierung sind im Geschäftsjahr 2010 die treibenden Faktoren für F&E im Segment Industrial & Multimarket. Die Entwicklung der nächsten Generation von Leistungshalbleitern für Industrieantriebe, Stromversorgungen und neue Gehäusekonzepte sind nur einige Beispiele für unsere zukünftigen F&E-Aktivitäten in diesem Segment.

Im Segment Chip Card & Security haben wir unsere F&E-Aktivitäten bei der Entwicklung der nächsten Generation hochsicherer Technologien und Plattformen für unterschiedliche Anwendungsbereiche intensiviert.

Im Segment Wireless Solutions konzentrieren sich unsere F&E-Aufwendungen unter anderem auf die Entwicklung der nächsten Generation von System-on-a-Chip-Produkten und Systemlösungen für Mobiltelefone. Darüber hinaus entwickeln wir Prozesstechnologien zusammen mit mehreren Partnern und Konsortien, um eine wettbewerbsfähige Technologie-Roadmap zu überschaubaren Kosten zu realisieren.

Investitionen ins Anlagevermögen und Abschreibungen

In unseren vier operativen Segmenten verfolgen wir weiterhin eine differenzierte Fertigungsstrategie. Im Rahmen dieser Strategie werden wir weiterhin in Fertigungskapazitäten für Spezialprozesse investieren, insbesondere im Bereich der Leistungshalbleiter. Im Gegensatz dazu planen wir in der Standardhalbleiterfertigung, der so genannten CMOS-Technologie, keine Investitionen in eigene Produktionskapazitäten für Strukturgrößen ab 65-Nanometer.

Vor dem Hintergrund der oben beschriebenen Nachfrageentwicklung gehen wir davon aus, dass unsere jährlichen Investitionen in Sachanlagen sowie immaterielle Vermögenswerte inklusive aktivierter Entwicklungskosten im Geschäftsjahr 2010 auf etwa €220 Millionen bis €250 Millionen steigen werden. Im Geschäftsjahr 2009 lagen die Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte inklusive aktivierter Entwicklungskosten bei €154 Millionen. In den nachfolgenden Geschäftsjahren werden wir unsere Kapitalinvestitionen an die Nachfrageentwicklung anpassen. Wir gehen jedoch davon aus, dass wir diese Investitionen auf weniger als 10 Prozent unseres Umsatzes beschränken werden.

Wir erwarten, dass sich die Abschreibungen auf Sachanlagen im Geschäftsjahr 2010 gegenüber dem Geschäftsjahr 2009 auf insgesamt €340 Millionen reduzieren werden. Weitere Aufwendungen für Abschreibungen immaterieller Vermögenswerte inklusive aktivierter Entwicklungskosten werden bei ungefähr €60 Millionen liegen. Die gesamten Abschreibungen sollten im Geschäftsjahr 2010 daher ungefähr €400 Millionen betragen. Im vorausgegangenen Geschäftsjahr lagen die für Abschreibungen für Sachanlagen bei €466 Millionen und die Abschreibungen immaterieller Vermögenswerte bei €47 Millionen, so dass die gesamten Abschreibungen €513 Millionen betrugen. In den nachfolgenden Geschäftsjahren erwarten wir, dass die jährlichen Aufwendungen für Abschreibungen inklusive aktivierter Entwicklungskosten weiter zurückgehen und sich dem Niveau unserer Kapitalinvestitionen annähern werden.

Wichtige Finanzierungsmaßnahmen

Nach der Platzierung einer im Jahr 2014 fälligen nachrangigen Wandelanleihe mit einem Nominalwert von €196 Millionen und der Ausgabe von 337 Millionen neuen Aktien, die zu einem Bruttozufluss von €725 Millionen im Geschäftsjahr 2009 führte, planen wir gegenwärtig keine größeren Finanzierungsmaßnahmen für das Geschäftsjahr 2010, um unser Geschäft zu finanzieren oder unsere Finanzverbindlichkeiten zu erfüllen.

Am 5. Juni 2010 wird unsere nachrangige Wandelanleihe (Buchwert zum 30. September 2009: €425 Millionen) fällig. Angesichts unserer Brutto-Cash-Position von €1.507 Millionen zum 30. September 2009, der erwarteten Verbesserung beim Segmentergebnis in Summe und der Abschreibungen, die im Geschäftsjahr 2010 voraussichtlich über den Kapitalinvestitionen liegen werden, gehen wir davon aus, dass wir diese Wandelanleihe aus den vorhandenen Barreserven bedienen können. Zudem erwarten wir, dass wir im Verlauf des Geschäftsjahrs 2010 weitere Verbindlichkeiten in Höhe von €96 Millionen aus vorhandenen Barreserven zurückzahlen können.

Für den Verlauf des Geschäftsjahrs 2010 gehen wir davon aus, dass die erwartete Verbesserung des Segmentergebnisses in Summe, geringere Aufwendungen für Restrukturierungsmaßnahmen, der Mittelzufluss aus dem Verkauf unseres Geschäfts mit drahtgebundener Kommunikation (Wireline Communications) und die im Vergleich zu den Kapitalinvestitionen höheren Abschreibungen einen positiven Beitrag zu unserem Free-Cash-Flow leisten werden. Dennoch sollte unsere Brutto-Cash-Position, bedingt durch die oben beschriebenen Fälligkeiten unserer Verbindlichkeiten, potenzielle Mittelabflüsse im Zusammenhang mit ALTIS sowie der Insolvenz von Qimonda und bedingt durch einen erwarteten Anstieg im Nettoumlaufvermögen, zum 30. September 2010 unter der Brutto-Cash-Position zum 30. September 2009 liegen. Wir gehen allerdings davon aus, dass wir zum Ende des Geschäftsjahrs 2010 über ausreichende Barmittel verfügen werden, um all unseren Verpflichtungen nachzukommen.

Chancen

Wir erachten die Optimierung unseres Produktportfolios, die Steigerung der Produktivität in unseren Produktlinien und ein positives Marktumfeld als essentielle Chancen für eine nachhaltige Verbesserung unserer operativen Ergebnisse.

Im Allgemeinen sehen wir Chancen für eine Volumensteigerung bei einer größeren Nachfrage in unseren Zielmärkten.

Eine Erholung des Automobilmarkts könnte besonders zu einer besseren Entwicklung der Nachfrage führen. Unser Power-Halbleitergeschäft kann ein zusätzliches Wachstum erfahren, das durch Anforderungen an die Energieeffizienz und staatliche Regulierungen in allen Marktsegmenten hervorgerufen wird. Für unser Drahtloskommunikationsgeschäft könnten sich Chancen insbesondere aus einem größeren Erfolg unserer Mobiltelefonkunden und durch neue Kundenprojekte ergeben. Die fortschreitende weltweite Einführung von elektronischen ID-Dokumenten sowie die Bewegung in Richtung elektronische Tickets in Transportsystemen könnten dem Chipkarten- & Sicherheitsmarkt Wachstumschancen eröffnen.

Angaben nach §289 Absatz 4 und §315 Absatz 4 HGB

Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals

Das Grundkapital der Infineon Technologies AG betrug zum 30. September 2009 €2.173.484.170. Es ist eingeteilt in 1.086.742.085 auf den Namen lautende nennwertlose Stückaktien mit einem rechnerischen Anteil von €2 am Grundkapital. Mit allen Aktien sind die gleichen Rechte und Pflichten verbunden. Jede Aktie gewährt eine Stimme. Aktien der Infineon Technologies AG werden an der Frankfurter Wertpapierbörse (FSE) unter dem Symbol ,,IFX" notiert. Bis zum 24. April 2009 waren die Aktien der Infineon TechnologiesAG in Form von American Depositary Shares (ADS) auch an der Börse in New York (NYSE) notiert. Seit dem Delisting am 24. April 2009 werden die ADS der Infineon Technologies AG nicht mehr an der NYSE, sondern unter dem Börsenkürzel ,,IFNNY" am OTCQX International Premier Markt im Freiverkehr (over-the-counter) gehandelt, wobei jeweils ein Infineon-ADS eine Infineon-Aktie repräsentiert.

Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen

Beschränkungen des Stimmrechts der Aktien können sich insbesondere aus den Vorschriften des Aktiengesetzes ergeben. Beispielsweise unterliegen Aktionäre unter bestimmten Voraussetzungen nach §136 AktG einem Stimmverbot und der Infineon Technologies AG steht gemäß §71b AktG aus eigenen Aktien kein Stimmrecht zu. Vertragliche Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen, sind uns nicht bekannt.

Gemäß § 67 Abs. 2 AktG gilt im Verhältnis zur Infineon Technologies AG als Aktionär nur, wer als solcher im Aktienregister eingetragen ist. Die Aktionäre haben der Infineon Technologies AG zur Eintragung im Aktienregister ihren Namen bzw. Firma, ihre Anschrift und ihr Geburtsdatum sowie die Zahl der von ihnen gehaltenen Aktien mitzuteilen. Die Infineon Technologies AG ist nach § 67 Abs. 4 AktG berechtigt, von dem im Aktienregister Eingetragenen Auskunft darüber zu verlangen, inwieweit ihm die Aktien, als deren Inhaber er im Aktienregister eingetragen ist, tatsächlich gehören, und, soweit dies nicht der Fall ist, die zur Führung des Aktienregisters notwendigen Informationen demjenigen zu übermitteln, für den er die Aktien hält. Solange einem solchen Auskunftsverlangen nicht nachgekommen wird, bestehen die Stimmrechte aus dem betreffenden Aktienbestand nach § 67 Abs. 2 AktG nicht.

Beteiligungen am Kapital, die 10 Prozent der Stimmrechte überschreiten

Nach dem deutschen Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) hat jeder Aktionär, der die Schwellen von 3, 5, 10, 15, 20, 25, 30, 50 oder 75 Prozent der Stimmrechte eines börsennotierten Unternehmens erreicht, überschreitet oder unterschreitet, dies der Infineon Technologies AG und der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht unverzüglich mitzuteilen. Uns sind hiernach zum 30. September 2009 keine direkten oder indirekten Beteiligungen am Kapital bekannt, die 10 Prozent der Stimmrechte erreichen oder überschreiten. Die uns gemeldeten Beteiligungen sind im Anhang zum Konzernabschluss unter den Angaben gemäß § 160 Abs. 1 Nr. 8 AktG dargestellt.

Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen

Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen, wurden nicht ausgegeben.

Art der Stimmrechtskontrolle, wenn Arbeitnehmer am Kapital beteiligt sind und ihre Kontrollrechte nicht unmittelbar ausüben

Arbeitnehmer, die am Kapital der Infineon TechnologiesAG beteiligt sind, üben ihre Kontrollrechte wie andere Aktionäre unmittelbar nach Maßgabe der gesetzlichen Vorschriften und der Satzung aus.

Bestimmungen über die Ernennung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern

Der Vorstand der Infineon Technologies AG besteht nach §5 Abs. 1 der Satzung aus mindestens zwei Personen. Derzeit besteht der Vorstand der Infineon Technologies AG aus vier Personen. Die Bestimmung der genauen Zahl sowie die Bestellung und Abberufung der Vorstandsmitglieder erfolgt gemäß §5 Abs. 1 der Satzung, §84 Abs. 1 AktG durch den Aufsichtsrat. Da die Infineon Technologies AG unter das Mitbestimmungsgesetz fällt, ist für die Bestellung bzw. Abberufung von Vorstandsmitgliedern eine Mehrheit von mindestens zwei Dritteln der Mitglieder des Aufsichtsrats erforderlich (§31 Abs. 2 MitbestG). Kommt eine solche Mehrheit in der ersten Abstimmung nicht zustande, kann die Bestellung auf Vorschlag des Vermittlungsausschusses in einer zweiten Abstimmung mit einfacher Mehrheit der Stimmen der Mitglieder des Aufsichtsrats erfolgen (§31 Abs. 3 MitbestG). Wird auch hierbei die erforderliche Mehrheit nicht erreicht, erfolgt eine dritte Abstimmung, in der dem Aufsichtsratsvorsitzenden jedoch zwei Stimmen zustehen (§31 Abs. 4 MitbestG). Fehlt ein erforderliches Vorstandsmitglied, so hat gemäß §85 Abs. 1 AktG in dringenden Fällen das Amtsgericht München auf Antrag eines Beteiligten ein Vorstandsmitglied zu bestellen.

Vorstandsmitglieder dürfen gemäß §84 Abs. 1 Satz 1 AktG für höchstens fünf Jahre bestellt werden. Eine wiederholte Bestellung oder Verlängerung der Amtszeit, jeweils für höchstens fünf Jahre, ist zulässig (§84 Abs. 1 Satz 2 AktG). Der Aufsichtsrat kann gemäß §5 Abs. 1 der Satzung, §84 Abs. 2 AktG einen Vorsitzenden des Vorstands sowie einen stellvertretenden Vorsitzenden ernennen. Der Aufsichtsrat kann die Bestellung zum Vorstandsmitglied und die Ernennung zum Vorsitzenden des Vorstands widerrufen, wenn ein wichtiger Grund vorliegt (§84 Abs. 3 AktG).

Bestimmungen über die Änderung der Satzung

Für Änderungen der Satzung ist gemäß §179 Abs. 1 AktG die Hauptversammlung zuständig. Der Aufsichtsrat ist jedoch gemäß §10 Abs. 4 der Satzung ermächtigt, Satzungsänderungen zu beschließen, die nur die Fassung betreffen, wie zum Beispiel Änderungen des Grundkapitals infolge einer Kapitalerhöhung aus bedingtem oder genehmigtem Kapital. Soweit die Satzung keine andere Mehrheit vorsieht, bedürfen Beschlüsse der Hauptversammlung über Änderungen der Satzung gemäß §179 Abs. 2 AktG einer Mehrheit von mindestens drei Vierteln des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals. Die Satzung der Infineon Technologies AG sieht in §17 Abs. 1 vor, dass Beschlüsse grundsätzlich mit einfacher Mehrheit und, soweit eine Kapitalmehrheit erforderlich ist, mit einfacher Kapitalmehrheit gefasst werden können, sofern nicht nach zwingenden gesetzlichen Vorschriften oder der Satzung eine höhere Mehrheit erforderlich ist.

Befugnisse des Vorstands

Erwerb eigener Aktien

Der Vorstand der Infineon Technologies AG wurde mit Beschluss der Hauptversammlung vom 12. Februar 2009 gemäß §71 Abs. 1 Nr. 8 AktG ermächtigt, im Rahmen der gesetzlichen Grenzen bis zum 11. August 2010 ganz oder in Teilbeträgen, einmal oder mehrmals, für einen oder mehrere Zwecke eigene Aktien der Infineon Technologies AG bis zu insgesamt 10 Prozent des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung bestehenden Grundkapitals zu erwerben. Die Ermächtigung darf nicht zum Zweck des Handels in eigenen Aktien genutzt werden. Die Ermächtigung darf auch durch abhängige oder im Mehrheitsbesitz der Infineon Technologies AG stehende Unternehmen oder für ihre oder deren Rechnung durch Dritte durchgeführt werden.

Der Erwerb der eigenen Aktien erfolgt nach Wahl des Vorstands a) über die Börse oder b) mittels eines an alle Aktionäre gerichteten öffentlichen Kaufangebots bzw. einer öffentlichen Aufforderung zur Abgabe von Verkaufsangeboten (nachfolgend "öffentliches Kaufangebot"). Erfolgt der Erwerb über die Börse, darf der von der Infineon Technologies AG gezahlte Kaufpreis je Aktie (ohne Nebenkosten) den am Handelstag durch die Eröffnungsauktion ermittelten Kurs im Xetra-Handel (oder einem vergleichbaren Nachfolgesystem) nicht um mehr als 10 Prozent über- oder unterschreiten. Erfolgt der Erwerb mittels eines öffentlichen Kaufangebots, kann ein bestimmter Kaufpreis oder eine Kaufpreisspanne festgelegt werden. Dabei darf der von der Infineon Technologies AG gezahlte Kaufpreis je Aktie (ohne Nebenkosten) den arithmetischen Mittelwert der Schlusskurse der Aktie im Xetra-Handel (oder einem vergleichbaren Nachfolgesystem) am fünften, vierten und dritten Börsenhandelstag vordem Tag der Veröffentlichung des öffentlichen Kaufangebots ("Stichtag") nicht um mehr als 20 Prozent über- oder unterschreiten. Ergibt sich nach dem Stichtag eine wesentliche Kursabweichung, so kann der Kaufpreis entsprechend oben genannten Berechnungen angepasst werden; Referenzzeiträume sind in diesem Fall der fünfte, vierte und dritte Börsenhandelstag vor der Veröffentlichung der Anpassung. Das Volumen des Kaufs kann begrenzt werden. Überschreitet die gesamte Zeichnung des öffentlichen Kaufangebots dieses Volumen, richtet sich die Annahme durch die Infineon Technologies AG nach Quoten. Eine bevorrechtigte Annahme geringer Stückzahlen (bis zu 100 Stück angedienter Aktien je Aktionär) kann vorgesehen werden. Das öffentliche Kaufangebot kann weitere Bedingungen vorsehen.

Die Infineon Technologies AG ist ermächtigt, eigene Aktien, die auf Grund dieser oder früherer Ermächtigungen erworben wurden oder werden, außer durch Veräußerung über die Börse oder über ein Angebot an alle Aktionäre, zu folgenden Zwecken zu verwenden:

(a) Sie können eingezogen werden, ohne dass die Einziehung oder ihre Durchführung eines weiteren Hauptversammlungsbeschlusses bedarf. Dabei kann der Vorstand auch bestimmen, dass das Grundkapital bei der Einziehung unverändert bleibt und sich dadurch der Anteil der nicht eingezogenen Aktien am Grundkapital entsprechend erhöht. Der Vorstand ist ermächtigt, in diesem Fall die Angabe der Anzahl der Stückaktien in der Satzung zu ändern.
(b) Sie können Dritten im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen oder beim Erwerb von Unternehmen, Unternehmensteilen oder Unternehmensbeteiligungen angeboten und auf sie übertragen werden.
(c) Sie können zur Erfüllung der Verpflichtungen der Infineon Technologies AG aus von ihr in der Vergangenheit oder in Zukunft begebenen oder garantierten Options- und Wandelschuldverschreibungen genutzt werden.
(d) Sie können außerdem zur Erfüllung von Verpflichtungen aus dem ,,Infineon Technologies AG Aktienoptionsplan 2006" verwendet werden.
(e) Sie können Personen, die in einem Arbeitsverhältnis zur Infineon Technologies AG oder einem mit ihr verbundenen Unternehmen stehen, zum Erwerb angeboten und auf sie übertragen werden.

Diese Ermächtigungen zur Verwendung können einmal oder mehrmals, einzeln oder gemeinsam, ganz oder in Teilen ausgenutzt werden. Ein Bezugsrecht der Aktionäre auf die hiervon betroffenen eigenen Aktien wird insoweit ausgeschlossen, als diese Aktien gemäß den vorstehenden Ermächtigungen unter Buchstaben b) bis e) verwendet werden.

Bedingtes Kapital

Bedingtes Kapital I

§ 4 Abs. 4 der Satzung sieht vor, dass das Grundkapital der Infineon Technologies AG um bis zu nominal €34.635.548,00 bedingt erhöht ist (Bedingtes Kapital I, eingetragen im Handelsregister als Bedingtes Kapital 1999/I). Die bedingte Kapitalerhöhung wird durch Ausgabe von bis zu 17.317.774 neuen, auf Namen lautenden Aktien mit Gewinnberechtigung ab dem Beginn des Geschäftsjahrs ihrer Ausgabe nur insoweit durchgeführt, wie die Inhaber von Bezugsrechten, die im Rahmen des ,,Infineon Technologies AG 2001 International Long Term Incentive Plans" auf Grund der am 6. April 2001 erteilten Ermächtigung ausgegeben werden, von ihren Bezugsrechten Gebrauch machen (Bedingtes Kapital I).

Bedingtes Kapital 2007

§ 4 Abs. 5 der Satzung sieht vor, dass das Grundkapital der Infineon Technologies AG um bis zu €149.900.000,00 durch Ausgabe von bis zu 74.950.000 neuen, auf den Namen lautenden Stückaktien mit Gewinnberechtigung ab Beginn des Geschäftsjahrs ihrer Ausgabe bedingt erhöht ist (Bedingtes Kapital 2007, eingetragen im Handelsregister als Bedingtes Kapital 2007/I)). Die bedingte Kapitalerhöhung dient der Gewährung von Aktien an die Inhaber oder Gläubiger von Options- und/oder Wandelschuldverschreibungen, die auf Grund der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 15. Februar 2007 von der Infineon Technologies AG oder einem nachgeordneten Konzernunternehmen begeben werden. Die bedingte Kapitalerhöhung ist nur insoweit durchzuführen, wie von Options- und/oder Wandlungsrechten aus den Schuldverschreibungen Gebrauch gemacht wird bzw. Wandlungspflichten aus den Schuldverschreibungen erfüllt werden und soweit nicht ein Barausgleich gewährt oder eigene Aktien zur Bedienung eingesetzt werden. Der Vorstand ist ermächtigt, die weiteren Einzelheiten der Durchführung der bedingten Kapitalerhöhung festzusetzen.

Bedingtes Kapital III

§ 4 Abs. 6 der Satzung sieht vor, dass das Grundkapital der Infineon Technologies AG um bis zu nominal €29.000.000,00 bedingt erhöht ist (Bedingtes Kapital IM, eingetragen im Handelsregister als Bedingtes Kapital 2001/I). Die bedingte Kapitalerhöhung wird durch Ausgabe von bis zu 14.500.000 neuen, auf Namen lautenden Aktien mit Gewinnberechtigung ab dem Beginn des Geschäftsjahrs ihrer Ausgabe nur insoweit durchgeführt, wie die Inhaber von Bezugsrechten, die im Rahmen des "Infineon Technologies AG 2001 International Long Term Incentive Plan" auf Grund der am 6. April 2001 erteilten Ermächtigung oder wie die Inhaber von Bezugsrechten, die im Rahmen des "Infineon Technologies AG Aktienoptionsplan 2006" auf Grund der am 16. Februar 2006 erteilten Ermächtigung ausgegeben werden, von ihren Bezugsrechten Gebrauch machen (Bedingtes Kapital III).

Bedingtes Kapital 2002

Darüber hinaus ist das Grundkapital der Infineon Technologies AG gemäß § 4 Abs. 7 der Satzung um bis zu €152.000.000,00 durch Ausgabe von bis zu 76.000.000 neuen, auf den Namen lautenden Stückaktien mit Gewinnberechtigung ab Beginn des Geschäftsjahrs ihrer Ausgabe bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2002, eingetragen im Handelsregister als Bedingtes Kapital 2007/II). Die bedingte Kapitalerhöhung dient der Gewährung von Aktien an die Inhaber der im Juni 2003 von der Infineon Technologies Holding B.V., Rotterdam, Niederlande, begebenen und von der Infineon Technologies AG garantierten Wandelschuldverschreibung. Sie wird nur insoweit durchgeführt, wie von Wandlungsrechten aus der Wandelschuldverschreibung Gebrauch gemacht wird bzw. Wandlungspflichten daraus erfüllt werden. Der Vorstand ist ermächtigt, die weiteren Einzelheiten der Durchführung der bedingten Kapitalerhöhung festzusetzen.

Bedingtes Kapital 2008

Gemäß § 4 Abs. 8 der Satzung ist das Grundkapital der Infineon Technologies AG außerdem um bis zu €149.900.000,00 durch Ausgabe von bis zu 74.950.000 neuen, auf den Namen lautenden Stückaktien mit Gewinnberechtigung ab Beginn des Geschäftsjahrs ihrer Ausgabe bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2008, eingetragen im Handelsregister als Bedingtes Kapital 2008/I). Die bedingte Kapitalerhöhung dient der Gewährung von Aktien an die Inhaber oder Gläubiger von Options- und/oder Wandelschuldverschreibungen, die auf Grund der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 14. Februar 2008 von der Infineon Technologies AG oder einem nachgeordneten Konzernunternehmen gegen Barleistung begeben werden. Die bedingte Kapitalerhöhung ist nur insoweit durchzuführen, wie von Options- und/oder Wandlungsrechten aus den Schuldverschreibungen Gebrauch gemacht wird bzw. Wandlungspflichten aus den Schuldverschreibungen erfüllt werden und soweit nicht ein Barausgleich gewährt oder eigene Aktien zur Bedienung eingesetzt werden. Der Vorstand ist ermächtigt, die weiteren Einzelheiten der Durchführung der bedingten Kapitalerhöhung festzusetzen.

Bedingtes Kapital 2009/I

Das Grundkapital der Infineon Technologies AG ist gemäß §4 Abs. 9 der Satzung um bis zu €149.900.000,00 durch Ausgabe von bis zu 74.950.000 neuen, auf den Namen lautenden Stückaktien mit Gewinnberechtigung ab Beginn des Geschäftsjahrs ihrer Ausgabe bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2009/I). Die bedingte Kapitalerhöhung dient der Gewährung von Aktien an die Inhaber oder Gläubiger von Options- und/oder Wandelschuldverschreibungen, die auf Grund der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 12. Februar 2009 von der Infineon Technologies AG oder einem nachgeordneten Konzernunternehmen gegen Barleistung begeben werden. Die bedingte Kapitalerhöhung ist nur insoweit durchzuführen, wie von Options- und/oder Wandlungsrechten aus den Schuldverschreibungen Gebrauch gemacht wird bzw. Wandlungspflichten aus den Schuldverschreibungen erfüllt werden und soweit nicht ein Barausgleich gewährt oder eigene Aktien zur Bedienung eingesetzt werden.

Die Infineon Technologies Holding B.V, Rotterdam, Niederlande, hat am 26. Mai 2009 an institutionelle Investoren eine garantierte nachrangige Wandelanleihe mit einem Gesamtnennbetrag von €195.600.000,00 und einem Wandlungsrecht auf Aktien der Infineon Technologies AG begeben, die von der Infineon Technologies AG garantiert wird. Die Wandelanleihe hat eine Laufzeit von fünf Jahren und wird am 26. Mai 2014 fällig. Während des Ausübungszeitraums vom 90. Tag nach dem 26. Mai 2009 bis zum 10. Tag vor dem Endfälligkeitstermin (beide Tage einschließlich) hat jeder Anleihegläubiger das Recht, die Schuldverschreibungen ganz, nicht jedoch teilweise, in neue Aktien der Infineon Technologies AG aus dem Bedingten Kapital 2009/I zu wandeln. Die Wandelanleihe wurde zu 92,80 Prozent des Nennbetrags begeben. Neben einer Verzinsung von 7,50 Prozent sehen die Anleihebedingungen insbesondere einen Referenzpreis von €2,0893, eine Wandlungsprämie von 25 Prozent und einen Wandlungspreis von €2,61 pro Aktie vor. Außerdem enthalten die Anleihebedingungen eine Regelung zum Verwässerungsschutz, wonach der Wandlungspreis nach der Kapitalerhöhung der Infineon Technologies AG im August 2009 auf €2,33 pro Aktie angepasst wurde.

Da die Infineon Technologies AG erklärt hat, dass die von der Hauptversammlung in den Jahren 2007, 2008 und 2009 beschlossenen Ermächtigungen zur Ausgabe von Schuldverschreibungen und dementsprechend die Bedingten Kapitalia 2007, 2008 und 2009/I nur alternativ verwendet werden sollen, kommt nach der Begebung der Wandelanleihe unter vollständiger Ausnutzung der Ermächtigung aus dem Jahr 2009 eine Ausnutzung der bestehenden Ermächtigungen zur Ausgabe von Schuldverschreibungen aus den Jahren 2007 und 2008 nicht mehr in Betracht.

Die näheren Einzelheiten der verschiedenen Aktienoptionspläne sind unter Anhang Nr. 32 Aktienoptionspläne dargestellt.

Wesentliche Vereinbarungen für den Fall eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots

Die am 5. Juni 2003 von der Infineon Technologies AG als Bürgin durch ihre Tochtergesellschaft Infineon Technologies Holding B.V., Rotterdam, Niederlande begebene Wandelschuldverschreibung zum Nennwert von €700.000.000,00, die im Jahr 2010 fällig wird, sowie die am 26. Mai 2009 von der Infineon Technologies AG als Bürgin durch ihre Tochtergesellschaft Infineon Technologies Holding B.V., Rotterdam, Niederlande begebene Wandelschuldverschreibung zum Nennwert von €195.600.000,00, die im Jahr 2014 fällig wird (siehe Anhang Nr. 27 zu Finanzverbindlichkeiten), enthalten jeweils eine sogenannte "Change-of-Control"-Klausel, die den Gläubigern für den Fall eines definierten Kontrollwechsels einen RückZahlungsanspruch einräumt.

Darüber hinaus enthalten einige Patentlizenzaustauschverträge, Entwicklungskooperationen und Lizenzverträge "Change-of-Control"-Klauseln, die dem Vertragspartner bei einer Änderung der Kontrolle über Infineon das Recht zur Kündigung einräumen oder die Fortsetzung des Vertrags von der Zustimmung des Vertragspartners abhängig machen.

Entschädigungsvereinbarungen für den Fall eines Übernahmeangebots

Sofern ein Vorstandsmitglied im Rahmen eines Kontrollwechsels ausscheidet, hat es Anspruch auf Fortzahlung des Jahreszieleinkommens bis zum Ende der vertraglich vereinbarten Laufzeit, im Fall einer Amtsniederlegung/Kündigung durch das betreffende Vorstandsmitglied jedoch auf mindestens zwei Jahreszieleinkommen bzw. im Fall einer Abberufung/Kündigung durch die Infineon Technologies AG auf mindestens drei Jahreszieleinkommen. Der jeweilige Ruhegehaltsanspruch der Vorstandsmitglieder bleibt bestehen. Diese Ansprüche der Vorstandsmitglieder für den Fall eines Kontrollwechsels bestehen jedoch nur, soweit kein Fall der groben Pflichtverletzung durch das entsprechende Vorstandsmitglied vorliegt. Nähere Einzelheiten hierzu finden sich im Vergütungsbericht. Vergleichbare Regelungen für Arbeitnehmer existieren nicht.

Erläuternder Bericht des Vorstands zu den Angaben nach § 315 Absatz 4 HGB

Die vorstehend dargestellten Ermächtigungen des Vorstands zum Erwerb und zur Verwendung eigener Aktien sowie zur Ausgabe von Options- und/oder Wandelschuldverschreibungen sollten den Vorstand in die Lage versetzen, zeitnah flexibel und kostengünstig einen auftretenden Kapitalbedarf zu decken und je nach Marktlage attraktive Finanzierungsmöglichkeiten zu nutzen. Die Ausgabe einer weiteren Schuldverschreibung aus den bestehenden Ermächtigungen zur Ausgabe von Options- und/ oder Wandelschuldverschreibungen, die von der Hauptversammlung in den Jahren 2007 und 2008 beschlossen wurden, kommt jedoch nach der Begebung der Wandelanleihe unter vollständiger Ausnutzung der Ermächtigung aus dem Jahr 2009 nicht mehr in Betracht, da die Infineon Technologies AG erklärt hat, diese Ermächtigungen nur alternativ nutzen zu wollen. Die durch die verschiedenen bedingten Kapitalia abgesicherte Ausgabe von Aktienoptionen ist ein sinnvoller und in deutschen Unternehmen üblicher Bestandteil der Vergütung von Mitarbeitern und Organmitgliedern.

Die in den Wandelschuldverschreibungen enthaltenen "Change-of-Control"-Klauseln entsprechen der bei Finanzierungsvereinbarungen marktüblichen Praxis zum Schutz der Gläubiger Die Regelungen, die die Infineon Technologies AG im Rahmen ihrer allgemeinen Geschäftstätigkeit mit ihren Vertragspartnern für den Fall eines Kontrollwechsels vereinbart hat, entsprechen ebenfalls marktüblichen Gepflogenheiten.

Die mit den Mitgliedern des Vorstands vereinbarten ,,Change-of-Control"-Klauseln sollen dazu dienen, die Vorstandsmitglieder abzusichern und im Falle eines Kontrollwechsels ihre Unabhängigkeit zu erhalten. Diese ,,Change of Control"-Klauseln sehen vor, dass die Vorstandsmitglieder, wenn sie im Rahmen eines Kontrollwechsels ausscheiden, Anspruch auf Fortzahlung des Jahreszieleinkommens bis zum Ende der vertraglich vereinbarten Laufzeit haben; dies kann im Einzelfall über die vom Corporate Governance Kodex empfohlene Dreijahresgrenze hinausgehen. Wir halten diese Regelung für angemessen, da sie sicherstellen soll, dass der Vorstand im Falle einer Übernahmesituation allein die Interessen des Unternehmens verfolgt, und zudem die Rechte der Vorstandsmitglieder für den Fall eines Kontrollwechsels nur bestehen, soweit kein Fall der groben Pflichtverletzung durch das entsprechende Vorstandsmitglied vorliegt.

Neubiberg, im November 2009

Infineon Technologies AG

Der Vorstand

Peter Bauer Prof. Dr. Hermann Eul

Dr. Reinhard Ploss Dr. Marco Schröter

Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung für die am 30. September 2007, 2008 und 2009 endenden Geschäftsjahre (Angaben in Mio. Euro, außer bei Angaben je Aktie)

Anhang Nr. 2007 2008 2009
Umsatzerlöse 3.660 3.903 3.027
Umsatzkosten (2.469) (2.581) (2.368)
Bruttoergebnis vom Umsatz 1.191 1.322 659
Forschungs- und Entwicklungskosten (621) (606) (468)
Vertriebskosten und allgemeine Verwaltungskosten (449) (517) (392)
Sonstige betriebliche Erträge 8 37 120 29
Sonstige betriebliche Aufwendungen 8 (57) (365) (48)
Betriebsergebnis 101 (46) (220)
Finanzerträge 9 107 58 101
Finanzaufwendungen 10 (242) (181) (156)
Ergebnis von nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen 19 1 4 7
Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten vor Steuern vom Einkommen und vom Ertrag (33) (165) (268)
Erträge (Aufwendungen) aus Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 11 2 (39) (5)
Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten (31) (204) (273)
Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten, abzüglich Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 5 (339) (3.543) (398)
Konzernjahresfehlbetrag (370) (3.747) (671)
Davon entfallen auf:
Minderheitsanteile (23) (812) (48)
Aktionäre der Infineon Technologies AG (347) (2.935) (623)
Ergebnis je Aktie (in Euro), zurechenbar auf Aktionäre der Infineon Technologies AG - unverwässert und verwässert:
Ergebnis je Aktie (in Euro) aus fortgeführten Aktivitäten - unverwässert und verwässert 12 (0,06) (0,23) (0,32)
Ergebnis je Aktie (in Euro) aus nicht fortgeführten Aktivitäten - unverwässert und verwässert 12 (0,37) (3,38) (0,41)
Konzernjahresfehlbetrag je Aktie (in Euro) - unverwässert und verwässert 12 (0,43) (3,61) (0,73)

Siehe auch die beigefügten Erläuterungen zu dem Konzernabschluss.

Negative Werte werden in Klammern dargestellt.

Konzern-Bilanz zum 30. September 2008 und 2009 (Angaben in Mio. Euro)

Anhang Nr. 2008 2009
AKTIVA:
Umlaufvermögen:
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 749 1.414
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte 13 134 93
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen 14 799 514
Vorräte 15 665 460
Ertragsteuerforderungen 29 11
Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte 16 19 26
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte 17 124 114
Zur Veräußerung stehende Vermögenswerte 5 2.129 112
Summe kurzfristige Vermögenswerte 4.648 2.744
Sachanlagen 18 1.310 928
Geschäfts- oder Firmenwert und andere immaterielle Vermögenswerte 22 443 369
Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen 19 20 27
Aktive latente Steuern 11 400 396
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 20 144 124
Sonstige Vermögenswerte 21 17 18
Summe Aktiva 6.982 4.606
PASSIVA
Kurzfristige Verbindlichkeiten:
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten sowie kurzfristig fällige Bestandteile langfristiger Finanzverbindlichkeiten 27 207 521
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten 23 506 393
Rückstellungen 24 424 436
Ertragsteuerverbindlichkeiten 87 102
Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten 25 63 50
Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten 26 263 147
Verbindlichkeiten, verbunden mit den zur Veräußerung stehenden Vermögenswerten 5 2.123 9
Summe kurzfristige Verbindlichkeiten 3.673 1.658
Langfristige Finanzverbindlichkeiten 27 963 329
Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 35 43 94
Passive latente Steuern 11 19 13
Langfristige Rückstellungen 24 27 89
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 28 20 5
Sonstige Verbindlichkeiten 29 76 85
Summe Verbindlichkeiten 4.821 2.273
Eigenkapital: 30
Grundkapital 1.499 2.173
Zusätzlich eingezahltes Kapital (Kapitalrücklage) 6.008 6.048
Verlustvortrag (5.252) (5.940)
Andere Bestandteile des Eigenkapitals (164) (8)
Summe Eigenkapital der Aktionäre der Infineon Technologies AG 2.091 2.273
Minderheitsanteile 70 60
Summe Eigenkapital 2.161 2.333
Summe Passiva 6.982 4.606

Im Konzern-Eigenkapital erfasste Erträge und Aufwendungen für die am 30. September 2007, 2008

und 2009 endenden Geschäftsjahre (Angaben in Mio. Euro)

2007 2008 2009
Konzernjahresfehlbetrag (370) (3.747) (671)
Fremdwährungsumrechnungsdifferenzen (124) (47) 185
Versicherungsmathematische Gewinne (Verluste) aus Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen 116 12 (66)
Veränderung des beizulegenden Zeitwerts der zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerte (11) 5 4
Veränderung des beizulegenden Zeitwerts von Sicherungsgeschäften 2 (2) 8
Ergebnis der direkt im Eigenkapital erfassten Erträge und Aufwendungen nach Steuern (17) (32) 131
Ergebnis der im Eigenkapital erfassten Erträge und Aufwendungen (387) (3.779) (540)
Davon entfallen auf:
Minderheitsanteile (40) (820) (8)
Aktionäre der Infineon Technologies AG (347) (2.959) (532)

Siehe auch die beigefügten Erläuterungen zu dem Konzernabschluss.

Negative Werte werden in Klammern dargestellt.

Konzern-Kapitalflussrechnung für die am 30. September 2007, 2008 und 2009

endenden Geschäftsjahre (Angaben in Mio. Euro)

2007 2008 2009
Konzernjahresfehlbetrag (370) (3.747) (671)
Abzüglich: Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten, abzüglich Steuern von Einkommen und vom Ertrag 339 3.543 398
Anpassungen zur Überleitung des Konzernjahresfehlbetrags auf Mittelzufluss (-abfluss) aus laufender Geschäftstätigkeit:
Planmäßige Abschreibungen 616 552 513
Wertberichtigungen auf Forderungen (13) 3 (2)
Verluste (Gewinne) aus dem Verkauf von zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten (7) 1 3
Verluste (Gewinne) aus dem Verkauf von Geschäftsaktivitäten und Anteilen an Tochterunternehmen (19) (80) 16
Verluste (Gewinne) aus dem Abgang von Sachanlagen (8) 10 1
Anteiliges Ergebnis von nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen - (4) (7)
Außerplanmäßige Abschreibungen 42 137 3
Aktienbasierte Vergütung 12 5 2
Latente Steuern (30) 19 (6)
Veränderungen des Nettoumlaufvermögens:
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen (42) 31 137
Vorräte (69) (48) 152
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte (64) (12) (23)
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten (99) (71) (104)
Rückstellungen 23 53 (111)
Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten 57 99 (44)
Sonstige Vermögenswerte und Verbindlichkeiten 7 88 23
Erhaltene Zinsen 39 39 21
Gezahlte Zinsen (93) (62) (49)
Erhaltene (gezahlte) Steuern vom Einkommen und vom Ertrag (80) (16) 16
Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten 241 540 268
Mittelzufluss (-abfluss) aus laufender Geschäftstätigkeit aus nicht fortgeführten Aktivitäten 1.010 (624) (380)
Mittelzufluss (-abfluss) aus laufender Geschäftstätigkeit 1.251 (84) (112)
Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit:
Auszahlungen für zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte (75) (574) (31)
Einzahlungen aus zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten 341 601 64
Einzahlungen aus dem Verkauf von Geschäftsaktivitäten und Anteilen an Tochterunternehmen 243 121 4
Auszahlungen für Beteiligungen, abzüglich erworbene Zahlungsmittel - (353) -
Auszahlungen für immaterielle Vermögenswerte und sonstige Vermögenswerte (34) (149) (51)
Auszahlungen für Sachanlagen (492) (308) (103)
Einzahlungen aus dem Abgang von Sachanlagen und sonstigen Vermögenswerten 25 10 103
Mittelzufluss (-abfluss) aus Investitionstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten 8 (652) (14)
Mittelzufluss (-abfluss) aus Investitionstätigkeit aus nicht fortgeführten Aktivitäten (925) (10) 27
Mittelzufluss (-abfluss) aus Investitionstätigkeit (917) (662) 13
Mittelzufluss (-abfluss) aus der Finanzierungstätigkeit:
Veränderungen der kurzfristigen Verbindlichkeiten - (68) -
Veränderung der Finanzforderungen und -verbindlichkeiten von nahestehenden Unternehmen 347 (5) (1)
Erhöhung langfristiger Verbindlichkeiten 245 149 182
Tilgung langfristiger Verbindlichkeiten (744) (226) (455)
Veränderung der als Sicherheitsleistungen hinterlegten liquiden Mittel 1 - (7)
Einzahlungen aus Ausgabe von Aktien 23 - 680
Dividendenzahlungen an Minderheitsgesellschafter (71) (80) (3)
Kapitaleinlagen (15) - (5)
Mittelzufluss (-abfluss) aus der Finanzierungstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten (214) (230) 391
Mittelzufluss (-abfluss) aus der Finanzierungstätigkeit aus nicht fortgeführten Aktivitäten (311) 343 (40)
Mittelzufluss (-abfluss) aus der Finanzierungstätigkeit (525) 113 351
Veränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente (191) (633) 252
Währungsumrechnungseffekte auf Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente (40) (6) (8)
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Periodenanfang 2.040 1.809 1.170
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Periodenende 1.809 1.170 1.414
Abzüglich: Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Periodenende als zur Veräußerung ausgewiesen 736 421 -
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Periodenende 1.073 749 1.414

Anhang zum Konzernjahresabschluss Konzern-Eigenkapital-Veränderungsrechnung für die am 30. September 2007, 2008 und 2009 endenden Geschäftsjahre (Angaben in Mio. Euro)

Ausgegebene Stückaktien Zusätzlich eingezahltes Kapital (Kapitalrücklage) Verlustvortrag Fremdwährungs-

umrechnungs-

differenzen
Nicht realisierte Gewinne (Verluste) aus Wertpapieren
Anzahl Betrag
--- --- --- --- --- --- ---
Konzern-Bilanz zum 1. Oktober 2006 747.609.294 1.495 5.947 (2.095) - 5
Summe der im Eigenkapital erfassten Erträge und Aufwendungen - - - (233) (106) (11)
Ausgabe von auf den Namen lautenden Stückaktien: - - - - - -
Ausübung von Aktienoptionen 2.119.341 4 15 - - -
Aktienbasierte Vergütungen - - 17 - - -
Abgrenzung von Personalaufwendungen, Saldo - - 4 - - -
Sonstige Eigenkapitalveränderungen - - 19 - - -
Konzern-Bilanz zum 30. September 2007 749.728.635 1.499 6.002 (2.328) (106) (6)
Summe der im Eigenkapital erfassten Erträge und Aufwendungen - - - (2.924) (36) 3
Ausgabe von auf den Namen lautenden Stückaktien: - - - - - -
Ausübung von Aktienoptionen 13.450 - - - - -
Aktienbasierte Vergütungen - - 8 - - -
Sonstige Eigenkapitalveränderungen - - (2) - - -
Konzern-Bilanz zum 30. September 2008 749.742.085 1.499 6.008 (5.252) (142) (3)
Summe der im Eigenkapital erfassten Erträge und Aufwendungen - - - (688) 145 4
Ausgabe von auf den Namen lautenden Stückaktien: - - - - - -
Einnahmen aus der Ausgabe von Aktien 337.000.000 674 6 - - -
Aktienbasierte Vergütungen - - 3 - - -
Sonstige Eigenkapitalveränderungen - - 31 - - -
Konzern-Bilanz zum 30. September 2009 1.086.742.085 2.173 6.048 (5.940) 3 1
Nicht realisierte Gewinne (Verluste) aus Sicherungsgeschäften Summe Eigenkapital der Aktionäre der Infineon Technologies AG Minderheitsanteile Gesamt
Konzern-Bilanz zum 1. Oktober 2006 (20) 5.332 764 6.096
Summe der im Eigenkapital erfassten Erträge und Aufwendungen 3 (347) (40) (387)
Ausgabe von auf den Namen lautenden Stückaktien: - - - -
Ausübung von Aktienoptionen - 19 - 19
Aktienbasierte Vergütungen - 17 - 17
Abgrenzung von Personalaufwendungen, Saldo - 4 - 4
Sonstige Eigenkapitalveränderungen - 19 236 255
Konzern-Bilanz zum 30. September 2007 (17) 5.044 960 6.004
Summe der im Eigenkapital erfassten Erträge und Aufwendungen (2) (2.959) (820) (3.779)
Ausgabe von auf den Namen lautenden Stückaktien: - - - -
Ausübung von Aktienoptionen - - - -
Aktienbasierte Vergütungen - 8 - 8
Sonstige Eigenkapitalveränderungen - (2) (70) (72)
Konzern-Bilanz zum 30. September 2008 (19) 2.091 70 2.161
Summe der im Eigenkapital erfassten Erträge und Aufwendungen 7 (532) (8) (540)
Ausgabe von auf den Namen lautenden Stückaktien: - - - -
Einnahmen aus der Ausgabe von Aktien - 680 - 680
Aktienbasierte Vergütungen - 3 - 3
Sonstige Eigenkapitalveränderungen - 31 (2) 29
Konzern-Bilanz zum 30. September 2009 (12) 2.273 60 2.333

Negative Werte werden in Klammern dargestellt.

Anhang zum Konzernabschluss

1. Beschreibung der Geschäftstätigkeit und Grundlagen der Darstellung

Beschreibung der Geschäftstätigkeit

Die Infineon Technologies AG und ihre Tochtergesellschaften ("Infineon" oder "die Gesellschaft") entwerfen, entwickeln, produzieren und vermarkten ein breites Spektrum an Halbleiterprodukten und kompletten Systemlösungen. Diese werden in einer Vielzahl mikroelektronischer Anwendungen eingesetzt, wie Computersystemen, Telekommunikationssystemen, Konsumgütern, Produkten der Automobilindustrie und der industriellen Automatisierungs- und Steuerungstechnik sowie in Chipkarten. Das Produktspektrum der Gesellschaft umfasst Standardkomponenten, kundenspezifische Teil- oder Komplettlösungen sowie spezifische Bauelemente für Speicher-, Analog-, Digital- und Mixed-Signal-Anwendungen. Fertigungsstätten, Beteiligungen und Kunden der Gesellschaft befinden sich hauptsächlich in Europa, Asien und Nordamerika.

Grundlagen der Darstellung

Der Konzernabschluss wurde gemäß den vom International Accounting Standards Board ("IASB") erlassenen International Financial Reporting Standards ("IFRS") und den diesbezüglichen Interpretationen, die zum 30. September 2009 anzuwenden waren, soweit die IFRS und Interpretationen von der Europäischen Union ("EU") übernommen sind, sowie gemäß den Anforderungen nach §315a Absatz 1 des Handelsgesetzbuches ("HGB") erstellt. Das Geschäftsjahr der Gesellschaft endet zum 30. September.

Alle durch das IASB erlassenen Standards und Interpretationen, die Infineon bei der Aufstellung des Konzernabschlusses berücksichtigte, waren zum Zeitpunkt der Anwendung von der EU übernommen. Weiterhin steht dieser Konzernabschluss im Einklang mit den IFRS in der Form, wie sie durch das IASB erlassen wurden. Im Rahmen der Aufstellung des Konzernabschlusses ergaben sich keine Abweichungen zwischen den von der EU übernommenen und den durch das IASB erlassenen IFRS. Die durch die EU übernommenen und die durch das IASB erlassenen IFRS werden in diesem Konzernabschluss einheitlich als IFRS bezeichnet.

Am 9. November 2009 hat der Vorstand der Gesellschaft den Konzernabschluss aufgestellt und zur Vorlage an den Aufsichtsrat der Gesellschaft freigegeben.

Alle in diesem Konzernabschluss gezeigten Beträge sind in Euro ("€") angegeben, außer wenn anders angegeben. Negative Beträge werden in Klammern dargestellt.

2. Bilanzierung und Bewertung

Bei der Erstellung des Konzernabschlusses wurden im Wesentlichen die folgenden Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze zugrunde gelegt.

Konsolidierungsgrundsätze

Der Infineon-Konzern, einschließlich Gesellschaften, die zur Veräußerung stehen, besteht aus der folgenden Anzahl von Unternehmen:

Vollkonsolidierte Unternehmen Nach der Equity-Methode bilanzierte Unternehmen Gesamt
30. September 2008 73 9 82
Zugänge - - -
Abgänge (33) (5) (38)
30. September 2009 40 4 44

Der Abgang von 33 vollkonsolidierten Unternehmen im Geschäftsjahr 2009 ist hauptsächlich auf die Entkonsolidierung von Qimonda zurückzuführen (siehe Anhang Nr. 5).

Konsolidierungskreis

Der vorliegende Konzernabschluss umfasst auf konsolidierter Basis die Einzelabschlüsse der Infineon Technologies AG und ihrer Tochtergesellschaften, die sie unmittelbar oder mittelbar beherrscht. Beherrschung ist die Möglichkeit, die Finanz- und Geschäftspolitik eines Unternehmens zu bestimmen, um aus dessen Tätigkeit Nutzen zu ziehen, und ergibt sich grundsätzlich aus der Verfügungsgewalt über die Mehrheit der Stimmrechte. Bei der Beurteilung, ob ein Unternehmen ein anderes beherrscht, sind die Existenz und die Auswirkung potenzieller Stimmrechte zu berücksichtigen. Darüber hinaus werden Zweckgesellschaften (sogenannte ,,Special Purpose Entities" oder ,,SPEs") gemäß der Standing Interpretations Committee (,,SIC") Interpretation 12, ,,Consolidation - Special Purpose Entities", konsolidiert, sofern die Gesellschaft, wirtschaftlich betrachtet, die SPE beherrscht.

Die Auswirkungen sämtlicher wesentlicher konzerninterner Transaktionen wurden im Rahmen der Konsolidierung eliminiert.

Die Gesellschaft entkonsolidiert ein Tochterunternehmen zu dem Zeitpunkt, wenn die Beherrschung der Finanz- und Geschäftspolitik verloren geht und kein Nutzen mehr aus der Tätigkeit des Tochterunternehmens gezogen werden kann, zum Beispiel durch den vollständigen oder teilweisen Verkauf der Anteile an einem Tochterunternehmen. Des Weiteren kann die Gesellschaft die Beherrschung über ein Tochterunternehmen verlieren, wenn dieses Gegenstand eines Insolvenzverfahrens ist.

Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen

Die Gesellschaft wendet die Equity-Methode an, um ihre Beteiligungen an assoziierten Unternehmen und Joint Ventures (wie unten definiert) zu bilanzieren (zusammen: ,,Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen" siehe Anhang Nr. 19):

(a) Assoziierte Unternehmen

Ein ,,assoziiertes Unternehmen" ist ein Unternehmen, bei welchem die Gesellschaft über maßgeblichen Einfluss, nicht jedoch über eine Beherrschung der finanz- und geschäftspolitischen Entscheidungen verfügt. Ein maßgeblicher Einfluss wird regelmäßig vermutet, wenn die Gesellschaft zwischen 20 und 50 Prozent der Stimmrechte hält.

(b) Joint Ventures

Ein ,,Joint Venture" beruht auf einer vertraglichen Vereinbarung, nach der zwei oder mehr Partner eine wirtschaftliche Tätigkeit durchführen, die der gemeinschaftlichen Führung unterliegt. Anteile an Joint Ventures werden nach der Equity-Methode konsolidiert.

Nach der Equity-Methode werden die Beteiligungen der Gesellschaft an assoziierten Unternehmen und Joint Ventures zunächst mit ihren Anschaffungskosten angesetzt und nachfolgend um den Anteil der Gesellschaft an dem nach der Akquisition angefallenen Gewinn (Verlust) oder an sonstigen Reinvermögensänderungen des betreffenden assoziierten Unternehmens oder Joint Ventures erhöht (vermindert). Ein Geschäfts- oder Firmenwert, der bei der Akquisition eines assoziierten Unternehmens oder eines Joint Ventures entsteht, ist im Buchwert der Beteiligung (abzüglich aufgelaufener Aufwendungen für Wertminderungen) enthalten. übersteigen die Wertminderungen den Buchwert der jeweiligen Beteiligung, werden andere Vermögenswerte der Gesellschaft, die im Zusammenhang mit dem Beteiligungsunternehmen stehen, abgeschrieben. Sollten diese anderen Vermögenswerte vollständig abgeschrieben sein, ist zu prüfen, ob zusätzliche Verluste zu erfassen sind, weil die Gesellschaft verpflichtet ist, diese auszugleichen.

Gewinne und Verluste aus Transaktionen zwischen der Gesellschaft und einer nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligung werden entsprechend dem Anteil der Gesellschaft an der jeweiligen nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligung eliminiert.

Soweit das Geschäftsjahresende der nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligung um nicht mehr als drei Monate vom Geschäftsjahresende der Gesellschaft abweicht, wird der Anteil der Gesellschaft am Periodenergebnis der nach der Equity-Methode bilanzierten Beteilung zeitversetzt erfasst.

Gewinne und Verluste infolge der Ausgabe von Aktien durch nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen, die durch Veränderungen des Anteils der Gesellschaft am Wert von deren Eigenkapital entstehen, werden in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung erfasst.

Sonstige Beteiligungen, an denen die Gesellschaft weniger als 20 Prozent hält, werden zu Anschaffungskosten bilanziert, sofern der beizulegende Zeitwert nicht verlässlich bestimmbar ist.

Berichtswährung und Währungsumrechnung

Die Währung des primären Wirtschaftsumfelds, in dem die Gesellschaft tätig ist, und sogenannte funktionale Währung ist der Euro. Die Berichtswährung der Gesellschaft ist ebenfalls der Euro. Der Konzernabschluss wird entsprechend in Euro aufgestellt.

Fremdwährungstransaktionen werden zu dem am Tag des Geschäftsvorfalls geltenden Wechselkurs in die funktionale Währung umgerechnet. Kursgewinne und -Verluste, die aus der Abwicklung solcher Transaktionen sowie durch die Umrechnung monetärer Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die auf Fremdwährungen lauten, zum Stichtagskurs am Bilanzstichtag entstehen, werden in der Gewinn- und Verlust-Rechnung erfasst.

Die Vermögenswerte und Schulden ausländischer Tochtergesellschaften, deren funktionale Währung nicht der Euro ist, werden mit dem Kurs zum Ende des Berichtszeitraums in Euro umgerechnet. Erträge und Aufwendungen dieser Gesellschaften werden, soweit die Wechselkurse nicht beträchtlich schwanken, mit dem durchschnittlichen Wechselkurs des Berichtszeitraums umgerechnet. Unterschiede aus der Umrechnung von Vermögenswerten und Schulden, die aus zu den Vorjahren abweichenden Wechselkursen resultieren, werden innerhalb des Postens "Andere Bestandteile des Eigenkapitals" separat im Eigenkapital ausgewiesen.

Nachfolgend sind die bei der Erstellung des Konzernabschlusses verwendeten Wechselkurse (€1,00 in Fremdwährungseinheiten) für die wesentlichen Währungen in Euro aufgeführt:

Stichtagskurs Jahresdurchschnittskurs
Währung: 29. September 2008 30. September 2009 2008 2009
--- --- --- --- ---
US-Dollar 1,4349 1,4549 1,5052 1,3593
Japanischer Yen 152,3000 130,9100 161,6773 128,8580

Segmentberichterstattung

IFRS 8, ,,Operating Segments", verpflichtet ein Unternehmen zur finanziellen und erläuternden Berichterstattung bezüglich seiner berichtspflichtigen Segmente. Berichtspflichtige Segmente sind Geschäftssegmente oder Zusammenfassungen von Geschäftssegmenten, die bestimmte Anforderungen erfüllen. Geschäftssegmente sind Unternehmensbereiche, für die separate Finanzinformationen verfügbar sind, welche von den oder dem Hauptentscheidungsträger der Gesellschaft (,,Chief Operating Decision Maker" beziehungsweise ,,CODM") regelmäßig im Hinblick auf die Allokation von Ressourcen und die Bewertung der Ertragskraft überprüft werden. Grundsätzlich sind Finanzinformationen so zu berichten, wie sie auch zur internen Steuerung verwendet werden, zur Beurteilung der Ertragskraft eines Geschäftssegments sowie zur Zuteilung von Ressourcen zu diesem Segment. Jedes dieser Segmente wird von einem Bereichsleiter geführt, der direkt dem Vorstand der Gesellschaft berichtet. Der Vorstand wurde dementsprechend als CODM identifiziert.

Umsatzrealisierung

Umsätze basieren auf dem beizulegenden Zeitwert der erhaltenen Gegenleistungen beziehungsweise Forderungen aus dem Verkauf von Produkten und der Erbringung von Leistungen im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit der Gesellschaft.

Umsatzerlöse

Die Gesellschaft erwirtschaftet Umsatzerlöse durch den Verkauf ihrer Halbleiterprodukte und Systemlösungen. Die Halbleiterprodukte der Gesellschaft beinhalten ein weites Spektrum von Chips und Komponenten, die in elektronischen Applikationen von drahtlosen Kommunikationslösungen über Chipkarten bis hin zur Fahrzeugelektronik und Industrieanwendungen zum Einsatz kommen. Zusätzlich erwirtschaftet die Gesellschaft einen kleinen Teil ihrer Umsätze aus der Gewährung von Lizenzen für ihre Schutz- und Urheberrechte. Zu einem geringen Anteil erwirtschaftet die Gesellschaft außerdem Umsätze aus Entwicklungs- oder Produktverbesserungsvereinbarungen sowie Dienstleistungen.

Umsatzerlöse aus Produktverkäufen werden gemäß IAS 18, "Revenue", erfasst, wenn die Voraussetzungen zur Umsatzrealisierung erfüllt sind, die insbesondere erfordern, dass der Nachweis einer Vereinbarung vorliegt, die Lieferung erfolgt ist beziehungsweise die Leistung ausgeführt wurde, die Chancen und Risiken, die mit dem Eigentum verbunden sind, auf den Käufer übergegangen sind, die Höhe der Erlöse verlässlich bestimmt werden kann und die Zahlung durch den Kunden hinreichend wahrscheinlich ist.

Die Gesellschaft realisiert bei Verkäufen an Großhändler den Umsatz, wenn das Produkt an den Großhändler verkauft wird (sogenannte. "sell in" Methode) und nicht wenn der Großhändler das Produkt an den Einkunden verkauft (sogenannte "sell through" Methode). Gemäß der üblichen Vorgehensweise in der Halbleiterindustrie können Großhändler unter bestimmten Umständen eine Preisabsicherung verlangen. Preisabsicherungen ermöglichen den Großhändlern, eine Gutschrift für noch nicht verkaufte Vorräte zu beantragen, wenn die Gesellschaft die Standardlistenpreise für solche Produkte reduziert hat. Zusätzlich kann ein Großhändler eine sogenannte "Ship-and-debit" Gutschrift verlangen, falls dieser den Verkaufspreis für einen bestimmten Verkauf an einen Endkunden reduzieren möchte. Die Entscheidung über die Genehmigung einer solchen Gutschriften an den Großhändler liegt ausschließlich bei der Gesellschaft. Die Gesellschaft ermittelt die Rückstellung für Preisabsicherung in der Periode, in der der relevante Umsatz gelegt wird, auf Basis eines rollierenden historischen Preistrends, von Verkaufsrabatten, der Prüfung der Kreditwürdigkeit, von speziellen Ausführungen der Preissicherungsvereinbarung und von anderen zu diesem Zeitpunkt bekannten Faktoren. Der historische Preistrend wird ermittelt als die Differenz zwischen den in Rechnung gestellten Preisen und den Standardlistenpreisen für den Großhändler. Auf Grund der Umschlagshäufigkeit der Vorräte, der Transparenz der allgemeinen Preisbildung für Vorratsvermögen von Standardprodukten sowie der langjährigen Erfahrung der Preisbildung mit Großhändlern ist die Gesellschaft in der Lage, die Rückstellung für Preisabsicherung zum Periodenende verlässlich zu schätzen. Die Gesellschaft überwacht fortwährend mögliche Preisanpassungen.

Weiterhin können die Großhändler unter bestimmten Voraussetzungen Bestände gegen gleiche oder andere Produkte umtauschen ("Warenrotation") oder Verwurfsgutschriften verlangen. Gutschriften werden auf Grundlage der erwarteten Warenrotation gemäß den vertraglichen Vereinbarungen abgegrenzt. Verwurfsgutschriften werden entsprechend den vertraglichen Vereinbarungen abgegrenzt und bei berechtigtem Anspruch bis zur Höhe eines bestimmten Maximalbetrags des durchschnittlichen Warenbestandswerts gewährt. In der Vergangenheit waren derartige Rückgaben dem Betrag nach unwesentlich. Die Gesellschaft überwacht fortwährend derartige Rückgaben.

Teilweise werden mit bestimmten Kunden oder Großhändlern Rabatte vereinbart, welche bei Erreichung bestimmter Umsatzgrenzen gewährt werden. Fallweise erhalten die Kunden oder Großhändler auch für gemeinsam festgelegte Werbemaßnahmen eine Erstattung.

Andere Warenrückgaben sind nur innerhalb der regulären Gewährleistungsfrist auf Grund von Qualitätsmängeln zulässig. Die Gesellschaft bildet Rückstellungen für Gewährleistungsgarantien auf der Grundlage von Erfahrungswerten sowie auf Grund vorliegender Kenntnisse über andere Gewährleistungskosten und erfasst den Aufwand in den Umsatzkosten.

Lizenzerträge

Lizenzerträge werden vereinnahmt, wenn die Leistung erbracht und realisierbar ist (siehe Anhang Nr 6). Erhaltene Einmalzahlungen sind in der Regel nicht zurückzahlbar; sie werden, soweit erforderlich, entsprechend abgegrenzt und über den Zeitraum der künftigen Leistungserbringung vereinnahmt.

Gemäß IAS 18 werden Umsatzerlöse aus Verträgen mit mehreren Bestandteilen in Höhe des beizulegenden Zeitwerts eines jeden Bestandteils dann realisiert, wenn es keine nicht gelieferten Elemente gibt, die für die Funktionsfähigkeit der gelieferten Bestandteile von Bedeutung sind, und die Bezahlung nicht von der Lieferung der noch ausstehenden Bestandteile abhängt. Solche Verträge mit mehreren Bestandteilen sind selten, und die Umsätze aus solchen Verträgen unwesentlich.

Stücklizenzgebühren werden zum Realisierungszeitpunkt erfolgswirksam vereinnahmt.

Forschungs- und Entwicklungskosten

Die Kosten für Forschungsaktivitäten, die unternommen werden, um zu neuen wissenschaftlichen oder technischen Erkenntnissen zu gelangen, werden als Aufwand erfasst.

Die Kosten für Entwicklungsaktivitäten, bei denen die Ergebnisse in einen Plan oder einen Entwurf für die Produktion von neuen oder deutlich verbesserten Produkten oder für verbesserte Prozesse umgesetzt werden, werden aktiviert. Voraussetzung der Aktivierung ist, dass die Entwicklungskosten verlässlich ermittelt werden können, das Produkt oder der Prozess technisch und wirtschaftlich realisierbar sowie zukünftiger Nutzen wahrscheinlich ist. Darüber hinaus muss die Gesellschaft die Absicht haben und über ausreichende Ressourcen verfügen, die Entwicklung abzuschließen und den Vermögenswert zu nutzen oder zu verkaufen. Die aktivierten Kosten umfassen die Materialkosten, die Fertigungslöhne und die direkt zurechenbaren Gemeinkosten, soweit diese dazu dienen, die Nutzung des Vermögenswerts vorzubereiten. Die aktivierten Kosten sind als selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte in dem Bilanzposten "Geschäfts- oder Firmenwert und andere immaterielle Vermögenswerte" enthalten (siehe Anhang Nr. 22). Entwicklungskosten, welche die Aktivierungsvoraussetzungen nicht erfüllen, werden als Aufwand erfasst. Die aktivierten Entwicklungskosten werden zu Herstellungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und Wertminderungen bewertet. Selbst erstellte Vermögenswerte werden als Teil der Umsatzkosten über einen Zeitraum von drei bis fünf Jahren abgeschrieben.

Zuschüsse und Zulagen

Fördergelder für Investitionen beinhalten steuerfreie Investitionszulagen und zu versteuernde Investitionszuschüsse für Sachanlagen. Fördermittel werden zu dem Zeitpunkt erfasst, zu dem es hinreichend sichergestellt ist, dass einerseits die Gesellschaft die Förderbedingungen erfüllt und andererseits die Fördermittel ausgezahlt werden. Steuerfreie Investitionszulagen werden passivisch abgegrenzt und erfolgswirksam über die verbleibende Nutzungsdauer der geförderten Sachanlagen vereinnahmt. Zu versteuernde Investitionszuschüsse werden von den Anschaffungs- und Herstellungskosten abgesetzt und reduzieren damit die Abschreibungen der künftigen Perioden. Zuschüsse und Zulagen zu Aufwendungen werden mit der entsprechenden Aufwandsposition in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung verrechnet (siehe Anhang Nr. 7).

Aktienbasierte Vergütung

Die Gesellschaft hat Aktienoptionspläne, die auf Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente beruhen.

Der beizulegende Zeitwert der Arbeitnehmerleistungen, welche die Gesellschaft als Gegenleistung für die gewährten Aktienoptionen erhält, wird als Aufwand erfasst. Der Gesamtaufwand während des Ausübungszeitraums wird unter Bezugnahme auf den beizulegenden Zeitwert der gewährten Optionen unter Ausschluss marktunabhängiger Ausübungsbedingungen ermittelt. Die marktunabhängigen Ausübungsbedingungen werden in den Annahmen hinsichtlich der Anzahl der erwarteten ausübbaren Optionen berücksichtigt. Zu den Bilanzstichtagen überprüft die Gesellschaft ihre Schätzungen der Anzahl der Optionen, die voraussichtlich ausübbar werden. Die Gesellschaft erfasst die Auswirkung dieser Überprüfungen in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung unter entsprechender Anpassung des Eigenkapitals.

Der Mittelzufluss aus der Ausübung von Aktienoptionen wird zum Zeitpunkt der Ausübung abzüglich der direkt zurechenbaren Transaktionskosten im Grundkapital sowie in der Kapitalrücklage erfasst.

Finanzinstrumente

Gemäß IAS 32, "Financial Instruments: Presentation", ist ein Finanzinstrument definiert als ein Vertrag, der gleichzeitig bei einem Unternehmen zu einem finanziellen Vermögenswert und bei einem anderen Unternehmen zu einer finanziellen Verbindlichkeit oder einem Eigenkapitalinstrument führt.

Die Zugangsbewertung von Finanzinstrumenten erfolgt zum beizulegenden Zeitwert. Die dem Erwerb oder der Emission von Finanzinstrumenten direkt zurechenbaren Transaktionskosten gehen nur in den Buchwert ein, soweit die Finanzinstrumente nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden. Finanzielle Vermögenswerte werden ausgebucht, wenn die Rechte auf Zahlungen aus der Investition ausgelaufen sind oder übertragen wurden und die Gesellschaft alle Risiken und Chancen, die mit dem Eigentum des finanziellen Vermögenswerts verbunden sind, übertragen hat. Eine finanzielle Verbindlichkeit wird ausgebucht, wenn diese getilgt ist, das heißt, wenn die im Vertrag genannten Verpflichtungen beglichen, aufgehoben oder ausgelaufen sind.

Finanzielle Vermögenswerte

Die Gesellschaft unterscheidet ihre finanziellen Vermögenswerte nach folgenden Kategorien: "Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet", "Kredite und Forderungen" sowie "Zur Veräußerung verfügbar". Das Management bestimmt die Einteilung bei erstmaliger Erfassung eines finanziellen Vermögenswerts.

Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte umfassen zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte sowie solche, die bei erstmaliger Erfassung als "erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten" eingestuft wurden. Ein finanzieller Vermögenswert wird in dieser Kategorie erfasst, sofern er hauptsächlich mit der Absicht erworben wurde, ihn kurzfristig wieder zu veräußern.

Kredite und Forderungen sind nicht-derivative finanzielle Vermögenswerte mit festen oder bestimmbaren Zahlungen, die nicht in einem aktiven Markt notiert sind. Sie werden unter den kurzfristigen Vermögenswerten ausgewiesen, es sei denn, die Restlaufzeit zum Bilanzstichtag ist länger als zwölf Monate. Letztere werden als langfristige Vermögenswerte ausgewiesen. Die Kredite und Forderungen der Gesellschaft beinhalten die Bilanzposten "Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente" sowie "Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen". Kredite und Forderungen werden mit den fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode bewertet.

Als Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente werden Bargeld sowie alle Finanzmittel mit einer ursprünglichen Laufzeit von bis zu drei Monaten ausgewiesen.

Die Zugangsbewertung der "Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen" erfolgt mit dem beizulegenden Zeitwert. Sie werden auf Werthaltigkeit überprüft. Eine Wertminderung wird angenommen, wenn objektive Hinweise darauf schließen lassen, dass die Gesellschaft nicht sämtliche Beträge zu den jeweiligen Fälligkeitsterminen erhalten wird.

Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte sind nicht-derivative finanzielle Vermögenswerte, die als zur Veräußerung verfügbar klassifiziert oder keiner der weiteren Kategorien zugeordnet sind. Sie werden als langfristige Vermögenswerte ausgewiesen, es sei denn, das Management beabsichtigt einen Verkauf innerhalb der nächsten zwölf Monate. Die zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerte enthalten im Wesentlichen Wertpapiere.

Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte und erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte werden mit dem beizulegenden Zeitwert folgebewertet.

Gewinne und Verluste aus Änderungen des beizulegenden Zeitwerts von zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten werden direkt im Eigenkapital erfasst, mit Ausnahme der Wertberichtigungen, die ergebniswirksam darzustellen sind. Wenn als zur Veräußerung verfügbar eingestufte finanzielle Vermögenswerte verkauft oder wertberichtigt werden, werden die im Eigenkapital erfassten kumulierten Anpassungen des beizulegenden Zeitwerts erfolgswirksam erfasst.

Die Gesellschaft überprüft Rückgänge der beizulegenden Zeitwerte zu jedem Bilanzstichtag und ob auf Grund objektiver Hinweise eine Wertberichtigung von finanziellen Vermögenswerten oder von Gruppen finanzieller Vermögenswerte erforderlich ist. Im Fall von zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten wird ein erheblicher oder dauerhafter Rückgang des beizulegenden Zeitwerts des finanziellen Vermögenswerts unter seine Anschaffungskosten als Anhaltspunkt für eine Wertminderung angesehen. Sofern ein solches Anzeichen für einen zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswert vorliegt, wird der direkt im Eigenkapital angesetzte kumulierte Verlust in Höhe der Differenz zwischen Anschaffungskosten und dem aktuellen beizulegenden Zeitwert abzüglich etwaiger Wertminderungen, die zuvor ergebniswirksam behandelt worden waren, aus dem Eigenkapital eliminiert und ergebniswirksam erfasst.

Marktübliche Käufe und Verkäufe von finanziellen Vermögenswerten werden am Erfüllungstag bilanziert. Der Erfüllungstag ist der Tag, an dem ein Vermögenswert an oder durch die Gesellschaft geliefert wird.

Finanzielle Verbindlichkeiten

Grundsätzlich unterteilt die Gesellschaft ihre finanziellen Verbindlichkeiten in zwei Kategorien: "Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten" sowie "Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten".

Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten sind zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Verbindlichkeiten sowie finanzielle Verbindlichkeiten, die bei erstmaliger Erfassung dieser Kategorie zugeordnet wurden. Die einzigen finanziellen Verbindlichkeiten der Gesellschaft, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, sind derivative Finanzinstrumente mit negativem beizulegendem Zeitwert zum Bilanzstichtag.

Sämtliche sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten, darunter Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie Schuldinstrumente, werden mit fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode bewertet.

Derivative Finanzinstrumente

Die Gesellschaft ist als weltweit operierendes Unternehmen den Auswirkungen von Währungsschwankungen ausgesetzt. Zur Sicherung gegen Währungsrisiken werden derivative Finanzinstrumente wie Devisentermin- und Optionsgeschäfte sowie Zins-Swap-Geschäfte abgeschlossen.

Derivative Finanzinstrumente werden als "zu Handelszwecken gehalten" eingestuft und mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet, sofern sie nicht als Sicherungsinstrumente klassifiziert sind. Die Gesellschaft ordnet bestimmte derivative Finanzinstrumente einer erwarteten und mit hoher Wahrscheinlichkeit eintretenden zukünftigen Transaktion als Sicherungsinstrumente zu, um das damit verbundene Fremdwährungsrisiko abzusichern (Absicherung von Zahlungsströmen).

Derivative Finanzinstrumente werden zum beizulegenden Zeitwert als "sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte" oder "sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten" bilanziert. Veränderungen der beizulegenden Zeitwerte undesignierter derivativer Finanzinstrumente, die mit dem operativen Geschäft in Verbindung stehen, werden als Teil der Umsatzkosten erfasst. Veränderungen der beizulegenden Zeitwerte undesignierter derivativer Finanzinstrumente, die zu Finanzierungszwecken genutzt werden, werden dagegen als Finanzerträge beziehungsweise Finanzaufwendungen ausgewiesen.

Der effektive Teil der Veränderungen des beizulegenden Zeitwerts derivativer Finanzinstrumente, die zur Absicherung von Zahlungsströmen designiert sind, der die Voraussetzungen einer Sicherungsbeziehung erfüllt, wird unmittelbar im Eigenkapital erfasst. Der Gewinn oder Verlust aus dem ineffektiven Teil wird erfolgswirksam gebucht. Im Eigenkapital aufgelaufene Beträge werden in den Perioden in die Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung umgebucht, in denen das Grundgeschäft ertragswirksam wird (das heißt, wenn die abgesicherte erwartete Transaktion stattfindet).

Wenn ein Sicherungsinstrument ausläuft oder veräußert wird oder wenn die Voraussetzungen zur Bilanzierung als Sicherungsbeziehung nicht mehr erfüllt sind, verbleibt der bis zu diesem Zeitpunkt erfasste Gewinn oder Verlust im Eigenkapital, bis das entsprechende Grundgeschäft tatsächlich stattfindet. Sofern ein erwartetes Grundgeschäft nicht mehr eintreten wird, erfolgt eine sofortige erfolgswirksame Auflösung des im Eigenkapital aufgelaufenen Gewinns oder Verlusts.

Vorräte

Die Vorräte werden mit dem niedrigeren Wert aus Anschaffungs- oder Herstellungskosten einerseits und dem Nettoveräußerungswert andererseits bewertet. Die Anschaffungs- oder Herstellungskosten werden zu Durchschnittswerten ermittelt. Die Herstellungskosten beinhalten die Kosten zugekaufter Bauteile, die direkt zurechenbaren Material- und Lohnkosten sowie anteilige Gemeinkosten, darunter Abschreibungen. Der Nettoveräußerungswert ist der geschätzte, im normalen Geschäftsgang erzielbare Verkaufserlös abzüglich der geschätzten Kosten bis zur Fertigstellung und der geschätzten notwendigen Vertriebskosten.

Tatsächliche und latente Ertragsteuern

Die Ermittlung der tatsächlichen Ertragsteuerbelastung erfolgt auf der Grundlage der zum Bilanzstichtag geltenden Steuergesetzgebung der Länder, in denen die Gesellschaft tätig ist und steuerpflichtige Erträge erzielt.

In Übereinstimmung mit IAS 12, "Income Taxes", werden zukünftige Steuererstattungen beziehungsweise Steuerbelastungen auf Grund temporärer Differenzen zwischen den Wertansätzen in der Konzern-Bilanz und den entsprechenden steuerlichen Buchwerten von Vermögenswerten und Schulden als latente Steuern erfasst. Allerdings erfolgt keine Berücksichtigung latenter Ertragsteuern im Rahmen des erstmaligen Ansatzes eines Vermögenswerts oder einer Schuld im Zusammenhang mit einem Geschäftsvorfall, der kein Unternehmenszusammenschluss ist und zum Zeitpunkt des Geschäftsvorfalls weder das handelsrechtliche noch das zu versteuernde Ergebnis beeinflusst. Die Bewertung aktiver und passiver latenter Ertragsteuern erfolgt anhand der Steuersätze und steuerlichen Vorschriften, die am Bilanzstichtag gelten oder in Kürze gelten werden und die anzuwenden sind, wenn die aktiven latenten Steuern realisiert beziehungsweise die passiven latenten Steuern erfüllt werden.

Zukünftige Steuerersparnisse auf Grund ertragsteuerlicher Verlustvorträge, welche die Gesellschaft erwartet nutzen zu können, werden als latente Steuern aktiviert. Aktive latente Steuern aus abzugsfähigen temporären Differenzen sowie steuerlichen Verlustvorträgen werden - sofern sie den Bestand an passiven latenten Steuern auf Grund temporärer Differenzen, welche zu einer zukünftigen Belastung mit Ertragsteuern führen, übersteigen - nur insoweit angesetzt, als zukünftig steuerpflichtige Erträge erzielt werden, mit denen die abzugsfähigen latenten Steuern verrechnet werden können. Latente Steuern werden nicht abgezinst.

Aktive und passive latente Steuern werden saldiert, soweit sie dieselbe Steuerbehörde und dasselbe Steuersubjekt oder eine Gruppe verschiedener Steuersubjekte, die gemeinsam ertragsteuerlich veranlagt werden, betreffen.

Nicht fortgeführte Aktivitäten

Nicht fortgeführte Aktivitäten werden ausgewiesen, sobald ein Unternehmensbestandteil als zur Veräußerung bestimmt klassifiziert wird oder bereits abgegangen ist und wenn der Unternehmensbestandteil entweder (a) einen gesonderten wesentlichen Geschäftszweig oder geografischen Geschäftsbereich darstellt oder (b) Teil eines abgestimmten Gesamtplans zur Veräußerung eines gesonderten wesentlichen Geschäftszweigs oder geografischen Geschäftsbereichs ist oder (c) ein Tochterunternehmen darstellt, das ausschließlich mit Weiterveräußerungsabsicht erworben wurde. Nicht fortgeführte Aktivitäten werden in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung und in der Konzern-Kapitalflussrechnung in gesonderten Zeilen ausgewiesen. Die Berichterstattung der Vorperioden wurde so angepasst, dass diese den nicht fortgeführten Aktivitäten zum 30. September 2009 entspricht.

Zur Veräußerung stehende Vermögenswerte und Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veräußerung stehenden Vermögenswerten

Die zur Veräußerung stehenden Vermögenswerte umfassen langfristige Vermögenswerte und Gruppen von Vermögenswerten (ggf. zusammen mit Rückstellungen und Verbindlichkeiten), bei denen der Buchwert überwiegend durch ein hochwahrscheinliches Veräußerungsgeschäft innerhalb der nächsten 12 Monate oder durch ein bereits abgewickeltes Veräußerungsgeschäft und nicht durch fortgesetzte Nutzung realisiert wird. Diese Vermögenswerte werden zum Bilanzstichtag zum niedrigeren Wert aus Buchwert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten angesetzt.

Sachanlagen

Vermögenswerte des Sachanlagevermögens werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen sowie Wertminderungen bilanziert. Anlagen im Bau enthalten Anzahlungen auf Vermögenswerte des Anlagevermögens. Grund und Boden, grundstücksgleiche Rechte und Anlagen im Bau werden nicht planmäßig abgeschrieben. Die Herstellungskosten bestimmter langlebiger Vermögenswerte enthalten aktivierte Finanzierungskosten, die über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer der betreffenden Vermögenswerte planmäßig abgeschrieben werden. Während der Geschäftsjahre 2007, 2008 und 2009 wurden keine Zinsen aktiviert. Die den Abschreibungen zugrunde gelegten Nutzungsdauern betragen:

Jahre
Gebäude 10-25
Technische Anlagen und Maschinen 3-10
Sonstige Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1-10

Leasing

Die Gesellschaft ist Leasingnehmerin von Sachanlagen. Alle Leasinggeschäfte, bei denen die Gesellschaft als Leasingnehmerin und auf Grund bestimmter Kriterien als wirtschaftliche Eigentümerin anzusehen ist, werden nach IAS 17, "Leases" as Finanzierungsleasing behandelt. Alle anderen Leasinggeschäfte werden als operatives Leasing bilanziert.

Werthaltigkeit von nicht-finanziellen Vermögenswerten

Geschäfts- oder Firmenwert und andere immaterielle Vermögenswerte

Ein Geschäfts- oder Firmenwert ist der Betrag, um den die Anschaffungskosten eines Unternehmenszusammenschlusses den vom Erwerber angesetzten Anteil an dem beizulegenden Nettozeitwert der identifizierbaren Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden am Tag des Unternehmenszusammenschlusses übersteigen. Der Geschäfts- oder Firmenwert aus dem Erwerb von Tochterunternehmen wird in dem Bilanzposten "Geschäfts- oder Firmenwert und andere immaterielle Vermögenswerte" ausgewiesen. Der Geschäfts- oder Firmenwert aus dem Erwerb assoziierter Unternehmen ist in "Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen" enthalten und wird im Rahmen allgemeiner Werthaltigkeitstests auf Wertminderungen überprüft. Immaterielle Vermögenswerte, die im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses erlangt werden, werden getrennt vom Geschäfts- oder Firmenwert erfasst und gezeigt.

Der Geschäfts- oder Firmenwert unterliegt keiner planmäßigen Abschreibung, sondern wird jährlich im vierten Quartal des Geschäftsjahrs sowie im Fall von Ereignissen oder veränderten Umständen, die auf eine mögliche Wertminderung hindeuten, auf seine Werthaltigkeit hin überprüft. Der Geschäfts- oder Firmenwert wird zu Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen aus Wertminderungen angesetzt. Im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen erworbene Geschäfts- oder Firmenwerte werden auf die zahlungsmittelgenerierenden Einheit (cash generating unit, "CGU") verteilt, die aus dem Erwerb einen erwarteten Nutzen haben werden. Bei Infineon repräsentieren die CGUs die niedrigste Ebene, auf der für interne Steuerungszwecke der Geschäfts- oder Firmenwert überwacht wird. Diese Ebene liegt unterhalb der Segmente und umfasst die kleinste Gruppe von Vermögenswerten, denen aus ihrer Nutzung generierte Zahlungsmittel zugeordnet werden können und die dahingehend voneinander weitgehend unabhängig sind. Übersteigt der Buchwert einer CGU einschließlich des Geschäfts- oder Firmenwerts den erzielbaren Betrag der CGU, muss der Geschäfts- oder Firmenwert entsprechend gemindert werden. Der erzielbare Betrag einer CGU ist der höhere der beiden Beträge aus dem beizulegenden Zeitwert, abzüglich Veräußerungskosten, und dem Nutzungswert einer CGU. Solche Minderungen unterliegen keiner Wertaufholung in Folgeperioden. Die Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts der CGUs erfordert eine sorgfältige Beurteilung durch das Unternehmen.

Die Gesellschaft berechnet den erzielbaren Betrag einer CGU des Geschäfts- oder Firmenwerts einer CGU mittels abgezinster zukünftiger Zahlungsströme, da diese Methode am besten geeignet ist, den erzielbaren Betrag zu ermitteln und die Branchenzyklizität widerzuspiegeln. Die grundlegenden Annahmen dieser für alle CGUs benutzten Methode sind der gewichtete Durchschnitt der Kapitalkosten (weighted average cost of capital, "WACC") und der Endwert der Wachstumsrate der CGUs. Die Ermittlung des Abzinsungsfaktors beruht auf der Sicht eines Marktteilnehmers. In Übereinstimmung mit IAS 36 bestimmt die Gesellschaft den anzuwendenden WACC anhand Marktinformationen, die die Betafaktoren der Vergleichsgruppe für Infineon und den Verschuldungsgrad sowie andere Marktzinsen für Kredite einschließen. Der Endwert der Wachstumsrate wurde aus frei verfügbaren Marktstudien von Marktforschungsinstituten entnommen.

Die für die Geschäftsjahre 2008 und 2009 verwendeten Annahmen spiegeln zwar Veränderungen auf Grund der Marktentwicklung wider, unterscheiden sich im Übrigen aber kaum.

Die für die Bestimmung des erzielbaren Betrags herangezogenen Cash-Flows wurden auf der Grundlage von in der Vergangenheit erlangter Sachkenntnisse, der aktuellen wirtschaftlichen Ergebnisse und der Drei- bis Fünfjahrespläne ermittelt. Die Jahrespläne werden unter Verwendung von bestimmten konzerneinheitlichen Annahmen von unten nach oben ("bottom up") ermittelt.

Bestimmte Cash-Flow-Parameter (Abschreibungen, Steuern, Investitionsausgaben, Änderung des Nettoumlaufvermögens) werden auf der Basis definierter Einflussfaktoren bestimmt. Cash-Flows für Zeiträume nach den Planungsperioden sind mit der Methode der ewigen Rente ermittelt. Die Wachstumsrate der ewigen Rente übersteigt nicht den langfristigen Durchschnitt der Wachstumsrate der Industrie.

Die Gesellschaft verwendet verschiedene Discontierungsfaktoren für die verschiedenen CGUs, um deren Risikoprofil angemessen zu reflektieren. Im Geschäftsjahr 2009 wurde als Diskontierungsfaktor 8,6 Prozent und 9,6 Prozent angewendet, um den beizulegenden Wert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit zu bestimmen. Der Diskontierungsfaktor basiert auf den gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten der Gesellschaft.

Zusätzlich beinhalten die einzelnen Werthaltigkeitstests Sensitivitätsanalysen für WACC, Endwert der Wachstumsrate und Änderungen der erwarteten Cash flows. Die Parameter wurden außerdem nach dem Ende des Geschäftsjahrs, bis zur Aufstellung des Konzernabschlusses durch den Vorstand, überwacht.

Andere immaterielle Vermögenswerte bestehen hauptsächlich aus erworbenen immateriellen Vermögenswerten wie Lizenzen und erworbenen Technologien, die zu Anschaffungskosten angesetzt werden, sowie aus aktivierten Entwicklungskosten. Diese immateriellen Vermögenswerte haben eine begrenzte Nutzungsdauer von drei bis zehn Jahren und werden mit den fortgeführten Anschaffungskosten unter der Anwendung der linearen Abschreibungsmethode bewertet.

Anderes Anlagevermögen

Die Gesellschaft überprüft langlebige Vermögenswerte, einschließlich Sachanlagen und planmäßig abzuschreibender immaterieller Vermögenswerte, auf Wertminderung, wenn Ereignisse oder Veränderungen der Umstände darauf hinweisen, dass der Buchwert des Vermögenswerts nicht mehr erzielbar sein könnte. Die Werthaltigkeit von Vermögenswerten, die gehalten und verwendet werden sollen, wird durch einen Vergleich des Buchwerts des Vermögenswerts mit dessen erzielbarem Betrag ermittelt. Der erzielbare Betrag eines Vermögenswerts ist der höhere der beiden Beträge aus beizulegendem Zeitwert abzüglich der Verkaufskosten und Nutzungswert. Der erwartete Nutzungswert stellt im Allgemeinen entweder eine Schätzgröße dar oder wird anhand diskontierter zukünftiger Einnahmeüberschüsse berechnet. Um die zukünftigen Einnahmeüberschüsse abzuschätzen, ist erhebliches Ermessen des Managements notwendig.

Wird ein Vermögenswert als wertgemindert eingestuft, bemisst sich die Höhe der erfassten Abschreibung als Differenz zwischen dem Buchwert des Vermögenswerts und dem erzielbaren Betrag.

Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Die Gesellschaft betreibt verschiedene Pensionspläne. Diese Pläne werden grundsätzlich durch regelmäßig versicherungsmathematisch ermittelte Zahlungen an treuhänderisch verwaltete Pensionsfonds gespeist. Die Pensionspläne umfassen sowohl beitragsorientierte (defined contribution) als auch leistungsorientierte (defined benefit) Pläne.

Ein beitragsorientierter Plan ist ein Pensionsplan, nach dem die Gesellschaft festgelegte Beiträge an eine eigenständige Einheit (einen Fonds) entrichtet. Die Gesellschaft ist weder rechtlich noch faktisch zur Zahlung darüber hinausgehender Beträge verpflichtet, um alle Leistungen in Bezug auf Arbeitsleistungen der Arbeitnehmer in der Berichtsperiode und früheren Perioden zu erbringen, wenn einer der beitragsorientierten Pläne nicht über ausreichende Vermögenswerte verfügt.

Die Gesellschaft entrichtet Beiträge an öffentliche und private Rentenversicherungen. Soweit die Beiträge entrichtet sind, bestehen keine weiteren Zahlungsverpflichtungen. Die Beiträge werden im Fälligkeitszeitpunkt als Personalaufwand erfasst. Für Zahlungsverpflichtungen, die an die verschiedenen beitragsorientierten Pläne zu leisten sind, werden Verbindlichkeiten eingestellt. Vorauszahlungen werden als Vermögenswert aktiviert, soweit eine Rückerstattung oder Reduzierung zukünftiger Zahlungen möglich ist.

Ein Pensionsplan, der nicht unter die Definition eines beitragsorientierten Plans fällt, wird als leistungsorientierter Plan bilanziert. Die für die leistungsorientierten Pläne ausgewiesene Verbindlichkeit umfasst den Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung zum Bilanzstichtag abzüglich des beizulegenden Zeitwerts des Planvermögens sowie Anpassungen für nachzuverrechnenden Dienstzeitaufwand. Die leistungsorientierte Verpflichtung wird jährlich durch unabhängige Versicherungsmathematiker mittels der Methode der laufenden Einmalprämien (projected unit credit method) berechnet. Die Bestimmung des Barwerts der leistungsorientierten Verpflichtung erfolgt durch Abzinsung der erwarteten zukünftigen Zahlungsmittelabflüsse unter Verwendung von Zinssätzen erstrangiger Rentenpapiere, die auf die Währung lauten, in der die Leistungen erfolgen werden, und deren Restlaufzeiten etwa den Laufzeiten der jeweiligen Pensionsverpflichtungen entsprechen.

Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus nicht erwarteten Änderungen der Pensionsverpflichtungen oder Planvermögenswerte sowie aus Änderungen der versicherungsmathematischen Annahmen werden ergebnisneutral als im ,,Konzern-Eigenkapital erfasste Erträge und Aufwendungen" (,,SoRIE") in den Perioden erfasst, in denen sie angefallen sind.

Ein nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand wird sofort ergebniswirksam erfasst, es sei denn, die Änderungen des Pensionsplans hängen von einer gewissen Fortdauer des Arbeitsverhältnisses ab. In diesem Fall wird der nachzuverrechnende Dienstzeitaufwand linear über diesen Zeitraum bis zum Eintritt der Unverfallbarkeit verteilt.

Rückstellungen

Die Gesellschaft setzt dann eine Rückstellung an, wenn aus einem Ereignis in der Vergangenheit eine gegenwärtige rechtliche oder faktische Verpflichtung besteht, der Abfluss von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen zur Erfüllung dieser Verpflichtung wahrscheinlich ist und eine verlässliche Schätzung von deren Höhe möglich ist. Sofern sich der Zinseffekt wesentlich auswirkt, werden Rückstellungen mit dem Barwert bewertet, der sich aus der Abzinsung der erwarteten zukünftigen Zahlungsabflüsse mit einem risikoäquivalenten Vorsteuerzinssatz ergibt, der die aktuellen Markterwartungen im Hinblick auf den Zinssatz widerspiegelt. Drohverlustrückstellungen bewertet die Gesellschaft mit dem niedrigeren Wert aus den erwarteten Kosten bei Erfüllung oder bei Beendigung des Vertrags. Zuführungen zu Rückstellungen erfolgen grundsätzlich erfolgswirksam.

Erlassene, noch nicht angewendete Standards

Das IASB hat im Juni 2007 IFRIC 13, "Customer Loyalty Programmes", herausgegeben. Die Interpretation erörtert die Bilanzierung von Treueprogrammen, wobei ein Unternehmen einem Kunden Anreize zum Kauf der Waren oder Dienstleistungen gibt. Die Interpretation ist für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Juli 2008 beginnen. Eine frühere Anwendung ist erlaubt. Die EU hat die Interpretation für Geschäftsjahre beginnend am oder nach dem 1. Januar 2009 bestätigt. Obwohl die Gesellschaft Mengen und Einigungsnachlässe für seine Kunden bietet, hat die Gesellschaft keine Programme, die unter IFRIC 13 fallen.

Im September 2007 wurde vom IASB die Änderung des IAS 1, ,,Presentation of Financial Statements" beschlossen. Das Ziel der Änderungen ist es, den Lesern von Abschlüssen bessere Möglichkeiten für die Analyse und den Vergleich von Finanzinformationen zu geben. IAS 1 legt die allgemeinen Anforderungen an die Darstellung von Abschlüssen, deren Struktur und Mindestgliederungs- und inhaltliche Anforderungen fest. Mit der Änderung des IAS 1 sind weitere, sich daraus ergebende redaktionelle Änderungen anderer Standards und Interpretationen verbunden. Die EU hat die Änderung bestätigt. Der geänderte IAS 1 ist für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2009 beginnen, anzuwenden. Die Gesellschaft analysiert derzeit die Auswirkungen des geänderten IAS 1 auf ihren Konzernabschluss.

Im Januar 2008 veröffentlichte das IASB eine überarbeitete Fassung von IFRS 3, ,,Business Combinations" (,,IFRS 3 (2008)"), und eine geänderte Fassung von IAS 27, ,,Consolidated and Separate Financial Statements" (,,IAS 27 (2008)"). Beide Verlautbarungen wurden von der EU übernommen.

IFRS 3 (2008) betrifft die Anwendung der Erwerbsmethode auf Unternehmenszusammenschlüsse. Wesentliche Änderungen beziehen sich auf die Bewertung der Minderheitsanteile, die Bilanzierung sukzessiver Unternehmenserwerbe sowie die Bilanzierung bedingten Gegenleistungen und Transaktionskosten. Auf Basis der neuen Regelungen können die Minderheitsanteile entweder zum beizulegenden Zeitwert im Erwerbszeitpunkt (full-goodwill methodology) oder zum beizulegenden Zeitwert der anteiligen identifizierbaren Vermögenswerte und Verbindlichkeiten des erworbenen Unternehmens bewertet werden. Im Fall eines sukzessiven Unternehmenserwerbs werden die bereits gehaltenen Anteile an der erworbenen Unternehmung zum Zeitpunkt der Akquisition mit dem beizulegenden Zeitwert neu bewertet. Die Veränderungen von bedingten Gegenleistungen, die zum Erwerbszeitpunkt als Verbindlichkeit bilanziert wurden, werden in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung erfasst. Transaktionskosten werden bei Entstehung aufwandswirksam erfasst.

Wesentliche Änderungen in Verbindung mit IAS 27 (2008) beziehen sich auf die Bilanzierung von Transaktionen, bei denen sich das Beherrschungsverhältnis nicht ändert, sowie von Transaktionen, bei denen der beherrschende Einfluss verloren geht. Wenn sich das Beherrschungsverhältnis nicht ändert, werden die Effekte der Transaktionen mit Minderheitsanteilen im Eigenkapital, ohne Auswirkung auf die Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung, erfolgsneutral erfasst. Führen Transaktionen hingegen zu einem Verlust der Beherrschungsmöglichkeit, werden die zurückbehaltenen Beteiligungsanteile zum beizulegenden Zeitwert neu bewertet. Durch die geänderte Verlautbarung können die Minderheitsanteile negativ werden, da sowohl Gewinne als auch Verluste auf Basis des Eigenkapitalanteils den Anteilseignern zugerechnet werden.

Die beiden geänderten Verlautbarungen sind für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Juli 2009 beginnen. Für von der Gesellschaft ab dem Geschäftsjahr 2010 vorgenommene Unternehmenszusammenschlüsse sind die geänderten Standards somit anzuwenden.

Im Januar 2008 änderte das IASB den Standard von IFRS 2, ,,Share-based Payment". Die Änderung behandelt Ausübungsbedingungen und Annullierungen aktienbasierter Vergütung. Es wird klargestellt, dass Ausübungsbedingungen nichts anderes sind als Leistungs- und Durchführungsbedingungen. Andere Bestimmungen einer aktienbasierten Vergütung sind keine Ausübungsbedingungen. Diese anderen Bedingungen erfordern eine Einbeziehung in den Zeitwert am Ausgabetag bei Transaktionen mit Mitarbeitern und anderen, die ähnliche Arbeitsleistungen erbringen. Sie beeinflussen jedoch nicht die Anzahl der voraussichtlich ausgeübten Optionen. Alle Annullierungen, ob durch das Unternehmen oder durch andere Parteien, sollten in gleicher Art und Weise bilanziert werden. Die Änderung ist für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2009 beginnen. Infineon wird die Änderung ab dem Geschäftsjahr 2010 anwenden. Die Gesellschaft analysiert die Auswirkungen der Änderungen auf ihren Konzernabschluss.

Im März 2009 hat das IASB Verbesserungen zur Berichterstattung über Finanzinstrumente herausgegeben (Amendments to IFRS 7 Financial Instruments: Disclosures), die die Berichterstattung zur Zeitwertbemessung von Finanzinstrumenten und Liquiditätsrisiken erweitern. Die Änderungen werden wirksam für Geschäftsjahre, die am 1. Oktober 2009 beginnen. Die Gesellschaft analysiert derzeit die Auswirkungen des geänderten IFRS 7 auf ihren Konzernabschluss. Die EU hat die Änderung noch nicht bestätigt.

Im Juni 2009 änderte das IASB den IFRS 2, ,,Share-based Payment", um das Anwendungsgebiet und die Bilanzierung von im Konzern gezahlten aktienbasierten Vergütungstransaktionen für Waren oder Leistungen in den separaten bzw. individuellen Jahresabschlüssen eines Unternehmens zu klären, wenn das Unternehmen keine Verpflichtung zu einer aktienbasierten Vergütungstransaktion hat. Die Änderung ist anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2010 beginnen. Infineon wird die Änderung ab dem Geschäftsjahr 2011 anwenden. Die EU hat die Änderung noch nicht bestätigt. Es wird erwartet, dass der geänderte Standard keinen wesentlichen Einfluß auf den Jahresabschluss haben wird.

3. Schätzungen und Annahmen

Einige Bilanzierungsregeln erfordern eine kritische Beurteilung von Sachverhalten, die komplexe subjektive Schätzungen sowie Annahmen erfordert welche sich zum Teil auf Thematiken beziehen, die an sich schon unsicher sind und empfindlich auf Veränderungen reagieren. Solche Beurteilungen können sich von Periode zu Periode ändern und einen wesentlichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben. Die Beurteilungen können zu Ergebnissen führen, wobei für den gleichen Sachverhalt in der entsprechenden Periode ein anderes Ergebnis ebenfalls vertretbar wäre. Das Management gibt zu bedenken, dass zukünftige Ereignisse oftmals von den unterstellten Erwartungen abweichen können und Schätzungen regelmäßig angepasst werden müssen.

Umsatzrealisierung

Im Allgemeinen vertreibt die Gesellschaft ihre Produkte an eine Vielzahl von Kunden sowie Großhändler. Umsatzerlöse werden realisiert, wenn eine Vereinbarung vorliegt, die Lieferung erfolgt ist beziehungsweise die Leistung erbracht wurde, die Chancen und Risiken, die mit dem Eigentum verbunden sind, auf den Käufer übergegangen sind, die Höhe der Erlöse verlässlich bestimmt werden kann und die Zahlung seitens des Kunden hinreichend wahrscheinlich ist. Umsatzminderungen auf Grund möglicher Produktrückgaben, Skonti- und Bonuszahlungen sowie von Nachlässen aus Preissicherungsklauseln erfasst die Gesellschaft auf der Grundlage von Erfahrungswerten zum Zeitpunkt der Umsatzlegung. Die Bestimmung dieser zugrunde gelegten Einflussfaktoren erfordert beachtliche Annahmen und Schätzungen, einschließlich der erwarteten Nachfrage, Rückgaben und der Preisentwicklung der Branche.

Der Rückstellungsbedarf könnte zukünftig steigen infolge (1) eines Verfalls der Preise für Halbleiterprodukte, (2) von Rückgängen der erwarteten Nachfrage nach Halbleitern oder (3) mangelnder Annahme neuer Produkte am Markt. Sofern diese oder andere Faktoren zu einem deutlichen Anpassungsbedarf der Rückstellungen für Preisnachlässe und Produktrückgaben führen, könnte dies die Ertragslage der Gesellschaft erheblich beeinträchtigen.

Die Gesellschaft hat bereits in der Vergangenheit Lizenzverträge für ihre Technologien abgeschlossen und hat vor, zukünftig vermehrt Wertbeiträge aus deren Verwertung zu erzielen. Wie bei einigen bestehenden Lizenzverträgen können auch zukünftige Vereinbarungen Kapazitätsreservierungen beinhalten. Solche Verträge können mehrere Bestandteile umfassen. Die Bestimmung der jeweils zu erfassenden Umsatzerlöse aus derartigen Geschäftsvorfällen ist hochkomplex und erfordert subjektive Schätzungen und Annahmen, etwa hinsichtlich der Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts und der Fortdauer eines eventuellen bestehenden eigentumsähnlichen Verfügungsrechts der Gesellschaft.

Werthaltigkeit nicht-finanzieller Vermögenswerte

Die Gesellschaft überprüft langlebige Vermögenswerte, einschließlich immaterieller Vermögenswerte, auf Wertminderung, wenn Ereignisse oder Veränderungen der Umstände darauf hinweisen, dass der Buchwert des Vermögenswerts nicht mehr erzielbar sein könnte. Die Werthaltigkeit von Vermögenswerten, die gehalten und verwendet werden sollen, wird durch einen Vergleich des Buchwerts des Vermögenswerts mit dessen erzielbarem Betrag ermittelt. Der erzielbare Betrag eines Vermögenswerts ist der höhere der beiden Beträge aus beizulegendem Zeitwert abzüglich der Verkaufskosten und Nutzungswert. Wird ein Vermögenswert als wertgemindert eingestuft, bemisst sich die Höhe der erfassten Wertminderung nach dem Betrag, um den der Buchwert des Vermögenswerts den erzielbaren Betrag übersteigt.

Der Geschäfts- oder Firmenwert wird mindestens einmal jährlich auf Wertminderung geprüft. Zum Zweck der Überprüfung auf eine Wertminderung wird der Geschäfts- oder Firmenwert der jeweiligen zahlungsmittelgenerierenden Einheit zugeordnet, die daraus Nutzen ziehen soll. Der erzielbare Betrag von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten wird auf Basis von Nutzwertkalkulationen ermittelt. Zur Bestimmung des Nutzwerts sowie der abgezinsten zukünftigen Cashflows sind subjektive Beurteilungen durch das Management notwendig.

Bewertung der Vorräte

Die Vorräte werden mit dem niedrigeren Wert aus Anschaffungs- oder Herstellungskosten einerseits und Nettoveräußerungswert andererseits angesetzt. Die Gesellschaft überprüft die Werthaltigkeit der Vorräte unter Berücksichtigung von Quantität und Zusammensetzung der Vorratspositionen, aktuellen wirtschaftlichen Geschehnissen und Marktbedingungen, der erwarteten zukünftigen Produktnachfrage und der Entwicklung der Preise. Diese Beurteilung ist grundsätzlich wertend und erfordert umfangreiche Schätzungen auch hinsichtlich von Produktnachfrage und Preisentwicklung, welche anfällig für wesentliche Veränderungen sein können.

In zukünftigen Perioden könnte ein Abwertungsbedarf der Vorräte resultieren sowohl aus rückläufiger Produktnachfrage auf den durch die Gesellschaft bedienten Märkten als auch aus technologischer Überalterung auf Grund kurzfristiger Weiterentwicklung der Produkte und auch aus technologischem Fortschritt oder Veränderungen im wirtschaftlichen Umfeld, die Einfluss auf die Marktpreise der Produkte der Gesellschaft haben könnten. Diese und andere Faktoren könnten in der Zukunft zu einer Anpassung der Bewertung der Vorräte führen und einen wesentlichen Einfluss auf die Ertragslage des Unternehmens haben.

Werthaltigkeit aktiver latenter Steuern

Die Gesellschaft überprüft aktivierte latente Steuern regelmäßig auf Abwertungsbedarf. Die Einschätzung erfordert Annahmen des Managements im Hinblick auf Erträge, die durch die gewählte Steuerstrategie erzielt werden können, die zukünftige Höhe des zu versteuernden Gewinns sowie weitere positive und negative Einflussgrößen. Die tatsächliche Nutzung aktiver Steuerlatenzen hängt von der Möglichkeit der Gesellschaft ab, zukünftig entsprechende zu versteuernde Gewinne zu erzielen, um steuerliche Verlustvorträge oder Steuervergünstigungen vor ihrem Verfall in Anspruch nehmen zu können. Da Infineon in bestimmten Steuerhoheiten zum 30. September 2009 über einen Dreijahreszeitraum einen kumulativen Verlust ausgewiesen hat, wird der Einfluss von geplanten zu versteuernden Gewinnen für diese Bewertung ausgeschlossen. Die Beurteilung erfolgt für diese Steuerhoheiten dementsprechend nur auf Grundlage der Erträge, die durch verfügbare Steuerstrategien und die Umkehr temporärer Differenzen in künftigen Perioden erlöst werden können.

Der erfasste Gesamtbetrag aktiver latenter Steuern könnte zu verringern sein, falls zukünftige steuerpflichtige Gewinne sowie Erträge, die durch Steuerstrategien erlöst werden, geringer als erwartet ausfallen oder falls Änderungen der Steuergesetzgebung die Nutzung von steuerlichen Verlustvorträgen oder Steuervergünstigungen zeitlich oder der Höhe nach begrenzen.

Bilanzierung von Erwerbsvorgängen

Die Bilanzierung von Unternehmenszusammenschlüssen erfordert eine Aufteilung des Kaufpreises auf die erworbenen materiellen und immateriellen Vermögenswerte sowie Verbindlichkeiten auf Grundlage des jeweiligen beizulegenden Zeitwerts. Die Aufteilung des Kaufpreises unterliegt in hohem Maß nicht objektivierbaren Einflüssen und erfordert umfassende Annahmen und Schätzungen im Hinblick auf beizulegende Zeitwerte, welche eine wesentliche Auswirkung auf die Ertragslage haben können.

Bilanzierung von Pensionsplänen

Die Kosten für Pensionszusagen des Unternehmens werden anhand versicherungsmathematischer Gutachten unter Anwendung des Anwartschaftsbarwertverfahrens ermittelt, welches auf verschiedenen Annahmen auch hinsichtlich der Abzinsungsfaktoren und der zu erwartenden Erträge des Planvermögens beruht. Die Abzinsungsfaktoren werden auf Grundlage erstrangiger Rentenpapiere bestimmt, die, falls die Pensionsanwartschaften zum Stichtag glattgestellt würden, bis zum Fälligkeitszeitpunkt die benötigten zukünftigen Einzahlungen bereitstellen würden. Die Annahmen in Bezug auf die erwarteten Erträge aus Planvermögen werden auf Grundlage einer einheitlichen Basis getroffen und berücksichtigen langfristige historische Renditen, die Anlagestrategie sowie Schätzungen langfristiger Anlageerträge. Weitere Basisannahmen in Bezug auf Pensionskosten werden auf Grund von aktuellen Marktbedingungen getroffen. Eine Veränderung einer oder bei mehreren dieser grundlegenden Annahmen könnte wesentliche Auswirkungen auf die Bewertung der langfristigen Verpflichtungen haben.

Rückstellungen

Die Gesellschaft ist Beteiligte in verschiedenen Rechts- und Klageverfahren, etwa im Hinblick auf die Verletzung geistigen Eigentums, die innerhalb und außerhalb der regelmäßigen Geschäftstätigkeit entstehen.

Die Gesellschaft beurteilt in diesem Zusammenhang regelmäßig die Wahrscheinlichkeit ungünstiger Verfahrensausgänge oder Urteile und schätzt die Bandbreite möglicher Verluste und Rückerstattungen. Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit Rechtsstreitigkeiten, darunter Rückstellungen für wesentliche Rechtskosten, werden erfasst, wenn es wahrscheinlich ist, dass die Verbindlichkeit entstanden ist und der entsprechende Betrag angemessen geschätzt werden kann. Die Gesellschaft hat dementsprechend zu den jeweiligen Bilanzstichtagen aufwandswirksam Rückstellungen in Bezug auf bestimmte geltend gemachte sowie nicht geltend gemachte Ansprüche gebildet. Sobald zusätzliche Informationen verfügbar sind, werden, sofern notwendig, die möglichen Rückstellungen für diese Verfahren bewertet und getroffene Schätzungen überprüft. Diese Rückstellungen können fallweise in der Zukunft Änderungen durch neue Entwicklungen oder durch Veränderungen der Rahmenbedingungen erfahren, die wesentlichen Einfluss auf die Vermögens-, Ertrags- und Finanzlage haben können.

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen

Die Wertberichtigung zweifelhafter Forderungen umfasst in erheblichem Maß Einschätzungen und Beurteilungen einzelner Forderungen, die auf der Kreditwürdigkeit des jeweiligen Kunden, auf aktuellen Konjunkturentwicklungen und der Analyse von Forderungsausfällen der Vergangenheit auf Portfolioebene beruhen. Soweit die Wertberichtigung aus historischen Ausfallraten auf Portfolioebene abgeleitet wird, führt ein Rückgang der Forderungen zu einer entsprechenden Verminderung solcher Vorsorgen und umgekehrt.

4. Akquisitionen

Im zweiten Quartal des Geschäftsjahrs 2007 hat die Gesellschaft mit der Molstanda Vermietungsgesellschaft mbH (,,Molstanda") und einem Finanzinstitut Verträge geschlossen. Molstanda ist Eigentümerin eines Grundstücks in der Umgebung des Hauptsitzes der Gesellschaft südlich von München. Gemäß SIC 12, "Consolidation - Special Purpose Entities", hat die Gesellschaft festgestellt, dass es sich bei Molstanda um eine Zweckgesellschaft handelt. Auf Grund der Vereinbarung zwischen der Gesellschaft und Molstanda zeigt sich, dass die Gesellschaft einen beherrschenden Einfluss ausübt. Dementsprechend hat die Gesellschaft die Vermögenswerte und Verbindlichkeiten von Molstanda im Geschäftsjahr 2007 konsolidiert. Der Unterschiedsbetrag in Höhe von €35 Millionen, der sich aus dem beizulegenden Zeitwert der übernommenen und konsolidierten Verbindlichkeiten in Höhe von €76 Millionen und dem beizulegenden Zeitwert der neu konsolidierten Vermögenswerte in Höhe von €41 Millionen ergab, wurde im zweiten Quartal des Geschäftsjahrs 2007 im Finanzaufwand ausgewiesen. Auf Grund der aufgelaufenen Verluste der Gesellschaft wurde kein Steuerertrag in Bezug auf diesen Aufwand berücksichtigt. Anschließend hat die Gesellschaft die Mehrheit des ausstehenden Stammkapitals von Molstanda im vierten Quartal des Geschäftsjahrs 2007 erworben.

Am 31. Juli 2007 erwarb die Gesellschaft das DSL-Geschäft für Teilnehmerendgeräte (,,CPE" - Customer Premises Equipment) von Texas Instruments Inc. (,,TI") für €45 Millionen in bar. Der Kaufpreis unterlag einer möglichen Anpassung um maximal 16 Millionen US-Dollar in Abhängigkeit bestimmter vereinbarter Umsätze des CPE-Geschäfts. Da in den neun Monaten nach dem Abschluss der Transaktion die verhandelten Umsatzziele des CPE-Geschäfts nicht erreicht wurden, ist der Kaufpreis um 16 Millionen US-Dollar nach unten angepasst worden, und dieser Betrag von TI erstattet worden. Dementsprechend hat die Gesellschaft den Geschäfts- oder Firmenwert um €13 Millionen reduziert. Zum 30. September 2009 sind von TI erworbenen Vermögenswerte (einschließlich des Geschäfts- oder Firmenwerts) als Teil des Verkaufs des Geschäfts mit drahtgebundener Kommunikation (Wireline Communications) unter ,,zur Veräußerung stehend" ausgewiesen (siehe Anhang Nr. 5).

Am 24. Oktober 2007 hat die Gesellschaft den Erwerb des Mobilfunkgeschäfts der LSI Corporation (,,LSI") abgeschlossen. Der Kaufpreis betrug €316 Millionen (450 Millionen US-Dollar) zuzüglich Transaktionskosten. Als Teil der Akquisition wurde ein Betrag von €14 Millionen für erworbene, noch nicht abgeschlossene Forschungs- und Entwicklungsprojekte auf Basis abgezinster, geschätzter künftiger Zahlungszuflüsse über die entsprechende wirtschaftliche Nutzungsdauer ermittelt. In den drei Monaten zum 31. Dezember 2007 wurde dieser Betrag in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst, da kein künftiger wirtschaftlicher Nutzen aus der Verwendung oder der Veräußerung vorlag. Der Kaufpreis unterlag einer zusätzlichen bedingten erfolgsabhängigen Zahlung von bis zu 50 Millionen US-Dollar, in Abhängigkeit von entsprechenden Umsatzerlösen innerhalb eines Bemessungszeitraums zwischen dem Abschluss der Transaktion und dem 31. Dezember 2008. Auf Grund der geringeren Umsätze innerhalb des Bemessungszeitraums wurde keine erfolgsabhängige Zahlung geleistet.

Am 28. April 2008 hat die Gesellschaft Primarion, Inc., Torrance, Kalifornien (,,Primarion") erworben. Der Kaufpreis betrug €32 Millionen (50 Millionen US-Dollar) zuzüglich einer bedingten erfolgsabhängigen Zahlung von bis zu 30 Millionen US-Dollar. Die erworbenen Vermögenswerte und übernommenen Verbindlichkeiten wurden mit den geschätzten beizulegenden Zeitwerten zum Erwerbszeitpunkt erfasst. Im Geschäftsjahr 2009 verringerten sich infolge der Einreichung einer Klage gegen Primarion nach Abschluss der Akquisition die übernommenen Nettovermögenswerte um €4 Millionen, was sich in einer entsprechenden Erhöhung des Geschäfts- oder Firmenwertes widerspiegelt. Ferner wurden die aktivischen latenten Steuern reduziert, was sich in einer nochmaligen Erhöhung des Geschäfts- oder Firmenwert um €3 Millionen niederschlug. Auf Grund der niedrigeren Umsätze während des Bemessungszeitraums wurde keine erfolgsabhängige Zahlung gezahlt. Infineon hat im Zuge des Erwerbs von Primarion keine Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente übernommen.

Die Gesellschaft hat im Geschäftsjahr 2009 keine Akquisitionen getätigt. Die nachfolgende Tabelle fasst die Unternehmenserwerbe durch die Gesellschaft im Geschäftsjahr 2008 (einschließlicher nachträglicher Anpassungen) zusammen:

2008 2008
LSI Primarion
--- --- ---
Erwerbszeitpunkt Segment Oktober 2007

Wireless Solutions
April 2008

Industrial & Multimarket
--- --- ---
(€ in Millionen)
--- --- ---
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte 19 1
Sachanlagen 8 1
Immaterielle Vermögenswerte:
Technologien 42 13
Kundenbeziehungen 73 -
Sonstige 6 -
Geschäfts- oder Firmenwert 160 18
Sonstige langfristige Vermögenswerte - 3
Gesamte erworbene Vermögenswerte 308 36
Kurzfristige Verbindlichkeiten (1) (4)
Gesamte übernommene Verbindlichkeiten (1) (4)
Erworbenes Nettovermögen 307 32
Erworbene, noch nicht abgeschlossene Forschungs- und Entwicklungsprojekte 14 -
Barzahlung (Kaufpreiszahlung) 321 32

Die Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung enthält die Ergebnisse der erworbenen Geschäfte ab dem Erwerbszeitpunkt. Im Rahmen der Akquisitionen wurde ein unabhängiger Dritter zur Bewertung des erworbenen Nettovermögens hinzugezogen. Basierend auf abgezinsten, geschätzten künftigen Zahlungszuflüssen über die entsprechende wirtschaftliche Nutzungsdauer wurde im Rahmen des Erwerbs des Mobilfunkgeschäfts von LSI ein Betrag von €14 Millionen für erworbene, noch nicht abgeschlossene Forschungs- und Entwicklungsprojekte ermittelt und im Geschäftsjahr 2008 in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst, da die Gesellschaft keinen ausreichenden künftigen wirtschaftlichen Nutzen aus der Verwendung oder der Veräußerung erwartet. Die erworbenen immateriellen Vermögenswerte bestehen aus €55 Millionen für Technologien und aus €73 Millionen für Kundenbeziehungen, jeweils mit einer gewichteten wirtschaftlichen Nutzungsdauer von sechs Jahren, sowie aus sonstigen immateriellen Vermögenswerten in Höhe von €6 Millionen mit einer gewichteten wirtschaftlichen Nutzungsdauer von weniger als einem Jahr. Es wird erwartet, dass der Gesamtbetrag der Geschäfts- oder Firmenwerte steuerlich absetzbar ist.

Auf die Aufstellung von Pro-forma-Finanzdaten wurde verzichtet, da die Akquisitionen einzeln und im Gesamten gesehen keinen wesentlichen Einfluss auf die Vermögens- und Ertragslage der Gesellschaft haben.

5. Geschäftsanteilsveräußerungen und nicht fortgeführte Aktivitäten

Polymer Optical Fiber

Am 29. Juni 2007 verkaufte die Gesellschaft das Polymer-Optical-Fiber-("POF")-Geschäft am Standort Regensburg, Deutschland, an die Avago Technologies Ltd. ("Avago"). Die Marktsegmente des POF-Geschäfts sind Multimedia-Infotainment-Netzwerke und Sicherheitssysteme für die Automobilindustrie. Als Ergebnis der Transaktion hat die Gesellschaft im Geschäftsjahr 2007 einen Gewinn vor Steuern in Höhe von €17 Millionen erzielt, der in den sonstigen betrieblichen Erträgen enthalten ist.

Geschäft mit bipolaren Leistungshalbleitern

Am 28. September 2007 schloss die Gesellschaft eine Joint-Venture-Vereinbarung mit der Siemens AG ("Siemens") ab. Die Gesellschaft hat hierfür mit Wirkung zum 30. September 2007 alle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten ihres Geschäfts mit bipolaren Leistungshalbleitern (einschließlich Lizenzen, Patenten sowie Front-End- und Back-End-Fertigung) in die neu gegründete Infineon Technologies Bipolar GmbH & Co. KG ("Bipolar") eingebracht. Siemens hat anschließend einen Anteil von 40 Prozent an der Bipolar für €37 Millionen erworben. Die kartellrechtliche Genehmigung wurde erteilt und infolgedessen die Transaktion am 30. November 2007 abgeschlossen. Aus der Veräußerung erzielte die Gesellschaft einen Gewinn vor Steuern von €32 Millionen, welcher unter den "Sonstigen betrieblichen Erträgen" im Geschäftsjahr 2008 ausgewiesen wurde. Die Joint-Venture-Vereinbarung gewährt Siemens bestimmte vertragliche Mitbestimmungsrechte, welche der Ausübung eines beherrschenden Einflusses der Gesellschaft über Bipolar entgegenstehen. Daher bilanziert die Gesellschaft ihren verbleibenden Anteil an Bipolar unter Anwendung der Equity-Methode.

Festplatten-Aktivitäten

Am 25. April 2008 hat die Gesellschaft den Verkauf der Festplatten-Aktivitäten an LSI abgeschlossen. Der Verkaufspreis betrug €60 Millionen (95 Millionen US-Dollar). Die Festplatten-Sparte der Gesellschaft entwickelt, fertigt und vermarktet Chips für Festplatten-Systeme. Die Gesellschaft übertrug LSI sämtliche Geschäftsaktivitäten, einschließlich Kundenbeziehungen und technischem Know-how, und gewährte LSI eine Lizenz für geistiges Eigentum. Die Transaktion beinhaltete keine signifikanten Vermögenswerte oder die Übertragung von Mitarbeitern. Folglich hat die Gesellschaft aus der Veräußerung einen Gewinn vor Steuern von €39 Millionen erzielt, welcher unter den "Sonstigen betrieblichen Erträgen" im Geschäftsjahr 2008 ausgewiesen wurde.

BAW-Geschäft

Am 11. August 2008 hat die Gesellschaft den Verkauf des Bulk-Acoustic-Wave-Filter-Geschäfts ("BAW") an und eine Zuliefervereinbarung bis Dezember 2009 mit Avago abgeschlossen. Der Verkaufspreis betrug €21 Millionen. Das BAW-Geschäft entwickelt, fertigt und vermarktet zellulare Duplexgeräte für N-CDMA- und W-CDMA-Anwendungen sowie Wellenfilter für GPS. Der Verkaufspreis wurde auf Basis der beizulegenden Zeitwerte auf die Bestandteile der Transaktion verteilt. Folglich hat die Gesellschaft einen Gewinn vor Steuern in Höhe von €9 Millionen erzielt, welcher unter den "Sonstigen betrieblichen Erträgen" ausgewiesen wurde. Zusätzlich wurden €6 Millionen abgegrenzt, die über den Zeitraum der Zuliefervereinbarung realisiert werden.

SensoNor-Geschäft

Im Laufe des Geschäftsjahrs 2003 erwarb die Gesellschaft SensoNor AS ("SensoNor") für insgesamt €34 Millionen in bar. SensoNor entwickelt, produziert und vermarktet Reifendrucküberwachungssysteme und Sensoren für die Beschleunigungsmessung. Am 4. März 2009 veräußerte die Gesellschaft Teile des Geschäfts von SensoNor einschließlich Sachanlagevermögen, Vorräten und Pensionsverpflichtungen und transferierte die Mitarbeiter zu dem neu gegründeten Unternehmen SensoNorTechnologies AS für €4 Millionen in bar und eine Aktie. Zusätzlich lizenzierte die Gesellschaft geistiges Eigentum und schloss eine Zuliefervereinbarung bis Dezember 2011 ab. Der gesamte erhaltene Gegenwert wurde auf die Elemente der Transaktion, basierend auf den relativen Marktwerten, verteilt. Infolgedessen realisierte die Gesellschaft Verluste vor Steuern in Höhe von €17 Millionen, die in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst wurden. Sie beinhalten eine Rückstellung in Höhe von €8 Millionen, die über die Laufzeit der Zuliefervereinbarung verrechnet wird. Die Gesellschaft hat Vereinbarungen mit der neuen Gesellschaft geschlossen, um den kontinuierlichen Bezug von Komponenten für ihre Reifendrucküberwachungssysteme zu sichern, bis die Gesellschaft die Produktion in Villach hochfährt.

Verkauf der Vermögenswerte für die eingegossenen Leistungsmodule

Im dritten Quartal des Geschäftsjahrs 2009 schloss die Gesellschaft eine Vereinbarung mit LS Industrial Systems Co., Ltd. ("LSIS"), um das Joint Venture LS Power Semitech Co., Ltd. zu gründen. Das Joint Venture wird voraussichtlich in Korea und in anderen Standorten in Asien tätig sein und fokussiert sich auf die Entwicklung, Produktion und die Vermarktung von eingegossenen Leistungsmodulen für Anwendungen in Haushaltsgeräten. LSIS wird 54 Prozent und die Gesellschaft 46 Prozent am Joint Venture halten. Die Vereinbarung bedarf der behördlichen Genehmigung. Der Vollzug der Vereinbarung wird noch für das Kalenderjahr 2009 erwartet. Zeitgleich mit der Bekanntgabe der Joint-Venture-Vereinbarung hat die Gesellschaft die Vermögenswerte für die eingegossenen Leistungsmodule in zur Veräußerung stehende Vermögenswerte umgegliedert und Aufwendungen für Abschreibungen gemäß IFRS 5 nicht mehr erfasst.

ALTIS

ALTIS Semiconductor S.N.C., Essonnes, Frankreich ("ALTIS") ist ein Gemeinschaftsunternehmen von Infineon und International Business Machines Corporation, New York, USA ("IBM"), in dem beide Partner ein gleiches Stimmrecht haben. ALTIS wird gemäß IAS 27, "Consolidated and Separate Financial Statements", vollkonsolidiert. Im August 2007 haben die Gesellschaft und IBM einen Grundsatzvertrag unterzeichnet, wonach ihre entsprechenden Anteile an ALTIS verkauft werden sollten. Gemäß IFRS 5 wurden die Vermögenswerte und Verbindlichkeiten von ALTIS in zur Veräußerung stehende Vermögenswerte und Verbindlichkeiten in der Konzern-Bilanz zum 30. September 2007 umgegliedert und Aufwendungen für Abschreibungen wurden seitdem 1. August 2007 nicht mehr erfasst. Zum 30. September 2008 konnten die Verhandlungen mit dem vorgesehenen Käufer nicht abgeschlossen werden. Obwohl die Gespräche mit anderen Parteien fortgesetzt werden, ist der Ausgang dieser Verhandlungen offen. Demzufolge hat die Gesellschaft die Vermögenswerte und Verbindlichkeiten der Veräußerungsgruppe, die zuvor als zur Veräußerung stehend klassifiziert wurde, in Vermögenswerte zur fortgesetzten Nutzung in der Konzern-Bilanz zum 30. September 2008 umgegliedert. Durch die Umgliederung wurde eine Anpassung in Höhe von €104 Millionen im Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten erfasst. Die Anpassung resultiert aus der Bewertung der Veräußerungsgruppe zum niedrigeren Wert aus Buchwert vor Klassifizierung in zur Veräußerung stehend, vermindert um planmäßige Abschreibungen oder Neubewertungen, die ohne die Klassifizierung der Vermögenswerte in zur Veräußerung stehend angefallen wären, oder dem erzielbaren Betrag bei Umgliederung.

Qimonda - nicht fortgeführte Aktivitäten

Im Geschäftsjahr 2008 legte die Gesellschaft einen Plan zur Veräußerung der Qimonda AG, eine sich im Mehrheitsbesitz befindende Gesellschaft, die Speicherprodukte produzierte und verkaufte ("Qimonda") fest. Demzufolge wurden die Ergebnisse von Qimonda als nicht fortgeführte Aktivitäten in allen ausgewiesenen Berichtsperioden in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung dargestellt und die Vermögenswerte und Verbindlichkeiten in zur Veräußerung stehende Vermögenswerte und Verbindlichkeiten in der Konzern-Bilanz zum 30. September 2008 umgegliedert.

Seit Beginn des Kalenderjahres 2007 sind die Preise für Speicherprodukte, wie Qimonda sie fertigte, sehr erheblich gefallen. Auf Grund dieses starken Preisdrucks erlitt Qimonda auch während des Geschäftsjahrs 2008 einen deutlichen Verlust, der sich für Infineon im "Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten, abzüglich Steuern vom Einkommen und vom Ertrag" in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung der Gesellschaft niederschlägt. Zusätzlich erfasste die Gesellschaft Abschreibungen nach Steuern in Höhe von insgesamt €1.475 Millionen im Geschäftsjahr 2008, um Qimonda auf seinen geschätzten Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten neu zu bewerten, welche sich ebenfalls im "Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten, abzüglich Steuern vom Einkommen und vom Ertrag" in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung der Gesellschaft widerspiegeln. Gemäß IFRS 5, "Non-current Assets Held for Sale and Discontinued Operations", unterbleiben Abschreibungen auf das entsprechende Anlagevermögen ab dem 31. März 2008.

Am 23. Januar 2009 stellten Qimonda und ihre hundertprozentige Tochtergesellschaft Qimonda Dresden GmbH & Co. oHG ("Qimonda Dresden") beim Amtsgericht München Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens. Auf Grund des Insolvenzantrags von Qimonda hat die Gesellschaft Qimonda gemäß IAS 27, im zweiten Quartal des Geschäftsjahrs 2009 entkonsolidiert. Am 1. April 2009 wurden die Insolvenzverfahren eröffnet. Insolvenzverfahren wurden auch über weitere Tochterunternehmen von Qimonda in verschiedenen Staaten eröffnet. Das Ergebnis dieser Insolvenzverfahren, einschließlich der endgültigen Verwertung der verbleibenden Vermögenswerte und Schulden von Qimonda, ist derzeit ungewiss.

Die dargestellten Ergebnisse von Qimonda für den Zeitraum vom 1. Oktober bis zur Entkonsolidierung sind vorläufige Ergebnisse, die vor dem Insolvenzantrag von Qimonda unter Annahme der Unternehmensfortführung ermittelt und Infineon zur Verfügung gestellt wurden. Ein Abschluss auf Basis von Liquidationswerten, der erforderlich "Consolidated and Separate Financial Statements", ch wäre, wenn die Annahme der Unternehmensfortführung nicht mehr gegeben ist, ist von Qimonda nicht erhältlich. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass die einzelnen erfassten Buchwerte der von Infineon zur Veräußerung stehenden Vermögenswerte und Verbindlichkeiten nicht wesentlich abweichen würden, wenn diese auf Basis von Liquidationswerten dargestellt würden. Jedoch würde sich dies auf den zur Veräußerung stehenden Nettovermögenswert von Qimonda, der von Infineon bis zur Entkonsolidierung bilanziert wurde, nicht ausgewirkt haben, da dieser bereits zum 30. September 2008 zum geschätzten Zeitwert, abzüglich Veräußerungskosten, von Null bewertet war.

Im Zuge der Entkonsolidierung von Qimonda wurden Qimonda's Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in Höhe von €286 Millionen am Stichtag der Entkonsolidierung als Auszahlung im Mittelzufluss aus Investitionstätigkeit aus nicht fortgeführten Aktivitäten ausgewiesen.

Die operativen Verluste von Qimonda seit 1. Oktober 2008 bis zur Entkonsolidierung, ohne Abschreibungen und Wertberichtigungen auf langfristige Vermögenswerte, wurden durch eine teilweise Rücknahme in Höhe von €460 Millionen der im Geschäftsjahr 2008 erfassten Wertberichtigung, um Qimondas Nettovermögenswerte zum geschätzten Zeitwert, abzüglich Veräußerungskosten, mit Null zu bewerten, kompensiert.

Während des Geschäftsjahrs 2009 enthalten die ausgewiesenen Beträge hinsichtlich Qimonda im "Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten, abzüglich Steuern vom Einkommen und Ertrag" im Wesentlichen:

die Realisierung von aufgelaufenen bisher direkt im Eigenkapital erfassten Währungsumrechnungsverlusten in Höhe von €88 Millionen im Wesentlichen aus Qimondas Veräußerung seiner Beteiligung an Inotera Memories Inc. ("Inotera") an Micron Technology Inc. ("Micron"), die nicht in den zur Veräußerung stehenden Vermögenswerte und Verbindlichkeiten am 30. September 2008 enthalten waren,
die Realisierung von aufgelaufenen bisher direkt im Eigenkapital erfassten Währungsumrechnungsverlusten in Höhe von €100 Millionen im Rahmen der Entkonsolidierung von Qimonda und
Aufwendungen für Rückstellungen und Wertberichtigungen in Höhe von €227 Millionen im Zusammenhang mit der Insolvenz von Qimonda (siehe unten).

Auf Grund der Eröffnung des Insolvenzverfahrens von Qimonda ist Infineon potenziellen Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit dem Qimondageschäft ausgesetzt, die unter anderem folgende umfassen:

Die Gesellschaft ist in bestimmten anhängigen karteil- und wertpapierrechtlichen Verfahren eine beklagte Partei. Qimonda ist verpflichtet, die Gesellschaft von Ansprüchen (einschließlich Aufwendungsersatz) im Zusammenhang mit den anhängigen karteil- und wertpapierrechtlichen Verfahren insgesamt oder teilweise freizustellen. Durch die Insolvenz von Qimonda erwartet die Gesellschaft, dass Qimonda nicht in der Lage sein wird, den Freistellungsanspruch der Gesellschaft zu erfüllen. Für weitere Informationen zu diesen anhängigen karteil- und wertpapierrechtliche Verfahren und deren potenzielle Auswirkung auf die Gesellschaft, siehe Anhang Nr. 38 ("Finanzielle Verpflichtungen und Eventualverbindlichkeiten - Rechtsstreitigkeiten und staatliche Untersuchungsverfahren - Wettbewerbsrechtliche Verfahren", " - Sonstige staatliche Ermittlungsverfahren" und "- Wertpapierrechtliche Verfahren").
Die Gesellschaft ist Beklagte in einem in Delaware anhängigen Verfahren, in dem die Kläger Ansprüche auf Abfindungen und andere Bezüge geltend manchen, die angeblich von Qimonda North America im Zusammenhang mit der Beendigung von Beschäftigungsverhältnissen aufgrund der Insolvenz von Qimonda zu zahlen sind. Für weitere Informationen zu diesem Verfahren siehe Anhang Nr. 38 ("Finanzielle Verpflichtungen und Eventualverbindlichkeiten - Rechtsstreitigkeiten und staatliche Untersuchungsverfahren - Qimondabezogene arbeitsrechtliche Verfahren").
Die Gesellschaft steht potenziellen Verbindlichkeiten gegenüber, die aus ihrer früheren Beteiligung an Qimonda Dresden erwachsen. Vor der Ausgliederung des Qimondageschäfts war die Gesellschaft persönlich haftende Gesellschafterin der Qimonda Dresden und könnte so unter bestimmten Umständen und auf Grund bestimmter gesetzlicher Regelungen für einzelne Verbindlichkeiten von Qimonda Dresden, die vorder Ausgliederung begründet wurden, haftbar gemacht werden. Diese schließen, unter anderem, mögliche Rückzahlungen von öffentlichen Fördermitteln ein, aber auch mitarbeiterbezogene Ansprüche, wie Vergütungen und Sozialabgaben. Die Gesellschaft ist zu diesen Sachverhalten in Verhandlungen mit dem Freistaat Sachsen und dem Insolvenzverwalter von Qimonda. Die Gesellschaft hat im Zusammenhang mit diesen Sachverhalten eine Rückstellung gebildet. Eine Offenlegung des Betrags dieser Rückstellung könnte die Verhandlungen der Gesellschaft bezüglich dieser Sachverhalte jedoch ernsthaft beeinträchtigen.
Die Gesellschaft und ihre Tochtergesellschaft Infineon Technologies Dresden GmbH ("Infineon Dresden") sind Klagen von ungefähr 70 ehemaligen Infineon Mitarbeitern ausgesetzt, die an Qimonda oder Qimonda Dresden im Rahmen der Ausgliederung transferiert wurden und die eine Wiederbeschäftigung durch die Gesellschaft verlangen. Eine verlässliche Schätzung über die Höhe der Ansprüche und dem Ausgang der Verfahren ist derzeit nicht möglich.

Zusätzlich zu den oben beschriebenen Sachverhalten könnte die Gesellschaft insolvenzrechtlichen Ansprüchen des Insolvenzverwalters ausgesetzt sein, die zu Rückzahlungen bestimmter von Qimonda erhaltener Beträge führen können, wie z.B. Beträge die die Gesellschaft für Konzerndienstleistungen und - lieferungen innerhalb bestimmter Zeiträume vor der Eröffnung des Insolvenzverfahrens erhalten hat. Abhängig von zukünftigen Entwicklungen der Tätigkeit von Qimonda in Portugal besteht ein Risiko, dass Ansprüche gegen die Gesellschaft im Zusammenhang mit öffentlichen Fördermitteln, die Qimonda Portugal S.A. vorder Ausgliederung erhalten hat, geltend gemacht werden. Bislang wurden diesbezüglich keine Ansprüche geltend gemacht und eine verlässliche Schätzung der Erfolgsaussicht derartiger Ansprüche und deren mögliche Höhe ist derzeit nicht möglich. Die Insolvenz von Qimonda könnte die Gesellschaft auch anderen Ansprüchen aussetzen, die aus Verträgen, Angeboten, nicht abgeschlossenen Transaktionen, fortbestehenden Verpflichtungen, Risiken, Pfandrechten und anderen Verpflichtungen resultieren, die im Zusammenhang mit der Ausgliederung des Qimondageschäfts auf Qimonda übertragen wurden, da die Gesellschaft erwartet, dass Qimonda nicht in der Lage sein wird, seiner Freistellungsverpflichtung gegenüber der Gesellschaft in Bezug auf solche Ansprüche nachzukommen. Außerdem besteht das Risiko, dass die Gesellschaft Nutzungsrechte an geistigem Eigentum verlieren könnte, die Infineon gemäß dem Einbringungsvertrag an geistigem Eigentum von Qimonda zustehen, da der Insolvenzverwalter für diese Vereinbarung das Wahlrecht der Nichterfüllung geltend gemacht hat. Die Gesellschaft analysiert derzeit den Umfang des möglicherweise betroffenen geistigen Eigentums. Zum jetzigen Zeitpunkt kann keine verlässliche Schätzung daraus möglicherweise resultierender Kosten abgegeben werden.

Zum 30. September 2009 hat die Gesellschaft im Zusammenhang mit diesen Sachverhalten insgesamt Verbindlichkeiten von €21 Millionen und Rückstellungen von €163 Millionen bilanziert. Die erfassten Rückstellungen sind mehrheitlich unter "Rückstellungen" und der verbleibende Betrag unter "Langfristige Rückstellungen" erfasst. Die zum 30. September 2009 erfassten Rückstellungen umfassen nur solche, von denen die Gesellschaft annimmt, dass sie wahrscheinlich eintreten können, und die mit hinreichender Genauigkeit zum jetzigen Zeitpunkt eingeschätzt werden können. Es gibt keine Sicherheit, dass die erfassten Rückstellungen ausreichen, um allen Verpflichtungen nachzukommen, die im Zusammenhang mit diesen Angelegenheiten entstehen könnten. Die Erläuterung von Beträgen zu den einzelnen Sachverhalten, die im Zusammenhang mit der Insolvenz von Qimonda stehen, könnte die rechtliche Position oder die Verhandlungsposition der Gesellschaft ernsthaft beeinträchtigen und wird somit nicht offengelegt. Eine verlässliche Schätzung von Beträgen zu jenen potenziellen Verpflichtungen, welche möglicherweise eintreten könnten, derzeit aber nicht als wahrscheinlich angesehen werden, kann derzeit nicht abgegeben werden.

Zeitgleich mit der Ausgabe einer im Jahr2013 fälligen Wandelanleihe von Qimonda (als Bürgin) durch ihre Tochtergesellschaft Qimonda Finance LLC (als Emittentin) in Höhe von 248 Millionen US-Dollar am 12. Februar 2008 hat Infineon der Credit Suisse International 20,7 Millionen Qimonda-ADS im Rahmen der Platzierung der Wandelanleihen geliehen. Bis zum 30. September 2009 waren 17,1 Millionen ADS an Infineon zurückgegeben worden. Im Oktober 2009 hat die Credit Suisse International die verbleibenden ausstehenden 3,6 Millionen an Qimonda-ADS zurückgegeben.

Verkauf des Wireline Communications Business - nicht fortgeführte Aktivitäten

Am 7. Juli 2009 hat die Gesellschaft einen Vertrag über den Verkauf ihres Geschäfts mit drahtgebundener Kommunikation (Wireline Communications), ein Segment der Gesellschaft, an Lantiq, mit Golden Gate Private Equity Inc. verbundene Unternehmen ("Lantiq"), geschlossen. Der Verkauf wurde am 6. November 2009 vollzogen. Der Großteil des Kaufpreises war mit Vollzug des Verkaufs mit €223 Millionen fällig. Zusätzlich ist ein Anteil von €20 Millionen des Kaufpreises neun Monate nach Vollzug des Verkaufs fällig (siehe Anhang Nr. 40 bezüglich weiterer Informationen zum Vollzug des Verkaufs).

Auf Grund der Entscheidung zum Verkauf des Geschäfts mit drahtgebundener Kommunikation hat die Gesellschaft jene Vermögenswerte und Verbindlichkeiten ihres Geschäfts mit drahtgebundener Kommunikation, die zu Lantiq transferiert werden, gemäß IFRS 5 als zur Veräußerung stehend in der Konzern-Bilanz zum 30. September 2009 erfasst und seit Juli 2009 keine Abschreibungen mehr auf diese Vermögenswerte vorgenommen. Die Ergebnisse aus dem Geschäft mit drahtgebundener Kommunikation wurden in allen dargestellten Berichtsperioden in der Konzern-Gewinn-und - Verlust-Rechnung der Gesellschaft als "Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten, abzüglich Steuern vom Einkommen und vom Ertrag" ausgewiesen.

Einzelne Aufwendungen aus Zentralfunktionen, die in der Vergangenheit dem Geschäft mit drahtgebundener Kommunikation zugeschlüsselt wurden und die nicht als Ergebnis des Verkaufs auf Lantiq übergehen werden, wurden dem Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten gemäß der Vorschrift des IFRS 5 zugeordnet. Die Gesellschaft beabsichtigt, diese Aufwendungen im Laufe des Geschäftsjahrs 2010 abzubauen.

Zur Veräußerung stehende Vermögenswerte und Verbindlichkeiten

Die zur Veräußerung stehenden Vermögenswerte und Verbindlichkeiten zum 30. September 2008 bestehen im Wesentlichen aus den Buchwerten der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten von Qimonda.

Die Buchwerte der wesentlichen Klassen der zur Veräußerung stehenden Vermögenswerte und Verbindlichkeiten setzen sich zum 30. September 2008 wie folgt zusammen:

30. September 2008

(€ in Millionen)
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 421
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen 255
Vorräte 289
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte 376
Sachanlagen 2.059
Geschäfts- oder Firmenwert und andere immaterielle Vermögenswerte 76
Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen 14
Aktive latente Steuern 59
Sonstige Vermögenswerte 55
Zwischensumme 3.604
Abschreibung (1.475)
Gesamte zur Veräußerung stehende Vermögenswerte 2.129
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten sowie kurzfristig fällige Bestandteile langfristiger Finanzverbindlichkeiten 346
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten 592
Kurzfristige Rückstellungen 220
Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten 300
Langfristige Finanzverbindlichkeiten 427
Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 22
Passive latente Steuern 16
Langfristige Rückstellungen 25
Sonstige Verbindlichkeiten 175
Gesamte Verbindlichkeiten, verbunden mit den zur Veräußerung stehenden Vermögenswerten 2.123
Direkt im Eigenkapital erfasste Erträge und Aufwendungen, verbunden mit den zur Veräußerung stehenden Vermögenswerten und Verbindlichkeiten (158)

Die zur Veräußerung stehenden Vermögenswerte und Verbindlichkeiten zum 30. September 2009 bestehen im Wesentlichen aus den Buchwerten der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die im Zusammenhang mit dem Verkauf des Geschäfts mit drahtgebundener Kommunikation veräußert werden. Die Buchwerte der wesentlichen Klassen der zur Veräußerung stehenden Vermögenswerte und Verbindlichkeiten setzen sich zum 30. September 2009 wie folgt zusammen:

30. September 2009

(€ in Millionen)
Vorräte 43
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte 2
Sachanlagen 9
Geschäfts- oder Firmenwert und andere immaterielle Vermögenswerte 58
Gesamte zur Veräußerung stehende Vermögenswerte 112
Kurzfristige Rückstellungen 6
Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten 2
Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 1
Gesamte Verbindlichkeiten, verbunden mit den zur Veräußerung stehenden Vermögenswerten 9

Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten, abzüglich Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Die Ergebnisse von Qimonda und dem Wireline Communications Business, die in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung als Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten dargestellt sind, setzen sich in den Geschäftsjahren 2007, 2008 und 2009 wie folgt zusammen:

2007 2008 2009
(€ in Millionen)
--- --- --- ---
Qimonda(1)
Umsatzerlöse 3.608 1.785 314
Kosten und Aufwendungen (3.956) (3.773) (779)
Rücknahme der Abschreibung (Wertberichtigung) auf den Zeitwert, abzüglich anfallender Veräußerungskosten - (1.475) 460
Geschätzte Aufwendungen infolge des Insolvenzantrags von Qimonda - - (227)
Realisierung aufgelaufener Verluste in Verbindung mit unrealisierten Währungseffekten im Wesentlichen aus der Entkonsolidierung und Qimonda's Verkauf von Inotera - - (188)
Ergebnis vor Steuern (348) (3.463) (420)
Erträge (Aufwendungen) aus Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 21 (96) -
Qimondas Anteil am Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten, abzüglich Steuern vom Einkommen und vom Ertrag (327) (3.559) (420)
Wireline Communications Business
Umsatzerlöse 414 418 333
Kosten und Aufwendungen (424) (400) (309)
Ergebnis vor Steuern (10) 18 24
Aufwendungen aus Steuern vom Einkommen und vom Ertrag (2) (2) (2)
Wireline Communications-Anteil am Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten, abzüglich Steuern vom Einkommen und vom Ertrag (12) 16 22
Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten, abzüglich Steuern von Einkommen und vom Ertrag (339) (3.543) (398)

(1) Für den Zeitraum zwischen dem 1. Januar 2009 und dem 23. Januar 2009, dem Tag des Antrags auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens, lagen keine weiteren Informationen über die Finanzdaten von Qimonda vor. Auf Grund der oben erläuterten Abschreibung des Nettovermögens von Qimonda zum 30. September 2008 auf Null hatten die operativen Verluste von Qimonda im Zeitraum vom 1. Oktober 2008 bis zum 23. Januar 2009 keine Auswirkung auf den Konzernjahresfehlbetrag der Gesellschaft, da diese durch die Rücknahme der zuvor erfassten Abschreibungen eliminiert wurden. Während die Beträge für Umsatzerlöse und Kosten und Aufwendungen für den Zeitraum vom1.Januar 2009 bis23. Januar2009inder vorherigen Tabelle nicht enthalten sind, ist Qimonda's Anteil am Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten, abzüglich Steuern vom Einkommen und vom Ertrag, in Höhe von €420 Millionen davon nicht betroffen.

6. Lizenzen

In den Geschäftsjahren 2007,2008 und 2009 weist die Gesellschaft Umsätze aus Lizenz- und Know-how-Überlassungsverträgen in Höhe von €19 Millionen, €53 Millionen und €18 Millionen in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung aus. Darin enthalten sind früher abgegrenzte Lizenzerträge in Höhe jeweils von €1 Million, €1 Million und €0 Millionen, die entsprechend IAS 18 in den Geschäftsjahren 2007, 2008 und 2009 als Umsatz realisiert wurden, da alle Verpflichtungen erfüllt wurden.

7. Zuschüsse und Zulagen

Die Gesellschaft hat im Rahmen staatlicher Wirtschaftsförderungsprogramme von verschiedenen staatlichen Stellen Fördermittel, unter anderem für die Errichtung von Fertigungsstätten, für Forschung und Entwicklung und Mitarbeiterentwicklung, erhalten. Die im Konzernabschluss enthaltenen Zuschüsse und Zulagen stellen sich für die Geschäftsjahre wie folgt dar:

2007 2008 2009
(€ in Millionen)
--- --- --- ---
In der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung sind enthalten:
Forschung und Entwicklung 87 59 50
Umsatzkosten 19 19 15
Vertriebskosten und allgemeine Verwaltungskosten - - 1
Gesamt 106 78 66

Abgegrenzte staatliche Zuschüsse und Zulagen betrugen zum 30. September 2008 und 2009 €22 Millionen und €21 Millionen. Zum 30. September 2008 und 2009 bestanden Forderungen für Fördermittel in Höhe von €28 Millionen und €30 Millionen.

8. Zusätzliche Angaben zu betrieblichen Aufwendungen

Die Aufwendungen für bezogene Leistungen und Materialaufwendungen setzen sich für die Geschäftsjahre wie folgt zusammen:

2007 2008 2009
(€ in Millionen)
--- --- --- ---
Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 753 792 731
Aufwendungen für bezogene Leistungen 751 787 710
Gesamt 1.504 1.579 1.441

Die Personalaufwendungen setzen sich für die Geschäftsjahre wie folgt zusammen:

2007 2008 2009
(€ in Millionen)
--- --- --- ---
Löhne und Gehälter 1.287 1.451 974
Sozialabgaben 233 240 200
Aufwendungen für Pensionsverpflichtungen 12 - (13)
Gesamt 1.532 1.691 1.161

Die durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiter nach Regionen für die Geschäftsjahre zum 30. September ist in folgender Übersicht dargestellt(1) :

2007 2008 2009
Deutschland 10.553 10.085 9.379
Übriges Europa 5.604 5.280 4.726
Nordamerika 540 845 729
Asien-Pazifik 12.905 13.094 11.763
Japan 151 161 143
Andere 21 - -
Infineon 29.774 29.465 26.740
Qimonda(2) 12.775 12.990 2.770
Gesamt 42.549 42.455 29.510

(1) Mit Abschluss des Verkaufs unseres Geschäfts mit drahtgebundener Kommunikation (Wireline Communications) ist vorgesehen, dass ungefähr 860 Mitarbeiter auf Lantiq übergehen.

(2) Die durchschnittliche Mitarbeiteranzahl des Geschäftsjahrs 2009 wurde ermittelt aus der Anzahl der Mitarbeiter im ersten Quartal von 11.079, und von Null im zweiten, dritten und vierten Quartal als Ergebnis der Entkonsolidierung von Qimonda im zweiten Quartal in Folge der Insolvenz von Qimonda.

Die sonstigen betrieblichen Erträge setzten sich für die Geschäftsjahre wie folgt zusammen:

2007 2008 2009
(€ in Millionen)
--- --- --- ---
Gewinne aus der Veräußerung von Geschäftseinheiten und von Anteilen an Tochterunternehmen 19 80 1
Wertaufholung von außerplanmäßig abgeschriebenen Vermögenswerten - - 2
Sonstige 18 40 26
Gesamt 37 120 29

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen setzten sich für die Geschäftsjahre wie folgt zusammen:

2007 2008 2009
(€ in Millionen)
--- --- --- ---
Verluste aus dem Verkauf von Geschäftsaktivitäten und Anteilen an Tochterunternehmen - - 17
Außerplanmäßige Abschreibungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte und immaterielle Vermögenswerte 5 8 3
Außerplanmäßige Abschreibungen auf Sachanlagen 4 122 -
Aufwendungen für Umstrukturierungsmaßnahmen 45 188 (20)
Sonstige 3 47 48
Gesamt 57 365 48

Im Geschäftsjahr 2006 gab die Gesellschaft Umstrukturierungspläne bekannt, die einen Abbau der Belegschaft bei ALTIS und bei den Chipkarten-Back-End-Aktivitäten beinhalten. Ziel der Maßnahme ist es, die Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten und die Kosten zu reduzieren. Als Teil der Umstrukturierungsmaßnahmen hat die Gesellschaft vereinbart, zirka 390 Mitarbeiter zu entlassen, und dafür im Geschäftsjahr 2007 Aufwendungen für Umstrukturierungsmaßnahmen erfasst.

Im Geschäftsjahr 2007 gab die Gesellschaft infolge der Insolvenz von BenQ Mobile GmbH & Co. OHG, einem der größten Kunden der Gesellschaftim Mobilfunkgeschäft, weitere Umstrukturierungspläne im Wesentlichen für die Effizienzsteigerung bestimmter Forschungs- und Entwicklungsstandorte bekannt. Von dieser Umstrukturierung waren weltweit rund 280 Mitarbeiter betroffen, davon zirka 120 an den deutschen Standorten München, Salzgitter und Nürnberg.

Um auf steigende Risiken im Marktumfeld, die nachteilige Wechselkursentwicklung und Margen, die unter dem Branchenvergleich liegen, zu reagieren, hat die Gesellschaft im dritten Quartal des Geschäftsjahrs 2008 das Kostensenkungsprogramm IFX10+ gestartet mit in den Bereichen Produkt-Portfoliomanagement, Reduzierung der Herstellkosten und Optimierung der Wertschöpfungskette, Verbesserung der Effizienz von Prozessen, Reorganisation der Unternehmensstruktur entsprechend den Zielmärkten sowie Personalabbau beschlossen. Im Rahmen der IFX10+ Maßnahmen wurde während des Geschäftsjahrs 2009 ein Abbau von etwa10 Prozent der Infineon-Belegschaftweltweit umgesetzt. Das IFX10+ Programm hat im Geschäftsjahr 2008 Umstrukturierungsaufwendungen von €172 Millionen hervorgerufen, im Wesentlichen für geleistete Abfindungszahlungen und für am 30. September 2008 erwartete Abfindungszahlungen. Im Geschäftsjahr 2009 hat die Gesellschaft eine teilweise Auflösung von Rückstellungen im Zusammenhang mit dem Kostensenkungsprogramm IFX10+ in Höhe von €25 Millionen vorgenommen. Die Auflösung wurde im Geschäftsjahr 2009 teilweise kompensiert durch €5 Millionen Umstrukturierungsaufwand.

Die gesamten Aufwendungen für operative Leasing-Verträge betrugen im Geschäftsjahr 2007, 2008 und 2009 €114 Millionen, €97 Millionen und €95 Millionen.

9. Finanzerträge

Die Finanzerträge in den Geschäftsjahren 2007, 2008 und 2009 setzten sich wie folgt zusammen:

2007 2008 2009
(€ in Millionen)
--- --- --- ---
Zinserträge 47 56 84
Wertänderung und Erträge aus Veräußerungen 60 2 -
Sonstige Finanzerträge - - 17
Gesamt 107 58 101

Die Zinserträge im Geschäftsjahr 2009 enthalten einen Gewinn vor Steuern in Höhe von €61 Millionen, der aus den Rückkäufen der im Jahr 2010 fälligen nachrangigen Umtausch- und Wandelanleihe resultiert (siehe Anhang Nr. 27). Aus den Rückkäufen im Geschäftsjahr 2008 resultierte kein Gewinn vor Steuern. Während des Geschäftsjahrs 2007 gab es keine Rückkäufe.

10. Finanzaufwendungen

Die Finanzaufwendungen in den Geschäftsjahren 2007, 2008 und 2009 setzten sich wie folgt zusammen:

2007 2008 2009
(€ in Millionen)
--- --- --- ---
Zinsaufwendungen 147 150 126
Verluste aus Veräußerungen von zur Veräußerung verfügbaren Vermögenswerten 54 23 28
Sonstige Finanzaufwendungen 41 8 2
Gesamt 242 181 156

Die Zinsaufwendungen in den Geschäftsjahren 2008 und 2009 enthalten einen Verlust vor Steuern in Höhe von €8 Millionen und €6 Millionen, der aus den Rückkäufen und der Rückzahlung der im Jahr 2010 fälligen nachrangigen Wandel- und Umtauschanleihe resultiert (siehe Anhang Nr. 27). Während des Geschäftsjahrs 2007 gab es keine Rückkäufe.

11. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Das Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten vor Steuern verteilt sich in den Geschäftsjahren 2007, 2008 und 2009 wie folgt:

2007 2008 2009
(€ in Millionen)
--- --- --- ---
Deutschland (215) (266) (315)
Ausland 182 101 47
Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten vor Steuern vom Einkommen und vom Ertrag (33) (165) (268)

Die Aufwendungen (Erträge) aus Steuern vom Einkommen und vom Ertrag aus fortgeführten Aktivitäten ermitteln sich für die zum 30. September 2007, 2008 und 2009 endenden Geschäftsjahre wie folgt:

2007 2008 2009
(€ in Millionen)
--- --- --- ---
Laufender Steueraufwand:
Deutschland 24 3 1
Ausland 5 18 11
29 21 12
Latenter (Steuerertrag) Steueraufwand:
Deutschland (39) 54 (8)
Ausland 8 (36) 1
(31) 18 (7)
(Erträge) Aufwendungen aus Steuern vom Einkommen und vom Ertrag (2) 39 5

Vom laufenden Steueraufwand zum 30. September 2007, 2008 und 2009 entfallen auf Vorjahre €12 Millionen, €10 Millionen und €0 Millionen.

Für das Geschäftsjahr 2007 beträgt der Körperschaftsteuersatz der Gesellschaft 25 Prozent zuzüglich des Solidaritätszuschlags von 5,5 Prozent. Der Gewerbesteuersatz beträgt für die Infineon Technologies AG 11 Prozent, woraus sich ein Gesamtsteuersatz von 37 Prozent ergibt.

Am 17. August 2007 trat das Gesetz zur Unternehmensteuerreform 2008 in Kraft, welches zahlreiche Änderungen bezüglich der Besteuerung deutscher Unternehmen zur Folge hat. Es beinhaltet unter anderem die Absenkung des Gesamtsteuersatzes aus deutscher Körperschaftsteuer zuzüglich Gewerbesteuer für die Gesellschaft von 37 Prozent auf 28 Prozent, der sich aus einem Körperschaftsteuersatz von 15 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag von 5,5 Prozent sowie einem Gewerbesteuersatz von 12 Prozent zusammensetzt. Die meisten Änderungen werden für das Geschäftsjahr 2008 der Gesellschaft wirksam. Zum 30. September 2007 hat die Gesellschaft auf Grund des Inkrafttretens des Gesetzes gemäß IAS 12 einen latenten Steueraufwand aus der Abwertung der aktiven latenten Steuern von €25 Millionen berücksichtigt.

Die folgende Überleitung der Steuern vom Einkommen und vom Ertrag aus fortgeführten Aktivitäten zum 30. September 2007, 2008 und 2009 erfolgt unter Zugrundelegung eines Gesamtsteuersatzes aus deutscher Körperschaftsteuer zuzüglich Gewerbesteuer in Höhe von 37 Prozent für 2007 und in Höhe von 28 Prozent für 2008 und 2009:

2007 2008 2009
(€ in Millionen)
--- --- --- ---
Erwarteter Ertrag aus Steuern vom Einkommen und vom Ertrag (12) (46) (75)
Veränderung verfügbarer Steuervergünstigungen (5) (103) (13)
Steuersatzdifferenzen (55) (7) (4)
Permanente Differenzen, netto 11 8 9
Änderung des deutschen Steuersatzes 25 - -
Veränderung der Wertberichtigung 25 183 88
Sonstiges 9 4 -
Tatsächliche Aufwendungen (Erträge) aus Steuern vom Einkommen und vom Ertrag (2) 39 5

Der Saldo der aktiven und passiven latenten Steuern wird in der Konzern-Bilanz zum 30. September 2008 und 2009 wie folgt ausgewiesen:

2008 2009
(€ in Millionen)
--- --- ---
Aktive latente Steuer 400 396
Passive latente Steuer (19) (13)
Summe latente Steuern, Saldo 381 383

Die Veränderung des Saldos der aktiven und passiven latenten Steuern stellt sich wie folgt dar:

2009 (€ in Millionen)
Latente Steuern, Saldo zum 30. September 2008 381
Umgliederung in zur Veräußerung stehende Vermögenswerte und Schulden (1)
Änderungen des Konsolidierungskreises (4)
Latenter Steueraufwand 7
Latente Steuern, Saldo zum 30. September 2009 383

Die aktiven und passiven latenten Steuern setzen sich zum 30. September 2008 und 2009 wie folgt zusammen:

2008 2009
(€ in Millionen)
--- --- ---
Aktive latente Steuern:
Immaterielle Vermögenswerte 38 58
Sachanlagen 152 123
Passive Rechnungsabgrenzung 4 8
Verlustvorträge und Steuervergünstigungen 1.199 1.298
Sonstiges 224 213
Bruttobetrag der aktiven latenten Steuern 1.617 1.700
Wertberichtigung (1.027) (1.170)
Aktive latente Steuern 590 530
Passive latente Steuern:
Immaterielle Vermögenswerte (23) (22)
Sachanlagen (24) (6)
Forderungen (23) -
Rückstellungen und Pensionsverpflichtungen (126) (112)
Sonstiges (13) (7)
Passive latente Steuern (209) (147)
Summe latente Steuern, Saldo 381 383

In Deutschland hatte die Gesellschaft zum 30. September 2009 körperschaftsteuerliche Verlustvorträge in Höhe von €3,4 Milliarden und gewerbesteuerliche Verlustvorträge in Höhe von €4,6 Milliarden. Im Ausland bestehen steuerliche Verlustvorträge in Höhe von €79 Millionen sowie aktivierte Vorträge aus Steuervergünstigungen in Höhe von €168 Millionen. Diese steuerlichen Verlustvorträge und Steuervergünstigungen sind grundsätzlich nur durch die Gesellschaft nutzbar, bei der die steuerlichen Verluste oder die Steuerforderungen entstanden und nach geltendem Recht nicht verfallen sind. Erträge aus Steuervergünstigungen werden im Steueraufwand erfasst, sofern die jeweilige Gesellschaft die Voraussetzungen für deren Gewährung erfüllt.

Die Gesellschaft hat die aktiven latenten Steuern auf die Notwendigkeit einer Wertberichtigung überprüft. Dazu ist eine Beurteilung erforderlich, ob es wahrscheinlich ist, dass Teile oder der Gesamtbetrag der aktiven latenten Steuern nicht realisierbar sein könnten. Die Überprüfung verlangt vom Management unter anderem eine Beurteilung von Erträgen aus verfügbaren Steuerstrategien und aus künftigem zu versteuerndem Einkommen sowie von anderen positiven oder negativen Faktoren. Die tatsächliche Realisierung von aktiven latenten Steuern hängt von der Möglichkeit der Gesellschaft ab, zukünftig entsprechendes zu versteuerndes Einkommen zu generieren, um Verlustvorträge oder Steuervergünstigungen vor ihrem Verfall nutzen zu können. Da die Gesellschaft in bestimmten Steuerhoheiten zum 30. September 2009 über einen Dreijahreszeitraum einen kumulativen Verlust ausgewiesen hat und dies als gewichtiges Indiz zu werten ist, dass das Wahrscheinlichkeitskriterium für den Ansatz von aktiven latenten Steuern nicht erfüllt ist, wird der Einfluss von geplantem zu versteuerndem Einkommen für diese Bewertung ausgeschlossen. Die Beurteilung erfolgt für diese Steuerhoheiten dementsprechend nur auf Grund der Erträge, die durch verfügbare Steuerstrategien und die Umkehr von zeitlichen Unterschieden in künftigen Perioden erlöst werden können. Basierend auf den Ergebnissen dieser Überprüfung, hat die Gesellschaft zum 30. September 2008 und 2009 die Wertberichtigungen auf die aktiven latenten Steuern um €183 Millionen und €88 Millionen erhöht und damit auf einen Betrag gebracht, der wahrscheinlich in Zukunft realisiert werden kann.

Die Gesellschaft hat zum 30. September 2008 und 2009 auf kumulierte einbehaltene Gewinne ausländischer Gesellschaften keine zusätzlichen Ertrag- oder Quellensteuern berechnet, da diese Gewinne in den Auslandsgesellschaften unbegrenzt reinvestiert bleiben sollen. Eine betragsmäßige Schätzung der nicht berücksichtigten passiven latenten Steuern auf diese einbehaltenen Gewinne ist nicht durchführbar.

12. Ergebnis je Aktie

Das unverwässerte Ergebnis je Aktie errechnet sich aus dem Konzernjahresfehlbetrag, dividiert durch den gewogenen Mittelwert der während des Berichtsjahrs ausstehenden Aktien. Bei der Berechnung des verwässerten Ergebnisses je Aktie wird der gewogene Mittelwert der ausstehenden Aktien um die Anzahl der zusätzlichen Aktien erhöht, die ausstünden, wenn potenziell verwässernde Instrumente oder Stammaktien ausgegeben worden wären.

Das unverwässerte Ergebnis je Aktie und das verwässerte Ergebnis je Aktie für die zum 30. September 2007, 2008 und 2009 endenden Geschäftsjahre errechnen sich wie folgt:

2007 2008 2009
Zähler (€ in Millionen):
Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten (31) (204) (273)
Abzüglich: davon auf Minderheitsanteile entfallend (14) 15 -
Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten zurechenbar auf Aktionäre der Infineon Technologies AG (45) (189) (273)
Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten, abzüglich Steuern vom Einkommen und vom Ertrag (339) 3.543 (398)
Abzüglich: davon auf Minderheitsanteile entfallend 37 797 48
Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten, abzüglich Steuern vom Einkommen und vom Ertrag zurechenbar auf Aktionäre der Infineon Technologies AG (302) (2.746) (350)
Konzernjahresfehlbetrag zurechenbar auf Aktionäre der Infineon Technologies AG (347) (2.935) (623)
Nenner (Aktienanzahl in Millionen):
Gewichtete Anzahl der ausstehenden Aktien - unverwässert und verwässert(1) 812,2 813,3 854,5
Ergebnis je Aktie (in €) - unverwässert und verwässert
Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten zurechenbar auf Aktionäre der Infineon Technologies AG (0,06) (0,23) (0,32)
Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten, abzüglich Steuern vom Einkommen und vom Ertrag zurechenbar auf Aktionäre der Infineon Technologies AG (0,37) (3,38) (0,41)
Konzernjahresfehlbetrag zurechenbar auf Aktionäre der Infineon Technologies AG (0,43) (3,61) (0,73)

(1) Die gewichtete Anzahl der ausstehenden Aktien - unverwässert und verwässert - wurde für alle Perioden gemäß IAS 33.27 auf Grund der im August 2009 durchgeführte Kapitalerhöhung angepasst.

Die durchschnittliche Anzahl potenziell verwässernder Instrumente, deren Ausübungspreis während der Berichtsperiode höher war als der durchschnittliche Aktienkurs, sowie diejenigen, die aus anderen Gründen nicht verwässernd gewirkt haben, wurden bei der Berechnung des verwässerten Ergebnisses je Aktie nicht berücksichtigt. Dazu gehörten in den Geschäftsjahren 2007, 2008 und 2009 41,2 Millionen, 34,3 Millionen und 25,2 Millionen an Mitarbeiter ausgegebene Aktienoptionen. Zusätzlich wurden in den Geschäftsjahren 2007, 2008 und 2009 74,7 Millionen, 65,0 Millionen und 82,5 Millionen Aktien, die bei Wandlung der nachrangigen Wandelanleihen ausgegeben werden können, von der Berechnung des Ergebnisses je Aktie ausgenommen, da es keinen Verwässerungseffekt gegeben hätte.

13. Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte

Als zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte werden Wertpapiere klassifiziert und dementsprechend zu den jeweiligen Bilanzstichtagen mit dem beizulegenden Zeitwert angesetzt, wobei unrealisierte Gewinne oder Verluste, die nicht als dauerhafte Wertminderung anzusehen sind, im Eigenkapital erfasst werden. Der als langfristig zu bilanzierende Anteil der Wertpapiere ist unter den sonstigen finanziellen Vermögenswerten ausgewiesen (siehe Anhang Nr. 20).

Die Wertpapiere setzen sich zum 30. September 2008 und 2009 wie folgt zusammen:

2008 2009
Anschaffungs-

kosten
Beizulegender Zeitwert Unrealisierte Gewinne Unrealisierte Verluste Anschaffungs-

kosten
beizulegender Zeitwert
--- --- --- --- --- --- ---
(€ in Millionen)
--- --- --- --- --- --- ---
Ausländische Staatsanleihen 5 7 2 - - -
Gläubigerpapiere 144 140 1 (5) 103 105
Sonstige Anleihen - - - - 1 1
Summe
Gläubigerpapiere 149 147 3 (5) 104 106
Anteilspapiere 2 2 - - 1 1
Summe 151 149 3 (5) 105 107
Ausgewiesen als:
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte 139 134 - (5) 93 93
Sonstige finanzielle Vermögenswerte (siehe Anhang Nr. 20) 12 15 3 - 12 14
Gesamt 151 149 3 (5) 105 107
2009
Unrealisierte Gewinne Unrealisierte Verluste
--- --- ---
(€ in Millionen)
--- --- ---
Ausländische Staatsanleihen - -
Gläubigerpapiere 2 -
Sonstige Anleihen - -
Summe
Gläubigerpapiere 2 -
Anteilspapiere - -
Summe 2 -
Ausgewiesen als:
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte - -
Sonstige finanzielle Vermögenswerte (siehe Anhang Nr. 20) 2 -
Gesamt 2 -

Unrealisierte Verluste von Wertpapieren, die in den Geschäftsjahren 2008 und 2009 länger als zwölf Monate gehalten wurden, beliefen sich auf €5 Millionen und €0 Millionen.

Die realisierten Gewinne und Verluste aus Wertpapieren sind unter den Finanzerträgen bzw. Finanzaufwendungen ausgewiesen und betrugen für die Geschäftsjahre 2007, 2008 und 2009:

2007 2008 2009
(€ in Millionen)
--- --- --- ---
Realisierte Gewinne 7 - -
Realisierte Verluste - (1) (3)
Realisierte Gewinne und Verluste, Saldo 7 (1) (3)

Am 30. September 2009 hatten Festgeldanlagen in Höhe von €25 Millionen Laufzeiten zwischen drei und zwölf Monaten.

Die Gläubigerpapiere zum 30. September 2009 werden vertragsgemäß wie folgt fällig:

Anschaffungskosten beizulegender Zeitwert
(€ in Millionen)
--- --- ---
Innerhalb eines Jahres 45 47
Zwischen einem und fünf Jahren - -
Nach fünf Jahren 59 59
Gesamt 104 106

Die tatsächlichen Fälligkeiten können auf Grund von Veräußerungs- oder Rückzahlungsrechten abweichen.

14. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen setzen sich zum 30. September 2008 und 2009 wie folgt zusammen:

2008 2009
(€ in Millionen)
--- --- ---
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegen Dritte 590 508
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegen nahestehende Unternehmen 28 3
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, brutto 618 511
Wertberichtigungen (29) (62)
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Saldo 589 449
Forderungen aus Fördermitteln (siehe Anhang Nr. 7) 28 30
Lizenzforderungen 10 7
Finanzforderungen und sonstige Forderungen gegen Dritte 17 18
Forderungen gegenüber der Einlagensicherung des Bundesverbandes deutscher Banken e.V. 121 1
Finanzforderungen und sonstige Forderungen gegen nahestehende Unternehmen 22 -
Forderungen gegen Arbeitnehmer 8 6
Sonstige Forderungen 4 3
Gesamt 799 514

Zum 30. September 2008 wurden Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sowie zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte in Höhe von €121 Millionen in Forderungen gegenüber der Einlagensicherung des Bundesverbandes deutscher Banken e.V. umgegliedert. Zum 30. September 2009 hat die Gesellschaft €120 Millionen aus der Einlagensicherung des Bundesverbandes deutscher Banken e.V. zurückerhalten. Die zum 30. September 2009 noch ausstehende €1 Million hat die Gesellschaft am 30. Oktober 2009 erhalten.

Die Wertberichtigungen auf Forderungen haben sich in den Geschäftsjahren 2008 und 2009 wie folgt entwickelt:

2008 2009
(€ in Millionen)
--- --- ---
Wertberichtigungen zu Beginn des Geschäftsjahrs 38 29
Auflösung von Wertberichtigungen, Saldo (2) (13)
Zuführung zu Wertberichtigungen - 46
Übertragung in zur Veräußerung stehend (7) -
Wertberichtigungen zum Ende des Geschäftsjahrs 29 62

Die zum Stichtag überfälligen, aber nicht außerplanmäßig abgeschriebenen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen setzen sich wie folgt zusammen.

Nicht außerplanmäßig abgeschrieben, aber überfällig
Buchwert Davon weder außerplanmäßig abgeschrieben noch überfällig überfällig zwischen 0 und 30 Tagen überfällig zwischen 31 und 60 Tagen überfällig zwischen 61 und 180 Tagen überfällig zwischen 181 und 360 Tagen überfällig seit mehr als 360 Tagen
--- --- --- --- --- --- --- ---
(€ in Millionen)
--- --- --- --- --- --- --- ---
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegen Dritte, abzüglich Wertberichtigungen zum 30. September 2008 561 537 22 2 - - -
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegen Dritte, abzüglich Wertberichtigungen zum 30. September 2009 446 429 12 - 1 4 -

Auf Basis historischer Ausfallraten nimmt die Gesellschaft an, dass Wertberichtigungen in Bezug auf noch nicht überfällige Forderungen beziehungsweise überfällig bis 60 Tage nicht notwendig sind.

15. Vorräte

Die Vorräte setzen sich zum 30. September 2008 und 2009 wie folgt zusammen:

2008 2009
(€ in Millionen)
--- --- ---
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 59 47
Unfertige Erzeugnisse 372 259
Fertige Erzeugnisse 234 154
Gesamt 665 460

16. Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte

Die sonstigen kurzfristigen finanziellen Vermögenswerte setzen sich zum 30. September 2008 und 2009 aus Finanzinstrumenten in Höhe von €19 Millionen und €26 Millionen zusammen.

17. Sonstige kurzfristige Vermögenswerte

Die sonstigen kurzfristigen finanziellen Vermögenswerte setzen sich zum 30. September 2008 und 2009 wie folgt zusammen:

2008 2009
(€ in Millionen)
--- --- ---
Umsatzsteuer und sonstige Steuerforderungen 67 49
Vorauszahlungen 43 49
Sonstige 14 16
Gesamt 124 114

18. Sachanlagen

Die Zusammenfassung der Entwicklung der Sachanlagen in den Geschäftsjahren 2008 und 2009 ist in der folgenden Übersicht dargestellt:

Grundstücke,

grundstücks-

gleiche Rechte und Bauten
Technische Anlagen und Maschinen Andere Anlagen, Betriebs- und

Geschäfts-

ausstattung
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau Gesamt
(€ in Millionen)
--- --- --- --- --- ---
Anschaffungskosten:
30. September 2007 1.426 8.854 2.209 382 12.871
Zugänge 19 188 55 50 312
Zugänge durch Unternehmenserwerb - 1 8 - 9
Abgänge (19) (136) (107) (1) (263)
Umbuchungen 7 115 13 (135) -
Übertragungen(1) (673) (4.202) (792) (232) (5.899)
Fremdwährungseffekte 1 6 (2) - 5
30. September 2008 761 4.826 1.384 64 7.035
Zugänge 9 54 23 18 104
Abgänge (12) (167) (74) - (253)
Umbuchungen 5 58 (4) (59) -
Übertragungen(1) 1 (2) (28) - (29)
Fremdwährungseffekte (1) (3) (1) (1) (6)
30. September 2009 763 4.766 1.300 22 6.851
Kumulierte Abschreibungen:
30. September 2007 (767) (6.478) (1.981) - (9.226)
Abschreibungen (28) (365) (103) - (496)
Abgänge 19 126 104 - 249
Umbuchungen - (2) 2 - -
Übertragungen(1) 276 2.786 716 - 3.778
Außerplanmäßige Abschreibungen - (23) - - (23)
Fremdwährungseffekte - (7) - - (7)
30. September 2008 (500) (3.963) (1.262) - (5.725)
Abschreibungen (30) (356) (81) - (467)
Abgänge 6 160 73 - 239
Umbuchungen 1 (12) 11 - -
Übertragungen(1) (1) - 25 - 24
Außerplanmäßige Abschreibungen - 2 - - 2
Fremdwährungseffekte 1 2 1 - 4
30. September 2009 (523) (4.167) (1.233) - (5.923)
Buchwert 30. September 2008 261 863 122 64 1.310
Buchwert 30. September 2009 240 599 67 22 928

(1) Zum 30. September 2008 beziehen sich die als Übertragung gezeigten Beträge hauptsächlich auf Vermögenswerte für die Qimonda-Veräußerungsgruppe, die als zur Veräußerung stehend umgegliedert wurde, und auf Vermögenswerte für die ALTIS-Veräußerungsgruppe, die in zur weiteren Nutzung zurückklassifiziert wurde. Zum 30. September 2009 beziehen sich die als Übertragung gezeigten Beträge hauptsächlich auf Vermögenswerte von Wireline Communications, die als zur Veräußerung stehend umgegliedert wurden.

19. Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen

Beteiligungen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden, beziehen sich hauptsächlich auf Investitionsaktivitäten zur Stärkung des zukünftigen geistigen Eigentums.

Die Zusammenfassung der nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen in den Geschäftsjahren 2008 und 2009 ist in der folgenden Übersicht dargestellt:

2008 2009
(€ in Millionen)
--- --- ---
Buchwert zum Beginn des Geschäftsjahrs 627 20
Zugänge 23 -
Abgänge (7) -
Erhaltene Dividenden - -
Anteilige Jahresergebnisse 4 7
Reklassifizierung - -
Übertragung in zur Veräußerung stehend(1) (627) -
Fremdwährungseffekte - -
Buchwert zum Ende des Geschäftsjahrs 20 27

(1) Übertragungen beziehen sich auf die Beteiligung an Inotera Memories Inc., die als zur Veräußerung umgegliedert wurde.

Die zusammengefassten Finanzinformationen für die wichtigsten nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen der Gesellschaft (die im Wesentlichen aus Bipolar bestehen) setzen sich für die Geschäftsjahre 2007, 2008 und 2009 wie folgt zusammen:

2007 2008 2009
(€ in Millionen)
--- --- --- ---
Umsatzerlöse 6 95 118
Bruttoergebnis vom Umsatz 3 20 25
Jahresüberschuss 1 6 11
2008 2009
(€ in Millionen)
--- --- ---
Umlaufvermögen 58 67
Anlagevermögen 11 16
Kurzfristige Verbindlichkeiten (28) (24)
Langfristige Verbindlichkeiten (6) (13)
Eigenkapital 35 46

20. Sonstige finanzielle Vermögenswerte

Die sonstigen langfristigen finanziellen Vermögenswerte setzen sich zum 30. September 2008 und 2009 wie folgt zusammen:

2008 2009
(€ in Millionen)
--- --- ---
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte (siehe Anhang Nr 13) 15 14
Langfristige Forderungen 6 5
Investitionen in sonstige Beteiligungen 15 12
Finanzforderungen und sonstige Forderungen gegen nahestehende Unternehmen 20 -
Finanzielle Vermögenswerte ausgewiesen zum beizulegenden Zeitwert 11 9
Als Sicherheitsleistungen hinterlegte Zahlungsmittel 77 84
Gesamt 144 124

21. Sonstige Vermögenswerte

Die sonstigen langfristigen Vermögenswerte setzen sich zum 30. September 2008 und 2009 wie folgt zusammen:

2008 2009
(€ in Millionen)
--- --- ---
Vorauszahlungen 14 17
Sonstige 3 1
Gesamt 17 18

22. Geschäfts- oder Firmenwerte und andere immaterielle Vermögenswerte

Die immateriellen Vermögenswerte setzen sich zum 30. September 2008 und 2009 wie folgt zusammen:

Geschäfts- oder Firmenwerte Intern erstellte immaterielle Vermögenswerte Sonstige immaterielle Vermögenswerte Gesamt
(€ in Millionen)
--- --- --- --- ---
Anschaffungskosten:
30. September 2007 117 212 439 768
Zugänge - selbst erstellt - 44 - 44
Zugänge - erworben durch Unternehmenszusammenschlüsse 171 - 148 319
Zugänge - separat erworben - - 14 14
Erworbene, noch nicht abgeschlossene Forschungs- und Entwicklungsprojekte - - (14) (14)
Abgänge - (11) - (11)
Übertragungen(1) (64) (76) (114) (254)
Fremdwährungseffekte 1 - 1 2
30. September 2008 225 169 474 868
Zugänge - selbst erstellt - 47 - 47
Zugänge - erworben durch Unternehmenszusammenschlüsse (6) - - (6)
Zugänge - separat erworben - - 8 8
Abgänge - - (33) (33)
Übertragungen(1) (38) (52) (49) (139)
30. September 2009 181 164 400 745
Kumulierte Abschreibungen:
30. September 2007 - (110) (324) (434)
Abschreibungen - (29) (46) (75)
Abgänge - 8 2 10
Übertragungen(1) - 45 34 79
Außerplanmäßige Abschreibungen - - (5) (5)
Fremdwährungseffekte - - - -
30. September 2008 - (86) (339) (425)
Abschreibungen - (32) (32) (64)
Abgänge - - 33 33
Übertragungen(1) - 41 41 82
Außerplanmäßige Abschreibungen - (2) (1) (3)
Fremdwährungseffekte - - 1 1
30. September 2009 - (79) (297) (376)
Buchwert zum 30. September 2008 225 83 135 443
Buchwert zum 30. September 2009 181 85 103 369

(1) Im Geschäftsjahr 2008 beziehen sich die als Übertragungen gezeigten Beträge hauptsächlich auf Vermögenswerte für die Qimonda-Veräußerungsgruppe, die als zur Veräußerung stehend umgegliedert wurden und auf Vermögenswerte für die ALTIS-Veräußerungsgruppe, die in zur weiteren Nutzung zurückklassifiziert wurde. Im Geschäftsjahr 2009 beziehen sich Übertragungen im Wesentlichen auf das Wireline Communications Geschäft, das als zur Veräußerung stehend ausgewiesen wurde.

Die geschätzten Abschreibungen der intern erstellten und sonstigen immateriellen Vermögenswerte weisen für die nächsten fünf Geschäftsjahre die folgenden Werte auf: 2010 €60 Millionen, 2011 €56 Millionen, 2012 €43 Millionen, 2013 €26 Millionen und 2014 €3 Millionen.

23. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten setzen sich zum 30. September 2008 und 2009 wie folgt zusammen:

2008 2009
(€ in Millionen)
--- --- ---
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gegenüber Dritten 473 371
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gegenüber nahestehenden Unternehmen 15 13
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 488 384
Finanzverbindlichkeiten und sonstige Verbindlichkeiten gegenüber sonstigen nahestehenden Unternehmen 6 5
Sonstige 12 4
Gesamt 506 393

24. Rückstellungen

Die Rückstellungen setzen sich zum 30. September 2008 und 2009 wie folgt zusammen:

2008 2009
(€ in Millionen)
--- --- ---
Verpflichtungen gegenüber Mitarbeitern 347 187
Gewährleistungen und Lizenzen 32 72
Rückbauverpflichtungen 13 10
Pensionsähnliche Leistungszusagen 3 3
Sonstige 56 253
Gesamt 451 525

Verpflichtungen gegenüber Mitarbeitern beinhalten u.a. Kosten für Incentive- und Bonuszahlungen, Urlaubsgeld, Abfindungen, Vorruhestandszahlung, Jubiläumszahlungen, andere Personalkosten sowie Sozialabgaben.

Rückstellungen für Gewährleistungen und Lizenzen spiegeln im Wesentlichen die geschätzten zukünftigen Kosten zur Erfüllung vertraglicher Anforderungen verkaufter Produkte wider.

Rückstellungen für Rückbauverpflichtungen beziehen sich auf bestimmte Elemente von Sachanlagen. Solche Rückbauverpflichtungen können im Zusammenhang mit Sanierungskosten und Kosten im Wesentlichen mit der Beseitigung von Mietereinbauten zum Ende der Mietperiode zusammenhängen.

Sonstige Rückstellungen enthalten Rückstellungen für ausstehende Aufwendungen, Verzugsstrafen oder Vertragsverzug, Umweltschutz und Abfallentsorgung sowie diverse andere Verpflichtungen. Der Anstieg der anderen Rückstellungen im Geschäftsjahr 2009 resultiert hauptsächlich aus der Insolvenz von Qimonda (siehe Anhang Nr. 5). Zum 30. September 2009 beziehen sich €163 Millionen der €253 Millionen auf die Insolvenz von Qimonda.

Der Mittelabfluss für den wirtschaftlichen Nutzen wird bis zu einem Betrag von €424 Millionen und €436 Millionen des Gesamtbetrages der Rückstellungen in Höhe von €451 Millionen und €525 Millionen für die Geschäftsjahre 2008 und 2009 innerhalb eines Jahres erwartet.

Eine Zusammenfassung der Entwicklung der Rückstellungen für das Geschäftsjahr 2009 wird folgend dargestellt:

Verpflichtungen gegenüber Mitarbeitern Gewähr-

leistungen

und Lizenzen
Beilegung kartell-

rechtlicher

Angelegen-

heiten
Rückbau- verpflichtungen Pensions-

ähnliche

Leistungs-

zusagen
Sonstige Summe Rückstellungen
(€ in Millionen)
--- --- --- --- --- --- --- ---
Bestand zum 30. September 2008 347 32 - 13 3 56 451
Zugänge 120 50 - - - 233 403
Umgliederungen in zur Veräußerung stehend (5) - - - - (1) (6)
Verbrauch (211) (4) - (3) - (32) (250)
Auflösung (64) (6) - - - (3) (73)
Bestand zum 30. September 2009 187 72 - 10 3 253 525

Die Gesamtbeträge der Rückstellungen sind zum 30. September 2008 und 2009 in den KonzernBilanzen wie folgt dargestellt:

2008 2009
(€ in Millionen)
--- --- ---
Kurzfristig 424 436
Langfristig 27 89
Gesamt 451 525

25. Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten

Die sonstigen kurzfristigen finanziellen Verbindlichkeiten setzen sich zum 30. September 2008 und 2009 wie folgt zusammen:

2008 2009
(€ in Millionen)
--- --- ---
Verbindlichkeiten aus derivativen Finanzinstrumenten (siehe Anhang Nr. 36) 25 15
Zinsen 16 18
Beilegung kartellrechtlicher Angelegenheiten (siehe Anhang Nr. 38) 20 17
Sonstige 2 -
Gesamt 63 50

26. Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten

Die sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten setzen sich zum 30. September 2008 und 2009 wie folgt zusammen:

2008 2009
(€ in Millionen)
--- --- ---
Abgegrenzte Erträge 26 24
Umsatzsteuer- und sonstige Steuerverbindlichkeiten 13 19
Lohn- und Gehaltsverbindlichkeiten gegenüber Mitarbeitern 198 79
Abgegrenzte Zuschüsse und Zulagen (siehe Anhang Nr. 7) 13 15
Kurzfristige Pensionsverpflichtungen (siehe Anhang Nr. 35) 1 -
Sonstige 12 10
Gesamt 263 147

Die abgegrenzten Erträge enthalten im Wesentlichen Erträge aus Lizenz- und Technologieübertragungen (siehe Anhang Nr. 6). Der langfristige Anteil ist in den sonstigen Verbindlichkeiten enthalten (siehe Anhang Nr. 29).

27. Finanzverbindlichkeiten

Die Finanzverbindlichkeiten setzen sich zum 30. September 2008 und 2009 wie folgt zusammen:

2008 2009
(€ in Millionen)
--- --- ---
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten sowie kurzfristig fällige Bestandteile langfristiger Finanzverbindlichkeiten:
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, Durchschnittszinssatz 1,85% 139 51
Ausstehende nachrangige Wandelanleihe, Zinssatz 5,0%, fällig 2010 - 425
Kurzfristige Bestandteile der langfristigen Finanzverbindlichkeiten 68 45
Gesamt 207 521
Langfristige Finanzverbindlichkeiten:
Ausstehende nachrangige Wandelanleihe, Zinssatz 7,5%, fällig 2014 - 145
Ausstehende nachrangige Umtauschanleihe, Zinssatz 1,375%, fällig 2010 193 -
Ausstehende nachrangige Wandelanleihe, Zinssatz 5,0%, fällig 2010 531 -
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten:
Unbesicherte Darlehen, Durchschnittszinssatz 2,59%, fällig 2009-2013 217 164
Besicherte Darlehen, Durchschnittszinssatz 2,45%, fällig 2013 2 -
Darlehen der öffentlichen Hand, fällig 2010 20 20
Gesamt 963 329

Die kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten bestehen hauptsächlich aus Kreditaufnahmen im Rahmen von kurzfristigen Darlehensvereinbarungen.

Am 5. Juni 2003 begab die Gesellschaft (als Bürgin) durch ihre Tochtergesellschaft Infineon Technologies Holding B.V. (als Emittentin) eine im Jahr 2010 fällige nachrangige Wandelanleihe zum Nennwert von €700 Millionen im Rahmen eines verbindlichen Angebots an institutionelle Investoren in Europa. Die Schuldverschreibungen können über die Laufzeit auf Anforderung in ursprünglich maximal 68,4 Millionen Aktien der Gesellschaft umgewandelt werden, wobei der ursprüngliche Wandlungspreis €10,23 je Aktie betrug. Nach der Kapitalerhöhung der Gesellschaft im August 2009 (siehe Anhang Nr. 30) ist der Wandlungspreis auf Basis einer Verwässerungsschutzklausel auf €9,14 angepasst worden. Die Wandelanleihe verzinst sich mit 5,0 Prozent pro Jahr. Die Wandelanleihe ist unbesichert und steht gleichrangig mit allen gegenwärtigen und künftigen nachrangigen Verbindlichkeiten der Gesellschaft. Die Gesellschaft hat sich verpflichtet, solange die Anleihe aussteht, keine weiteren Sicherheiten aus ihrem Vermögen zu bestellen, ohne dass die Anleihegläubiger gleichrangig an dieser Sicherheit teilnehmen. Die Wandelanleihe beinhaltet für die Gläubiger bei einem definierten Kontrollwechsel der Gesellschaft das Recht auf Rückzahlung. Eine Reorganisation der Gesellschaft mit Substitution der Bürgin wird nicht als Kontrollwechsel angesehen. Nach drei Jahren kann die Gesellschaft die Anleihe zum Nominalbetrag zuzüglich aufgelaufener Zinsen ablösen, falls die Aktie der Gesellschaft 125 Prozent des Wandlungspreises an 15 Handelstagen innerhalb eines Zeitraums von 30 Tagen übersteigt. Die Wandelanleihe wird an der Luxemburger Börse gehandelt. Am 29. September 2006 verzichtete die Gesellschaft (über die Emittentin) unwiderruflich auf ihr Wahlrecht zur Barzahlung (anstelle der Lieferung von Aktien) nach Ausübung des Wandlungsrechts. Im Geschäftsjahr 2008 hat die Gesellschaft Anteile der nachrangigen Wandelanleihe im Nennwert von €100 Millionen zurückgekauft. Die zurückgekauften Anteile wurden anschließend entwertet. Die Transaktion führte zu einem Verlust vor Steuern von €8 Millionen, der im Zinsergebnis erfasst wurde. Der Rückkauf erfolgte aus verfügbaren Zahlungsmitteln. Zum 30. September 2008 betrug der ausstehende Nominalwert dieser Anleihe €600 Millionen. Während des Geschäftsjahrs 2009 hat die Gesellschaft zusätzliche Anteile der im Jahr 2010 fälligen nachrangigen Wandelanleihe im Nennwert von €152 Millionen zurückgekauft, unter anderem im Rahmen eines öffentlichen Angebotsverfahrens im Mai 2009. Rückkäufe im Nennwert in Höhe von €74 Millionen führten zu einem Verlust vor Steuern in Höhe von €4 Millionen, der im Zinsaufwand der fasst wurde. Rückkäufe im Nennwert in Höhe von €78 Millionen führten zu einem Gewinn vor Steuern in Höhe von €15 Millionen, der im Zinsertrag erfasst wurde. Die Rückkäufe erfolgten aus verfügbaren Zahlungsmitteln i.H.v. €131 Millionen. Die zurückgekauften Anteile wurden anschließend entwertet. Zum 30. September 2009 betrug der ausstehende Nominalwert dieser Anleihe €448 Millionen.

Am 26. September 2007 begab die Gesellschaft (als Bürgin) durch ihre Tochtergesellschaft Infineon Technologies Investment B.V. (als Emittentin) eine im Jahr 2010 fällige nachrangige Umtauschanleihe zum Nennwert in Höhe von €215 Millionen. Die Umtauschanleihe verzinste sich mit 1,375 Prozent pro Jahr. Die Schuldverschreibungen konnten jederzeit während des Umtauschzeitraums in maximal 20,5 Millionen Qimonda-ADSs umgewandelt werden. Bis zum Geschäftsjahresende 2009 hat die Gesellschaft Anteile der im Jahr 2010 fälligen nachrangigen Umtauschanleihe im Nennwert von €215 Millionen zurückgekauft beziehungsweise zurückgezahlt, unter anderem im Rahmen eines öffentlichen Angebotsverfahrens im Mai 2009. Die Rückkäufe und Rückzahlungen im Nennwert in Höhe von €48 Millionen führten zu einem Verlust vor Steuern in Höhe von €2 Millionen, der im Zinsaufwand erfasst wurde. Rückkäufe in Höhe von €167 Millionen führten zu einem Gewinn vor Steuern in Höhe von €46 Millionen, der im Zinsertrag erfasst wurde. Die Rückkäufe und Rückzahlungen erfolgten aus verfügbaren Zahlungsmitteln i.H.v. €154 Millionen. Die zurückgekauften Anteile wurden anschließend entwertet. Nachdem der noch ausstehende Restbetrag auf unter 20 Prozent des ursprünglichen Emissionsvolumens gefallen war, nahm die Gesellschaft ihr Recht zur vorzeitigen Kündigung wahr und zahlte die übrigen €19 Millionen am 29. September 2009 vorzeitig zum Nennwert zurück. Zum 30. September 2009 war diese Anleihe nicht mehr ausstehend.

Am 26. Mai 2009 begab die Gesellschaft (als Garantin) durch ihre Tochtergesellschaft Infineon Technologies Holding B.V. eine im Jahr 2014 fällige nachrangige Wandelanleihe zum Nennwert in Höhe von €196 Millionen mit einem Disagio von 7,2 Prozent im Rahmen eines Angebots an institutionelle Investoren in Europa. Die Wandelanleihe kann jederzeit während der Laufzeit in ursprünglich maximal 74,9 Millionen Aktien der Gesellschaft umgewandelt werden, wobei der Wandlungspreis ursprünglich €2,61 je Aktie betrug. Nach der Kapitalerhöhung der Gesellschaft im August 2009 (siehe Anhang Nr. 30) ist der Wandlungspreis auf Basis einer Verwässerungsschutzklausel auf €2,33 angepasst worden. Die Wandelanleihe verzinst sich mit 7,5 Prozent pro Jahr. Die Wandelanleihe ist unbesichert und steht gleichrangig mit allen gegenwärtigen und künftigen nachrangigen Verbindlichkeiten der Gesellschaft. Die Zinskupons der Anleihe sind besichert und nachrangig. Die Gesellschaft hat sich verpflichtet, solange die Anleihe aussteht, keine weiteren Sicherheiten aus ihrem Vermögen zu bestellen, ohne dass die Anleihegläubiger gleichrangig an dieser Sicherheit teilnehmen. Die Anleihe beinhaltet für die Gläubiger bei einem definierten Kontrollwechsel der Gesellschaft das Recht auf Rückzahlung. Die Gesellschaft kann die ausstehenden Anleihen nach zweieinhalb Jahren vorzeitig zum Nennbetrag, zuzüglich bis zum Rückzahlungstag aufgelaufener Zinsen zuzüglich des Barwerts aller noch ausstehenden Zinszahlungen bis Fälligkeit, zurückzahlen, wenn der Kurs der Aktie der Gesellschaft an 15 Handelstagen innerhalb eines Zeitraums von 30 aufeinanderfolgenden Handelstagen 150 Prozent des Wandelpreises übersteigt. Die Wandelanleihe wird an der Frankfurter Wertpapierbörse im Freiverkehr gehandelt. €31 Millionen, die auf das Wandlungsrecht der Anleihegläubiger entfallen, wurden bei Ausgabe der nachrangigen Wandelanleihe in der Kapitalrücklage erfasst.

Im September 2004 hat die Gesellschaft einen $400/€400-Millionen-Konsortialkredit mit fünfjähriger Laufzeit vereinbart, der im August 2006 auf $345/€300 Millionen reduziert wurde. Der Kredit beinhaltete die Einhaltung branchenüblicher Finanzkennzahlen und marktgängige Zinsen. Der Zinssatz schwankte in Abhängigkeit vom wirtschaftlichen Erfolg. Gegenüber den Darlehensgebern wurde eine Negativerklärung bezüglich der Bestellung von nicht zugelassenen Sachsicherheiten abgegeben. Der Kredit bestand aus zwei Tranchen: Tranche A war ein Darlehen, das ursprünglich zur Finanzierung der Erweiterung der Produktionsanlagen am Standort Richmond, Virginia, USA, bestimmt war. Im Januar 2006 hat die Gesellschaft 345 Millionen US-Dollar aus dieser Tranche A abgerufen, für die gleichmäßige Tilgungen, jeweils im März und September eines Jahres, vereinbart waren. Bei Endfälligkeit am 23. September 2009 wurde der noch ausstehende restliche Kreditbetrag der Tranche A ordnungsgemäß zurückgeführt. Tranche B war eine revolvierende Mehrwährungskreditlinie, die für generelle betriebliche Zwecke genutzt werden konnte. Am 23. September 2009 ist diese Tranche B ohne Inanspruchnahme endfällig ausgelaufen.

Im Juni 2009 wurden der Infineon Technologies (Wuxi) Co. Ltd. Kredite für Betriebskapital und Projektzwecke über einen Gesamtbetrag von 141 Millionen US-Dollar (€97 Millionen) durch lokale Finanzinstitute zugesagt. Diese mehrjährigen Kredite stehen für allgemeine betriebliche Zwecke sowie die Ausweitung von Produktionskapazitäten in Wuxi, China, auch durch gruppeninterne Transfers von Anlagen, zur Verfügung. Zum 30. September 2009 waren die Kreditlinien ungenutzt. Die Kreditlinien sind teilweise besichert durch eine Verpfändung von Vermögenswerten und durch eine Garantieerklärung des Unternehmens.

Die Gesellschaft hat darüber hinaus verschiedene, voneinander unabhängige kurz- und langfristige Kreditlinien mit mehreren Finanzinstituten für den zu erwartenden Finanzbedarf vereinbart.

Zum 30. September 2009
Laufzeit Zusage durch Finanzinstitut Zweck/beabsichtigter Einsatz Gesamthöhe In Anspruch genommen Verfügbar
--- --- --- --- --- ---
(€ in Millionen)
--- --- --- --- --- ---
Kurzfristig Feste Zusage Generelle betriebliche Zwecke, Betriebskapital, Garantien 108 51 57
Kurzfristig Keine feste Zusage Betriebskapital, Cash-Management 114 - 114
Langfristig(1) Feste Zusage Projektfinanzierung 269 229 40
Gesamt 491 280 211

(1) Einschließlich kurzfristiger Bestandteile der langfristigen Finanzverbindlichkeiten.

Die auf Finanzverbindlichkeiten entfallenden Zinsaufwendungen beliefen sich auf €129 Millionen, €138 Millionen und €123 Millionen in den Geschäftsjahren 2007, 2008 und 2009.

Von den Finanzverbindlichkeiten werden in den nächsten Jahren folgende Beträge fällig:

Geschäftsjahr Betrag (€ in Millionen)
2010 521
2011 78
2012 66
2013 40
2014 145
Gesamt 850

28. Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten

Die sonstigen langfristigen finanziellen Verbindlichkeiten setzen sich zum 30. September 2008 und 2009 wie folgt zusammen:

2008 2009
(€ in Millionen)
--- --- ---
Beilegung kartellrechtlicher Angelegenheiten (siehe Anhang Nr. 38) 17 -
Sonstige 3 5
Gesamt 20 5

29. Sonstige Verbindlichkeiten

Die sonstigen langfristigen Verbindlichkeiten setzen sich zum 30. September 2008 und 2009 wie folgt zusammen:

2008 2009
(€ in Millionen)
--- --- ---
Abgegrenzte Erträge (siehe Anhang Nr. 26) 43 53
Abgegrenzte Zuschüsse und Zulagen (siehe Anhang Nr. 7) 9 6
Abgrenzungen von Personalaufwendungen 11 10
Sonstige 13 16
Gesamt 76 85

30. Eigenkapital

Grundkapital

Am 30. September 2009 hatte die Gesellschaft 1.086.742.085 Namensaktien mit einem rechnerischen Anteil am Grundkapital von €2,00 je Aktie ausgegeben. Während des Geschäftsjahrs 2008 wurde das Grundkapital um €26.900 durch Ausgabe von 13.450 neuen Stammaktien im Zusammenhang mit den internationalen Aktienoptionsplänen der Gesellschaft erhöht. Im Geschäftsjahr 2009 wurden im Zusammenhang mit den Aktienoptionsplänen der Gesellschaft keine neuen Aktien ausgegeben. Am 5. August 2009 hat die Gesellschaft in einem ersten Schritt ihr Grundkapital unter vollständiger Ausnutzung des von der Hauptversammlung am 15. Februar 2007 beschlossenen Genehmigten Kapitals 2007 (eingetragen im Handelsregister als "Genehmigtes Kapital 2007/I") sowie unter teilweiser Ausnutzung des von der Hauptversammlung am 12. Februar 2009 beschlossenen Genehmigten Kapitals 2009/I um €645.653.928 durch Ausgabe von 322.826.964 Aktien erhöht. Die neuen Aktien wurden den Aktionären von Infineon in einem Verhältnis von je vier neuen für neun alte Aktien zum Bezug angeboten. Nach Eintragung des ersten Schritts der Kapitalerhöhung betrug das Grundkapital €2.145.138.098. In einem zweiten Schritt hat die Gesellschaft am 11. August 2009 das Grundkapital unter vollständiger Ausnutzung des von der Hauptversammlung am 12. Februar 2009 beschlossenen Genehmigten Kapitals 2009/I um weitere €28.346.072 durch Ausgabe von 14.173.036 Aktien erhöht. Die neuen Aktien wurden Admiral Participations (Luxembourg) S.a.r.l. zum Bezug angeboten. Nach Eintragung dieser Kapitalerhöhungen beträgt das Grundkapital nun €2.173.484.170. Durch die Kapitalerhöhung erhöhte sich das Grundkapital um €674 Millionen.

Kapitalrücklage

Durch die Kapitalerhöhung erhöhte sich die Kapitalrücklage nach Abzug der Kosten der Kapitalerhöhung von €45 Millionen um €6 Millionen.

Genehmigtes und Bedingtes Kapital

Das Genehmigte Kapital M/2004 ist am 19. Januar 2009 ausgelaufen. Durch die Kapitalerhöhung im August 2009 wurden außerdem das Genehmigte Kapital 2007 sowie auch das Genehmigte Kapital 2009/I vollständig aufgebraucht. Zum Stichtag 30. September 2009 enthält die Satzung der Gesellschaft daher kein Genehmigtes Kapital.

Bedingtes Kapital

Das im Handelsregister eingetragene Bedingte Kapital der Gesellschaft beträgt €665.335.548. Es setzt sich aus insgesamt sechs Bedingten Kapitalia zusammen:

Bedingtes Kapital I (eingetragen im Handelsregister als "Bedingtes Kapital 1999/I") gemäß§ 4 Abs. 4 der Satzung um bis zu €34,6 Millionen, das durch Ausgabe von bis zu 17,3 Millionen neuen, auf den Namen lautenden Stückaktien im Rahmen des Aktienoptionsplans 2001 der Gesellschaft verwendet werden kann;
Bedingtes Kapital III (eingetragen im Handelsregister als "Bedingtes Kapital 2001/I") gemäß §4 Abs. 6 der Satzung um bis zu €29 Millionen, das durch Ausgabe von bis zu 14,5 Millionen neuen, auf den Namen lautenden Stückaktien im Rahmen der Aktienoptionspläne 2001 und 2006 der Gesellschaft verwendet werden kann;
Bedingtes Kapital 2002 (eingetragen im Handelsregister als "Bedingtes Kapital 2007/II") gemäß § 4 Abs. 7 der Satzung um bis zu €152 Millionen, das durch Ausgabe von bis zu 76 Millionen neuen, auf den Namen lautenden Stückaktien zur Gewährung von Rechten an die Inhaber der Wandelanleihe, die im Juni 2003 begeben wurde, verwendet werden kann;
Bedingtes Kapital 2007 (eingetragen im Handelsregister als "Bedingtes Kapital 2007/I") gemäß § 4 Abs. 5 der Satzung um bis zu €149,9 Millionen, das durch Ausgabe von bis zu 74,95 Millionen neuen, auf den Namen lautenden Stückaktien zur Gewährung von Rechten an die Inhaber von Options- oder Wandelschuldverschreibungen, die bis zum 14. Februar 2012 begeben werden können, verwendet werden kann;*
Bedingtes Kapital 2008 (eingetragen im Handelsregister als "Bedingtes Kapital 2008/I") gemäß § 4 Abs. 8 der Satzung um bis zu €149,9 Millionen, das durch Ausgabe von bis zu 74,95 Millionen neuen, auf den Namen lautenden Stückaktien zur Gewährung von Rechten an die Inhaber von Options- oder Wandelschuldverschreibungen, die bis zum 13. Februar 2013 begeben werden können, verwendet werden kann;*
Bedingtes Kapital 2009/I gemäß §4 Abs. 9 der Satzung um bis zu €149,9 Millionen, das durch Ausgabe von bis zu 74,95 Millionen neuen, auf den Namen lautenden Stückaktien zur Gewährung von Rechten an die Inhaber der Wandelanleihe, die im Mai 2009 begeben wurde, verwendet werden kann.

Andere Bestandteile des Eigenkapitals

Die Veränderungen in den sonstigen Bestandteilen des Eigenkapitals setzen sich in den Geschäftsjahren zum 30. September 2007, 2008 und 2009 wie folgt zusammen:

2007 2008
Vor Steuern Nach Steuern Netto Vor Steuern Nach Steuern Netto
--- --- --- --- --- --- ---
(€ in Millionen)
--- --- --- --- --- --- ---
Unrealisierte (Verluste) Gewinne aus Wertpapieren:
Aufgelaufene unrealisierte (Verluste) Gewinne (4) - (4) 2 - 2
Ergebniswirksame Umbuchungen realisierter Verluste (Gewinne) (7) - (7) 1 - 1
Unrealisierte (Verluste) Gewinne, netto (11) - (11) 3 - 3
Unrealisierte (Verluste) Gewinne aus Sicherungsbeziehungen 3 - 3 (2) - (2)
Fremdwährungsumrechnungsdifferenzen (106) - (106) (36) - (36)
Andere Bestandteile des Eigenkapitals (114) - (114) (35) - (35)
2009
Vor Steuern Nach Steuern Netto
--- --- --- ---
(€ in Millionen)
--- --- --- ---
Unrealisierte (Verluste) Gewinne aus Wertpapieren:
Aufgelaufene unrealisierte (Verluste) Gewinne (15) - (15)
Ergebniswirksame Umbuchungen realisierter Verluste (Gewinne) 19 - 19
Unrealisierte (Verluste) Gewinne, netto 4 - 4
Unrealisierte (Verluste) Gewinne aus Sicherungsbeziehungen 7 - 7
Fremdwährungsumrechnungsdifferenzen 145 - 145
Andere Bestandteile des Eigenkapitals 156 - 156

Dividenden

Nach dem deutschen Aktiengesetz richtet sich der Betrag, der zur Dividendenzahlung an die Aktionäre zur Verfügung steht, nach dem Bilanzgewinn der Muttergesellschaft, der nach den Vorschriften des HGB ermittelt wird. Alle Dividendenzahlungen müssen von der Hauptversammlung beschlossen werden.

* Durch die Begebung der Wandelanleihe im Mai 2009, die durch das Bedingte Kapital 2009/I gedeckt ist, können aus den zum 30. September 2009 bestehenden Ermächtigungen keine weiteren Options- oder Wandelschuldverschreibungen begeben werden. Dementsprechend können aus den Bedingten Kapitalia 2007 und 2008 keine Aktien mehr ausgegeben werden.

Für die Geschäftsjahre 2007 und 2008 wurde keine Dividende gezahlt. Ebenso kann für das Geschäftsjahr 2009 keine Dividende ausgeschüttet werden, da der Jahresabschluss der Muttergesellschaft Infineon Technologies AG für das abgelaufene Geschäftsjahr 2009 einen Bilanzverlust ausweist.

In Abhängigkeit von der Marktsituation beabsichtigt Infineon, zukünftige Gewinne für Investitionen in die Entwicklung und Erweiterung der Geschäftsaktivitäten einzubehalten.

Minderheitsanteile

ALTIS ist ein Gemeinschaftsunternehmen von Infineon und IBM, in dem beide Partner ein gleiches Stimmrecht haben. Im Dezember 2005 änderte die Gesellschaft die Vereinbarungen mit IBM bezüglich des ALTIS-Gemeinschaftsunternehmens und begann, ALTIS zu konsolidieren, wobei der 50-prozentige Minderheitsanteil IBMs im Eigenkapital ausgewiesen wird (siehe Anhang Nr. 5).

Wirksam zum 1. Mai 2006 übertrug die Gesellschaft alle wesentlichen Unternehmensbereiche des Segments Speicherprodukte, einschließlich der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die ausschließlich für diese Unternehmensbereiche verwendet wurden, auf das rechtlich unabhängige Unternehmen Qimonda. Am 9. August 2006 schloss Qimonda den Börsengang an der New Yorker Börse durch die Ausgabe von 42 Millionen Stammaktien zu einem Ausgabepreis von 13 US-Dollar pro Aktie ab, welche unter dem Symbol ,,QI" bis März 2009 gehandelt wurden. Zusätzlich verkaufte die Gesellschaft 6,3 Millionen Stammaktien nach Ausübung der Mehrzuteilungsoption. Als Resultat aus diesen Transaktionen hat die Gesellschaft ihren Aktienbesitz auf 85,9 Prozent gesenkt. Innerhalb des vierten Quartals 2007 verkaufte die Gesellschaft zusätzliche 28,75 Millionen Qimonda-Stammaktien und verringerte ihren Besitzanteil an Qimonda weiter auf 77,5 Prozent. Der Minderheitsanteil an Qimonda von 22,5 Prozent zum 30. September 2008 wurde im Eigenkapital ausgewiesen. Während des 2. Quartals des Geschäftsjahrs 2009 hat die Gesellschaft Qimonda aufgrund des Antrags auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens von Qimonda entkonsolidiert (siehe Anhang Nr. 5). Daher ist zum 30. September 2009 in der KonzernBilanz kein Minderheitsanteil an Qimonda ausgewiesen.

31. Kapitalmanagement

Das primäre Ziel der Gesellschaft im Hinblick auf Kapitalmanagement besteht darin, die finanzielle Flexibilität auf Grundlage einer soliden Kapitalstruktur sicherzustellen. Wie bei vergleichbaren Unternehmen derselben Branche steht dabei eine ausreichende Liquiditätsausstattung im Vordergrund, um die laufende Geschäftstätigkeit finanzieren und geplante Investitionen in allen Phasen des Geschäftszyklus vornehmen zu können. Diese Liquidität setzt sich aus Mittelzuflüssen aus laufender Geschäftstätigkeit, vorhandenen Barmitteln, verfügbaren Kreditlinien sowie aus der gelegentlichen Ausgabe von Wertpapieren am Kapitalmarkt zusammen.

Die Gesellschaft unterliegt keinen satzungsmäßigen oder gesetzlichen Auflagen im Hinblick auf die Kapitalausstattung. In dem Geschäftsjahr 2008 stützte sich das Kapitalmanagement auf Konzernfinanzdaten, die nach den in den Vereinigten Staaten von Amerika geltenden Grundsätzen der Rechnungslegung (,,U.S. GAAP"), dem in diesem Zeitraum führenden Rechnungslegungsstandard der Gesellschaft. Ab dem 1. Oktober 2008 erfolgt das Kapitalmanagement ausschließlich auf der Grundlage von IFRS-Daten. Das Kapitalmanagement, seine Ziele und Definitionen der Kennziffern, bleiben aufgrund des Wechsels von U.S. GAAP zu IFRS zum Beginn des Geschäftsjahrs 2009 unverändert.

Als Hauptkriterium zur Beurteilung seines Liquiditätsstatus verwendet Infineon die Netto-Cash/ (Debt)-Position, definiert als das Ergebnis aus Brutto-Cash-Position abzüglich der kurz- und langfristigen Finanzverbindlichkeiten. Die Brutto-Cash-Position setzt sich aus Zahlungsmitteln, Zahlungsmitteläquivalenten sowie zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten zusammen. Das Kernziel von Infineon in Bezug auf Kapitalmanagement ist die Aufrechterhaltung einer Netto-Cash-Position bei gleichzeitig vorhandener Brutto-Cash-Position in Höhe von rund 20 bis 25 Prozent vom Umsatz. Seine Kapitalstruktur wiederum steuert Infineon hauptsächlich anhand des Verhältnisses der kurz- und langfristigen Finanzverbindlichkeiten zu Ebitda, das unter normalen Bedingungen die Zahl 2 nicht übersteigen sollte. Infineon definiert Ebit als den Überschuss (Fehlbetrag) vor dem Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten, Zinsen und Steuern. Ebitda wiederum ist Ebit zuzüglich planmäßiger Abschreibungen.

Die Gesellschaft hat die Kennziffern des Kapitalmanagements unter Nutzung der IFRS-Daten für das Geschäftsjahr 2008 neu berechnet. Diese Kennziffern waren bisher auf der Grundlage von U.S. GAAP-Werten ermittelt worden. Die Neuberechnung dient einzig dem Zweck des Vergleichs mit den Kennziffern des Geschäftsjahrs 2009, die auf Basis von IFRS dargestellt werden.

Die verschiedenen im Geschäftsjahr 2009 durchgeführten Refinanzierungsmaßnahmen, insbesondere die im August 2009 abgeschlossene Kapitalerhöhung (siehe Anhang Nr. 30), haben zu einer erheblichen Verbesserung der Liquiditätsposition und Kapitalstruktur von Infineon geführt. Dies wird durch folgende Entwicklung deutlich: Zum 30. September 2008 hatte Infineon eine Netto-Debt-Position in Höhe von €287 Millionen (€366 Millionen auf Basis von U.S. GAAP-Werten, wobei der Unterschied hauptsächlich in der bilanziellen Trennung der Wandelanleihe und der Umtauschanleihe in eine Verbindlichkeits- und eine Eigenkapitalkomponente besteht). Zum 30. September 2009 dagegen wies Infineon eine Netto-Cash-Position von €657 Millionen auf. Ursächlich hierfür waren im Wesentlichen Nettozuflüsse von €680 Millionen aus der Kapitalerhöhung, positive Mittelzuflüsse aus operativer Geschäftstätigkeit, die die Mittelabflüsse aus Investitionstätigkeit überstiegen, sowie, in geringerem Maße, Rückkäufe ausstehender nachrangiger Wandel- und Umtauschanleihen zu Kursen unterhalb des jeweiligen Bilanzwerts. Die Relation der Brutto-Cash-Position zu Umsatzerlösen sowohl nach U.S. GAAP als auch IFRS betrug im Geschäftsjahr 2008 23 Prozent und 50 Prozent im Geschäftsjahr 2009. Die Brutto-Cash-Position enthält dabei zur Rückzahlung der noch ausstehenden Teile der 2010 fällig werdenden nachrangigen Wandelanleihe benötigte Mittel. Im Geschäftsjahr 2008 betrug das ermittelte Verhältnis von kurz- und langfristigen Finanzverbindlichkeiten zu Ebitda von Infineon ohne Qimonda 2,3 (2,6 nach U.S. GAAP). Im Geschäftsjahr 2009 verschlechterte sich das nach IFRS ermittelte Verhältnis von kurz- und langfristigen Finanzverbindlichkeiten zu Ebitda von Infineon ohne Qimonda auf 2,9, da die Auswirkung des stark negativen Ebits von €226 Millionen Euro nicht durch die Reduzierung der Finanzverbindlichkeiten durch reguläre Kredittilgungen sowie über die Emissionserlöse der im Mai 2009 begebenen neuen im Jahr 2014 fälligen nachrangigen Wandelanleihe hinausgehende Rückkäufe und Rückzahlungen ausstehender nachrangiger Wandel- und Umtauschanleihen kompensiert werden konnte.

32. Aktienoptionspläne

Im Jahr 1999 verabschiedete die Hauptversammlung einen internationalen Aktienoptionsplan, wonach nicht übertragbare Rechte zum künftigen Erwerb von Aktien gewährt werden konnten. Entsprechend diesem Plan konnten über einen Zeitraum von fünf Jahren bis zu 48 Millionen Aktienoptionen ausgegeben werden. Der Ausübungspreis für eine neue Aktie entspricht 120 Prozent des durchschnittlichen Aktienpreises während der fünf Handelstage vor dem Ausgabetag der Option. Die Optionsrechte können innerhalb von sieben Jahren nach der Ausgabe ausgeübt werden, jedoch nur, wenn der Aktienkurs an mindestens einem Handelstag während der jeweiligen Laufzeit den Ausgabepreis erreicht hat und die zweijährige Sperrfrist abgelaufen ist. Im Geschäftsjahr 2008 sind die noch ausstehenden Optionen verfallen.

Im Jahr 2001 verabschiedete die Hauptversammlung einen internationalen Aktienoptionsplan ("Long-Term-Incentive-Plan2001"), der den Aktienoptionsplan 1999 ablöst. Optionen, die auf Grundlage des Aktienoptionsplans 1999 ausgegeben wurden, behalten ihre Wirksamkeit zu den damaligen Ausgabekonditionen, allerdings werden keine weiteren Optionen aus diesem Plan mehr ausgegeben. Entsprechend den Bedingungen des Aktienoptionsplans von 2001 konnten insgesamt bis zu 51,5 Millionen Optionen innerhalb einer Fünfjahresfrist gewährt werden. Der Ausübungspreis für eine neue Aktie entspricht 105 Prozent des durchschnittlichen Aktienkurses während der fünf Handelstage vor Gewährung der Option. Die Optionsrechte können innerhalb von sieben Jahren ausgeübt werden, sofern seit der Ausgabe der jeweiligen Optionsrechte zwischen zwei und vier Jahren vergangen sind und der Aktienkurs der Gesellschaft den Ausübungspreis an mindestens einem Handelstag erreicht hat.

Nach den Regelungen des Aktienoptionsplans von 2001 entschied der Aufsichtsrat jährlich innerhalb von 45 Tagen nach Veröffentlichung des Konzernabschlusses über die Zahl der dem Vorstand zu gewährenden Optionen. Im gleichen Zeitraum hat der Vorstand entschieden, wie viele Optionen an bezugsberechtigte Mitarbeiter gewährt werden.

Im Jahr 2006 verabschiedete die Hauptversammlung einen Aktienoptionsplan 2006 ("SOP 2006"), der den Aktienoptionsplan 2001 ablöst. Gemäß den Bedingungen des SOP 2006 kann die Gesellschaft innerhalb von drei Jahren bis zu 13 Millionen Optionen ausgeben. Der Ausübungspreis für eine neue Aktie entspricht 120 Prozent des durchschnittlichen Aktienpreises während der fünf Handelstage vor dem Ausgabetag der Option. Die ausgegebenen Optionen können nur ausgeübt werden, wenn die Entwicklung des Aktienkurses den vergleichbaren Philadelphia Semiconductor Index (,,SOX") an drei aufeinanderfolgenden Tagen mindestens einmal innerhalb der Laufzeit der Option übersteigt. Die ausgegebenen Optionen können innerhalb von sechs Jahren nach der Ausgabe ausgeübt werden, jedoch nur, wenn seit der Ausgabe der jeweiligen Optionsrechte drei Jahre vergangen sind und der Aktienkurs an mindestens einem Handelstag während der Laufzeit den Ausgabepreis erreicht hat.

Nach den Regelungen des SOP 2006 entscheidet der Aufsichtsrat jährlich innerhalb von 45 Tagen nach Veröffentlichung des Konzernabschlusses oder innerhalb von 45 Tagen nach Veröffentlichung der Konzernergebnisse für das erste oder zweite Quartal über die Zahl der dem Vorstand zu gewährenden Optionen. Der Vorstand entscheidet im gleichen Zeitraum über die Zahl der an bezugsberechtigte Mitarbeiter zu gewährenden Optionen.

Nach dem Ermessen der Gesellschaft können Ausübungen von Aktienoptionen des Long-Term-Incentive-Plans 2001 und des SOP 2006 durch die Ausgabe von neuen Aktien aus dem ,,Bedingten Kapital I" und ,,Bedingten Kapital III" für den Long-Term-Incentive-Plan 2001 beziehungsweise aus dem ,,Bedingten Kapital III" und aus dem ,,Bedingten Kapital IV/2006" für den SOP 2006 oder durch die Verwendung von eigenen Aktien der Gesellschaft bedient werden.

Die Aktienoptionspläne von 1999, 2001 und 2006 zum 30. September 2007 und 2008 sowie ihre Änderungen innerhalb der Geschäftsjahre 2008 und 2009 stellen sich wie folgt dar (Anzahl der Optionen in Millionen Stück, Ausübungspreis in Euro, innerer Wert in Millionen Euro):

Anzahl der Optionen Durchschnittlicher Ausübungspreis Durchschnittliche Restlaufzeit

(in Jahren)
Gesamter innerer Wert
Ausstehende Optionen zum 30. September 2007 39,4 16,17 2,99 66
Gewährte Optionen - -
Ausgeübte Optionen - -
Verfallene und ausgelaufene Optionen (6,2) 37,44
Ausstehende Optionen zum 30. September 2008 33,2 12,30 2,28 -
Ausübbar gewordene Optionen und zu erwartende ausübbare Optionen, abzüglich erwarteter verfallener Optionen zum 30. September 2008 30,6 12,32 2,28 -
Ausübbar zum 30. September 2008 26,5 12,89 1,83 -
Ausstehende Optionen zum 30. September 2008 33,2 12,30 2,28 -
Gewährte Optionen 2,6
Ausgeübte Optionen - -
Verfallene und ausgelaufene Optionen (12,1) 16,28
Ausstehende Optionen zum 30. September 2009 23,7 9,18 2,23 3,0
Ausübbar gewordene Optionen und zu erwartende ausübbare Optionen, abzüglich erwarteter verfallener Optionen zum 30. September 2009 23,1 9,22 2,18 2,7
Ausübbar zum 30. September 2009 17,6 9,74 1,51 -

Die nachfolgende Tabelle fasst die Informationen zu ausstehenden und ausübbaren Aktienoptionen zum 30. September 2009 zusammen (Anzahl der Optionen in Millionen, Ausübungspreis in Euro):

Ausstehend Ausübbar
Ausübungspreise Anzahl der Optionen Durchschnittliche Restlaufzeit

(in Jahren)
Durchschnittlicher Ausübungspreis Anzahl der Optionen Durchschnittlicher Ausübungspreis
--- --- --- --- --- ---
Unter €5 2,7 5,68 2,72 - -
€5-€10 14,3 1,79 8,72 12,9 8,78
€10 -€15 6,7 1,83 12,67 4,7 12,40
Summe Aktienoptionen 23,7 2,24 9,18 17,6 9,74

In den Geschäftsjahren zum 30. September 2007, 2008 und 2009 sind Optionen mit einem gesamten beizulegenden Zeitwert von €32 Millionen, €26 Millionen und €10 Millionen ausübbar geworden. In den Geschäftsjahren zum 30. September 2007, 2008 und 2009 wurden Optionen mit einem gesamten inneren Wert in Höhe von €6 Millionen, €0 Millionen und €0 ausgeübt.

Die Veränderungen der nicht ausübbaren Optionen von Infineon im Geschäftsjahr 2008 und 2009 werden in der folgenden Tabelle dargestellt (Anzahl der Optionen in Millionen Stück, Marktpreise in Euro, innerer Wert in Millionen Euro):

Anzahl der Optionen Durchschnittlicher Marktpreis Durchschnittliche Laufzeit

(in Jahren)
Gesamter innerer Wert
Nicht ausübbare Optionen zum 30. September 2007 13,6 3,50 4,77 35
Gewährte Optionen - -
Ausübbar gewordene Optionen (6,5) 4,04
Verfallene Optionen (0,4) 3,23
Nicht ausübbare Optionen zum 30. September 2008 6,7 2,96 4,05 -
Nicht ausübbare Optionen, die voraussichtlich ausübbar werden 4,1 3,30 4,03 -
Nicht ausübbare Optionen zum 30. September 2008 6,7 2,96 4,05 -
Gewährte Optionen 2,6 0,71
Ausübbar gewordene Optionen (2,9) 3,54
Verfallene Optionen (0,4) 2,99
Nicht ausübbare Optionen zum 30. September 2009 6,0 1,70 4,33 3,0
Nicht ausübbare Optionen, die voraussichtlich ausübbar werden 5,5 1,69 4,34 2,7

Infineon ermittelte den beizulegenden Zeitwert einer gewährten Aktienoption aus den Long-Term-Incentive-Plänen 1999 und 2001 zum Ausgabezeitpunkt mittels des Black-Scholes-Optionspreismodells. Für die vor dem 1. Oktober 2005 gewährten Optionen nutzte Infineon historische Volatilitäten, um den beizulegenden Zeitwert der an Mitarbeiter gewährten Aktienoptionen zu schätzen. Für Optionen die nach dem 1. Oktober 2005 gewährt wurden, nutzt Infineon eine Kombination von implizierter Volatilität von gehandelten Optionen auf die Aktie der Infineon Technologies AG und historischer Volatilität, um den beizulegenden Zeitwert der an Mitarbeiter gewährten Aktienoptionen zu schätzen, da Infineon der Ansicht ist, dass diese Methode die zukünftige erwartete Volatilität der Aktie besser darstellt. Die erwartete Laufzeit der gewährten Optionen wurde auf Grund der historischen Erfahrungen geschätzt.

Infineon ermittelte den beizulegenden Zeitwert einer gewährten Aktienoption aus dem Aktienoptionsplan 2006 zum Ausgabezeitpunkt mittels eines Monte-Carlo-Simulationsmodells. Dieses Modell berücksichtigt die Ausübungsbedingung in Bezug auf die Entwicklung des SOX und den Einfluss auf den beizulegenden Zeitwert der Aktienoptionen. Infineon nutzt eine Kombination von implizierter Volatilität von gehandelten Optionen auf die Aktie der Gesellschaft und historischer Volatilität, um den beizulegenden Zeitwert der an Mitarbeiter gewährten Aktienoptionen zu schätzen, da Infineon der Ansicht ist, dass diese Methode die zukünftige erwartete Volatilität der Aktie besser darstellt. Die erwartete Laufzeit der gewährten Optionen wurde mittels eines Monte-Carlo-Simulationsmodells geschätzt.

Der Verfall von Optionen, die vor dem 1. Oktober 2005 gewährt wurden, wird auf Basis von historischen Erfahrungen geschätzt und zum Zeitpunkt des Verfalls erfasst. Der risikofreie Zins beruht auf der Rendite von Bundesanleihen mit einer vergleichbaren Laufzeit zum Gewährungszeitpunkt der Optionen. Infineon hat im Geschäftsjahr zum 30. September 2009 keine Dividende gezahlt.

In der folgenden Tabelle sind die durchschnittlichen Annahmen zur Marktpreisbewertung für das Geschäftsjahr 2007 and 2009 dargestellt, da es im Geschäftsjahr 2008 keine Ausgabe von Aktien gab:

2007 2009
Durchschnittliche Annahmen:
Risikofreier Zinssatz 3,91% 1,88%
Erwartete Volatilität der Aktie 40% 67%
Erwartete Volatilität des SOX 36% 36%
Verfallrate pro Jahr 3,40% 3,40%
Dividendenertrag 0% 0%
Erwartete Laufzeit in Jahren 3,09 3,20
Durchschnittlicher beizulegender Zeitwert pro Option zum Gewährungszeitpunkt in € 2,03 0,71

Zum 30. September 2009 hatte die Gesellschaft noch nicht realisierte Aufwendungen für aktienbasierte Vergütungen für noch nicht ausübbare Aktienoptionen in Höhe von €2 Millionen, die voraussichtlich über einen durchschnittlichen Zeitraum von 1,22 Jahren erfasst werden.

Aufwendungen für aktienbasierte Vergütungen

Aufwendungen für aktienbasierte Vergütungen stellten sich in den Geschäftsjahren zum 30. September 2007, 2008 und 2009 wie folgt dar:

2007 2008 2009
(€ in Millionen)
--- --- --- ---
Realisierte Aufwendungen für aktienbasierte Vergütungen:
Umsatzkosten 2 1 -
Vertriebskosten und allgemeine Verwaltungskosten 6 3 2
Forschungs- und Entwicklungskosten 4 1 -
Gesamte Aufwendungen für aktienbasierte Vergütungen 12 5 2
Auswirkung der aktienbasierten Vergütung auf den unverwässerten und verwässerten Konzernjahresfehlbetrag je Aktie in € (0,02) (0,01) -

Die Gesellschaft hat keine Einzahlungen durch die Ausübungen von Aktienoptionen in den Geschäftsjahren zum 30. September 2008 und 2009 erhalten. Ein unwesentlicher Betrag der Kosten für aktienbasierte Vergütungen wurde in den Geschäftsjahren zum 30. September 2007, 2008 und 2009 als Bestandteil des Vorratsvermögens aktiviert. Die Aufwendungen für aktienbasierte Vergütungen ergaben keine Steuervorteile, da die aktienbasierten Vergütungen in Steuergebieten gewährt wurden, in denen die entsprechenden Aufwendungen nicht steuerlich abzugsfähig sind.

33. Ergänzende Informationen zur Konzern-Kapitalflussrechnung

2007 2008 2009
(€ in Millionen)
--- --- --- ---
Nicht zahlungswirksame Investitionsaktivitäten:
Molstanda (siehe Anhang Nr. 4) (41) - -
Nicht zahlungswirksame Finanzierungsaktivitäten:
Molstanda (siehe Anhang Nr. 4) 76 - -

34. Transaktionen mit nahestehenden Unternehmen und Personen

Die Gesellschaft versteht unter nahestehenden Unternehmen solche, welche nach der Equity-Methode bilanziert werden, und unter nahestehenden Personen insbesondere den Vorstand und den Aufsichtsrat. Die Gesellschaft bezieht bestimmte Vorprodukte, insbesondere Chipsätze, von nahestehenden Unternehmen und verkauft einzelne ihrer Produkte an nahestehende Unternehmen. Diese Käufe von und Verkäufe an nahestehende Unternehmen orientieren sich grundsätzlich an Marktpreisen oder an Herstellungskosten zuzüglich einer Gewinnmarge.

Die Forderungen gegen nahestehende Unternehmen und Personen bestehen aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, aus Finanzforderungen und sonstigen Forderungen in Höhe von insgesamt €78 Millionen bzw. €9 Millionen zum 30. September 2008 und 2009.

Die Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen bestehen aus Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Finanzverbindlichkeiten und sonstigen Verbindlichkeiten in Höhe von insgesamt €21 Millionen und €15 Millionen zum 30. September 2008 und 2009.

Die Forderungen und Verbindlichkeiten gegen nahestehende Unternehmen zum 30. September 2008 und 2009 werden zunächst nach Forderungen gegen und Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaften, an denen Infineon beteiligt ist, unterteilt. Anschließend werden die Forderungen gegen und Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen nach Art und Weise des Geschäftsvorfalls unterschieden. Die als Forderungen oder Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen ausgewiesenen Beträge resultieren aus dem Kauf bzw. Verkauf von Produkten und Dienstleistungen. Finanzforderungen und -Verbindlichkeiten beinhalten die geschuldeten Beträge aus Darlehen sowie die zu Interbankensätzen aufgelaufenen Zinsen.

Die Umsätze mit nahestehenden Unternehmen betrugen insgesamt €57 Millionen, €1 Million und €2 Millionen in den Geschäftsjahren 2007, 2008 und 2009, wohingegen die Bezüge von nahestehenden Unternehmen €47 Millionen, €148 Millionen und €138 Millionen in den Geschäftsjahren 2007, 2008 und 2009 betrugen.

Vorstandsvergütung

Im Geschäftsjahr 2009 erhielten die derzeit aktiven Mitglieder des Vorstands der Infineon Technologies AG für ihre Tätigkeit eine Gesamtvergütung in Höhe von €3,6 Millionen (Vorjahr: €3,3 Millionen, entsprechend der Vorstandszugehörigkeit im Geschäftsjahr). Die Gesamtvergütung für alle im Vorjahr aktiven Mitglieder des Vorstands betrug €4.9 Millionen enthielt auch die Vergütung für die im Geschäftsjahr 2008 ausgeschiedenen Herren Fischl und Dr. Ziebart. In den Geschäftsjahren 2008 und 2009 wurden an Mitglieder des Vorstands keine Aktienoptionen ausgegeben. Erfolgsabhängige Boni wurden in den Geschäftsjahren 2008 und 2009 nicht gezahlt. Die Gesamtbarvergütung, die an die derzeitigen Mitglieder des Vorstands gezahlt wurde, betrug demnach im Geschäftsjahr 2009 €3,6 Millionen (Vorjahr: €3,3 Millionen).

Die Barvergütung der Mitglieder des Aufsichtsrats der Infineon Technologies AG betrug im Geschäftsjahr 2009 insgesamt €0,5 Millionen (Vorjahr: €0,5 Millionen). Im Geschäftsjahr 2009 haben die Mitglieder des Aufsichtsrats auf die Gewährung von Wertsteigerungsrechten verzichtet.

An frühere Mitglieder des Vorstands wurden im Geschäftsjahr 2009 Gesamtbezüge (Abfindungen und Versorgungsleistungen) von €1,8 Millionen ausbezahlt (Vorjahr: €0,9 Millionen).

Die Pensionsrückstellungen für frühere Mitglieder des Vorstands betrugen zum 30. September 2009 insgesamt €27 Millionen (Vorjahr: €27 Millionen).

Weder die Infineon Technologies AG noch eines seiner Tochterunternehmen hat ein Darlehen an Mitglieder des Aufsichtsrats oder des Vorstands gewährt.

Hinsichtlich der Angaben zur individuellen Vergütung der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats gemäß § 314 Abs. 1 Nr. 6 Buchstabe a Satz 5 bis 9 HGB wird auf die Ausführungen im Vergütungsbericht verwiesen, der Bestandteil des Konzernlageberichts ist.

35. Pensionspläne

Pensionsverpflichtungen der Gesellschaft entstehen zurzeit überwiegend über leistungsorientierte Pensionszusagen (defined benefit obligations), die einem bedeutenden Anteil der Mitarbeiter gewährt werden. Die Pensionszusagen richten sich im Wesentlichen nach der Dauer der Betriebszugehörigkeit. Ein Teil der Altersversorgungspläne bezieht sich auf das Einkommen im letzten oder in den vergangenen fünf Jahren der Betriebszugehörigkeit, andere feste Versorgungspläne sind vom durchschnittlichen Einkommen und der Position abhängig. Der Bewertungsstichtag für die Pensionspläne der Gesellschaft ist der 30. September.

Die Daten zu den Pensionsplänen der Gesellschaft sind für die deutschen Versorgungspläne ("Inland") und die ausländischen Versorgungspläne ("Ausland") zum 30. September 2008 und 2009 in der folgenden Tabelle dargestellt:

2008 2009
Inland Ausland Inland Ausland
--- --- --- --- ---
(€ in Millionen)
--- --- --- --- ---
Änderung der Anwartschaftsbarwerte unter Berücksichtigung künftiger Gehaltssteigerungen:
Anwartschaftsbarwerte (DBO) zum Beginn des Geschäftsjahrs (398) (77) (297) (79)
Aufwendungen für die im Geschäftsjahr erworbenen Versorgungsansprüche (16) (3) (10) (2)
Aufwendungen aus Aufzinsung der Anwartschaftsbarwerte (18) (4) (19) (4)
Versicherungsmathematische Gewinne (Verluste) 69 (1) (46) 2
Desinvestitionen - - - 10
Einführung neuer Pläne und Planänderungen 1 (1) - -
Kürzungen - - 4 3
Gezahlte Versorgungsleistungen 5 2 8 3
Übertragung an Qimonda 7 - - -
Anwartschaftsbarwerte umgegliedert in zur Veräußerung stehend 53 2 11 1
Fremdwährungseffekte - 3 - 2
Anwartschaftsbarwerte zum Ende des Geschäftsjahrs (297) (79) (349) (64)
Entwicklung des beizulegenden Zeitwerts des Planvermögens:
Beizulegender Zeitwert zu Beginn des Geschäftsjahrs 368 41 298 35
Erwartete Rendite des Fondsvermögens 22 3 21 2
Versicherungsmathematische Verluste (63) (5) (14) (4)
Desinvestitionen - - - (6)
Beitrag des Unternehmens 10 3 8 3
Gezahlte Versorgungsleistungen (5) (2) (8) (3)
Übertragungen an Qimonda (7) - - -
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens umgegliedert in zur Veräußerung stehend (27) (1) (11) -
Fremdwährungseffekte - (4) - (2)
Beizulegender Zeitwert zum Ende des Geschäftsjahrs 298 35 294 25

Die Überleitung des Finanzierungsstatus der Pensionspläne der Gesellschaft auf die in der KonzernBilanz zum 30. September ausgewiesenen Beträge setzt sich wie folgt zusammen:

2008 2009
Inland Ausland Inland Ausland
--- --- --- --- ---
(€ in Millionen)
--- --- --- --- ---
Beizulegender Zeitwert der Anwartschaftsbarwerte (297) (79) (349) (64)
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens 298 35 294 25
Finanzierungsstatus 1 (44) (55) (39)
Vermögenswert Obergrenze (Asset Ceiling) - - - -
Pensionsverpflichtungen, Saldo 1 (44) (55) (39)

Die erfassten Beträge in der Konzern-Bilanz setzen sich wie folgt zusammen:

2008 2009
Inland Ausland Inland Ausland
--- --- --- --- ---
(€ in Millionen)
--- --- --- --- ---
Pensionsvermögen 1 - - -
Kurzfristige Pensionsverpflichtungen - (1) - -
Pensionen und ähnliche Verpflichtungen - (43) (55) (39)
Pensionsverpflichtungen, Saldo 1 (44) (55) (39)

Die Unterschiede aus der erwarteten und tatsächlichen Entwicklung sind in der folgenden Tabelle dargestellt. Diese Unterschiede ergeben sich aus der erwarteten Veränderung der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten auf Grund von versicherungsmathematischen Annahmen und den tatsächlichen Veränderungen dieser Vermögenswerte und Verbindlichkeiten.

2008 2009
Inland Ausland Inland Ausland
--- --- --- --- ---
(€ in Millionen)
--- --- --- --- ---
Unterschiede aus erwarteten und tatsächlichen Entwicklungen:
des beizulegenden Zeitwerts der Obligationen 4 (1) (1) 3
des beizulegenden Zeitwerts des Fondsvermögens (63) (5) (14) (4)

Der tatsächliche Gewinn (Verlust) aus dem Planvermögen in den Jahren zum 30. September 2008 und 2009 betrug €(43) Millionen und €5 Millionen.

Der Ermittlung der versicherungsmathematischen Werte der Versorgungspläne lagen folgende durchschnittlich gewichtete Annahmen zugrunde:

2008 2009
Inland Ausland Inland Ausland
--- --- --- --- ---
Abzinsungsfaktor 6,8% 6,1% 5,8% 5,3%
Personalkostenteuerungsrate 2,5% 2,8% 2,0% 1,9%
Erwartete Rentenentwicklung 2,0% 2,9% 2,0% 1,4%
Erwartete Rendite auf das Planvermögen 6,5% 7,0% 7,1% 7,2%

Die Abzinsungsfaktoren werden auf der Basis erstrangiger Rentenpapiere gebildet, die, falls die Pensionsanwartschaften zum Stichtag glattgestellt würden, bis zum Fälligkeitszeitpunkt die benötigten zukünftigen Einzahlungen bereitstellen würden. Die Gesellschaft geht davon aus, dass kurzfristige Schwankungen der Zinssätze keinen Einfluss auf ihre langfristigen Verpflichtungen haben werden.

Investitionsstrategie

Die Investitionsstrategie für die Pensionspläne der Gesellschaft beinhaltet ein gewisses Maß an Flexibilität, um sich ergebende Anlagechancen frühestmöglich ergreifen zu können. Gleichzeitig stellen angemessene Kennzahlen sicher, dass die Vorsichts- und Sorgfaltspflichten bei der Ausführung des Investitionsprogramms erfüllt werden. Das Vermögen der Pensionspläne wird von mehreren Anlageberatern angelegt. Die Pläne sehen eine Kombination aus aktiven und passiven Investitionsprogrammen vor. Unter Berücksichtigung der Laufzeit der zugrunde liegenden Verpflichtungen wird ein Portfolio der Investitionen des Planvermögens, bestehend aus Anteils-, Gläubiger- und anderen Wertpapieren, angestrebt, um die langfristige Gesamtkapitalrendite bei einem bestimmten Risiko zu maximieren. Das Investitionsrisiko wird durch laufende periodenweise Prüfungen des Portfolios, durch Abstimmung mit Anlageberatern und durch jährliche Verbindlichkeitsberechnungen kontrolliert. Die Investitionsmethoden und -Strategien werden periodisch überprüft, um sicherzustellen, dass die Ziele der Versorgungspläne unter Berücksichtigung jeder Änderung im Aufbau des Versorgungsplans, der Marktbedingungen oder anderer wesentlicher Punkte erreicht werden.

Erwartete langfristige Rendite des Planvermögens

Um die erwartete Gesamtkapitalrendite des Planvermögens festlegen zu können, bedarf es mehrerer Annahmen. Die Methode der Gesellschaft, die Rendite des Planvermögens zu bestimmen, basiert auf langjährigen historischen Finanzmarktbeziehungen, den verschiedenen Arten der Investitionsklassen, in denen das Pensionsvermögen angelegt wurde, auf langfristigen Investitionsstrategien sowie auch auf der kumulierten Rendite, welche die Gesellschaft mit ihrem Portfolio normalerweise in einem bestimmten Zeitraum erwarten kann.

Die Gesellschaft überprüft die erwartete langfristige Gesamtkapitalrendite jährlich und nimmt, wenn nötig, Anpassungen vor. Zusätzlich gibt die Gesellschaft detaillierte Vermögens-/Verbindlichkeits-Studien in Auftrag, die regelmäßig von unabhängigen Anlageberatern und Versicherungsfachleuten durchgeführt werden.

Verteilung des Planvermögens

Am 30. September 2008 und 2009 stellten sich die prozentuale Verteilung des investierten Planvermögens und die Zielverteilung in den wesentlichen Anlagekategorien wie folgt dar:

2008 2009 Zielverteilung
Inland Ausland Inland Ausland Inland Ausland
--- --- --- --- --- --- ---
Anteilspapiere 30% 47% 31% 37% 36% 47%
Gläubigerpapiere 36% 16% 28% 17% 31% 16%
Sonstiges 34% 37% 41% 46% 33% 37%
Gesamt 100% 100% 100% 100% 100% 100%

Die Verteilung des Planvermögens der Gesellschaft auf das Anlagevermögen der Pensionspläne basiert auf der Einschätzung der Geschäfts- und Finanzlage, demographischen und versicherungsmathematischen Daten, Finanzierungsmöglichkeiten, geschäftsbezogenen Risikofaktoren, Marktsensitivitätsanalysen und anderen relevanten Faktoren. Insgesamt soll die Verteilung der Sicherung des Planvermögens dienen und gleichzeitig für ausreichend stabile, beispielsweise inflationsbereinigte Einkünfte sorgen, um sowohl derzeitige als auch zukünftige Pensionszusagen zu erfüllen. Auf Grund des aktiven Portfoliomanagements kann die tatsächliche Verteilung des Anlagevermögens, innerhalb bestimmter Grenzen der verschiedenen Risikoklassen, von der geplanten Verteilung abweichen. Gemäß den Richtlinien der Gesellschaft investieren die Pensionspläne der Gesellschaft nicht in Aktien von Infineon.

Die Aufwendungen für Pensionsverpflichtungen in den Geschäftsjahren 2008 und 2009 beinhalten:

2007 2008 2009
Inland Ausland Inland Ausland Inland Ausland
--- --- --- --- --- --- ---
(€ in Millionen)
--- --- --- --- --- --- ---
Aufwendungen für die im Geschäftsjahr erworbenen Versorgungsansprüche (22) (4) (16) (3) (10) (2)
Aufwendungen aus Aufzinsung der Anwartschaftsbarwerte (19) (4) (18) (4) (19) (4)
Erwarteter Ertrag aus Planvermögen 17 3 22 3 21 2
Amortisation von noch nicht realisierten Versorgungsansprüchen aus vorangegangenen Geschäftsjahren (1) - 1 - - -
Realisierter Gewinn aus Plankürzungen - 1 - - 4 3
Aufwendungen für Pensionsverpflichtungen (25) (4) (11) (4) (4) (1)

Die aus den Pensionsplänen bereits entstandene, noch nicht erfassten Versorgungsansprüche werden in gleich hohen Beträgen auf die erwartete Restdienstzeit der aktiven Mitarbeiter, die voraussichtlich Bezüge aus dem Pensionsvermögen erhalten werden, umgelegt.

Versicherungsmathematische Gewinne (Verluste) für die Geschäftsjahre 2007, 2008 und 2009 in Höhe von €124 Millionen, €0 Millionen und €(62) Millionen werden im SoRIE ausgewiesen.

Es ist nicht geplant, noch wird erwartet, dass Planvermögen an die Gesellschaft im nächsten Geschäftsjahr zurückübertragen wird.

Die Auswirkungen der Mitarbeiterentlassungen im Zusammenhang mit den Umstrukturierungen in der Gesellschaft auf die Pensionsverpflichtungen werden auf Grund der Anwendung von IAS 19 als Plankürzung in den Geschäftsjahren 2007, 2008 und 2009 dargestellt.

Aufwendungen aus der Aufzinsung der Anwartschaftsbarwerte für Pensionen und Zinserträge aus Planvermögen werden im Zinsergebnis ausgewiesen. Die übrigen Aufwendungen für Pensionsverpflichtungen werden hauptsächlich den Umsatzkosten und den Forschungs- und Entwicklungskosten zugerechnet.

Die Gesellschaft hat in den Geschäftsjahren 2007,2008 und 2009 €108 Millionen, €105 Millionen und €101 Millionen Aufwendungen für beitragsorientierte Pläne erfasst.

36. Zusätzliche Angaben zu Finanzinstrumenten

Nachfolgende Tabelle stellt die Buchwerte sowie die beizulegenden Zeitwerte der Finanzinstrumente nach den jeweiligen Klassen sowie eine Aufgliederung in die verschiedenen Kategorien von Finanzinstrumenten gemäß IAS 39 dar.

Kategorien der finanziellen Vermögenswerte
Finanzielle Vermögenswerte Buchwert Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet Designierte

Sicherungs-

instrumente

(Cash-Flow-Hedges)
Zur Veräußerung verfügbar Kredite und Forderungen Beizulegender Zeitwert
--- --- --- --- --- --- ---
(€ in Millionen)
--- --- --- --- --- --- ---
Bilanz zum 30. September 2008
Kurzfristige Vermögenswerte:
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 749 - - - 749 749
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte 134 - - 134 - 134
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen 799 - - - 799 799
Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte 19 19 - - - 19
Langfristige Vermögenswerte:
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 144 - - 29 115 144
Gesamt 1.845 19 - 163 1.663 1.845
Bilanz zum 30. September 2009
Kurzfristige Vermögenswerte:
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 1.414 - - - 1.414 1.414
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte 93 - - 93 - 93
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen 514 - - - 514 514
Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte 26 25 1 - - 26
Langfristige Vermögenswerte:
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 124 - - 26 98 124
Gesamt 2.171 25 1 119 2.026 2.171
Kategorien der Finanzverbindlichkeiten
Finanzielle Verbindlichkeiten Buchwert Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet Designierte Sicherungs-

instrumente

(Cash-Flow-Hedges)
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten (Restbuchwert) Miet- und Leasing-

verbindlichkeiten
Beizulegender Zeitwert
--- --- --- --- --- --- ---
(€ in Millionen)
--- --- --- --- --- --- ---
Bilanz zum 30. September 2008
Kurzfristige Verbindlichkeiten:
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten sowie kurzfristig fällige Bestandteile langfristiger Finanzverbindlichkeiten 207 - - 207 - 207
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten 507 - - 507 - 507
Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten 63 20 5 38 - 63
Langfristige Verbindlichkeiten:
Langfristige Finanzverbindlichkeiten 963 - - 963 - 967
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 20 - - 20 - 20
Gesamt 1.760 20 5 1.735 - 1.764
Bilanz zum 30. September 2009
Kurzfristige Verbindlichkeiten:
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten sowie kurzfristig fällige Bestandteile langfristiger Finanzverbindlichkeiten 521 - - 521 - 506
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten 393 - - 393 - 393
Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten 50 15 - 35 - 50
Langfristige Verbindlichkeiten:
Langfristige Finanzverbindlichkeiten 329 - - 329 - 317
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 5 - - 5 - 5
Gesamt 1.298 15 - 1.283 - 1.271

Die folgende Tabelle stellt die Nettogewinne beziehungsweise -Verluste aus fortgeführten Aktivitäten auf Ebene der unterschiedlichen Kategorien von Finanzinstrumenten für die Geschäftsjahre 2008 und 2009 dar:

Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte Kredite und Forderungen Als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten eingestuft Zu Handelszwecken gehalten Andere finanzielle Verbindlichkeiten Absicherung von Zahlungsströmen
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(€ in Millionen)
--- --- --- --- --- --- ---
Geschäftsjahr 2008:
Erfolgswirksam aus dem Eigenkapital umgegliedert (2) - - - - (2)
Im Eigenkapital erfasste Veränderung des beizulegenden Zeitwerts 1 - - - - -
Im Eigenkapital erfasste Nettogewinne (-verluste) (1) - - - - (2)
Zinsergebnis 9 46 2 - (147) (2)
Netto-Währungseffekte - (10) - 15 10 -
Veränderung des beizulegenden Zeitwerts (3) - (10) (12) - -
Wertberichtigung (Aufholung) (6) (3) - - - -
Erfolgswirksam erfasste Gewinne (Verluste) - 33 (8) 3 (137) (2)
Nettogewinne (-verluste) Gesamt (1) 33 (8) 3 (137) (4)
Geschäftsjahr 2009:
Erfolgswirksam aus dem Eigenkapital umgegliedert 4 - - - - 7
Im Eigenkapital erfasste Veränderung des beizulegenden Zeitwerts - - - - - -
Im Eigenkapital erfasste Nettogewinne (-verluste) 4 - - - - 7
Zinsergebnis 61 22 - - (124) (2)
Netto-Währungseffekte - 3 - (16) 2 -
Veränderung des beizulegenden Zeitwerts (23) - (4) 17 - -
Wertberichtigung (Aufholung) - (18) - - - -
Erfolgswirksam erfasste Gewinne (Verluste) 38 7 (4) 1 (122) (2)
Nettogewinne (-verluste) Gesamt 42 7 (4) 1 (122) 5
Gesamt
(€ in Millionen)
--- ---
Geschäftsjahr 2008:
Erfolgswirksam aus dem Eigenkapital umgegliedert (4)
Im Eigenkapital erfasste Veränderung des beizulegenden Zeitwerts 1
Im Eigenkapital erfasste Nettogewinne (-verluste) (3)
Zinsergebnis (92)
Netto-Währungseffekte 15
Veränderung des beizulegenden Zeitwerts (25)
Wertberichtigung (Aufholung). . (9)
Erfolgswirksam erfasste Gewinne (Verluste) (111)
Nettogewinne (-verluste) Gesamt (114)
Geschäftsjahr 2009:
Erfolgswirksam aus dem Eigenkapital umgegliedert 11
Im Eigenkapital erfasste Veränderung des beizulegenden Zeitwerts -
Im Eigenkapital erfasste Nettogewinne (-verluste) 11
Zinsergebnis (43)
Netto-Währungseffekte (11)
Veränderung des beizulegenden Zeitwerts (10)
Wertberichtigung (Aufholung) (18)
Erfolgswirksam erfasste Gewinne (Verluste) (82)
Nettogewinne (-verluste) Gesamt (71)

Derivative Finanzinstrumente und Sicherungsbeziehungen

Die Gesellschaft schließt Geschäfte über derivative Finanzinstrumente wie Zins-Swap-Vereinbarungen sowie Devisentermin- und -optionsgeschäfte ab. Ziel dieser Transaktionen ist die Verringerung der Auswirkungen von Zins- und Währungsschwankungen auf in Fremdwährung lautende künftige Netto-Zahlungsströme. Derivative Finanzinstrumente werden bei der Gesellschaft nicht zu Handels- oder spekulativen Zwecken eingesetzt.

Die entsprechenden Nominalwerte und beizulegenden Zeitwerte der von der Gesellschaft zum 30. September 2008 und 2009 gehaltenen Derivate sind im Folgenden dargestellt:

2008 2009
Nominalwert Beizulegende Zeitwerte Nominalwert Beizulegende Zeitwerte
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(€ in Millionen)
--- --- --- --- ---
Devisenterminverträge Verkauf:
US-Dollar 213 (5) 390 8
Japanischer Yen 5 - 4 -
Singapur-Dollar 10 - 2 -
Malaysische Ringgit 3 - - -
Devisenterminverträge Kauf:
US-Dollar 157 (4) 78 (5)
Japanischer Yen 1 - 5 -
Singapur-Dollar 29 - 16 -
Britisches Pfund 9 - 4 -
Malaysische Ringgit 52 - 41 (2)
Norwegische Krone 2 - - -
Devisenoptionen Verkauf:
US-Dollar 177 (5) - -
Devisenoptionen Kauf:
US-Dollar 163 1 - -
Zins-Swap-Vereinbarungen 500 (1) 500 16
Sonstige 77 (1) 13 (6)
Gesamt (15) 11

Zur Sicherung signifikanter erwarteter US-Dollar-Zahlungseingänge aus operativer Tätigkeit schließt die Gesellschaft Geschäfte über derivative Finanzinstrumente, im Wesentlichen Devisentermingeschäfte, ab. In dem Geschäftsjahr 2009 hat die Gesellschaft bestimmte Devisentermingeschäfte und Devisenoptionen als Cashflow-Sicherungsbeziehungen für sehr wahrscheinliche zukünftige Umsätze in US-Dollar bestimmt. Die Gesellschaft hat in dem Geschäftsjahr 2009 für diese Sicherungsbeziehungen keine Ineffektivitäten erfasst. Allerdings wurden bei der Beurteilung der Effektivität dieser Sicherungsbeziehungen die Differenz zwischen Kassa- und Terminkurs bzw. der Zeitwert der Optionen nicht berücksichtigt und diesbezügliche Gewinne und Verluste aus derivativen Finanzinstrumenten erfolgswirksam in den Umsatzkosten erfasst. Es wird erwartet, dass €0 Millionen von den zum 30. September 2009 direkt unter den anderen Bestandteilen des Eigenkapitals erfassten Ergebnissen innerhalb des Geschäftsjahrs 2010 erfolgswirksam erfasst werden. Alle Devisentermingeschäfte, die als Cashflow-Sicherungsbeziehung bestimmt sind, haben eine Restlaufzeit von nicht mehr als fünf Monaten. Die Gesellschaft schließt Fremdwährungsderivate ab, um das Währungsrisiko erwarteter Zahlungseingänge auszugleichen. Erfüllen sie die Voraussetzungen zur Anwendung der Regelungen für die Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen nicht, werden sie in jeder Berichtsperiode zu beizulegenden Zeitwerten bewertet und die unrealisierten Gewinne und Verluste sofort ergebniswirksam erfasst. In den Geschäftsjahren 2008 und 2009 wurden keine Gewinne und Verluste aus den anderen Bestandteilen des Eigenkapitals erfolgswirksam erfasst, die daraus resultierten, dass Cashflow-Sicherungsbeziehungen aufgehoben wurden, da der Eintritt der abgesicherten Transaktion als unwahrscheinlich anzunehmen war.

Beizulegender Zeitwert

Die beizulegenden Zeitwerte der derivativen Finanzinstrumente werden anhand von amtlichen Börsenkursen oder als Discounted-Cashflow ermittelt. Der beizulegende Zeitwert der ungesicherten Darlehen und der verzinslichen Bankverbindlichkeiten entspricht annähernd dem Buchwert, da die Verzinsung den derzeit marktüblichen Zinsen entspricht. Zum 30. September 2009 wurden die nachrangigen Wandelanleihen mit Fälligkeiten im Jahr 2010 und 2014 mit Aufschlägen von 0,45 Prozent beziehungsweise 93,14 Prozent gegenüber ihrem Nominalwert an der Börse gehandelt. Die beizulegenden Zeitwerte der Zahlungsmittel, der Forderungen und Verbindlichkeiten gegenüber Dritten, der Forderungen und Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen sowie der übrigen Finanzinstrumente entsprechen auf Grund ihrer kurzfristigen Fälligkeiten annähernd deren Buchwerten. Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte werden zu beizulegenden Zeitwerten bilanziert (siehe Anhang Nr. 13).

37. Management finanzieller Risiken

Die Gesellschaft ist auf Grund ihrer Geschäftstätigkeit einer Vielfalt von finanziellen Risiken ausgesetzt: Marktrisiken (einschließlich Währungsrisiken, Zinsrisiken und Preisrisiken), Kredit- beziehungsweise Bonitätsrisiken und Liquiditätsrisiken. Das Risikomanagement der Gesellschaft bezüglich finanzieller Risiken zielt grundsätzlich auf die Unsicherheit der zukünftigen Entwicklung der Finanzmärkte ab und soll deren mögliche negative Auswirkungen auf die Ertragslage der Gesellschaft begrenzen. Zur Begrenzung bestimmter Risiken, denen die Gesellschaft ausgesetzt ist, nutzt sie derivative Finanzinstrumente. Das Risikomanagement wird durch eine zentrale "Finance and Treasury"-Abteilung ("FT") anhand von Richtlinien, die durch den Vorstand genehmigt wurden, vorgenommen. In enger Zusammenarbeit mit den operativen Einheiten der Gesellschaft werden die finanziellen Risiken durch FT identifiziert, bewertet und abgesichert. Die Richtlinien von FT umfassen neben schriftlichen Grundsätzen bezüglich des allgemeinen Risikomanagements dokumentierte Vorgaben im Hinblick auf einzelne Bereiche, wie beispielsweise Währungsrisiken, Zinsänderungsrisiken, Kreditrisiken, den Einsatz derivativer und nicht-derivativer Finanzinstrumente oder die Anlage freier Liquidität.

Marktrisiko

Das Marktrisiko ist definiert als das Verlustrisiko, das aus einer nachteiligen Veränderung der Marktpreise von Finanzinstrumenten resultiert. Unter das Marktrisiko werden auch das Währungsrisiko und Zinsrisiko subsumiert.

Im Rahmen ihrer gewöhnlichen Geschäftstätigkeit ist die Gesellschaft dem Marktrisiko in verschiedener Weise ausgesetzt, im Wesentlichen durch Änderungen von Fremdwährungskursen und Zinssätzen. Um diesem Risiko zu begegnen, schließt die Gesellschaft verschiedene derivative Finanzgeschäfte mit zahlreichen Vertragspartnern ab. Derivate werden ausschließlich zur Absicherung, nicht jedoch zu Handels- oder Spekulationszwecken verwendet.

Währungsrisiko

Das Währungsrisiko bedeutet, dass sich der beizulegende Zeitwert zukünftiger Zahlungen von Finanzinstrumenten auf Grund von Währungsschwankungen ändert.

Obgleich die Gesellschaft ihren Konzernabschluss in Euro aufstellt, fallen bedeutende Anteile der Umsatzerlöse wie auch der Entwurfs-, Entwicklungs-, Produktions- und Vermarktungskosten der Produkte in anderen Währungen, hauptsächlich in US-Dollar, an. Schwankungen der Wechselkurse dieser Währungen im Vergleich zum Euro hatten in den Geschäftsjahren 2008 und 2009 Auswirkungen auf die Ergebnisse der Gesellschaft.

Die Unternehmensführung hat Richtlinien erlassen, welche die einzelnen Unternehmen der Gesellschaft verpflichten, die Währungsrisiken gegenüber ihrer funktionalen Währung zu steuern. Die jeweiligen Einheiten der Gesellschaft sind verpflichtet, ihr jeweiliges gesamtes Gefährdungspotenzial aus dem Risiko durch Fremdwährungskursschwankungen bei FT intern abzusichern. Zur Steuerung der Währungsrisiken, die sich aus zukünftigen Geschäftsvorfällen und bilanzierten Vermögenswerten und Verbindlichkeiten ergeben, schließen die Unternehmen Terminverträge mit FT ab.

Die Geschäftspolitik der Gesellschaft zur Begrenzung kurzfristiger Fremdwährungsrisiken sieht vor, mindestens 75 Prozent des erwarteten Netto-Cashflows über einen Zeitraum von zwei Monaten, mindestens 50 Prozent des erwarteten Netto-Cashflows im dritten Monat und in Abhängigkeit von der Art des Grundgeschäfts einen wesentlichen Anteil in nachfolgenden Zeiträumen abzusichern. Ein Teil des Fremdwährungsrisikos bleibt auf Grund des Unterschieds zwischen tatsächlichen und erwarteten Beträgen bestehen. Die Gesellschaft ermittelt dieses Restrisiko auf Basis des Kapitalflusses unter Berücksichtigung der Bilanzposten, von eingegangenen oder vergebenen Aufträgen sowie auf Basis aller anderen geplanten Einnahmen und Ausgaben.

In den Geschäftsjahren 2008 und 2009 hat die Gesellschaft Nettogewinne beziehungsweise Nettoverluste aus Fremdwährungssicherungsgeschäften und Fremdwährungstransaktionen in Höhe von €15 Millionen und €(11) Millionen im Konzernjahresfehlbetrag erfasst.

Die folgende Tabelle stellt die Auswirkungen einer Änderung des Wechselkurses um 10 Prozent für die fortgeführten Aktivitäten zum 30. September 2008 und 2009 auf die wesentlichen Währungen dar:

Konzern-Gewinn- und-Verlust-Rechnung Eigenkapital
30. September 2008 +10% -10% +10% -10%
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(€ in Millionen)
--- --- --- --- ---
EUR/USD 2 (3) 11 (15)
EUR/MYR (5) 6 - -
EUR/YEN (1) 1 - -
EUR/SGD (1) 1 - -
Konzern-Gewinn- und-Verlust-Rechnung Eigenkapital
30. September 2009 +10% -10% +10% -10%
--- --- --- --- ---
(€ in Millionen)
--- --- --- --- ---
EUR/USD 4 (5) 11 (13)
EUR/MYR (2) 3 - -
EUR/YEN - - - -
EUR/SGD - - - -

Zinsrisiko

Entsprechend IFRS 7 ist das Zinsrisiko definiert als das Risiko einer Änderung des beizulegenden Zeitwerts oder zukünftiger Zahlungen eines Finanzinstruments auf Grund von Zinssatzänderungen.

Die Zinsrisikopositionen der Gesellschaft resultieren aus Geldanlageinstrumenten sowie Finanzverbindlichkeiten, die sich aus Wertpapieremissionen und Kreditaufnahmen zusammensetzen. Vor dem Hintergrund der hohen Zyklizität des Kerngeschäfts sowie zur Erhaltung hoher operativer Flexibilität hält die Gesellschaft einen vergleichsweise hohen Kassenbestand, der in Instrumente mit kurzer Zinsbindungsdauer angelegt wird. Diese Vermögenswerte werden hauptsächlich mit Vertragslaufzeiten zwischen einem und zwölf Monaten zu kurzfristig erzielbaren Zinssätzen angelegt. Das damit einhergehende Zinsrisiko wird in gewissem Umfang durch Finanzverbindlichkeiten kompensiert, die zu einem Teil variabel verzinslich sind.

Zur Reduzierung des verbleibenden Netto-Zinsänderungsrisikos nutzt die Gesellschaft Zinsderivate wie z.B. Zinsswaps, um die aktivische und passivische Zinsbindungsdauer einander anzunähern.

Die Gesellschaft hat Zins-Swaps abgeschlossen, die im Wesentlichen die Festzinsverpflichtung aus der 2003 begebenen Wandelschuldverschreibung in variable Zinszahlungen in Abhängigkeit von der ,,European Interbank Offering Rate" (,,EURIBOR") überführt.

Gemäß IFRS 7 ist eine Sensitivitätsanalyse zu erstellen, welche die Auswirkungen möglicher Änderungen der Marktzinsen auf das Ergebnis sowie das Eigenkapital darstellt. Die Gesellschaft hält weder festverzinsliche finanzielle Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten, die als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten eingestuft sind, noch bilanziert sie Sicherungsbeziehungen zur Absicherung gegen Zinsrisiken (Hedge Accounting). Im Hinblick auf festverzinsliche, zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte hätte eine Zinssatzänderung um 100 Basispunkteam Bilanzstichtag zu einer Erhöhung beziehungsweise Verminderung des Eigenkapitals um €1 Millionen zum 30. September 2008 beziehungsweise um €1 Million zum 30. September 2009 geführt.

Änderungen der Marktzinssätze wirken sich auf die Zinserträge und -aufwendungen variabel verzinslicher Finanzinstrumente und Zahlungen aus. Unter der Annahme einer Änderung des Marktzinssatzes um 100 Basispunkte wäre das Zinsergebnis um €4 Millionen beziehungsweise €2 Millionen im Geschäftsjahr 2008 und 2009 höher oder niedriger ausgefallen.

Eine Veränderung der Marktzinssätze beeinflusst den beizulegenden Zeitwert und die Cashflows von Zins-Swaps. Eine Veränderung der Marktzinssätze am Bilanzstichtag 30. September 2009 um 100 Basispunkte würde den Gewinn oder Verlust um €12 Millionen beziehungsweise €3 Millionen vermindert oder erhöht.

Sonstige Preisrisiken

IFRS 7 definiert das sonstige Preisrisiko als das Risiko, dass der beizulegende Zeitwert oder künftige Zahlungen eines Finanzinstruments auf Grund von Änderungen der Marktpreise schwanken können (bei denen es sich nicht um jene handelt, die sich aus dem Zinsrisiko oder dem Wechselkursrisiko ergeben), und zwar unabhängig davon, ob diese Änderungen durch Faktoren verursacht werden, die für jedes einzelne Finanzinstrument oder seinen Emittenten spezifisch sind, oder durch Faktoren, die alle ähnlichen auf dem Markt gehandelten Finanzinstrumente betreffen.

Infineon hält Finanzinstrumente, welche Preisrisiken ausgesetzt sind. Eine Änderung der relevanten Marktpreise um jeweils 5 Prozent hätte eine Ergebnisauswirkung von €4 Millionen beziehungsweise €1 Million in den Geschäftsjahren 2008 und 2009 gehabt.

Weiterhin ist die Gesellschaft auf Grund ihrer Abhängigkeit von verschiedenen Materialien Preisrisiken ausgesetzt. Die Gesellschaft versucht, diese Risiken durch ihre Einkaufsstrategie (einschließlich des Warenbezugs bei unterschiedlichen Anbietern, soweit möglich) und betriebliche Maßnahmen zu minimieren. Nach diesen erwähnten Maßnahmen schließt die Gesellschaft keinerlei derivative Finanzinstrumente ab, um das verbleibende Risiko aus einer Schwankung der Rohstoffpreise zu begrenzen.

Kreditrisiko

Das Kreditrisiko ist das Risiko, dass eine Partei eines Finanzinstruments der anderen Partei einen finanziellen Verlust verursacht, indem sie einer Verpflichtung nicht nachkommt.

Die Kreditrisiken der Gesellschaft resultieren im Wesentlichen aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Zahlungsmitteläquivalenten, zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte sowie aus Fremdwährungsderivaten. Das Kreditrisiko bei Forderungen ist auf Grund der großen Anzahl sowie wegen der regionalen Verteilung der Kunden begrenzt. Die Gesellschaft steuert Kreditrisiken durch Kundengenehmigungen, Kreditlimits und Überwachungsprozesse sowie umfassende Kreditprüfung aller Kunden. Das Kreditrisiko in Bezug auf zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte und auf Fremdwährungsderivate durch Transaktionen mit einer begrenzten Anzahl von internationalen Finanzinstituten ist auf vorgegebene Obergrenzen beschränkt. Die Gesellschaft glaubt, dass das Risiko einer Nichterfüllung eines Geschäftspartners gering ist, da die Gesellschaft deren Kreditrisiko prüft und die Anzahl der Verträge mit allen Finanzinstituten limitiert. Die Kreditwürdigkeit der Vertragsparteien wird regelmäßig überprüft, um die Wahrscheinlichkeit eines Kreditausfalls so niedrig wie möglich zu halten. Trotzdem kann die Gesellschaft die Möglichkeit eines Verlustes aus einem Kreditausfall einer der Vertragsparteien nicht im vollen Umfang ausschließen.

Liquiditätsrisiko

Das Liquiditätsrisiko ist das Risiko, dass ein Unternehmen Schwierigkeiten bei der Erfüllung seiner sich aus den finanziellen Verbindlichkeiten ergebenden Verpflichtungen hat.

Liquiditätsrisiken könnten aus einem potenziellen Unvermögen der Gesellschaft resultieren, fällige finanzielle Verpflichtungen zu erfüllen. Das Liquiditätsmanagement der Gesellschaft sieht vor, ausreichende Zahlungsmittelbestände und Wertpapiere des Umlaufvermögens vorzuhalten und die Verfügbarkeit einer Finanzierung durch adäquate zugesagte Kreditmittel sowie Marktpositionen erschließen zu können. Infolge der Dynamik der zugrunde liegenden Geschäfte erhält die Gesellschaft die Flexibilität hinsichtlich der Finanzierung durch die stetige Verfügbarkeit zugesicherter Kreditlinien aufrecht.

Nachfolgende Tabelle zeigt die Fälligkeitsstruktur nicht-derivativer Finanzverbindlichkeiten sowie eine Analyse der Zahlungsmittelabflüsse aus derivativen Finanzinstrumenten mit negativen beizulegenden Zeitwerten. Die Tabelle stellt die jeweiligen vertraglichen undiskontierten Zahlungen aus Finanzverbindlichkeiten dar. Zahlungen werden zu dem Zeitpunkt erfasst, zu dem die Gesellschaft Vertragspartner eines Finanzinstruments geworden ist. Beträge in Fremdwährung sind mit dem Stichtagskurs zum Bilanzstichtag umgerechnet. Die Beträge in Bezug auf variabel verzinsliche Finanzinstrumente sind unter Verwendung der Zinssätze der letzten Zinsfestsetzung vordem 30. September 2009 ermittelt. Zahlungsausgänge, die jederzeit geleistet werden können, sind dem Zeitraum zugeordnet, zu dem die früheste Tilgung möglich ist.

Vertragliche Cash-Flows 2010 2011 2012 2013 2014 danach
(€ in Millionen)
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Nicht-derivative Finanzverbindlichkeiten 6 - 3 1 1 1 -
Derivative Finanzverbindlichkeiten:
Mittelabflüsse 301 280 21 - - - -
Mittelzuflüsse(1) (294) (274) (20) - - - -
Gesamt 13 6 4 1 1 1 -

(1) Mittelzuflüsse aus derivativen Finanzverbindlichkeiten werden gezeigt, sofern diese bei Erfüllung des Instruments anfallen, um sämtliche vertraglichen Zahlungen darzustellen.

38. Finanzielle Verpflichtungen und Eventualverbindlichkeiten

Rechtsstreitigkeiten und staatliche Untersuchungsverfahren

U.S. Justizministerium

Im September 2004 hat die Gesellschaft mit der Kartellabteilung des US-Bundesjustizministeriums (,,DOJ") in Verbindung mit deren Untersuchung möglicher Verletzungen US-amerikanischer Kartellgesetze in der DRAM-Industrie ein sogenanntes ,,Plea-Agreement" abgeschlossen. In diesem Vertrag hat die Gesellschaft sich bereit erklärt, sich in einem einzigen und begrenzten Anklagepunkt schuldig zu bekennen, nämlich der Preisabsprachen für DRAM-Produkte mit anderen nicht weiter spezifizierten DRAM-Herstellern während bestimmter Zeiträume zwischen dem 1. Juli 1999 und dem 15. Juni 2002, und eine Strafzahlung in Höhe von 160 Millionen US-Dollar zuzüglich Zinsen in jährlichen Raten bis einschließlich 2009 zu leisten. Die letzte Rate in Höhe von 25 Millionen US-Dollar zuzüglich Zinsen (ungefähr €17 Millionen) wurde im Oktober 2009 gezahlt. Die Gesellschaft hat sich bereit erklärt, die Zusammenarbeit mit dem DOJ im Hinblick auf laufende Untersuchungen gegen andere DRAM-Hersteller fortzusetzen. Der Strafvorwurf der Preisabsprache des DOJ bezog sich auf den Verkauf von DRAMProdukten an sechs Original-Equipment-Manufacturer-(,,OEM")-Kunden, die Computer und Server herstellen. Die Gesellschaft hat mit den OEM Kunden Vergleichsvereinbarungen abgeschlossen. Zusätzlich zu diesen OEM Kunden hat die Gesellschaft mit acht Direktkunden Vergleichsvereinbarungen abgeschlossen.

Wettbewerbsrechtliche Verfahren

Seit dem Beginn des DOJ-Verfahrens sind bei U.S. Bundesgerichten mehrere Sammelklagen gegen die Gesellschaft und ihre US-Tochtergesellschaft Infineon Technologies North America Corp. (,,IF North America") und weitere DRAM-Hersteller von direkten Erwerbern, indirekten Erwerbern und Generalstaatsanwälten verschiedener U.S. amerikanischer Bundesstaaten eingereicht worden. In den Klagen werden Preisabsprachen unter Verletzung des ,,Sherman Act" behauptet und dreifacher Schadenersatz in unspezifizierter Höhe, Anwaltskosten und sonstige Kosten sowie eine Unterlassungsverfügung gegen das angeblich rechtswidrige Verhalten geltend gemacht. Im September 2002 wurden diese Verfahren an das U.S.-Bundesgericht für Nordkalifornien verwiesen, um sie dort im Rahmen des vorgerichtlichen Verfahrens (,,Pretrial Proceedings") gemeinsam oder in aufeinander abgestimmten Parallelverfahren als Teil einer Multi-District Litigation (,,MDL") weiter zu verfolgen.

Im September 2005 haben die Gesellschaft und IF North America mit den Anwälten der Kläger der Sammelklage der direkten US-Erwerber von DRAM einen Vergleichsvertrag geschlossen (mit der Möglichkeit für die einzelnen Mitglieder der Klasse, aus diesem Vergleichsvertrag auszutreten). Im November 2006 hat das Gericht der Vergleichsvereinbarung zugestimmt, ein endgültiges Urteil erlassen und die anhängigen Verfahren eingestellt. Sechs Gesellschaften sind aus dem Vergleichsvertrag mit der Klasse der direkten Kunden ausgetreten und haben gesonderte Klagen gegen die Gesellschaft und IF North America erhoben. Die Gesellschaft und IF North America haben mit allen sechs Klägern Vergleichsvereinbarungen abgeschlossen.

Vierundsechzig weitere Klagen wurden bis Oktober 2005 über das gesamte Staatsgebiet der U.S. verteilt bei einer Vielzahl von Bundes- und Einzelstaatsgerichten eingereicht. Jede dieser bundes- und einzelstaatlichen Klagen (mit Ausnahme einer weiter unten beschriebenen auf ausländische Erwerber bezogenen Klage) ist in der Form einer Sammelklage im Namen von Einzelpersonen und juristischen Personen erhoben worden, die DRAM-Produkte in einem bestimmten Zeitraum, beginnend 1999 oder später, in den U.S. indirekt erworben hatten. Die Kläger tragen in unterschiedlichen Konstellationen Verletzungen des ,,Sherman Act", des kalifornischen ,,Cartwright Act", verschiedener anderer Bundesgesetze, des Wettbewerbsrechts sowie Ansprüche aus ungerechtfertigter Bereicherung vor und begehren dreifachen Schadenersatz in unbestimmter Höhe, Wiedergutmachung, Anwaltskosten, sonstige Kosten sowie eine Unterlassungsverfügung gegen das angeblich rechtswidrige Verhalten.

Der Fall der in Bezug genommenen ausländischen Erwerber wurde vorbehaltslos und verbindlich im März 2006 abgewiesen; diese Entscheidung wurde durch das Berufungsgericht für den 9. U.S. Bundesgerichtsbezirk bestätigt.

Dreiundzwanzig der an U.S.-Bundes- und -Einzelstaatsgerichten anhängigen Klagen wurden auf Grund gerichtlicher Verfügung ebenfalls an das U.S.-Bundesgericht für Nordkalifornien übertragen, um sie dort als Teil der oben beschriebenen MDL im Rahmen eines abgestimmten und gemeinsamen gerichtlichen Vorverfahrens weiter zu verfolgen. neunzehn der dreiundzwanzig übertragenen Klagen sind gegenwärtig im Rahmen der MDL anhängig. Die anhängigen kalifornischen Klagen wurden dem Bezirksgericht von San Francisco für ein koordiniertes und konsolidiertes vorgerichtliches Verfahren überwiesen. Die Sammelkläger der außerhalb von Kalifornien anhängigen Klagen der indirekten U.S.-Erwerber, die nicht auf die MDL übertragen wurden, haben der Aussetzung ihrer Verfahren bis zur Entscheidung der MDL-Verfahren zugestimmt.

Im Januar 2008 hat das Gericht in dem MDL-Verfahren indirekter Erwerber dem Antrag der Beklagten auf Klageabweisung einiger der erhobenen Ansprüche teilweise stattgegeben und ihn teilweise abgelehnt. Im Juni 2008 hat das Berufungsgericht für den 9. U.S. Bundesgerichtsbezirk eine Berufung angenommen. Die Kläger haben zugestimmt, das Verfahren in den MDL indirekten Käuferfällen auszusetzen, bis eine Entscheidung über die Berufung vorliegt.

Kläger in indirekten Erwerber-Klagen vor Bundesgerichten außerhalb der MDL haben nunmehr beantragt, eine Wiederaufnahme der zuvor ausgesetzten Verfahren zu erreichen. Mit Beschluss vom März 2009 hat der Richter des Bundesgerichts von Arizona in der bei ihm anhängigen Klage den Antrag der Kläger auf Wiederaufnahme abgelehnt. Im Mai 2009 fand eine mündliche Verhandlung zum Antrag der Kläger auf Wiederaufnahmeinder indirekten Erwerber-Klage vor dem Bundesgericht von Minnesota statt, ohne dass über diesen Antrag bislang entschieden wurde. Am 11. September 2009 hat das Bundesgericht von Arkansas einen Beschluss verkündet, der den Parteien aufgibt, innerhalb von neunzig Tagen ein Schlichtungsverfahren durchzuführen, und der vorsieht, dass nach Ablauf dieser neunzig Tage das Verfahren wieder aufgenommen wird. Am 9. Juli 2009 fand eine mündliche Verhandlung statt, in der das Bundesgericht von Wisconsin in dem bei ihm anhängigen Verfahren die Wiederaufnahme durch Beschluss verfügt hat. Am 20 Oktober 2009 hat das Bundesgericht von West Virginia in der bei ihm anhängigen indirekten Erwerber-Klage einen Beschluss verkündet, durch den die Wiederaufnahme des Verfahrens in dieser Klage verfügt wurde.

Die Generalstaatsanwälte von einundvierzig U.S. Bundesstaaten und Gebieten haben verschiedene Klagen gegen die Gesellschaft, IF North America und weitere DRAM-Hersteller im Namen von Behörden und Verbrauchern in jedem dieser Bundesstaaten, die DRAM-Produkte seit 1998 erworben haben, eingereicht. Die Kläger tragen Verletzungen einzelstaatlicher und bundesstaatlicher Wettbewerbsgesetze vor, die sich auf den gleichen oben beschriebenen Vorwurf der DRAM-Preisabsprache und künstlichen Preiserhöhungen beziehen, und beantragen tatsächlichen und dreifachen Schadenersatz in unspezifizierter Höhe, Strafzahlungen, Anwaltskosten und sonstige Kosten sowie eine Unterlassungsverfügung gegen das angeblich rechtswidrige Verhalten und sonstige Wiedergutmachung. Die verschiedenen von den Generalstaatsanwälten anhängig gemachten Klagen wurden mit dem oben beschriebenen MDL-Verfahren zusammengeführt und in dieses Verfahren einbezogen. Zwischen Juni 2007 und Dezember 2008 haben die Generalstaatsanwälte von acht Bundesstaaten Klagerücknahme beantragt. Im September 2008 lehnte das Gericht einen gemeinsamen Antrag von Kalifornien und New Mexico, alle öffentlichen Einrichtungen beider Bundesstaaten in einer Sammelklage zusammenzufassen, ab.

Im Oktober 2008 haben ungefähr fünfundneunzig kalifornische Schulen, politische Unterabteilungen und staatliche Stellen, die zuvor Sammelkläger im Verfahren der Generalstaatsanwälte wie oben beschrieben waren, Klage beim California Superior Court gegen die Gesellschaft, IF North America und verschiedene andere DRAM-Hersteller erhoben mit der Behauptung, dass die Beklagten durch die oben beschriebenen Praktiken DRAM-Preisabsprachen und künstliche Preiserhöhungen unter Verstoß gegen kalifornisches Wettbewerbs- und Verbraucherrecht begangen haben. Die Kläger verlangen Schadenersatz in tatsächlicher und dreifacher unbestimmter Höhe, Wiedergutmachung, Kosten (einschließlich Anwaltskosten) und sonstige aus Billigkeitsgründen zustehende Abhilfe. Die Klage ist weiterhin anhängig.

Gegenwärtig kann keine sinnvolle Einschätzung abgegeben werden, in welcher Höhe ein Schadensersatz in den oben beschriebenen Klagen möglicherweise zugesprochen werden könnte. Zudem sind einige dieser Angelegenheiten derzeit Gegenstand von Schlichtungsverfahren, in denen den Parteien die Offenlegung etwaiger Vergleichsbeträge untersagt ist.

Zwischen Dezember 2004 und Februar 2005 wurden zwei Sammelklagen gegen die Gesellschaft, IF North America und andere DRAM-Hersteller in der kanadischen Provinz Québec und je eine Sammelklage in den Provinzen Ontario und British Columbia im Namen aller direkten und aller indirekten Kunden eingereicht, die in Kanada ansässig sind und im Zeitraum zwischen Juli 1999 und Juni 2002 direkt oder indirekt DRAM-Produkte erworben hatten. In den Klagen werden jeweils Schadenersatz, Untersuchungs- und Verwaltungskosten sowie Zinsen, Gerichts- und Anwaltskosten geltend gemacht. Die Kläger tragen in erster Linie rechtswidrige Absprachen zur Wettbewerbsbeschränkung sowie unerlaubte Preisabsprachen im Hinblick auf DRAM-Preise vor. Gegenwärtig kann keine sinnvolle Einschätzung abgegeben werden, in welcher Höhe ein Schadensersatz in diesen Verfahren möglicherweise zugesprochen werden könnte.

Sonstige staatliche Ermittlungsverfahren

Im April 2003 hat die Gesellschaft ein Auskunftsverlangen der Europäischen Kommission (,,Kommission") bezüglich bestimmter Wettbewerbspraktiken, die der Kommission auf dem europäischen Markt für DRAM-Produkte zur Kenntnis gelangt sind, erhalten. Die Kommission hat im Februar 2009 ein förmliches Verfahren eingeleitet. Die Gesellschaft kooperiert mit der Kommission im Rahmen der Untersuchung. Die exakte Höhe eines möglichen Bußgelds kann nicht vorhergesagt werden. Es ist deshalb nicht ausgeschlossen, dass das letztlich verhängte Bußgeld wesentlich höher als die gebildete Rückstellung ausfällt. Jegliche Offenlegung einer Schätzung der Gesellschaft zum möglichen Ausgang des Verfahrens, könnte die Position der Gesellschaft in diesem Verfahren ernsthaft beinträchtigen.

Im Mai 2004 hat die kanadische Wettbewerbsbehörde (,,Competition Bureau") IF North America davon in Kenntnis gesetzt, dass sie und die mit ihr verbundenen Unternehmen sowie deren jetzige bzw. frühere Organmitglieder, leitende Angestellte und Mitarbeiter Ziel eines formellen Auskunftsersuchens hinsichtlich mutmaßlicher Verletzungen des kanadischen Wettbewerbsgesetzes in der DRAM-Industrie sind. Ein Zwangsverfahren (zum Beispiel durch Vorladungen) wurde nicht eingeleitet. Die Gesellschaft kooperiert umfassend mit dem Competition Bureau hinsichtlich dieses Auskunftsersuchens. Zum jetzigen Zeitpunkt kann kein Betrag eines möglichen Bußgeldes hinsichtlich des Ausgangs der Untersuchungen sinnvoll beziffert werden.

Im Oktober 2008 hat die Gesellschaft erfahren, dass die Kommission bezüglich des Geschäftssegments Chip Card & Security der Gesellschaft ein Untersuchungsverfahren wegen möglicher Verstöße gegen Wettbewerbsgesetze eingeleitet hat. Im September und Oktober 2009 haben die Gesellschaft und ihre französische Tochtergesellschaft schriftliche Auskunftsersuche der EU-Kommission erhalten. Die Gesellschaft kooperiert mit der Kommission bei der Beantwortung der gestellten Fragen. Zum jetzigen Zeitpunkt kann kein Betrag eines möglichen Bußgeldes hinsichtlich des Ausgangs dieser Untersuchung sinnvoll beziffert werden.

Wertpapierrechtliche Verfahren

Zwischen September und November 2004 wurden im Namen einer Gruppe von Investoren, die öffentlich gehandelte Aktien der Gesellschaft zwischen März 2000 und Juli 2004 erworben haben, sieben Wertpapiersammelklagen gegen die Gesellschaft und gegenwärtige oder ehemalige Vorstandsmitglieder vor US-amerikanischen Bezirksgerichten eingereicht, die später am Bezirksgericht für Nordkalifornien zusammengefasst wurden. Die konsolidierte und ergänzte Klage behauptet Verstöße gegen US-Wertpapiergesetze und enthält den Vorwurf, dass die Beklagten sachlich falsche und irreführende öffentliche Angaben über vergangene und erwartete Geschäftsergebnisse der Gesellschaft und ihre Wettbewerbssituation gemacht hätten, weil sie die angebliche Beteiligung der Gesellschaft an wettbewerbswidrigen Preisabsprachen im Hinblick auf DRAM-Speicherprodukte nicht offengelegt hätten. In der Klage wird weiter behauptet, dass die Beklagten durch diese Preisabsprachen den Preis der Aktien der Gesellschaft manipuliert und dadurch ihre Aktionäre geschädigt hätten. Die Kläger verlangen nicht bezifferten Schadenersatz, Zinsen, Gerichts- und Anwaltskosten. Im Januar 2008 lehnte das Gericht den Klageabweisungsantrag der Beklagten im Hinblick auf die Ansprüche der Kläger gemäß §§ 10(b) und 20(a) des U.S. Securities Exchange Act von 1934 ab und wies die Klage nach § 20A dieses Gesetzes vorbehaltlos ab. Im März 2009 gab das Gericht dem Antrag der Kläger, Personen zu einer Sammelklage zuzulassen, welche die Wertpapiere der Gesellschaft zwischen März 2000 und Juli 2004 gekauft haben, einschließlich der ausländischen Käufer, die ihre Wertpapiere nach dem Juni 2002 verkauft haben, statt. Im April 2009 gab das Berufungsgericht für den 9. U.S. Bundesgerichtsbezirk dem Antrag der Gesellschaft statt, unverzüglich die Aufhebung der Verfügung des Gerichts vom März 2009, welche die Zulassung zu einer Sammelklage gewährt hatte, zu überprüfen. Im Mai 2009 hat das Gericht das Verfahren bis zur Entscheidung des Berufungsgerichts für den 9. U.S. Bundesgerichtsbezirk über diese Frage ausgesetzt. Die Kläger haben die Höhe der Schadensersatzforderungen bislang nicht beziffert. Diese Angelegenheiten sind derzeit Gegenstand von Schlichtungsverfahren.

Die D&O-Versicherer der Gesellschaft haben die Deckung der Gesellschaft und ihrer Organe für die oben beschriebenen Wertpapiersammelklagen abgelehnt und die Gesellschaft hat im Dezember 2005 und im August 2006 Deckungsklage gegen die Versicherer eingereicht. Die Klage gegen einen der Versicherer wurde im Mai 2007 endgültig abgewiesen. Die Klage gegen den anderen Versicherer ist noch anhängig.

Patentrechtliche Verfahren

Die CIF Licensing LLC (,,CIF") - eine Konzerngesellschaft der General Electric Unternehmensgruppe - reichte im Oktober 2007 vor dem Landgericht Düsseldorf Patentverletzungsklage gegen die Deutsche Telekom AG wegen der Verletzung von vier europäischen Patenten in Deutschland durch CPE-Modems und ADSL-Systeme ein (,,CIF-Klage"). Die Deutsche Telekom hat ihren Zulieferern - darunter auch Kunden der Gesellschaft - mitgeteilt, dass eine mögliche Feststellung der Patentverletzung durch das Landgericht auch gegenüber den Zulieferern bindend ist. Die Gesellschaft ist im Januar 2008 dem Verfahren auf Seiten der Deutsche Telekom beigetreten. CIF hat die Gesellschaft daraufhin wegen mittelbarer Patentverletzung aus einem der vier europäischen Patente verklagt. Die Gesellschaft hat sich einer gemeinsamen Verteidigungsgemeinschaft angeschlossen, der die Deutsche Telekom, die meisten ihrer Zulieferer und die meisten derer jeweiligen Zulieferer angehören. Nach Maßgabe der bestehenden Kundenverträge ist die Gesellschaft verpflichtet, ihre Kunden unter bestimmten Umständen freizustellen und/oder Schadenersatz zu leisten. Im Juli 2008 haben die Deutsche Telekom, die Gesellschaft und die anderen Beklagten gegen alle vier Patente Nichtigkeitsklage beim Bundespatentgericht in München eingereicht. Im Oktober 2008 hat CIF vor dem Landgericht Düsseldorf auch gegen Arcor GmbH & Co. KG, Hansenet Telekommunikation GmbH und United Internet AG (alle drei nachfolgend ,,Neue Beklagte") Patentverletzungsklagen aus denselben vier europäischen Patenten erhoben. Die neuen Beklagten haben ihre Zulieferer von der Klage in Kenntnis gesetzt. Die Verfahren vor dem Landgericht in Düsseldorf wurden ausgesetzt und die Gesellschaft geht davon aus, dass sie erst nach einer Entscheidung der beim Bundespatentgericht in München anhängigen Klage fortgesetzt werden. In diesen Klagen wurden seitens der CIF noch keine Schadensersatzforderungen beziffert. Jegliche Offenlegung einer Schätzung der Gesellschaft zum möglichen Ausgang dieser Verfahren, falls eine betragsmäßige Bezifferung sinnvoller Weise erfolgen könnte, könnte die Position der Gesellschaft in diesen Verfahren ernsthaft beinträchtigen.

Im November 2008 hat die Volterra Semiconductor Corporation (,,Volterra") Klage gegen Primarion, Inc., die Gesellschaft und IF North America (,, die Beklagten") wegen angeblicher Verletzung von fünf US-Patenten (,,die Patente") durch Produkte, die von Primarion angeboten werden, bei dem US-Bezirksgericht für den nördlichen Bezirk Kalifornien eingereicht. Die Beklagten haben jegliche Verletzung bestritten und gleichzeitig eine Gegenklage gegen Volterra eingereicht, in der sie bestimmte wettbewerbsrechtliche Verstöße, eine mutmaßliche Täuschung des US-amerikanischen Patentamts (,,U.S. PTO") vortragen und behaupten, dass die Patente unwirksam sind. Die U.S. PTO ließ die beantragte Überprüfung aller Patente zu. Im Juni 2009 ordnete das Gericht die Aussetzung des Verfahrens bzgl. zweier Patente an, wodurch die Überprüfungsverfahren gehemmt wurden. Am 10. Juli 2009 stellte Volterra einen Antrag auf Erlass einer einstweiligen Verfügung sowie auf teilweise summarische Entscheidung über die Verletzung. Am 30. September 2009 gab das Gericht eine Verfügung zu Protokoll, mit der Volterras Antrag auf eine einstweilige Verfügung erteilt wird und Volterras Antrag auf teilweise summarische Entscheidung über die Patentverletzung unter Vorbehalt zurückgewiesen wird. Die Beklagten beabsichtigen, Rechtsmittel gegen die Entscheidung einzulegen und eine Aussetzung der einstweiligen Verfügung zu beantragen, sobald diese mit schriftlicher Begründung ergangen ist. Ein Termin zur Verhandlung wurde noch nicht festgesetzt. Volterra hat den Schadensersatzanspruch bislang nicht der Höhe nach beziffert. Gegenwärtig kann keine sinnvolle Einschätzung abgegeben werden, in welcher Höhe ein Schadensersatz bezüglich des Anspruches von Volterra möglicherweise zugesprochen werden könnte.

Im November 2008 reichten die Gesellschaft, Infineon Technologies Austria AG und IF North America eine Klage beim United States District Court for the District of Delaware gegen Fairchild Semiconductor International, Inc. und Fairchild Semiconductor Corporation wegen behaupteter Verletzung von Patenten der Gesellschaft durch Fairchild und um ein Feststellungsurteil über die Nichtverletzung und die Nichtigkeit bestimmter Patente von Fairchild zu erlangen, ein. Fairchild hat ihrerseits Gegenklage auf Feststellung erhoben. Darüber hinaus hat Fairchild Semiconductor Corporation eine weitere Klage gegen die Gesellschaft und IF North America beim U.S. District Court for the District of Maine eingereicht auf Verletzung von zwei weiteren Patenten von Fairchild Semiconductor Corporation, welche nicht bereits Gegenstand der Klage in Delaware sind, durch bestimmte Produkte der Gesellschaft. Am 30. September 2009 gab das Gericht des District of Delaware den Antrag der Gesellschaft auf Erweiterung der Klage um die zwei Patente, welche Gegenstand von Fairchilds Klage im District of Maine sind, statt. Inder Folge übertrugdas Gericht des District of Maine die Klage zum District of Delaware und stellte die Klage in Maine ein. Bislang wurden von Fairchild keine Schadensersatzforderungen der Höhe nach beziffert und es kann hinsichtlich ihrer Gegenklage keine sinnvolle Einschätzung abgegeben werden, in welcher Höhe ein Schadensersatz möglicherweise zugesprochen werden könnte.

Im April 2009 reichte Optimum Processing Solutions LLC (,,OPS"), eine Georgia limited liability company, im U.S. Bundesgericht für den Nördlichen District von Georgia Klage gegen IF North America, Advanced Micro Devices, Inc., Freescale Semiconductor, Inc., Intel Corporation, International Business Machines Corporation, STMicroelectronics, Inc., Sun Microsystems, Inc. und Texas Instruments, Inc. ein. Die Klageschrift behauptet, dass bestimmte von IF North America und den anderen Beklagten hergestellte, benutzte oder zum Verkauf angebotene Microchips das von der Klägerin beanspruchte U.S. Patent No. 5,117,497 verletzen. Am 10. Juli 2009 legten IF North America und OPS die Patentstreitigkeit gütlich bei.

Im Mai 2009 reichte Gregory Bender im U.S. Bundesgericht für den Nördlichen District von Kalifornien Klage gegen vier Gesellschaften ein, darunter IF North America, in der die Verletzung eines U.S. Patents durch bestimmte Elektronikprodukte mit einem gepufferten Verstärker behauptet wird. Bislang wurden von dem Kläger keine Schadensersatzforderungen der Höhe nach beziffert und es kann keine sinnvolle Einschätzung abgegeben werden, in welcher Höhe ein Schadensersatz möglicherweise zugesprochen werden könnte.

Qimondabezogene arbeitsrechtliche Verfahren

Im April 2009 haben frühere Arbeitnehmer von Qimondas Tochtergesellschaften in den U.S. eine Klage gegen die Gesellschaft, IF North America und Qimonda AG im eigenen Namen und namens verschiedener Klägergemeinschaften vor dem U.S. Federal District Court in Delaware eingereicht. Die Klage bezieht sich auf die Beendigung der Arbeitsverhältnisse der Kläger im Zusammenhang mit der Insolvenz von Qimonda und auf die Zahlung von Trennungsgeld und anderen Zuwendungen, die angeblich von Qimonda geschuldet werden. Mit der Klage begehren die Kläger eine "Durchgriffshaftung" sowie eine Haftung der Gesellschaft und IF North Americas unter verschiedenen Anspruchsgrundlagen. Bislang wurden von den Klägern keine Schadensersatzforderungen der Höhe nach beziffert und es kann keine sinnvolle Einschätzung abgegeben werden, in welcher Höhe ein Schadensersatz möglicherweise zugesprochen werden könnte.

Die Gesellschaft und ihre Tochtergesellschaft Infineon Dresden sind Klagen von ungefähr 70 ehemaligen Infineon Mitarbeitern ausgesetzt, die an Qimonda oder Qimonda Dresden im Rahmen der Ausgliederung transferiert wurden und die eine Wiederbeschäftigung durch die Gesellschaft verlangen. Eine verlässliche Schätzung über die Höhe der Ansprüche und dem Ausgang der Verfahren ist derzeit nicht möglich.

Rückstellungen und mögliche Auswirkungen dieser Vorgänge

Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten werden gebildet, wenn es wahrscheinlich ist, dass eine Verpflichtung entstanden ist, und der entsprechende Betrag zumindest annähernd geschätzt werden kann. Wenn sich der geschätzte Betrag der Verbindlichkeiten innerhalb einer Bandbreite bewegt und kein Betrag innerhalb der Bandbreite wahrscheinlicher ist als ein anderer geschätzter Betrag, wird der Mittelwert der Bandbreite zurückgestellt. Zum 30. September 2009 wurden im Zusammenhang mit der kartellrechtlichen Untersuchung der Kommission, den Wertpapiersammelklagen und den oben beschriebenen Klageverfahren durch direkte und mittelbare Kunden Rückstellungen durch die Gesellschaft gebildet.

Sobald weitere Informationen verfügbar sind, wird eine mögliche Haftung erneut überprüft und, wenn notwendig, werden die Schätzungen entsprechend angepasst. Die in Bezug auf diese Vorgänge gebildeten Rückstellungen sind abhängig von künftigen neuen Entwicklungen oder veränderten Umständen in jedem der Vorgänge, welche erhebliche negative Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft haben könnten.

Eine endgültige negative Entscheidung einer jeden der oben beschriebenen Untersuchungen und Verfahren könnte erhebliche finanzielle Verpflichtungen für die Gesellschaft begründen und andere negative Auswirkungen haben, was wiederum einen wesentlichen nachteiligen Einfluss auf das Geschäft und die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft haben kann. In jeder dieser Angelegenheiten überprüft die Gesellschaft fortlaufend die Begründetheit der geltend gemachten Ansprüche, setzt sich energisch gegen diese zur Wehr und versucht, im Ermessen und besten Interesse der Gesellschaft alternative Lösungsmöglichkeiten zu finden. Unabhängig von der Richtigkeit der Vorwürfe und dem Erfolg der genannten Klagen, können der Gesellschaft erhebliche Kosten im Zusammenhang mit der Verteidigung gegen die Vorwürfe oder mit deren gütlichen Erledigung entstehen, was erhebliche negative Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft haben kann.

Gegen die Gesellschaft laufen verschiedene andere Rechtsstreite und Verfahren im Zusammenhang mit ihrer Geschäftstätigkeit. Diese betreffen Produkte, Leistungen, Patente, Umweltangelegenheiten und andere Sachverhalte. Die Gesellschaft hat Rückstellungen für erwartete Gerichtskosten verschiedener anhängiger und potenzieller Verfahren zum Bilanzstichtag gebildet. Das Management der Gesellschaft ist nach derzeitigem Kenntnisstand der Auffassung, dass aus dem Ausgang der übrigen anhängigen Verfahren kein wesentlicher negativer Einfluss auf die Vermögenslage zu erwarten ist. Allerdings kann nicht ausgeschlossen werden, dass die in der Zukunft liegenden Verfahrensabschlüsse die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage in dem Zeitraum der Verfahrensabschlüsse wesentlich negativ beeinflussen können.

Vorgänge im Zusammenhang mit Qimonda

Die Gesellschaft sieht sich im Zusammenhang mit der Eröffnung des Insolvenzverfahrens über das Vermögen von Qimonda bestimmten Eventualverbindlichkeiten ausgesetzt und hat entsprechende Rückstellungen gebildet. Für nähere Informationen zu diesen Vorgängen wird auf Anhang Nr. 5 verwiesen.

Vertragliche Verpflichtungen

Die Verpflichtungen der Gesellschaft gegenüber Dritten zum 30. September 2009 sind wie folgt(1) :

Zahlungen fällig in
Gesamt Weniger als 1 Jahr 1-2 Jahren 2-3 Jahren 3-4 Jahren 4-5 Jahren 5 Jahren und länger
--- --- --- --- --- --- --- ---
(€ in Millionen)
--- --- --- --- --- --- --- ---
Vertragliche Verpflichtungen:
Zahlungen aus Leasingverträgen 740 69 65 60 57 56 433
Unbedingte Abnahmeverpflichtungen von Sachanlagen 35 35 - - - - -
Unbedingte Abnahmeverpflichtungen von immateriellen Vermögenswerten 1 1 - - - - -
Sonstige unbedingte Abnahmeverpflichtungen 531 404 85 28 12 2 -
Zukünftige Zinszahlungen 110 43 19 17 15 15 1
Gesamt 1.417 552 169 105 84 73 434

(1) Die Tabelle enthält gewisse Zahlungsverpflichtungen oder Fälligkeiten von Verpflichtungen, die von dem Erreichen von Leistungszielen oder anderen Ereignissen, die nicht zeitlich fixiert sind, abhängen, und solche, deren wahrscheinliche Fälligkeiten im jeweiligen Fall vom Management geschätzt wurden. Die tatsächlichen Fälligkeiten können von diesen Schätzungen abweichen.

Die Gesellschaft ist mit verschiedenen assoziierten Unternehmen und externen Auftragsfertigern Vereinbarungen eingegangen, die der Gesellschaft Kapazitäten zur Produktion und zum Testen von Halbleiterprodukten garantieren. Diese verlängerbaren Vereinbarungen besitzen hauptsächlich eine Vertragslaufzeit von mehr als einem Jahr. Die Gesellschaft hat darin vereinbart, einen Teil der Produktion der Vertragspartner zu Marktpreisen zu kaufen.

Bezüge aus diesen Vereinbarungen werden entsprechend dem üblichen Geschäftsverlauf erfasst. Um der Nachfrage seitens ihrer Kunden nach ihren Produkten entsprechen zu können, überprüft die Gesellschaft regelmäßig den voraussichtlichen Einkaufsbedarf. Die Einkaufsverträge werden regelmäßig auf drohende Verluste überprüft, die eintreten können, falls die voraussichtlichen Bedarfsmengen unter die Bestellmengen bzw. die Marktpreise unter die Vertragspreise fallen.

Eventualverpflichtungen

Die folgende Tabelle zeigt die Eventualverpflichtungen der Gesellschaft gegenüber Dritten zum 30. September 2009, ohne mögliche Verpflichtungen aus Rechtsstreitigkeiten(1) :

Ende der Verpflichtungsdauer in
Gesamt Weniger als 1 Jahr 1-2 Jahren 2-3 Jahren 3-4 Jahren 4-5 Jahren 5 Jahren und länger
--- --- --- --- --- --- --- ---
(€ in Millionen)
--- --- --- --- --- --- --- ---
Maximale potenzielle künftige Zahlungen:
Garantien(2) 81 10 8 - 5 2 56
Bedingte Zuschüsse und Zulagen(3) 37 8 14 4 5 6 -
Gesamt 118 18 22 4 10 8 56

(1) Die Tabelle enthält gewisse Zahlungsverpflichtungen oder Fälligkeiten von Verpflichtungen, die von dem Erreichen von Leistungszielen oder anderen Ereignissen, die nicht zeitlich fixiert sind, abhängen. Die wahrscheinliche Fälligkeit wurde von der Gesellschaft abgeschätzt. Die tatsächlichen Fälligkeiten können von diesen Schätzungen abweichen.

(2) Garantien werden im Wesentlichen für Zahlungen auf Einfuhrzölle, für Mieten von Gebäuden und für Eventualverbindlichkeiten in Verbindung mit erhaltenen staatlichen Zuschüssen ausgegeben.

(3) Bedingte Zuschüsse und Zulagen beziehen sich auf bisher erhaltene Beträge, die in Zusammenhang mit der Errichtung und Finanzierung von bestimmten Fertigungsstätten stehen und gegebenenfalls zurückerstattet werden müssen, falls die genannten behördlichen Projektanforderungen nicht erfüllt werden.

Auf Konzernebene hat die Gesellschaft zum 30. September 2009 gegenüber Dritten Garantien in Höhe von €81 Millionen ausgereicht. Weiterhin hat die Gesellschaft als Mutterunternehmen in einigen üblichen Fällen Garantien für bestimmte Verpflichtungen konsolidierter Tochterunternehmen gegenüber Dritten übernommen. Diese Verpflichtungen gegenüber Dritten werden in dem Konzernabschluss infolge der Konsolidierung als Verbindlichkeiten aufgenommen. Zum 30. September 2009 betragen derartige Garantien - vornehmlich auf Grund von Finanzverbindlichkeiten konsolidierter Tochtergesellschaften gegenüber Dritten - €919 Millionen. Von diesen Garantien entfallen €644 Millionen auf die Wandelanleihen.

Die Gesellschaft hat Zuschüsse und Zulagen für den Bau und die Finanzierung von bestimmten Fertigungsstätten erhalten. Diese Beträge werden bei Erreichen definierter Kriterien erfolgswirksam vereinnahmt. Die Gesellschaft hat bestimmte Zuwendungen erhalten unter der Voraussetzung, dass bestimmte projektbezogene Kriterien innerhalb einer bestimmten Periode nach Erhalt der Zuwendung erfüllt werden. Die Gesellschaft ist verpflichtet, diese Bedingungen zu erfüllen. Sollten jedoch diese Bedingungen nicht erfüllt werden, können maximal €37 Millionen der zum Stichtag 30. September 2009 ausgewiesenen Zuwendungen zurückgefordert werden. Dieser Betrag enthält keine möglichen Verbindlichkeiten für von Qimonda bezogene Zuwendungen (siehe Anhang Nr. 5).

Am 23. Dezember 2003 hat die Gesellschaft einen langfristigen Leasingvertrag mit der MoTo Objekt Campeon GmbH & Co. KG (,,MoTo") abgeschlossen. Dieser beinhaltet eine Leasingvereinbarung über einen Bürokomplex, genannt Campeon, im Süden Münchens, der von MoTo im zweiten Halbjahr 2005 fertig gestellt wurde errichtet wurde. Die Gesellschaft hat keine Finanzierungsverpflichtung für MoTo und keine Garantien im Zusammenhang mit der Errichtung übernommen. Im Oktober 2005 hat die Gesellschaft Campeon im Rahmen einer operativen Leasingvereinbarung übernommen und den Umzug der Mitarbeiter zum neuen Standort im Geschäftsjahr 2006 durchgeführt. Der Bürokomplex wurde für 20 Jahre von der Gesellschaft gemietet. Nach 15 Jahren hat die Gesellschaft das Recht, den Bürokomplex zu kaufen (non-bargain purchase option) oder weiterhin für die restlichen fünf Jahre zu mieten. Gemäß der Leasingvereinbarung leistete die Gesellschaft eine Mietkaution in Höhe von €75 Millionen auf ein Treuhandkonto, die zum 30. September 2009 unter,,Als Sicherheitsleistungen hinterlegte Zahlungsmittel" innerhalb der sonstigen finanziellen Vermögenswerte der Konzern-Bilanz enthalten war. Die Leasingzahlungen unterliegen limitierten Anpassungen basierend auf festgelegten Finanzkennzahlen der Gesellschaft. Die Leasingvereinbarung wurde in der Rechnungslegung als operatives Leasing gemäß IAS 17 mit einer linearen monatlichen Aufwandsbelastung in Höhe der Leasingraten über den Leasingzeitraum ausgewiesen.

Im Zusammenhang mit ihrer regelmäßigen Geschäftstätigkeit kann die Gesellschaft bei bestimmten Umsätzen und anderen Verträgen verpflichtet sein, ihre Vertragspartner unter bestimmten Konditionen vom Schadenersatz bei Gewährleistungsfällen, Patentverletzungen und anderen Vorfällen freizustellen. Der Höchstbetrag von eventuellen zukünftigen Zahlungen für diese Art von Vereinbarungen kann nicht zuverlässig abgeschätzt werden, da die eventuelle Verpflichtung von Vorkommnissen, deren Eintrittswahrscheinlichkeit nicht bestimmbar ist und von bestimmten vertragsspezifischen Fakten und Umständen abhängig ist. In der Vergangenheit hatten Zahlungen für diese Art von Vereinbarungen keinen wesentlichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft. Eine Überleitungstabelle im Anhang Nr. 24 zeigt die Veränderung der Gewährleistungsrückstellungen im Geschäftsjahr 2009.

39. Segmentberichterstattung

Die Berichterstattung der Gesellschaftüber ihre Segmente und nach Regionen erfolgt gemäß IFRS 8.

Das Kerngeschäft ist in die vier operativen Segmente Automotive, Industrial & Multimarket, Chip Card & Security und Wireless Solutions strukturiert:

Automotive

Das Segment Automotive entwirft, entwickelt, fertigt und vertreibt Halbleiterprodukte für Anwendungen in der Automobilindustrie. Zusammen mit seinem Produktportfolio bietet Infineon dementsprechendes System-Know-how und Unterstützung seiner Kunden.

Industrial & Multimarket

Das Segment Industrial & Multimarket entwirft, entwickelt, fertigt und vertreibt Halbleiterprodukte sowie komplette Systemlösungen vorrangig für Anwendungen der Industrieelektronik sowie für kundenspezifische Produktanwendungen.

Chip Card & Security

Im Segment Chip Card & Security wird ein breites Portfolio an Sicherheitscontrollern und sicheren memories für Chipkarten- und andere Sicherheitsanwendungen entwickelt, produziert und vermarktet.

Wireless Solutions

Das Segment Wireless Solutions entwirft, entwickelt, fertigt und vertreibt eine große Bandbreite von ICs, anderen Halbleiterprodukten sowie kompletten Systemlösungen für drahtlose Kommunikationsanwendungen.

Die aktuelle Segmentstruktur der Gesellschaft spiegelt eine zum 1. Oktober 2008 wirksam gewordene Reorganisation wider. Zur besseren Ausrichtung an den Zielmärkten der Gesellschaft wurde das Kerngeschäft in die fünf operativen Segmente Automotiv, Industrial & Multimarket, Chip Card & Security, Wireless Solutions und Wireline Communications reorganisiert. Im Juli 2009 ist die Gesellschaft einen Vertrag über den Verkauf unseres Geschäfts mit drahtgebundener Kommunikation (Wireline Communications) eingegangen, der am 6. November 2009 abgeschlossen wurde (siehe Anhang Nr. 5). Auf Grund des geplanten Verkaufs hat der Vorstand bestimmt, dass Wireline Communications im September 2009 kein operatives Segment mehr ist. Die interne Berichterstattung wurde entsprechend angepasst. Die Segmentergebnisse für alle Perioden wurden aus Konsistenzgründen und um Analysen der operativen Segmentinformationen zu ermöglichen, an die aktuelle Struktur der Berichterstattung angepasst.

In dem Segment Sonstige Geschäftsbereiche wurden die Umsatzerlöse und die Ergebnisse berichtet, die Infineon in der 200-Millimeter-Fertigungsstätte in Dresden aus dem Verkauf von Wafern an Qimonda im Rahmen einer Produktionsvereinbarung erzielt hat, die während des Geschäftsjahrs 2008 gekündigt wurde. Der letzte Wafer wurde an Qimonda im Mai 2008 geliefert. Das Segment Konzernfunktionen und Eliminierungen spiegelt die Eliminierung dieser konzerninternen Umsatzerlöse und Ergebnisse wider. Weiterhin stehen die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie die unfertigen Erzeugnisse der gemeinsamen Front-End-Fertigungsstätten und die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe der gemeinsamen Back-End-Fertigungsstätten nicht unter der Kontrolle oder in Verantwortung des Managements der operativen Segmente, sondern unter der Kontrolle und in Verantwortung des Fertigungsmanagements. Das Fertigungsmanagement ist für die Durchführung der Fertigungsplanung, das Volumen und die Stückmengen verantwortlich. Das Vorratsvermögen ist dementsprechend nicht den operativen Segmenten, sondern dem Segment Konzernfunktionen und Eliminierungen zugeordnet. Lediglich die unfertigen Erzeugnisse der Back-End-Fertigungsstätten und die fertigen Erzeugnisse sind den operativen Segmenten zugeordnet geblieben. Ebenfalls stellt die Gesellschaft die Gewinne und Verluste aus dem Verkauf von Wertpapieren des Umlaufvermögens in dem Segment Konzernfunktionen und Eliminierungen dar.

Der Vorstand der Gesellschaft wurde gemeinschaftlich als Hauptentscheidungsträger (Chief Operating Decision Maker) identifiziert. Er entscheidet über die Ressourcenzuteilung auf die Segmente und beurteilt deren Erfolg anhand der Kennzahlen Umsatzerlöse und Segmentergebnis. Die Gesellschaft definiert das Segmentergebnis als Betriebsergebnis ohne Berücksichtigung von Wertminderungen von Vermögenswerten, Saldo, Aufwendungen für Umstrukturierungsmaßnahmen und andere Schließungskosten, Saldo, Aufwendungen für aktienbasierte Vergütung, akquisitionsbedingte Abschreibungen und Gewinne (Verluste), Gewinne (Verluste) aus dem Verkauf von Vermögenswerten, Geschäftsbereichen oder Beteiligungen an Tochtergesellschaften und sonstige Erträge, einschließlich Kosten für Gerichtsverfahren. Der Vorstand der Gesellschaft nutzt das Segmentergebnis, um Budgets und operative Ziele festzulegen, sowie das Geschäft der Gesellschaft zu leiten und deren Umsetzung zu überprüfen. Die Gesellschaft berichtet das Segmentergebnis da sie der Ansicht ist, dass sie damit nützliche Informationen über den operativen Erfolg ihrer Segmente für Investoren zur Verfügung stellt.

Der Vorstand rechnet weder die Vermögenswerte den Segmenten zu, noch bewertet er regelmäßig die Segmente auf Basis dieser Kriterien, mit Ausnahme von bestimmten Vorratsinformationen, die ihm regelmäßig auf Segmentbasis berichtet werden. Allerdings werden den einzelnen Segmenten die Aufwendungen für Abschreibungen nach Maßgabe des Produktionsvolumens und der erzeugten Produkte auf Basis von Standardkosten zugeordnet.

Die folgende Darstellung zeigt ausgewählte Segmentdaten:

2007 2008 2009
(€ in Millionen)
--- --- --- ---
Umsatzerlöse:
Automotive 1.267 1.257 839
Industrial & Multimarket 1.188 1.171 905
Chip Card & Security 438 465 341
Wireless Solutions(1) 637 941 917
Sonstige Geschäftsbereiche(2) 343 171 17
Konzernfunktionen und Eliminierungen(3) (213) (102) 8
Gesamt 3.660 3.903 3.027

(1) Beinhaltet konzerninterne Umsätze in Höhe von €30 Millionen, €10 Millionen und €1 Million in den Geschäftsjahren 2007, 2008 und 2009 aus dem Verkauf von drahtlosen Kommunikationsanwendungen an Qimonda.

(2) Beinhaltet konzerninterne Umsätze in Höhe von €189 Millionen und €79 Millionen in den Geschäftsjahren 2007und 2008aus dem Verkauf von Wafern von der Infineon 200-Millimeter-Fertigungsstätte in Dresden an Qimonda auf Grund einer Produktionsvereinbarung.

(3) Beinhaltet die Eliminierung der Umsätze in Höhe von €219 Millionen, €89 Millionen und €1 Million in den Geschäftsjahren 2007, 2008 und 2009, da diese Umsätze voraussichtlich nicht Teil des Plans zur Veräußerung von Qimonda sind.

2007 2008 2009
(€ in Millionen)
--- --- --- ---
Segmentergebnis:
Automotive 122 105 (117)
Industrial & Multimarket 127 134 35
Chip Card & Security 20 52 (4)
Wireless Solutions (126) (18) (36)
Sonstige Geschäftsbereiche (6) (12) (13)
Konzernfunktionen und Eliminierungen 7 (24) (32)
Gesamt 144 237 (167)

Die folgende Tabelle stellt die Überleitung vom Segmentergebnis auf das Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten vor Steuern vom Einkommen und vom Ertrag dar:

2007 2008 2009
(€ in Millionen)
--- --- --- ---
Segmentergebnis 144 237 (167)
Bereinigt um:
Wertminderungen von Vermögenswerten, Saldo (5) (132) -
Aufwendungen für Umstrukturierungen und andere Schließungskosten, Saldo (45) (188) 20
Aufwendungen für aktienbasierte Vergütungen (12) (5) (2)
Akquisitionsbedingte Abschreibungen und Verluste (3) (25) (23)
Gewinne (Verluste) aus dem Verkauf von Vermögenswerten, Geschäftsbereichen oder Beteiligungen an Tochterunternehmen 28 70 (18)
Sonstige Aufwendungen (6) (3) (30)
Betriebsergebnis 101 (46) (220)
Finanzerträge 107 58 101
Finanzaufwendungen (242) (181) (156)
Anteiliges Ergebnis von nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen 1 4 7
Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten vor Steuern vom Einkommen und vom Ertrag (33) (165) (268)
2007 2008 2009
(€ in Millionen)
--- --- --- ---
Abschreibungen:
Automotive 229 147 126
Industrial & Multimarket 208 174 137
Chip Card & Security 53 53 53
Wireless Solutions 67 115 152
Sonstige Geschäftsbereiche 59 63 45
Konzernfunktionen und Eliminierungen - - -
Gesamt 616 552 513

Das anteilige Ergebnis von nach der Equity-Methode bilanzierten Gesellschaften wurde in Höhe von €1 Million, €4 und €7 Millionen im Segment Industrial & Multimarket in den Geschäftsjahren 2007, 2008 und 2009 vereinnahmt. In den gezeigten Berichtsperioden enthielt keines der sonstigen Segmente ein Ergebnis von nach der Equity-Methode bilanzierten Gesellschaften.

2008 2009
(€ in Millionen)
--- --- ---
Vorräte:
Automotive 147 71
Industrial & Multimarket 140 109
Chip Card & Security 46 30
Wireless Solutions 116 95
Sonstige Geschäftsbereiche 2 -
Konzernfunktionen und Eliminierungen 164 155
Zwischensumme 615 460
Wireline Communications 50 -
Gesamt 665 460

Am 30. September 2008 und 2009 sind alle Vorräte den entsprechenden operativen Segmenten zugeordnet, soweit sie unter die direkte Kontrolle und die Verantwortlichkeit der ständigen Bereichsleiter fallen.

2008 2009
(€ in Millionen)
--- --- ---
Geschäfts- oder Firmenwert:
Automotive - -
Industrial & Multimarket 12 19
Chip Card & Security - -
Wireless Solutions 160 160
Sonstige Geschäftsbereiche - -
Konzernfunktionen und Eliminierungen 2 2
Zwischensumme 174 181
Wireline Communications 51 -
Gesamt 225 181

Entsprechend der internen Berichterstattung sind bestimmte Posten in dem Segment Konzernfunktionen und Eliminierungen enthalten und werden nicht auf die Segmente umgelegt. Das gilt für bestimmte Kosten der Konzernzentrale, bestimmte Inkubatorkosten und Aufwendungen für Grundlagenforschung, für Einmalgewinne und spezielle strategische Technologieinitiativen. Ebenfalls werden Umstrukturierungsaufwendungen und Aufwendungen für aktienbasierte Mitarbeitervergütung unter den Konzernfunktionen und Eliminierungen berücksichtigt und sind nicht den Segmenten in der internen oder externen operativen Segmentberichterstattung zugeordnet, da sie zentral entschieden werden und nicht der direkten Kontrolle des Segmentmanagements obliegen. Rechtskosten im Zusammenhang mit geistigem Eigentum und Produktangelegenheiten werden bei den Segmenten zum Zeitpunkt der Ausgabewirksamkeit gezeigt. Dieser kann sich vom Zeitpunkt der Aufwandserfassung im Segment Konzernfunktionen und Eliminierungen unterscheiden. Die Gesellschaft ordnet Leerkosten auf Basis eines Auftragsfertigungsmodells zu, wobei die Vorlaufzeit der Auftragsstornierung oder -änderung bei der Leerkostenzuordnung berücksichtigt wird. Alle nicht verrechneten Leerkosten werden in den Konzernfunktionen und Eliminierungen gezeigt.

Die Umsatzerlöse und langfristigen Vermögenswerte nach Regionen für die Geschäftsjahre 2007, 2008 und 2009 stellen sich wie folgt dar:

2007 2008 2009
(€ in Millionen)
--- --- --- ---
Umsatzerlöse:
Deutschland 794 820 545
Übriges Europa 807 754 543
Nordamerika 530 483 409
Asien-Pazifik 1.289 1.597 1.358
Japan 203 191 143
Andere 37 58 29
Gesamt 3.660 3.903 3.027
2008 2009
(€ in Millionen)
--- --- ---
Sachanlagen, Geschäfts- oder Firmenwert und andere immaterielle Vermögenswerte:
Deutschland 831 641
Übriges Europa 325 239
Nordamerika 36 6
Asien-Pazifik 559 409
Japan 2 2
Gesamt 1.753 1.297

Der Ausweis des Umsatzes mit Dritten richtet sich nach dem Sitz des Rechnungsempfängers. Eine Aufgliederung der Beschäftigtenzahlen nach Regionen ist in Anhang Nr. 8 nach Regionen dargestellt.

In den Geschäftsjahren 2007, 2008 und 2009 entfielen auf keinen Einzelkunden mehr als 10 Prozent der Gesamtumsatzerlöse.

40. Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Der Verkauf des Geschäfts mit drahtgebundener Kommunikation (Wireline Communications) an Lantiq wurde am 6. November 2009 abgeschlossen (siehe Anhang Nr. 5). Der endgültige Verkaufspreis beträgt ungefähr €243 Millionen und unterliegt üblichen Anpassungen aus dem Kaufvertrag. Bei Abschluss erhielt die Gesellschaft €223 Millionen. Der verbleibende Teil des Kaufpreises von bis zu €20 Millionen wird im vierten Quartal des Geschäftsjahrs 2010 fällig.

Ergänzende Erläuterungen für den nach IFRS aufgestellten Anhang zum Konzernabschluss

Anwendung von Befreiungsvorschriften

Die unten genannten Konzerngesellschaften beabsichtigen die in §264 Abs. 3 HGB eingeräumte Möglichkeit zur Befreiung von bestimmten Vorschriften über die Aufstellung, Prüfung und Offenlegung ihres Jahresabschlusses sowie ihres Lageberichtes nach den Regelungen für Kapitalgesellschaften in Anspruch zu nehmen, da zwischen diesen Konzerngesellschaften und der Infineon Technologies AG Beherrschungs- und Gewinnabführungsverträge bestehen:

COMNEON GmbH, Nürnberg,
Infineon Technologies Dresden GmbH, Dresden,
Infineon Technologies Finance GmbH, München und
Infineon Technologies Wireless Solutions GmbH, Neubiberg.

Aufgrund der Insolvenz der Qimonda AG, München, werden die Qimonda AG und ihre Tochterunternehmen gemäß § 296 Abs. 1 HGB nicht in den Konzernabschluss der Gesellschaft einbezogen. Der Gesellschaft liegen keine Informationen darüber vor, ob die Qimonda AG einen Konzernabschluss aufstellt oder von Möglichkeiten zur Befreiung von bestimmten Vorschriften über die Aufstellung eines Konzernabschlusses Gebrauch macht.

Angabe gemäß § 160 Abs. 1 Nr. 2 AktG

Die Gesellschaft hat von der Ermächtigung zum Erwerb und zur Verwendung eigener Aktien, die von der Hauptversammlung am 12. Februar 2009 erteilt wurde, keinen Gebrauch gemacht und im Geschäftsjahr 2009 keine eigenen Aktien erworben. Die Gesellschaft hält zum 30. September 2009 keine eigenen Aktien.

Angabe gemäß § 160 Abs. 1 Nr. 8 AktG

Nach dem deutschen Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) hat jeder Aktionär, der die Schwellen von 3, 5, 10, 15, 20, 25, 30, 50 oder 75 Prozent der Stimmrechte eines börsennotierten Unternehmens erreicht, überschreitet oder unterschreitet, dies dem Unternehmen und der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) unverzüglich, spätestens jedoch innerhalb von vier Handelstagen, mitzuteilen. Der Gesellschaft wurde das Bestehen folgender Beteiligungen mitgeteilt (die entsprechenden Prozent- und Aktienzahlen beziehen sich auf das zum Zeitpunkt der jeweiligen Meldung vorhandene Grundkapital; die Anzahl der Aktien ist der letzten Stimmrechtsmitteilung an Infineon entnommen und kann daher zwischenzeitlich überholt sein):

Die Capital Group Companies, Inc., Los Angeles, USA, hat der Gesellschaft gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 8. Juni 2006 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Infineon Technologies AG, Neubiberg, Deutschland, am 7. Juni 2006 die Schwelle von 5 Prozent der Stimmrechte unterschritten hat und zu diesem Zeitpunkt 4,949 Prozent (das entspricht 36.995.392 Stimmrechten) beträgt. Alle diese Stimmrechte werden ihr gemäß § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 6 in Verbindung mit Satz 2 und 3 WpHG zugerechnet.
Die Capital Group International, Inc., Los Angeles, USA, hat der Gesellschaft gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 14. Juni 2006 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Infineon Technologies AG, Neubiberg, Deutschland, am 7. Juni 2006 die Schwelle von 5 Prozent der Stimmrechte unterschritten hat und zu diesem Zeitpunkt 4,949 Prozent (das entspricht 36.995.392 Stimmrechten) beträgt. Alle diese Stimmrechte werden ihr gemäß § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 6 in Verbindung mit Satz 2 und 3 WpHG zugerechnet.
Die OdeyAsset Management LLP London, England hat der Gesellschaft gemäß §21 Abs. 1 WpHG am 6. Mai 2009 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtanteil an der Infineon Technologies AG, Neubiberg, Deutschland, am 27. April 2009 die Schwelle von 3% der Stimmrechte überschritten hat und zu diesem Zeitpunkt 3,16 Prozent (das entspricht 23.687.180 Stimmrechten) beträgt. 3,16 Prozent der Stimmrechte (das entspricht 23.687.180 Stimmrechten) sind ihr gemäß § 22 Abs. 1, Satz 1, Nr. 6 WpHG zuzurechnen.
Dodge & Cox Investment Managers, San Francisco, USA hat der Gesellschaft gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 7. August 2009 mitgeteilt, dass der Stimmrechtsanteil von Dodge & Cox International Stock Fund, San Francisco, USA, an der Infineon Technologies AG, Neubiberg, Deutschland, am 5. August 2009 durch Aktien die Schwelle von 10 Prozent der Stimmrechte unterschritten hat und zu diesem Zeitpunkt 9,88 Prozent (das entspricht 105.919.119 Stimmrechten) beträgt.
Dodge & Cox Investment Managers, San Francisco, USA, hat der Gesellschaft gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 7. August 2009 mitgeteilt, dass der Stimmrechtsanteil von Dodge&Cox, San Francisco, USA, an der Infineon Technologies AG, Neubiberg, Deutschland, am 5. August 2009 durch Aktien die Schwelle von 10 Prozent der Stimmrechte unterschritten hat und zu diesem Zeitpunkt 9,95 Prozent (das entspricht 106.771.627 Stimmrechten) beträgt. 9,88 Prozent der Stimmrechte sind der Gesellschaft gemäß § 22 Abs. 1, Satz 1, Nr. 6 WpHG von Dodge & Cox International Stock Fund zuzurechnen, weitere 0,08 Prozent der Stimmrechte sind der Gesellschaft gemäß §22 Abs. 1, Satz 1, Nr. 6 WpHG von Dodge & Cox Global Stock Fund zuzurechnen, der selbst weniger als 3 Prozent der Stimmrechte hält.
Das norwegische Finanzministerium, Oslo, Norwegen hat der Gesellschaft gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 2. November 2009 mitgeteilt, dass der Stimmrechtsanteil des Königreichs Norwegen an der Infineon Technologies AG, Neubiberg, Deutschland, am 28. Oktober 2009 die Schwelle von 3% der Stimmrechte überschritten hat und zu diesem Zeitpunkt 3,15% (das entspricht 34.182.728 Stimmrechten) beträgt. 3,15% der Stimmrechte (das entspricht 34.182.728 Stimmrechten) sind dem Königreich Norwegen gemäß §22 Abs. 1, Satz 1, Nr. 1 WpHG von der Norges Bank zuzurechnen.
Die Norges Bank, Oslo, Norwegen hat der Gesellschaft gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 30. Oktober 2009 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Infineon Technologies AG, Neubiberg, Deutschland, am 28. Oktober 2009 die Schwelle von 3% der Stimmrechte überschritten hat und zu diesem Zeitpunkt 3,15% (das entspricht 34.182.728 Stimmrechten) beträgt.

Angabe gemäß §161 AktG

Die nach §161 AktG vorgeschriebene Entsprechungserklärung wurde vom Vorstand und vom Aufsichtsrat abgegeben und den Aktionären im Internet dauerhaft zugänglich gemacht.

Gebühren für Prüfungs- und Beratungsleistungen nach §314 Abs. 1 Nr. 9 HGB

Gebühren für Abschlussprüfung

Im Geschäftsjahr 2009 betrug das weltweite Prüfungshonorar von KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft ("KPMG"), dem Wirtschaftsprüfer der Gesellschaft, insgesamt €1,7 Millionen (davon entfielen €1,2 Millionen auf den bestellten Konzernabschlussprüfer) für die jährlichen Konzernjahresabschlussprüfungen einschließlich der für das Geschäftsjahr 2009 verpflichtenden Prüfung der internen Kontrollen im Rahmen der Finanzberichterstattung, sowie für Leistungen in Verbindung mit gesetzlichen Regelungen und Verpflichtungen.

Gebühren für sonstige Bestätigungsleistungen

Zusätzlich zu den oben genannten Beträgen berechnete KPMG an die Gesellschaft im Geschäftsjahr 2009 insgesamt €1,8 Million (davon entfielen €1,8 Millionen auf den bestellten Konzernabschlussprüfer) für sonstige Bestätigungsleistungen. Diese Leistungen bestanden im Wesentlichen für Leistungen im Rahmen der im August 2009 durchgeführten Kapitalerhöhung (siehe Anhang Nr. 30) sowie aus der prüferischen Durchsicht von Quartalsabschlüssen.

Gebühren für Steuerberatungsleistungen

Zusätzlich zu den oben genannten Beträgen berechnete KPMG im Geschäftsjahr 2009 €0 für steuerliche Beratungsleistungen.

Gebühren für sonstige Leistungen

0,2 Millionen (davon entfallen €0,2 Millionen auf den bestellten Konzernabschlussprüfer) wurden im Geschäftsjahr 2009 von KPMG für sonstige Leistungen an die Gesellschaft berechnet.

Die vorstehenden Gebühren fallen in den Zweck der Prüfung und sind als nichtprüferische Dienstleistungen im Sinne von Sektion 201 des Sarbanes-Oxley Act von 2002 erlaubt. Der Investitions-, Finanz- und Prüfungsausschuss hat die Durchführung der KPMG-Leistungen vorab genehmigt, die in Prüfungsleistungen und erlaubten nichtprüferischen Dienstleistungen bestehen, und begrenzte die verschiedenen Leistungsarten und ihre Kosten für jedes Geschäftsjahr. KPMG berichtet dem Investitions-, Finanz- und Prüfungsausschuss quartalsweise über die Art und das Ausmaß der nichtprüferischen Leistungen, die während eines Zeitraums angefallen sind, und deren Übereinstimmung mit den genannten Kriterien.

Vorstand und Aufsichtsrat

Vergütungen im Geschäftsjahr 2009

Hinsichtlich der Angaben zur individuellen Vergütung der Mitglieder unseres Vorstands und unseres Aufsichtsrats gemäß § 314 Abs. 1 Nr. 6 Buchstabe a Satz 5 bis 9 HGB wird auf die Ausführungen im Vergütungsbericht verwiesen, der Bestandteil des Konzernlageberichts ist.

Der Vorstand

Als Vorstand der Gesellschaft waren folgende Herren derzeit bestellt bzw. berufen:

Name Alter Ende der Amtszeit Beruf Mitgliedschaft in weiteren Aufsichtsräten und anderen vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen (Stand: 30. September 2009)
Peter Bauer 49 30. September 2011 Sprecher des Vorstands, Chief Executive Officer Mitglied des Board of Directors Infineon Technologies China Co., Ltd., Shanghai, Volksrepublik China Infineon Technologies Asia Pacific Pte., Ltd., Singapur Infineon Technologies North America Corp., Wilmington, Delaware, USA Infineon Technologies Japan K.K., Tokio, Japan
Prof. Dr. Hermann Eul 50 31. August 2012 Mitglied des Vorstands, Executive Vice President Mitglied des Aufsichtsrats 7Layers AG, Ratingen Infineon Technologies Austria AG, Villach, Österreich (seit 18. Juli 2008)
Dr. Reinhard Ploss 53 31. Mai 2012 Mitglied des Vorstands, Executive Vice President Vorsitzender des Aufsichtsrats Infineon Technologies Austria AG, Villach, Österreich Infineon Technologies Dresden GmbH, Dresden (seit 13. Februar 2009) Vorsitzender des Board of Directors Infineon Technologies (Kulim) Sdn. Bhd., Kulim, Malaysia Mitglied des Aufsichtsrats Qimonda AG, München
Dr. Marco Schröter 46 31. März 2013 Mitglied des Vorstands, Executive Vice President, Finanzvorstand sowie Arbeitsdirektor Mitglied des Aufsichtsrats: Infineon Technologies Austria AG, Villach, Österreich Mitglied des Board of Directors Infineon Technologies Asia Pacific Pte., Ltd., Singapur Infineon Technologies China Co., Ltd., Shanghai, Volksrepublik China Infineon Technologies North America Corp., Wilmington, Delaware, USA

Der Aufsichtsrat

Die derzeitigen Mitglieder des Aufsichtsrates, deren Position im Aufsichtsrat, deren Beruf, deren hauptsächliche externe Position und deren Alter sind folgend dargestellt:

Name Alter Ende der Amtszeit Beruf Mitgliedschaft in Aufsichtsräten und anderen vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen (Stand: 30. September 2009)
Max Dietrich Kley Vorsitzender 69 11. Februar 2010 Rechtsanwalt Vorsitzender des Aufsichtsrats SGL Carbon AG, Wiesbaden Mitglied des Aufsichtsrats BASF SE, Ludwigshafen HeidelbergCement AG, Heidelberg Schott AG, Mainz (bis 30. September 2009) Mitglied des Verwaltungsrats UniCredit S.p.A., Mailand, Italien (bis 29. April 2009)
Gerd Schmidt(1) Stellvertretender Vorsitzender 55 11. Februar 2010 Vorsitzender des Infineon - Gesamtbetriebsrats Vorsitzender des Infineon - Betriebsrats Regensburg
Wigand Cramer(1) 56 11. Februar 2010 Gewerkschaftssekretär der IG Metall, Berlin
Alfred Eibl(1) 60 11. Februar 2010 Vorsitzender des Betriebsrats Infineon München-Campeon
Peter Gruber(1) Vertreter der leitenden Angestellten (seit 12. Februar 2009) 48 11. Februar 2010 Leiter Operations Finanzen, Infineon Technologies AG Mitglied des Aufsichtsrats Infineon Technologies Dresden GmbH, Dresden (seit 15. Dezember 2008) Mitglied der Gesellschafterdelegation Comneon GmbH, Nürnberg COMNEON Electronic Technology GmbH, Linz, Österreich Mitglied des Board of Directors ALTIS Semiconductor S.N.C., Essonnes, Frankreich Infineon Technologies Savan Ltd., Netanya, Israel (Amt ruhend) Infineon Technologies (Kulim) Sdn. Bhd., Kulim, Malaysia
Gerhard Hobbach(1) 47 11. Februar 2010 Stellvertretender Vorsitzender des Betriebsrats Infineon München-Campeon
Prof. Dr. Renate 57 11. Februar 2010 Geschäftsführerin Institut für Demoskopie Allensbach GmbH, Allensbach Mitglied des Aufsichtsrats Allianz SE, München MAN AG, München BMW AG, München
Name Alter Ende der Amtszeit Beruf Mitgliedschaft in weiteren Aufsichtsräten und anderen vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen (Stand: 30. September 2009)
Dr. Siegfried Luther . 65 11. Februar 2010 Geschäftsführer Reinhard Mohn Verwaltungs GmbH, Gütersloh Mitglied des Aufsichtsrats WestLB AG, Düsseldorf/Münster Wintershall Holding AG, Kassel EVONIK Industries AG, Essen Vorsitzender des Verwaltungsrats RTL Group S.A., Luxemburg Mitglied des Verwaltungsrats Compagnie Nationale à Portefeuille S.A., Loverval, Belgien
Dr. Manfred Puffer (seit 30. Juli 2009) 46 11. Februar 2010 Unternehmensberater
Prof. Dr. rer. nat. Doris Schmitt-Landsiedel 56 11. Februar 2010 Professorin Technische Universität München
Horst Schuler(1) (seit 12. Februar 2009) 57 11. Februar 2010 Stellv. Vorsitzender des Infineon Gesamtbetriebsrats
Kerstin Schulzendorf(1) 47 11. Februar 2010 Mitglied des Betriebsrats Infineon Dresden
Dr. Eckart Sünner 65 11. Februar 2010 President, Chief Compliance Officer BASF SE, Ludwigshafen Mitglied des Aufsichtsrats K+S AG, Kassel
Alexander Trüby(1) 39 11. Februar 2010 Mitglied des Betriebsrats Infineon Dresden Mitglied des Aufsichtsrats Infineon Technologies Dresden GmbH, Dresden (seit 31. März 2009)
Arnaud de Weert (seit 1. Februar 2009) 45 11. Februar 2010 President - Novelis Europe, Novelis AG, Zürich, Schweiz (bis 30. September 2009) Unternehmensberater (seit 1. Oktober 2009) Vorsitzender des Aufsichtsrats Aluminium Norf GmbH, Neuss Novelis Deutschland GmbH, Göttingen (bis 30. September 2009)
Prof. Dr.-Ing. Dr.-Ing. E.h. Klaus Wucherer 65 11. Februar 2010 Unternehmensberater Mitglied des Aufsichtsrats Deutsche Messe AG, Hannover (bis 31. Dezember 2008) Leoni AG, Nürnberg SAP AG, Walldorf Vorsitzender des Verwaltungsrats Siemens Ltd., Seoul, Korea (bis 31. Januar 2009)
Ausgeschiedene Aufsichtsräte
Prof. Johannes Feldmayer (bis 18. Februar 2009) 52 - Unternehmensberater
Jakob Hauser(1) (bis 12. Februar 2009) 57 - Vorsitzender des Betriebsrats Qimonda AG, München
Michael Ruth(1) Vertreter der leitenden Angestellten (bis 12. Februar 2009) 49 - Leiter Reporting, Planning und Controlling, Infineon Technologies AG
Name Alter Ende der Amtszeit Beruf Mitgliedschaft in weiteren Aufsichtsräten und anderen vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen (Stand: 30. September 2009)
Prof. Dr. rer. nat. Martin Winterkorn (bis 31. Januar 2009) 62 - Vorsitzender des Vorstands Volkswagen AG, Wolfsburg Vorsitzender des Aufsichtsrats Audi AG, Ingolstadt Mitglied des Aufsichtsrats Salzgitter AG, Salzgitter FC Bayern München AG, München TÜV Süddeutschland Holding AG, München Mitglied des Verwaltungsrats SEAT S.A., Barcelona, Spanien Vorsitzender des Board of Directors Scania AB, Södertälje, Schweden

(1) Arbeitnehmervertreter

Ausschüsse des Aufsichtsrats:

Ausschüsse Mitglieder
Präsidialausschuss Max Dietrich Kley (Vorsitzender)
Gerd Schmidt
Prof. Dr.-Ing. Dr.-Ing. E.h. Klaus Wucherer
Investitions-, Finanz- und Prüfungsausschuss Dr. Siegfried Luther (Vorsitzender)
Max Dietrich Kley
Gerd Schmidt
Vermittlungsausschuss Max Dietrich Kley (Vorsitzender)
Alfred Eibl
Gerd Schmidt
Prof. Dr.-Ing. Dr.-Ing. E.h. Klaus Wucherer
Nominierungsausschuss Max Dietrich Kley
Prof. Dr. Renate Köcher
Dr. Siegfried Luther
Dr. Manfred Puffer
Prof. Dr. rer. nat. Doris Schmitt-Landsiedel
Dr. Eckart Sünner
Arnaud de Weert
Prof. Dr.-Ing. Dr.-Ing. E.h. Klaus Wucherer
Strategie- und Technologieausschuss Prof. Dr.-Ing. Dr.-Ing. E.h. Klaus Wucherer
(Vorsitzender)
Wigand Cramer
Alfred Eibl
Gerhard Hobbach
Prof. Dr. rer. nat. Doris Schmitt-Landsiedel
Arnaud de Weert

Der Anteilsbesitz der Mitglieder des Aufsichtsrats an Aktien der Infineon Technologies AG einzeln oder gesamt betrug zum 30. September 2009 weniger als 1 Prozent der von der Gesellschaft ausgegebenen Aktien.

Die Geschäftsadresse jedes der Aufsichtsratsmitglieder ist Infineon Technologies AG, Am Campeon 1-12, D-85579 Neubiberg, Deutschland.

Wesentliche Tochtergesellschaften und assoziierte Unternehmen

Name und Sitz der Gesellschaft Anteil
Comneon GmbH, Nürnberg, Deutschland 100%
Infineon Technologies Asia Pacific Pte. Ltd., Singapur 100%
Infineon Technologies Austria AG, Villach, Österreich 100%
Infineon Technologies Bipolar GmbH & Co. KG, Warstein, Deutschland 60%
Infineon Technologies Center of Competence (Shanghai) Co. Ltd., Shanghai, China 100%
Infineon Technologies China Co. Ltd., Shanghai, China 100%
Infineon Technologies Dresden GmbH Dresden, Deutschland 100%
Infineon Technologies Finance GmbH, Neubiberg, Deutschland 100%
Infineon Technologies France S.A.S., Saint Denis, Frankreich 100%
Infineon Technologies Holding B.V., Rotterdam, Niederlande 100%
Infineon Technologies Investment B.V., Rotterdam, Niederlande 100%
Infineon Technologies Japan K.K., Tokio, Japan 100%
Infineon Technologies North America Corp., Wilmington/Delaware, USA 100%
Infineon Technologies (Advanced Logic) Sdn. Bhd., Malacca, Malaysia 100%
Infineon Technologies (Kulim) Sdn. Bhd., Kulim, Malaysia 100%
Infineon Technologies (Malaysia) Sdn. Bhd., Malacca, Malaysia 100%
Infineon Technologies Industrial Power, Inc., USA 100%
Infineon Technologies (Wuxi) Co., Ltd., Wuxi, China 100%
Infineon Technologies (Xi'an) Co., Ltd., Xi'an, China 100%
ALTIS Semiconductor S.N.C., Essonnes, Frankreich 50%

Neubiberg, 9. November 2009

Infineon Technologies AG

Der Vorstand

Peter Bauer

Prof. Dr. Hermann Eul

Dr. Reinhard Ploss

Dr. Marco Schröter

Versicherung der gesetzlichen Vertreter

Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.

Neubiberg, 26. November 2009

Peter Bauer

Prof. Dr. Hermann Eul

Dr. Reinhard Ploss

Dr. Marco Schröter

Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers

Wir haben den von der Infineon Technologies AG, Neubiberg, aufgestellten Konzernabschluss - bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung, im Konzern-Eigenkapital erfasste Erträge und Aufwendungen, Kapitalflussrechnung und Anhang - sowie den Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2008 bis 30. September 2009 geprüft. Die Aufstellung von Konzernabschluss und Konzernlagebericht nach den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach§ 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften liegt in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht abzugeben.

Wir haben unsere Konzernabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Konzernabschluss unter Beachtung der anzuwendenden Rechnungslegungsvorschriften und durch den Konzernlagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld des Konzerns sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben im Konzernabschluss und Konzernlagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, der Abgrenzung des Konsolidierungskreises, der angewandten Bilanzierungs- und Konsolidierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.

Nach unserer Beurteilung auf Grund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Konzernabschluss den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach§ 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. Der Konzernlagebericht steht in Einklang mit dem Konzernabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

München, den 11. November 2009

**KPMG AG

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft**

Kozikowski, Wirtschaftsprüfer

Kempf, Wirtschaftsprüfer

HERAUSGEGEBEN VON DER INFINEON TECHNOLOGIES AG

Am Campeon 1 - 12, 85579 Neubiberg

Konzernabschluss und Konzernlagebericht 2009

Gedruckt in Deutschland