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ifa systems AG — Management Reports 2017
Jun 11, 2018
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Management Reports
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ifa systems AG
Frechen
Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2017 bis zum 31.12.2017
Lagebericht
Grundlagen des Konzerns
Konzernstruktur und Geschäftstätigkeit
Der ifa systems Konzern (im Folgenden auch „die ifa-Gruppe“) besteht aus der Muttergesellschaft ifa systems AG mit Sitz in Frechen-Königsdorf und vier Tochtergesellschaften, an denen die AG jeweils 100% der Anteile hält. Im Vergleich zum Vorjahr wurden die immateriellen Vermögenswerte der amerikanischen Tochtergesellschaften im vorliegenden Konzernabschluss aufgrund geänderter Markterwartungen einer Wertberichtigung unterzogen. Die Integration AG i.A. befindet sich in der Abwicklung, das operative Geschäft soll von der ifa systems AG fortgeführt werden. Der Beteiligungsbuchwert an der MedKaizen AG wurde ebenfalls wertberichtigt. Eine Übersicht der Konzerngesellschaften findet sich im Anhang unter „Konsolidierungskreis“.
Geschäftsmodell
Die ifa systems Gruppe entwickelt, vertreibt und installiert im Wachstumsmarkt Health-IT Softwarelösungen und Komponenten speziell für Augenärzte und Augenkliniken. In diesem Markt, der durch die Bemühungen um Kostenreduzierung einerseits und durch den demografischen Wandel in den entwickelten Volkswirtschaften andererseits geprägt ist, leistet ifa einen wesentlichen Beitrag, um Patienten besonders effizient und sicher zu diagnostizieren und zu behandeln. Kernstück ist die auf Ophthalmologie, also die Augenheilkunde, spezialisierte elektronische Patientenakte, in der alle Einzelheiten der Untersuchungen und Behandlungen gespeichert werden. Dafür können die Daten aus mehr als 450 unterschiedlichen Geräten und Softwareprodukten genutzt werden, die von verschiedenen Herstellern weltweit im Einsatz sind. Durch die Schnittstellen zu den Geräten und Softwareprodukten können Ärzte eine hohe Integration aller Daten, die zum Patienten verfügbar sind, erreichen. Damit ist zu jeder Zeit gewährleistet, dass die Daten bei jeder Befunderhebung vorhanden sind und damit die Behandlungspfade gewählt werden können, die dem aktuellen Krankheitsbild entsprechen. Zusätzlich können eventuelle Risiken vermindert werden. Verschiedene spezialisierte Datenbanklösungen ermöglichen zusätzlich die Archivierung und Auswertung von Bildern, Dokumenten und Daten. Sie sind damit häufig auch Bestandteil des Qualitätsmanagements und der Qualitätssicherung oder werden für die Forschung genutzt. Rund die Hälfte der Umsätze entfällt auf Runtime-Lizenzen, die Kunden über die Dauer zahlen, die die Software bei ihnen im Einsatz ist. Lediglich im Geschäftsjahr 2017 ergab sich durch die Zusammenarbeit mit dem Topcon-Konzern eine Verschiebung zugunsten von Dienstleistungen.
Die ifa-Gruppe arbeitet mit Vertriebspartnern weltweit, in mehr als 30 Ländern wurden die Lösungen bereits installiert. Um die internationale Präsenz weiter auszubauen und technologische Synergien zu erschließen, wurden Kooperationen mit namhaften Marktteilnehmern vereinbart. Aktuell konzentrieren sich die Entwicklungsaktivitäten auf die Anpassung und Erweiterung des bestehenden Produktportfolios. Darüber hinaus ist das Unternehmen durch die Nutzung von Standards bei der Dokumentation gut positioniert, um auch an den Trends von morgen zu partizipieren, wie beispielsweise „Cognitive Computing“ und „Big Data“, wo cloudbasierte Health-Informationssysteme Daten auswerten und verknüpfen. Innerhalb der Software werden die gängigen Standards (ICD 10, SNOMED usw.) bei der Kodierung genutzt. Die Nutzer der ifa Software erfassen bei der Befunderhebung usw. Kodes, die eindeutig vergleichbar sind. Der Anteil von „Freitext“ innerhalb der Befunderhebung wird damit minimiert.
Segmente
In der ifa-Gruppe wird keine Segmentierung genutzt, um den Konzern zu steuern.
Standorte
Der Hauptsitz der Gruppe befindet sich in Frechen bei Köln (Deutschland). Hier sind ein Großteil der Entwicklungsabteilung und der Vertrieb ansässig, der die Produkte weltweit vermarktet. Weitere Entwicklungskapazitäten werden in den USA vorgehalten sowie bei Bedarf durch freiberufliche Kräfte ergänzt.
Die ifa united-i-tech Inc. in Fort Lauderdale betreut die Kunden in den USA, Kanada und Lateinamerika. Um den Anforderungen der verschiedenen Zeitzonen gerecht zu werden, arbeiten auch Support-Mitarbeiter aus ihren Home Offices in Kalifornien.
Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsprozesse
Die ifa systems Gruppe entwickelt, vertreibt und installiert im Wachstumsmarkt Health-IT Softwarelösungen und Komponenten speziell für Augenärzte und Augenkliniken. Die wichtigsten Produktbereiche sind die EPA (elektronische Patientenakte; engl.: EMR) und das Connectivity Business. In der Mehrzahl der Projekte kommt eine Kombination verschiedener Produkte zum Einsatz:
• EMR-Software: Die elektronische Patientenakte, spezialisiert in der Ophthalmologie, als umfassende Lösung für den Einsatz weltweit.
• ecPACS und MDI (Medical Device Interface): Ein Bildarchivierungssystem als proprietäre Lösung, das auf Daten aller Art aus der Ophthalmologie spezialisiert ist und alle Daten aus verschieden Quellen zusammenführt. Dabei werden numerische Daten, wie auch Bilder, Texte usw. gespeichert und dem Anwender möglichst strukturiert angezeigt oder zur Übergabe an andere Softwaresysteme aufbereitet.
• CDSS (Clinical Decision Support System): Software zur direkten Auswertung von bereits vorliegenden klinischen Patientendaten, um auf die jeweiligen Leitlinien, Behandlungsmethoden, Risiken usw. hinzuweisen. Individuelle Vorgaben (z.B. Filterkriterien) der Anwender werden dabei unterstützt.
• WFM-Software (Workflow-Management) zur effizienten Steuerung von Behandlungsabläufen (Voruntersuchung, Befunderhebung, Administration, Spezialuntersuchungen usw.) innerhalb der Klinik oder Praxis. Dabei wird der Patient über das Modul zu den unterschiedlichen Untersuchungen und Behandlungen geleitet. Das Personal kann jederzeit erkennen, wo sich der Patient befindet, welche Untersuchungen noch folgen und ob eingegriffen werden muss, z.B. wenn ein Engpass entsteht.
• Webbasierte Registerlösungen zur Verbesserung der Behandlung und der Behandlungsstandards für Katarakt und refraktive Chirurgie, im Interesse der Patientensicherheit und zur Weiterentwicklung von Leitlinien.
Zu den Dienstleistungen der ifa-Gruppe gehört neben der Installation der Software auch die Schulung der Anwender wie der Ärzte und des medizinischen Fachpersonals sowie die Beratung der Anwender zur Optimierung des Softwareeinsatzes.
Die wesentlichen Geschäftsprozesse sind folglich die Entwicklung, der Vertrieb sowie die Installation, Schulung und Beratung.
Die Entwicklung konzentriert sich auf die Weiterentwicklung und Ergänzung des aktuellen ifa-Produktportfolios. So wird sichergestellt, dass unsere Lösungen den Anforderungen von Augenkliniken und Augenärzten nicht nur heute, sondern auch morgen gerecht werden. Außerdem wird so gewährleistet, dass die Innovationen in der Augenheilkunde – zum Beispiel neue Geräte zur Diagnostik – sich stets auch in den Produkten von ifa wiederfinden. Darüber hinaus ist die Lokalisierung ein Entwicklungsschwerpunkt. Hier finden die individuellen Anforderungen der regionalen Märkte Berücksichtigung, zum Beispiel bestimmte Zertifizierungen, und die Terminologie muss in der richtigen Sprache zur Verfügung steht.
Der Vertrieb weltweit erfolgt mit eigenen Mitarbeitern und mit Vertriebspartnern. Sie sind der Schlüssel zu den Augenkliniken und den Facharztpraxen in den lokalen Märkten und die Basis für die führende Position, die ifa systems in diesem Nischenmarkt erreicht hat: Weltweit werden täglich die Daten von mehr als 200.000 Patienten in unseren Systemen bearbeitet.
Die Installation und die Schulung der Anwender ist der dritte wesentliche Geschäftsprozess. Bei der Implementierung wird nicht nur der Grundstein für die reibungslose Arbeit unserer Lösungen gelegt, sondern häufig auch eine Vielzahl von Geräten unterschiedlichster Hersteller eingebunden. Dieses Know-how ist ein wesentliches Alleinstellungsmerkmal für die Softwarelösungen von ifa. Damit die Kunden schnell und effizient mit den neuen Instrumenten arbeiten können, ist die Schulung der Anwender ein Schlüsselelement. Diese muss jedoch häufig parallel zum Tagesgeschäft erledigt werden und dementsprechend bildet oft die Kapazität seitens der Kunden einen Engpass.
Absatzmärkte
Im Wachstumsmarkt Health-IT konzentriert sich ifa systems auf Softwarelösungen und Komponenten für die Augenheilkunde, die Ophthalmologie. Die Kunden sind demzufolge spezialisierte Augenkliniken, sowohl staatliche als auch private, die entsprechenden Fachabteilungen großer Kliniken, aber auch die Praxen niedergelassener Augenärzte. Der globale Health-IT Markt in den für ifa relevanten Segmenten wird nach Schätzung des Marktforschungs instituts Markets and Markets bis 2020 eine Größenordnung von insgesamt fast 70 Mrd. USD erreichen, davon entfallen 2,8 Mrd. US$ auf den Bereich der Ophthalmologie. Angesichts der Wettbewerbsposition der ifa-Gruppe lässt sich daraus ein potenzielles Umsatzvolumen von 40 Mio. Euro ableiten.
Der wichtigste regionale Absatzmarkt war im abgelaufenen Geschäftsjahr die Region DACH (Deutschland mit Österreich und Schweiz), hier wurden 47,6% der Umsätze (Vorjahr 45,6%) erwirtschaftet. Auf das restliche Europa entfielen 7,4% (Vorjahr 12,8%). 7,9% der Umsätze wurden in Amerika einschließlich Kanada und Lateinamerika erwirtschaftet (Vorjahr 26,4%), hier wurde die Zuordnung eines großen Kunden vom Ort der Leistungserbringung zum Firmensitz des Kunden geändert. Aus dem gleichen Grund stieg der Umsatzanteil in Asien und dem Mittleren Osten auf 34,7% (Vorjahr 6,8%). Die verbleibenden Umsätze (2,3%) wurden im Rest der Welt erwirtschaftet. Größere Projekte können erheblichen Einfluss auf die Verschiebung der Anteile zwischen den Regionen haben.
Externe Einflussfaktoren
Als externe Einflussfaktoren werden Faktoren bezeichnet, die positiven oder negativen Einfluss auf den geplanten Geschäftsverlauf nehmen können, ohne dass das Unternehmen dies steuern oder kontrollieren könnte. Positive Einflüsse nach dieser Definition haben beispielsweise die rasanten technologischen Weiterentwicklungen unter anderem im Bereich von „Big Data“ und künstlicher Intelligenz. So ist es heute bereits möglich, Behandlungsdaten anonymisiert mit großen Datenbanken abzugleichen, um dem Arzt Vorschläge zur Behandlung zu machen. Durch die Erweiterung um Genom-Informationen werden künftig noch ganz neue Erkenntnisse ermöglicht. Auch Trends wie der Einsatz von mobilen Geräten eröffnet neue und weitere Nutzungsmöglichkeiten für ifa-Lösungen.
Zwei Faktoren haben sich in der Vergangenheit hingegen eher als hinderlich erwiesen und es ist davon auszugehen, dass dies auch in der Zukunft nicht ausgeschlossen sein wird. Zum einen gibt es in verschiedenen Regionen Bemühungen, den Einsatz solcher Softwarelösungen sehr stark zu regulieren bzw. zu standardisieren. Vor dem erfolgreichen Markteintritt sind in diesem Fall unter Umständen langwierigere Zertifizierungsverfahren abzuschließen. Sie haben in der Vergangenheit aber lediglich eine Verzögerung des Markteintritts verursacht. Zum anderen hat die Attraktivität dieser Nische auch verschiedene Unternehmen neu in den Markt gebracht, die häufig gut kapitalisiert sind, aber über geringe Erfahrung und unausgereifte Produkte verfügen. In diesem Wettbewerb leidet die Preisqualität, so dass die ifa-Gruppe sich hier bewusst zurückhaltend verhält.
Ziele und Strategien
ifa systems hat sich in den vergangenen Jahren erfolgreich eine führende Position im Bereich Health-IT für Ophthalmologie erarbeitet. Ziel ist es, diese Position zu sichern und weiter auszubauen. Um dieses Ziel zu erreichen, fokussieren wir uns auf die vorhandene Produktpalette und stellen durch gezielte Entwicklungsprojekte sicher, dass die Lösungen von ifa „best in class“ bleiben. Daneben werden wir die Internationalisierung der Gruppe weiter vorantreiben.
Eine Schlüsselrolle für die weitere Unternehmensentwicklung spielen Kooperationen mit Vertriebspartnern und mit Technologiepartnern. Durch die Integration von spezialisierten Lösungen der Technologiepartner mittels entsprechender Schnittstellen in die ifa-Software kann eine Gesamtlösung entstehen, die den Arzt bei der bestmöglichen Behandlung unterstützen wird. Dadurch werden Kosten für das Gesundheitswesen eingespart, und der Patient kann sich auf eine hohe Qualität bei der Behandlung verlassen. Technologiepartner, die Lösungen von ifa in ihre eigenen, größeren Projekte einbringen, ermöglichen uns außerdem den Zugang zu Projekten, die aufgrund ihrer Komplexität besonders anspruchsvoll sind. Technologiepartner sind deshalb auch wichtige Impulsgeber für unsere Entwicklungsarbeit, denn sie können Aufschluss darüber geben, welche Lösungen der Markt zukünftig von uns erwartet. Die Strategien richten sich insgesamt auf ein langfristig nachhaltiges Geschäftsmodell, das Wachstum und Profitabilität in Einklang bringt.
Strategische Finanzierungsmaßnahmen
In der ifa-Gruppe werden bisher keine strategischen Finanzierungsmaßnahmen getätigt. Das operative Geschäft soll weitestgehend aus dem Cash-Flow finanziert werden. Darüber hinaus bestehen die üblichen Möglichkeiten, um Fremdkapital aufzunehmen. Der ifa systems AG als börsennotierter Gesellschaft steht es außerdem frei, den Kapitalmarkt in Anspruch zu nehmen. Diesbezüglich gibt es zum Zeitpunkt der Berichterstellung allerdings keine Pläne.
Unternehmensinternes Steuerungssystem
Das operative Geschäft der ifa-Gruppe wird durch den Vorstand geleitet, er besteht aus drei Personen und seine Mitglieder werden vom Aufsichtsrat bestellt. Gemäß Gesetz und Satzung wird der Vorstand vom Aufsichtsrat überwacht.
Der Vorstand entwickelt die Unternehmensstrategie und setzt diese in Abstimmung mit dem Aufsichtsrat und unter bestmöglicher Berücksichtigung der Interessen aller Stakeholder um. Abgeleitet aus den strategischen Zielen wird einmal jährlich eine Jahresplanung erstellt, mit dem Aufsichtsrat abgestimmt und umgesetzt. Die Steuerung der Unternehmensgruppe dient in erster Linie der Kontrolle dieser Umsetzung, um Abweichungen möglichst frühzeitig zu erkennen und gegebenenfalls zeitnah geeignete Maßnahmen einzuleiten. Im Einklang mit dem Wachstum des Unternehmens werden die Instrumente und Prozesse zur Unternehmenssteuerung laufend weiterentwickelt und angepasst.
Verwendete Steuerungskennzahlen
Die ifa systems AG und ihre Tochtergesellschaften werden in der aktuellen Unternehmenssituation primär nach den Zielgrößen Umsatz und operativer Cashflow gesteuert, darüber hinaus wird das EBIT (EBIT = Ergebnis vor Zinsen und Steuern laut Gewinn- und Verlustrechnung) zukünftig wieder größere Bedeutung bekommen. Das langfristige Ziel ist es, das Wachstum des Unternehmens mit einer nachhaltigen Profitabilität in Einklang zu bringen.
Vergütungssystem des Vorstands
Das Vergütungssystem des Vorstands der ifa systems AG wird vom Aufsichtsrat festgelegt. Die Elemente des Vergütungssystems umfassen einen fixen und einen variablen Bestandteil als Barkomponente. Der feste Bestandteil beträgt rund 90 Prozent der Gesamtvergütung und wird in 12 gleichen Teilen monatlich aus - gezahlt. Der variable Vergütungsbestandteil ist an die Erreichung von Ergebniszielen gekoppelt. Die Höhe der individuellen Vergütung der jeweiligen Vorstands mitglieder bemisst sich nach ihrem Aufgaben- und Verantwortungsbereich.
Des Weiteren haben die Mitglieder des Vorstands einen vertraglich vereinbarten Anspruch auf Neben - leistungen wie die Nutzung eines Firmenfahrzeugs. Die Gesellschaft hat im eigenen Interesse eine D&OVersicherung abgeschlossen und entrichtet die Prämie. Die Höhe der Versicherung deckt aktuell Schäden bis zu 3 Mio. € pro Ereignis mit einer Selbstbeteiligung von mindestens 10% des Schadens bis zur Höhe des Eineinhalbfachen der festen jährlichen Vergütung des Vorstandsmitglieds. Diese Selbstbeteiligung wird über eine Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung abgedeckt, die die Vorstandsmitglieder zu 25% selbst tragen.
Die Vorstandsverträge sehen eine Entschädigung für die vorzeitige Beendigung seitens der Gesellschaft vor. Die Höhe der Entschädigung beläuft sich auf die vertragsgemäße Vergütung für die Restlaufzeit des Vertrages, jedoch maximal für die Dauer von 24 Monaten.
Die Übersicht über die im Geschäftsjahr 2017 gezahlte Vorstandsvergütung findet sich in Ziffer 35 des Anhangs.
Vergütungssystem des Aufsichtsrats
Gemäß der Satzung beschließt die Hauptversammlung jährlich über die Vergütung der Mitglieder des Aufsichtsrats. Weder der Hauptversammlung in 2016 noch der in 2017 wurden diesbezügliche Beschlussvorschläge vorgelegt. Der Hauptversammlung 2018 soll eine Satzungsänderung vorgeschlagen werden, da die Professionalisierung des Gremiums und die Gewinnung qualifizierter Mitglieder durch eine angemessene Vergütung erleichtert wird.
Forschung und Entwicklung
In dem dynamischen Health-IT-Markt ist Forschung und Entwicklung für den Unternehmenserfolg von großer Bedeutung. Dies betrifft sowohl die kontinuierliche Weiterentwicklung der vorhandenen Lösungen, beispielsweise durch das Ergänzen weiterer Funktionalitäten. Daneben werden Applikationen entwickelt, die erst zukünftig einen Absatzmarkt finden werden. Hier sind insbesondere der Bereich Register zu nennen, die von uns entwickelt werden. Die Priorisierung erfolgt hier auf der Basis von externen Marktdaten, die Aufschluss über zukünftige Potenziale geben. Damit die Entwicklungsprojekte im Rahmen der vereinbarten Zeit und zu den geplanten Kosten abgeschlossen werden, müssen die Ressourcen und Kompetenzen, oft auch standortübergreifend, sorgfältig gesteuert werden. Dazu zählen auch externe Dienstleister, die aus Kapazitätsgründen oder aufgrund ihres spezifischen Know-hows hinzugezogen werden.
Die ifa sytems AG unterhält langjährige Geschäftsbeziehungen zu einer Reihe von renommierten Augen - kliniken und Praxen weltweit. Mit den Inhabern, Chef- und Oberärzten bestehen sehr gute Kontakte. Diese Kontakte werden genutzt, um immer wieder auch die nötigen Anpassungen an die Software zu verifizieren und zu bestimmen, aber auch, um insgesamt den Markt, die Markterfordernisse und die Trends zu erkennen und zu bestimmen.
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| F&E Kennzahlen in TEUR, sofern nicht anders angegeben | 2015 | 2016 | 2017 |
|---|---|---|---|
| Neue Aktivierung von Entwicklungsleistungen | 2.395 | 1.596 | 824 |
| Buchwerte der Aktivierungen | 14.705 | 15.119 | 11.220 |
| Abschreibungen auf aktivierte Entwicklungsleistungen | 419 | 1.294 | 4.225 |
Eine Aktivierung der Entwicklungsleistungen erfolgt nur, wenn die Kriterien nach IAS 38 erfüllt sind. Im Geschäftsjahr 2017 betrugen die aktivierten Eigenleistungen nur noch 824 TEUR (Vorjahr 1,6 Mio. €). Zuvor war im Geschäftsjahr 2016 aufgrund der geänderten Einschätzungen bezüglich der potenziellen Nutzungsdauer die Abschreibungsdauer einzelner Produkte angepasst worden. Die Abschreibungen auf aktivierte Entwicklungsleistungen waren im Geschäftsjahr 2017 durch die Wertberichtigungen bei den amerikanischen Tochtergesellschaften geprägt, die als Folge der strategischen Neuausrichtung erforderlich waren.
Im Geschäftsjahr 2017 standen die Vorbereitungen auf Zertifizierungen, z.B. in den USA, im Vordergrund. Diese sind erforderlich, um Kunden zu ermöglichen, auch nach dem Stichtag Ende September 2018 weiter mit ihren ifa-Produkten zu arbeiten. Weitere Zertifizierungen stehen in Deutschland und Österreich an, wo ebenfalls der elektronische Austausch zwischen den Partnern im Gesundheitswesen von staatlicher Seite vorangetrieben wird. Andere Länder der Europäischen Union werden voraussichtlich folgen. Außerdem wurden spezielle Kundenwünsche im Zusammenhang mit einem Großprojekt umgesetzt. Die daraus resultierenden Module können nun auch anderen Kunden angeboten werden und stärken damit die Marktstellung von ifa. Projekte der ifa united-i-tech inc. mit und für Topcon wurden 2017 abgeschlossen.
Wirtschaftsbericht
Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen
Entwicklungen der Gesamtwirtschaft
Nach Aussagen der Experten des IfW (Institut für Wirtschaft Kiel) befand sich die Weltwirtschaft 2017 in einem kräftigen Aufschwung. Mit 3,9 Prozent wurde die höchste Zuwachsrate der globalen Produktion seit dem Jahr 2011 verzeichnet. Zuletzt trübte sich die wirtschaftliche Stimmung allerdings etwas ein. Hierzu haben insbesondere eine zunehmende Unsicherheit über das zu erwartende Tempo der geldpolitischen Straffung in den Vereinigten Staaten und Sorgen um den freien Welthandel beigetragen.
Das statistische Bundesamt bezeichnet die konjunkturelle Lage in Deutschland 2017 als geprägt durch ein kräftiges Wirtschaftswachstum. Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) war um 2,2 Prozent höher als im Vorjahr. Die deutsche Wirtschaft ist damit das achte Jahr in Folge gewachsen. Im Vergleich zu den Vorjahren konnte das Tempo nochmals erhöht werden und das Wachstum lag fast einen Prozentpunkt über dem Durchschnittswert von 1,3 Prozent der letzten zehn Jahre.
Entwicklungen des Marktes für Health-IT Eye Care
Schätzungen des Marktforschungsinstituts Markets and Markets zufolge betrug das weltweite Volumen des IT-Markts im Gesundheitswesen 2016 rund 135 Mrd. USD. Jährlich wächst es um durchschnittlich 15,9 Prozent bis 2021 auf 280 Mrd. USD. Als Treiber für das Wachstum werden Faktoren wie die wachsende Bedeutung gesetzlicher Vorschriften, die Förderung der Regierungen von IT-Lösungen im Gesundheitswesen, der Fokus auf die Verbesserung der Qualität der medizinischen Versorgung, die hohe Rentabilität von Health IT-Lösungen und die zunehmende Nutzung von Big-Data-Analysen genannt.
Nach unseren Schätzungen entfallen rund 4 bis 5 Prozent des Gesamtmarktes auf Anwendungen in der Ophthalmologie. Bezogen auf das Produktspektrum von ifa und die Wettbewerbsposition des Unternehmens gehen wir von einem adressierbaren Markt im Jahr 2020 von 2,8 Mrd. USD aus.
Der Bundesverband Medizintechnologie hat in einer Mitgliederbefragung als Schwerpunkte der Digitalisierung unter anderem telemedizinische und Big-Data-Anwendungen sowie kognitive Systeme identifiziert. Auch das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat in einer Medizintechnikstudie betont, dass der verstärkte Einsatz von IT dazu beitragen wird, Ursachen von Krankheiten gezielter aufzudecken und durch die Analyse vergleichbarer Fälle die Diagnostik und Therapie optimiert wird. Sie sprechen von der Vision einer europaweiten elektronischen Patientenakte, deren Datenstrukturen die größtmöglichen Vorteile für die Patienten gewährleisten. So kann Telemedizin und adaptiver Workflow zu Kosteneinsparungen und Qualitätsverbesserungen führen. Eine weitere grundlegende Forschungsfragestellung betrifft die Nutzung der in qualitativ und quantitativ immer größerem Umfang erzeugten Daten („Big Data“). Diese müssen in geeigneter Form, zum Beispiel in Registern, aufbereitet und ausgewertet werden. Daran schließt sich die Erforschung umfassender Patientenmodelle an, mit deren Hilfe Diagnosen und Therapieentscheidungen schneller und sicherer werden. Insgesamt werden sich sowohl klinische als auch ambulante Versorgungs - abläufe ändern, indem Patienten in zum Teil standortübergreifend vernetzte Monitoring- und Datenum - gebungen eingebettet sind.
Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage
Geschäftsverlauf 2017 und Vergleich mit der prognostizierten Entwicklung
Das Geschäftsjahr 2017 war erneut von Einmalaffekten der Restrukturierung geprägt. Zwar erreichte der Umsatz mit 8,6 Mio. € (Vorjahr 8,9 Mio. €) den unteren Rand der Prognose und lag trotz der Restrukturierungsphase nur 3,5 Prozent unter der Größenordnung des Vorjahres. Als Folge der strategischen Neuausrichtung wurden die Aktivitäten im amerikanischen Markt planmäßig einer umfassenden Neubewertung unterzogen. Diese hatte Einmaleffekte, überwiegend durch Wertberichtigungen auf immaterielle Vermögenswerte, in einer Größenordnung von insgesamt 5,2 Mio. € zur Folge. Darüber hinaus belasteten Restrukturierungsmaßnahmen das Ergebnis. Das operative Ergebnis (EBIT) fiel deshalb erneut negativ aus und betrug -7,8 Mio. € (Vorjahr -2,2 Mio. €). Das mit erhöhter Unsicherheit behaftete Ziel, auf dieser Ebene eine „schwarze Null“ zu erreichen, wurde durch diese Sondereffekte unmöglich.
Zielwerte der Steuerungskennzahlen für das Geschäftsjahr 2017
Das Geschäftsjahr 2017 war Bestandteil des Planungszeitraums 2015 bis 2017. Der Vorstand hatte für diesen Zeitraum geplant, den Umsatz jährlich um rund 5 Prozent zu steigern und das EBIT um 5 bis 10 Prozent zu erhöhen. Die konkrete Planung für das Geschäftsjahr 2017 wich von dieser Mittelfristplanung ab.
Vergleich von Ziel- und Ist-Werten 2017
Die folgende Tabelle stellt jeweils den erreichten Vorjahreswert, die Prognosezahl sowie den erreichten Wert im abgelaufenen Geschäftsjahr dar:
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| 2016 | Prognose 2017 | 2017 | |
|---|---|---|---|
| Umsatz (TEUR) | 8.864 | 8.500 - 9.000 | 8.553 |
| EBIT (TEUR) | -2.216 | 0 | -7.797 |
Die Guidance für das Geschäftsjahr 2017 wurde mit der Veröffentlichung des Geschäftsberichts 2016 am 30. August 2017 bekannt gegeben und in dem am gleichen Tag veröffentlichten Halbjahresbericht bestätigt. Die Umsatzplanung für das Geschäftsjahr wurde, wenngleich am unteren Ende der Spanne, erreicht. Mit der Veröffentlichung der Planung hatte der Vorstand bereits auf die erhöhte Unsicherheit der Ergebnisprognose hingewiesen und im Zusammenhang mit der Restrukturierung die Notwendigkeit betont, das Geschäft in den USA an die zurückhaltende Nachfrage anzupassen. Diese Maßnahmen haben letztlich dazu geführt, dass das Ergebnisziel nicht erreicht wurde.
Ertragslage
Umsatz und Ergebnis
Der Umsatz erreichte im Geschäftsjahr 2017 ein Volumen von 8,6 Mio. €, das entspricht einem leichten Rückgang um 3,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr (8,9 Mio. €).
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| Umsatz nach Produktgruppen in TEUR, sofern nicht anders angegeben | 2017 | 2016 |
|---|---|---|
| Basislizenzen | 744 | 853 |
| RTL | 3.537 | 4.170 |
| Hardware, Fremd-SW und Zubehör | 676 | 746 |
| Services | 612 | 785 |
| Topcon Basisgeschäft | 392 | 268 |
| Topcon Projektgeschäft | 2.340 | 1.362 |
| Sonstige | 251 | 680 |
| Summe | 8.553 | 8.864 |
Im Einklang mit der priorisierten Abarbeitung der Projekte von und für Topcon waren die Basislizenzen, die stellvertretend für das Neukundengeschäft stehen, leicht rückläufig. Während im Geschäftsjahr 2016 noch erfolgreich dafür geworben wurde, Runtime-Lizenzen für einen längeren Zeitraum im Voraus zu bezahlen, hat sich dieser Effekt 2017 wieder normalisiert. Das Projektgeschäft von und mit Topcon hat im Geschäftsjahr 2017 in erheblichem Umfang zum Umsatz beigetragen. Diese Projekte wurden 2017 abgeschlossen und neue sind nicht geplant.
Deutschland war erneut mit Abstand der wichtigste Absatzmarkt, hier zusammen mit Österreich und der Schweiz (DACH), wurden 4,1 Mio. € der Umsätze erwirtschaftet, das entspricht einem Anteil von 47,6 Prozent (Vorjahr 4,0 Mio. € = 46%). In den anderen europäischen Ländern wurden Umsätze in Höhe von 0,6 Mio. € erzielt, der Anteil betrug damit 7,4 Prozent (Vorjahr 1,1 Mio. € = 12,8%). Während im Vorjahr noch 2,2 Mio. € in Amerika einschließlich Kanada und Lateinamerika erwirtschaftet wurden (=26,4% der Umsätze), sank dieses Volumen auf 0,7 Mio. € oder 7,9 Prozent, da ein großer Kunde umgegliedert wurde. Aus dem gleichen Grund betrug der Umsatz in Asien und dem Mittleren Osten 3,0 Mio. € (Vorjahr 0,6 Mio. € = 6,8%), das entspricht einem Anteil im Geschäftsjahr 2017 von 34,7 Prozent. Die verbleibenden Umsätze wurden im Rest der Welt erwirtschaftet.
Zum Jahresende 2017 belief sich der Auftragsbestand in der ifa systems AG auf ca. 370 TEUR, das entspricht etwa der Auslastung für einen Zeitraum von drei Monaten. Auftragseingänge pro Monat liegen in der Regel in einer Größenordnung zwischen 100 und 300 TEUR, die Runtime-Lizenzen werden dabei nicht erfasst. Bei der ifa united i-tech inc. lag Anfang 2017 noch der Topcon Entwicklungsvertrag vor, der die Auslastung in den ersten Monaten des Jahres sicherte.
Ergebnis
Die Gesamtleistung für das Geschäftsjahr 2017 belief sich auf 9,6 Mio. € (Vorjahr 11,9 Mio. €, -2,3 Mio. €). Ursächlich für den Rückgang waren verschiedene Gründe: Die sonstigen Erträge, die sich im Vorjahr vor allem als Folge der Auflösung von Rückstellungen noch auf 1,4 Mio. € belaufen hatten, wiesen keine Sondereffekte auf und reduzierten sich wieder auf 215 TEUR. Die aktivierten Eigenleistungen betrugen 824 TEUR nach 1,6 Mio. € im Vorjahr. Bereits im Vorjahr waren die Markterwartungen für einzelne Produkte angepasst und das Aktivierungsvolumen entsprechend verringert worden.
Gegenüber dem Vorjahr veränderte sich die Höhe der bezogenen Waren und Leistungen nur unwesentlich, sie betrug 869 TEUR nach 858 TEUR im Vorjahr (+1,2 Prozent). Der Personalaufwand hingegen erhöhte sich von 4,6 Mio. € auf 4,9 Mio. € (+8,0 Prozent). Hier wirken sich der erstmalige Ausweis der Zuführung zur Rückstellung für die Hotline unter den Personalkosten (246 TEUR). Darüber hinaus liegt dies an einem hohen Anteil sehr gut qualifizierter Mitarbeiter, die nur schwer auf dem Markt zu finden sind. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen stiegen von 5,4 auf 6,7 Mio. € (+14,9 Prozent). Die wesentlichen Treiber dieses Anstiegs sind einmaliger Natur und der Restrukturierung zuzurechnen: Neben direkten Restrukturierungsaufwendungen (643 TEUR) sind dies Forderungsverluste (insgesamt 755 TEUR). Einmalig ist außerdem der Rückgang unfertiger Leistungen (465 TEUR). Darüber hinaus wurde insgesamt eine kritischere Bewertung der offenen Risiken vorgenommen, was zu einer Erhöhung der Rückstellungen führte.
Die genannten Gründe haben insgesamt dazu beigetragen, dass das Betriebsergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) bei einer gegenüber dem Vorjahr um 2,3 Mio. € geringeren Gesamtleistung mit -2,9 Mio. € nun negativ ausfiel (Vorjahr +1,0 Mio. €).
Die Abschreibungen erhöhten sich auf 4,9 Mio. € (Vorjahr 3,2 Mio. €). Neben den planmäßigen Abschreibungen für das Geschäftsjahr entfallen 3,3 Mio. € auf die Neubewertung der immateriellen Vermögenswerte der amerikanischen Tochter gesellschaft ifa united i-tech inc. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) beträgt folglich -7,8 Mio. € (Vorjahr -2,2 Mio. €).
Das Finanzergebnis war geprägt durch die Neubewertung von Geschäftsanteilen. Der dadurch entstehende Aufwand von 2,2 Mio. € war weitgehend bereits im Geschäftsjahr 2016 direkt im Eigenkapital als sonstiges Ergebnis ausgewiesen worden. Zum Ende des Geschäftsjahres 2017 ist das Management der Auffassung, dass diese Wertminderung dauerhaft ist. Von daher wurde der Aufwand nun aufwandswirksam erfasst. Als Folge des Rückgangs der immateriellen Vermögenswerte wurden passive latente Steuern in einer Größenordnung von 1,0 Mio. € aufgelöst. Daraus resultiert ein Steuerertrag in Höhe von 990 TEUR (Vorjahr 18 TEUR). Das Konzernergebnis für das Geschäftsjahr 2017 beläuft sich deshalb auf -9,3 Mio. € (Vorjahr -2,2 Mio. €), das entspricht einem Ergebnis je Aktie von -3,38 € (Vorjahr -0,81 €).
Angesichts der erheblichen Belastungen für das Ergebnis als Folge der strategischen Neuausrichtung schlägt der Vorstand dem Aufsichtsrat vor, für das Jahr 2017 erneut keine Dividende auszuschütten. Ziel ist es aber, unter anderem durch die geplanten Restrukturierungsmaßnahmen die zukünftige Profitabilität zu sichern und so wieder die Voraussetzungen für weitere Dividendenausschüttungen zu schaffen.
Finanzlage
Grundsätze und Ziele des Finanzmanagements
Ziel des Finanzmanagements von ifa systems ist die jederzeitige liquiditätsseitige Sicherstellung des operativen Geschäfts, der Entwicklungsprozesse und des Wachstums. Die Steuerung erfolgt zentral durch die ifa systems AG. Sie umfasst primär die Liquiditätssteuerung, die Beschaffung von Fremdkapital sowie bei Bedarf das Management von Zins- und Währungsrisiken.
Derivative Finanzinstrumente werden nicht eingesetzt.
Kapitalstruktur
Das Eigenkapital der ifa-Gruppe betrug zum Stichtag 31.12.2017 8,3 Mio. € (Vorjahr 15,8 Mio. €). Dies ist eine Folge des Bilanzverlustes für das Geschäftsjahr 2017, wodurch sich die sonstigen Rücklagen nach 5,8 Mio. € im Vorjahr nun auf -1,8 Mio. € belaufen. Im Gegenzug erhöhten sich die Schulden im kurz - fristigen Bereich überwiegend aufgrund der Darlehen von Topcon (4 Mio. €) und der Mizuho Bank (2,0 Mio. €) von 2,9 auf 9,2 Mio. €. Alle Darlehen haben eine Dauer von maximal einem Jahr; für das Darlehen von Topcon liegt eine Rangrücktrittserklärung vor. Die langfristigen Schulden hingegen gingen durch die Auflösung passiver latenter Steuern als Resultat des Rückgangs der immateriellen Vermögenswerte von 4,3 auf 3,3 Mio. € zurück. Die Eigenkapitalquote beträgt nun 39,8 Prozent (Vorjahr 68,8 Prozent).
Die Nettoverschuldung (als Differenz aus Finanzverbindlichkeiten und liquiden Mitteln) erhöhte sich im Jahresverlauf von 254 TEUR auf 1,7 Mio. €.
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| in [TEUR] | 2017 | 2016 | Δ absolut |
|---|---|---|---|
| Langfristige Finanzverbindlichkeiten | 0 | 0 | 0 |
| Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten | 6.000 | 472 | 5.528 |
| Liquide Mittel | 4.328 | 218 | 4.110 |
| Nettoverschuldung | 1.672 | 254 | 1.418 |
Eine Kreditlinie in Höhe von 800 TEUR wurde zum Bilanzstichtag nicht in Anspruch genommen.
2017 gab es keine Beschränkungen bei der Verfügbarkeit der gewährten Darlehen. Die Geschäftsbeziehungen mit unseren Banken haben sich erneut als stabil erwiesen. Das aktuelle Umfeld bietet jedoch keine Gewähr, dass sie ihrer Rolle als Finanzierungspartner auch zukünftig im gewohnten Umfang gerecht werden wollen oder können. Darüber hinaus stehen der ifa systems AG als börsennotierter Gesellschaft die Instrumente des Kapitalmarktes zur Verfügung.
Die aktuelle Liquiditätsausstattung ist ausreichend, um die notwendigen Anpassungsmaßnahmen durchzuführen und bietet gleichzeitig Spielraum, um bei größeren Projekten die Vorleistungen zur Implementierung abzudecken, da die Rückflüsse über Runtime-Lizenzen stets erst mit Zeitverzug einsetzen.
Auch für die Zukunft ist davon auszugehen, dass die ifa-Gruppe in der Lage sein wird, das operative Geschäft und das geplante Wachstum aus den zur Verfügung stehenden Mitteln zu finanzieren. Eine Inanspruchnahme des Kapitalmarkts ist in absehbarer Zeit nicht geplant.
Außerbilanzielle Finanzierungsinstrumente werden von ifa nicht eingesetzt.
Investitionen
Die Sachanlagen im Konzern reduzierten sich von 191 TEUR auf 119 TEUR.
Während im Bereich der immateriellen Vermögenswerte selbst erstellte Entwicklungsleistungen mit einem Volumen von 0,8 Mio. € aktiviert wurden (Vorjahr 1,6 Mio. €), reduzierte sich das Gesamtvolumen der immateriellen Vermögenswerte zum Stichtag von 18,7 Mio. € um 5,1 Mio. € auf nunmehr noch 13,6 Mio. €. Ursächlich für diesen deutlichen Rückgang (um 27,2 Prozent) waren umfassende Wertminderungen bei den amerikanischen Tochtergesellschaften infolge der strategischen Neuausrichtung.
Liquidität
Trotz eines Konzernergebnisses von -9,3 Mio. € (Vorjahr -2,2 Mio. €) betrug der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 544 TEUR im Geschäftsjahr (Vorjahr 1,2 Mio. €). Ursächlich für diese Entwicklung waren die hohen Belastungen des Konzernergebnisses mit nicht zahlungswirksamen Aufwendungen (Abschreibungen auf Sachanlagen und besonders auf immaterielle Vermögenswerte mit 4,9 Mio. € (Vorjahr 3,2 Mio. €). Aus den Veränderungen der Forderungen und sonstigen Vermögenswerte resultierte ein positiver Beitrag von 3,1 Mio. € (Vorjahr -455 TEUR). Wesentlichen Anteil hier hatten auch Wertberichtigungen von Beteiligungsbuchwerten.
Investitionen in immaterielle Vermögenswerte waren im Geschäftsjahr 2017 erneut rückläufig, sie belasteten den Cashflow mit -824 TEUR (Vorjahr 1,6 Mio. €). Der Cashflow aus Investitionstätigkeit belief sich insgesamt auf 840 TEUR (Vorjahr 1,7 Mio. €). Der Free Cashflow verbesserte sich, ist aber erneut leicht negativ mit -296 TEUR (Vorjahr -474 TEUR).
Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit ist geprägt durch die Aufnahme der Darlehen von Topcon (4,0 Mio. €) und der Mizuho Bank (2,0 Mio. €). Er belief sich auf 5,6 Mio. € (Vorjahr -83 TEUR).
Die liquiden Mittel am Periodenende betrugen folglich 4,3 Mio. € nach 218 TEUR im Vorjahr. Damit ist die Liquiditätsausstattung komfortabel und wird es der Unternehmensgruppe ermöglichen, im Geschäftsjahr 2018 ihre Zahlungsverpflichtungen jederzeit zu erfüllen.
Vermögenslage
Die Bilanzsumme zum Jahresende 2017 reduzierte sich auf 20,7 Mio. € (Vorjahr 23,0 Mio. €), das entspricht einem Rückgang um 9,6 Prozent. Die Eigenkapitalquote verringerte sich auf immer noch zufriedenstellende 39,8 Prozent (Vorjahr 68,8 Prozent).
Aktiva
Im Bereich der Aktiva veränderten sich die langfristigen Vermögenswerte erheblich. Die immateriellen Vermögenswerte reduzierten sich um 27,2 Prozent von 18,7 Mio. € auf 13,6 Mio. €. Ursächlich hierfür war eine Neubewertung der Potenziale im amerikanischen Markt im Zusammenhang mit der strategischen Neuausrichtung. In der Folge wurden die immateriellen Vermögenswerte der dortigen Tochtergesellschaften vollständig wertberichtigt. Im Gegenzug dazu wurden selbst erstellte Entwicklungsleistungen mit einem Volumen von 824 TEUR (Vorjahr 1,6 Mio. €) neu aktiviert.
Die kurzfristigen Vermögenswerte erhöhten sich hingegen deutlich, sie stiegen um 86,6 Prozent von 3,4 Mio. € auf 6,3 Mio. €. Die Vorräte und unfertigen Leistungen verringerten sich von 562 TEUR auf 46 TEUR, was vor allem an der Fertigstellung der unfertigen Leistungen lag. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen verringerten sich von 2,0 auf 1,1 Mio. €. Durch die Auszahlungen der Darlehen von Topcon und der Mizuho Bank stiegen die liquiden Mittel im Jahresverlauf von 0,2 Mio. auf 4,3 Mio. €.
Passiva
Auf der Seite der Passiva betrafen die größten Veränderungen das Eigenkapital, das als Folge des Bilanzverlustes für das Geschäftsjahr 2017 deutlich zurückging und nun 8,3 Mio. € beträgt (Vorjahr 15,8 Mio. €).
Im Bereich der langfristigen Schulden resultiert der Rückgang aus der Auflösung von passiven latenten Steuern als Folge der geringeren immateriellen Vermögenswerte. Sie betrugen im letzten Jahr noch 4,3 Mio. € und sanken auf 3,3 Mio. €.
Während sich bei den kurzfristigen Schulden die Rückstellungen deutlich erhöhten (+67,5 Prozent auf 2,4 Mio. €), resultierten die größten Veränderungen aus den Darlehen. 2,0 Mio. € wurden von der Mizuho Bank zur Verfügung gestellt, 4,0 Mio. € von Topcon. Alle Darlehen haben eine Laufzeit von bis zu einem Jahr; für das Darlehen von Topcon liegt eine Rangrücktrittserklärung vor. Stichtagsbedingt sanken die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen um 56,7 Prozent, sie betrugen 455 TEUR (Vorjahr 802 TEUR). Die kurzfristigen Schulden beliefen sich damit auf 9,2 Mio. € (Vorjahr 2,9 Mio. €).
Das Working Capital (als Verhältnis des Vorratsbestands plus der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen abzüglich der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen) fiel zum Stichtag auf 0,7 Mio. € (Vorjahr 1,7 Mio. €). Hier wirkte sich auch die Fertigstellung der unfertigen Aufträge und damit der Rückgang der Vorräte und unfertigen Leistungen zum Stichtag aus. Als Folge der bilanziellen Veränderungen reduzierte sich auch das Capital employed, es belief sich auf 14,4 Mio. € (Vorjahr 20,6 Mio. €). Aufgrund des negativen Ergebnisses auf der EBIT-Ebene ergibt sich ein negativer ROCE (Return on Capital employed).
Die Nettoverschuldung von 1,7 Mio. € im Verhältnis zum Eigenkapital (Gearing) beträgt zum Bilanzstichtag 20,7 Prozent (Vorjahr 1,6 Prozent).
Vermögens-, Finanz- und Ertragslage
der ifa systems AG (HGB)
Gewinn- und Verlustrechnung
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| ifa systems AG Einzelabschluss (HGB) TEUR |
2017 | 2016 |
|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 6.052 | 6-161 |
| Sonstige Erträge | 229 | 601 |
| Aktivierte Eigenleistungen | 343 | 550 |
| Gesamtleistung | 6.624 | 7.312 |
| Materialaufwand | 634 | 1.199 |
| Personalaufwand | 3.167 | 2.723 |
| sonstige Aufwendungen | 4.867 | 2.855 |
| Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) | -2.044 | 535 |
| Abschreibungen | 607 | 880 |
| Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) | -2.651 | -345 |
| Finanzerträge | 50 | 7 |
| Finanzaufwendungen | 47 | 46 |
| Abschreibungen auf Finanzanlagen | 3.631 | 703 |
| Ergebnis vor Steuern | -6.279 | -1.087 |
| Steuern | 303 | 116 |
| Jahresgewinn/-fehlbetrag | -5.976 | -971 |
[Diese verkürzte Darstellung der Gewinn- und Verlustrechnung des Einzelunternehmens ifa systems AG soll als Hilfe für den Leser verstanden werden. Sie ersetzt nicht die ausführliche Darstellung im Einzelabschluss.]
Die Umsatzerlöse der ifa systems AG blieben mit 6,1 Mio. € trotz der strategischen Neuausrichtung gegenüber dem Vorjahr (6,2 Mio. €) nahezu unverändert, erreichten aber nicht die geplante Größenordnung (6,5 bis 7 Mio. €). Die sonstigen Erträge betrugen 229 T€ und normalisierten sich damit im Vergleich zum Vorjahr (601 T€), wo sie aufgrund der Auflösung von Rückstellungen erhöht waren. Die Aktivierung von Eigenleistungen war gegenüber dem Vorjahr nochmals deutlich rückläufig, sie betrug noch 343 T€ (Vorjahr 550 TEUR). Insgesamt verringerte sich die Gesamtleistung deshalb um 9,4 Prozent auf 6,6 Mio. € (Vorjahr 7,3 Mio. €).
Der Materialaufwand konnte von 1,2 Mio. € im Vorjahr auf 634 T€ signifikant reduziert werden (-47,1 Prozent), überwiegend durch den Verzicht auf Entwicklungsleistungen Dritter. Der Personalaufwand stieg im Gegenzug deutlich, nämlich um 19,0 Prozent von 2,7 auf 3,2 Mio. €. Einerseits wirkte sich hier der erstmalige Ausweis von Rückstellungen für die Hotline aus, des Weiteren zeigt sich hier das Insourcing von bisher extern zugekauften Leistungen. Deutlichen Einfluss auf das Ergebnis der ifa systems AG hatten schließlich die sonstigen Aufwendungen. Sie erhöhten sich von 2,9 auf 4,9 Mio. €. Während die Kosten auf operativer Ebene teilweise deutlich reduziert wurden, hatten die Wertberichtigungen der den amerikanischen Töchtern gewährten Intercompany-Darlehen und Einzelwertberichtigungen in einer Größenordnung von insgesamt 2,3 Mio. € maßgeblichen Anteil an dem Anstieg. Auch Differenzen aus Währungskursen hatten einen negativen Effekt von 169 T€ (Vorjahr 20 T€). Während das operative Ergebnis als EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) im Vorjahr mit 0,5 Mio. € noch positiv ausgefallen war, betrug es deshalb im abgelaufenen Geschäftsjahr -2,0 Mio. €.
Im Geschäftsjahr 2017 erreichte das Volumen der Wertberichtigungen auf immaterielle Vermögenswerte des Anlagevermögens 0,6 Mio. € nach 0,9 Mio. € im Vorjahr. Das EBIT (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) reduzierte sich auf -2,7 Mio. € (Vorjahr -0,3 Mio. €).
Aufgrund der verbesserten Liquidität stiegen die Finanzerträge gegenüber dem Vorjahr, saldiert mit den Finanzaufwendungen war der Effekt aber zu vernachlässigen. Die Abschreibungen auf Finanzanlagen betrugen 3,6 Mio. € (Vorjahr 0,7 Mio. €), dies entspricht dem Beteiligungsbuchwert der amerikanischen Tochtergesellschaft. Das Vorsteuerergebnis ist deshalb durch die insgesamt überwiegend einmaligen Belastungen negativ mit -6,3 Mio. € (Vorjahr -1,1 Mio. €).
Nach Steuererträgen in Höhe von 116 TEUR in 2016 ergibt sich für das Geschäftsjahr 2017 ein Steuerertrag in Höhe von 303 TEUR. Der Jahresfehlbetrag für 2017 beläuft sich insgesamt auf 6,0 Mio. € (Vorjahr -1,0 Mio. €).
Aufgrund der bilanziellen Maßnahmen und des daraus resultierenden Bilanzverlustes verringerte sich das Eigenkapital zum Bilanzstichtag deutlich, es sank auf knapp 5,0 Mio. € (Vorjahr 10,9 Mio. €). Die Eigenkapitalquote beträgt noch 35,9 Prozent (Vorjahr 79,3 Prozent).
Aufgrund des Darlehens von Topcon (4,0 Mio. €) sowie der Kreditlinie der Mizuho Bank (2 Mio. €), die beide 2017 zur Verfügung gestellt wurden, verbesserte sich der Bestand an liquiden Mitteln zum Jahresende auf 3,9 Mio. € (Vorjahr 28 TEUR).
Im Jahresdurchschnitt waren bei der Gesellschaft 52 Mitarbeiter (Vorjahr 54) beschäftigt. Vorstände sind dabei nicht mitgezählt.
Für das Geschäftsjahr 2018 plant der Vorstand, in der ifa systems AG einen Umsatz von bis zu 15 Prozent unter dem Vorjahresniveau (6,0 Mio. €) zu erwirtschaften. Aufgrund der anhaltenden Restrukturierungsmaßnahmen ist das Ziel außerdem in erster Linie ein positiver Cashflow und erst in zweiter Linie ein positives operatives Ergebnis (EBIT). Der Vorstand ist zuversichtlich, dass dies 2018 erreicht werden kann.
Bilanz
ifa systems AG
Einzelabschluss (HGB) TEUR
AKTIVA
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| 2017 | 2016 | |
|---|---|---|
| Langfristige Vermögenswerte | ||
| Immaterielle Vermögenswerte | 7.068 | 7.083 |
| Sachanlagen | 50 | 67 |
| Finanzanlagen | 279 | 3.909 |
| 7.397 | 11.059 | |
| Kurzfrsitige Vermögenswerte | ||
| Vorräte | 46 | 41 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 827 | 1.534 |
| Forderungen gegen verbundene Unternehmen | 294 | 489 |
| sonstige kurzfristige Forderungen | 610 | 332 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 3.911 | 28 |
| 5.688 | 2.424 | |
| Rechnungsabgrenzungsposten | 51 | 104 |
| Aktive latente Steuern | 663 | 197 |
| Bilanzsumme | 13.799 | 13.784 |
| Passiva | ||
| 2017 | 2016 | |
| Eigenkapital | ||
| Gezeichnetes Kapital | 2.750 | 2.750 |
| Kapitalrücklage | 7.652 | 7.652 |
| Gewinnrücklagen | 1.499 | 1.499 |
| Bilanzgewinn/-verlust | -6.947 | -971 |
| 4.954 | 10.930 | |
| Rückstellungen | 1.339 | 793 |
| Verbindlichkeiten | ||
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 2.000 | 457 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 330 | 530 |
| Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | 4.359 | 240 |
| sonstige Verbindlichkeiten | 65 | 143 |
| 6.754 | 1.370 | |
| Passive latente Steuern | 751 | 691 |
| Bilanzsumme | 13.799 | 13.784 |
[Diese verkürzte Darstellung der Bilanz des Einzelunternehmens ifa systems AG soll als Hilfe für den Leser verstanden werden. Sie ersetzt nicht die ausführliche Darstellung im Einzelabschluss.]
Gesamtaussage
Die ifa systems-Gruppe hat sich im Geschäftsjahr 2017 zu einer umfassenden Restrukturierung und einer Konzentration auf das Kerngeschäft entschlossen. Der vorliegende Jahresabschluss zeigt, dass wesentliche Meilensteine erreicht und Altlasten konsequent bereinigt wurden. Durch die Neuausrichtung haben sich auch die Schwerpunkte der Entwicklungsarbeit verändert. Nach einigen Monaten auf dem Weg in die neue (alte) Richtung können wir bereits erste Ergebnisse erkennen. Bis diese allerdings signifikante Umsatz- und Ergebnisbeiträge beisteuern, liegen noch einige weitere Monate der Entwicklungsarbeit vor uns. Chancen, die sich durch Kooperationen und Technologiepartnerschaften bieten, werden wir sorgfältig analysieren. Sie können einen Beitrag zu dem Erfolg des Unternehmens leisten, aber die Verantwortung für unsere Zukunft liegt in unseren eigenen Händen. So werden die ifa systems AG und ihre Tochtergesellschaften bald wieder auf ihren profitablen Wachstumspfad zurückkehren.
Entwicklung nichtfinanzieller Leistungsindikatoren
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
Qualifizierte und motivierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind für den Unternehmenserfolg unverzichtbar. Zum Bilanzstichtag besteht das Team bei ifa aus insgesamt 68 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern (Vorjahr 86) plus drei Vorständen, davon sind 17 Personen in den USA beschäftigt. Trotz der Zu gehörigkeit zum Technologiesektor ist rund die Hälfte der Mitarbeiter weiblich.
Qualitätsmanagement
Das Qualitätsmanagement der ifa systems bildet die Basis für den kontinuierlichen Verbesserungsprozess des unternehmensinternen Qualitätsmanagementsystems (QMS). So wird nicht nur sichergestellt, dass die Kundenanforderungen erfüllt, sondern auch die Transparenz der betrieblichen Abläufe erhöht wird und im Gegenzug die Fehlerquote und damit die Kosten gesenkt werden. Die regelmäßige Überprüfung des ISO 9001-Zertifikats ermöglicht dem Unternehmen eine kontinuierliche Qualitätssicherung und Verbesserung des Qualitätsmanagements. Die letzte Rezertifizierung fand im Herbst 2017 statt, basierend auf DIN ISO 9001:2015.
Nachtragsbericht
Wesentliche Ereignisse und Vorgänge von besonderer Bedeutung, die nach dem Ende des Geschäftsjahrs 2017 eingetreten sind und die Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage ergeben haben, sind dem Vorstand nicht bekannt.
Abhängigkeitsbericht
Seit 17.12.2015 hält die Topcon Europe B.V., eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Topcon Corporation, als Folge eines öffentlichen Übernahmeangebots mit 1.377.750 Stückaktien (50,1%), die Mehrheit der Aktien der an der Frankfurter Wertpapierbörse notierten ifa systems AG. Die Beteiligung wurde nach dem Bilanzstichtag auf die Topcon Europe Medical BV, Capelle aan den IJssel, NL, übertragen. Demzufolge ist die ifa systems AG seit dem 17.12.2015 ein abhängiges Unternehmen im Sinne des § 17 AktG Abs. 2. Der Vorstand der ifa systems AG erstellt daher gem. § 312 AktG einen Abhängigkeitsbericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen. Am Ende des Berichts hat der Vorstand folgende Erklärung abgegeben: „Der Vorstand der ifa systems AG erklärt, dass die Gesellschaft nach den Umständen, die ihm in dem Zeitpunkt bekannt waren, in dem das Rechtsgeschäft vorgenommen wurde oder die Maßnahme getroffen oder unterlassen wurde, bei jedem Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung erhalten hat, und dadurch, dass die Maßnahme getroffen oder unterlassen wurde, nicht benachteiligt wurde.“
Prognosebericht
Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen
Entwicklungen der Gesamtwirtschaft
Die Experten des IfW (Institut für Wirtschaft Kiel) erwarten, dass die Weltproduktion in den Jahren 2018 und 2019 um 4,0 Prozent bzw. 3,8 Prozent zunehmen wird. Die Prognose vom Dezember 2017 haben sie damit nochmals um 0,1 bzw. 0,2 Prozentpunkte erhöht, was nicht zuletzt auf die durch die Steuerreform bedingte Anhebung der Prognose für die Vereinigten Staaten zurückzuführen ist. Turbulenzen an den Finanz märkten im Zuge der anstehenden geldpolitischen Normalisierung und die Eskalation handelspolitischer Konflikte zählen sie zu den gewichtigen Risiken für ihre Prognose einer Weltkonjunktur, die in diesem und im nächsten Jahr zwar etwas an Fahrt verliert, aber insgesamt kräftig bleibt. Für das Jahr 2018 erwarten die Konjunkturforscher des IfW eine Zuwachsrate des deutschen Bruttoinlandsproduktes (BIP) von 2,5 Prozent und für das Jahr 2019 von 2,3 Prozent. Damit erhöhten sie ihre Prognose für 2019 ebenfalls leicht um 0,1 Prozentpunkte. Grund sind auch die geplanten fiskalpolitischen Maßnahmen der neuen Bundesregierung. Unmittelbare Auswirkungen für die deutsche Konjunktur durch die aktuelle Debatte um Strafzölle sehen die Forscher noch nicht, ein eskalierender Handelskonflikt könnte die Konjunktur aber natürlich deutlich belasten.
Entwicklungen des Marktes für Health-IT Eye Care
Treiber für den Markt von Health-IT-Anwendungen sind laut des Marktforschungsinstituts Markets and Markets der steigende Druck, regulatorischen Anforderungen zu genügen, die staatliche Unterstützung für den Einsatz von IT-Lösungen in diesem Sektor (dies dürfte besonders für den US-amerikanischen Markt gelten), die Notwendigkeit, die Kosten im Gesundheitswesen ohne Qualitätseinbußen stärker zu kontrollieren und ein hoher Return on Invest für Health-IT-Lösungen.
Als limitierende Faktoren haben sich die vergleichsweise hohen Kosten für den Einsatz und die Zurückhaltung der Mediziner gegenüber fortschrittlichen IT-Tools erwiesen.
Der globale Markt für Heath-IT Lösungen betrug 2015 rund 122 Mrd. US-Dollar. Den Schätzungen zufolge wird der Markt bis 2020 mit jährlichen Raten zwischen 13 und 14% auf ein Volumen von ca. 230 Mrd. USDollar wachsen. Der Anteil der klinischen Anwendungen beläuft sich auf ca. 47 Prozent des Gesamtvolumens, dieser Markt soll sogar mit durchschnittlichen Wachstumsraten von 19,8 Prozent bis 2020 auf insgesamt 35 Mrd. US-Dollar wachsen. Als Gründe für diese Annahme wird die steigende Nachfrage nach verbesserter Patientensicherheit und -versorgung genannt, die wachsenden regulatorischen Vorgaben und die zunehmende Nachfrage nach integrierten Systemen. Großes Potenzial bieten trotz der bereits vorhandenen installierten Basis die entwickelten Märkte wie die USA (Anstieg des Marktes von 46,5 Mrd. USD in 2015 auf 87,0 Mrd. USD in 2020) oder Deutschland (von 12,8 Mrd. USDin 2015 auf 23,7 Mrd. USD in 2020).
Zu ähnlichen Ergebnissen kommt auch eine neuere Studie von Frost & Sullivan, in der die Märkte von Großbritannien, Deutschland, Frankreich und Spanien mit einem Gesamtvolumen von 6 Mrd. Euro untersucht wurden. Besonders Deutschland mit seiner Vorreiterrolle beim Einsatz von Health-IT-Lösungen wird großes Potenzial zugestanden bei den Zukunftsthemen wie Datenaustausch- und Interoperabilitätslösungen, Cloud-Plattformen, digitaler Gesundheitsfürsorge und Investitionen in Technologien, die neue Modelle der Gesundheitsversorgung unterstützen, wie Telemedizin und Telecare.
Eigenen Schätzungen nach entfallen ca. 4 bis 5 Prozent des Marktes auf Anwendungen im Bereich Ophthalmologie. In dieser Nische ist die ifa-Gruppe einer der führenden Anbieter.
Markt und Wettbewerb
Die Produkte der ifa-Gruppe sind Softwarelösungen, die in vielen Bereichen eingesetzt werden können. Die stärksten Produkte sind die EMR-Software sowie alle Connectivity-Module zu den diversen Geräten, anderen Kliniksystemen usw. In den letzten Jahrzehnten wurde hier ein sehr hoher Entwicklungsstand erreicht, der die ifa-Gruppe zu einem der größten, wenn nicht gar zu dem größten Player in der Augenheilkunde international werden ließ. Diese Bereiche sollen mit neuen und verbesserten Modulen weiter ausgebaut werden. Großes Potenzial bietet auch der Bereich „Software as a Service“. Entsprechende Entwicklungen sollen ab 2020 verfügbar sein.
Auch in der Augenheilkunde kommen zunehmend Geräte auf den Markt, die vernetzt sind (IoT= Internet of Things). Bereits verfügbar sind beispielsweise Apps, die an die Einnahme von Medikamenten erinnern oder die Fotos erstellen und auswerten. Sie ermöglichen den direkten Kontakt zwischen dem Patienten und dem Arzt. Mit den meisten dieser Lösungen ist es auch denkbar, Daten direkt in die elektronische Patientenkartei zu übertragen.
Prognose für den Geschäftsverlauf 2018
Umsatz
Für das Geschäftsjahr 2018 erwarten wir für die ifa-Gruppe ein Umsatzniveau in Höhe von 6,3 bis 6,8 Mio.€ und damit deutlich unterhalb der Größenordnung des Vorjahres (8,6 Mio. €). Ursächlich hierfür ist die Tatsache, dass das Projektgeschäft mit Topcon, das die letzten beiden Geschäftsjahre stark beflügelt hat, abgeschlossen ist. Zusätzlich haben wir als Folge unserer strategischen Neuausrichtung mit der Konzentration auf das Kerngeschäft bewusst Chancen außerhalb dieses Gebiets deutlich vorsichtiger gewichtet.
Regionale Schwerpunkte unserer Vertriebsaktivitäten werden neben der DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) Polen, Südafrika, Lateinamerika und der Mittlere Osten sein. Bei dem Geschäft in den USA konzentrieren wir uns auf die Betreuung der vorhandenen Kunden.
Unser Kerngeschäft wird 2018 im Mittelpunkt stehen. Wir werden uns darauf fokussieren, die Potenziale der elektronischen Patentenakte (EMR) systematisch zu erschließen. Um dieses Basisgeschäft weiter zu stärken, werden wir neue Funktionen integrieren, die den Kunden zusätzlichen Nutzen bringen. Zukünftig wird auch die Telematik einen noch größeren Stellenwert haben, die Zusammenarbeit von Ärzten, Kliniken, Operateuren und dem Patienten selber wird immer wichtiger. Bisher wird noch ein Großteil der Kommunikation per E-Mail, Post und Fax durchgeführt. Dazu wurde mit einem Unternehmen, das sich auf solche webbasierten Lösungen spezialisiert hat, ein erstes großes Pilotprojekt in Deutschland aufgesetzt.
Ergebnis
Unser Ziel ist es, das Wachstum des Unternehmens wieder mit einer angemessenen Profitabilität in Einklang zu bringen. Dabei sollen positive Cashflows erwirtschaftet werden. Das Jahr 2018 ist insofern – wie auch schon das Jahr 2017 - ein Übergangsjahr, weil zur Anpassung des Unternehmens an die aktuellen Marktbedingungen zunächst die Umsetzung des Restrukturierungsprogramms erfolgen muss. Entsprechende Rückstellungen wurden im vorliegenden und im Jahresabschluss 2016 gebildet. Erste Kostenreduktionen konnten bereits im Geschäftsjahr 2017 erreicht werden, weitere werden 2018 deutlich werden. Unser Ziel ist es, den Cashflow weiter zu stärken.
Diese Zielerreichung ist noch mit Unsicherheiten verbunden, die wir aber durch Maßnahmen minimieren werden, die bereits seit 2017 eingeleitet wurden. Ende 2018 wird die Restrukturierung abgeschlossen sein.
Finanz- und Vermögenslage
Unser Ziel ist es, dass die ifa-Gruppe positive Cashflows generiert. In Abhängigkeit von der Verbesserung der Profitabilität werden wir diesem Ziel auch im Verlauf des Geschäftsjahres 2018 näher kommen. Durch die Darlehen von Topcon und die Kreditlinie der Mizuho Bank verfügen wir über ausreichend Spielraum, um auch die Vorleistungen für größere Projekte finanzieren zu können. Den planmäßigen Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte wird dabei ein geringeres Aktivierungsvolumen gegenübersteht. Dies reduziert für die Zukunft das Risiko von Sondereffekten durch Impairments.
Gesamtaussage
Das gesamt- und branchenspezifische Umfeld 2018 erscheint vorteilhaft, um die Ziele für das Geschäftsjahr zu erreichen. Der Vorstand der ifa systems AG plant, in der Gruppe einen Umsatz unter dem Vorjahresniveau zu erwirtschaften, das heißt 6,3 bis 6,8 Mio. €. Diese Planung berücksichtigt die bereits im Haus vorhandenen Aufträge und Umsätze. Dabei soll für das Geschäftsjahr 2018 ein fast ausgeglichenes Ergebnis (EBIT) erreicht werden. Die dazu benötigten Restrukturierungs- und Rightsizing-Maßnahmen sind eingeleitet und zum Großteil bereits umgesetzt. Damit werden wir das Jahr 2018 nutzen, um die Unternehmensgruppe für eine erfolgreiche Zukunft auszurichten.
Risiko- und Chancenbericht
Als Chancen und Risiken in diesem Berichtsteil sind Einflüsse oder Ereignisse zu verstehen, die dazu beitragen können, dass die Erwartungen des Managements an die kurz- und mittelfristige Unternehmensentwicklung übertroffen oder verfehlt werden.
Risikomanagementsystem
Ziele
Die ifa-Gruppe ist im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit einer Vielzahl von Risiken ausgesetzt, die untrennbar mit unternehmerischem Handeln verbunden sind. Ziel des Risikomanagements ist es, dabei sicherzustellen, dass Risiken nicht nur rechtzeitig erkannt werden, sondern zeitnah eventuelle Gegenmaßnahmen ergriffen werden, um den Einfluss auf die Gesellschaft zu kontrollieren und zu minimieren. Ziel des Risikomanagement ist es also nicht, sämtliche Risiken zu vermeiden, da diese auch stets mit Chancen in Verbindung stehen. Vielmehr soll ein zur Strategie passendes Chance-Risiko-Profil dabei helfen, die Ziele des Unternehmens zu erreichen.
Strategie
Risiken werden entsprechend ihrer Bewertung unterschiedlich behandelt. Wenn sie erhebliche Nachteile für die Unternehmensentwicklung haben können oder sogar den Bestand gefährden würden, werden sie konsequent vermieden. Um die Auswirkungen von Risiken zu begrenzen, existieren entsprechende Kontrollen, beispielweise durch das Qualitätsmanagement. Bestimmte Risiken können auch eingegrenzt werden, indem fallweise Maximal- oder Minimalwerte angesetzt werden. Und falls wirtschaftlich sinnvoll und möglich, werden Risiken zum Beispiel auf Versicherer ausgelagert.
Struktur und Prozesse
Die Strukturen und Prozesse des Risikomanagements laufen im Vorstand zusammen, wo Risiken kategorisiert und bewertet werden, sowohl hinsichtlich ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit wie auch ihrer möglichen Auswirkungen auf die Finanz-, Vermögens- und Ertragslage. Anschließend werden gegebenenfalls Maßnahmen zur Steuerung der identifizierten Risiken definiert.
Wesentliche Risiken
Die folgenden Risiken können voraussichtlich Einfluss auf die Erreichung der Unternehmensziele haben und sind damit für den verständigen Adressaten entscheidungsrelevant.
Marktrisiken
Im Wachstumsmarkt Health-IT und hier in der Nische von Lösungen für den Fachbereich Ophthalmologie bestehen verschiedene Risiken. So kann ifa technologische Trends übersehen oder zu spät erkennen mit dem Ergebnis, dass die eigenen Produkte den Anforderungen der Kunden nicht oder nicht mehr entsprechen. Dieses Risiko wird durch den engen Austausch mit Fachleuten auf der Anwenderseite reduziert. Des Weiteren könnten neue Marktbegleiter Lösungen auf den Markt bringen, die die führende Rolle von ifa bedrohen. Aufgrund unserer intensiven Entwicklungsaktivitäten, jahrzehntelangen Erfahrungen und der großen Zahl an Referenzkunden halten wir dieses Risiko für beherrschbar. Dies gilt ebenso für die Wirtschaftlichkeit unserer Lösungen, die sich mit nachvollziehbaren ROI-Rechnungen gegenüber Billigprodukten differenzieren können.
Insgesamt schätzen wir die Marktrisiken „mittel“ ein, wenngleich die Auswirkungen auf die Umsatzsituation im Einzelnen erheblich sein könnten.
Technologische Risiken
Als Unternehmen, das erhebliche Ressourcen in die Entwicklung seiner Produkte investiert, ist ifa dem Risiko ausgesetzt, bei der Auswahl der Projekte die falschen Schwerpunkte zu setzen. Dies kann auf unzutreffenden Annahmen über die Entwicklung der Märkte, über die Bedürfnisse der Kunden oder über die zukünftige Wettbewerbssituation beruhen. Da die Entwicklungsaufwendungen nach den Kriterien von IAS 38 aktiviert werden, kann eine fehlerhafte Entscheidung zu Wertminderungen in der Zukunft führen. Diesem Risiko wird nicht nur durch einen intensiven Austausch mit Schlüsselanwendern in den Märkten weltweit begegnet, sondern auch mit unseren internationalen Kooperationspartnern. Beides gewährleistet jedoch nicht zwingend, dass aus diesem Austausch auch die richtigen Schlüsse gezogen werden oder dass sich die Schlussfolgerungen nicht im Zeitverlauf ändern können.
Dieses Risiko ist von herausgehobener Bedeutung, da ifa im Bereich der immateriellen Vermögenswerte aktivierte Entwicklungsleistungen von 11,2 Mio. € auf Konzernebene sowie Firmenwerte in Höhe von TEUR 279 bei der ifa systems AG ausweist. Risiken bestehen hier in erster Linie darin, dass Entwicklungsprojekte nicht die Markreife erreichen oder die Umsatzerwartungen korrigiert werden müssen, weil dann die prognostizierten Erträge nicht erwirtschaftet werden. Durch regelmäßige Impairmenttests wird die Werthaltigkeit überprüft. Würde sich außerdem das wirtschaftliche Umfeld deutlich abschwächen, könnte sich auch das Risiko von Wertberichtigungen auf die Firmenwerte tendenziell erhöhen. Hierfür gibt es aktuell keine Anzeichen.
Bei neuen Produkten muss häufig zwischen der Produktqualität und den Erwartungen der Kunden abgewogen werden. „Time to market“ ist ein wichtiges Kriterium, andererseits kann die Belastbarkeit von Kundenbeziehungen unter zu frühen Produkteinführungen leiden. Dieses Risiko wird durch sorgfältige Vorbereitung und Implementierungspläne minimiert.
Insgesamt schätzen wir die technologischen Risiken als „mittel“ ein, wenngleich die Auswirkungen insbesondere auf die Ergebnissituation im Einzelnen erheblich sein könnten.
Vertriebsrisiken
ifa systems nutzt in zunehmendem Maße Vertriebskooperationen, um die geografische Reichweite im Markt zu erhöhen. Der Erfolg dieser Zusammenarbeiten hängt in wesentlichem Umfang von dem Know-how der Vertriebsmitarbeiter bei Dritten ab, auf das ifa häufig keinen unmittelbaren Einfluss hat. Außerdem kann nicht ausgeschlossen werden, dass sich Potenziale und Ziele dieser Kooperationen im Zeitverlauf ändern. Das Management von ifa steht deshalb laufend persönlich in engem Kontakt zu wesentlichen Kooperationspartnern, um eine möglichst hohe Kongruenz der Interessen und Ziele sicherzustellen.
Ein signifikanter Anteil des Umsatzes von ifa resultiert aus der Realisierung von größeren Projekten. Eine Verschiebung der Auftragserteilung seitens des Kunden oder eine Verzögerung der Fertigstellung solch eines großen Projekts kann ganz erheblichen Einfluss auf die geplanten Zielgrößen von Umsatz und Ergebnis haben. Wir reduzieren dieses Risiko durch eine realistisch-konservative Unternehmensplanung.
Insbesondere in den amerikanischen Gesellschaften, die auf den Märkten in den USA, Kanada und Lateinamerika tätig sind, sehen wir im Geschäftsjahr 2017 das Erfordernis einer Neuausrichtung der Aktivitäten hin zu einer Konzentration auf das Kerngeschäft EMR und Connectivity. Hier besteht das Risiko, dass die Vertriebsaktivitäten in diesem Bereich nicht in der geplanten Geschwindigkeit und Volumen zu Neuumsätzen führen. Dies kann zu weiteren Wertberichtigungen und Restrukturierungsaufwendungen führen, als zum Bilanzstichtag abgebildet.
Insgesamt schätzen wir die Vertriebsrisiken als „mittel“ ein.
Personalrisiken
Facharbeitermangel und demografischer Wandel sind zwei Einflüsse, denen sich auch ifa nicht vollständig entziehen kann. Damit das Unternehmen seine kurz- und mittelfristigen Ziele erreichen kann, ist es auf hochqualifizierte Mitarbeiter angewiesen, die die Teams möglichst auch dauerhaft verstärken. Bisher konnten offene Stellen in angemessener Zeit besetzt werden, aber es ist nicht gewährleistet, dass dies auch in Zukunft stets der Fall sein wird. Gleiches gilt selbstverständlich auch für den möglichen unvorhergesehenen Verlust von Schlüsselpersonen mit Spezial-Know-how. Hier besteht das Risiko, dass das ungeplante Ausscheiden eines solchen Wissensträgers kurzfristig nur schwer zu kompensieren wäre. ifa nutzt aber auch bereits heute Lieferanten, die von Fall zu Fall bestimmte definierte Aufgabenbereiche übernehmen. Das Ziel muss es aber sein, bestimmtes Kern-Know-how im Unternehmen selbst vorzuhalten.
Die eingeleiteten Restrukturierungsmaßnahmen können dazu führen, dass Know How-Träger das Unternehmen auf eigenen Wunsch verlassen. Dies kann zu Mehrkosten bei der Einstellung und Qualifizierung von neuen Mitarbeiter führen. Die Gesellschaft versucht dem durch gezielte Ansprache von Leistungsträgern entgegen zu wirken.
Aktuell schätzen wir die Personalrisiken als „mittel“ ein.
Liquiditätsrisiken
Im Absatzmarkt gibt es einen Trend zum “pay per use”. Dabei wird der Erwerb von Basislizenzen bei Einführung der Systeme durch eine “Anmietung” ersetzt. Dem Vorteil langfristig planbarer Cashflows aus den Projekten (SaaS, pay per use) steht das Risiko gegenüber, dass ifa zu Beginn der Projekte in der Lage sein muss, die entstehenden Kosten vorzufinanzieren. Ein langfristiges Finanzierungskonzept soll dieses Risiko minimieren.
Wir schätzen die Liquiditätsrisiken bis zum Abschluss dieses Finanzierungskonzepts als „mittel“ ein.
Zins- und Wechselkursrisiken
Da ifa derzeit keine Fremdverschuldung in nennenswertem Umfang aufweist, spielen Risiken bezüglich der zukünftig vielleicht steigenden Basis zur Berechnung der variablen Zinsen eine untergeordnete Rolle. Die Entwicklung der Währungskurse ist hinsichtlich ihres Einflusses auf das Gesamtergebnis, sowohl auf der Umsatz- und Ergebnisseite als auch in Bezug auf die Bilanz, ebenfalls zu vernachlässigen.
Deshalb schätzen wir die Zins- und Wechselkursrisiken als „gering“ ein.
Forderungsrisiken
Ausfälle von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die zu entsprechenden Wertberichtigungen führten, waren auch 2017 von untergeordneter Bedeutung. Die Solvenz und das bisherige Zahlungsverhalten der Kunden aus dem Gesundheitsbereich lassen auch für die Zukunft keine bedeutenden Risiken erkennen. In bestimmten Fällen werden mit den Kunden spezielle Vereinbarungen getroffen, die diese Effekte minimieren.
Das Risiko aus Forderungsrisiken schätzen wir insgesamt als „gering“ ein.
Sonstige Risiken
Regulatorische Risiken
Zertifizierungen sind in vielen Regionen die Voraussetzung, um im Markt erfolgreich tätig zu sein. Sollten diese Zertifizierungen nicht in dem benötigten Umfang oder nicht termingerecht abgeschlossen werden, hätte dies möglicherweise signifikanten Einfluss auf das operative Geschäft. Da der Zertifizierungsprozess von ifa nicht vollumfänglich gesteuert werden kann, weil beispielsweise die entsprechenden Vorgaben erst sehr spät gemacht werden oder die Behörden überdurchschnittlich ausgelastet sind, ist dieses Risiko besonders für Deutschland die USA und Österreich von Relevanz.
Wir schätzen das Risiko aus regulatorischen Rahmenbedingungen daher als „gering“ bis „mittel“ ein.
Zusammengefasste Risikolage
Nach Einschätzung des Vorstands sind die Risiken, denen die ifa systems AG zum Zeitpunkt der Berichterstellung und für die aktuelle Planungsperiode ausgesetzt ist, beherrschbar und der Fortbestand der Unternehmensgruppe ist in keiner Weise gefährdet. Trotz der umfassenden Analyse von Risiken kann deren Eintreten aber nicht systematisch ausgeschlossen werden.
Chancenmanagementsystem
Ebenso wie die Risiken werden die Chancen im Konzern transparent aufbereitet und systematisch in die unternehmerischen Entscheidungen einbezogen. Sie repräsentieren künftige Entwicklungen oder Ereignisse, die zu einer für das Unternehmen positiven Prognose- bzw. Zielabweichung führen können. Ziel des Chancenmanagements ist es, diese Opportunitäten frühzeitig zu erkennen und zu ergreifen.
Chancenkategorien
ifa systems unterscheidet Chancen danach, ob sie in erster Linie zu einer positiven Zielabweichung bei den Umsätzen oder im Ergebnis beitragen können.
Umsatzrelevante Chancen
Es besteht die Chance, dass Produkte schneller als geplant am Markt eingeführt werden können und dass die Nachfrage die ursprünglichen Erwartungen übertrifft. Potenziale eröffnen sich auch durch Produkte, die für bestimmte neue Anwendungen entwickelt wurden, aber auch bei bestehenden Kunden eingesetzt werden können. Große Chancen sehen wir in der intersektoralen Vernetzung und bei Arzt-zu-Arzt-Netzen oder anderen Lösungen, die in den nächsten 12 bis 24 Monaten im Focus stehen können. Trends wie Cloud-Lösungen sowie Wearables und das Internet der Dinge (IOT) werden neue Segmente auch in der Augenheilkunde begründen. Des Weiteren treiben wir die Internationalisierung weiter voran und erschließen uns Märkte, auch über Kooperationen, in denen ifa bisher nicht prominent präsent war. Schon ein großes neues Projekt könnte möglicherweise ausreichen, dass die Planungen übertroffen werden.
Ergebnisrelevante Chancen
Selbstverständlich hätte eine ungeplante Erhöhung der Umsätze auch positiven Einfluss auf das Ergebnis. Daneben arbeiten wir an der Optimierung der Kosten, Prozesse und Strukturen. Sollten diese Projekte schneller als geplant Effekte zeigen oder sollte das Ausmaß der geplanten Optimierungen deutlich übertroffen werden, könnten die Ergebniserwartungen sich als zu niedrig erweisen.
Zusammengefasste Chancenlage
Die ifa-Gruppe ist gut positioniert, um mit ihren Lösungen in dem Nischenmarkt Health-IT für Ophthalmologie die Chancen für die Unternehmensgruppe systematisch zu nutzen. Während wir einerseits gezielt daran arbeiten, uns diese Chancen zu erschließen, ist es andererseits eher unwahrscheinlich, dass wir hier kurzfristig unerwartete Fortschritte erzielen. Nicht zuletzt deshalb ist unsere Strategie auf Wachstum ausgerichtet, das mit einer angemessenen Profitabilität einhergeht.
Disclaimer: Der Konzernlagebericht enthält zukunftsbezogene Aussagen. Die tatsächlichen Ergebnisse können wesentlich von den Erwartungen hinsichtlich der voraussichtlichen Entwicklung abweichen, wenn eine der genannten oder andere Unsicherheiten eintreten oder sich die den Aussagen zugrunde liegenden Annahmen, auch bezüglich der erwarteten konjunkturellen Entwicklung, als unzutreffend erweisen.
Bilanz
Aktiva
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| 31.12.2017 EUR |
31.12.2016 EUR |
|
|---|---|---|
| A. Anlagevermögen | 7.397.060,67 | 11.059.537,06 |
| I. Immaterielle Vermögensgegenstände | 7.068.366,09 | 7.083.024,00 |
| 1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte | 2.377.455,00 | 2.188.926,00 |
| 2. sonstige immaterielle Vermögensgegenstände | 4.690.911,09 | 4.894.098,00 |
| II. Sachanlagen | 50.028,00 | 67.300,00 |
| 1. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 50.028,00 | 67.300,00 |
| III. Finanzanlagen | 278.666,58 | 3.909.213,06 |
| 1. Anteile an verbundenen Unternehmen | 278.665,58 | 3.825.903,65 |
| 2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen | 0,00 | 0,00 |
| 3. Beteiligungen | 1,00 | 83.309,41 |
| B. Umlaufvermögen | 5.687.562,39 | 2.423.643,12 |
| I. Vorräte | 46.381,22 | 40.702,83 |
| II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände | 1.730.429,08 | 2.354.714,01 |
| 1. Forderungen gegen verbundene Unternehmen | 293.999,80 | 488.635,90 |
| 2. sonstige Vermögensgegenstände | 1.436.429,28 | 1.866.078,11 |
| III. Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks | 3.910.752,09 | 28.226,28 |
| C. Rechnungsabgrenzungsposten | 51.032,15 | 103.709,36 |
| D. Aktive latente Steuern | 663.160,06 | 197.138,49 |
| Bilanzsumme, Summe Aktiva | 13.798.815,27 | 13.784.028,03 |
| Passiva | ||
| 31.12.2017 EUR |
31.12.2016 EUR |
|
| A. Eigenkapital | 4.954.232,30 | 10.929.863,19 |
| I. gezeichnetes Kapital | 2.750.000,00 | 2.750.000,00 |
| II. Kapitalrücklage | 7.652.240,00 | 7.652.240,00 |
| III. Gewinnrücklagen | 1.498.539,20 | 1.498.539,20 |
| IV. Bilanzverlust | 6.946.546,90 | 970.916,01 |
| B. Rückstellungen | 1.339.248,36 | 792.804,93 |
| C. Verbindlichkeiten | 6.754.653,19 | 1.370.206,51 |
| 1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 2.000.000,00 | 457.557,63 |
| 2. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | 4.359.306,99 | 239.842,73 |
| 3. sonstige Verbindlichkeiten | 395.346,20 | 672.806,15 |
| D. Passive latente Steuern | 750.681,42 | 691.153,40 |
| Bilanzsumme, Summe Passiva | 13.798.815,27 | 13.784.028,03 |
Gewinn- und Verlustrechnung
scroll
| 1.1.2017 - 31.12.2017 EUR |
1.1.2016 - 31.12.2016 EUR |
|
|---|---|---|
| 1. Rohergebnis | 5.989.528,36 | 6.113.993,39 |
| 2. Personalaufwand | 3.166.477,08 | 2.722.699,62 |
| a) Löhne und Gehälter | 2.712.822,93 | 2.279.158,66 |
| b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung | 453.654,15 | 443.540,96 |
| davon für Altersversorgung | 2.711,45 | 2.337,11 |
| 3. Abschreibungen | 607.310,92 | 879.822,81 |
| a) Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen | 607.310,92 | 879.822,81 |
| 4. sonstige betriebliche Aufwendungen | 4.866.766,33 | 2.855.225,06 |
| davon Aufwendungen aus Währungsumrechnung | 169.361,55 | 19.623,80 |
| 5. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge | 49.887,77 | 7.028,88 |
| davon aus verbundenen Unternehmen | 46.377,18 | 6.855,25 |
| 6. Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens | 3.630.546,48 | 703.388,50 |
| 7. Zinsen und ähnliche Aufwendungen | 46.750,76 | 45.862,37 |
| davon an verbundene Unternehmen | 24.773,92 | 4.099,96 |
| 8. Steuern vom Einkommen und Ertrag | -406.493,55 | -119.502,08 |
| a) Ertrag aus der Veränderung latenter Steuern | 466.021,57 | 197.138,49 |
| b) Aufwand aus der Veränderung latenter Steuern | 59.528,02 | 134.891,41 |
| 9. Ergebnis nach Steuern | -5.871.941,89 | -966.474,01 |
| 10. sonstige Steuern | 103.689,00 | 4.442,00 |
| 11. Jahresfehlbetrag | 5.975.630,89 | 970.916,01 |
Ergebnisverwendung
scroll
| 1.1.2017 - 31.12.2017 EUR |
1.1.2016 - 31.12.2016 EUR |
|
|---|---|---|
| 11. Jahresfehlbetrag | 5.975.630,89 | 970.916,01 |
| 12. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr | 635.159,13 | |
| 13. Verlustvortrag aus dem Vorjahr | 970.916,01 | |
| 14. Einstellungen in Gewinnrücklagen | 0,00 | 222.659,13 |
| a) in andere Gewinnrücklagen | 0,00 | 222.659,13 |
| 15. Vorabausschüttung / beschlossene Ausschüttung GJ | 0,00 | 412.500,00 |
| 16. Bilanzverlust | 6.946.546,90 | 970.916,01 |
Anhang
Allgemeine Angaben zum Jahresabschluss
Angaben zur Identifikation der Gesellschaft laut Registergericht
Firmenname laut Registergericht: ifa systems AG
Firmensitz laut Registergericht: Frechen
Registereintrag: Handelsregister
Registergericht: Köln
Register-Nr.: HRB 42943
Angaben zu Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze
Erworbene immaterielle Anlagewerte wurden zu Anschaffungskosten angesetzt und, sofern sie der Abnutzung unterlagen, um planmäßige Abschreibungen vermindert. Die selbstgeschaffenen immateriellen Vermögensgegenstände wurden mit den Entwicklungskosten angesetzt und, sofern sie der Abnutzung unterlagen, um planmäßige Abschreibungen vermindert.
Das Sachanlagevermögen wurde zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt und, soweit abnutzbar, um planmäßige Abschreibungen vermindert. Die planmäßigen Abschreibungen wurden nach der voraussichtlichen Nutzungsdauer der Vermögensgegenstände linear und degressiv vorgenommen. Der Übergang von der degressiven zur linearen Abschreibung erfolgt in den Fällen, in denen dies zu einer höheren Jahresabschreibung führt.
Die Finanzanlagen wurden wie folgt angesetzt und bewertet:
- Beteiligungen zu Anschaffungskosten, soweit erforderlich zum niedrigeren beizumessenden Wert
- Anteile an verbundenen Unternehmen zu Anschaffungskosten, soweit erforderlich zum niedrigeren beizumessenden Wert
Die Vorräte wurden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt. Sofern die Tageswerte am Bilanzstichtag niedriger waren, wurden diese angesetzt.
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände wurden unter Berücksichtigung aller erkennbaren Risiken bewertet.
Die sonstigen Rückstellungen wurden für alle weiteren ungewissen Verbindlichkeiten gebildet. Dabei wurden alle erkennbaren Risiken berücksichtigt.
Verbindlichkeiten wurden zum Erfüllungsbetrag angesetzt.
Der Jahresabschluss enthält auf fremde Währung lautende Sachverhalte, die in Euro umgerechnet wurden. Forderungen und Verbindlichkeiten in fremder Währung sind mit dem Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bewertet. Soweit der Kurs am Tage des Geschäftsvorfalles bei Forderungen darunter bzw. bei Verbindlichkeiten darüber lag, ist dieser angesetzt.
Gegenüber dem Vorjahr abweichende Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
Beim Jahresabschluss konnten die bisher angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden im Wesentlichen übernommen werden. Ein grundlegender Wechsel von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden gegenüber dem Vorjahr fand nicht statt.
Angaben zur Bilanz
Anlagespiegel für die einzelnen Posten des Anlagevermögens
Die Geschäftsjahresabschreibung je Posten der Bilanz ist aus dem Anlagenspiegel zu entnehmen.
Die Sofortabschreibung geringwertiger Wirtschaftsgüter wird als Zugang und Abgang ausgewiesen. Die Geschäftsjahresabschreibung enthält damit diese Beträge nicht. Der Betrag der in den kumulierten Abschreibungsbeträgen nicht enthaltenen Sofortabschreibungen beläuft sich auf: EUR 3.693,97.
Forschungs- und Entwicklungskosten
Es wurden selbst geschaffenen immateriellen Vermögensgegenstände des Anlagevermögens in Höhe von EUR 342.731,00 aktiviert.
Darüber hinaus sind nicht aktivierte Forschungs- und Entwicklungskosten in Höhe von EUR 673.821,00 angefallen.
Angaben über die Gattung der Aktien
Das Grundkapital von EUR 2.750.000,00 ist eingeteilt in 2.750.000 auf den Inhaber lautende Aktien mit einem Nennwert von jeweils 1,00 Euro.
Angaben über das genehmigte Kapital
Der Vorstand ist ermächtigt, das Grundkapital bis zum 23.10.2022 mit Zustimmung des Aufsichtsrates durch Ausgabe neuer auf den Inhaber lautenden Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen einmalig oder mehrmals, höchstens jedoch um bis zu insgesamt EUR 1.375.000,00 zu erhöhen.
Am Bilanzstichtag bestand noch ein genehmigtes Kapital von EUR 1.375.000,00, das bis zum 23.10.2022 befristet ist.
Entwicklung der Kapitalrücklagen
Es gab im Geschäftsjahr keinerlei Einstellungen in oder Entnahmen aus der Kapitalrücklage. Diese beträgt unverändert EUR 7.652.240,00.
Zusätzliche Angaben zu den Gewinnrücklagen
Entwicklung des Postens Gewinnrücklagen
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| Posten | Betrag |
|---|---|
| EUR | |
| --- | --- |
| Andere Gewinnrücklagen zum 1.1. des Geschäftsjahres | 1.464.139,20 |
| Entnahmen aus/Einstellungen in andere Gewinnrücklagen | 0,00 |
| Andere Gewinnrücklagen zum 31.12. des Geschäftsjahres | 1.464.139,20 |
Ausschüttungssperre
Der Gesamtbetrag, der gem. § 268 Abs. 8 HGB der Ausschüttungssperre unterliegt, beträgt EUR 2.289.933,64.
Im Einzelnen gliedert sich der Gesamtbetrag wie folgt:
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| Gesamtbetrag gemäß Ausschüttungssperre | EUR |
|---|---|
| Aktivierung selbst geschaffener immaterieller Vermögensgegenstände des Anlagevermögens | 2.377.455,00 |
| Aktivierung latenter Steuern | 663.160,06 |
| Passivierung latenter Steuern | -750.681,42 |
| Gesamtbetrag | 2.289.933,64 |
Die Bewertung der latenten Steuern erfolgte mit einem Steuersatz von 31,58%
Angaben und Erläuterungen zu Rückstellungen
Im Posten sonstige Rückstellungen sind die nachfolgenden nicht unerheblichen Rückstellungsarten enthalten.
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| 2017 EUR |
2016 EUR |
|
|---|---|---|
| Personalkosten | 201.000,00 | 56.044,72 |
| Abschlusskosten | 274.845,00 | 154.500,00 |
| Garantie, Gewährleistungen, ausstehende Leistungen | 427.000,00 | 55.675,00 |
| Restrukturierungskosten | 310.000,00 | 310.000,00 |
| Übrige | 126.403,36 | 215.799,00 |
| Summe Rückstellungen | 1.339.248,36 | 792.018,72 |
Betrag der Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit > 5 Jahre und der Sicherungsrechte
Der Gesamtbetrag der bilanzierten Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mehr als 5 Jahren beträgt EUR 0,00 (Vorjahr: EUR 0,00).
Der Gesamtbetrag der bilanzierten Verbindlichkeiten, die durch Pfandrechte oder ähnliche Rechte gesichert sind, beträgt EUR 0,00.
Haftungsverhältnisse aus nicht bilanzierten sonstigen finanziellen Verpflichtungen
Der Aufwand aus Miet- und Leasingverhältnissen beläuft sich jährlich jeweils auf 120 TEUR (insgesamt 240 TEUR).
Angaben zur Gewinn- und Verlustrechnung
Außerplanmäßige Abschreibungen auf das Anlagevermögen
Auf Gegenstände des Anlagevermögens wurden außerplanmäßige Abschreibungen in Höhe von EUR 3.630.546,48 vorgenommen.
Angaben in Fortführung des Jahresergebnisses
In Fortführung des Jahresergebnisses erfolgt die nachfolgende Darstellung:
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| Posten der Ergebnisverwendung | Betrag |
|---|---|
| EUR | |
| --- | --- |
| + Jahresfehlbetrag | 5.975.630,89 |
| + Verlustvortrag aus dem Vorjahr | 970.916,01 |
| \= Bilanzverlust | 6.946.546,90 |
Sonstige Angaben
Durchschnittliche Zahl der während des Geschäftsjahrs beschäftigten Arbeitnehmer
Die nachfolgenden Arbeitnehmergruppen waren während des Geschäftsjahres im Unternehmen beschäftigt:
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| Arbeitnehmergruppen | Zahl |
|---|---|
| Arbeiter | 0 |
| Angestellte | 51 |
| Auszubildende | 1 |
| Die Gesamtzahl der durchschnittlich beschäftigten Arbeitnehmer beträgt damit | 52 |
Namen der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats
Während des abgelaufenen Geschäftsjahrs gehörten die folgenden Personen dem Vorstand an:
Herr Jörg Polis, Düren, Vorsitzender
Herr Christoph Reinartz, Pulheim
Herr Kaoru Nihei, Frechen
Dem Aufsichtsrat gehörten folgende Personen an:
bis 24.10.2017
Herr Matthias Maus, Köln, Vorsitzender
Herr Takayuki Yamazaki, Tokyo
Herr Shigehiro Ogino, Tokyo
ab 24.10.2017
Herr Nick Smit, Capelle a.d. Ijssel, Niederlande, Vorsitzender
Herr Randy Samuels, Oakland, NJ 07436, U.S.A.
Herr Robert Gaulke, Frechen, Deutschland
Vergütungen der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats
Die Gesamtbezüge des Vorstands beliefen sich auf EUR 500.387,14.
Der Aufsichtsrat hat im Geschäftsjahr keine Vergütung erhalten.
Angaben über den Anteilsbesitz an anderen Unternehmen von mind. 20 Prozent der Anteile
Gemäß § 285 Nr. 11 HGB wird über nachstehende Unternehmen berichtet:
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| Firmenname / Sitz | Anteilshöhe | Jahresergebnis EUR |
Eigenkapital EUR |
|---|---|---|---|
| ifa informationssysteme für Augenärzte GmbH, Wien | 100,00% | -55.353,94 | 219.093,79 |
| MedKaizen AG, Frechen | 22,92% | 12.179,97 | 12.096,68 |
| Integration AG, Frechen | 100,00% | 17.049,02 | 193.909,31 |
| ifa united i-tech, inc., Fort Lauderdale (Florida) | 100,00% | -6.262.374,39 | -1.832.820,91 |
| Inoveon Corp., Oklahoma City | 100,00% | -326.141,29 | -976.482,59 |
Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen
Mitglieder des Aufsichtsrats oder ihre Familienangehörigen oder Familienangehörige des Vorstands erbrachten direkt oder indirekt Dienstleistungen für die Gesellschaft, die zu marktüblichen Honoraren und Leistungssätzen abgerechnet werden.
Die Ehefrau des Vorstandsmitglieds Jörg Polis, Brigitte Polis, ist zunächst bis zum 31.03.2017 freiberuflich für die wkomma GmbH tätig gewesen, danach dann in der JP Verwaltung- und Service- GmbH (Gesellschafter Jörg Polis). Für die von ihr erbrachten Leistungen wurden in 2017 insgesamt 53.092,79 EUR berechnet. Dieses Vertragsverhältnis wurde zum 31.12.2017 beendet.
Die Best Service GmbH (Gesellschafter Robert Gaulke) erbrachte im Jahr 2017 Beratungsleistungen in Höhe von 12.000 EUR.
Konzernzugehörigkeit
Die ifa systems AG wurde in den Konzernabschluss der Topcon Europe B.V., Capelle a.d. IJssel/Niederlande einbezogen.
Der offen gelegte Konzernabschluss ist in Rotterdam/Niederlande erhältlich.
Vorgänge von besonderer Bedeutung
Es ist über keine Vorgänge von besonderer Bedeutung zu berichten, die nach dem Schluss des Geschäftsjahres 2017 eingetreten sind und Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz-, und Ertragslage hatten.
Vorschlag bzw. Beschluss zur Ergebnisverwendung
Der Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2017 weist einen Jahresfehlbetrag von EUR 5.975.630,89 aus. Unter Einbeziehung eines Verlustvortrags von EUR 970.916,01, einer Ausschüttung von EUR 0,00 und der Einstellung in die Rücklagen von EUR 0,00 ergibt sich ein Bilanzverlust von EUR 6.946.546,90. Der Vorstand schlägt der Hauptversammlung vor, das Ergebnis auf neue Rechnung vorzutragen.
Frechen, den 08.05.2018
gez.
Jörg Polis, Vorstand
Christoph Reinartz, Vorstand
Nobuo Takase, Vorstand
Anlagespiegel
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| Anschaffungs-, Herstellungskosten 01.01.2017 EUR |
Zugänge EUR |
Abgänge EUR |
Anschaffungs-, Herstellungskosten 31.12.2017 EUR |
|
|---|---|---|---|---|
| A. Anlagevermögen | ||||
| I. Immaterielle Vermögensgegenstände | ||||
| 1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte | 2.311.875,49 | 342.731,00 | 0,00 | 2.654.606,49 |
| 2. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten | 6.641.670,15 | 224.435,09 | 0,00 | 6.866.105,24 |
| Summe immaterielle Vermögensgegenstände | 8.953.545,64 | 567.166,09 | 0,00 | 9.520.711,73 |
| II. Sachanlagen | ||||
| andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 237.620,82 | 8.214,92 | 3.693,97 | 242.141,77 |
| Summe Sachanlagen | 237.620,82 | 8.214,92 | 3.693,97 | 242.141,77 |
| III. Finanzanlagen | ||||
| 1. Anteile an verbundenen Unternehmen | 4.529.292,15 | 0,00 | 0,00 | 4.529.292,15 |
| 2. Beteiligungen | 83.309,41 | 0,00 | 0,00 | 83.309,41 |
| Summe Finanzanlagen | 4.612.601,56 | 0,00 | 0,00 | 4.612.601,56 |
| Summe Anlagevermögen | 13.803.768,02 | 575.381,01 | 3.693,97 | 14.375.455,06 |
scroll
| kumulierte Abschreibungen 01.01.2017 EUR |
Abschreibungen Geschäftsjahr EUR |
Zugänge EUR |
Abgänge EUR |
kumulierte Abschreibungen 31.12.2017 EUR |
|
|---|---|---|---|---|---|
| A. Anlagevermögen | |||||
| I. Immaterielle Vermögensgegenstände | |||||
| 1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte | 122.949,49 | 154.202,00 | 0,00 | 0,00 | 277.151,49 |
| 2. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten | 1.747.572,15 | 427.622,00 | 0,00 | 0,00 | 2.175.194,15 |
| Summe immaterielle Vermögensgegenstände | 1.870.521,64 | 581.824,00 | 0,00 | 0,00 | 2.452.345,64 |
| II. Sachanlagen | |||||
| andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 170.320,82 | 25.486,92 | 0,00 | 3.693,97 | 192.113,77 |
| Summe Sachanlagen | 170.320,82 | 25.486,92 | 0,00 | 3.693,97 | 192.113,77 |
| III. Finanzanlagen | |||||
| 1. Anteile an verbundenen Unternehmen | 703.388,50 | 3.547.238,07 | 0,00 | 0,00 | 4.250.626,57 |
| 2. Beteiligungen | 0,00 | 83.309,41 | 0,00 | 0,00 | 83.308,41 |
| Summe Finanzanlagen | 703.388,50 | 3.630.546,48 | 0,00 | 0,00 | 4.333.934,98 |
| Summe Anlagevermögen | 2.744.230,96 | 4.237.857,40 | 0,00 | 3.693,97 | 6.978.394,39 |
scroll
| Zuschreibungen Geschäftsjahr EUR |
Buchwert 31.12.2017 EUR |
|
|---|---|---|
| A. Anlagevermögen | ||
| I. Immaterielle Vermögensgegenstände | ||
| 1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte | 0,00 | 2.377.455,00 |
| 2. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten | 0,00 | 4.690.911,09 |
| Summe immaterielle Vermögensgegenstände | 0,00 | 7.068.366,09 |
| II. Sachanlagen | ||
| andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 0,00 | 50.028,00 |
| Summe Sachanlagen | 0,00 | 50.028,00 |
| III. Finanzanlagen | ||
| 1. Anteile an verbundenen Unternehmen | 0,00 | 278.665,58 |
| 2. Beteiligungen | 0,00 | 1,00 |
| Summe Finanzanlagen | 0,00 | 278.666,58 |
| Summe Anlagevermögen | 0,00 | 7.397.060,67 |
Bericht des Aufsichtsrats
Auch im abgelaufenen Geschäftsjahr hat der Aufsichtsrat die ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben uneingeschränkt wahrgenommen. Er hat den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens regelmäßig beraten und dessen Tätigkeit kontinuierlich überprüft und überwacht. Der Aufsichtsrat war in alle Entscheidungen von grundlegender Bedeutung für das Unternehmen unmittelbar und frühzeitig eingebunden.
Der Aufsichtsrat bestand bis zu der Hauptversammlung vom 24. Oktober 2017 aus folgenden drei Mitgliedern: Matthias Maus (Köln), Takayuki Yamazaki (Tokio) und Shigehiro Ogino (Tokio). Die Aufsichtsratsmitglieder hatten gegenüber der Gesellschaft mit Wirkung zum 24. Oktober 2017 ihr jeweiliges Aufsichtsratsmandat niedergelegt. Deshalb wählte die Hauptversammlung vom 24. Oktober 2017 auf Vorschlag des Aufsichtsrats Robert Gaulke (Köln), Nick Smit (LG Capelle aan den IJssel, NL) und Randy Samuels (Livingston, USA) für die Dauer bis zur Hauptversammlung im Jahr 2022 zu Mitgliedern des Aufsichtsrats.
In seiner konstituierenden Sitzung am 24. Oktober 2017 wählte der Aufsichtsrat Nick Smit zu seinem Vorsitzenden und Randy Samuels zu dessen Stellvertreter.
Die Mitglieder des Aufsichtsrates sind teilweise aufgrund ihrer Eigenschaft als Mitarbeiter der Topcon Corporation im engeren Sinne nicht als unabhängig zu bezeichnen. Die Topcon Corporation hält mittelbar über ihre Tochtergesellschaft, Topcon Europe B.V., mehr als 50% der Aktien der ifa systems AG. Dies begründete jedoch keine potenziellen Interessenkonflikte, die dem Aufsichtsrat gegenüber offenzulegen sind und über die in der Hauptversammlung berichtet werden müsste. Alle Mitglieder des Aufsichtsrats verfügen über genügend Zeit zur Wahrnehmung ihrer Mandate. Sie hatten stets ausreichend Gelegenheit, sich im Vorfeld der Sitzungen und im Plenum mit den seitens des Vorstandes vorgelegten Berichten und Beschlussvorlagen auseinanderzusetzen und sie zu diskutieren.
Der Vorstand unterrichtete den Aufsichtsrat im Geschäftsjahr 2017 und nach dessen Ablauf weiterhin regelmäßig, zeitnah und umfassend, sowohl schriftlich als auch mündlich, entsprechend seinen Pflichten gem. § 90 AktG über den aktuellen Stand der Geschäfte, die Geschäftsentwicklung und die wirtschaftliche Lage, die Risikolage, das Risikomanagement sowie relevante Fragen der Compliance, der Strategie und der Planung. Bedeutende Geschäftsvorgänge wurden auf Basis der Berichterstattung des Vorstandes in den Sitzungen ausführlich erörtert. Abweichungen des Geschäftsverlaufs von den aufgestellten Plänen und Zielen wurden dem Aufsichtsrat im Einzelnen erläutert und im Aufsichtsrat intensiv behandelt.
Der Aufsichtsrat hat im abgelaufenen Geschäftsjahr zustimmungspflichtigen Geschäften nach gründlicher Prüfung und Beratung seine Zustimmung erteilt; die Liste der zustimmungspflichtigen Geschäfte wurde vom Aufsichtsrat aktualisiert. Der Aufsichtsratsvorsitzende stand darüber hinaus mit dem Vorstand in regelmäßigem Kontakt. Über wichtige Ereignisse, die für die Beurteilung der Lage und Entwicklung sowie für die Leitung des Unternehmens von wesentlicher Bedeutung sind, wurde der Aufsichtsratsvorsitzende von dem Vorsitzenden des Vorstandes zeitnah informiert.
Insgesamt trat der Aufsichtsrat im Geschäftsjahr 2017 zu sechs planmäßigen Sitzungen im Beisein des Vorstandes zusammen, die am 12. April, 5. Mai, 20. Juni, 7. Juli, 10. August und 7. Dezember 2017 stattfanden. Gegenstand dieser Sitzungen waren die schriftliche und mündliche Berichterstattung des Vorstandes über die Geschäftslage der ifa systems AG und ihrer Tochtergesellschaften, insbesondere die aktuelle Umsatz- und Ergebnisentwicklung sowie die Finanz- und Vermögenslage. Über bedeutsame Geschäftsvorfälle, die Strategie und deren Umsetzung sowie über das Risikomanagement des Unternehmens hat sich der Aufsichtsrat eingehend unterrichten lassen und darüber beraten. Die Mitglieder von Aufsichtsrat und Vorstand waren bei den Sitzungen vollzählig anwesend, lediglich bei einer Sitzung fehlte ein Mitglied des Vorstands entschuldigt. Sofern erforderlich, wurden in diesen Sitzungen auch Beschlüsse gefasst.
Der Aufsichtsrat ließ sich zudem durch regelmäßige Telefonkonferenzen mit dem Vorstand über die aktuelle Geschäftslage, einzelne Geschäftsvorfälle und die Umsetzung der Produkt- und Vertriebsstrategie in den verschiedenen Märkten informieren.
Wesentliche Inhalte der Sitzungen des Aufsichtsrats im Berichtszeitraum waren:
• der Jahresabschluss und Konzernabschluss 2016 sowie der Halbjahresabschluss 2017
• die Verabschiedung der Tagesordnung für die ordentliche Hauptversammlung am 24. Oktober 2017 mitsamt den dort niederlegten Beschlussvorschlägen.
• die Unabhängigkeitserklärung und die Bestellung der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft HLB Treumerkur, Dr. Schmidt und Partner KG, Wuppertal, zum Abschlussprüfer und Konzernabschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2017, entsprechend dem Beschluss der Hauptversammlung vom 24. Oktober 2017
• die Planung des Vorstands hinsichtlich Umsatz, Kosten, Ergebnis, Liquidität, Investitionen und Personal, der aktuelle Forecast für das laufende Geschäftsjahr und die Budgetierung für das Geschäftsjahr 2018 einschließlich einer Grobplanung für die nächsten Jahre
• Fragen der Unternehmensfinanzierung
• die Prüfung der eigenen Effizienz hinsichtlich der Gestaltung und des Ablaufs der Aufsichtsratssitzungen sowie der Optimierung der Berichterstattung durch den Vorstand in Bezug auf die Darstellung der Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft und der Situation der Tochtergesellschaften
• die Verträge der Topcon Corp. mit Unternehmen der ifa-Gruppe und die zukünftige Entwicklung, insbesondere der Gesellschaften in den USA
• die Überwachung und Weiterentwicklung des internen Kontrollsystems (Risikoüberwachungs- und Frühwarnsystem gemäß § 91 Abs. 2 Aktiengesetz) und der daraus gewonnenen Informationen
• das Ausscheiden von Kaoru Nihei aus dem Vorstand und die Bestellung von Nobuo Takase zum Vorstandsmitglied ab dem 1. April 2018
Der Aufsichtsrat tagte auch in Anwesenheit des Abschlussprüfers sowie der Vorstände, um sich mit Fragen des Jahresabschlusses, der Rechnungslegung, des Controllings sowie des Risikomanagements zu befassen. Weitere Aspekte waren steuerliche Themen, Compliance sowie die Bestimmung der Prüfungsschwerpunkte und der Honorarvereinbarung mit dem Wirtschaftsprüfer.
Die Prüfberichte sowie die Abschlussunterlagen für das Geschäftsjahr 2017 wurden allen Aufsichtsratsmitgliedern rechtzeitig zugesandt. Sie wurden vom Aufsichtsrat in der Sitzung vom 8. Mai 2018 intensiv und ausführlich erörtert. In dieser Sitzung berichtete der verantwortliche Abschlussprüfer auch persönlich über die wesentlichen Ergebnisse seiner Prüfungen und stand für ergänzende Fragen und Auskünfte zur Verfügung. Sowohl der vom Vorstand nach den Regeln des HGB aufgestellte Jahresabschluss der ifa systems AG für das Geschäftsjahr 2017 als auch der Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2017, welcher gemäß § 315a HGB auf der Grundlage der International Financial Reporting Standards (IFRS) aufgestellt wurde, sowie der zusammengefasste Lagebericht wurden vom Abschlussprüfer geprüft und jeweils mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen.
Nach dem abschließenden Ergebnis der eigenen Prüfung des Jahresabschlusses, des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichtes hat der Aufsichtsrat keine Einwendungen gegen die Ergebnisse der Abschlussprüfung erhoben und hat den vom Vorstand aufgestellten Jahres- und Konzernabschluss gebilligt. Der Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2017 ist damit festgestellt.
Der Vorstand hat außerdem den von ihm aufgestellten Bericht über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen im Geschäftsjahr 2017 dem Aufsichtsrat vorgelegt. Der Abschlussprüfer HLB Treumerkur Dr. Schmidt & Partner KG, Wuppertal, hat den Abhängigkeitsbericht geprüft und folgenden Bestätigungsvermerk erteilt: „Nach unserer pflichtmäßigen Prüfung und Beurteilung bestätigen wir, dass 1. die tatsächlichen Angaben des Berichts richtig sind, 2. bei den im Bericht aufgeführten Rechtsgeschäften die Leistung der Gesellschaft nicht unangemessen hoch war.“ Den Prüfungsbericht hat der Abschlussprüfer dem Aufsichtsrat vorgelegt. Der Abhängigkeitsbericht und der Prüfungsbericht wurden allen Aufsichtsratsmitgliedern rechtzeitig übermittelt.
Der Aufsichtsrat unterzog den Abhängigkeitsbericht unter Einbeziehung der Ergebnisse des Abschlussprüfers einer eingehenden Prüfung im Hinblick auf seine Vollständigkeit und Richtigkeit. Der Aufsichtsrat machte keine Beanstandungen in Bezug auf das Prüfungsergebnis des Abschlussprüfers und erhob keine Einwendungen gegen die vom Vorstand am Schluss des Berichts abgegebene Erklärung über die Beziehung zu verbundenen Unternehmen.
Der Aufsichtsrat dankt Kaoru Nihei für seine erfolgreiche Tätigkeit als Vorstand der ifa systems AG in den vergangenen beiden Jahren. Und nicht zuletzt dankt der Aufsichtsrat dem Vorstand und allen Mitarbeiter - innen und Mitarbeitern der Unternehmensgruppe für ihren engagierten Einsatz. Gemeinsam haben sie mit großem Engagement die Entwicklung der Gesellschaft im Geschäftsjahr 2017 gestaltet.
Frechen, den 8. Mai 2018
Für den Aufsichtsrat
gez. Nick Smit, Vorsitzender des Aufsichtsrats
sonstige Berichtsbestandteile
Angaben zur Feststellung:
Der Jahresabschluss wurde am 08.05.2018 festgestellt.
Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers
Wir haben den Jahresabschluss - bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang - unter Einbeziehung der Buchführung und den Lagebericht der ifa systems AG, Frechen, der mit dem Konzernlagebericht zusammengefasst ist, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2017 bis 31. Dezember 2017 geprüft. Die Buchführung und die Aufstellung von Jahresabschluss und zusammengefasstem Lagebericht nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften liegen in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung und über den zusammengefassten Lagebericht abzugeben.
Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und durch den zusammengefassten Lagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld der Gesellschaft sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Buchführung, Jahresabschluss und den zusammengefassten Lagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.
Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.
Nach unserer Beurteilung entspricht der Jahresabschluss aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft. Der zusammengefasste Lagebericht steht im Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den gesetzlichen Vorschriften, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.
Wuppertal, den 8. Mai 2018
**TREUMERKUR Dr. Schmidt und Partner KG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft**
gez.
Dipl.-Oec. Andreas F.Wildoer, Wirtschaftsprüfer
Dipl.-Kfm. Arvid Feuerstack, Wirtschaftsprüfer
Bei Veröffentlichungen oder Weitergabe des Jahresabschlusses und des Lageberichts in einer von der bestätigten Fassung abweichenden Form bedarf es zuvor unserer erneuten Stellungnahme, sofern hierbei unser Bestätigungsvermerk zitiert oder auf unsere Prüfung hingewiesen wird; auf § 328 HGB wird verwiesen.