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Hays PLC Annual Report 2020

Jul 6, 2021

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Annual Report

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Publication

Hays AG

Mannheim

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.07.2019 bis zum 30.06.2020

Lagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Juli 2019 bis 30. Juni 2020

Markt und Branche

Die Hays AG ist ein Personaldienstleister. Sie vermittelt Experten an Kunden in freiberuflicher Tätigkeit („Contracting“) oder in Festanstellung („Perm“). Zudem übernimmt die Gesellschaft im „Managed Service Providing“ Dienstleistungen für die Einkaufsabteilungen der Kunden, indem deren Einkauf von Freiberuflern gebündelt wird.

Die deutsche Wirtschaft ist im Kalenderjahr 2019 mit 0,6 % gewachsen (statistisches Bundesamt1 ). Die Wirtschaftsleistung ist zwar im zehnten Jahr in Folge gestiegen, aber mit nachlassender Dynamik. Bedingt durch die Stagnation im zweiten Halbjahr 2019 konnte das Niveau des Vorjahres nicht gehalten werden. Gründe für das schwache Wachstum waren Handelskonflikte und der Brexit. Diese haben die politische Unsicherheit extrem nach oben geschraubt, was wiederum den Außenhandel Deutschlands und die Investitionstätigkeit im Inland dämpfte. 2 Hinzu kamen die Probleme der Automobilindustrie.

Die ersten Signale für das erste Quartal 2020 waren durchaus positiv. Die Produktion hat sich zum Jahresauftakt deutlich erholt und die Auftragseingänge sowie die Stimmungsindikatoren deuteten auf einen verhaltenen Aufwärtstrend hin3 . Allerdings hat der Ausbruch der Corona Pandemie im März mit all ihren wirtschaftlichen Folgen das Bild komplett umgekehrt, so dass das 1. Quartal 2020 mit einem negativen Wachstum von minus 2,0 % (statistisches Bundesamt) abgeschlossen hat. Im zweiten Quartal 2020 ist das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 9,7 % gesunken. Das war der stärkste Rückgang seit Beginn der vierteljährlichen BIP-Berechnungen für Deutschland im Jahr 1970. Er fiel noch deutlich stärker aus als während der Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise (-4,7 % im 1. Quartal 2009). Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, sind im 2. Quartal 2020 sowohl die Exporte und Importe von Waren und Dienstleistungen massiv eingebrochen als auch die privaten Konsumausgaben und die Investitionen in Ausrüstungen. Der Staat erhöhte dagegen seine Konsumausgaben während der Krise. Unter der Annahme, dass der Tiefpunkt damit erreicht ist, wird die Wirtschaftsleistung im Zuge der Lockerungen und allmählichen Belebung internationaler Wertschöpfungsketten bereits im dritten Quartal wieder steigen. Diese werden aber durch die massiven Einkommensausfälle für geraume Zeit gebremst sein. Die Bundesregierung dürfte zwar mit ihren Gegenmaßnahmen Schlimmeres verhindern und die Binnenwirtschaft stabilisieren, kann aber kaum etwas gegen eine stark gesunkene Auslandsnachfrage ausrichten. Diese spiegelt die teils sehr starken Auswirkungen der Krise auf den Arbeitsmärkten vieler Länder wider.

Bei einer derartig schwer einschätzbaren Unsicherheit auf dem heimischen Markt und gleichzeitig auch auf den Auslandsmärkten werden inländische Unternehmen für sich die Notwendigkeit sehen nicht notwendige Investitionen zu einem guten Teil zurückzustellen.

Unter dem Strich wird die Erholung auch hierzulande schleppend verlaufen. Die deutsche Wirtschaft kann den erwarteten Rückgang des Bruttoinlandsprodukts für das Jahr 2020 um 9,4 % (DIW) mit einem erwarteten Zuwachs im Jahr 2021 von 3,0 % (DIW) bei Weitem nicht wettmachen. 4

Weiteres Risikopotential für die Konjunktur ergeben sich auch aus den schwelenden Handelskonflikten und einem Brexit ohne Abkommen. Beides kann die offene deutsche Wirtschaft zusätzlich empfindlich treffen.

Die Unsicherheit in den Märkten wird viele Kunden dazu veranlassen geplante Projekte zu stoppen oder nach hinten zu verschieben. Das wird sich selbstverständlich auch in der Nachfrage nach freiberuflichen und festangestellten Spezialisten auswirken, eine Grundnachfrage wird dennoch weiterhin bestehen bleiben. Allerdings wird diese je nach Fachrichtung unterschiedlich groß ausfallen. Grundsätzlich ist der Mangel an qualifizierten Fachkräften in Deutschland, der die Großunternehmen dazu zwingt, bestimmte, dringend benötigte Expertise am Markt einzukaufen, weiterhin struktureller und damit langfristiger Natur. Dies trifft aufgrund der Struktur der deutschen Wirtschaft mit ihrer Exportorientierung insbesondere für IT-Spezialisten und Ingenieure zu. Für passgenaue Ressourcen, deren spezielle Kenntnisse dauerhaft oder zeitlich begrenzt für ein Projekt benötigt werden, existiert ein permanenter Bedarf, zu dessen Deckung eine steigende Anzahl von Unternehmen bereit ist, spezialisierte Dienstleister zu beauftragen.

Hinzukommt, dass die Corona Krise und der Lockdown in der Gesellschaft und auch in der Industrie einen Digitalisierungsschub angestoßen hat, der ohne zusätzliche IT Spezialisten nicht machbar ist.

Die Konkurrenz um qualifizierte Ressourcen ist unseres Erachtens nach wie vor extrem hoch. Sowohl Endkunden als auch große Personaldienstleister gehen verstärkt dazu über, Aus- und Weiterbildungen anzubieten oder zu finanzieren. Auch Ressourcen aus dem benachbarten Ausland werden verstärkt gesucht und engagiert, wobei jedoch die Sprachbarriere weiterhin der limitierende Faktor bleibt.

Trotzdem trifft im deutschen Markt immer noch eine begrenzte Anzahl von hochqualifizierten Spezialisten auf eine deutlich höhere Nachfrage. Der Markt bietet einer Vielzahl von Anbietern mit ähnlichem Geschäftsmodell wie dem der Hays AG attraktive Chancen. Allerdings ist festzustellen, dass die Hays AG nach wie vor ein Alleinstellungsmerkmal darin besitzt, dass sie ihre Dienstleistung deutschlandweit für eine Vielzahl von Skills und für verschiedene Vertragsformen anbietet.

Geschäftsverlauf und Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

Die Hays AG konzentriert sich mit ihren Dienstleistungen auf Unternehmen aus den TOP 500 der deutschen Wirtschaft mit einer Streuung über alle Branchen. Die größten 10 Kunden sind für weniger als 20% des Rohertrags verantwortlich.

Das Ergebnis des am 30. Juni 2020 endenden Geschäftsjahres ist vor dem Hintergrund der Ausnahmesituation bedingt durch die Corona Krise immer noch als zufriedenstellend zu beurteilen. Sowohl Umsatzwachstum als auch das Ergebnis sind entsprechend hinter den ursprünglichen Erwartungen geblieben. Dennoch konnte ein Großteil des Ergebnisses aus den ersten drei Quartalen im Hinblick auf das Gesamtjahresergebnis gesichert werden. Im Hinblick auf die Marktposition ist die Hays AG gemäß der letzten Lünendonk-Liste „Anbieter für Rekrutierung, Vermittlung und Steuerung von IT Freelancern in Deutschland5 weiterhin mit großem Abstand der Marktführer.

Die Hays AG ist in Mannheim, Augsburg, Berlin, Bonn, Bremen, Dortmund, Dresden, Düsseldorf, Essen, Frankfurt, Freiburg, Hamburg, Hannover, Ingolstadt, Köln, Leipzig, München, Nürnberg, Stuttgart, Ulm, Walldorf und Wiesbaden vertreten und bietet ihren Mitarbeitern attraktive Arbeitsplätze, die durch Wachstumsdynamik, Effizienz und hohe Eigenverantwortung geprägt sind. Die Mitarbeiterzahl sank in den vergangenen 12 Monaten von 2.050 auf 1.833 Personen zum Ende des Geschäftsjahres. Der Personalrückgang trägt dem krisenbedingt geringeren Umsätzen Rechnung, um weiterhin die Substanz in allen Geschäftsfeldern zu sichern und für die Zeit nach der Krise vorbereitet zu sein. Die Gesellschaft ist weiterhin darauf fokussiert die Kundennachfragen mit einer ausreichenden Anzahl von eingearbeiteten Mitarbeitern und etablierten Prozessen zu bedienen. Alle Geschäftsfelder werden weiterbetrieben und sind auf Wachstum ausgerichtet.

Finanzielle Leistungsindikatoren

Als wesentliche Kennzahl zur Unternehmenssteuerung wird der Rohertrag (Umsatz minus bezogener Leistungen) herangezogen. Neben dem Rohertrag wird das Ergebnis vor Steuern als bedeutsame Kennzahl zur internen Steuerung herangezogen. Im Rahmen der Unternehmensführung werden weitere finanzielle Kennzahlen erhoben und einbezogen, die bei der internen Steuerung hinsichtlich der mittel- und langfristigen Weiterentwicklung des Unternehmens von vergleichsweise untergeordneter Bedeutung sind.

Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

Im Rahmen des Berichtswesens werden für das Unternehmen auch nichtfinanzielle Kennzahlen ermittelt, die jedoch nur für die interne Steuerung erhoben werden und darüber hinaus keine wesentliche Bedeutung haben. Im Wesentlichen werden Kennzahlen aus dem Personalwesen einbezogen, wie zum Beispiel die Anzahl der Mitarbeiter und Schulungsstunden.

Vermögenslage

Die Bilanzsumme der Gesellschaft hat sich im Vergleich zum Vorjahr um Tsd. Euro 16.371 leicht vermindert. Auf der Aktivseite stehen dem umsatzbedingten Rückgang der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (Tsd. Euro 25.967) ein Anstieg der immateriellen Vermögensgegenständen (Tsd. Euro 2.806) gegenüber. Dieser ist im Wesentlichen auf Softwarezugänge im Rahmen von laufenden Optimierungsprojekten zurückzuführen.

Der Anstieg der Forderungen gegen verbundene Unternehmen um Tsd. Euro 7.049 auf Tsd. Euro 78.327 resultiert im Wesentlichen darauf, dass im Berichtsjahr auf eine Saldierung der Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen verbundenen Unternehmen verzichtet wurde. Zum Stichtag betrugen die Forderungen aus dem Cash-Pool-Guthaben gegenüber der Hays Holding GmbH Tsd. Euro 58.986 (Vorjahr Tsd. Euro 66.795).

Der Anstieg der sonstigen Rückstellungen ist mit Tsd. Euro 4.000 auf den Anstieg der Rückstellungen im Personalbereich durch Restrukturierungsmaßnahmen im Rahmen der Neuausrichtung der Sales Organisation zurückzuführen. In den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen ist die Verbindlichkeit aus Ergebnisabführung in Höhe von Tsd. Euro 53.576 enthalten (Vorjahr Tsd. Euro 77.055). Zum 15. Juni 2016 wurde zwischen der Hays AG und der Hays Holding GmbH ein Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag geschlossen, dem die Hauptversammlung am 15. Juni 2016 zugestimmt hat. Die Eintragung ins Handelsregister erfolgte am 29. Juni 2016. Dieser trat rückwirkend zum 1. Juli 2015 in Kraft.

Begründet durch den leichten Rückgang der Bilanzsumme bei einem konstanten Eigenkapital ist die Eigenkapitalquote auf 19,2 % (Vorjahr: 18,4 %) gestiegen.

Ertragslage

Der Umsatz der Hays AG in Höhe von 1.351 Mio. € (Vorperiode 1.510 Mio. €) ist in der Periode vom 1. Juli 2019 bis zum 30. Juni 2020 gegenüber dem vorangegangenen Geschäftsjahr um 10,5 % gesunken. Ursprünglich gingen wir in unseren Planungen von einem geringen Umsatzrückgang (- 1

-2 %) aus. Der starke Umsatzrückgang ist im Wesentlichen als direkter Effekt der Corona Krise zu sehen. Ein weiterer Grund ist der Rückgang der Umsätze im Bereich „Managed Service Providing“ um 94 Mio. € auf 228 Mio. €. Der Bereich der Vermittlung von freiberuflichen Experten ist um 68 Mio. € bzw. 6,1 % auf 1.038 Mio. € gesunken. Das Geschäft mit der Vermittlung von Experten in Festanstellung hat im abgeschlossenen Geschäftsjahr einen Umsatz von 45 Mio. € (Vorjahr: 49 Mio. €) erzielt und ist damit um 8,8 % gesunken.

Der Rohertrag (Umsatzerlöse abzüglich Materialaufwand) beträgt Tsd. Euro 231.289 (Vorjahr: Tsd. Euro 251.237) und wies einen Rückgang von 7,9 % auf. Ursprünglich gingen wir von einem moderaten Wachstum von 2-3 % aus. Wesentlicher Grund für den Rückgang bzw. die Abweichung des Rohertrages sind auch hier die Effekte der Corona Krise bzw. der Rückgang der Umsatzerlöse. Hingegen hat sich der Rückgang des margenschwachen MSP Geschäftes kaum ausgewirkt.

Das Betriebsergebnis von Tsd. Euro 54.466 liegt um 29,5 % unter dem Wert des Vorjahres (Tsd. Euro 77.240). Ursprünglich wurde mit einem moderaten Anstieg von 1-2 % geplant. Der Rückgang ist im Wesentlichen auf die negative Entwicklung des Rohertrages zurückzuführen. Die gestiegenen Personalaufwendungen haben diesen Effekt nochmal verstärkt.

Die Umsatzrendite (Betriebsergebnis zu Umsatz) liegt mit 4,0 % unter dem Wert des Vorjahres (Vorjahr: 5,1 %). Der Rückgang dieser Kennzahl ist ebenfalls im Wesentlichen auf die negative Entwicklung des Rohertrages zurückzuführen.

Das Ergebnis vor Steuern in Höhe von Tsd. Euro 54.053 hat sich gegenüber dem Vorjahr um Tsd. Euro 23.035 oder 29,9 % reduziert. Auch bei diesem finanziellen Leistungsindikator ging man in den Planungen von einem moderaten Wachstum von 1-2 % aus. Die Ursachen für die Entwicklung sind die gleichen wie bei der Entwicklung des Betriebsergebnisses.

Finanzlage

Der Cash-Flow aus der laufenden Geschäftstätigkeit beträgt Tsd. Euro 76.319 (Vorjahr: Tsd. Euro 80.220). Der Rückgang ist hauptsächlich auf das um Tsd. Euro 23.479 niedrigere Jahresergebnis zurückzuführen.

Der Cash-Flow aus der Investitionstätigkeit beträgt Tsd. Euro 1.637 (Vorjahr: Tsd. Euro -5.949). Im Wesentlichen handelt es sich dabei um Investitionen in das Anlagevermögen (Tsd. Euro 6.219; Vorjahr Tsd. Euro 5.026). Die Forderungen aus dem Cash-Pooling haben um Tsd. Euro 7.809 abgenommen. Der Cash-Flow aus der Finanzierungstätigkeit hat sich im Wesentlichen aufgrund der höheren Ergebnisabführung entsprechend gemindert.

Die Forderungsausfälle sind weiterhin im Promillebereich des Jahresumsatzes.

Allerdings wurden zum Geschäftsjahresende Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferung und Leistungen i.H.v. Tsd. Euro 1.643 vorgenommen, um erfolgten Insolvenzanträgen von Kunden (v.a. vor dem Hintergrund der Corona Krise) Rechnung zu tragen.

Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung

Die Hays AG hat ihre führende Marktposition in der Rekrutierung und Vermittlung von IT Experten in den vergangenen Jahren kontinuierlich ausgebaut (siehe letzte Lünendonk-Liste 20206 ). Der Bedarf an IT Experten wird auch zusätzlich durch den Digitalisierungsschub, der durch die Corona-Krise und den Lockdown angestoßen wurde, verstärkt werden. Nach wie vor bestehen für spezialisierte Personaldienstleistungen ein hohes Potenzial und gute Wachstumschancen. Die Vorteile, die diese Dienstleistungen sowohl Großunternehmen in Bezug auf Flexibilität und Kostenersparnis als auch selbständigen Spezialisten in Bezug auf erzielbaren Verdienst und abwechslungsreiche Arbeit bieten, sind unverändert vorhanden. Großunternehmen setzen nach unseren Beobachtungen ihre Bemühungen fort, ihre Einkaufsvolumina auf Preferred Supplier zu bündeln bzw. bestimmte klar abgegrenzte interne Prozesse auf externe Dienstleister zu verlagern. Nach unserer Ansicht wird die Anzahl der Lieferanten pro Kunde sich damit reduzieren und die bestehende Fragmentierung des Marktes mittelfristig zurückgehen. Die Hays AG unterstützt ihre Kunden aktiv in diesen Prozessen. Aus diesem Grund haben wir auch im abgelaufenen Geschäftsjahr weiterhin stark in die Automatisierung der Abrechnungsprozesse investiert. Es ist anzunehmen, dass die Hays Gruppe sowohl aufgrund ihrer Größe, ihrer technischen Infrastruktur als auch der Dauer ihrer Kundenbeziehungen von dieser Entwicklung profitieren wird. Die Marktkonsolidierung wird u.E. auch durch die Corona Krise noch einen Schub erhalten. Unternehmen, die keine ausreichende Kapitalausstattung haben, oder aus Kundensicht nicht genug Risikobeständigkeit haben, werden Marktanteile an die großen Anbieter verlieren.

Risiken bestehen sowohl aufgrund genereller konjunktureller und politischer Entwicklungen als auch marktspezifischer Gegebenheiten. Im Falle eines Konjunktureinbruches und der daraus resultierenden Investitionszurückhaltung von Großkunden, würde das Geschäft von Hays direkt negativ beeinflusst werden. Politische Veränderungen vor allem im Bereich der Arbeits- und Sozialgesetzgebung können einen negativen Einfluss ausüben, wobei die Gefahr darin besteht, dass der Unterschied im Liberalisierungsgrad weiter zunimmt. Hier sind sowohl die Unterschiede zu den europäischen Nachbarn als aber auch zu den neuen EU-Mitgliedern und EU-Beitrittskandidaten in Osteuropa relevant. Durch Nearshoring sind insbesondere Großunternehmen in der Lage, ihre IT-Abteilungen aber auch andere Servicefunktionen wie Buchhaltung, Controlling und Reporting in diese Länder zu verlagern und damit den Faktor Arbeit billiger aber auch flexibler zu gestalten. Durch den Ausbau des Permanent Geschäftes sowie die Hinzunahme des Finance und Marketing & Sales sowie des Life Science und Legal Geschäftes hat sich jedoch das Risikoprofil der Hays AG in den vergangenen Jahren positiv geändert. Die Abhängigkeit vom IT/Engineering Geschäft hat sich, obwohl nach wie vor vorhanden, weiter reduziert.

Der Eintritt insbesondere großer international tätiger ausländischer Personaldienstleister in den deutschen Markt wird sich noch verstärken, wodurch sich die Konkurrenzsituation weiter verschärfen wird. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass dadurch sowohl auf der Einkaufs- als auch auf Kundenseite Risiken entstehen, die den Gewinn von Hays negativ beeinflussen können.

Ausfall- und Liquiditätsrisiken sind zum einen wegen der diversifizierten Kundenstruktur und zum anderen aufgrund der guten Bonität der Kunden von Hays als weniger relevant einzustufen, allerdings ist das Risiko durch die Corona Krise für die kommenden Jahre als wesentlich höher einzustufen. Diesem Risiko wird zukünftig mit einem noch intensiveren Forderungsmanagement begegnet. Wesentliche Risiken aus Verbindlichkeiten sind nicht zu erkennen, da große Teile aus Lieferungen und Leistungen resultieren und in Euro fakturiert sind. Sie stellen somit kein wesentliches Währungskursrisiko dar. Risiken aus Zahlungsstromschwankungen werden im Rahmen einer Liquiditätsplanung erfasst und überwacht.

Aufgrund der aktuellen Situation in Bezug auf “Corona/COVID-19“ besteht grundsätzlich die Unsicherheit einer weiteren negativen Auswirkung im gesamtwirtschaftlichen Kontext. Für die Hays AG bestehen dabei direkte Risiken vor allem in Abschluss von neuem Geschäft aufgrund der Zurückhaltung der Kunden bei neuen Projekten und den vorgenannten potentiellen Zahlungsschwierigkeiten von Kunden deren Liquiditätspolster aufgrund einer eventuellen "zweiten Welle" nicht mehr ausreichen könnten. Diese Risiken können aus heutiger Sicht nicht quantifiziert werden.

Hays hat ein internes Reporting und Frühwarnsystem etabliert, mittels dessen alle relevanten Risiken regelmäßig vom Vorstand analysiert werden und auf dessen Basis Entscheidungen zur Unternehmensteuerung getroffen werden.

Wir, der Vorstand, gehen davon aus, dass keine bestandsgefährdenden Risiken vorliegen.

Prognosebericht

Zur Erreichung der im Vorjahr getroffenen Prognosen berichten wir im Abschnitt zur Ertragslage.

Für das Geschäftsjahr 2020/21 wird aufgrund der konjunkturellen Unsicherheiten bedingt durch die Corona Krise mit einem starken Rückgang gerechnet. Bei den Umsatzerlösen erwarten wir sowohl im Bereich „Contracting“ als auch „Perm“ rückläufige Entwicklung. Im Bereich „Managed Service Providing“ wird weiterhin mit einem starken Rückgang gerechnet. Insgesamt rechnet die Gesellschaft, unter Berücksichtigung der unsicheren gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen, mit rückläufigen Umsatzerlösen von 25 % bis 30 %. Der Rohertrag wird sich zwischen 23 bis 28 % reduzieren. Das Ergebnis vor Steuern wird sich auf ähnlichem Niveau entwickeln.

Die Planungen sehen einen Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit vor, der ausreichen wird, um alle Investitionen leisten zu können sowie zur Aufstockung des Cash-Pool Guthabens beitragen wird. Investitionen sind nur in dem Maße geplant, wie es das Wachstum der Mitarbeiterzahl erfordert.

Zusammenfassend befindet sich die Hays AG unserer Ansicht nach vor einem herausfordernden Marktumfeld und gesamtwirtschaftlichen Kontext, aber mit einer soliden Ausgangslage. Allerdings befindet sich die gesamte Branche in derselben Situation. Im Vergleich ist aber die Hays AG aufgrund ihrer strategischen Ausrichtung und finanziellen Stärke in einer besseren Situation, um sowohl in einem Szenario einer stagnierenden Gesamtwirtschaft als auch bei einer positiven Entwicklung der Konjunktur zu bestehen und die sich ergebenden Chancen eines dynamischen Marktes bestmöglich zu nutzen. Ziel ist es mit hochmotivierten Mitarbeitern, wieder den Expansionskurs der vergangenen Jahre weiter fortzusetzen. Gefahren für eine Fortsetzung der erfolgreichen Entwicklung der letzten Jahre stellen im Wesentlichen eine Verschlechterung der oben angesprochenen exogenen Faktoren dar, die von Hays direkt nicht beeinflussbar sind.

Erklärung der Unternehmensführung

Gem. dem „Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst“ ist sich die Geschäftsführung der Hays AG dessen Anforderung bezüglich der Frauenquote im Aufsichtsrat, in der Geschäftsführung sowie in den zwei darunterliegenden Führungsebenen bewusst.

Die Geschäftsführer haben sich zum Ziel gesetzt, den Frauenanteil in der Belegschaft schrittweise zu steigern. Die Zielgröße für den Frauenanteil der ersten Führungsebene wird auf 10 % und der zweiten Führungsebene auf 35 % festgelegt. Beide Zielgrößen sollen bis zum 26. Juni 2023 erreicht werden.

Zielgröße für den Frauenanteil im Aufsichtsrat und im Vorstand war durch den Aufsichtsrat bis zum 31. Dezember 2019 auf 0 % festgesetzt. Dieses Ziel wurde erreicht. Für den Zeitraum bis zum 31. Dezember 2020 wurde für den Aufsichtsrat und den Vorstand wieder 0 % als Ziel festgesetzt.

Mannheim, 25. September 2020

Der Vorstand

Dirk Hahn, Vorstandsvorsitzender

Markus Auer

Christoph Niewerth

1 https://www.destatis.de/DE/Themen/Wirtschaft/Volkswirtschaftliche-Gesamtrechnungen-Inlandsprodukt/Tabellen/bip-bubbles.html

2 https://www.deka.de/site/dekade_deka-gruppe_site/get/documents/dekade/Publikationen/2020/Volkswirtschaft/Aktuell/20200115_VA_DEU_BIP.pdf

3 Siehe DIW Wochenbericht 12/2020, S.206-229

4 Siehe DIW Wochenbericht 24/2020. S.420-436

5 https://www.luenendonk.de/produkte/listen/luenendonk-liste-2020-fuehrende-anbieter-fuer-rekrutierung-vermittlung-und-steuerung-von-it-freelancern-in-deutschland/

6 https://www.luenendonk.de/produkte/listen/luenendonk-liste-2020-fuehrende-anbieter-fuer-rekrutierung-vermittlung-und-steuerung-von-it-freelancern-in-deutschland/

Bilanz zum 30. Juni 2020

Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 2020 (01.07.2019 – 30.06.2020)

Anhang für das Geschäftsjahr 2020

Bilanz zum 30.6.2020

Aktiva

in Tsd. Euro 2020 2019 Anhang
Anlagevermögen
Immaterielle Vermögensgegenstände 14.824 12.018 1
Sachanlagen 6.759 7.217 2
21.583 19.235
Umlaufvermögen
Vorräte 288 272
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 332.739 351.448 3
Flüssige Mittel 1.206 763 4
334.233 352.483
Rechnungsabgrenzungsposten 2.645 3.114 5
358.461 374.832
Passiva
Eigenkapital 6
Gezeichnetes Kapital 7.073 7.073
Kapitalrücklage 1.186 1.186
Gewinnrücklagen 142 142
Bilanzgewinn 60.391 60.391
68.792 68.792
Rückstellungen 22.858 14.795 7
Verbindlichkeiten 263.131 286.359 8
Rechnungsabgrenzungsposten 3.680 4.886 9
358.461 374.832

Gewinn- und Verlustrechnung vom 1.7.2019 bis zum 30.6.2020

in Tsd. Euro 2020 2019 Anhang
Umsatzerlöse 1.350.876 1.509.992 11
Sonstige betriebliche Erträge 3.832 4.626 12
Materialaufwand 1.119.587 1.258.755 13
Personalaufwand 127.504 124.695 14
Abschreibungen 3.871 3.681 15
Sonstige betriebliche Aufwendungen 49.280 50.247 16
Finanzergebnis 413 152 17
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 477 17 18
Ergebnis nach Steuern 53.576 77.071
sonstige Steuern 0 16
Aufgrund eines Gewinnabführungsvertrages
abgeführter Gewinn 53.576 77.055
Jahresüberschuss 0 0
Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 60.391 60.391
Bilanzgewinn 60.391 60.391

Anlage zum Anhang

Allgemeine Grundlagen

Die Hays AG (Gesellschaft) wurde am 15. November 1999 gegründet. Die Gesellschaft hat ihren Sitz in Mannheim und ist eingetragen in das Handelsregister beim Amtsgericht Mannheim (HRB 8258).

Der Jahresabschluss der Gesellschaft für das Geschäftsjahr 2020 ist nach den Vorschriften für Kapitalgesellschaften gemäß §§ 242 ff. und §§ 264 ff. des Handelsgesetzbuches in der Fassung des Bilanzrichtlinien-Umsetzungsgesetzes (BilRUG) sowie nach den ergänzenden Vorschriften des Aktiengesetzes aufgestellt worden. Die Hays AG ist eine große Kapitalgesellschaft im Sinne des § 267 Abs. 3 und 4 HGB.

Um die Klarheit der Darstellung zu vergrößern wurden Posten der Bilanz sowie der Gewinn- und Verlustrechnung nach § 265 Abs. 7 Nr. 2 HGB zusammengefasst. Diese Posten werden im Anhang gesondert ausgewiesen. Um die Klarheit und Übersichtlichkeit des Jahresabschlusses zu vergrößern, wird vom Wahlrecht, bestimmte Angaben im Anhang zu machen, grundsätzlich Gebrauch gemacht.

Die Gewinn- und Verlustrechnung wird nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.

Die Beträge werden in Tausend Euro (Tsd. Euro) ausgewiesen.

Das Geschäftsjahr umfasst den Zeitraum vom 1. Juli bis zum 30. Juni (abweichendes Wirtschaftsjahr).

Der Jahresabschluss wurde unter Annahme der Unternehmensfortführung (Going-Concern) aufgestellt.

Am 30. Juni 2015 wurden die Anteile der Hays International Holdings Limited, London (Großbritannien) an der Hays AG an die neu gegründete Tochtergesellschaft Hays Holding GmbH, Mannheim (Deutschland) übertragen.

Die Gesellschaft gehört zum umsatzsteuerlichen und zum ertragsteuerlichen Organkreis der Hays Holding GmbH, Mannheim. Umsatzsteuerlich ist die Gesellschaft seit dem 1. April 2016 Organgesellschaft der Hays Holding GmbH, die als Organträger fungiert.

Es besteht seit dem 15. Juni 2016 ein Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag mit der Hays Holding GmbH, Mannheim. Dieser trat rückwirkend zum 1. Juli 2015 in Kraft.

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die Vermögens- und Schuldposten wurden unter Beachtung der Vorschriften des HGB für große Kapitalgesellschaften und der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung bewertet.

Die Bewertungsmethoden der Vorjahre wurden unverändert beibehalten. Die Bewertung der Vermögens- und Schuldposten trägt wesentlichen erkennbaren Risiken nach den Grundsätzen vorsichtiger kaufmännischer Beurteilung Rechnung.

Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände sind mit Anschaffungskosten angesetzt und werden entsprechend ihrer voraussichtlichen Nutzungsdauer linear abgeschrieben. Bei einer voraussichtlich dauernden Wertminderung erfolgt eine Abwertung auf den niedrigeren beizulegenden Wert.

Die geleisteten Anzahlungen betreffen im Wesentlichen Kosten für entgeltlich erworbene Software und deren Customizing, die zum Bilanzstichtag über das Gesamtprojekt betrachtet noch nicht betriebsbereit war. Die geleisteten Anzahlungen werden zum Nennbetrag angesetzt.

Sachanlagen sind zu den Anschaffungskosten einschließlich Anschaffungsnebenkosten bilanziert und werden entsprechend ihrer voraussichtlichen Nutzungsdauer linear abgeschrieben.

Die geleisteten Anzahlungen und Anlagen im Bau betreffen EDV-Hardware, die zum Bilanzstichtag noch nicht betriebsbereit war.

Nutzungsdauern

in Jahren
Immaterielle Vermögensgegenstände
entgeltlich erworbene Software linear/ 1-8 Jahre
Bauten auf fremden Grundstücken
Mietereinbauten linear/ 5 Jahre
Betriebs- und Geschäftsausstattung
EDV-Hardware linear/ 2-8 Jahre
Büroausstattung linear/ 2-15 Jahre

Auf die Zugänge zum beweglichen Sachanlagevermögen wurde die Jahresabschreibung pro rata temporis verrechnet.

Geringwertige Wirtschaftsgüter mit einem Anschaffungswert unter 800 Euro werden im Zugangsjahr voll abgeschrieben.

In den Vorräten sind Betriebsstoffe (Bestand Werbemittel) enthalten. Die Vorräte wurden zu Anschaffungskosten angesetzt.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind zu Nennwerten unter Berücksichtigung erkennbarer Risiken angesetzt. Ein niedrigerer beizulegender Wert am Bilanzstichtag wird durch angemessene Wertberichtigungen berücksichtigt.

Flüssige Mittel werden zum Nennwert angesetzt. Die Bewertung der monetären Fremdwährungsbestände erfolgt zum Devisenkassakurs am Stichtag.

Das gezeichnete Kapital wird mit dem Nennbetrag ausgewiesen.

Bei den sonstigen Rückstellungen werden alle erkennbaren Risiken auf der Grundlage vernünftiger kaufmännischer Beurteilung, für ungewisse Verbindlichkeiten und drohende Verluste aus schwebenden Geschäften berücksichtigt. Die Rückstellungen sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages angesetzt.

Die Verbindlichkeiten sind mit den Erfüllungsbeträgen passiviert.

Latente Steuern wurden aufgrund des nunmehr seit dem 1. Juli 2015 bestehenden Organschaftsverhältnisses auf Ebene der Organträgerin Hays Holding GmbH, Mannheim, berechnet und gemäß den handelsrechtlichen Vorschriften ausgewiesen.

Unter den Rechnungsabgrenzungsposten werden Ausgaben bzw. Einnahmen vor dem Abschlussstichtag ausgewiesen, soweit sie Aufwendungen bzw. Erträge für einen bestimmten Zeitraum danach darstellen.

Soweit Posten des Jahresabschlusses Währungsumrechnungen zugrunde liegen, erfolgt die Umrechnung bei kurzfristigen Forderungen und Verbindlichkeiten zum Devisenkassamittelkurs, bei langfristigen Forderungen und Verbindlichkeiten unter Berücksichtigung des Anschaffungskosten- und Realisationsprinzips.

Erläuterungen zur Bilanz

1 Immaterielle Vermögensgegenstände

Der Anlagespiegel zeigt die Aufgliederung sowie die Entwicklung der in der Bilanz zusammengefassten Anlagepositionen (siehe Seite 12).

2 Sachanlagen

Der Anlagespiegel zeigt die Aufgliederung sowie die Entwicklung der in der Bilanz zusammengefassten Anlagepositionen (siehe Seite 12).

3 Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

in Tsd. Euro 2020 2019
Forderungen
aus Lieferungen und Leistungen 252.846 278.813
gegen verbundene Unternehmen 78.327 71.278
(davon gegen Gesellschafter) 74.287 66.795
Sonstige Vermögensgegenstände 1.566 1.357
332.739 351.448

Alle Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben wie im Vorjahr eine Restlaufzeit von weniger als einem Jahr.

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen betreffen 58.986 Tsd. Euro (Vorjahr: 66.795 Tsd. Euro) die Gesellschafterin Hays Holding GmbH aus einer Cash Pool Vereinbarung. Die weiteren 19.341 Tsd. Euro (Vorjahr: 4.483 Tsd. Euro) beinhalten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 4.082 Tsd. Euro sowie Forderungen aus der umsatzsteuerlichen Organschaft 15.259 Tsd. Euro. Alle Forderungen gegen verbundene Unternehmen haben wie im Vorjahr eine Restlaufzeit von weniger als einem Jahr.

In diesem Berichtsjahr wurde erstmalig keine Aufrechnung von Forderungen und Verbindlichkeiten gegen jeweilige verbundene Unternehmen vorgenommen.

Die sonstigen Vermögensgegenstände in Höhe von 1.566 Tsd. Euro (Vorjahr: 1.357 Tsd. Euro) beinhalten im Wesentlichen debitorische Kreditoren in Höhe von 1.309 Tsd. Euro (Vorjahr: 751 Tsd. Euro) und haben wie im Vorjahr eine Restlaufzeit von weniger als einem Jahr.

4 Flüssige Mittel

Die Flüssigen Mittel beinhalten Guthaben bei Kreditinstituten.

Aufgrund der Cash Pooling Vereinbarung mit der Hays Holding GmbH werden die Euro Guthaben bei Kreditinstituten täglich an die Hays Holding GmbH übertragen. Fremdwährungsbestände werden mit dem Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bewertet und sind nicht Gegenstand der Cash-Pool-Vereinbarung.

5 Rechnungsabgrenzungsposten

Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten resultiert im Wesentlichen aus erhaltenen Rechnungen, die die Folgejahre betreffen.

6 Eigenkapital

Das Eigenkapital setzt sich wie folgt zusammen:

in Tsd. Euro 2020 2020 2019
Grundkapital 7.073 7.073
Kapitalrücklage 1.186 1.186
Andere Gewinnrücklagen 142 142
Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 60.391 60.391
Gewinnausschüttung 0 0
Zwischensumme 6.0391 60.391
Jahresüberschuss 0 0
Bilanzgewinn 60.391 60.391
Eigenkapital 68.792 68.792

Zum Bilanzstichtag beträgt das Grundkapital Euro 7.073.360,00, eingeteilt in 7.073.360 Inhaber-Stückaktien mit einem Nennbetrag von Euro 1 je Stück.

Am 4. April 2007 wurde der Gesellschaft von der Hays International Holdings Limited, London (Großbritannien), mitgeteilt, dass ihr eine Mehrheitsbeteiligung an der Hays AG gehört. Gleichzeitig hat die Hays Specialist Recruitment (Holdings) Limited, London (Großbritannien), mitgeteilt, dass ihr keine Beteiligung an der Hays AG mehr gehört.

Mit Abspaltungsvertrag vom 29. Februar 2016 wurden die von der Hays AG als Alleingesellschafterin gehaltenen Aktien der Hays (Schweiz) AG mit einem Buchwert von 63 Tsd. Euro rückwirkend zum 1. Juli 2015 im Wege einer Abspaltung zur Aufnahme ohne Gewährung neuer Geschäftsanteile an die alleinige Anteilseignerin Hays Holding GmbH, Mannheim übertragen. Gleichzeitig fand eine Reduktion der Kapitalrücklage um den Buchwert von 63 Tsd. Euro statt. Die Handelsregistereinträge erfolgten am 2. März 2016 beim Amtsgericht Mannheim.

Die Hays plc., London, Großbritannien, ist alleinige Anteilseignerin sowohl der Hays International Holdings Limited, als auch der Hays Specialist Recruitment (Holdings) Limited, beide London (Großbritannien). Die Hays International Holdings Limited, London/Großbritannien, ist alleinige Anteilseignerin der Hays Holding GmbH, Mannheim, die wiederum alleinige Anteilseignerin der Hays AG, Mannheim, ist.

In der Kapitalrücklage in Höhe von 1.186 Tsd. Euro (Vorjahr: 1.186 Tsd. Euro) ist die gesetzliche Rücklage in Höhe von 708 Tsd. Euro (Vorjahr: 708 Tsd. Euro) enthalten.

Die anderen Gewinnrücklagen in Höhe von 142 Tsd. Euro resultieren aus der erstmaligen Anwendung des § 274 HGB i.d.F. des BilMoG im Jahr 2011.

7 Rückstellungen

in Tsd. Euro 2020 2019
Steuerrückstellungen 0 411
Sonstige Rückstellungen 22.858 14.384
22.858 14.795

Die sonstigen Rückstellungen setzen sich wie folgt zusammen:

in Tsd. Euro 2020 2019
Personalrückstellungen 18.268 10.968
Boni an Kunden 1.970 1.822
Prozesskosten 156 268
Beratungs- und Prüfungskosten 456 311
Marketing 55 64
Ausstehende Rechnungen 243 3
Übrige 1.710 948
22.858 14.384

In den Personalrückstellungen sind im Wesentlichen Rückstellungen für Mitarbeiterboni und nicht genommener Urlaub sowie für Restrukturierungsmaßnahmen im Rahmen der Neuausrichtung der Sales Organisation enthalten.

8 Verbindlichkeiten

davon Restlaufzeit
in Tsd. Euro 2020 bis zu 1 Jahr Über 1 Jahr davon über 5 Jahre
--- --- --- --- ---
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 156.316 156.316
gegenüber verbundenen Unternehmen 102.576 102.576
sonstige 4.239 4.239
(davon aus Steuern) 2.163 2.163
(davon im Rahmen der sozialen Sicherheit) 4 0
263.131 263.131 0 0
davon Restlaufzeit
in Tsd. Euro 2019 bis zu 1 Jahr über 1 Jahr davon über 5 Jahre
--- --- --- --- ---
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 191.239 191.239
gegenüber verbundenen Unternehmen 91.240 91.240
sonstige 3.880 3.880
(davon aus Steuern) 2.275 2.275
(davon im Rahmen der sozialen Sicherheit) 0 0
286.359 286.359 0 0

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen setzen sich zusammen aus Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 38.933 Tsd. Euro (Vorjahr 31.765 Tsd. Euro).

Des Weiteren sind in den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen Verbindlichkeiten gegenüber der Anteilseignerin in Höhe von 63.267 Tsd. Euro (Vorjahr: 59.475 Tsd. Euro) enthalten. Hierin sind 53.576 Tsd. Euro (Vorjahr: 77.055 Tsd. Euro) aus Ergebnisabführung enthalten. Weiterhin sind Umlageverbindlichkeiten in Höhe von 2.728 Tsd. Euro (Vorjahr: 3.577 Tsd. Euro) sowie Verbindlichkeiten aus der umsatzsteuerlichen Organschaft in Höhe von 6.963 Tsd. Euro (Vorjahr: 0 Tsd. Euro) enthalten.

In diesem Berichtsjahr wurde erstmalig keine Aufrechnung von Forderungen und Verbindlichkeiten gegen jeweilige verbundene Unternehmen vorgenommen.

Die sonstigen Verbindlichkeiten in Höhe von 4.239 Tsd. Euro (Vorjahr: 3.880 Tsd. Euro) enthalten Verbindlichkeiten aus Steuern in Höhe von 2.163 Tsd. Euro (Vorjahr: 2.275 Tsd. Euro).

9 Rechnungsabgrenzungsposten

Der passive Rechnungsabgrenzungsposten beinhaltet im Wesentlichen in Rechnung gestellte aber noch nicht als Umsatz realisierte Erlöse aus Vermittlungen im Permanentgeschäft für das Folgejahr in Höhe von 3.680 Tsd. Euro (Vorjahr: 4.886 Tsd. Euro).

10 Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen der Gesellschaft betreffen Miet- und Leasingverpflichtungen.

in Tsd. Euro 2020 2019
Bis zu 1 Jahr 19.470 19.132
Zwischen 1 und 5 Jahre 50.060 44.341
Mehr als 5 Jahre 32.905 15.534
102.435 79.007

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

11 Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse, gegliedert nach Inland und Ausland, stellen sich wie folgt dar:

in Tsd. Euro 2020 2019
Inland 1.338.684 1.498.284
Ausland EU 11.523 10.543
Ausland Nicht-EU 669 1.165
1.350.876 1.509.992

Die Umsatzerlöse, gegliedert nach Geschäftsbereichen, stellen sich wie folgt dar:

in Tsd. Euro 2020 2019
Contracting 1.038.084 1.105.963
Managed Service Providing 227.504 321.980
Permanent Placements 44.706 48.955
Übrige Erlöse 40.582 33.094
1.350.876 1.509.992

Die übrigen Erlöse beinhalten im Wesentlichen Kostenweiterbelastungen an Konzernunternehmen in Höhe von 3.100 Tsd. Euro (Vorjahr: 4.121 Tsd. Euro) und Umlageweiterbelastungen an Konzernunternehmen in Höhe von 31.085 Tsd. Euro (Vorjahr: 25.457 Tsd. Euro).

12 Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge beinhalten:

in Tsd. Euro 2020 2019
Verrechnung sonstige Sachbezüge (Kfz-Gestellung) 2.890 2.727
Periodenfremde Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 330 1.561
Währungsumrechnungen 46 23
Übrige Erträge 566 315
3.832 4.626

13 Materialaufwand

Bei dem Materialaufwand (Aufwendungen für bezogene Leistungen) handelt es sich um Aufwendungen für die vermittelten Fachkräfte.

14 Personalaufwand

Der Personalaufwand setzt sich wie folgt zusammen:

in Tsd. Euro 2020 2019
Löhne und Gehälter 109.074 105.660
Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 18.430 19.035
127.504 124.695

Unter Zugrundelegung der Berechnungsmethode nach § 267 Absatz 5 HGB waren im Geschäftsjahresdurchschnitt 1.952 Mitarbeiter beschäftigt (Vorjahr: 2.028) die sich den Bereichen Backoffice (552; Vorjahr: 534), Recruitment Management (83; Vorjahr: 98), Sales (1.217; Vorjahr: 1.298) und Special Sales (100; Vorjahr: 98) zuordnen lassen.

15 Abschreibungen

Die Abschreibungen des Geschäftsjahres sind im Anlagenspiegel dargestellt.

16 Sonstige betriebliche Aufwendungen

In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind Aufwendungen aus der Währungsumrechnung in Höhe von 70 Tsd. Euro (Vorjahr: 31 Tsd. Euro) enthalten.

17 Finanzergebnis

Das Finanzergebnis gliedert sich wie folgt:

in Tsd. Euro 2020 2019
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 44 36
(davon aus verbundenen Unternehmen) 41 35
44 36
Zinsen und ähnliche Aufwendungen 457 188
(davon an verbundene Unternehmen) 285 154
- 413 - 152

Das Finanzergebnis beinhaltet mit 137 Tsd. Euro (Vorjahr: 2 Tsd. Euro) Zinsaufwendungen gegenüber dem Finanzamt.

18 Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

in Tsd. Euro 2020 2019
Körperschaftsteuer und Solidaritätszuschlag 239 0
Gewerbesteuer 238 0
Kapitalertragsteuer und Solidaritätszuschlag 0 17
477 17

In den Steuern von Einkommen und vom Ertrag sind periodenfremde Steuern in Höhe von 477 Tsd. Euro (Vorjahr 0 Tsd. Euro) aufgrund der Betriebsprüfung für die Jahre 2013 – 2015 enthalten.

Sonstige Angaben und Anlagen

Konzernbeziehungen

Das Mutterunternehmen der Hays AG, Mannheim, ist die Hays Holding GmbH, Mannheim, die alle Anteile an der Gesellschaft hält.

Die Gesellschaft ist nach § 291 HGB von der Pflicht zur Aufstellung eines Konzernabschlusses und Konzernlageberichts befreit.

Für den größten Kreis und kleinsten Kreis von Unternehmen stellt die Hays PLC., London, Großbritannien den befreienden Konzernabschluss auf, der im Companies House für England und Wales in Cardiff, Großbritannien, unter der Nummer 2150.950 registriert ist.

Der Konzernabschluss und der zusammengefasste Konzernlagebericht werden nach den internationalen Rechnungslegungsvorschriften (IFRS), wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, aufgestellt und im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlicht.

Im Wesentlichen bestehen bei den immateriellen Vermögensgegenständen abweichende Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden nach HGB und IFRS in Höhe von 21.364 Tsd. Euro.

Aufsichtsrat

Aufsichtsräte der Gesellschaft sind:

Herr Alistair Cox, London (Großbritannien), Vorsitzender, (Chief Executive Officer bei Hays PLC, London)
Herr James Hilton, London (Großbritannien), (Group Financial Controller bei Hays PLC, London)
Herr Paul Venables, London (Großbritannien), (Chief Financial Officer bei Hays PLC, London)

Die Aufsichtsratsmitglieder haben keine Vergütung für ihre Tätigkeit im Geschäftsjahr erhalten.

Vorstand

Vorstände der Gesellschaft sind:

Herr Dipl.-Kaufmann Klaus Breitschopf, Mannheim, (Vorstandsvorsitzender), CEO (Chief Executive Officer) bis 22.01.2020
Herr Dipl.-Betriebswirt Markus Auer, Brühl, CFO (Chief Financial Officer)
Herr Dipl.-Kaufmann Dirk Hahn, Ilvesheim, COO (Chief Operating Officer) bis 22.01.2020
Herr Dipl.-Kaufmann Dirk Hahn, Ilvesheim, (Vorstandsvorsitzender), CEO (Chief Executive Officer) ab 23.01.2020
Herr Dipl.-Wirtschaftsingenieur Christoph Niewerth, Dreieich-Buchschlag, COO (Chief Operating Officer)

Die Vorstände erhalten keine Vorstandsvergütung von der Hays AG.

Honorare des Abschlussprüfers

Das Gesamthonorar für den Abschlussprüfer im Geschäftsjahr 2019/2020 beträgt 82 Tsd. Euro (Vorjahr: 79 Tsd. Euro). Dabei handelt es sich ausschließlich um Abschlussprüfungsleistungen.

Nachtragsbericht

Nach Abschluss des Geschäftsjahres 2020 sind keine Vorgänge von besonderer Bedeutung eingetreten.

Aufgrund der aktuellen Situation in Bezug auf “Corona/COVID-19“ besteht grundsätzlich die Unsicherheit einer weiteren negativen Auswirkung im gesamtwirtschaftlichen Kontext. Für die Hays AG bestehen dabei direkte Risiken vor allem in Abschluss von neuem Geschäft aufgrund der Zurückhaltung der Kunden bei neuen Projekten und den vorgenannten potentiellen Zahlungsschwierigkeiten von Kunden deren Liquiditätspolster aufgrund einer eventuellen "zweiten Welle" nicht mehr ausreichen könnten. Diese Risiken können aus heutiger Sicht nicht quantifiziert werden.

Mannheim, 25. September 2020

Vorstand

Dirk Hahn, Vorstandsvorsitzender

Christoph Niewerth

Markus Auer

Anlagenspiegel für das Geschäftsjahr 2020 (01.07.2019 – 30.06.2020)

Immaterielle Vermögensgegenstände

in Tsd. Euro
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten Geleistete Anzahlungen Gesamt
Anschaffungs- und Herstellungskosten 1.7.2019 15.210 5.209 20.419
Zugänge 4.430 0 4.430
Abgänge 0 0 0
Umbuchungen 4.198 - 4.198 0
Anschaffungs- und Herstellungskosten 30.6.2020 23.838 1.011 24.849
Abschreibungen 1.7.2019 8.401 0 8.401
Abschreibungen des Geschäftsjahres 1.624 0 1.624
Zuschreibungen 0 0 0
Änderung aus Abgängen 0 0 0
Änderung aus Umbuchungen 0 0 0
Abschreibungen 30.6.2020 10.025 0 10.025
Restbuchwerte 30.6.2020 13.813 1.011 14.824
Restbuchwerte 30.6.2019 6.809 5.209 12.018
Sachanlagen

in Tsd. Euro
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau Gesamt
Anschaffungs- und Herstellungskosten 1.7.2019 1.091 16.143 133 17.367
Zugänge 181 1.608 0 1.789
Abgänge 0 - 75 0 - 75
Umbuchungen 0 127 - 127 0
Anschaffungs- und Herstellungskosten 30.6.2020 1.272 17.803 6 19.081
Abschreibungen 1.7.2019 480 9.670 0 10.150
Abschreibungen des Geschäftsjahres 75 2172 0 2.247
Änderung aus Abgängen 0 - 75 0 - 75
Änderung aus Umbuchungen 0 0 0 0
Abschreibungen 30.6.2020 555 11.767 0 12.322
Restbuchwerte 30.6.2020 717 6.036 6 6.759
Restbuchwerte 30.6.2019 611 6.473 133 7.217

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die Hays AG, Mannheim

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Hays AG, Mannheim, – bestehend aus der Bilanz zum 30. Juni 2020 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Juli 2019 bis zum 30. Juni 2020 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden – geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Hays AG für das Geschäftsjahr vom 1. Juli 2019 bis zum 30. Juni 2020 geprüft. Die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f Abs. 4 HGB (Angaben zur Frauenquote) haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 30. Juni 2020 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Juli 2019 bis zum 30. Juni 2020 und
vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum Lagebericht erstreckt sich nicht auf den Inhalt der oben genannten Erklärung zur Unternehmensführung.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f Abs. 4 HGB (Angaben zur Frauenquote).

Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss, zum Lagebericht oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder
anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher – beabsichtigter oder unbeabsichtigter – falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.
beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.
ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.
beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.
beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.
führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen

Stuttgart, den 25. September 2020

**PricewaterhouseCoopers GmbH

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft**

Jürgen Schwehr, Wirtschaftsprüfer

ppa. Florian S. Schneider, Wirtschaftsprüfer

Der Jahresabschluss zum 30.06.2020 wurde am 23.11.2020 festgestellt.