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Gerresheimer AG — Annual Report 2020
Mar 5, 2021
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Annual Report
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Finanzbericht: 27818221
Gerresheimer AG
Düsseldorf
Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.12.2019 bis zum 30.11.2020
Zusammengefasster Lagebericht
der Gerresheimer AG
GRUNDLAGEN DES KONZERNS
VORBEMERKUNGEN
Der vorliegende Lagebericht fasst den Lagebericht des Gerresheimer Konzerns und den Lagebericht der Gerresheimer AG zusammen. Soweit nicht anders vermerkt, beziehen sich die nachfolgenden Aussagen auf den Gerresheimer Konzern. Informationen zur Entwicklung der Gerresheimer AG sind im Kapitel "Geschäftsentwicklung der Gerresheimer AG" enthalten.
GESCHÄFTSTÄTIGKEIT
Der Gerresheimer Konzern ist ein weltweit führender Anbieter hochwertiger Primärverpackungen, Drug-Delivery-Devices und -Solutions für die internationale Pharma-, Healthcare- und Kosmetikindustrie.
Der Konzern umfasst die Gerresheimer AG, eine börsennotierte Aktiengesellschaft nach deutschem Recht, mit Sitz in Düsseldorf (Deutschland), die als Mutterunternehmen die von ihr direkt und indirekt gehaltenen Tochterunternehmen und assoziierten Unternehmen steuert. Zum 30. November 2020 beschäftigte der Konzern rund 10.000 Mitarbeiter (aus Gründen der Lesbarkeit wird die männliche Form verwendet, sie steht stellvertretend für Personen jeglichen Geschlechts). Die Standorte des Gerresheimer Konzerns sind der Anteilsbesitzliste, die Teil des Konzernanhangs ist, zu entnehmen.
GESCHÄFTSBEREICHE
Der Gerresheimer Konzern umfasst die beiden Kernbereiche Plastics & Devices und Primary Packaging Glass sowie den Geschäftsbereich Advanced Technologies. Die Geschäftsbereiche werden nach den spezifischen Herstellungstechnologien und Materialien, die für die jeweiligen Produkte verwendet werden, unterschieden. Die einzelnen Bereiche werden nachfolgend kurz erläutert. Weitere Informationen zu den Geschäftsbereichen sind in den Segmentinformationen des Konzernanhangs enthalten.
Plastics & Devices umfasst komplexe kundenspezifische Produkte zur einfachen und sicheren Verabreichung von Medikamenten sowie Systemverpackungen für flüssige und feste Medikamente und Serviceleistungen.
Unseren Kunden aus der Pharmaindustrie, der Diagnostik und der Medizintechnik bieten wir im Rahmen individueller Projektgeschäfte kundenspezifische medizinische Kunststoffsysteme und Serviceleistungen entlang ihrer Wertschöpfungskette an. Das Produktspektrum reicht von Inhalatoren für die gezielte Behandlung von Atemwegserkrankungen über Insulin-Pen-Systeme für Diabetiker, Autoinjektoren und vorfüllbare Spritzen bis hin zu unterschiedlichsten Diagnostiksystemen.
Zu unserer breiten Palette hochwertiger Primärverpackungen aus Kunststoff für Arzneimittel zählen Applikations- und Dosiersysteme wie Flaschen für Augentropfen oder Nasensprays, Spezialbehälter für Tabletten und Pulver sowie multifunktionale Verschlusssysteme mit Originalitätssicherungen, kindersicheren und seniorengerechten Applikationen und integrierten Feuchtigkeitsabsorbern.
In den USA ist der Markt für verschreibungspflichtige Medikamente von dem sogenannten "pour-and-count"-System geprägt. Die in der Verschreibung genannte Menge der oral einzunehmenden Medikamente wird speziell für den einzelnen Patienten in den Apotheken in den von Gerresheimer hergestellten und ausgelieferten Kunststoffverpackungen abgefüllt. Zu unseren Kunden für diese speziellen Kunststoffbehälter zählen landesweite und regionale Apothekenketten, Supermärkte und Großhändler.
Primary Packaging Glass produziert Primärverpackungen aus Glas für die pharmazeutische und die Kosmetikindustrie sowie spezielle kleinvolumige Gläser für die Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie.
Für die pharmazeutische Industrie bieten wir eine breite Palette an Weiß- und Braungläsern an. Unsere Produktpalette umfasst neben Infusions-, Tropf- und Sirupflaschen auch hochwertige Spezialprodukte wie Injektionsfläschchen, Ampullen und Karpulen, die aus Borosilikatglas-Röhren hergestellt werden.
Unser Produktportfolio für die Kosmetikindustrie enthält qualitativ hochwertige Glasverpackungen aus Klar-, Farb- oder Opalglas für Parfüms, Deodorants, Hautpflege- oder Wellnessprodukte. Hierfür verfügen wir über vielfältige Technologien zur Form- und Farbgebung, zum Bedrucken sowie zur exklusiven Veredelung.
Für die Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie bieten wir sowohl standardisierte als auch kundenspezifische kleinvolumige Fläschchen und Gläser an, die unter anderem für flüssige Nahrungsmittel, Gewürze oder Spirituosen genutzt werden.
Advanced Technologies ist unser Innovations-Center und Hub für intelligente Devices. Der Geschäftsbereich entwickelt für Pharma- und Biotechunternehmen intelligente Systeme zur Verabreichung von Arzneimitteln. Aktuell umfasst das Portfolio patentierte Mikro pumpen, etwa für die Selbstbehandlung bei Parkinson oder Herzinsuffizienz. Neben der kontinuierlichen Evaluierung weiterer Projekte für die Entwicklung intelligenter Produkte erfolgt darüber hinaus aktuell die Entwicklung einer Plattform zur genauen Inhalationsmessung.
STRATEGIE UND ZIELE
MEGATRENDS
Neun Megatrends im Gesundheits- und Pharmamarkt werden die Wachstumsmöglichkeiten der nächsten Jahre in unseren Märkten maßgeblich bestimmen.
Zunahme chronischer Erkrankungen und alternde Bevölkerung
Die Verbreitung chronischer Krankheiten nimmt zu. Zu den chronischen Krankheiten mit der größten weltweiten Verbreitung gehören Herzkrankheiten, Krebs, chronische Atemwegserkrankungen und Diabetes. Darüber hinaus steigt in vielen Teilen der Erde der relative Anteil der älteren Menschen an der Gesamtbevölkerung und damit der potenzielle Bedarf an medizinischer Versorgung.
Schnelles Wachstum im Bereich Generika
Viele Medikamente werden nach Ablauf des Patentschutzes für Patienten preislich erschwinglich. Deshalb spielen Generika eine große Rolle in allen Gesundheitsmärkten. Insbesondere in den Schwellenländern 1 werden in den nächsten Jahren höhere Stückzahlen an Generika-Medikamenten verkauft werden. Aber auch in den traditionellen, entwickelten Märkten sorgen sowohl Zulassungs- und Prüfbehörden als auch die Krankenversicherungen dafür, dass Generika zugelassen und vermehrt verschrieben werden. Wenn dementsprechend die Zahl der verkauften Medikamente steigt, wird auch die Nachfrage nach pharmazeutischen Primärverpackungen zunehmen.
Bessere Gesundheitsversorgung in den Schwellenländern
In den Schwellenländern bekommen immer mehr Menschen Zugang zur Gesundheitsversorgung und zu Medikamenten. Zu den wichtigsten Märkten gehört China, gefolgt von Indien und Brasilien. Aber auch die Märkte in Südostasien spielen eine zunehmende Rolle, denn auch dort erhalten immer mehr Menschen Zugang zur Gesundheitsversorgung.
Mehr städtische Bevölkerung und Mittelschicht
Gerade in den Schwellenländern nimmt der Anteil der in großen Städten lebenden Bevölkerung zu. Damit einhergehend bekommen viele Menschen mehr und besseren Zugang zu Gesundheitssystemen und Versorgung mit Medikamenten. Auch die wachsende Mittelschicht in vielen dieser Länder hat eine größere Kaufkraft und verwendet diese Mittel für Gesundheitsversorgung und Medikamente oder sichert sich entsprechenden Krankenversicherungsschutz.
Steigende Kosten im Gesundheitswesen und strengere regulatorische Anforderungen
In allen Gesundheitssystemen besteht ein kontinuierlicher Kostendruck, auch für Medikamente und die Effektivität der Medikamenteneinnahme. Mit intelligenten Lösungen können pharmazeutische Primärverpackungen und Drug-Delivery-Systeme zu mehr Medikamenten-Compliance, besserer Therapie und zielgenauerem Einsatz von Medikamenten beitragen und so einen wesentlichen Beitrag zur Kostensenkung leisten. Dabei wird die Bereitstellung von Daten zur Medikamentenverabreichung und Wirksamkeit eine entscheidende Rolle spielen. Dementsprechend werden intelligente Drug-Delivery-Devices und Primärverpackungen zur Erfassung, Bereitstellung und Übermittlung solcher Daten weiterentwickelt.
Die qualitativen Anforderungen der Gesundheitsbehörden, insbesondere der amerikanischen Gesundheitsbehörde (FDA), steigen weiter. Die Auflagen betreffen nicht allein die Wirkstoffe, sondern genauso die Verpackung für die Medikamente. Die Primärverpackung muss die Medikamente schützen und erhalten sowie verhindern, dass das Medikament seine Wirksamkeit verliert oder verändert. Aus diesem Grund erteilen die Gesundheitsbehörden die Zulassung für ein neues Medikament nur in Verbindung mit der Zulassung für die dazugehörige Primärverpackung.
Mehr Biosimilars und Biotech-Medikamente
Neue Wirkstoffe stellen regelmäßig neue Anforderungen an die Verpackung. Gerade die neuen Biotech-Medikamente, die meistens parenteral zur Krebsbehandlung und für viele andere Therapien eingesetzt werden, erfordern innovative Lösungen bei der Primärverpackung und dem Drug-Delivery-System. Festzustellen ist außerdem eine steigende Bedeutung von biologisch hergestellten großen Molekülen in den Wirkstoffen.
Selbstmedikation und personalisierte Medikation
Wenn Patienten sich selbst medikamentös versorgen wollen oder müssen, sind dazu zuverlässige und einfache Lösungen erforderlich. Pharmazeutische Primärverpackungen und Drug-Delivery-Devices sollen die Einnahme des Medikaments erleichtern und helfen, Medikationsfehler zu vermeiden. Sie ermöglichen den Patienten ein flexibleres und angenehmeres Leben. Der Trend zu personalisierter Medikation erhöht die Anforderungen an maßgeschneiderte pharmazeutische Primärverpackungen und Drug-Delivery-Devices ebenso wie die Bedeutung von entsprechender Diagnostik.
Impfungen als Wachstumstrend
Der Ausbruch und die Bekämpfung der weltweiten Covid-19-Pandemie haben die Bedeutung von Impfungen deutlich gemacht und zu einer höheren Sensibilisierung der Bevölkerung geführt. Nicht nur Impfungen gegen Covid-19 werden zukünftig eine große Rolle spielen, sondern Impfungen gegen viele andere Krankheiten werden generell einen hohen Stellenwert haben.
1 Zur Definition der Schwellenländer verweisen wir auf die Ausführungen im Kapitel "Umsatz und Adjusted EBITDA".
Nachhaltigkeit
Nachhaltigkeit gewinnt in vielen Lebensbereichen und Branchen zunehmend an Bedeutung. Auch im Gesundheitswesen und bei der Herstellung und Verpackung von Medikamenten und Kosmetikprodukten ist das der Fall. Die nachhaltige Herstellung von Primärverpackungen und Drug-Delivery-Devices mit geringstmöglichem Energie- und Materialeinsatz, der Einsatz von recycelten Rohstoffen sowie die Betrachtung des kompletten Lebenszyklus des Produktes sind wichtige Faktoren. Dabei bieten innovative, nachhaltige Ansätze signifikante Wachstumsmöglichkeiten.
VISION, MISSION UND WERTE
Die Vision beschreibt das Ziel, nach dem wir streben. Die Mission beschreibt, wie wir die Vision erreichen wollen. Wie wir wiederum im Alltag handeln und arbeiten wollen, wird durch unsere fünf Unternehmenswerte festgelegt.
Unsere Vision
Leading in Health and Well-Being Delivery Solutions
Unsere Mission
Innovate and deliver for a better life every day
Unsere Werte
Teamwork
Wir sind überzeugt, dass die Zusammenarbeit in globalen Teams entscheidend für das Erreichen unserer anspruchsvollen Ziele ist.
Responsibility/Verantwortung
Wir handeln als Unternehmer und halten unsere Versprechen ein.
Integrität
Wir sind überzeugt, dass wir jederzeit mit Ehrlichkeit, Offenheit, Vertrauen, Respekt und Verlässlichkeit handeln sollten.
Bold Innovation/Mutige Innovationen
Wir sind überzeugt, dass Innovationen entscheidend für unseren zukünftigen Erfolg sind.
Exzellenz
Wir sind überzeugt, dass wir jederzeit Höchstleistungen anstreben sollten.
PROFITABLES NACHHALTIGES WACHSTUM
2019 hat der Vorstand gemeinsam mit einer 20-köpfigen Strategiegruppe des obersten Führungskreises einen kontinuierlichen Strategieprozess unter dem Titel "formula G" gestartet. Ziel der Strategie ist es, Gerresheimer in einen Wachstumswert als Innovationsführer und Lösungsanbieter zu transformieren. Finanzwirtschaftliche Zielsetzung ist profitables nachhaltiges Wachstum. Dafür wurden im Rahmen des Strategieprozesses "formula G" ambitionierte mittel- und langfristige Ziele gesetzt.
Folgende fünf Handlungsfelder spielen bei der Umsetzung der Wachstumsstrategie eine entscheidende Rolle:
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| ― | Wachstum |
| ― | Innovation |
| ― | Exzellenz |
| ― | Leadership |
| ― | Nachhaltigkeit |
In einem kontinuierlichen Prozess werden zur Erreichung der kurz-und mittelfristigen Ziele Maßnahmen und Projekte entwickelt und umgesetzt, die auf diesen fünf Handlungsfeldern beruhen. In den Jahren 2019 und 2020 wurde der neue Strategieprozess weltweit im Gerresheimer Konzern kommuniziert, und es wurden Maßnahmen für alle Ebenen abgeleitet. Projekte in den Werken, Regionen und Geschäftsfeldern tragen zur Erreichung der Ziele und zur Umsetzung der Maßnahmen bei. Parallel arbeitet der Vorstand gemeinsam mit der Strategiegruppe kontinuierlich an der Weiterentwicklung der Strategie, der Ziele und Maßnahmen und wird notwendige Anpassungen auch in den nächsten Jahren vornehmen. Es wird deutlich, dass wir unsere Strategie leben und alle Mitarbeiter zur Erreichung unserer strategischen Ziele beitragen.
Jährlich leiten sich aus dem Budgetprozess die konkreten Prognosen für das kommende Geschäftsjahr und für den mittelfristigen Ausblick ab (siehe Kapitel "Prognosebericht").
FINANZIELLES STEUERUNGSSYSTEM
Unser unternehmerisches Handeln ist auf profitables nachhaltiges Wachstum und globale Marktführerschaft in den Kernbereichen Plastics & Devices sowie Primary Packaging Glass ausgerichtet. Daraus leiten sich für die Steuerung des Gerresheimer Konzerns die folgenden bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikatoren ab: Umsatzerlöse, Adjusted EBITDA sowie die Investitionen. Die Leistungsindikatoren werden im Folgenden näher erläutert.
UMSATZERLÖSE
Das Wachstum messen wir anhand der organischen Umsatzveränderung des Gerresheimer Konzerns und seiner Geschäftsbereiche. Es zeigt die Entwicklung in unserem Geschäft ohne Währungsumrechnungseffekte und ohne Portfolioeffekte. Ein Portfolioeffekt entsteht im Fall einer Akquisition oder Desinvestition und wird als Veränderung jener Umsatzerlöse im Vorjahresvergleich berechnet, die dem erworbenen oder abgegangenen Geschäft zurechenbar sind.
ADJUSTED EBITDA
Unsere Profitabilität messen wir anhand des Adjusted EBITDA sowie der Adjusted EBITDA-Marge. Die Marge ist definiert als Adjusted EBITDA geteilt durch die Umsatzerlöse. Dieses setzt sich aus dem Konzernergebnis vor Ertragsteuern, Finanzergebnis, Abschreibungen auf Fair Value-Anpassungen, Abschreibungen, Wertminderungen, Restrukturierungsaufwand sowie einmaligen Aufwendungen und Erträgen zusammen.
Unter den einmaligen Aufwendungen und Erträgen erfassen wir beispielsweise Abfindungen für den Vorstand, die Kosten für Refinanzierungen und Rechtsstreitigkeiten sowie die Ergebnisse aus Betriebsprüfungen.
RETURN ON CAPITAL EMPLOYED
Zur Steuerung des effizienten Einsatzes unserer Ressourcen verwenden wir die Kapitalrendite Gx ROCE (Return on Capital Employed) als zentrale Messgröße für die Kapitaleffizienz. Zur Ermittlung des ROCE wird das Adjusted EBITA durch den durchschnittlichen Kapitaleinsatz geteilt. Der Kapitaleinsatz errechnet sich aus dem Eigenkapital zuzüglich verzinslichem Fremdkapital, abzüglich liquider Mittel bzw. alternativ berechnet als Bilanzsumme abzüglich unverzinslicher Verbindlichkeiten und liquider Mittel. Der Durchschnitt errechnet sich aus den jeweiligen Stichtagswerten des aktuellen Berichtszeitraums und des Vorjahres.
INVESTITIONEN
Ein wesentlicher Erfolgsfaktor für profitables Wachstum sind die Investitionen. Als Messgröße für die Steuerung verwenden wir den prozentualen Anteil der Investitionen an den Umsatzerlösen. Wir bewerten jedes Projekt nach den gleichen Zielparametern. Dabei spielen die Berechnung gemäß Discounted Cashflow, also den diskontierten Einnahmenüberschüssen, sowie die Payback-Periode, also die Amortisationsdauer, eine wesentliche Rolle. Erweiterungs- und Rationalisierungsprojekte sollten dabei eine Mindestverzinsung nach Steuern von 15 % bei einer Payback- Periode von höchstens vier Jahren erzielen. Bei strategischen Projekten sollte die Payback-Periode im Regelfall siebeneinhalb Jahre nicht übersteigen. Mit Wirkung ab dem Geschäftsjahr 2021 zählt die Kennzahl "Investitionen" zu den wichtigen, aber nicht mehr zu den bedeutsamsten Leistungsindikatoren. Ab dem Geschäftsjahr 2021 zählt stattdessen das bereinigte Ergebnis je Aktie zu den bedeutsamsten Leistungsindikatoren.
NET WORKING CAPITAL
Eine weitere Messgröße zur Steuerung ist das durchschnittliche Net Working Capital im Verhältnis zu den Umsatzerlösen. Das durchschnittliche Net Working Capital ermittelt sich als gleichgewichteter Durchschnitt über das jeweilige Net Working Capital zum Monatsende der letzten zwölf Monate im Vergleich zu den Umsatzerlösen der jeweils vorausgehenden zwölf Monate. Das Net Working Capital berechnet sich wie folgt:
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| Vorräte | |
|---|---|
| + | Forderungen aus Lieferungen und Leistungen |
| + | Vertragsvermögenswerte |
| - | Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen |
| - | Vertragsverbindlichkeiten |
| \= | Net Working Capital |
BEREINIGTES ERGEBNIS JE AKTIE
Wir transformieren Gerresheimer in einen Wachstumswert als Innovationsführer und Lösungsanbieter. Die Zielrichtung aller Aktivitäten ist profitables und nachhaltiges Wachstum. Dazu zählt auch eine hohe Shareholder-Value-Orientierung. Das bereinigte Ergebnis je Aktie ist eine wichtige Grundlage für die Dividendenausschüttung. Daher zählen wir ab dem Geschäftsjahr 2021 das bereinigte Ergebnis je Aktie zu den bedeutsamsten Leistungsindikatoren.
Neben den Indikatoren zur Beurteilung der finanziellen Geschäftsentwicklung spielen auch nichtfinanzielle Leistungsindikatoren eine wichtige Rolle für den Erfolg unseres Unternehmens. Aus Konzernsicht sind hier die Nachhaltigkeit, die Innovationsbereitschaft, die Lösungskompetenz sowie insbesondere die Attraktivität für hoch qualifizierte Mitarbeiter und deren Bindung an das Unternehmen von zentraler Bedeutung. Für die Steuerung des Konzerns werden keine nichtfinanziellen Leistungsindikatoren verwendet.
WIRTSCHAFTSBERICHT
WIRTSCHAFTLICHE RAHMENBEDINGUNGEN
Die Experten des Internationalen Währungsfonds (IWF) erwarten für das Jahr 2020 einen Rückgang der globalen Wirtschaftsleistung von -4,4 % im Vergleich zum Vorjahr (Stand: Oktober 2020). Dies entspricht dem stärksten Rückgang seit der globalen Weltwirtschaftskrise Anfang des letzten Jahrhunderts. Ausschlaggebend für den starken Einbruch sind insbesondere die Maßnahmen zur Bekämpfung der Covid-19-Pandemie. In 2019 verbesserte sich die globale Wirtschaftsleistung noch um 2,8%.
Laut IWF-Experten hat die Pandemie nahezu alle Nationen wirtschaftlich belastet. Dabei wird erwartet, dass in den Industriestaaten mit -5,8 % die Wirtschaftsleistung stärker zurückgeht als in den Schwellen- und Entwicklungsländern (-3,3 %). Das bessere Abschneiden in den Schwellen- und Entwicklungsländern dürfte vor allem an China liegen. Den IWF-Schätzungen zufolge sollte China im Jahr 2020 ein leichtes Wirtschaftswachstum von 1,9 % ausweisen können. Im Vergleich zu 2019 (6,1 %) wäre das zwar eine deutliche Abkühlung, allerdings wäre China damit eine der wenigen Nationen, die im Jahr 2020 ein Wirtschaftswachstum aufweisen können.
Im Oktober 2020 hatten die Experten des IWF die Prognose für den erwarteten konjunkturellen Rückgang des Wachstums der Weltwirtschaft von -5,2 % auf -4,4 % angepasst. Für die Industrienationen verbesserte sich die Prognose von -8,1 % auf -5,8 %. Unterstützend dürften neben den Lockerungsmaßnahmen sowohl die expansive Geld- als auch die Fiskalpolitik gewirkt haben. Den Berechnungen des IWF zufolge haben die Industriestaaten im Durchschnitt durch die unterschiedlichen Formen der Unterstützung (Direkthilfen, Garantien und andere Maßnahmen) Hilfen im Gegenwert von rund 18 Prozentpunkten des Bruttoinlandsprodukts bereitgestellt.
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| Wachstum des Bruttoinlandproduktes in % |
2020 | 2019 |
|---|---|---|
| Weltwirtschaft | -4,4 | 2,8 |
| Industrienationen | -5,8 | 1,7 |
| USA | -4,3 | 2,2 |
| Eurozone | -8,3 | 1,3 |
| Deutschland | -6,0 | 0,6 |
| Frankreich | -9,8 | 1,5 |
| Italien | -10,6 | 0,3 |
| Spanien | -12,8 | 2,0 |
| Japan | -5,3 | 0,7 |
| Vereinigtes Königreich | -9,8 | 1,5 |
| Kanada | -7,1 | 1,7 |
| Schwellen- & Entwicklungsländer | -3,3 | 3,7 |
| China | 1,9 | 6,1 |
| Indien | -10,3 | 4,2 |
| Brasilien | -5,8 | 1,1 |
BRANCHENENTWICKLUNG
Das Volumenwachstum des globalen Pharmamarktes lag laut IQVIA (Stand: November 2020) im Jahr 2020 bei negativen -0,1 %. Im Vorjahr lag das Wachstum noch bei 1,4 %. Auf dieser Basis errechnet IQVIA eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate für die Jahre 2016 bis 2020 von 1,5 %. Regional lässt sich eine Veränderung zum vorherigen Jahr von -0,3 % in Europa, -2,0 % in Nordamerika sowie -2,5% in Asien beobachten. Dies entspricht einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate der letzten fünf Jahre von 0,8 % für Europa, -1,0 % für Nordamerika und 1,4 % für Asien.
Die Schwellenländer wuchsen mit 2,6% deutlich stärker als die Pharmamärkte der Industrienationen, die eine durchschnittliche Wachstumsrate von -3,3 % aufwiesen. 2019 lag das Wachstum in den Schwellenländern noch bei 3,6% und in Industrienationen bei 0,8 %.
Im Subsegment der Generika wurde auf globaler Ebene im Jahr 2020 ein Volumenwachstum von 2,8 % erzielt. Hier betrug in den Jahren 2016 bis 2020 die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate 3,7 %. Im regionalen Vergleich lag das durchschnittliche jährliche Wachstum der letzten fünf Jahre bei 2,1 % für Europa, 2,7 % für Nordamerika sowie 6,0 % für Asien. Im regionalen Vergleich lagen die Schwellenländer in den letzten fünf Jahren bei durchschnittlich 5,4 % Wachstum pro Jahr, während das durchschnittliche jährliche Volumenwachstum in den entwickelten Märkten bei nur 3,1 % lag.
Einer der strukturellen Wachstumstrends innerhalb der Pharmaindustrie ist die Entwicklung von biologischen Medikamenten, den sogenannten Biotech-Medikamenten. Diese Medikamente haben in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen. Dieser Trend sollte sich in den kommenden Jahren fortsetzen. Dabei verlagert sich der Fokus zunehmend von chemischen, klein-molekularen Medikamenten hin zur Entwicklung und Produktion komplexer biologischer, großmolekularer Medikamente. Der Einsatz biologischer Medikamente ermöglicht neue Therapien (z. B. Krebsbehandlung) und gewinnt damit auch für schwer zu behandelnde Krankheiten (z. B. Morbus Crohn oder rheumatoider Arthritis) weiter an Bedeutung. Die erforderlichen Medikamente werden subkutan verabreicht, also unter der Haut appliziert. Die Experten von IQVIA zeigen sich optimistisch und rechnen mit einem deutlichen Wachstum für subkutan zu verabreichende Medikamente. Die Wachstumsrate (Zeitraum 2019 bis 2024) für Spritzen und Vials für Biotech-Medikamente liegt dabei bei 13 % bzw. 10 % jährlich.
Insgesamt ist der globale Biotech-Medikamente-Markt im Vergleich zum Pharmamarkt noch relativ klein. Für das Jahr 2019 berechnete IQVIA für Biotech-Medikamente ein globales Marktvolumen von rund 350 Mrd. US-Dollar. Der globale Pharmamarkt liegt dagegen bei über 1,1 Bio. US-Dollar.
Sehr dynamisch entwickelt sich auch der Markt für Biosimilars - eine Subkategorie der Biotech-Medikamente. Ein Biosimilar ist ein Nachahmerprodukt eines Biopharmazeutikums. Biosimilars stehen zunehmend im Fokus der Aufmerksamkeit in der Gesundheitsversorgung. Infolge von auslaufenden Patenten bei führenden Biotech-Medikamenten steigt die mit Biosimilars gefüllte Pipeline dynamisch. Während das globale Marktvolumen im Jahr 2015 noch bei gut 1 Mrd. US-Dollar lag, vervielfachte es sich laut Berechnungen von IQVIA bis zum Jahr 2019 auf mehr als 12 Mrd. US-Dollar. Bis zum Jahr 2025 rechnet Global Market Insights (Stand Mai 2019) mit circa einer Verfünffachung auf 69 Mrd. US-Dollar. Ungeachtet des dynamischen Wachstums ist der globale Markt für Biosimilars im Vergleich zum globalen Markt für Biotech-Medikamente jedoch relativ klein.
Die eher zyklische Nachfrage nach Kosmetikverpackungen litt deutlich in der Covid-19-Pandemie. Unseren eigenen Schätzungen zufolge dürfte der jährliche Rückgang im zweistelligen Prozentbereich gelegen haben. Allerdings konnte sich die Entwicklung in einzelnen Subkategorien vom allgemeinen Markttrend deutlich abheben. Während die Nachfrage in den Subkategorien Parfüm- und Make-up prozentual deutlich zweistellig gefallen ist, lag der Rückgang bei Hautpflege- und Hygieneprodukte im einstelligen Prozentbereich. Insgesamt konnte auch dieses Jahr wieder der Trend hin zu hochwertigen Verpackungslösungen beobachtet werden.
ENTWICKLUNG AN DEN DEVISENMÄRKTEN
Effekte aus der Umrechnung in die Berichtswährung Euro ergeben sich für Gerresheimer im Geschäftsjahr 2020 insbesondere aus den Währungen US-Dollar und Brasilianischer Real. Beide Währungen haben im abgelaufenen Geschäftsjahr gegenüber dem Euro teilweise deutlich an Wert verloren.
Der US-Dollar fiel im letzten Geschäftsjahr stichtagsbezogen gegenüber dem Euro um 8 %. Mit Blick auf das Geschäftsjahr 2020 lässt sich feststellen, dass der US-Dollar insbesondere mit Ausbruch der Covid-19-Pandemie einer erhöhten Volatilität ausgesetzt war. Speziell ab Mai 2020 zeigte sich eine deutliche US-Dollar-Abwertung gegenüber dem Euro. Der Euro stieg in der Folge deutlich auf 1,20 US-Dollar bis zum Jahresende.
Der Brasilianische Real verlor gegenüber dem Euro im Jahresvergleich deutlich und fiel um 27%. Nachdem der Brasilianische Real gegenüber dem Euro zu Beginn des Geschäftsjahres zulegen konnte, verlor die Währung im Jahresverlauf kontinuierlich an Wert. Die deutliche Abwertung ist der starken Ausbreitung der Covid-19-Pandemie und den damit einhergehenden wirtschaftlichen Einbußen geschuldet.
ENTWICKLUNG AN DEN ENERGIE- UND ROHSTOFFMÄRKTEN
Ein erheblicher Teil der Produktionskosten entfällt auf Rohstoffe und Energie für die Herstellung unserer Produkte aus Glas und Kunststoff. Wir haben einen permanent hohen Bedarf an Energie, insbesondere aufgrund der energieintensiven Brenn- und Schmelzvorgänge in unseren Hochtemperaturschmelzöfen. Ein wesentlicher Anstieg der Energiepreise könnte die Ertragslage des Gerresheimer Konzerns belasten. Daher haben wir die besondere Ausgleichsregelung für stromkostenintensive Unternehmen nach § 64 des Gesetzes für den Ausbau erneuerbarer Energien in Deutschland in Anspruch genommen. Darüber hinaus sichert sich der Konzern gegen steigende Energiepreise ab. Die Energiepreise in Europa für Strom und Gas sind im Geschäftsjahr 2020, insbesondere in der ersten Jahreshälfte, im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen.
Bei der Herstellung von Kunststoffprodukten sind wir unter anderem auf die Vorprodukte Polyethylen, Polypropylen und Polystyrol angewiesen. Deren Preise hängen zu einem großen Teil von der Entwicklung des Ölpreises ab. Bei den für uns relevanten Kunststoffgranulaten kam es im Verlauf des Geschäftsjahres 2020 zu einer Preisreduzierung, insbesondere im europäischen und nordamerikanischen Markt. Der Preis für Polypropylen fiel in diesem Zeitraum um durchschnittlich rund 10%.
Als Hersteller hochwertiger pharmazeutischer Primärverpackungen setzen wir für die Glasprodukte in erster Linie die Rohstoffe Quarzsand und Natronkalk sowie diverse Zusatzstoffe in vergleichsweise geringen Mengen ein. Die genannten Rohstoffe sind gut verfügbare Grunderzeugnisse, die wir von verschiedenen Lieferanten beziehen. Die Preise entwickelten sich im Geschäftsjahr 2020 weitgehend stabil. Wichtige Vorprodukte für die Herstellung von vorfüllbaren Spritzen, Injektionsfläschchen, Ampullen und Karpulen sind Röhren aus Borosilikatglas. Diese beziehen wir auf Basis langfristiger Liefervereinbarungen von verschiedenen Herstellern. Auch hier entwickelten sich die Preise im Geschäftsjahr 2020 weitgehend stabil.
Informationen zum Umgang des Gerresheimer Konzerns mit Schwankungen bei Energie- und Rohstoffpreisen finden sich im gleichnamigen Unterpunkt des Kapitels "Operative Risiken".
Die wirtschaftlichen Entwicklungen beeinflussten auch den Geschäftsverlauf des Gerresheimer Konzerns im Geschäftsjahr 2020, insbesondere im Hinblick auf die Effekte im Zusammenhang mit Covid-19. Die Auswirkungen waren je nach Geschäftsfeld und Region unterschiedlich und sind in den nachfolgenden Ausführungen zur Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage entsprechend dargestellt.
ERTRAGSLAGE
UMSATZ UND ADJUSTED EBITDA
Umsatz nach Geschäftsbereichen
Der Gerresheimer Konzern erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2020 Umsatzerlöse in Höhe von 1.418,8 Mio. Euro, nach 1.392,3 Mio. Euro im Vorjahr. Bereinigt um negative Wechselkursveränderungen vor allem aus der Entwicklung des US-Dollars und des Brasilianischen Reals sowie bereinigt um die Effekte aus der Entkonsolidierung eines Tochterunternehmens in Argentinien sowie um die Umsätze aus einem im Vorjahr gekündigten Projekt lagen die Umsatzerlöse mit 1.441,0 Mio. Euro um rund 2,6 % über dem Vorjahr. Im Kerngeschäft betrug das organische Wachstum 3,8 %. Ohne Berücksichtigung des Kosmetikgeschäfts, das stark von den Auswirkungen der Covid-19-Pandemie betroffen war, betrug das organische Wachstum im Kerngeschäft 5,5 %.
Die Umsatzerlöse verteilen sich wie folgt auf die Geschäftsbereiche und Regionen:
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| In Mio. Euro | 2020 | 2019 | Veränderung in % 1) |
|---|---|---|---|
| Geschäftsbereiche | |||
| Plastics & Devices | 771,6 | 758,3 | 1,8 |
| Primary Packaging Glass | 644,1 | 631,6 | 2,0 |
| Advanced Technologies | 9,5 | 6,4 | 47,2 |
| Innenumsatzerlöse | -6,4 | -4,0 | - |
| Summe Umsatzerlöse Konzern | 1.418,8 | 1.392,3 | 1,9 |
| Regionen | |||
| Europa 2) | 513,4 | 481,7 | 6,6 |
| Amerika 3) | 381,3 | 385,7 | -1,1 |
| Deutschland | 317,9 | 307,5 | 3,4 |
| Schwellenländer | 184,4 | 196,8 | -6,3 |
| Sonstige Regionen | 21,8 | 20,6 | 5,4 |
| Summe Umsatzerlöse Regionen | 1.418,8 | 1.392,3 | 1,9 |
1) Veränderung wurde auf Basis von Tsd. Euro berechnet.
2) Ohne Deutschland und europäische Schwellenländer wie Russland und Türkei.
3) Ohne amerikanische Schwellenländer wie Brasilien, Mexiko und Kolumbien.
Die Umsatzerlöse im Geschäftsbereich Plastics & Devices lagen mit 771,6 Mio. Euro leicht über dem Niveau des Vorjahres. Ohne Berücksichtigung von Währungseffekten und der Entkonsolidierung eines Tochterunternehmens in Argentinien stiegen die Umsatzerlöse allerdings um 4,7 % an. Im Vergleich zum Vorjahr entwickelte sich neben dem Spritzengeschäft auch der Absatz von Inhalatoren, Insulin-Pens sowie Kunststoffverpackungen sehr erfreulich. Das Engineering- und Werkzeuggeschäft entwickelte sich positiv.
Im Geschäftsbereich Primary Packaging Glass konnten die Umsatzerlöse in einem herausfordernden Nachfrageumfeld im Vergleich zum Vorjahr gesteigert werden. Die Entwicklung in den einzelnen Geschäftsfeldern war allerdings sehr unterschiedlich und zum Teil gegenläufig. So lag beispielsweise der Absatz im Kosmetikgeschäft bedingt durch die Covid-19-Pandemie mit einem Rückgang um 7,2 % deutlich unter dem Vorjahr, während das Pharma- sowie das Nahrungsmittelgeschäft stark gewachsen ist. Mit Ausnahme des Kosmetikgeschäfts haben sich in den übrigen Geschäftsfeldern die negativen wie positiven Auswirkungen infolge der Covid-19 -Pandemie weitgehend die Waage gehalten. Bereinigt um Währungskurseffekte lagen die Umsatz erlöse im Geschäftsbereich Primary Packaging Glass um 2,7 % über dem Vorjahr. Ohne Berücksichtigung des Kosmetikgeschäfts, das besonders durch die Covid-19-Pandemie beeinträchtigt worden ist, lag das organische Wachstum im Geschäftsbereich Primary Packaging Glass bei 6,7 %.
Im Geschäftsbereich Advanced Technologies resultierten die Umsatzerlöse zum einen aus dem wachsenden Geschäft mit Mikropumpensystemen zur Behandlung von Parkinson und zum anderen aus Umsatzerlösen aus Projekten, die im Geschäftsjahr 2019 kundenseitig gekündigt worden sind.
Umsatz nach Regionen
Den weitaus größten Teil unserer Umsatzerlöse erzielten wir im Ausland. Der im Ausland erzielte Umsatzanteil lag bei 77,6 %, nach 77,9 % im Vorjahr. Europa und Amerika sind für Gerresheimer weiterhin die stärksten geografischen Absatzregionen. Das Umsatzwachstum in den Schwellenländern steht weiterhin im strategischen Fokus.
Die Umsatzerlöse in Europa stiegen insgesamt um 6,6 %, wobei die Entwicklungen in den einzelnen Ländern dieser Region unterschiedlich und zum Teil gegenläufig waren. Umsatzstärkstes Land in Europa war Frankreich. Während der Zuwachs in Deutschland mit 3,4 % moderat ausfiel, konnte der Umsatz in den Beneluxländern im Vergleich zu den übrigen Ländern in Europa überproportional gesteigert werden.
In Amerika lagen die Umsatzerlöse leicht unter dem Niveau des Vorjahres. Wesentlicher Treiber dieser Entwicklung waren negative Währungseffekte aus der Veränderung des US-Dollars gegenüber dem Euro. Bereinigt um diese Währungseffekte waren die Umsatzerlöse auf Vorjahresniveau. Die Umsätze in dieser Region werden überwiegend in den USA erzielt. Aufgrund der Präsenz weltweit operierender Pharmaunternehmen und des Bevölkerungspotenzials bleiben insbesondere die USA auch in Zukunft eine der Kernregionen unserer wirtschaftlichen Tätigkeit.
Die Definition der Schwellenländer gemäß IQVIA hat sich im Geschäftsjahr 2020 gegenüber dem Vorjahr verändert. Zu den Schwellenländern zählen nun die folgenden 17 (Vorjahr: 22) Länder: Ägypten, Algerien, Bangladesch, Brasilien, China, Indien, Indonesien, Kolumbien, Mexiko, Pakistan, Philippinen, Russland, Saudi-Arabien, Südafrika, Türkei, Ukraine und Vietnam. Der Umsatz in diesen Ländern sank in Summe auf 184,4 Mio. Euro (Vorjahr: 196,8 Mio. Euro). Der Rückgang ist vor allem auf negative Währungseffekte aus der Entwicklung des Brasilianischen Reals sowie der Indischen Rupie zurückzuführen. Währungsbereinigt sind die Umsatzerlöse in den Schwellenländern im Geschäftsjahr 2020 gegenüber dem Vorjahr um 3,7 % gestiegen. Umsatzstärkste Schwellenländer waren Brasilien und Mexiko sowie Indien und China.
Adjusted EBITDA nach Geschäftsbereichen
Das Adjusted EBITDA des Gerresheimer Konzerns lag im Geschäftsjahr 2020 bei 310,1 Mio. Euro (Vorjahr: 400,0 Mio. Euro). Der Effekt aus der Erstanwendung des IFRS 16 betrug im Konzern 8,9 Mio. Euro. Bezogen auf die Umsatzerlöse wurde eine Adjusted EBITDA-Marge von 21,9 % erreicht. Im vergleichsweise hohen Adjusted EBITDA des Vorjahres waren verschiedene Sondersachverhalte 2 enthalten. Bereinigt um diese Sondersachverhalte lag der vergleichbare Vorjahreswert des Adjusted EBITDA bei 296,7 Mio. Euro. Bezogen auf diesen Ausgangswert und unter Berücksichtigung des Effekts aus der Erstanwendung des IFRS 16 stieg das Adjusted EBITDA im Geschäftsjahr 2020 um 1,7 %.
Das Adjusted EBITDA verteilt sich folgendermaßen auf die Geschäftsbereiche:
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| Adjusted EBITDA in Mio. Euro |
Veränderung in % 1) | Adjusted EBITDA-Marge in % |
|||
|---|---|---|---|---|---|
| 2020 | 2019 | 2020 | 2019 | ||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Geschäftsbereiche | |||||
| Plastics & Devices | 212,5 | 196,4 | 8,2 | 27,5 | 25,9 |
| Primary Packaging Glass | 137,3 | 122,9 | 11,8 | 21,3 | 19,5 |
| Advanced Technologies | -14,5 | -23,4 | 38,2 | - | - |
| Zentralstellen/Konsolidierung | -25,2 | 104,1 | - | - | - |
| Summe Adjusted EBITDA Konzern | 310,1 | 400,0 | -22,5 | 21,9 | 28,7 |
1) Die Veränderung wurde auf Basis von Tsd. Euro berechnet.
Die Veränderung im Geschäftsbereich Plastics & Devices basiert vor allem auf der positiven Geschäftsentwicklung im Spritzengeschäft sowie im Geschäft mit Medizinischen Kunststoffsystemen, hier im Wesentlichen in der Region Europa. Auch im Geschäftsfeld Kunststoffverpackungen konnte in der Region Europa das EBITDA aufgrund der erfreulichen Umsatzentwicklung gesteigert werden.
Im Geschäftsbereich Primary Packaging Glass konnte trotz der Herausforderungen im Kosmetikgeschäft das Adjusted EBITDA gegenüber dem Vorjahr verbessert werden. Der Anstieg ist vor allem auf das Geschäftsfeld Moulded Glass und hierbei unter anderem auf die gute Entwicklung in Nordamerika und Indien zurückzuführen. Das Ergebnis des Geschäftsfelds Moulded Glass beinhaltet zudem Versicherungsentschädigungen für die entstandenen finanziellen Verluste im Zusammenhang mit dem Wannenschaden in unserem Werk in den USA sowie dem Brand in einem Lager in einem deutschen Behälterglaswerk. Die Entschädigung für den Wannenschaden umfasst anteilig die Unterbrechung des operativen Betriebs. Ohne diese Unterbrechung hätten sich im Geschäftsjahr 2020 höhere Umsatzerlöse realisieren lassen. Im Geschäftsfeld Tubular Glass verzeichneten die Regionen in Nordamerika und Europa nachfragebedingt ein höheres Adjusted EBITDA.
Im Geschäftsbereich Advanced Technologies entwickelte sich das operative Geschäft vergleichbar zum Vorjahr. Bei der Interpretation des berichteten Adjusted EBITDA sind jedoch gewisse Sondersachverhalte zu beachten. Im Vorjahr war das Adjusted EBITDA durch Effekte aus Projekten, die im Geschäftsjahr 2019 kundenseitig gekündigt worden waren, belastet. Im abgelaufenen Geschäftsjahr beinhaltet das Adjusted EBITDA sowohl positive Effekte aus den im Vorjahr kundenseitig gekündigten Projekten als auch den Aufwand aus einer Vertragsanpassung im Zusammenhang mit der Kündigung eines Projekts.
Die Veränderung der Zentralstellen bzw. der Konsolidierungseffekte ist vor allem auf den im Vorjahr erfassten sonstigen betrieblichen Ertrag aus der Ausbuchung von Kaufpreisbestandteilen aus dem Erwerb der Sensile Medical zurückzuführen. Einen vergleichbaren Sachverhalt gab es im abgelaufenen Geschäftsjahr nicht.
2 Basierend auf dem Adjusted EBITDA des Geschäftsjahres 2019 war der Aufwand aus der Entkonsolidierung der argentinischen Tochtergesellschaft (0,1 Mio. Euro) abzuziehen. Weiterhin war der sonstige betriebliche Ertrag aus der Ausbuchung der Kaufpreisverbindlichkeit aus dem Erwerb der Sensile Medical (129,8 Mio. Euro) abzuziehen. Darüber hinaus ist der sonstige betriebliche Aufwand aus der Kündigung eines Projekts zur Entwicklung einer Mikropumpe (9,2 Mio. Euro) hinzuzurechnen. Weiterhin ist die im Zusammenhang mit dieser Kündigung erfasste kumulative Anpassung der Umsatzerlöse (17,3 Mio. Euro), die in gleicher Höhe einen negativen Einfluss auf das währungsbereinigte EBITDA hat, hinzuzurechnen.
Die folgende Tabelle zeigt die Überleitung des Adjusted EBITDA zum Konzernergebnis:
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| In Mio. Euro | 2020 | 2019 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Adjusted EBITDA | 310,1 | 400,0 | -89,9 |
| - Abschreibungen und Wertminderungen | -112,5 | -105,4 | -7,1 |
| \= Adjusted EBITA | 197,6 | 294,6 | -97,0 |
| +/- Einmalige Aufwendungen und Erträge | -8,3 | -6,3 | -2,0 |
| - Abschreibungen und Wertminderungen auf Fair Value-Anpassungen | -32,8 | -159,5 | 126,7 |
| - Wertminderungen von Geschäftswerten | - | -5,0 | 5,0 |
| \= Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit (EBIT) | 156,5 | 123,8 | 32,7 |
| - Finanzergebnis | -21,3 | -25,6 | 4,3 |
| - Ertragsteuern | -45,3 | -15,5 | -29,8 |
| \= Konzernergebnis | 89,9 | 82,7 | 7,2 |
Die Abschreibungen und Wertminderungen in Höhe von 112,5 Mio. Euro umfassen mit 8,9 Mio. Euro erstmalige Abschreibungen auf Nutzungsrechte aus der Erstanwendung des IFRS 16.
Die einmaligen Aufwendungen und Erträge umfassen vor allem die diversen Maßnahmen zur Aufrechterhaltung der Lieferfähigkeit, die Einführung und Einhaltung von Sicherheitskonzepten und Sonderzuwendungen an die Mitarbeiter im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie, den Neubau des Werks in Skopje (Republik Nordmazedonien) und die bereits kommunizierte und auf mehrere Jahre ausgelegte Reorganisation des Geschäftsbereichs Primary Packaging Glass sowie den Ertrag aus dem Verkauf des Grundstücks und Gebäudes in Küssnacht (Schweiz).
Die Abschreibungen und Wertminderungen auf Fair Value-Anpassungen resultieren aus den Folgebewertungen der immateriellen Vermögenswerte, die im Zusammenhang mit den im Zeitraum von 2007 bis 2018 getätigten Akquisitionen identifiziert worden sind. Im Vorjahr ergab sich mit 103,8 Mio. Euro ein Wertminderungsbedarf auf Fair Value-Anpassungen im Geschäftsbereich Advanced Technologies. Im Geschäftsjahr 2020 umfassen die Fair Value-Anpassungen ausschließlich planmäßige Abschreibungen.
GEWINN- UND VERLUST RECHNUNG (KURZFASSUNG)
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| In Mio. Euro | 2020 | 2019 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 1.418,8 | 1.392,3 | 26,5 |
| Umsatzkosten | -981,2 | -1.115,1 | 133,9 |
| Bruttoergebnis vom Umsatz | 437,6 | 277,2 | 160,4 |
| Vertriebs- und allgemeine Verwaltungskosten | -275,5 | -274,1 | -1,4 |
| Sonstige Erträge und Aufwendungen | -5,6 | 120,7 | -126,3 |
| Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit (EBIT) | 156,5 | 123,8 | 32,7 |
| Finanzergebnis | -21,3 | -25,6 | 4,3 |
| Ertragsteuern | -45,3 | -15,5 | -29,8 |
| Konzernergebnis | 89,9 | 82,7 | 7,2 |
| davon Anteile der Aktionäre der Gerresheimer AG | 88,6 | 80,8 | 7,8 |
| Ergebnis je Aktie (in Euro) | 2,82 | 2,57 | 0,25 |
| Bereinigtes Ergebnis je Aktie (in Euro) | 3,90 | 7,19 | -3,29 |
Das Bruttoergebnis vom Umsatz konnte gegenüber dem Vorjahr um 160,4 Mio. Euro verbessert werden. Im Vorjahr belasteten vor allem die Wertminderungen auf Fair Value-Anpassungen im Geschäftsbereich Advanced Technologies (103,8 Mio. Euro) die Umsatzkosten. Vergleichbare Sachverhalte lagen im Geschäftsjahr 2020 nicht vor. Der Anteil der Umsatzkosten an den Umsatzerlösen lag im Geschäftsjahr 2020 bei rund 69,2 %, was in etwa dem Niveau des Jahres 2018 entspricht.
Die Vertriebs- und Verwaltungskosten blieben insgesamt auf dem Niveau des Vorjahres und entwickelten sich damit im Verhältnis zum Umsatz unterproportional. Bei gestiegenen Personalaufwendungen wirkten vor allem geringere Aufwendungen für Kommunikation, Marketing und Dienstreisen gegenläufig.
Die sonstigen Erträge und Aufwendungen reduzierten sich in Summe um 126,3 Mio. Euro gegenüber dem Vorjahr. Die sonstigen betrieblichen Erträge waren im Jahr 2019 vor allem im Zusammenhang mit der Ausbuchung von bedingten Kaufpreisbestandteilen aus dem Erwerb der Sensile Medical (129,8 Mio. Euro) deutlich angestiegen. Einen vergleichbaren Sachverhalt gab es im Berichtsjahr nicht. Im Geschäftsjahr 2020 beinhalteten die sonstigen betrieblichen Erträge in Höhe von 33,2 Mio. Euro neben dem Ertrag aus dem Verkauf des Grundstücks und Gebäudes in Küssnacht (Schweiz) zum überwiegenden Teil Versicherungsentschädigungen in Höhe von insgesamt 13,4 Mio. Euro für die entstandenen finanziellen Verluste aus dem Wannenschaden an einem Standort in den USA sowie dem Brand in einem Lager in einem deutschen Behälterglaswerk. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind gegenüber dem Vorjahr um rund 6,6 Mio. Euro auf 39,8 Mio. Euro gestiegen. Der Anstieg ist auf verschiedene und teilweise gegenläufige Effekte zurückzuführen. Im Vorjahr beinhalteten die sonstigen betrieblichen Aufwendungen verschiedene Sondersachverhalte wie die Wertminderung des Geschäftswertes des Geschäftsbereiches Advanced Technologies, denen in der Berichtsperiode keine vergleichbaren Sachverhalte gegenüberstanden. Im Geschäftsjahr 2020 stiegen gegenüber dem Vorjahr vor allem die einmaligen Aufwendungen im Zusammen hang mit der Covid-19-Pandemie, die Wertminderungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie die Verluste aus Währungskurseffekten und die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung an. Weitere Informationen zu den Aktivitäten von Gerresheimer im Bereich Forschung und Entwicklung sind im Abschnitt "Forschung und Entwicklung" enthalten.
Die Verbesserung des Finanzergebnisses ist überwiegend auf die im Vergleich zum Vorjahr niedrigeren Zinsaufwendungen und Währungseffekte aus Sicherungsgeschäften zurückzuführen. Darüber hinaus sank der Aufwand aus der Verzinsung der Pensionsverpflichtungen. Gegenläufig wirkte die erstmalige Berücksichtigung des Zinsanteils von Leasingverbindlichkeiten im Zusammenhang mit der Erstanwendung von IFRS 16.
Der unter den Ertragsteuern ausgewiesene Steueraufwand lag bei 45,3 Mio. Euro (Vorjahr: 15,5 Mio. Euro). Im Vorjahr führte insbesondere die nicht steuerbare Ausbuchung von bedingten Kaufpreisbestandteilen aus dem Erwerb der Sensile Medical zusammen mit den Wertminderungen im Geschäftsbereich Advanced Technologies zu einem vergleichsweise niedrigen Steueraufwand. In der Berichtsperiode gab es keine ähnlichen Sachverhalte. Die Steuerquote lag im Berichtsjahr bei 33,5 %, nach 15,8 % im Vorjahr. Der Anstieg der Steuerquote resultiert vor allem aus der Wertberichtigung zeitlich begrenzter Verlustvorträge ausländischer Tochtergesellschaften sowie aus der Steuerbelastung durch die Veräußerung von Grundstücken im Rahmen der Schließung des Standorts Küssnacht (Schweiz).
Aufgrund der oben beschriebenen Entwicklungen verbesserte sich das Konzernergebnis um 7,2 Mio. Euro auf 89,9 Mio. Euro. Der Anteil am Konzernergebnis, der auf die Aktionäre der Gerresheimer AG entfällt, erhöhte sich um 7,8 Mio. Euro. Die Überleitung zum bereinigten Konzernergebnis stellt sich wie folgt dar:
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| In Mio. Euro | 2020 | 2019 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Konzernergebnis | 89,9 | 82,7 | 7,2 |
| Einmalige Aufwendungen und Erträge | 8,3 | 6,3 | 2,0 |
| Abschreibungen und Wertminderungen auf Fair Value-Anpassungen | 32,8 | 159,5 | -126,7 |
| Wertminderungen von Geschäftswerten | - | 5,0 | -5,0 |
| Einmaleffekte im Finanzergebnis | 1,0 | - | 1,0 |
| Anpassung latente Steuern Sensile Medical | - | 6,6 | -6,6 |
| Steuereffekte | -8,6 | -33,3 | 24,7 |
| Steuerliche Sondereffekte | 0,2 | 0,7 | -0,5 |
| Zinseffekte auf steuerliche Sondereffekte | 0,1 | 0,2 | -0,1 |
| Bereinigtes Konzernergebnis (Adjusted Net Income) | 123,7 | 227,7 | -104,0 |
| Nicht beherrschende Anteile | 1,3 | 1,9 | -0,6 |
| Bereinigtes Konzernergebnis, das auf die Aktionäre der Gerresheimer AG entfällt | 122,4 | 225,8 | -103,4 |
| Bereinigtes Ergebnis je Aktie, das auf die Aktionäre der Gerresheimer AG entfällt (in Euro) | 3,90 | 7,19 | -3,29 |
Für die Berechnung der Ergebnisse je Aktie wurde unverändert zum Vorjahr eine Anzahl von Aktien von 31,4 Mio. Stück zugrunde gelegt.
DIVIDENDE
Bei der Bemessung der Dividende orientiert sich Gerresheimer an dem auf die Aktionäre der Gerresheimer AG entfallenden bereinigten Konzernergebnis. Der Vorstand und der Aufsichtsrat der Gerresheimer AG werden der Hauptversammlung am 9. Juni 2021 vorschlagen, eine Dividende in Höhe von 1,25 Euro je Aktie (Vorjahr: 1,20 Euro je Aktie) für das Geschäftsjahr 2020 auszuschütten. Dies entspricht einer Gesamtausschüttung von 39,3 Mio. Euro. Im Verhältnis zum auf die Aktionäre der Gerresheimer AG entfallenden bereinigten Konzernergebnis beträgt die Ausschüttungsquote 32,1 %.
FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG
Unser Anspruch ist, der weltweit führende Partner für Lösungen zu werden, die die Gesundheit und das Wohlbefinden verbessern. Gleichzeitig verändern sich die Anforderungen unserer Kunden: Innovationen und Qualität spielen im Markt eine zunehmend wichtigere Rolle. Dementsprechend sind Themen wie der steigende Qualitätsanspruch sowie innovative Produkte und Lösungen Teil unserer Wachstumsstrategie. Wir investieren kontinuierlich sowohl in die Optimierung der Produktions- und Produktqualität als auch in die Weiterentwicklung unseres Produktportfolios. Dabei arbeiten wir eng mit unseren Kunden und Partnern aus der Industrie, der Wissenschaft und weiteren Einrichtungen zusammen.
Wir produzieren spezialisierte Produkte, sogenannte pharmazeutische Primärverpackungen, die in unmittelbaren Kontakt mit Arzneimitteln kommen und im Alltag von Patienten zur Medikamenteneinnahme benutzt werden. Unsere Primärverpackungen und Drug-Delivery-Devices spielen eine wichtige Rolle für die Pharmaindustrie. Primärverpackungen und Drug-Delivery-Devices unterliegen strengsten Auflagen nationaler und internationaler Zulassungsbehörden, insbesondere hinsichtlich Herstellungsverfahren und Produktqualität. Die Anforderungen an die Primärverpackungen und deren Qualität steigen auch durch neu entwickelte Medikamente. Außerdem wird die einfache und sichere Applikation von Medikamenten immer wichtiger. Die Digitalisierung wird auch bei pharmazeutischen Primärverpackungen und Drug-Delivery- Devices eine zunehmende Rolle spielen, beispielsweise durch die Erfassung, Bereitstellung und Nachverfolgung entsprechender Daten. Mit unseren fortlaufenden Verbesserungen bei Produkten und Prozessen sowie Innovationen haben wir im Markt und bei unseren Kunden eine gute Position aufgebaut, die es weiter zu verbessern gilt.
Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden insgesamt 7,7 Mio. Euro (Vorjahr: 3,6 Mio. Euro) für Forschung und Entwicklung aufgewendet. Darüber hinaus haben wir im Geschäftsjahr 2020 weitere 21,3 Mio. Euro Entwicklungskosten aktiviert (Vorjahr: 5,9 Mio. Euro). Der Anstieg der aktivierten Entwicklungskosten gegenüber dem Vorjahr resultierte im Wesentlichen aus Projekten im Geschäftsbereich Advanced Technologies und hierbei vor allem aus der planmäßigen Weiterentwicklung einer Mikropumpe zur Behandlung von Herzerkrankungen. Die aktivierten Entwicklungskosten umfassten zu einem nicht unerheblichen Teil auch nicht zahlungswirksame Bestandteile. Die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten finden ausschließlich bei den Tochterunternehmen der Gerresheimer AG statt. Sie orientieren sich stark an den Bedürfnissen unserer Kunden und werden deshalb oftmals in enger Zusammenarbeit mit ihnen durchgeführt. Zum Teil arbeiten Mitarbeiter der Pharmaunternehmen in unseren Kompetenzzentren mit.
VERMÖGENSLAGE
KONZERNBILANZ (KURZFASSUNG)
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| In Mio. Euro | 30.11.2020 | 30.11.2019 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Aktiva | |||
| Immaterielle Vermögenswerte | 1.274,4 | 1.357,2 | -82,8 |
| Sachanlagen (einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien) | 766,7 | 711,1 | 55,6 |
| At equity bewertete Anteile an Unternehmen | 0,3 | 0,3 | - |
| Sonstige Vermögenswerte | 11,0 | 10,7 | 0,3 |
| Aktive latente Steuern | 12,8 | 17,1 | -4,3 |
| Langfristige Vermögenswerte | 2.065,2 | 2.096,4 | -31,2 |
| Vorräte | 190,0 | 185,1 | 4,9 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 215,5 | 224,2 | -8,7 |
| Vertragsvermögenswerte | 14,2 | 5,4 | 8,8 |
| Sonstige Vermögenswerte | 43,8 | 44,3 | -0,5 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 88,0 | 85,8 | 2,2 |
| Kurzfristige Vermögenswerte | 551,4 | 544,8 | 6,6 |
| Bilanzsumme | 2.616,6 | 2.641,2 | -24,6 |
| Passiva | |||
| Eigenkapital | 899,7 | 941,6 | -41,9 |
| Rückstellungen | 165,2 | 164,8 | 0,4 |
| Finanzverbindlichkeiten | 836,4 | 498,2 | 338,2 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 4,5 | 3,5 | 1,0 |
| Passive latente Steuern | 131,4 | 142,4 | -11,0 |
| Langfristige Schulden | 1.137,5 | 808,9 | 328,6 |
| Rückstellungen | 53,0 | 48,3 | 4,7 |
| Finanzverbindlichkeiten | 213,9 | 530,6 | -316,7 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 211,6 | 221,4 | -9,8 |
| Vertragsverbindlichkeiten | 7,5 | 8,7 | -1,2 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 93,4 | 81,7 | 11,7 |
| Kurzfristige Schulden | 579,4 | 890,7 | -311,3 |
| Bilanzsumme | 2.616,6 | 2.641,2 | -24,6 |
Die Bilanzsumme sank gegenüber dem 30. November 2019 um 24,6 Mio. Euro auf 2.616,6 Mio. Euro. Die Veränderung spiegelt vor allem den Anstieg des Sachanlagevermögens sowie den Aufbau des Net Working Capital und der Finanzverbindlichkeiten wider. Gegenläufig wirkte der Rückgang der immateriellen Vermögenswerte.
Die immateriellen Vermögenswerte von 1.274,4 Mio. Euro beinhalten mit 642,3 Mio. Euro (Vorjahr: 672,2 Mio. Euro) Geschäftswerte sowie mit 568,6 Mio. Euro (Vorjahr: 641,3 Mio. Euro) Kundenbeziehungen, Markenrechte und Technologien und ähnliche Werte. Die Veränderungen gegenüber dem Vorjahr resultierten aus den planmäßigen Abschreibungen sowie Währungsumrechnungen.
Die Sachanlagen erhöhten sich um 55,6 Mio. Euro auf 766,7 Mio. Euro. Im Rahmen der Einführung der Bilanzierung von Leasingverpflichtungen nach IFRS 16 wurden erstmalig Nutzungsrechte in den Sachanlagen ausgewiesen. Der Nettobuchwert der Nutzungsrechte belief sich zum 30. November 2020 auf 37,5 Mio. Euro. Ein wesentlicher Posten innerhalb der Sachanlagen sind die geleisteten Anzahlungen und Anlagen im Bau. Die geleisteten Anzahlungen und Anlagen im Bau stiegen in Summe um 25,5 Mio. Euro auf 192,8 Mio. Euro. Diese Investitionen fielen vor allem für die Neubauten unserer Werke in der Republik Nordmazedonien und Brasilien sowie für die Modernisierung und Kapazitätserweiterungen an unseren Standorten in Deutschland und den USA an. Die Investitionen beinhalten auch die Kosten für die notwendigen Maßnahmen infolge des Wannenschadens an unserem Standort in den USA und des Brands an unserem Standort in Deutschland.
Die leichte Zunahme der Vorräte resultierte vor allem aus dem Aufbau von Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen. Die Entwicklung der Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen einschließlich der kurz- und langfristigen Vertragsvermögenswerte und -verbindlichkeiten führte im Saldo zusätzlich zu einer Erhöhung des Net Working Capital gegenüber dem Vorjahr. Insgesamt stieg das Net Working Capital um 14,9 Mio. Euro auf 197,9 Mio. Euro. Zum Abschlussstichtag betrug das Net Working Capital im Verhältnis zu den Umsatzerlösen 14,0 % (Vorjahr 13,1 %).
Die kurzfristigen sonstigen Vermögenswerte bestehen zum großen Teil aus Steuerforderungen.
Die Veränderung des Eigenkapitals des Gerresheimer Konzerns umfasst verschiedene, teils gegenläufige Effekte. Positiv wirkte das Konzernergebnis in Höhe von 89,9 Mio. Euro. Die im Geschäftsjahr 2020 erfolgten Dividendenzahlungen und die ergebnisneutralen Effekte aus der Währungsumrechnung sowie der Neubewertung der leistungsorientierten Pensionspläne führten in Summe zu einer Verringerung des Eigenkapitals gegenüber dem Vorjahr. Die Eigenkapitalquote, also der Anteil des Eigenkapitals an der Bilanzsumme, betrug 34,4 % (Vorjahr: 35,6 %).
Die Finanzverbindlichkeiten beinhalten vor allem die Schuldscheindarlehen, das revolvierende Darlehen und übrige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten. Neben den Veränderungen bei den Schuldscheindarlehen und dem revolvierenden Darlehen führte insbesondere der Anstieg der Leasingverbindlichkeiten im Zusammenhang mit der erstmaligen Anwendung des IFRS 16 zu der Veränderung gegenüber dem Vorjahr. Weitere Informationen zu den Finanzverbindlichkeiten sind im Kapitel "Finanzlage" enthalten.
Der Anstieg der kurzfristigen Rückstellungen resultierte aus verschiedenen, teilweise gegenläufigen Effekten. Während der kurzfristige Anteil der Rückstellungen für Pensionsverpflichtungen auf dem Niveau des Vorjahres lag, stiegen vor allem die Verpflichtungen gegenüber Personal sowie aus Umsatzvergütungen, Rabatten und Boni.
Die kurzfristigen sonstigen Verbindlichkeiten bestehen vor allem aus Ertragsteuern und sonstigen Steuern sowie aus Verbindlichkeiten gegenüber Mitarbeitern.
FINANZLAGE
GRUNDSÄTZE UND ZIELE DES FINANZMANAGEMENTS
Die finanzielle Steuerung und Optimierung des Gerresheimer Konzerns erfolgt grundsätzlich zentral aus dem Group Treasury der Gerresheimer AG. Unser vornehmliches Ziel ist es, die Liquidität jederzeit durch eine zentrale Beschaffung der Finanzmittel und die aktive Steuerung der Fremdwährungs- sowie der Zinsänderungsrisiken zu sichern. Die stets angemessene Ausstattung mit Finanzmitteln stellen wir durch eine rollierende Liquiditätsplanung und ein zentrales Cash-Management sicher.
Um die Entscheidungs- und Steuerungsprozesse im Rahmen der Liquiditätssicherung, der Finanzplanung und des diesbezüglichen Risikomanagements zu institutionalisieren, hat der Vorstand einen Anlagenausschuss eingesetzt. Dieser besteht aus dem Finanzvorstand sowie den Leitern der Abteilungen Controlling, Accounting, Mergers & Acquisitions und Treasury und tritt grundsätzlich einmal pro Quartal zusammen. Zentrale Aufgabe des Anlagenausschusses ist es, die relevanten finanziellen Rahmenbedingungen für den Gerresheimer Konzern zu erörtern und zu überwachen. Dabei werden mögliche Veränderungen von externen Einflussfaktoren durch aktuelle Marktprognosen ebenso bewertet wie die Finanzierungssituation und strategischen Wachstumsoptionen. Alle Ideen und anstehenden Maßnahmen von größerem finanziellem Umfang werden hier gebündelt und auf ihre Finanzierbarkeit geprüft sowie unter Risikogesichtspunkten nochmals durchleuchtet. Die Unterlagen des Anlagenausschusses werden den anderen Vorstandsmitgliedern nach jeder Sitzung ebenfalls zur Kenntnis gegeben. Damit haben wir in Ergänzung zum durchgängigen Vier-Augen-Prinzip eine zusätzliche Kontroll- und Früherkennungsinstanz.
Als global agierender Konzern setzen wir verschiedene Instrumente ein, um ein effektives Finanzmanagement sicherzustellen. Dadurch minimieren wir negative Auswirkungen von Ausfall-, Währungs- und Zinsänderungsrisiken auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie auf die Cashflows des Gerresheimer Konzerns.
Aus dem Forderungsbestand ist der Gerresheimer Konzern maximal bis zur Höhe der Forderungsbuchwerte einem Kreditausfallrisiko ausgesetzt. Im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit räumen wir unseren Kunden Zahlungsziele ein und nehmen laufend Bewertungen hinsichtlich bestimmter Finanzkonditionen vor (Bonitätskontrolle). Dem Adressenausfallrisiko begegnen wir mit der Beschränkung auf Vertragspartner guter bis sehr guter Bonität sowie der konsequenten Einhaltung des von der Warenkreditversicherung oder intern vorgegebenen Risikolimits. Notwendige Wertminderungen werden in ausreichender Höhe vorgenommen.
Aufgrund der internationalen Ausrichtung tätigen wir zahlreiche Geschäfte in fremden Währungen. Um dem damit verbundenen Risiko der für uns nachteiligen Wechselkursschwankungen zu begegnen, schließen wir Devisentermingeschäfte ab. Diese sichern die Cashflows aus noch nicht erfüllten Aufträgen in Fremdwährungen ab. Aufträge, Forderungen oder Verbindlichkeiten werden regelmäßig im Zeitpunkt ihrer Entstehung durch Devisentermingeschäfte abgesichert. Um Zinsänderungsrisiken zu begegnen, beobachtet das Group Treasury der Gerresheimer AG ständig die Zinsentwicklung und schließt im Bedarfsfall entsprechende Zinssicherungsgeschäfte ab.
Ein fester Bestandteil der laufenden Liquiditätssteuerung ist die Liquiditätssicherung des Gerresheimer Konzerns unter Berücksichtigung von entsprechenden Reserven für mögliche Sondereinflüsse. Hierbei ermöglicht der konzerninterne Finanzausgleich im Rahmen des Cash-Poolings und mittels Intercompany- Darlehen eine effiziente Nutzung von Liquiditätsüberschüssen einzelner Tochter unternehmen für den Bedarf an Finanzmitteln anderer Tochterunternehmen.
KAPITALSTRUKTUR
Zum 30. November 2020 war die Kapitalstruktur des Gerresheimer Konzerns wie folgt:
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| In % der Bilanzsumme | 31.11.2020 | 30.11.2019 |
|---|---|---|
| Langfristige Vermögenswerte | 78,9 | 79,4 |
| Kurzfristige Vermögenswerte | 21,1 | 20,6 |
| Eigenkapital | 34,4 | 35,7 |
| Finanzverbindlichkeiten | 40,1 | 39,0 |
| Sonstige langfristige Schulden | 11,5 | 11,8 |
| Sonstige kurzfristige Schulden | 14,0 | 13,6 |
FINANZSCHULDEN UND KREDITLINIEN
Die Nettofinanzschulden haben sich zum Bilanzstichtag wie folgt verändert:
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| In Mio. Euro | 30.11.2020 | 30.11.2019 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Schuldscheindarlehen - November 2015 (nominal) | 235,5 | 425,0 | -189,5 |
| Schuldscheindarlehen - September 2017 (nominal) | 250,0 | 250,0 | - |
| Schuldscheindarlehen - November 2020 (nominal) | 325,0 | - | 325,0 |
| Revolvierendes Darlehen | 162,6 | 302,3 | -139,7 |
| Lokale Kreditlinien inklusive Kontokorrentverbindlichkeiten | 36,5 | 40,9 | -4,4 |
| Leasingverbindlichkeiten | 38,2 | 8,6 | 29,6 |
| Verbindlichkeiten aus Ratenkäufen | 1,4 | 1,7 | -0,3 |
| Finanzschulden | 1.049,2 | 1.028,5 | 20,7 |
| Abzüglich Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten | 88,0 | 85,8 | 2,2 |
| Nettofinanzschulden | 961,2 | 942,7 | 18,5 |
Die Veränderung der Schuldscheindarlehen aus November 2015 resultierte aus der planmäßigen Rückzahlung der im Geschäftsjahr fälligen Tranchen. Die erforderlichen Mittel stammten aus den im November 2020 emittierten Schuldscheindarlehen mit einem Nominalvolumen von insgesamt 325,0 Mio. Euro. Der verbleibende Betrag aus diesen Schuldscheindarlehen wurde für die Ablösung einer aus der Konsortialkreditvereinbarung ausscheidenden Konsortialbank sowie zur anteiligen Rückführung des revolvierenden Darlehens verwendet. Zum Stichtag waren alle Schuldscheindarlehen in Euro begeben.
Dem Gerresheimer Konzern standen am 30. November 2020 zur allgemeinen Finanzierung ein Konsortialkredit in Form eines revolvierenden Darlehens zuzüglich Nebenkreditlinien im Gesamtvolumen von 476,0 Mio. Euro zur Verfügung, von denen 312,0 Mio. Euro nicht in Anspruch genommen wurden. Der Konsortialkredit wurde am 26. September 2019 unterzeichnet und hatte eine ursprüngliche Laufzeit von fünf Jahren, die im Geschäftsjahr um ein weiteres Jahr verlängert wurde. Die dem revolvierenden Darlehen zugrunde liegende und einzuhaltende marktübliche Kenngröße (Financial Covenant) ist das Verhältnis von Nettofinanzschulden zu Adjusted EBITDA (Adjusted EBITDA Leverage) auf Basis des gültigen Rahmenkreditvertrages. Das revolvierende Darlehen wird verzinst über einen Basiszins entsprechend dem EURIBOR (für Ziehungen in Euro) bzw. dem LIBOR (für Ziehungen in US-Dollar) für die jeweilige Ziehungsperiode zuzüglich eines Margenaufschlages abhängig vom Erfüllungsgrad des Adjusted EBITDA Leverage sowie zuzüglich einer Nutzungsprovision in Abhängigkeit vom jeweiligen Darlehensstand. Der Adjusted EBITDA Leverage auf Basis der gültigen Rahmenkreditvereinbarung betrug zum Stichtag 3,0x (Vorjahr: 2,4x).
Daneben finanzieren sich unsere Tochterunternehmen über zugesagte bilaterale Kreditlinien inklusive Kontokorrentverbindlichkeiten in Höhe von umgerechnet 36,2 Mio. Euro.
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten bestehen fast ausschließlich in Euro.
Weitere Informationen zu den Finanzschulden sind in der Angabe (33) im Konzernanhang enthalten.
Um sich weitere günstige Finanzierungsquellen zu erschließen, finanziert sich Gerresheimer darüber hinaus in geringem Umfang durch den Verkauf von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen an Factoringgesellschaften.
CASHFLOWS
Kapitalflussrechnung (Kurzfassung)
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| In Mio. Euro | 2020 | 2019 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Finanzmittelbestand am Anfang der Periode | 51,1 | 61,9 | -10,8 |
| Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit | 222,2 | 192,9 | 29,3 |
| Cashflow aus der Investitionstätigkeit | -157,0 | -203,2 | 46,2 |
| Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit | -52,2 | -1,1 | -51,1 |
| Wechselkursbedingte Änderungen des Finanzmittelbestands | -5,7 | 0,6 | -6,3 |
| Veränderungen des Finanzmittelbestands | 7,3 | -10,8 | 18,1 |
| Finanzmittelbestand am Ende der Periode | 58,4 | 51,1 | 7,3 |
Der Anstieg des Cashflows aus der laufenden Geschäftstätigkeit war vor allem auf das gestiegene Konzernergebnis sowie die Entwicklung der sonstigen Rückstellungen zurückzuführen.
Der Mittelabfluss aus der Investitionstätigkeit beinhaltete zum wesentlichen Teil Auszahlungen für immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen. Im Mittelabfluss des Vorjahres war mit 43,5 Mio. Euro eine Zahlung für den Erwerb der Anteile an der Sensile Medical enthalten. Im Berichtsjahr gab es keinen vergleichbaren Sachverhalt.
Der Mittelabfluss aus dem Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit resultierte hauptsächlich aus den Veränderungen bei den Schuldscheindarlehen, der teilweisen Tilgung des revolvierenden Darlehens, den Dividendenzahlungen sowie aus der aufgrund der Erstanwendung von IFRS 16 erstmals zu berücksichtigenden Tilgung von Leasingverbindlichkeiten.
Auf Basis der oben beschriebenen Einflüsse entwickelte sich der Free Cashflow vor Akquisitionen bzw. Desinvestitionen von Tochterunternehmen wie folgt:
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| In Mio. Euro | 2020 | 2019 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit | 222,2 | 192,9 | 29,3 |
| Nettoinvestitionen in immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen sowie Beteiligungen und Ausleihungen | -157,0 | -159,3 | 2,3 |
| Free Cashflow | 65,2 | 33,6 | 31,6 |
INVESTITIONEN
Die Zugänge zu immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen entfielen im Geschäftsjahr 2020 auf die folgenden Bereiche:
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| In Mio. Euro | 2020 | 2019 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Plastics & Devices | 78,5 | 93,8 | -15,3 |
| Primary Packaging Glass | 96,5 | 82,9 | 13,6 |
| Advanced Technologies | 23,3 | 4,9 | 18,4 |
| Zentralstellen | 1,2 | 3,8 | -2,6 |
| Investitionen | 199,5 | 185,4 | 14,1 |
Den Schwerpunkt der Investitionen im Geschäftsbereich Plastics & Devices bildeten insbesondere der Ausbau unserer Spritzenkapazitäten sowie die Neubauten unserer Werke in der Republik Nordmazedonien und Brasilien. Darüber hinaus lag der Fokus auf dem Ausbau des Produktportfolios sowie der Schaffung zusätzlicher Produktions- und Lagerkapazitäten.
Die Investitionen im Geschäftsbereich Primary Packaging Glass betrafen im Wesentlichen Anzahlungen und Vorbereitungen für eine geplante Ofenreparatur und -erweiterung in Deutschland, eine Ofenreparatur in den USA sowie die Modernisierung und Automatisierung der Produktionsanlagen. Den Anzahlungen für die Ofenreparatur in den USA standen anteilig entsprechende Versicherungserstattungen gegenüber. Darüber hinaus investierten wir in Kapazitätserweiterungen, insbesondere für Injektionsfläschchen. Zudem erfolgten, wie in den Vorjahren, Investitionen in Formen und Werkzeuge.
Im Bereich Advanced Technologies lagen die Investitionen im Geschäftsjahr 2020 deutlich über dem Vorjahr. Dabei entfielen Investitionen größtenteils auf Entwicklungsprojekte wie die planmäßige Weiterentwicklung einer Mikropumpe zur Behandlung von Herzerkrankungen. Die aktivierten Entwicklungskosten umfassten zu einem nicht unerheblichen Teil nicht zahlungswirksame Bestandteile.
Die Investitionen des Geschäftsjahres 2020 enthalten mit 12,6 Mio. Euro aktivierte Nutzungsrechte, die erst in späteren Perioden zahlungswirksam werden. Am Geschäftsjahresende liegen finanzielle Verpflichtungen von 35,6 Mio. Euro im Zusammenhang mit zukünftigen Investitionen vor.
GESAMTAUSSAGE ZUR WIRTSCHAFTLICHEN LAGE
GESAMTAUSSAGE DES VORSTANDS
Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen des Geschäftsjahres 2020 waren in hohem Maße von der weltweiten Ausbreitung von Covid-19 und den damit verbundenen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie geprägt. Die Pandemie führte zu einer großen Gesundheitskrise und zur tiefsten Rezession seit den 1930-er Jahren. Die Auswirkungen auf unsere Abnehmerbranchen waren sehr unterschiedlich. Während die Pharmabranche kaum beeinträchtigt wurde, verzeichnete die Kosmetikindustrie deutliche Rückgänge. Neben der Gesundheit und Sicherheit unserer Mitarbeiter und Geschäftspartner war es wichtig, die Kontinuität der Geschäftstätigkeit sicherzustellen. Durch unser verantwortungsvolles Handeln in der Krise ist es uns gelungen, jederzeit ein zuverlässiger Partner für unsere Kunden und Lieferanten und damit auch für Patienten und Verbraucher zu sein. Vor dem Hintergrund dieses herausfordernden Umfelds sind wir im Geschäftsjahr 2020 im Rahmen unserer Erwartungen geblieben, wenngleich wir unsere Möglichkeiten aufgrund der Covid-19-Pandemie nicht ganz ausschöpfen konnten.
Nach einem starken 4. Quartal stiegen die währungsbereinigten Umsatzerlöse des Gerresheimer Konzerns auf vergleichbarer Basis um 2,6 % auf 1.441,0 Mio. Euro. Das Wachstum der währungsbereinigten Umsatzerlöse entwickelte sich damit am unteren Ende unserer Erwartungen zum Jahresbeginn, womit wir aufgrund der Pandemie hinter unseren Wachstumsmöglichkeiten zurückgeblieben sind. Im Kerngeschäft, also den Geschäftsbereichen Plastics & Devices und Primary Packaging Glass, betrug das organische Wachstum auf Vergleichsbasis 3,8 %. Die Covid-19-Pandemie belastete vor allem die Umsatzerlöse im Kosmetikgeschäft. Ohne Berücksichtigung des Kosmetikgeschäfts stiegen die vergleich baren währungsbereinigten Umsatzerlöse im Kerngeschäft um 5,5 %.
Das währungsbereinigte Adjusted EBITDA des Gerresheimer Konzerns lag unter Berücksichtigung des währungsbereinigten Effekts aus der Erstanwendung von IFRS 16 in Höhe von 9,3 Mio. Euro mit 301,6 Mio. Euro um 1,7 % über dem um Sondersachverhalte (vgl. Fußnote 2) bereinigten Vorjahr (296,7 Mio. Euro). Während der Geschäftsbereich Plastics & Devices das währungsbereinigte Adjusted EBITDA um 9,5 % auf 214,6 Mio. Euro steigerte, erhöhte sich das Adjusted EBITDA im Geschäftsbereich Primary Packaging Glass auf vergleichbarer Basis zum Vorjahr um 10,1 % auf 135,8 Mio. Euro. Das währungsbereinigte Adjusted EBITDA im Geschäftsbereich Advanced Technologies verbesserte sich um 38,2 % auf -14,5 Mio. Euro.
Die währungsbereinigte Adjusted EBITDA-Marge des Gerresheimer Konzerns belief sich auf 21,6 % (Vorjahr nach Sondersachverhalten: 20,0 %) und lag damit im Rahmen unserer Erwartung. Das Kerngeschäft erzielte eine währungsbereinigte Adjusted EBITDA-Marge von 22,6 % (Vorjahr nach Sondersachverhalten: 22,0 %).
Das bereinigte Konzernergebnis sank auf 123,7 Mio. Euro (Vorjahr nach Sondersachverhalten: 128,7 Mio. Euro). Wesentliche Ursache hierfür ist der erhöhte Steueraufwand, der die positive Ergebnisentwicklung vor Steuern mehr als kompensiert hat. Vor diesem Hintergrund sank das bereinigte Ergebnis je Aktie der Aktionäre der Gerresheimer AG leicht von 4,04 Euro auf 3,90 Euro.
Der Free Cashflow vor Akquisitionen und Desinvestitionen stieg um 31,5 Mio. Euro auf 65,1 Mio. Euro. Bei Nettoinvestitionen leicht unter dem Niveau des Vorjahres war der Anstieg vor allem auf den insgesamt positiven Geschäftsverlauf zurückzuführen. Der Anteil der Nettoinvestitionen an den währungsbereinigten Umsatzerlösen betrug 11,1 % (Vorjahr: 11,8 %). Zu Beginn des Jahres hatten wir einen Anteil von rund 12 % erwartet. Unser strategisches Investitionsprogramm entwickelt sich planmäßig.
PROGNOSE-IST-VERGLEICH
Um unseren Aktionären, Kunden und allen anderen Partnern die Möglichkeit zu geben, unsere Geschäftsentwicklung zu beurteilen, veröffentlichen wir unsere Erwartungen jeweils zu Beginn des Geschäftsjahres und aktualisieren diese bei Bedarf im Jahresverlauf. Unsere Prognose umfasst dabei Angaben zu der erwarteten währungsbereinigten Entwicklung der für die Steuerung des Konzerns bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikatoren: Umsatzerlöse, Adjusted EBITDA sowie die Nettoinvestitionen in Prozent der Umsatzerlöse.
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| Leistungsindikator | Basis währungsbereinigt | Prognose 2020 währungsbereinigt | Zielerreichung 2020 währungsbereinigt | Veränderung |
|---|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 1.405,0 Mio. Euro | Wachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich | 1.441,0 Mio. Euro | +2,6 % |
| Adjusted EBITDA | 296,7 Mio. Euro | Wachstum im niedrigen einstelligen Prozentbereich | 301,6 Mio. Euro | +1,7 % |
| Nettoinvestitionen (in % der Umsatzerlöse) | ~12 % | 11,1 % |
EREIGNISSE NACH DEM ABLAUF DES GESCHÄFTSJAHRES
Nach dem 30. November 2020 sind keine Ereignisse eingetreten, von denen ein wesentlicher Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- oder Ertragslage des Gerresheimer Konzerns ausgeht oder zu erwarten ist.
GESCHÄFTSENTWICKLUNG DER GERRESHEIMER AG (HGB)
Die Geschäftsentwicklung der Gerresheimer AG unterliegt grundsätzlich den gleichen Risiken und Chancen wie die der Gerresheimer Gruppe. Der Ausblick für die Gerresheimer Gruppe spiegelt aufgrund der Verflechtungen mit den Tochtergesellschaften und der Bedeutung der Gerresheimer AG in der Gerresheimer Gruppe größtenteils auch die Erwartungen für die Gerresheimer AG wider. Daher gelten die vorstehenden Ausführungen zur Vermögens-, Finanz- und Ertragslage für die Gruppe größtenteils auch für die Gerresheimer AG. Die Ertragslage der Gerresheimer AG wird maßgeblich durch die Ergebnisse der Tochtergesellschaften bestimmt. Das Ergebnis aus den abgeführten operativen Ergebnissen der Tochtergesellschaften ist der bedeutsamste Leistungsindikator der Gerresheimer AG. Mit der Geschäftsentwicklung der Gerresheimer AG und den Ergebnisbeiträgen der Tochtergesellschaften im Geschäftsjahr 2020 sind wir insgesamt zufrieden.
ERTRAGSLAGE DER GERRESHEIMER AG
GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG DER GERRESHEIMER AG (KURZFASSUNG)
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| In Mio. Euro | 2020 | 2019 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 4,8 | 4,0 | 0,8 |
| Personalaufwand | -21,1 | -17,8 | -3,3 |
| Abschreibungen | -1,6 | -1,5 | -0,1 |
| Sonstige Erträge und Aufwendungen | -8,6 | -7,5 | -1,1 |
| Beteiligungsergebnis | 120,6 | -0,2 | 120,7 |
| Finanzergebnis | -0,5 | 0,7 | -1,2 |
| Ertragsteuern | -7,7 | -0,1 | -7,6 |
| Jahresüberschuss (Vorjahr: Jahresfehlbetrag) | 85,8 | -22,4 | 108,2 |
| Gewinnvortrag aus dem Vorjahr | 89,7 | 149,8 | -60,1 |
| Bilanzgewinn | 175,5 | 127,4 | 48,2 |
Die Gerresheimer AG erzielt Umsatzerlöse vor allem aus der Erbringung von IT-Dienstleistungen und Managementleistungen für verbundene Unternehmen. Der Anstieg der Umsatzerlöse gegenüber dem Vorjahr resultiert hauptsächlich aus höheren Weiterbelastungen für IT-Leistungen. Die Umsatzerlöse wurden überwiegend in Deutschland erzielt.
Der Anstieg des Personalaufwands entfällt zum großen Teil auf die gewachsene Anzahl von Mitarbeitern sowie auf den Anstieg der Verpflichtungen gegenüber den Mitarbeitern aus Tantieme und Bonus.
Die sonstigen Erträge und Aufwendungen umfassen neben den sonstigen betrieblichen Erträgen und Aufwendungen auch die aktivierten Eigenleistungen und sonstigen Steuern. Die Verschlechterung gegenüber dem Vorjahr resultierte größtenteils aus gestiegenen Aufwendungen für bezogene IT-Dienstleistungen. Die höheren Erträge aus den konzerninternen Weiterbelastungen sowie die gesunkenen Aufwendungen für Kommunikation, Marketing und Dienstreisen konnten diesen Effekt nur zum Teil kompensieren.
Das Beteiligungsergebnis umfasst neben den Erträgen aus Beteiligungen und verbundenen Unternehmen nahezu ausschließlich den Ergebnisbeitrag aus dem im Geschäftsjahr 2020 neu abgeschlossenen Gewinnabführungs- bzw. Verlustübernahmevertrag mit einem verbundenen Unternehmen. Im Vorjahr gab es keinen solchen Ergebnisabführungsvertrag. Die Ergebnisbeiträge aus Gewinnabführungs- bzw. Verlustübernahmeverträgen umfassen nunmehr die jeweiligen Ergebnisse aller inländischen Tochterunternehmen der Gerresheimer AG.
Im Finanzergebnis sind im Wesentlichen die Erträge aus Ausleihungen an verbundene Unternehmen sowie die Zinsaufwendungen aus den Schuldscheindarlehen enthalten. Die Verschlechterung gegenüber dem Vorjahr ist zum großen Teil auf niedrigere Erträge aus verbundenen Unternehmen zurückzuführen.
Die Veränderung der Ertragsteuern resultierte vor allem aus dem Anstieg des laufenden Steueraufwands der Berichtsperiode im Zusammenhang mit dem im Geschäftsjahr 2020 neu abgeschlossenen Gewinnabführungs- bzw. Verlustübernahmevertrag.
VERMÖGENS- UND FINANZLAGE DER GERRESHEIMER AG
BILANZ DER GERRESHEIMER AG (KURZFASSUNG)
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| In Mio. Euro | 30.11.2020 | 30.11.2019 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Aktiva | |||
| Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen | 4,7 | 5,6 | -0,9 |
| Finanzanlagen | 1.286,2 | 1.286,2 | - |
| Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände | 321,9 | 193,3 | 128,7 |
| Rechnungsabgrenzungsposten | 1,1 | 0,9 | 0,2 |
| Bilanzsumme | 1.614,0 | 1.486,0 | 128,0 |
| Passiva | |||
| Eigenkapital | 732,7 | 684,5 | 48,2 |
| Rückstellungen | 21,8 | 16,8 | 5,0 |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 858,1 | 782,1 | 76,0 |
| Übrige Verbindlichkeiten | 1,4 | 2,6 | -1,2 |
| Bilanzsumme | 1.614,0 | 1.486,0 | 128,0 |
Die Gerresheimer AG wies zum 30. November 2020 eine Bilanzsumme von 1.614,0 Mio. Euro aus, nach 1.486,0 Mio. Euro im Vorjahr. Hauptursachen für den Anstieg waren die höheren Forderungen gegen verbundene Unternehmen aus Ergebnisabführung sowie gestiegene Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten.
Die Finanzanlagen umfassen die Anteile und Ausleihungen an verbundene Unternehmen.
Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände resultieren überwiegend aus Forderungen gegen verbundene Unternehmen aus Ergebnisabführung und Cash-Pooling. Der Anstieg entfällt zum großen Teil auf die erstmalig im Geschäftsjahr 2020 durchgeführte Ergebnisabführung mit einem verbundenen Unternehmen.
Die Gerresheimer AG ist in das Cash-Pooling-Management der GERRESHEIMER GLAS GmbH eingebunden. Infolgedessen sind die flüssigen Mittel am Bilanzstichtag nur sehr gering.
Die Veränderung des Eigenkapitals steht im Wesentlichen im Zusammenhang mit dem Ergebnis des Geschäftsjahres und der Dividendenzahlung 2019. Die Eigenkapitalquote lag zum 30. November 2020 bei 45,4 % (Vorjahr: 46,1 %).
Der Anstieg der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten war vor allem auf das im November 2020 begebene Schuldscheindarlehen in Höhe von 325,0 Mio. Euro zurückzuführen. Gegenläufig wirkte die Rückzahlung der im Geschäftsjahr 2020 fälligen Tranchen des Schuldscheindarlehens aus dem Jahr 2015 in Höhe von 189,5 Mio. Euro sowie die anteilige Rückführung des revolvierenden Darlehens.
PROGNOSE DER GERRESHEIMER AG
Die Ertragsperspektiven der Gerresheimer AG hängen maßgeblich davon ab, wie sich die Geschäftsaktivitäten ihrer Tochtergesellschaften entwickeln werden. Für das Geschäftsjahr 2021 gehen wir von einem vergleichbaren Ergebnis aus der Ergebnisabführung unserer Tochtergesellschaften wie im Geschäftsjahr 2020 aus.
UNTERNEHMERISCHE VERANTWORTUNG UND NACHHALTIGKEIT BEI GERRESHEIMER (NICHTFINANZIELLE KONZERNERKLÄRUNG)
Die vorliegende nichtfinanzielle Konzernerklärung (NFE) dokumentiert unsere nachhaltigkeitsbezogene Leistung entlang der Umwelt-, Sozial- und Arbeitnehmerbelange, zur Achtung der Menschenrechte sowie zur Bekämpfung von Korruption und Bestechung und dient der Erfüllung der Berichtspflicht, die sich aus den Anforderungen des CSR-Richtlinienumsetzungsgesetzes gemäß §§ 315b, 315c i. V. m. §§ 289c-289e HGB ergibt.
Bei der Auswahl der zu berichtenden Sachverhalte haben wir neben der gesetzlichen Wesentlichkeitsformel, das heißt den Auswirkungen unserer Geschäftstätigkeit sowie der Relevanz für Gerresheimer, die Erwartungen unserer Stakeholder berücksichtigt. Der folgende Index dient der Auffindbarkeit der gesetzlich geforderten Informationen. Gleichzeitig ordnet er diese unseren strategischen Handlungsfeldern, den UN Global Compact-Prinzipien, einschließlich der relevanten Ziele für nachhaltige Entwicklung, den Sustainable Development Goals (SDGs), zu.
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| NFE-Bestandteil | Enthalten in Kapitel | Strategisches Handlungsfeld | UN Global Compact-Prinzipien | SDGs | Verweis |
|---|---|---|---|---|---|
| Beschreibung des Geschäftsmodells | Geschäftsmodell | 3 | S. 3 | ||
| Unternehmerische Verantwortung und Nachhaltigkeit bei Gerresheimer | 4 | S. 20 | |||
| 8 | |||||
| 9 | |||||
| Risiken | Nachhaltigkeitsrisiken | S. 26 | |||
| Chancen- und Risikobericht | S. 57 | ||||
| Umweltbelange | GxPure (Umwelt) | CO 2-Emissionen | Prinzip 7 | 3 | S. 27 |
| GxCircular (Produkte und Ressourcen) | Erneuerbare Energien | Prinzip 8 | 6 | S. 32 | |
| Wasser | Prinzip 9 | 9 | |||
| Abfall und Recycling | 12 | ||||
| Ökodesign | 13 | ||||
| Verantwortungsvolles | 15 | ||||
| Beschaffungsmanagement | 17 | ||||
| Arbeitnehmerbelange | GxCare (Menschen) | Gesundheit und Arbeitssicherheit | Prinzip 1 | 3 | S. 37 |
| Mitarbeiterzufriedenheit | Prinzip 2 | 4 | |||
| Prinzip 3 | 8 | ||||
| Sozialbelange | GxCare (Menschen) | Gemeinwesen | Prinzip 1 | 3 | S. 37 |
| GxCircular (Produkte und Ressourcen) | Ökodesign | Prinzip 2 | 4 | S. 32 | |
| Prinzip 3 | 8 | ||||
| Prinzip 4 | 17 | ||||
| Prinzip 5 | |||||
| Prinzip 6 | |||||
| Achtung der Menschenrechte | GxCircular (Produkte und Ressourcen) | Verantwortungsvolles | Prinzip 1 | 8 | S. 32 |
| GxCare (Menschen) | Beschaffungsmanagement | Prinzip 2 | 12 | S. 37 | |
| 16 | |||||
| Bekämpfung von Korruption und Bestechung | Unsere Verantwortung für wirtschaftsethisches Verhalten und Gesetzeskonformität | Prinzip 10 | 8 | S. 44 | |
| 16 |
Bei der Darstellung der Inhalte orientieren wir uns an den Berichtsprinzipien der Sustainability Reporting Standards der Global Reporting Initiative (GRI), einem weltweit anerkannten Rahmenwerk zur Nachhaltigkeitsberichterstattung. In diesem Jahr veröffentlichen wir erstmals im Anhang des Geschäftsberichts einen GRI-Index, um unseren Fortschritt in Bezug auf die Erfüllung der Kernoption aufzuzeigen. Neben den Verweisen auf die entsprechenden Angaben in diesem Bericht zeigen wir auf, wie wir zu den nachhaltigen Entwicklungszielen der Vereinten Nationen (SDGs) und den Prinzipien des UN Global Compact beitragen. Für das kommende Geschäftsjahr ist eine Berichterstattung in Übereinstimmung mit der Kernoption der GRI-Standards anvisiert.
Soweit keine abweichende Erläuterung für die einzelnen Themen vorliegt, beziehen sich alle im Rahmen unserer Erklärung gemachten Angaben in der NFE sowohl auf die Gerresheimer AG als auch auf die von ihr direkt und indirekt gehaltenen Tochterunternehmen. Die umwelt- und arbeitssicherheitsbezogenen Daten (Energie, Treibhausgasemissionen, Wasser sowie Arbeitssicherheit) erheben wir für unsere Produktionsstandorte sowie die Hauptverwaltung in Düsseldorf. Vertriebsstätten sowie weitere Verwaltungsstandorte sind von der Erfassung aus Wesentlichkeitsgründen ausgenommen. Sämtliche Daten und ergänzende Informationen werden vom zuständigen Fachpersonal für den Berichtszeitraum auf der Grundlage gängiger Standards der Nachhaltigkeitsberichterstattung erhoben.
Rückwirkend festgestellte Anpassungsbedarfe korrigieren wir in der aktuellen Berichterstattung. Diese sowie Änderungen der methodischen Ansätze und Portfolioänderungen im Zuge von Akquisitions- und Veräußerungsentscheidungen machen wir in den entsprechenden Abschnitten kenntlich, sofern von wesentlicher Bedeutung.
Der Aufsichtsrat der Gerresheimer AG wurde bei seiner Prüfpflicht der nichtfinanziellen Konzernerklärung durch die Deloitte GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft mit einer freiwilligen Prüfung zur Erlangung begrenzter Sicherheit (Limited Assurance) nach ISAE 3000 unterstützt.
Bedeutende Änderungen gegenüber dem Vorjahr in der Berichterstattung ergeben sich aus der Neuausrichtung unserer Strategie. In diesem Kontext haben wir unsere wesentlichen Handlungsfelder einer Überprüfung unterzogen und konkrete Ziele für die daraus resultierenden Themen definiert. Im Zuge des Zieldefinitionsprozesses haben wir unsere Datenerhebung weiter formalisiert, um die Datenqualität kontinuierlich zu verbessern.
Zusätzlich haben wir einen Index zum Verweis auf die strategischen Handlungsfelder und eine Übersicht zu allen Zielen aufgenommen, um für mehr Transparenz und Orientierung zu sorgen.
UNSERE NACHHALTIGKEITSSTRATEGIE UND WESENTLICHKEITSANALYSE
Im Rahmen des 2019 vom Vorstand der Gerresheimer AG eingeleiteten Strategieprozesses (siehe Kapitel "Strategie und Ziele") ist das Thema Nachhaltigkeit als ein zentrales Kernthema auf die Gerresheimer Agenda gesetzt worden. Damit wollen wir unser Engagement für Umwelt-, Sozial- und Arbeitnehmerbelange, die Achtung der Menschenrechte sowie die Bekämpfung von Korruption und Bestechung wesentlich intensivieren. Nachhaltigkeit ist damit zu einem Grundpfeiler unserer Unternehmensstrategie geworden. Nachhaltig denken und handeln heißt für uns, unser Geschäftsmodell sowie unsere Wirkung als Unternehmen langfristig zu betrachten.
Den Begriff Nachhaltigkeit berücksichtigen wir in allen seinen Facetten. Gemäß unserem Geschäftsmodell (siehe Kapitel "Grundlagen des Konzerns") stehen für uns unsere Produkte sowie ihr Nutzen im Vordergrund unseres Handelns. Mit der Entwicklung und Herstellung von Produkten zur Verpackung von Medikamenten sowie zur einfachen und sicheren Dosierung und Verabreichung von Arzneimitteln leisten wir einen wichtigen Beitrag zu Gesundheit und Wohlbefinden der Gesellschaft. Dieser Anspruch findet Eingang in unsere Entwicklungs- und Produktionsprozesse, indem für uns Qualität, Schonung von Ressourcen, die einfache Handhabung und größtmögliche Sicherheit unserer Produkte höchste Priorität haben.
Um unsere bestehende Nachhaltigkeitsstrategie fortzuentwickeln, haben wir im Geschäftsjahr 2020 eine wesentliche und grundlegende Überarbeitung unserer Nachhaltigkeitsstrategie durchgeführt. Dazu haben wir unsere bestehende Wesentlichkeitsanalyse einer intensiven Überprüfung unterzogen. In einem systematischen Prozess haben wir dabei die Ergebnisse aus Unternehmensanalyse, Umfeldanalyse und Analyse der Stakeholder-Erwartungen zusammengeführt. Wir haben dazu verschiedene Workshops mit internen und externen Experten, Auswertungen für uns relevanter Ratings, Benchmarking-Analysen und Stakeholder-Dialoge durchgeführt. Der Input folgender wesentlicher Stakeholder-Gruppen wurde entsprechend berücksichtigt:
1. Die Schwerpunktthemen vieler unserer Pharma- und Kosmetikkunden, die uns in Sachen Nachhaltigkeit entweder einzeln auditieren oder uns über anerkannte Auditierungs-Agenturen wie EcoVadis oder Ecodesk beurteilen, Ergebnisse der letzten Kundenbefragung sowie direkte Gespräche mit Kunden.
2. Investoren- und Analystenfragebögen zu Nachhaltigkeitsaspekten sowie Input aus Gesprächen unseres Vorstands, Investor Relations oder der Gruppenverantwortlichen für Nachhaltigkeit mit Kapitalmarktakteuren.
3. Öffentliche Positionen und Vorgaben aus der Politik, insbesondere der EU und den USA, aber auch aus lokaler Politik und Öffentlichkeit.
4. Unternehmensperspektive durch Vorgaben aus dem Vorstand und dem operativen Management sowie aus dem Personalmanagement.
5. Die Mitarbeiterperspektive, die sich insbesondere aus Gesprächen und internen Veranstaltungen ergibt.
Die Ergebnisse der Analysen fließen in der nachfolgenden Wesentlichkeitsmatrix zusammen, in welcher die relevanten Themen aus Unternehmenssicht und die relevanten Themen aus Stakeholder-Sicht gegenübergestellt sind. Die wesentlichen Auswirkungen unserer Geschäftstätigkeit auf die Themen haben wir in die Wesentlichkeitsbetrachtung mit einbezogen. Für diese haben wir im Vergleich zum Vorjahr keine abweichende Bewertung der Stakeholder-Relevanz festgestellt.
Themen, die sich im oberen rechten Quadranten befinden und farblich hervorgehoben sind, bilden als strategische Handlungsfelder den Hauptfokus für unsere Nachhaltigkeitsstrategie und wurden durch die Unternehmensleitung als Grundlage für die weitere strategische Planung, insbesondere für die Entwicklung unserer strategischen Nachhaltigkeitsziele und abzuleitenden Managementkonzepte, sowie die Festlegung von wichtigen Nachhaltigkeitskennzahlen (KPI) verwendet.
Wesentlichkeitsmatrix
Ranking ökonomischer, ökologischer und sozialer Aspekte nach ihrer Relevanz für unsere Geschäftstätigkeit

Die sich aus der Wesentlichkeitsmatrix ergebenden neun strategischen Handlungsfelder haben wir den drei Pfeilern unserer Nachhaltigkeitsstrategie zugeordnet: Umwelt (GxPure), Produkte und Ressourcen (GxCircular) und Menschen (GxCare).
Die Wesentlichkeitsanalyse zeigt einen deutlichen Schwerpunkt im Bereich Umwelt mit den Themen Emissionen, Energie und Wasser, zusammengefasst unter GxPure. Eine ebenfalls hohe Relevanz haben darüber hinaus die Themenbereiche rund um unsere Produkte und eingesetzten Ressourcen, dabei insbesondere Recycling und Abfall, Ökodesign und nachhaltiges Beschaffungsmanagement, zusammengeführt unter GxCircular. Auch Themen mit Fokus auf den Menschen, wie Gesundheit und Arbeitssicherheit, Mitarbeiterzufriedenheit und Gemeinwesen, haben eine hohe Bedeutung und wurden unter GxCare gebündelt. Somit ergeben sich aus der Wesentlichkeitsanalyse neun strategische Handlungsfelder für unsere Nachhaltigkeitsstrategie.
Unsere strategischen Handlungsfelder
Die neun strategischen Handlungsfelder verknüpft mit den drei Pfeilern der Gerresheimer Nachhaltigkeitsstrategie

Neben den identifizierten strategischen Handlungsfeldern sind uns und unseren Stakeholdern weitere Themen wichtig. Wirtschaftsethisches Verhalten und Gesetzeskonformität sind für uns Grundvoraussetzung jeglichen Handelns. Patientensicherheit und Kundenzufriedenheit stehen für uns als Kernprämissen im Fokus unserer Geschäftstätigkeit und sind gleichzeitig ein zentraler Teil unserer Verantwortung als Unternehmen. Mit Blick auf unsere Mitarbeiter liegen uns Bildung und Ausbildung, Personalentwicklung, Vielfalt und Chancengleichheit sowie hohe Arbeits- und Sozialstandards am Herzen und spiegeln sich gesamtheitlich in der Mitarbeiterzufriedenheit wider.
UNSERE NACHHALTIGKEITSZIELE
Langfristiger Geschäftserfolg bedeutet für uns, neben ökonomischen auch gesellschaftliche und ökologische Werte für die Gesellschaft zu schaffen. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, haben wir im Berichtsjahr für die neun strategischen Handlungsfelder unserer Nachhaltigkeitsstrategie globale Ziele verabschiedet.
So soll sichergestellt werden, dass wir das Unternehmen insgesamt auf einen Beitrag zur Bewältigung globaler Herausforderungen, wie dem Klimawandel, damit verbundenen regionalen Wasserknappheiten und dem Übergang zu einer Circular Economy, ausrichten. Zudem wollen wir die Arbeitssicherheit an unseren Standorten nachhaltig verbessern, die Zufriedenheit unserer Mitarbeiter sicherstellen sowie mit unseren sozialen Aktivitäten einen gesellschaftlichen Beitrag leisten. Darüber hinaus wollen wir unserer Verantwortung entlang der Lieferkette gerecht werden.
Durch die Festlegung konkreter Ziele, Zielzeiträume und Leistungsindikatoren in den Bereichen Umwelt (GxPure), Produkte und Ressourcen (GxCircular) und Menschen (GxCare) machen wir unseren Fortschritt messbar. Künftig werden wir jährlich den Status der Zielerreichung berichten.
Gerresheimer Nachhaltigkeits-KPI und Zielsetzung
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| Ziel | KPI | Zielwert | Basisjahr 2019 1) | Status 2020 1) | Zieljahr |
|---|---|---|---|---|---|
| GxPure (Umwelt) | |||||
| CO 2-Emissionen Reduzierung unserer absoluten CO 2-Emissionen, um den globalen Temperaturanstieg unter 1,5 ° C zu halten | Scope-1- und Scope-2-Emissionen in t CO 2e | -50 % | 570.230 t CO 2e | -3,4 % | 2030 |
| Erneuerbare Energien Erhöhung des Stromanteils aus erneuerbaren Quellen | Strom aus erneuerbaren Quellen in MWh | 100 % | - | 14 % | 2030 |
| Wasser Standorte mit hohem Wasserstress werden eine Zertifizierung für verantwortungsvolle Wassernutzung erlangen | Anteil der Standorte mit hohem Wasserstress, die zertifiziert sind | 100 % | - | - | 2030 |
| Reduzierung der globalen Wasserentnahme 2) | Wasserentnahme in m 3 | -10 % | 972.706 m 3 | 8 % | 2030 |
| GxCircular (Produkte und Ressourcen) | |||||
| Recycling und Abfall Reduzierung der Zuführung von Industrieabfällen aus unserer eigenen Fertigung zu Deponien bei minimaler Verbrennungsrate | Anteil der Industrieabfälle aus unserer eigenen Fertigung, welche deponiert werden | 0 % | - | - | 2028 |
| Ökodesign Systematische Einbeziehung von Circular Economy-Prinzipien in unser Produktdesign | Anteil von Neuproduktentwicklungen, die Gerresheimer Ökodesign- Prinzipien einbeziehen | 100 % | - | - | 2023 |
| Nachhaltiges Beschaffungsmanagement (RScM, Responsible Supply Chain Management) Einhaltung von Umwelt- und Sozialaspekten durch unsere Lieferanten | Anteil der strategischen Lieferanten, die die Gerresheimer Prinzipien für RScM anerkannt haben | 100 % | 35 % | 36 % | 2023 |
| Anteil der strategischen Lieferanten, die auf ökologische und soziale Aspekte auditiert sind | 100 % | 24 % | 30 % | 2023 | |
| GxCare (Menschen) | |||||
| Mitarbeiterzufriedenheit Zu den besten 25 % der Arbeitgeber in Bezug auf die Mitarbeiterzufriedenheit gehören | Arbeitgeber-Net Promoter-Score | Top 25 % | - | - | 2028 |
| Gesundheit und Arbeitssicherheit Bereitstellung einer gesunden und | Unfallhäufigkeit (LTIR) mit Ausfalltagen | -80 % | 13,4 LTIR | -13 % | 2028 |
| sicheren Arbeitsumgebung | Standorte mit ISO-45001-Zertifizierung | 100 % | 5 % | 30 % | 2023 |
| Gemeinwesen Alle Standorte engagieren sich jährlich in ihren lokalen Gemeinschaften | Anteil der Standorte mit jährlichem Engagement in den Bereichen "Schule und Ausbildung" oder "Gesundheit und Wohlbefinden" | 100 % | - | - | 2023 |
1) Für Ziele ohne Baseline und Status liegen die Daten bislang noch nicht vor.
2) Bereinigt um die Standorte Küssnacht (2019 geschlossen) und Buenos Aires (2019 verkauft).
Basisjahr für unsere Nachhaltigkeitsziele ist grundsätzlich das Geschäftsjahr 2019. Die Termine für die angestrebte Zielerreichung orientieren sich für den Bereich GxPure (Umwelt) an den globalen Klimaschutzplänen und für alle anderen Bereiche an unserem Strategieprozess "formula G". Für ausgewählte Ziele haben wir uns mit 2023 ein ambitioniertes Zieljahr gesetzt, da wir glauben, dass eine Zielerreichung in diesen Bereichen früher möglich und notwendig ist.
Mit unserem Engagement leisten wir einen Beitrag zur "Agenda 2030 for Sustainable Development". Im Rahmen unserer strategischen Handlungsfelder und -ziele engagieren wir uns vor allem für die SDGs "Gesundheit und Wohlbefinden" (Ziel 3), "Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum" (Ziel 8), "Nachhaltiger Konsum und Produktion" (Ziel 12) und "Maßnahmen zum Klimaschutz" (Ziel 13).
VERANTWORTUNG, REGELN, PROZESSE UND KONTROLLE
Seit 2010 hat Gerresheimer seine unternehmerische Verantwortung und damit seine Haltung zur Nachhaltigkeit in der Unternehmensrichtlinie "Unternehmerische Verantwortung" festgeschrieben, kommuniziert und konzernweit ausgerollt. Die Prinzipien der Nachhaltigkeit und der unternehmerischen Verantwortung sind zugleich Bestandteil unserer Unternehmensphilosophie und damit nicht nur in unserer Vision, sondern auch in unserer Mission und unseren fünf Unternehmenswerten verankert. Diese Prinzipien gelten verbindlich für alle unsere Standorte weltweit. 3
Der Vorstand der Gerresheimer AG entscheidet über die Unternehmensstrategie und ist das oberste Entscheidungsgremium für wirtschaftliche, ökologische und soziale Themen. Er ist direkt involviert, wenn es um die grundlegende Ausrichtung und Umsetzung unserer Nachhaltigkeitsstrategie geht.
Uns ist wichtig, dass wir interdisziplinär und spartenübergreifend daran arbeiten, ein nachhaltiges Unternehmen zu werden. Aus diesem Grund wurde in diesem Jahr der Sustainability Council (Nachhaltigkeitsrat) unter Führung des Vorstands gegründet. In diesem Gremium aus Vertretern der verschiedenen Geschäftsbereiche und Funktionen wird sichergestellt, dass wir einen Rahmen und ein gemeinsames Verständnis für unsere Nachhaltigkeitsstrategie innerhalb unseres internationalen und vielfältigen Geschäftsumfelds haben, es eine kontinuierliche Abstimmung der unternehmerischen, betrieblichen, finanziellen und technischen Sichtweisen zum Thema Nachhaltigkeit gibt und unser Geschäftsmodell kontinuierlich hinsichtlich aktueller und zukünftiger Nachhaltigkeitsthemen überprüft wird. Der Sustainability Council hat sich in diesem Geschäftsjahr schwerpunktmäßig mit der Überarbeitung der Nachhaltigkeitsstrategie und den damit verbundenen Nachhaltigkeitszielen beschäftigt.
Um die Sicherstellung der strategischen und operativen Steuerung und Umsetzung unserer Nachhaltigkeitsstrategie zu gewährleisten und die Wirksamkeit von Maßnahmen zu bewerten, wird von unseren Geschäftsbereichen im Rahmen des quartalsweise stattfindenden Business Reviews über die operative Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele berichtet. Zudem planen die Geschäftsbereiche im Rahmen des jährlichen operativen und strategischen Planungsprozesses Konzepte und Maßnahmen zur Erreichung unserer Nachhaltigkeitsziele. Dieser Prozess wird im kommenden Jahr auf Basis der nun konkretisierten Ziele weiter ausgestaltet. Ferner planen wir, im kommenden Jahr die Bewertung der Implikationen von geplanten Investitionen für unsere Nachhaltigkeitsziele als Kriterien im Entscheidungsprozess für Investitionen weiter zu detaillieren.
Im Gerresheimer Management System (GMS) ist die kontinuierliche Verbesserung aller operativen Tätigkeiten bei Gerresheimer festgeschrieben. Dementsprechend und der üblichen Verantwortungszuordnung folgend, liegt die Verantwortung für die Erreichung der Ziele und die Einhaltung der Prozesse, auch in Sachen Nachhaltigkeit, bei den Führungskräften der Geschäftsbereiche und der Werke sowie bei den Fachverantwortlichen. Im Rahmen der regelmäßigen GMS-Evaluationen der Werke und Standorte wie auch der Lieferantenaudits werden Teilaspekte unserer Nachhaltigkeitsziele kontrolliert und auditiert. Zusätzliche Kontrollaktivitäten finden regelmäßig im Kontext der Berichterstattung statt.
Zahlreiche unserer internationalen Pharma- und Kosmetikkunden evaluieren ebenfalls regelmäßig unsere Maßnahmen und Ergebnisse nachhaltiger Unternehmensführung. Außerdem stehen wir mit unseren Investoren in engem Austausch zu unserer Nachhaltigkeitsstrategie.
Aktuell haben wir die Bewertung durch EcoVadis in der Kategorie "Silber". Dabei haben wir unsere Bewertung auf 58 (Vorjahr: 46) von 100 möglichen Punkten verbessern können und liegen damit weiterhin über dem Durchschnitt aller von EcoVadis geprüften Unternehmen von 45,1 (Vorjahr: 42,4) Punkten. In der Vergleichsbranche Pharmazulieferer und Medizintechnik zählt Gerresheimer damit zu den Top-6-Prozent der von EcoVadis auditierten Unternehmen. Wir sind überzeugt, dass wir durch die Verbesserungen unserer Nachhaltigkeitsleistung entlang unser strategischen Handlungsfelder auf einem guten Weg sind, den EcoVadis-Goldstatus zu erreichen.
Zusätzlich zu unserem Engagement bei EcoVadis analysieren unabhängige ESG-Research- und Rating-Firmen unsere ökologischen, sozialen und Governance-bezogenen Geschäftspraktiken, um institutionellen Anlegern Entscheidungshilfen zu geben. 2020 wurde Gerresheimer in folgenden Ratings bewertet:
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| ― | MSCI ESG-Ratings: Bewertung AA (auf einer Skala von AAA bis CCC) |
| ― | Sustainalytics ESG-Risikobewertung: Die Bewertung liegt bei 18,9, womit Gerresheimer in der Kategorie "Niedriges Risiko" für wesentliche finanzielle Auswirkungen von ESG-Faktoren liegt. |
| ― | ISS ESG-Unternehmensrating: C-/medium (auf einer Skala von A+ bis D-) mit einer mittleren relativen Performance von 5 (auf einer Skala von 1 bis 10) innerhalb unserer Industrie. |
3 Weitere Informationen zu unserer Vision, Mission und unseren Unternehmenswerten finden Sie im Kapitel "Strategie und Ziele". Informationen zur unternehmerischen Verantwortung bei Gerresheimer finden Sie unter www.gerresheimer.com/unternehmen/ unternehmerische-verantwortung.
STAKEHOLDER-DIALOGE
Nicht nur im Zusammenhang mit der regelmäßigen Weiterentwicklung unserer Nachhaltigkeitsstrategie bildet der Dialog mit unseren Stakeholdern weltweit einen elementaren Bestandteil unseres Nachhaltigkeitsmanagements. Daher treten wir über verschiedene, zielgruppenspezifische Formate mit ihnen in Kontakt, um sie über unsere Nachhaltigkeitsleistung zu informieren, ihre Meinungen und ihre Expertise einzuholen sowie gemeinsam Lösungen zu entwickeln. So ist der Austausch mit unseren Geschäftspartnern und Kunden, dem Kapitalmarkt, Mitarbeitern, Politikvertretern, Nichtregierungsorganisationen sowie Nachbarn sehr wichtig.
Für den Austausch mit unseren Kunden nutzen wir unterschiedlichste Austauschformate wie persönliche Gespräche und die Teilnahme an Fachmessen in Europa, Amerika und Asien. Wir informieren regelmäßig beispielsweise über entsprechende Newsletter, Kataloge und Broschüren sowie fortlaufend mit Hilfe detaillierter Produkt- und Leistungsinformationen durch unsere Internetpräsenz. Um uns ein Bild von den Erwartungen unserer aktuellen und potenziellen Kunden zu machen, führen wir zudem mit Hilfe eines renommierten Marktforschungsinstitutes regelmäßig weltweite Studien zur Kundenzufriedenheit durch. Dadurch erhöhen wir unser Verständnis der Kundenbedürfnisse und können die Kundenzufriedenheit und -bindung steigern. Im Zuge der Einschränkungen durch die Covid-19-Pandemie hat sich der Fokus in 2020 von Präsenzkontakten auf Kontakte in virtuellen Räumen und Plattformen verschoben.
Im Dialog mit unseren Mitarbeitern war in diesem Geschäftsjahr vor allem die Kommunikation der Strategie ein wesentlicher Bestandteil unserer Kommunikationsaktivitäten. Hierbei haben wir unsere Mitarbeiter über einen globalen Mitarbeiternewsletter informiert und Informationsseiten in unserer Social Collaboration-Plattform erstellt. Zudem haben wir im persönlichen Austausch im Rahmen von Onlineschulungen mehr als 450 Mitarbeiter aus allen Geschäftsbereichen bezüglich unserer neuen Nachhaltigkeitsstrategie und -ziele geschult. Außerdem bildet auch die Mitarbeiter-Pulse-Befragung ein wichtiges Instrument zur Mitarbeiterkommunikation (Näheres dazu in Abschnitt "GxCare").
Unsere Gespräche und der Austausch mit der Politik finden im Rahmen der üblichen Branchenverbandsaktivitäten statt. Die Gerresheimer Gruppe betreibt darüber hinaus keine politische Einflussnahme und unterhält keine Büros zur politischen Kommunikation. Bei Gesetzgebungsverfahren beteiligen wir uns als Unternehmen nur durch eine gemeinschaftliche Positionsvertretung über unsere Industrieverbandstätigkeiten.
Als wesentliche Mitgliedschaften in Industrieverbänden sind die Mitgliedschaft im Bundesverband Glas (für die deutschen Glasstandorte) sowie die Mitgliedschaft im europäischen Behälterglasverband (FEVE) zu nennen. Außerdem ist Gerresheimer Mitglied in entsprechenden Arbeitgeberverbänden. Im Jahr 2020 sind wir zudem dem Wasserstoffbündnis Bayern beigetreten, um bei der Weiterentwicklung dieser wichtigen Technologie mitzuwirken.
NACHHALTIGKEITSRISIKEN
Im Rahmen der strategischen Neuausrichtung streben wir die weitere Integration von Nachhaltigkeitsthemen in unsere Prozesse an. Da sich die potenziellen Chancen und Risiken aus unseren Nachhaltigkeitsthemen nicht unmittelbar in die finanzielle Bewertungslogik unseres Risikomanagements (siehe Kapitel "Chancen- und Risikobericht") integrieren lassen, haben wir im Jahr 2020 den Prozess zur Erfassung, Bewertung und Berichterstattung von Nachhaltigkeitsrisiken in der "Richtlinie zur Nachhaltigkeitsrisiko-Berichterstattung" definiert.
Nachhaltigkeitsrisiken unterscheiden sich zum Teil hinsichtlich des betrachteten Zeithorizonts, der Abschätzung ihrer Auswirkungen, aber auch hinsichtlich der Betrachtungsperspektive von traditionellen Risikobetrachtungen. Aus diesem Grund baut der Prozess für die Nachhaltigkeitsrisiko-Berichterstattung auf den bestehenden Komponenten des Risikomanagements auf, geht jedoch darüber hinaus. Dadurch lassen sich zum einen Doppelarbeiten und -erfassungen vermeiden, zum anderen ist eine vollständige Analyse gewährleistet.
Bei der systematischen Erfassung und Bewertung unserer Nachhaltigkeitsrisiken orientieren wir uns an unseren strategischen Handlungsfeldern und betrachten sowohl Risiken, die mit unserer eigenen Geschäftstätigkeit verknüpft sind und negative Auswirkungen u. a. auf diese Handlungsfelder haben oder haben könnten (Inside-out) als auch Risiken, deren Eintreten tatsächlich oder potenziell erhebliche negative Auswirkungen auf unsere Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie auf die Reputation unseres Unternehmens haben könnte (Outside-in).
Die identifizierten und bewerteten Nachhaltigkeitsrisiken werden zukünftig im Gerresheimer Risk Committee besprochen und an den Vorstand berichtet.
Wir veröffentlichen zudem jährlich im Rahmen und gemäß den Anforderungen des CDP (Carbon Disclosure Project) Einzelheiten zu identifizierten klimabezogenen Chancen und Risiken. Der CDP-Fragebogen zum Klimawandel folgt den Empfehlungen der Task Force on Climate-related Financial Disclosures (TCFD).
Für den Berichtszeitraum wurden keine berichtspflichtigen Nettorisiken im Sinne des § 315c i. V. m. § 289c Abs. 3 Nr. 3 und 4 HGB identifiziert.
GxPURE (UMWELT)
GxPure ist der erste Pfeiler unserer Nachhaltigkeitsstrategie. Hier haben wir unser Engagement für das Klima und die Umwelt verankert.

Wir wollen die Auswirkungen unserer Geschäftstätigkeit auf die Umwelt so gering wie möglich halten, denn wir sind davon überzeugt, dass wir mittel- und langfristig bessere Resultate erzielen, wenn wir verantwortungs- und umweltbewusst handeln. Unser übergeordnetes Ziel ist es weiterhin, unsere Rohstoffe und Ressourcen so effizient wie möglich einzusetzen. Umweltschutz und die Herausforderungen durch den Klimawandel treiben uns an, unser Energie-, Verbrauchs- und Emissionsmanagement ständig zu verbessern. Darüber hinaus adressieren wir potenziell aufkommende physische Wasserknappheiten in Verbindung mit dem Klimawandel frühzeitig.
Um unseren Ansprüchen gerecht zu werden, haben wir im Rahmen des Strategieprozesses in den drei strategischen Handlungsfeldern Emissionen, Energie und Wasser Ziele und entsprechende Leistungskennzahlen definiert, mit denen wir künftig unsere Performance über konkrete Zielsetzungen global steuern und transparent machen wollen.
Um die Umsetzung unserer Ziele sicherzustellen, nutzen wir zum einen unsere globalen Gremien, wie den Sustainability Council. Zum anderen setzen wir auf Zertifizierungssysteme an unseren Standorten weltweit, um die Voraussetzungen für die Erhebung, Planung und Steuerung der Ziele vor Ort sicherzustellen und eine Standardisierung und kontinuierliche Verbesserung unserer Managementsysteme voranzutreiben. Auf diese Weise setzen wir unsere Umweltziele in allen Werken um. Die geltenden Umweltvorschriften halten wir weltweit strikt ein.
16 (Vorjahr: 15) unserer 37 Produktionsstandorte wird nach ISO-Norm 14001 ein modernes Umweltmanagement und der verantwortungsvolle Umgang mit natürlichen Ressourcen bescheinigt. Alle Zertifizierungen werden regelmäßig überprüft und in einem festgelegten Rhythmus neu angestoßen.
Mittels unserer zentralen Reporting-Software werden Umweltkennzahlen auf Werksebene erfasst, auf Geschäftsbereichs- und Unternehmenseben aggregiert und ausgewertet. Sie finden zudem Eingang in die quartalsweise stattfindenden Business Reviews zwischen Vorstand, den Fachbereichsexperten und den Geschäftsbereichen sowie in den Sustainability Council.
In diesem Jahr haben wir unsere globale Richtlinie zur Umweltberichterstattung, welche verbindliche Standards für alle Standorte vorgibt, angepasst, um das gemeinsame Verständnis zu schärfen und somit die Datenqualität zu verbessern. So wollen wir unseren strategischen Zielen und KPI einen robusten Rahmen geben.
EMISSIONEN UND ENERGIE
Für die Herstellung von Kunststoff- und Glasverpackungen benötigen wir Energie, wobei insbesondere die Schmelzvorgänge in den Hochtemperaturöfen wesentliche Treiber unserer Verbräuche sind. In diesem Zusammenhang ist es unser Ziel, sowohl unsere Energieeffizienz im Rahmen unserer Prozesse zu verbessern als auch die damit verbundenen klimaschädlichen Emissionen zu vermeiden. Insbesondere der Einsatz effizienter Technologien sowie der zunehmende Umstieg auf erneuerbare Energien, vor allem Strom, sind dabei wesentliche Säulen unseres Ansatzes.
Ein Großteil unserer direkten Scope-1- und indirekten Scope-2-Emissionen ist aus dem Umfang unserer Kraftstoff-, Strom- sowie Heiz- bzw. Kühlenergieverbräuche ableitbar. Zu den Energieverbräuchen im Scope 1 zählen nichterneuerbare Quellen wie Erdgas, Flüssigerdgas, Diesel und Leichtöl, wovon Erdgas den größten Anteil ausmacht. Dagegen bildet die bezogene Menge an Strom und Wärme unseren Scope-2-Energieverbrauch.
Einige der für uns relevanten in unserer Wertschöpfungskette vor- bzw. nachgelagerten indirekten Treibhausgasemissionen (Scope 3) werden ebenfalls jährlich durch uns erhoben. Hierzu zählen Emissionen aus dem Zukauf der Rohstoffe Kunststoffgranulat, Röhrenglas und Fremdscherben sowie Emissionen aus vorgelagerten Prozessen zur Strombereitstellung.
Unsere Bestrebungen folgen dem übergeordneten Ziel der Verringerung der Umweltauswirkungen unserer Produkte und Tätigkeiten.
Wir haben uns zum Ziel gesetzt, bis 2030 unsere Scope-1-und Scope-2-Emissionen um 50% zu reduzieren. Die Basis der Reduktion stellen unsere Scope-1- und Scope-2-Emissionen des Geschäftsjahres 2019 dar.
Unser CO 2e-Reduktionsziel steht im Einklang mit dem Pariser Klimaabkommen und dem 1,5°C-Ziel des IPCC-Sonderberichts. Unser Klimaziel ist noch nicht durch die Science-Based -Targets-Initiative validiert worden. Wir haben jedoch mit externer Unterstützung eine Klimaszenarioanalyse auf der Grundlage des Value@Carbon-Risk-Tools durchgeführt, welche bestätigt, dass unser CO 2e-Reduk-tionsziel dem 1,5°C-Ziel aus dem IPCC-Sonderbericht entspricht.
Für unseren Stromverbrauch haben wir uns ergänzend das spezifische Ziel gesetzt, dass bis 2030 100 % unseres Stromverbrauchs aus erneuerbaren Quellen stammt.
Der Aufbau eines systematischen Energiemanagements bildet unseren organisatorischen Rahmen, um Energieeinsparpotenziale auszunutzen und die Energieeffizienz weiter zu verbessern. So haben wir bislang an zwölf (Vorjahr: elf) unserer 47 Standorte ein nach ISO 50001 zertifiziertes Managementsystem eingeführt. Alle Zertifizierungen werden regelmäßig überprüft und in einem festgelegten Rhythmus neu angestoßen. An den Standorten werden in diesem Kontext regelmäßige Schulungen zum effizienten Einsatz von Energie und zum Schutz der Umwelt durchgeführt.
Zudem lassen wir seit 2008 unser Engagement im Bereich Klimaschutz jährlich durch die Teilnahme an einer der weltweit größten Umweltinitiativen, dem CDP, bewerten. Die Erreichung der CO 2e-Emissionsziele wird in diesem Zusammenhang einmal jährlich vom Vorstand überprüft. Im CDP Climate Change Reporting 2020 haben wir erneut ein B-Rating (auf einer Skala von A- bis D-) erreicht und liegen damit über dem Durchschnitt unseres Sektors.
Insbesondere dort, wo Glas geschmolzen wird, besteht ein hoher Energiebedarf. Wir überholen und erneuern bedarfsgerecht energieintensive Anlagen in unserem Konzern, wie beispielsweise die Schmelzwannen in unseren Behälterglaswerken. Dadurch können wir neueste Technologien für die Glasschmelze einsetzen und die Produktionstechnologie insgesamt modernisieren.
So erzielen wir bei Wannenerneuerungen durchweg Verbesserungen der Energieeffizienz. Ebenfalls ist es uns gelungen, die Kapazität unserer Behälterglaswerke in den letzten zehn Jahren deutlich zu steigern - bei gleichzeitig signifikant reduziertem Energieverbrauch je Tonne Glas. Regelmäßige Automatisierungen bei der Rohstofflieferung und der Gemengeherstellung tragen ebenso wie moderne Kontrollsysteme der Wannen zu einer stetig steigenden Effizienz am sogenannten "heißen Ende" bei. Außerdem werden für die Endverpackung der Glasprodukte zunehmend Packroboter eingesetzt, was eine hohe Genauigkeit und Fehlervermeidung bei der finalen Verpackung auf Paletten sicher stellt. Auch in unseren kunststoffverarbeitenden Werken werden die eingesetzten Produktionstechnologien regelmäßig ausgetauscht und modernisiert.
Im Jahr 2020 lässt sich der Großteil der Aktivitäten unserer Standorte zur Reduktion unserer Energieverbräuche im Bereich der technologischen Umrüstung von Maschinen sowie der Gebäudeinfrastruktur verorten. So wurden an zehn Standorten energieeffizientere Spritzgussmaschinen angeschafft oder Maschinen umgerüstet. Im Bereich der Glasherstellung wird es zudem zunehmend wichtig, Fremdscherben im Prozess einzusetzen, wodurch ebenfalls signifikante Verbesserungen der Energieeffizienz erreicht werden können. Unser Standort Tettau hat im Jahr 2020 die bestehende Gemengeanlage um ein Scherbensilo erweitert, um zukünftig mit dem Einsatz von recycelten Fremdscherben zu produzieren.
Der Energieverbrauch für die Beleuchtung ist an vielen Standorten ebenfalls ein wichtiger Faktor. So ersetzen wir in unseren Werken sukzessive alte Leuchtmittel durch energiesparende LED-Lichttechnik und prüfen bei allen Umbau- und Erweiterungsbaumaßnahmen den Einsatz von LED-Lichttechnik. Im Geschäftsjahr 2020 wurden an zehn Standorten die Beleuchtungssysteme in verschiedenen Bereichen auf LED umgerüstet. Vielfach werden zudem in nicht kontinuierlich genutzten Bereichen, wie zum Beispiel Lagerbereichen, Präsenzsensoren verbaut, die bei Abwesenheit von Personen die Beleuchtung abschalten.
Weitere Maßnahmen lassen sich im Wesentlichen der Nutzung von Abwärme sowie der Umrüstung von Kühlsystemen und Kompressoren zuordnen. Auch künftig wird die technologische Erneuerung unserer Anlagen eine wesentliche Säule unserer Dekarbonisierungsstrategie sein.
Unser Energieverbrauch hat sich im Jahr 2020 um 3% auf 6.376 Terajoule (Vorjahr: 6.189 Terajoule) erhöht. Diese Erhöhung ist insbesondere auf Kapazitätserweiterungen an unserem Standort in Essen zurückzuführen. Aufgrund der wesentlichen Bedeutung von Anlageninvestitionen, welche nicht jährlich durchgeführt werden, wird unser Reduktionspfad in Bezug auf unser Ziel auch künftig nicht linear verlaufen.
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| In Terajoule | 2020 | 2019 2) | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Primärenergieverbrauch (direkter Energiebezug) 1) | 3.897 | 3.780 | 3,1 % |
| Erdgas | 3.832 | 3.721 | |
| Andere Brennstoffe | 65 | 59 | |
| Sekundärenergieverbrauch (indirekter Energiebezug) | 2.479 | 2.409 | 2,9 % |
| Elektrizität | 2.464 | 2.394 | |
| Andere | 15 | 15 | |
| Gesamtenergieverbrauch | 6.376 | 6.189 | 3,0 % |
1) Bei der Konvertierung der Primärenergieverbräuche haben wir den Heizwert angesetzt.
2) Anpassung des Vorjahreswerts aufgrund von Aktualisierung der Umrechnungsfaktoren für Primärenergie.
Der regionale Verbrauchsschwerpunkt für Energie liegt weiterhin in Europa, wo vier unserer Behälterglaswerke ihren Standort haben. Insgesamt entfallen etwas über zwei Drittel unseres Energieverbrauchs auf unsere Werke in Europa.
Unsere CO 2e-Emissionen aus Energieverbräuchen (Scope 1 und 2) haben wir in 2020 um 3,4 % auf 550.791 Tonnen (Vorjahr: 570.230 Tonnen) reduzieren können.
Diese Verbesserung resultiert aus dem Rückgang unserer Scope- 2-Emissionen um 9,8 % auf 275.457 Tonnen CO 2e (Vorjahr: 305.426 Tonnen CO 2e) aufgrund der zunehmenden Umstellung unseres Strombezugs auf erneuerbare Quellen und lässt sich aus der Gegenüberstellung der standortbasierten und der marktbasierten Emissionen entnehmen. Im Jahr 2020 haben wir 14% unseres Stromverbrauchs aus erneuerbaren Quellen abgedeckt. Im Geschäftsjahr 2020 haben wir z. B. den Strombezug an unserem tschechischen Standort sowie an drei deutschen Standorten umgestellt. Bei der Umstellung auf erneuerbaren Strom nutzen wir die Qualitätskriterien des GHG-Protokolls als Referenzrahmen für die Auswahl geeigneter Bezugsmöglichkeiten und Instrumente.
Unsere Scope-1-Emissionen sind aufgrund des beschriebenen Mengenwachstums sowie der Kapazitätserweiterungen in 2020 um 4 % auf 275.334 Tonnen (Vorjahr: 264.803 Tonnen CO 2e) angestiegen.
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| Standortbasierte Berechnungsmethode | Marktbasierte Berechnungsmethode 2) | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| In Tonnen CO 2e 1) | 2020 | 2019 6) | Veränderung | 2020 | 2019 6) | Veränderung |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Scope-1-Emissionen 2) 3) | 275.334 | 264.803 | 4,0 % | 275.334 | 264.803 | 4,0 % |
| Davon aus Erdgasverbrennung | 215.174 | 209.050 | 215.174 | 209.050 | ||
| Davon Prozessemissionen aus Schmelzvorgängen 4) | 48.058 | 43.868 | 48.058 | 43.868 | ||
| Scope-2-Emissionen | 285.092 | 282.724 | 0,8 % | 275.457 | 305.426 | -9,8 % |
| Davon aus zugekaufter Elektrizität | 284.385 | 282.016 | 274.749 | 304.718 | ||
| Scope-1- und -2-Emissionen | 560.427 | 547.527 | 2,4 % | 550.791 | 570.230 | -3,4 % |
| Scope-3-Emissionen | 304.024 | 297.051 | 2,3 % | 304.024 | 297.051 | 2,3 % |
| Davon aus zugekauften Rohstoffen 5) | 240.327 | 228.087 | 240.327 | 228.087 |
1) Unsere Emissionen berechnen wir in Übereinstimmung mit dem Greenhouse Gas (GHG) Protocol.
2) Wir haben für 66 % unseres Strombezugs einen marktbasierten Faktor ermitteln können und für die verbleibenden Standorte den standortbasierten Emissionsfaktor der IEA bzw. der EPA (eGRID-Faktor) für die USA angesetzt.
3) Die Einheitenumrechnungen sowie die Scope-1-Emissionen aus Gas und anderen Energieverbräuchen wurden auf Basis der aktuellen DEFRA-Faktoren sowie des IPCC-Berichts ermittelt.
4) Unsere Prozessemissionen haben wir auf Basis des Massenbilanzansatzes unserer eingesetzten Rohstoffe auf Basis des IPCC-Berichts ermittelt.
5) Unsere Scope-3-Emissionen berechnen wir auf Basis der Sekundärdaten aus DEFRA bzw. der Ecoprofile von PlasticsEurope.
6) Wir haben die Vorjahreswerte aufgrund des Vorliegens aktuellerer bzw. genauerer Daten angepasst.
Zusätzlich zu den Scope-1- und -2-Emissionen berichten wir unsere Scope-3-Emissionen aus dem Zukauf von Rohstoffen als wesentlichste Scope-3-Kategorie. Hierbei decken wir circa 80 % unserer Ausgaben für Rohstoffe ab. Ein wesentlicher Hebel zur Reduktion unserer Scope-3-Emissionen aus diesen Kategorien ist die Substitution von Primärrohstoffen durch Sekundärrohstoffe wie recyceltes PET sowie Fremdscherben. Allerdings wurden diese Effekte durch die Kapazitätserweiterungen mehr als kompensiert, so dass sich unsere Scope-3-Emissionen in 2020 um 2,3% auf 304.024 Tonnen (Vorjahr: 297.051 Tonnen CO 2e) erhöht haben.
Weitere Aktivitäten, die wir derzeit nicht systematisch erheben, betreffen die Reduktion von Transportemissionen durch intelligente Packverfahren, die Umstellung der Transportwege und -mittel sowie die lokalere Beschaffung von Rohstoffen.
Fuhrpark
Unsere Firmenfahrzeugflotte besteht zum Abschlussstichtag weltweit aus 292 (Vorjahr: 307) Fahrzeugen. Bei den Vorgaben für Dienstfahrzeuge spielen auch Umweltaspekte eine Rolle. Bisher waren die meisten unserer Firmenfahrzeuge mit Dieselmotoren ausgestattet, deren Einsatz im Hinblick auf Energieeffizienz und Umweltaspekte derzeit auf dem Prüfstand steht. Als Beitrag zum Umweltschutz sind ausschließlich Fahrzeugmodelle zugelassen, die im ADAC EcoTest mindestens vier Sterne erhalten. Nicht getestete Modelle sind nicht zugelassen. Bei der Anschaffung und beim Betrieb unserer Fahrzeugflotte streben wir den bestmöglichen technologischen Stand an und wollen die Schadstoffemissionen senken. Seit 2016 können gemäß unseren Richtlinien auch Fahrzeuge mit Hybrid- oder Elektromotoren für unsere Fahrzeugflotte angeschafft werden.
WASSER
Wasser ist bei der Herstellung von Plastik- und Glasverpackungen von großer Bedeutung. In der Glasproduktion wird Wasser überwiegend zur Kühlung von Ausschuss und zur Reinigung von Scherben oder veredelten Produkten verwendet. Beispielsweise müssen säuremattierte Glasverpackungen nach dem Säurebad gereinigt werden. Durch den Einsatz von Wasseraufbereitungsanlagen kann der Frischwasserverbrauch reduziert werden. In der Produktion von Kunststoffverpackungen werden Maschinen und Kompressoren mittels Wasser gekühlt. Hier hängt die Nutzungsintensität vor allem von der verwendeten Kunststoffart ab. Zum Beispiel wird PET-Granulat bei höheren Temperaturen geschmolzen, so dass hier mehr Wasser zur Kühlung eingesetzt werden muss als z. B. bei der Verwendung von Polyethylen und Polypropylen.
In diesem Zusammenhang ist der verantwortungsvolle Umgang mit Wasser für uns wichtig. Wir wollen Wasser so sparsam wie möglich einsetzen und haben diesen Anspruch durch unsere Ziele festgeschrieben. Die dezentralen Aktivitäten unserer Standorte im Bereich des Wassermanagements werden durch unsere zwei globalen Zielsetzungen fokussiert.
An allen Produktionsstandorten, die von hohem Wasserstress betroffen sind, wollen wir bis 2030 ein nachhaltiges Wassermanagement im Sinne der Alliance for Water Stewardship Zertifizierung einführen.
Gleichzeitig wollen wir unsere Wasserentnahme insgesamt bis 2030 um 10 % im Vergleich zu 2019 senken.
Der Beitrag der einzelnen Standorte zu unserem Reduktionsziel leitet sich aus der aktuellen Relevanz der Wasserentnahme sowie der Bedeutung von Wasserstress ab, die geografisch sehr unterschiedlich ist. Aus diesem Grund wollen wir bis 2030 standortspezifische Konzepte für den verantwortungsvollen Umgang mit Wasser erarbeiten und sukzessive umsetzen. Wir werden uns dabei zunächst auf die Standorte fokussieren, die von relativ höherem Wasserstress gemäß der Definition des Aqueduct Water Risk Atlas betroffen sind. Um die Standorte zu identifizieren, haben wir auf Basis dieses Tools die Exposition unserer Produktionsstandorte bewertet und verfolgen die Entwicklungen und künftigen Veränderungen aktiv, um frühzeitig geeignete Maßnahmen abzuleiten.
Derzeit befinden sich acht Produktionsstandorte in Gebieten mit hohem bzw. sehr hohem Wasserstress. Diese Standorte machen 14 % (Vorjahr: 12 %) unserer globalen Wasserentnahme aus.
Indem wir uns an den Prinzipien der Alliance for Water Stewardship (AWS) orientieren, gehen wir über die gesetzlichen Vorgaben der jeweiligen Länder hinaus. Die AWS ist eine globale Kooperation, welche sich dem nachhaltigen Umgang mit lokalen Wasserressourcen verschrieben hat. Sie beschreibt mit dem AWS-Standard ein universelles Rahmenwerk für die nachhaltige Nutzung von Wasser. Dessen Anwendung ermöglicht es uns, unseren Wasserverbrauch an Standorten mit hohem Wasserstress sowie die Auswirkungen strukturiert zu analysieren und Lösungen für ein nachhaltiges Wassermanagement zu erarbeiten und umzusetzen. Somit wollen wir nicht nur die Entnahme von Wasser insgesamt reduzieren, sondern auch durch entsprechende Maßnahmen die möglichst effiziente und nachhaltige Nutzung sicherstellen.
Übersicht über die Wasserstress-Situation unserer Standorte

In einem nächsten Schritt werden unsere Standorte mit hohem Wasserstress in 2021 damit beginnen, analog dem AWS Standard detaillierte Daten zur Wassernutzung und zum Umfeld zu erfassen und zu analysieren. Darauf aufbauend werden dann standortspezifische Pläne zur nachhaltigen Wasserbewirtschaftung erarbeitet.
Die wesentlichen Maßnahmen zur Reduktion unseres Wasserverbrauchs im Geschäftsjahr 2020 lassen sich dem Bereich der Optimierung unserer Kühlanlagen - Kühlung ist die wesentliche Nutzungsart des entnommenen Wassers - zuordnen.
An unseren Standorten in Pfreimd und Zaragoza sowie in einem unserer Werke in Polen wurde im Berichtszeitraum von einem geschlossenen auf ein offenes Kühlsystem umgestellt. Dies führt neben einem reduzierten Wasserverbrauch auch zu weniger Energieverbrauch.
Unsere Wasserentnahme hat sich im Geschäftsjahr 2020 um 7,3 % auf 1.049.098 m 3 (Vorjahr: 977.937 m 3) erhöht. Dabei wird der Wasserbedarf zu etwa zwei Dritteln aus der kommunalen Wasserversorgung und zu knapp einem Drittel aus Grundwasser gedeckt.
Der Anstieg der Wasserentnahme ist im Wesentlichen auf die Unterbrechung des Wasserkreislaufs im Zuge des geplanten Wannenbaus und daraus resultierendem höheren Wasserbedarf in der Produktion an unserem Standort in Lohr zurückzuführen.
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| Wasserentnahme nach Quellen in m 3 | 2020 | 2019 1) | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Gesamt | 1.049.098 | 977.937 | 7,3 % |
| Kommunale Wasserversorgung | 695.697 | 752.941 | |
| Grundwasser | 299.443 | 176.041 | |
| Oberflächenwasser | 47.759 | 48.955 | |
| Regenwasser | 6.200 | - |
1) Die Zahlen wurden aufgrund von nachgereichten Meldungen angepasst.
Der regionale Schwerpunkt unserer Wassernutzung liegt weiterhin in Europa. Insgesamt entfallen etwa 70 % unseres Wasserverbrauchs auf unsere Werke in Europa.
GxCIRCULAR (PRODUKTE UND RESSOURCEN)
GxCircular ist der zweite Pfeiler unserer Nachhaltigkeitsstrategie. Hier haben wir unser Engagement für Ressourcen, nachhaltige Produkte und eine verantwortungsvolle Lieferkette verankert.

Die Prinzipien der Circular Economy leiten uns in der nachhaltigen Ausrichtung unseres Geschäftsmodells. Entgegen den Prinzipien der linearen Wirtschaftsweise zielt die Circular Economy als ein regeneratives System darauf ab, Ressourceneinsatz und Abfallproduktion, Emissionen und Energieverschwendung durch das Verlangsamen, Verringern und Schließen von Energie- und Materialkreisläufen zu minimieren entlang des gesamten Lebenszyklus eines Produkts.
Dazu wollen wir im Rahmen unserer eigenen Prozesse sowie mit unseren Produkten beitragen. Wir bei Gerresheimer sind überzeugt, dass Innovation und Umweltschutz Hand in Hand gehen. Wir wollen Vorreiter sein in der Entwicklung nachhaltiger Lösungen für pharmazeutische Verpackungen, Devices und kundenspezifische Produkte.
Da der Übergang zu einer Circular Economy Systemlösungen über den Einfluss einzelner Unternehmen hinaus erfordert, messen wir der Zusammenarbeit aller Akteure entlang der Wertschöpfungskette eine hohe Bedeutung zu. Wir übernehmen Verantwortung für unsere Lieferkette, nicht nur im Sinne der Beschaffung kreislauffähiger Rohstoffe, sondern auch in der Verantwortung für Nachhaltigkeit in unserer Wertschöpfungskette.
RECYCLING UND ABFALL
Bei der Herstellung unserer pharmazeutischen Primärverpackungen und Drug-Delivery-Systeme, Diagnostiksysteme und Verpackungen für die Kosmetikindustrie aus Glas und Kunststoff möchten wir mit der ressourcenschonenden Gestaltung unserer Prozesse und dem Einsatz von Materialien sowie der Entwicklung neuer, nachhaltiger Produkte im Sinne der Circular Economy einen Beitrag zur Verminderung des globalen Abfallaufkommens leisten. Dieser Anspruch ist Grundprinzip unseres GMS.
Als produzierendes Unternehmen verursachen wir im Rahmen unserer Produktionsprozesse selbst Abfälle. Grundsätzlich streben wir an, diese Abfälle entsprechend dem Ansatz der Circular Economy und in Übereinstimmung mit der europäischen Abfallhierarchie einer Wiederverwendung oder einem Recycling zuzuführen und die Beseitigung auf Deponien unbedingt zu vermeiden. In dem Wissen, dass viele dieser Abfälle potenzielle Ausgangsmaterialien für die Produktion neuer, anderer Produkte sein können, wollen wir uns dafür aktiv einsetzen.
Unser übergeordnetes Ziel ist somit, unser Abfallaufkommen so gering wie möglich zu halten. Gleichzeitig wollen wir die Auswirkungen unserer Produktionsabfälle möglichst gering halten. So haben wir uns im Sinne der europäischen Abfallhierarchie folgendes Ziel gesetzt:
Bis 2028 wollen wir unsere Deponieabfälle aus der Produktion auf 0% reduzieren. Gleichzeitig streben wir an, den Anteil der Abfälle, die der Verbrennung zugeführt werden, zu reduzieren, um so im Sinne einer Circular Economy die stoffliche Nutzung zu priorisieren.
Durch unsere dezentrale Organisationsstruktur wurde das Abfallmanagement bisher nicht global koordiniert. Nun arbeiten wir sukzessive an der Systematisierung unserer Aktivitäten zur Abfallvermeidung auf Basis eines einheitlicheren Verständnisses. Die Operationalisierung und unternehmensweite Umsetzung des Ziels wird durch unser zentrales Team in Verbindung mit Fachverantwortlichen aus den einzelnen Geschäftsbereichen erarbeitet.
Wir haben in diesem Jahr neben der Verabschiedung und Kommunikation der Zielsetzung die ersten Schritte der Implementierung unternommen. Die Standorte sind in diesem Zuge dazu aufgefordert worden, Programme zu entwickeln, um ihren individuellen Beitrag zu unseren Zielen planbar zu machen und in konkrete Maßnahmen umzusetzen.
Zudem haben wir mit der Einführung eines neuen Berichts in unsere zentrale Software begonnen, um künftig auch Daten zu Abfallmengen und Entsorgungswegen zentral zu erfassen und auszuwerten. In Vorbereitung auf die Implementierung haben wir unsere Richtlinie zur Erhebung der Umweltkennzahlen ergänzt. So wollen wir eine konsistente Datenerhebung bezüglich der Abfallströme gewährleisten. Ab dem kommenden Geschäftsjahr werden wir unseren jährlichen Fortschritt in Bezug auf unsere Zielsetzungen transparent machen.
Als wesentliche Säule zur Reduktion unseres Abfallaufkommens insgesamt sehen wir die Vermeidung von Ausschuss sowie, wenn möglich und aufgrund regulatorischer Vorgaben zulässig, die Rückführung von Ausschuss in den Produktionsprozess. Wenn eine Nutzung in unseren eigenen Prozessen nicht möglich ist, versuchen wir stets Einsatzmöglichkeiten der Nebenprodukte zu finden, indem wir diese an andere Unternehmen abführen.
Im Geschäftsjahr 2020 haben unsere Standorte insbesondere Maßnahmen im Bereich der Reduktion und Vermeidung von Ausschuss aus unseren Produktionsprozessen ergriffen. So kann neben der Vermeidung von Abfall auch die Rohstoffeffizienz erhöht werden. Gleichzeitig wird an mehreren Werken die Wiederverwendung von Transport- und Verpackungsmaterial vorangetrieben.
Unser Standort in Tschechien hat bereits 2018 die Vermeidung von Deponierung erreicht und hat im Geschäftsjahr Gespräche aufgenommen, um den Verbrennungsanteil zugunsten von Recycling zu reduzieren. Änderungen der Marktpreise für einzelne Materialfraktionen können zu Veränderungen bei den Abfallentsorgungsmethoden führen.
ÖKODESIGN
Das weltweite Verpackungsaufkommen nimmt stetig zu und mit ihm auch die negativen Auswirkungen auf die Umwelt, insbesondere in den Ländern, die noch keine entsprechende Infrastruktur zur Abfallsammlung und -verwertung aufweisen. Verpackungen, die nicht fachgerecht entsorgt werden und daher in die Umwelt gelangen, können wesentliche negative Auswirkungen zur Folge haben. Somit gewinnt das umweltpolitische Ziel der fachgerechten Entsorgung sowie Vermeidung negativer Auswirkungen von Verpackungsabfällen, insbesondere von Kunststoffabfällen, auf die Umwelt zunehmend an Bedeutung. In diesem Zusammenhang dominieren Klimaschutz und die Sauberkeit der Weltmeere die umweltpolitische Diskussion. Um die umweltpolitischen Ziele zu erreichen, wird dem Übergang zu einer Circular Economy eine wesentliche Bedeutung beigemessen.
In unseren 37 Produktionswerken weltweit stellen wir jährlich mehr als 15 Milliarden Injektionsfläschchen, Ampullen, Karpulen, Behältnisse für flüssige und feste Medikamente, Insulin-Pens, Pen- und Mikropumpen-Systeme, Inhalatoren, Spritzen sowie Kosmetikbehältnisse her. Unsere Kunden sind im Wesentlichen die Unternehmen der globalen Pharma- und Healthcare- sowie der Kosmetikindustrie, wobei der wesentliche Teil unserer Umsatzerlöse in der Pharma- und Healthcareindustrie erzielt wird. Somit spielen unsere Produkte als Primärverpackungen dort eine entscheidende Rolle für den sicheren Transport sowie die Lagerung und Verabreichung der Produkte unserer Kunden. Vielfach ist die Verpackung integraler Systembestandteil, ohne den manches Arzneimittel nicht so anwenderfreundlich und sicher wäre.
Bereits im Entwicklungsprozess gilt es daher, die Grundlagen für ein anwenderfreundliches, sicheres und hochqualitatives Produkt zu legen und auch die Weichen für dessen Auswirkungen auf die Umwelt zu stellen. Wir setzen deshalb bereits in diesem Prozess schritt an, um zu bewerten, inwiefern Ökodesign-Prinzipien Anwendung finden. Ökodesign beschreibt dabei die Einbeziehung von Umweltaspekten im Produktdesignprozess, mit dem Ziel, die Umweltauswirkungen des Produktes während seines gesamten Lebenszyklus - einschließlich Produktion, Transport, Nutzung und Entsorgung - zu verbessern.
Da unsere Produkte erst in Verbindung mit den Produkten unserer Kunden auf den Markt gebracht oder entsorgt werden, können wir nur in enger Zusammenarbeit Lösungen entwickeln, die Aspekte wie zum Beispiel Materialeffizienz, Energieeffizienz, Abfallvermeidung, Recycling- und Entsorgungsfähigkeit sowie Logistikfreundlichkeit unserer Produkte bereits im Produktentwicklungsprozess entscheidend verbessern. Folglich wird die systematische Integration der Ökodesign-Prinzipien so konzipiert, dass den regulatorischen und Kundenanforderungen sowie den Bedürfnissen der Endkonsumenten ebenso entsprochen wird wie den ökologischen Nachhaltigkeitsanforderungen.
Um unseren Anspruch transparent zu machen, haben wir uns folgendes Ziel gesetzt:
Bis 2023 entwickeln wir Gerresheimer Ökodesign-Prinzipien und wenden diese im Rahmen unseres Produktentwicklungsprozesses bei 100 % unserer Neuproduktentwicklungen an.
Während wir in der Vergangenheit im Wesentlichen Kundenspezifikationen umgesetzt haben, wollen wir mit dem neuen Ziel in enger Zusammenarbeit mit unseren Kunden bereits beim Design unserer Produkte und der entsprechenden Produktionsprozesse nicht nur gesetzliche Vorgaben einhalten, sondern proaktiv und systematisch Ökodesign- bzw. Circular-Economy- Prinzipien integrieren.
Häufig arbeiten wir bereits in frühen Entwicklungsstadien mit den Verpackungs- und Verfahrensspezialisten auf Kundenseite zusammen, um ein qualitativ überzeugendes und optimal abgestimmtes Gesamtkonzept von Arzneimittel, Verpackung und Anlagendesign zu entwickeln. Auch in den weiteren Prozessschritten durchlaufen unsere Produkte unterschiedlichste Tests, damit wir jederzeit die maximale Sicherheit unserer Produkte in der Anwendung durch den Patienten bzw. Kunden gewährleisten können.
Dabei müssen bei der Produktentwicklung die Anforderungen an Produktqualität sowie Patientensicherheit in der Anwendung unserer Produkte sowie die Erfüllung regulatorischer Anforderungen mit den Ökodesign-Prinzipien in Einklang gebracht werden.
Zusätzlich unterstützen wir im Sinne unserer Produktverantwortung unsere Kunden bei regulatorischen Prozessen, dazu gehören sowohl Qualifizierungen nach GMP- und FDA-Guidelines wie auch die Erstellung und Einreichung der Dokumentation für Medizinprodukte und pharmazeutische Primärpackmittel. In unserer Geschäftseinheit der Kunststoffprimärverpackungen unterstützen wir unsere Kunden über eine Datenbank durch die Bereitstellung aller wichtigen Informationen zu unseren Produkten, um die Prozesse der Registrierung und auch Selektion des richtigen Produktes zu vereinfachen. Dieses Tool wollen wir künftig stärker zur Unterstützung unserer Kunden in der Wahl umweltfreundlicher Alternativen einsetzen.
Im Geschäftsjahr 2020 haben wir mit der systematischen Erhebung von Beispielen begonnen, um einen besseren Überblick über den Status quo unserer Produktlösungen zu erhalten, die bereits bestimmten Ökodesign-Prinzipien folgen.
Die Mehrzahl der Ökodesign-Aspekte, die in unserem bestehenden Produktportfolio Anwendung finden, lassen sich derzeit dem Bereich der Substitution von Primär- durch Sekundärrohstoffe, dem Einsatz von alternativen Rohstoffen, der Wiederverwendbarkeit sowie der Gewichtsreduktion und der Verbesserung der Transporteffizienz durch Designkonfiguration zuordnen.
Der Einsatz von recycelten Wertstoffen bei der Produktion von Primärverpackungen aus Kunststoff und Glas nimmt einen großen Stellenwert ein. Dabei gibt es regulatorische Grenzen, wie der Einsatz vorgeschriebener Granulate und die Zulassungspflichten insbesondere für pharmazeutische Primärverpackungen. Entsprechende erste Produktinnovationen hat Gerresheimer vorgestellt und bewirbt diese bei Pharma- und Kosmetikkunden.
Bei den Kunststoffverpackungen bietet Gerresheimer seine Produkte mit unterschiedlichen Anteilen von recycelten Post-Industrial- und Post-Consumer-Materialien (PCR) an und kann Behälter aus bis zu 100 % R-PET, das heißt recyceltem Polyethylenterephthalat, herstellen. Dadurch wird Material gespart und die Umweltbelastung reduziert. Vor allem im Bereich unseres Kosmetikgeschäfts gewinnt der Einsatz von R-PET in unseren Produkten an Bedeutung.
Bei der Herstellung von Pharmagläsern und Kosmetikverpackungen aus Glas wird als Ersatz für die Rohstoffe in hohem Maße Recyclingglas (Scherben) eingesetzt. Solche Scherben kommen aus dem eigenen, internen Kreislauf, aber in kontrollierter Weise auch aus dem Recyclingkreislauf privater Haushalte. Scherben werden in dem Maße eingesetzt, wie sie in entsprechender Qualität verfügbar sind, die Qualität der Endprodukte nicht beeinträchtigen und es keine begrenzenden Vorschriften durch pharmazeutische oder kosmetische Regulierung gibt. Bei der Produktion von Typ-III-Glas für pharmazeutische Primärverpackungen kann Gerresheimer aktuell bis zu ca. 60 % Scherben bei Braunglas und bis zu etwa 50 % bei Weißglas ein setzen. Kosmetikverpackungen aus Glas können bis zu ca. 40 % Recyclingglas enthalten. Je höher der Anteil des verwendeten Recyclingglases ist, desto weniger Energie wird für die Produktion benötigt. Der Einsatz von Recyclingglas trägt auch dazu bei, natürliche Ressourcen zu schonen, denn Glas wird aus Quarzsand, Natriumcarbonat und Calciumoxid sowie Dolomit, Feldspat, Kali und Eisenoxid zum Färben hergestellt.
Unser Werk in Momignies hat im Rahmen seines Engagements für die Circular Economy intensiv daran gearbeitet, den Anteil der im Klarglas verwendeten Rohstoffe zu reduzieren und unter Verwendung von PCR-Glas ein hochwertiges Kosmetikglas zu entwickeln. Die Glaskomposition wurde vom belgischen Unternehmen RDC Environment geprüft sowie zertifiziert. Die Prüfung wurde anhand der vom europäischen Glasverband FEVE erstellten Kriterien vorgenommen.
Neben dem eigenen, internen Scherbenkreislauf arbeiten wir in dem Kontext auch mit Zulieferern wie etwa Röhrenglasproduzenten zusammen. So können Scherben aus Borosilikatglas aus unserem Glasformprozess an die Röhrenhersteller zurückgeführt werden und dort zur Herstellung von neuen Röhren aus Borosilikatglas eingesetzt werden.
Unter dem Namen BioPack hat Gerresheimer ein breites Produktportfolio an Kunststoffverpackungen für Medikamente und Kosmetika, die aus Biomaterial anstatt aus konventionellem PE oder PET hergestellt werden, auf den Markt gebracht. Biomaterialien werden statt aus Rohöl aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt, in diesem Fall aus der Zuckerrohrpflanze. Verpackungen aus Biomaterialien sind vollständig recyclingfähig, haben dieselben Eigenschaften wie konventionelle Verpackungen und können auf den bestehenden Füll- und Verpackungslinien eingesetzt werden.
Wiederverwendbarkeit stand bei der Entwicklung eines Inhalators zur Behandlung von Atemwegserkrankungen im Vordergrund. Bisher müssen Inhalatoren meist nach dem Aufbrauchen des Wirkstoffs ersetzt werden. Mit der neuen Generation eines etablierten Inhalators produziert Gerresheimer ein umweltfreundliches Nachfolgemodell, dessen Wirkstoffpatrone fünfmal ausgetauscht werden kann. Dies sorgt für weniger Abfall und einen verringerten CO 2-Fußabdruck im Produktlebenszyklus. Auch die Plattformlösungen der Gerresheimer Tochter Sensile Medical, die auf Basis einer patentierten Mikropumpe der Verabreichung flüssiger Medikamente durch den Patienten selbst dienen, verfolgen ein duales Konzept von entsorgbaren und wiederverwertbaren Untereinheiten. Sämtliche Elemente, die mit dem Medikament und dem Patienten in Berührung kommen, werden nach Gebrauch entsorgt, wohingegen der höherwertige Geräteteil mit Motor, Batterie und elektronischer Steuerung sowie gegebenenfalls dem Display wiederverwendet wird. Dies reduziert die Umweltbelastung und senkt die Therapiekosten.
Ressourcenschonung war auch ein wichtiger Aspekt bei der Entwicklung einer neuartigen Kunststoffflasche mit minimiertem Rohstoffeinsatz und einer Vertiefung im Boden, die die Stapelbarkeit der Flaschen erlaubt. Damit wird eine effizientere Transportverpackung der Flaschen möglich, was wiederum zu einem reduzierten Ausstoß von CO 2e-Emissionen führt. Ein weiterer Bestandteil dieses umweltfreundlicheren Konzeptes ist die dreimalige Wiederbefüllbarkeit der Flasche, um Abfallvolumen und Energieeinsatz zu senken.
Zusätzlich gehen wir in puncto Produktsicherheit häufig über die gesetzlichen Vorgaben hinaus und haben bei vielen Produkten zusätzliche Aspekte der Produktsicherheit berücksichtigt, wie zum Beispiel Sicherheitsverschlüsse, um Kinder zu schützen.
In einem nächsten Schritt planen wir in einem interdisziplinären Team von Vertretern aus verschiedensten Bereichen wie Produktentwicklung, Produktion, Marketing, Einkauf und Kundenprojektmanagement die Gerresheimer Ökodesign-Prinzipien zu entwickeln.
NACHHALTIGES BESCHAFFUNGSMANAGEMENT
Als Hersteller hochwertiger pharmazeutischer Primärverpackungen setzen wir für die Glasproduktion in unseren Behälterglaswerken vorrangig die Rohstoffe Quarzsand, Soda und Natronkalk sowie in geringen Mengen weitere Zusatzstoffe ein. Für die Produktion von pharmazeutischen Primärverpackungen aus Kunststoff wie auch zur Herstellung der komplexen Drug- Delivery-Systeme wie Insulin-Pens und Inhalatoren werden neben Energie in erster Linie spezielle Kunststoffgranulate wie beispielsweise Polyethylen, Polypropylen und Polystyrol benötigt. Des Weiteren setzen wir geringe Mengen sogenannter Konfliktmineralien ein.
Die zuverlässige Versorgung und die wettbewerbsfähige Kostengestaltung stehen im Fokus unserer Einkaufsaktivitäten. Durch die Integration von Nachhaltigkeit in unser Lieferantenmanagement können wir unsere Lieferketten widerstandsfähiger gestalten und langfristige Beziehungen mit unseren Lieferanten eingehen. Die klare Kommunikation unserer Erwartungen in Bezug auf Nachhaltigkeitsthemen schafft dabei die notwendige Transparenz und Klarheit.
Wir fordern von unseren Lieferanten nachhaltige Geschäftspraktiken und haben entsprechende Erwartungen und Anforderungen in unseren "Gerresheimer Prinzipien für ein verantwortungsbewusstes Supply Chain Management" formuliert. Diese verpflichten unsere Lieferanten zur Einhaltung unserer Prinzipien unternehmerischer Verantwortung. Die Prinzipien basieren auf internationalen Standards wie den Grundsätzen des UN Global Compact, der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, den ILO-Kernarbeitsnormen und den Leitlinien für multinationale Unternehmen der OECD. Er umfasst die Themen Ethik, Mitarbeiter, Gesundheit und Sicherheit und Umweltschutz.
Unser Ziel ist es, dass bis zum Jahr 2023 100 % unserer strategischen Lieferanten unsere "Gerresheimer Prinzipien für ein verantwortungsbewusstes Supply Chain Management" anerkannt haben.
Ein weiteres Ziel ist es, dass 100 % unserer strategischen Lieferanten bis zum Jahr 2023 im Rahmen unserer Lieferantenqualifizierung und der damit verbundenen Re-Auditierungen bezüglich umwelt- und sozialer Aspekte auditiert sind.
Als strategische Lieferanten gelten dabei diejenigen Lieferanten, von denen wir Materialien oder Dienstleistungen beziehen, die im Verarbeitungsprozess direkt in unsere Produkte eingehen oder einen entscheidenden Einfluss auf die Qualität des Endproduktes haben können.
Neben den "Gerresheimer Prinzipien für ein verantwortungsbewusstes Supply Chain Management" ist unser Umgang mit Lieferanten durch das Gerresheimer Compliance-Programm sowie die Einkaufsrichtlinien und Verfahrensanweisungen geregelt. Ebenso legen wir großen Wert darauf, dass Lieferanten den hohen Qualitäts- und Nachhaltigkeitsanforderungen an unser Geschäft entsprechen. Bei der Auswahl unserer strategischen Lieferanten prüfen wir daher, ob diese gemäß den für ihre Geschäftstätigkeit relevanten ISO-Normen zertifiziert sind und zudem die Richtlinien zur Qualitätssicherung in der Produktion von Arzneimitteln und Wirkstoffen (Good Manufacturing Practice) einhalten.
Unser Beschaffungswesen ist aufgrund der unterschiedlichen Produktionstechnologien in den Geschäftsbereichen und Geschäftsfeldern und wegen der weltweit verteilten Produktion in Europa, Nord- und Südamerika sowie Asien weitgehend dezentral organisiert. Energie, nicht produktionsrelevante Güter und Dienstleistungen wie Zugang zu Datennetzen oder Hard- und Software hingegen werden weitgehend zentral eingekauft.
Unsere Anforderungen an den Auswahlprozess für neue und bestehende Lieferanten sowie die kontinuierliche Bewertung der Lieferantenleistungen sind im Gerresheimer Management System im Kapitel "Qualitätsverfahren Lieferanten" verankert und damit weltweit für alle Standorte gültig. Am Anfang dieses Prozesses steht eine einheitliche Klassifizierung der Lieferanten, um sicherzustellen, dass im Besonderen unsere strategischen Lieferanten im Einklang mit unseren Qualitäts- und Nachhaltigkeitsanforderungen agieren.
Neue Lieferanten durchlaufen einen Qualifizierungsprozess, bevor sie für den Bezug von Materialien oder Dienstleistungen freigegeben werden. Neben einer Selbstauskunft anhand eines Fragebogens beinhaltet diese Qualifizierung für die strategischen Lieferanten eine Auditierung vor Ort. Etwa 80 % unserer Standorte beziehen im Rahmen dieses Qualifizierungsprozesses bereits heute ökologische oder soziale Belange mit ein. Zur langfristigen Sicherstellung des Qualitätsniveaus in der Beschaffung und zur kontinuierlichen Verbesserung der Lieferantenleistungen werden für alle strategischen Lieferanten jährliche Leistungsbewertungen und in regelmäßigen Abständen Lieferantenaudits durchgeführt. Auch in dieser jährlichen Überprüfung finden ökologische und soziale Bewertungskomponenten Eingang.
In unseren "Gerresheimer Prinzipien für ein verantwortungsbewusstes Supply Chain Management" ist zudem fest geschrieben, dass ein Liefervertrag umgehend gekündigt wird, wenn festgestellt wird, dass ein Lieferant willentlich die darin enthaltenen Prinzipien missachtet.
Soweit wir zur Herstellung oder Veredelung unserer Produkte Mineralien wie Zinn, Wolfram, Tantal, Gold (sogenannte "Konfliktmineralien") oder deren Derivate einsetzen und einkaufen, müssen die entsprechenden Lieferanten Zertifikate zum einwandfreien Bezug dieser Rohstoffe vorlegen. Damit wird der Nachweis erbracht, dass unsere Lieferanten diese Rohstoffe nicht aus Ländern beziehen, die durch Gewinnung und Handel mit diesen Rohstoffen kriegerische Auseinandersetzungen finanzieren oder zu Menschenrechtsverletzungen beitragen. Dies ist sowohl in unserer Richtlinie zur "Unternehmerischen Verantwortung" als auch in unseren Prinzipien für ein verantwortungsvolles Supply Chain Management klar geregelt, und wir prüfen das Vorliegen der Lieferanten-Zertifikate entsprechend.
Um das Wissen unserer Mitarbeiter in der Einkaufsorganisation hinsichtlich Nachhaltigkeit in der Lieferkette zu vertiefen, durchlaufen alle relevanten Mitarbeiter das E-Lernmodul "Introduction to Responsible Supply Chain Management". Bisher sind 95% der relevanten Mitarbeiter geschult.
Bis zum Geschäftsjahresende haben 36 % (Vorjahr: 35 %) unserer strategischen Lieferanten die Einhaltung der " Gerresheimer Prinzipien für ein verantwortungsbewusstes Supply Chain Management" schriftlich zugesichert. 30 % unserer strategischen Lieferanten sind bezüglich umwelt- und sozialer Aspekte auditiert.
Im Geschäftsjahr 2020 gab es keine Vorfälle, die zur Kündigung einer Lieferantenbeziehung aufgrund dieser Punkte geführt haben.
GxCARE (MENSCHEN)
GxCare ist der dritte Pfeiler unserer Nachhaltigkeitsstrategie. Hier haben wir unser Engagement für unsere Mitarbeiter sowie für die Gemeinschaften, in denen wir als Unternehmen aktiv sind, verankert.

Unsere global ausgerichtete Personalstrategie bildet den Rahmen für unsere Maßnahmen und Angebote an unseren Standorten weltweit. Wir wollen einerseits qualifizierte Mitarbeiter gewinnen und halten und diese andererseits weiterentwickeln, Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz gewährleisten, Vielfalt und Chancengleichheit fördern sowie Verbesserungen der Arbeitsbedingungen und die Förderung des Gemeinwesens insgesamt erreichen.
Die Umsetzung der Personalstrategie insgesamt obliegt den Verantwortlichen in unseren Werken. Global Human Resources (HR) übernimmt hierbei die Unterstützungsfunktion, um die Standorte in der Umsetzung zu begleiten. Das GMS gibt dabei die Prozesse und Werkzeuge zur Umsetzung unserer globalen Strategie an die Hand. Das GMS enthält konzernweit gültige Standards sowie Methoden und Instrumente zur Weiterentwicklung, Führung und Beteiligung der Mitarbeiter.
Zur Unterstützung dieser Personalziele wurde bereits im Jahr 2019 der globale Rollout digitaler HR-Systeme angegangen und 2020 weiter vorangetrieben sowie an verschiedenen Standorten bereits erfolgreich implementiert. Dadurch können unterschiedliche Personalprozesse wie zum Beispiel der Recruiting-Prozess global standardisiert und über Ländergrenzen hinweg effizienter und schneller gestaltet werden.
Unsere fünf Unternehmenswerte Teamarbeit, Verantwortung, Integrität, Innovation und Höchstleistung sollen dabei jederzeit von allen Mitarbeitern im täglichen Handeln und Verhalten gelebt werden. Diese Überzeugung bringen wir in unserer Richtlinie zur "Unternehmerischen Verantwortung" klar zum Ausdruck.
UNSERE MITARBEITER
Wir produzieren in den Regionen, in denen sich unsere Kunden und Märkte befinden: auf vier Kontinenten an 47 Standorten (davon 37 Produktionsstandorte). Am Ende des Geschäftsjahres 2020 waren 9.880 Mitarbeiter (Vorjahr: 9.872 Mitarbeiter) im Gerresheimer Konzern beschäftigt.
Als Konzern mit langer Tradition in Deutschland sind wir auch hier weiterhin stark vertreten. An den zehn Standorten in Deutschland beschäftigten wir zum Geschäftsjahresende 3.597 Mitarbeiter (Vorjahr: 3.608 Mitarbeiter). In weiteren europäischen Ländern beschäftigen wir 2.349 Mitarbeiter (Vorjahr: 1.781 Mitarbeiter), 1.040 Mitarbeiter in Amerika (Vorjahr: 1.097 Mitarbeiter) sowie 2.894 Mitarbeiter in den Schwellenländern (Vorjahr: 3.386 Mitarbeiter). Zur Definition der Schwellenländer verweisen wir auf die Ausführungen im Kapitel "Umsatz und Adjusted EBITDA".
MITARBEITERZUFRIEDENHEIT
Für unseren unternehmerischen Erfolg sind unsere Mitarbeiter die wichtigste Basis. Die Zufriedenheit unserer Mitarbeiter, ihr Einsatz und ihr Wissen sind die wichtigsten Treiber unseres Unternehmenserfolgs und Grundlage für die Erreichung unserer Ziele. Wir sind überzeugt, dass sich die erfolgreiche Umsetzung unserer gesamten Personalstrategie - so wie in den nachfolgenden Kapiteln dargestellt - in der Zufriedenheit unserer Mitarbeiter widerspiegelt.
Wir haben uns zum Ziel gesetzt, bis 2028 mit unserem Employee Net Promoter Score (ENPS) zu den besten 25 % der bewerteten Unternehmen zu gehören.
Der ENPS ist ein Indikator für die Mitarbeiterzufriedenheit und wird über eine Frage zur Bereitschaft, Gerresheimer als Arbeitgeber weiterzuempfehlen, erhoben. Wie in unserer Personalstrategie definiert, wollen wir den Erfolg unserer Personalprogramme und Maßnahmen transparent und messbar machen. Den ENPS haben wir dafür als geeignetes Instrument ausgewählt. Neben der Transparenz über die Effektivität unserer Maßnahmen fördert der ENPS auch unsere Feedbackkultur.
Der ENPS wird seit dem Geschäftsjahr 2020 Jahr erstmalig und nun auch künftig einmal jährlich im Rahmen der sog. Pulse- Befragung ermittelt. Diese ist eine deutlich kürzere Fassung unserer Mitarbeiterbefragung, welche alle drei Jahre stattfindet. Der Fokus liegt auf den Themen Führung, Engagement und Arbeitgeberattraktivität. Die Einbettung in die Mitarbeiterbefragung ermöglicht uns zu verstehen, in welchen Handlungsfeldern unsere Aktivitäten ausgeweitet bzw. angepasst werden sollten.
Die Umsetzung - ebenso wie unsere Personalstrategie insgesamt - obliegt den Verantwortlichen in unseren Werken. Auf Basis der Ergebnisse auf Ebene der Einzelfragen werden an den Standorten geeignete Maßnahmen abgeleitet und umgesetzt, um die identifizierten Handlungsfelder zu adressieren.
So haben wir auf Basis der letzten umfänglichen Befragung beispielsweise das Ziel abgeleitet, im Rahmen unseres Talentmanagements die interne Nachbesetzungsquote weiter zu steigern und unsere Position als attraktiver Arbeitgeber weiter auszubauen, um dadurch das Firmen-, Produkt- und Branchen-Know-how im Unternehmen langfristig aufzubauen und zu halten.
Die erstmalige Pulse-Befragung im Jahr 2020 wurde mit einer Beteiligung von 66,2 % sehr gut angenommen.
Mit einem ENPS-Ergebnis von 6,6 haben wir unseren Ausgangswert ermittelt, werden nun die Ergebnisse analysieren und für unsere Standorte geeignete Maßnahmen ableiten. Da die Ergebnisse des Benchmarks zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht vorliegen, können wir erst ab dem kommenden Geschäftsjahr unsere relative Position im Vergleich zu den anderen bewerteten Unternehmen darstellen.
Neben dem ENPS zeigt uns auch die Veränderung der Betriebszugehörigkeit sowie Fluktuation, wie unsere Mitarbeiter ihre Perspektiven bei Gerresheimer einschätzen. Im Geschäftsjahr 2020 haben 1.559 Mitarbeiter (Vorjahr: 1.663 Mitarbeiter) das Unternehmen verlassen. Unsere Fluktuationsrate sinkt damit weiter. Die durchschnittliche Betriebszugehörigkeit beträgt 11,7 Jahre (Vorjahr: 11,3 Jahre).
AUSBILDUNG UND WEITERBILDUNG
Im Rahmen unserer werteorientierten Unternehmenspolitik sowie vor dem Hintergrund des demografischen Wandels sehen wir die betriebliche Ausbildung als wichtiges Ziel an, um frühzeitig Nachwuchskräfte ins Unternehmen zu holen, sie bestmöglich auszubilden und langfristig an das Unternehmen zu binden. Die unterschiedlichen Anforderungen an die Ausbildung werden dabei in den jeweiligen Geschäftsbereichen berücksichtigt.
Unsere Ausbildungsprogramme bereiten unsere jungen Mitarbeiter auf ihre zukünftigen Aufgaben vor. Seit dem Börsengang der Gerresheimer AG 2007 hat Gerresheimer über 2.500 junge Menschen in über 20 Berufsfeldern ausgebildet. Die Stärke der Gerresheimer Produktionsstandorte besteht darin, den Nachwuchs aus den eigenen Reihen auszubilden und zu Fachkräften zu entwickeln, die dem Unternehmen lange erhalten bleiben. Seit 2010 gehört auch das duale Studium zur Nachwuchsförderung bei Gerresheimer dazu. Seit 2017 gibt es für Studienabsolventen das Traineeprogramm "Gx-Go!". Bisher wurden alle Trainees, die das 18-monatige Traineeprogramm beendet haben, erfolgreich in ein weiteres Anstellungsverhältnis im Unternehmen übernommen.
Im Geschäftsjahr 2020 haben wir in Deutschland insgesamt 14 Ausbildungsberufe angeboten, vom Elektroniker bis hin zum Zerspanungsmechaniker. Zum 30. November 2020 waren 147 Auszubildende (Vorjahr: 180 Auszubildende) bei Gerresheimer in Deutschland beschäftigt. Die Ausbildungsquote in Deutschland liegt somit bei 4,1 % (Vorjahr: 5,0 %). Von den weltweit 46 Auszubildenden (Vorjahr: 48 Auszubildende), die im Geschäftsjahr 2020 ihren Abschluss gemacht haben, wurden 89,1 % (Vorjahr: 89,6 %) übernommen.
Im August 2020 wurde eine Auszubildende der Gerresheimer Regensburg GmbH mit dem Günter-Schwank-Ausbildungspreis für die besten Verfahrensmechaniker für Kunststoff- und Verfahrensmechanik in Deutschland ausgezeichnet. Ausgezeichnet werden dabei nicht nur die Auszubildenden selbst, sondern auch ihre Unter nehmen und ihre Berufsschule für die Schaffung optimaler Ausbildungsbedingungen. Fast jedes Jahr sind Auszubildende von Gerresheimer unter den Preisträgern. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag hat zudem einen Dualen Studenten aus Wackersdorf als besten neuen Verfahrensmechaniker für Kunststoff- und Kautschuktechnik Deutschlands ausgezeichnet.
An unserem Standort in Peachtree City (Georgia/USA) wurde bereits im Geschäftsjahr 2018 ein Ausbildungsprogramm in Zusammenarbeit mit einem regionalen College eingeführt und erfolgreich weitergeführt. Außerdem bieten wir in unserem Werk in Horsovsky Tyn (Tschechische Republik) schon seit mehreren Jahren eine praxisnahe Ausbildung nach dem Vorbild des deutschen dualen Systems an.
Im Geschäftsjahr 2020 wurde am Standort in Skopje ein Ausbildungsprogramm entwickelt und bereits mit dem Auswahlprozess begonnen. Dieses Programm richtet sich an Auszubildende in der Republik Nordmazedonien, die nach deutschem Vorbild eine praxisbezogene Berufsausbildung absolvieren können.
Daneben bieten wir zehn duale Studiengänge wie z. B. den Bachelor of Engineering - Fachrichtung Wirtschaftsingenieurwesen - an.
PERSONALENTWICKLUNG
Um unsere Unternehmensziele zu erreichen und unseren langfristigen Erfolg zu sichern, investieren wir neben unseren Ausbildungsprogrammen stetig in die fachliche, methodische und persönliche Weiterentwicklung unserer Mitarbeiter. Dabei versuchen wir stets, die globalen Unternehmensziele mit den individuellen beruflichen Vorstellungen unserer Mitarbeiter zu vereinen.
Aus diesem Grund bieten wir weltweit Coachings, Trainings und Weiterentwicklungsprogramme an. Überdies können Mitarbeiter in Führungspositionen an maßgeschneiderten Entwicklungsprogrammen teilnehmen, um sich auf die aktuellen und zukünftigen Herausforderungen in ihrer Rolle vorzubereiten.
Unsere Unternehmensstrategie sieht zudem die Weiterentwicklung unserer globalen Führungskultur vor. Wir streben eine wertebasierte Führungskultur an, welche durch Partizipation, ein gemeinsames Miteinander und Vertrauen geprägt ist. Dies erreichen wir, indem wir alle Führungskräfte bei Gerresheimer hinsichtlich dieser Prinzipien schulen. Die Nachhaltigkeit wird durch ein lokales "Train the Trainer"-Konzept sichergestellt. Der Rollout startete im Jahr 2020 an unseren deutschen Standorten. Die nachhaltige Implementierung wird durch die lokalen Trainer sichergestellt.
Im Rahmen unseres Talentmanagements haben wir es uns zum Ziel gesetzt, die Anzahl interner Nachbesetzungen für Führungspositionen in Zukunft zu erhöhen. Dafür haben wir im Jahr 2020 das globale Führungskräfteentwicklungsprogramm "formula GT" (Gerresheimer Talents) ins Leben gerufen, um unsere High Potentials im Unternehmen zu identifizieren und zu fördern. Die in der Unternehmensstrategie verankerten Ziele finden in diesem Programm Anwendung.
Insgesamt haben 179.418 Stunden Weiterbildung im Geschäftsjahr 2020 stattgefunden (Vorjahr: 288.869 Stunden), dies entspricht 18,2 Stunden pro Mitarbeiter (Vorjahr: 29,3 Stunden pro Mitarbeiter). Die Zahl ist aufgrund der Covid-19-Pandemie und den damit einhergehenden Versammlungs- und Reisebeschränkungen deutlich zurückgegangen. 38,8 % der Trainingsstunden entfielen auf Mitarbeiter in der Region Amerika (Vorjahr: 48,6 %), gefolgt von Deutschland mit 28,3 % (Vorjahr: 26,4 %), Europa mit 18,0 % (Vorjahr: 12,7 %) und den Schwellenländern mit 14,9 % (Vorjahr: 12,3 %).
Im Geschäftsjahr 2020 haben für insgesamt 4.248 Mitarbeiter Jahresgespräche stattgefunden (Vorjahr: 4.654 Mitarbeiter), dies entspricht 43,0 % aller Mitarbeiter (Vorjahr: 47,1 %). Es handelt sich um einen rollierenden Prozess, der bis ins erste Quartal des Folgejahres läuft. Jahresgespräche finden in der Regel einmal jährlich zwischen Mitarbeiter und Vorgesetztem statt; darin werden die Leistung des Mitarbeiters im vergangenen Geschäftsjahr, die Zielsetzung für das kommende Geschäftsjahr, mögliche Entwicklungsmaßnahmen sowie der "Person-Kultur-Fit" besprochen. Die Jahresgespräche sind allerdings nicht in allen Ländern verbindlich.
VIELFALT UND CHANCENGLEICHHEIT
Gerresheimer steht für eine Kultur von unterschiedlichen Sichtweisen, Erfahrungen und kulturellen Prägungen und bringt dies in der Richtlinie zur "Unternehmerischen Verantwortung" explizit zum Ausdruck. Unsere 9.880 Mitarbeiter arbeiten in 15 verschiedenen Ländern auf vier Kontinenten. Die Vielfältigkeit dieser Länder und Kulturen spiegelt sich auch bei Gerresheimer wider. Eine offene und wertschätzende Unternehmenskultur und die Mischung aus unterschiedlichen Nationalitäten, Geschlechtern, Ausbildungsgängen, Lebenserfahrungen sowie unterschiedlichen Altersstufen tragen wesentlich zu unserem Unternehmenserfolg bei. Wir haben bei Gerresheimer ein integratives Arbeitsumfeld geschaffen, welches dafür sorgen soll, dass sich jeder gleich und gerecht behandelt fühlt und so sein volles Potenzial ausschöpfen kann. Entsprechend diesen Grundsätzen und in Deutschland unter Beachtung des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes besetzen wir unsere Vakanzen weltweit unabhängig von der ethnischen Herkunft, dem Geschlecht, der Religion, der sexuellen Identität und etwaigen Behinderungen ausschließlich auf Basis der Qualifikation.
Bei Gerresheimer arbeiteten im Geschäftsjahr 2020 Mitarbeiter aus insgesamt 60 Nationen (Vorjahr: 57 Nationen). 63,6 % der Mitarbeiter arbeiten außerhalb Deutschlands (Vorjahr: 63,5 %).
Der Anteil der weiblichen Mitarbeiter beträgt 33,3 % (Vorjahr: 33,0 %). Aufgrund der teilweise hohen körperlichen Belastungen im gewerblichen Bereich ist die Anzahl der Bewerberinnen hier sachgemäß relativ gering. Auf den ersten beiden Führungsebenen beträgt der Frauenanteil insgesamt 18,0 % (Vorjahr: 19,1 %). Dabei liegt der Frauenanteil auf der ersten Führungsebene bei 18,4 % (Vorjahr: 19,9 %) und auf der zweiten Führungsebene bei 17,7 % (Vorjahr: 18,6 %).
Als global agierender Konzern setzen wir auch auf ein internationales Management. Zum 30. November 2020 hatten 42,9 % der Mitglieder des Executive Managements eine andere als die deutsche Staatsbürgerschaft (Vorjahr: 43,0 %). Insgesamt sind im Executive Management 14 Nationen vertreten (Vorjahr: 14 Nationen).
Vielfalt bezieht sich auch auf die demografische Situation bei Gerresheimer. Diese verhält sich in den unterschiedlichen Regionen sehr ähnlich. Wir wollen einen geeigneten Rahmen schaffen, um die Beschäftigungsfähigkeit unserer Mitarbeiter in allen Lebensphasen zu erhalten und die Verfügbarkeit von Fachkräften langfristig sicherzustellen. Das Durchschnittsalter der Gerresheimer Mitarbeiter beträgt 41,4 Jahre (Vorjahr: 41,9 Jahre).
ARBEITS- UND SOZIALSTANDARDS
Wir verpflichten uns uneingeschränkt dazu, die Arbeits- und Sozialstandards sowie die Menschenrechte an unseren Standorten weltweit zu achten, zu fördern und zu schützen. Dieses Ziel ist in unserer Richtlinie zur "Unternehmerischen Verantwortung" verankert.
Somit dulden wir im Einklang mit lokalen sowie internationalen Bestimmungen - wie die der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) - keine Kinder- und Zwangsarbeit bei Gerresheimer weltweit. Lokale Tarifverträge oder andere Vereinbarungen gewährleisten z. B. die Versammlungsfreiheit unserer Mitarbeiter an den tarifgebundenen Standorten unter Berücksichtigung der lokalen Gesetzgebungen.
Unsere Verantwortung zum Handeln im Einklang mit unserer Richtlinie nehmen wir wahr, indem wir die Bedeutung und Anwendung dieser Richtlinie als Teil unseres GMS in allen Werken kommuniziert haben. Es ist Aufgabe der Werksleiter, einen Prozess zu etablieren, der sicherstellt, dass die Grundsätze der Richtlinie zur "Unternehmerischen Verantwortung" eingehalten werden.
Als Teil unseres Compliance-Programms können über unsere Whistleblower-Hotline Verstöße gemeldet werden. Gleichzeitig stehen wir im Austausch mit unseren Arbeitnehmervertretungen. Die betriebliche Mitbestimmung ist bei Gerresheimer durch den Konzernbetriebsrat institutionalisiert, der sich für die Belange unserer Mitarbeiter einsetzt. Der Konzernbetriebsrat besteht aus 15 Mitarbeitern (Vorjahr: 15 Mitarbeiter): drei Frauen und zwölf Männer (Vorjahr: drei Frauen und zwölf Männer).
Bei Mitarbeitereinstellungen werden bei Gerresheimer die jeweiligen gesetzlichen Vorgaben und Rechtsgrundlagen der einzelnen Länder eingehalten. Gerresheimer steht für ein Arbeitsumfeld, in dem allen Mitarbeitern unabhängig von Nationalität, Herkunft, Religion, Geschlecht, Alter, Behinderung und sexueller Orientierung dieselbe Wertschätzung und dieselben Chancen zukommen. Dies wird auch bei der Mitarbeitereinstellung durch ein global eingeführtes standardisiertes Recruiting-Tool gewährleistet.
Durch Angebote wie zum Beispiel Teilzeitprogramme, mobiles Arbeiten oder flexible Arbeitszeiten versuchen wir weiterhin die Vereinbarung von Familie und Beruf zu unterstützen und erleichtern die Betreuung von Kindern und die Versorgung von Familienangehörigen.
Beim Thema Mitarbeitervergütung legen wir großen Wert darauf, eine national und international wettbewerbsfähige Vergütung sicherzustellen und keine geschlechtsspezifischen Unterschiede zu machen. Dies stellen wir zum einen über Benchmarks von externen Firmen und über die personenunabhängige Funktionsbewertung z. B. im Executive Management und an einigen Standorten über alle Hierarchieebenen sicher. Zudem gelten für viele unserer Mitarbeiter die verbindlichen Entgelttabellen der abgeschlossenen Tarifverträge, dadurch sind geschlechtsspezifische Gehaltsunterschiede für gleichwertige Tätigkeiten ausgeschlossen.
Unser Vergütungskonzept sieht neben dem Grundgehalt für verschiedene Funktionen einen variablen Anteil vor. Für unser weltweites Executive Management existiert zudem ein Mid-Term-Incentive-Programm, das jeweils die drei vergangenen Geschäftsjahre berücksichtigt.
Neben den finanziellen Komponenten bietet Gerresheimer seinen Mitarbeitern an vielen Standorten weitere Benefits an. Dazu zählen z. B. Essenszuschüsse, Zuschüsse für den öffentlichen Nahverkehr oder die Gruppenunfallversicherung.
Zum Ende des Geschäftsjahres 2020 waren insgesamt 303 Mitarbeiter in Europa (inklusive Deutschland) in Teilzeit beschäftigt (Vorjahr: 305 Mitarbeiter), dies entspricht einer Quote von 5,1 % (Vorjahr: 5,7 %).
Mitarbeiter haben bei Gerresheimer auch in den Ländern, in denen es keine entsprechende gesetzliche Regelung gibt, die Möglichkeit, Elternzeit zu nehmen. Insgesamt machten 201 Mitarbeiter im Geschäftsjahr 2020 von diesem Angebot Gebrauch (Vorjahr: 132 Mitarbeiter).
Zudem liegt unsere Bezahlung auch in den Schwellenländern Brasilien, Mexiko, Indien und China über dem lokal vorgeschriebenen Mindestlohn.
Im Geschäftsjahr 2020 wurden den Mitarbeitern weltweit für ihr großes Engagement in der Covid-19-Pandemie Sonderzuwendungen ausbezahlt.
Im Geschäftsjahr 2020 ist - wie schon im Vorjahr - weltweit kein Fall von Menschenrechtsverletzung oder von Diskriminierung bekannt geworden.
GESUNDHEIT UND ARBEITSSICHERHEIT
Als produzierendes Unternehmen steht für uns die Verantwortung für die Sicherheit und die Gesundheit unserer Mitarbeiter an erster Stelle. Wir wollen jedem Kollegen ein sicheres Arbeitsumfeld bieten, von dem aus er jeden Tag gesund und unversehrt nach Hause zurückkehrt. Arbeitssicherheit muss höchste Priorität haben, jeden Tag. Diese Haltung haben wir in 2020 mit der Verabschiedung der folgenden Grundprinzipien für Gesundheit und Arbeitssicherheit weiter konkretisiert:
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| ― | Arbeitsschutz hat oberste Priorität |
| ― | Wir entwickeln und fördern aktiv eine Gesundheits- und Sicherheitskultur |
| ― | Wir verpflichten unsere Geschäftsführer, ihre Führungsrolle bei der Förderung des Arbeitsschutzes dauerhaft und sichtbar auszuüben |
| ― | Alle Führungskräfte werden zu vorbildlichem Verhalten verpflichtet und sorgen dafür, dass alle Beschäftigten umfassend über Anweisungen, rechtliche Bestimmungen sowie Gefahren und Schutzmaßnahmen informiert sind |
| ― | Auf keiner Ebene akzeptieren wir Verstöße gegen Sicherheitsregeln |
Wir wollen erreichen, dass Arbeitssicherheit in jedem Werk, an jedem Tag ein Fokusthema ist und sich alle gemeinsam dafür einsetzen. Wir sind überzeugt, dass die Arbeitssicherheit neben guten Prozessen stark von einer Kultur der Arbeitssicherheit und der täglichen Wahrnehmung des Themas profitiert. Daran wollen wir kontinuierlich mit dem Ziel arbeiten, jeden Unfall zu vermeiden.
Wir wollen unsere Unfallhäufigkeit (Anzahl Arbeitsunfälle mit einer Ausfallzeit von mehr als einem Tag pro eine Million geleisteter Arbeitsstunden) bis 2028 um 80 % reduzieren.
Um den geeigneten Rahmen hierfür zu schaffen, beabsichtigen wir zudem, bis 2023 an allen Produktionsstandorten ein Managementsystem für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz einzuführen und nach ISO 45001 zertifizieren zu lassen.
In 2020 wurde die globale Verantwortlichkeit für das Thema Gesundheit und Arbeitssicherheit zentral zusammengeführt. Daneben gibt es an jedem Produktionsstandort Experten für den Arbeitnehmerschutz vor Ort. Das Sicherheitsbewusstsein unserer Mitarbeiter sowie die notwendige Qualifikation und zeitgemäße Fachkompetenz der Experten an unseren Standorten werden durch regelmäßige Schulungen sichergestellt. Weltweit sind 370 Mitarbeiter in formalen Arbeitsschutzausschüssen tätig, die überprüfen und sicherstellen, dass sämtliche Standards und Sicherheitsvorschriften eingehalten werden. Um die globale Sicherheitsorganisation und den Austausch zu stärken, wurde in 2020 ein weltweiter Arbeitssicherheitsrat ("Occupational Safety Council") mit Repräsentanten aus jedem Geschäftsbereich gegründet. Aufgabe des Gremiums ist es, Standards und Prozesse für Arbeitssicherheit im Unternehmen weiterzuentwickeln und einheitlich umzusetzen.
Die zukünftigen Standards und Prozesse basieren dabei auf den grundlegenden Konzepten für Arbeitssicherheit, welche im Gerresheimer Management System (GMS) verankert sind. Diese werden regelmäßig intern bewertet. Dies erfolgt in einer Online-Plattform anhand eines standardisierten Fragebogens, der es uns erlaubt, den Umsetzungsstand verschiedener Standorte zu vergleichen und die Umsetzung definierter Verbesserungsmaßnahmen zu verfolgen.
Im Geschäftsjahr wurde zudem eine tiefergreifende globale Befragung zur grundlegenden Organisation und Verankerung von Arbeitssicherheit an allen Standorten durchgeführt, welche unter anderem als Grundlage für die Arbeit des Arbeitssicherheitsrates dienen wird.
Die sukzessive Einführung der Managementsysteme nach ISO 45001 an allen Standorten bis 2023 wird uns dabei unterstützen, die Arbeitssicherheit stetig zu erhöhen und die Unfälle zu minimieren. Die Kennzahlen zur Arbeitssicherheit werden an den Standorten lokal gesammelt und analysiert, und entsprechende Verbesserungsmaßnahmen werden umgesetzt. Monatlich werden die Kennzahlen in unserem globalen Reporting System gemeldet und seit 2020 auch in einem sogenannten Arbeitssicherheits-Dashboard für alle Werke, Geschäftsbereichsverantwortliche und Vorstand transparent gemacht. Zudem ist Arbeitssicherheit ein Standard-Agendapunkt der dreimal pro Jahr stattfindenden Business Reviews zwischen Vorstand und Geschäftsbereichen sowie Gegenstand des operativen und strategischen Planungsprozesses.
An unseren Produktionsstandorten haben dieses Jahr eine Vielzahl von Schulungen stattgefunden, welche über die lokalen gesetzlichen Anforderungen hinausgehen. So wurden beispielsweise in Tettau, Essen und Lohr Führungskräfte mit Fokus auf Verantwortung, Aufgaben und Haftung im Arbeitsschutz geschult, um ihr Bewusstsein zu stärken. Zudem wurde eine Großzahl unserer Führungskräfte in der Methodik zur Beurteilung von Gefährdungen trainiert. In unseren Werken in Boleslawiec, Pfreimd und Indaiatuba wurde speziell zum Umgang mit Gefahrstoffen unterwiesen. Technisch wurde in unseren Werken in Wertheim, Zaragoza und Vaerloese die Sicherheit bei der Materialhandhabung erhöht, indem der Transport mit Gabelstaplern und Transportwagen optimiert wurde. Besonders das Heben schwerer Lasten und die Handhabung von Big Bags wurden in unseren Werken in Vaerloese und Zaragoza systematisch verbessert. Dem hohen Stellenwert der Gesundheit unserer Mitarbeiter tragen wir damit Rechnung, dass wir beispielsweise an den Standorten Chalon, Wertheim, Essen, Pfreimd, Tettau und Lohr individuell angepasste persönliche Schutzausrüstung wie Gehörschutz, Sicherheitsschuhe und Korrektionsschutzbrillen zur Verfügung stellen.
Unfallhäufigkeit
Arbeitsunfälle pro eine Million geleisteter Arbeitsstunden

Fehltage
Fehltage aufgrund von Arbeitsunfällen

Die Unfallhäufigkeit pro eine Million geleisteter Arbeitsstunden lag weltweit bei 11,55 (Vorjahr: 13,43 4). Die Anzahl der Arbeitsunfälle mit mehr als einem Fehltag betrug 210 (Vorjahr: 244 Arbeitsunfälle). Die meisten dieser Arbeitsunfälle ereigneten sich in Deutschland (101 Arbeitsunfälle; Vorjahr: 139), gefolgt von Europa (61 Arbeitsunfälle; Vorjahr: 69), den Schwellenländern (33 Arbeitsunfälle; Vorjahr: 28) und Amerika (15 Arbeitsunfälle; Vorjahr: 8). Insgesamt resultierten aus den Arbeitsunfällen 5.403 Fehltage (Vorjahr: 5.582 Fehltage), was eine Minderung von 179 Tagen bedeutet. Wir hatten wie im Vorjahr keinen tödlichen Arbeitsunfall im Geschäftsjahr 2020. 254 Mitarbeiter haben aufgrund ihrer Tätigkeit ein hohes Risiko von Krankheiten in Zusammenhang mit der Beschäftigung (Vorjahr: 223 Mitarbeiter).
In diesem Jahr wurden neun weitere Standorte nach ISO 45001 zertifiziert (Bünde, Pfreimd, Regensburg, Wackersdorf, Vaerloese, Kosamba III, Kundli, Danyang I, Danyang II, Kosamba II, Zhenjiang). Damit sind elf unserer 37 Werke nach ISO 45001 zertifiziert. Fünf Standorte (Essen, Lohr, Kosamba I, Momignies, Tettau) haben mit den vorbereitenden Maßnahmen zur Zertifizierung begonnen, alle anderen haben eine Umsetzung bis zum Jahr 2023 geplant.
Um die Gesundheit unserer Mitarbeiter über ihr gesamtes Erwerbsleben und darüber hinaus aufrechtzuerhalten, bieten wir in vielen Werken ein breites Spektrum an Maßnahmen zum Erhalt der körperlichen und geistigen Fitness an. Dazu zählen zum Beispiel Gesundheitstage, die "Mit dem Rad zur Arbeit"-Aktion, Obstkörbe sowie ergonomisch eingerichtete Arbeitsplätze.
Eines der prägendsten Themen in diesem Geschäftsjahr, nicht nur im Bereich Gesundheit und Arbeitssicherheit, war und ist weiterhin die weltweite Covid-19-Pandemie.
Bereits kurz nach Ausbruch der Pandemie in China haben wir einen globalen Krisenstab für die globale Implementierung und Förderung entsprechender Arbeitsschutzkonzepte eingerichtet. Dieses Gremium konsolidiert laufend die Situation an den Standorten weltweit und berät sich regelmäßig zu den daraus abzuleitenden Strategien und Maßnahmen. Alle Gerresheimer Gesellschaften haben einen lokalen Krisenstab eingerichtet, der für die Einhaltung der Anweisungen, die Umsetzung der Maßnahmen sowie das Reporting an den globalen Krisenstab verantwortlich ist. Die lokalen Krisenstäbe arbeiten eng mit dem globalen Krisenstab zusammen und sind dafür verantwortlich, die Vorgaben des Pandemieplans einzuhalten und die Maßnahmen situationsgerecht zu koordinieren.
Gerresheimer hat den bestehenden globalen Pandemieplan und die entsprechenden Maßnahmen im Januar 2020 aktiviert. Unser Pandemieplan und unsere Präventivmaßnahmen zielen darauf ab, die Mitarbeiter zu schützen und die Handlungsfähigkeit von Gerresheimer zu gewährleisten - einschließlich der Sicherung einer stabilen Produktion und Auslieferung an unsere Kunden. Die Weisungen des Pandemieplans enthalten präventive, organisatorische und hygienische Maßnahmen, die an die jeweiligen örtlichen und situativen Gegebenheiten angepasst wurden. Darüber hinaus haben die Standorte umfassende, systematische Risikoanalysen durchgeführt und weitere Eindämmungspläne erarbeitet und sich so auf die potenziellen Risiken vorbereitet. Für Gerresheimer ist ein siebenstufiges Pandemie-Szenario definiert, und für jede Phase sind Maßnahmen in Form von Checklisten festgelegt.
Neben den klassischen Maßnahmen wie Hygienevorschriften, Besuchs- und Reisebeschränkungen, Temperaturmessungen und der Nutzung von Heimarbeitsplätzen half uns die weitgehende Aufteilung der Produktionsteams in kleine isolierte Gruppen. Dies hat in Kombination mit gestaffelten Schichtplänen die potenziellen Infektionsrisiken auf kleine Gruppen reduziert, so dass wir trotz auftretender Infektionsfälle alle unsere Werke voll funktionsfähig halten konnten.
4 Änderung der Vorjahreszahl aufgrund von Korrekturen im Zuge der internen Datenvalidierung.
GEMEINWESEN
Wir sind davon überzeugt, dass wir mittel- bis langfristig bessere Ergebnisse erzielen können, wenn wir nicht nur wirtschaftliche, sondern auch soziale Belange als Maßstab unseres Handelns betrachten. Deshalb haben wir uns das Ziel gesetzt, uns in den lokalen Gemeinschaften, in denen wir aktiv sind, für die Ziele nachhaltiger Entwicklung einzusetzen. Diese Verantwortung für die Gesellschaft haben wir in unserer Richtlinie zur "Unternehmerischen Verantwortung" festgeschrieben.
Unsere gesellschaftliche Verantwortung übernehmen wir vor allem dort, wo wir präsent sind, das heißt im direkten Umfeld unserer Standorte weltweit. Gemäß unserer Vision, mit unseren Produkten der führende Partner für Lösungen zur Förderung von Gesundheit und Wohlbefinden zu sein, fokussieren wir auch unser gesellschaftliches Engagement auf Themen, die darauf einzahlen und einen unmittelbaren Bezug zu unserer Geschäftstätigkeit aufweisen.
Diesen Anspruch haben wir in ein messbares Ziel umgesetzt:
Bis 2023 möchten wir erreichen, dass 100 % unserer Standorte sich jährlich für Projekte im Bereich Gesundheit und Wohl befinden bzw. Bildung einsetzen.
Mit diesem Ziel wollen wir ergänzend zu unserem Kerngeschäft einen Beitrag zu den nachhaltigen Entwicklungszielen der Vereinten Nationen (SDGs) leisten, insbesondere zu den Zielen "Gesundheit und Wohlbefinden" (SDG 3) und "Hochwertige Bildung" (SDG 4).
Die meisten unserer Aktivitäten planen unsere lokalen Standorte dezentral und setzen diese eigenverantwortlich um. Sie entscheiden dabei selbst, mit welchen Projekten sie sich innerhalb unserer zwei Schwerpunktthemen engagieren wollen. Auch die Art des Engagements kann unterschiedliche Formen annehmen, u. a. Sachspenden, Geldspenden oder freiwillige Mitarbeit (Volunteering).
Viele Standorte engagieren sich bereits seit vielen Jahren in den beschriebenen Schwerpunktthemen. Mit unserer Nachhaltigkeitsstrategie haben wir unseren Ansatz nun endgültig für alle Standorte verbindlich gemacht. Wir haben damit begonnen, die Planung und Erfassung der einzelnen Aktivitäten anhand von definierten Kriterien zu systematisieren, um so im Hinblick auf das neue Ziel den notwendigen formellen Rahmen vorzugeben. So wollen wir sicherstellen, dass unsere Standorte zielgerichtet Projekte auswählen, die eine langfristig positive Wirkung erzielen sowie auf die definierten Handlungsfelder einzahlen. In einem nächsten Schritt planen wir, einen global einheitlichen Kriterien-katalog für dieses Engagement zu definieren, um den Rahmen der Aktivitäten und finanziellen Zuwendungen weiter zu fokussieren und zu konkretisieren.
Um auszuschließen, dass Spenden oder Zuwendungen an Regierungen, politische Parteien oder Politiker oder Organisationen mit extremistischen Zielsetzungen gehen, sind klare Vorschriften implementiert, die karitative Spenden und die Vergabe von Beratungsaufträgen reglementieren. Größere Spenden bedürfen entsprechender Genehmigungen und unterliegen den strengen Compliance-Vorschriften des Konzerns.
Während bisher ein Großteil des Engagements im Rahmen der jährlichen "ONE Gerresheimer-Woche" stattfand, konnte dies im zurückliegenden Berichtsjahr aufgrund der Kontaktbeschränkungen und Schutzmaßnahmen im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie leider nicht stattfinden.
In 2020 wurde der Fokus unserer Aktivitäten im Bereich des gesellschaftlichen Engagements im Wesentlichen von der Covid-19-Pandemie bestimmt.
Die Auswirkungen der Pandemie haben uns nicht nur dazu bewegt, in unseren Werken umfassende Maßnahmen zum Schutz unserer Mitarbeiter und zur Sicherstellung des Geschäftsbetriebes umzusetzen, sondern uns auch darüber hinaus in unseren lokalen Gemeinschaften aktiv dafür einzusetzen, die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie abzumildern.
Die Aktivitäten unserer Standorte konzentrierten sich somit neben Spenden für z. B. Krebsforschungseinrichtungen sowie Einrichtungen, welche sich für die Belange bedürftiger Menschen vor Ort einsetzen, vor allem auf Sachspenden wie Flaschen zur Abfüllung von Desinfektionsmitteln, Desinfektionsmittel selbst sowie Masken. Insgesamt sind in diesem Zuge über 20.000 Flaschen gespendet worden. Zusätzlich wurden zum Beispiel an unserem indischen Standort 2.500 Lebensmittelpakete an bedürftige Menschen gespendet.
Aufgrund der veränderten Lernsituation durch temporäre Schulschließungen im Kontext der Covid-19-Pandemie spielt die Ausstattung der Schulen sowie der Haushalte mit schulpflichtigen Kindern mit dem notwendigen technischen Equipment eine große Rolle. Hier haben wir durch Sachspenden von Computern an einigen unserer Standorte unterstützt.
WIRTSCHAFTSETHISCHES VERHALTEN UND GESETZESKONFORMITÄT
Für Gerresheimer als global tätigen Konzern ist es unerlässlich, dass alle Unternehmen innerhalb der Gruppe nach wirtschaftsethischen Grundsätzen verantwortungsvoll und unter Einhaltung der geltenden Gesetze und Regeln geführt werden. Rechtskonformes Verhalten ist für Gerresheimer nicht nur die Grundlage einer verantwortungsvollen Unternehmensführung, sondern stärkt auch das Vertrauen unserer Geschäftspartner, Anteilseigner und der Öffentlichkeit in das Unternehmen und seine Mitarbeiter.
KONZERNWEITES COMPLIANCE MANAGEMENT SYSTEM (CMS)
Das konzernweite CMS basiert auf den vom Vorstand verabschiedeten Vorgaben. Das CMS verfolgt das vorrangige Ziel, dass sich alle Mitarbeiter des Gerresheimer Konzerns an die geltenden rechtlichen Bestimmungen und internen Regeln halten, um Compliance-Verstöße zu vermeiden und entsprechende Risiken zu minimieren. Hierzu implementiert das CMS präventive Maßnahmen. Kontrollinstrumente im CMS unterstützen dabei, ein nicht den Gesetzen und Regeln entsprechendes Verhalten aufzudecken. Sofern es zur Aufdeckung von Verstößen kommt, werden diese dem Einzelfall entsprechend angemessen abgestellt und sanktioniert.
Der Fokus des CMS liegt auf der Korruptionsbekämpfung sowie der Einhaltung wettbewerbsrechtlicher und kapitalmarktrechtlicher Vorschriften. Selbstverständlich verfolgt Gerresheimer ein mit den Regeln der Compliance abgestimmtes Verhalten auch in anderen relevanten Bereichen und Rechtsgebieten.
COMPLIANCE-ORGANISATION
Die Compliance-Organisation trägt global die Verantwortung dafür, dass das CMS in Bezug auf die Compliance-Risiken angemessen und wirksam ist.
Der Vorstand hat den General Council zum Compliance-Beauftragten ernannt. In dieser Funktion trägt dieser die organisatorische Verantwortung für die Implementierung und Aktualisierung der durch den Vorstand erlassenen Richtlinien sowie die Durchführung von Schulungsmaßnahmen. Ferner dient er als Anlaufstelle für Fragen und Anregungen zum Gerresheimer Compliance-Programm sowie für Mitteilungen über etwaige Verstöße gegen die Compliance-Regelungen. Der Compliance-Beauftragte führt auf Weisung des Vorstandsvorsitzenden Aufklärungs- und Disziplinarmaßnahmen im Falle von Verstößen aus.
Unterstützt wird der Compliance-Beauftragte durch lokale Compliance-Verantwortliche in den Tochterunternehmen. Diese tragen dazu bei, dass alle Mitarbeiter die Elemente des Gerresheimer Compliance-Programms kennen. Die Compliance-Verantwortlichen stehen als erste Ansprechpartner für alle Fragen im Zusammenhang mit Compliance zur Verfügung und führen, in Absprache mit dem Compliance-Beauftragten, Schulungen zum Thema Compliance durch. Der Compliance-Beauftragte berät und unterstützt jederzeit die Compliance-Verantwortlichen und das lokale Management.
RISIKEN VERMEIDEN
Um Compliance-Verstöße zu vermeiden und entsprechende Risiken zu minimieren, enthält das Gerresheimer CMS verschiedene präventive Elemente. Hierzu gehören unter anderem das Gerresheimer Compliance-Programm, Schulungen sowie eine Risikoanalyse.
Das Gerresheimer Compliance-Programm soll die Mitarbeiter dabei unterstützen, Gesetze und Unternehmensrichtlinien richtig anzuwenden. Zu allen drei für das Gerresheimer Compliance-Programm ausgewählten Schwerpunkten (Korruptionsbekämpfung, Kartellrecht, Kapitalmarktrecht) bestehen bindende Richtlinien mit ergänzenden Merkblättern zur Konkretisierung dieser Richtlinien.
Compliance-Schulungen für Mitarbeiter werden in bestimmten Schulungsintervallen durchgeführt. Die Auswahl der zu schulenden Mitarbeiter folgt hierbei einem risikoorientierten Ansatz. Um die richtigen Teilnehmer zu identifizieren, werden jeweils Kataloge der Pflichtteilnehmer für die Schulungsbausteine erstellt. Die Schulungsinhalte werden sowohl durch Präsenzschulungen als auch durch E-Learning-Programme vermittelt. Die Präsenzschulungen werden wahlweise durch Syndikusrechtsanwälte oder durch externe Sachverständige durchgeführt. Die Inhalte der Schulungen werden durch den Compliance-Beauftragten vorgegeben und regelmäßig auf Aktualität überprüft.
Zur Analyse und zur frühzeitigen Erkennung von potenziellen Compliance-Risiken wird eine regelmäßige Risikoanalyse durchgeführt, in der die strukturellen und aus dem jeweiligen Geschäftsmodell resultierenden Risiken nach einem Bewertungsmodell sichtbar gemacht und bewertet werden. Strukturell w erden bei der Risikoanalyse unter Berücksichtigung bestehender Kontrollen oder Prozesse die operativen und finanziellen Risiken sowie Reputationsrisiken für das Unternehmen mit Blick auf definierte Themenkomplexe erörtert, gewichtet und aggregiert. Auf der Grundlage dieser Ergebnisse wird evaluiert, ob eine weitere Risikoreduzierung erfolgen kann und inwiefern gegebenenfalls eine Implementierung weiterer Kontrollmaßnahmen angebracht ist.
RISIKEN ERKENNEN UND REAGIEREN
Verhalten, das nicht den Gesetzen und Regeln entspricht, ist nicht im Interesse von Gerresheimer. Alle Mitarbeiter sind ausnahmslos verpflichtet, die geltenden Gesetze und Regeln zu beachten. Um sicherzustellen, dass unsere Verhaltensvorgaben eingehalten werden, enthält das Gerresheimer CMS verschiedene Kontrollinstrumente.
Als wichtiges Kontrollinstrument im Gerresheimer CMS steht ein elektronisches Hinweisgebersystem zur Meldung von Compliance-Verstößen zur Verfügung. Das Hinweisgebersystem ermöglicht über das Internet weltweit und rund um die Uhr einen direkten Dialog mit dem Compliance-Beauftragten. Dabei entscheidet der Hinweisgeber selbst, ob er anonym bleiben oder ob er namentlich melden möchte. Diesen Meldevorgang können sowohl Mitarbeiter als auch Kunden und Lieferanten sowie sonstige Dritte nutzen. Um den Zugang so einfach wie möglich zu gestalten, ist das Hinweisgebersystem in allen für die Gerresheimer Gruppe relevanten Sprachen nutzbar.
Jedem Verdacht auf das Vorliegen eines Compliance-Verstoßes wird nachgegangen. Hierbei gilt der Grundsatz, dass Verstöße gegen Compliance-Vorgaben immer im Rahmen einer Einzelfallbetrachtung unter Beachtung des Grundsatzes der Verhältnismäßigkeit sanktioniert werden. Je nach Schwere des Verstoßes kann dies zu Disziplinarmaßnahmen wie Kündigung des Arbeitsverhältnisses, Abmahnung oder Versetzung sowie Geltendmachung von Schadenersatzansprüchen führen.
ÜBERPRÜFUNG UND KONTINUIERLICHE VERBESSERUNG
Überprüfung und kontinuierliche Verbesserung sind prägende Elemente des CMS. Vor diesem Hintergrund wurden für die Schwerpunktbereiche Korruptionsbekämpfung und Kartell recht im Berichtsjahr neue E-Learning-Programme implementiert und an die zur Absolvierung der Programme verpflichteten Mitarbeiter ausgerollt. Zur Gewährleistung einer konzernweiten hohen Teilnahmequote an den E-Learning-Programmen wurde ein umfassendes Konzept zum Umgang mit säumigen Mitarbeitern umgesetzt. Die Schulungsinhalte wurden zudem in einer weiteren Sprachversion zur Verfügung gestellt.
INTERNE UNTERSUCHUNGEN
Im Berichtsjahr wurden konzernweit sieben interne Untersuchungen aufgrund des Verdachts von Verstößen gegen Compliance-Regeln durchgeführt. Auf Basis der durchgeführten Ermittlungen wurde das Arbeitsverhältnis mit drei Mitarbeitern beendet. In vier Fällen wurden Sensibilisierungen der Mitarbeiter bzw. Schulungen durchgeführt sowie in einem Fall das Vertragsverhältnis mit einem Vertragspartner beendet.
GERICHTLICHE UND BEHÖRDLICHE MASSNAHMEN
Im Verlauf des Geschäftsjahres 2020 wurden gegen Gerresheimer keine gerichtlichen oder behördlichen Maßnahmen im Zusammenhang mit den Schwerpunktthemen aus dem CMS eingeleitet oder durchgeführt.
VERGÜTUNGSBERICHT
Im Vergütungsbericht werden die Grundzüge des Vergütungssystems des Vorstands und des Aufsichtsrats dargestellt. Zudem wird über die im Geschäftsjahr 2020 gewährten und zugeflossenen Bezüge der Mitglieder des Vorstands sowie über die Vergütung der Mitglieder des Aufsichtsrats der Gerresheimer AG berichtet.
VERGÜTUNG DER MITGLIEDER DES VORSTANDS
GRUNDLAGEN, STRUKTUR UND BESTANDTEILE
Die Gesamtvergütung der Vorstandsmitglieder setzt sich aus erfolgsunabhängigen und erfolgsabhängigen Bestandteilen zusammen. Dabei umfassen die erfolgsunabhängigen Bestandteile die Grundvergütung und die Nebenleistungen. Die erfolgsabhängige Vergütung besteht aus einer kurz- und langfristigen variablen Vergütung sowie einer langfristig orientierten anteilsbasierten variablen Vergütung. Die Versorgungszusagen beinhalten sowohl eine erfolgsunabhängige als auch eine erfolgsabhängige Komponente. Der Aufsichtsrat legt die Struktur der Vergütung fest. Die einzelnen Komponenten werden nachfolgend näher erläutert.
ERFOLGSUNABHÄNGIGE VERGÜTUNG
Grundvergütung
Jedes Vorstandsmitglied erhält eine feste Grundvergütung, die in zwölf gleichen Monatsraten gezahlt wird.
Nebenleistungen
Die Mitglieder des Vorstands bekommen verschiedene Nebenleistungen in Form von Sachbezügen. Zu den Nebenleistungen zählen vor allem Prämien für Gruppenunfall- und Invaliditätsversicherungen sowie die Bereitstellung eines Dienstwagens. Für die Mitglieder des Vorstands besteht zudem eine Vermögensschadenhaftpflichtversicherung (Directors-&-Officers-Versicherung), die einen Selbstbehalt gemäß § 93 Abs. 2 Satz 3 AktG vorsieht.
ERFOLGSABHÄNGIGE VERGÜTUNG
Kurzfristige variable Vergütung
(STI, Short-Term-Incentive)
Die kurzfristige variable Vergütung (STI, Short-Term-Incentive) ist an den Grad des Erreichens von dienstvertraglich definierten Jahreszielwerten geknüpft. Ihre Höhe leitet sich jeweils aus der vom Aufsichtsrat genehmigten Unternehmensplanung ab. Die Ziel werte beziehen sich auf die unterschiedlich gewichteten Kennzahlen des finanziellen Steuerungssystems des Gerresheimer Konzerns: Umsatzerlöse, Adjusted EBITDA und Net Working Capital. Die Zielkomponente Net Working Capital berechnet sich als durchschnittliches Net Working Capital in Prozent der Umsatzerlöse. Bei Erreichen sämtlicher Zielwerte beträgt die kurzfristige variable Vergütung 50 % der Grundvergütung. Die kurzfristige variable Vergütung kann maximal 70 % der individuellen Grundvergütung betragen und wird im Folgejahr nach Billigung des Konzernabschlusses durch den Aufsichtsrat ausgezahlt.
Langfristige variable Vergütung
(LTI, Long-Term-Incentive)
Die langfristige variable Vergütung (LTI, Long-Term-Incentive) besteht aus einem rollierenden Bonussystem, das an das Erreichen bestimmter Ziele über einen Zeitraum von drei Jahren anknüpft. Die für die Zielerreichung relevanten Kennzahlen sind das organische Umsatzwachstum und die Gesamtkapitalrendite (Gx ROCE).
Bei der langfristigen variablen Vergütung werden die relevanten Kennzahlen auf Basis der Unternehmensplanung jährlich neu für den Dreijahreszeitraum festgelegt. Bei Erreichen sämtlicher Zielwerte beträgt die langfristige variable Vergütung 40 % der individuellen Grundvergütung. Die langfristige variable Vergütung kann maximal 55 % der individuellen Grundvergütung betragen und wird, bezogen auf das Basisjahr, nach drei Jahren ausgezahlt.
Langfristig orientierte anteilsbasierte variable Vergütung (Phantom Stocks)
Als weitere langfristig variable Vergütung werden den Mitgliedern des Vorstands Ansprüche auf die Wertentwicklung sogenannter Phantom Stocks gewährt. Bei dem Phantom Stocks-Anspruch handelt es sich um das Anrecht auf Erhalt einer Barvergütung, das vorbehaltlich der in der Zielerreichung festgelegten Wertentwicklung einer virtuellen Gerresheimer Aktie innerhalb von zwei Jahren nach Ablauf einer fünfjährigen Wartezeit geltend gemacht werden kann.
Die Ansprüche werden für jedes Jahr der Vorstandstätigkeit gewährt. Die Ausgabe bzw. die Gewährung des jeweiligen Phantom Stocks-Anspruchs erfolgt rund einen Monat nach der ordentlichen Hauptversammlung des abgelaufenen Geschäftsjahres. Der Ausgangswert des jährlichen Anspruchs (Jahrestranche) wird anhand von Börsenschlusskursen der Gerresheimer Aktie ermittelt. Die Bewertung der Ansprüche in den Jahren bis zur Ausübung basiert auf einem anerkannten Optionspreismodell (Binomialmodell). Weiterführende Erläuterungen zu den Bewertungsannahmen sind im Konzernanhang enthalten.
Die Zielerreichung für den Anspruch aus der jeweiligen Jahrestranche bestimmt sich anhand der Börsenkursentwicklung der Gerresheimer Aktie (Kursperformance) oder der prozentualen Wertsteigerung des Börsenkurses der Gerresheimer Aktie im Vergleich zum MDAX (MDAX-Outperformance). Der MDAX ist ein deutscher Aktienindex für mittelgroße Unternehmen, zu dem auch Gerresheimer zählt. Der Zielkorridor für das Erfolgsziel Kursperformance liegt zwischen 20 % und 40 % der Wertsteigerung der entsprechenden Jahrestranche gegenüber dem jeweiligen Ausgangswert. Liegt der Zielwert in diesem Korridor, beträgt der Zahlungsanspruch mindestens 40 % und maximal 80 % der Grundvergütung. Zwischen den Werten wird linear interpoliert. Das Erfolgsziel MDAX-Outperformance ist erreicht, wenn der Börsenkurs der Gerresheimer Aktie im definierten Zeitraum die Wertentwicklung des MDAX übertrifft. Ist dies der Fall, beträgt der Zahlungsanspruch 40 % der Grundvergütung.
VERSORGUNGSZUSAGEN
Die aktiven Vorstandsmitglieder erhalten anstelle einer betrieblichen Altersversorgung ein Versorgungsentgelt in Form eines jährlichen Geldbetrags zur freien Verwendung beim Aufbau einer privaten Altersversorgung. Der Geldbetrag setzt sich aus einem Grund- und einem Zusatz-Versorgungsbeitrag zusammen. Der Grund-Versorgungsbeitrag beträgt 20 % der Grundvergütung. Der Zusatz-Versorgungsbeitrag beläuft sich auf 20 % der geschäftsjahresbezogenen variablen Vergütung (STI).
LEISTUNGEN BEI BEENDIGUNG DER VORSTANDSTÄTIGKEIT
Abfindungen
Bei vorzeitiger Beendigung der Vorstandstätigkeit ohne wichtigen Grund sind Abfindungshöchstgrenzen vorgesehen. Somit sind Zahlungen einschließlich Nebenleistungen bei vorzeitiger Beendigung der Vorstandstätigkeit ohne wichtigen Grund auf den Wert von zwei Jahren begrenzt und dürfen nicht mehr als die Restlaufzeit des Vorstandsvertrages umfassen. Für die Berechnung der Abfindungshöchstgrenzen ist auf die Gesamtvergütung abzustellen.
Change of Control
Im Falle eines Kontrollwechsels haben die Vorstandsmitglieder ein einmaliges Sonderkündigungsrecht, den Dienstvertrag mit einer Kündigungsfrist von sechs Monaten zum Monatsende zu kündigen und ihr Amt zum Ende der Kündigungsfrist nieder zulegen. Das Sonderkündigungsrecht besteht nur innerhalb von drei Monaten, nachdem das Vorstandsmitglied vom Kontrollwechsel Kenntnis erlangt hat oder ohne grobe Fahrlässigkeit erlangen musste. Das Sonderkündigungsrecht besteht nur, wenn der Dienstvertrag zum Zeitpunkt des Ausspruchs der Kündigung noch eine Laufzeit von neun oder mehr Monaten hat. Wird das Sonderkündigungsrecht von den Vorstandsmitgliedern ausgeübt, ist die Gesellschaft verpflichtet, dem Vorstandsmitglied eine Abfindung zu zahlen. Ihre Höhe entspricht drei Jahresvergütungen abzüglich der während der Sonderkündigungsfrist geleisteten Zahlungen. Als Jahresvergütung gilt die Gesamtjahresvergütung inklusive der kurzfristigen und langfristigen variablen Vergütung, allerdings ohne die Berücksichtigung der langfristig orientierten anteilsbasierten variablen Vergütung.
VERGÜTUNG DES VORSTANDS IM GESCHÄFTSJAHR
Die Gesamtvergütung der aktiven Vorstandsmitglieder der Gerresheimer AG im abgelaufenen Geschäftsjahr sowie die Aufteilung auf die einzelnen Bestandteile ergeben sich aus der nachfolgenden Tabelle:
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| In Tsd. Euro | 2020 | 2019 |
|---|---|---|
| Grundvergütung | 2.224 | 2.760 |
| Nebenleistungen | 29 | 48 |
| Erfolgsunabhängige Vergütung | 2.253 | 2.808 |
| Short-Term-Incentive | 822 | 891 |
| Long-Term-Incentive | - | 281 |
| Phantom Stocks (anteilig erdiente Ansprüche) | 1.506 | 1.069 |
| Erfolgsabhängige Vergütung | 2.328 | 2.241 |
| Versorgungsaufwand | 543 | 817 |
| Gesamtvergütung | 5.124 | 5.866 |
Die Gesamtvergütung des Jahres 2019 umfasst Vergütungen für zwei Vorstände, die bis Februar bzw. April 2019 bestellt waren.
Die nachfolgenden Übersichten zeigen für die einzelnen Vorstandsmitglieder die individuellen Vergütungen, die Minimal- und Maximalwerte sowie die tatsächlich zugeflossenen, das heißt tatsächlich ausgezahlten Vergütungen:
DIETMAR SIEMSSEN
VORSTANDSVORSITZENDER
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| Gewährte Zuwendungen | Zufluss | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| In Tsd. Euro | 2020 | 2020 Min. | 2020 Max. | 2019 | 2020 | 2019 |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Grundvergütung | 950 | 950 | 950 | 950 | 950 | 950 |
| Nebenleistungen | 10 | 10 | 10 | 13 | 10 | 13 |
| Erfolgsunabhängige Vergütung | 960 | 960 | 960 | 963 | 960 | 963 |
| Short-Term-Incentive | 475 | - | 665 | 475 | 418 | 40 |
| Long-Term-Incentive 2019 | - | - | - | 380 | - | - |
| Long-Term-Incentive 2020 | 380 | - | 523 | - | - | - |
| Phantom Stocks | - | - | - | - | - | - |
| Erfolgsabhängige Vergütung | 855 | - | 1.188 | 855 | 418 | 40 |
| Versorgungsaufwand | 190 | 190 | 323 | 285 | 274 | 285 |
| Gesamtvergütung | 2.005 | 1.150 | 2.470 | 2.103 | 1.652 | 1.288 |
DR. LUKAS BURKHARDT
PRIMARY PACKAGING GLASS
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| Gewährte Zuwendungen | Zufluss | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| in Tsd. Euro | 2020 | 2020 Min. | 2020 Max. | 2019 | 2020 | 2019 |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Grundvergütung | 634 | 634 | 634 | 570 | 634 | 570 |
| Nebenleistungen | 14 | 14 | 14 | 18 | 14 | 18 |
| Erfolgsunabhängige Vergütung | 648 | 648 | 648 | 588 | 648 | 588 |
| Short-Term-Incentive | 317 | - | 444 | 285 | 251 | 245 |
| Long-Term-Incentive 2019 | - | - | - | 228 | - | - |
| Long-Term-Incentive 2020 | 254 | - | 349 | - | - | - |
| Phantom Stocks | - | - | 2.560 | - | - | - |
| Erfolgsabhängige Vergütung | 571 | - | 3.353 | 513 | 251 | 245 |
| Versorgungsaufwand | 127 | 127 | 216 | 171 | 164 | 171 |
| Gesamtvergütung | 1.346 | 775 | 4.216 | 1.272 | 1.063 | 1.004 |
DR. BERND METZNER
FINANZVORSTAND (SEIT MAI 2019)
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| Gewährte Zuwendungen | Zufluss | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| In Tsd. Euro | 2020 | 2020 Min. | 2020 Max. | 2019 | 2020 | 2019 |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Grundvergütung | 640 | 640 | 640 | 350 | 640 | 350 |
| Nebenleistungen | 5 | 5 | 5 | 4 | 5 | 4 |
| Erfolgsunabhängige Vergütung | 645 | 645 | 645 | 354 | 645 | 354 |
| Short-Term-Incentive | 320 | - | 448 | 175 | 153 | - |
| Long-Term-Incentive 2019 | - | - | - | 140 | - | - |
| Long-Term-Incentive 2020 | 256 | - | 352 | - | - | - |
| Phantom Stocks | - | - | - | - | - | - |
| Erfolgsabhängige Vergütung | 576 | - | 800 | 315 | 153 | - |
| Versorgungsaufwand | 128 | 128 | 218 | 112 | 105 | 112 |
| Gesamtvergütung | 1.349 | 773 | 1.663 | 781 | 903 | 466 |
Im Zuge der Vertragsverlängerung mit Herrn Dr. Burkhardt um fünf Jahre bis zum 31. Dezember 2025 wurden ihm im Berichtsjahr entsprechende Phantom Stock-Ansprüche gewährt. Die gewährte Zuwendung stellt den maximalen Auszahlungsbetrag aus den fünf Tranchen dar.
Die für die jeweiligen Jahrestranchen der Phantom Stocks-Ansprüche beizulegenden Zeitwerte sowie der anteilig ergebniswirksam erfasste Aufwand entwickelten sich für die einzelnen aktiven Mitglieder des Vorstands wie folgt:
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| Anteil am Gesamtaufwand | Zeitwert | |||
|---|---|---|---|---|
| In Tsd. Euro | 2020 | 2019 | 2020 | 2019 |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Dietmar Siemssen | 516 | 247 | 1.804 | 1.633 |
| Dr. Lukas Burkhardt | 709 | 165 | 2.951 | 1.011 |
| Dr. Bernd Metzner | 281 | 91 | 1.547 | 1.090 |
Für die Jahrestranchen 2018 bis 2020 der Phantom Stocks-Ansprüche erfolgte im Berichtsjahr keine Auszahlung, da die jeweilige Wartezeit noch nicht abgelaufen war.
BEZÜGE EHEMALIGER VORSTANDSMITGLIEDER
Die Gesamtbezüge früherer Mitglieder des Vorstands beliefen sich im abgelaufenen Geschäftsjahr auf 2.201 Tsd. Euro (Vorjahr: 2.184 Tsd. Euro). Für Pensionsverpflichtungen gegenüber früheren Mitgliedern des Vorstands sind am Bilanzstichtag 29.722 Tsd. Euro (Vorjahr: 26.047 Tsd. Euro) zurückgestellt. Der Zeitwert der Phantom Stocks-Ansprüche ehemaliger Vorstandsmitglieder betrug zum Ende des Geschäftsjahres 3.800 Tsd. Euro (Vorjahr: 3.740 Tsd. Euro), und der anteilig ergebniswirksam erfasste Aufwand aus den Ansprüchen lag bei 1.537 Tsd. Euro (Vorjahr: 322 Tsd. Euro).
SONSTIGES
Die Gesellschaft hat keine Vorschüsse und Kredite an Vorstandsmitglieder bzw. ehemalige Vorstandsmitglieder gewährt. Ebenso wurden keine Haftungsverhältnisse zugunsten dieses Personenkreises eingegangen.
VERGÜTUNG DER MITGLIEDER DES AUFSICHTSRATS
Die Vergütung des Aufsichtsrats ist in § 14 der Satzung der Gerresheimer AG geregelt. Neben der Erstattung von Auslagen und einem Sitzungsgeld von 2 Tsd. Euro pro Sitzungstag erhält jedes Mitglied des Aufsichtsrats eine feste jährliche Vergütung von 70 Tsd. Euro. Die jährliche Festvergütung für den Aufsichtsratsvorsitzenden beträgt 175 Tsd. Euro und für seinen Stellvertreter 105 Tsd. Euro. Die Mitglieder des Aufsichtsrats erhalten für den Vorsitz bzw. die Tätigkeit in Ausschüssen eine zusätzliche feste Vergütung, die ebenfalls in § 14 der Satzung der Gerresheimer AG festgelegt ist.
Die Vergütung des Aufsichtsrats im Geschäftsjahr 2020 verteilt sich auf die einzelnen Mitglieder wie folgt:
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| In Euro | Feste Vergütung | Zusätzliche Vergütung für Ausschusstätigkeit | Sitzungsgeld | Total | Vorjahr |
|---|---|---|---|---|---|
| Dr. Axel Herberg, Vorsitzender | 175.000 | 60.000 | 20.000 | 255.000 | 257.000 |
| Francesco Grioli, stellv. Vorsitzender | 105.000 | 40.000 | 20.000 | 165.000 | 167.000 |
| Andrea Abt | 70.000 | 20.000 | 16.000 | 106.000 | 104.000 |
| Heike Arndt | 70.000 | - | 8.000 | 78.000 | 78.000 |
| Dr. Karin Dorrepaal | 70.000 | - | 8.000 | 78.000 | 76.000 |
| Franz Hartinger | 70.000 | - | 8.000 | 78.000 | 78.000 |
| Dr. Peter Noé | 70.000 | - | 8.000 | 78.000 | 78.000 |
| Markus Rocholz | 70.000 | 40.000 | 20.000 | 130.000 | 132.000 |
| Paul Schilling | 70.000 | - | 8.000 | 78.000 | 78.000 |
| Katja Schnitzler | 70.000 | 20.000 | 16.000 | 106.000 | 106.000 |
| Theodor Stuth | 70.000 | 40.000 | 16.000 | 126.000 | 126.000 |
| Udo J. Vetter | 70.000 | 20.000 | 12.000 | 102.000 | 104.000 |
| Gesamtvergütung | 980.000 | 240.000 | 160.000 | 1.380.000 | 1.384.000 |
Im Berichtsjahr erhielten drei Mitglieder des Aufsichtsrats für Aufsichtsratsmandate bei Tochterunternehmen der Gerresheimer AG zusätzlich insgesamt 15 Tsd. Euro (Vorjahr: 18 Tsd. Euro).
Die Mitglieder des Aufsichtsrats haben im Berichtsjahr keine weiteren Vergütungen beziehungsweise Vorteile für persönlich erbrachte Leistungen, insbesondere Beratungs- und Vermittlungsleistungen, erhalten.
Den Aufsichtsratsmitgliedern wurden weder Kredite noch Zuschüsse gewährt noch wurden zu ihren Gunsten Haftungsverhältnisse eingegangen.
ÜBERNAHMERELEVANTE ANGABEN UND ERLÄUTERUNGEN
Die Gerresheimer AG ist eine Aktiengesellschaft mit Sitz in Deutschland und hat stimmberechtigte Aktien ausgegeben, die an einem organisierten Markt im Sinne des § 2 Abs. 7 des Wertpapiererwerbs- und Übernahmegesetzes (WpÜG), namentlich im Regulierten Markt der Frankfurter Wertpapierbörse (Prime Standard), notiert sind.
Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals
Das gezeichnete Kapital (Grundkapital) der Gerresheimer AG beläuft sich zum 30. November 2020 auf 31,4 Mio. Euro. Es ist eingeteilt in 31,4 Millionen auf den Inhaber lautende Stückaktien mit einem anteiligen Betrag des Grundkapitals von 1,00 Euro je Stückaktie. Das Grundkapital der Gesellschaft ist vollständig eingezahlt.
Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen
Zum Abschlussstichtag bestehen keine satzungsmäßigen, gesetzlichen oder dem Vorstand bekannten sonstigen Stimmrechts- oder Übertragungsbeschränkungen betreffend die Aktien der Gerresheimer AG. Sämtliche zum 30. November 2020 ausgegebenen Stückaktien der Gerresheimer AG sind uneingeschränkt übertragbar sowie voll stimmberechtigt und gewähren in der Hauptversammlung je eine Stimme.
Beteiligungen am Kapital, die 10 % der Stimmrechte überschreiten
Direkte oder indirekte Beteiligungen am Grundkapital der Gesellschaft, die 10 % der Stimmrechte überschreiten, sind uns ausschließlich und unverändert von der NN Group N.V., Amsterdam (Niederlande), gemeldet worden.
Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen
Keine der von der Gerresheimer AG ausgegebenen Aktien beinhaltet Rechte, die deren Inhabern besondere Kontrollbefugnisse verleihen.
Art der Stimmrechtskontrolle, wenn Arbeitnehmer am Kapital beteiligt sind und ihre Kontrollrechte nicht unmittelbar ausüben
Informationen über die Stimmrechtskontrolle, wenn Arbeitnehmer am Gesellschaftskapital beteiligt sind und ihre Kontrollrechte nicht unmittelbar ausüben, liegen uns nicht vor.
Gesetzliche Vorschriften und Bestimmungen der Satzung über die Ernennung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern und die Änderung der Satzung
Die Ernennung und Abberufung von Mitgliedern des Vorstandes der Gerresheimer AG ergeben sich aus den §§ 84, 85 AktG und § 31 MitbestG in Verbindung mit § 6 der Satzung. Der Vorstand besteht gemäß § 6 Abs. 1 der Satzung aus mindestens zwei Mitgliedern. Die Anzahl der Vorstandsmitglieder wird im Übrigen vom Aufsichtsrat bestimmt. Der Aufsichtsrat kann stellvertretende Vorstandsmitglieder bestellen. Zudem ernennt der Aufsichtsrat ein Vorstandsmitglied zum Vorsitzenden des Vorstands oder zu dessen Sprecher.
Jede Satzungsänderung bedarf gemäß § 179 AktG grundsätzlich eines Beschlusses der Hauptversammlung. Ausgenommen hiervon sind Änderungen der Satzung, die nur deren Fassung betreffen; zu solchen Änderungen ist der Aufsichtsrat ermächtigt. Hauptversammlungsbeschlüsse werden, soweit dem nicht zwingende gesetzliche Vorschriften entgegenstehen, mit einfacher Mehrheit der abgegebenen Stimmen und, sofern das Gesetz außer der Stimmenmehrheit eine Kapitalmehrheit vorschreibt, mit der einfachen Mehrheit des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals gefasst.
Befugnis des Vorstands, Aktien auszugeben oder zurückzukaufen
Gemäß § 4 Abs. 4 der Satzung ist der Vorstand ermächtigt, das Grundkapital in der Zeit bis zum 5. Juni 2021 mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch Ausgabe neuer, auf den Inhaber lautende Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen einmalig oder mehrmals um bis zu insgesamt 6,28 Mio. Euro zu erhöhen. Auf diesen Erhöhungsbetrag sind Erhöhungen des Grundkapitals anzurechnen, die infolge der Ausübung anderer Ermächtigungen aufgrund eines genehmigten oder bedingten Kapitals während der Laufzeit dieser Ermächtigung erfolgen. Den Aktionären ist grundsätzlich ein Bezugsrecht einzuräumen. Das Bezugsrecht kann auch in der Weise eingeräumt werden, dass die neuen Aktien von einem oder mehreren Kreditinstitut(en) oder diesen nach § 186 Abs. 5 Satz 1 AktG gleichstehenden Unternehmen mit der Verpflichtung übernommen werden, sie den Aktionären der Gesellschaft zum Bezug anzubieten (mittelbares Bezugsrecht).
Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre in folgenden Fällen auszuschließen:
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| ― | um Spitzenbeträge vom Bezugsrecht auszunehmen; |
| ― | soweit dies erforderlich ist, um Inhabern von Wandlungs- oder Optionsrechten oder den zur Wandlung oder Optionsausübung Verpflichteten aus Schuldverschreibungen, die von der Gesellschaft oder einer ihrer Konzerngesellschaften begeben wurden oder noch werden, ein Bezugsrecht auf neue Aktien in dem Umfang zu gewähren, wie es ihnen nach Ausübung des Options- oder Wandlungsrechts oder der Erfüllung der Options- oder Wandlungspflicht als Aktionär zustehen würde; |
| ― | bei Kapitalerhöhungen gegen Sacheinlagen im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen oder beim Erwerb von Unternehmen, Unternehmensteilen oder Beteiligungen an Unternehmen einschließlich der Erhöhung des bestehenden Anteilsbesitzes oder der sonstigen Vermögensgegenstände; |
| ― | bei Kapitalerhöhungen gegen Bareinlagen, wenn der Ausgabepreis der neuen Aktien den Börsenpreis der bereits börsennotierten Aktien zum Zeitpunkt der endgültigen Festsetzung des Ausgabepreises durch den Vorstand nicht wesentlich im Sinne der §§ 203 Abs. 1 und 2, 186 Abs. 3 Satz 4 AktG unterschreitet und der auf die neuen Aktien, für die das Bezugsrecht ausgeschlossen wird, insgesamt entfallende Anteil am Grundkapital 10 % des zum Zeitpunkt des Wirksamwerdens dieser Ermächtigung oder, falls dieser Betrag geringer ist, des zum Zeitpunkt der jeweiligen Ausübung dieser Ermächtigung bestehenden Grundkapitals nicht übersteigt. |
Die Summe der nach dieser Ermächtigung unter Ausschluss des Bezugsrechts gegen Bar- oder Sacheinlagen ausgegebenen Aktien darf einen anteiligen Betrag des Grundkapitals von 3,14 Mio. Euro (entsprechend 10 % des derzeitigen Grundkapitals) nicht übersteigen. Auf die Höchstgrenze von 10 % des Grundkapitals sind Aktien anzurechnen, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre in direkter oder entsprechender Anwendung des § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG ausgegeben oder veräußert werden. Ebenfalls anzurechnen sind Aktien, die zur Bedienung von Schuldverschreibungen mit Wandlungs- oder Optionsrecht oder mit Wandlungs- oder Optionspflicht auszugeben sind, sofern die Schuldverschreibungen während der Laufzeit dieser Ermächtigung unter Ausschluss des Bezugsrechts in entsprechender Anwendung von § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG ausgegeben werden.
Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die weiteren Einzelheiten der Kapitalerhöhung und ihrer Durchführung einschließlich des Inhalts der Aktienrechte und der Bedingungen der Aktienausgabe festzulegen.
In diesem Zusammenhang verweisen wir auch auf unsere vorgenannten Ausführungen zu den "Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen".
Das Grundkapital der Gesellschaft ist um bis zu 6,28 Mio. Euro durch Ausgabe von bis zu 6.280.000 neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien bedingt erhöht. Die bedingte Kapitalerhöhung dient der Gewährung von auf den Inhaber lautenden Stückaktien an die Inhaber von Wandel- oder Optionsschuldverschreibungen (oder Kombinationen dieser Instrumente) (zusammen "Schuldverschreibungen") jeweils mit Wandlungs- oder Optionsrechten oder mit Wandlungs- oder Optionspflichten, die aufgrund der von der Hauptversammlung vom 6. Juni 2019 beschlossenen Ermächtigung bis zum 5. Juni 2021 von der Gesellschaft oder einer Konzerngesellschaft der Gesellschaft im Sinne von § 18 AktG ausgegeben werden. Auf diesen Erhöhungsbetrag sind Erhöhungen des Grundkapitals anzurechnen, die infolge der Ausübung anderer Ermächtigungen zur Ausgabe von Aktien aufgrund eines genehmigten oder bedingten Kapitals während der Laufzeit dieser Ermächtigung erfolgen. Die Ausgabe der neuen Aktien erfolgt zu dem nach Maßgabe des vorstehend bezeichneten Ermächtigungsbeschlusses jeweils zu bestimmenden Wandlungs- oder Optionspreis. Die bedingte Kapitalerhöhung ist nur insoweit durchzuführen, wie von Wandlungs- oder Optionsrechten Gebrauch gemacht wird oder Wandlungs- oder Optionspflichten erfüllt werden und soweit nicht andere Erfüllungsformen eingesetzt werden. Die aufgrund der Ausübung des Wandlungs- oder Optionsrechts oder der Erfüllung der Wandlungs- oder Optionspflicht ausgegebenen neuen Aktien nehmen vom Beginn des Geschäftsjahres an, in dem sie entstehen, am Gewinn teil. Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die weiteren Einzelheiten der Durchführung der bedingten Kapitalerhöhung festzusetzen.
Wesentliche Vereinbarungen, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebotes stehen
Das revolvierende Darlehen mit einer Rahmenhöhe von insgesamt 476,0 Mio. Euro, das zum Abschlussstichtag mit 162,6 Mio. Euro zuzüglich genutzter Nebenkreditlinien in Höhe von 1,4 Mio. Euro in Anspruch genommen wurde, ist durch die Kreditgeber kündbar und in voller Höhe vorzeitig zurückzuführen, wenn ein Dritter oder mehrere gemeinschaftlich handelnde Dritte 50,01 % oder mehr der Anteile oder der Stimmrechte der Gerresheimer AG erwerben.
Jeder Darlehensgeber der Schuldscheindarlehen ist zur Kündigung seines Anteils an dem Darlehen berechtigt, wenn eine oder mehrere gemeinschaftlich handelnde Personen direkt oder indirekt das Recht erwerben, die Mehrheit der Mitglieder des Aufsichtsrats der Gerresheimer AG bestellen zu können, oder direkt oder indirekt mehr als 50 % der Aktien oder Stimmrechte an der Gerresheimer AG erwerben.
Ein Kontrollwechsel infolge eines Übernahmeangebots hätte unter Umständen Auswirkungen auf einige unserer operativen Verträge, in denen Vereinbarungen über einen Kontrollwechsel enthalten sind. Dies sind marktübliche Change-of-Control-Klauseln, die dem jeweiligen Vertragspartner bei einem Kontrollwechsel das Recht einräumen, vorzeitig zu kündigen.
Entschädigungsvereinbarungen für den Fall eines Übernahmeangebotes
Im Falle eines Kontrollwechsels haben die Vorstandsmitglieder ein einmaliges Sonderkündigungsrecht, den Dienstvertrag mit einer Kündigungsfrist von sechs Monaten zum Monatsende zu kündigen und ihr Amt zum Ende der Kündigungsfrist niederzulegen. Das Sonderkündigungsrecht besteht nur innerhalb von drei Monaten, nachdem das Vorstandsmitglied vom Kontrollwechsel Kenntnis erlangt hat oder ohne grobe Fahrlässigkeit erlangen musste. Das Sonderkündigungsrecht besteht nur, wenn der Dienstvertrag zum Zeitpunkt des Ausspruchs der Kündigung noch eine Laufzeit von neun oder mehr Monaten hat. Wird das Sonderkündigungsrecht von den Vorstandsmitgliedern ausgeübt, ist die Gesellschaft verpflichtet, dem Vorstandsmitglied eine Abfindung zu zahlen. Ihre Höhe entspricht drei Jahresvergütungen abzüglich der während der Sonderkündigungsfrist geleisteten Zahlungen. Als Jahresvergütung gilt die Gesamtjahresvergütung inklusive der kurzfristigen und langfristigen variablen Vergütung, allerdings ohne die Berücksichtigung der langfristig orientierten anteilsbasierten variablen Vergütung.
ERKLÄRUNG ZUR UNTERNEHMENSFÜHRUNG
Die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289 f und § 315 d HGB ist Bestandteil des zusammengefassten Lageberichts. Gemäß § 317 Abs. 2 Satz 6 HGB ist die Prüfung der Angaben nach § 289 f und § 315 d HGB durch den Abschlussprüfer darauf zu beschränken, ob die Angaben gemacht wurden.
ENTSPRECHENSERKLÄRUNG ZUM DEUTSCHEN CORPORATE GOVERNANCE KODEX
Vorstand und Aufsichtsrat der Gerresheimer AG haben die folgende Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG zum 3. September 2020 abgegeben:
"Erklärung des Vorstands und des Aufsichtsrats der Gerresheimer AG zu den Empfehlungen der 'Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex' gemäß § 161 Aktiengesetz.
Seit der Abgabe der letzten Entsprechenserklärung vom 4. September 2019 bis zum 20. März 2020 hat die Gerresheimer AG mit Ausnahme der in jener Entsprechenserklärung genannten und begründeten Ausnahme allen Empfehlungen der 'Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex' in der Fassung vom 7. Februar 2017 entsprochen.
Die Gerresheimer AG entspricht sämtlichen Empfehlungen der 'Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex' in der Fassung vom 16. Dezember 2019, die am 20. März 2020 in Kraft getreten ist (Kodex 2020), seit dem Inkrafttreten des Kodex 2020 und wird diesen auch zukünftig entsprechen, jeweils mit den folgenden Ausnahmen:
1. Die Gesellschaft wird die Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat erst zukünftig auf der Internetseite der Gesellschaft zugänglich machen. Insofern ist der Empfehlung in D.1 des Kodex 2020 bisher nicht entsprochen worden.
2. Der Empfehlung in D.7 des Kodex 2020, nach der der Aufsichtsrat regelmäßig auch ohne den Vorstand tagen soll, wird nicht entsprochen. Zwar tagt der Präsidialausschuss regelmäßig ohne den Vorstand. Der Aufsichtsrat tagt regelmäßig jedoch nur bei Personalangelegenheiten des Vorstands ohne den Vorstand. Bei anderen Themen erfolgt nur ausnahmsweise eine situative Nichtteilnahme.
3. Der Kodex 2020 enthält in Abschnitt G.I. neue und zum Teil veränderte Empfehlungen zur Vergütung des Vorstands. Den folgenden dieser Empfehlungen entspricht das von der Hauptversammlung der Gerresheimer AG am 30. April 2015 gebilligte Vergütungssystem für die Vorstandsmitglieder nicht oder nicht vollumfänglich: G.1 (Festlegung des Vergütungssystems), G.3 (Offenlegung der geeigneten Vergleichsgruppe für den Angemessenheitsvergleich), G.10 (Überwiegende Aktienbasierung der variablen Vergütungsbeträge und mindestens vierjährige Gewährungsperiode), G.11 (Einbehalt und Rückforderung variabler Vergütungskomponenten). Der Aufsichtsrat wird der Hauptversammlung am 9. Juni 2021 gemäß § 120a Absatz 3 AktG ein überarbeitetes Vergütungssystem für die Vorstandsmitglieder zur Billigung vorlegen."
Die Geschäftsordnung des Aufsichtsrats steht mittlerweile auf unserer Internetseite zur Verfügung.
Die in den vergangenen fünf Jahren abgegebenen Entsprechenserklärungen sind ebenfalls auf unserer Internetseite zugänglich.
ANGABEN ZU UNTERNEHMENSFÜHRUNGSPRAKTIKEN
Gerresheimer ist einer der führenden globalen Partner der Pharma- und Healthcareindustrie. Mit Produkten aus Glas und Kunststoff zur Verpackung und Verabreichung von Medikamenten leisten wir einen sinnvollen und wichtigen Beitrag zu Gesundheit und Wohlbefinden.
In einer Zeit zunehmender globaler Vernetzung sowie wachsender gesellschaftlicher und ökologischer Herausforderungen sind wir uns unserer unternehmerischen Verantwortung bewusst, welche weit über die Produktwelt hinausgeht. Wir füllen diese Rolle aktiv, umfassend und nachhaltig aus und lassen uns entsprechend an unseren Grundsätzen messen. In unserem unternehmerischen Handeln fühlen wir uns gegenüber der Gesellschaft, den Mitarbeitern, Investoren, Kunden, Lieferanten und der Umwelt verantwortlich. Die Grundsätze unserer unternehmerischen Verantwortung sind unter www.gerresheimer.com/unternehmen/ unternehmerische-verantwortung öffentlich zugänglich.
Der Gerresheimer Konzern sieht in einem wirksamen Risikomanagement einen bedeutenden Faktor zur nachhaltigen Sicherung des Unternehmenswertes. Aus diesem Grund ist die Steuerung von Chancen und Risiken ein integraler Bestandteil unserer gesamten Aufbau- und Ablauforganisation. Der zentrale Baustein des Risikomanagementsystems ist die Erkennung und Eingrenzung betrieblicher Risiken durch die in den Gesellschaften und im Headquarter vorhandenen Überwachungs-, Planungs-, Steuerungs- und Kontrollsysteme. Wir haben für die Tochterunternehmen und wesentliche Funktionsbereiche der Konzernzentrale Richtlinien zur Risikoberichterstattung definiert. Darüber hinaus bauen wir unser Risikofrüherkennungssystem stetig weiter aus und passen es kontinuierlich an die aktuellen Entwicklungen an. Wesentliche Elemente des internen Risikomanagement- und internen Kontrollsystems sind im Kapitel "Chancen- und Risikobericht" als Teil des zusammengefassten Lageberichts enthalten.
ZUSAMMENSETZUNG UND ARBEITSWEISE DES VORSTANDS
Die Gerresheimer AG unterliegt dem deutschen Aktienrecht und verfügt daher über ein duales Führungssystem, bestehend aus Vorstand und Aufsichtsrat. Der Vorstand leitet das Unternehmen in eigener Verantwortung im Interesse des Unternehmens und ist dabei der Steigerung des nachhaltigen Unternehmenswertes verpflichtet. Der Vorstand ist zuständig für die Erstellung der Quartalsmitteilungen und des Halbjahresfinanzberichts des Unternehmens sowie für die Aufstellung des Jahres- und Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts der Gerresheimer AG und des Konzerns. Er sorgt für die Einhaltung weiterer gesetzlicher Bestimmungen und der verbindlichen Regelwerke und wirkt darauf hin, dass die Tochterunternehmen der Gerresheimer AG diese beachten. Der Vorstand hat für die Ausgestaltung der Compliance und des Risikomanagements angemessene Systeme etabliert. Der Vorstand informiert den Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah und umfassend über alle für das Unternehmen relevanten Fragen der Strategie, der Planung, der Geschäftsentwicklung, der Risikolage, des Risikomanagements und der Compliance. Wesentliche Geschäftsvorgänge bedürfen der Zustimmung des Aufsichtsrats.
Der Vorstand der Gerresheimer AG besteht aus mindestens zwei Mitgliedern. Die Erstbestellung von Vorstandsmitgliedern erfolgt für längstens drei Jahre. Vorstandsmitglieder sollten nicht älter als 65 Jahre sein. Die Mitglieder des Vorstands tragen gemeinsam die Verantwortung für die Geschäftsführung, wobei das einzelne Mitglied das ihm zugewiesene Vorstandsressort grundsätzlich eigenverantwortlich führt. Dem Vorstandsvorsitzenden obliegt die Koordination der Vorstandsressorts. Der Vorstand hat keine Ausschüsse gebildet. Die einzelnen Mitglieder des Vorstands sowie deren Mandate sind im Kapitel "Organe" aufgelistet. Informationen über die Aufgabenbereiche und die Lebensläufe der Vorstandsmitglieder sind unter www.gerresheimer.com/unternehmen/management verfügbar. Die Vergütung der Vorstandsmitglieder ist Bestandteil des Vergütungsberichts.
ZUSAMMENSETZUNG UND ARBEITSWEISE DES AUFSICHTSRATS UND SEINER AUSSCHÜSSE
AUFSICHTSRAT
Der Aufsichtsrat berät den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens und überwacht dessen Geschäftsführung. Der Aufsichtsrat erörtert regelmäßig die Geschäftsentwicklung und Planung sowie die Strategie und deren Umsetzung. Er prüft den Jahres- und Konzernabschluss, den zusammengefassten Lagebericht der Gerresheimer AG und des Konzerns und den Vorschlag zur Gewinnverwendung. Er stellt den Jahresabschluss der Gerresheimer AG fest und billigt den Konzernabschluss, wobei die Ergebnisse der durch den Prüfungsausschuss vorgenommenen Prüfung sowie die Prüfungsberichte des Abschlussprüfers berücksichtigt werden. Außerdem entscheidet der Aufsichtsrat über die Bestellung und Abberufung der Vorstandsmitglieder sowie über deren Vergütung. Der Präsidialausschuss des Aufsichtsrats gleicht regelmäßig die Besetzung des Vorstands und die Ressortverteilung im Vorstand mit den Anforderungen an die Geschäftstätigkeiten im Konzern ab. Darüber hinaus hat sich der Aufsichtsrat in einer gemeinsamen Sitzung mit dem Vorstand im Rahmen der Nachfolgeplanung mit dem Schwerpunktthema Personal und hier insbesondere mit den vorhandenen Systemen zur Entdeckung und Förderung von Führungskräften im Konzern beschäftigt. Der Aufsichtsrat soll gemeinsam mit dem Vorstand für eine langfristige Nachfolgeplanung sorgen. Einzelheiten zu den Tätigkeiten des Aufsichtsrats im abgelaufenen Geschäftsjahr sind im Bericht des Aufsichtsrats enthalten.
Für Beschlüsse des Aufsichtsrats genügt grundsätzlich eine einfache Mehrheit. Ergibt eine Abstimmung im Aufsichtsrat Stimmengleichheit, so hat bei einer erneuten Abstimmung über denselben Gegenstand, wenn auch sie Stimmengleichheit ergibt, der Vorsitzende des Aufsichtsrats zwei Stimmen.
Die Amtsperiode der derzeitigen Aufsichtsratsmitglieder begann mit Ablauf der ordentlichen Hauptversammlung am 26. April 2017 und läuft bis zur Beendigung der Hauptversammlung, die über die Entlastung der Aufsichtsratsmitglieder für das Geschäftsjahr 2021 beschließt. Der Aufsichtsrat der Gerresheimer AG besteht aus zwölf Mitgliedern. Es bestehen insgesamt vier Ausschüsse, deren Aufgaben und Zusammensetzung in diesem Kapitel beschrieben werden. Gemäß dem deutschen Mitbestimmungsgesetz setzt er sich zu gleichen Teilen aus Vertretern der Anteilseigner und Arbeitnehmer zusammen. Die Aufsichtsratsmitglieder der Anteilseigner werden von der Hauptversammlung mit einfacher Mehrheit gewählt. Die Aufsichtsratsmitglieder der Arbeitnehmer werden nach den Regelungen des Mitbestimmungsgesetzes gewählt.
Einzelheiten zu den Tätigkeiten des Aufsichtsrats im abgelaufenen Geschäftsjahr sind im Bericht des Aufsichtsrats enthalten. Die einzelnen Mitglieder des Aufsichtsrats sowie deren Mandate sind im Kapitel "Organe" aufgelistet sowie unter www.gerresheimer.com/ unternehmen/management öffentlich zugänglich. Die Angaben auf der Internetseite umfassen auch die Lebensläufe der Mitglieder des Aufsichtsrats. Die Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder ist Bestandteil des Vergütungsberichts.
AUSSCHÜSSE DES AUFSICHTSRATS
Der Aufsichtsrat hat insgesamt vier Ausschüsse gebildet. Ihre Aufgaben, Verantwortlichkeiten und Arbeitsprozesse stimmen mit den Anforderungen des Aktiengesetzes sowie des Deutschen Corporate Governance Kodex (Kodex) überein, soweit sich aus der Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG von Vorstand und Aufsichtsrat nicht etwas anderes ergibt. Die Vorsitzenden der Ausschüsse berichten regelmäßig in den Aufsichtsratssitzungen über die Sitzungen der Ausschüsse und deren Tätigkeiten.
Der Präsidialausschuss bereitet die Personalentscheidungen des Aufsichtsrats vor, insbesondere die Bestellung und Abberufung von Mitgliedern des Vorstands, die Ernennung des Vorsitzenden und die Entscheidungen über die Vergütung des Vorstands. Bei den Vorschlägen für die Bestellung der Mitglieder des Vorstands achtet der Präsidialausschuss auf die für die Mitglieder des Vorstands festgelegte Altersgrenze, die langfristige Nachfolgeplanung sowie auf Diversität. Er ist zuständig für die Erteilung der Zustimmung zu Geschäften der Gesellschaft mit nahestehenden Unternehmen und Personen. Zudem entscheidet der Präsidialausschuss über die Genehmigung von Verträgen und Geschäften mit Vorstandsmitgliedern und den ihnen nahestehenden Unternehmen oder Personen.
Zum 30. November 2020 gehörten dem Präsidialausschuss die folgenden Mitglieder an: Dr. Axel Herberg (Vorsitzender), Francesco Grioli, Markus Rocholz und Udo J. Vetter.
Der Prüfungsausschuss überwacht insbesondere die Rechnungslegung und die Rechnungslegungsprozesse. Ihm obliegt die Vorprüfung des Jahres- und Konzernabschlusses, des zusammengefassten Lageberichts sowie des Vorschlags zur Gewinnverwendung. Auf der Grundlage des Berichts des Abschlussprüfers bereitet der Prüfungsausschuss nach eigener Vorprüfung die Entscheidung des Aufsichtsrats über die Feststellung des Jahresabschlusses der Gerresheimer AG und die Billigung des Konzernabschlusses vor. Der Ausschuss erörtert zudem die Quartalsmitteilungen und den Halbjahresfinanzbericht mit dem Vorstand. Er überwacht die Wirksamkeit des internen Kontrollsystems, des Risikomanagementsystems, des internen Revisionssystems sowie der Compliance. Der Prüfungsausschuss bereitet den Vorschlag des Aufsichtsrats zur Wahl des Abschlussprüfers an die Hauptversammlung vor und unterbreitet dem Aufsichtsrat eine entsprechende Empfehlung. Er trifft geeignete Maßnahmen zur Feststellung und Überwachung der Unabhängigkeit des Abschlussprüfers. Zudem obliegt dem Prüfungsausschuss die Zustimmung zur Vergabe von Nichtprüfungsleistungen an den Abschlussprüfer. Der Ausschuss beurteilt regelmäßig die Qualität der Abschlussprüfung.
Zum 30. November 2020 gehörten dem Prüfungsausschuss die folgenden Mitglieder an: Theodor Stuth (Vorsitzender), Andrea Abt, Francesco Grioli, Dr. Axel Herberg, Markus Rocholz und Katja Schnitzler.
Der Nominierungsausschuss benennt dem Aufsichtsrat für dessen Vorschläge an die Hauptversammlung zur Wahl von Aufsichtsratsmitgliedern der Anteilseigner geeignete Kandidaten.
Zum 30. November 2020 gehörten dem Nominierungsausschuss die folgenden Mitglieder an: Dr. Axel Herberg (Vorsitzender), Dr. Peter Noé und Udo J. Vetter.
Der Vermittlungsausschuss unterbreitet dem Aufsichtsrat Vorschläge für die Bestellung von Vorstandsmitgliedern, sofern im ersten Wahlgang die erforderliche Mehrheit von zwei Dritteln der Stimmen der Aufsichtsratsmitglieder nicht erreicht wird.
Zum 30. November 2020 gehörten dem Vermittlungsausschuss die folgenden Mitglieder an: Dr. Axel Herberg (Vorsitzender), Dr. Karin Dorrepaal, Francesco Grioli und Franz Hartinger.
SELBSTBEURTEILUNG DES AUFSICHTSRATS
Der Aufsichtsrat beurteilt regelmäßig, wie wirksam der Aufsichtsrat insgesamt und seine Ausschüsse ihre Aufgaben erfüllen. Neben qualitativen Kriterien beurteilt der Aufsichtsrat insbesondere die Verfahrensabläufe im Aufsichtsrat und den Informationsfluss zwischen den Ausschüssen und dem Plenum sowie die rechtzeitige und inhaltlich ausreichende Informationsversorgung des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse. Die letzte Selbstbeurteilung des Aufsichtsrats fand im Oktober 2019 statt.
INTERESSENKONFLIKTE
Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder müssen dem Aufsichtsratsvorsitzenden Interessenkonflikte offenlegen. Bei wesentlichen und nicht nur vorübergehenden Interessenkonflikten hat ein Aufsichtsratsmitglied sein Amt niederzulegen. Der Aufsichtsrat informiert in seinem Bericht an die Hauptversammlung über aufgetretene Interessenkonflikte und deren Behandlung.
MELDEPFLICHTIGE WERTPAPIERGESCHÄFTE (DIRECTORS' DEALINGS)
Die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats sowie die zu ihnen in enger Beziehung stehende Personen sind verpflichtet, Geschäfte mit Aktien oder Schuldtiteln der Gerresheimer AG oder sich darauf beziehende Finanzinstrumente offenzulegen, wenn der Wert der Geschäfte innerhalb eines Kalenderjahres die Summe von 20.000 Euro erreicht oder übersteigt. Alle getätigten Geschäfte sind auf der Internetseite veröffentlicht und dort einsehbar.
AKTIONÄRE UND HAUPTVERSAMMLUNG
Die Aktionäre der Gerresheimer AG nehmen ihre Rechte in der Hauptversammlung der Gesellschaft wahr. In der ordentlichen Hauptversammlung beschließen die Aktionäre regelmäßig über die Verwendung des Gewinns, die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat und die Wahl des Abschlussprüfers. Darüber hinaus beschließt die Hauptversammlung über Satzungsänderungen und kapitalverändernde Maßnahmen, die vom Vorstand umgesetzt werden. Die Aktionäre können ihr Stimmrecht entweder selbst ausüben oder durch einen Bevollmächtigten ihrer Wahl oder einen weisungsgebundenen Stimmrechtsvertreter der Gesellschaft ausüben lassen. Ferner besteht die Möglichkeit der Stimmabgabe per Briefwahl.
Die ordentliche Hauptversammlung am 24. Juni 2020 wurde aufgrund der besonderen Umstände der Covid-19-Pandemie rein virtuell ohne physische Präsenz der Aktionäre oder ihrer Bevollmächtigten durchgeführt.
Im Rahmen unserer Investor Relations Tätigkeiten informieren wir umfassend über die Entwicklung des Unternehmens. Gerresheimer nutzt für die Berichterstattung intensiv das Internet. Unter www.gerresheimer.com/investor-relations finden sich unter anderem die Geschäfts- und Zwischenberichte, Ad-hoc- und Pressemitteilungen, Analystenpräsentationen sowie der Finanzkalender, der für die Finanzkommunikation wesentliche Veröffentlichungstermine und den Termin der Hauptversammlung enthält.
RECHNUNGSLEGUNG UND ABSCHLUSSPRÜFUNG
Die Rechnungslegung des Gerresheimer Konzerns erfolgt nach den von der Europäischen Union am Abschlussstichtag anerkannten International Financial Reporting Standards (IFRS) sowie den zusätzlichen handelsrechtlichen Vorschriften. Der für die Dividendenzahlung maßgebliche Jahresabschluss der Gerresheimer AG wird nach den Vorschriften des deutschen Handelsgesetzbuchs (HGB) und des Aktiengesetzes (AktG) erstellt.
Die Wahl des Abschlussprüfers erfolgt gemäß den gesetzlichen Bestimmungen durch die Hauptversammlung. Für das Geschäftsjahr 2020 wurde die Deloitte GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (Deloitte), Düsseldorf, zum Abschlussprüfer gewählt. Deloitte ist seit dem Geschäftsjahr 2009 Abschlussprüfer und Konzernabschlussprüfer der Gerresheimer AG. Die unterzeichnenden Wirtschaftsprüfer für den Jahresabschluss der Gerresheimer AG und den Konzernabschluss sind René Kadlubowski (seit dem Geschäftsjahr 2016) und Dennis Klawitter (seit dem Geschäftsjahr 2020). Die gesetzlichen Vorgaben und Rotationsverpflichtungen des HGB werden erfüllt.
GESETZ FÜR DIE GLEICHBERECHTIGTE TEILHABE VON FRAUEN UND MÄNNERN AN FÜHRUNGSPOSITIONEN
Für den Aufsichtsrat der Gerresheimer AG gilt gesetzlich, dass sich der Aufsichtsrat zu jeweils mindestens 30 % Frauen und 30 % Männern zusammensetzen muss. Zum 30. November 2020 setzt sich der Aufsichtsrat aus vier weiblichen und acht männlichen Mitgliedern zusammen, woraus sich ein Frauenanteil von 33,3 % ergibt.
Für den Vorstand hat der Aufsichtsrat im April 2017 eine Zielgröße von einer Frau beschlossen, die bis zum 26. April 2022 erreicht werden soll.
Der Vorstand der Gerresheimer AG hat im Geschäftsjahr 2018 die Zielgrößen für den Frauenanteil auf der ersten und zweiten Führungsebene unterhalb des Vorstands auf 20 % bzw. 33 % festgelegt, die bis zum 30. Juni 2023 erreicht werden sollen.
DIVERSITÄTSKONZEPT FÜR DEN VORSTAND UND DEN AUFSICHTSRAT
VORSTAND
Der Aufsichtsrat berücksichtigt bei der Auswahl von Mitgliedern des Vorstands eine Vielzahl von Aspekten, zu denen insbesondere die folgenden zählen:
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| ― | Vorstandsmitglieder sollen über mehrjährige Führungsverantwortung verfügen; |
| ― | der Vorstand soll in seiner Gesamtheit über mehrjährige Erfahrung auf den Gebieten Produktion, Vertrieb, Finanzen, Planung, Personalführung sowie Recht und Compliance verfügen; |
| ― | mindestens ein Vorstandsmitglied soll über Kapitalmarkterfahrung verfügen; |
| ― | Vorstandsmitglieder sollen über internationale Erfahrung verfügen; |
| ― | Mitglieder des Vorstands sollten nicht älter als 65 Jahre sein; |
| ― | bei der Besetzung von Vorstandsposten ist die vom Aufsichtsrat festgelegte Zielgröße für den Anteil an Frauen im Vorstand zu berücksichtigen. |
Der Aufsichtsrat entscheidet auf Empfehlung des Präsidialausschusses im Einzelfall über die Besetzung einer konkreten Vorstandsposition.
AUFSICHTSRAT
Der Aufsichtsrat ist so zusammenzusetzen, dass seine Mitglieder insgesamt über die erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen verfügen, um ihre Aufgaben ordnungsgemäß wahrnehmen zu können. Zudem ist bei der Zusammensetzung die gesetzliche Geschlechterquote einzuhalten und auf Diversität zu achten. Der Aufsichtsrat hat für seine Zusammensetzung insbesondere die folgenden Ziele und Kompetenzprofile festgelegt:
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| ― | ausreichende Besetzung des Aufsichtsrats mit Mitgliedern, die über Erfahrungen in den Bereichen Unternehmensführung, Strategie und Personal, unternehmensspezifische Branchenkenntnisse, spezifische Kenntnisse auf Kundenseite sowie Kenntnisse über Rechnungslegungsgrundsätze, interne Kontrollverfahren und Abschlussprüfung verfügen; |
| ― | mindestens ein Mitglied des Aufsichtsrats verfügt über mehrjährige internationale Erfahrungen aus einer beruflichen Tätigkeit oder über eine ausländische Staatsangehörigkeit; |
| ― | die maximale Altersgrenze der Mitglieder des Aufsichtsrats ist auf 70 Jahre festgelegt, das heißt ein Aufsichtsratsmitglied scheidet mit Ablauf der Hauptversammlung, die auf die Vollendung des 70. Lebensjahres folgt, aus; |
| ― | mindestens vier von sechs Vertretern der Anteilseigner sollen unabhängig von der Gesellschaft und dem Vorstand sein; |
| ― | keine aktive Rolle bei Kunden oder Lieferanten der Gerresheimer AG oder eines ihrer Tochterunternehmen; |
| ― | keine Wahrnehmung einer Organfunktion oder von Beratungsaufgaben bei wesentlichen Wettbewerbern der Gerresheimer AG oder eines ihrer Tochterunternehmen und keine persönliche Beziehung zu einem wesentlichen Wettbewerber; |
| ― | insgesamt sollen nicht mehr als zwei Aufsichtsratsmandate oder vergleichbare Funktionen bei börsennotierten Unternehmen von Mitgliedern des Aufsichtsrats wahrgenommen werden, die gleichzeitig dem Vorstand eines börsennotierten Unternehmens angehören; |
| ― | insgesamt sollen nicht mehr als fünf Aufsichtsratsmandate oder vergleichbare Funktionen bei börsennotierten Unternehmen von Mitgliedern des Aufsichtsrats wahrgenommen werden, die nicht gleichzeitig einem Vorstand eines börsennotierten Unternehmens angehören (ein Mandat als Vorsitzender des Aufsichtsrats zählt doppelt); |
| ― | dem Aufsichtsrat sollen nicht mehr als zwei ehemalige Vorstandsmitglieder angehören. |
Die derzeitige Zusammensetzung des Aufsichtsrats entspricht den genannten Zielsetzungen und dem Kompetenzprofil.
Dem Aufsichtsrat soll eine nach seiner Einschätzung ausreichende Anzahl unabhängiger Mitglieder angehören. Mindestens vier von sechs Vertretern der Anteilseigner im Aufsichtsrat sollen unabhängig von der Gesellschaft und vom Vorstand sein. Der Aufsichtsratsvorsitzende, der Vorsitzende des Prüfungsausschusses sowie der Vorsitzende des Präsidialausschusses sollen unabhängig von der Gesellschaft und vom Vorstand sein. Der Vorsitzende des Prüfungsausschusses soll zudem auch unabhängig vom kontrollierenden Aktionär sein. Folgende Kriterien wurden unter anderem zur Beurteilung der Unabhängigkeit festgelegt:
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| ― | Keine persönliche oder geschäftliche Beziehung zur Gerresheimer AG oder zu deren Vorstand, die einen wesentlichen oder nicht nur vorübergehenden Interessenkonflikt begründen kann; |
| ― | Das Aufsichtsratsmitglied selbst oder ein naher Familienangehöriger des Aufsichtsratsmitglieds war in den zwei Jahren vor Ernennung kein Mitglied des Vorstands der Gerresheimer AG, unterhält aktuell oder in dem Jahr bis zur Ernennung weder direkt oder als Gesellschafter noch in verantwortlicher Funktion eines konzernfremden Unternehmens eine wesentliche geschäftliche Beziehung mit der Gerresheimer AG oder einem von dieser abhängigen Unternehmen (z. B. als Kunde, Lieferant, Kreditgeber oder Berater) oder hat eine solche unterhalten, ist kein naher Familienangehöriger eines Vorstandsmitglieds und gehört dem Aufsichtsrat nicht mehr als zwölf Jahre an. |
Unter Anwendung der vorgenannten Kriterien haben alle Mitglieder der Anteilseigner des Aufsichtsrats am 3. September 2020 festgestellt, dass die sechs derzeitigen Vertreter der Anteilseigner im Aufsichtsrat, namentlich Dr. Axel Herberg, Andrea Abt, Dr. Karin Dorrepaal, Dr. Peter Noé, Theodor Stuth und Udo J. Vetter, unabhängig von der Gesellschaft und vom Vorstand sind. Zwar gehören Theodor Stuth und Udo J. Vetter dem Aufsichtsrat seit mehr als zwölf Jahren an. Unter Würdigung aller Kriterien sind beide Aufsichtsratsmitglieder jedoch als unabhängig anzusehen.
CHANCEN- UND RISIKOBERICHT
KONZERNEINHEITLICHES CHANCEN- UND RISIKOMANAGEMENT
Wir sind als global agierendes Unternehmen regelmäßig mit Entwicklungen und Ereignissen konfrontiert, die sich sowohl positiv als auch negativ auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage auswirken können. Erst unsere Bereitschaft, unternehmerische Wagnisse einzugehen, ermöglicht es uns, sich bietende Chancen zu nutzen. Im Rahmen einer definierten Risikobereitschaft gehen wir daher bewusst Risiken ein, wenn sich ein ausgewogenes Chancen-Risiko-Profil ergibt.
Wir beachten das Chancen- und das Risikomanagement grundsätzlich getrennt. Unser Risikomanagementsystem identifiziert, bewertet und dokumentiert Risiken und unterstützt deren Überwachung. Die Erfassung und Kommunikation von Chancen erfolgt dagegen als integraler Bestandteil der regelmäßigen Kommunikation zwischen den Tochterunternehmen und dem Controlling der Gerresheimer AG in ihrer Funktion als Holding.
Das zentrale Element des Risikomanagementsystems ist die Erkennung und Eingrenzung betrieblicher Risiken durch die in den Gesellschaften und der Managementholding vorhandenen Überwachungs-, Planungs-, Steuerungs- und Kontrollsysteme. Mit unserer Risikomanagementstrategie verfolgen wir das Ziel, Risiken so früh wie möglich zu erkennen, zu bewerten und potenzielle Einbußen durch geeignete Maßnahmen zu vermeiden bzw. zu verringern sowie gegebenenfalls diese Risiken auf Dritte zu übertragen. Auch ein Risikomanagementsystem ermöglicht keine absolute Sicherheit für die Vermeidung von Risiken. Es unterstützt uns aber dabei, Risiken zu begrenzen und damit die Unternehmensziele zu erreichen.
Dem Vorstand und dem Aufsichtsrat der Gerresheimer AG obliegen die Einrichtung und die wirksame Unterhaltung des Risikomanagementsystems. Die Risikoüberwachung, -früherkennung, -analyse, -steuerung und -kommunikation beziehen die gesetzlichen Vertreter der operativen Gesellschaften und die Leiter der wesentlichen Funktionsbereiche der Konzernzentrale mit ein. Wir haben für unsere Tochterunternehmen und wesentliche Funktionsbereiche der Konzernzentrale Richtlinien zur Risikoberichterstattung aufgestellt. Darüber hinaus entwickeln wir unser Risikomanagementsystem stetig weiter, um es kontinuierlich an die aktuellen Entwicklungen und Rahmenbedingungen anzupassen.
Zur konzernweiten Koordination des Risikomanagements und Förderung einer ganzheitlichen Risikomanagement-Philosophie hat der Vorstand der Gerresheimer AG einen Risikoausschuss installiert. Dieser setzt sich zusammen aus dem Finanzvorstand als Vorsitzendem des Risikoausschusses sowie den Leitern der Abteilungen Controlling, Interne Revision, Recht & Compliance, Accounting und Global Risk Management & Insurance. Die zentralen Aufgaben des Gremiums sind das Hinterfragen der Risiken im Risikobericht, die Weiterentwicklung der Methoden und Instrumente des Risikomanagementsystems und deren Überwachung. Die Sitzungen des Risikoausschusses finden halbjährlich im Einklang mit den Terminen der regelmäßigen Risikoberichterstattung an den Vorstand und den Aufsichtsrat statt.
Das konzernweite Risikomanagementsystem besteht aus folgenden wesentlichen Elementen:
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| ― | einheitliche, periodische Risikoberichterstattung der Tochterunternehmen an die Konzernzentrale, |
| ― | regelmäßige Risikoerhebung in wesentlichen Zentralbereichen, › Segmentierung der Risiken nach unternehmensstrategischen, externen und branchenspezifischen, operativen sowie finanzwirtschaftlichen Risiken, |
| ― | Quantifizierung der Risiken durch den Ansatz von potenziellen Schadensbeträgen und Eintrittswahrscheinlichkeiten, |
| ― | Erfassung der Ergebnisauswirkung nach Geschäftsfeldern, |
| ― | Eingrenzung und Risikoreduzierung durch Schadensverhütung und Risikotransfer. |
Sofern identifizierte Risiken bereits in den operativen und strategischen Planungen, im Forecast oder im Monats-, Quartals- oder Jahresabschluss enthalten sind, werden sie nicht in der Risikoberichterstattung berücksichtigt. Andernfalls ergäbe sich eine Doppelerfassung von Risiken im Risikomanagementsystem der Gerresheimer AG. Zudem bleiben Risiken unberücksichtigt, deren Eintritt auch ohne weitere Bewertung mit nahezu an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auszuschließen ist (beispielsweise Erdbeben mit verheerenden Auswirkungen in Deutschland). Die Risikoberichterstattung erfasst lediglich Risiken, nicht jedoch Chancen.
Für den Umgang mit Risiken gelten im Gerresheimer Konzern risikopolitische Grundsätze. Diese sehen eine Null-Risiko-Toleranz für Verstöße gegen behördliche Vorschriften, Gesetze oder Compliance-Vorschriften des Unternehmens sowie hinsichtlich fehlerhafter Produkte und mangelnder Produktqualität vor.
In regelmäßigen Abständen überwachen wir die Wirksamkeit und Funktionsfähigkeit unseres Risikofrüherkennungssystems durch unsere Interne Revision als prozessunabhängiges Element des Risikomanagementsystems. Zudem beurteilt der Abschlussprüfer im Rahmen der Jahresabschlussprüfung das Risikofrüherkennungssystem und erstattet dem Vorstand und dem Aufsichtsrat hierüber Bericht. Unser Risikofrüherkennungssystem entspricht uneingeschränkt den gesetzlichen Anforderungen und steht ferner im Einklang mit dem Deutschen Corporate Governance Kodex.
INTERNES KONTROLLSYSTEM IN BEZUG AUF DEN RECHNUNGSLEGUNGSPROZESS
Der Gerresheimer Konzernabschluss wird unter Beachtung der International Financial Reporting Standards (IFRS) des International Accounting Standards Board (IASB) aufgestellt, soweit diese für die Anwendung in der Europäischen Union anerkannt wurden und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden Vorschriften entsprechen. Der Jahresabschluss der Gerresheimer AG wird nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches und des Aktiengesetzes aufgestellt.
Das übergeordnete Ziel unseres rechnungslegungsbezogenen internen Kontroll- und Risikomanagementsystems ist die Ordnungsmäßigkeit der Finanzberichterstattung. Die Verantwortung für die Einrichtung und wirksame Unterhaltung angemessener interner Kontrollen über die Finanzberichterstattung liegt beim Vorstand und beim Aufsichtsrat der Gerresheimer AG, die zu jedem Geschäftsjahresende die Angemessenheit und Wirksamkeit des Kontrollsystems beurteilen.
Wir erstellen den Konzernabschluss in einem mehrstufigen Prozess mit Hilfe anerkannter Konsolidierungssysteme. Der von dem jeweiligen Abschlussprüfer geprüfte und vorkonsolidierte Teilkonzernabschluss wird mit den geprüften bzw. einer prüferischen Durchsicht unterzogenen Abschlüssen der übrigen Tochterunternehmen zum Konzernabschluss der Gerresheimer AG zusammengefasst. Die Gerresheimer AG trägt die Verantwortung für den konzerneinheitlichen Kontenrahmen und die Durchführung der zentralen Konsolidierungsmaßnahmen sowie die terminliche und sachliche Organisation des Abschlusserstellungsprozesses.
Für die in den Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen gilt eine einheitliche Richtlinie zur Bilanzierung und Bewertung nach IFRS. Diese umfasst eine Beschreibung der allgemeinen Konsolidierungsmaßnahmen sowie die anzuwendenden Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze in Übereinstimmung mit den IFRS. Die bestehende Richtlinie, welche unter Berücksichtigung der Entwicklung der IFRS kontinuierlich modifiziert wird, steht allen Mitarbeitern in den Tochterunternehmen über das Gerresheimer Intranet zur Verfügung. Darüber hinaus gibt es einen verbindlichen Abschlussterminkalender.
Im Rahmen des Abschlusserstellungsprozesses werden neben der Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Gesamtergebnisrechnung auch Informationen hinsichtlich Kapitalflussrechnung, Eigenkapitalveränderungsrechnung, Anhang und Lagebericht systemseitig bereitgestellt. Die wirksame Unterhaltung des Systems erfolgt zentralisiert durch das Konzernrechnungswesen. Neben den vorhandenen systemseitigen Prüfungen werden manuelle Kontrollen hinsichtlich der Vollständigkeit und Richtigkeit durch die operativen Gesellschaften und die Konzernzentrale durch geführt. In den Rechnungslegungsprozess einbezogene Mitarbeiter werden bereits bei ihrer Auswahl hinsichtlich ihrer fachlichen Eignung geprüft und im Anschluss regelmäßig geschult. Bei uns gilt grundsätzlich das Vier-Augen-Prinzip. Weitere Kontrollmechanismen sind Soll-Ist-Vergleiche sowie Analysen über die inhaltliche Zusammensetzung und Veränderung der einzelnen Posten. Das Rechnungswesen stellt sicher, dass fachbereichsbezogene Informationen durch die jeweiligen Fachabteilungen gemeldet und im Konzernabschluss verarbeitet werden. Die zur Einhaltung der konzernrechnungslegungsrelevanten Richtlinien in den Tochterunternehmen und der Konzernzentrale implementierten Kontrollen werden durch unsere Interne Revision auf ihre Wirksamkeit geprüft. Im Rahmen der Abschlussprüfung 2020 hat der unabhängige Abschlussprüfer unser Risikofrüherkennungssystem gemäß § 317 Abs. 4 HGB in Verbindung mit § 91 Abs. 2 AktG geprüft.
Wir erstellen den Jahresabschluss der Gerresheimer AG mit Hilfe der Software SAP. Die laufende Buchhaltung und die Erstellung des Jahresabschlusses sind in funktionale Prozessschritte gegliedert. In allen Prozessschritten sind entweder automatisierte oder manuelle Kontrollen integriert. Die organisatorischen Regelungen stellen sicher, dass alle Geschäftsvorfälle und die Jahresabschlusserstellung vollständig, zeitnah, richtig und periodengerecht erfasst, verarbeitet und dokumentiert werden. Unter Berücksichtigung der notwendigen IFRS-Anpassungen werden die relevanten Daten aus dem Einzelabschluss der Gerresheimer AG in das Konsolidierungssystem übertragen.
Der Aufsichtsrat ist durch den Prüfungsausschuss ebenfalls in das Kontrollsystem eingebunden. Der Prüfungsausschuss überwacht insbesondere den Rechnungslegungsprozess, die Wirksamkeit des Kontrollsystems, des Risikomanagementsystems und des internen Revisionssystems sowie die Abschlussprüfung. Zudem obliegt ihm die Prüfung der Unterlagen zum Jahresabschluss der Gerresheimer AG und zum Konzernabschluss, und er erörtert den Jahresabschluss der Gerresheimer AG, den Konzernabschluss sowie den zusammengefassten Lagebericht mit dem Vorstand und dem Abschlussprüfer.
CHANCEN DER ZUKÜNFTIGEN ENTWICKLUNG
Dem Gerresheimer Konzern eröffnen sich aufgrund seiner globalen und umfangreichen Geschäftstätigkeiten vielfältige Chancen. Maßgeblich dafür sind die im Kapitel "Strategie und Ziele" beschriebenen Megatrends. Daraus ergeben sich vielfältige Chancen für profitables nachhaltiges Wachstum. Im Geschäftsjahr 2020 wurde in vielfältige Wachstums- und Kapazitätserweiterungsprojekte investiert, dies wird im Jahr 2021 fortgesetzt werden. Zahlreiche unserer innovativen Produkte sind bereits kommerziell erhältlich, weitere werden folgen. Grundlage unserer starken Innovations-Pipeline sind unsere technischen Entwicklungszentren für medizinische Kunststoffsysteme und Spritzen, unsere Kleinserienfertigung für diese Produkte, unser Glas- und Innovationszentrum in den USA sowie die Innovationskraft unseres Geschäftsbereichs Advanced Technologies.
In unserer Strategie (siehe Kapitel "Strategie und Ziele") haben wir entsprechende Ziele gesetzt und Maßnahmen gestartet, um auf Grundlage dieser vielfältigen Chancen profitables nachhaltiges Wachstum zu erwirtschaften.
RISIKEN DER ZUKÜNFTIGEN ENTWICKLUNG
Der Gerresheimer Konzern ist aufgrund seiner globalen und umfangreichen Geschäftstätigkeiten vielfältigen Risiken ausgesetzt. Soweit die Voraussetzungen für die bilanzielle Berücksichtigung gegeben waren, wurde für alle erkennbaren Risiken eine angemessene Vorsorge getroffen.
In den folgenden Abschnitten werden Risiken beschrieben, die Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Gerresheimer Konzerns haben können. Die Bewertung der Eintrittswahrscheinlichkeit dieser Risiken erfolgt nach den Kriterien:
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| ― | unwahrscheinlich = Eintrittswahrscheinlichkeit kleiner als 10 % |
| ― | möglich = Eintrittswahrscheinlichkeit zwischen 10 % und 50 % |
Risiken mit einer Eintrittswahrscheinlichkeit von über 50 % werden, wenn möglich, gebucht bzw. sind in der Planung berücksichtigt.
Die Bewertung der möglichen finanziellen Auswirkungen erfolgt nach den Kriterien:
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| ― | moderat = Nettoschaden bis 10 Mio. Euro |
| ― | wesentlich = Nettoschaden über 10 Mio. Euro |
Der Nettoschaden beschreibt das Verlustpotenzial im Falle eines Risikoeintritts unter Berücksichtigung der Effekte, die sich aus den Maßnahmen zur Risikoreduzierung ergeben.
ÜBERSICHT DER RISIKEN UND IHRER FINANZIELLEN AUSWIRKUNGEN
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| Eintrittswahrscheinlichkeit | Mögliche finanzielle Auswirkungen | |
|---|---|---|
| Unternehmensstrategische Risiken | ||
| Risiken aus Akquisitionen | möglich | wesentlich |
| Risiken aus Produkteinführungen | möglich | wesentlich |
| Externe und branchenspezifische Risiken | ||
| Kundenmarktrisiko | möglich | moderat |
| Risiken aus der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung | möglich | wesentlich |
| Risiken aus einer Änderung von regulatorischen Rahmenbedingungen | möglich | moderat |
| Risiken aus der künftigen Entwicklung der staatlichen Gesundheitssysteme | möglich | wesentlich |
| Steuerliche Risiken | unwahrscheinlich | moderat |
| Operative Risiken | ||
| Produktionsrisiken | unwahrscheinlich | wesentlich |
| Produkthaftungsrisiken | möglich | moderat |
| Risiken aus Energie- und Rohstoffpreisen | möglich | moderat |
| Personalrisiken | möglich | moderat |
| IT-Risiken | möglich | moderat |
| Rechtliche Risiken | möglich | moderat |
| Finanzwirtschaftliche Risiken | ||
| Währungs- und Zinsrisiko | unwahrscheinlich | moderat |
| Kreditrisiko | unwahrscheinlich | wesentlich |
| Liquiditätsrisiko | unwahrscheinlich | moderat |
Auf bestehende Risiken wird im Folgenden im Detail eingegangen.
UNTERNEHMENSSTRATEGISCHE RISIKEN
RISIKEN AUS AKQUISITIONEN
Mögliche Auswirkungen:
Akquisitionen sind Bestandteil unserer Strategie. Beim Erwerb von Unternehmen besteht das Risiko, dass im Rahmen einer Due-Diligence nicht alle wesentlichen Risiken erkannt werden. Trotz sorgfältiger Due-Diligence-Prüfungen ist es aufgrund von Änderungen des Umfeldes möglich, dass die ursprünglichen Zielsetzungen nicht oder nur teilweise erreicht werden. Mit Blick auf die große Dynamik, insbesondere im Geschäftsbereich Advanced Technologies als Innovationstreiber, bewerten wir die Eintrittswahrscheinlichkeit als möglich.
Gegenmaßnahmen:
Durch die frühzeitige Einbindung der Fachabteilungen und gegebenenfalls externer Spezialisten während der Due-Diligence werden Akquisitionsvorhaben eingehend geprüft. Den Gesamtprozess steuert unsere zentrale Abteilung Corporate Mergers & Acquisitions in Zusammenarbeit mit den Geschäftsbereichen. Wir wollen Risiken durch kontinuierliche und intensive Markt- und Wettbewerbsbeobachtung frühestmöglich erkennen und mittels geeigneter Maßnahmen vermeiden bzw. minimieren.
RISIKEN AUS PRODUKTEINFÜHRUNGEN
Mögliche Auswirkungen:
Die Entwicklung innovativer Produkte und deren Markteinführung - in enger Zusammenarbeit mit unseren Kunden - bildet eine wesentliche Komponente unserer Wachstumsstrategie. Im Rahmen einer verantwortlichen Unternehmensführung sind wir uns bewusst, dass damit nicht nur Chancen, sondern gleichfalls Risiken einhergehen. Trotz aller Anstrengungen können wir nicht sicherstellen, dass unsere Entwicklungen erfolgreich abgeschlossen werden und neue Produkte sich kommerziell behaupten werden.
Gegenmaßnahmen:
Basierend auf umfangreichen Marktanalysen und Kundenverträgen stellen wir sicher, dass die Chancen einer erfolgreichen Produkteinführung maximiert und mögliche Risiken minimiert werden.
EXTERNE UND BRANCHENSPEZIFISCHE RISIKEN
KUNDENMARKTRISIKO
Mögliche Auswirkungen:
Konjunkturelle Risiken aus der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung können unsere Marktperspektiven einschränken und somit zu Absatzrisiken führen. Die Nachfrage könnte sich auch aufgrund einer bewussten Kaufzurückhaltung unserer Kunden negativ entwickeln. Sollte der Markt für zusätzliche Angebotsmengen nicht in voller Höhe aufnahmebereit sein, könnte dies den Wettbewerbsdruck zunächst für einen Übergangszeitraum erhöhen. Weiterhin könnten die Wettbewerber im Rahmen der gegebenen Kapazitäten versuchen, durch Angebotsausweitung Marktanteile dazu- bzw. verloren gegangene Marktanteile zurückzugewinnen. Zunehmender Wettbewerbsdruck könnte auch aus einem Nachfragerückgang resultieren. Erhebliche Veränderungen der Kapazitäten und deren Ausnutzung, Angebotsausweitungen einzelner Wettbewerber im Rahmen gegebener Kapazitäten sowie längerfristige Nachfragerückgänge könnten sich erheblich auf die Preisbildung und/oder die Absatzmöglichkeiten auswirken.
Gegenmaßnahmen:
Zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit arbeiten wir unter anderem an der weiteren Verbesserung unserer Kosten- und Organisationsstrukturen sowie an dem Ausbau unseres Produktportfolios. Wir beobachten den Markt und versuchen gezielt, Opportunitäten zu nutzen. Bei nachhaltigen Entwicklungen konzentrieren wir beispielsweise die Auslastung auf Produktionsstandorte mit hoher Produktivität.
RISIKEN AUS DER GESAMTWIRTSCHAFTLICHEN ENTWICKLUNG
Mögliche Auswirkungen:
Die Entwicklung der Weltwirtschaft hat einen entscheidenden Einfluss auf das Wachstum des Gerresheimer Konzerns. Durch die Covid-19-Pandemie wurde im Jahr 2020 eine weltweite Rezession ausgelöst, so dass die globale Wirtschaft entgegen den ursprünglichen Prognosen erstmals seit der Finanzkrise 2009 wieder geschrumpft ist. Der IWF geht in seiner Prognose (Stand: Oktober 2020) von einer rückläufigen globalen Wirtschaftsleistung von 4,4 % für das Jahr 2020 aus und erwartet für das Jahr 2021 eine Rückkehr zum Wachstumspfad mit einer positiven Entwicklung von 5,2 % globalem Wirtschaftswachstum. Eine etwaige Abschwächung des Weltwirtschaftswachstums stellt somit ein Risiko für die Umsatz- und Ergebnisentwicklung des Gerresheimer Konzerns dar.
Gegenmaßnahmen:
Wir begegnen diesem Risiko, indem wir laufend die Entwicklung der Weltwirtschaft beobachten. Im Falle einer Veränderung konzentrieren wir beispielsweise die Auslastung auf Produktionsstandorte mit hoher Produktivität. Des Weiteren ist im Gerresheimer Konzern ein Pandemie-Krisenplan in Kraft, so dass wir jederzeit und schnell auf mögliche Entwicklungen reagieren können, um die Aufrechterhaltung des Betriebs unserer Produktionsstandorte zu gewährleisten. Die Steuerung erfolgt durch den globalen Covid-19-Krisenstab wie auch durch lokale Krisenstäbe an den Produktionsstandorten.
RISIKEN AUS EINER ÄNDERUNG VON REGULATORISCHEN RAHMENBEDINGUNGEN
Mögliche Auswirkungen:
Tendenziell nehmen Umfang und Anzahl der regulatorischen Auflagen jährlich zu. Bei einem hohen Nutzen für die Patienten sind für alle Marktteilnehmer damit große Herausforderungen verbunden. Politische Entscheider, insbesondere in den europäischen Industriel ändern und den USA, legen großen Wert auf den Nachweis eines signifikanten Zusatznutzens, bevor neue Medikamente zugelassen werden. Aus diesem Grund wird in der Regel von den entsprechenden Behörden eine detaillierte Kosten-Nutzen-Analyse durchgeführt, bevor Medikamente für den Markt zugelassen werden können. Dadurch ergeben sich Risiken in Bezug auf Zeitpunkt und Umfang von Einführungen neuer Medikamente und dementsprechend Absatzrisiken für unsere Primärverpackungen. Darüber hinaus können die steigenden Qualitätserwartungen unserer Kunden zu erhöhtem Investitionsbedarf führen.
Gegenmaßnahmen:
Wir begegnen diesen Risiken, indem wir kontinuierlich an unseren eigenen Qualitätsanforderungen arbeiten. Darüber hinaus spiegeln wir die Absatzprognosen unserer Kunden mit unseren eigenen Untersuchungen. Als Ergebnis unserer kontinuierlichen Maßnahmen zur Qualitätsverbesserung beurteilen wir die finanziellen Auswirkungen als moderat.
RISIKEN AUS DER KÜNFTIGEN ENTWICKLUNG DER STAATLICHEN GESUNDHEITSSYSTEME
Mögliche Auswirkungen:
Gerresheimer erzielte im Geschäftsjahr 2020 den größten Teil der Umsatzerlöse mit der Pharma- und Healthcareindustrie. In den letzten Jahren waren die Regierungen und Krankenkassen in Europa und den USA bestrebt, den Kostenanstieg im Gesundheitswesen zu reduzieren. Dies führte in der Konsequenz zu einem höheren Preisdruck auf die Pharmaindustrie. Aufgrund des begrenzten Patentschutzes und der stetig steigenden Produktentwicklungskosten verstärkt sich damit die Notwendigkeit der Kostenkontrolle in der Pharmaindustrie. Diese Entwicklung kann zu einem steigenden Preisdruck auf unsere Produkte führen, obwohl auf die pharmazeutische Primärverpackung in der Regel nur ein geringer Prozentsatz der Gesamtkosten eines Medikamentes für den Verbraucher entfällt. Für den Fall, dass der Preisdruck nicht durch Kostensenkungen oder Effizienzsteigerungen kompensiert wird, kann sich dies wesentlich nachteilig auf unsere Vermögens-, Finanz- und Ertragslage auswirken.
Gegenmaßnahmen:
Wichtige Bestandteile unserer Unternehmenssteuerung sind daher das frühzeitige Erkennen sich abzeichnender Entwicklungen und ein aktives Portfoliomanagement. Zudem kann der Gerresheimer Konzern durch seine Präsenz in verschiedenen Ländern und Märkten zyklische Schwankungen der Einzelmärkte bzw. in einzelnen Ländern besser ausgleichen als andere Unternehmen, die nicht so global aufgestellt sind.
STEUERLICHE RISIKEN
Mögliche Auswirkungen:
Die Globalisierung der operativen Geschäfte im Gerresheimer Konzern hat zur Folge, dass eine Vielzahl internationaler und landesspezifischer Regelungen von Finanzverwaltungen zu berücksichtigen sind. Abgabenrechtliche Risiken können durch unzureichende Berücksichtigung von steuerlichen Vorschriften oder durch die unterschiedliche steuerliche Würdigung von Sachverhalten und Transaktionen entstehen. Insbesondere steuerliche Betriebsprüfungen und sich daraus möglicherweise ergebende Prüfungsfeststellungen mit entsprechenden Zinswirkungen und Steuernachzahlungen können zu einer Belastung für den Konzern führen. Aufgrund von zeitnahen steuerlichen Betriebsprüfungen und den hieraus resultierenden Ergebnissen in der Vergangenheit gehen wir von einer niedrigeren Eintrittswahrscheinlichkeit von wesentlichen Feststellungen aus. Insofern beurteilen wir die Eintrittswahrscheinlichkeit als unwahrscheinlich.
Gegenmaßnahmen:
Die steuerlichen Risiken werden regelmäßig und systematisch geprüft und bewertet. Daraus resultierende Maßnahmen zur Risikominderung werden zwischen der Abteilung Group Tax der Gerresheimer AG und den Tochterunternehmen abgestimmt. Darüber hinaus dient die konzernweit geltende Tax Compliance-Richtlinie der Dokumentation und dem Nachweis eines wirksamen Tax Compliance Managements mit dem Ziel der systematischen und präventiven Absicherung der Einhaltung gesetzlicher Vorschriften und Pflichten sowie unternehmensinterner Richtlinien im Bereich Steuern.
OPERATIVE RISIKEN
Zu den operativen Risiken zählen wir Betriebsrisiken sowie Personal- und Sicherheitsrisiken. Sie werden durch einen angemessenen Versicherungsschutz und hohe Anforderungen an das Produktions-, Projekt- und Qualitätsmanagement begrenzt.
PRODUKTIONSRISIKEN
Mögliche Auswirkungen:
In unseren Werken kann es bei ungünstigen Konstellationen und Entwicklungen zu Betriebsunterbrechungen und Sachschäden kommen. Neben den Kosten für die Schadenbeseitigung besteht vor allem das Risiko, dass eine Betriebsunterbrechung zu Produktionsausfällen führt und in der Konsequenz die Erfüllung unserer vertraglichen Verpflichtungen gegenüber unseren Kunden gefährdet. Die Schadenerfahrungen in der Vergangenheit haben aufgezeigt, dass unser Geschäft eine sehr niedrige Schadenfrequenz bei einem potenziell hohen Schadenausmaß aufweist.
Gegenmaßnahmen:
Um dem Risiko eines ungeplanten längerfristigen Stillstandes oder Ausfalls unserer Produktionsanlagen entgegenzuwirken, hat der Gerresheimer Konzern laufende Anlagenkontrollen und eine vorbeugende Instandhaltung installiert. Weiterhin führen wir ständig Modernisierungen unserer bestehenden Produktionsanlagen durch und investieren in neue, modernere Maschinen und Produktionsanlagen. Den finanziellen Auswirkungen von potenziellen Sachschäden und dem damit verbundenen Produktionsausfall sowie etwaigen Haftpflichtrisiken beugt der Gerresheimer Konzern durch Versicherungsverträge vor. Durch diesen Risikotransfer auf Versicherungsgesellschaften wird sichergestellt, dass sich die finanziellen Folgen auf den vereinbarten Selbstbehalt beschränken. Die finanziellen Auswirkungen für den Konzern werden daher als moderat eingeschätzt. Wir versichern aktuell mögliche Eigenschäden unter anderem durch eine Allgefahren-Sachversicherung zum Neuwert. Vor einem eventuellen Ertragsausfall bei Betriebsunterbrechungen in den Werken schützt uns gegenwärtig eine Betriebsunterbrechungsversicherung auf Allgefahrenbasis, die wie die Allgefahren-Sachversicherung mit entsprechenden Selbstbehalten versehen wurde. Der Umfang und Inhalt dieser Versicherungen wird von unserer Abteilung Global Risk Management & Insurance laufend überprüft und bei Bedarf angepasst. Aufgrund der Entwicklungen auf dem Versicherungsmarkt ist nicht gewährleistet, dass Gerresheimer auch in Zukunft einen ausreichenden Versicherungsschutz zu den gegenwärtigen Konditionen erhalten wird, daher stufen wir die möglichen finanziellen Auswirkungen als wesentlich ein.
PRODUKTHAFTUNGSRISIKEN
Mögliche Auswirkungen:
Trotz interner Maßnahmen zur Gewährleistung von Produktqualität und -sicherheit kann der Gerresheimer Konzern nicht ausschließen, dass der Gebrauch und die Verwendung der hergestellten Verpackungsprodukte und -systeme bei Kunden oder Endverbrauchern Schäden verursachen. Für die Qualitätssicherung ergeben sich aus den verschärften Kundenanforderungen in Richtung "Null-Fehler-Toleranz" besondere Herausforderungen. Folgende Beispiele sollen mögliche Produkthaftungsrisiken verdeutlichen: Die Lieferung mangelhafter Produkte an die Kunden könnte bei diesen zu Beschädigungen der Produktionsanlagen oder gar zu Betriebsunterbrechungen führen. Für uns besteht darüber hinaus die Möglichkeit, dass dies Reputationsschäden für den Gerresheimer Konzern bedeutet. Ferner könnten mangelhafte Produkte des Gerresheimer Konzerns in Verbindung mit den Medikamenten und Wirkstoffen seiner Kunden aus der Pharma- und Healthcareindustrie Gesundheitsschädigungen bei Verbrauchern verursachen. In diesen Fällen wäre nicht auszuschließen, dass der Konzern dadurch Kunden verliert. Außerdem könnte Gerresheimer entsprechenden Haftungsansprüchen ausgesetzt sein. Dazu zählen zum Beispiel Schadenersatzansprüche von Kunden oder Ansprüche der Endverbraucher aus den Vorschriften zur Produkthaftung. Etwaige Produkthaftungsansprüche gegen Gerresheimer können insbesondere bei Sammelklagen in den USA erheblich sein. Zudem besteht das Risiko, dass der Konzern möglicherweise erhebliche Kosten für Rückrufaktionen zu tragen hat. Diese Beispiele zeigen, dass negative Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Gerresheimer Konzerns nicht auszuschließen sind.
Gegenmaßnahmen:
Um Produkthaftungsfälle zu vermeiden, arbeitet der Gerresheimer Konzern mit weitreichenden Qualitätssicherungsmaßnahmen. Der Prozess der Qualitätssicherung und Fehlerbeseitigung wird bei unseren Produkten ständig optimiert und weiterentwickelt. Eine Produkthaftpflicht- und Rückrufkostenversicherung deckt zudem entstehende Schäden und Haftungsrisiken umfassend ab, sodass aktuell ein weitgehender Risikotransfer gegeben ist und die möglichen finanziellen Auswirkungen als moderat einzustufen sind.
RISIKEN AUS ENERGIE- UND ROHSTOFFPREISEN
Mögliche Auswirkungen:
Wir haben einen permanent hohen Bedarf an Energieträgern, insbesondere aufgrund der energieintensiven Brenn- und Schmelzvorgänge in unseren Hochtemperaturschmelzöfen. Ein wesentlicher Anstieg der Energiepreise kann die Ertragslage des Gerresheimer Konzerns belasten.
Ein weiterer erheblicher Teil der Produktionskosten entfällt auf Rohstoffe für die Glas- und Kunststoffherstellung. Bei der Herstellung von Kunststoffprodukten sind wir unter anderem auf die Vorprodukte Polyethylen, Polypropylen und Polystyrol angewiesen. Deren Preise hängen zu einem großen Teil von der Entwicklung des Ölpreises ab.
Gegenmaßnahmen:
Um Energiekostensteigerungen aufzufangen, haben wir die besondere Ausgleichsregel für stromintensive Unternehmen nach § 64 des Gesetzes für den Ausbau erneuerbarer Energien in Deutschland in Anspruch genommen und haben uns zudem gegen anziehende Energiepreise umfassend durch Sicherungsgeschäfte abgesichert. Bei einigen Kundenverträgen haben wir außerdem Preisgleitklauseln vereinbart. Preisschwankungen in den Beschaffungsmärkten für Rohstoffe werden darüber hinaus durch Sicherungsgeschäfte, Produktivitätssteigerungen und Preisanpassungen ausgeglichen. In der Gesamtbewertung beurteilen wir die finanziellen Auswirkungen als moderat.
PERSONALRISIKEN
Mögliche Auswirkungen:
Die fachliche Kompetenz und die individuelle Leistungsbereitschaft unserer Mitarbeiter sind ein wesentlicher Erfolgsfaktor, um unsere wachstumsorientierte Unternehmensstrategie zu realisieren. Auch in der Zukunft ist es für unser Unternehmen von herausragender Bedeutung, qualifizierte Mitarbeiter in ausreichendem Maße auszubilden, zu gewinnen und langfristig an uns zu binden. Ansonsten könnte dies erhebliche Auswirkungen auf den Unternehmenserfolg haben. Zusätzlich ergeben sich vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und des daraus möglicherweise resultierenden Fachkräftemangels mittel- bis langfristige Personalrisiken.
Gegenmaßnahmen:
Wir begegnen diesen Risiken, indem wir uns global als attraktiver Arbeitgeber positionieren. Dazu gehören eine wettbewerbsfähige Vergütung, fach- und methodenspezifische Aus- und Weiterbildung, eine strukturierte Nachfolgeplanung (Talentmanagement) und die individuelle Förderung junger Fach- und Nachwuchskräfte. Zudem verfolgen wir als globaler Konzern eine auf personelle Vielfalt (Diversity) ausgerichtete Personalpolitik und betreiben zielgruppenspezifisches Personalmarketing.
IT-RISIKEN
Mögliche Auswirkungen:
Computergestützte Geschäftsprozesse sowie die Anwendung von IT-Systemen für die interne und externe Kommunikation nehmen weiter zu. Eine wesentliche Störung oder gar ein Ausfall dieser Systeme kann zu einem Datenverlust und einer Beeinträchtigung der Geschäftsprozesse führen. Demnach bestehen die IT-Risiken in einem Komplettausfall des Gerresheimer ERP-Systems und damit der Gefahr, die Geschäftsprozesse des Konzerns nicht mehr systemgesteuert aufrecht halten zu können. Weiterhin besteht das Risiko eines Ausfalls des zentralen Directory-Services und damit aller Windows-User im Unternehmen. Auch ist ein Ausfall der Wide Area Networks (WAN) kritisch, denn diese dienen der Übertragung von Daten zwischen allen Gerresheimer Standorten.
Gegenmaßnahmen:
Die IT-Systeme werden konzernweit standardisiert, harmonisiert, geprüft und weiterentwickelt, damit unserer Geschäftsprozesse stets reibungslos funktionieren. Industrietypische IT-Mindeststandards wie Backups, redundante Datenverbindungen und getrennte Rechenzentren dienen dazu, Ausfallrisiken zu minimieren. Im Zuge der Einführung von Maßnahmen zur Datenschutzgrundverordnung der Europäischen Union wurden für alle Standorte weiterhin technische und organisatorische Mindeststandards festgelegt. Zur Milderung des Risikos des Directory-Ausfalls wurden die Systeme auf alle Standorte ausgelegt und somit multiple Redundanzen geschaffen. Um logische Fehler im zentralen WAN zu reduzieren, wurden Services mit einem Software-defined Network überlagert.
Unsere IT-Governance und IT-Compliance sichern die Umsetzung und Erfüllung gesetzlicher, unternehmensinterner und vertraglicher Anforderungen.
RECHTLICHE RISIKEN
Mögliche Auswirkungen:
Als international tätiges Unternehmen muss der Gerresheimer Konzern unterschiedliche Rechtsnormen beachten. Daraus können sich vielfältige vertrags-, wettbewerbs-, umwelt-, marken- und patentrechtliche Risiken ergeben.
Gegenmaßnahmen:
Diese Risiken begrenzen wir durch juristische Prüfungen unserer internen Rechtsabteilungen und indem wir externe Spezialisten für das jeweilige nationale Recht zu Rate ziehen.
Damit die weltweiten Gesetze und Regeln insbesondere in den Bereichen Korruptionsbekämpfung, Kartellrecht und Kapitalmarktrecht eingehalten werden, haben wir ein globales Compliance Management System etabliert. Die Beachtung der Compliance-Richtlinien obliegt allen Organmitgliedern und Mitarbeitern der Gerresheimer AG und der Tochterunternehmen. Die Einhaltung von Rechtsvorschriften sowie die Beachtung der Konzernrichtlinien des Gerresheimer Compliance-Programms sind von heraus ragender Bedeutung für die Gerresheimer AG und ihre verbundenen Unternehmen.
Risiken aus Rechtsstreitigkeiten, die einen erheblichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns haben, sind nicht bekannt.
FINANZWIRTSCHAFTLICHE RISIKEN
Im Rahmen der operativen Tätigkeit sind wir finanzwirtschaftlichen Risiken ausgesetzt. Über ein konzernweites Finanzrisikomanagement werden die finanziellen Risiken des Konzerns zentral durch die verantwortliche Abteilung Group Treasury überwacht. Identifizierte Risikopotenziale steuert der Konzern nach klar definierten Richtlinien durch geeignete Sicherungsmaßnahmen.
WÄHRUNGS- UND ZINSRISIKO
Mögliche Auswirkungen:
Für uns als Gesellschaft mit Sitz in Deutschland stellt der Euro die Konzern- und Berichtswährung dar. Da wir einen großen Teil unseres Geschäfts außerhalb der Eurozone abwickeln, können Währungsschwankungen das Ergebnis beeinflussen. Die Zunahme der Volatilitäten der Wechselkurse in den letzten Jahren hat entsprechende Chancen und Risiken steigen lassen. Zudem sind wir im Rahmen der Fremdkapitalfinanzierung einem Zinsänderungsrisiko ausgesetzt. Zinssatzschwankungen können sich auf die Höhe der Zinszahlungen für bestehende Schulden sowie auf die Kosten von Refinanzierungen auswirken.
Gegenmaßnahmen:
Um Wechselkursrisiken im operativen Geschäft zu begrenzen, tätigen wir Devisentermingeschäfte. Derivative Finanzinstrumente verwendet der Konzern ausschließlich zur Risikosteuerung im Zusammenhang mit kommerziellen Grundgeschäften. Um die Zinsänderungsrisiken zu begrenzen, tätigen wir gegebenenfalls Zinsswapgeschäfte.
KREDITRISIKO
Mögliche Auswirkungen:
Das Ausfallrisiko bei den originären und derivativen Finanzinstrumenten ergibt sich daraus, dass Vertragspartner ihren vertraglichen Zahlungs- und Erfüllungsverpflichtungen möglicherweise nicht nachkommen können.
Gegenmaßnahmen:
Durch das Kredit- und Forderungsmanagement sowie die Vertriebsbereiche der operativen Gesellschaften überwachen wir die sich aus den Liefer- und Leistungsbeziehungen der Gruppe ergebenden Kredit- und Bonitätsrisiken. Mit dem Ziel, Forderungsausfälle zu vermeiden, unterziehen wir Kunden einer laufenden internen Bonitätskontrolle. Forderungen gegen Kunden, die über kein erstklassiges Rating verfügen, werden versichert, soweit ein entsprechender Versicherungsschutz gewährt wird. Zur Vermeidung von Kreditrisiken aus Finanzinstrumenten werden diese nur mit Vertragspartnern erstklassiger Bonität abgeschlossen.
LIQUIDITÄTSRISIKO
Mögliche Auswirkungen:
Es besteht das Risiko, aufgrund unzureichender Verfügbarkeit von Zahlungsmitteln bestehende oder zukünftige Zahlungsverpflichtungen nicht erfüllen zu können.
Gegenmaßnahmen:
Die Liquiditätssituation des Konzerns wird auf Basis einer mehrjährigen Finanzplanung sowie einer monatlichen Liquiditätsplanung überwacht und gesteuert. Darüber hinaus stehen dem Gerresheimer Konzern zur Liquiditätssicherung ein revolvierendes Darlehen sowie mehrere Schuldscheindarlehen mit Laufzeiten bis zum Jahr 2027 zur Verfügung. An dieser Stelle ist zudem auf die quartalsweisen stattfindenden Zusammenkünfte des Anlagenausschusses und dessen liquiditätsüberwachende Aufgabe hinzuweisen.
Weitere Informationen zu den finanzwirtschaftlichen Risiken und deren Management sind im Konzernanhang unter der Angabe "Finanzrisikomanagement und derivative Finanzinstrumente" enthalten.
RISIKEN GEMÄSS CSR-RICHTLINIE-UMSETZUNGSGESETZ
Ausführungen zu unseren Nachhaltigkeitsrisiken finden sich in der nichtfinanziellen Konzernerklärung im Kapitel "Unternehmerische Verantwortung und Nachhaltigkeit bei Gerresheimer".
GESAMTAUSSAGE ZUR RISIKOSITUATION DES KONZERNS
Dem Gerresheimer Konzern eröffnen sich aufgrund seiner globalen und umfangreichen Geschäftstätigkeiten vielfältige Chancen (siehe "Megatrends" im Kapitel "Strategie und Ziele"). Mit unserem Kerngeschäft der Herstellung pharmazeutischer Primärverpackungen, Drug-Delivery-Devices sowie von Verpackungen für Kosmetik sind wir in globalen Wachstumsmärkten tätig. Die steigende Nachfrage nach Impfstoffen und Selbstmedikationen sowie der Paradigmen-wechsel von kleinen Molekülen hin zu Biotech-Medikamenten und Biosimilars werden den Markt für injizierbare Medikamente weiter beflügeln. Gerresheimer ist mit seiner weltweiten Aufstellung und seinem breiten Produktportfolio in attraktiven Nischen märkten gut positioniert. Für einen marktführenden Hersteller von Verpackungen und Glasspritzen für Vakzine wie Gerresheimer bietet selbst die Covid-19-Pandemie aus wirtschaftlicher Sicht Chancen. Unsere Investitionen im Geschäftsjahr 2020 sowie die für das Geschäftsjahr 2021 geplanten Investitionen in zahlreiche Wachstumsprojekte erhöhen unsere zukünftigen Chancen auf profitables nachhaltiges Wachstum.
Unser Risikomanagementsystem bildet die Grundlage für die Einschätzung des Gesamtrisikos durch den Vorstand. Im Rahmen der Risikoberichterstattung werden alle Risiken zusammengefasst, die von den Tochterunternehmen und den Zentralbereichen gemeldet werden. Diese Risikoberichterstattung erfolgt regelmäßig gegenüber dem Vorstand und dem Aufsichtsrat.
Die Risiken des Gerresheimer Konzerns haben sich im Geschäftsjahr 2020 im Vergleich zum Vorjahr trotz der Covid-19-Pandemie nicht wesentlich verändert. Nach unserer Einschätzung des Gesamtrisikos bestehen derzeit keine Risiken, die den Fortbestand des Gerresheimer Konzerns oder der Gerresheimer AG gefährden oder die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich beeinträchtigen.
Das revolvierende Darlehen unterliegt einer marktüblichen Financial Covenant. Diese wird im Kapitel "Finanzierungsinstrumente" erläutert. In den Geschäftsjahren 2019 und 2020 wurde die vorgegebene Financial Covenant gemäß der gültigen Rahmenkreditvereinbarung eingehalten. Unter Zugrundelegung der vorliegenden Mehrjahresplanung gehen wir davon aus, diese Financial Covenant auch zukünftig einzuhalten.
PROGNOSEBERICHT
AUSRICHTUNG DES KONZERNS
Die nachfolgenden Aussagen zum künftigen Geschäftsverlauf des Gerresheimer Konzerns sowie der Gerresheimer AG und zu den dafür als wesentlich beurteilten Annahmen über die wirtschaftliche Entwicklung von Markt und Branche basieren auf unseren Einschätzungen, die wir nach den uns vorliegenden Informationen zurzeit als realistisch ansehen. Diese sind jedoch mit Unsicherheit behaftet und bergen das unvermeidbare Risiko, dass die prognostizierten Entwicklungen weder in ihrer Tendenz noch ihrem Ausmaß nach tatsächlich eintreten.
ENTWICKLUNG DER WIRTSCHAFTLICHEN RAHMENBEDINGUNGEN
Für das Jahr 2021 rechnet der IWF mit einer weltweiten Konjunkturerholung und prognostiziert ein Weltwirtschaftswachstum von 5,2 % (Stand: Oktober 2020). Damit liegt das weltweite Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Jahr 2021 wieder knapp über dem Niveau des Jahres 2019, dem Jahr vor der Covid-19-Pandemie. Die im dritten Quartal 2020 gestartete konjunkturelle Aufwärtsbewegung dürfte sich den Experten zufolge im Jahr 2021 kontinuierlich verstärken.
Allerdings unterscheidet sich die regionale Entwicklung: Die Industrienationen sollen zwar nach den Einschätzungen der IWF-Experten im Jahr 2021 um 3,9 % wachsen, dennoch würde das BIP noch -2 Prozentpunkte unter dem Wert des Jahres 2019 zurückbleiben. Die Schwellen- und Entwicklungsländer sollen bereits im Jahr 2021 das BIP-Niveau des Jahres 2019 übertreffen. Im Jahr 2021 soll das BIP in den Schwellen- und Entwicklungsländern um 6,0 % wachsen und damit den BIP-Wert aus dem Jahr 2019 bereits um 2,5 Prozentpunkte übersteigen.
Für die USA erwartet der IWF im Jahr 2021 ein Wachstum von 3,1 %, nach einem Rückgang von -4,3 % im Jahr 2020.
Für die Eurozone wird im Vergleich zu den USA von einer stärkeren Erholung der Wirtschaft ausgegangen. Das Wachstum soll bei 5,2 % liegen. Allerdings war der Rückgang von -8,3 % im Jahr 2020 auch deutlich stärker als in den USA. Für Deutschland wird bei einem Wachstum von 4,2 % im Jahr 2021 mit einer im Vergleich zur Eurozone schwächeren Entwicklung gerechnet.
China soll den Experten zufolge mit einer Steigerung von 8,2 % wieder deutlicher wachsen, nachdem das Wachstum im Jahr 2020 mit 1,9 % signifikant unter den Vorjahren lag. Die starke Erholung der chinesischen Wirtschaft begründet sich zum einen damit, dass China wesentlich früher als beispielsweise die USA oder Europa aus dem ersten Lockdown im Zusammenhang mit der Bekämpfung der Covid-19-Pandemie kam, und zum anderen mit staatlichen Förderprogrammen und einem Exportgeschäft, das im weiteren Verlauf der Pandemie nicht so stark beeinträchtigt worden war. Indien dürfte zwar ein stärkeres Wachstumsplus von 8,8 % erreichen, allerdings folgt dies einem mit -10,3 % sehr starken Rückgang des Wirtschaftswachstums im Jahr 2020. Das erwartete Wachstum in Brasilien fällt dagegen mit 2,8 % im Vergleich zu den anderen Nationen eher moderat aus.
ERWARTETE ERTRAGSLAGE
Das übergeordnete Ziel des Konzerns ist es, der führende globale Partner für Lösungen zu werden, die zur Verbesserung von Gesundheit und Wohlbefinden beitragen. Dazu wollen wir nachhaltiges profitables Wachstum erzielen und unsere globale Präsenz ausbauen.
Im Geschäftsbereich Plastics & Devices erwarten wir im Geschäftsjahr 2021 Umsatzwachstum. Dabei bleiben weiterhin die Drug-Delivery-Devices für Medikamente die Hauptumsatz- und Wachstumsträger. Zu diesen Produkten zählen vor allem Autoinjektoren, Inhalatoren, Insulin-Pens sowie vorfüllbare Spritzen. Insgesamt ist unser Geschäft in diesem Bereich aufgrund klarer und intakter Megatrends weiter auf Wachstum ausgerichtet und wird insbesondere im Inhalatoren- und im Spritzengeschäft im kommenden Geschäftsjahr entsprechend zulegen. Insbesondere Produkte und Lösungen für biotechnologisch hergestellte Medikamente spielen hier eine zunehmende Rolle. Dies spiegelt sich auch in den Investitionen in die Kapazitätserweiterung der Spitzenproduktion an unserem Standort in Bünde (Deutschland) sowie in die Erweiterung des neuen Werkes für Drug-Delivery-Devices in Skopje (Republik Nordmazedonien) um eine Spritzenproduktion wider. Ein weiterer Investitionsschwerpunkt steht im Zusammenhang mit einem bedeutenden Vertrag zu Produktion von Autoinjektoren in Pfreimd (Deutschland).
Die Umsatzerlöse mit unseren pharmazeutischen Primärpackmitteln aus Kunststoff dürften sich im Geschäftsjahr 2021 in Europa und den USA unverändert gut entwickeln. Besondere Erwartungen haben wir an die Umsatzentwicklung in den Schwellenländern Brasilien, Indien und China. In den USA investieren wir in einen neuen Standort sowie die Diversifikation des Produktportfolios.
In unserem Geschäftsbereich Primary Packaging Glass erwarten wir ein Umsatzwachstum aus unseren Verpackungen aus Glas wie Injektionsfläschchen, Ampullen oder Pharmagläser sowie Parfümflakons und Cremetiegel. Im Geschäftsjahr 2021 investieren wir weiterhin in Automatisierung sowie den Ausbau der globalen Kapazitäten und des Produktportfolios, insbesondere von qualitativ höherwertigen Produkten. Drei Wannenerweiterungen zur Steigerung der Kapazitäten im Geschäftsfeld Moulded Glass werden im Jahr 2021 erfolgen, zwei in europäischen Werken und eine weitere in einem indischen Werk. Im Geschäftsfeld Tubular Glass investieren wir in den Ausbau der Kapazitäten für die Produktion von Injektionsfläschchen. Umsatzzuwächse erwarten wir in allen Regionen mit Produkten sowohl für die pharmazeutische als auch für die Kosmetikindustrie.
Im Geschäftsjahr 2021 wird der Geschäftsbereich Advanced Technologies konsequent weiter zum Innovations- und Digitalisierungshub des Gerresheimer Konzerns ausgebaut. Parallel wird die Marktdurchdringung der bereits verfügbaren Mikropumpe für die Selbstbehandlung von Parkinson weiter vorangetrieben. In dem Projekt zur Entwicklung einer Mikropumpe zur Behandlung von Herzerkrankungen unterstützen wir unseren Partner bei der Zulassung. Daneben entwickeln wir die Mikropumpen-Technologie für die Dosierung von großmolekularen biologischen Medikamenten. Darüber hinaus erfolgt die Entwicklung einer Plattform zur genauen und intelligenten Inhalationsmessung.
Wir prüfen weiterhin kontinuierlich mögliche Akquisitionen bzw. Kooperationen mit Universitäten und anderen Geschäftspartnern und -kunden, um Gerresheimer noch stärker als den Lösungsanbieter der Pharma- und Healthcareindustrie zu positionieren.
ERWARTETE FINANZLAGE UND LIQUIDITÄT
Der Gerresheimer Konzern verfügt zum 30. November 2020 über Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in Höhe von 88,0 Mio. Euro (Vorjahr: 85,8 Mio. Euro). Das revolvierende Darlehen zuzüglich Nebenkreditlinien im Gesamtvolumen von 476,0 Mio. Euro (Vorjahr: 550,0 Mio. Euro) stand uns zum Abschlussstichtag mit dem nicht in Anspruch genommenen Betrag in Höhe von 312,0 Mio. Euro zur Verfügung (Vorjahr: 231,2 Mio. Euro). Damit befinden wir uns in einer stabilen finanziellen Situation.
Die Fälligkeiten der Schuldscheindarlehen verteilen sich wie folgt auf die nächsten fünf Jahre und die Zeit danach:
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| In Mio. Euro für die Geschäftsjahre | Schuldscheindarlehen (Nominalwert) |
|---|---|
| 2021 | - |
| 2022 | 305,5 |
| 2023 | 163,0 |
| 2024 | 109,0 |
| 2025 | 187,5 |
| nach 2025 | 45,5 |
| Total | 810,5 |
Das revolvierende Darlehen ist im Geschäftsjahr 2025 fällig.
GESAMTAUSSAGE ZUM PROGNOSEBERICHT
Für die kommenden Geschäftsjahre ist unser Unternehmen gut gerüstet. Wir verfügen über eine gute finanzielle Basis, eine langfristige Finanzierung und eine klare Unternehmensstrategie, die auf langfristigen Megatrends basiert. Wir transformieren Gerresheimer in einen Wachstumswert als Innovationsführer und Lösungsanbieter. Die Zielrichtung aller Aktivitäten ist profitables und nachhaltiges Wachstum. Wir werden unser Unternehmen weiter globalisieren und attraktive Technologien in unser Portfolio aufnehmen. Dabei werden neben dem organischen Wachstum, das wir aus dem operativen Cashflow finanzieren wollen, Akquisitionen nach sorgfältiger Prüfung von Chancen und Risiken auch zukünftig eine wichtige Rolle spielen. Wir sind sehr gut aufgestellt, um die Chancen, die sich aus Innovationen oder einer Konsolidierung in unserer Branche ergeben könnten, konsequent anzugehen.
GERRESHEIMER KONZERN
Der Gerresheimer Konzern verfolgt eine klare und erfolgreiche Strategie, die auf nachhaltiges und profitables Wachstum ausgerichtet ist. Für das Geschäftsjahr 2021 gehen wir von folgenden Erwartungen aus, gemessen jeweils zu konstanten Wechselkursen sowie ohne Akquisitionen oder Desinvestitionen.
Die wesentliche Währung, neben dem Euro, bleibt der US-Dollar mit einem Umsatzanteil von knapp 30 % an den Umsatzerlösen im Geschäftsjahr 2021 bzw. knapp 40 % des Adjusted EBITDA. Weiterhin gilt hierbei, dass eine Stärkung oder Schwächung des US-Dollars im Verhältnis zum Euro von rund 1 Cent ca. 4 Mio. Euro Umsatzerlös- bzw. 1 Mio. Euro Adjusted EBITDA-Einfluss hat.
PROGNOSE FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2021
Umsatzerlöse und Adjusted EBITDA
Wir erwarten für das Geschäftsjahr 2021 in unserem Kerngeschäft 5 ein Umsatzwachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich 6 gegenüber dem währungsbereinigten Vergleichswert in Höhe von 1.390,1 Mio. Euro 7 für das Geschäftsjahr 2020. Für das Adjusted EBITDA unseres Kerngeschäfts rechnen wir im Geschäftsjahr 2021 mit einem Wachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich nach einem Vergleichswert für das Adjusted EBITDA von 318,6 Mio. Euro 8 im Geschäftsjahr 2020. Die Adjusted EBITDA-Marge wird für unser Kerngeschäft im Geschäftsjahr 2021 voraussichtlich zwischen 22 % und 23 % liegen.
Für den Geschäftsbereich Advanced Technologies erwarten wir im Geschäftsjahr 2021 Umsätze und ein Adjusted EBITDA auf dem Niveau des Vorjahres.
Bereinigtes Ergebnis je Aktie
Wir erwarten für das Geschäftsjahr 2021 eine Steigerung des währungsbereinigten Ergebnisses je Aktie der Aktionäre der Gerresheimer AG von rund 10 % im Vergleich zum währungsbereinigten Wert des Geschäftsjahres 2020 (3,84 Euro je Aktie).
VORLÄUFIGE INDIKATION FÜR FOLGEJAHRE
Umsatzerlöse und Adjusted EBITDA-Marge
Bezogen auf das organische Wachstum im Kerngeschäft streben wir an, im mittelfristigen Planungszeitraum Jahr für Jahr im hohen einstelligen Prozentbereich zu wachsen. Dieses über dem Markt liegende Wachstum wollen wir durch Erweiterung unserer Kapazitäten, höhere Marktanteile, innovative Produkte wie Gx ® Elite Glass, vorfüllbare sterile Gx ® RTF Vials und Gx RTF ® Spritzensysteme, vernetzte Drug-Delivery-Devices, Produkte und Lösungen für biotechnologisch hergestellte Medikamente sowie deutliches Wachstum in den Schwellenländern erreichen.
Mittelfristig gehen wir von einer währungsbereinigten Adjusted EBITDA-Marge im Kerngeschäft von 23 % aus. Diese Verbesserung gegenüber der Profitabilität des Geschäftsjahres 2020 soll insbesondere durch Skaleneffekte, eine Verbesserung des Produktmixes und erhöhte Automatisierung sowie Digitalisierung der Prozesse erreicht werden.
In der Realisierung der avisierten Entwicklungsprojekte im Geschäftsbereich Advanced Technologies sehen wir das Potenzial für einen signifikanten Umsatz- und Ergebnishebel.
Bereinigtes Ergebnis je Aktie
Auf Grundlage der guten Geschäftsentwicklung in den nächsten Jahren gehen wir von einer Verbesserung des währungsbereinigten Ergebnisses je Aktie der Aktionäre der Gerresheimer AG von mindestens 10 % pro Jahr aus.
Return on Capital Employed und Adjusted EBITDA-Leverage
Wir streben mittel- und langfristig einen Gx ROCE von rund 15 % an. Darüber hinaus streben wir langfristig ein Verhältnis der Nettofinanzschulden zum Adjusted EBITDA (Adjusted EBITDA-Leverage) von rund 2,5x an. Der erreichte Adjusted EBITDA-Leverage kann temporär davon abweichen, da Akquisitions- und Desinvestitionsaktivitäten sowie organische Geschäftsopportunitäten nicht genau planbar sind.
5 Das Kerngeschäft besteht aus den Geschäftsbereichen Plastics & Devices und Primary Packaging Glass sowie für das bereinigte EBITDA darüber hinaus aus Zentralstellen/Konsolidierung.
6 Ein mittlerer einstelliger Prozentbereich umfasst den Bereich zwischen 3 und 7 %.
7 Basierend auf den Umsatzerlösen des Geschäftsjahres 2020 umgerechnet mit den Plankursen des Geschäftsjahres 2021.
8 Basierend auf dem Adjusted EBITDA des Geschäftsjahres 2020 umgerechnet mit den Plankursen des Geschäftsjahres 2021.
Jahresabschluss der Gerresheimer AG zum 30. November 2020
GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG
für den Zeitraum vom 1. Dezember 2019 bis zum 30. November 2020
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| In Tsd. Euro | Anhang | 1.12.2019- 30.11.2020 | 1.12.2018- 30.11.2019 |
|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | (3) | 4.844 | 4.006 |
| Andere aktivierte Eigenleistungen | 88 | 192 | |
| Sonstige betriebliche Erträge | (4) | 12.538 | 12.151 |
| Personalaufwand | (5) | -21.097 | -17.785 |
| Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen | -1.590 | -1.509 | |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | (6) | -21.260 | -19.729 |
| Erträge aus Ergebnisabführungsverträgen (Vorjahr: Aufwendungen) | (7) | 120.552 | -172 |
| Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens | (8) | 11.771 | 11.771 |
| Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge | (9) | 193 | 788 |
| Sonstige Zinsen und ähnliche Aufwendungen | (10) | -12.488 | -11.901 |
| Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | (11) | -7.712 | -94 |
| Ergebnis nach Steuern | 85.839 | -22.282 | |
| Sonstige Steuern | -4 | -103 | |
| Jahresüberschuss (Vorjahr: Jahresfehlbetrag) | 85.835 | -22.385 | |
| Gewinnvortrag aus dem Vorjahr | 89.711 | 149.777 | |
| Bilanzgewinn | (14) | 175.546 | 127.392 |
BILANZ
zum 30. November 2020
Aktiva
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| In Tsd. Euro | Anhang | 30.11.2020 | 30.11.2019 |
|---|---|---|---|
| Anlagevermögen | |||
| Immaterielle Vermögensgegenstände | 4.552 | 5.378 | |
| Sachanlagen | 196 | 238 | |
| Finanzanlagen | 1.286.176 | 1.286.176 | |
| (12) | 1.290.924 | 1.291.792 | |
| Umlaufvermögen | |||
| Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände | (13) | 321.929 | 193.258 |
| Flüssige Mittel | 10 | 14 | |
| 321.939 | 193.272 | ||
| Rechnungsabgrenzungsposten | 1.109 | 914 | |
| Summe Aktiva | 1.613.972 | 1.485.978 | |
| PASSIVA | |||
| In Tsd. Euro | Anhang | 30.11.2020 | 30.11.2019 |
| Eigenkapital | |||
| Gezeichnetes Kapital bedingtes Kapital: 6.280 Tsd. Euro (Vorjahr: 6.280 Tsd. Euro) | 31.400 | 31.400 | |
| Kapitalrücklage | 525.721 | 525.721 | |
| Bilanzgewinn | 175.546 | 127.391 | |
| (14) | 732.667 | 684.512 | |
| Rückstellungen | |||
| Rückstellungen für Pensionen | (15) | 1.917 | 1.267 |
| Steuerrückstellungen | 3.227 | 2.028 | |
| Sonstige Rückstellungen | (16) | 16.670 | 13.485 |
| 21.814 | 16.780 | ||
| Verbindlichkeiten | (17) | 859.491 | 784.686 |
| Summe Passiva | 1.613.972 | 1.485.978 |
ANHANG für das Geschäftsjahr 2020
(1) Allgemeine Angaben
Die Gerresheimer Aktiengesellschaft (Gerresheimer AG) hat ihren Sitz in der Klaus-Bungert-Straße 4 in 40468 Düsseldorf und ist im Handelsregister B des Amtsgerichts Düsseldorf unter der Nummer HRB 56040 eingetragen. Die Gerresheimer AG nimmt als Holding im Wesentlichen die Steuerung der Unternehmen des Gerresheimer Konzerns wahr.
Der Jahresabschluss der Gerresheimer AG wurde nach den Grundsätzen ordnungsgemäßer Buchführung unter Beachtung der Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) und ergänzender gesetzlicher Regelungen erstellt.
Der vorliegende Jahresabschluss der Gerresheimer AG umfasst die Bilanz, die Gewinn- und Verlustrechnung und den Anhang. Als Mutterunternehmen erstellt die Gerresheimer AG den Konzernabschluss der Gerresheimer AG. Zum 30. November 2020 wurde der Lagebericht der Gerresheimer AG mit dem Lagebericht des Gerresheimer Konzerns zusammengefasst. Im Interesse einer klareren Darstellung sind in der Bilanz sowie in der Gewinn- und Verlustrechnung einzelne Posten zusammengefasst. Der gesonderte Ausweis erfolgt in den jeweiligen Posten des Anhangs. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren erstellt.
Der Jahresabschluss wird in Euro aufgestellt. Soweit nicht besonders darauf hingewiesen wird, werden die Beträge in Tausend Euro (Tsd. Euro) angegeben.
Der vorliegende Jahresabschluss bezieht sich auf das Geschäftsjahr vom 1. Dezember 2019 bis zum 30. November 2020.
Zwischen der Gerresheimer AG und der Gerresheimer Holdings GmbH besteht zum Abschlussstichtag ein Beherrschungs- und ein Ergebnisabführungsvertrag. Danach ist die Gerresheimer Holdings GmbH verpflichtet, ihren gesamten Gewinn an die Gerresheimer AG abzuführen. Die Gerresheimer AG muss entsprechend jeglichen Jahresfehlbetrag ausgleichen.
Die Gerresheimer AG ist in das Cash-Pool-Management der GERRESHEIMER GLAS GmbH eingebunden.
(2) Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten und die selbsterstellten immateriellen Vermögensgegenstände werden zu Herstellungskosten bewertet. Die Abschreibung erfolgt planmäßig linear. Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte werden über drei bis fünf Jahre abgeschrieben, es sei denn, dass sich eine vertraglich abweichende Nutzungsdauer ergibt. Immaterielle Vermögensgegenstände werden bei voraussichtlich dauerhafter Wertminderung außerplanmäßig abgeschrieben und mit dem niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt.
Die Herstellungskosten der anderen aktivierten Eigenleistungen umfassen Personaleinzelkosten sowie angemessene Teile der Gemeinkosten, die im Rahmen von Softwareimplementierungsprojekten angefallen sind.
Die Sachanlagen werden zu Anschaffungskosten angesetzt, vermindert um planmäßige Abschreibungen. Die Sachanlagen werden über die voraussichtliche Nutzungsdauer von drei bis 13 Jahren linear abgeschrieben. Geringwertige Vermögensgegenstände, deren Anschaffungskosten 250 Euro, jedoch nicht 1.000 Euro übersteigen, werden in Anlehnung an die steuerlichen Regelungen jahresweise in einem Sammelposten aktiviert und über fünf Jahre abgeschrieben. Geringwertige Vermögensgegenstände mit Anschaffungskosten bis 250 Euro werden direkt als Aufwand erfasst. Die Sachanlagen werden bei voraussichtlich dauernder Wertminderung außerplanmäßig abgeschrieben und mit dem niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt.
Die Finanzanlagen werden zu Anschaffungskosten oder den niedrigeren beizulegenden Werten angesetzt. Voraussichtlich dauernde Wertminderungen werden durch außerplanmäßige Abschreibungen berücksichtigt.
Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände werden mit ihren Nennwerten angesetzt. Fremdwährungsforderungen mit einer Laufzeit von bis zu einem Jahr werden mit Devisenkassamittelkursen zum Abschlussstichtag bewertet.
Die flüssigen Mittel umfassen den Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten. Der Ansatz erfolgt zum jeweiligen Nominalwert.
Die Rückstellungen für Pensionen werden nach versicherungsmathematischen Grundsätzen unter Anwendung des Anwartschaftsbarwertverfahrens ermittelt. Die Bewertung der Rückstellung erfolgt unter Anwendung der Richttafeln 2018G von Prof. Dr. Heubeck. Als Rechnungszins wurde vereinfachend der von der Deutschen Bundesbank für die letzten zehn Jahre im November 2020 ermittelte durchschnittliche Marktzinssatz von 2,35 % verwendet, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt. Der durchschnittliche Marktzins, den die Deutsche Bundesbank für die letzten sieben Jahre bei einer angenommenen Restlaufzeit von ebenfalls 15 Jahren im November 2020 berechnete, betrug 1,64 %.
Vermögensgegenstände, die dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogen sind und ausschließlich der Erfüllung von Schulden aus Altersversorgungsverpflichtungen oder vergleichbaren langfristig fälligen Verpflichtungen dienen (Deckungsvermögen), werden mit den zugrunde liegenden Verpflichtungen gemäß § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB verrechnet. Die Bewertung des Deckungsvermögens erfolgt zum beizulegenden Zeitwert.
Aufwendungen und Erträge aus der Abzinsung der Altersversorgungsverpflichtungen werden mit den Aufwendungen und Erträgen aus dem Deckungsvermögen im Zinsergebnis saldiert.
Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle ungewissen Verbindlichkeiten. Sie werden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags angesetzt einschließlich zu erwartender Preis- und Kostensteigerungen. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem laufzeitadäquaten, durchschnittlichen Marktzins der vergangenen sieben Geschäftsjahre gemäß Rückstellungsabzinsungsverordnung abgezinst.
Die Bewertung der Rückstellung für virtuelle Aktien erfolgt zum inneren Wert (anteilsbasierte Zusagen) bzw. zum Zeitwert (wertbasierte Zusagen) und wird unter Berücksichtigung des Zeitraums von der Gewährung bis zum erstmöglichen Ausübungstag angesammelt.
Die Verbindlichkeiten sind mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt.
Latente Steuern werden für temporäre Unterschiede zwischen den handelsbilanziellen und steuerlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten ermittelt. Mit Wirkung vom 1. Dezember 2019 wurde ein Ergebnisabführungsvertrag zwischen der Gerresheimer Holdings GmbH und der Gerresheimer Group GmbH abgeschlossen. Somit wurde der Organkreis der Gerresheimer AG auf die Gerresheimer Group GmbH mit ihren direkten und indirekten deutschen 100%-Tochtergesellschaften ausgeweitet. Die Beendigung der Organschaftspause zwischen der Gerresheimer Holdings GmbH und der Gerresheimer Group GmbH erfolgte nach dem Verbrauch von Verlustvorträgen der Gerresheimer Group GmbH.
Die Gerresheimer AG berechnet und bilanziert grundsätzlich auch die latenten Steuern ihrer Organgesellschaften. Die Ermittlung der latenten Steuern erfolgt auf Basis des kombinierten Ertragsteuersatzes des steuerlichen Organkreises der Gerresheimer AG von 29,0 % im Zeitpunkt des Abbaus der Differenzen. Der kombinierte Ertragsteuersatz umfasst Körperschaftsteuer (15,0 %), Gewerbesteuer (13,0 %) und Solidaritätszuschlag (5,5 %). Passive latente Steuern ergeben sich im Wesentlichen bei den Ansätzen von, Grundstücken, Finanzanlagen und steuerlichen Rücklagen. Aktive latente Steuern ergeben sich im Wesentlichen bei den Ansätzen von Pensionsrückstellungen und sonstigen Rückstellungen. Aktive und passive latente Steuern werden grundsätzlich saldiert auf der Passivseite ausgewiesen. Zum Abschlussstichtag liegt hingegen ein Überhang aktiver latenten Steuern vor. Das Wahlrecht zur Aktivierung einer sich insgesamt ergebenden Steuerentlastung wird nicht ausgeübt.
ERLÄUTERUNGEN ZUR GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG
(3) Umsatzerlöse
Die Umsatzerlöse belaufen sich im Geschäftsjahr 2020 auf insgesamt 4.844 Tsd. Euro (Vorjahr: 4.006 Tsd. Euro) und resultieren größtenteils aus IT-Dienstleistungen und sonstigen Managementleistungen an verbundene Unternehmen, die ausschließlich durch den Einsatz eigenen Personals erbracht wurden.
Die Leistungen des Geschäftsjahres 2020 wurden an verbundene Unternehmen erbracht, die ihren Sitz in den folgenden Ländern bzw. Regionen haben:
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| In Tsd. Euro | 2020 | 2019 |
|---|---|---|
| Deutschland | 2.130 | 1.745 |
| Amerika 1) | 950 | 816 |
| Europa 1) | 1.054 | 685 |
| Schwellenländer 2) | 698 | 760 |
| Sonstige Regionen | 12 | 0 |
| Summe | 4.844 | 4.006 |
1) Die hier genannten Umsatzerlöse in Europa sind ohne Umsatzerlöse in den Ländern Deutschland, Polen, Russland und Türkei und die Umsatzerlöse in Amerika ohne Argentinien, Brasilien, Chile, Kolumbien und Mexiko.
2) Diese beinhalten die Länder Ägypten, Algerien, Argentinien, Bangladesch, Brasilien, Chile, China, Indien, Indonesien, Kasachstan, Kolumbien, Mexiko, Nigeria, Pakistan, Philippinen, Polen, Russland, Saudi-Arabien, Südafrika, Thailand, Türkei und Vietnam.
(4) Sonstige betriebliche Erträge
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| In Tsd. Euro | 2020 | 2019 |
|---|---|---|
| Erträge aus Konzernverrechnungen | 11.434 | 11.137 |
| Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen | 918 | 806 |
| Erträge aus der Währungsumrechnung | 4 | 5 |
| Übrige sonstige Erträge | 182 | 203 |
| Summe | 12.538 | 12.151 |
Die Erträge aus Konzernverrechnungen entfallen im Geschäftsjahr 2020 ausschließlich auf weiterbelastete Versicherungsbeiträge und sonstige Kostenweiterbelastungen an Konzerngesellschaften, bei denen keine eigenen Leistungen erbracht wurden.
(5) Personalaufwand und Mitarbeiter
Die Aufwendungen für Gehälter betrugen im Geschäftsjahr 2020 18.482 Tsd. Euro (Vorjahr: 16.015 Tsd. Euro). Weiterhin sind Aufwendungen für soziale Abgaben von 1.349 Tsd. Euro (Vorjahr: 1.198 Tsd. Euro) und für Altersversorgung von 1.266 Tsd. Euro (Vorjahr: 572 Tsd. Euro) angefallen. Der Personalaufwand für Pensionen umfasst für die aktiven Vorstandsmitglieder anstelle einer betrieblichen Altersversorgung ein Versorgungsentgelt in Form eines jährlichen Geldbetrags zur freien Verwendung beim Aufbau einer privaten Altersversorgung. Darüber hinaus beinhaltet der Personalaufwand für Pensionen Pensionsaufwand aus leistungsorientierten Pensionsansprüchen von zwei ehemaligen Vorständen.
Im Durchschnitt beschäftigte die Gerresheimer AG im Geschäftsjahr 2020 100 Angestellte (davon 12 leitende und 88 andere Angestellte). Im Vorjahr waren 92 Angestellte in der Gerresheimer AG beschäftigt (davon 11 leitende und 81 andere Angestellte). Alle Mitarbeiter waren ausschließlich in der Verwaltung beschäftigt.
(6) Sonstige betriebliche Aufwendungen
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| In Tsd. Euro | 2020 | 2019 |
|---|---|---|
| Aufwendungen aus EDV-Dienstleistungen | 6.639 | 5.692 |
| Rechts- und Beratungsaufwendungen | 3.682 | 3.202 |
| Aufwendungen für Versicherungen | 3.103 | 2.636 |
| Reise-, Repräsentations- und Werbeaufwendungen | 1.340 | 2.031 |
| Aufsichtsratsvergütungen | 1.401 | 1.384 |
| Mietaufwendungen | 1.389 | 1.260 |
| Aufwendungen aus Konzernverrechnungen | 336 | 299 |
| Aufwendungen aus der Währungsumrechnung | 7 | 6 |
| Übrige sonstige Aufwendungen | 3.364 | 3.219 |
| Summe | 21.261 | 19.729 |
Der Anstieg der sonstigen betrieblichen Aufwendungen ist im Wesentlichen auf höhere Aufwendungen für EDV-Dienstleistungen im Zusammenhang mit einem erweiterten Leistungsspektrum sowie der Optimierung von Applikationen zurückzuführen.
(7) Ergebnis aus Ergebnisabführungsverträgen
Die Erträge aus Ergebnisabführungsverträgen von 120.552 Tsd. Euro (Vorjahr: Aufwand -172 Tsd. Euro) entfallen auf den im Rahmen des bestehenden Beherrschungs- und Ergebnisabführungsvertrages abgeführten Gewinn der Gerresheimer Holdings GmbH. Die Veränderung des Ergebnisses aus Ergebnisabführungsverträgen im Vergleich zum Vorjahr ist dadurch bedingt, dass mit Wirkung vom 1. Dezember 2019 der Ergebnisabführungsvertrag zwischen der Gerresheimer Holdings GmbH und der Gerresheimer Group GmbH abgeschlossen wurde. Somit wurde der Organkreis der Gerresheimer AG auf die Gerresheimer Group GmbH mit ihren direkten und indirekten deutschen 100%-Tochtergesellschaften ausgeweitet.
(8) Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens
Die Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens belaufen sich im Geschäftsjahr 2020 auf 11.771 Tsd. Euro (Vorjahr: 11.771 Tsd. Euro) und sind in voller Höhe aus verbundenen Unternehmen angefallen.
(9) Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge
Die sonstigen Zinsen und ähnliche Erträge belaufen sich im Geschäftsjahr 2020 auf 193 Tsd. Euro (Vorjahr: 788 Tsd. Euro). Der geringere Zinsertrag im Vergleich zum Vorjahr ist auf den in Geschäftsjahr 2019 neu verhandelten Konsortialkredit in Form eines revolvierenden Darlehens zuzüglich Nebenkreditlinien zurückzuführen. Die darauf entfallende Zinsen und Nebenkosten hat Gerresheimer AG den verbundenen Unternehmen, die von Konsortialkredit profitieren, im Geschäftsjahr 2019 in Rechnung gestellt.
(10) Sonstige Zinsen und ähnliche Aufwendungen
Die Zinsen und ähnliche Aufwendungen belaufen sich im Geschäftsjahr 2020 auf 12.488 Tsd. Euro (Vorjahr: 11.901 Tsd. Euro) und betreffen im Wesentlichen die Zinsaufwendungen für die ausgegebenen Schuldscheindarlehen. Die Zinsen und ähnlichen Aufwendungen beinhalten Aufwendungen aus der Aufzinsung von Pensionsrückstellungen in Höhe von 99 Tsd. Euro (Vorjahr: 130 Tsd. Euro), die mit den Erträgen aus dem Deckungsvermögen in Höhe von 38 Tsd. Euro (Vorjahr: 11 Tsd. Euro) saldiert ausgewiesen werden. Ferner sind Aufwendungen aus der Aufzinsung sonstiger Rückstellungen in Höhe von 46 Tsd. Euro (Vorjahr: 95 Tsd. Euro) sowie Zinsaufwendungen aus Steuern von 48 Tsd. Euro (Vorjahr: 182 Tsd. Euro) enthalten.
(11) Steuern vom Einkommen und vom Ertrag
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| In Tsd. Euro | 2020 | 2019 |
|---|---|---|
| Ertragsteuern | 7.617 | 127 |
| Steuern für Vorjahre | 95 | -33 |
| Summe | 7.712 | 94 |
ERLÄUTERUNGEN ZUR BILANZ
(12) Anlagevermögen
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| Anschaffungskosten | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| In Tsd. Euro | 1.12.2019 | Zugänge | Abgänge | Umbuchungen | 30.11.2020 |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Immaterielle Vermögensgegenstände | |||||
| Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte | 9.509 | 479 | 702 | 689 | 9.975 |
| Geleistete Anzahlungen | 1.026 | 483 | - | -689 | 820 |
| 10.535 | 962 | 702 | - | 10.795 | |
| Sachanlagen | |||||
| Betriebs- und Geschäftsausstattung | 1.137 | 41 | - | - | 1.178 |
| 1.137 | 41 | - | - | 1.178 | |
| Finanzanlagen | |||||
| Anteile an verbundenen Unternehmen | 593.780 | - | - | - | 593.780 |
| Ausleihungen an verbundene Unternehmen | 692.396 | - | - | - | 692.396 |
| 1.286.176 | - | - | - | 1.286.176 | |
| 1.297.848 | 1.003 | 702 | - | 1.298.149 |
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| Wertberichtigungen | ||||
|---|---|---|---|---|
| In Tsd. Euro | 1.12.2019 | Zugänge | Abgänge | 30.11.2020 |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Immaterielle Vermögensgegenstände | ||||
| Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte | 5.157 | 1.507 | 421 | 6.243 |
| 5.157 | 1.507 | 421 | 6.243 | |
| Sachanlagen | ||||
| Betriebs- und Geschäftsausstattung | 899 | 83 | - | 982 |
| 899 | 83 | - | 982 | |
| Finanzanlagen | ||||
| Anteile an verbundenen Unternehmen | - | - | - | - |
| Ausleihungen an verbundene Unternehmen | - | - | - | - |
| - | - | - | - | |
| 6.056 | 1.590 | 421 | 7.225 |
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| Buchwert | ||
|---|---|---|
| In Tsd. Euro | 30.11.2020 | 30.11.2019 |
| --- | --- | --- |
| Immaterielle Vermögensgegenstände | ||
| Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte | 3.732 | 4.352 |
| Geleistete Anzahlungen | 820 | 1.026 |
| 4.552 | 5.378 | |
| Sachanlagen | ||
| Betriebs- und Geschäftsausstattung | 196 | 238 |
| 196 | 238 | |
| Finanzanlagen | ||
| Anteile an verbundenen Unternehmen | 593.780 | 593.780 |
| Ausleihungen an verbundene Unternehmen | 692.396 | 692.396 |
| 1.286.176 | 1.286.176 | |
| 1.290.924 | 1.291.792 |
Die Zugänge zu den immateriellen Vermögensgegenständen betreffen im Wesentlichen Software und Lizenzen für Software.
Die Zugänge zu den Sachanlagen betreffen Geschäftsausstattung und geringwertige Vermögensgegestände.
Die Zusammensetzung des Anteilsbesitzes (§ 285 Nr. 11 HGB) ergibt sich aus der Anlage "Anteilsbesitzliste".
Die Ausleihungen an verbundene Unternehmen entfallen auf Darlehen an die GERRESHEIMER GLAS GmbH (296.100 Tsd. Euro; Vorjahr: 296.100 Tsd. Euro) und die Gerresheimer Holdings GmbH (396.296 Tsd. Euro; Vorjahr: 396.296 Tsd. Euro).
(13) Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
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| In Tsd. Euro | 30.11.2020 | 30.11.2019 |
|---|---|---|
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 127 | 7 |
| Forderungen gegen verbundene Unternehmen | 320.265 | 188.059 |
| Sonstige Vermögensgegenstände | 1.537 | 5.192 |
| 321.929 | 193.258 |
Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen bestehen in Höhe von 197.367 Tsd. Euro (Vorjahr: 185.270 Tsd. Euro) gegen die GERRESHEIMER GLAS GmbH aus Cash-Pool-Forderungen sowie in Höhe von 120.552 Tsd. Euro (Vorjahr: 0 Tsd. Euro) gegen die Gerresheimer Holdings GmbH aus Gewinnabführung. Die übrigen Forderungen gegen verbundene Unternehmen in Höhe von 2.345 Tsd. Euro (Vorjahr: 2.789 Tsd. Euro) resultieren aus Lieferungen und Leistungen. Sämtliche Forderungen haben wie im Vorjahr eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr. Der Rückgang der sonstigen Vermögensgegenstände ist im Wesentlichen bedingt durch im Vergleich zum Vorjahr niedrigere Vorsteuererstattungsansprüche aus verschiedenen Investitionsprojekten. Die sonstigen Vermögensgegenstände sind, wie im Vorjahr, innerhalb eines Jahres fällig.
(14) Eigenkapital
Zum 30. November 2020 beläuft sich das Grundkapital unverändert auf 31.400 Tsd. Euro, eingeteilt in 31.400.000 auf den Inhaber lautende Stückaktien mit einem rechnerischen Wert von jeweils 1,00 Euro. Das Grundkapital der Gesellschaft ist um bis zu 6.280.000,00 Euro durch Ausgabe von bis zu 6.280.000 neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien bedingt erhöht.
Der Vorstand ist durch Beschluss der Hauptversammlung vom 6. Juni 2019 ermächtigt, das Grundkapital der Gerresheimer AG in der Zeit bis zum 5. Juni 2021 mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch Ausgabe neuer, auf den Inhaber lautender Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen einmal oder mehrmals um insgesamt bis zu 6.280 Tsd. Euro zu erhöhen.
Die Hauptversammlung hat aus dem Bilanzgewinn des Vorjahres insgesamt 37.680 Tsd. Euro an die Aktionäre ausgeschüttet.
Im Geschäftsjahr 2020 entwickelte sich der Bilanzgewinn wie folgt:
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| In Tsd. Euro | |
|---|---|
| Jahresüberschuss Geschäftsjahr 2020 | 85.835 |
| Gewinnvortrag | 89.711 |
| Bilanzgewinn zum 30.11.2020 | 175.546 |
(15) Rückstellungen für Pensionen
Die zum 30. November 2020 ausgewiesenen Pensionsrückstellungen in Höhe von 1.917 Tsd. Euro (Vorjahr: 1.267 Tsd. Euro) umfassen den Erfüllungsbetrag der Pensionsverpflichtungen in Höhe von 4.290 Tsd. Euro (Vorjahr: 3.602 Tsd. Euro) nach Saldierung mit dem beizulegenden Zeitwert des Deckungsvermögens in Höhe von 2.373 Tsd. Euro (Vorjahr: 2.335 Tsd. Euro). Die Anschaffungskosten der im Deckungsvermögen enhaltenen Rückdeckungsversicherungsverträge betragen 2.150 Tsd. Euro (Vorjahr: 2.150 Tsd. Euro). Der unter Berücksichtigung von latenten Steuern sich ergebene Unterschiedsbetrag zum beizulegenden Zeitwert ist nach § 268 Abs 8 Satz 3 HGB ausschüttungsgesperrt.
Der Unterschiedsbetrag zwischen dem Ansatz der Rückstellungen für Pensionen unter Verwendung des durchschnittlichen Marktzinssatzes der vergangenen zehn Geschäftsjahre und des durchschnittlichen Marktzinssatzes der vergangenen sieben Geschäftsjähre beläuft sich zum 30. November 2020 auf 724 Tsd. Euro (Vorjahr: 654 Tsd. Euro) und ist grundsätzlich nach § 253 Abs. 6 Satz 2 HGB ausschüttungsgesperrt.
(16) Sonstige Rückstellungen
Die sonstigen Rückstellungen beinhalten überwiegend Rückstellungen für Personalkosten und Aufsichtsratsvergütungen, Hauptversammlung und den Geschäftsbericht, ausstehende Eingangsrechnungen aus verschiedenen Projekten sowie Jahresabschlusskosten. Die im letzten Jahr bestehende Rückstellung für Altersteilzeit in Höhe von 135 Tsd. Euro wurde im Geschäftsjahr 2020 vollständig verbraucht.
(17) Verbindlichkeiten
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| In Tsd. Euro | 30.11.2020 | 30.11.2019 |
|---|---|---|
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 858.056 | 782.129 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 689 | 1.427 |
| Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | 191 | 216 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 555 | 914 |
| davon aus Steuern | 523 | 648 |
| davon im Rahmen der sozialen Sicherheit | 12 | 5 |
| Summe | 859.491 | 784.686 |
Die Restlaufzeiten der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind wie folgt:
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| Restlaufzeit | Restlaufzeit | ||||
|---|---|---|---|---|---|
| In Tsd. Euro | bis 1 Jahr | über 1 Jahr | Total | davon über 5 Jahre | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 30.11.2020 | 47.556 | 810.500 | 858.056 | 45.500 |
| 30.11.2019 | 296.629 | 485.500 | 782.129 | 71.000 |
Die übrigen Verbindlichkeiten sind wie im Vorjahr sämtlich innerhalb eines Jahres fällig.
Die Gerresheimer AG finanziert sich über Schuldscheindarlehen, die in 2015, 2017 und 2020 emittiert wurden. Die im November 2015 emittierten Schuldscheindarlehen der Gerresheimer AG teilen sich in eine fünfjährige Tranche über 189.500 Tsd. Euro, die im November 2020 zurückgezahlt wurde, eine siebenjährige Tranche über 210.000 Tsd. Euro sowie eine zehnjährige Tranche über 25.500 Tsd. Euro auf. Die jeweiligen Tranchen werden überwiegend fix, aber zum Teil auch variabel verzinst. Die im September 2017 emittierten Schuldscheindarlehen in Höhe von insgesamt 250.000 Tsd. Euro teilen sich auf in eine fünfjährige Tranche über 95.500 Tsd. Euro, eine siebenjährige Tranche über 109.000 Tsd. Euro sowie eine zehnjährige Tranche über 45.500 Tsd. Euro. Die jeweiligen Tranchen werden überwiegend fix, aber zu einem geringen Teil auch variabel verzinst. Die im November 2020 emittierten Schuldscheindarlehen in Höhe von insgesamt 325.000 Tsd. Euro teilen sich auf in eine dreijährige Tranche über 163.000 Tsd. Euro sowie eine fünfjährige Tranche über 162.000 Tsd. Euro. Die jeweiligen Tranchen werden überwiegend fix, aber zu einem geringen Teil auch variabel verzinst.
Die Finanzierung der Gerresheimer AG wurde im Geschäftsjahr 2019 im Rahmen einer Refinanzierung neu verhandelt und am 26. September 2019 unterzeichnet. Sie umfasst einen Konsortialkredit in Form eines revolvierenden Darlehens zuzüglich Nebenkreditlinien in einer ursprünglichen Höhe von insgesamt 550.000 Tsd. Euro. Die Laufzeit dieses Konsortialkredits ist fünf Jahre zuzüglich zweier Verlängerungsoptionen von jeweils einem Jahr, von denen im September 2020 die erste Verlängerungsoption gezogen wurde. Damit hat sich die Laufzeit des Konsortialkredites bis zum September 2025 verlängert. Am 10. November 2020 ist eine Konsortialbank aus der Rahmenkreditfinanzierung ausgeschieden, sodass der Rahmenkredit in Form des revolvierenden Darlehens zuzüglich Nebenkreditlinien noch 476.000 Tsd. Euro beträgt. Die Inanspruchnahme aus diesem Konsortialkredit beträgt zum 30. November 2020 46.639 Tsd. Euro (Vorjahr: 106.318 Tsd. Euro) und ist, wie im Vorjahr, unter den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten ausgewiesen.
(18) Latente Steuern
Zum 30. November 2020 ergibt sich aus zeitlichen Bewertungsunterschieden eine zukünftige Steuerentlastung in Höhe von 7.339 Tsd. Euro (Vorjahr: 10.024 Tsd. Euro). Das Wahlrecht zur Aktivierung einer sich insgesamt ergebenden Steuerentlastung wurde nicht ausgeübt.
SONSTIGE ANGABEN
(19) Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle Verpflichtungen
Die Gerresheimer AG hat zur Sicherheit der bei verbundenen Unternehmen bestehenden Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten eine Mithaftung in Form einer Höchstbetragsbürgschaft über 476.000 Tsd. Euro übernommen. Insgesamt ergibt sich für die Gerresheimer AG hieraus eine Mithaftung für Bankkredite von verbundenen Unternehmen von 117.585 Tsd. Euro zum 30. November 2020 (Vorjahr: 212.685 Tsd. Euro). Aufgrund der soliden Bilanz-und langfristigen Finanzierungsstruktur der Tochtergesellschaften der Gerresheimer AG ist mit einer Inanspruchnahme nach unseren Erkenntnissen nicht zu rechnen.
Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen belaufen sich zum 30. November 2020 auf 13.627 Tsd. Euro (Vorjahr: 4.423 Tsd. Euro). In den bereits in Vorjahren bestehenden Verpflichtungen aus Miet- und Leasingverträgen für Gebäude, PKW und EDV-Ausstattung sind im Geschäftsjahr 2020 erstmalig die langfristige Wartungs- und Lizenzverträge für Software, sowie Vereinbarungen über die sonstige langfristige Wartungsverträge berücksichtigt. Die Miet-, Wartungs- und Leasingverpflichtungen sind innerhalb der nächsten fünf Jahre fällig.
(20) Vorstand der Gerresheimer AG
Dem Vorstand der Gerresheimer AG gehörten an:
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| ― | Herr Dietmar Siemssen, Bonn, Vorstandsvorsitzender |
| ― | Herr Dr. Bernd Metzner, Düsseldorf, Finanzvorstand |
| ― | Herr Dr. Lukas Burkhardt, Zürich (Schweiz), Vorstand Primary Packaging Glass |
Jeder Vorstand vertritt die Gesellschaft gemeinschaftlich mit einem anderen Vorstand oder gemeinsam mit einem Prokuristen. Die Mandante der einzelnen Mitglieder sind als Anhang unter dem Kapitel "Organe" aufgelistet.
(21) Aufsichtsrat der Gerresheimer AG
Die Mitglieder des Aufsichtsrats und deren Mandate sind als Anhang unter dem Kapitel "Organe" aufgelistet.
(22) Bezüge des Vorstands und des Aufsichtsrats
Die Vergütung der Vorstandsmitglieder aus Festgehalt (inklusive Nebenleistungen) und erfolgsabhängiger Tantieme belief sich im Geschäftsjahr 2020 auf 3.075 Tsd. Euro (Vorjahr: 3.980 Tsd. Euro).
Die Gesamtbezüge früherer Mitglieder des Vorstands der Gerresheimer AG belaufen sich im Geschäftsjahr 2020 auf 2.201 Tsd. Euro. (Vorjahr: 2.184 Tsd. Euro). Die Pensionsverpflichtungen für diesen Personenkreis belaufen sich zum 30. November 2020 auf 1.917 Tsd. Euro (Vorjahr: 1.267 Tsd. Euro).
Die Gesamtbezüge für die Mitglieder des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr 2020 betrugen 1.380 Tsd. Euro (Vorjahr: 1.384 Tsd. Euro).
(23) Mitteilungen von Anteilseignern der Gesellschaft nach den Vorschriften des Wertpapierhandelsgesetzes (WpHG)
Gemäß § 160 Abs. 1 Nr. 8 Aktiengesetz (AktG) muss das Bestehen einer Beteiligung, die nach § 20 Abs. 1 oder Abs. 4 AktG oder nach § 33 Abs. 1 oder Abs. 2 des Wertpapierhandelsgesetzes (WpHG) mitgeteilt worden ist, angegeben werden. Dabei ist der nach § 20 Abs. 6 AktG oder der nach § 40 Abs. 1 WpHG veröffentlichte Inhalt der Mitteilung anzugeben. Im Falle eines mehrfachen Erreichens, Über- oder Unterschreitens der in dieser Vorschrift genannten Schwellenwerte durch einen Meldepflichtigen wird jeweils die zeitlich letzte Mitteilung aufgeführt, die zu einer Erreichung bzw. Über- oder Unterschreitung geführt hat. Sämtliche Stimmrechtsmitteilungen, die der Gerresheimer AG zugegangen sind, können auf der Internetseite der Gesellschaft (www.gerresheimer.com/ investor-relations/corporate-governance/stimmrechtsmitteilungen) eingesehen werden.
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| Meldepflichtiger | Sitz | Veröffentlichungsdatum | Datum der Schwellenwertberührung | Meldeschwelle |
|---|---|---|---|---|
| NN Group N.V. | Amsterdam (Niederlande) | 18. Februar 2019 | 8. Februar 2019 | 10 % |
| Stichting Pensioenfonds ABP | Heerlen (Niederlande) | 30. Juli 2015 | 27. Juli 2015 | 5 % |
| Eton Park Overseas Fund, Ltd. | Camana Bay, Grand Cayman (Cayman Inseln) | 18. Juli 2012 | 10. Juli 2012 | 5 % |
| WS Management LLLP/ Gilchrist B. Berg | Jacksonville, FL (USA) | 1. Februar 2010/ 16. Februar 2010 | 25. Januar 2010 | 3 % |
| BNP Paribas Asset Management Holding S.A. (Umfirmierung; vormals BNP Paribas Investment Partners S.A.) | Paris (Frankreich) | 30. Januar 2020 | 23. Januar 2020 | 3 % |
| Templeton Investment Counsel LLC | Wilmington, DA (USA) | 15. August 2019/ 19. Februar 2016 | 5. November 2018/ 16. Februar 2016 | 3 % |
| Templeton Investment Counsel LLC | Wilmington, DA (USA) | 7. Mai 2020 | 4. Mai 2020 | 3 % |
| NBSH Acquisition, LLC | Wilmington, DA (USA) | 9. August 2019 | 2. August 2019 | 3 % |
| Ameriprise Financial, Inc. | Wilmington, DA (USA) | 11. November 2019 | 31. Oktober 2019 | 3 % |
| Ameriprise Financial, Inc. | Wilmington, DA (USA) | 15. Dezember 2020 | 7. Dezember 2020 | 3 % |
| AllianceBernstein Corporation | New York City, NY (USA) | 5. Oktober 2020 | 29. September 2020 | 5 % |
| AllianceBernstein Corporation | New York City, NY (USA) | 29. Dezember 2020 | 18. Dezember 2020 | 3 % |
| Schroders plc | London (Großbritannien) | 4. Februar 2020 | 27. Januar 2020 | 3 % |
| BlackRock, Inc. | Wilmington, DA (USA) | 29. Juni 2020 | 19. Juni 2020 | 3 % |
| Massachusetts Financial Services Company | Boston, MA (USA) | 5. Juni 2020 | 28. Mai 2020 | 3 % |
| The Goldman Sachs Group, Inc. | Wilmington, DA (USA) | 5. Mai 2020 | 28. April 2020 | 3 % |
| The Goldman Sachs Group, Inc. | Wilmington, DA (USA) | 6. Mai 2020 | 29. April 2020 | 3 % |
| FIL Limited | Pembroke (Bermuda) | 11. Februar 2020 | 7. Februar 2020 | 3 % |
| FIL Limited | Pembroke (Bermuda) | 27. November 2020 | 24. November 2020 | 3 % |
| Fidelity Funds SICAV | Luxemburg (Luxemburg) | 28. Februar 2020 | 26. Februar 2020 | 3 % |
| Fidelity Funds SICAV | Luxemburg (Luxemburg) | 12. August 2020 | 7. August 2020 | 3 % |
| Threadneedle (Lux) | Bertrange (Luxemburg) | 15. Dezember 2020 | 7. Dezember 2020 | 3 % |
| Ministry of Finance on behalf of the State of Norway | Oslo (Norwegen) | 23. Dezember 2020 | 21. Dezember 2020 | 3 % |
| Ministry of Finance on behalf of the State of Norway | Oslo (Norwegen) | 28. Dezember 2020 | 22. Dezember 2020 | 3 % |
| Ministry of Finance on behalf of the State of Norway | Oslo (Norwegen) | 14. Januar 2021 | 7. Januar 2021 | 3 % |
| Ministry of Finance on behalf of the State of Norway | Oslo (Norwegen) | 14. Januar 2021 | 12. Januar 2021 | 3 % |
| Ministry of Finance on behalf of the State of Norway | Oslo (Norwegen) | 15. Januar 2021 | 13. Januar 2021 | 3 % |
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| Meldepflichtiger | Art der Schwellenwertberührung | Zurechnungen gemäß WpHG |
|---|---|---|
| NN Group N.V. | Überschreitung | § 34 |
| Stichting Pensioenfonds ABP | Überschreitung | § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 |
| Eton Park Overseas Fund, Ltd. | Unterschreitung | § 25 |
| WS Management LLLP/ Gilchrist B. Berg | Überschreitung | § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1, 6 i. V. m. § 22 Abs. 1 Satz 2 |
| BNP Paribas Asset Management Holding S.A. (Umfirmierung; vormals BNP Paribas Investment Partners S.A.) | Unterschreitung | § 33, § 34 |
| Templeton Investment Counsel LLC | Überschreitung | § 33, § 34 |
| Templeton Investment Counsel LLC | Unterschreitung | § 33, § 34 |
| NBSH Acquisition, LLC | Überschreitung | § 34 |
| Ameriprise Financial, Inc. | Überschreitung | § 34 |
| Ameriprise Financial, Inc. | Überschreitung | § 33, § 34 |
| AllianceBernstein Corporation | Unterschreitung | § 33, § 34 |
| AllianceBernstein Corporation | Unterschreitung | § 33, § 34 |
| Schroders plc | Überschreitung | § 33, § 34 |
| BlackRock, Inc. | Überschreitung | § 33, § 34, § 38 |
| Massachusetts Financial Services Company | Überschreitung | § 33, § 34 |
| The Goldman Sachs Group, Inc. | Überschreitung | § 33, § 34 |
| The Goldman Sachs Group, Inc. | Unterschreitung | § 33, § 34 |
| FIL Limited | Überschreitung | § 33, § 34 |
| FIL Limited | Unterschreitung | § 33, § 34 |
| Fidelity Funds SICAV | Überschreitung | § 33, § 34 |
| Fidelity Funds SICAV | Unterschreitung | § 33, § 34 |
| Threadneedle (Lux) | Überschreitung | § 33, § 34 |
| Ministry of Finance on behalf of the State of Norway | Überschreitung | § 33, § 34, § 38 |
| Ministry of Finance on behalf of the State of Norway | Unterschreitung | § 33, § 34, § 38 |
| Ministry of Finance on behalf of the State of Norway | Überschreitung | § 33, § 34, § 38 |
| Ministry of Finance on behalf of the State of Norway | Überschreitung | § 33, § 34, § 38 |
| Ministry of Finance on behalf of the State of Norway | Überschreitung | § 33, § 34, § 38 |
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| Meldepflichtiger | Sitz | Beteiligung in Stimmrechten | Beteiligung in % |
|---|---|---|---|
| NN Group N.V. | Amsterdam (Niederlande) | 3.156.436 | 10 % |
| Stichting Pensioenfonds ABP | Heerlen (Niederlande) | 1.602.791 | 5 % |
| Eton Park Overseas Fund, Ltd. | Camana Bay, Grand Cayman (Cayman Inseln) | 1.544.217 | 5 % |
| WS Management LLLP/ Gilchrist B. Berg | Jacksonville, FL (USA) | 974.402 | 3 % |
| BNP Paribas Asset Management Holding S.A. (Umfirmierung; vormals BNP Paribas Investment Partners S.A.) | Paris (Frankreich) | 728.662 | 2 % |
| Templeton Investment Counsel LLC | Wilmington, DA (USA) | 989.100 | 3 % |
| Templeton Investment Counsel LLC | Wilmington, DA (USA) | 941.747 | 2 % |
| NBSH Acquisition, LLC | Wilmington, DA (USA) | 960.189 | 3 % |
| Ameriprise Financial, Inc. | Wilmington, DA (USA) | 942.440 | 3 % |
| Ameriprise Financial, Inc. | Wilmington, DA (USA) | 1.282.057 | 3 % |
| AllianceBernstein Corporation | New York City, NY (USA) | 1.529.111 | 4 % |
| AllianceBernstein Corporation | New York City, NY (USA) | 923.804 | 2 % |
| Schroders plc | London (Großbritannien) | 960.993 | 3 % |
| BlackRock, Inc. | Wilmington, DA (USA) | 1.098.096 | 3 % |
| Massachusetts Financial Services Company | Boston, MA (USA) | 997.049 | 3 % |
| The Goldman Sachs Group, Inc. | Wilmington, DA (USA) | 1.159.596 | 4 % |
| The Goldman Sachs Group, Inc. | Wilmington, DA (USA) | 657.674 | 2 % |
| FIL Limited | Pembroke (Bermuda) | 947.916 | 3 % |
| FIL Limited | Pembroke (Bermuda) | 937.837 | 2 % |
| Fidelity Funds SICAV | Luxemburg (Luxemburg) | 956.217 | 3 % |
| Fidelity Funds SICAV | Luxemburg (Luxemburg) | 941.831 | 2 % |
| Threadneedle (Lux) | Bertrange (Luxemburg) | 947.540 | 3 % |
| Ministry of Finance on behalf of the State of Norway | Oslo (Norwegen) | 1.036.707 | 3 % |
| Ministry of Finance on behalf of the State of Norway | Oslo (Norwegen) | 929.648 | 2 % |
| Ministry of Finance on behalf of the State of Norway | Oslo (Norwegen) | 1.038.915 | 3 % |
| Ministry of Finance on behalf of the State of Norway | Oslo (Norwegen) | 965.930 | 3 % |
| Ministry of Finance on behalf of the State of Norway | Oslo (Norwegen) | 1.058.618 | 3 % |
(24) Honorar des Abschlussprüfers
Die im Geschäftsjahr 2020 von der Deloitte GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Düsseldorf, in Anspruch genommenen Dienstleistungen umfassen im Wesentlichen Leistungen für die Abschlussprüfung und im geringeren Umfang andere Bestätigungsleistungen. Die Nichtprüfungsleistungen entfielen im Berichtsjahr hauptsächlich auf die Prüfung von nichtfinanziellen Informationen sowie vereinbarte Untersuchungshandlungen von finanziellen Informationen außerhalb der Abschlussprüfung (andere Bestätigungsleistungen).
Für die Angabe der für das Geschäftsjahr 2020 berechneten Abschlussprüferhonorare wird auf den Konzernabschluss der Gerresheimer AG zum 30. November 2020 verwiesen.
(25) Corporate Governance
Vorstand und Aufsichtsrat der Gerresheimer AG haben am 3. September 2020 eine jährliche Entsprechenserklärung nach § 161 AktG abgegeben. Die Erklärung ist auf der Internetseite der Gesellschaft (www.gerresheimer.com/investor-relations/corporate-governance/entsprechenserklaerung) öffentlich zugänglich.
(26) Vorschlag zur Gewinnverwendung
Wir schlagen der Hauptversammlung vor, den Bilanzgewinn der Gerresheimer AG für das Geschäftsjahr 2020 wie folgt zu verwenden:
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| In Tsd. Euro | 2020 |
|---|---|
| Bilanzgewinn vor Ausschüttung der Dividende | 175.546 |
| Ausschüttung einer Dividende von 1,25 Euro je Stückaktie | 39.250 |
| Vortrag auf neue Rechnung | 136.296 |
(27) Ereignisse nach dem Abschlussstichtag
Nach dem Bilanzstichtag sind keine für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gerresheimer AG wesentlichen Ereignisse eingetreten.
(28) Konzernverhältnisse
Als Mutterunternehmen stellt die Gerresheimer AG nach § 315e Abs. 1 HGB einen Konzernabschluss auf der Grundlage der International Financial Reporting Standards (IFRS) auf. Ein Konzernabschluss nach handelsrechtlichen Vorschriften wird daher nicht aufgestellt. Der Konzernabschluss wird im Bundesanzeiger veröffentlicht. Der Lagebericht der Gerresheimer AG ist mit dem Lagebericht des Gerresheimer Konzerns zusammengefasst.
(29) Erklärung des Vorstands
Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Jahresabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt und im zusammengefassten Lagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage der Gesellschaft so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung der Gesellschaft beschrieben sind.
Düsseldorf, 29. Januar 2021
Gerresheimer AG
Der Vorstand
Dietmar Siemssen
Dr. Bernd Metzner
Dr. Lukas Burkhardt
ANTEILSBESITZLISTE
zum 30. November 2020
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| Währung in Mio./nach lokalem Handelsrecht | Beteiligungsanteil (direkt und indirekt) | Währung | Eigenkapital | Ergebnis |
|---|---|---|---|---|
| Direkte Beteiligung | ||||
| Gerresheimer Holdings GmbH, Düsseldorf a) | 100,00 % | Euro | 593,80 | b) |
| Indirekte Beteiligung | ||||
| Asien | ||||
| Gerresheimer Medical Plastic Systems Dongguan Co. Ltd., Wang Niu Dun Town, Dongguan City (China) h) | 100,00 % | CNY | 74,37 | 6,99 |
| Gerresheimer Pharmaceutical Packaging Mumbai Private Ltd., Mumbai (Indien) | 100,00 % | NR | 773,70 | -141,79 |
| Gerresheimer Plastic Packaging (Changzhou) Co., LTD., Changzhou City, Jiangsu (China) | 100,00 % | CNY | 9,00 | -6,32 |
| Gerresheimer Singapore Pte. Ltd., Singapur (Singapur) | 100,00 % | SGD | 0,20 | 0,01 |
| Gerresheimer Shuangfeng Pharmaceutical Glass (Danyang) Co. Ltd., Danyang, Jiangsu (China) | 60,00 % | CNY | 212,10 | 8,91 |
| Gerresheimer Shuangfeng Pharmaceutical Packaging (Zhenjiang) Co. Ltd., Zhenjiang, Jiangsu (China) | 60,00 % | CNY | 112,70 | 18,87 |
| Neutral Glass & Allied Industries Private Ltd., Mumbai (Indien) | 100,00 % | INR | 1.923,30 | -22,43 |
| Triveni Polymers Private Ltd., Neu-Delhi (Indien) | 100,00% | INR | 2.425,90 | 378,90 |
| Europa | ||||
| Gerresheimer Boleslawiec S.A., Boleslawiec (Polen) | 100,00 % | PLN | 188,40 | 27,94 |
| Gerresheimer Bünde GmbH, Bünde a) | 100,00 % | Euro | 12,70 | b) |
| Gerresheimer Chalon SAS, Chalon-sur-Saone (Frankreich) | 100,00 % | Euro | -3,00 | -3,38 |
| Gerresheimer Denmark A/S, Vaerloese (Dänemark) | 100,00 % | DKK | 240,10 | 37,16 |
| Gerresheimer Essen GmbH, Essen a) | 100,00 % | Euro | 4,20 | b) |
| GERRESHEIMER GLAS GmbH, Düsseldorf a) | 100,00 % | Euro | 668,80 | b) |
| Gerresheimer Group GmbH, Düsseldorf a) | 100,00 % | Euro | 638,30 | b) |
| Gerresheimer Hallenverwaltungs GmbH, Düsseldorf a), c) | 100,00 % | Euro | - | b) |
| Gerresheimer Hallenverwaltungs GmbH & Co. Objekt Düsseldorf KG, Düsseldorf d), e) | 100,00 % | Euro | 2,10 | 0,22 |
| Gerresheimer Horsovsky Tyn spol. s r.o., Horsovsky Tyn (Tschechien) | 100,00 % | CZK | 2.229,70 | 685,9 |
| Gerresheimer Medical Systems Schweiz AG, Zug (Schweiz) i) | 100,00 % | Euro | 17,00 | 7,09 |
| Gerresheimer Lohr GmbH, Lohr/Main a) | 100,00 % | Euro | 5,30 | b) |
| Gerresheimer Medical Plastic Systems GmbH, Regensburg a), c) | 100,00 % | Euro | - | b) |
| Gerresheimer Momignies S.A., Momignies (Belgien) | 100,00 % | Euro | 26,80 | 0,95 |
| Gerresheimer Moulded Glass GmbH, Tettau a), c) | 100,00 % | Euro | - | b) |
| Gerresheimer Plastic Packaging SAS, Besancon (Frankreich) | 100,00 % | Euro | 0,80 | 0,20 |
| Gerresheimer Regensburg GmbH, Regensburg a) | 100,00 % | Euro | 278,00 | b) |
| Gerresheimer respimetrix GmbH, Düsseldorf | 60,00 % | Euro | 0,21 | -0,99 |
| Gerresheimer Skopje DOOEL Ilinden, Ilinden (Republik Nordmazedonien) | 100,00 % | MKD | -224,70 | -182,28 |
| Gerresheimer Spain S.L.U., Epila (Spanien) | 100,00 % | Euro | 0,20 | -0,13 |
| Gerresheimer Tettau GmbH, Tettau a) | 100,00 % | Euro | 12,40 | b) |
| Gerresheimer Vaerloese A/S, Vaerloese (Dänemark) | 100,00 % | Euro | 194,60 | 49,23 |
| Gerresheimer Valencia S.L.U. in LIQ, Masalaves (Spanien) | 99,91 % | Euro | -1,50 | -0,04 |
| Gerresheimer Werkzeugbau Wackersdorf GmbH, Wackersdorf a) | 100,00 % | Euro | 0,50 | b) |
| Gerresheimer Wertheim GmbH, Wertheim a) | 100,00 % | Euro | 1,10 | b) |
| Gerresheimer Zaragoza S.A., Epila (Spanien) | 99,91 % | Euro | 2,00 | 1,2 |
| Sensile Medical AG, Olten (Schweiz) | 99,89 % | Euro | -36,80 | -19,3 |
| Amerika | ||||
| Centor Inc., Perrysburg, OH (USA) | 100,00 % | USD | 638,23 | 24,17 |
| Centor Pharma Inc., Perrysburg, OH (USA) c), f) | 100,00 % | USD | - | - |
| Centor US Holding Inc., Perrysburg, OH (USA) | 100,00 % | USD | 731,22 | - |
| Gerresheimer Glass Inc., Vineland, NJ (USA) | 100,00 % | USD | 840,53 | 10,82 |
| Gerresheimer Mexico Holding LLC, Wilmington, DE (USA) | 100,00 % | USD | 18,65 | -0,01 |
| Gerresheimer MH Inc., Wilmington, DE (USA) c) | 100,00 % | USD | - | -0,01 |
| Gerresheimer Peachtree City (USA) L.P., Peachtree City, GA (USA) | 100,00 % | USD | -4,81 | 1,34 |
| Gerresheimer Peachtree City Inc., Peachtree City, GA (USA) c) | 100,00 % | USD | -0,05 | 0,01 |
| Gerresheimer Plasticos Sao Paulo Ltda., Embu (Brasilien) | 100,00 % | BRL | 269,50 | -8,80 |
| Gerresheimer Queretaro S.A., Queretaro (Mexiko) h) | 100,00 % | MXN | 817,61 | 165,35 |
| Gerresheimer Sistemas Plasticos Medicinais Sao Paulo Ltda., Indaiatuba (Brasilien) | 100,00 % | BRL | 63,30 | 13,30 |
| Nouvelles Verreries de Momignies Inc., Larchmont, NY (USA) g) | 100,00 % | USD | - | - |
| Assoziierte Unternehmen | ||||
| Corning Pharmaceutical Packaging LLC, Wilmington, DW (USA) f), h) | 25,00 % | USD | 0,16 | -0,35 |
| Gerresheimer Tooling LLC, Peachtree City, GA (USA) h) | 30,00 % | USD | 1,16 | 0,11 |
| PROFORM CNC Nastrojarna spol. s r.o., Horsovsky Tyn (Tschechien) f), h) | 40,59 % | CZK | 2,55 | -0,19 |
a) Die Gesellschaft ist gemäß § 264 Abs. 3 HGB von der Aufstellung eines Anhangs und Lageberichts sowie teilweise von der Prüfungspflicht und der Offenlegung des Jahresabschlusses befreit.
b) Es besteht ein Gewinnabführungsvertrag.
c) Eigenkapital unter 50 (Währung in '000).
d) Die GERRESHEIMER GLAS GmbH, Düsseldorf, ist Kommanditistin.
e) Die Gesellschaft hat von der Befreiung gemäß § 264b HGB Gebrauch gemacht.
f) Ergebnis unter 5 Tsd. Euro.
g) Die Gesellschaft erstellt keinen Jahresabschluss mehr.
h) Zugrunde gelegter Jahresabschluss 30. September 2019 bzw. 30. November 2019 bzw. 31. Dezember 2019.
i) Bisher: Gerresheimer Küssnacht AG, Küssnacht (Schweiz); die Gesellschaft wurde mit Wirkung zum 5. August 2020 umfirmiert und hat ihren Sitz verlegt.
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| Stichtagskurs | Durchschnittskurs | ||||
|---|---|---|---|---|---|
| 1 EUR |
Währung | 30.11.2020 | 30.11.2019 | 2020 | 2019 |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Brasilien | BRL | 6,35 | 4,65 | 5,75 | 4,41 |
| Schweiz | CHF | 1,08 | 1,10 | 1,07 | 1,12 |
| China | CNY | 7,88 | 7,72 | 7,87 | 7,74 |
| Tschechische Republik | CZK | 26,19 | 25,52 | 26,36 | 25,71 |
| Dänemark | DKK | 7,44 | 7,47 | 7,46 | 7,47 |
| Indien | INR | 88,73 | 78,69 | 83,71 | 78,80 |
| Republik Nordmazedonien | MKD | 61,68 | 61,50 | 61,62 | 61,51 |
| Mexiko | MXN | 24,05 | 21,45 | 24,22 | 21,82 |
| Polen | PLN | 4,47 | 4,32 | 4,43 | 4,30 |
| Singapur | SGD | 1,60 | 1,50 | 1,56 | 1,53 |
| Vereinigte Staaten von Amerika | USD | 1,20 | 1,10 | 1,13 | 1,12 |
Organe
AUFSICHTSRAT
Geschäftsjahr 2020
Dr. Axel Herberg
Vorsitzender des Aufsichtsrats
Geschäftsführender Gesellschafter der CCC Investment GmbH a) Leica Camera AG
b) Leica Gruppe (Fotografie und Sportoptik)
Lisa Germany Holding GmbH
Vetter Pharma-Fertigungs GmbH & Co. KG
European Medco Development 4 S.àr.l., Luxemburg (seit 22. Mai 2020)
Francesco Grioli
Stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats
Mitglied des geschäftsführenden Hauptvorstandes der IG Bergbau, Chemie, Energie
a) Continental AG
Andrea Abt
Master of Business Administration
Ehemals Leiterin Supply Chain Management des Sektors Infrastruktur der Siemens AG
b) SIG plc, Großbritannien (bis 12. Februar 2020)
John Laing Group plc, Großbritannien
Petrofac Ltd., Jersey
Polymetal International plc, Jersey (seit 4. März 2020)
Heike Arndt
Stellvertretende Landesbezirksleiterin Westfalen der
IG Bergbau, Chemie, Energie
a) RAG Verkauf GmbH (bis 31. Dezember 2020)
Evonik Performance Materials GmbH (bis 30. Juni 2020) Evonik Operations GmbH (stellvertretende Vorsitzende) (seit 1. Juli 2020)
Dr. Karin Dorrepaal
Unternehmensberaterin
Ehemaliges Mitglied des Vorstands der Schering AG
a) Paion AG (stellvertretende Vorsitzende)
b) Triton Beteiligungsberatung GmbH
Almirall S.A., Spanien
Kerry Group plc, Irland
Julius Clinical Research BV, Niederlande
van Eeghen & Co BV, Niederlande (seit 24. Juni 2020)
Intravacc BV, Niederlande (seit 1. Januar 2021)
Franz Hartinger
Vorsitzender des Betriebsrats der Gerresheimer
Regensburg GmbH
a) Gerresheimer Regensburg GmbH
Dr. Peter Noé
Diplom-Kaufmann
Ehemaliges Mitglied des Vorstands der Hochtief AG
b) BlackRock Asset Management Schweiz AG, Schweiz
(bis 31. Dezember 2020)
Markus Rocholz
Vorsitzender des Betriebsrats der Gerresheimer Essen GmbH a) Gerresheimer Tettau GmbH
Paul Schilling
Vorsitzender des Betriebsrats der Gerresheimer Bünde GmbH a) Gerresheimer Bünde GmbH
Katja Schnitzler
Bereichsleiterin Operative Exzellenz, Umwelt, Gesundheit,
Sicherheit und soziale Verantwortung der Gerresheimer AG
Theodor Stuth
Unternehmensberater
Geschäftsführer der hpulcas GmbH
Ehemals Wirtschaftsprüfer und Steuerberater
b) Wickeder Holding GmbH
Wickeder Profile Walzwerk GmbH
Linet Group SE, Niederlande
Udo J. Vetter
Pharmazeut und geschäftsführender Gesellschafter der
UV-Cap GmbH & Co. KG
a) ITM AG (Vorsitzender)
b) Vetter Pharma-Fertigungs GmbH & Co. KG (Vorsitzender)
HSM GmbH & Co. KG
Navigo GmbH (Vorsitzender)
OncoBeta International GmbH (Vorsitzender)
OncoBeta GmbH (Vorsitzender)
Paschal India Pvt. Ltd., Indien (Vorsitzender)
Gland Pharma Ltd., Indien
a) Mitgliedschaft in anderen nach deutschen Gesetzen zu bildenden Aufsichtsräten
b) Mitgliedschaft in vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen
VORSTAND
Geschäftsjahr 2020
Dietmar Siemssen
Vorstandsvorsitzender
a) BFC Fahrzeugteile GmbH
Gerresheimer Regensburg GmbH (Vorsitzender)
Gerresheimer Bünde GmbH (Vorsitzender)
b) Gerresheimer Boleslawiec S.A., Polen (stellvertretender Vorsitzender)
Gerresheimer Denmark A/S, Dänemark (Vorsitzender)
Gerresheimer Vaerloese A/S, Dänemark (Vorsitzender)
Sensile Medical AG, Schweiz (Vorsitzender)
Centor US Holding Inc., USA (Vorsitzender)
Centor Inc., USA (Vorsitzender)
Centor Pharma Inc., USA (Vorsitzender)
Gerresheimer Glass Inc., USA (Vorsitzender)
Triveni Polymers Pvt. Ltd., Indien
Gerresheimer respimetrix GmbH (Vorsitzender)
Dr. Lukas Burkhardt
a) Gerresheimer Tettau GmbH (Vorsitzender)
b) Gerresheimer Boleslawiec S.A., Polen (Vorsitzender)
Gerresheimer Momignies S.A., Belgien (Vorsitzender)
Gerresheimer Glass Inc., USA
Corning Pharmaceutical Packaging LLC, USA
Gerresheimer Queretaro S.A., Mexiko (Vorsitzender)
Gerresheimer Pharmaceutical Packaging Mumbai Pvt. Ltd., Indien
Neutral Glass and Allied Industries Pvt. Ltd., Indien
Gerresheimer Shuangfeng Pharmaceutical Glass (Danyang)
Co. Ltd., China (Vorsitzender)
Gerresheimer Shuangfeng Pharmaceutical Packaging (Zhenjiang) Co. Ltd., China (Vorsitzender)
Dr. Bernd Metzner
a) Gerresheimer Tettau GmbH (stellvertretender Vorsitzender)
Gerresheimer Regensburg GmbH
(stellvertretender Vorsitzender)
Gerresheimer Bünde GmbH (stellvertretender Vorsitzender)
Döhler Group SE (bis 23. Juni 2020)
UniCredit Bank AG (seit 23. Juni 2020)
b) Gerresheimer Glass Inc., USA
Kimble Chase Holding LLC, USA (Vorsitzender)
(bis 28. Februar 2020)
Centor US Holding Inc., USA
Centor Inc., USA
Centor Pharma Inc., USA
Corning Pharmaceutical Packaging LLC, USA
Sensile Medical AG, Schweiz
a) Mitgliedschaft in anderen nach deutschen Gesetzen zu bildenden Aufsichtsräten
b) Mitgliedschaft in vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen
Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers
An die Gerresheimer AG, Düsseldorf
VERMERK ÜBER DIE PRÜFUNG DES JAHRESABSCHLUSSES UND DES ZUSAMMENGEFASSTEN LAGEBERICHTS
Prüfungsurteile
Wir haben den Jahresabschluss der Gerresheimer AG, Düsseldorf, - bestehend aus der Bilanz zum 30. November 2020, der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Dezember 2019 bis zum 30. November 2020 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den zusammengefassten Lagebericht der Gerresheimer AG, Düsseldorf, für das Geschäftsjahr vom 1. Dezember 2019 bis zum 30. November 2020 geprüft. Die im Abschnitt "Unternehmerische Verantwortung und Nachhaltigkeit bei Gerresheimer (Nichtfinanzielle Konzernerklärung)" des zusammengefassten Lageberichts enthaltene nichtfinanzielle Konzernerklärung nach §§ 315b und 315c HGB sowie die im zusammengefassten Lagebericht enthaltene Erklärung zur Unternehmensführung nach §§ 289f und 315d HGB einschließlich der darin enthaltenen weiteren Berichterstattung über Corporate Governance haben wir im Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.
Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
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| ― | entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 30. November 2020 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Dezember 2019 bis zum 30. November 2020 und |
| ― | vermittelt der beigefügte zusammengefasste Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser zusammengefasste Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum zusammengefassten Lagebericht erstreckt sich nicht auf den Inhalt der im Abschnitt "Unternehmerische Verantwortung und Nachhaltigkeit bei Gerresheimer (Nichtfinanzielle Konzernerklärung)" des zusammengefassten Lageberichts enthaltenen nichtfinanziellen Konzernerklärung nach §§ 315b und 315c HGB sowie der im zusammengefassten Lagebericht enthaltenen Erklärung zur Unternehmensführung nach §§ 289f und 315d HGB einschließlich der darin enthaltenen weiteren Berichterstattung über Corporate Governance. |
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts geführt hat.
Grundlage für die Prüfungsurteile
Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht zu dienen.
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Jahresabschlusses
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Dezember 2019 bis zum 30. November 2020 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.
Nachfolgend stellen wir den aus unserer Sicht besonders wichtigen Prüfungssachverhalt dar:
1 Werthaltigkeit der Anteile an verbundenen Unternehmen
Unsere Darstellung dieses besonders wichtigen Prüfungssachverhalts haben wir wie folgt strukturiert:
a Sachverhaltsbeschreibung (einschließlich Verweis auf zugehörige Angaben im Jahresabschluss)
b Prüferisches Vorgehen
1 Werthaltigkeit der Anteile an verbundenen Unternehmen
a Im Jahresabschluss der Gerresheimer AG werden Anteile an verbundenen Unternehmen in Höhe von Mio. EUR 593,8 (36,8 % der Bilanzsumme) ausgewiesen. Die Bewertung erfolgt nach den Anschaffungskosten bzw. dem niedrigeren beizulegenden Wert zum Bilanzstichtag. Die Gerresheimer AG hat zum Abschlussstichtag die Werthaltigkeit der Anteile durch intern durchgeführte Unternehmensbewertungen der direkten und indirekten Beteiligungen an den Konzerngesellschaften überprüft. Der beizulegende Wert der Anteile an verbundenen Unternehmen wurde als Barwert der künftigen Zahlungsströme mittels Discounted-Cashflow-Verfahren ermittelt, wobei die vom Vorstand erstellte und vom Aufsichtsrat zur Kenntnis genommene Unternehmensplanung zugrunde gelegt wurde. Hierbei wurden auch Erwartungen über die künftige Marktentwicklung und länderspezifische Annahmen über die Entwicklung makroökonomischer Größen berücksichtigt. Die Diskontierung erfolgte mittels der gewichteten Kapitalkosten. Auf Basis der vorliegenden Berechnungen der Gesellschaft sowie der weitergehenden Dokumentation ergaben sich für das Geschäftsjahr 2020 keine Abschreibungen.
Das Ergebnis dieser Bewertungen ist in hohem Maße von der Einschätzung der künftigen Zahlungsmittelzuflüsse durch den Vorstand und von dem verwendeten Diskontierungszinssatz abhängig und daher mit einer erheblichen Unsicherheit behaftet, weswegen dieser Sachverhalt im Rahmen unserer Prüfung von besonderer Bedeutung war.
Die Angaben der Gesellschaft zu den Anteilen an verbundenen Unternehmen sind im Abschnitt 2 und 12 des Anhangs enthalten.
b Bei unserer Prüfung der beizulegenden Werte der Anteile an verbundenen Unternehmen haben wir unter Einbeziehung unserer Bewertungsspezialisten unter anderem das methodische Vorgehen zur Bewertung nachvollzogen und die Ermittlung der gewichteten Kapitalkosten beurteilt. Wir haben geprüft, ob die den Bewertungen zugrunde liegenden künftigen Zahlungsmittelzuflüsse im Zusammenhang mit den angesetzten Kapitalkosten insgesamt eine sachgerechte Grundlage für die Bewertung der Anteile an verbundenen Unternehmen bilden. Zur Beurteilung der Qualität und Verlässlichkeit der Unternehmensplanung haben wir die Planung des vorhergehenden Geschäftsjahres mit den tatsächlich erzielten Ergebnissen verglichen und Abweichungen analysiert (Planungstreue). Wir haben die den Planungen zugrunde liegenden Annahmen und Prämissen mit den Verantwortlichen diskutiert und plausibilisiert. Hierzu haben wir unter anderem eine Abstimmung der getroffenen Annahmen mit gesamtwirtschaftlichen und branchenspezifischen Markterwartungen durchgeführt. Weiterhin haben wir untersucht, ob die künftig zufließenden finanziellen Überschüsse angemessen aus den getroffenen Annahmen und den gesetzten Prämissen hergeleitet wurden. Mit der Kenntnis, dass bereits relativ geringe Veränderungen des verwendeten Diskontierungszinssatzes wesentliche Auswirkungen auf die Höhe des ermittelten Unternehmenswerts haben können, haben wir die zur Bestimmung des jeweils verwendeten Diskontierungszinssatzes herangezogenen Parameter einschließlich der Kapitalkosten untersucht und überprüft, ob diese innerhalb der marktüblichen Bandbreiten liegen. Das Berechnungsschema zur Ermittlung der Unternehmenswerte haben wir rechnerisch nachvollzogen.
Sonstige Informationen
Der Vorstand bzw. der Aufsichtsrat sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen:
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| ― | den Abschnitt "Unternehmerische Verantwortung und Nachhaltigkeit bei Gerresheimer (Nichtfinanzielle Konzernerklärung)" des zusammengefassten Lageberichts, |
| ― | die im zusammengefassten Lagebericht enthaltene Erklärung zur Unternehmensführung nach §§ 289f und 315d HGB einschließlich der darin enthaltenen weiteren Berichterstattung über Corporate Governance, |
| ― | die Versicherung des Vorstands nach § 264 Abs. 2 Satz 3 bzw. § 289 Abs. 1 Satz 5 HGB zum Jahresabschluss und zusammengefassten Lagebericht. |
Für die Erklärung nach § 161 AktG zum Deutschen Corporate Governance Kodex einschließlich der weiteren Berichterstattung über Corporate Governance, die Bestandteile der im zusammengefassten Lagebericht enthaltenen Erklärung zur Unternehmensführung sind, sind die gesetzlichen Vertreter und der Aufsichtsrat verantwortlich. Im Übrigen sind die gesetzlichen Vertreter für die sonstigen Informationen verantwortlich.
Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.
Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die oben genannten sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen
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| ― | wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss, zu den inhaltlich geprüften Angaben im zusammengefassten Lagebericht oder zu unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder |
| ― | anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen. |
Verantwortung des Vorstands und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den zusammengefassten Lagebericht
Der Vorstand ist verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften gelten den handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner ist der Vorstand verantwortlich für die internen Kontrollen, die er in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt hat, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.
Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses ist der Vorstand dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren hat er die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus ist er dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.
Außerdem ist der Vorstand verantwortlich für die Aufstellung des zusammengefassten Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner ist der Vorstand verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die er als notwendig erachtet hat, um die Aufstellung eines zusammengefassten Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im zusammengefassten Lagebericht erbringen zu können.
Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts.
Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts
Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der zusammengefasste Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht beinhaltet.
Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und zusammengefassten Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.
Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
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| ― | identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im zusammengefassten Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die aus reichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können. |
| ― | gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des zusammengefassten Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben. |
| ― | beurteilen wir die Angemessenheit der vom Vorstand angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der vom Vorstand dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben. |
| ― | ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des vom Vorstand angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im zusammengefassten Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann. |
| ― | beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. |
| ― | beurteilen wir den Einklang des zusammengefassten Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft. |
| ― | führen wir Prüfungshandlungen zu den vom Vorstand dargestellten zukunftsorientierten Angaben im zusammengefassten Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben vom Vorstand zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen. |
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und die hierzu getroffenen Schutzmaßnahmen.
Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Jahresabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.
SONSTIGE GESETZLICHE UND ANDERE RECHTLICHE ANFORDERUNGEN
Übrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVO
Wir wurden von der Hauptversammlung am 24. Juni 2020 als Abschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 3. September 2020 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2008/2009 als Abschlussprüfer der Gerresheimer AG, Düsseldorf, tätig.
Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen.
VERANTWORTLICHER WIRTSCHAFTSPRÜFER
Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist René Kadlubowski.
Düsseldorf, den 29. Januar 2021
Deloitte GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
René Kadlubowski, Wirtschaftsprüfer
Dennis Klawitter, Wirtschaftsprüfer
Impressum
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| Herausgeber | Konzept und Gestaltung Kirchhoff Consult AG, Hamburg |
| Gerresheimer AG | SolidCom GmbH, Frankfurt am Main |
| Klaus-Bungert-Straße 4 | Text |
| 40468 Düsseldorf | Gerresheimer AG, Düsseldorf |
| Deutschland | |
| Tel. +49 211 6181-00 | |
| Fax +49 211 6181-295 | |
| E-Mail [email protected] | |
| www.gerresheimer.com |
Bericht des Aufsichtsrats
Dr. Axel Herberg
Vorsitzender des Aufsichtsrats
Der Aufsichtsrat hat sich im Geschäftsjahr 2020 intensiv mit der Lage des Unternehmens befasst und die ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Verpflichtungen wahrgenommen. Zu diesen zählen Beratungen auf der Basis regelmäßiger, zeitnaher und umfassender Informationen durch den Vorstand, die Einbindung des Aufsichtsrats in Entscheidungen von wesentlicher Bedeutung für das Unternehmen sowie die notwendige Überwachung der Geschäftsführung.
Der Aufsichtsrat ließ sich eingehend über die wirtschaftliche Entwicklung und die finanzielle Lage des Unternehmens einschließlich der Risikolage, des Risikomanagements und der Compliance unterrichten. Nach gründlicher Prüfung und Beratung gab er in vier Aufsichtsratssitzungen und dreimal im Rahmen schriftlicher Umlaufbeschlüsse sein Votum zu den Berichten und Beschlussvorschlägen des Vorstands ab, soweit dies nach den gesetzlichen und satzungsgemäßen Bestimmungen bzw. den Regelungen der Geschäftsordnung erforderlich war. Darüber hinaus stand der Vorsitzende des Aufsichtsrats in regelmäßigem Kontakt mit dem Vorstand und hier insbesondere mit dessen Vorsitzenden. Dieser unterrichtete den Aufsichtsratsvorsitzenden laufend und zeitnah über wichtige Entwicklungen und anstehende Entscheidungen.
PERSONELLE VERÄNDERUNGEN IM AUFSICHTSRAT UND VORSTAND
Dem Aufsichtsrat gehörten im Geschäftsjahr 2020 Dr. Axel Herberg als Vorsitzender, Francesco Grioli als stellvertretender Vorsitzender, Andrea Abt, Heike Arndt, Dr. Karin Dorrepaal, Franz Hartinger, Dr. Peter Noé, Markus Rocholz, Paul Schilling, Katja Schnitzler, Theodor Stuth und Udo J. Vetter an.
Der Vorstand der Gesellschaft bestand im gesamten Geschäftsjahr 2020 aus Dietmar Siemssen als Vorsitzenden, Dr. Lukas Burkhardt und Dr. Bernd Metzner.
SITZUNGEN UND BESCHLÜSSE DES AUFSICHTSRATS
Im Berichtsjahr fanden vier Sitzungen des Aufsichtsrats statt. Gegenstand regelmäßiger Beratungen im Aufsichtsratsplenum waren die Umsatz- und Ergebnisentwicklung des gesamten Unternehmens und der einzelnen Geschäftsbereiche. Zusätzlich fasste der Aufsichtsrat drei Beschlüsse im schriftlichen Umlaufverfahren.
In der Aufsichtsratssitzung am 18. Februar 2020 wurden der Jahresabschluss und der Lagebericht der Gerresheimer AG sowie der Konzernabschluss und der Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2019, der Vorschlag zur Verwendung des Bilanzgewinns sowie der Bericht des Aufsichtsrats gebilligt. Der Jahresabschluss war damit festgestellt. Dr. Lukas Burkhardt wurde für weitere fünf Jahre zum Vorstandsmitglied wiederbestellt. In dieser Sitzung verabschiedete der Aufsichtsrat zudem seine Beschlussvorschläge an die Hauptversammlung am 24. Juni 2020.
Gegenstand des schriftlichen Umlaufbeschlusses des Aufsichtsrats vom 17. April 2020 waren die Zustimmungen zum Abschluss eines Ergebnisabführungsvertrags zur Bildung einer durchgängigen Organschaft in Deutschland, zu verschiedenen Kapitalmaßnahmen bei indischen Tochtergesellschaften sowie zur Durchführung einer virtuellen Hauptversammlung am 24. Juni 2020.
In seiner Sitzung am 24. Juni 2020 diskutierte der Aufsichtsrat die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf das Unternehmen und stimmte einigen neuen Investitionsvorhaben in Indien zu.
Mit schriftlichem Umlaufbeschluss vom 12. August 2020 stimmte der Aufsichtsrat einer Emission von Schuldscheindarlehen zur Refinanzierung fälliger Schuldscheindarlehen zu.
Gegenstand der Sitzung des Aufsichtsrats vom 3. September 2020 war die intensive Befassung mit der vom Vorstand erarbeiteten Unternehmensstrategie. Außerdem beschäftigte sich der Aufsichtsrat in dieser Sitzung mit der jährlichen Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG, Änderungen der Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat und der Geschäftsordnung für den Vorstand, der Beauftragung des Abschlussprüfers für das Geschäftsjahr 2020 sowie der Beauftragung der Deloitte GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft mit der Überprüfung der nichtfinanziellen Berichterstattung der Gesellschaft für das Geschäftsjahr 2020.
Durch schriftlichen Umlaufbeschluss vom 23. September 2020 stimmte der Aufsichtsrat einer Erhöhung der Emission von Schuldscheindarlehen zu.
Die inhaltlichen Schwerpunkte der Aufsichtsratssitzung vom 19. November 2020 bildeten die Zustimmung zum Budget für das Geschäftsjahr 2021 und die mittelfristige Planung des Konzerns.
Sämtliche Mitglieder des Aufsichtsrats nahmen im Geschäftsjahr 2020 an allen Sitzungen des Aufsichtsrats und an den schriftlichen Umlaufbeschlüssen teil.
SITZUNGEN UND BESCHLÜSSE DER AUSSCHÜSSE
Zur effizienten Wahrnehmung seiner Aufgaben hat der Aufsichtsrat vier Ausschüsse gebildet: Den Vermittlungsausschuss nach § 27 Absatz 3 MitbestG, den Präsidialausschuss, den Prüfungsausschuss und den Nominierungsausschuss. Diese Ausschüsse bereiten Themen zur Beschlussfassung im Plenum des Aufsichtsrats vor und sind in bestimmten Fällen auch selbst entscheidungsbefugt. Der Vermittlungsausschuss und der Präsidialausschuss bestehen aus jeweils zwei Vertretern der Anteilseigner und der Arbeitnehmer. Der Prüfungsausschuss ist ebenfalls paritätisch besetzt und besteht aus sechs Mitgliedern. Der Nominierungsausschuss hat drei Mitglieder und ist ausschließlich mit Vertretern der Anteilseigner besetzt.
Der Präsidialausschuss bereitet die Personalentscheidungen des Aufsichtsrats vor, insbesondere die Bestellung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern sowie die Entscheidungen über die Vorstandsvergütung. Anstelle des Aufsichtsrats entscheidet der Präsidialausschuss unter anderem über Abschluss, Änderung und Beendigung der Anstellungsverträge der Vorstandsmitglieder, soweit es nicht um Vergütungsfragen geht, die dem Aufsichtsratsplenum vorbehalten sind. Der Präsidialausschuss tagte im Berichtsjahr am 17. November 2020 und anschließend in Sitzungen am 15. Januar 2021 und 5. Februar 2021. Gegenstand der Beratungen und Beschlüsse waren Personalangelegenheiten und die Überarbeitung des Vorstandsvergütungssystems.
Zu den Aufgaben des Prüfungsausschusses zählen insbesondere die Vorbereitung der Entscheidungen des Aufsichtsrats über die Feststellung des Jahresabschlusses und die Billigung des Konzernabschlusses sowie die Erörterung der Quartalsfinanzberichte und des Halbjahresfinanzberichts. Ferner befasst sich der Prüfungsausschuss mit der Prüfung der Rechnungslegung und der Überwachung des Rechnungslegungsprozesses, der Wirksamkeit des internen Kontrollsystems, des Risikomanagementsystems, des internen Revisionssystems sowie der Compliance. Zudem obliegt dem Prüfungsausschuss die Zustimmung zur Vergabe von Nichtprüfungsleistungen an den Abschlussprüfer. Der Prüfungsausschuss tagte in vier Sitzungen am 17. Februar 2020, 8. April 2020, 13. Juli 2020 und 12. Oktober 2020. Schwerpunkte der Beratungen waren die Berichte über die Jahres- und Konzernabschlussprüfung für das Geschäftsjahr 2019 sowie die Quartalsfinanzberichte und der Halbjahresfinanzbericht 2020. Ferner befasste sich der Prüfungsausschuss mit der Unabhängigkeit des Abschlussprüfers, der Empfehlung zur Wahl des Abschlussprüfers an die Hauptversammlung und der Erteilung des Prüfungsauftrags an den Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2020 sowie der Festlegung und Überwachung des Prüfungsablaufs und der Prüfungsschwerpunkte einschließlich der Vereinbarung des Prüfungshonorars. Weiterer Gegenstand der Beratungen waren die Wirksamkeit des internen Revisionssystems, die Risikoberichterstattung an den Prüfungsausschuss, insbesondere eine finanzwirtschaftliche Risikoeinschätzung infolge der Covid-19-Pandemie, beabsichtigte Kapitalmaßnahmen bei indischen Tochtergesellschaften und die Compliance im Unternehmen.
Der Nominierungsausschuss empfiehlt dem Aufsichtsrat für dessen Beschlussvorschläge an die Hauptversammlung geeignete Kandidaten für die Besetzung der Aufsichtsratsmandate als Vertreter der Anteilseigner. Hierbei berücksichtigt der Nominierungsausschuss auch die Unabhängigkeit der Kandidaten von der Gesellschaft, vom Vorstand und von einem kontrollierenden Aktionär. Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat der Nominierungsausschuss nicht getagt.
Der Vermittlungsausschuss hat im abgelaufenen Geschäftsjahr ebenfalls nicht getagt.
Im Geschäftsjahr 2020 haben alle Ausschussmitglieder an allen Sitzungen der Aufsichtsratsausschüsse teilgenommen.
CORPORATE GOVERNANCE
Der Aufsichtsrat hat die Weiterentwicklung der Corporate Governance Standards fortlaufend beobachtet. Vorstand und Aufsichtsrat der Gesellschaft berichten über die Corporate Governance des Gerresheimer Konzerns in der Erklärung zur Unternehmensführung als Teil des zusammengefassten Lageberichts. Vorstand und Aufsichtsrat haben am 3. September 2020 die jährliche Entsprechenserklärung nach § 161 AktG abgegeben und diese den Aktionären auf der Internetseite der Gesellschaft dauerhaft zugänglich gemacht.
INTERESSENKONFLIKTE
Gemäß Empfehlung E.1 des Deutschen Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 16. Dezember 2019 sollen Aufsichtsratsmitglieder Interessenkonflikte dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats offenlegen. Im Berichtsjahr 2020 sind keine Interessenkonflikte aufgetreten.
JAHRESABSCHLUSS UND KONZERNABSCHLUSS 2020
Die Deloitte GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Düsseldorf, hat den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss sowie den Konzernabschluss und den zusammengefassten Lagebericht der Gerresheimer AG und des Konzerns für das Geschäftsjahr vom 1. Dezember 2019 bis zum 30. November 2020 geprüft und mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen.
Der Jahresabschluss, der Konzernabschluss, der zusammengefasste Lagebericht der Gerresheimer AG und des Konzerns, der Vorschlag zur Verwendung des Bilanzgewinns sowie die Prüfungsberichte des Abschlussprüfers für das Geschäftsjahr 2020 lagen dem Aufsichtsrat zur Prüfung vor. Der Prüfungsausschuss hat die Dokumente in seiner Sitzung am 16. Februar 2021 im Detail erörtert und geprüft sowie Beschlussempfehlungen an den Aufsichtsrat ausgesprochen. Der Aufsichtsrat hat den Jahresabschluss, den Konzernabschluss, den zusammengefassten Lagebericht der Gerresheimer AG und des Konzerns, den Vorschlag zur Verwendung des Bilanzgewinns sowie die hierzu erstatteten Prüfungsberichte des Abschlussprüfers in der Aufsichtsratssitzung am 17. Februar 2021 geprüft. Der Abschlussprüfer war bei der jeweiligen Sitzung des Prüfungsausschusses und des Aufsichtsrats anwesend und berichtete über den Verlauf und die wesentlichen Ergebnisse seiner Prüfung. Er stand für die Beantwortung von Fragen zur Verfügung.
Nach dem abschließenden Ergebnis der Prüfung durch den Prüfungsausschuss und nach eigener Prüfung schließt sich der Aufsichtsrat dem Ergebnis der Prüfung durch den Abschlussprüfer an und erklärt, dass keine Einwendungen zu erheben sind. Der Aufsichtsrat hat den Jahresabschluss festgestellt und den Konzernabschluss gebilligt. Dem Vorschlag des Vorstands für die Verwendung des Bilanzgewinns hat der Aufsichtsrat zugestimmt.
Der Aufsichtsrat dankt dem Vorstand sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Gerresheimer Konzerns für ihren Beitrag zur erfolgreichen Weiterentwicklung des Gerresheimer Konzerns im Geschäftsjahr 2020.
Düsseldorf, den 17. Februar 2021
Dr. Axel Herberg, Vorsitzender des Aufsichtsrats