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Frequentis AG — Interim / Quarterly Report 2021
Aug 17, 2021
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Interim / Quarterly Report
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Halbjahres finanzbericht
2021
Kennzahlen Frequentis-Gruppe
Alle Werte in EUR Mio., wenn nicht anders angegeben.
| Ertragskennzahlen | H1 2021 | H1 2020 | +/- in % | +/- in EUR Mio. |
2020 |
|---|---|---|---|---|---|
| Umsatz | 144,6 | 132,3 | +9,4% | +12,4 | 299,4 |
| EBITDA | 12,4 | 6,0 | +107,2% | +6,4 | 41,9 |
| EBITDA-Marge | 8,6% | 4,5% | +4,1 PP | – | 14,0% |
| EBIT | 5,4 | -1,0 | – | +6,3 | 26,8 |
| EBIT-Marge | 3,7% | -0,7% | +4,4 PP | – | 9,0% |
| Konzernergebnis | 4,1 | -23,42) | – | +27,5 | -3,4 |
| Ergebnis je Aktie in EUR | 0,28 | -1,782) | – | – | -0,30 |
| Auftragskennzahlen | H1 2021 | H1 2020 | +/- in % | +/- in EUR Mio. |
2020 |
| Auftragseingang | 157,1 | 171,8 | -8,6% | -14,7 | 314,6 |
| Auftragsstand (per ultimo) | 453,0 | 445,2 | +1,8% | +7,8 | 427,6 |
| Bilanzkennzahlen | 30.06.2021 | 30.06.2020 | +/- in % | +/- in | 31.12.2020 |
| EUR Mio. | |||||
| Bilanzsumme | 290,4 | 258,1 | +12,5% | +32,2 | 277,6 |
| Eigenkapital | 115,1 | 94,1 | +22,2% | +20,9 | 113,0 |
| Eigenkapitalquote | 39,6% | 36,5% | +3,1 PP | – | 40,7% |
| Nettoguthaben | 77,2 | 51,2 | +50,7% | +26,0 | 85,0 |
| Mitarbeiter (Durchschnitt) | 2.077 | 1.890 | +9,9% | – | 1.907 |
| Geldflussrechnung | H1 2021 | H1 2020 | +/- in % | +/- in EUR Mio. |
2020 |
| Cash Flow aus der betrieblichen Tätigkeit | 2,9 | 12,2 | -75,9% | -9,3 | 54,8 |
| Cash Flow aus der Investitionstätigkeit | -9,4 | -4,7 | +101,7% | -4,8 | -7,0 |
| Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit | -7,0 | -3,7 | -89,0% | -3,3 | -10,1 |
Hinweis: Durch die kaufmännische Rundung von Einzelpositionen und Prozentangaben kann es zu geringfügigen Rechendifferenzen kommen.
Das Vorwort
Sehr geehrte Damen und Herren,
Basierend auf dem robusten Geschäftsmodell ging unser Geschäft auch im ersten Halbjahr 2021 in gewohntem Umfang weiter. Ein besonderes Highlight war die L3Harris-Transaktion mit der wir das Air Traffic Management-Produktportfolio erweitern konnten.
Vor dem Hintergrund der Einschränkungen durch die Pandemie, vor allem der Reiserestriktionen, sind wir mit dem Ergebnis des ersten Halbjahres 2021 zufrieden:
- Umsatz erhöhte sich um 9,4% auf EUR 144,6 Mio. (H1 2020: EUR 132,3 Mio.)
- EBITDA wuchs auf mehr als das Doppelte auf EUR 12,4 Mio. (H1 2020: EUR 6,0 Mio.)
- EBIT drehte in das Positive auf EUR 5,4 Mio. (H1 2020: EUR -1,0 Mio.)
- Positives Konzernergebnis von EUR 4,1 Mio. (H1 2020: EUR -23,4 Mio.)
- Auftragseingang von EUR 157,1 Mio. (H1 2020: EUR 171,8 Mio.)
- Auftragsstand stieg damit um 5,9% auf EUR 453,0 Mio. (Ende 2020: EUR 427,6 Mio.)
- Eigenkapital von EUR 115,1 Mio. (Ende 2020: EUR 113,0 Mio.),
- Eigenkapitalquote von 39,6% (Ende 2020: 40,7%)
- Nettoguthaben von EUR 77,2 Mio. (Ende 2020: EUR 85,0 Mio.)
Während zum Halbjahr üblicherweise ein negatives Ergebnis verzeichnet wird, ergab sich im ersten Halbjahr 2021 ein positives Halbjahresergebnis. Die Gründe dafür waren erfolgreiche Projektabnahmen, die zu einem höheren Umsatz führten, margenstärkere Projekte und die Erfassung eines Gewinnes aus der Transaktion mit L3Harris. Vor dem Hintergrund, dass aufgrund der Pandemie die Reisekosten und die Aufwendungen für Messen weiterhin auf einem niedrigen Niveau sind, wollen wir aber noch nicht von einer Trendwende hin zu dauerhaft positiven Halbjahresergebnissen sprechen.
Das Geschäftsmodell ist nachhaltig robust. Die von Frequentis gelieferten Produkte sind Teil der sicherheitskritischen und damit nicht verzichtbaren Infrastruktur der jeweiligen Länder. Die Infrastruktur muss immer vorhanden und betriebsbereit sein, unabhängig von der Anzahl der Flüge / Überflüge oder der Zahl der Einsätze von Polizei, Rettung oder Feuerwehr. Das gilt auch weiterhin.
Der Auftragseingang lag mit EUR 157,1 Mio. um 8,6% unter dem relativ hohen Wert des ersten Halbjahres 2020. Vor dem Hintergrund, dass üblicherweise im zweiten Halbjahr die Auftragseingänge höher sind, gehen wir für das Gesamtjahr 2021 von einer Steigerung im Vergleich zum Jahr 2020 mit EUR 314,6 Mio. aus.
Wie auch bisher haben wir die Bilanzqualität im Blickfeld. Die Eigenkapitalquote liegt mit 39,6% weiterhin über dem Zielwert von >35%. Das Nettoguthaben liegt bei EUR 77,2 Mio., trotz der Dividende und erster Auszahlungen für die L3Harris-Transaktion.
Highlights im ersten Halbjahr 2021
- Übernahme von Produktlinien im Air Traffic Management (ATM) von L3Harris Technologies
- NATS-Vertrag (britische Flugsicherung)
- Verlängerung des EAD-Vertrags (Europäische Fluginformations-Datenbank)
- Royal Canadian Airforce-Auftrag
- Polizei-Leitstellen-Auftrag, Saarland, Deutschland
- Rollout von ELKOS, dem Einsatzleit- und Kommunikationssystem der Polizei in Österreich
Nach der Unterzeichnung der Vereinbarung am 23. Februar 2021 konnten wir in etwas mehr als fünf Monaten die Transaktion mit L3Harris Technologies (nachfolgend als L3Harris bezeichnet) zügig abschließen. Wir haben nun zivile und militärische Produktlinien der ATM-Sprachkommunikationssysteme sowie der Software- und Cloud-Lösungen zur Luftverkehrsoptimierung (Verkehrssynchronisation) vom US-Konzern L3Harris vollständig übernommen.
Wir diversifizieren und verbreitern damit das Produktportfolio weiter. In Ergänzung haben wir mit L3Harris Kooperationsvereinbarungen geschlossen, aufgrund derer Frequentis als Technologiepartner von L3Harris nach Möglichkeit Sprachkommunikationssysteme für Großprojekte im Lösungsund Servicegeschäft der L3Harris liefern soll. Die proaktive Suche nach interessanten M&A-Möglichkeiten, die das Frequentis-Produktportfolio erweitern oder den Zugang zu neuen Märkten ermöglichen, ist Teil der Frequentis-Strategie.
Durch eine Vereinbarung im Zuge der L3Harris-Transaktion hat Frequentis den NATS-Vertrag (britische Flugsicherung) zur Lieferung des Hauptsprachkommunikations- und des Anflugs-Management-Systems übernommen.
Eurocontrol hat den Vertrag mit Frequentis für die Release-Entwicklung, das IT-Service-Management und den Betrieb der europäischen Fluginformations-Datenbank (EAD) verlängert.
Für den Kunden Royal Canadian Airforce (kanadische Luftwaffe) hat der Hauptauftragnehmer Thales Canada unsere Tochtergesellschaft Frequentis Canada mit der Lieferung einsatzkritischer Kommunikationsausrüstung beim Tactical Control Radar beauftragt.
Im Segment Public Safety & Transport wurde Frequentis mit der Lieferung eines Kommunikationssystems für das Landespolizeipräsidium Saarland in Saarbrücken beauftragt.
In Österreich erfolgte der Abschluss des Rollouts beim Einsatzleit- und Kommunikationssystem ELKOS für die Polizei in allen neun Bundesländern.
Wechsel im Vorstand, Verstärkung im Aufsichtsrat
Peter Skerlan ist nach seiner Bestellung durch den Aufsichtsrat als Nachfolger von Sylvia Bardach seit 16. April 2021 CFO der Frequentis AG. Sein Mandat läuft für fünf Jahre. Er ist seit 1999 im Finanzwesen in unterschiedlichen Positionen für Frequentis tätig und daher bestens mit dem Unternehmen sowie unseren Märkten und Produkten vertraut.
Frau Bardach wurde in der Hauptversammlung am 20. Mai 2021 in den Aufsichtsrat gewählt. Sie war mehr als 30 Jahre für Frequentis tätig, von 2000 bis 2007 als Geschäftsführerin der Frequentis GmbH und seit 2007 als Finanzvorständin der Frequentis AG. In diese Zeit fiel auch der Börsengang. Sie hat ganz wesentlich zum internationalen Wachstum und zum wirtschaftlichen Erfolg der Frequentis-Gruppe beigetragen. Wir danken Sylvia Bardach außerordentlich für ihre herausragenden Leistungen und ihr langjähriges, persönliches Engagement im Vorstand.
Prognose für das Jahr 2021
Trotz der weltweiten Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie und der zunehmenden Verfügbarkeit von Impfstoffen gibt es für Frequentis Unwägbarkeiten im Jahr 2021. Die genauen Auswirkungen des weiteren Pandemieverlaufs auf die Kosten (z. B. Reisekosten), den Umsatz (z. B. durch verschobene Projektabnahmen), die Lieferketten, die zur Verfügung stehenden Budgets und die potenzielle Verschiebung von Investitionen lassen sich nicht verlässlich prognostizieren.
Frequentis strebt, abhängig von der Entwicklung der Pandemie in den restlichen Monaten des Jahres, danach, Umsatz und Auftragseingang im Jahr 2021 im Vergleich zum Jahr 2020 zu steigern . Ein Teil der Steigerung kommt aus der L3Harris-Transaktion. Für Investitionen (Capex) sind unverändert rund EUR 5 Mio. veranschlagt.
Für das Gesamtjahr 2021 wird eine EBIT-Marge von rund 5-7% erwartet – abhängig von der weiteren Pandemieentwicklung sowie den Post-Merger-Integrationskosten der L3Harris-Einheiten.
Unseren Kundinnen und Kunden, Partnerinnen und Partnern und dem Aktionariat danken wir für das Vertrauen in unsere Arbeit. Allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern danken wir für ihren Einsatz.
Wien, am 16. August 2021
Beste Grüße und bleiben Sie gesund,
Norbert Haslacher Vorstandsvorsitzender
Peter Skerlan Mitglied des Vorstands
Hermann Mattanovich Mitglied des Vorstands
Die Aktie
Dividende
Die Hauptversammlung am 20. Mai 2021 hat die Ausschüttung einer Dividende von EUR 0,15 je Aktie für das Jahr 2020 (für 2019: EUR 0,15 je Aktie) beschlossen. Damit gelangten nahezu EUR 2,0 Mio. zur Ausschüttung. Die Dividendenrendite liegt bei 0,83%, bezogen auf den Schlusskurs der Wiener Börse von Ende Dezember 2020 (2019: 0,76%).
Die Dividendenpolitik von Frequentis sieht eine jährliche Ausschüttungsquote in einem Zielkorridor von rund 20% bis 30% des bereinigten Konzernergebnisses nach Steuern vor – unter Berücksichtigung einer jährlichen Obergrenze von rund 40% des Jahresüberschusses des nach UGB zu erstellenden Einzelabschlusses der Frequentis AG.
Eigene Aktien
Der Vorstand der Frequentis AG hat am 8. April 2021 beschlossen, ein Aktienrückerwerbsprogramm gemäß § 65 Abs 1 Z 4 und 8 AktG auf Basis der bestehenden Ermächtigung der Hauptversammlung vom 20. September 2019 durchzuführen. Daraufhin wurden insgesamt 15.500 Stück eigene Aktien mit einem Gesamtwert von TEUR 384 zurückgekauft. Das Rückerwerbsprogramm wurde am 6. Mai 2021 beendet. Weitere Details finden sich unter www.frequentis.com > Investor Relations > Aktie > Aktienrückerwerb 2021.
Der Bestand an eigenen Aktien beträgt damit per Ende Juni 2021 15.500 Stück, dies entspricht einem Anteil von rund 0,12% am Grundkapital.
Konzernlagebericht zum 30. Juni 2021
Wirtschaftliches Umfeld
Im Vergleich zu anderen Wirtschaftssektoren unterliegen die Sektoren, in denen die Frequentis-Gruppe tätig ist (Informations- und Kommunikationssysteme im Bereich der zivilen und militärischen Flugsicherung, der Blaulichtorganisationen und des Schienen- und Wasserverkehrs) relativ geringen konjunkturellen Schwankungen. Die Geschäftsentwicklung von Frequentis würde dann beeinträchtigt sein, wenn es zu einem signifikanten globalen Rückgang in einem der fünf angeführten Bereiche kommt. Frequentis kann sich nicht vollständig von den konjunkturellen Entwicklungen abkoppeln, ist jedoch Lieferant von sicherheitskritischer Infrastruktur. Diese Infrastruktur kann nicht wegrationalisiert werden und muss auch in Krisenzeiten aufrechterhalten und gewartet werden.
Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat im Juli 2021 das World Economic Outlook Update publiziert. Trotz der Pandemie wird für das Jahr 2021 ein Anstieg der globalen Wirtschaftsleistung um 6,0% erwartet (2022: 4,9%). Allerdings wird auf die Spaltung der globalen Konjunktur in zwei Blöcke durch den unterschiedlichen Zugang zu Impfstoffen hingewiesen: "Diejenigen Länder, die sich auf eine weitere Normalisierung der Wirtschaftstätigkeit im Laufe dieses Jahres freuen können (fast alle fortgeschrittenen Volkswirtschaften) und diejenigen, die weiterhin mit dem Wiederauftreten von Infektionen und steigenden COVID-19 Todeszahlen konfrontiert sein werden. Die Erholung ist jedoch selbst in Ländern, in denen die Infektionsrate derzeit sehr niedrig ist, nicht gesichert, solange das Virus anderswo zirkuliert".
Für das Jahr 2021 wird für die USA ein Anstieg von 7,0% (2022: 4,9%) prognostiziert. Für die Wirtschaft des Euroraums erwartet der IWF eine Wachstumsrate von 4,6% im Jahr 2021 (2022: 4,3%). Für die großen Volkswirtschaften im Euroraum wird für Spanien mit 6,2% (2022: 5,8%) die höchste Wachstumserwartung publiziert, gefolgt von Frankreich mit 5,8% (2022: 4,2%), Italien mit 4,9% (2022: 4,2%) und Deutschland mit 3,6% (2022: 4,1%). Die Prognose für Großbritannien liegt bei 7,0% für das Jahr 2021 (2022: 4,8%).
Für die Schwellen- und Entwicklungsländer in Asien wird mit einem Anstieg von 7,5% im Jahr 2021 (2022: 6,4%) gerechnet. Für Lateinamerika geht der IWF für das Jahr 2021 von einem Wachstum von 5,8% (2022: 3,2%) aus. Für den Nahen Osten und Zentralasien wird ein Wachstum von 4,0% (2022: 3,7%) prognostiziert.
Geschäftsentwicklung
Das operative Geschäft war auch im ersten Halbjahr 2021 durch die COVID-19 Pandemie beeinflusst. Dank dem stabilen Geschäftsmodell als Anbieter von Kommunikations- und Informationslösungen für Kontrollzentralen mit sicherheitskritischen Aufgaben, den im Jahr 2020 eingeleiteten Maßnahmen und den weiterhin erfolgreichen Projektabnahmen wurden die Auswirkungen minimiert.
Auftragseingang sowie Projektabnahmen und damit Umsätze sind zum Jahresende üblicherweise am höchsten, was vor dem Hintergrund der gleichmäßigen Verteilung der Fixkosten in der Regel zu einem negativen Halbjahresergebnis führt. Im ersten Halbjahr 2021 ergab sich ein positives Halbjahresergebnis. Die Gründe dafür waren erfolgreiche Projektabnahmen, die zu einem höheren Umsatz führten, margenstärkere Projekte und die Erfassung eines Gewinnes aus der Transaktion mit L3Harris.
Bedeutende Ereignisse im ersten Halbjahr 2021
Übernahme von Produktlinien im Air Traffic Management (ATM) von L3Harris Technologies, Inc.
Am 23. Februar 2021 hat Frequentis eine Vereinbarung zur vollständigen Übernahme von zivilen und militärischen Produktlinien der ATM-Sprachkommunikationssysteme sowie der Software- und Cloud-Lösungen zur Luftverkehrsoptimierung (Verkehrssynchronisation) des US-Konzerns L3Harris Technologies, Inc. (nachfolgend als L3Harris bezeichnet) unterzeichnet. Die Transaktion, welche unter dem Vorbehalt diverser kartell- bzw. aufsichtsrechtlicher Genehmigungen stand, umfasste:
- Den Erwerb von 100% der Anteile an der Harris Orthogon GmbH, Bremen, Deutschland (Closing 30. April 2021),
- die Übernahme eines zwischen L3Harris und der britischen Flugsicherung NATS bestehenden Kundenvertrags (Vertragsübergang am 28. Mai 2021),
- den Erwerb der in Gatineau, Kanada, ansässigen Geschäftseinheit "Harris ATC Solutions", welche von der Harris Canada Systems, Inc. im Zuge der Transaktion in eine zuvor für diesen Zweck neu gegründete Gesellschaft in Kanada eingebracht wurde, und deren sämtliche Anteile sodann von Frequentis erworben wurden (Closing 28. Mai 2021) und
- den Erwerb von 100% der Anteile an der Harris C4i Pty. Ltd., Melbourne, Australien (Closing 30. Juli 2021).
Die Transaktion erweitert das ATM-Produktportfolio von Frequentis. In Ergänzung zu diesen Akquisitionen haben L3Harris und Frequentis Kooperationsvereinbarungen geschlossen, aufgrund derer Frequentis als Technologiepartner von L3Harris nach Möglichkeit Sprachkommunikationssysteme für Großprojekte im Lösungs- und Servicegeschäft der L3Harris liefern soll. Weitere Informationen dazu finden sich im ↗ Konzernabschluss zum 30. Juni 2021, Kapitel 2.
COVID-19 Pandemie
Der Ausbruch der COVID-19 Pandemie am Beginn des Geschäftsjahres 2020 löste eine globale Wirtschaftskrise aus. Frequentis konnte sich nicht vollständig von den konjunkturellen Entwicklungen abkoppeln, ist jedoch Lieferant von sicherheitskritischer Infrastruktur. Diese Infrastruktur muss auch in Krisenzeiten aufrechterhalten und gewartet werden. Neben den bereits im Geschäftsbericht 2020 beschriebenen Auswirkungen hatte die COVID-19 Pandemie unter anderem folgende Auswirkungen in der Zwischenberichtsperiode bis 30. Juni 2021:
- Aufgrund der Reiserestriktionen konnten, genauso wie im Jahr 2020, viele Dienstreisen nicht durchgeführt werden, was dazu führte, dass sich die Reisekosten auf einem niedrigen Niveau eingependelt haben;
- Da auch im ersten Halbjahr 2021 viele Messen abgesagt wurden oder nur virtuell stattgefunden haben, haben sich die Werbekosten auf einem niedrigen Niveau eingependelt.
Weitere Informationen dazu finden sich im ↗ Konzernabschluss zum 30. Juni 2021, Kapitel 4.
Auftragseingang
Der Auftragseingang der Frequentis-Gruppe lag im ersten Halbjahr 2021 bei EUR 157,1 Mio., ein Rückgang von 8,6% gegenüber dem ersten Halbjahr 2020 mit EUR 171,8 Mio.
Die Verteilung des Auftragseingangs auf die beiden Segmente war im ersten Halbjahr 2021 wie folgt: Air Traffic Management 75% (1. Halbjahr 2020, nachfolgend als H1 2020 bezeichnet: 68%), Public Safety & Transport 25% (H1 2020: 32%).
Highlights des Auftragseingangs im Segment Air Traffic Management
Im Segment Air Traffic Management erhielt Frequentis vielfältige Aufträge. Durch eine Vereinbarung im Zuge der Transaktion mit L3Harris hat Frequentis den NATS-Vertrag (britische Flugsicherung) zur Lieferung des Hauptsprachkommunikations- und des Anflugs-Management-Systems übernommen.
Eurocontrol hat den Vertrag mit Frequentis für die Release-Entwicklung, das IT-Service-Management und den Betrieb der europäischen Fluginformations-Datenbank (EAD) verlängert.
Weitere Aufträge waren unter anderem von der schweizerischen Flugsicherung skyguide, wo es zur Erweiterung der Zusammenarbeit im Bereich der Virtual Center kommt. Bahrain beauftragte Sprachkommunikationssysteme für die Modernisierung der Flugverkehrskontrollzentrale.
Für Dubai erhielt Frequentis gemeinsam mit dem langjährigen Partner Bayanat den Zuschlag für die Lieferung von zwei D-ATIS-Systemen (digitaler automatischer Terminal-Informationsdienst) für den Dubai International Airport und Dubai World Central.
Nun zum Teilmarkt Defence: Für den Kunden Royal Canadian Airforce (kanadische Luftwaffe) hat der Hauptauftragnehmer Thales Canada unsere Tochtergesellschaft Frequentis Canada mit der Lieferung einsatzkritischer Kommunikationsausrüstung beim Tactical Control Radar beauftragt.
Positiv verläuft das Bestandskunden-Folgegeschäft ("Installed Base Business"), insbesondere in Europa: So konnte beispielsweise bei den polnischen Streitkräften der Auftrag für die Modernisierung des Luftverteidigungszentrums gewonnen werden.
Highlights des Auftragseingangs im Segment Public Safety & Transport
Im Segment Public Safety & Transport baut Frequentis im Teilmarkt Public Safety seine führende Marktposition in Deutschland im Bereich der Blaulicht-Organisationen mit dem Auftrag für die Lieferung eines Systems für die Polizeikommunikation im Saarland weiter aus.
Im Teilmarkt Public Transport wurden vor allem Aufträge aus der installierten Basis, vorwiegend aus Europa, gewonnen. Diese umfassten sowohl Aufträge für Releases und Upgrades, als auch Aufträge für Erweiterungs- und Wartungsverträge.
Im Teilmarkt Maritime erhielt Frequentis den Auftrag für die Leitstellenkommunikation der Küstenüberwachung von New South Wales in Australien.
Auftragsstand
Der Auftragsstand per 30. Juni 2021 betrug EUR 453,0 Mio., eine Steigerung von 5,9% oder EUR 25,4 Mio. im Vergleich zum Jahresende 2020 mit EUR 427,6 Mio. Rund 64% des Gesamt-Auftragsstands (Dezember 2020: 58%) waren dem Segment Air Traffic Management und 36% (Dezember 2020: 42%) dem Segment Public Safety & Transport zuzuordnen.
Umsatz und Betriebsleistung
Im ersten Halbjahr 2021 konnte trotz der weiterhin anhaltenden Auswirkungen der COVID-19 Pandemie auf die Weltwirtschaft ein Umsatz von EUR 144,6 Mio. erzielt werden (H1 2020: EUR 132,3 Mio.), eine Steigerung um 9,4%. Das Segment Air Traffic Management verzeichnete einen rückläufigen Umsatz von EUR 88,9 Mio. (-1,2%), das Segment Public Safety & Transport verzeichnete einen Anstieg um 31,9% auf EUR 55,8 Mio.
Vom Umsatz der Frequentis-Gruppe entfielen im ersten Halbjahr 2021 61% (H1 2020: 68%) auf das Segment Air Traffic Management, 39% (H1 2020: 32%) auf das Segment Public Safety & Transport. Nach Regionen entfielen im ersten Halbjahr 2021 70% (H1 2020: 64%) des Umsatzes auf Europa, 14% (H1 2020: 17%) auf Amerikas, <9% (H1 2020: 13%) auf Asien, 4% (H1 2020: 4%) auf Australien / Pazifik, rund 3% (H1 2020: 1%) auf Afrika, <1% (H1 2020: 1%) waren nicht zugeordnet.
Die sonstigen Erträge gingen auf EUR 3,2 Mio. (H1 2020: EUR 3,5 Mio.) zurück. Die größten Einzelpositionen sind hier die Fördererlöse für Forschungs- und Entwicklungskosten sowie der Erlös aus einer Forschungsprämie.
Der Gewinn aus dem Unternehmenserwerb von EUR 1,7 Mio. ergab sich aus der Übernahme der Geschäftseinheit ATC Solutions der Harris Canada Systems Inc. Siehe dazu ↗ Konzernabschluss zum 30.06.2021, Kapitel 2.
Die Betriebsleistung erhöhte sich im ersten Halbjahr 2021 um 11,1% auf EUR 151,3 Mio.
Ergebnis
Der Materialaufwand und der Aufwand für bezogene Leistungen ging um 2,7% auf EUR 34,0 Mio. (H1 2020: EUR 34,9 Mio.) zurück – bedingt durch eine geringere Materialintensität der abgewickelten Projekte. Der Personalaufwand erhöhte sich um 10,2% auf EUR 89,1 Mio. (H1 2020: EUR 80,9 Mio.), vor allem aufgrund der gestiegenen Mitarbeiteranzahl (+9,9%) durch die neuen Gesellschaften im Konsolidierungskreis.
Die sonstigen Aufwendungen stiegen um 9,4% auf EUR 15,9 Mio. (H1 2020: EUR 14,5 Mio.). Für den mehrjährigen Vergleich: Im ersten Halbjahr 2019, also vor Ausbruch der COVID-19 Pandemie, lagen die sonstigen Aufwendungen bei EUR 19,9 Mio., vor allem aufgrund höherer Reisekosten. Die Reisekosten im ersten Halbjahr 2021 betrugen EUR 1,5 Mio. (H1 2020: EUR 2,4 Mio., H1 2019: EUR 6,0 Mio.).
Aufgrund der Reiserestriktionen konnten im ersten Halbjahr 2021, genauso wie im Jahr 2020, viele Dienstreisen nicht durchgeführt werden, was dazu führte, dass sich die Reisekosten auf einem niedrigen Niveau eingependelt haben. Da auch im ersten Halbjahr 2021 viele Messen abgesagt wurden oder nur virtuell stattgefunden haben, haben sich die Werbekosten auf einem niedrigen Niveau eingependelt.
Das derzeitige Niveau der Reisekosten hängt mit den Reiserestriktionen durch die COVID-19 Pandemie und der daraus notwendigen weitgehenden Umstellung der Projektabnahmen auf Videokonferenzen und der Digitalisierung der Marketing- und Sales-Aktivitäten zusammen. Die Reiserestriktionen führten auch zu einer Verringerung der Werbekosten als Folge der abgesagten bzw. verschobenen Fachmessen. Hier gilt es festzuhalten, dass sich die Einsparungen in diesem Umfang nicht für die Zukunft in voller Höhe fortsetzen lassen. Denn sowohl Vor-Ort-Abnahmen, Schulungen, Fachmessen als auch Verkaufsaktivitäten können nicht vollständig digitalisiert werden. Vieles wird davon abhängen, in welchem Umfang zukünftig die Projekte und Sales-Aktivitäten virtuell abgewickelt werden können, oder ob mit der weiteren Eindämmung der Pandemie die Erwartungen der Kunden, Lieferanten und Partner wieder in Richtung laufender Vor-Ort-Präsenz gehen werden.
Der Rechts- und Beratungsaufwand (als Teil der sonstigen Aufwendungen) stieg im ersten Halbjahr 2021 auf EUR 4,7 Mio. (H1 2020: EUR 2,5 Mio.), unter anderem durch Aufwendungen für rechtliche Schritte rund um die Insolvenz der Commerzialbank Mattersburg und M&A-Aktivitäten.
Das EBITDA (Ergebnis vor Steuern, Zinsen, Abschreibung und Wertminderung) verbesserte sich um EUR 6,4 Mio. auf EUR 12,4 Mio. im ersten Halbjahr 2021 (H1 2020: EUR 6,0 Mio.). Die EBITDA-Marge (bezogen auf den Umsatz) belief sich auf 8,6% nach 4,5% im ersten Halbjahr 2020.
Die Abschreibungen erhöhten sich um EUR 0,1 Mio. auf EUR 7,0 Mio.
Das EBIT stieg als Summe aller oben angeführten Veränderungen trotz der COVID-19 Pandemie im ersten Halbjahr 2021 um EUR 6,3 Mio. auf EUR 5,4 Mio. (H1 2020: EUR -1,0 Mio.). Die EBIT-Marge (bezogen auf den Umsatz) belief sich auf 3,7% nach -0,7% im ersten Halbjahr 2020.
Die folgenden Positionen waren im ersten Halbjahr 2020 von der Wertminderung der Einlagen nach der Insolvenz der Commerzialbank Mattersburg beeinflusst. Das Ergebnis vor Steuern lag im ersten Halbjahr 2021 bei EUR 5,3 Mio. (H1 2020: EUR -32,0 Mio.). Der Aufwand für Ertragsteuern lag bei EUR 1,1 Mio., während im ersten Halbjahr 2020 ein Ertrag aus Ertragsteuern von EUR 8,6 Mio. erfasst wurde.
Das Konzernergebnis verbesserte sich im ersten Halbjahr 2021 auf EUR 4,1 Mio. nach EUR -23,4 Mio. im ersten Halbjahr 2020. Das unverwässerte und verwässerte Ergebnis je Aktie betrug im ersten Halbjahr 2021 EUR 0,28 nach EUR -1,78 im ersten Halbjahr 2020.
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
Die Anzahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erhöhte sich um 9,9% auf durchschnittlich 2.077 (bereits inklusive der zusätzlichen Mitarbeiter aus der Transaktion mit L3Harris) für das erste Halbjahr 2021 (H1 2020: 1.890 Mitarbeiter).
Vermögens- und Kapitalstruktur
Die Bilanzsumme erhöhte sich um 4,6% auf EUR 290,4 Mio. per Ende Juni 2021 (Ende 2020: EUR 277,6 Mio.). Die Eigenkapitalquote lag bei 39,6% (Ende 2020: 40,7%). Das Eigenkapital stieg um 1,8% auf EUR 115,1 Mio. (Ende 2020: EUR 113,0 Mio.).
Das Nettoguthaben (Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sowie Termingelder abzüglich Bank- und sonstige Finanzverbindlichkeiten) belief sich per Ende Juni 2021 auf EUR 77,2 Mio. und lag damit unter dem Wert per Ende 2020 mit EUR 85,0 Mio.
Auf der Aktivseite (langfristige Vermögenswerte) waren per Ende Juni 2021 Sachanlagen in Höhe von EUR 45,3 Mio. (Ende 2020: EUR 46,6 Mio.) und immaterielle Vermögenswerte mit EUR 12,9 Mio. (Ende 2020: EUR 9,0 Mio.) die beiden größten Positionen des langfristigen Vermögens von in Summe EUR 68,2 Mio. (Ende 2020: EUR 62,2 Mio.).
Bei den kurzfristigen Vermögenswerten von in Summe EUR 222,2 Mio. per Ende Juni 2021 (Ende 2020: EUR 215,4 Mio.) sind die bedeutendste Position die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, inkl. Termingelder, mit in Summe EUR 82,8 Mio. (Ende 2020: EUR 91,3 Mio.). Darauf folgen die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen von EUR 55,1 Mio. (Ende 2020: EUR 59,3 Mio.) sowie die Vertragsvermögenswerte aus Verträgen mit Kunden mit EUR 54,3 Mio. (Ende 2020: EUR 38,4 Mio.).
Von den Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalenten und den Termingeldern von in Summe EUR 82,8 Mio. per Ende Juni 2021 (Ende 2020: EUR 91,3 Mio.) waren mehr als 80% auf elf systemrelevante Großbanken in Österreich und Deutschland verteilt. Weniger als 20% liegen bei rund 20 anderen Banken in Europa, Australien, Asien und den Amerikas.
Auf der Passivseite waren die kurzfristigen Verbindlichkeiten mit EUR 116,6 Mio. per Ende Juni 2021 (Ende 2020: EUR 107,2 Mio.) die größte Position. Hervorzuheben sind hier die Vertragsverbindlichkeiten aus Verträgen mit Kunden von EUR 59,5 Mio. (Ende 2020: EUR 62,8 Mio.).
Das Eigenkapital mit EUR 115,1 Mio. per Ende Juni 2021 (Ende 2020: EUR 113,0 Mio.) war die zweitgrößte Position. Unter den langfristigen Verbindlichkeiten von EUR 58,7 Mio. (Ende 2020: EUR 57,5 Mio.) war die Position langfristige Leasingverbindlichkeiten mit EUR 29,0 Mio. (Ende 2020: EUR 31,8 Mio.) am größten.
Cash Flow
Der Cash Flow aus dem Ergebnis stieg im ersten Halbjahr 2021 auf EUR 8,6 Mio. (H1 2020: EUR 2,4 Mio.).
Der Cash Flow aus der betrieblichen Tätigkeit verringerte sich im ersten Halbjahr 2021 auf EUR 2,9 Mio. (H1 2020: EUR 12,2 Mio.), vor allem beeinflusst vom Rückgang der Vertragsverbindlichkeiten sowie der Veränderung in der Position Zahlungen für Ertragsteuern.
Der Cash Flow aus der Investitionstätigkeit lag im ersten Halbjahr 2021 bei EUR -9,4 Mio. (H1 2020: EUR -4,7 Mio.), vor allem bedingt durch die Geldanlage von Termingeldern. In Zusammenhang mit der Transaktion mit L3Harris wurden, abzüglich erworbener liquider Mittel, im ersten Halbjahr 2021 EUR 2,0 Mio. aufgewendet. Im Vergleich dazu wurden im ersten Halbjahr 2020 EUR 1,8 Mio. für die Akquisition von ATRiCS aufgewendet. Die Investitionen (Auszahlungen für den Erwerb von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen / Capex) lagen mit EUR 2,9 Mio. auf dem Niveau des ersten Halbjahres 2020.
Der Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit ging im ersten Halbjahr 2021 auf EUR -7,0 Mio. zurück (H1 2020: EUR -3,7 Mio.). Die Veränderung ist zum größten Teil auf die im ersten Halbjahr 2021 bezahlte Dividende an die Aktionäre der Frequentis AG von fast EUR 2,0 Mio. zurückzuführen (im Vorjahr wurde die Dividende im zweiten Halbjahr bezahlt). Zusätzlich veränderte sich die Position Kapitalerhöhung, da im Gegensatz zum ersten Halbjahr 2021 im Vorjahr ein Zufluss von EUR 1,3 Mio. aus der Kapitalerhöhung aus dem Mitarbeiterbeteiligungsprogramm erfasst wurde.
Der Gesamt-Cash Flow belief sich damit in Summe der angeführten Veränderungen im ersten Halbjahr 2021 auf EUR -13,5 Mio. (H1 2020: EUR 3,8 Mio.). Der Finanzmittelbestand ohne Termingelder belief sich Ende Juni 2021 auf EUR 78,2 Mio. (Ende Juni 2020: EUR 57,7 Mio.).
Geschäftsbeziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen
Die Angaben dazu finden sich im ↗ Konzernabschluss zum 30.06.2021, Kapitel 15 sowie im ↗ Konzernabschluss zum 31.12.2020, Kapitel 38.
Entwicklung der Segmente
Air Traffic Management / ATM
Das Segment Air Traffic Management / ATM umfasst die Teilmärkte ATM Civil (in diesem ist auch AIM / Aeronautical Information Management inkludiert) sowie ATM Defence. Der Fokus in diesem Segment liegt auf den zivilen und militärischen Flugsicherungen und damit in der Regel auf ein bis zwei Kunden pro Land. Die Markteintrittsbarrieren werden als relativ hoch eingeschätzt.
Die Teilmärkte verfügen über ähnliche Produkte, die auf der gleichen Produktplattform aufsetzen. Im Defence-Bereich werden noch Zusatzlösungen für die Verschlüsselung nachgefragt. Die Safety- und Qualitätsmanagement-Anforderungen sind gleich, es gelten die internationalen Richtlinien für die Standardisierung des Luftverkehrs durch die Internationale Zivilluftfahrtorganisation (ICAO / International Civil Aviation Organization). Die bei den Kunden anzubindende Infrastruktur wie Radar, Funk, Netzwerk ist ähnlich.
Der Umsatz im Segment Air Traffic Management ging im ersten Halbjahr 2021 um 1,2% auf EUR 88,9 Mio. (H1 2020: EUR 89,9 Mio.) zurück. Das EBIT verbesserte sich auf EUR -1,8 Mio. (H1 2020: EUR -2,6 Mio.).
Highlights im operativen Geschäft
Trotz erschwerter Pandemie-Bedingungen fanden eine Reihe wichtiger Abnahmen statt, wie beim für das Flugverkehrsmanagement optimierten Netzwerk für die Flugsicherung in Kasachstan. Beim Remote-Tower Projekt in Dänemark erfolgte die Freigabe des Konzepts durch die dänische Flugsicherung Naviair. Beim ersten militärischen Remote Digital Tower in den USA konnten die Betriebs- und Verifizierungstests erfolgreich abgeschlossen werden.
Für das Projekt GOF 2.0 im Rahmen des EU-Programms SESAR, das den Fokus auf Flugtests von Drohnen und Lufttaxis im komplexen, urbanen Luftraum legt, erfolgte das Kick-off.
Public Safety & Transport / PST
Das Segment Public Safety & Transport beinhaltet die Teilmärkte Public Safety, Public Transport sowie Maritime. Die Kunden sind Behörden oder behördennahe Organisationen mit Überwachungsund Steuerungsaufgaben.
Für den Teilmarkt Public Safety zählen die Polizei, Feuerwehren und Rettungsorganisationen zu den Kunden. Seitens der Polizei werden noch Zusatzlösungen für die Verschlüsselung nachgefragt. Public Transport bedient neben der klassischen Bahn auch Kunden aus dem öffentlichen Personen- und Nahverkehr. Im Teilmarkt Maritime liegt der Fokus auf der Küstenwache und Hafenbetreibern.
Die Teilmärkte verfügen über ähnliche Produkte, die auf der gleichen Produktplattform aufsetzen. Die bei den Kunden anzubindende Infrastruktur wie Telefon, Funk, Netzwerk ist ähnlich. Trotz mehrerer internationaler Standardisierungsbestrebungen gelten nach wie vor national und regional unterschiedliche Anforderungen und Regelungen.
Der Umsatz im Segment Public Safety & Transport stieg vor dem Hintergrund erfolgreicher Projektabnahmen im ersten Halbjahr 2021 um 31,9% auf EUR 55,8 Mio. (H1 2020: EUR 42,3 Mio.). Das EBIT verbesserte sich auf EUR 7,2 Mio. (H1 2020: EUR 1,8 Mio.), vor allem aufgrund margenstärkerer Projekte.
Highlights im operativen Geschäft
Im Teilmarkt Public Safety ist der Abschluss des Rollouts beim österreichischen Einsatzleit- und Kommunikationssystem ELKOS für die Polizei in allen neun Bundesländern hervorzuheben. Beim neuen Blaulicht-Kommunikationssystem Emergency Services Network (ESN) des britischen Innenministeriums erfolgten wichtige Zertifizierungen und Zwischenabnahmen.
Wesentliche Meilensteine wurden auch bei Bahnprojekten im Teilmarkt Public Transport realisiert, wie beispielsweise bei den Irischen Eisenbahnen. Wichtige Abnahmen erfolgten auch im Teilmarkt Maritime.
Chancen- & Risikomanagement
Bezüglich der Chancen und Risiken wird auf den Geschäftsbericht 2020, Seite 105f. verwiesen.
Ausblick
Akquisitionen
Durch die Übernahme von C4i, Australien, am 30. Juli 2021 erfolgte nun die Übernahme aller Einheiten aus der Transaktion mit L3Harris. Die Finalisierung der Transaktion, unter anderem des finalen Gesamtkaufpreises, erfolgt im zweiten Halbjahr 2021. Für das erste volle Jahr, also das Jahr 2022, wird ein Umsatzbeitrag von rund EUR 30 Mio. aus dieser Transaktion erwartet, abhängig von der weiteren Pandemieentwicklung.
Die proaktive Suche nach interessanten M&A-Möglichkeiten, die das Frequentis-Produktportfolio erweitern oder den Zugang zu neuen Märkten ermöglichen, ist Teil der Frequentis-Strategie.
Prognose für das Jahr 2021
Trotz der weltweiten Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie und der zunehmenden Verfügbarkeit von Impfstoffen gibt es für Frequentis Unwägbarkeiten im Jahr 2021. Die genauen Auswirkungen des weiteren Pandemieverlaufs auf die Kosten (z. B. Reisekosten), den Umsatz (z. B. durch verschobene Projektabnahmen), die Lieferketten, die zur Verfügung stehenden Budgets und die potenzielle Verschiebung von Investitionen lassen sich nicht verlässlich prognostizieren.
Frequentis strebt, abhängig von der Entwicklung der Pandemie in den restlichen Monaten des Jahres, danach, Umsatz und Auftragseingang im Jahr 2021 im Vergleich zum Jahr 2020 zu steigern. Ein Teil der Steigerung kommt aus der L3Harris-Transaktion. Für Investitionen (Capex) sind unverändert rund EUR 5 Mio. veranschlagt.
Für das Gesamtjahr 2021 wird eine EBIT-Marge von rund 5-7% erwartet – abhängig von der weiteren Pandemieentwicklung sowie den Post-Merger-Integrationskosten der L3Harris-Einheiten.
Konzernabschluss zum 30. Juni 2021
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
| 01-06/2021 | 01-06/2020 | ||
|---|---|---|---|
| Erläute | TEUR | TEUR | |
| rungen | ungeprüft | ungeprüft | |
| Umsatzerlöse | (5) (6) | 144.634 | 132.250 |
| Veränderung des Bestands an fertigen und unfertigen | |||
| Erzeugnissen | (5) | 1.781 | 480 |
| Aktivierte Eigenleistungen | (5) | 6 | 45 |
| Sonstige Erträge | (5) | 3.246 | 3.485 |
| Gewinn aus Unternehmenserwerb | (2) | 1.657 | 0 |
| Gesamterträge (Betriebsleistung) | 151.324 | 136.260 | |
| Materialaufwand und Aufwendungen für bezogene | |||
| Leistungen | -33.966 | -34.907 | |
| Personalaufwand | -89.094 | -80.877 | |
| Sonstige Aufwendungen | -15.860 | -14.490 | |
| Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibung und | |||
| Wertminderung (EBITDA) | 12.404 | 5.986 | |
| Abschreibungen von immateriellen Vermögenswerten und | |||
| Sachanlagen | -7.020 | -6.938 | |
| Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) | (5) | 5.384 | -952 |
| Finanzerträge | 18 | 63 | |
| Finanzierungsaufwendungen | -369 | -275 | |
| Nettoveränderung der Wertminderungen auf finanzielle | |||
| Vermögenswerte | 6 | -30.919 | |
| Erträge aus assoziierten Unternehmen | 242 | 117 | |
| Ergebnis vor Steuern | 5.281 | -31.966 | |
| Ertragsteuern | -1.152 | 8.597 | |
| Konzernergebnis | 4.129 | -23.369 | |
| Zuordnung des Ergebnisses: | |||
| davon entfällt auf Anteilseigner der Gesellschaft | 3.741 | -23.568 | |
| davon entfällt auf nicht beherrschende Anteile | 388 | 199 | |
| 4.129 | -23.369 | ||
| Unverwässertes Ergebnis je Aktie | 0,28 | -1,78 | |
| Verwässertes Ergebnis je Aktie | 0,28 | -1,78 | |
Konzerngesamtergebnisrechnung
| 01-06/2021 | 01-06/2020 | ||
|---|---|---|---|
| Erläute | TEUR | TEUR | |
| rungen | ungeprüft | ungeprüft | |
| Konzernergebnis | 4.129 | -23.369 | |
| Posten, die zukünftig in die Gewinn- und Verlustrechnung gegliedert werden |
|||
| Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung | 396 | -310 | |
| Bewertung von Cash Flow Hedges | -210 | 632 | |
| Ertragsteuern betreffend Cash Flow Hedges | 52 | -158 | |
| Posten, die nicht in die Gewinn- und Verlustrechnung | |||
| gegliedert werden | |||
| Neubewertung der Nettoschuld (Vermögenswert) aus | |||
| Leistungen an Arbeitnehmer nach Beendigung des | |||
| Dienstverhältnisses | 175 | 1 | |
| Nach der Equity Methode bilanzierte Beteiligungen – Anteil am sonstigen Ergebnis |
0 | 0 | |
| Ertragsteuern im Zusammenhang mit Neubewertungen | |||
| leistungsorientierter Pläne im sonstigen Ergebnis | -44 | 0 | |
| Sonstiges Ergebnis nach Steuern | 369 | 166 | |
| Gesamtergebnis | 4.498 | -23.203 | |
| Zuordnung des Gesamtergebnisses: | |||
| davon entfällt auf Anteilseigner der Gesellschaft | 4.139 | -23.426 | |
| davon entfällt auf nicht beherrschende Anteile | 359 | 223 | |
| 4.498 | -23.203 |
Konzernbilanz
| 30.06.2021 | 31.12.2020 | ||
|---|---|---|---|
| Erläute | TEUR | TEUR | |
| AKTIVA | rungen | ungeprüft | geprüft |
| Langfristige Vermögenswerte | |||
| Sachanlagen | (7) | 45.333 | 46.605 |
| Immaterielle Vermögenswerte | (7) | 12.861 | 9.020 |
| Geschäfts- oder Firmenwerte | (8) | 5.462 | 2.886 |
| Anteile an assoziierten Unternehmen | 1.627 | 1.509 | |
| Beteiligungen | 863 | 863 | |
| Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte | 243 | 228 | |
| Latente Steueransprüche | 1.802 | 1.092 | |
| 68.191 | 62.203 | ||
| Kurzfristige Vermögenswerte | |||
| Vorräte | 14.393 | 12.628 | |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 55.108 | 59.318 | |
| Vertragsvermögenswerte aus Verträgen mit | |||
| Kunden | (9) | 54.291 | 38.420 |
| Vertragskosten | 2.686 | 3.029 | |
| Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte | 3.368 | 2.750 | |
| Sonstige kurzfristige nicht finanzielle | |||
| Vermögenswerte | 8.736 | 7.524 | |
| Forderungen aus Ertragsteuern | 756 | 481 | |
| Termingelder | 4.606 | 0 | |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 78.233 | 91.265 | |
| 222.177 | 215.415 | ||
| Summe Aktiva | 290.368 | 277.618 |
| 30.06.2021 | 31.12.2020 | ||
|---|---|---|---|
| Erläute | TEUR | TEUR | |
| PASSIVA | rungen | ungeprüft | geprüft |
| Eigenkapital | |||
| Grundkapital | 13.280 | 13.280 | |
| Kapitalrücklagen | 21.138 | 21.138 | |
| Gewinnrücklagen | (10) (11) | 77.760 | 75.863 |
| Eigene Aktien | -384 | 0 | |
| Ausgleichsposten aus Währungsumrechnung | -629 | -1.053 | |
| Auf Gesellschafter der Muttergesellschaft entfallendes | |||
| Eigenkapital | 111.165 | 109.228 | |
| Nicht beherrschende Anteile | 3.903 | 3.751 | |
| Summe Eigenkapital | 115.068 | 112.979 | |
| Langfristige Verbindlichkeiten | |||
| Bank- und sonstige Finanzverbindlichkeiten | 4.366 | 4.907 | |
| Rückstellungen | (12) | 19.237 | 17.212 |
| Leasingverbindlichkeiten | 29.049 | 31.811 | |
| Sonstige langfristige finanzielle Verbindlichkeiten | (13) | 1.719 | 1.722 |
| Latente Steuerschulden | 4.295 | 1.831 | |
| 58.666 | 57.483 | ||
| Kurzfristige Verbindlichkeiten | |||
| Bank- und sonstige Finanzverbindlichkeiten | 1.260 | 1.315 | |
| Vertragsverbindlichkeiten aus Verträgen mit Kunden | (9) | 59.512 | 62.849 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 14.460 | 11.923 | |
| Leasingverbindlichkeiten | 7.567 | 7.292 | |
| Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten | (13) | 5.537 | 1.600 |
| Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Verbindlichkeiten | (13) | 14.926 | 6.617 |
| Kurzfristige Steuerverbindlichkeiten | 1.673 | 1.981 | |
| Rückstellungen | (12) | 11.699 | 13.579 |
| 116.634 | 107.156 | ||
| Summe Passiva | 290.368 | 277.618 |
Konzernkapitalflussrechnung
| 01-06/2021 | 01-06/2020 | ||
|---|---|---|---|
| TEUR | TEUR | ||
| Erläuterungen | ungeprüft | ungeprüft | |
| Ergebnis vor Steuern | 5.281 | -31.966 | |
| Zinsergebnis | 259 | 212 | |
| Währungsdifferenzen | -230 | 45 | |
| Gewinn/Verlust aus dem Abgang von Vermögenswerten des Investitionsbereichs |
7 | 7 | |
| Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte sowie Wertminderung Geschäfts- oder |
|||
| Firmenwerte | 7.020 | 6.938 | |
| Erträge aus assoziierten Unternehmen | -242 | -117 | |
| Veränderung der Rückstellungen | (12) | -1.982 | -3.657 |
| Wertminderung Termingelder Commerzialbank Mattersburg | 0 | 17.995 | |
| Wertminderung täglich fälliges Bankguthaben Commerzialbank Mattersburg |
0 | 12.718 | |
| Wertminderung Zinsforderungen Commerzialbank Mattersburg | 0 | 205 | |
| Gewinn aus Unternehmenserwerb | (2) | -1.657 | 0 |
| Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen/Erträge | 165 | 67 | |
| Nettogeldfluss aus dem Ergebnis | 8.621 | 2.447 | |
| Veränderung der Vorräte | -1.021 | -1.411 | |
| Veränderung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 6.567 | 7.328 | |
| Veränderung der Vertragsvermögenswerte | (9) | -13.162 | -10.642 |
| Veränderung der Vertragskosten | 476 | -1.068 | |
| Veränderung der Sonstigen Forderungen | -1.391 | -632 | |
| Veränderungen der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen |
2.998 | 3.485 | |
| Veränderung der Vertragsverbindlichkeiten | (9) | -5.551 | 5.258 |
| Veränderung der Sonstigen Verbindlichkeiten | (13) | 7.437 | 6.085 |
| Veränderung des Nettoumlaufvermögens | -3.647 | 8.403 | |
| Gezahlte Zinsen | -267 | -276 | |
| Erhaltene Zinsen | 15 | 64 | |
| Erhaltene Dividenden | 124 | 0 | |
| Zahlungen bzw. Rückzahlungen für Ertragsteuern | -1.910 | 1.558 | |
| Nettogeldfluss aus der betrieblichen Tätigkeit | 2.936 | 12.196 |
| 01-06/2021 | 01-06/2020 | ||
|---|---|---|---|
| TEUR | TEUR | ||
| Erläuterungen | ungeprüft | ungeprüft | |
| Einzahlungen aus dem Verkauf von immateriellen | |||
| Vermögenswerten | 5 | 0 | |
| Einzahlungen aus dem Verkauf Sachanlagen | 100 | 0 | |
| Einzahlungen aus dem Verkauf von Wertpapieren und Beteiligungen | 0 | 6 | |
| Auszahlungen für den Erwerb von immateriellen Vermögenswerten | -1.701 | -1.397 | |
| Auszahlungen für den Erwerb von Sachanlagen | -1.240 | -1.437 | |
| Auszahlungen für die Veranlagung von Termingeldern | -4.606 | 0 | |
| Auszahlungen für den Erwerb von assoziierten Unternehmen | 0 | 0 | |
| Auszahlungen für den Erwerb von Tochterunternehmen, abzüglich | |||
| erworbener liquider Mittel | -1.991 | -1.849 | |
| Nettogeldfluss aus der Investitionstätigkeit | -9.433 | -4.677 | |
| Gezahlte Dividenden an Eigentümer | (10) | -1.990 | 0 |
| Gezahlte Dividenden an nicht beherrschende Anteilseigner | -206 | -84 | |
| Einzahlungen aufgrund Kapitalerhöhung | 0 | 1.324 | |
| Auszahlungen für Transaktionskosten Kapitalerhöhung | 0 | -109 | |
| Erwerb von eigenen Aktien | (10) | -384 | 0 |
| Einzahlungen von Gesellschaftern nicht beherrschender Anteile | 0 | 98 | |
| Einzahlungen aus der Aufnahme von Finanzkrediten und sonstigen | |||
| Finanzierungen | 0 | 55 | |
| Auszahlungen für die Tilgung von Finanzkrediten und sonstigen | |||
| Finanzierungen | -646 | -1.137 | |
| Auszahlungen für die Tilgung von Leasingverbindlichkeiten | -3.783 | -3.855 | |
| Nettogeldfluss aus der Finanzierungstätigkeit | -7.009 | -3.708 | |
| Veränderung der liquiden Mittel: | |||
| Nettogeldfluss aus der betrieblichen Tätigkeit | 2.936 | 12.196 | |
| Nettogeldfluss aus der Investitionstätigkeit | -9.433 | -4.677 | |
| Nettogeldfluss aus der Finanzierungstätigkeit | -7.009 | -3.708 | |
| Nettoveränderung der liquiden Mittel | -13.506 | 3.811 | |
| Anfangsbestand der liquiden Mittel | 91.265 | 66.882 | |
| Zahlungswirksame Veränderung der liquiden Mittel | -13.506 | 3.811 | |
| Währungsdifferenzen | 468 | -276 | |
| Wertberichtigung täglich fälliges Bankguthaben Commerzialbank Mattersburg |
0 | -12.718 | |
| Sonstige Wertberichtigungen | 6 | 3 | |
| Endbestand der liquiden Mittel | 78.233 | 57.702 | |
Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals
| Stand 30.06.2021 | 13.280 | 21.138 | -6.002 | 404 | - 280 | 83.638 | -384 | - 629 | 111.165 | 3.903 | 115.068 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Übrige Veränderungen | 172 | 172 | 172 | ||||||||
| eigenen Aktien | -384 | -384 | - 384 | ||||||||
| Veränderung der | |||||||||||
| Dividenden | -1.990 | -1.990 | -206 | -2.196 | |||||||
| Gesamtergebnis | 131 | -157 | 3.741 | 424 | 4.139 | 359 | 4.498 | ||||
| Sonstiges Ergebnis | 131 | -157 | 424 | 398 | -29 | 369 | |||||
| Konzernergebnis | 3.741 | 3.741 | 388 | 4.129 | |||||||
| Stand 01.01.2021 | 13.280 | 21.138 | -6.133 | 232 | -123 | 81.887 | 0 | -1.053 | 109.228 | 3.751 | 112.979 |
| Erläuterungen | (11) | (10) | (10) | ||||||||
| in TEUR (ungeprüft) | Grundkapital Kapitalrücklagen | Rücklage IAS 19 (abzüglich Ertragsteuern) |
Options rücklage (abzüglich Ertragsteuern) |
Cash Flow Hedge Rücklage (abzüglich Ertragsteuern) |
Gewinn rücklagen und einbehaltene Gewinne |
Eigene Aktien |
Währungs umrechnung |
Auf Gesellschafter der Mutter gesellschaft entfallendes Eigenkapital |
Nicht beherrschende Anteile |
Summe Eigenkapital |
| Auf | ||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Cash Flow | Gewinn | Gesellschafter | ||||||||
| Rücklage IAS 19 |
Options rücklage |
Hedge Rücklage |
rücklagen und |
der Mutter gesellschaft |
Nicht | |||||
| (abzüglich | (abzüglich | (abzüglich | einbehaltene | Währungs | entfallendes | beherrschende | Summe | |||
| in TEUR (ungeprüft) | Grundkapital Kapitalrücklagen | Ertragsteuern) | Ertragsteuern) | Ertragsteuern) | Gewinne | umrechnung | Eigenkapital | Anteile | Eigenkapital | |
| Erläuterungen | (11) | (10) | ||||||||
| Stand 01.01.2020 | 13.200 | 19.976 | -5.608 | 63 | -675 | 87.911 | -249 | 114.618 | 1.568 | 116.186 |
| Kapitalerhöhung | 80 | 1.244 | 1.324 | 1.324 | ||||||
| Kosten der Kapitalerhöhung | -109 | -109 | - 109 | |||||||
| darauf entfallende | ||||||||||
| Ertragsteuern | 27 | 27 | 27 | |||||||
| Einzahlungen von | ||||||||||
| Gesellschaftern nicht | ||||||||||
| beherrschender Anteile | 98 | 98 | ||||||||
| Konzernergebnis | -23.568 | -23.568 | 198 | -23.370 | ||||||
| Sonstiges Ergebnis | 1 | 0 | 474 | 0 | -334 | 141 | 24 | 165 | ||
| Gesamtergebnis | 1 | 0 | 474 | -23.568 | -334 | -23.427 | 222 | -23.205 | ||
| Dividenden | -1.992 | -1.992 | -84 | -2.076 | ||||||
| Übrige Veränderungen | 71 | 4 | 75 | 0 | 75 | |||||
| Erwerb nicht | ||||||||||
| beherrschender Anteile | 1.824 | 1.824 | ||||||||
| Stand 30.06.2020 | 13.280 | 21.138 | -5.607 | 134 | - 201 | 62.355 | - 583 | 90.516 | 3.628 | 94.144 |
Ausgewählte erläuternde Anhangangaben zum verkürzten konsolidierten Zwischenabschluss
1. Allgemeine Angaben
Gegenstand des Zwischenabschlusses sind die Frequentis AG und deren Tochterunternehmen (nachfolgend als Frequentis-Gruppe oder Konzern bezeichnet).
Die Frequentis AG ist eine Gesellschaft nach österreichischem Recht mit Sitz in der Innovationsstraße 1, 1100 Wien, Österreich, und notiert seit Mai 2019 an der Wiener und Frankfurter Börse.
Der konsolidierte Zwischenabschluss der Frequentis AG wurde nach den Regelungen der International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, und dabei in Übereinstimmung mit den Vorschriften des IAS 34 erstellt. Die Darstellung erfolgt in verkürzter Form.
Der konsolidierte Zwischenabschluss beinhaltet nach Einschätzung des Managements alle erforderlichen Anpassungen zur Vermittlung einer den tatsächlichen Verhältnissen entsprechenden Abbildung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage. Dieser konsolidierte Zwischenabschluss wurde weder geprüft noch einer prüferischen Durchsicht unterzogen und sollte im Zusammenhang mit dem geprüften Konzernabschluss der Frequentis-Gruppe zum 31. Dezember 2020 gelesen werden und ist nicht notwendigerweise für das Jahresergebnis 2021 indikativ.
Im Vergleich zu anderen Wirtschaftssektoren unterliegen die Sektoren, in denen die Frequentis-Gruppe tätig ist (Informations- und Kommunikationssysteme im Bereich der zivilen und militärischen Flugsicherung, der Blaulichtorganisationen und des Schienen- und Wasserverkehrs) relativ geringen konjunkturellen Schwankungen. Innerhalb der Branche unterliegen die einzelnen Segmente der Frequentis-Gruppe den selben Schwankungen wie die der Mitbewerber (geringere Umsätze und Ergebnisse im ersten und zweiten Quartal und höhere Umsätze und Ergebnisse im dritten und vierten Quartal). Dies deshalb, da es sich bei den Kunden der Frequentis-Gruppe zum großen Teil um Behörden und staatsnahe Betriebe handelt und diese oft ihr Budget für das aktuelle Jahr erst im letzten Quartal verwenden, da diesbezügliche Entscheidungen erst im dritten oder vierten Quartal von den Kunden getroffen werden. Aus diesem Grund erwirtschaftet die Frequentis-Gruppe üblicherweise den größeren Teil der Umsätze im zweiten Halbjahr und aufgrund der gleichmäßigen Verteilung der Fixkosten über das Jahr ergeben sich in der Regel im ersten Halbjahr negative Ergebnisse. Im ersten Halbjahr 2021 ergab sich ein positives Halbjahresergebnis. Die Gründe dafür waren erfolgreiche Projektabnahmen, die zu einem höheren Umsatz führten, margenstärkere Projekte und die Erfassung eines Gewinnes aus der Transaktion mit L3Harris.
Bei der Summierung gerundeter Beträge und Prozentangaben können durch Verwendung automatischer Rechenhilfen Rechendifferenzen auftreten.
2. Konsolidierungskreis
Im Konzernabschluss der Frequentis AG sind – neben der Muttergesellschaft – 6 inländische (31. Dezember 2020: 6) sowie 24 ausländische (31. Dezember 2020: 23) Tochterunternehmen einbezogen, bei denen die Frequentis AG die Beherrschung ausübt.
Änderung des Konsolidierungskreises
Per 1. Jänner 2021 wurde die Frequentis Slovakia s.r.o. in die Frequentis Solutions s.r.o. verschmolzen und die Frequentis Solutions s.r.o. in Frequentis Solutions & Services s.r.o. umbenannt.
Per 20. Mai 2021 wurde die TEAM Communication Technology Management GmbH in team Technology Management GmbH umfirmiert.
Übernahme von Produktlinien im Air Traffic Management (ATM) von L3Harris Technologies, Inc.
Am 23. Februar 2021 hat Frequentis eine Vereinbarung zur vollständigen Übernahme von zivilen und militärischen Produktlinien der ATM-Sprachkommunikationssysteme sowie der Software- und Cloud-Lösungen zur Luftverkehrsoptimierung (Verkehrssynchronisation) des US-Konzerns L3Harris Technologies, Inc. (nachfolgend als L3Harris bezeichnet) unterzeichnet. Die Transaktion, welche unter dem Vorbehalt diverser kartell- bzw. aufsichtsrechtlicher Genehmigungen stand, umfasste:
- Den Erwerb von 100% der Anteile an der Harris Orthogon GmbH, Bremen, Deutschland (Closing 30. April 2021),
- die Übernahme eines zwischen L3Harris und der britischen Flugsicherung NATS bestehenden Kundenvertrags (Vertragsübergang am 28. Mai 2021),
- den Erwerb der in Gatineau, Kanada, ansässigen Geschäftseinheit "Harris ATC Solutions", welche von der Harris Canada Systems, Inc. im Zuge der Transaktion in eine zuvor für diesen Zweck neu gegründete Gesellschaft in Kanada eingebracht wurde, und deren sämtliche Anteile sodann von Frequentis erworben wurden (Closing 28. Mai 2021) und
- den Erwerb von 100% der Anteile an der Harris C4i Pty. Ltd., Melbourne, Australien (Closing 30. Juli 2021).
Die Transaktion erweitert das ATM-Produktportfolio von Frequentis. In Ergänzung zu diesen Akquisitionen haben L3Harris und Frequentis Kooperationsvereinbarungen geschlossen, aufgrund derer Frequentis als Technologiepartner von L3Harris nach Möglichkeit Sprachkommunikationssysteme für Großprojekte im Lösungs- und Servicegeschäft der L3Harris liefern soll.
Obwohl es sich bei dieser Übernahme um einen Vertrag handelt, werden die einzelnen Transaktionen separat bewertet, da die Übernahmen der einzelnen Gesellschaften prinzipiell nicht voneinander abhängig sind und auch zu unterschiedlichen Zeitpunkten erfolgten. Nur der zweite Teilbetrag des Basiskaufpreises der Harris Orthogon war zeitgleich mit dem Closing von Harris C4i fällig. Zusätzlich handelte es sich um unterschiedliche Verkäufer der einzelnen Gesellschaften innerhalb der L3Harris Gruppe.
Harris Orthogon GmbH
Am 30. April 2021 wurde mit dem Closing der Harris Orthogon Transaktion der Erwerb von 100% der Anteile an der Harris Orthogon GmbH erfolgreich abgeschlossen. Das Unternehmen mit Sitz in Bremen, Deutschland, das seit rund 30 Jahren erfolgreich in der Flugsicherung tätig ist, wurde bereits auf Frequentis Orthogon GmbH (nachfolgend als Orthogon bezeichnet) umfirmiert. Es ist ein innovativer Anbieter von Lösungen zur Luftverkehrssynchronisation für Flugsicherungszentralen für Überflug, Ankunft, Abflug und am Flughafen selbst (Air Traffic Control En-Route-, Approach- und Airport-Flugsicherungszentralen). Die Lösungen zur Luftverkehrsoptimierung sind unter anderem dafür geeignet, die Emissionen des Luftverkehrs zu reduzieren.
Die Lösungen von Orthogon erweitern die Frequentis Angebotspalette in Bezug auf integrierte Gesamtlösungen im Bereich Air Traffic Management. Dadurch kann ein noch umfassenderes Produktportfolio mit höherer Leistungsfähigkeit und verstärktem Digitalisierungsanteil angeboten werden.
Der vertraglich vereinbarte Kaufpreis setzt sich aus den folgenden Komponenten zusammen und unterliegt noch möglichen Anpassungen gemäß des mit L3Harris vereinbarten Anpassungsmechanismus (Closing Accounts):
| Beizulegender | Beizulegender | ||
|---|---|---|---|
| Zeitwert | Zeitwert | ||
| per 30.04.2021 | per 30.04.2021 | ||
| TUSD | TEUR | ||
| Basiskaufpreis | 8.000 | 6.625 | |
| Orthogon Net Cash | 2.056 | 1.703 | |
| Target Orthogon Net Cash | 0 | 0 | |
| 2.056 | 1.703 | ||
| Orthogon Working Capital | 2.891 | 2.395 | |
| Target Orthogon Working Capital | 3.591 | 2.975 | |
| -700 | -580 | ||
| Zahlungen aufgrund eines Gewinnabführungsvertrags | 463 | 383 | |
| Gesamtkaufpreis | 9.818 | 8.131 | |
Der Basiskaufpreis beträgt laut Kaufvertrag TUSD 8.000. Davon waren TUSD 4.000 mit dem Closing fällig und wurden zum Bilanzstichtag bereits bezahlt. Weitere TUSD 4.000 waren mit dem Closing des Erwerbs der Harris C4i Pty. Ltd., Australien, per 30. Juli 2021 fällig.
Das im Kaufvertrag vereinbarte Target Net Cash beträgt USD 0. Die in der Gesellschaft verbliebenen liquiden Mittel in Höhe von TUSD 2.056 wirken daher kaufpreiserhöhend.
Das Target Orthogon Working Capital wurde im Kaufvertrag mit TUSD 3.591 vereinbart. Das finale Net Cash und Orthogon Working Capital entspricht den zwischen Frequentis und L3Harris noch abzustimmenden Closing Statements, welche 60 Tage nach dem Closing der Harris C4i Pty. Ltd. Transaktion (das am 30. Juli 2021 stattfand) von Frequentis erstellt und nach einer Prüfmöglichkeit für L3Harris endgültig fixiert werden. Zum Zeitpunkt der Zwischenberichterstellung wird von einem finalen Working Capital von TUSD 2.891 ausgegangen. Hierbei handelt es sich um vorläufige Werte, da die endgültige Feststellung der entsprechenden Bilanzposten noch nicht final abgeschlossen ist. Orthogon hat mit einer Konzerngesellschaft der L3Harris einen Ergebnisabführungsvertrag abgeschlossen. Für den Zeitraum 1.1.2021 bis 30.4.2021 sind demnach von L3Harris in diesem Zeitraum erwirtschaftete Verluste von Orthogon nach deutschem HGB abzudecken. Gleichzeitig erhöht diese Abdeckung den von Frequentis zu bezahlenden Kaufpreis in dieser Höhe. Zum Bilanzstichtag war die Höhe des Verlustes für diesen Zeitraum bereits bekannt, allerdings kam es noch zu keinem Geldfluss von L3Harris an Orthogon. Dieser erfolgte im Juli 2021.
Entsprechend dem Kaufvertrag wurden zum Bilanzstichtag bereits TUSD 5.609 an L3Harris überwiesen. Die restliche geschätzte Kaufpreisverpflichtung in Höhe von TUSD 4.209 (TEUR 3.484) ist in den sonstigen Verbindlichkeiten enthalten.
Die vorläufigen beizulegenden Zeitwerte der erworbenen Vermögenswerte und übernommenen Schulden setzen sich folgendermaßen zusammen:
| Beizulegender | |
|---|---|
| Zeitwert | |
| per 30.04.2021 | |
| TEUR | |
| Immaterielle Vermögenswerte | 4.538 |
| Sachanlagen | 1.237 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 1.687 |
| Vertragsvermögenswerte | 2.667 |
| Vertragskosten | 133 |
| Forderung aufgrund Gewinnabführungsvertrag | 383 |
| Übrige Vermögenswerte | 68 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 1.702 |
| Passive latente Steuern | -1.839 |
| Langfristige Leasingverbindlichkeiten | -89 |
| Pensionsrückstellung | -2.183 |
| Vertragsverbindlichkeiten aus Verträgen mit Kunden | -1.754 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | -267 |
| Kurzfristige Leasingverbindlichkeiten | -69 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | -543 |
| Sonstige kurzfristigen Rückstellungen | -116 |
| Nettovermögen | 5.555 |
| Konzernanteil | 5.555 |
| Geschäfts- oder Firmenwert | 2.576 |
| Übertragene Gegenleistung | 8.131 |
Der Geschäfts- oder Firmenwert aus dieser Akquisition lässt sich insbesondere den erwarteten Synergien aus der Nutzung des weltweiten Vertriebsnetzes des Konzerns und den neuen Technologien zurechnen.
Direkt mit dem Unternehmenszusammenschluss verbundene Transaktionskosten wurden als laufender Aufwand in der Periode berücksichtigt. In den übernommenen Forderungen sind keine Forderungen enthalten, die voraussichtlich uneinbringlich sind, weshalb der Buchwert dem beizulegenden Zeitwert entspricht.
Seit dem Erwerb hat Orthogon Umsatzerlöse in Höhe von TEUR 1.320 und ein EBIT von TEUR 276 zu den Konzernwerten der Frequentis-Gruppe beigetragen. Hätte die Akquisition zu Beginn des Geschäftsjahres 2021 stattgefunden, hätten sie Umsatzerlöse in Höhe von TEUR 3.396 und ein EBIT von TEUR -664 zu den Konzernwerten der Frequentis-Gruppe beigetragen.
Die erstmalige Einbeziehung aller erworbenen Vermögenswerte und übernommenen Schulden erfolgt aus Zeitgründen und aufgrund noch nicht finaler Bewertungen auf Basis vorläufiger Werte. Die endgültige Feststellung der angegebenen Bilanzposten erfolgt gemäß den Bestimmungen für die Erstkonsolidierung des IFRS 3 innerhalb von 12 Monaten nach Übernahme.
Übernahme NATS-Vertrag
Harris hat mit NATS (britische Flugsicherung / Air Navigation Service Provider) am 29. Jänner 2016 einen Vertrag abgeschlossen, der die Lieferung einer Gesamtlösung für ein Voice Communication System mit anschließender Wartung beinhaltet.
Die zu liefernde Gesamtlösung für mehrere Standorte und mehrere hundert Controller-Arbeitsplätze umfasst Hardware und Software mit kundenindividuellen Anpassungen.
Mit Deed of Novation and Amendment vom 23. Februar 2021 wurde eine Vereinbarung zwischen NATS (En Route) plc, L3Harris Technologies, Inc. und Frequentis AG zur Übernahme des Vertrags durch die Frequentis abgeschlossen. Der Übergang des Vertrags fand mit dem Closing des ATC Solutions Business in Kanada am 28. Mai 2021 statt.
Ein Kaufpreis für den NATS-Vertrag wurde nicht vereinbart. Das wesentliche Motiv der Frequentis AG den Vertrag zu übernehmen, war die Rückgewinnung des Kunden NATS, um die eigene Marktpositionierung zu stärken.
Geschäftseinheit Harris ATC Solutions der Harris Canada Systems Inc.
Am 28. Mai 2021 erfolgte das Closing bezüglich der Übernahme des Geschäftsbereichs Harris ATC Solutions von L3Harris. Der Geschäftsbereich stellte bis dahin einen Teilbereich der Harris Canada Systems Inc. dar und wurde im Hinblick auf die Transaktion von dieser in eine eigens zu diesem Zweck neu gegründete Gesellschaft eingebracht. Frequentis erwarb zum Closing sodann 100% der Anteile an dieser neuen Gesellschaft, welche bereits in Frequentis Canada ATM Ltd. umfirmiert wurde.
Die rund 60 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind im Bereich Entwicklung und Business Development tätig.
Die Übernahme des ATC Geschäftsbereichs war vor allem auf die Erfüllung des NATS-Vertrags zurückzuführen.
Der vertraglich vereinbarte Kaufpreis setzt sich aus den folgenden Komponenten zusammen und unterliegt noch möglichen Anpassungen gemäß des mit L3Harris vereinbarten Anpassungsmechanismus (Closing Accounts):
| Beizulegender | Beizulegender | |
|---|---|---|
| Zeitwert | Zeitwert | |
| per 28.05.2021 | per 28.05.2021 | |
| TUSD | TEUR | |
| Basiskaufpreis | 100 | 82 |
| Harris ATC Solutions Net Cash | 1.141 | 935 |
| Target Harris ATC Solutions Net Cash | 0 | 0 |
| 1.141 | 935 | |
| Harris ATC Solutions Working Capital | 2.512 | 2.059 |
| Target Harris ATC Solutions Working Capital | 3.653 | 2.994 |
| -1.141 | -935 | |
| Gesamtkaufpreis | 100 | 82 |
Der Basiskaufpreis in Höhe von TUSD 100 war an keine weiteren Bedingungen geknüpft und wurde bereits überwiesen.
Das im Kaufvertrag vereinbarte Target Harris ATC Solutions Net Cash beträgt USD 0. Die in der Gesellschaft verbliebenen liquiden Mittel in Höhe von TUSD 1.141 wirken kaufpreiserhöhend.
Das finale ATC Solutions Net Cash und das finale ATC Solutions Working Capital entspricht den zwischen Frequentis und L3Harris noch abzustimmenden Closing Statements, welche 60 Tage nach dem Closing der Harris C4i Pty. Ltd. Transaktion (das am 30. Juli 2021 stattfand) von Frequentis erstellt und nach einer Prüfmöglichkeit für L3Harris endgültig fixiert werden. Zum Zeitpunkt der Zwischenberichterstellung wird für die Kaufpreisermittlung von einem finalen Working Capital von TUSD 2.512 ausgegangen. Hierbei handelt es sich um vorläufige Werte, da die endgültige Feststellung der entsprechenden Bilanzposten noch nicht final abgeschlossen ist.
Zusätzlich wurde im Kaufvertrag vereinbart, dass Frequentis Canada ATM Ltd. die Büroräumlichkeiten bis Ende Mai 2022 gratis nutzen kann.
Die vorläufigen beizulegenden Zeitwerte der erworbenen Vermögenswerte und übernommenen Schulden setzen sich folgendermaßen zusammen:
| Beizulegender | |
|---|---|
| Zeitwert | |
| per 28.05.2021 | |
| TEUR | |
| Sachanlagen | 165 |
| Nutzungsrecht Büroräumlichkeiten | 293 |
| Vorräte | 745 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 669 |
| Vertragsvermögenswerte | 42 |
| Übrige Vermögenswerte | 9 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 1.036 |
| Passive latente Steuern | -99 |
| Vertragsverbindlichkeiten aus Verträgen mit Kunden | -459 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | -55 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | -605 |
| Sonstige kurzfristigen Rückstellungen | -2 |
| Nettovermögen | 1.739 |
| Konzernanteil | 1.739 |
| Gewinn aus Unternehmenserwerb | -1.657 |
| Übertragene Gegenleistung | 82 |
Der beizulegende Zeitwert des übernommenen Nettovermögens übersteigt den Wert der übertragenen Gegenleistung, da für die Geschäftsjahre 2021 und 2022 mit Verlusten aus der operativen Tätigkeit gerechnet wird. Der entstandene Gewinn aus Unternehmenserwerb wurde sofort ergebniswirksam erfasst. Mit 30. Juni 2021 betrug der Verlust (EBIT) TEUR 832.
Direkt mit dem Unternehmenszusammenschluss verbundene Transaktionskosten wurden als laufender Aufwand in der Periode berücksichtigt. Die übernommenen Forderungen wurden auf ihre Einbringlichkeit überprüft und mit dem beizulegenden Zeitwert angesetzt. Der Bruttobuchwert beträgt TEUR 783, die voraussichtlich nicht einbringlichen Cash Flows belaufen sich auf TEUR 114.
Seit dem Erwerb hat Frequentis Canada ATM Umsatzerlöse in Höhe von TEUR 78 und ein EBIT von TEUR -893 zu den Konzernwerten der Frequentis-Gruppe beigetragen. Die Umsatzerlöse und das EBIT, welche zu den Konzernwerten der Frequentis-Gruppe beigetragen hätten, hätte die Akquisition zu Beginn des Geschäftsjahres 2021 stattgefunden, können nicht ermittelt werden, da diese Geschäftseinheit erst zum Closing Stichtag in eine neue Gesellschaft übertragen wurde und bis dahin einen rechtlich nicht selbständigen Teilbereich innerhalb des L3Harris Konzerns bildete.
Die erstmalige Einbeziehung aller erworbenen Vermögenswerte und übernommenen Schulden erfolgt aus Zeitgründen und aufgrund noch nicht finaler Bewertungen auf Basis vorläufiger Werte. Die endgültige Feststellung der angegebenen Bilanzposten erfolgt gemäß den Bestimmungen für die Erstkonsolidierung des IFRS 3 innerhalb von 12 Monaten nach Übernahme.
Harris C4i (Ereignis nach dem Bilanzstichtag aufgrund Closing 30. Juli 2021)
Harris C4i mit Sitz in Melbourne, Australien, entwickelt, fertigt und integriert maßgeschneiderte, einsatzkritische Kommunikationslösungen für das Verteidigungswesen auf der ganzen Welt und wird die Frequentis-Leistungspalette in den Märkten Australien und USA für cybersichere Verteidigungskommunikation im verschlüsselten und nicht verschlüsselten Bereich verstärken.
In Kombination der missionskritischen Kommunikationsplattformen von Frequentis und C4i ist es möglich marktführende Technologie und Lösungen anzubieten, die auf umfassenden Sicherheits-, Compliance- und Exportabwicklungsprozessen basieren. Frequentis ist Marktführer bei Kommunikationssystemen für die militärische Flugsicherung und durch diese Akquisition wird eine weltweit dominierende Position im Defence Command & Control Markt gesichert.
Der vertraglich vereinbarte Kaufpreis setzt sich aus den folgenden Komponenten zusammen und unterliegt noch möglichen Anpassungen gemäß des mit L3Harris vereinbarten Anpassungsmechanismus (Closing Accounts):
| Beizulegender | Beizulegender | |
|---|---|---|
| Zeitwert | Zeitwert | |
| per 30.07.2021 | per 30.07.2021 | |
| TUSD | TEUR | |
| Basiskaufpreis | 12.000 | 10.005 |
| C4i Net Cash | 1.362 | 1.145 |
| Target C4i Net Cash | 0 | 0 |
| 1.362 | 1.145 | |
| C4i Working Capital | 4.218 | 3.547 |
| Target C4i Working Capital | 4.216 | 3.546 |
| 2 | 1 | |
| Zahlungen aufgrund Gruppenbesteuerung | -348 | -293 |
| Gesamtkaufpreis | 13.016 | 10.858 |
Der Basiskaufpreis in Höhe von TUSD 12.000 war an keine weiteren Bedingungen geknüpft und wurde am 30. Juli 2021 bezahlt.
Das im Kaufvertrag vereinbarte Target C4i Net Cash beträgt USD 0. Die in der Gesellschaft verbliebenen liquiden Mittel in Höhe von TUSD 1.362 wirken daher kaufpreiserhöhend.
Das Target C4i Working Capital wurde im Kaufvertrag mit TUSD 4.216 vereinbart. Das finale C4i Net Cash und das finale C4i Working Capital entspricht den zwischen Frequentis und L3Harris noch abzustimmenden Closing Statements, welche 60 Tage nach dem Closing (das am 30. Juli 2021 stattfand) von Frequentis erstellt und nach einer Prüfmöglichkeit für L3Harris fixiert werden. Zum Zeitpunkt der Zwischenberichterstellung waren nur vorläufige Zahlen für die Ermittlung des vorläufigen Kaufpreises vorhanden.
Aufgrund einer Gruppenbesteuerung gibt es noch eine offene Steuerverbindlichkeit zwischen Harris C4i und L3Harris. Diese Verbindlichkeit in Höhe von TUSD 348 reduziert den Kaufpreis.
Aufgrund des Closings am 30. Juli 2021 wurde zum Zeitpunkt der Berichterstellung erst mit der Analyse der Vermögenswerte und Schulden im Rahmen einer Kaufpreisallokation begonnen und deswegen lagen keine vollständigen Informationen für die beizulegenden Zeitwerte der erworbenen Vermögenswerte und übernommenen Schulden vor.
3. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
Die Erstellung eines Zwischenabschlusses erfolgt gemäß IAS 34 "Zwischenberichterstattung" und erfordert Schätzungen und Annahmen, die die berichteten Werte im Zwischenbericht beeinflussen. Die wesentlichen Annahmen und Schätzungsunsicherheiten sind unverändert zu jenen, die im letztjährigen Konzernanhang beschrieben sind. Tatsächliche Ergebnisse können von diesen Schätzungen abweichen.
Neue und geänderte Standards und Interpretationen
Bei der Aufstellung des Zwischenabschlusses wurden folgende Änderungen bestehender IAS, IFRS Standards bzw. Interpretationen sowie die neu herausgegebenen Standards und Interpretationen, soweit sie bis zum 30. Juni 2021 im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht wurden und bis zu diesem Zeitpunkt in Kraft getreten sind, beachtet:
- COVID-19 bedingte Änderungen Mieterleichterungen (Änderungen an IFRS 16)
- Verlängerung der vorübergehenden Befreiung von der Anwendung von IFRS 9 (Änderungen IFRS 4)
- Zinssatz-Richtgrößen-Reform (Änderungen IFRS 9, IAS 39, IFRS 7 und IFRS 16)
- Jährliche Verbesserungen der IFRS (Zyklus 2018 2020)
Soweit im Einzelnen anwendbar, wurden die angeführten Bestimmungen im vorliegenden Konzernzwischenabschluss umgesetzt. Die Auswirkungen auf den verkürzten Zwischenabschluss aufgrund dieser Änderungen waren unwesentlich.
4. Auswirkungen der COVID-19 Pandemie
Der Ausbruch der COVID-19 Pandemie am Beginn des Geschäftsjahres 2020 löste eine globale Wirtschaftskrise aus. Frequentis konnte sich nicht vollständig von den konjunkturellen Entwicklungen abkoppeln, ist jedoch Lieferant von sicherheitskritischer Infrastruktur. Diese Infrastruktur muss auch in Krisenzeiten aufrechterhalten und gewartet werden. Neben den bereits im Geschäftsbericht 2020 beschriebenen Auswirkungen hatte die COVID-19 Pandemie folgende Auswirkungen in der Zwischenberichtsperiode bis 30. Juni 2021:
- Aufgrund der Reiserestriktionen konnten, genauso wie im Jahr 2020, viele Dienstreisen nicht durchgeführt werden, was dazu führte, dass sich die Reisekosten auf einem niedrigen Niveau eingependelt haben.
- Da auch im ersten Halbjahr 2021 viele Messen abgesagt wurden oder nur virtuell stattgefunden haben, haben sich die Werbekosten auf einem niedrigen Niveau eingependelt.
- In der Zwischenberichtsperiode kam es zu keinen COVID-19 Pandemie bedingten Forderungsausfällen, da die Kunden im Wesentlichen dem öffentlichen Sektor angehören. Bei den Wertberichtigungen gem. IFRS 9 wurde unverändert zum Jahr 2020 ein Skalarfaktor von 1,5 berücksichtigt.
- Aufgrund der COVID-19 Pandemie hat die Frequentis-Gruppe beurteilt, ob ein Anhaltspunkt für eine Wertminderung eines Vermögenswerts vorliegt. Es wurden hier keine Anhaltspunkte für eine COVID-19 Pandemie bezogene Wertminderung festgestellt.
- Vereinzelt wurden auf Kundenwunsch aufgrund der COVID-19 Pandemie Verschiebungen von Projektmeilensteinen verhandelt, wodurch es zu Umsatzverschiebungen und späteren Zahlungsmeilensteinen gekommen ist.
Die Frequentis-Gruppe hat in der Berichtsperiode verschiedenste staatliche Unterstützungen von in Summe TEUR 281 (1. Halbjahr 2020: TEUR 371) erhalten.
Erläuterungen zur Gewinnund Verlustrechnung und Bilanz
5. Segmentberichterstattung
Operative Segmente
- Segment Air Traffic Management
- Segment Public Safety & Transport
Das Segment Air Traffic Management (ATM) bedient in erster Linie die Kundengruppe der zivilen Flugsicherungen sowie militärischen Flugsicherungen und Homeland Security Organisationen. Die Frequentis-Gruppe unterstützt ihre Kunden bei ihrer Hauptaufgabe, der Sicherung des Luftraums und der effizienten und sicheren Kontrolle und Steuerung der Luftfahrzeuge. Die Produktlösungen für die Control Center Lösung im ATM Segment reichen von Voice Communication, Networks, Digital (Remote) Tower, ATC Tower, Surveillance, AIM (Aeronautical Information Management), AMHS (Aeronautical Message Handling Systems) bis ATM/UTM Integration (Unmanned Traffic Management). Für die militärische Anwendung wird das Portfolio mit Anwendungen zu Secure Communications und Situational Awareness ergänzt. Aus den Unternehmenserwerben, welche dem ATM Segment zugeordnet wurden, resultierten Umsatzerlöse in Höhe von TEUR 1.398 sowie ein EBIT von TEUR -617.
Das Segment Public Safety & Transport (PST) besteht aus dem Public Safety Bereich (Polizei, Feuerwehr und Rettungsorganisationen), Public Transport (Eisenbahnkunden) und Maritime (Küstenwache, Hafenbetreiber und Organisationen zur Überwachung der Binnenschifffahrt). Im PST Segment liefert die Frequentis-Gruppe Lösungen für Kontrollzentralen der Blaulichtorganisationen sowie Search & Rescue, Coastal Surveillance, Operations Communications und Incident & Crisis Management.
Angaben zu den operativen Segmenten
Die verantwortliche Unternehmensinstanz der Frequentis-Gruppe ist der Konzernvorstand. Die Bilanzierungsgrundsätze der einzelnen Segmente entsprechen jenen der Frequentis-Gruppe. Für die interne Berichterstattung wird das IFRS Betriebsergebnis (EBIT) herangezogen und entspricht auch dem Segmentergebnis im Sinne von IFRS 8.23. Innenumsätze zwischen den Segmenten liegen nicht vor. Bei den Beträgen in der Spalte Überleitung/Konsolidierungen werden überwiegend Transaktionen erfasst, die nicht eindeutig einem Segment zugeordnet werden können, sondern für beide Segmente getätigt wurden.
| Air Traffic | Public Safety | Überleitung/ | ||
|---|---|---|---|---|
| Management | & Transport | Konsolidierungen | Summe | |
| 01-06/2021 | TEUR | TEUR | TEUR | TEUR |
| Umsatzerlöse | 88.882 | 55.835 | -83 | 144.634 |
| Veränderung des Bestands an fertigen | ||||
| und unfertigen Erzeugnissen | 815 | 425 | 541 | 1.781 |
| Aktivierte Eigenleistungen | 0 | 0 | 6 | 6 |
| Sonstige Erträge | 2.473 | 482 | 291 | 3.246 |
| Gewinn aus Unternehmenserwerb | 1.657 | 0 | 0 | 1.657 |
| Gesamterträge (Betriebsleistung) | 93.826 | 56.742 | 756 | 151.324 |
| EBIT | -1.776 | 7.249 | -89 | 5.384 |
| Air Traffic | Public Safety | Überleitung/ | ||
|---|---|---|---|---|
| Management | & Transport | Konsolidierungen | Summe | |
| 01-06/2020 | TEUR | TEUR | TEUR | TEUR |
| Umsatzerlöse | 89.920 | 42.330 | 0 | 132.250 |
| Veränderung des Bestands an fertigen | ||||
| und unfertigen Erzeugnissen | 202 | 278 | 0 | 480 |
| Aktivierte Eigenleistungen | 26 | 0 | 19 | 45 |
| Sonstige Erträge | 1.799 | 469 | 1.217 | 3.485 |
| Gewinn aus Unternehmenserwerb | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Gesamterträge (Betriebsleistung) | 91.947 | 43.077 | 1.236 | 136.260 |
| EBIT | -2.536 | 1.785 | -201 | - 952 |
Das Segmentvermögen und die Segmentschulden werden hier nicht angegeben, weil das interne Berichtswesen keine Unterteilung des Vermögens auf die beiden Segmente enthält.
Angaben zu unternehmensweiten Daten
Die Frequentis-Gruppe hat weder 2021 noch 2020 mit einem einzelnen Kunden einen Umsatz von mehr als 10% des Gesamtumsatzes erzielt.
Der Auftragsstand per 30. Juni 2021 in Höhe von TEUR 452.981 (30. Juni 2020: TEUR 445.156) verteilt sich mit TEUR 292.119 (30. Juni 2020: TEUR 280.531) auf das Segment ATM und mit TEUR 160.862 (30. Juni 2020: TEUR 164.625) auf das Segment PST.
6. Umsatzerlöse
Hinsichtlich der Umsatzkategorien kam es im Berichtszeitraum zu folgender Verteilung des Umsatzes:
| 01-06/2021 | 01-06/2020 | |
|---|---|---|
| TEUR | TEUR | |
| Neuprodukt- und/oder Neukundengeschäft | 57.448 | 53.694 |
| IBB (Installed Base Business – Folgegeschäft | ||
| zu installierten Systemen und Lösungen) | 82.218 | 74.181 |
| Sonstiger Umsatz | 4.968 | 4.375 |
| 144.634 | 132.250 |
In der regionalen Verteilung der Umsätze nach Endnutzern zeigt sich folgendes Bild:
| 01-06/2021 TEUR |
01-06/2020 TEUR |
|
|---|---|---|
| Europa | 101.526 | 84.297 |
| Amerikas | 19.918 | 22.244 |
| Asien | 12.581 | 16.761 |
| Australien/Pazifik | 5.505 | 5.630 |
| Afrika | 4.208 | 1.959 |
| Kleinaufträge (nicht aufgeteilt) | 896 | 1.359 |
| 144.634 | 132.250 |
Der Posten Kleinaufträge betrifft Umsatzerlöse aus Kundenverträgen, welche aber nicht auf die einzelnen Kategorien in der oben dargestellten Tabelle zugeordnet wurden.
Mit wenigen Ausnahmen werden alle Umsatzerlöse der Frequentis-Gruppe zeitraumbezogen realisiert, weshalb hier keine weitere Aufgliederung in zeitraum- und zeitpunktbezogen realisierte Umsätze erfolgt.
7. Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen
Die Zugänge zu immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen im ersten Halbjahr 2021 betrugen TEUR 9.530 (1. Halbjahr 2020: TEUR 6.602). Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen beliefen sich auf TEUR 7.020 (1. Halbjahr 2020: TEUR 6.938).
Der Anstieg der immateriellen Vermögenswerte ist größtenteils auf die übernommenen immateriellen Vermögenswerte im Zusammenhang mit dem Unternehmenserwerb der Harris Orthogon GmbH zurückzuführen.
8. Geschäfts- oder Firmenwerte
In der Berichtsperiode kam es zu einer Erhöhung der Geschäfts- oder Firmenwerte in Höhe von TEUR 2.576. Dies ist auf die Akquisition der Harris Orthogon GmbH zurückzuführen.
Zum Zweck der Überprüfung auf Wertminderung ist den zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (CGU) des Konzerns ein Firmenwert wie folgt zugeordnet worden:
| 30.06.2021 | 31.12.2020 | |
|---|---|---|
| TEUR | TEUR | |
| Systems Interface Ltd. | 194 | 194 |
| Frequentis Comsoft GmbH | 909 | 909 |
| team Technology Management GmbH | 53 | 53 |
| ATRiCS Advanced Traffic Solutions GmbH | 1.730 | 1.730 |
| Harris Orthogon GmbH | 2.576 | 0 |
| 5.462 | 2.886 |
Zum Zeitpunkt der Bilanzerstellung gab es keine Anhaltspunkte für einen Wertminderungsbedarf. Der jährlich durchzuführende Wertminderungstest erfolgt im vierten Quartal des Geschäftsjahres.
9. Vertragsvermögenswerte aus Verträgen mit Kunden und Vertragsverbindlichkeiten aus Verträgen mit Kunden
| 30.06.2021 | 31.12.2020 | |
|---|---|---|
| TEUR | TEUR | |
| Vertragsvermögenswerte aus Verträgen mit Kunden | 89.754 | 53.591 |
| Erhaltene Anzahlungen | -35.463 | -15.171 |
| 54.291 | 38.420 |
Die Vertragsvermögenswerte resultieren im Wesentlichen aus bereits vom Unternehmen erbrachten aber noch nicht abgerechneten Leistungen. Die Vertragsvermögenswerte werden zu Forderungen aus Lieferungen und Leistungen umgegliedert, wenn der Zahlungsanspruch unbedingt ist. Dies ist im Wesentlichen dann der Fall, wenn der Konzern die Leistungen erbracht hat und diese verrechnet.
Die Veränderung bei den Vertragsvermögenswerten aus Verträgen mit Kunden im Vergleich zum 31. Dezember 2020 setzt sich aus dem Saldo von einer Vielzahl an neu angearbeiteten und abgerechneten Projekten zusammen.
Hinsichtlich der aktivierten Vertragsvermögenswerte aus Verträgen mit Kunden wird von keinen relevanten Ausfallsrisiken ausgegangen. Gerade bei Aufträgen, bei denen der Konzern in Vorleistung geht, wird die Bonität der Vertragspartner sorgsam überprüft. Diese Aufträge betreffen vor allem Leistungen für Behörden bzw. internationale Großunternehmen.
In den Vertragsverbindlichkeiten aus Verträgen mit Kunden werden Verpflichtungen Güter oder Dienstleistungen auf einen Kunden zu übertragen, für die bereits eine Gegenleistung erhalten wurde, ausgewiesen. Dies betrifft vor allem Vorauszahlungen, welche teilweise mittels Anzahlungsgarantie besichert sind.
Die Aufgliederung der Vertragsverbindlichkeiten aus Verträgen mit Kunden stellt sich wie folgt dar:
| 30.06.2021 | 31.12.2020 | |
|---|---|---|
| TEUR | TEUR | |
| Erhaltene Anzahlungen aus Kundenprojekten | 76.907 | 62.490 |
| Erhaltene Anzahlungen, welche mit Vertragsvermögenswerten aus | ||
| Verträgen mit Kunden saldiert wurden | -31.838 | -12.249 |
| 45.069 | 50.241 | |
| Sonstige Vertragsverbindlichkeiten | 7.328 | 6.546 |
| Sonstige Vertragsverbindlichkeiten, welche mit | ||
| Vertragsvermögenswerte aus Verträgen mit Kunden saldiert wurden | -3.626 | -2.922 |
| 3.702 | 3.624 | |
| Erlösabgrenzungen für Wartungsverträge | 10.486 | 8.828 |
| Verbindlichkeiten für noch anfallende Leistungen für | ||
| endabgerechnete Kundenaufträge (kurzfristig) | 208 | 142 |
| Verbindlichkeiten für noch anfallende Leistungen für | ||
| endabgerechnete Kundenaufträge (langfristig) | 47 | 13 |
| Summe Vertragsverbindlichkeiten aus Verträgen mit Kunden | 59.512 | 62.848 |
In den Sonstigen Vertragsverbindlichkeiten sind vertragliche Ansprüche auf Anzahlungen enthalten.
10.Grundkapital und einbehaltene Gewinne
Eigene Aktien
In der außerordentlichen Hauptversammlung der Frequentis AG am 20. September 2019 wurde der Vorstand während einer Geltungsdauer von 30 Monaten zum Erwerb eigener Aktien gemäß § 65 Absatz 1 Ziffer 4 und 8 AktG sowohl über die Börse als auch außerbörslich im Ausmaß von bis zu 10% des Grundkapitals, auch unter Ausschluss der allgemeinen Veräußerungsmöglichkeit der Aktionäre, die mit einem solchen Erwerb einhergehen kann, ermächtigt. Des Weiteren wurde der Vorstand ermächtigt, das Grundkapital durch Einziehung eigener Aktien ohne weiteren Hauptversammlungsbeschluss herabzusetzen.
Im ersten Halbjahr 2021 hat Frequentis insgesamt 15.500 Stück eigene Aktien mit einem Gesamtwert von TEUR 384 zurückgekauft. Das Rückerwerbsprogramm wurde am 6. Mai 2021 beendet.
Die Veränderung des Eigenkapitals kann aus der Aufstellung der Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals entnommen werden.
Dividende
In der Hauptversammlung der Frequentis AG vom 20. Mai 2021 wurde beschlossen, für das Geschäftsjahr 2020 eine Dividende von EUR 0,15 je gewinnberechtigter Stückaktie auszuschütten. Die Ausschüttung an die Aktionäre in Höhe von TEUR 1.990 erfolgte bereits in der Berichtsperiode.
11.Aktienbasierte Vergütung
Die Frequentis AG hat 2019, 2020 und 2021 jeweils einen Long Term Incentive Plan (LTIP 2019 bzw. LTIP 2020 und LTIP 2021) mit dem Vorstandsvorsitzenden Norbert Haslacher abgeschlossen.
Die Bewertung dieser anteilsbasierten Vergütungen erfolgt gemäß IFRS 2 mit dem beizulegenden Zeitwert am Tag der Gewährung. Der Aufwand wird über die erforderliche Reifefrist verteilt. Da in den Verträgen festgelegt ist, dass die im Rahmen des LTIP zugeteilten Aktien nicht in bar abgegolten werden, sind die anteilsbasierten Vergütungen im Eigenkapital in einem Sonderposten ausgewiesen.
Der Teilnehmer des Plans muss kein Eigeninvestment in Frequentis-Aktien tätigen. Ab dem Tag der Zuteilung kann der Begünstigte pro Kalenderjahr maximal ein Drittel der unter dem LTIP 2019, LTIP 2020 und LTIP 2021 erworbenen Aktien veräußern. In jedem Fall aber wird der Begünstigte nur eine solche Anzahl der im Rahmen des LTIP 2019, des LTIP 2020 und des LTIP 2021 bzw. allfälliger späterer Long Term Incentive Plänen erworbenen Aktien veräußern, dass er zu jeder Zeit mindestens 7.000 unter einem Long Term Incentive Plan erworbene Aktien der Gesellschaft hält ("Mindestbestand").
Als Leistungszeitraum für das Erreichen der Ziele wurden drei Jahre festgelegt. Die Zielwerte für die Schlüsselindikatoren wurden vom Aufsichtsrat festgelegt. Am Anspruchstag (frühestens drei Jahre nach der Gewährung) werden bei voller Zielerreichung maximal 14.000 Aktien für den LTIP 2019 bzw. 17.000 Aktien für den LTIP 2020 und LTIP 2021 (brutto – vor Abzug von Steuern und Gebühren), maximal aber 200% des jährlichen Bruttogrundgehalts in Form von Aktien zugeteilt. Die Abgeltung erfolgt durch Übertragung der entsprechenden Aktienzahl des Nettobetrags in das entsprechende Wertpapierdepot. Abhängig von der Zustimmung des Aufsichtsrats ist der Anspruchstag der 30. April 2022 für den LTIP 2019 bzw. der 30. April 2023 für den LTIP 2020 und der 30. April 2024 für den LTIP 2021.
Der Anspruch auf die maximale Anzahl von Aktien entsteht bei einem Zielerreichungsgrad von 100%. Geringere Zielerreichungsgrade führen zu einer aliquoten Kürzung des Anspruchs. Ein Zielerreichungsgrad von weniger als 50% führt zu keiner Zuteilung von Aktien.
Am 20. September 2019 wurde der LTIP 2019 von der Hauptversammlung genehmigt. Die Vereinbarung mit dem Vorstandsvorsitzenden wurde am 30. September 2019 unterschrieben. Die vereinbarten Ziele werden am Total Shareholder Return (TSR), am organischen Betriebsleistungswachstum, an der EBIT-Marge und der Ertrags-Marge sowie der Entwicklung von Key Accounts, nicht refinanzierten F&E-Aufwand in Prozent zur Gesamtleistung, Mitarbeiterzufriedenheit und Kundenzufriedenheit gemessen.
Am 14. Mai 2020 wurde der LTIP 2020 von der Hauptversammlung genehmigt. Die Vereinbarung mit dem Vorstandsvorsitzenden wurde am 15. Mai 2020 unterschrieben. Die vereinbarten Ziele werden am Total Shareholder Return (TSR), am Auftragsstand, dem Wachstum in den Regionen und dem Wachstum über Akquisitionen gemessen.
Am 20. Mai 2021 wurde der LTIP 2021 von der Hauptversammlung genehmigt. Die Vereinbarung mit dem Vorstandsvorsitzenden wurde am 15. Juni 2021 unterschrieben. Die vereinbarten Ziele werden am Total Shareholder Return (TSR), an der Betriebsleistungssteigerung durch Key Accounts und dem Wachstum über New Business Development gemessen. Das Vorstandsmitglied muss – von der Zielerreichung abgesehen – keine Gegenleistung für den Erwerb der Aktien der Gesellschaft erbringen.
Die folgende Tabelle fasst die wesentlichen Bedingungen der in der Berichtsperiode gewährten anteilsbasierten Vergütungen zusammen:
| LTIP 2021 | LTIP 2020 | LTIP 2019 | |
|---|---|---|---|
| Planstart | 01.01.2021 | 01.01.2020 | 01.01.2019 |
| Zeitpunkt der Gewährung | 15.06.2021 | 15.05.2020 | 30.09.2019 |
| Ende Erdienungszeitraum | 31.12.2023 | 31.12.2022 | 31.12.2021 |
| Anspruchstag | 30.04.2024 | 30.04.2023 | 30.04.2022 |
| Erwartete Zielerreichung | 95% | 100% | 86% |
| Erwartete Aktien | 16.150 | 17.000 | 12.012 |
| Maximale Aktien | 17.000 | 17.000 | 14.000 |
| Zugeteilte Bonusaktien | keine | keine | keine |
Für den zukünftig erwarteten Aufwand des LTIP besteht zum Bilanzstichtag für den bereits erdienten Anteil eine Erfassung im Eigenkapital, welche auf Basis von beizulegenden Zeitwerten am Gewährungstag errechnet wurde. Die Ermittlung des insgesamt erwarteten Aufwands aus der LTIP-Verpflichtung errechnet sich nach dem Zeitwert der Aktien zum Kurswert der Aktie zum Zeitpunkt der Vereinbarung multipliziert mit der Anzahl der ausgelobten Aktien und dem erwarteten Zielerreichungsgrad. In der Konzern-Gesamtergebnisrechnung wurde in der Berichtsperiode für den LTIP 2019, LTIP 2020 und LTIP 2021 ein Betrag in Höhe von TEUR 185 (1. Halbjahr 2020: TEUR 75) inklusive Lohnnebenkosten im Personalaufwand erfasst.
Für den LTIP 2019, LTIP 2020 und LTIP 2021 wurde davon ausgegangen, dass sowohl die marktorientierten Ziele als auch die nicht marktorientierten Ziele erfüllt sein werden, weshalb der Effekt der marktorientierten Ziele im Rahmen der Ermittlung des Erwartungswerts des Zielerreichungsgrads und nicht im Zeitwert der Aktien zu berücksichtigen ist.
12.Rückstellungen
| 31.12.2020 | |
|---|---|
| TEUR | TEUR |
| 15.487 | 15.395 |
| 5.880 | 3.260 |
| -3.294 | -2.696 |
| 2.586 | 564 |
| 384 | 369 |
| 780 | 884 |
| 19.237 | 17.212 |
| 30.06.2021 |
Der Anstieg der Pensionsrückstellung ist größtenteils auf den Unternehmenserwerb der Harris Orthogon GmbH zurückzuführen.
Aufgrund der Verpfändung der Lebensversicherungen zur Deckung der Pensionsrückstellungen wurden die entsprechenden Deckungskapitalien mit den Pensionsrückstellungen verrechnet.
Die sonstigen langfristigen Rückstellungen beinhalten mit TEUR 645 (31. Dezember 2020: TEUR 764) Rückstellungen für Projekte, für die aufgrund des Übersteigens künftiger erwarteter Aufwendungen über künftige erwartete Erträge Vorsorgen zu bilden sind.
Die sonstigen kurzfristigen Rückstellungen setzen sich wie folgt zusammen:
| 30.06.2021 | 31.12.2020 | |
|---|---|---|
| TEUR | TEUR | |
| Rückstellungen für Prämien | 5.734 | 7.525 |
| Rückstellungen für Projekte | 1.502 | 2.919 |
| Rückstellungen für Prozesskosten | 2.603 | 1.686 |
| Sonstige Rückstellungen | 1.860 | 1.449 |
| Summe kurzfristige Rückstellungen | 11.699 | 13.579 |
Die Prämienrückstellung enthält die noch anfallenden Auszahlungen von Prämien und variablen Gehältern an Mitarbeiter.
Die Rückstellung für Projekte enthält Projektkosten, für die aufgrund des Überschusses künftiger Aufwendungen über künftige Erträge, Vorsorgen zu bilden sind.
Die Prozesskostenrückstellung betrifft hauptsächlich die eingebrachten Klagen im Zusammenhang mit der Commerzialbank Mattersburg. Die Erhöhung zum 30. Juni 2021 ist vor allem auf zusätzliche Gerichtsgebühren zurückzuführen.
13.Sonstige Verbindlichkeiten
Die sonstigen Verbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:
| 30.06.2021 | 31.12.2020 | |
|---|---|---|
| TEUR | TEUR | |
| Verbindlichkeit Earn-Out Zahlung | 1.245 | 1.238 |
| Darlehen von anderen Gesellschaftern | 465 | 480 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 9 | 4 |
| Summe langfristige finanzielle Verbindlichkeiten | 1.719 | 1.722 |
| Verbindlichkeit Kaufpreis Harris Orthogon GmbH | 3.484 | 0 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 1.000 | 1.203 |
| Negative Marktwerte der Cash Flow Hedges und MTM Bewertung | 1.053 | 397 |
| Summe kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten | 5.537 | 1.600 |
| Abgrenzungen für noch nicht konsumierte Urlaube | 6.372 | 2.282 |
| Erhaltene Zahlungen im Zusammenhang mit Förderungen | 3.000 | 619 |
| Verbindlichkeiten gegenüber dem Finanzamt (ausgenommen | ||
| Einkommensteuern) | 2.771 | 1.614 |
| Abgrenzungen für Überstunden | 712 | 466 |
| Abgrenzungen für Beratungskosten | 158 | 656 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 1.913 | 980 |
| Summe kurzfristige nicht finanzielle Verbindlichkeiten | 14.926 | 6.617 |
Sonstige Angaben
14.Finanzinstrumente
Die nachstehende Tabelle zeigt die Buchwerte und beizulegende Zeitwerte finanzieller Vermögenswerte und finanzieller Verbindlichkeiten, einschließlich ihrer Zuordnung in die jeweilige Kategorie. Sie enthalten keine Informationen zum beizulegenden Zeitwert für finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Schulden, die nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertet wurden, wenn der Buchwert einen angemessenen Näherungswert für den beizulegenden Zeitwert darstellt (Werte in TEUR):
| 30.06.2021 | Hedge | Zum beizulegenden Zeitwert bewertet Verpflichtend erfolgswirksam zum |
Eigenkapitalinstrumente – Erfolgswirksam zum |
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet Sonstige Finanzielle finanzielle |
Buchwert Gesamt |
|---|---|---|---|---|---|
| Finanzielle Vermögenswerte | Accounting | beizulegenden Zeitwert | beizulegenden Zeitwert | Vermögenswerte Verbindlichkeiten |
|
| Beteiligungen | 863 | 863 | |||
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen |
55.108 | 55.108 | |||
| Derivative Finanzinstrumente | 134 | 451 | 585 | ||
| Sonstige kurz- und langfristige Vermögenswerte |
3.025 | 3.025 | |||
| Termingelder | 4.606 | 4.606 | |||
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente |
78.233 | 78.233 | |||
| Summe | 134 | 451 | 863 | 140.972 | 142.420 |
| Finanzielle Verbindlichkeiten | |||||
| Bank- und sonstige Finanzverbindlichkeiten |
5.626 | 5.626 | |||
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen |
14.460 | 14.460 | |||
| Leasingverbindlichkeiten | 36.617 | 36.617 | |||
| Derivative Finanzinstrumente | 731 | 322 | 1.053 | ||
| Sonstige Verbindlichkeiten | 1.378 | 4.825 | 6.203 | ||
| Summe | 731 | 1.700 | 61.528 | 63.959 |
| 31.12.2020 | Zum beizulegenden Zeitwert bewertet | Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet |
Buchwert Gesamt |
|||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Verpflichtend | Eigenkapitalinstrumente | Sonstige | ||||
| Hedge | erfolgswirksam zum | – Erfolgswirksam zum | Finanzielle | finanzielle | ||
| Accounting | beizulegenden Zeitwert | beizulegenden Zeitwert | Vermögenswerte | Verbindlichkeiten | ||
| Finanzielle Vermögenswerte | ||||||
| Beteiligungen | 863 | 863 | ||||
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen |
59.318 | 59.318 | ||||
| Derivative Finanzinstrumente | 12 | 1.293 | 1.305 | |||
| Sonstige kurz- und langfristige Vermögenswerte |
1.673 | 1.673 | ||||
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente |
91.265 | 91.265 | ||||
| Summe | 12 | 1.293 | 863 | 152.256 | 154.424 | |
| Finanzielle Verbindlichkeiten | ||||||
| Bank- und sonstige Finanzverbindlichkeiten |
6.222 | 6.222 | ||||
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen |
11.923 | 11.923 | ||||
| Leasingverbindlichkeiten | 39.103 | 39.103 | ||||
| Derivative Finanzinstrumente | 267 | 131 | 398 | |||
| Sonstige Verbindlichkeiten | 1.345 | 1.579 | 2.924 | |||
| Summe | 267 | 1.476 | 58.827 | 60.570 |
Beizulegende Zeitwerte
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Vertragsvermögenswerte, sonstige Forderungen, Termingelder, Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sowie Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Vertragsverbindlichkeiten und sonstige Verbindlichkeiten werden aufgrund der im Wesentlichen kurzen Restlaufzeit zum Buchwert, der einen angemessenen Näherungswert für den beizulegenden Zeitwert darstellt, bewertet.
Für die vorhandene Beteiligung liegt kein auf einem aktiven Markt notierter Preis vor. Aus diesem Grund erfolgt die Bewertung über nicht am Markt beobachtbare Bewertungsparameter. Die Bewertung erfolgt unter Anwendung der Discounted Cash Flow Methode oder aufgrund von aktuellen Eigenkapitaltransaktionen um den Bilanzstichtag. Der beizulegende Zeitwert wird der Hierarchiestufe drei zugeordnet. Eine Veräußerung der Beteiligung ist derzeit nicht vorgesehen.
Die Earn-Out Verbindlichkeit aus dem Unternehmenserwerb der ATRiCS sowie der noch offene bedingte Kaufpreis aus dem Unternehmenserwerb der Orthogon ist zum beizulegenden Zeitwert erfasst und der Kategorie erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zugeordnet. Der beizulegende Zeitwert wurde der Hierarchiestufe 3 zugeordnet.
Der Buchwert der derivativen finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten entspricht den beizulegenden Zeitwerten. Die Derivate, welche nicht in eine Sicherungsbeziehung designiert wurden, dienen wirtschaftlich dennoch der Absicherung von Kursschwankungen. Die beizulegenden Zeitwerte basieren auf dem Barwert der künftigen zu erwartenden Zahlungsströme, abgezinst mit dem vom Konzern geschätzten Zinssatz, zu dem vergleichbare Finanzinstrumente abgeschlossen werden können und werden der Hierarchiestufe 2 zugeordnet.
Die Bewertung des Long Term Incentive Plans (LTIP) welches als anteilsbasierte Vergütung mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente eingestuft wird, wurde zum beizulegenden Zeitwert bewertet welcher der Hierarchiestufe 3 zugeordnet wurde.
Um sämtliche Finanzinstrumente, die zu beizulegenden Zeitwerten bewertet werden, einer Bewertungsmethode zuzuordnen, wurden folgende Hierarchiestufen verwendet:
| Hierarchiestufe | Finanzinstrumente zum beizulegenden Zeitwert |
|---|---|
| Level 2: | |
| Bewertung anhand von Marktpreisen für | |
| ähnliche Vermögenswerte | Derivative Finanzinstrumente |
| Level 3: | |
| Bewertung anhand von Modellen mit signifikanten | |
| Bewertungsparametern, die nicht am Markt beobachtbar sind | Beteiligungen, Earn-Out Verbindlichkeit |
Bei der 6,88% Beteiligung an dem Start-Up Unternehmen Altitude Angel Ltd. mit Sitz in Reading, Großbritannien, kam es im November 2020 zu einer weiteren Finanzierungsrunde. Da es keine Hinweise gab, dass sich die Bewertung des Unternehmens seit der erstmaligen Beteiligung wesentlich geändert hat, war auch hier wieder die ursprüngliche Bewertung die Grundlage. Bei dieser Finanzierungsrunde, bei der sich auch neue Investoren beteiligt haben, hat sich die Frequentis-Gruppe entschlossen, nicht teilzunehmen, wodurch sich die Beteiligung auf 4,56% reduziert hat.
Derivative Finanzinstrumente
Der Buchwert der derivativen Finanzinstrumente entspricht dem aktuellen Marktwert, wobei der Marktwert durch den aktuellen Stichtagskurs der Fremdwährung zum 30. Juni 2021 bestimmt wurde.
Die nachfolgende Tabelle zeigt die Entwicklung der derivativen Finanzinstrumente:
| 30.06.2021 | Derivat | Cash Flow Hedge | Für MTM Bewertung | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Durch | ||||||||
| Verkaufs | Verkaufs | Kaufbetrag | schnittlicher | Marktwert | Marktwert | Marktwert | ||
| währung | betrag | TEUR | Sicherungskurs | FW-Betrag | TEUR | FW-Betrag | TEUR | TEUR |
| AUD | -392 | 247 | 1,59 | 0 | 0 | -392 | 0 | 0 |
| CHF | -396 | 364 | 1,09 | 0 | 0 | -396 | 3 | 3 |
| CZK | 3.260 | -125 | 26,05 | 0 | 0 | 3.260 | 2 | 2 |
| HKD | -1.400 | 156 | 9,00 | 0 | 0 | -1.400 | 4 | 4 |
| SGD | -3.422 | 2.149 | 1,59 | 0 | 0 | -3.422 | 16 | 16 |
| USD | -1.353 | 1.630 | 1,17 | 11.000 | 134 | 12.353 | 425 | 559 |
| 4.421 | 134 | 450 | 584 | |||||
| AUD | -4.300 | 2.651 | 1,62 | 0 | 0 | -4.300 | -54 | -54 |
| GBP | -12.858 | 14.203 | 0,91 | -9.215 | -643 | -3.643 | -93 | -736 |
| NOK | -2.908 | 269 | 10,82 | 0 | 0 | -2.908 | -16 | -16 |
| SGD | -790 | 485 | 1,63 | 0 | 0 | -790 | -8 | -8 |
| USD | -6.256 | 5.018 | 1,25 | -2.165 | -88 | -4.092 | -151 | -239 |
| 22.626 | -731 | -322 | -1.053 |
| 31.12.2020 | Derivat | Cash Flow Hedge | Für MTM Bewertung | Summe | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Verkaufs | Verkaufs | Kaufbetrag | Durchschnittlicher | Marktwert | Marktwert | Marktwert | ||
| währung | betrag | TEUR | Sicherungskurs | FW-Betrag | TEUR | FW-Betrag | TEUR | TEUR |
| CZK | 3.700 | -344 | 10,76 | 0 | 0 | 3.700 | 6 | 6 |
| GBP | -5.377 | 6.114 | 0,88 | -26 | 0 | -5.351 | 168 | 168 |
| HKD | -2.000 | 222 | 9,01 | 0 | 0 | -2.000 | 14 | 14 |
| SGD | -4.183 | 2.628 | 1,59 | 0 | 0 | -4.183 | 66 | 66 |
| USD | -21.677 | 18.591 | 1,17 | -1.329 | 11 | 20.348 | 1.040 | 1.051 |
| 27.211 | 11 | 1.294 | 1.305 | |||||
| AUD | -6.355 | 3.900 | 1,63 | -397 | -7 | -5.958 | -68 | -75 |
| CHF | -627 | 577 | 1,09 | 0 | 0 | -627 | -5 | -5 |
| GBP | -8.733 | 9.482 | 0,92 | -7.828 | -173 | -906 | -4 | -177 |
| JPY | -7.092 | 55 | 128,95 | 0 | 0 | -7.092 | -1 | -1 |
| NOK | -3.500 | 324 | 10,80 | 0 | 0 | -3.500 | -8 | -8 |
| SGD | 427 | -268 | 1,59 | 0 | 0 | 427 | -7 | -7 |
| USD | -1.874 | 1.390 | 1,35 | -2.071 | -88 | 197 | -38 | -126 |
| 15.460 | - 268 | - 131 | - 399 |
Der Buchwert des Cash Flow Hedges sowie der Buchwert der MTM Bewertung sind zum 30. Juni 2021 mit einem positiven Marktwert von TEUR 584 (31. Dezember 2020: TEUR 1.305) in den sonstigen Forderungen und mit einem negativen Marktwert von TEUR 1.053 (31. Dezember 2020: TEUR 399) in den sonstigen Verbindlichkeiten ausgewiesen. Wenn das gesicherte Grundgeschäft (Umsatz) realisiert wird, wird der im sonstigen Ergebnis erfasste Betrag aus dem Sicherungsgeschäft in den Umsatz umgebucht.
15.Angaben über Geschäftsbeziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen
Transaktionen mit assoziierten Unternehmen und nicht konsolidierten Tochterunternehmen werden nur in unwesentlichem Ausmaß getätigt und bestehen hauptsächlich aus Geschäftsbeziehungen in Form von Lieferungen und Dienstleistungen. Diese Geschäfte erfolgen ausschließlich auf Basis marktüblicher Bedingungen und es gab keine wesentlichen Veränderungen zu den im Geschäftsbericht 2020 angeführten Transaktionen.
16.Ereignisse von besonderer Bedeutung nach dem Bilanzstichtag
Mit dem offiziellen Closing der Akquisition von C4i Pty. Ltd. am 30. Juli 2021 erfolgte der Abschluss der am 23. Februar 2021 unterzeichneten L3Harris Transaktion. Details dazu siehe Kapitel 2, Änderung des Konsolidierungskreises.
Erklärung des Vorstands gemäß § 125 Abs. 1 Börsegesetz
Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte verkürzte Konzernzwischenabschluss zum 30. Juni 2021 ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und dass der Halbjahreslagebericht des Konzerns ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns bezüglich der wichtigen Ereignisse während der ersten sechs Monate des Geschäftsjahres und ihrer Auswirkungen auf den verkürzten Konzernzwischenabschluss zum 30. Juni 2021, bezüglich der wesentlichen Risiken und Ungewissheiten in den restlichen sechs Monaten des Geschäftsjahres und bezüglich der offenzulegenden wesentlichen Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen vermittelt.
Wien, am 16. August 2021
Norbert Haslacher Vorstandsvorsitzender
Peter Skerlan Mitglied des Vorstands
Hermann Mattanovich Mitglied des Vorstands
Finanzkalender
www.frequentis.com/de/ir > Finanzkalender
Hinweis / Disclaimer
In dieser Publikation ist mit "Frequentis" oder "Frequentis-Gruppe" der Konzern gemeint, mit "Frequentis AG" wird die Muttergesellschaft (Einzelgesellschaft) bezeichnet.
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