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freenet AG — Annual Report 2016
May 3, 2017
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Annual Report
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Publication

freenet AG
Büdelsdorf
Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2016 bis zum 31.12.2016
Konzernlagebericht
Grundlagen des Konzerns
Geschäftsmodell
Die freenet Group operiert in ihrem Kerngeschäft Mobilfunk und mobiles Internet als unabhängiger Service-Provider ohne eigene Netzinfrastruktur. Um die Bedürfnisse und Ansprüche unterschiedlicher Kundengruppen zu bedienen, vertreibt das Unternehmen deutschlandweit Mobilfunktarife und -optionen in Dauerschuldverhältnissen (Subskription) mit einer Mehrmarkenstrategie. Neben eigenen Tarifwelten bietet die freenet Group auch die Originaltarife der deutschen Mobilfunknetzbetreiber Deutsche Telekom, Vodafone und Telefónica Deutschland an. Die Vermarktung der Mobilfunk-Dienstleistungen der freenet Group erfolgt unter eigenem Namen und auf eigene Rechnung über eine Vielzahl von Vertriebskanälen und mit ausgeprägter Serviceorientierung. Im stationären Handel ist die freenet Group mit rund 590 direkt steuerbaren Shops, die unter den Premiummarken mobilcom-debitel und GRAVIS betrieben werden, sowie einer Vielzahl weiterer Vertriebsstellen für Mobilfunk im Handel flächendeckend in Deutschland vertreten. Dazu zählt unter anderem ein exklusives Vertriebsrecht für Tarife in den Netzen T-Mobile und Vodafone in den rund 400 Elektronikfachmärkten der Media-Saturn-Deutschland GmbH. Zusätzlich nutzt das Unternehmen über alle Marken hinweg diverse Online-Vertriebsmöglichkeiten.
Das Produktportfolio der freenet Group umfasst neben Mobilfunktarifen aktuelle Endgeräte wie Smartphones, Tablets oder Notebooks sowie attraktives Zubehör. Seit der klaren Wettbewerbspositionierung der freenet Group als Digital-Lifestyle-Provider im Jahr 2013 ergänzt das Unternehmen sein Angebot kontinuierlich um innovative digitale Anwendungen rund um Home Automation und Home Security, Gesundheit, Datensicherheit, Enter- und Infotainment. Mit dem Markteintritt in das neue Geschäftsfeld TV und Medien ist seit 2016 außerdem hochauflösendes Digitalfernsehen in zwei technologischen Varianten Bestandteil des Produktportfolios.
Im Mobilfunk liegt der Vermarktungsschwerpunkt der freenet Group im Wesentlichen auf dem Endkundengeschäft mit Privatkunden in Deutschland, welches in drei Kundenbereiche eingeteilt ist. Die Vertragskunden, die überwiegend über stationäre Vertriebsstellen gewonnen werden sowie die fast ausschließlich über Onlinekanäle generierten No-Frills-Kunden bilden zusammen den nicht finanziellen Leistungsindikator Customer-Ownership ab, der als interne Steuerungsgröße verwendet wird. Daneben existiert eine relevante Anzahl an Prepaid-Kunden.
Als wesentliche Einflussfaktoren für ihren Geschäftserfolg sieht die Gesellschaft insbesondere die Kundenentwicklung und die durchschnittlichen monatlichen Umsatzerlöse pro Kunde im Mobilfunkgeschäft sowie die Entwicklung der Digital-Lifestyle- und TV-Geschäftsaktivitäten.
Unternehmensstrategie
Die freenet Group ist unter den Mobilfunkanbietern ohne eigenes Netz führend im deutschen Mobilfunkmarkt. Ihre führende Wettbewerbsposition als Service-Provider konnte sie auch im Geschäftsjahr 2016 aufrechterhalten.
In einem saturierten Marktumfeld mit leicht rückläufigem Marktvolumen konzentriert sich das Unternehmen in seinem Kerngeschäft Mobilfunk und mobiles Internet weiterhin auf qualitativ hochwertige Vertragsbeziehungen sowohl bei der Neukundengewinnung als auch im Bestandskundenmanagement. Im strategischen Fokus steht die weitere Steigerung der Kundenbasis in den werthaltigen Kundensegmenten Vertragskunden und No-Frills (zusammen: Customer-Ownership) sowie der rentabilitätsorientierte Ausbau des stationären, serviceorientierten Vertriebs. Neben der kontinuierlichen Optimierung der unter der Hauptmarke mobilcom-debitel betriebenen Shops hinsichtlich Standorte, Angebotsportfolio und Vertriebsunterstützung steht die Weiterentwicklung der GRAVIS Stores als Premiumanbieter von sogenannten Digital-Lifestyle-Produkten im Fokus. Das dadurch entstehende Cross-Selling-Potenzial soll vor allem im Customer-Ownership strategisch genutzt werden, beispielsweise durch die zunehmende Vermarktung integrierter Lifestyle-Produktwelten.
Weiteres zentrales Element der Unternehmensstrategie ist der wertschöpfungsorientierte Ausbau des Digital-Lifestyle-Geschäfts durch die kontinuierliche Optimierung und Erweiterung des entsprechenden Produkt- und Serviceportfolios. Die freenet Group, die sich bereits frühzeitig als Digital-Lifestyle-Provider in diesem Marktsegment positioniert hat, überträgt somit bestehende Kompetenzen wie Vertriebsstärke, Serviceorientierung und langjährige Erfahrungen im Abonnement-Geschäft in neue, kerngeschäftsnahe Märkte.
Mit dem Markteintritt in das neue Geschäftssegment TV und Medien setzt das Unternehmen seine strategische Ausrichtung zum umfassenden Digital-Lifestyle-Provider konsequent fort. Beweggrund für den Einstieg in das Fernsehgeschäft ist die Erschließung neuer Wachstumspotenziale und Erlösquellen im schnell wachsenden Markt für Bewegtbild-Content vor dem Hintergrund vorausgegangener Vermarktungserfolge von Video-on-Demand- und Streaming-Produkten über Partnerschaften. Mit den Investitionen in ein innovatives Start-up-Unternehmen und einen etablierten Anbieter für Digitalterrestrik in Deutschland hat sich die freenet Group den Zugang zu TV-Infrastrukturen gesichert und somit einen Wettbewerbsvorteil aufgebaut. Darauf basierend brachte das Unternehmen im Geschäftsjahr 2016 zwei vielversprechende TV-Produkte auf den Markt, die unterschiedliche Kundengruppen adressieren und modernes, hochauflösendes Digitalfernsehen in einer neuen Form ermöglichen. Damit legt die freenet Group den Grundstein für ein umfassendes, innovatives Fernseherlebnis und bereitet gleichzeitig den Weg für das Fernsehen der nächsten Generation. Auf dieser Basis sieht das Unternehmen im neuen Segment TV und Medien die Chance, sich neben dem Kerngeschäft Mobilfunk ein weiteres relevantes Standbein aufzubauen.
Auch in den kommenden Jahren wird die freenet Group neben dem reinen Mobilfunkgeschäft und dem Handel von Produkten rund um den Mobilfunk in Abhängigkeit von Nachfrageverhalten und Marktdynamik zusätzliche strategische Handlungsfelder unter eng definierten Rentabilitäts- und Investitionsvorgaben evaluieren.
Bei der Strategieumsetzung berücksichtigt die freenet Group die unterschiedlichen Bedürfnisse und Erwartungen aller Interessensgruppen gleichermaßen. Während die Anteilseigner eine angemessene und verlässliche Gesamtverzinsung ihres eingesetzten Kapitals erwarten, steht für die Gläubiger der Gesellschaft neben einer attraktiven, risikoadäquaten Fremdkapitalverzinsung die nachhaltige Sicherung der Fähigkeit zur Schuldentilgung im Vordergrund. Die Kunden der freenet Group sind an zeitgemäßen Dienstleistungen und Produkten mit einem spezifischen Zusatznutzen sowie kompetenter Beratung interessiert. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erwarten eine vorausschauende Unternehmensführung, die nachhaltig sichere Arbeitsplätze mit angemessenen Arbeitsbedingungen ermöglicht. Daher misst die freenet Group einer offenen, respektvollen und wertschätzenden Unternehmenskultur im Wettbewerb um qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine besondere strategische Bedeutung bei.
Konzernstruktur und Akquisitionen
Im Hinblick auf die Weiterentwicklung der Digital-Lifestyle-Geschäftsaktivitäten und die entsprechende Erweiterung des Produktportfolios für private Haushalte, hat die freenet Group im Geschäftsjahr 2016 weitere Akquisitionen vorgenommen.
Im März 2016 vollzog der Konzern die Übernahme von 100 Prozent der Geschäftsanteile der Media Broadcast Gruppe, dem alleinigen kommerziellen Anbieter von DVB-T2 und DAB+ in Deutschland. Die Media Broadcast Gruppe besteht aus einer Holdinggesellschaft sowie der wesentlichen operativen Gesellschaft Media Broadcast GmbH mit Sitz in Köln sowie weiteren Tochter- und Beteiligungsgesellschaften. Die Akquisition stellt in Verbindung mit der bereits im Vorjahr erworbenen Beteiligung an der EXARING AG eine wichtige Ergänzung der strategischen Entwicklung der freenet AG zum führenden Digital-Lifestyle-Provider in Deutschland dar. Der Einstieg in das neue Geschäftsfeld des terrestrischen und internetbasierten Fernsehens („IPTV“) eröffnet dem Unternehmen die Möglichkeit, sich im Bereich Digital-Lifestyle weiter zu diversifizieren und neue Wachstumspotenziale und Erlösquellen zu erschließen.
Im ersten Halbjahr 2016 erwarb die freenet AG außerdem einen Anteil von 24,56 Prozent an der Sunrise Communications Group AG („Sunrise“) mit Sitz in Zürich. Als größter privater Telekommunikationsanbieter in der Schweiz zählt Sunrise über 3 Millionen Kunden in den Bereichen Mobilfunk, Festnetz, Internet und digitales Fernsehen.
Die zum Stichtag 31. Dezember 2016 wesentlichen Konzerngesellschaften, gemessen an ihrem Beitrag zu den wesentlichen finanziellen Leistungsindikatoren des Konzerns, stellen sich wie folgt dar:
Grafik 6: Wesentliche Konzerngesellschaften der freenet AG zum 31. Dezember 2016

Segmentspezifische Angaben
Die Organisation und Steuerung der freenet AG erfolgt nicht nach Kundensegmenten und nicht nach geographischen Bereichen. In Übereinstimmung mit der internen Steuerung der freenet AG wurden bis zum ersten Quartal 2016 die Segmente „Mobilfunk“ und „Sonstige/Holding“ unterschieden.
Seit der Beteiligung an der EXARING AG und dem Erwerb der Media Broadcast Gruppe ist der freenet Konzern im neuen Wachstums-Geschäftsfeld TV und Medien tätig. Daraus ergab sich seit dem zweiten Quartal 2016 eine geänderte Berichtsstruktur, nach der die EXARING AG (mit Rückwirkung zum 1. Januar 2016) sowie die Media Broadcast Gruppe (mit Rückwirkung zum 18. März 2016) separat als ein Segment „TV und Medien“ berichtet werden.
Im Segment „TV und Medien“ sind alle Leistungen im Bereich IPTV (im Wesentlichen an Endkunden), die Planung, Projektierung und Errichtung, der Betrieb, Service sowie die Vermarktung von broadcastnahen Lösungen für Geschäftskunden der Rundfunk- und Medienbranche sowie Leistungen im Bereich DVB-T2 an Endkunden abgebildet.
Dem Segment „Mobilfunk“ ist neben dem originären Mobilfunkgeschäft auch der noch junge Wachstumsbereich internetbasierter mobiler Anwendungen zuzurechnen (Digital-Lifestyle-Produkte und -Services). Dem Segment „Sonstige/Holding“ ist für die Beurteilung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der freenet AG lediglich eine untergeordnete Bedeutung beizumessen.
Steuerungssystem
Zur Umsetzung der operativen und strategischen Zielsetzungen des Konzerns wird auf der obersten Konzernebene sowie in den einzelnen Unternehmen der freenet Group ein einheitliches Steuerungssystem verwendet, das sowohl an finanziellen als auch an nicht finanziellen Steuerungsgrößen anknüpft. Unter Berücksichtigung des fortschreitenden Ausbaus unserer Digital-Lifestyle-Aktivitäten und vor dem Hintergrund der geplanten Erschließung des neuen TV-Geschäftsfelds im Zusammenhang mit der Akquisition der Media Broadcast Gruppe und der Beteiligung an der EXARING AG, überprüfen wir laufend die Zusammensetzung unserer gesamten internen Steuerungsgrößen. Sofern ein entsprechender Anpassungsbedarf identifiziert wird, werden wir unsere internen Steuerungsgrößen gegebenenfalls anpassen. Steuerungsrelevant sind folgende finanzielle und nicht finanzielle Leistungsindikatoren.
Finanzielle Leistungsindikatoren
Zur Messung des kurzfristigen sowie mittel- und langfristigen Erfolgs unserer strategischen Ausrichtung und deren operativer Umsetzung, verwenden wir derzeit die folgenden finanziellen Leistungsindikatoren:
| • | Umsatz, |
| • | EBITDA, |
| • | Free Cashflow, |
| • | Postpaid-ARPU. |
Die Steuerung nach dem finanziellen Leistungsindikator Free Cashflow erfolgt nicht segmentbezogen sondern ausschließlich auf Konzernebene. Der Postpaid-ARPU wird lediglich im Geschäftssegment Mobilfunk als Steuerungskennzahl verwendet.
Eine Herleitungsrechnung für die sog. Non-GAAP Measures (auch: Alternative Performance Measures) EBITDA bzw. Free Cashflow ist im Abschnitt „Definition alternativer Leistungskennzahlen“ am Ende dieses Kapitels abgebildet.
Umsatz
Das traditionelle Geschäftsfeld der freenet Group wird durch Produkte und Dienstleistungen rund um den Mobilfunk und das mobile Internet bestimmt. Der dort generierte Umsatz wird im Segment Mobilfunk abgebildet. Der deutsche Mobilfunkmarkt ist gesättigt und durch wenige Anbieter gekennzeichnet. Daher besteht seit längerem ein Verdrängungswettbewerb mit zunehmendem Preisdruck, was tendenziell zu einem Rückgang der Serviceumsätze im Markt führt.
In diesem Umfeld richtet sich die Strategie des Vorstands auf die Generierung zusätzlicher Erlösquellen, die komplementär zum Geschäftsfeld Mobilfunk sind. Dies betrifft insbesondere die Digital-Lifestyle-Geschäftsaktivitäten und das sich im Aufbau befindliche TV-Geschäft. Neben dem EBITDA spiegelt sich der Erfolg der Geschäftsaktivitäten in den Bereichen Digital-Lifestyle und TV und Medien primär in der künftigen Umsatzentwicklung der Gesellschaft wider.
EBITDA
Allgemein bildet das EBITDA die operative Leistungskraft eines Unternehmens ab und gilt als ein wesentlicher finanzieller Leistungsindikator, sowohl bei der Beurteilung von Unternehmensentwicklungen über mehrere Perioden als auch von Unternehmen untereinander im gleichen Marktsegment.
Während die Mobilfunknetzbetreiber jährlich hohe Kapitalaufwendungen für den Ausbau und die Instandhaltung ihrer Netze verbuchen, beschränkt sich die freenet Group im Rahmen der Unternehmensplanung bzw. -steuerung auf vergleichsweise geringe jährliche Investitionen. Da das EBITDA den Fokus allerdings auf die in der Rechnungslegung ermittelte operative Effizienz legt, ermöglicht dieser Leistungsindikator die Vergleichbarkeit auch unabhängig von den – durch das jeweilige Geschäftsmodell – strukturell bedingt unterschiedlichen Kapitalkosten. Entsprechend wird das EBITDA auch für Bewertungszwecke im Rahmen von Unternehmenskäufen und -verkäufen herangezogen.
Zur genauen Definition des EBITDA wird auf den Abschnitt „Definition alternativer Leistungskennzahlen“ in diesem Kapitel verwiesen.
Free Cashflow
Der Free Cashflow stellt als konzernweite liquiditätsorientierte Kennzahl eine wichtige Ergänzung der ergebnisorientierten Leistungsbeurteilung eines Unternehmens dar.
Der Free Cashflow ist gleichermaßen für die Eigen- und Fremdkapitalbeschaffung bedeutsam. Während die Hauptversammlung über die Höhe der Dividendenausschüttung als Teil des nach dem Handelsgesetzbuch aufgestellten Bilanzgewinns der freenet AG beschließt, wird die sogenannte Ausschüttungsquote der Dividendenausschüttungen in Relation zum Free Cashflow angegeben. Dadurch wird eine direkte Verbindung zum tatsächlich in der jeweiligen Periode erwirtschafteten Barmittelzufluss hergestellt. Zur besseren Orientierung der Aktionäre hat der Vorstand im Rahmen seiner Unternehmenssteuerung einen Ausschüttungskorridor von derzeit 50 Prozent bis 75 Prozent des Free Cashflows festgelegt.
Gleichzeitig ist der Free Cashflow für Fremdkapitalgeber bedeutsam, da er sämtliche operativen Zahlungsverpflichtungen einer Gesellschaft enthält und als solcher ein Gradmesser für potentielle Zins- und Tilgungsleistungen ist.
Zur genauen Definition des Free Cashflows wird auf den Abschnitt „Definition alternativer Leistungskennzahlen“ in diesem Kapitel verwiesen.
Postpaid-ARPU
Als Postpaid-ARPU bezeichnen wir den monatlichen Durchschnittsumsatz pro Vertragskunde im Geschäftssegment Mobilfunk, der mit der Vermarktung von 24-Monatsverträgen generiert wird. Der ARPU bildet allgemein die Kundenbereitschaft ab, für die jeweiligen Mobilfunkleistungen entsprechende monatliche Entgelte zu zahlen. Die über die so genannte Handyoption generierten Umsätze aus dem Verkauf von Handys bzw. Smartphones fließen dabei nicht in den ARPU ein. Die Veränderungen der Markt- und Wettbewerbssituation in Deutschland haben bedeutenden Einfluss auf die Entwicklung des ARPU.
Nicht finanzieller Leistungsindikator
Vor dem Hintergrund der strategischen Positionierung als Digital-Lifestyle-Provider wird neben den finanziellen Leistungsindikatoren der so genannte Customer-Ownership als wesentlicher nicht finanzieller Leistungsindikator zur Steuerung der freenet Group eingesetzt.
Customer-Ownership
Die Messung des Customer-Ownerships, bestehend aus werthaltigem Postpaid- und No-Frills- Kundenbestand im Mobilfunk, dient insbesondere der mittel- und langfristigen Unternehmenssteuerung. Die ausschließlich im Geschäftssegment Mobilfunk relevante Steuerungsgröße stellt in Verbindung mit dem durchschnittlich generierten Umsatz (ARPU) eine wesentliche Säule des Geschäfts dar.
Darüber hinaus bietet der Customer-Ownership die Möglichkeit zur individualisierten Ansprache von Kunden mit dem Ziel des sogenannten Cross- und Up-Sellings. Die durch den Mehrkanalvertrieb bedingten Medienbrüche werden durch vielfältige Marketingmaßnahmen erfolgreich überwunden. Vor diesem Hintergrund ist auch die erfolgreiche Einführung des Click-and-Collect-Systems, also die Bezahlung und Abholung von Online-Bestellungen in mobilcom-debitel Shops, zu sehen.
Im Sinne der strategischen Geschäftsausrichtung zum Digital-Lifestyle-Provider fokussiert sich freenet sowohl in der Neukundengewinnung als auch im Bestandskundenmanagement auf werthaltige Kundenbeziehungen.
Sonstige Steuerungsgrößen
Die freenet AG nutzt zur Steuerung des Konzerns neben den wesentlichen finanziellen und nicht finanziellen Leistungsindikatoren weitere Steuerungsgrößen. Sie fungieren als zusätzliche Gradmesser für die Entwicklung der freenet Group und umfassen vor allem folgende Bereiche:
| • | Produktmarken, neue Produkte, |
| • | Partnerschaften, |
| • | Vertriebsaktivitäten, |
| • | Forschung und Entwicklung, |
| • | Mitarbeiter. |
Produktmarken, neue Produkte
Die freenet Group adressiert neben ihrem klassischen Geschäftsfeld Mobilfunk und mobiles Internet zunehmend auch den Wachstumsmarkt Digital-Lifestyle. Im Bereich Mobilfunk/mobiles Internet setzt das Unternehmen auf eine Mehrmarkenstrategie, um alle Segmente dieses Marktes zielgruppenspezifisch bedienen zu können. Unter der Hauptmarke mobilcom-debitel vermarktet die Gesellschaft Postpaid- und Prepaid-Tarife für alle deutschen Mobilfunknetze und fokussiert sich dabei auf hochwertige Vertragsverhältnisse. Zu den wesentlichen Stärken der Marke zählen die bedarfsorientierte, netzunabhängige Kundenberatung rund um Mobilfunkprodukte und -dienstleistungen sowie größtmögliche Kundennähe. Dies wird insbesondere durch die rund 590 unter der Hauptmarke mobilcom-debitel betriebenen Shops, über die Präsenz in rund 400 großen Elektronikmärkten und über eine Vielzahl weiterer stationärer Vertriebsstellen und Handelspartner erreicht.
Zusätzlich fokussieren sich die Discountmarken der Gruppe – klarmobil, freenetmobile, callmobile und debitel light – auf das sogenannte No-Frills-Segment: In diesem Bereich sind die Kunden vor allem an kostengünstigen Tarifen und weniger an subventionierten Endgeräten oder besonderen Services interessiert; der Vertrieb der Discounttarife erfolgt schwerpunktmäßig über unternehmenseigene Online-Handelsplattformen.
Die mobilen Datendienste zählen seit mehreren Jahren zu den wachstumsintensivsten Feldern der Telekommunikation. Folglich bilden sie für die freenet Group einen Schwerpunkt bei der Vermarktung ihres Produkt- und Dienstleistungsportfolios. Vor diesem Hintergrund ergänzte das Unternehmen im Geschäftsjahr 2016 sein bestehendes Portfolio an Flatrates und Datentarifen für Smartphones und andere Endgeräte im Rahmen einer Vielzahl zeitlich begrenzter Saison- und Sonderaktionen; sie beinhalteten in der Regel zusätzliche Leistungen beziehungsweise Preisnachlässe in den einzelnen Tarifen.
Darüber hinaus wertete die Discounttochter klarmobil ihre Tariffamilie auf: Sie restrukturierte ihre meist temporären Angebote zu einer festen Allnet-Tarifgruppe – mit erhöhten Datenvolumina und schnellerer Surfgeschwindigkeit zu vergleichbaren Konditionen. Neu- wie Bestandskunden können dabei unter drei neuen Tarif-Optionen wählen: Die Allnet Flat 1000 beinhaltete für 14,85 Euro monatlich während der zweijährigen Mindest-Vertragslaufzeit eine Sprachflat in alle deutschen Netze, eine Internet-Flat mit 1 GB Highspeed-Datenvolumen und maximal 21 Mbit/s im Downstream. Bei der Allnet Flat 2000 für 17,85 Euro monatlich verdoppelte sich die Internet-Flat auf 2 GB Highspeed-Datenvolumen bei maximal 42 Mbit/s im Downstream und sonst gleichen Leistungen. Die Allnet Flat 4000 schließlich kostete 22,85 Euro im Monat und bot dafür zusätzlich zur Sprach-Flat auch eine SMS-Flat in alle deutschen Netze sowie ein Highspeed-Datenvolumen von 4 GB mit ebenfalls maximal 42 Mbit/s.
Gleichzeitig baute die freenet Group ihr Angebot an innovativen Produkten und Anwendungen im Geschäftsfeld Digital-Lifestyle kontinuierlich über die Marken mobilcom-debitel und GRAVIS aus. Im ersten Quartal 2016 startete das Unternehmen mit E-Health einen weiteren Bereich mit unterschiedlichen Produkten: Unter dem Begriff „SmartCare“ sind jetzt über www.md.de/smartcare digitale Technologien für Krankheitsprävention sowie körperliches und mentales Wohlbefinden verfügbar. E-Health ergänzt das bestehende Portfolio an Digital-Lifestyle-Produkten aus den Bereichen Entertainment, Datensicherheit, Home Automation & Security.
Im Segment TV und Medien startete die freenet AG im Verlauf des dritten Quartals nach intensiven Vorarbeiten mit waipu.tv das erste IPTV-Produkt in Kooperation mit der EXARING AG. Das Produkt ist für die Kunden in zwei Varianten erhältlich: als Comfort-Version mit zehn Stunden Speicher für 4,99 Euro pro Monat und als Perfect-Version mit 50 Stunden Speicher für 14,99 Euro – beide jeweils monatlich kündbar und mit kostenlosem Testmonat. Gleichzeitig nahmen zwei für waipu.tv erforderliche Rechenzentren in Karlsruhe und Leipzig ihren Betrieb auf. Seit 30. September 2016 ist auch die entsprechende waipu.tv-App kostenlos im Google Play Store sowie im Apple App Store verfügbar; mit ihrer Hilfe und auf Basis der EXARING-Glasfaserinfrastruktur lässt sich brillante Bild- und Tonqualität schnell und unkompliziert auf das Smartphone und von dort auf vorhandene Fernsehgeräte zu Hause übertragen. Bereits zum Start lieferte waipu.tv als Produkt auf dem Mobiltelefon und für das Fernsehgerät zu Hause über Google Chromecast über 50 TV-Sender, und das Angebot wurde in den Folgemonaten kontinuierlich ausgeweitet. Zum Weihnachtsgeschäft schnürte mobilcom-debitel zusätzlich ein Sparpaket mit vergünstigtem Streaming-Stick sowie kostenloser Nutzung von waipu.tv und maxdome für drei Monate.
Im Bereich DVB-T2 HD der Media Broadcast Gruppe begann am 31. Mai 2016 der Pilotbetrieb des neuen Sendestandards in mehreren deutschen Ballungsräumen: Während des „Soft Launchs“ lassen sich in den jeweiligen Kernregionen über Antenne hochauflösende Fernsehbilder von ARD und ZDF sowie von den Privatsendern RTL, Sat.1, ProSieben und VOX empfangen.
Zum Ende des „Soft Launchs“ am 29. März 2017 startet freenet TV als neue, zuvor intensiv beworbene Marke und kommerzieller Anbieter: Bis zu 20 Privatsender sind ab diesem Zeitpunkt in Full-HD-Qualität zu empfangen – allerdings nur noch verschlüsselt. Dazu ist neben einer Innen- oder Außenantenne bei neuen, DVB-T2-HD-fähigen Fernsehern ein CI+ Modul von freenet TV zur Nachrüstung erforderlich – und bei allen anderen Geräten eine kleine Set-Top-Box. Bis Ende Juni 2017 können die Zuschauer das Full-HD-Angebot der Privatsender in einer dreimonatigen Startphase zunächst kostenlos nutzen, danach gegen eine Monatsgebühr von 5,75 Euro.
Das Interesse von Verbrauchern und TV-Sendern am neuen Standard zeigt sich unter anderem an den bereits zu Ende August 2016 vergebenen 14 Produktionslizenzen für die Set-Top-Boxen an Hersteller, die die für freenet TV benötigten Geräte derzeit anbieten.
Partnerschaften
Im September 2016 gingen mobilcom-debitel und die SH Telekommunikation Deutschland GmbH eine langfristige strategische Exklusiv-Partnerschaft im Bereich Digital-Lifestyle-Vertrieb ein. Im Rahmen der Kooperation wird SH Telekommunikation künftig die Digital-Lifestyle-Dienste der freenet Tochter vermarkten – insbesondere in den Bereichen Entertainment und Online-Spiele, Fitness, E-Books und Sicherheit. Das Kölner Unternehmen betreibt neben dem Endkunden-Portal Sparhandy.de den Homeshopping-Sender Sparhandy TV und verantwortet darüber hinaus Einkauf, Vertrieb und Logistik der Mobilfunk-Hard- und Cardware von ElectronicPartner und den angeschlossenen Fachhandelspartnern sowie der eigenen Handelspartner.
Ebenfalls im September 2016 startete die freenet Tochtergesellschaft klarmobil eine Marketing-Partnerschaft mit dem THW Kiel, seit Jahrzenten ein Aushängeschild des deutschen Handballs. klarmobil ist künftig bei allen Bundesliga- und DHB-Pokalspielen der Kieler in deren Heimarena präsent – unter anderem mit jeweils einer Werbefläche im TV-relevanten Bereich auf dem Hallenboden neben den beiden Toren und mit Spots auf dem Videowürfel am Hallendach. Geplant ist zudem ein eigener Smartphone-Tarif von klarmobil exklusiv für Fans des deutschen Handball-Rekordmeisters, dreifachen Champions-League-Siegers, Vereinseuropa- und -weltmeisters. Ziel ist es, die beiden Marken mit starken Bezügen zu Schleswig-Holstein gegenseitig positiv aufzuladen.
Im Jahre 2013 hatte freenet mit der MFE Energie den führenden Energievermarkter im stationären Vertrieb in der Bundesrepublik übernommen. Das Portfolio umfasst über 30 bundesweite und regionale Energieversorger – neben den großen Marken wie E.ON, EnBW, E WIE EINFACH, eprimo oder Yello auch diverse Stadtwerke und namhafte Öko-Anbieter wie Lichtblick, primastrom oder Sauber Energie. Als erster Service-zertifizierter Energiedistributor in Deutschland adressiert das Unternehmen mit seinen hochwertigen Produkten und Dienstleistungen sowohl Privat- wie auch Geschäftskunden.
Im dritten Quartal 2016 firmierte sich MFE Energie GmbH zur freenet Energy GmbH um; die Umfirmierung soll die Außenwahrnehmung des Unternehmens stärken und gleichzeitig weitere Synergien im Zusammenspiel mit anderen Marken der freenet Group erschließen. freenet Energy kann dabei auf die Vertriebskraft und -expertise von rund 600 eigenen Shops des Konzerns, auf über 5.600 Einzelhändler und 400 große Elektronikmärkte als Partner zugreifen; damit zählt die freenet Tochter zu den leistungsstärksten Energiedistributoren im Fachhandel und zu den umsatzstärksten Vermarktern von Energieprodukten am Point of Sale in Deutschland. Darüber hinaus sind die Produkte über ein reichweitenstarkes, kontinuierlich wachsendes Online-Vertriebsnetz sowie im Direktvertrieb mit diversen Partnern verfügbar.
Im Verlauf der nachfolgenden Monate baute das Unternehmen sein Versorger-Portfolio um weitere attraktive Kooperationspartner aus:
| • | Den Start machte Ende September 2016 MAINGAU Energie als inzwischen bundesweiter Strom- und Erdgasversorger mit über 100 Jahren Erfahrung im Energiesektor, mit dauerhaft günstigen Tarifen und über 250.000 Privat- und Geschäftskunden. |
| • | Mitte Oktober 2016 folgte die seit 55 Jahren im Energiebereich aktive MONTANA Gruppe. Mit ebenfalls rund 250.000 Kunden in Deutschland und Österreich und einem Jahresumsatz von zuletzt über 550 Millionen Euro zählt der vielseitige Anbieter mit Sitz in Grünwald/München zu den größten mittelständischen Energielieferanten Deutschlands; er ist spezialisiert auf den Handel mit Erdgas und Strom, Mineralölprodukten und regenerativer Energie sowie auf technische Serviceleistungen rund um die Heizung. |
| • | Anfang November 2016 startete eine Kooperation mit den Stadtwerken Flensburg, mit der freenet Energy die regionale Energievermarktung von Gas und Strom im Norden der Republik zusätzlich stärkt. |
| • | Mitte November 2016 schließlich ergänzte das Unternehmen seine regionale Energievermarktung auch im Süden Deutschlands über eine Kooperation mit erdgas schwaben und setzt so weitere Akzente bei der Vermarktung erneuerbarer Energien. Der Augsburger Anbieter versorgt seit fast 60 Jahren die Region Schwaben und die angrenzenden Teile Oberbayerns mit klimaschonendem Erdgas –bei zunehmendem Anteil an heimischem Bio-Erdgas, -Wärme und -Strom. Als Pionier im Bereich Bio-Erdgas verfügt erdgas schwaben als derzeit einziger Energiedienstleister Deutschlands über drei laufende Bio-Erdgasanlagen und spart damit jährlich über 60.000 Tonnen CO2 ein. |
Vertriebsaktivitäten
Im Verlauf des Geschäftsjahres 2016 führte mobilcom-debitel die Vorarbeiten zur Einführung eines neuen Konzepts für seine bundesweiten Shops durch und eröffnete zum Jahresende den ersten Flagship Store in München. Ziel ist dabei, die Kundenansprache am Point of Sale künftig emotionaler zu gestalten und sich noch klarer als Digital-Lifestyle-Spezialist zu positionieren. Das Natur-Ambiente mit Holzmöbeln, gestaltet von einem dänischen Designer aus der Fashion-/Lifestyle-Branche, bildet dabei einen Gegenpol zu den angebotenen Technikprodukten. Wesentliche neue Elemente in den Shops sind:
| • | die DLS-Powerwall mit den aktuell vier inszenierten Digital-Lifestyle-Themenwelten SmartHome, Entertainment, Smartphone-Kamera sowie Fitness/Health, |
| • | die Campaign Wall aus zusammengesetzten Bildschirmen, die mittels Digital Signage die jeweils aktuelle Kampagne aufmerksamkeitsstark abspielt, |
| • | eine wabenförmige weiße Wand aus quadratischen Kästen zur flexiblen, modularen Produktpräsentation – wie in einer Boutique – und mit Holzschüben, die der Kunde öffnen kann, |
| • | ein Beratungstisch in der Ladenmitte mit acht Metern Länge und Steckdosen zum Aufladen, an dem Kunde und Verkäufer gemeinsam Platz nehmen und in aller Ruhe Fragen zu Produkten und Verträgen besprechen können. |
Forschung und Entwicklung
Als Service-Provider ohne eigene Netzinfrastruktur unterhält die freenet AG keine eigene Abteilung für Forschung und Entwicklung. Angesichts des rasanten technologischen Fortschritts in der Telekommunikation und bei den mobilen Sprach- und Datendiensten setzt sich das Unternehmen jedoch intensiv mit den aktuellen Entwicklungen in diesem Bereich auseinander. Wesentliches Ziel ist dabei, die Wettbewerbspositionierung in diesem dynamischen Marktumfeld langfristig zu behaupten. Im Geschäftsjahr 2016 adressierte die freenet AG vor diesem Hintergrund die sich kontinuierlich wandelnden Markt- und Kundenanforderungen mit einem eigenen Produkt- und Dienstleistungsportfolio rund um Mobilfunk, mobiles Internet und Digital-Lifestyle.
Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde weder im Geschäftsjahr noch im Vorjahr durch wesentliche Aufwendungen für Forschung und Entwicklung belastet.
Im Wachstumsmarkt Digital-Lifestyle hat die freenet Group ihre Produktoffensive im Jahresverlauf 2016 mit neuen Angeboten ausgebaut; Schwerpunkte waren dabei neben den vorhandenen Bereichen Entertainment, Datensicherheit sowie Home Automation & Security als neues Segment E-Health. Bei einigen Produkten ist die Gesellschaft in der Endphase von deren Entwicklung involviert, um eine möglichst hohe Kundenfreundlichkeit zu gewährleisten. Gleichzeitig erhöht sich damit auch die Wertschöpfung der Gesellschaft bei der Vermarktung der entsprechenden Produkte.
Zusätzlich nahm die Gruppe im Rahmen von IT- und Strategieprojekten 2016 zahlungswirksame Investitionen in Höhe von 18,7 Millionen Euro vor (Vorjahr: 11,5 Millionen Euro).
Mitarbeiter
Mit ihren vielfältigen Aus- und Fortbildungsmaßnahmen stellt die freenet AG den Bedarf an Spezialisten und qualifiziertem Nachwuchs sicher und wird gleichzeitig ihrer gesellschaftlichen Verantwortung als großer, erfolgreicher Arbeitgeber gerecht.
Einmal mehr war die freenet AG 2016 als Arbeitgeber sehr gefragt: So gingen auf 811 Stellenausschreibungen 18.958 Bewerbungen ein. Zudem stellte das Unternehmen 138 Auszubildende im kaufmännischen und technischen Bereich sowie in der Logistik ein und darüber hinaus zehn duale Studenten in den Studiengängen zum Bachelor of Science oder Bachelor of Arts an Dualen Hochschulen.
Ein weiterer fester Bestandteil des konzernweiten Ausbildungskonzepts ist das bereits seit vier Jahren bestehende Trainee-Programm. Im Rahmen dieses Programms durchlaufen die Trainees für zwölf Monate unterschiedliche Qualifizierungsmaßnahmen und Trainings, absolvieren Netzwerktage, um andere Standorte, Arbeitsabläufe und Kollegen kennenzulernen – und werden so optimal auf ihre Position in einem im Vorfeld festgelegten Bereich vorbereitet.
Eine bedarfsgerechte Mitarbeiterentwicklung und -förderung sieht die freenet AG als weitere wichtige Aufgabe. Der Konzern führte 2016 deshalb insgesamt 249 Qualifizierungsmaßnahmen durch; 1.050 festangestellte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nahmen an diesen Maßnahmen teil. Zusätzlich gewährleistet ein internes Trainerteam die spezifische Qualifizierung der über 2.000 Mitarbeiter der Shops und Kundenbetreuung.
Besonderen Leistungsträgern in unterschiedlichen Konzernbereichen eröffnet das 2015 gestartete konzernweite Förderprogramm „freenet Unternehmer“ spezifische Möglichkeiten der Qualifizierung und Weiterentwicklung: Das achtmonatige Programm soll bei den betreffenden Mitarbeitern Eigeninitiative, Engagement und Unternehmergeist stärken und als Plattform für Erfahrung, Reflektion und Austausch untereinander sowie mit internen und externen Experten zu unterschiedlichen Inhalten dienen. Dabei werden Themen wie Unternehmertum, Führung, Management oder auch disruptives Denken adressiert. Die Teilnehmer werden ermutigt, Entwicklungen im Unternehmen mitzugestalten, Veränderungen vorzunehmen, als Multiplikatoren im Konzern zu fungieren – und so gleichzeitig auch stärker an die freenet AG gebunden.
Im Herbst 2016 wurde ein weiterer wesentlicher Grundstein für die künftige Entwicklung des Unternehmens und der kontinuierlichen Verbesserungsprozesse gelegt: die Jahresentwicklungsgespräche. Ziel dieser Gespräche ist der Ausbau der konzernweiten Feedback-Kultur – neben der Qualifizierung der Mitarbeiter. Die Basis bildet dabei das konzernweite Kompetenzmodell; es beinhaltet die Kompetenzen „Kooperieren und Zusammenarbeiten“, „Persönliche Wirkung entfalten“, „Unternehmerisches Denken und Handeln“, „Veränderung treiben“ wie auch „Führung leben“, außerdem vielfältige, aufeinander aufbauende Maßnahmen für Führungskräfte und Mitarbeiter.
Das 2015 neu initiierte Führungskräfte-Leitwerk „WIR gehen in Führung“ trug 2016 zu zusätzlicher Transparenz und Verinnerlichung der Führungsgrundsätze, Aufgaben und Verantwortlichkeiten als Führungskraft bei. Neue Führungskräfte werden in der freenet Group zudem in einem Onboarding-Prozess begrüßt und aktiv bei der Orientierung in ihrer neuen Funktion unterstützt.
Finanzmanagement
Die strategische Unternehmenssteuerung wird von einem fokussierten Finanzmanagement unterstützt, welches neben der Liquiditätsentwicklung die Kapitalstruktur als Steuerungsgröße aufweist. Die operative Umsetzung erfolgt durch ein umfassendes Treasury-Management auf der Basis etablierter Controlling-Strukturen.
Zur Steuerung der Kapitalstruktur dienen insbesondere der Verschuldungsfaktor, der sogenannte Interest Cover und die Eigenkapitalquote als finanzielle Steuerungsgrößen.
In der folgenden Übersicht sind die Kennzahlen des Finanzmanagements mit ihrer aktuellen Ausprägung im Vergleich zum Vorjahr dargestellt. Für zeitraumbezogene Größen wie das EBITDA und das Zinsergebnis wurden dabei jeweils die letzten 12 Monate (also Januar 2016 bis Dezember 2016 bzw. für das Vorjahr Januar 2015 bis Dezember 2015) herangezogen.
Tabelle 3: Kennzahlen des Finanzmanagements
| 2015 | 2016 | Ziel | |
|---|---|---|---|
| Verschuldungsfaktor | 1,0 | 1,7 | 1,0 – 2,5 |
| Pro-forma-Verschuldungsfaktor | 1,0 | 3,2 | 1,0 – 2,5 |
| Interest Cover | 8,4 | 8,0 | > 5 |
| Eigenkapitalquote in Prozent | 50,6 | 32,7 | > 50 |
Der Verschuldungsfaktor gibt das Verhältnis an, in dem die Finanzschulden (1.734,2 Millionen Euro) abzüglich flüssiger Mittel (318,2 Millionen Euro), abzüglich des Anteils am Börsenwert der Sunrise zum 31. Dezember 2016 (11.051.578 Aktien multipliziert mit dem Schlusskurs von 62,45 Euro – Quelle: Bloomberg) im Verhältnis zum in den letzten 12 Monaten erzielten EBITDA stehen. Dieser liegt zum 31. Dezember 2016 bei 1,7 und damit, wie auch zum 31. Dezember 2015, innerhalb der strategischen Bandbreite von 1,0 bis 2,5. Bei der Ermittlung des Verschuldungsfaktors ist zu berücksichtigen, dass im dafür herangezogenen EBITDA der letzten 12 Monate erst neuneinhalb Monate der EBITDA-starken Geschäftstätigkeit der Media Broadcast Gruppe enthalten sind. Die Finanzschulden setzen sich überwiegend aus den zwischen 2017 und 2026 endfälligen Schuldscheindarlehen über einen Nennwert von insgesamt 1.129,0 Millionen Euro sowie aus dem im März 2016 abgeschlossenen syndizierten Bankdarlehen (zweite Tranche) mit einem Nennwert von 610,0 Millionen Euro zusammen.
Der Pro-forma-Verschuldungsfaktor (Finanzschulden abzüglich flüssiger Mittel im Verhältnis zum in den letzten 12 Monaten erzielten EBITDA) liegt mit 3,2 über dem Bereich der strategischen Bandbreite von 1,0 und 2,5, bedingt durch die Neufinanzierungen im Geschäftsjahr 2016.
Der Interest Cover (Verhältnis zwischen EBITDA und Zinsergebnis) liegt mit 8,0 niedriger im Vergleich zum Vorjahr (8,4), damit jedoch nach wie vor über der Zielmarke von 5,0. Diese Entwicklung ist im Wesentlichen auf die Erhöhung des Zinsaufwandes im Zusammenhang mit der Aufzinsung der Verbindlichkeiten aus einem Rahmenmietvertrag bezüglich der Kaufpreisallokation der Media Broadcast Gruppe zurückzuführen.
Die Eigenkapitalquote bewegt sich zum 31. Dezember 2016 unter der Zielmarke von 50 Prozent, was im Zusammenhang mit den Neufinanzierungen im Jahr 2016 steht.
Der Vorstand hält trotz der Neufinanzierung im Rahmen der Unternehmenserwerbe an seiner Finanzstrategie und damit auch am Ziel fest.
Zur Herleitung der Eingangsgrößen für den Verschuldungsfaktor wird auf den Abschnitt „Definition alternativer Leistungskennzahlen“ in diesem Kapitel verwiesen.
Grafik 7: Kennzahlen der Dividendenpolitik

Gemäß der bereits Anfang 2013 vom Vorstand beschlossenen und mit dem Aufsichtsrat abgestimmten Dividendenpolitik sollen die jährlichen Dividendenausschüttungen zwischen 50 und 75 Prozent des jeweils generierten Free Cashflows liegen. Mit der Anhebung dieser Bandbreite ab dem Geschäftsjahr 2013 trägt der Vorstand dem Interesse der wertorientierten Anteilseigner Rechnung, am Free Cashflow der Gesellschaft in angemessenem Maße teilzuhaben, während die Kapitalstrukturoptimierung für eine nachhaltige Unternehmenswertsicherung sorgt.
Aufgrund der positiven Geschäftsentwicklung im Jahr 2016 beabsichtigen Vorstand und Aufsichtsrat der Hauptversammlung am 1. Juni 2017 die Auszahlung einer Dividende für das Geschäftsjahr 2016 in Höhe von 1,60 Euro pro Stückaktie aus dem Bilanzgewinn vorzuschlagen. Dies entspricht einer Ausschüttungsquote von rund 60 Prozent des Free Cashflows.
Definition alternativer Leistungskennzahlen
Zur Erläuterung der Finanz- und Ertragslage des freenet Konzerns werden die nachfolgend aufgeführten alternativen Leistungskennzahlen (sog. „Alternative Performance Measures“, „APMs“) verwendet, die nicht Gegenstand der IFRS sind. Es sei darauf hingewiesen, dass diese weder historische Finanzergebnisse, Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten des Unternehmens, noch sonstige vom Unternehmen definierte Leistungsindikatoren oder IFRS-Kennzahlen ersetzen und daher nicht isoliert, sondern als ergänzende Information betrachtet werden sollten. Trotz der gängigen Verwendung alternativer Leistungskennzahlen zur Beurteilung des laufenden operativen Geschäfts und der Verschuldungssituation durch das Management sowie auf Investorenseite haben diese als alleiniges Analysetool nur eine beschränkte Aussagekraft. Darüber hinaus sind die aufgeführten APMs trotz einer möglicherweise ähnlichen oder gar identischen Bezeichnung aufgrund unterschiedlicher Berechnungsweisen nicht notwendigerweise vergleichbar mit den von anderen Unternehmen verwendeten APMs.
Die von der freenet AG verwendeten alternativen Leistungskennzahlen sind:
| • | EBITDA |
| • | EBIT |
| • | Rohertrag und Rohertragsmarge |
| • | Nettofinanzschulden, Pro-forma-Nettofinanzschulden und daraus abgeleitete Verschuldungsfaktoren |
| • | Interest Cover |
| • | Free Cashflow |
| • | Eigenkapitalquote. |
Sondereinflüsse, die für die Ermittlung einiger alternativer Leistungskennzahlen verwendet werden, resultieren aus der Integration akquirierter Geschäfte und deren Folgebilanzierung.
Definition und Berechnung des EBITDA
Das EBITDA ist definiert als Ergebnis vor Zinsen und Ertragsteuern, inklusive der Ergebnisanteile der nach der Equity-Methode einbezogenen Unternehmen (EBIT) exklusive Abschreibungen und latenten Steuern aus der Folgebilanzierung von nach der Equity-Methode einbezogenen Unternehmen und zuzüglich Abschreibungen und Wertminderungen. Die Definition des EBITDA hat sich seit dem Erwerb der Sunrise wie folgt konkretisiert: In die Ermittlung fließen von der Position „Ergebnis der nach der Equity-Methode einbezogenen Unternehmen“ wie in der Vergangenheit nur die Ergebnisanteile ein. Die Abschreibungen aus der Folgebilanzierung der Schatten-Kaufpreisallokation belasten nicht das EBITDA. Aufgrund der Konkretisierung war keine Anpassung der Vorjahreszahlen erforderlich. In diesem Zusammenhang verweisen wir auch auf Textziffer 17.1 des Konzernanhangs.
Tabelle 4: Berechnung des EBITDA
| In T EUR | 1.1.2016-31.12.2016 | 1.1.2015-31.12.2015 |
|---|---|---|
| EBIT | 298.822 | 298.775 |
| Abschreibungen und Wertminderungen | 124.324 | 71.403 |
| Folgebilanzierung aus Kaufpreisallokation | 15.678 | 0 |
| EBITDA | 438.824 | 370.178 |
Das EBITDA stellt eine sogenannte Non-GAAP-Kennzahl dar, die das Management zur Bewertung der Geschäftsentwicklung und betrieblichen Leistungsfähigkeit des Unternehmens verwendet.
Da die Gesellschaft den Ergebnisanteil der Sunrise nicht beeinflussen kann, steuert der Vorstand das EBITDA ohne Einbezug der Ergebnisanteile der Sunrise. Dadurch bedingt erfolgt der Soll- IST Vergleich sowie die Prognose des finanziellen Leistungsindikators ohne Berücksichtigung von Ergebnisanteilen der Sunrise.
Falls an anderen Stellen vom EBITDA gesprochen wird, ist dies inklusive Ergebnisanteile der Sunrise zu verstehen.
Definition und Berechnung des EBIT
Das EBIT ist definiert als Ergebnis vor Zinsen und Ertragsteuern, inklusive der Ergebnisanteile der nach der Equity-Methode einbezogenen Unternehmen.
Tabelle 5: Berechnung des EBIT
| In T EUR | 1.1.2016-31.12.2016 | 1.1.2015-31.12.2015 |
|---|---|---|
| Betriebsergebnis | 277.803 | 298.604 |
| Ergebnis der nach der Equity-Methode einbezogenen Unternehmen | 21.019 | 171 |
| EBIT | 298.822 | 298.775 |
Definition und Berechnung des Rohertrags (inkl. Rohertragsmarge)
Der Rohertrag ist definiert als Saldo aus Umsatzerlösen und Materialaufwendungen. Die Rohertragsmarge bildet das Verhältnis aus Umsatzerlösen und Materialaufwendungen ab.
Tabelle 6: Berechnung des Rohertrags
| In TEUR bzw. lt. Angabe | 1.1.2016-31.12.2016 | 1.1.2015-31.12.2015 |
|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 3.362.407 | 3.117.892 |
| Materialaufwand | -2.463.670 | -2.327.475 |
| Rohertrag | 898.737 | 790.417 |
| Rohertragsmarge (in Prozent) | 26,7 | 25,4 |
Definition und Berechnung der Nettofinanzschulden, Pro- f orma-Nettofinanzschulden und abgeleitete Verschuldungsfaktoren
Die Nettofinanzschulden sind definiert als langfristige und kurzfristige Finanzschulden, abzüglich flüssiger Mittel, abzüglich des Anteils der freenet Group am Börsenwert der Sunrise Communications Group AG zum Stichtag. Der Börsenwert der Sunrise Communications Group AG ergibt sich aus der Multiplikation des Schlusskurses der Aktie der Sunrise Communications Group AG an der Schweizer Börse mit den von der freenet Group an der Sunrise Communications Group AG gehaltenen Aktien (11.051.578 Aktien) zum jeweiligen Stichtag. Die Umrechnung von Schweizer Franken in Euro erfolgt basierend auf Daten von Bloomberg zu einem amtlich festgestellten Stichtagskurs.
Tabelle 7: Berechnung der Nettofinanzschulden
| In T EUR | 31.12.2016 | 31.12.2015 |
|---|---|---|
| Langfristige Finanzschulden | 1.673.871 | 218.382 |
| Kurzfristige Finanzschulden | 60.302 | 420.532 |
| Flüssige Mittel | 318.186 | 269.761 |
| Börsenwert der Sunrise Communications Group AG | 690.171 | 0 |
| Nettofinanzschulden | 725.816 | 369.153 |
Die Pro-forma-Nettofinanzschulden sind definiert als langfristige und kurzfristige Finanzschulden abzüglich flüssiger Mittel.
Tabelle 8: Berechnung der Pro-forma-Nettofinanzschulden
| In T EUR | 31.12.2016 | 31.12.2015 |
|---|---|---|
| Langfristige Finanzschulden | 1.673.871 | 218.382 |
| Kurzfristige Finanzschulden | 60.302 | 420.532 |
| Flüssige Mittel | 318.186 | 269.761 |
| Pro- f orma-Nettofinanzschulden | 1.415.987 | 369.153 |
Die Pro-forma-Nettofinanzschulden wurden im Vorjahr als „Nettofinanzschulden“ bezeichnet. Insofern handelt es sich um eine Anpassung der Definition der Kennzahl „Nettofinanzschulden“, welche aufgrund des Erwerbs von Anteilen an der Sunrise (im Folgenden als „Sunrise-Erwerb“ bezeichnet) vorgenommen wurde. Der Sunrise-Erwerb wurde vollständig über die Aufnahme neuer Finanzschulden finanziert. Insofern wäre nach dem Sunrise-Erwerb eine Darstellung der Nettofinanzschulden ohne den Einbezug der an der Sunrise gehaltenen Beteiligung ökonomisch wenig aussagekräftig. Da es sich bei dem Sunrise-Erwerb um einen Neuerwerb im Geschäftsjahr 2016 handelt, war eine Anpassung der Vorjahresvergleichszahl für die Kennzahl „Nettofinanzschulden“ nicht vorzunehmen.
Im Allgemeinen stellen die Nettofinanzschulden eine Non-GAAP-Kennzahl dar, die vom Management zur Steuerung der Finanzierungsstruktur des Konzerns verwendet wird. Sie ist somit integraler Bestandteil des konzernweiten Kapital-Risikomanagements und geht in die Berechnung des Verschuldungsfaktors beziehungsweise Pro-forma-Verschuldungsfaktors ein.
Der Verschuldungsfaktor leitet sich aus dem Verhältnis von Nettofinanzschulden zum in den letzten 12 Monaten erzielten EBITDA ab. Gleiches gilt für den Pro-forma-Verschuldungsfaktor; allerdings dienen hierbei die Pro-forma-Nettofinanzschulden als Ausgangsbasis für die Berechnung der Verhältniszahl. Die Entwicklung der beiden Kennzahlen sowie der Zielkorridor werden im Abschnitt „Finanzmanagement“ dargestellt.
Definition und Berechnung des Interest Cover
Der Interest Cover bildet das Verhältnis von EBITDA zu Zinsergebnis in den letzten 12 Monaten ab. Das Zinsergebnis ist der Saldo von „Zinsen und ähnliche Erträge“ sowie „Zinsen und ähnliche Aufwendungen“ aus der Konzerngewinn- und Verlustrechnung.
Tabelle 9: Berechnung Zinsergebnis
| In T EUR | 31.12.2016 | 31.12.2015 |
|---|---|---|
| Zinsen und ähnliche Aufwendungen | 55.675 | 44.502 |
| Zinsen und ähnliche Erträge | -809 | -418 |
| Zinsergebnis | 54.866 | 44.084 |
Die Entwicklung der Kennzahl sowie der Zielkorridor werden im Abschnitt „Finanzmanagement“ dargestellt.
Definition und Berechnung des Free Cashflows
Der Free Cashflow ist definiert als Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit, verringert um die Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte, zuzüglich der Einzahlungen aus Abgängen von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen.
Tabelle 10: Berechnung des Free Cashflows
| In T EUR | 1.1.2016-31.12.2016 | 1.1.2015-31.12.2015 |
|---|---|---|
| Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit | 389.649 | 314.938 |
| Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagevermögen und immaterielle Vermögenswerte | -62.792 | -31.384 |
| Einzahlungen aus Abgängen von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen | 14.681 | 981 |
| Free Cashflow | 341.538 | 284.535 |
Der Free Cashflow stellt einen finanziellen Leistungsindikator der freenet Group dar. Ergänzend zur Ergebnisdarstellung durch das EBITDA wird diese Kennzahl als Indikator verwendet, der die Fähigkeit des Konzerns abbildet langfristig Zahlungsmittel zu generieren.
Da die Gesellschaft die Höhe der Dividende der Sunrise nicht beeinflussen kann, steuert der Vorstand den Free Cashflow ohne Einbezug der Dividende der Sunrise. Dadurch bedingt erfolgt der Soll- Ist Vergleich sowie die Prognose des finanziellen Leistungsindikators ohne Berücksichtigung von Ergebnisanteilen der Sunrise.
Falls an anderen Stellen vom Free Cashflow gesprochen wird, ist dies inklusive der erhaltenen Dividende der Sunrise zu verstehen.
Definition und Berechnung der Eigenkapitalquote
Die Eigenkapitalquote stellt das Verhältnis zwischen Eigenkapital und Bilanzsumme dar und dient als zusätzlicher Gradmesser für eine effiziente Aussteuerung der Unternehmensfinanzierung.
Tabelle 11: Berechnung der Eigenkapitalquote
| In TEUR bzw. lt. Angabe | 31.12.2016 | 31.12.2015 |
|---|---|---|
| Eigenkapital | 1.402.267 | 1.379.035 |
| Bilanzsumme | 4.284.759 | 2.724.020 |
| Eigenkapitalquote (in Prozent) | 32, 7 | 50,6 |
Wirtschaftsbericht
Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen
Das weltwirtschaftliche Umfeld hat sich im Verlauf des Jahres 2016 aufgrund zahlreicher internationaler Krisenherde und politischer Unwägbarkeiten weiter eingetrübt. In seinem im Oktober 2016 veröffentlichten Weltwirtschaftsausblick korrigierte der Internationale Währungsfonds („IWF“) seine Erwartungen für das Wachstum der Weltwirtschaft im Gesamtjahr 2016 gegenüber seiner April-Prognose um 0,1 Prozentpunkte auf 3,1 Prozent nach unten. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung („OECD“) geht nach einer fünfjährigen Phase globaler Wachstumsschwäche in ihrem im November veröffentlichten Wirtschaftsausblick für das Gesamtjahr 2016 im Vergleich zu ihrer September-Prognose unverändert von einem Anstieg des globalen Bruttoinlandprodukts um 2,9 Prozent aus. Verhalten äußerten sich beide Organisationen vor allem in Bezug auf das erwartete Wachstum der fortgeschrittenen Volkswirtschaften vor dem Hintergrund der noch nicht abzuschätzenden Auswirkungen des Votums Großbritanniens für den Austritt aus der Europäischen Union im Juni 2016 und des hinter den Erwartungen zurückgebliebenen Wirtschaftswachstums der Vereinigten Staaten von Amerika. Aufgrund dieser Entwicklungen rechnet der IWF mit einer anhaltend expansiven Geldpolitik und einem globalen Zinsniveau, das weiterhin unter Druck steht.
Nach einer langen Phase der Abschwächung prognostizieren die Organisationen für 2016 in den Schwellen- und Entwicklungsländern wieder ein leichtes Anziehen der Konjunktur basierend auf einem weiterhin niedrigen Zinsniveau in den Industrienationen und einer Festigung der Rohstoffpreise. Vor allem in Bezug auf Chinas kurzfristige Wachstumsperspektiven habe sich die Stimmung an den Finanzmärkten aufgrund der angekündigten politischen Maßnahmen zur Wachstumsförderung zuletzt wieder etwas aufgehellt.
Für die Eurozone erwarten IWF und OECD im Jahr 2016 ein Wirtschaftswachstum von 1,7 Prozent, ein leichter Anstieg um 0,1 Prozentpunkte gegenüber dem letzten IWF Ausblick von Juli 2016 bzw. um 0,2 Prozentpunkte gegenüber der letzten OECD-Prognose aus September 2016. Gemäß einer Umfrage des Finanzinformationsdienstes IHS Markit in 19 Euro-Ländern haben die Wirtschaftsaktivitäten der Euro-Zone zum Ende des Jahres 2016 so stark zugenommen wie seit Mai 2011 nicht mehr. Demnach ist ein Einkaufsmanagerindex, der als umfassender Maßstab für die Konjunktur in den Produktions- und Dienstleistungssektoren gilt, im Dezember 2016 im Vergleich zum Vormonat deutlich gestiegen. Dabei habe vor allem der schwache Euro der Industrie und dem Dienstleistungssektor in Europa zum Aufschwung verholfen. Laut der Umfrage ist die Wirtschaft in Spanien am stärksten gewachsen, dicht gefolgt von Deutschland, dessen Bruttoinlandsprodukt („BIP“) nach ersten Berechnungen des Statistischen Bundesamts im Jahr 2016 gegenüber dem Vorjahr preis- und kalenderbereinigt um 1,8 Prozent zugenommen hat.
Insgesamt war die konjunkturelle Lage in Deutschland nach Angaben des Statistischen Bundesamts im Jahr 2016 erneut durch ein solides und stetiges Wirtschaftswachstum gekennzeichnet. Ausschlaggebend dafür waren neben den gegenüber dem Vorjahr gestiegenen privaten und staatlichen Konsumausgaben auch die Zunahme der Bau- und Ausrüstungsinvestitionen. Die lebhafte Binnennachfrage profitierte dabei vor allem von den steigenden Einkommen der privaten Haushalte sowie der günstigen Arbeitsmarktlage. Im Jahresdurchschnitt 2016 wurde die Wirtschaftsleistung in Deutschland von 43,5 Millionen Erwerbstätigen mit Arbeitsort in Deutschland getragen, was nach Angaben des Statistischen Bundesamts dem höchsten Stand seit 1991 entspricht. Die positive Einschätzung der konjunkturellen Lage in Deutschland wird auch von der Deutschen Bundesbank geteilt, die in ihrem im Dezember veröffentlichten Monatsbericht für das Gesamtjahr 2016 ebenfalls von einem soliden Aufschwung mit einem BIP-Wachstum von 1,8 Prozent vorausgesagt hat.
Telekommunikationsmarkt 2016
Die zunehmende Digitalisierung beeinflusst die Geschäftsmodelle der etablierten Telekommunikationsunternehmen, die vor allem aufgrund der sich verändernden Nutzerbedürfnisse unter Druck stehen. Darüber hinaus steht die Branche angesichts eines gesättigten Kernmarkts mit sinkenden Wachstumsraten, steigendem Wettbewerbs- und Konsolidierungsdruck sowie zunehmender Regulierungsintensität vor weiteren Herausforderungen. Zur nachhaltigen Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit liegt der Fokus neben der Festigung des Kerngeschäfts vor allem auf der Positionierung in alternativen Wachstumsmärkten zur Erschließung neuer Erlösquellen. Dabei spielen die Entwicklungen um das Internet der Dinge, der allgemeine Trend zu Flatrate-Tarifen, die Nachfrage nach höheren Bandbreiten sowie die zunehmende Smartphone- und mobile Datennutzung eine Rolle.
Im Jahr 2016 wird der deutsche Telekommunikationsmarkt voraussichtlich nur leicht wachsen. Das geht aus der im Oktober 2016 vom Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM) sowie der Unternehmensberatung Dialog Consult gemeinsam veröffentlichten „18. TK-Marktanalyse Deutschland 2016“ hervor. Demnach wird der Gesamtumsatz für Telekommunikationsdienste in Deutschland im Jahr 2016 im Vergleich zum Vorjahr um 0,8 Prozent auf 60,5 Milliarden Euro nur geringfügig steigen. Diese Entwicklung sei vor allem von den im Festnetzbereich generierten Umsätzen getragen, die 2016 im Vorjahresvergleich schätzungsweise um 1,8 Prozent auf 34,1 Milliarden Euro zulegen werden. Davon entfallen voraussichtlich 28,7 Milliarden Euro auf die Telekommunikations-Festnetzbetreiber, ein Zuwachs von 1,4 Prozent im Vorjahresvergleich und insgesamt 5,4 Milliarden Euro auf die Kabelnetzbetreiber, was einem Plus von 3,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.
Nach Angaben von VATM und Dialog Consult war der Teilmarkt Mobilfunk gegenüber 2015 unter anderem aufgrund von Preissenkungen, Tarifoptimierungen der Kunden, Roaming-Umsatzrückgängen und Rückgängen von Terminierungsentgelten um 0,1 Milliarden Euro leicht auf 26,4 Milliarden Euro zurückgegangen. Unter Einbeziehung der Mobilfunkanbieter ohne eigenes Netz verteilen sich die Mobilfunkumsätze unverändert auf insgesamt sechs Marktteilnehmer. Mit einem Marktanteil von 30,3 Prozent (Vorjahr: 32,7 Prozent) ist die Deutsche Telekom erneut Marktführer, gefolgt von Vodafone mit einem Marktanteil von 26,1 Prozent (Vorjahr 27,8 Prozent). Telefónica Deutschland belegt mit einem Marktanteil von 25,0 Prozent (Vorjahr 22,6 Prozent) Platz drei.
Mit einem umsatzbezogenen Marktanteil von knapp 19 Prozent werden die netzunabhängigen Anbieter im Jahr 2016 ihre Mobilfunkumsätze gegenüber dem Vorjahr voraussichtlich leicht steigern. Unter den Anbietern ohne eigenes Netz dominiert die freenet AG mit einem gegenüber dem Vorjahr unveränderten Marktanteil von 12,1 Prozent erneut den Markt. United Internet und Drillisch folgen mit Marktanteilen von 3,8 Prozent bzw. 2,7 Prozent.
Nach Angaben des Statistischen Bundesamts entwickeln sich die Preise für Telekommunikationsdienstleistungen in Deutschland weiterhin rückläufig, seit 2011 allerdings mit abnehmender Tendenz. Vor allem bei den Mobilfunk-Preisen zeichnete sich von 2011 bis 2015 eine leichte Erholung ab.Nach Einschätzung des Investmenthauses Kepler Cheuvreux hat sich der Preiswettbewerb im deutschen Mobilfunkmarkt, der in die Bereiche Premium und Discount unterteilt ist, auch im Jahresverlauf 2016 weiter abgeschwächt, vor allem aufgrund von Preiserhöhungen diverser Marktteilnehmer am unteren Ende der Preisspanne. Gleichzeitig halten die Netzbetreiber nach Angaben von Kepler Cheuvreux an ihrer Strategie zur Monetarisierung der steigenden Datennutzung fest.
Der Umsatz mit mobilen Datendiensten wird nach Einschätzung von VATM und Dialog Consult im Jahr 2016 in Deutschland rund 44,7 Prozent des Gesamtumsatzes der Mobilfunknetzbetreiber ausmachen, was gegenüber dem Vorjahr einem voraussichtlichen Anstieg um fast fünf Prozentpunkte auf 11,8 Milliarden Euro entspricht. In Bezug auf die Volumenentwicklung wird der Datenverkehr aus deutschen Mobilfunknetzen im Jahr 2016 gegenüber dem Vorjahr um fast ein Drittel auf 774 Millionen Gigabyte ansteigen (Vorjahr: 591 Millionen Gigabyte). Dabei wird das durchschnittliche mobile Datenvolumen pro SIM-Karte und Monat voraussichtlich um 22,9 Prozent auf 510 Megabyte zunehmen. Demgegenüber wird das Geschäft mit Sprachdiensten nach Einschätzung von VATM und Dialog Consult auch 2016 weiter an Bedeutung verlieren.
Grafik 8: Mobilfunkumsätze nach Dienstegruppen 2016 (Schätzung)*

* Angaben in eckigen Klammern geben die entsprechenden absoluten Umsätze im Vorjahr an.
Quelle: Dialog Consult/VATM - 18. TK-Marktanalyse Deutschland 2016
Der Anstieg der mobilen Internetnutzung steht in engem Zusammenhang mit der zunehmenden Bedeutung des Smartphones, das schon heute als Multifunktionsgerät im Alltag fungiert und sich zunehmend zum zentralen Steuerungselement des „Internets der Dinge“ entwickelt. Befragungsergebnisse von TNS Infratest zeigten, dass 2016 mehr als drei Viertel aller 14 bis 69-Jährigen in Deutschland das Internet mit einem Smartphone nutzen – Tendenz steigend. Das Smartphone kann heute bereits Alltagsutensilien wie Adressbücher, Armbanduhren und Wecker, Festnetz-Telefone, Fotoapparat und Videokamera, Navigationsgerät, MP3-Player oder Spielekonsolen und Fernseher ersetzen. Während klassische Standardanwendungen wie Telefonie und SMS immer mehr an Bedeutung verlieren, steigt die Nutzung von Digital-Lifestyle-Anwendungen mit dem Smartphone. Dabei verbindet sich das Smartphone – meist über eine App – mit anderen Alltags-Geräten, wie beispielsweise Audio-Geräten, Spielekonsolen, Wearables oder Smart-TVs.
Ende 2015 belief sich die Zahl der weltweiten Mobilfunkanschlüsse auf etwa 7,3 Milliarden und zum Ende des ersten Quartals 2016 bereits auf rund 7,4 Milliarden. Das geht aus dem im Juni 2016 veröffentlichten Ericsson Mobility Report hervor. Mit einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von rund fünf Prozent wird diese Zahl nach Einschätzung des schwedischen Netzwerkausstatters bis 2021 auf 9 Milliarden weiter ansteigen. Dabei wird sich zwischen 2015 und 2021 die Zahl der Smartphone-Nutzer weltweit um 3,1 Milliarden auf 6,3 Milliarden erhöhen. Für Deutschland gingen VATM und Dialog Consult im Oktober noch von 128,1 Millionen ausgegebenen SIM-Karten und damit einem voraussichtlichen Anstieg um 3,4 Millionen gegenüber dem Vorjahr aus. Nach Angaben der Bundesnetzagentur belief sich die Zahl der Mobilfunkanschlüsse bereits im dritten Quartal 2016 auf 128,6 Millionen. Davon sollen nach Angaben des Bundesverbands Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. („Bitkom“) im Jahr 2016 insgesamt 51 Millionen Deutsche ein Smartphone nutzen und zwar durchschnittlich 82 Minuten pro Tag. Die Zahl der verkauften Smartphones und Phablets in Deutschland wird sich nach Angaben von Bitkom von 26,2 Millionen Geräten im Jahr 2015 um 6,4 Prozent auf 27,9 Millionen Geräte erhöhen.
TV-Markt 2016
Das kontinuierliche Wachstum des deutschen Fernsehmarkts wird sich auch im Geschäftsjahr 2016 fortsetzen. Nach Einschätzung der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers („PwC“) werden die Gesamtumsätze der Fernsehbranche, die sich aus Werbeerlösen, Erlösen aus Abonnement- und Pay-TV-Diensten sowie Einnahmen aus Rundfunkgebühren zusammensetzen, von 14,3 Milliarden Euro im Jahr 2015 auf etwa 14,6 Milliarden Euro im Jahr 2016 ansteigen. Während die Einnahmen aus Rundfunkgebühren stagnieren werden, wird das größte Umsatzplus voraussichtlich erneut im Geschäft mit Abonnement- und Pay-TV-Diensten (+3,5 Prozent) erzielt werden, gefolgt von einem stabilen Anstieg der Werbeerlöse (+2,3 Prozent).
Grafik 9: Marktvolumen deutscher Fernsehmarkt 2016 (Schätzung)*

* Angaben in eckigen Klammern geben die entsprechenden absoluten Umsätze im Vorjahr an.
Quelle : P w C, German Entertainment and Media Outlook 2016-2020
Der deutsche Fernsehmarkt verschmilzt zunehmend mit angrenzenden Märkten im Bereich Kommunikation und Internet. Diese Entwicklung spiegelt sich unter anderem in einer Verlagerung des klassisch linearen Fernsehens hin zum Abruf von Bewegtbild-Inhalten aus dem Internet wider. Die Forschungsergebnisse einer von TNS Infratest durchgeführten Befragung, die im Oktober 2016 im Digitalisierungsbericht der Medienanstalten veröffentlicht wurden, demonstrieren zwar, dass das klassische, lineare Fernsehen nach wie vor den Großteil der Bewegtbildnutzung aller TV-Zuschauer in Deutschland ausmacht. Allerdings steigt vor allem bei der jüngeren Generation die Beliebtheit von Videoabrufdiensten (Video-on-Demand, „VOD“) und Live-Streams, bei dem über Streaming Medieninhalte in Echtzeit angeboten werden.
Gemäß Digitalisierungsbericht verfügten im Jahr 2016 mehr als 38 Millionen Haushalte in Deutschland über mindestens ein TV-Gerät, das entspricht knapp 97 Prozent aller deutschen Haushalte. Darüber hinaus hält der Trend zu zwei oder mehr Fernsehgeräten pro Haushalt an: Knapp 38 Prozent der deutschen TV-Haushalte verfügen heutzutage über zwei oder mehr TV-Geräte, das entspricht im Jahr 2016 durchschnittlich 1,5 TV-Geräten pro TV-Haushalt. Für 37 Prozent der Personen ab 14 Jahre stellt das TV-Gerät das wichtigste Bildschirmgerät dar, gefolgt von Smartphone mit knapp 28 Prozent und PC bzw. Desktop mit 12 Prozent.
Im Hinblick auf die Übertragungswege des Rundfunks, die laut Digitalisierungsbericht unmittelbar vor der Volldigitalisierung stehen, dominierten im Jahr 2016 Satellit (47 Prozent der TV-Haushalte) und Kabel (46 Prozent der TV-Haushalte) erneut den Markt. Während Kabelfernsehen seit 2006 einen Rückgang um knapp 6 Prozentpunkte verzeichnete, legte das Sattelitenfernsehen um 4,5 Prozentpunkte zu. Die Digitalterrestrik („DVB-T“) bleibt mit 9 Prozent der TV Haushalte in Deutschland auf einem stabilen Niveau, bzw. ist in den vergangenen 10 Jahren nur leicht um 0,2 Prozentpunkte zurückgegangen. Damit stellt DVB-T auch 2016 den drittwichtigsten Übertragungsweg für Digital-TV in Deutschland dar. Hinzu kommt die Nutzung von DVB-T am stationären PC und der zunehmende Empfang von DVB-T Fernsehen über mobile Endgeräte, wie z.B. Laptops, Smartphones oder Tablets, was gegenüber alternativen Verbreitungswegen ein Alleinstellungsmerkmal der Digitalterrestrik darstellt. In Summe nutzten im Jahr 2016 somit rund 19 Prozent aller TV-Haushalte in Deutschland das digitale Antennenfernsehen DVB-T als Übertragungsweg, das entspricht absolut mehr als 7,4 Millionen Haushalten.
Mit der Umstellung auf den DVB-T2 HD Standard endet am 29. März 2017 in allen größeren Ballungsgebieten in Deutschland die DVB-T-Verbreitung. Hauptgründe für die Umstellung auf den Nachfolgestandard sind die Reduktion der bisherigen Übertragungsfrequenzen sowie der zunehmende Zuschauerwunsch nach hochauflösenden („High Definition“, „HD“) Inhalten. Die neue TV-Übertragungstechnik DVB-T2 HD bietet die hochauflösende Bildqualität „Full-HD“ und verfügt mit rund 40 Sendern in den Ballungsräumen ebenfalls über eine höhere Programmvielfalt. Die frei werdenden DVB-T-Funkfrequenzen sollen zukünftig für das mobile Internet genutzt werden und damit den Breitbandausbau in ländlichen Gebieten beschleunigen. Im Rahmen der ersten Ausbaustufe von DVB-T2 HD sind seit dem 31. Mai 2016 sechs Programme in ausgewählten Ballungsräumen empfangbar. Im Jahresverlauf 2017 und 2018 sollen weitere Regionen hinzukommen, in denen das gesamte Programmangebot verfügbar sein wird. Bis Mitte 2019 plant der öffentlich-rechtliche Rundfunk zusätzliche Regionen auf DVB-T2 HD umzustellen. Mit dem neuen Übertragungsstandard wird der Empfang von Privatsendern über digitales Antennenfernsehen voraussichtlich ab Sommer 2017 kostenpflichtig.
Insgesamt steigt in Deutschland der Empfang hochauflösender Fernsehbilder über alle Übertragungswege hinweg weiter an. Gemäß Digitalisierungsbericht empfingen über die Hälfte der deutschen TV-Haushalte im Jahr 2016 Programme in HD, wobei die Haushalte, die mit IPTV ausgestattet sind mit über 70 Prozent die höchste HDTV-Empfangsquote aufwiesen. IPTV, bei dem die Internetverbindung das Fernsehsignal transportiert, verzeichnete als TV-Übertragungsweg in den vergangenen 10 Jahren laut Digitalisierungsbericht den stärksten Zuwachs von 0,0 Prozent auf 6,2 Prozent aller deutschen TV-Haushalte im Jahr 2016.Die steigende Tendenz zu IPTV spiegelt sich auch in der Ausstattung deutscher Haushalte mit Fernsehgeräten wider, die direkt oder über ein anderes Gerät mit dem Internet verbunden sind („Connected TV-Geräte“). Im Jahr 2016 hatten mindestens 45 Prozent der deutschen TV-Haushalte mindestens ein TV-Gerät an das Internet angeschlossen, das entspricht rund 17,2 Millionen TV-Geräten in Deutschland. Damit ist der mögliche Empfangsweg über einen Connected TV-Gerät in Deutschland auf einem Niveau mit den TV-Empfangsmöglichkeiten über Satellit oder Kabel. Vor allem smarte TV-Geräte, die neben Zusatzschnittstellen wie USB, Netzwerk, WLAN und Speicherkarten auch über eine HbbTV-Funktionalität verfügen, verbreiten sich weiter; sie sind inzwischen in mehr als jedem vierten deutschen Haushalt zu finden.
Obwohl das klassische lineare Fernsehen nach wie vor die häufigste Art der Nutzung des TV-Geräts darstellt, gewinnen Nutzungsformen wie Online-Bewegtbild-Angebote zunehmend an Bedeutung. Vor allem in den jüngeren Zielgruppen der 14 bis 19- und 20 bis 29-Jährigen entfällt weniger als die Hälfte des Bewegtbildkonsums auf das klassische Fernsehen. Vielmehr liegt hier die VOD-Nutzung mit 41 bzw. 34 Prozent bereits auf Augenhöhe mit der linearen TV-Nutzung. Laut Digitalisierungsbericht nutzten im Jahr 2016 fast 27 Millionen Personen ab 14 Jahre in Deutschland mindestens einmal im Monat Live-Stream- und Videoinhalte aus dem Internet, das entspricht einem Anstieg um 10,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Nach Analysen von PwC wird der Gesamtumsatz aus dem digitalen Verleih von Videoinhalten in Deutschland von 181 Millionen Euro im Jahr 2015 auf 410 Millionen Euro im Jahr 2019 steigen. Zu den Erfolgsfaktoren der jungen Wachstumsbranche zählen laut PwC neben der Bereitstellung attraktiver Inhalte in hoher Bildqualität, ein hoher Benutzerkomfort sowie eine ausreichende Bandbreite, auch für den mobilen Download von Videos.
Geschäftsverlauf
Der Konzern kann ein positives Fazit für das abgelaufene Geschäftsjahr 2016 ziehen: die Ziele, die wir uns zu Beginn des Geschäftsjahres 2016 bezüglich der wesentlichen Steuerungskennzahlen selbst gesetzt hatten, konnten wir allesamt erreichen oder übertreffen.
Das im Jahr 2016 erzielte Konzern-EBITDA beträgt 438,8 Millionen Euro. Es hat sich gegenüber dem Vorjahr (370,2 Millionen Euro) um 18,5 Prozent erhöht. Ohne den Einbezug der Ergebnisanteile aus unserer Beteiligung an der Sunrise wurde ein Konzern-EBITDA in Höhe von 402,3 Millionen Euro erzielt – damit ist unsere Zielsetzung (leicht über 400,0 Millionen Euro) erreicht. Einen wesentlichen Beitrag hierzu leistete der um 13,7 Prozent auf 898,7 Millionen Euro gesteigerte Rohertrag.
Die weiteren Ergebniskennzahlen verringerten sich gegenüber dem Vorjahr leicht: So ergibt sich nach Abzug von Abschreibungen und Wertminderungen ein EBIT in Höhe von 298,8 Millionen Euro (Vorjahr: 298,8 Millionen Euro). Mit 244,0 Millionen Euro hat sich das Ergebnis vor Ertragsteuern (EBT) gegenüber dem Vorjahr (254,7 Millionen Euro) um 4,2 Prozent vermindert. Das Konzernergebnis für das Geschäftsjahr 2016 wird mit 216,4 Millionen Euro ausgewiesen, was einem Rückgang um 2,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht.
Der Free Cashflow, einer der wichtigsten steuerungsrelevanten Leistungsindikatoren im Konzern, beläuft sich im Berichtszeitraum auf 341,5 Millionen Euro (Vorjahr: 284,5 Millionen Euro). Auch unter Herausrechnung der von Sunrise erhaltenen Dividendenzahlung in Höhe von 30,1 Millionen Euro wird damit der prognostizierte Wert von 300,0 Millionen Euro übertroffen. Die Nettofinanzschulden erhöhten sich von 369,2 Millionen Euro am Ende des Geschäftsjahres 2015 auf nunmehr 725,8 Millionen Euro.
Der Kundenbestand im für die Gesellschaft wichtigen Vertragskunden-Bereich (Postpaid) hat sich im Vergleich zum Jahresende 2015 um rund 203.000 von 6,31 Millionen Kunden auf 6,51 Millionen Kunden erhöht. Zusammen mit dem ebenfalls gesteigerten No-Frills-Kundenbestand (3,02 Millionen Ende 2016) führt dies zu einem Customer-Ownership zum Jahresende 2016 von 9,53 Millionen, was eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr um 232.000 bedeutet. Damit konnte das Ziel eines leicht steigenden Customer-Ownerships erreicht werden. Der monatliche Durchschnittsumsatz pro Vertragskunde (Postpaid-ARPU) zeigte sich im Berichtsjahr mit 21,4 Euro genau auf dem Niveau des Vorjahres, was unserer Erwartung entspricht.
Im Zusammenhang mit den getätigten Akquisitionen und Beteiligungen sowie dem gestiegenen Customer-Ownership erhöhten sich die Konzernumsätze gegenüber dem Vorjahr um 7,8 Prozent von 3.117,9 Millionen Euro auf 3.362,4 Millionen Euro – damit erreichen wir unser Ziel des Ausweises moderat steigender Umsatzerlöse.
Tabelle 12: Wesentliche Leistungsindikatoren 2016
| In Mio. EUR bzw. lt. Angabe | Ist 2015 | Prognose 2016 | 2016 |
|---|---|---|---|
| Konzernumsatz | 3.117,9 | moderat steigend | 3.362,4 |
| Konzern-EBITDA | 370,2 | leicht über 400,0 | 402,32 |
| Free Cashflow1 | 284,5 | etwa 300,0 | 311,43 |
| Customer-Ownership in Mio. | 9,30 | leicht steigend | 9,53 |
| Postpaid-ARPU in EUR | 21,4 | stabil | 21,4 |
1) Zur Definition des Free Cashflows siehe Abschnitt „Finanzielle Leistungsindikatoren“
2) Exklusive der Ergebnisanteile der freenet AG an der Sunrise Communications Group AG von 36,5 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2016
3) Exklusive der der freenet AG im Geschäftsjahr 2016 zugeflossenen Dividendenzahlung von 30,1 Millionen Euro aus der Beteiligung an der Sunrise Communications Group AG.
Diese Ergebnisse bestätigen die Strategieausrichtung des Unternehmens als Digital-Lifestyle-Provider rund um die Geschäftsfelder Mobilfunk und mobiles Internet sowie TV und Medien und bilden eine gute Basis, um den erfolgreichen Kurs der freenet AG in den kommenden Monaten und Jahren fortzusetzen.
Wesentliche Einflussfaktoren für den Geschäftsverlauf
Kundenentwicklung im Segment Mobilfunk
Tabelle 13: Kundenentwicklung im Segment Mobilfunk
| In Mio. bzw. lt. Angabe | 31.12.2016 | 31.12.2015 | Veränderung in % |
|---|---|---|---|
| Customer-Ownership | 9,53 | 9,30 | 2,5 |
| davon Postpaid | 6,51 | 6,31 | 3,2 |
| davon No-Frills | 3,02 | 2,99 | 1,0 |
| Prepaid | 2,53 | 2,94 | -13,9 |
| Mobilfunkkunden/-karten | 12,06 | 12,24 | -1,4 |
In unserem Stammgeschäft Mobilfunk haben wir den bereits in den Vorjahren eingeschlagenen Weg, sich bei der Neukundengewinnung sowie dem Bestandskundenmanagement auf nachhaltige Kundenbeziehungen zu fokussieren und den Digital-Lifestyle-Bereich konsequent auszubauen, auch im Geschäftsjahr 2016 weiter erfolgreich beschritten. So konnte der Postpaid-Kundenbestand im abgelaufenen Geschäftsjahr 2016 erneut deutlich gesteigert werden. Der Bestand in dieser strategisch wichtigsten Kundengruppe mit 24-Monats-Verträgen stieg zum Ende des Berichtsjahres auf 6,51 Millionen Teilnehmer (Vorjahr: 6,31 Millionen). Dies entspricht einer Steigerung um rund 3,2 Prozent oder 203.000 Teilnehmer. Diese Entwicklung wurde durch eine zielgerichtete Kundenansprache über sämtliche Vertriebskanäle des stationären Handels sowie auf der mobilcom-debitel Webseite und durch ein weiter verbessertes Kundenmanagement der freenet Group unterstützt.
Alle über Discount-Marken des Konzerns vertriebenen Mobilfunktarife mit kürzeren Laufzeiten werden im sogenannten No-Frills-Bereich zusammengefasst. Trotz der Fokussierung auf die Postpaid-Vertragskunden ist der Kundenbestand im Berichtsjahr auch hier, und zwar um rund 29.000 Kunden, angestiegen. Der Kundenbestand belief sich in dieser Kundengruppe zum Jahresende 2016 auf 3,02 Millionen (Vorjahr: 2,99 Millionen).
Das Ergebnis der oben beschriebenen Strategie ist eine erneute Steigerung des für das Unternehmen wichtigen nicht finanziellen Leistungsindikators Customer-Ownership, der die Summe der Vertrags- und No-Frills-Kundengruppen darstellt. Im Vorjahresvergleich hat sich der Bestand um etwa 232.000 Kunden von 9,30 Millionen auf 9,53 Millionen erhöht. Dies entspricht einer Steigerung um rund 2,5 Prozent.
Demgegenüber war die Zahl der ausgegebenen Prepaid-Karten im abgelaufenen Geschäftsjahr weiter rückläufig und betrug zum Jahresende 2,53 Millionen (Vorjahr: 2,94 Millionen). Dieser Rückgang ist auf die Abschaltung nicht genutzter SIM-Karten durch die Netzbetreiber (technischer Churn) sowie auf die rückläufige Aktivierung von Neukunden zurückzuführen.
Infolgedessen lag die Gesamtzahl der Mobilfunkkunden gegenüber dem Vorjahr (12,24 Millionen) Ende Dezember 2016 um rund 175.000 Mobilfunkkunden niedriger bei 12,06 Millionen.
Monatliche Umsatzerlöse pro Kunde im Segment Mobilfunk
Auch in der Entwicklung des durchschnittlichen monatlichen Umsatzes pro Vertragskunde („Postpaid-ARPU“) zeigt sich, dass der in der Neukundengewinnung und im Bestandkundenmanagement eingeschlagene Weg, sich auf werthaltige Kunden zu konzentrieren und den Digital-Lifestyle-Bereich weiter auszubauen, erfolgreich ist. Im Geschäftsjahr 2016 konnte der Postpaid-ARPU mit 21,4 Euro auf dem Niveau der beiden Vorjahre weiter stabilisiert werden.
Der No-Frills-ARPU ist im Vorjahresvergleich leicht um 0,1 Euro auf 2,4 Euro gesunken. In dieser Entwicklung zeigt sich der nach wie vor hohe Preisdruck im Discount-Marktsegment, in dem die freenet Group überwiegend über eine Vielzahl von Online-Vertriebskanälen aktiv ist. Dennoch ist auch in dieser Kundengruppe eine Stabilisierung zu sehen, nachdem in den Vorjahren teils deutliche Abschläge im ARPU zu verzeichnen waren.
Der durchschnittliche monatliche Umsatz pro Prepaid-Kunde („Prepaid-ARPU“) liegt im Geschäftsjahr 2016 mit 3,1 Euro leicht über dem Vorjahresniveau (3,0 Euro).
Tabelle 14 : Durchschnittlicher monatlicher Umsatz pro Kunde (ARPU)
| In EUR | 2016 | 2015 |
|---|---|---|
| Postpaid | 21,4 | 21,4 |
| No-Frills | 2,4 | 2,5 |
| Prepaid | 3,1 | 3,0 |
Digital - Lifestyle
Neben der Optimierung des Kerngeschäfts Mobilfunk konzentriert sich die freenet Group seit dem Jahr 2013 zunehmend auf den jungen Wachstumsbereich internetbasierter mobiler Anwendungen für private Kunden. Der Bereich Digital-Lifestyle, als Bestandteil des Segments Mobilfunk, umfasst für die freenet Group die Themen Telekommunikation, Internet und Energie sowie alle Services, Anwendungen und Geräte, die über ein mobiles Endgerät mit dem Internet verbunden oder durch dieses steuerbar sind.
Im Fokus der bestehenden Digital-Lifestyle-Strategie stehen der Ausbau und die Erweiterung des heutigen Produkt- und Serviceportfolios auf den Gesamtbereich Digital-Lifestyle unter der konsequenten Nutzung bestehender Stärken und Kompetenzen.
Die freenet Group positioniert sich über Partnerschaften in diesem Wachstumsmarkt, erbringt jedoch keine eigenen Entwicklungsleistungen. Gleichzeitig vergrößert und optimiert der Konzern seine Digital-Lifestyle-Vertriebsoberfläche, insbesondere über die unter der Premiummarke GRAVIS geführten eigenen Stores in 1A-Lagen sowie die freenet digital GmbH, welche moderne, digitale Unterhaltungsformate und Serviceleistungen vermarktet.
Vermögens-, Finanz- und Ertragslage
Umsatz- und Ertragslage
Tabelle 15: Wichtige Kennzahlen des Konzerns
| In TEUR | 2016 | 2015 | Ergebnisveränderung |
|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 3.362.407 | 3.117.892 | 244.515 |
| Rohertrag | 898.737 | 790.417 | 108.320 |
| EBITDA | 438.824 | 370.178 | 68.646 |
| EBITDA exklusive Sunrise | 402.331 | 370.178 | 32.153 |
| EBIT | 298.822 | 298.775 | 47 |
| EBT | 243.956 | 254.691 | -10.735 |
| Konzernergebnis | 2 16 . 420 | 221.460 | - 5.040 |
Die Konzernumsätze erhöhten sich gegenüber dem Vorjahr um 7,8 Prozent von 3.117,9 Millionen Euro auf 3.362,4 Millionen Euro. Dies konnte in erster Linie durch die einbezogenen Umsatzerlöse des Segments TV und Medien in Höhe von 218,9 Millionen Euro sowie durch den gestiegenen Customer-Ownership (31. Dezember 2016: 9,53 Millionen Kunden – Vorjahr: 9,30 Millionen Kunden) bei einem stabilen Postpaid-ARPU (für 2016 wie für das Vorjahr jeweils 21,4 Euro) sowie durch höhere Umsätze im Bereich Hardware erreicht werden.
Die Rohertragsmarge stieg um 1,4 Prozentpunkte auf 26,7 Prozent. Der Rohertrag lag mit 898,7 Millionen Euro um 108,3 Millionen Euro deutlich über dem Niveau des Vorjahres. Beide Entwicklungen stehen in erster Linie im Zusammenhang mit dem neuen Segment TV und Medien, welches mit einem Segment-Rohertrag von 110,8 Millionen Euro zum Rohertrag des Konzerns beitrug.
Die sonstigen betrieblichen Erträge erhöhten sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 9,3 Millionen Euro auf 60,5 Millionen Euro. Diese Entwicklung ist im Wesentlichen auf die einmaligen Erträge aus der Veräußerung von Vermögenswerten aus dem Bereich „mds Repair/Service“ in Höhe von 3,3 Millionen Euro, auf die Zunahme von Erträgen aus Mahn- und Rücklastschriftgebühren sowie auf den erstmaligen Einbezug des Segments TV und Medien (sonstige betriebliche Erträge in Höhe von 3,3 Millionen Euro) zurückzuführen.
Die anderen aktivierten Eigenleistungen resultieren aus selbst erstellter Software und nahmen um 7,3 Millionen Euro auf 18,7 Millionen Euro zu – maßgeblich bedingt durch das Segment TV und Medien mit einem Beitrag von 6,4 Millionen Euro.
Der Personalaufwand erhöhte sich von im Vorjahr 195,2 Millionen Euro um 25,2 Millionen Euro auf 220,4 Millionen Euro in erster Linie aufgrund der angestiegenen Mitarbeiteranzahl im Zusammenhang mit dem neuen Segment TV und Medien, welches einen Personalaufwand in Höhe von 48,2 Millionen Euro auswies. In den Segmenten Mobilfunk und Sonstige/Holding kam es dagegen zu einer Reduzierung der Mitarbeiteranzahl und folglich zu einer Verringerung des Personalaufwandes.
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen stiegen deutlich gegenüber dem Vorjahresniveau um 67,5 Millionen Euro auf 355,4 Millionen Euro an, im Wesentlichen resultierend aus dem Einbezug des Segments TV und Medien (Beitrag von 44,3 Millionen Euro) sowie gestiegener Aufwendungen für Wertberichtigungen auf Forderungen. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen entfallen in beiden Jahren im Wesentlichen auf Marketingkosten, Verwaltungskosten (z.B. Mieten und Nebenkosten der Shops und Verwaltungsgebäude), Aufwendungen für Wertberichtigungen und den Ausfall von Forderungen, Rechts-/Beratungskosten, Aufwendungen für Billing sowie Outsourcing.
Das Ergebnis der nach der Equity-Methode einbezogenen Unternehmen in Höhe von 21,0 Millionen Euro (Vorjahr: 0,2 Millionen Euro) ist nahezu ausschließlich auf den Erwerb der Anteile an der Sunrise Communications Group AG, Zürich, Schweiz, (im Folgenden „Sunrise“ bezeichnet) zurückzuführen. Zum 31. Dezember 2016 wird ein auf die Anteile an der Sunrise entfallendes Ergebnis in Höhe von 13,5 Millionen Euro ausgewiesen, davon 36,5 Millionen Euro aus Anteilen am Konzernüberschuss der Sunrise nach Steuern sowie -15,7 Millionen Euro aus der Folgebilanzierung der Schatten-Kaufpreisallokation.
In die Ermittlung unseres wesentlichen finanziellen Leistungsindikators EBITDA fließen dabei von der Position „Ergebnis der nach der Equity Methode einbezogenen Unternehmen“ wie in der Vergangenheit nur die Ergebnisanteile. Die Abschreibungen aus der Folgebilanzierung der Schatten-Kaufpreisallokation belasten nicht das Konzern-EBITDA.
Das Konzern-EBITDA liegt als Ergebnis der genannten Effekte mit 438,8 Millionen Euro um 68,6 Millionen Euro deutlich über dem Vorjahresniveau von 370,2 Millionen Euro.
Die Abschreibungen und Wertminderungen erhöhten sich gegenüber dem Vorjahr um 52,9 Millionen Euro auf 124,3 Millionen Euro, im Wesentlichen aufgrund des erhöhten Bestandes an Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten durch den Erwerb der Media Broadcast Gruppe sowie der in diesem Zusammenhang durchgeführten Kaufpreisallokation.
Das Zinsergebnis als Saldo der Zinserträge und Zinsaufwendungen wurde im Berichtsjahr mit -54,9 Millionen Euro ausgewiesen (Vorjahr: -44,1 Millionen Euro). Die deutliche Zunahme des Zinsaufwandes um 11,2 Millionen Euro ist hauptsächlich auf die Aufzinsung der Verbindlichkeiten aus dem Rahmenmietvertrag, der als Finanzierungsleasing erfasst wurde, bezüglich der Kaufpreisallokation der Media Broadcast Gruppe zurückzuführen. Wir verweisen in diesem Zusammenhang auf Textziffer 36, Unternehmenserwerbe, des Konzernanhangs.
Damit wurde im Jahr 2016 ein Konzerngewinn vor Steuern in Höhe von 244,0 Millionen Euro erzielt – gegenüber dem Vorjahr (254,7 Millionen Euro) ein Rückgang um 10,7 Millionen Euro.
Die Aufwendungen aus Ertragsteuern verringerten sich gegenüber 2015 um 5,7 Millionen Euro auf 27,5 Millionen Euro. Dabei sind die laufenden Steueraufwendungen gegenüber dem Vorjahr um 2,7 Millionen Euro auf 32,5 Millionen Euro gesunken. Daneben wurden Erträge aus latenten Steuern in Höhe von 5,0 Millionen Euro (Vorjahr: 2,0 Millionen Euro) in dieser Position saldiert. Der Anstieg der Erträge aus latenten Steuern ergibt sich im Wesentlichen aus temporären Differenzen auf die zusätzlichen Abschreibungen im Zusammenhang mit der Kaufpreisallokation zum Erwerb der Media Broadcast Gruppe.
In der Folge sank der Konzerngewinn nach Steuern von im Vorjahr erzielten 221,5 Millionen Euro um 5,0 Millionen Euro auf 216,4 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2016.
Vermögens- und Finanzlage
Tabelle 16: Ausgewählte Bilanzzahlen des Konzerns
Aktiva
| in Mio. EUR | 31.12.2016 |
|---|---|
| Langfristiges Vermögen | 3.421,0 |
| Kurzfristiges Vermögen | 863,8 |
| Bilanzsumme | 4.2 84 , 8 |
| in Mio. EUR | 31.12.201 5 |
| Langfristiges Vermögen | 1.916,7 |
| Kurzfristiges Vermögen | 807,3 |
| Bilanzsumme | 2.724,0 |
| Passiva | |
| in Mio. EUR | 31.12.2016 |
| Eigenkapital | 1.402,3 |
| Langfristige und kurzfristige Schulden | 2.882,5 |
| Bilanzsumme | 4.284,8 |
| in Mio. EUR | 31.12.201 5 |
| Eigenkapital | 1.379,0 |
| Langfristige und kurzfristige Schulden | 1.345,0 |
| Bilanzsumme | 2.724,0 |
Die Bilanzsumme zum 31. Dezember 2016 beträgt 4.284,8 Millionen Euro und hat sich im Zuge der Erwerbe der Anteile an der Media Broadcast Gruppe und der Sunrise gegenüber dem Vorjahr (2.724,0 Millionen Euro) um 1.560,7 Millionen Euro bzw. 57,3 Prozent erhöht.
Die Aktivseite ist durch die Zunahme des langfristigen Vermögens um 1.504,3 Millionen Euro auf 3.421,0 Millionen Euro geprägt. Dies ist unter anderem auf den Erwerb von 24,56 Prozent der Anteile an der Sunrise zurückzuführen. Als assoziiertes Unternehmen wird der Anteilsbesitz an der Sunrise zu einem Buchwert von 743,1 Millionen Euro in der Position „Nach der Equity-Methode einbezogene Unternehmen“ ausgewiesen. An dieser Stelle verweisen wir auf Textziffer 17.1, assoziierte Unternehmen, des Konzernanhangs. Die deutliche Zunahme der immateriellen Vermögenswerte, des Goodwills sowie der Sachanlagen steht in erster Linie im Zusammenhang mit dem Erwerb von 100 Prozent der Geschäftsanteile an der Media Broadcast Gruppe im März 2016. Wir verweisen hierzu auf unsere Ausführungen in Textziffer 36, Unternehmenserwerbe, des Konzernanhangs.
Im kurzfristigen Vermögen ist der Anstieg der Flüssigen Mittel um 48,4 Millionen Euro auf 318,2 Millionen Euro hervorzuheben. Während dem Konzern 2016 aus der laufenden Geschäftstätigkeit Mittel in Höhe 389,6 Millionen Euro zuflossen, flossen aus der Investitionstätigkeit Mittel in Höhe von 862,4 Millionen Euro ab sowie aus der Finanzierungstätigkeit Mittel in Höhe von 521,2 Millionen Euro zu.
Auf der Passivseite kam es zu einem erneuten Anstieg des Eigenkapitals. Zum 31. Dezember 2016 betrug das Eigenkapital 1.402,3 Millionen Euro (31. Dezember 2015: 1.379,0 Millionen Euro). Die Erhöhung um 23,2 Millionen Euro resultiert zu 216,4 Millionen Euro aus dem erzielten Konzernjahresüberschuss 2016 sowie zu -198,4 Millionen Euro aus der im Jahr 2016 für das Geschäftsjahr 2015 vorgenommenen Dividendenausschüttung.
Damit sank die Eigenkapitalquote zum 31. Dezember 2016 auf 32,7 Prozent nach 50,6 Prozent zum Vorjahresstichtag.
Die Summe der langfristigen und kurzfristigen Schulden erhöhte sich um 1.537,5 Millionen auf 2.882,5 Millionen Euro.
Dabei erhöhten sich die Finanzschulden zum 31. Dezember 2016 als weiterhin größte Position innerhalb der langfristigen und kurzfristigen Schulden von 638,9 Millionen Euro im Vorjahr auf 1.734,2 Millionen Euro. Der Anstieg der langfristigen Finanzschulden um 1.455,5 Millionen Euro auf 1.673,9 Millionen Euro ist im Wesentlichen auf die Platzierung von zwei Schuldscheindarlehen im Februar und Oktober 2016 über ein Gesamtvolumen von nominal 910,0 Millionen Euro (Buchwert zum 31. Dezember 2016: 905,2 Millionen Euro) sowie auf die zweite Tranche des syndizierten Bankdarlehens in Höhe von nominal 610,0 Millionen Euro (Buchwert zum 31. Dezember 2016: 604,6 Millionen Euro) zurückzuführen. Die Abnahme der kurzfristigen Finanzschulden um 360,2 Millionen Euro auf 60,3 Millionen Euro ist überwiegend bedingt durch die fristgerechte Rückzahlung der Unternehmensanleihe im April 2016 über ein Nominalvolumen von 400,0 Millionen Euro.
Die Nettofinanzschulden erhöhten sich zum 31. Dezember 2016 auf 725,8 Millionen Euro (31. Dezember 2015: 369,2 Millionen Euro). Bei dieser Kennzahl werden die Finanzschulden um die flüssigen Mittel sowie um den Anteil am Börsenwert der Sunrise zum 31. Dezember 2016 (11.051.578 Aktien multipliziert mit dem Schlusskurs von 62,45 Euro – Quelle: Bloomberg) vermindert. Damit hat sich der Verschuldungsfaktor als Quotient von Nettoverschuldung und EBITDA von 1,0 im Jahr 2015 auf 1,7 im Jahr 2016 deutlich erhöht. Wir verweisen in diesem Zusammenhang auf unsere Ausführungen im Kapitel „Finanzmanagement“ dieses Konzernlageberichts.
Die deutliche Erhöhung diverser anderer Positionen innerhalb der langfristigen und kurzfristigen Schulden, wie z.B. der übrigen Verbindlichkeiten und Abgrenzungen um 254,6 Millionen Euro, der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen um 72,0 Millionen Euro (darin enthalten: Verbindlichkeiten aus dem Rahmenmietvertrag, der als Finanzierungsleasing erfasst wurde), der anderen Rückstellungen um 59,8 Millionen Euro sowie der Pensionsrückstellungen um 41,4 Millionen Euro sind überwiegend auf die erstmalige Einbeziehung der Media Broadcast Gruppe zurückzuführen. Wir verweisen hierzu auf unsere Ausführungen in Textziffer 36, Unternehmenserwerbe, des Konzernanhangs.
Liquiditätslage
Tabelle 17: Wichtige Cashflow-Kennzahlen des Konzerns
| In Mio. EUR | 2016 | 2015 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit | 389,6 | 314,9 | 74,7 |
| Cashflow aus Investitionstätigkeit | -862,4 | -28,5 | -834,0 |
| Cashflow aus Finanzierungstätigkeit | 521,2 | -128,7 | 649,9 |
| Veränderung des Finanzmittelfonds | 48,4 | 157,8 | -109,4 |
| Free Cashflow 1 | 341,5 | 284,5 | 57,0 |
1 Zur Definition des Free Cashflows siehe Abschnitt „Alternative Leistungskennzahlen“
Gegenüber der Vergleichsperiode erhöhte sich der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit um 74,7 Millionen Euro auf 389,6 Millionen Euro. Das EBITDA hat sich, ohne den Einbezug der nicht zahlungswirksamen Ergebnisanteile aus dem assoziierten Unternehmen Sunrise in Höhe von 36,5 Millionen Euro, gegenüber dem Vorjahr um 32,2 Millionen Euro erhöht. Im Geschäftsjahr 2016 erhielt die freenet AG eine Dividendenzahlung in Höhe von 30,1 Millionen Euro aufgrund der in der Generalversammlung der Sunrise vom 15. April 2016 beschlossenen Ausschüttung von 3,00 CHF je Aktie. Das Net Working Capital (Nettoumlaufvermögen) erhöhte sich in 2016 um 3,8 Millionen Euro, während es im Vorjahr um 10,3 Millionen Euro angestiegen war. Der Anstieg des Net Working Capitals in 2016 um 3,8 Millionen Euro erklärt sich überwiegend aus dem planmäßigen zahlungswirksamen Abbau von Verbindlichkeiten und Abgrenzungen gegenüber Vertriebspartnern aus Vertriebsrechten um 25,0 Millionen Euro. Als wesentlicher Gegeneffekt wirkte das im Vergleich zum 31. Dezember 2015 um 22,8 Millionen Euro höhere Volumen aus dem Factoring von Handy-Optionsforderungen – wir verweisen in diesem Zusammenhang auf Textziffer 34.6, Übertragung von finanziellen Vermögenswerten, des Konzernanhangs.
Zudem resultierten im Geschäftsjahr 2016 Netto-Zahlungsmittelabflüsse über 40,0 Millionen Euro (Vorjahr: 44,3 Millionen Euro) aus Ertragssteuerzahlungen beziehungsweise -erstattungen.
Im Geschäftsjahr 2016 entwickelte sich der Cashflow aus Investitionstätigkeit gegenüber dem Vorjahreszeitraum von -28,5 Millionen Euro auf -862,4 Millionen Euro. Dafür waren in erster Linie die in Höhe von 738,9 Millionen Euro abgeflossenen Mittel für den Erwerb von 24,56 Prozent der Anteile an der Sunrise verantwortlich, die unter den Auszahlungen für den Erwerb von nach der Equity-Methode einbezogenen Unternehmen ausgewiesen werden.
Die Auszahlungen für den Erwerb von Tochterunternehmen betreffen den Erwerb von 100 Prozent der Geschäftsanteile an der Media Broadcast Gruppe – hierfür wurden im Geschäftsjahr 2016 101,7 Millionen Euro ausgezahlt, während dem Konzern über die Erstkonsolidierung der Media Broadcast Gruppe zum 18. März 2016 liquide Mittel in Höhe von 25,1 Millionen Euro zugingen – somit ergaben sich Auszahlungen für den Erwerb von Tochterunternehmen in Höhe von 76,6 Millionen Euro.
Die Zahlungsmittelabflüsse für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte des Anlagevermögens sowie in Sachanlagen, saldiert mit den Zahlungseingängen aus dem Abgang solcher Vermögenswerte, sind in 2016 gegenüber dem Vorjahr um 17,7 Millionen Euro von 30,4 Millionen Euro auf 48,1 Millionen Euro gestiegen. Die zahlungswirksamen Investitionen wurden vollständig aus Eigenmitteln finanziert und betrafen im Wesentlichen die Sachanlagen der Media Broadcast Gruppe. Die Einzahlungen aus dem Abgang von Vermögenswerten resultierten überwiegend aus Sale-and-Leaseback-Transaktionen der Media Broadcast Gruppe in Höhe von 12,7 Millionen Euro.
Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit entwickelte sich gegenüber der Vergleichsperiode des Vorjahres von -128,7 Millionen Euro auf 521,2 Millionen Euro.
Zur Finanzierung der getätigten Transaktionen und zur Refinanzierung der in 2016 endfälligen Unternehmensanleihe sind dem Konzern im Geschäftsjahr 2016 durch die Aufnahme von zwei Schuldscheindarlehen und einem syndizierten Bankdarlehen Mittel in Höhe von 1.853,6 Millionen Euro zugeflossen. In diesem Zusammenhang verweisen wir auf Textziffer 29, Finanzschulden, des Konzernanhangs.
Die Auszahlungen aus der Tilgung von Finanzschulden über 1.047,3 Millionen Euro setzen sich im Wesentlichen aus der Rückzahlung der Unternehmensanleihe mit einem Volumen von 400,0 Millionen Euro, der Tilgung von Teilen des syndizierten Bankdarlehens in Höhe von 350,0 Millionen Euro sowie der Ablösung von Gesellschafter- und Bankdarlehen der Media Broadcast Gruppe in Höhe von 297,2 Millionen Euro zusammen.
Die Dividendenzahlungen haben den Cashflow aus Finanzierungstätigkeit im abgelaufenen Geschäftsjahr mit 198,4 Millionen Euro (Vorjahr: 192,0 Millionen Euro) belastet.
In 2016 wurden Zinszahlungen, hauptsächlich aufgrund der Neufinanzierung, in Höhe von 68,1 Millionen Euro ausgewiesen, was gegenüber dem Vorjahr einem Anstieg um 33,3 Millionen Euro entspricht.
Darüber hinaus ergaben sich Zahlungen in Höhe von 18,6 Millionen Euro betreffend den im Zuge der Kaufpreisallokation als Finanzierungsleasing eingestuften Rahmenmietvertrag der Media Broadcast Gruppe. Wir verweisen an dieser Stelle auf Textziffer 27, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, übrige Verbindlichkeiten und Abgrenzungen, des Konzernanhangs.
Der Free Cashflow belief sich im Geschäftsjahr 2016 auf 341,5 Millionen Euro. Gegenüber 2015 konnte er somit um 57,0 Millionen Euro gesteigert werden.
Nachtragsbericht
Nach dem Bilanzstichtag haben sich keine Ereignisse von wesentlicher Bedeutung für den freenet Konzern ergeben. In diesem Zusammenhang verweisen wir auch auf Textziffer 38 des Konzernanhangs.
Chancen- und Risikobericht
Chancenbericht
Zur Steuerung und Überwachung des laufenden Geschäfts hat der Vorstand ein umfangreiches monatliches Berichtswesen aufgebaut, das sowohl die finanziellen als auch die nicht finanziellen Leistungsindikatoren im freenet Konzern umfasst. In regelmäßigen Besprechungsterminen mit allen relevanten Geschäftsbereichen informiert sich der Vorstand zeitnah über die operativen Entwicklungen. Zusätzlich werden in diesen Besprechungsterminen aktuelle Themen diskutiert und zukünftige in- und externe Entwicklungen, Maßnahmen sowie potentielle Chancen besprochen. Die Identifikation, Analyse und Kommunikation der Chancen sowie deren Nutzung stellt eine unternehmerische (Führungs-)Aufgabe dar, die vom Vorstand, den Verantwortlichen der einzelnen Unternehmensbereiche sowie den jeweiligen Entscheidungsträgern in ständiger Kommunikation ausgeübt wird.
Die freenet AG stellt an sich selbst den Anspruch, in allen Bereichen des Digital-Lifestyles eine Vorreiterrolle einzunehmen und diese erfolgreich zu verteidigen. Daher haben die freenet AG und ihre Tochtergesellschaften die Strategie mit einer Fokussierung auf mobile Sprach- und Datendienste sowie der Vermarktung von Digital-Lifestyle-Produkten umsichtig und dennoch konsequent fortgesetzt. Im Rahmen der Vermarktung von Smartphones und Flatrate-Tarifen standen vor allem die Kundenqualität sowie die Stabilisierung der Vertragskundenbasis im Fokus des unternehmerischen Handelns.
Das vorhandene Produkt- und Serviceportfolio im Digital-Lifestyle-Geschäft wurde kontinuierlich ausgebaut.
Zu den relevanten Bereichen zählen hier Produkte im Bereich E-Health, Datensicherheit sowie App-basierte Anwendungen. Zu nennen sind hier etwa die SmartCare Produkte „Withings Aura“ und „Gymondo“ sowie „Norton Security Online“ im Bereich Sicherheit.
Im Bereich des Digital-Lifestyles ist die freenet AG somit breiter aufgestellt als je zuvor. Als größter netzunabhängiger Mobilfunk-Service-Provider wird die freenet AG auch zukünftig im Digital-Lifestyle-Geschäft diesen erfolgreichen Weg weiter ausbauen und Chancen vor dem Hintergrund einer strikten Stakeholder-Value-Orientierung nutzen.
Externe Chancen sieht die freenet AG insbesondere in folgenden Marktentwicklungen:
| • | Wachsende Bereitschaft der Kunden, für Mobilfunkendgeräte zu zahlen, |
| • | Fortsetzung des Trends zur mobilen Internet- und Datennutzung über Smartphone, Tablet und PC, |
| • | Trend zu höherpreisigen Endgeräten (Smartphones) und eine damit verbundene höhere Nutzung von Flatrate-Produkten, |
| • | Trend zur Vernetzung von Produkten („Internet der Dinge“ sowie „integrierte Produktwelten“). |
Die Auswirkungen der verstärkten mobilen Internet- und Datennutzung sowie die damit verbundene Hinwendung zu höherpreisigen Flatrate-Produkten könnten darüber hinaus zu einem höheren Anstieg des Customer-Ownerships führen als erwartet, wenngleich Letzteres insgesamt eher als gering wahrscheinlich eingeschätzt wird.
Mit der Akquisition der Media Broadcast Gruppe und der Beteiligung an der EXARING AG hat die freenet AG ferner den Markteintritt in das neue Geschäftsfeld TV und Medien vollzogen. Der Einstieg in das neue Geschäftsfeld des terrestrischen und internetbasierten Fernsehens eröffnet dem Unternehmen die Möglichkeit, sich im Bereich Digital-Lifestyle weiter zu diversifizieren und neue Wachstumspotenziale und Erlösquellen zu erschließen. Darin sieht das Unternehmen die Chance, sich neben dem Kerngeschäft Mobilfunk ein weiteres relevantes Standbein aufzubauen.
All dies könnte sich positiv auf die erwartete Entwicklung der Umsatzerlöse, des EBITDA und des Free Cashflows auswirken.
Interne Chancen für die freenet AG könnten sich vor allem ergeben aus:
| • | der Prüfung und Implementierung strategischer Optionen im Bereich Mobilfunk, Digital-Lifestyle und TV |
| • | der kontinuierlichen Intensivierung der Geschäftsbeziehungen mit Lieferanten zur Stabilisierung der bestehenden und zur Entwicklung von neuen Konditionenmodellen, |
| • | der Festigung und der konsequenten Weiterentwicklung der IT-Systeme zur weiteren Erhöhung der Kundenzufriedenheit, |
| • | dem Ausbau der Vertriebsstärke durch die Ausweitung bestehender Vertriebskanäle (Multi-Channel-Ansatz) und die Nutzung bestehender sowie neuer Vertriebskooperationen und -partnerschaften, |
| • | der weiteren Steigerung der Shop-Performance auch durch Vermarktung zusätzlicher Produkte, |
| • | der Implementierung und Vermarktung neuer Produkte im Bereich Digital-Lifestyle und TV, |
| • | der verstärkten Etablierung der Marken klarmobil, freenetmobile, callmobile und debitel light im stetig wachsenden Discount-Markt, um an dessen Wachstum noch stärker zu partizipieren und |
| • | der kontinuierlichen Prozess- und Qualitätsverbesserung zur nachhaltigen Senkung der Kostenstrukturen. |
Aus der Prüfung und Implementierung von strategischen Optionen in den Bereichen Mobilfunk und Digital-Lifestyle, der Implementierung und Vermarktung neuer innovativer Produkte sowie dem Ausbau der eigenen Vertriebsstärke könnte ein positiver Effekt auf die Entwicklung der zugrunde gelegten finanziellen Leistungsindikatoren resultieren und unsere Erwartungen mithin übertreffen. Gleichsam könnten eine Erhöhung der Vertriebsstärke und Kundenzufriedenheit dazu führen, dass sich der Customer-Ownership positiver entwickelt als prognostiziert. Die Wahrscheinlichkeit hierfür wird jedoch eher als gering wahrscheinlich eingeschätzt.
Neben der bereits etablierten Hauptmarke mobilcom-debitel könnten sich insbesondere auch die No-Frills-Marken klarmobil, freenetmobile, callmobile und debitel light zunehmend stärker am Markt etablieren, wodurch eine höhere Marktdurchdringung als bisher erwartet erreicht werden könnte.
Anfang Juni 2016 wurden seitens der klarmobil einige Tarifangebote restrukturiert. Ehemals temporäre Sonderaktionen wurden in eine feste Allnet-Tarifgruppe überführt. Hierdurch erhält der Kunde für den gleichen Monatsgrundpreis umfangreichere Leistungen – insbesondere ein höheres Datenvolumen und eine schnellere Surfgeschwindigkeit. Sollten die Marken stärker als erwartet am stetig wachsenden Discount-Markt partizipieren, könnte dies sowohl zu höheren Umsatzerlösen als auch Ergebnisbeiträgen und Free Cashflows führen als bisher prognostiziert.
Das strategische Zusammenwirken von Mobilfunkdienstleistungen und Digital-Lifestyle-Anwendungen wurde weiter forciert. Diese konzernpolitische Ausrichtung der Aktivitäten wird auch zukünftig konsequent verfolgt werden, da der Trend zur fortschreitenden Digitalisierung und Vernetzung von Produkten und Dienstleistungen weiter anhalten wird. Vor diesem Hintergrund werden in Bezug auf die Erbringung von Leistungen im Bereich Digital-Lifestyle weiterhin Wachstumschancen, Synergiepotenziale sowie Chancen für neue strategische Partnerschaften gesehen. Dadurch könnten zukünftig positivere Beiträge zu den zugrunde gelegten finanziellen Leistungsindikatoren generiert werden als bisher erwartet. Die Bedeutung der strategischen Transformation vom reinen Mobilfunkspezialisten zum Digital-Lifestyle-Provider wird vor diesem Hintergrund zukünftig voraussichtlich weiter zunehmen.
Sollten die aus der kontinuierlichen Prozess- und Qualitätsverbesserung resultierenden Maßnahmen und Effizienzsteigerungen zur nachhaltigen Senkung der Kostenstrukturen positiver ausfallen als erwartet, könnte sich dies in den kommenden Jahren positiver auf die Höhe der Sachgemein- und Personalkosten und mithin auf das EBITDA sowie den Free Cashflow auswirken als bisher budgetiert.
Gesamtwürdigung der Chancenlage
Durch die regelmäßige Überwachung der internen und externen Chancen durch das monatliche Berichtswesen sowie der Kommunikation in den Besprechungsterminen ist die Unternehmensleitung in der Lage, der ihr obliegenden unternehmerischen (Führungs-)Aufgabe nachzukommen und mithin durch die Nutzung von Chancen einen positiven Beitrag zur operativen als auch strategischen Sicherung des Unternehmenserfolgs zu leisten.
Es wurden sowohl externe als auch interne Chancen identifiziert, die im Vergleich zum Vorjahr grundsätzlich unverändert bestehen. Die Bedeutung der aufgezeigten Chancen sowie die daraus resultierenden positiven Auswirkungen auf die prognostizierten finanziellen und nicht finanziellen Leistungsindikatoren und somit auf die Entwicklung der freenet AG insgesamt, werden zusammenfassend als gering eingestuft. Die Unternehmensleitung erwartet daher die im Ausblick prognostizierte, positive Entwicklung des Geschäftsverlaufs.
Risikomanagementsystem
Zur Gewährleistung des langfristigen Fortbestands der freenet AG kommt einem effizienten Risikomanagementsystem eine maßgebliche Bedeutung zu. Das Risikomanagementsystem in der freenet AG wird ausschließlich auf Risiken, nicht hingegen auf Chancen angewendet. Dabei soll sichergestellt werden, dass Risiken für die zukünftige Entwicklung des Unternehmens frühzeitig von allen Führungskräften im Konzern erkannt und in systematischer, nachvollziehbarer Weise an die zuständigen Entscheidungsträger im Unternehmen kommuniziert werden. Durch die rechtzeitige Kommunikation von Risiken an die verantwortlichen Entscheidungsträger soll gewährleistet werden, dass angemessene Maßnahmen zum Umgang mit den erkannten Risiken ergriffen und hierdurch Schäden von unserem Unternehmen, unseren Mitarbeitern und unseren Kunden abgewendet werden.
Dazu hat der Vorstand der freenet AG innerhalb des Konzerns ein effizientes Risikofrüherkennungs-, Überwachungs- und Steuerungssystem eingerichtet, in welches auch die Tochtergesellschaften eingebunden sind. Das System wird im Rahmen des gesetzlichen Prüfungsauftrags für den Jahres- und Konzernabschluss durch den Abschlussprüfer geprüft, ob es geeignet ist, Entwicklungen, die den Fortbestand der Gesellschaft gefährden, frühzeitig zu erkennen. Das Risikofrüherkennungssystem entspricht den gesetzlichen Anforderungen. Die Systeme und Methoden des Risikomanagementsystems sind integrativer Bestandteil der generellen Aufbau- und Ablauforganisation der freenet AG.
Grafik 10: Aufbau- und Ablauforganisation des Risikomanagementsystems der freenet AG

Mindestens halbjährlich erfassen bzw. aktualisieren die einzelnen Fachbereiche der freenet AG und die freenet Tochterunternehmen bestehende und etwaige neue Risiken, die eine definierte Wesentlichkeitsgrenze übersteigen, in formalisierten Risikoberichten (Risikoidentifikation). In den Risikoberichten werden die spezifischen Risiken beschrieben und auf ihre Eintrittswahrscheinlichkeit sowie ihre Auswirkungen auf das Unternehmen anhand standardisierter Kriterien untersucht (Risikoanalyse und -bewertung).
Die Bewertung der Risiken erfolgt innerhalb der freenet AG nach dem Nettoprinzip, bei dem das Risiko inklusive der reduzierenden Einflüsse von durchgeführten Gegenmaßnahmen betrachtet wird. Für die Bewertung der Risiken werden die Kriterien „Eintrittswahrscheinlichkeit“ und „erwartetes Schadensausmaß“ herangezogen. Dabei werden Risiken mit geringer (<50 Prozent), mittlerer (50 bis 75 Prozent) und hoher (>75 Prozent) Eintrittswahrscheinlichkeit systematisch voneinander unterschieden und kategorisiert. Hinsichtlich der Höhe des erwarteten Schadensausmaßes aus einem Risiko wird zwischen unwesentlichen (<1,0 Millionen Euro), geringen (1,0 bis 2,5 Millionen Euro), mittleren (2,5 bis 10,0 Millionen Euro) und hohen (>10,0 Millionen Euro) erwarteten Schäden unterschieden. Aus der Kombination der Eintrittswahrscheinlichkeit und der Höhe des erwarteten Schadensausmaßes ergibt sich die Einteilung hinsichtlich der Bedeutung der Risiken in die Kategorien „unwesentlich“, „gering“, „mittel“, „hoch“ sowie „wesentlich“. Diese Risikokategorien sind in der folgenden Abbildung dargestellt.
Grafik 11: Risikomatrix der freenet AG

Basierend auf den kommunizierten Ergebnissen der Risikoanalyse und -bewertung werden verschiedene Handlungsalternativen im Rahmen der allgemeinen Unternehmenssteuerung ergriffen, um angemessen auf die identifizierten Risiken reagieren zu können (Risikosteuerung und -überwachung). Die einzelnen Risikoberichte werden zu einem Konzernrisikobericht zusammengefasst und an den Vorstand weitergeleitet. Auch zwischen den Standard-Meldezeitpunkten werden Risiken direkt nach ihrer Identifikation erfasst, analysiert, bewertet und gesteuert sowie bei entsprechender Größenordnung unmittelbar an den Vorstand und den Aufsichtsrat berichtet (Risikokommunikation).
Der Vorstand hat in einem Leitfaden, der kontinuierlich ergänzt und verbessert wird, die wesentlichen Risikokategorien für den Konzern definiert, eine Strategie zum Umgang mit den Risikokategorien erarbeitet und die Verteilung der Aufgaben und Verantwortlichkeiten innerhalb des Risikomanagementsystems im Konzern dokumentiert. Dieser Leitfaden ist den Mitarbeitern bekannt und entwickelt deren Risikobewusstsein gezielt weiter (Teil der Risikokommunikation).
Die Methoden und Systeme des Risikomanagements werden ständig überprüft, weiterentwickelt und angepasst. Dabei wirkt die interne Revisionsabteilung der freenet AG unterstützend, wobei die regelmäßigen Prüfungen der Risikoberichterstattung den Schwerpunkt bilden. Der Aufsichtsrat, hier insbesondere der Prüfungsausschuss der freenet AG, überwacht aufgrund aktienrechtlicher Bestimmungen die Wirksamkeit des Risikomanagementsystems. Der Aufsichtsrat wird durch regelmäßige Berichterstattung und, soweit erforderlich, durch eine aktuelle Berichterstattung des Vorstands eingebunden (prozessunabhängige Risikoüberwachung).
Neben dem Risikomanagementsystem hat die Unternehmensleitung zur Steuerung und Überwachung des laufenden Geschäfts ein umfangreiches monatliches Berichtswesen aufgebaut, das sowohl die finanziellen als auch die nicht finanziellen Leistungsindikatoren im Konzern umfasst. In regelmäßigen Besprechungsterminen mit allen relevanten Geschäftsbereichen informiert sich der Vorstand zeitnah über die operativen Entwicklungen. Zusätzlich werden in diesen Besprechungsterminen aktuelle Themen diskutiert und zukünftige Maßnahmen besprochen (Teil der Risikokommunikation).
Risikobericht
In diesem Abschnitt werden die Risiken dargestellt, welche die Vermögens-, Finanz- oder Ertragslage der freenet AG beeinflussen könnten. Es erfolgt eine Einteilung in die Kategorien Marktrisiken, IT-Risiken, steuerliche Risiken und finanzielle Risiken. Die einzelnen Risiken werden gemäß ihrer Rangfolge in den jeweiligen Kategorien genannt.
Der Mobilfunkbereich ist sowohl umsatz- als auch ergebnisbezogen das mit Abstand bedeutendste Segment im freenet Konzern. Entsprechend resultieren auch die maßgeblichen Marktrisiken aus diesem Bereich und werden daher im Folgenden vorwiegend auf dieses Segment bezogen dargestellt. Die Risikoeinschätzung für die übrigen Kategorien gilt grundsätzlich für alle Segmente. Wesentliche Unterschiede zwischen den Segmenten in Bezug auf die Risikoeinschätzung werden als solche gesondert genannt.
Marktrisiken
Wettbewerbsintensive Märkte
Die Telekommunikationsmärkte sind weiterhin durch intensiven Wettbewerb geprägt. Dies kann zum einen zu Einbußen bei den Umsatzerlösen und zum Verlust von Marktanteilen sowie zu Margendruck in den jeweiligen Geschäftsbereichen führen und/oder den Gewinn von Marktanteilen erschweren.
Weiterhin können höhere Aufwendungen für die Gewinnung neuer Kunden bei gleichzeitig sinkenden Erlösen und einer kundenseitig hohen Wechselbereitschaft die Folge des starken Wettbewerbs sein. Hierdurch könnten sich die prognostizierten umsatzbasierten Kennzahlen, Ergebnisgrößen sowie der Free Cashflow möglicherweise leicht negativer entwickeln als bisher erwartet. Um sich gegenüber den Wettbewerbern zu behaupten, muss die freenet AG ihre Produkte und Services weiterhin attraktiv gestalten und diese erfolgreich vermarkten sowie Kundenbindungsmaßnahmen durchführen. Außerdem muss die freenet AG agil auf die Geschäftsentwicklung der Konkurrenz reagieren und neue Kundenbedürfnisse antizipieren. Darin liegt ein mittleres Risiko für die Erreichung der Ziele der Gesellschaft.
Netzbetreiber
Bonuszahlungen und Provisionen seitens der Netzbetreiber sind Bestandteil der Erträge der freenet AG. Eine Reduzierung dieser Netzbetreiber-Prämien kann zu einem höheren Kapitalbindungs- und Vermarktungsrisiko führen. Diese Tatsache stellt ein mittleres Risiko für die freenet AG dar. Das Risiko versucht die freenet AG dadurch zu minimieren, dass die Gesellschaft flexible Einkaufskonditionen verhandelt sowie ein laufendes Monitoring der Zielerreichung bei den Prämienzahlungen durchführt und gegebenenfalls nachverhandelt.
Die Margen im Mobilfunk-Service-Provider-Geschäft sind wesentlich durch die Netzbetreiber und deren Gestaltung der Tarifmodelle bedingt. Hierdurch werden, beispielsweise durch Tarifwechselbeschränkungen, die Gestaltungsmöglichkeiten innerhalb der Tarifmodelle eingeschränkt. Dennoch findet eine laufende Prüfung der Implementierung weiterer mengenbasierter Einkaufsmodelle im Postpaid- sowie im Prepaidbereich statt. Das Risiko wird seitens der freenet AG als gering eingestuft.
Die Netzbetreiber vertreiben ihre Produkte zunehmend selbst und drängen Mobilfunk-Service-Provider aus dem Markt („shift to direct“). Hinzu kommt, dass die Netzbetreiber aufgrund ihrer Geschäftsstruktur im Vertrieb zum Teil bessere Konditionen bieten können als die Mobilfunk-Service-Provider. Dies könnte wiederum zum Verlust von Vertriebswegen und Kunden führen. Dieser Umstand stellt für die freenet AG ein geringes Risiko dar.
Als Gegenmaßnahme schließt die freenet AG mit den wichtigen Vertriebspartnern langfristige Verträge und bietet ihnen attraktive Anreizsysteme (z.B. Airtime-Modelle). Eine zusätzliche Möglichkeit, bestehende Vertriebskanäle zu erhalten bzw. auszubauen, liegt in der Gewinnung von weiteren Franchisepartnern.
Der Zusammenschluss der beiden Netzbetreiber O2 und E-Plus könnte zu einem verminderten Wettbewerb zwischen den verbleibenden Mobilfunkgesellschaften („MNOs“) und einer einhergehenden Schwächung des Service-Provider-Modells führen. Dies könnte sich unter anderem in einer Verringerung der Marge äußern. Ferner besteht die Gefahr eines koordinierten Verhaltens der drei nach dem Zusammenschluss übrig gebliebener Netzbetreiber zu Lasten aller Service-Provider. Ein koordiniertes Verhalten dieser drei Netzbetreiber könnte dazu führen, dass deren Verhandlungsbereitschaft abgeschwächt wird und es für die freenet AG schwieriger wird, positive Verhandlungsergebnisse zu erzielen. Die von Telefónica Deutschland an einen anderen Marktteilnehmer ohne eigenes Mobilfunknetz abgegebene Netzkapazität wird voraussichtlich recht aggressiv vermarktet werden. Auf der Habenseite wurden bestehende Verträge bis 2025 verlängert, wodurch die freenet AG eine gewisse Absicherung erfährt. Für den Fall, dass es zu marktweiten Konditionenkürzungen käme, würden die Konditionen für die Vertriebspartner angepasst. Das Risiko wird seitens der freenet AG als unwesentlich eingestuft.
Die Netzbetreiberrisiken, alleine oder in Kombinationen, könnten sich auf die prognostizierten Ergebnisgrößen sowie den Free Cashflow negativer auswirken, als dies bisher erwartet wird.
Kauf von Unternehmen
Die freenet AG hat in der Vergangenheit Unternehmenskäufe getätigt. Es besteht das mittlere Risiko, dass sich das operative Geschäft dieser Beteiligungen nicht erwartungsgemäß entwickelt und somit unter anderem das Wachstum des Geschäftsbereichs Digital-Lifestyle unter den Erwartungen und mithin unter den prognostizierten Ergebnissen und des Free Cashflows bleibt. Im Rahmen des Managementreports findet daher ein regelmäßiges Monitoring der Beteiligungsentwicklung statt, das darauf abzielt, sofort Gegenmaßnahmen einzuleiten, falls Planabweichungen vorliegen sollten.
Übernahme der Media Broadcast Gruppe
Aus der im ersten Quartal 2016 erfolgten Übernahme ergeben sich für die Gesellschaft verschiedene Risiken. Zum 31. Dezember 2016 hat die freenet AG die aktuelle UKW-Regelung der Bundesnetzagentur als mittleres Risiko gesehen. Diese Regelung hätte zu einer Intensivierung und Förderung des Wettbewerbs führen können, wodurch sich in diesem Bereich Marktanteils-, Umsatz- und Ergebnisverluste hätten ergeben können. Jedoch ist die UKW-Regulierung für die neue Entgeltperiode bis 03/2019 mittlerweile weitgehend abgeschlossen. Es ergaben sich keine wesentlichen Änderungen zu den Planungsannahmen. Einem möglichen weiteren Kundenverlust wurde im Rahmen der Planung bereits ausreichend Rechnung getragen.
Weiterhin könnte die kundenseitige Nachfrage des Produkts freenet TV geringer ausfallen als erwartet. Dies stellt für die freenet ein mittleres Risiko dar.
Terminierungsentgelte
Eine weitere Absenkung der so genannten Terminierungsentgelte durch die Bundesnetzagentur könnte im Markt die Umsätze pro Kunde stärker reduzieren als erwartet. Aufgrund der in der Vergangenheit bereits durchgeführten Absenkungen ist das Risiko allerdings gering. Es findet eine permanente Beobachtung des Regulierungsumfelds durch die freenet AG statt.
Gesetze und Regulierung
Aufgrund von gesetzlichen Änderungen, Eingriffen von Regulatoren oder auch durch gerichtliche Grundsatzentscheidungen könnten sich Auswirkungen auf die Tarifstruktur und die Möglichkeit, Kundenforderungen geltend zu machen, ergeben. Dies könnte sich zum einen negativ auf die Höhe der prognostizierten Umsatzerlöse und zum anderen auf die Höhe des Free Cashflows auswirken. Die Auswirkungen von einzelnen Entscheidungen oder rechtlichen Änderungen können für sich genommen nicht wesentlich sein, so dass das Risiko insgesamt als gering eingestuft werden kann. Die freenet AG begegnet dem Risiko durch ein regelmäßiges Monitoring der Entwicklungen seitens der Regulatoren bzw. durch das Verfolgen des Ausgangs gerichtlicher Entscheidungen.
Regelung des EU-Roaming
Aus der Umsetzung der neuen EU-Roaming-Richtlinie („roam like at home“) resultiert das Risiko, dass die Netzbetreiber trotz fehlender Endkundenumsätze Wholesale-Kosten für die Roamingleistung berechnen. Dem Risiko wird begegnet, indem mit den Netzbetreibern Verhandlungen für die kostenneutrale Umsetzung der Roaming-Regelungen geführt werden. Die freenet AG stuft das Risiko als gering ein.
IT-Risiken
Datendiebstahl und Hackerangriff
Die Betriebsbereitschaft und Leistungsfähigkeit der technischen Infrastruktur inklusive der Rechenzentren und Billing-Systeme des Unternehmens sind für dessen erfolgreiches Operieren und seinen Fortbestand von erheblicher Bedeutung. Es besteht das geringe Risiko, dass Netzwerkausfälle oder Serviceprobleme aufgrund von Systemfehlern oder -ausfällen zum Verlust von Kunden führen können. Neben dem Rückgang der Umsatzerlöse bei einem Verlust von Kunden könnte bei einem Ausfall der Systeme keine Leistung seitens der freenet AG erbracht und damit auch kein Umsatz bzw. kein positiver Beitrag zum erwarteten Ergebnis sowie Free Cashflow erzielt werden. Um Ausfallrisiken zu vermeiden, werden technische Frühwarnsysteme eingesetzt. Ständige Pflege und Updates halten die Sicherheitsvorkehrungen stets auf dem aktuellen Stand. Um den Verlust von sensiblen Daten zu vermeiden, wird in einem 24-stündigen Rhythmus ein Backup erstellt und dieser bei der Speicherung ausgelagert.
Ein Hackerangriff auf die freenet TV-Datenbank könnte der Auslöser für eine schadhafte Datenmanipulation sein, die im Extremfall dazu führen könnte, dass die TV-Boxen ausfallen. Das Risiko wird seitens der freenet als gering eingestuft.
Steuerliche Risiken
Verlustvorträge
Wenn innerhalb von fünf Jahren mittelbar oder unmittelbar mehr als 25 Prozent der Aktien oder Stimmrechte der Gesellschaft in einer Hand oder in Händen mehrerer Aktionäre mit gleichgerichteten Interessen vereinigt würden (schädlicher Beteiligungserwerb), könnten die bis zum schädlichen Beteiligungserwerb nicht ausgeglichenen oder abgezogenen negativen Einkünfte (körperschaft- und gewerbesteuerlichen Verlustvorträge) der Gesellschaft gemäß § 8c KStG anteilig oder vollständig verloren gehen. Aktien werden in einer Hand vereinigt, wenn sie an einen Erwerber, an diesem nahestehende Personen oder an eine Gruppe von Erwerbern mit gleichgerichteten Interessen übertragen werden.
Auf den Eintritt dieses Risikos hat die Gesellschaft keinen Einfluss, da der (gegebenenfalls teilweise) Wegfall der bis zum schädlichen Beteiligungserwerb nicht ausgeglichenen oder abgezogenen negativen Einkünfte (körperschaft- und gewerbesteuerliche Verlustvorträge) durch Maßnahmen und Transaktionen auf der Ebene der Aktionäre herbeigeführt wird. Vor diesem Hintergrund kann nicht ausgeschlossen werden, dass es in Folge einer Veräußerung oder eines Hinzuerwerbs von Aktien durch die Aktionäre der Gesellschaft zu einer Vereinigung von mehr als 25 Prozent der Aktien in einer Hand kommen könnte. Dasselbe mittlere Risiko besteht, wenn durch andere Maßnahmen erstmals in der Hand eines Aktionärs oder mehrerer Aktionäre mit gleichgerichteten Interessen mehr als 25 Prozent der Aktien oder Stimmrechte vereinigt werden. Die oben dargestellten Rechtsfolgen gelten entsprechend.
Umsatzsteuerrisiko aus „Entgelt von dritter Seite“
Mit Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen vom 4. Dezember 2014 sowie gleichzeitiger Ergänzung des Umsatzsteuer-Anwendungserlasses traf die Finanzverwaltung folgende Regelung: Liefert der Vermittler eines Mobilfunkvertrags im eigenen Namen an den Kunden ein Mobilfunkgerät oder einen sonstigen Elektronikartikel und gewährt das Mobilfunkunternehmen dem Vermittler auf Grund vertraglicher Vereinbarung eine von der Abgabe des Mobilfunkgeräts oder sonstigen Elektronikartikels abhängige Provision bzw. einen davon abhängigen Provisionsbestandteil, handelt es sich bei dieser Provision oder diesem Provisionsbestandteil insoweit nicht um ein Entgelt für die Vermittlungsleistung an das Mobilfunkunternehmen, sondern um ein Entgelt von dritter Seite im Sinne des §10 Abs. 1 Satz 3 UStG für die Lieferung des Mobilfunkgeräts oder des sonstigen Elektronikartikels. Dies gilt unabhängig von der Höhe einer von dem Kunden zu leistenden Zuzahlung. Aus der Anwendung dieser Regelung ab dem 1. Januar 2015 entstehen der Gesellschaft keine berichtspflichtigen Risiken. Für die vor dem 1. Januar 2015 ausgewiesenen Umsätze ist es aus Sicht der Gesellschaft überwiegend wahrscheinlich, dass die genannte Regelung keine wesentlichen negativen umsatzsteuerrechtlichen Auswirkungen für die freenet AG haben wird. Es verbleibt für die vor dem 1. Januar 2015 für noch nicht abschließend geprüfte Veranlagungszeiträume ausgewiesenen Umsätze jedoch ein geringes Risiko, bei dem die freenet AG Vorsteuern teilweise an das Finanzamt zurückerstatten müsste.
Sonstige Steuerrisiken
Für noch nicht abschließend geprüfte Veranlagungszeiträume kann es grundsätzlich zu Änderungen kommen, aus denen Steuernachzahlungen oder Veränderungen der Verlustvorträge resultieren, sofern die Finanzbehörden im Rahmen von steuerlichen Außenprüfungen zu abweichenden Auslegungen steuerlicher Vorschriften oder abweichenden Bewertungen des jeweiligen zugrundeliegenden Sachverhalts kommen. Gleiches gilt für Abgabenarten, die zum Teil noch nicht geprüft wurden, insbesondere weil sie üblicherweise keiner steuerlichen Außenprüfung unterliegen.
Das Risiko abweichender Sachverhaltsauslegungen und -bewertungen gilt insbesondere für gesellschaftsrechtliche Umstrukturierungen. Deshalb ist nicht ganz auszuschließen, dass durch Einbringungen, andere Umwandlungsvorgänge, Kapitalzuführungen und Gesellschafterwechsel die von den Kapitalgesellschaften der freenet AG erklärten und so auch bislang von der Finanzverwaltung gesondert festgestellten körperschaft- und gewerbesteuerlichen Verlustvorträge vermindert werden bzw. entfallen könnten. Insgesamt wird dies als ein geringes Risiko angesehen.
Finanzielle Risiken
Ziel des Finanzrisikomanagements ist es, Risiken durch die laufenden operativen und finanzorientierten Aktivitäten zu begrenzen. Dabei unterliegt die Gesellschaft hinsichtlich ihrer Finanzinstrumente, finanziellen Vermögenswerte und finanziellen Verbindlichkeiten im Wesentlichen den nachfolgend dargestellten Risiken.
Forderungsausfälle
Ein Forderungsausfallrisiko ist der unerwartete Verlust an Zahlungsmitteln oder Erträgen aufgrund des teilweisen oder vollständigen Ausfalls von Debitoren. Es besteht ein mittleres Ausfallrisiko im Hinblick auf die in der Bilanz ausgewiesenen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und übrigen Vermögenswerte.
Bei der Betrachtung des Forderungsausfallrisikos stehen im freenet Konzern insbesondere die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegen Endkunden im Fokus. Hierbei wird im Massengeschäft unseres Konzerns der Bonität von Kunden und Vertriebspartnern besondere Aufmerksamkeit gewidmet. Für wesentliche Vertragskundenbereiche werden vor Vertragsabschluss Bonitätsprüfungen der Kunden durchgeführt. Im laufenden Vertragsverhältnis sind die Durchführung eines zügigen und regelmäßigen Mahn- und Inkassoprozesses mit mehreren Inkassounternehmen im Benchmarking und einer Langzeitinkasso-Überwachung sowie das High Spender Monitoring in unserem Konzern wesentliche Maßnahmen zur Minimierung des Ausfallrisikos. Auch im Bereich der Forderungen gegen Händler und Franchisepartner findet ein laufender Mahn- und Inkassoprozess statt. Ebenso werden Kreditlimits festgelegt und überwacht. Überdies sind durch eine Warenkreditversicherung wesentliche Forderungsausfallrisiken gegenüber Großkunden (Händler und Distributoren im Bereich Mobilfunk) abgesichert. Die Risiken bei nicht versicherten Händlern und Distributoren sind durch ein internes Limitsystem begrenzt – in der Regel müssen Kunden mit schlechter Bonität Vorauskasse leisten oder die Geschäftsbeziehung kommt nicht zustande. Schließlich trägt eine angemessene Bildung von Wertberichtigungen den Forderungsausfallrisiken Rechnung.
Weitere wesentliche Forderungen aus Lieferungen und Leistungen bestehen regelmäßig im Segment Mobilfunk gegen die Mobilfunknetzbetreiber sowie im Segment TV und Medien gegen öffentlich-rechtliche sowie private Anbieter von TV- und Radioprogrammen. Die Eintreibung dieser Forderungen wird ebenfalls laufend überwacht; allerdings zeigen die Erfahrungen aus der Vergangenheit hier ein äußerst geringes Forderungsausfallrisiko.
Zwischen dem Konzern und einer Bank besteht eine Factoring-Vereinbarung zum Verkauf von Handy-Optionsforderungen. Die maßgeblichen Risiken (im Wesentlichen das Forderungsausfallrisiko) und Chancen gehen hierbei auf die Bank über. Im freenet Konzern verbleibt in voller Höhe das Spätzahlungsrisiko, das jedoch von untergeordneter Bedeutung ist.
Werthaltigkeit des Vermögens
In der Konzernbilanz der freenet AG werden ein bilanzieller Goodwill sowie immaterielle Vermögenswerte wie Kundenbeziehungen, Markenrechte und Nutzungsrechte in wesentlicher Höhe ausgewiesen. Es besteht das mittlere Risiko, dass es im Rahmen von Werthaltigkeitsprüfungen in den Folgeperioden zu wesentlichen Wertminderungen kommen kann.
Die Vermögenswerte der freenet AG werden sowohl regelmäßig als auch anlassbezogen überprüft, sofern mögliche Indikatoren für eine nachhaltige Wertminderung vorliegen. Bei einem solchen Indikator kann es sich z. B. um Änderungen im Wirtschafts- oder Regulierungsumfeld handeln. Eine eventuell resultierende Wertminderung ist nicht zahlungswirksam und bleibt daher ohne Einfluss für den Free Cashflow. Darüber hinaus werden die Umsatzerlöse und das EBITDA nicht tangiert (kein Einfluss auf die finanziellen Leistungsindikatoren).
Liquidität
Das als mittleres Risiko eingestufte allgemeine Liquiditätsrisiko des Konzerns besteht darin, dass die Gesellschaft möglicherweise ihren finanziellen Verpflichtungen nicht nachkommen kann, z. B. der Tilgung von Finanzschulden, der Bezahlung von Einkaufsverpflichtungen und der Verpflichtungen aus Leasingverträgen.
Zur Überwachung und Steuerung der Liquidität werden konzernweit umfangreiche Finanzplanungsinstrumente eingesetzt. Der Konzern steuert Liquiditätsrisiken des Weiteren durch das Halten angemessener Bankguthaben, Kreditlinien bei Banken sowie durch eine laufende Überwachung der prognostizierten und tatsächlichen Cashflows. Auf Basis mehrerer bestehender konzerninterner Cash-Pooling-Vereinbarungen, an denen die wesentlichen Gesellschaften des freenet Konzerns teilnehmen, werden Bedarf und Anlage von liquiden Mitteln im Konzern zentral gesteuert.
Um das allgemeine Liquiditätsrisiko zu verringern, bedient sich der Konzern verschiedener Finanzierungsinstrumente. Die unter den Finanzschulden ausgewiesenen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten resultieren aus den im Dezember 2012, Mai 2015, Februar 2016 und Oktober 2016 abgeschlossenen Schuldscheindarlehen (zum 31. Dezember 2016 inkl. Zinsabgrenzungen bilanziert 1.129,5 Millionen Euro) sowie den beiden Darlehenstranchen im syndizierten Bankkredit („Facility Agreement“) vom März 2016 über insgesamt maximal 1.040,0 Millionen Euro (zum 31. Dezember 2016 inkl. Zinsabgrenzungen bilanziert 604,6 Millionen Euro). Die dritte – als revolvierende Kreditlinie ausgestaltete – Tranche im Facility Agreement über 100,0 Millionen Euro war zum 31. Dezember 2016 nicht gezogen.
Aus den abgeschlossenen Kreditverträgen resultiert ein weiteres geringes Liquiditätsrisiko, da die darin vereinbarten Beschränkungen (sog. „Undertakings“ und „Covenants“) den finanziellen und operativen Spielraum der freenet AG eingrenzen. Die Verträge beinhalten beispielsweise Beschränkungen bei Änderungen der Geschäftstätigkeit des Konzerns, bei der Durchführung gruppeninterner gesellschaftsrechtlicher Strukturmaßnahmen, bei der Bestellung von Sicherheiten sowie hinsichtlich eventueller Erwerbe sowie Veräußerungen von Vermögenswerten, insbesondere von Anteilsbesitz. Der Gesellschaft ist es nur in engen Grenzen erlaubt, außerhalb der Kreditverträge Fremdmittel aufzunehmen, um so beispielsweise zukünftige strategische Investitionen zu finanzieren. Aufgrund der genannten Liquiditätsreserven stellen die Covenants jedoch nur eine geringe Einschränkung für die freenet AG dar.
Kapitalrisikomanagement
Das Kapitalrisikomanagement des Konzerns bezieht sich auf das in der Konzernbilanz ausgewiesene Eigenkapital und daraus abgeleitete Kennziffern. Primäres Ziel des Kapitalrisikomanagements des Konzerns ist es, die Einhaltung der in den Kreditverträgen vorgesehenen Kennzahlen („Financial Covenants“) zu gewährleisten. Die wesentlichen Financial Covenants sind in Bezug auf das Eigenkapital des Konzerns (Eigenkapitalquote) sowie die Verschuldung (Verhältnis von Nettofinanzverschuldung des Konzerns zu Konzern-EBITDA) definiert. Sollten sich die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen negativ entwickeln, kann dies unter Umständen dazu führen, dass der freenet Konzern seine Vereinbarungen mit den kreditfinanzierenden Banken nicht mehr einhalten kann. Es besteht das mittlere Risiko zur Fälligkeitsstellung der Kredite durch die finanzierenden Banken. Die freenet AG minimiert das Risiko durch eine laufende Überwachung der finanziellen Kennzahlen.
Zinsänderungsrisiko
Unser Unternehmen unterliegt, was die Finanzschulden mit variabler Verzinsung betrifft, Zinsänderungsrisiken im Wesentlichen bezogen auf den EURIBOR. Das Unternehmen begegnet diesen mittleren Risiken durch eine Mischung aus fest und variabel verzinslichen Finanzschulden. Die Zinsänderungsrisiken sind nicht explizit gesichert, allerdings wirkt der Kassenbestand, der im Wesentlichen auf Basis von EONIA bzw. EURIBOR variabel verzinslich angelegt wird, als natürliche Absicherung und mindert das Zinsänderungsrisiko aus den variabel verzinslichen Finanzschulden entsprechend.
Geldanlagen werden in der Regel in Form von Tages- und Termingeld bei Geschäftsbanken mit hoher Bonität angelegt.
Die Gesellschaft überprüft auf der Grundlage der ihr zur Verfügung stehenden täglichen Liquiditätsplanung laufend die verschiedenen Anlagemöglichkeiten für die liquiden Mittel sowie die verschiedenen Dispositionsmöglichkeiten hinsichtlich der Finanzschulden. Marktzinsänderungen könnten sich auf das Zinsergebnis von originären variabel verzinslichen Finanzinstrumenten auswirken und gehen in die Berechnung der ergebnisbezogenen Sensitivitäten ein.
Sonstige finanzielle Risiken
Weitere Finanzrisiken könnten in der Form von Fremdwährungs- und Kursänderungsrisiken auftreten. Die Gesellschaft unterliegt Fremdwährungsrisiken nur in geringem Maße, weshalb eine separate Darstellung im Lagebericht nicht erfolgt. Hinsichtlich der Kursänderungsrisiken ist zu beachten, dass die Gesellschaft einen Anteil von 24,56 Prozent am Grundkapital der Sunrise hält. Die Sunrise erstellt ihren Konzernabschluss in der Berichtswährung Schweizer Franken (CHF). Der Wechselkurs zwischen Euro und Schweizer Franken hat Einfluss auf die Ermittlung beider Bestandteile der Position unserer Konzerngewinn- und Verlustrechnung „Ergebnis der nach der Equity-Methode einbezogenen Unternehmen“, nämlich zum einen der Anteile am laufenden Ergebnis der Sunrise sowie zum anderen der Abschreibungen aus der Schatten- Kaufpreisallokation bezüglich der Sunrise. Insofern hat dieser Wechselkurs einen Einfluss auf die Ertragslage des freenet Konzerns, der jedoch aus heutiger Sicht als gering einzuschätzen ist.
Strategische Risiken
Beteiligung an der Sunrise Communications Group AG
In der ersten Hälfte 2016 hat die freenet AG einen Anteil von 24,56 Prozent an der Sunrise Communications Group AG erworben. Es könnte sein, dass sich die Geschäftsentwicklung der Sunrise AG schlechter darstellt als angenommen, was sich wiederum negativ auf die Ertragslage und die finanziellen Leistungsindikatoren der freenet auswirken könnte. Das Risiko wird seitens der freenet als gering eingestuft.
EXARING AG
Die freenet AG ist seit Ende 2015 mit 24,99 Prozent an der EXARING AG beteiligt. Hieraus könnten sich die Risiken ergeben, dass einerseits die Kundenanzahl zum Produktlaunch geringer als erwartet ausfällt und die Kosten, insbesondere im Bereich Content (TV-Sender) und Akquisition (Vertriebspartner/Marketingpartner), höher ausfallen als erwartet. Zudem könnten sich eingeschränkte Funktionalitäten im Produktportfolio negativ auswirken. Diese Risiken stuft die freenet als mittel ein.
Gesamtwürdigung der Risikolage
Die vorstehend aufgeführten Risiken der freenet AG werden nachstehend überblicksartig zusammengefasst.
| Risiken | Eintrittswahrscheinlichkeit | erwartetes Schadensausmaß | Risiko | Tendenz | |
|---|---|---|---|---|---|
| Marktrisiken | |||||
| Wettbewerbsintensive Märkte | mittel | mittel | mittel | ![]() |
|
| Netzbetreiber | |||||
| Prämien und Margen | mittel | mittel | mittel | ![]() |
|
| shift to direct | mittel | gering | gering | ![]() |
|
| O2 und E-Plus | gering | unwesentlich | unwesentlich | ![]() |
|
| Kauf von Unternehmen | mittel | mittel | mittel | ![]() |
|
| Kundenaufkommen freenet TV | gering | hoch | mittel | ![]() |
|
| Terminierungsentgelte | gering | mittel | gering | ![]() |
|
| Gesetze und Regulierung | gering | gering | gering | ![]() |
|
| Regelung EU Roaming | gering | unwesentlich | unwesentlich | ![]() |
|
| IT-Risiken | gering | mittel | gering | ![]() |
|
| Datendiebstahl und Hackerangriff | gering | gering | gering | ![]() |
|
| Steuerliche Risiken | |||||
| Verlustvorträge | gering | hoch | mittel | ![]() |
|
| Umsatzsteuerrisiko aus "Entgelt von dritter Seite" | gering | mittel | gering | ![]() |
|
| Sonstige Steuerrisiken | gering | mittel | gering | ![]() |
|
| Finanzielle Risiken | |||||
| Forderungsausfälle | hoch | gering | mittel | ![]() |
|
| Werthaltigkeit des Vermögens | gering | hoch | mittel | ![]() |
|
| Liquidität | |||||
| Allgemeines Liquiditätsrisiko | gering | hoch | mittel | ![]() |
|
| Einschränkung finanzieller Spielraum | gering | mittel | gering | ![]() |
|
| Kapitalrisikomanagement | gering | hoch | mittel | ![]() |
|
| Zinsänderungsrisiko | mittel | mittel | mittel | ![]() |
|
| Sonstige finanzielle Risiken | gering | mittel | gering | ![]() |
|
| Strategische Risiken | |||||
| Ergebnisauswirkung Sunrise AG | gering | mittel | gering | ![]() |
|
| Kundenentwicklung Exaring AG | mittel | mittel | mittel | ![]() |
|
| Kostenentwicklung Exaring AG | mittel | mittel | mittel | ![]() |
|
![]() |
Pfeilrichtung nach oben: Einstufung in höhere Risikoklasse im Vergleich zum Vorbericht | ||||
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Pfeilrichtung waagerecht: Einstufung in gleiche Risikoklasse im Vergleich zum Vorbericht oder neu eingemeldetes Risiko | ||||
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Pfeilrichtung nach unten: Einstufung in geringere Risikoklasse im Vergleich zum Vorbericht |
Durch den implementierten Risikomanagementprozess sowie das monatliche Berichtswesen hat der Vorstand einen Überblick über die vorgestellte Risikosituation insgesamt. Einzelne Risiken haben sich im Vergleich zum Vorjahr in Bezug auf die Eintrittswahrscheinlichkeit oder die Auswirkung lediglich geringfügig verändert. Insgesamt ist davon auszugehen, dass die Risiken keine Auswirkungen auf den Fortbestand der freenet AG haben. Der Vorstand ist davon überzeugt, dass bei Fortführung des bisherigen Risikomanagementansatzes die freenet AG auch für das kommende Geschäftsjahr in der Lage sein wird, relevante Risiken rechtzeitig zu identifizieren und geeignete Gegenmaßnahmen zu ihrer Begegnung einleiten zu können.
Zum 31. Dezember 2016 wurden Markt-, IT-, steuerliche und finanzielle Risiken identifiziert. Die möglichen Auswirkungen auf die allgemeine zukünftige Entwicklung der freenet AG sowie die finanziellen und nicht finanziellen Leistungsindikatoren werden von der Unternehmensleitung insgesamt als gering qualifiziert. Es wird folglich von der Unternehmensleitung erwartet, dass die im Ausblick prognostizierte, positive Entwicklung nicht wesentlich durch die aufgezeigten Risiken beeinträchtigt wird.
Beschreibung der wesentlichen Merkmale des internen Kontroll- und des Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Konzernrechnungslegungsprozess (§ 315 Abs. 2 Nr. 5 HGB)
Begriffsbestimmungen und Elemente des internen Kontrollsystems der freenet AG
Das interne Kontrollsystem der freenet AG orientiert sich am international anerkannten Rahmenwerk des COSO („Committee of Sponsoring Organizations of the Treadway Commission“). Es umfasst alle Prozesse und Maßnahmen zur Sicherung der Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit sowie der Ordnungsmäßigkeit der Rechnungslegung, insbesondere zur Sicherstellung der Einhaltung der rechtlichen Vorgaben.
Der Vorstand der freenet AG hat alle Bereiche des Konzerns zur Steuerung ihrer Kontrollprozesse nach einheitlichen Grundsätzen beauftragt.
Die Bereiche analysieren die Prozesse ständig auch in Bezug auf neue gesetzliche Vorgaben und sonstige zu beachtende Standards, entwickeln daraus interne Vorgaben und schulen die verantwortlichen Mitarbeiter.
Die Kernelemente des internen Überwachungssystems der freenet AG basieren einerseits auf automatisierten IT-Kontrollprozessen mit Alarmierungsschwellen, andererseits auf manuellen Prozesskontrollen zur Plausibilisierung der automatisch aggregierten Ergebnisse. Das Risikomanagementsystem ist mit dem internen Kontrollsystem verbunden und umfasst neben dem operativen Risikomanagement konzernweit auch die systematische Risikofrüherkennung, -steuerung und -überwachung. Weitere Erläuterungen zum Risikomanagementsystem werden im Berichtsteil „Risikomanagementsystem“ des Risikoberichts erteilt.
Struktur des Konzernrechnungslegungsprozesses
Die Erfassung buchhalterischer Vorgänge erfolgt in den Einzelabschlüssen der Tochterunternehmen der freenet AG im Wesentlichen durch lokale Buchhaltungssysteme des Herstellers SAP. Als Konsolidierungssystem auf oberster Konzernebene setzt die freenet AG das Modul „EC-CS“ von SAP („SAP EC-CS“) ein. Zur Aufstellung der Konzernbilanz, der Konzerngewinn- und Verlustrechnung, der Konzern-Kapitalflussrechnung sowie zur Durchführung der Kapital-, Schulden- sowie Aufwands- und Ertragskonsolidierung etc. gelangen die Meldedaten der Tochterunternehmen in unterschiedlicher Weise in das Konsolidierungssystem – im Wesentlichen automatisch über das SAP-Modul „FI“ („SAP-FI“), in Einzelfällen auch manuell durch Eingabe der Meldedaten. Die einzelnen Lageberichts- und Anhangangaben werden jeweils aus standardisierten Berichtspaketen und institutionalisierten Abstimmungsprozessen im Rahmen des internen Steuerungssystems gewonnen, die unter anderem in Microsoft Excel („MS Excel“) geführt werden. Auch die Konsolidierung dieser Anhangangaben erfolgt in MS Excel.
Durch die Konzernrevision der freenet AG werden die Ordnungsmäßigkeit und Berechtigungen im Konsolidierungssystem SAP EC-CS in regelmäßigen Abständen geprüft. Der Konzernabschlussprüfer der freenet AG prüft regelmäßig die Schnittstelle zwischen SAP-FI und dem Konsolidierungssystem SAP EC-CS sowie die Überleitungen der standardisierten Berichtspakete der Tochterunternehmen bis hin zum Konzernabschluss der freenet AG.
Wesentliche Regelungs- und Kontrollaktivitäten zur Sicherstellung der Ordnungsmäßigkeit und Verlässlichkeit der Konzernrechnungslegung
Die auf die Ordnungsmäßigkeit und Verlässlichkeit der Konzernrechnungslegung ausgerichteten Maßnahmen des internen Kontrollsystems stellen sicher, dass Geschäftsvorfälle in Übereinstimmung mit den gesetzlichen und satzungsmäßigen Vorschriften vollständig und zeitnah erfasst werden.
Die ordentlichen Kontrollelemente innerhalb des internen Kontrollsystems zielen auf weitgehende Automatisierung der Bildung und Gegenkontrolle aller wesentlichen Daten, angefangen von den abrechnungsrelevanten Rohdaten über die Rechnungslegung gegenüber den Kunden bis zur Wertberichtigung, Abgrenzung und Abschreibung. Die automatisierten Kontrollen werden ergänzt durch manuelle Plausibilisierung aller relevanten Zwischenergebnisse und stichprobenartige Kontrolle der zugrundeliegenden Detaildaten. So wird gewährleistet, dass Inventuren ordnungsgemäß durchgeführt werden und Vermögenswerte und Schulden im Konzernabschluss zutreffend angesetzt, bewertet und ausgewiesen werden. Daneben bestehen als außerordentliche Kontrollelemente die prozessunabhängigen Prüfungen der Konzernrevision der freenet AG im Auftrag des Aufsichtsrats, insbesondere unter Überwachung durch den Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats der freenet AG.
Die jährliche Prüfung des internen Kontrollsystems durch die Konzernrevision zeigte 2016, dass die geprüften Bereiche die in den Vorjahren erkannten Verbesserungsmöglichkeiten umgesetzt haben. Sie haben einerseits ihre bewährten Kontrollaktivitäten laufend vertieft und die Häufigkeit der Kontrolldurchführung gesteigert sowie andererseits den Automatisierungsgrad innerhalb der Kontrollaktivitäten erhöht. Aus den Kontrollergebnissen leiten sie systematisch Maßnahmen ab und überwachen deren Erfolg.
Der Konzernabschlussprüfer und sonstige Prüfungsorgane sind ebenfalls mit prozessunabhängigen Prüfungstätigkeiten in das Kontrollumfeld der freenet AG einbezogen.
Insbesondere die Prüfung der Konzernabschlüsse durch den Konzernabschlussprüfer bzw. die Prüfung der einbezogenen Formularabschlüsse der Konzerngesellschaften bildet die finale prozessunabhängige Überwachungsmaßnahme im Hinblick auf den Konzernrechnungslegungsprozess.
Grafik 12: Maßnahmen des internen Kontrollsystems der freenet AG

Corporate Governance
Vorstand und Aufsichtsrat berichten an dieser Stelle gemäß Ziffer 3.10 des Deutschen Corporate Governance Kodex über die Corporate Governance in der freenet Group. Das Kapitel enthält auch die Erklärung zur Unternehmensführung gemäß §§ 289a, 315 Abs. 5 HGB, sowie die übernahmerechtlichen Angaben nach §§ 289 Abs. 4, 315 Abs. 4 HGB.
Die freenet AG und ihre Leitungs- und Kontrollgremien bekennen sich zu den Prinzipien guter und verantwortungsbewusster Unternehmensführung; sie identifizieren sich mit den Zielen des Deutschen Corporate Governance Kodex sowie den Grundsätzen einer transparenten, verantwortlichen und auf Wertsteigerung ausgerichteten Führung und Kontrolle des Unternehmens. Vorstand und Aufsichtsrat sowie alle Führungskräfte und Mitarbeiter der freenet Group sind dieser Zielsetzung verpflichtet.
Der Aufsichtsrat hat sich in seiner Sitzung am 8. Dezember 2016 mit den Regelungen des Deutschen Corporate Governance Kodex befasst und gemeinsam mit dem Vorstand die jährliche Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex abgegeben. Die Kodexkommission hat 2016 keine inhaltliche Überarbeitung des Kodex vorgenommen, sondern eine Aktualisierung für 2017 angekündigt. Aufsichtsrat und Vorstand haben die erklärten Abweichungen und ihre Begründungen aus den Vorjahren fortgeführt. Die Entsprechenserklärung vom 8. Dezember 2016 ist in der nachfolgenden Erklärung zur Unternehmensführung enthalten und auf der Internetseite der Gesellschaft dauerhaft zugänglich gemacht worden.
Erklärung zur Unternehmensführung
In der Erklärung zur Unternehmensführung nach §§ 289a, 315 Abs. 5 HGB stellt die freenet AG ihre aktuelle Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG dar und erläutert die relevanten Angaben zu Unternehmensführungspraktiken, die über die gesetzlichen Regelungen hinaus angewandt werden. Des Weiteren werden die Arbeitsweise von Vorstand und Aufsichtsrat beschrieben und die Zusammensetzung und Arbeitsweise der Ausschüsse des Aufsichtsrats dargestellt. Ebenfalls finden sich nachfolgend die Festlegungen für den Frauenanteil im Vorstand und in den beiden Führungsebenen unterhalb des Vorstands, sowie Angaben zur Einhaltung von Mindestanteilen bei der Besetzung des Aufsichtsrats.
Die freenet AG hat folgende Erklärung zur Unternehmensführung gemäß §§ 289a, 315 Abs. 5 HGB abgegeben, die zugleich Bestandteil ihres Lageberichts für das Geschäftsjahr 2016 ist.
Erklärung nach § 161 AktG
Die freenet AG hat seit der Abgabe der letzten Entsprechenserklärung am 8. Dezember 2016 den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex ("Kodex") in der Fassung vom 5. Mai 2015 mit Ausnahme der nachfolgend genannten Abweichungen entsprochen und wird den Empfehlungen des Kodex in der Fassung vom 5. Mai 2015, soweit es hierzu nachfolgend seitens der Gesellschaft keine abweichende Erklärung gibt, auch zukünftig entsprechen.
| 1. | Die Gesellschaft hat eine D&O-Versicherung für die Organmitglieder abgeschlossen. Für die Mitglieder des Aufsichtsrats ist keine Vereinbarung eines Selbstbehalts vorgesehen, weil ein damit verbundener Vorteil für die Gesellschaft nicht ersichtlich ist. Verantwortungsvolles Handeln ist für alle Mitglieder des Aufsichtsrats selbstverständliche Pflicht. Ein Selbstbehalt müsste zudem wegen des Gleichheitssatzes einheitlich festgesetzt werden, obwohl die persönlichen Verhältnisse der Aufsichtsratsmitglieder variieren. Ein Selbstbehalt würde die Aufsichtsratsmitglieder daher unterschiedlich belasten. In Anbetracht gleicher Pflichten erscheint das nicht angemessen. (Kodex-Ziffer 3.8 Abs. 3) |
| 2. | Die Gesellschaft fühlt sich im Rahmen ihrer Berichterstattung der Transparenz in einem hohen Maße verpflichtet. Dies gilt auch im Bereich der Vorstandsvergütung, die mit allen ihren Komponenten und zudem individualisiert im Vergütungsbericht uneingeschränkt offengelegt und erläutert wird. Gleichwohl haben sich Vorstand und Aufsichtsrat dazu entschlossen, die zur Darstellung der Vorstandsvergütung vorgesehenen Mustertabellen im Vergütungsbericht nicht zu verwenden. Trotz Vereinbarung von betragsmäßigen Höchstgrenzen in den Vorstandsverträgen steht zu befürchten, dass durch die Angabe von Maximalbeträgen im Hinblick auf aktienbasierte Vergütungsbestandteile ein Bild erzeugt wird, das nicht den tatsächlichen Annahmen hinsichtlich der Entwicklung des Aktienkurses entspricht. (Kodex-Ziffer 4.2.5 Satz 5 und Satz 6) |
| 3. | Der Aufsichtsrat sieht die derzeitige Besetzung des Vorstands als erfolgreich an und strebt deswegen Kontinuität im Vorstand an. Eine Auswahl nach den in Kodex-Ziffer 5.1.2 Abs. 1 genannten Kriterien für die Zusammensetzung des Vorstands ist demgegenüber aus Sicht des Aufsichtsrats nachrangig. (Kodex-Ziffer 5.1.2 Abs. 1) |
| 4. | Für die Vorstands- und die Aufsichtsratsmitglieder ist keine Altersgrenze festgelegt. Es ist nicht einsichtig, warum qualifizierte Personen mit großer Berufs- und Lebenserfahrung allein aufgrund ihres Alters nicht als Kandidaten in Betracht gezogen werden sollen. (Kodex-Ziffern 5.1.2 Satz 8 und 5.4.1 Satz 2) |
| 5. | Der Aufsichtsrat benennt keine konkreten Ziele für seine Zusammensetzung im Sinne von Ziffer 5.4.1 Abs. 2 und Ziffer 5.4.2 Satz 1. Folglich kann auch den hierauf basierenden Empfehlungen gem. Ziff. 5.4.1 Abs. 3 nicht gefolgt werden. Der Aufsichtsrat hat sich bei seinen Wahlvorschlägen für den Aufsichtsrat bisher ausschließlich von der Eignung leiten lassen. Dies hat sich nach seiner Überzeugung bewährt. Deshalb wird keine Notwendigkeit gesehen, diese Praxis zu ändern. (Kodex-Ziffern 5.4.1 Abs. 2, Abs. 3 und 5.4.2 Satz 1) |
| 6. | Kodex-Ziffer 5.4.6 Abs. 2 empfiehlt, dass eine erfolgsorientierte Vergütung des Aufsichtsrats auf eine nachhaltige Unternehmensentwicklung ausgerichtet sein soll. Die variable Vergütung des Aufsichtsrats bemisst sich gem. § 11 Abs. 5 der Satzung nach der Dividende für das abgelaufene Geschäftsjahr. Diese Form der variablen Vergütung hat sich in der Vergangenheit bewährt. Zudem ist die dem Kapitalmarkt kommunizierte, an den freien Cashflow anknüpfende Dividendenpolitik der Gesellschaft auf eine nachhaltige Unternehmensentwicklung ausgerichtet. Daher dient auch die Anknüpfung der variablen Vergütung an diese Dividendenstrategie der nachhaltigen Unternehmensentwicklung. Eine Anpassung der variablen Vergütung des Aufsichtsrats ist aus diesem Grund nicht vorgesehen. (Kodex-Ziffer 5.4.6 Abs. 2) |
Relevante Angaben zu Unternehmensführungspraktiken
Die freenet AG verfügt über ein einheitliches Compliance-System, das kontinuierlich ausgebaut und fortentwickelt wird. Der Chief Compliance Officer („CCO“) der freenet Group berichtet direkt an den Vorstand. Er unterstützt den Vorstand dabei, die für die freenet AG relevanten rechtlichen Vorgaben aufzuzeigen und innerhalb der freenet Group entsprechend umzusetzen sowie Anpassungen des Compliance Systems an sich wandelnde Anforderungen vorzunehmen. Der CCO berichtet darüber hinaus regelmäßig an den Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats. Der Aufsichtsrat wird durch den CCO informiert, wenn Risiken betroffen sind, die die Existenz der freenet Group gefährden.
Die freenet Group bekennt sich umfassend zur Einhaltung von Recht und Gesetz. Compliance bedeutet für die freenet Group, das rechtliche Vorschriften eingehalten, eigene Regelungen sowie unternehmensinterne Richtlinien beachtet und Straftaten vermieden werden. Die Gesellschaft setzt alles daran, dass Compliance-Verstöße wie Betrug, Korruption und Wettbewerbsverstöße gar nicht erst entstehen. Sofern es aber zu Fehlverhalten und Compliance-Verstößen kommt, werden diese umfassend aufgeklärt und es wird mit Entschiedenheit darauf reagiert.
Die Führungskräfte der freenet Group leben Compliance vor und stellen sicher, dass in ihrem Verantwortungsbereich die maßgeblichen Handlungen im Einklang mit den jeweiligen rechtlichen Bestimmungen und unseren eigenen Werten und Regeln stehen.
Die Compliance-Organisation steht allen Ansprechpartnern beratend für Einzelfragen zur Verfügung.
Der Bereich Compliance hat ein Hinweisgebersystem (Whistleblowertool) entwickelt und innerhalb der freenet Group eingeführt. Dies ermöglicht dem Hinweisgeber, wenn er von Compliance-Verstößen Kenntnis erlangt hat, anonym Hinweise zu geben.
Allen Hinweisen wird zeitgerecht nach einem transparenten und nachvollziehbaren Prozess nachgegangen, wobei die Interessen des Hinweisgebers, der Betroffenen und des Unternehmens berücksichtigt werden.
Ziel ist es, dem Unternehmen die Möglichkeit zu geben, bei Compliance-Verstößen sofort konsequent angemessene Maßnahmen zu ergreifen und somit Schäden von der freenet Group abzuwenden. Zur Sicherstellung einer sachgerechten, zügigen Bearbeitung von Hinweisen gemäß des Hinweisgeberprozesses hat die freenet Group einen Hinweisgeberausschuss eingerichtet. Ständige Mitglieder des Hinweisgeberausschusses sind der CCO sowie der für Interne Revision und Fraud-Management zuständige Bereichsleiter. Der Hinweisgeberausschuss ist für die operative Durchführung des Hinweisgeberprozesses zuständig.
Ebenfalls wurde ein zentrales Fraud-Management eingerichtet, welches neben der koordinierenden Funktion der einzelnen Fraud-Fachabteilungen der freenet Group insbesondere für die Einführung und Verbesserung wirksamer Präventivmaßnahmen und -prozesse zur Vermeidung von Fraud-Schäden für die freenet Group verantwortlich ist.
Die Bedeutung des Datenschutzes hat in den letzten Jahren ständig zugenommen. Die freenet Group ist sich ihrer besonderen Verantwortung im Hinblick auf den Umgang mit den persönlichen Daten unserer Kunden, Lieferanten, Vertragspartner und Mitarbeiter bewusst. Es ist uns daher wichtig, diese Daten vor unberechtigten Zugriffen zu schützen. Wir setzen deshalb moderne Sicherheitstechnologien ein und sensibilisieren regelmäßig unsere Mitarbeiter für dieses Thema, um das Sicherheitsniveau kontinuierlich zu verbessern und den wachsenden Bedrohungen gerecht zu werden.
Arbeitsweise von Vorstand und Aufsichtsrat
Vorstand und Aufsichtsrat der freenet AG arbeiten bei der Steuerung und Überwachung des Unternehmens eng und vertrauensvoll zusammen.
Der Vorstand ist als Leitungsorgan der Konzernmuttergesellschaft dem Unternehmensinteresse verpflichtet und besteht aktuell aus drei Mitgliedern. Die Arbeit des Vorstands ist durch seine Geschäftsordnung geregelt. Die Mitglieder des Vorstands tragen gemeinsam die Verantwortung für die gesamte Geschäftsführung. Im Übrigen ist jedes Vorstandsmitglied eigenverantwortlich für seinen Geschäftsbereich zuständig. Die Vorstandsmitglieder arbeiten kollegial zusammen und informieren sich gegenseitig in regelmäßig stattfindenden Vorstandssitzungen laufend über Tatsachen und Entwicklungen aus ihren Geschäftsbereichen. Darüber hinaus nehmen die Mitglieder des Vorstands an regelmäßig stattfindenden Fachbereichssitzungen teil. Der Aufsichtsrat legt im Rahmen eines Geschäftsverteilungsplans die Verantwortungsbereiche der einzelnen Vorstandsmitglieder fest.
Der Aufsichtsrat wird mindestens zweimal im Kalenderhalbjahr einberufen. Er fasst seine Beschlüsse in der Regel in Präsenzsitzungen, in Ausnahmefällen auch in telefonischen Sitzungen oder im schriftlichen Verfahren. Der Aufsichtsrat berät den Vorstand bei seinen Entscheidungen zur Leitung des Unternehmens regelmäßig und überwacht ihn in seiner Geschäftsführung. Der Vorstand bezieht den Aufsichtsrat in alle grundlegenden Entscheidungen für die Leitung des Unternehmens ein und berichtet regelmäßig über den Geschäftsverlauf, die Unternehmensplanung, die strategische Entwicklung und die Lage des Unternehmens. Der Aufsichtsrat prüft Abweichungen des Geschäftsverlaufs von den Plänen und Zielen im Einzelnen und erörtert sie mit dem Vorstand. Außerdem prüft er ausführlich für das Unternehmen bedeutende Geschäftsvorgänge auf Basis von Vorstandsberichten, berät sich hierzu und fasst Beschlüsse, soweit dies erforderlich ist. Auch außerhalb von Sitzungen werden die Aufsichtsratsmitglieder über die aktuelle Geschäftsentwicklung vom Vorstand informiert.
Zusammensetzung und Arbeitsweise von Ausschüssen
Der Vorstand hat keine Ausschüsse eingerichtet.
Der Aufsichtsrat hat ein Präsidium und vier Ausschüsse gebildet. Diese Ausschüsse bereiten die im Plenum zu behandelnden Themen und Beschlussfassungen des Aufsichtsrats vor und sind in einzelnen Bereichen anstelle des Plenums entscheidungsbefugt. Hierbei werden die Ausschüsse im Rahmen von Präsenzsitzungen tätig; in Ausnahmefällen können die Sitzungen aber auch telefonisch durchgeführt werden. Die Ausschüsse beraten zu den Gegenständen der Tagesordnungen und fassen gegebenenfalls hierzu Beschlüsse. Über die Inhalte der Ausschusssitzungen berichten die Ausschussvorsitzenden dem Aufsichtsratsplenum. Mit Ausnahme des Nominierungsausschusses sind alle Ausschüsse mit Anteilseignervertretern und Arbeitnehmervertretern paritätisch besetzt.
Präsidium
Das Präsidium berät über Schwerpunktthemen und bereitet Beschlüsse des Aufsichtsrats vor. Es kann an Stelle des Aufsichtsrats über die nach der Geschäftsordnung des Vorstands erforderliche Zustimmung zu Maßnahmen und Geschäften des Vorstands beschließen, sofern die Angelegenheit keinen Aufschub duldet und ein Beschluss des Aufsichtsrats nicht rechtzeitig gefasst werden kann.
Mitglieder: Dr. Hartmut Schenk (Vorsitz), Prof. Dr. Helmut Thoma, Birgit Geffke, Knut Mackeprang
Personalausschuss
Der Personalausschuss bereitet die Personalentscheidungen des Aufsichtsrats vor. Er unterbreitet dem Aufsichtsrat zur Beschlussfassung Vorschläge zur Vergütung des Vorstands, zum Vergütungssystem und zu dessen regelmäßiger Überprüfung. Der Ausschuss beschließt an Stelle des Aufsichtsrats, jedoch vorbehaltlich zwingender Zuständigkeiten des Aufsichtsrats, über personalrelevante Angelegenheiten der Vorstandsmitglieder.
Mitglieder: Dr. Hartmut Schenk (Vorsitz), Thorsten Kraemer, Claudia Anderleit, Birgit Geffke
Prüfungsausschuss
Der Prüfungsausschuss befasst sich mit der Überwachung des Rechnungslegungsprozesses, der Wirksamkeit des internen Kontrollsystems, des Risikomanagementsystems und des internen Revisionssystems sowie der Abschlussprüfung, hier insbesondere der Unabhängigkeit des Abschlussprüfers und der vom Abschlussprüfer zusätzlich erbrachten Leistungen. Darüber hinaus beschäftigt er sich mit Fragen der Compliance.
Mitglieder: Robert Weidinger (Vorsitz), Marc Tüngler, Ronny Minak, Michael Stephan
Vermittlungsausschuss
Der Vermittlungsausschuss ist nach § 27 Abs. 3 MitbestG gebildet, um die in § 31 Abs. 3 Satz 1 MitbestG bezeichnete Aufgabe wahrzunehmen.
Mitglieder: Dr. Hartmut Schenk (Vorsitz), Thorsten Kraemer, Knut Mackeprang, Gesine Thomas
Nominierungsausschuss
Der Nominierungsausschuss hat die Aufgabe, bei anstehenden Neuwahlen dem Aufsichtsrat geeignete Kandidaten für die Wahlvorschläge an die Hauptversammlung vorzuschlagen.
Mitglieder: Dr. Hartmut Schenk (Vorsitz), Marc Tüngler, Sabine Christiansen
Zielgrößen für den Frauenanteil im Vorstand und in den beiden ersten Führungsebenen unterhalb des Vorstands; Angaben zur Einhaltung von Mindestanteilen bei der Besetzung des Aufsichtsrats
Aufsichtsrat und Vorstand haben jeweils Zielgrößen für den Frauenanteil im Vorstand und in den beiden Führungsebenen unterhalb des Vorstands festgelegt:
| Zielgröße | |
|---|---|
| Vorstand | 0% |
| Führungsebene 1 (Direct Reports) | 25% |
| Führungsebene 2 (Abteilungsleiter) | 27,5% |
Das Ende der Frist zur Erreichung aller genannten Zielgrößen wurde auf den 30. Juni 2017 festgelegt.
Die Besetzung des Aufsichtsrats mit Frauen und Männern hat im Berichtszeitraum den gesetzlichen Anforderungen an die Mindestanteile entsprochen.
Übernahmerechtliche Angaben nach §§ 289 Abs. 4, 315 Abs. 4 HGB
Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals
Das gezeichnete Kapital (Grundkapital) der freenet AG beträgt 128.061.016 Euro. Es ist in ebenso viele auf den Namen lautende Stückaktien eingeteilt. Jede Aktie gewährt in der Hauptversammlung je eine Stimme.
Aktienübertragungs- oder Stimmrechtsbeschränkungen
Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen, sind dem Vorstand nicht bekannt.
10 Prozent der Stimmrechte überschreitende Kapitalbeteiligungen
Zum 31. Dezember 2016 bestanden ausweislich der vorliegenden Stimmrechtsmitteilungen gem. §§ 21 ff. WpHG keine 10 Prozent der Stimmrechte überschreitenden Kapitalbeteiligungen an der freenet AG.
Aktien mit Sonderrechten und Kontrollbefugnissen
Es existieren keine Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen.
Art der Stimmrechtskontrolle, wenn Arbeitnehmer am Kapital beteiligt sind
Soweit Arbeitnehmer als Aktionäre am Kapital beteiligt sind, können sie daraus keine besonderen Rechte herleiten.
Ernennung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands, Satzungsänderungen
Die Ernennung und die Abberufung der Mitglieder des Vorstands der freenet AG richten sich nach §§ 84, 85 AktG und § 31 MitbestG in Verbindung mit § 5 Abs. 1 der Satzung. Die maßgeblichen Vorschriften zur Änderung der Satzung sind §§ 133, 179 AktG und § 16 der Satzung der freenet AG.
Befugnisse des Vorstands zur Aktienausgabe
Der Vorstand ist durch Beschluss der Hauptversammlung vom 23. Mai 2013 bis zum 5. Juni 2018 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital durch Ausgabe neuer Aktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen insgesamt um höchstens 12.800.000,00 Euro zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2013).
Der Vorstand ist zudem durch Beschluss der Hauptversammlung vom 12. Mai 2016 bis zum 1. Juni 2021 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital durch Ausgabe neuer Aktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen insgesamt um höchstens 12.800.000,00 Euro zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2016).
Darüber hinaus hat die Hauptversammlung am 12. Mai 2016 beschlossen, das Grundkapital um bis zu insgesamt 12.800.000,00 Euro, eingeteilt in 12.800.000 neue auf den Namen lautende Stammaktien ohne Nennbetrag, bedingt zu erhöhen (Bedingtes Kapital 2016). Die bedingte Kapitalerhöhung dient der Gewährung von auf den Namen lautenden Stückaktien an die Inhaber bzw. Gläubiger von Wandel- und/oder Optionsschuldverschreibungen, die aufgrund der von der Hauptversammlung vom 12. Mai 2016 unter Tagesordnungspunkt 10, lit A) beschlossenen Ermächtigung begeben werden und ein Wandlungs- bzw. Optionsrecht auf den Namen lautende Stückaktien der Gesellschaft gewähren bzw. eine Wandlungs- oder Optionspflicht bestimmen. Der Vorstand wurde ermächtigt, die weiteren Einzelheiten der Durchführung einer bedingten Kapitalerhöhung festzusetzen.
Befugnisse des Vorstands zum Aktienrückkauf
Durch Beschluss der Hauptversammlung vom 12. Mai 2016 wurde der Vorstand bis zum 11. Mai 2021 ermächtigt, eigene Aktien in Höhe von bis zu 10 Prozent des derzeitigen Grundkapitals oder – falls der Betrag geringer ist – des zum Zeitpunkt der jeweiligen Ausübung der Ermächtigung bestehenden Grundkapitals zu erwerben. Diese Ermächtigung kann durch die Gesellschaft, ihre Tochtergesellschaften oder durch Dritte für Rechnung der Gesellschaft oder für Rechnung ihrer Tochtergesellschaften ausgeübt werden. Der Erwerb erfolgt nach Wahl des Vorstands über die Börse, mittels eines öffentlichen Kaufangebots, mittels einer öffentlichen Einladung zur Abgabe von Verkaufsofferten, durch die Ausgabe von Andienungsrechten an die Aktionäre oder unter Einsatz von Eigenkapitalderivaten (Put- oder Call-Optionen oder eine Kombination aus beiden). Im Übrigen bestehen grundsätzlich die Befugnisse zum Erwerb eigener Aktien nach Maßgabe der §§ 71 ff. AktG.
Kontrollwechsel
Ein Kontrollwechsel könnte Auswirkungen auf die Rückzahlungsansprüche aus dem Konsortialkreditvertrag zwischen der freenet Group und einem Bankenkonsortium sowie aus den von der freenet AG begebenen Schuldscheindarlehen haben. Diese Darlehen könnten in einem derartigen Fall teilweise oder zur Gänze fällig gestellt werden, ohne dass freenet einen Einfluss hierauf hätte. Ein solcher Kontrollwechsel kann, ungeachtet dessen, ob dem Übernahmeangebot vorausgeht, beim Erwerb von mehr als 50 Prozent der Stimmrechte an der freenet AG vorliegen oder wenn eine oder mehrere gemeinsam handelnde Personen das Recht haben, die Mehrheit der Mitglieder des Aufsichtsrat der freenet AG zu bestimmen. In einem solchen Fall würde freenet das Risiko tragen, dass Folgefinanzierungen zur Ablösung der Rückzahlungsansprüche nicht oder nur zu ungünstigeren Konditionen zustande kommen.
Entschädigungsvereinbarungen der Gesellschaft
Zwischen der Gesellschaft und den Mitgliedern des Vorstands oder Arbeitnehmern bestehen keine Entschädigungsvereinbarungen für den Fall eines Übernahmeangebots.
Erklärung nach § 289a HGB
Die Erklärung nach § 289a HGB ist auf der Homepage der Gesellschaft im Internet unter www.freenet-group.de im Bereich Investor Relations/Corporate Governance veröffentlicht.
Vergütungsbericht des Vorstands und des Aufsichtsrats
Vorstandsvergütung nach HGB
Die Vergütung der Mitglieder des Vorstands setzt sich aus einem jährlichen Fixgehalt, jährlichen variablen Bezügen sowie Bezügen mit langfristiger Anreizwirkung zusammen. Daneben bestehen Pensionszusagen. Die jährlichen variablen Bezüge resultieren jeweils aus einer jährlichen Zielvereinbarung, wobei als Einzelziele regelmäßig bestimmte Ausprägungen der wesentlichen finanziellen und nicht finanziellen Leistungsindikatoren des freenet Konzerns festgelegt werden. Für die Mitglieder des Vorstands war im Geschäftsjahr 2011 ein Vergütungsprogramm mit langfristiger Anreizwirkung, das so genannte „LTIP-Programm“ („LTIP Programm 1“), aufgelegt worden. Das LTIP Programm 1 war bereits zum 31. Dezember 2015 durch Auszahlung beendet. Am 26. Februar 2014 waren mit den Mitgliedern des Vorstands Vereinbarungen zu den Dienstverträgen geschlossen worden, die neue LTIP gewähren („LTIP Programm 2“).
Im LTIP Programm 2 wird für jedes Vorstandsmitglied ein LTIP-Konto geführt, auf dem jeweils pro Geschäftsjahr, abhängig von dem Erreichungsgrad bestimmter für dieses Geschäftsjahr definierter Ziele, eine Gutschrift oder Lastschrift in Form von virtuellen Aktien erfolgt. Pro Geschäftsjahr sind dann in einer festgelegten Zeitspanne, abhängig vom Kontostand des LTIP-Kontos, Barauszahlungen abzüglich Steuern und Abgaben möglich. Die Höhe dieser Auszahlungen ist unter anderem von dem zum Auszahlungszeitpunkt maßgeblichen Aktienkurs abhängig.
Die Vergütung der Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft setzte sich im Berichtsjahr und Vorjahr im Einzelnen wie folgt zusammen; dabei weisen die folgenden Tabellen die Vorstandsbezüge im Sinne des § 314 Abs. 1 Nr. 6a HGB in Verbindung mit dem DRS 17 aus. Darin enthalten sind die im Geschäftsjahr gewährten Bezüge. Wertänderungen der LTIP-Programme, die nicht auf einer Änderung der Ausübungsbedingungen beruhen, sind entsprechend § 314 Abs. 1 Nr. 6a HGB nicht angegeben.
Tabelle 18: Vorstandsvergütung für das Geschäftsjahr 2016 nach HGB
| In TEUR | Festbezüge | Variable Barbezüge | Gesamt Barbezüge | Gewährte Bezüge mit langfristiger Anreizwirkung | Gesamt Bezüge nach HGB1 |
|---|---|---|---|---|---|
| Christoph Vilanek | 765 | 613 | 1.378 | 0 | 1.378 |
| Joachim Preisig | 544 | 491 | 1.035 | 0 | 1.035 |
| Stephan Esch | 492 | 245 | 737 | 0 | 737 |
| Gesamt | 1.801 | 1.349 | 3.150 | 0 | 3.150 |
Tabelle 19: Vorstandsvergütung für das Geschäftsjahr 201 5 nach HGB
| In TEUR | Festbezüge | Variable Barbezüge | Gesamt Barbezüge | Gewährte Bezüge mit langfristiger Anreizwirkung | Gesamt Bezüge nach HGB1 |
|---|---|---|---|---|---|
| Christoph Vilanek | 765 | 639 | 1.404 | 0 | 1.404 |
| Joachim Preisig | 544 | 512 | 1.056 | 0 | 1.056 |
| Stephan Esch | 492 | 256 | 748 | 0 | 748 |
| Gesamt | 1.801 | 1.407 | 3.208 | 0 | 3.208 |
1) Der Betrag der Gesamtbezüge in der obenstehenden Tabelle umfasst nicht die Versorgungsaufwendungen in Höhe von 669 Tausend Euro (Vorjahr: 662 Tausend Euro). Wir verweisen auf die untenstehenden Erläuterungen.
Im Geschäftsjahr 2016 betrugen die Vorstandsbezüge gemäß § 314 Abs. 1 Nr. 6a HGB 3.150 Tausend Euro (Vorjahr: 3.208 Tausend Euro). Für 2016 und 2015 sind jeweils keine Bezüge mit langfristiger Anreizwirkung enthalten, da diese jeweils in den Geschäftsjahren der Gewährung der Vergütungsinstrumente bereits ausgewiesen worden waren.
Im Geschäftsjahr 2016 kam es aus dem LTIP Programm 2 zu keinen Barauszahlungen. Im Geschäftsjahr 2015 war es aus den LTIP-Programmen zu Barauszahlungen in Höhe von insgesamt 2.324 Tausend Euro gekommen, und zwar an Herrn Vilanek in Höhe von 0 Euro, an Herrn Preisig in Höhe von 1.603 Tausend Euro sowie an Herrn Esch in Höhe von 721 Tausend Euro. Mit den Barauszahlungen an die Herren Preisig und Esch wurde im Vorjahr jeweils deren LTIP Programm 1 (Zielerreichungsjahre 2011 bis 2014) vollständig abgelöst. Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2016 befinden sich alle drei Vorstände im LTIP Programm 2 – mit den Zielerreichungsjahren 2014 bis 2018 für Herrn Vilanek sowie 2015 bis 2019 für die Herren Preisig und Esch.
Zum 31. Dezember 2016 beträgt der Stand der Rückstellung nach HGB für das LTIP Programm 2 für Herrn Vilanek 3.473 Tausend Euro (Vorjahr: 2.347 Tausend Euro), für Herrn Preisig 1.159 Tausend Euro (Vorjahr: 571 Tausend Euro) sowie für Herrn Esch 773 Tausend Euro (Vorjahr: 381 Tausend Euro).
Im November 2004 war Herrn Esch eine mittelbare Pensionszusage gewährt worden. Im Geschäftsjahr 2009 war Herrn Vilanek anlässlich seiner Bestellung zum Vorstandsvorsitzenden zum 1. Mai 2009 eine mittelbare Pensionszusage erteilt worden. Die freenet AG hatte zum 1. September 2008 von der damaligen debitel AG die an Herrn Preisig gewährte Pensionszusage übernommen. Im Februar 2014 wurden an den Pensionszusagen aller drei Vorstände Anpassungen vorgenommen. Wir verweisen hierzu auf den Abschnitt „Vergütungsregelungen für den Fall der Tätigkeitsbeendigung“.
Zum 31. Dezember 2016 betrug die handelsrechtliche Verpflichtung für Herrn Vilanek 2.201 Tausend Euro (Vorjahr: 1.909 Tausend Euro), für Herrn Preisig 2.681 Tausend Euro (Vorjahr: 2.424 Tausend Euro) sowie für Herrn Esch 2.045 Tausend Euro (Vorjahr: 1.874 Tausend Euro). Der Verpflichtungswert für die Herren Spoerr, Krieger und Berger als ehemalige Vorstandsmitglieder betrug zum 31. Dezember 2016 insgesamt 5.429 Tausend Euro (Vorjahr: 5.384 Tausend Euro).
Im Personalaufwand wurden für die Vorstandsmitglieder aus den Pensionszusagen insgesamt laufende Dienstzeitaufwendungen von 669 Tausend Euro (Vorjahr: 662 Tausend Euro) erfasst. Diese entfielen für 2016 mit 284 Tausend Euro (Vorjahr: 282 Tausend Euro) auf Herrn Vilanek, mit 222 Tausend Euro (Vorjahr: 219 Tausend Euro) auf Herrn Preisig sowie mit 163 Tausend Euro (Vorjahr: 161 Tausend Euro) auf Herrn Esch.
Im Jahr 2016 wurden im Personalaufwand für die Vorstandsmitglieder aus den Pensionszusagen wie im Vorjahr keine nachzuverrechnenden Dienstzeitaufwendungen erfasst.
Es wurden keinem der Vorstandsmitglieder Darlehen gewährt und für keines der Vorstandsmitglieder Bürgschaften oder sonstige Gewährleistungen übernommen.
Vorstandsvergütung nach DCGK
Im Sinne der Ziffer 4.2.5 des Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) machen wir folgende Angaben zu den für das Geschäftsjahr 2016 sowie das Vorjahr gewährten Zuwendungen an die Mitglieder des Vorstands sowie zu den im Geschäftsjahr 2016 und dem Vorjahr an die Mitglieder des Vorstandes geflossenen Zuwendungen.
Tabelle 20: Dem Vor stand für das Geschäftsjahr 2016 gewährte Zuwendungen gemäß DCGK
| In TEUR | Christoph Vilanek | Joachim Preisig | Stephan Esch | Summe |
|---|---|---|---|---|
| Festvergütung | 750 | 530 | 480 | 1.760 |
| Nebenleistungen | 15 | 14 | 12 | 41 |
| Summe | 765 | 544 | 492 | 1.801 |
| Einjährige variable Vergütung | 500 | 400 | 200 | 1.100 |
| Mehrjährige variable Vergütung | ||||
| LTIP-Programm 1 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| LTIP-Programm 2 | 1.169 | 559 | 373 | 2.101 |
| Summe | 1.669 | 959 | 573 | 3.201 |
| Versorgungsaufwand | ||||
| Laufender Dienstzeitaufwand | 391 | 285 | 227 | 903 |
| Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Summe | 391 | 285 | 227 | 903 |
| Gesamtvergütung | 2.825 | 1.788 | 1.292 | 5.905 |
Tabelle 21: Dem Vorstand für das Geschäftsjahr 201 5 gewährte Zuwendungen gemäß DCGK
| In TEUR | Christoph Vilanek | Joachim Preisig | Stephan Esch | Summe |
|---|---|---|---|---|
| Festvergütung | 750 | 530 | 480 | 1.760 |
| Nebenleistungen | 15 | 14 | 12 | 41 |
| Summe | 765 | 544 | 492 | 1.801 |
| Einjährige variable Vergütung | 500 | 400 | 200 | 1.100 |
| Mehrjährige variable Vergütung | ||||
| LTIP-Programm 1 | 0 | 52 | 23 | 75 |
| LTIP-Programm 2 | 1.348 | 559 | 373 | 2.280 |
| Summe | 1.848 | 1.011 | 596 | 3.455 |
| Versorgungsaufwand | ||||
| Laufender Dienstzeitaufwand | 446 | 314 | 260 | 1.020 |
| Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Summe | 446 | 314 | 260 | 1.020 |
| Gesamtvergütung | 3.059 | 1.869 | 1.348 | 6.276 |
Tabelle 22: An den Vorstand im Geschäftsjahr 201 6 geflossene Zuwendungen gemäß DCGK
| In TEUR | Christoph Vilanek | Joachim Preisig | Stephan Esch | Summe |
|---|---|---|---|---|
| Festvergütung | 750 | 530 | 480 | 1.760 |
| Nebenleistungen | 15 | 14 | 12 | 41 |
| Summe | 765 | 544 | 492 | 1.801 |
| Einjährige variable Vergütung | 613 | 491 | 245 | 1.349 |
| Mehrjährige variable Vergütung | ||||
| LTIP-Programm 1 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| LTIP-Programm 2 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Summe | 613 | 491 | 245 | 1.349 |
| Versorgungsaufwand | ||||
| Laufender Dienstzeitaufwand | 391 | 285 | 227 | 903 |
| Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Summe | 391 | 285 | 227 | 903 |
| Gesamtvergütung | 1.769 | 1.320 | 964 | 4.053 |
Tabelle 23: An de n Vorstand im Geschäftsjahr 2015 geflossene Zuwendungen gemäß DCGK
| In TEUR | Christoph Vilanek | Joachim Preisig | Stephan Esch | Summe |
|---|---|---|---|---|
| Festvergütung | 750 | 530 | 480 | 1.760 |
| Nebenleistungen | 15 | 14 | 12 | 41 |
| Summe | 765 | 544 | 492 | 1.801 |
| Einjährige variable Vergütung | 639 | 512 | 256 | 1.407 |
| Mehrjährige variable Vergütung | ||||
| LTIP-Programm 1 | 0 | 1.603 | 721 | 2.324 |
| LTIP-Programm 2 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Summe | 639 | 2.115 | 977 | 3.731 |
| Versorgungsaufwand | ||||
| Laufender Dienstzeitaufwand | 446 | 314 | 260 | 1.020 |
| Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Summe | 446 | 314 | 260 | 1.020 |
| Gesamtvergütung | 1.850 | 2.973 | 1.729 | 6.552 |
Vergütungsregelungen für den Fall der Tätigkeitsbeendigung
Die Vergütungsregelungen für den Fall der vorzeitigen Beendigung der Vorstandsdienstverträge und für den Altersversorgungsfall sind wie folgt geregelt:
Regelungen für die ehemaligen Vorstandsmitglieder Eckhard Spoerr, Axel Krieger und Eric Berger:
| • | Mit Vollendung des 60. Lebensjahres erhalten die o. g. Vorstände eine Altersrente in Höhe von 2,5 Prozent des letzten jährlichen Fixgehalts für jedes angefangene Jahr der Vorstandstätigkeit bei der Gesellschaft oder ihrer Rechtsvorgängerin, der freenet.de AG, maximal jedoch ein Drittel des letzten jährlichen Fixgehalts (Garantierente). |
| • | Hinterbliebenenrente für die Ehefrau bzw. Lebensgefährtin und Waisenrente für etwaige Kinder bis zur Beendigung der Schul- oder Berufsausbildung, längstens jedoch bis zur Vollendung des 27. Lebensjahres, in einem Gesamtbetrag von maximal der Garantierente. |
Für den Vorstandsvorsitzenden Christoph Vilanek gelten folgende Regelungen seit 1. Januar 2014:
| • | Mit Vollendung des 60. Lebensjahres erhält Herr Vilanek eine Altersrente in Höhe von 2,7 Prozent des letzten jährlichen Fixgehalts für jedes angefangene Vertragsjahr der Vorstandstätigkeit bei der Gesellschaft, maximal jedoch ein Drittel des letzten jährlichen Fixgehalts (Maximalrente). |
| • | Hinterbliebenenrente für die Ehefrau bzw. Lebensgefährtin und Waisenrente für etwaige Kinder bis zur Beendigung der Schul- oder Berufsausbildung, längstens jedoch bis zur Vollendung des 27. Lebensjahres, in einem Gesamtbetrag von maximal dem Betrag der zuletzt gezahlten Altersrente bzw. des beim Ableben von Herrn Vilanek erreichten Werts der Versorgungsanwartschaft. |
| • | Es wurde eine auf fünf Jahre ausgelegte Zielvereinbarung geschlossen. Endet der Dienstvertrag durch Zeitlablauf, Kündigung, durch Aufhebung oder anderweitig oder endet die Organstellung aufgrund Widerrufs, so hat Herr Vilanek Anspruch auf Auszahlung des Longterm-Incentive-Kontos zum Zeitpunkt der Beendigung, sofern darauf ein positiver Saldo verbucht ist. Sofern für die Kündigung des Dienstvertrags von Seiten der Gesellschaft nicht ein wichtiger Grund gemäß § 626 BGB vorliegt oder sofern der Widerruf der Organstellung nicht im Zusammenhang steht mit der Kündigung des Dienstvertrags von Seiten der Gesellschaft, für die ein wichtiger Grund gemäß § 626 BGB vorliegt, wird der Anzahl der virtuellen Aktien im Longterm-Incentive-Konto die Anzahl von Aktien hinzugerechnet, die sich aufgrund des Konzern-EBITDA für das laufende Geschäftsjahr ergibt. |
Für den Vorstand Stephan Esch gelten folgende Regelungen seit 1. Januar 2015 (Vereinbarung vom 26. Februar 2014):
| • | Mit Vollendung des 60. Lebensjahres erhält Herr Esch eine Altersrente in Höhe von 2,5 Prozent des letzten jährlichen Fixgehalts für jedes angefangene Jahr der Vorstandstätigkeit bei der Gesellschaft oder ihrer Rechtsvorgängerin, der freenet.de AG, maximal jedoch 40 Prozent des letzten jährlichen Fixgehalts (Garantierente). |
| • | Hinterbliebenenrente für die Ehefrau bzw. Lebensgefährtin und Waisenrente für etwaige Kinder bis zur Beendigung der Schul- oder Berufsausbildung, längstens jedoch bis zur Vollendung des 27. Lebensjahres, in einem Gesamtbetrag von maximal der Garantierente. |
| • | Es wurde eine auf fünf Jahre ausgelegte Zielvereinbarung geschlossen. Endet der Dienstvertrag durch Zeitlablauf, Kündigung, durch Aufhebung oder anderweitig oder endet die Organstellung aufgrund Widerrufs, so hat Herr Esch Anspruch auf Auszahlung des Longterm-Incentive-Kontos zum Zeitpunkt der Beendigung, sofern darauf ein positiver Saldo verbucht ist. Sofern für die Kündigung des Dienstvertrags von Seiten der Gesellschaft nicht ein wichtiger Grund gemäß § 626 BGB vorliegt oder sofern der Widerruf der Organstellung nicht im Zusammenhang steht mit der Kündigung des Dienstvertrags von Seiten der Gesellschaft, für die ein wichtiger Grund gemäß § 626 BGB vorliegt, wird der Anzahl der virtuellen Aktien im Longterm-Incentive-Konto die Anzahl von Aktien hinzugerechnet, die sich aufgrund des Konzern-EBITDA für das laufende Geschäftsjahr ergibt. |
Für den Vorstand Joachim Preisig gelten folgende Regelungen seit 1. Januar 2015 (Vereinbarung vom 26. Februar 2014):
| • | Mit Vollendung des 60. Lebensjahres erhält Herr Preisig eine Altersrente in Höhe von 2,5 Prozent des letzten jährlichen Fixgehalts für jedes angefangene Jahr der Vorstandstätigkeit bei der Gesellschaft, bzw. zuvor bei der damaligen debitel AG, maximal jedoch ein Drittel des letzten jährlichen Fixgehalts (Garantierente). |
| • | Hinterbliebenenrente für die Ehefrau bzw. Lebensgefährtin und Waisenrente für etwaige Kinder bis zur Beendigung der Schul- oder Berufsausbildung, längstens jedoch bis zur Vollendung des 27. Lebensjahres, in einem Gesamtbetrag von maximal der Garantierente. |
| • | Mit Ausscheiden nach Vollendung des 60. Lebensjahres erhält Herr Preisig aus der Debitel-Altersversorgung eine Altersrente in Höhe von 9.333,0 Euro (zugesagte monatliche Altersrente). Bei einem vorzeitigen Ausscheiden erhält Herr Preisig nach Vollendung des 60. Lebensjahres eine Altersrente, die sich nach den gesetzlichen Vorgaben berechnet, somit erfolgt eine Quotierung der zugesagten Altersrente entsprechend der tatsächlichen Dienstzugehörigkeit. Sämtliche Ansprüche von Herrn Preisig, seiner Ehefrau oder einer bezugsberechtigten Lebensgefährtin und von Hinterbliebenen aus der Debitel-Altersversorgung werden auf sämtliche vorgenannten Ansprüche aus dem aktuellen Dienstvertrag angerechnet. |
| • | Es wurde eine auf fünf Jahre ausgelegte Zielvereinbarung geschlossen. Endet der Dienstvertrag durch Zeitlablauf, Kündigung, durch Aufhebung oder anderweitig oder endet die Organstellung aufgrund Widerrufs, so hat Herr Preisig Anspruch auf Auszahlung des Longterm-Incentive-Kontos zum Zeitpunkt der Beendigung, sofern darauf ein positiver Saldo verbucht ist. Sofern für die Kündigung des Dienstvertrags von Seiten der Gesellschaft nicht ein wichtiger Grund gemäß § 626 BGB vorliegt oder sofern der Widerruf der Organstellung nicht im Zusammenhang steht mit der Kündigung des Dienstvertrags von Seiten der Gesellschaft, für die ein wichtiger Grund gemäß § 626 BGB vorliegt, wird der Anzahl der virtuellen Aktien im Longterm-Incentive-Konto die Anzahl von Aktien hinzugerechnet, die sich aufgrund des Konzern-EBITDA für das laufende Geschäftsjahr ergibt. |
Dienstverträge mit Tochtergesellschaften der freenet AG bestehen nicht.
Aufsichtsratsvergütung
Die Vergütung des Aufsichtsrats ist in der Satzung geregelt und setzt sich aus drei Komponenten zusammen:
| • | einer Basisvergütung, |
| • | Sitzungsentgelten und |
| • | einer erfolgsabhängigen Vergütung. |
Die Mitglieder des Aufsichtsrats erhalten für jedes volle Geschäftsjahr ihrer Zugehörigkeit zu diesem Gremium eine feste Basisvergütung in Höhe von 30.000 Euro von der Gesellschaft.
Der Vorsitzende des Aufsichtsrats erhält den doppelten Betrag, der stellvertretende Vorsitzende den anderthalbfachen Betrag der Basisvergütung.
Jedes Aufsichtsratsmitglied erhält zusätzlich für jede Sitzung des Aufsichtsrats, an der es teilgenommen hat, ein Sitzungsgeld in Höhe von 1.000 Euro. Aufsichtsratsmitglieder, die einem Ausschuss des Aufsichtsrats – mit Ausnahme des gem. § 27 Abs. 3 Mitbestimmungsgesetz gebildeten Ausschusses – angehören, erhalten zusätzlich für an jeder teilgenommenen Sitzung des Ausschusses ein Sitzungsgeld in Höhe von 1.000 Euro. Der Vorsitzende des Ausschusses erhält den doppelten Betrag.
Der Aufsichtsrat hat im Rahmen einer freiwilligen Selbstbeschränkung beschlossen, auf die Vergütung von Sitzungsgeldern für telefonische Sitzungen des Aufsichtsrates, seiner Ausschüsse und für telefonische Teilnahmen an Präsenzsitzungen zu verzichten.
Die Mitglieder des Aufsichtsrats erhalten ferner nach Ablauf jedes Geschäftsjahres eine variable, erfolgsabhängige Vergütung in Höhe von 500 Euro je 0,01 Euro Dividende, die über 0,10 Euro je Stückaktie der Gesellschaft hinaus für das abgelaufene Geschäftsjahr an die Aktionäre ausgeschüttet wird. Die Vergütung ist der Höhe nach begrenzt auf den als feste Vergütung geschuldeten Betrag. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats erhält den doppelten Betrag, der stellvertretende Vorsitzende erhält den anderthalbfachen Betrag.
Für ihre Tätigkeit innerhalb des Geschäftsjahres 2016 bezogen die Aufsichtsratsmitglieder der Gesellschaft eine Festvergütung in Höhe von 405 Tausend Euro sowie 60 Tausend Euro Sitzungsgeld. Zudem wurde eine erfolgsabhängige Vergütung in Höhe von 405 Tausend Euro als Aufwand erfasst. Inwiefern diese erfolgsabhängige Vergütung zur Auszahlung kommen wird, ist vom Gewinnverwendungsbeschluss für das Geschäftsjahr 2016 abhängig. Die Gesamtsumme an Aufwendungen für Aufsichtsratstätigkeiten beträgt somit 870 Tausend Euro.
Mitgliedern des Aufsichtsrats werden darüber hinaus Auslagen, die im Zusammenhang mit der Ausübung des Mandats entstehen, sowie Umsatzsteuer ersetzt.
Es wurden keinem der Aufsichtsratsmitglieder Darlehen gewährt und für keines der Aufsichtsratsmitglieder Bürgschaften oder sonstige Gewährleistungen übernommen.
Individualisierte Angaben für die letzten beiden Geschäftsjahre sind aus den nachfolgenden Tabellen ersichtlich. Es ist zu beachten, dass es aufgrund des Zahlenformats bei den Zwischen- und Endsummen rechnerische Rundungsdifferenzen geben kann, da die Zahlen auf eine Dezimalstelle gerundet wurden.
Tabelle 24: Verg ütung für das Geschäftsjahr 2016
| In TEUR | Basisvergütung | Sitzungsentgelte | Erfolgsabhängige Vergütung | Gesamt |
|---|---|---|---|---|
| Aktive Mitglieder | ||||
| Dr. Hartmut Schenk | 60,0 | 7,0 | 60,0 | 127,0 |
| Knut Mackeprang1 | 45,0 | 3,0 | 45,0 | 93,0 |
| Claudia Anderleit1 | 30,0 | 3,0 | 30,0 | 63,0 |
| Birgit Geffke1 | 30,0 | 2,0 | 30,0 | 62,0 |
| Thorsten Kraemer | 30,0 | 4,0 | 30,0 | 64,0 |
| Ronny Minak1 | 30,0 | 7,0 | 30,0 | 67,0 |
| Michael Stephan1 | 30,0 | 7,0 | 30,0 | 67,0 |
| Prof. Dr. Helmut Thoma | 30,0 | 3,0 | 30,0 | 63,0 |
| Gesine Thomas1 | 30,0 | 2,0 | 30,0 | 62,0 |
| Marc Tüngler | 30,0 | 8,0 | 30,0 | 68,0 |
| Robert Weidinger | 30,0 | 11,0 | 30,0 | 71,0 |
| Sabine Christiansen | 30,0 | 3,0 | 30,0 | 63,0 |
| Gesamt | 405,0 | 60,0 | 405,0 | 870,0 |
1 Arbeitnehmervertreter/innen gemäß § 7 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 MitbestG vom 4. Mai 1976.
Tabelle 25: Vergütung für das Geschäftsjahr 201 5
| In TEUR | Basisvergütung | Sitzungsentgelte | Erfolgsabhängige Vergütung | Gesamt |
|---|---|---|---|---|
| Aktive Mitglieder | ||||
| Dr. Hartmut Schenk | 60,0 | 14,0 | 60,0 | 134,0 |
| Knut Mackeprang1 | 45,0 | 5,0 | 45,0 | 95,0 |
| Claudia Anderleit1 | 30,0 | 7,0 | 30,0 | 67,0 |
| Birgit Geffke1 | 30,0 | 9,0 | 30,0 | 69,0 |
| Thorsten Kraemer | 30,0 | 7,0 | 30,0 | 67,0 |
| Ronny Minak1 | 30,0 | 8,0 | 30,0 | 68,0 |
| Michael Stephan1 | 30,0 | 8,0 | 30,0 | 68,0 |
| Prof. Dr. Helmut Thoma | 30,0 | 5,0 | 30,0 | 65,0 |
| Gesine Thomas1 | 30,0 | 4,0 | 30,0 | 64,0 |
| Marc Tüngler | 30,0 | 8,0 | 30,0 | 68,0 |
| Robert Weidinger | 30,0 | 12,0 | 30,0 | 72,0 |
| Sabine Christiansen | 25,5 | 3,0 | 25,6 | 54,1 |
| 400,5 | 90,0 | 400,6 | 891,1 | |
| Ehemalige Mitglieder | ||||
| Achim Weiss | 2,5 | 0,0 | 2,5 | 5,0 |
| Gesamt | 403,0 | 90,0 | 403,1 | 896,1 |
1 Arbeitnehmervertreter/innen gemäß § 7 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 MitbestG vom 4. Mai 1976.
Prognosebericht
Marktentwicklung 2017
Die globale Wirtschaft wird sich nach Einschätzung des IWF im Jahr 2017 wieder etwas erholen und um etwa 3,4 Prozent wachsen, nach 3,1 Prozent im Jahr 2016. Die OECD ist in ihrem Weltwirtschaftsausblick mit einem Anstieg des globalen BIP um 3,3 Prozent für das Jahr 2017 etwas verhaltener. Laut IWF sind die Treiber des weltweiten Wirtschaftswachstums 2017 vor allem die verbesserten Konjunkturaussichten in China und den Vereinigten Staaten von Amerika. Für beide Volkswirtschaften hat der Fonds seine Wachstumserwartungen gegenüber der Oktober-Prognose nach oben korrigiert. In Bezug auf die USA verwies der IWF auf die Erwartungen der Finanzmärkte, die sich vom neuen politischen Kurs des Präsidenten Donald J. Trump unter anderem Steuersenkungen, höhere Infrastruktur-Ausgaben sowie eine Aufstockung des Verteidigungsbudgets erhoffen. In diesem Zusammenhang ist der IWF auch hinsichtlich der Wachstumsperspektiven für die fortgeschrittenen Volkswirtschaften etwas optimistischer, warnte gleichzeitig aber vor wachsendem Protektionismus und den möglichen Auswirkungen der US-Politik auf Schwellenmärkte und Entwicklungsländer.
Für die Eurozone rechnen IWF und OECD mit einem Anstieg der Wirtschaftsleistung um 1,6 Prozent im Jahr 2017, nach 1,7 Prozent im Jahr 2016. Für Deutschland liegt die Wachstumserwartung des IWF für das Jahr 2017 mit einem Plus von 1,5 Prozent leicht unterhalb dieses Niveaus. Die Deutsche Bundesbank ist hinsichtlich der Konjunkturentwicklung 2017 in Deutschland etwas optimistischer. In ihrem Monatsbericht von Dezember 2016 geht sie von einem Anstieg des Deutschen BIP im Jahr 2017 um 1,8 Prozent aus. Die Hauptstütze dieses soliden Aufschwungs ist demnach auch im Jahr 2017 die Binnenwirtschaft, die unter anderem von der günstigen Arbeitsmarktlage und steigenden Einkommen der privaten Haushalte profitiert.
Vor dem Hintergrund einer nach wie vor kräftigen Binnenkonjunktur rechnen VATM und Dialog Consult für 2017 mit einem Anstieg der Gesamtumsätze im Telekommunikationsmarkt zwischen 1,5 und 3,0 Prozent, mit stabilen Preisen im Festnetzbereich und leicht rückläufigen Preisen im Mobilfunk. Der deutsche Mobilfunkmarkt ist nach Einschätzung der britischen Investmentbank HSBC nach wie vor intakt und wird in den kommenden Jahren wieder ein Wachstum verzeichnen, unter anderem aufgrund der Beschleunigung der mobilen Datennutzung. Laut HSBC verursachen der zunehmende Datenverkehr sowie die Weiterentwicklung des technologischen Mobilfunk-Standards in Richtung 5G aber auch höhere Kosten und einen erhöhten Investitionsaufwand für die Marktteilnehmer. Im Hinblick auf die Refinanzierung anstehender Investitionen, vor allem in Netzinfrastrukturen, gewinnen neue Tarif- und Preisstrukturen an Bedeutung. Die Beratungsgesellschaft Deloitte hatte bereits im Januar des abgelaufenen Geschäftsjahres eine Trendumkehr bei den Mobilfunkpreisen für das Jahr 2016 vorhergesagt, die sich im abgelaufenen Geschäftsjahr mit ersten Preiserhöhungen, vor allem im Discount-Bereich andeutete. Zu dieser Einschätzung kam Deloitte aufgrund der zunehmenden Bereitschaft der Konsumenten für schnellere Netze und größere Datenpakete zu zahlen. Ein weiterer Katalysator für die Preiswende sei außerdem die steigende Zahl vernetzter mobiler Endgeräte sowie die zunehmende Popularität von OTT- und Audio- bzw. Video-Streaming-Diensten.
Voraussetzung für eine qualitativ hochwertige Übertragung audiovisueller Inhalte ist eine moderne, zukunftsfähige Dateninfrastruktur – sowohl in Bezug auf die Mobilfunknetze als auch im Breitbandbereich. In diesem Zusammenhang hat die Bundesregierung das klare Ziel definiert bis zum Jahr 2018 deutschlandweit eine flächendeckende Breitbandversorgung mit mindestens 50 Mbit/s sicherzustellen. Bereits heute fördert die Bundesregierung den Breitbandausbau mit rund 3,3 Milliarden Euro. Hinzu kommen rund 625 Millionen Euro der Bundesländer aus der sogenannten Digitalen Dividende 2. Nach Angaben des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie konnten damit bislang mehr als eine Million Haushalte an das Highspeed-Internet angeschlossen werden, was einen weiteren wichtigen Schritt zur Digitalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft darstellt.
Dieser digitale Wandel manifestiert sich unter anderem in einer Annäherung der Teilmärkte Festnetz, Mobilfunk und TV. Auf Konsumentenseite spiegelt dies die steigende Nachfrage nach Produkten und Anwendungen rund um das Internet der Dinge bzw. das digital vernetzte private Heim wider. Auf diese Entwicklungen reagieren die Telekommunikationsanbieter vermehrt mit der Implementierung neuer Geschäftsmodelle um am Wachstum dieser neuen Marktsegmente zu partizipieren.
Laut einer Statista-Umfrage von August 2016 finden 84 Prozent der 18 bis 29-jährigen befragten Personen vernetztes Wohnen bzw. Smart-Home-Produkte sehr interessant oder interessant, unter den 30 bis 39-Jährigen sind es 67 Prozent. Bei der älteren Generation der zwischen 40- und 59-Jährigen beläuft sich diese Zahl noch auf knapp über 50 Prozent. 48 Prozent der Nutzer solcher Anwendungen gaben laut der Statista-Befragung in den letzten 12 Monaten zwischen 500 und 5.000 Euro für Produkte zur Heimvernetzung aus, dabei handelte es sich vorwiegend um Produkte aus dem Unterhaltungsbereich. Nach Analysen von Deloitte steigt die Zahl der Smart-Home-Haushalte in Deutschland deutlich. Demnach sollen unter optimalen Rahmenbedingungen bereits im Jahr 2018 eine Million Haushalte smart vernetzt sein. In einem ungünstigen Marktumfeld würde die Millionengrenze im Jahr 2020 überschritten. Im Hinblick auf den Gerätebestand geht Deloitte davon aus, dass bis 2020 in Deutschland rund 100 Millionen entsprechender vernetzter Endgeräte verwendet werden. Dazu zählen neben Wearables, Network-Audio Hardware, Smart-Home Komponenten und Connected Cars vor allem vernetzte TV-Screens.
Insgesamt ist der TV-Bildschirm nach wie vor das bevorzugte Endgeräte für den Empfang von Film- und Videodiensten. Mit der zunehmenden Verbreitung vernetzter TV-Geräte steigt auch der Konsum von IPTV- und Pay-TV-Diensten, bei dem die Übertragung von Bewegtbildern über das Internet Protokoll auf das TV-Gerät erfolgt. Nach Einschätzung von PwC ist vor allem die dynamische Entwicklung im Pay-TV-Bereich verantwortlich für das starke Wachstum des Geschäfts mit TV-Abonnementdiensten. Die Erlöse aus Abonnements von Kabel-, Satelliten, IPTV- und Pay-TV-Diensten sollen demnach von 4,7 Milliarden Euro im Jahr 2016 auf 5,3 Milliarden Euro im Jahr 2020 ansteigen. Das entspricht einer durchschnittlichen Wachstumsrate von 3,3 Prozent. Insgesamt wird sich der deutsche Fernsehmarkt nach Ansicht von PwC mit einer durchschnittlichen Wachstumsrate von 1,8 Prozent pro Jahr weiter positiv entwickeln. Die Gesamtumsätze im TV-Markt werden demnach von 14,6 Milliarden Euro im Jahr 2016 auf 14,8 Milliarden Euro im Jahr 2017 ansteigen und sich im Jahr 2020 bereits auf 15,6 Milliarden Euro belaufen.
Zusammenfassend werden für die Ableitung der Prognosen der freenet Group insbesondere folgende Annahmen als wesentlich angesehen:
| • | Gesättigter Mobilfunkmarkt in Deutschland mit rückläufigem Marktvolumen im Jahr 2016, eingeschränktem Wachstumspotenzial und uneinheitlicher Preisentwicklung |
| • | Hohe Wachstumsraten in neuen Marktsegmenten rund um Digital-Lifestyle, das Internet der Dinge sowie im deutschen TV-Markt , vor allem im Bereich der Abonnementdienste |
| • | Erhöhte Konsum- und Zahlungsbereitschaft privater Haushalte, vor allem für Produkte und Anwendungen im Bereich des digital vernetzten privaten Heims. |
freenet Konzern
Die freenet Group ist als netzunabhängiger Anbieter von Mobilfunkdienstleistungen in Deutschland in einem gesättigten Marktumfeld tätig. Das zuletzt leicht rückläufige kumulierte Marktvolumen, die hohe Wettbewerbsintensität sowie der anhaltende Konsolidierungsdruck auf Anbieterseite stellen die Branche zunehmend vor Herausforderungen.
Diesen Herausforderungen begegnet die freenet Group weiterhin mit der strategischen Fokussierung auf werthaltige Kundenbeziehungen in der Neukundengewinnung und im Bestandskundenmanagement. Im Mittelpunkt stehen dabei die weitere Steigerung des nicht finanziellen Leistungsindikators Customer-Ownership, der sich aus dem Postpaid- und No-Frills Kundenbestand zusammensetzt sowie die Stabilisierung des durchschnittlichen monatlichen Umsatzes pro Vertragskunde. Darüber hinaus konzentriert sich die Gesellschaft auf den Ausbau und die Weiterentwicklung des Kundenservice in Richtung Customer Excellence und Digitalisierung. In diesem Zusammenhang hat der freenet Konzern mit der Capita Customer Services (Germany) GmbH im November 2016 einen Vertrag zur Übernahme der Geschäftsprozesse der mobilcom-debitel GmbH im Kundenservice abgeschlossen. Hintergrund der auf sieben Jahr ausgelegten strategischen Partnerschaft ist der kundenorientierte digitale Ausbau der Customer-Care-Prozesse der mobilcom-debitel GmbH.
Die freenet Group arbeitet fortlaufend an einem rentabilitätsorientierten Ausbau ihrer Digital-Lifestyle-Geschäftsaktivitäten um weitere Erlösquellen zu erschließen. Bereits heute verfügt das Unternehmen über ein breites Portfolio innovativer, digitaler Anwendungen und Digital-Lifestyle-Produkte aus den Bereichen Unterhaltung, Smart Home, Gesundheit und Sicherheit und adressiert damit einen dynamischen Markt. Derzeit leisten die aus der Vermarktung von Digital-Lifestyle-Produkten und -Services generierten Umsatzerlöse nur einen marginalen Beitrag zum gesamten Geschäftsvolumen der freenet Group, allerdings mit hohen Wachstumsraten. Im Geschäftsjahr 2016 konnten die Digital-Lifestyle-Umsätze auf circa 137 Millionen Euro gesteigert werden, das entspricht einem Wachstum gegenüber dem Vorjahr von etwa 30 Prozent.
Erklärtes Ziel der freenet Group ist es, ihre Marktposition als Digital-Lifestyle-Provider weiter zu festigen und in neuen Digital-Lifestyle-Bereichen stärker als der Markt zu wachsen. Dabei kommt der Erschließung neuer innovativer Geschäftsfelder, nahe am Kerngeschäft, eine besondere Bedeutung zu. Mit dem Vermarktungsstart der neuen Fernsehprodukte freenet TV und waipu.tv im Subskriptionsmodell hat die freenet Group im abgelaufenen Geschäftsjahr den Eintritt in das neue Geschäftsfeld TV und Medien vollzogen. Damit bewegt sich das Unternehmen in dem wachstumsstarken Markt für TV-Abonnementdienste und setzt somit die Diversifikation seiner Digital-Lifestyle-Geschäftsaktivitäten konsequent fort.
Seit der Einführung von DVB-T2 HD im Juni 2016 ist es erstmals möglich über Terrestrik hochauflösendes Digitalfernsehen zu empfangen. Die Umstellung auf den neuen Standard erfolgt stufenweise bis zum 29 März 2017, an dem die DVB-T-Verbreitung in vielen Regionen Deutschlands eingestellt wird. Mit dem neuen Übertragungsstandard DVB-T2 HD wird neben der besseren Qualität auch die Programmvielfalt zunehmen. Basierend auf den Vorteilen des neuen Standards, plant die freenet Group nach der Abschaltung von DVB-T mit dem Vertrieb ihres neuen Produkts freenet TV ein kostengünstiges Endkundengeschäft für den terrestrischen Empfang von Privatsendern zu erschließen. Die entsprechende Infrastruktur für die digital-terrestrische Rundfunkverbreitung der zweiten Generation hat sich die freenet Group im abgelaufenen Geschäftsjahr mit der Akquisition der Media Broadcast Gruppe, dem alleinigen kommerziellen Anbieter von DVB-T2 und DAB+ in Deutschland gesichert. Eine weitere preisgünstige Möglichkeit für die TV-Unterhaltung bietet die freenet Group seit Ende September 2016, dem Vertriebsstart von waipu.tv, an. Das IPTV-Produkt verbindet höchste Bildqualität mit dem Komfort einer App und der Flexibilität des Internets. Die Übertragung der IP-Entertainment Angebote erfolgt über das geschlossene, 12.000 Kilometer lange Glasfasernetz der EXARING AG, an der die freenet AG mit knapp 25 Prozent beteiligt ist.
Die Grundlage der erfolgreichen Geschäftsstrategie der freenet Group bildet weiterhin ein effizientes Vertriebsnetz mit Cross-Selling Möglichkeiten. Dabei nutzt die Gesellschaft mit ihrer Mehrmarken-Strategie sowohl den stationären Handel als auch Online-Kanäle zur Vermarktung ihres Mobilfunk- und Digital-Lifestyle-Portfolios. Mit einem klaren Fokus auf Kundenservice und dessen Weiterentwicklung wird das Unternehmen auch zukünftig auf die individuellen Bedürfnisse seiner Kunden eingehen und mit maßgeschneiderten Angeboten am Wachstum des Digital-Lifestyle und TV-Markts in Deutschland partizipieren.
Der im Konzernlagebericht zum Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2015 anhand der definierten Leistungsindikatoren prognostizierte Geschäftsausblick der freenet Group für das Geschäftsjahr 2016 hat sich als zutreffend erwiesen. Die vom Vorstand prognostizierten Zielangaben wurden erfüllt bzw. übertroffen.
Tabelle 26: Entwicklung der wesentlichen Leistungsindikatoren 1
| In Mio. EUR bzw. lt. Angabe | Prognose aus 2015 für das Geschäftsjahr 2016 | Ist 2016 | Änderung zum Vorjahr in % |
Prognose für das Geschäftsjahr 2017 |
|---|---|---|---|---|
| Finanzielle Leistungsindikatoren | ||||
| Konzernumsatz | moderat steigend | 3.362,4 | 7,8 | leicht steigend |
| Konzern-EBITDA2 | leicht über 400 | 402,3 | 8,7 | leicht steigend |
| Free Cashflow2 | etwa 300 | 311,4 | 9,4 | leicht steigend |
| Postpaid-ARPU (in Euro) | stabil | 21,4 | 0,0 | stabil |
| Nicht finanzieller Leistungsindikator | ||||
| Customer-Ownership (in Mio.) | leicht steigend | 9,53 | 2,5 | leicht steigend |
1) Zur Definition der Kennzahlen verweisen wir auf den Abschnitt „Definition alternativer Leistungskennzahlen“ in diesem Konzernlagebericht.
2) Die Steuerung des Konzern-EBITDA bzw. des Free Cashflows erfolgt ohne Berücksichtigung der Ergebnisanteile der freenet AG an Sunrise bzw. der Dividendenzahlung von Sunrise.
Im Rahmen der Unternehmenssteuerung verwendet der freenet Konzern finanzielle und nicht finanzielle Leistungsindikatoren zur Messung des kurz-, mittel- und langfristigen Erfolgs seiner strategischen Ausrichtung und deren operativer Umsetzung. Die Steuerung nach dem finanziellen Leistungsindikator Free Cashflow erfolgt nicht segmentbezogen sondern ausschließlich auf Konzernebene. Die Leistungsindikatoren Postpaid-ARPU und Customer-Ownership werden ausschließlich zur Steuerung im Segment Mobilfunk verwendet.
Basierend auf den positiven Ergebnissen für das Geschäftsjahr 2016 strebt die Gesellschaft für das Geschäftsjahr 2017 einen leicht steigenden Konzernumsatz und ein leicht steigendes Konzern-EBITDA an. Auf Segmentebene rechnet der Vorstand für 2017 im Mobilfunkbereich gegenüber dem Vorjahr mit einem stabilen Umsatz und einem stabilen EBITDA. Für das im abgelaufenen Geschäftsjahr neu geschaffene Segment TV und Medien erwartet die Gesellschaft unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Konsolidierungszeiträume der Media Broadcast Gruppe von 9,5 Monaten im Geschäftsjahr 2016 und 12 Monaten im laufenden Geschäftsjahr für 2017 einen leicht steigenden Umsatz sowie ein leicht steigendes EBITDA, jeweils im Vergleich zum Vorjahr. Wie in den vorausgehenden Berichtsperioden, ist der erwartete EBITDA-Beitrag aus der Beteiligung der freenet AG an der Sunrise Communications Group AG nicht in der Prognose für das Geschäftsjahr 2017 enthalten, da dieser kein steuerungsrelevanter Bestandteil ist.
Für das Geschäftsjahr 2017 strebt die Gesellschaft darüber hinaus einen gegenüber dem Vorjahr leicht steigenden konzernweiten Free Cashflow an. Ein gegebenenfalls aus der Beteiligung der freenet AG an der Sunrise Communications Group AG resultierender Beitrag zum konzernweiten Free Cashflow der freenet AG ist ebenfalls nicht in der Prognose für das Geschäftsjahr 2017 enthalten, da dieser kein steuerungsrelevanter Bestandteil ist.
Die Zielangaben für die Entwicklung der Leistungsindikatoren Postpaid-ARPU und Customer-Ownership im Geschäftsjahr 2017 bleiben unverändert: Die Gesellschaft rechnet im Segment Mobilfunk weiterhin mit einer Stabilisierung des Postpaid-ARPUs auf dem Niveau des Vorjahres und einer leicht steigenden Kundenzahl im Customer-Ownership gegenüber dem Vorjahr.
Den Herausforderungen im Mobilfunkmarkt versucht die freenet Group auch weiterhin mit der strategischen Fokussierung auf den Erhalt und die Gewinnung werthaltiger Kundenbeziehungen zu begegnen. Dem Konsumentenverhalten hin zur vermehrt mobilen Datennutzung und höheren Datenvolumina trägt das Unternehmen mit einer verstärkten Vermarktung von Datentarifen und aktuellen Endgeräten, wie Smartphones und Tablets Rechnung. Darüber hinaus rechnet die Gesellschaft mit der zunehmenden Erschließung neuer Erlösquellen durch die Vermarktung innovativer Produkte und Dienstleistungen für mobile Anwendungen im Bereich Digital-Lifestyle. Im Hinblick auf die Generierung zusätzlicher Umsatz- und Ergebnisbeiträge gewinnt auch das neue Segment TV und Medien an Bedeutung. Weitere Aussagen zu der zukünftigen Entwicklung nicht steuerungsrelevanter Leistungsindikatoren sind im Wirtschaftsbericht dargestellt.
Gesamtaussage zur voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns
Der Vorstand geht für das Geschäftsjahr 2017 von einer weiterhin positiven Gesamtentwicklung des Unternehmens aus. Die strategische Fokussierung des Unternehmens auf werthaltige Kundenbeziehungen in den Bereichen Postpaid und No-Frills (zusammen: Customer-Ownership) im Kerngeschäftsfeld Mobilfunk hat sich erneut als erfolgreich erwiesen. Aus diesem Grund wird die freenet Group diese grundlegende Ausrichtung auch in Zukunft weiterverfolgen um seine etablierte Positionierung im Mobilfunkmarkt abzusichern.
Mit der frühzeitigen strategischen Ausrichtung zum umfassenden Digital-Lifestyle-Provider hat sich die freenet Group darüber hinaus in neuen, schnell wachsenden Marktsegmenten rund um mobile Anwendungen und das “Internet der Dinge” positioniert. Durch die Vermarktung innovativer Digital-Lifestyle-Produkte und -Services wird das Unternehmen dieses vorhandene Wachstumspotenzial auch in Zukunft nutzen. Mit dem Eintritt in das neue TV-Geschäftsfeld hat die freenet Group den Grundstein für ein umfassendes, innovatives Fernseherlebnis gelegt und gleichzeitig den Weg für das Fernsehen der nächsten Generation bereitet. In dem neuen Segment TV und Medien sieht das Unternehmen die Chance, sich neben dem Kerngeschäft Mobilfunk ein weiteres relevantes Standbein aufzubauen.
Die Sicherung und der Ausbau einer nachhaltigen Profitabilität und Cashflow-Stärke bilden die Grundlage für die strategische Geschäftsausrichtung der freenet AG. Dabei konzentriert sich das Unternehmen auch zukünftig auf die Erweiterung des Produktportfolios und die organische und anorganische Erschließung neuer Geschäftssegmente unter engen Rentabilitäts- und Investitionsvorgaben.
Büdelsdorf, den 06. März 2017
Der Vorstand
Christoph Vilanek
Joachim Preisig
Stephan Esch
Konzerngewinn- und Verlustrechnung für den Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2016
| In TEUR bzw. lt. Angabe | Anhang Textziffer | 1.1.201 6 - 31.12.201 6 | 1.1.201 5 - 31.12.201 5 |
|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 4 | 3.362.407 | 3.117.892 |
| Sonstige betriebliche Erträge | 5 | 60.544 | 51.268 |
| Andere aktivierte Eigenleistungen | 6 | 18.731 | 11.470 |
| Materialaufwand | 7 | -2.463.670 | -2.327.475 |
| Personalaufwand | 8 | -220.437 | -195.235 |
| Abschreibungen und Wertminderungen | 9 | -124.324 | -71.403 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | 10 | -355.448 | -287.913 |
| Betriebsergebnis | 277.803 | 298.604 | |
| Ergebnis der nach der Equity-Methode einbezogenen Unternehmen | 17 | 21.019 | 171 |
| davon aus Ergebnisanteilen | 36.697 | 171 | |
| davon aus Folgebilanzierung aus Kaufpreisallokation | -15.678 | 0 | |
| Zinsen und ähnliche Erträge | 11 | 809 | 418 |
| Zinsen und ähnliche Aufwendungen | 12 | -55.675 | -44.502 |
| Ergebnis vor Ertragsteuern | 243.956 | 254.691 | |
| Ertragsteuern | 13 | -27.536 | -33.231 |
| Konzernergebnis | 216.420 | 221.460 | |
| Anteil der Aktionäre der freenet AG am Konzernergebnis | 25 | 228.422 | 220.969 |
| Auf nicht beherrschende Anteile entfallendes Konzernergebnis | 25 | -12.002 | 491 |
| Ergebnis je Aktie in EUR ( unverwässert ) | 14.1 | 1,78 | 1,73 |
| Ergebnis je Aktie in EUR (verwässert) | 14.2 | 1,78 | 1,73 |
| Gewichteter Durchschnitt der im Umlauf befindlichen Aktien in Tsd. Stück (unverwässert) | 25 | 128.011 | 128.011 |
| Gewichteter Durchschnitt der im Umlauf befindlichen Aktien in Tsd. Stück (verwässert) | 25 | 128.011 | 128.011 |
Konzern-Gesamtergebnisrechnung für den Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2016
| In TEUR | Anhang Textziffer | 1.1.201 6 - 31.12.201 6 | 1.1.201 5 - 31.12.201 5 |
|---|---|---|---|
| Konzernergebnis | 216.420 | 221.460 | |
| Änderung des beizulegenden Zeitwerts von zur Veräußerung verfügbaren Finanzinstrumenten | -37 | -57 | |
| Umgliederungsbeträge aus der Änderung des beizulegenden Zeitwerts von zur Veräußerung verfügbaren Finanzinstrumenten | 35 | 0 | |
| Währungsumrechnungsdifferenzen | 94 | 168 | |
| Währungsumrechnungsdifferenzen aus der Folgebilanzierung von nach der Equity-Methode einbezogenen Unternehmen | 17.1 | 3.673 | 0 |
| Im sonstigen Ergebnis erfasste Ertragsteuern | 102 | -34 | |
| Sonstiges Ergebnis / in künftigen Perioden in die GuV umzugliedern | 3.867 | 77 | |
| Erfassung versicherungsmathematischer Gewinne und Verluste aus der Bilanzierung von Pensionsplänen gem. IAS 19 (2011) | 30 | -10.281 | 8.376 |
| Sonstige Ergebnisanteile von nach der Equity-Methode einbezogenen Unternehmen | 17.1 | 8.689 | 0 |
| Im sonstigen Ergebnis erfasste Ertragsteuern | 2.954 | -2.521 | |
| Sonstiges Ergebnis / in künftigen Perioden nicht in die GuV umzugliedern | 1.362 | 5.855 | |
| Sonstiges Ergebnis | 5.229 | 5.932 | |
| Konzern-Gesamterfolg | 221.649 | 227.392 | |
| Anteil der Aktionäre der freenet AG am Konzern-Gesamterfolg | 233.651 | 226.901 | |
| Auf nicht beherrschende Anteile entfallender Konzern-Gesamterfolg | -12.002 | 491 |
Konzernbilanz zum 31. Dezember 2016
Aktiva
| In TEUR | Anhang Textziffer | 31.12.2016 | 31.12.201 5 |
|---|---|---|---|
| Langfristiges Vermögen | |||
| Immaterielle Vermögenswerte | 15,16 | 526.234 | 458.089 |
| Goodwill | 15,16 | 1.379.919 | 1.153.985 |
| Sachanlagen | 15,16 | 493.132 | 32.542 |
| Nach der Equity-Methode einbezogene Unternehmen | 17 | 745.066 | 1.760 |
| Sonstige Finanzanlagen | 18 | 586 | 1.517 |
| Latente Ertragsteueransprüche | 19 | 174.172 | 177.337 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 21 | 81.132 | 79.438 |
| Übrige Forderungen und sonstige Vermögenswerte | 21 | 20.738 | 12.045 |
| 3.420.979 | 1.916.713 | ||
| Kurzfristiges Vermögen | |||
| Vorräte | 20 | 74.906 | 79.468 |
| Laufende Ertragsteueransprüche | 23 | 5.169 | 3.058 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 21 | 438.764 | 436.009 |
| Übrige Forderungen und sonstige Vermögenswerte | 21 | 26.558 | 18.910 |
| Flüssige Mittel | 22 | 318.186 | 269.761 |
| Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte | 24 | 197 | 101 |
| 863.780 | 807.307 | ||
| 4.284.759 | 2.724.020 | ||
| Passiva | |||
| in TEUR | Anhang Textziffer | 31.12.2016 | 31.12.201 5 |
| Eigenkapital | |||
| Grundkapital | 25.1 | 128.061 | 128.061 |
| Kapitalrücklage | 25.2 | 737.536 | 737.536 |
| Kumuliertes sonstiges Ergebnis | -10.134 | -15.363 | |
| Konzernbilanzergebnis | 25.3 | 504.582 | 474.577 |
| Anteil der Aktionäre der freenet AG am Eigenkapital | 1.360.045 | 1.324.811 | |
| Nicht beherrschende Anteile am Eigenkapital | 25.4 | 42.222 | 54.224 |
| 1.402.267 | 1.379.035 | ||
| Langfristige Schulden | |||
| Übrige Verbindlichkeiten und Abgrenzungen | 27 | 294.608 | 42.452 |
| Finanzschulden | 29 | 1.673.871 | 218.382 |
| Latente Ertragsteuerschulden | 19 | 0 | 6 |
| Pensionsrückstellungen | 30 | 92.638 | 51.191 |
| Andere Rückstellungen | 31 | 58.559 | 8.044 |
| 2.119.676 | 320.075 | ||
| Kurzfristige Schulden | |||
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 27 | 515.696 | 443.718 |
| Übrige Verbindlichkeiten und Abgrenzungen | 27 | 110.423 | 107.975 |
| Laufende Ertragsteuerschulden | 28 | 46.847 | 32.465 |
| Finanzschulden | 29 | 60.302 | 420.532 |
| Andere Rückstellungen | 31 | 29.548 | 20.220 |
| 762.816 | 1.024.910 | ||
| 4.284.759 | 2.724.020 |
Aufstellung über Veränderungen des Eigenkapitals für den Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2016
| In TEUR | ||
|---|---|---|
| Grundkapital | Kapitalrücklage | |
| --- | --- | --- |
| Stand 1.1.201 5 | 128.061 | 737.536 |
| Erstkonsolidierung von Tochterunternehmen | 0 | 0 |
| Dividendenzahlung | 0 | 0 |
| Konzernergebnis | 0 | 0 |
| Erfassung versicherungsmathematischer Gewinne und Verluste gem. IAS 19 (2011) 1 | 0 | 0 |
| Änderung des beizulegenden Zeitwerts der zur Veräußerung verfügbaren Finanzinstrumente1 | 0 | 0 |
| Fremdwährungsumrechnung1 | 0 | 0 |
| Zwischensumme: Konzern-Gesamterfolg | 0 | 0 |
| Stand 31.12.201 5 | 128.061 | 737.536 |
| In TEUR | Kumuliertes sonstiges Ergebnis | ||
|---|---|---|---|
| Wertänderungsrücklage | Währungsumrechnungsdifferenzen | Bewertungsrücklage nach IAS 19 | |
| --- | --- | --- | --- |
| Stand 1.1.201 5 | -99 | 247 | -21.443 |
| Erstkonsolidierung von Tochterunternehmen | 0 | 0 | 0 |
| Dividendenzahlung | 0 | 0 | 0 |
| Konzernergebnis | 0 | 0 | 0 |
| Erfassung versicherungsmathematischer Gewinne und Verluste gem. IAS 19 (2011) 1 | 0 | 0 | 5.855 |
| Änderung des beizulegenden Zeitwerts der zur Veräußerung verfügbaren Finanzinstrumente1 | -40 | 0 | 0 |
| Fremdwährungsumrechnung1 | 0 | 117 | 0 |
| Zwischensumme: Konzern-Gesamterfolg | -40 | 117 | 5.855 |
| Stand 31.12.201 5 | -139 | 364 | -15.588 |
| In TEUR | ||||
|---|---|---|---|---|
| Konzernbilanzergebnis | Anteil der Aktionäre der freenet AG am Eigenkapital | Nicht beherrschende Anteile am Eigenkapital | Eigenkapital | |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Stand 1.1.201 5 | 445.625 | 1.289.927 | 3.693 | 1.293.620 |
| Erstkonsolidierung von Tochterunternehmen | 0 | 0 | 50.040 | 50.040 |
| Dividendenzahlung | -192.017 | -192.017 | 0 | -192.017 |
| Konzernergebnis | 220.969 | 220.969 | 491 | 221.460 |
| Erfassung versicherungsmathematischer Gewinne und Verluste gem. IAS 19 (2011) 1 | 0 | 5.855 | 0 | 5.855 |
| Änderung des beizulegenden Zeitwerts der zur Veräußerung verfügbaren Finanzinstrumente1 | 0 | -40 | 0 | -40 |
| Fremdwährungsumrechnung1 | 0 | 117 | 0 | 117 |
| Zwischensumme: Konzern-Gesamterfolg | 220.969 | 226.901 | 491 | 227.392 |
| Stand 31.12.201 5 | 474.577 | 1.324.811 | 54.224 | 1.379.035 |
Für weitere Erläuterungen verweisen wir auf unsere Ausführungen zu Textziffer 25, Eigenkapital.
| Grundkapital | Kapitalrücklage | Wertänderungsrücklage | |
|---|---|---|---|
| Stand 1.1.2016 | 128.061 | 737.536 | -139 |
| Dividendenzahlung | 0 | 0 | 0 |
| Konzernergebnis | 0 | 0 | 0 |
| Sonstige Ergebnisanteile von nach der Equity-Methode einbezogenen Unternehmen1 | 0 | 0 | 0 |
| Erfassung versicherungsmathematischer Gewinne und Verluste gem. IAS 19 (2011)1 | 0 | 0 | 0 |
| Änderung des beizulegenden Zeitwerts der zur Veräußerung verfügbaren Finanzinstrumente1 | 0 | 0 | -1 |
| Fremdwährungsumrechnung1 | 0 | 0 | 0 |
| Fremdwährungsumrechnung der Folgebilanzierung von nach der Equity-Methode einbezogenen Unternehmen1 | 0 | 0 | 0 |
| Zwischensumme: Konzern-Gesamterfolg | 0 | 0 | -1 |
| Stand 31.12. 2016 | 128.061 | 737.536 | -140 |
| Kumuliertes sonstiges Ergebnis | |||
|---|---|---|---|
| In TEUR | Währungsumrechnungsdifferenzen | Währungsumrechnungsdifferenzen aus der Folgebilanzierung von nach der Equity-Methode einbezogenen Unternehmen | Bewertungsrücklage nach IAS 19 |
| --- | --- | --- | --- |
| Stand 1.1.2016 | 364 | 0 | -15.588 |
| Dividendenzahlung | 0 | 0 | 0 |
| Konzernergebnis | 0 | 0 | 0 |
| Sonstige Ergebnisanteile von nach der Equity-Methode einbezogenen Unternehmen1 | 0 | 0 | 0 |
| Erfassung versicherungsmathematischer Gewinne und Verluste gem. IAS 19 (2011)1 | 0 | 0 | -7.198 |
| Änderung des beizulegenden Zeitwerts der zur Veräußerung verfügbaren Finanzinstrumente1 | 0 | 0 | 0 |
| Fremdwährungsumrechnung1 | 251 | 0 | 0 |
| Fremdwährungsumrechnung der Folgebilanzierung von nach der Equity-Methode einbezogenen Unternehmen1 | 0 | 3.618 | 0 |
| Zwischensumme: Konzern-Gesamterfolg | 251 | 3.618 | -7.198 |
| Stand 31.12. 2016 | 615 | 3.618 | -22.786 |
| In TEUR | Sonstige Ergebnisanteile von nach der Equity-Methode einbezogenen Unternehmen | Konzernbilanz ergebnis | Anteil der Aktionäre der freenet AG am Eigenkapital | Nicht beherrschende Anteile am Eigenkapital | Eigenkapital |
|---|---|---|---|---|---|
| Stand 1.1.2016 | 0 | 474.577 | 1.324.811 | 54.224 | 1.379.035 |
| Dividendenzahlung | 0 | -198.417 | -198.417 | 0 | -198.417 |
| Konzernergebnis | 0 | 228.422 | 228.422 | -12.002 | 216.420 |
| Sonstige Ergebnisanteile von nach der Equity-Methode einbezogenen Unternehmen1 | 8.559 | 0 | 8.559 | 0 | 8.559 |
| Erfassung versicherungsmathematischer Gewinne und Verluste gem. IAS 19 (2011)1 | 0 | 0 | -7.198 | 0 | -7.198 |
| Änderung des beizulegenden Zeitwerts der zur Veräußerung verfügbaren Finanzinstrumente1 | 0 | 0 | -1 | 0 | -1 |
| Fremdwährungsumrechnung1 | 0 | 0 | 251 | 0 | 251 |
| Fremdwährungsumrechnung der Folgebilanzierung von nach der Equity-Methode einbezogenen Unternehmen1 | 0 | 0 | 3.618 | 0 | 3.618 |
| Zwischensumme: Konzern-Gesamterfolg | 8.559 | 228.422 | 233.651 | -12.002 | 221.649 |
| Stand 31.12. 2016 | 8.559 | 504.582 | 1.360.045 | 42.222 | 1.402.267 |
1) Die Beträge werden mit den im sonstigen Ergebnis erfassten Ertragsteuern saldiert dargestellt.
Für weitere Erläuterungen verweisen wir auf unsere Ausführungen zu Textziffer 25, Eigenkapital.
Konzern-Kapitalflussrechnung für den Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2016
| In TEUR | Anhang Textziffer | 1.1.201 6 - 31.12.201 6 | 1.1.201 5 - 31.12.201 5 |
|---|---|---|---|
| Ergebnis vor Ertragsteuern und Zinsen (EBIT) | 298.822 | 298.775 | |
| Anpassungen | |||
| Abschreibungen und Wertminderungen auf Vermögenswerte des Anlagevermögens | 9 | 124.324 | 71.403 |
| Ergebnis der nach der Equity-Methode einbezogenen Unternehmen | 17 | -21.019 | -171 |
| Erhaltene Dividenden von nach der Equity-Methode einbezogener Unternehmen | 17 | 30.124 | 0 |
| Gewinne aus dem Verkauf von Tochterunternehmen | -285 | 0 | |
| Verluste/Gewinne aus dem Abgang von Vermögenswerten des Anlagevermögens | 1.419 | -413 | |
| Zunahme des Net Working Capitals, soweit nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuordenbar | 20,21,27, 30,31,33.1 | -3.750 | -10.316 |
| Steuerzahlungen | 13,19 | -39.986 | -44.340 |
| Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit | 33.1 | 389.649 | 314.938 |
| Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagevermögen und immaterielle Vermögenswerte | -62.792 | -31.384 | |
| Einzahlungen aus Abgängen von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen | 14.681 | 981 | |
| Auszahlungen für den Erwerb von Tochterunternehmen | 36 | -76.618 | -2.775 |
| Einzahlungen aus dem Verkauf von Tochterunternehmen | 440 | 100 | |
| Einzahlungen aus dem Verkauf von zur Veräußerung gehaltenen langfristigen Vermögenswerten | 24 | 45 | 3.349 |
| Auszahlungen für den Erwerb von nach der Equity-Methode einbezogenen Unternehmen | 17 | -738.938 | 0 |
| Auszahlungen in das Eigenkapital von nach der Equity-Methode einbezogenen Unternehmen | 17 | 0 | -70 |
| Zinseinnahmen | 753 | 1.345 | |
| Cashflow aus Investitionstätigkeit | 33.2 | -862.429 | -28.454 |
| Auszahlungen an Unternehmenseigner und Minderheitengesellschafter | -198.417 | -192.017 | |
| Einzahlungen aus der Aufnahme von Finanzschulden | 29 | 1.853.580 | 99.400 |
| Auszahlungen aus der Tilgung von Finanzschulden | 29 | -1.047.268 | -1.256 |
| Auszahlungen aus der Tilgung von Schulden aus Finance Leasing | 27 | -18.565 | 0 |
| Zinszahlungen | -68.125 | -34.794 | |
| Cashflow aus Finanzierungstätigkeit | 33.3 | 521.205 | -128.667 |
| Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelfonds | 48.425 | 157.817 | |
| Finanzmittelfonds am Anfang der Periode | 269.761 | 111.944 | |
| Finanzmittelfonds am Ende der Periode | 318.186 | 269.761 | |
| Herleitung des Finanzmittelfonds In TEUR | 31.12.201 6 | 31.12.201 5 | |
| Bestand an flüssigen Mitteln | 318.186 | 269.761 | |
| 318.186 | 269.761 | ||
| Herleitung des Free Cashflows 1 In TEUR | 31.12.201 6 | 31.12.201 5 | |
| Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit | 389.649 | 314.938 | |
| Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagevermögen und immaterielle Vermögenswerte | -62.792 | -31.384 | |
| Einzahlungen aus Abgängen von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen | 14.681 | 981 | |
| Free Cashflow (FCF) | 341.538 | 284.535 |
1 Beim Free Cashflow handelt es sich um eine Non-GAAP-Kennzahl. Wir verweisen in diesem Zusammenhang auf den Textabschnitt „Definition alternativer Leistungskennzahlen“ im Konzernlagebericht.
Anhang des Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr 2016
der freenet AG
1. Grundlegende Informationen
1.1. Geschäftstätigkeit und Grundlagen der Rechnungslegung
Die freenet AG („Gesellschaft“) als Mutterunternehmen des Konzerns („freenet“) hat ihren Sitz in Büdelsdorf, Deutschland. Die Gesellschaft wurde 2005 gegründet und ist beim Amtsgericht Kiel unter HRB 7306 eingetragen. Der Konzern erbringt Telekommunikations-, Rundfunk- und Multimedia-dienstleistungen im Inland mit dem Schwerpunkt auf Mobilfunk/mobiles Internet sowie Digital-Lifestyle.
Der Konzernabschluss des Geschäftsjahres 2016 wurde in Übereinstimmung mit den IFRS des International Accounting Standards Board (IASB) sowie den Interpretationen des International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC) aufgestellt, wie sie in der Europäischen Union zum 31. Dezember 2016 anzuwenden sind. Ergänzend wurden die nach § 315a HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften beachtet.
Der Konzernabschluss wurde in Euro, der funktionalen Währung der Gesellschaft, aufgestellt. Alle Beträge sind, entsprechend der jeweiligen Angabe, in Tausend Euro (TEUR) beziehungsweise Millionen Euro (Mio. EUR) dargestellt.
Dem Konzernabschluss wurde das Prinzip der historischen Anschaffungskosten – eingeschränkt durch die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert bestimmter finanzieller Vermögenswerte – zugrunde gelegt. Den Jahresabschlüssen der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen liegen einheitliche Bilanzierungs-und Bewertungsgrundsätze zugrunde. Sie sind auf den Stichtag des Konzernabschlusses aufgestellt.
Der Konzernabschluss wird beim Bundesanzeiger eingereicht.
Die folgende Tabelle zeigt die neuen oder geänderten, ab dem 1. Januar 2016 verpflichtend anzuwendenden Standards (IAS/IFRS) beziehungsweise Interpretationen (IFRIC) und deren Auswirkungen auf den Konzern:
| Standard/Interpretation | Anwendungspflicht | Übernahme durch EU-Kommission | Auswirkungen | |
|---|---|---|---|---|
| Diverse | Annual Improvements Project 2012 bis 2014 – Verbesserungen der IFRS (IFRS 5, IFRS 7, IAS 19, IAS 34) | 01.01.2016 | 15.12.2015 | Keine materiellen Auswirkungen |
| IFRS 11 | Änderungen des IFRS 11: Bilanzierung von Erwerben von Anteilen an gemeinschaftlichen Tätigkeiten | 01.01.2016 | 24.11.2015 | Abhängig von Art und Umfang künftiger Transaktionen |
| IAS 16 und IAS 38 | Änderung an IAS 16 und IAS 38: Klarstellung akzeptabler Abschreibungsmethoden | 01.01.2016 | 02.12.2015 | Keine |
| IAS 16 und IAS 41 | Änderungen an IAS 16 und IAS 41: Produzierende Pflanzen | 01.01.2016 | 23.11.2015 | Keine |
| IFRS 10, IFRS 12 und IAS 28 | Änderungen an IFRS 10, IFRS 12 und IAS 28: Investmentgesellschaften: Anwendung der Konsolidierungsausnahme | 01.01.2016 | 22.09.2016 | Keine |
| IAS 27 | Änderung an IAS 27: Equity-Methode im separaten Abschluss | 01.01.2016 | 18.12.2015 | Keine |
| IAS 1 | Änderung an IAS 1: Disclosure-Initiative | 01.01.2016 | 18.12.2015 | Keine materiellen Auswirkungen |
Die folgende Tabelle zeigt die neuen oder geänderten, noch nicht im Geschäftsjahr 2016 verpflichtend anzuwendenden Standards (IAS/IFRS) beziehungsweise Interpretationen (IFRIC) und deren Auswirkungen auf den Konzern:
| Standard/Interpretation | Anwendungspflicht | Übernahme durch EU-Kommission | Auswirkungen | |
|---|---|---|---|---|
| IAS 12 | Änderung an IAS 12: Ansatz aktiver latenter Steuern auf unrealisierte Verluste | 01.01.2017 | Offen | Keine materiellen Auswirkungen |
| IAS 7 | Änderung an IAS 7: Disclosure-Initiative | 01.01.2017 | Offen | Keine materiellen Auswirkungen |
| IFRS 9 | Finanzinstrumente | 01.01.2018 | 22.11.2016 | Keine materiellen Auswirkungen |
| IFRS 15 | Erlöse aus Verträgen mit Kunden | 01.01.2018 | 22.09.2016 | Materielle Auswirkungen; unterliegt einer Prüfung durch das Management |
| IFRS 15 | Klarstellungen zu IFRS 15 (Erlöse aus Verträgen mit Kunden) | 01.01.2018 | Offen | Keine materiellen Auswirkungen |
| IFRS 2 | Änderungen an IFRS 2: Klassifizierung und Bewertung von Geschäftsvorfällen mit anteilsbasierter Vergütung | 01.01.2018 | Offen | Keine materiellen Auswirkungen |
| IFRS 4 | Änderungen an IFRS 4 (Versicherungsverträge) durch Anwendung von IFRS 9 (Finanzinstrumente) | 01.01.2018 | Offen | Keine |
| Diverse | Annual Improvements Project 2014 bis 2016 – Verbesserungen der IFRS (IFRS 1, IAS 28) | 01.01.2018 | Offen | Keine materiellen Auswirkungen |
| IFRIC 22 | Transaktionen in fremder Währung und im Voraus gezahlte Gegenleistungen | 01.01.2018 | Offen | Keine |
| IAS 40 | Änderungen an IAS 40: Übertragungen von als Finanzinvestition gehaltene Immobilien | 01.01.2018 | Offen | Keine |
| IFRS 16 | Leasingverhältnisse | 01.01.2019 | Offen | Materielle Auswirkungen; unterliegt einer Prüfung durch das Management |
Der Konzern hat alle ab dem 1. Januar 2016 verpflichtend anzuwendenden Rechnungslegungsnormen umgesetzt. Aus der Anwendung ergeben sich keine wesentlichen Auswirkungen auf den vorliegenden Konzernabschluss.
Am 13. Januar 2016 hat der IASB den Standard IFRS 16 (Leasingverhältnisse) veröffentlicht. Der IFRS 16 ersetzt den bisherigen Standard zur Leasingbilanzierung IAS 17 sowie die Interpretationen IFRIC 4 (Beurteilung, ob eine Vereinbarung ein Leasingverhältnis enthält), SIC-15 (Mietleasingverhältnisse – Anreizvereinbarungen) und SIC-27 (Beurteilung des wirtschaftlichen Gehalts von Transaktionen in der rechtlichen Form von Leasingverhältnissen). Der Standard ist verpflichtend ab dem 1. Januar 2019 anzuwenden.
Die wesentlichen Neuerungen durch IFRS 16 betreffen die Bilanzierung beim Leasingnehmer. So hat beim Leasingnehmer für alle Leasingverhältnisse der Bilanzansatz von Vermögenswerten für die erlangten Nutzungsrechte und von Verbindlichkeiten für die eingegangenen Zahlungsverpflichtungen zu erfolgen. Eine Unterscheidung von Operating-Leasing und Finance-Leasing entfällt. Anwendungserleichterungen werden für Leasinggegenstände von niedrigerem Wert und für kurzfristige Leasingverhältnisse eingeräumt. Die Regelungen für die Bilanzierung beim Leasinggeber bleiben weitgehend unverändert.
Durch die Einführung von IFRS 16 werden die Angaben im Anhang erweitert. Übergeordnete Zielsetzung ist es, dem Bilanzleser eine Beurteilung des Effekts bestehender Leasingvereinbarungen auf das Unternehmen zu ermöglichen.
Aufgrund wesentlicher Operating-Leasing-Verpflichtungen im freenet Konzern ergeben sich aus der Anwendung von IFRS 16 materielle Auswirkungen auf den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2019. Es wurde daher ein Projekt zur Leasingbilanzierung im Geschäftsjahr 2016 aufgenommen.
Am 28. Mai 2014 hat der IASB den Standard IFRS 15 veröffentlicht. IFRS 15 schafft ein einheitliches Regelwerk für alle Fragen der Erlöserfassung aus Verträgen mit Kunden. Die in IFRS 15 enthaltenen Vorgaben sind einheitlich für verschiedene Transaktionen und über alle Branchen hinweg anzuwenden und verbessern damit die weltweite Vergleichbarkeit der Angaben der Unternehmen zu ihren Umsatzerlösen. Ausgenommen sind lediglich solche Verträge, die in den Anwendungsbereich von IAS 17 (Leasingverhältnisse), IFRS 4 (Versicherungsverträge) und IFRS 9 (Finanzinstrumente) fallen. Der IFRS 15 ersetzt die bisherigen Standards und Interpretationen zur Erlöserfassung, mithin den IAS 11 (Fertigungsaufträge), den IAS 18 (Erlöse), den IFRIC 13 (Kundenbindungsprogramme), den IFRIC 15 (Vereinbarungen über die Errichtung von Immobilien), den IFRIC 18 (Übertragungen von Vermögenswerten von Kunden) sowie den SIC-31 (Erträge – Tausch von Werbeleistungen).
Der IASB veröffentlichte am 12. April 2016 Klarstellungen zum IFRS 15. Darin wurden die Ausführungen und Beispiele zu den Bereichen der Identifizierung von Leistungsverpflichtungen, der Klassifizierung als Prinzipal oder Agent, der Umsatzerlöse aus Lizenzen sowie der Erleichterungsvorschriften zur Erstanwendung überarbeitet, und es wurden weitere Beispiele aufgenommen. Eine wesentliche Änderung der Fachkonzeption ergab sich aus diesen Klarstellungen für unseren Konzern nicht.
Die Erstanwendung hat grundsätzlich retrospektiv zu erfolgen, wobei Anhang C einige Vereinfachungen für den Übergang auf IFRS 15 enthält. freenet plant die volle retrospektive Anwendung mit Inanspruchnahme der Erleichterung, dass bei dieser retrospektiven Anwendung jene Verträge nicht berücksichtigt werden, bei denen freenet zu Beginn der frühesten dargestellten Periode, mithin am 1. Januar 2018, bereits alle Leistungsverpflichtungen erfüllt hat.
Das neue Modell sieht ein fünfstufiges Schema vor. Danach sind zunächst der Kundenvertrag sowie die darin enthaltenen Leistungsverpflichtungen zu identifizieren. Sodann ist das hierfür vereinbarte Entgelt zu ermitteln und den separaten Leistungsverpflichtungen zuzuschlüsseln. Am Ende ist für jede Leistungsverpflichtung Umsatz zu erfassen, sobald die vereinbarte Leistung erbracht bzw. dem Kunden die Verfügungsmacht daran übertragen wurde. Hierbei wird zwischen zeitpunktbezogenen Leistungen (z. B. Lieferung einer Mobilfunk-Hardware) und zeitraumbezogenen Leistungen (z. B. Angebot von Mobilfunkdiensten über 24 Monate) differenziert. Mit den Neuregelungen zur Ertragsrealisierung entspricht die Umsatzerfassung in vielen Fällen – insbesondere bei sogenannten Mehrkomponentenverträgen mit mehreren unterschiedlichen Vertragsleistungen – nicht mehr dem Rechnungsbetrag an den Kunden, so dass sich unter anderem Änderungen hinsichtlich der Höhe und des Zeitpunkts der Umsatzrealisierung sowie Umsatzanpassungen aufgrund von Vertrags-modifikationen ergeben können.
Als weitere wesentliche Folge des IFRS 15 ist die Verpflichtung zu nennen, Kundengewinnungskosten sowie Kundenbindungskosten zu aktivieren und fortan abzuschreiben.
Angelehnt an diese neue Bilanzierung werden auch erweiterte Anhangangaben erforderlich. Unter anderem werden Ausführungen zum Zeitpunkt der Erfüllung der verschiedenen Arten von Leistungsverpflichtungen und den vertraglich vereinbarten Zahlungsplänen verlangt. Ausstehende Leistungsverpflichtungen sind hinsichtlich des diesen noch zuzuordnenden Transaktionspreises und des ausstehenden Erfüllungszeitraums zu erläutern.
Das mit dem IFRS 15 verbundene IT-Einführungsprojekt wurde im freenet Konzern Ende 2012 begonnen und befindet sich zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2016 in einem weit fortgeschrittenen Zustand. So ist die Erarbeitung sowohl der diversen Fachkonzeptionen als auch der IT-Konzeptionen abgeschlossen. Die Programmierung sowie Inbetriebnahme der neu benötigten IT-Systeme ist ebenfalls im Wesentlichen abgeschlossen. Das Projekt befindet sich derzeit in wesentlichen Teilen in der Produktions- und Verplausibilisierungsphase. Die IT-Systemlandschaft des freenet Konzerns wird durch dieses Einführungsprojekt um neue Systeme erweitert, die beispielsweise der Ermittlung von beizulegenden Zeitwerten von Mobilfunk-Hardware und Mobilfunk-Tarifen, der Ermittlung der unterschiedlichen Kennzahlen für die geplante Anwendung der Portfolio-Methode innerhalb des IFRS 15, der Berechnung der Buchungssätze sowie der Kalkulation der Kundengewinnungskosten dienen.
Die wesentlichen Auswirkungen des IFRS 15 auf unsere Konzern-Bilanz sowie Konzerngewinn- und Verlustrechnung ergeben sich aus heutiger Sicht im Segment Mobilfunk, und hier vorwiegend für unsere Postpaid-Endkunden. Die diesbezüglichen Auswirkungen des IFRS 15 für unsere Segmente TV und Medien sowie Sonstige/Holding schätzen wir aus Sicht der am Bilanzstichtag 31. Dezember 2016 angebotenen Produkte und Dienstleistungen als vergleichsweise gering ein.
Bei vielen unserer Postpaid-Endkunden erzielt der freenet Konzern gegenüber dem Endkunden sowohl Serviceumsätze aus Mobilfunk- oder Digital-Lifestyle-Diensten und verkauft dem Kunden gleichzeitig das entsprechende Endgerät. In der Regel finden bei der Bepreisung dieser beiden Bestandteile, also Tarif und Endgerät, Quersubventionierungen statt. Unter dem IFRS 15 wird es hinsichtlich der sofort bei Verkauf anfallenden Hardware-Umsätze zu einem höheren Umsatzausweis, bezogen auf die monatlichen Tarif-Umsätze zu einem geringeren Umsatzausweis als heute kommen. Zudem wird für jeden Kundenvertrag über dessen gesamte Vertragslaufzeit grundsätzlich ein Umsatz in gleicher Höhe wie heute ausgewiesen. Es ändern sich nur die Realisationszeitpunkte: aus der Anwendung des neuen Standards ergibt sich für unser Postpaid-Geschäft eher eine frühere Umsatzrealisation als heute. In der Konzern-GuV werden, im Wesentlichen aufgrund der Verpflichtung zur Aktivierung und Abschreibung der Kundengewinnungskosten, der Rohertrag sowie das EBITDA tendenziell steigen, auf der anderen Seite auch die Abschreibungen tendenziell zunehmen. Weiterhin gehen wir in der Konzern-GuV von einer tendenziellen Reduzierung der Umsatzerlöse aus.
1.2. Konsolidierungskreis
In den Konzernabschluss werden alle Unternehmen als Tochterunternehmen einbezogen, die vom Konzern beherrscht werden. Bezüglich einer vollständigen Liste aller in den Konzernabschluss der freenet AG einbezogenen Unternehmen verweisen wir auf unsere Angaben gemäß § 315a HGB in Textziffer 37.
Gemäß IFRS 11 gibt es, je nach Ausgestaltung der sich aus der gemeinsamen Vereinbarung ergebenden Rechte und Verpflichtungen, zwei Formen von gemeinschaftlichen Vereinbarungen: gemeinschaftliche Tätigkeiten und Gemeinschaftsunternehmen. Die freenet AG hat ihre gemeinsamen Vereinbarungen untersucht und als Gemeinschaftsunternehmen identifiziert.
Assoziierte Unternehmen sind solche Unternehmen, auf die der Konzern maßgeblichen Einfluss ausübt, über die er aber keine Beherrschung besitzt; regelmäßig begleitet von einem Stimmrechtsanteil zwischen 20 und 50 Prozent.
Die Gesellschaften 01019 Telefondienste GmbH, 01024 Telefondienste GmbH, freenet.de GmbH, freenet Cityline GmbH, freenet Datenkommunikations GmbH, 01050.com GmbH, new directions GmbH, freenet Direkt GmbH, mobilcom-debitel GmbH, MobilCom Multimedia GmbH, mobilcom-debitel Shop GmbH, Stanniol GmbH für IT & PR, Gravis – Computervertriebsgesellschaft mbH („GRAVIS“), freenet Energy GmbH, freenet digital GmbH, iLove GmbH, Lorena Medienagentur GmbH, Quaid Media International GmbH, Motility GmbH, klarmobil GmbH, callmobile GmbH, Taunus Beteiligungs GmbH, Media Broadcast GmbH, Media Broadcast Services GmbH sowie Media Broadcast TV Services GmbH werden für den Jahresabschluss zum 31. Dezember 2016 von den Befreiungsvorschriften des § 264 Abs. 3 HGB Gebrauch machen.
1.3. Grundsätze der Konsolidierung
Die erstmalige Einbeziehung von Unternehmen in den Konzernabschluss (Vollkonsolidierung) erfolgt mit Wirkung zu dem Tage, an dem die Möglichkeit zur Beherrschung des Tochterunternehmens auf den Konzern übergegangen ist. Sie werden zu dem Zeitpunkt entkonsolidiert, an dem die Beherrschung endet. Die Gesellschaft beherrscht ein Unternehmen, wenn sie die Verfügungsgewalt über das Beteiligungsunternehmen ausüben kann, sie schwankenden Renditen aus der Beteiligung ausgesetzt ist und die Gesellschaft die Renditen aufgrund ihrer Verfügungsgewalt der Höhe nach beeinflussen kann. Verfügungsgewalt geht regelmäßig mit einem Stimmrechtsanteil von mehr als 50 Prozent einher. Bei der Beurteilung, ob Verfügungsgewalt vorliegt, werden jedoch darüber hinaus die Existenz und Auswirkung potenzieller Stimmrechte, Rechte aus anderen vertraglichen Vereinbarungen und gegebenenfalls weitere Tatsachen und Umstände, die auf die Möglichkeit der Verfügungsgewalt hinweisen, berücksichtigt. Der Konzern prüft daher auch dann, ob Verfügungsgewalt vorliegt, wenn das Mutterunternehmen weniger als 50 Prozent der Stimmrechte hält, jedoch die Möglichkeit hat, die maßgeblichen Tätigkeiten des Unternehmens zu steuern. Die Verfügungsgewalt kann beispielsweise auch aufgrund von Stimmrechtsvereinbarungen oder erhöhten Minderheitsrechten vorliegen. Die freenet AG nimmt eine Neubeurteilung vor, wenn es Anhaltspunkte dafür gibt, dass sich eines oder mehrere der Beherrschungskriterien geändert haben. Anderen Gesellschaftern zustehende Beträge werden getrennt ausgewiesen.
Der Kapitalkonsolidierung liegt die Erwerbsmethode zugrunde.
Die Anschaffungskosten eines Unternehmenszusammenschlusses ergeben sich als Summe der beizulegenden Zeitwerte für die entrichteten Vermögenswerte, der entstandenen beziehungsweise übernommenen Schulden und der gegebenenfalls zum Erwerbszwecke emittierten Eigenkapitalinstrumente. Außerdem beinhalten die Anschaffungskosten die beizulegenden Zeitwerte jeglicher angesetzter Vermögenswerte und Schulden, die aus einer bedingten Gegenleistungsvereinbarung resultieren.
Alle identifizierbaren Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden des erworbenen Unternehmens, die die Ansatzkriterien des IFRS 3.37 erfüllen, werden zu ihren beizulegenden Zeitwerten getrennt angesetzt, ungeachtet der Höhe eines jeden Minderheitenanteils. Für jeden Unternehmenserwerb entscheidet der Konzern auf individueller Basis, ob die nicht beherrschenden Anteile am erworbenen Unternehmen zum beizulegenden Zeitwert oder anhand des proportionalen Anteils am Nettovermögen des erworbenen Unternehmens erfasst werden.
Erwerbsbezogene Kosten werden aufwandswirksam erfasst, wenn sie anfallen.
Bei Einräumung von Optionen zur Andienung von weiteren Anteilen seitens nicht beherrschender Anteilseigner an Konzernunternehmen richtet sich die Bilanzierung nach der Zuordnung von Chancen und Risiken aus diesen Anteilen. Gehen die Chancen und Risiken auf den freenet Konzern über, mindert sich das den nicht beherrschenden Anteilseignern zuzurechnende Eigenkapital am Konzern entsprechend. Es wird sodann ausschließlich eine finanzielle Verbindlichkeit in Bezug auf die Optionsverpflichtung angesetzt. Verbleiben die Chancen und Risiken bei dem nicht beherrschenden Anteilseigner, bleibt es beim Ansatz des den nicht beherrschenden Anteilseignern zuzurechnenden Eigenkapitals. In diesem Fall wird die finanzielle Verbindlichkeit die Optionsverpflichtung betreffend zu Lasten des den Aktionären der freenet AG zuzurechnenden Eigenkapitals erfasst. Die erstmalige Bewertung der finanziellen Verbindlichkeit erfolgt zum Barwert des geschätzten Rückkaufbetrags im erwarteten Ausübungszeitpunkt und die Folgebewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten mittels der Effektivzinsmethode unter Berücksichtigung möglicher Änderungen des Rückkaufbetrags.
Transaktionen mit nicht beherrschenden Anteilen ohne Verlust der Beherrschung werden wie Transaktionen mit Eigenkapitalgebern des Konzerns behandelt. Ein aus dem Erwerb eines nicht beherrschenden Anteils entstehender Unterschiedsbetrag zwischen der gezahlten Leistung und dem betreffenden Anteil an dem Buchwert des Nettovermögens des Tochterunternehmens wird im Eigenkapital erfasst. Gewinne und Verluste, die bei der Veräußerung von nicht beherrschenden Anteilen entstehen, werden ebenfalls im Eigenkapital erfasst.
Als Goodwill ist der Vermögenswert zum Erwerbszeitpunkt anzusetzen, der sich im Zuge der Erstbewertung als Überschuss der Anschaffungskosten des Unternehmenszusammenschlusses über die Anteile des Erwerbers am beizulegenden Nettozeitwert der identifizierbaren Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden des erworbenen Unternehmens ergibt. Ein Überschuss des Anteils an dem beizulegenden Nettozeitwert des erworbenen Unternehmens über die Anschaffungskosten wird sofort ertragswirksam vereinnahmt.
Beteiligungen an assoziierten Unternehmen sowie Gemeinschaftsunternehmen werden unter Anwendung der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen, sodass die Wertansätze der Beteiligungen jährlich um die auf den freenet Konzern entfallenden Veränderungen des Eigenkapitals des jeweiligen Unternehmens erhöht beziehungsweise vermindert werden. Der Anteil des Konzerns an Gewinnen und Verlusten von assoziierten Unternehmen sowie Gemeinschaftsunternehmen wird vom Zeitpunkt des Erwerbs an in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Der Goodwill aus dem Erwerb von assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen wird nicht gesondert ausgewiesen. Wenn der Anteil des Konzerns an den Verlusten eines assoziierten Unternehmens oder Gemeinschaftsunternehmens dem Wert seiner Beteiligung an diesen Unternehmen entspricht oder diesen übersteigt, erfasst der Konzern keine weiteren Verlustanteile. Nachdem der Beteiligungsansatz auf Null reduziert ist, werden zusätzliche Verluste nur in dem Umfang berücksichtigt und als Schuld angesetzt, wie der Konzern rechtliche oder faktische Verpflichtungen eingegangen ist oder Zahlungen für das assoziierte Unternehmen oder Gemeinschaftsunternehmen geleistet hat.
Wenn der Konzern die Beherrschung über ein Unternehmen verliert, wird der verbleibende Anteil zum beizulegenden Zeitwert neu bewertet und die daraus resultierende Differenz als Gewinn oder Verlust erfasst. Darüber hinaus werden alle im sonstigen Ergebnis ausgewiesenen Beträge in Bezug auf dieses Unternehmen so bilanziert, wie dies verlangt würde, wenn das Mutterunternehmen die dazugehörigen Vermögenswerte und Schulden direkt veräußert hätte. Dies bedeutet, dass ein zuvor im sonstigen Ergebnis erfasster Gewinn oder Verlust vom Eigenkapital ins Ergebnis umgegliedert wird.
Konzerninterne Gewinne und Verluste, Umsätze, Aufwendungen und Erträge sowie die zwischen den konsolidierten Unternehmen bestehenden Forderungen und Verbindlichkeiten werden eliminiert. Entsprechendes gilt im Fall der Zwischenergebniseliminierung auch für Gemeinschaftsunternehmen und assoziierte Unternehmen.
2. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
Zur Aufstellung des vorliegenden Konzernabschlusses wurden die folgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden angewandt. Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sind grundsätzlich stetig zum Vorjahr angewandt worden. Zu den Änderungen verweisen wir auf die Textziffern 1.1, Geschäftstätigkeit und Grundlagen der Rechnungslegung, dieses Anhangs.
2.1. Ertrags- und Aufwandsrealisierung
Der Konzern erbringt überwiegend Dienstleistungen über eine kurze Leistungsperiode. Die Erlöse werden nach vollständiger Leistungserbringung vereinnahmt, soweit ihr Betrag verlässlich bestimmt werden kann und es hinreichend wahrscheinlich ist, dass dem Unternehmen ein künftiger wirtschaftlicher Nutzen erwächst. Erbrachte, jedoch noch nicht abgerechnete Leistungen werden entsprechend im Konzernabschluss abgegrenzt. Die Umsatzerlöse werden ohne Umsatzsteuer und nach Abzug gewährter Skonti und anderer Preisnachlässe ausgewiesen. Die Umsatzerlöse umfassen den beizulegenden Zeitwert der für den Verkauf von Waren und Dienstleistungen im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit erhaltenen beziehungsweise zu erhaltenden Gegenleistung.
Der überwiegende Teil der Umsatzerlöse des Konzerns wird gegenüber einer Vielzahl von Endkunden erzielt, die restlichen Umsatzerlöse entfallen auf Geschäftskunden.
Ergänzend weisen wir für die Umsatzrealisierung auf Folgendes hin (zur Aufteilung auf Geschäftssegmente siehe Textziffer 3, Segmentberichterstattung):
Die Umsätze im Segment Mobilfunk werden durch das Angebot von Mobilfunkdiensten, einmalige Bereitstellungsentgelte sowie den Verkauf mobiler Endgeräte und Zubehör erzielt. Umsätze aus Mobilfunkdiensten (Sprachkommunikation sowie Datenübertragung) enthalten monatliche Leistungsentgelte, Entgelte für Sondermerkmale sowie Verbindungs- und Roaming-Entgelte. Die Entgelte aus Mobilfunkdiensten werden über den Zeitraum der Leistungserbringung als Umsatz ausgewiesen. Die Umsatzrealisierung aus dem Verkauf mobiler Endgeräte und Zubehör findet statt, wenn die Ware an den Kunden oder den Distributor geliefert wird.
Die Kundengewinnungskosten, die sich im Wesentlichen aus den Einstandskosten der Mobilfunkgeräte sowie den Händlerprovisionen zusammensetzen, werden in der Regel sofort bei Kundengewinnung aufwandswirksam erfasst. Bezüglich bestimmter Vermittlungsleistungen von Händlern, bei denen die Höhe der Händlerprovisionen vom zukünftigen Verbleib der gewonnenen Neukunden im Kundenbestand des Konzerns sowie von der Höhe der zukünftigen Umsätze des Konzerns mit den gewonnenen Neukunden abhängt, werden bei Kundengewinnung die bezogenen Leistungen nicht in voller Höhe, sondern teilweise aufwandswirksam erfasst. Die restliche Aufwandserfassung erfolgt jeweils über die Vertragslaufzeit jener Neukunden. Der bei Kundengewinnung sofort aufwandswirksam erfasste Anteil bemisst sich dabei nach dem Grad der Leistungserbringung durch den Händler zum Kundengewinnungszeitpunkt im Verhältnis zur gesamten Gegenleistung des Händlers über die Kundenlaufzeit.
Bestimmte Endkundenverträge im Segment Mobilfunk sind Mehrkomponentenverträge im Sinne des IAS 18.13. Bei Umsätzen aus Mehrkomponentenverträgen wird die „relative-fair-value-Methode“ angewandt. In Übereinstimmung mit IAS 8.10 ff. wendet der Konzern die US-GAAP-Leitlinie ASC 605-25 (ehemals EITF 00-21) an. Der Preis für das gesamte Mehrkomponentengeschäft wird auf der Grundlage der anteiligen beizulegenden Zeitwerte auf die verschiedenen Bewertungseinheiten aufgeteilt. Die Höhe des zu realisierenden Umsatzes für die bereits gelieferten Elemente ist auf die Höhe der Umsätze beschränkt, die nicht von zukünftig zu erbringenden Leistungen abhängig sind (so genannte „Cash Restriction“).
Provisionserlöse erhält der Konzern von den Betreibern der Mobilfunknetze insbesondere für neu gewonnene Kunden und Vertragsverlängerungen. Provisionserlöse für Neukunden werden verbucht, sobald ein Neukunde Netzzugang bei einem Netzanbieter erhält. Die Provisionsansprüche bemessen sich auf Basis von vertraglich festgelegten qualitativen und quantitativen Merkmalen, wie Anzahl der Neukunden pro Quartal oder durchschnittlicher Umsatz pro Kunde. Zusätzlich werden für einzelne Werbeaktionen Werbekostenzuschüsse (WKZ) von den Netzbetreibern gewährt und, soweit die Gewährung der Zuschüsse abhängig von der Aktivierung von Neukunden ist, in den Umsatzerlösen erfasst. Soweit Ansprüche über die Leistungsperiode hinaus bestehen, werden die Provisionserlöse entsprechend abgegrenzt.
Die Umsätze im Segment TV und Medien werden durch die Erbringung von Leistungen an Endkunden in den Bereichen IP-TV und DVB-T2 sowie durch den Betrieb und Service von broadcastnahen Lösungen für Geschäftskunden der Rundfunk- und Medienbranche erzielt. Die Umsatzrealisierung erfolgt grundsätzlich bei Leistungserbringung an den Kunden.
2.2. Immaterielle Vermögenswerte
Der Goodwill wird mindestens einmal jährlich sowie bei Anzeichen auf Wertminderungen auf Wertminderungsbedarf geprüft und mit seinen ursprünglichen Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Wertminderung bewertet.
Dazu wird der Goodwill auf zahlungsmittelgenerierende Einheiten aufgeteilt. Die Aufteilung erfolgt auf diejenigen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten beziehungsweise Gruppen von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten, von denen erwartet wird, dass sie aus dem Zusammenschluss, bei dem der Goodwill entstand, Nutzen ziehen. Zur konkreten Verteilung siehe Textziffer 15, Immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und Goodwill sowie Textziffer 16, Test auf Wertminderung von nicht-monetären Vermögenswerten.
Bei einem Markenrecht mit wesentlichem Restbuchwert handelt es sich um einen Vermögenswert mit unbestimmter Nutzungsdauer, der nicht planmäßig abgeschrieben, sondern einmal jährlich oder bei Anzeichen für Wertminderungsindikatoren auf Wertminderungsbedarf geprüft wird. Die unbestimmte Nutzungsdauer wurde gewählt, sofern kein stetiger Werteverzehr in Bezug auf diesen Vermögenswert erkennbar ist und auch in zeitlicher Hinsicht keine Begrenzung der Nutzungsdauer zu erwägen war.
Die weiteren Markenrechte weisen hingegen eine bestimmbare Laufzeit auf. Diese Markenrechte werden mit ihren Anschaffungskosten angesetzt und planmäßig linear über ihre voraussichtliche Nutzungsdauer von 36 bis 180 Monaten abgeschrieben. Am Bilanzstichtag 31. Dezember 2016 beträgt die Restnutzungsdauer für diese Markenrechte zwischen 13 und 170 Monaten.
Lizenzen, Software und Nutzungsrechte werden mit ihren Anschaffungskosten angesetzt und planmäßig linear über ihre voraussichtliche Nutzungsdauer, in der Regel drei bis vier Jahre für Software und ein bis zehn Jahre für Lizenzen und Nutzungsrechte, abgeschrieben.
Kosten, die im Zusammenhang mit der Entwicklung oder Pflege von Software-Programmen entstehen, werden in der Regel im Jahr der Entstehung aufwandswirksam erfasst. Sind die Kosten eindeutig einem abgrenzbaren und von der Gesellschaft verwertbaren Software-Produkt zurechenbar und übersteigt insgesamt der voraussichtliche wirtschaftliche Nutzen die anfallenden Kosten, werden sie als immaterieller Vermögenswert in der Kategorie „Selbst erstellte Software“ aktiviert. Die Kosten der Entwicklung werden erst in dem Zeitpunkt aktiviert, in dem die technische und wirtschaftliche Durchführbarkeit nachgewiesen werden kann. Diese Kosten umfassen z.B. die Personalkosten des Software-Entwicklungsteams oder auch Aufwendungen für Dienstleistungen und Gebühren, die bei der Erzeugung des Vermögenswertes entstehen. Sie enthalten zudem einen angemessenen Teil der entsprechenden Gemeinkosten. Aktivierte Software-Entwicklungskosten werden nach der linearen Methode über ihre voraussichtliche Nutzungsdauer von drei bis sieben Jahren abgeschrieben.
Kundenbeziehungen werden planmäßig linear über eine Laufzeit von 36 bis 262 Monaten abgeschrieben. Am Bilanzstichtag 31. Dezember 2016 beträgt die Restnutzungsdauer der bilanzierten Kundenbeziehungen zwischen 25 und 252 Monaten.
Vertriebsrechte werden über die voraussichtliche Dauer der zugrundeliegenden Verträge von 48 Monaten planmäßig linear abgeschrieben. Am Bilanzstichtag 31. Dezember 2016 beträgt die Restnutzungsdauer der bilanzierten Vertriebsrechte 7 Monate.
2.3. Sachanlagen
Die Bewertung von Sachanlagen erfolgt grundsätzlich zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten, abzüglich planmäßiger linearer Abschreibungen und ggf. Wertminderungen. Die dabei zugrunde gelegten Nutzungsdauern entsprechen der voraussichtlichen Nutzungszeit der Vermögenswerte im Unternehmen. Restwerte sind bei der Berechnung der Abschreibungen aufgrund von Unwesentlichkeit vernachlässigt worden.
Restbuchwerte und wirtschaftliche Nutzungsdauern werden zu jedem Bilanzstichtag überprüft und gegebenenfalls angepasst.
Den planmäßigen Abschreibungen des Sachanlagevermögens liegen in der Regel folgende Nutzungsdauern zugrunde:
| Vermögenswert | Nutzungsdauer |
|---|---|
| Gebäude | 10 bis 33 Jahre |
| Technische Anlagen und Maschinen | 5 bis 15 Jahre |
| Kraftfahrzeuge | 3 bis 6 Jahre |
| EDV-Ausstattung | 3 bis 8 Jahre |
| Telekommunikationsanlagen und -geräte | 2 bis 5 Jahre |
| Mietereinbauten | 3 bis 10 Jahre |
2.4. Wertminderung von nicht-monetären Vermögenswerten
Eine Wertminderung von nicht-monetären Vermögenswerten wird immer dann vorgenommen, wenn der Buchwert den erzielbaren Betrag (Recoverable Amount) übersteigt. Der erzielbare Betrag ist der höhere Betrag aus dem beizulegenden Zeitwert des Vermögenswertes abzüglich der Kosten der Veräußerung und dem Nutzungswert.
Ein Wertminderungstest ist dann durchzuführen, wenn Ereignisse oder veränderte Umstände (Triggering Events) darauf hinweisen, dass der Vermögenswert wertgemindert sein könnte. Für den Goodwill sowie die immateriellen Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer gilt, dass deren Werthaltigkeit gemäß IAS 36 einmal jährlich zu prüfen ist.
Ist der Grund für eine Wertminderung entfallen, wird der Vermögenswert höchstens bis zum Betrag der fortgeführten Anschaffungskosten zugeschrieben. Dies gilt nicht für den Goodwill, da hier keine Zuschreibungen möglich sind.
2.5. Leasingverhältnisse
2.5.1. Der Konzern als Leasingnehmer
Der Konzern entscheidet fallweise über die Frage, ob Gegenstände geleast oder gekauft werden. Grundsätzliche Regelungen im Bereich der Sachanlagen bestehen für Pkw (Operating-Leasing-Verträge) sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung (Kauf), ausgenommen EDV-Hardware und Telekommunikationsanlagen.
Leasingverhältnisse, die der Konzern als Leasingnehmer eingegangen ist, werden in Abhängigkeit von der Tatsache, ob im Wesentlichen alle mit dem Eigentum verbundenen Risiken und Chancen des Leasingobjektes übernommen wurden, entweder als Operating-Leasing oder als Finanzierungsleasing eingestuft. Im Zusammenhang mit einem Operating-Leasing geleistete Zahlungen (ggf. netto nach Berücksichtigung von Anreizzahlungen, die vom Leasinggeber geleistet wurden) werden linear über die Dauer des Leasingverhältnisses in der Gewinn- und Verlustrechnung als Aufwand erfasst.
Unter Anwendung von IAS 17 werden bei Finanzierungsleasingverträgen die geleasten Gegenstände, die dem Konzern als wirtschaftlichem Eigentümer zuzuordnen sind, mit dem niedrigeren Wert aus beizulegendem Zeitwert des Leasingobjekts und Barwert der Mindestleasingzahlungen aktiviert und über den kürzeren Zeitraum aus ihrer betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer und der Laufzeit des Leasingverhältnisses abgeschrieben. Entsprechend wird die Verbindlichkeit, die aus dem Leasingverhältnis entsteht, passiviert und um den Tilgungsanteil der bereits geleisteten Leasingraten gemindert. Der in den Leasingraten enthaltene Zinsanteil wird aufwandswirksam erfasst.
Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2016 wurde im Zusammenhang mit dem Erwerb der Media Broadcast Gruppe ein Rahmenmietvertrag mit dem Teil der Mindestmietverpflichtung als Finanzierungsleasing eingestuft. Wir verweisen hierzu auf die Ausführungen in Textziffer 27, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, übrige Verbindlichkeiten und Abgrenzungen.
2.5.2. Der Konzern als Leasinggeber in Finanzierungsleasingverhältnissen
Wenn das wirtschaftliche Eigentum an einem Vermögenswert auf den Vertragspartner beziehungsweise Kunden übergeht, weist der Konzern in Anwendung von IAS 17 eine Forderung gegen den Leasingnehmer aus. Der Ausweis der Forderung erfolgt in Höhe des Nettoinvestitionswertes zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses. Vereinnahmte Leasingraten werden in einen ertragswirksamen Zinsanteil und einen Tilgungsanteil aufgespalten. Die Zinsanteile werden als Finanzerträge auf der Basis einer periodengerechten Abgrenzung verteilt vereinnahmt. Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2016 bestehen wie im Vorjahr keine Verträge, bei denen der Konzern als Leasinggeber in Finanzierungsleasingverhältnissen eingestuft wurde.
2.6. Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen
Die Fortführung des Beteiligungsansatzes an assoziierten Unternehmen sowie an Gemeinschaftsunternehmen erfolgt anhand eines Einzelabschlusses bzw. Konzernabschlusses nach IFRS des betroffenen assoziierten Unternehmens bzw. Gemeinschaftsunternehmens, der nach den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden des Konzerns aufgestellt wurde. Zur Equity-Methode siehe Textziffer 1.3, Grundsätze der Konsolidierung.
2.7. Finanzinstrumente
2.7.1. Definition und Kategorisierung
Ein Finanzinstrument ist ein Vertrag, der gleichzeitig bei einem Unternehmen zur Entstehung eines finanziellen Vermögenswertes und bei einem anderen Unternehmen zur Entstehung einer finanziellen Verbindlichkeit oder eines Eigenkapitalinstruments führt. Finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten werden für Zwecke der Bewertung grundsätzlich in die folgenden Kategorien unterteilt:
| • | Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte, |
| • | Kredite und Forderungen, |
| • | Bis zur Endfälligkeit gehaltene finanzielle Vermögenswerte, |
| • | Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte und |
| • | Finanzielle Verbindlichkeiten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden. |
Die Klassifizierung hängt vom jeweiligen Zweck ab, für den die finanziellen Vermögenswerte und finanziellen Verbindlichkeiten erworben wurden. Das Management bestimmt die Klassifizierung der finanziellen Vermögenswerte und finanziellen Verbindlichkeiten beim erstmaligen Ansatz.
2.7.2. Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte
Diese Kategorie enthält zwei Unterkategorien: Finanzielle Vermögenswerte, die von Beginn an als zu Handelszwecken gehalten eingeordnet wurden, und solche, die von Beginn an als „erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet“ klassifiziert wurden. Ein finanzieller Vermögenswert wird dieser Kategorie zugeordnet, wenn er prinzipiell mit kurzfristiger Verkaufsabsicht erworben oder der finanzielle Vermögenswert vom Management entsprechend designiert wurde. Derivate sind ebenfalls in dieser Kategorie enthalten.
Am Bilanzstichtag existieren keine erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerte.
2.7.3. Kredite und Forderungen
Kredite und Forderungen sind nicht-derivative finanzielle Vermögenswerte mit festen beziehungsweise bestimmbaren Zahlungen, die nicht an einem aktiven Markt notiert sind. Sie entstehen, wenn der Konzern Geld, Güter oder Dienstleistungen direkt einem Schuldner bereitstellt, ohne jegliche Absicht, die Forderungen zu handeln. Sie zählen zu den kurzfristigen Vermögenswerten, mit Ausnahme solcher, die erst zwölf Monate nach dem Bilanzstichtag fällig werden. Letztere werden als langfristige Vermögenswerte ausgewiesen. Kredite und Forderungen sind in der Bilanz in den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, den übrigen Forderungen und sonstigen Vermögenswerten sowie in den liquiden Mitteln enthalten.
Liquide Mittel bestehen aus Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten – diese umfassen Bargeld, Sichteinlagen und andere kurzfristige hochliquide finanzielle Vermögenswerte mit einer ursprünglichen Laufzeit von maximal drei Monaten.
Kredite und Forderungen enthalten auch erbrachte Leistungen, die noch nicht in Rechnung gestellt worden sind, für die gleichwohl ein vertraglicher Anspruch besteht.
2.7.4. Bis zur Endfälligkeit gehaltene finanzielle Vermögenswerte
Bis zur Endfälligkeit gehaltene finanzielle Vermögenswerte sind nicht-derivative finanzielle Vermögenswerte mit festen beziehungsweise bestimmbaren Zahlungen und festen Laufzeiten, bei denen das Konzernmanagement die Absicht und Fähigkeit besitzt, diese bis zur Endfälligkeit zu halten. Bis zur Endfälligkeit gehaltene finanzielle Vermögenswerte sind – mit Ausnahme derjenigen, die innerhalb von zwölf Monaten nach dem Bilanzstichtag fällig werden und die entsprechend als kurzfristige Vermögenswerte ausgewiesen werden – unter den langfristigen Vermögenswerten auszuweisen.
Der Konzern stuft aktuell keine Finanzinstrumente in diese Kategorie ein.
2.7.5. Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte sind nicht-derivative finanzielle Vermögenswerte, die entweder dieser Kategorie zuzuordnen sind oder keiner der anderen dargestellten Kategorien zugeordnet wurden. Sie sind den langfristigen Vermögenswerten zugeordnet, sofern das Management nicht die Absicht hat, sie innerhalb von zwölf Monaten nach dem Bilanzstichtag zu veräußern.
Diese Kategorie enthält die Anteile an verbundenen Unternehmen, Beteiligungen sowie Wertpapiere. Die am Bilanzstichtag vorhandenen zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerte sind in den sonstigen Finanzanlagen sowie den übrigen Forderungen und sonstigen Vermögenswerten ausgewiesen.
2.7.6. Finanzielle Verbindlichkeiten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden
Finanzielle Verbindlichkeiten gründen auf vertraglichen Vereinbarungen über die Zahlung von liquiden Mitteln oder die Erbringung anderer finanzieller Vermögenswerte an einen Dritten. Die Einbuchung einer finanziellen Verbindlichkeit erfolgt dann, wenn freenet Vertragspartei wird.
Die am Bilanzstichtag bestehenden finanziellen Verbindlichkeiten sind in den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, den Finanzschulden sowie den übrigen Verbindlichkeiten und Abgrenzungen ausgewiesen.
2.7.7. Bewertung von Finanzinstrumenten
Reguläre Käufe und Verkäufe von finanziellen Vermögenswerten werden zum Handelstag angesetzt, dem Tag, an dem sich der Konzern zum Kauf beziehungsweise Verkauf des Vermögenswertes verpflichtet. Finanzielle Vermögenswerte, die nicht der Kategorie „erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet“ angehören, werden anfänglich zu ihrem beizulegenden Zeitwert zuzüglich Transaktionskosten angesetzt.
Finanzielle Vermögenswerte, die der Kategorie „erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet“ angehören, werden anfänglich zu ihrem beizulegenden Zeitwert angesetzt; zugehörige Transaktionskosten werden erfolgswirksam erfasst.
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte werden im Rahmen der Folgebewertung mit dem beizulegenden Zeitwert angesetzt. Ein aus der Folgebewertung resultierender Gewinn oder Verlust von zu Handelszwecken gehaltenen finanziellen Vermögenswerten wird erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Nach der erstmaligen Erfassung werden Kredite und Forderungen zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode abzüglich Wertberichtigung für Wertminderungen bewertet. Gewinne und Verluste werden im Periodenergebnis erfasst, wenn die Kredite und Forderungen ausgebucht oder wertgemindert werden, sowie im Rahmen von Amortisationen.
Bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen werden nach ihrer erstmaligen Erfassung zum beizulegenden Zeitwert zuzüglich Transaktionskosten bewertet. Gewinne und Verluste werden im Periodenergebnis erfasst, wenn die zur Endfälligkeit gehaltenen Finanzinvestitionen ausgebucht oder wertgemindert werden, sowie im Rahmen von Amortisationen.
Nach der erstmaligen Erfassung werden zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte zum beizulegenden Zeitwert bewertet, wobei die nicht realisierten Gewinne oder Verluste direkt im Sonstigen Ergebnis, in der Wertänderungsrücklage, erfasst werden. Dividenden auf zur Veräußerung verfügbare Eigenkapitalinstrumente sind mit der Entstehung des Rechtsanspruches des Konzerns auf Zahlung erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung als sonstige Erträge zu erfassen.
Anteile an verbundenen Unternehmen, Beteiligungen und Wertpapiere werden grundsätzlich mit ihren jeweiligen Anschaffungskosten bewertet, soweit eine verlässliche Ermittlung des Fair Values nicht möglich ist. Die Anteile sind nicht börsennotiert und es besteht kein aktiver Markt; weiterhin ist eine Veräußerung derzeit nicht vorgesehen. Soweit Hinweise auf niedrigere beizulegende Zeitwerte bestehen, werden diese angesetzt.
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten werden bei der erstmaligen Erfassung mit dem beizulegenden Zeitwert der erhaltenen Gegenleistung abzüglich der mit der Kreditaufnahme verbundenen Transaktionskosten bewertet. In der Folgeperiode werden die finanziellen Verbindlichkeiten unter Anwendung der Effektivzinsmethode zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Gewinne und Verluste werden erfolgswirksam erfasst, wenn die Schulden ausgebucht werden, sowie im Rahmen von Amortisationen. Langfristige Verbindlichkeiten werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Differenzen zwischen historischen Anschaffungskosten und dem Rückzahlungsbetrag werden entsprechend der Effektivzinsmethode berücksichtigt. Kurzfristige Verbindlichkeiten werden mit ihrem Rückzahlungs- oder Erfüllungsbetrag angesetzt. Darlehensverbindlichkeiten werden als kurzfristige Verbindlichkeiten klassifiziert, sofern der Konzern nicht das unbedingte Recht hat, die Begleichung der Verbindlichkeit auf einen Zeitpunkt mindestens zwölf Monate nach dem Bilanzstichtag zu verschieben. Die Bewertung von derivativen Finanzinstrumenten erfolgt auf Basis zukünftiger Cashflows. Daher können auch derivative Finanzinstrumente als Finanzverbindlichkeiten ausgewiesen werden. Finanzschulden aus Finanzierungsleasingverhältnissen werden mit dem Barwert der Mindestleasingzahlungen ausgewiesen.
2.7.8. Wertminderung von finanziellen Vermögenswerten
Zu jedem Bilanzstichtag wird überprüft, ob objektive Anhaltspunkte für eine Wertminderung eines finanziellen Vermögenswertes beziehungsweise einer Gruppe finanzieller Vermögenswerte vorliegen. Im Falle von Eigenkapitalinstrumenten, die als zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte klassifiziert sind, wird ein signifikanter und andauernder Rückgang des beizulegenden Zeitwerts unter die Anschaffungskosten dieser Eigenkapitalinstrumente als Indikator dafür angesehen, dass die Eigenkapitalinstrumente wertgemindert sind. Wenn ein derartiger Hinweis für zur Veräußerung verfügbare Vermögenswerte existiert, wird der kumulierte Verlust – gemessen als Differenz zwischen dem Buchwert und dem Barwert der geschätzten zukünftigen Zahlungsströme – aus dem Eigenkapital ausgebucht und in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Einmal in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasste Wertminderungsverluste von Eigenkapitalinstrumenten werden nicht rückgängig gemacht.
Nicht börsennotierte Aktien, die als zur Veräußerung verfügbar kategorisiert wurden, stellen ein Beispiel für die im vorangegangenen Absatz beschriebenen Eigenkapitalinstrumente dar. Bei ihnen ist eine wesentliche oder anhaltende Verringerung des beizulegenden Zeitwerts der Wertpapiere unter ihre Anschaffungskosten als objektiver Hinweis auf eine Wertminderung zu sehen. Wenn keine Marktpreise vorliegen, werden andere Bewertungsmethoden, wie z. B. DCF-Verfahren zur Ermittlung eines ggf. bestehenden Wertminderungsbedarfs, verwendet.
Eine Wertminderung bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wird dann erfasst, wenn objektive Hinweise dafür vorliegen, dass die fälligen Forderungsbeträge nicht vollständig einbringlich sind. Erhebliche finanzielle Schwierigkeiten eines Schuldners, eine erhöhte Wahrscheinlichkeit, dass der Kreditnehmer in Insolvenz oder ein sonstiges Sanierungsverfahren geht, sowie ein Vertragsbruch wie z. B. ein Ausfall oder Verzug von Zins- und Tilgungszahlungen gelten als Indikator für das Vorhandensein einer Wertminderung.
Bei einigen Kategorien von finanziellen Vermögenswerten, zum Beispiel Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, werden Vermögenswerte, für die keine Wertminderung auf Einzelbasis festgestellt wird, auf Portfoliobasis auf Wertminderungsbedarf überprüft. Objektive Hinweise für eine Wertminderung eines Portfolios von Forderungen sind Erfahrungen des Konzerns mit Zahlungseingängen in der Vergangenheit, ein Anstieg der Häufigkeit von Zahlungsausfällen innerhalb des Portfolios über die durchschnittliche Kreditdauer sowie beobachtbare Veränderungen des nationalen oder lokalen Wirtschaftsumfelds, mit denen Ausfälle von Forderungen in Zusammenhang gebracht werden.
Der Buchwert der Forderung wird durch die Verwendung eines Wertberichtigungskontos reduziert. Sofern eine Forderung uneinbringlich geworden ist, wird sie gegen das Wertberichtigungskonto ausgebucht. Nachträgliche Zahlungseingänge auf vormals ausgebuchte Beträge werden erfolgswirksam gegen die in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesenen Wertminderungen aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen erfasst.
2.7.9. Ausbuchung finanzieller Vermögenswerte
Der Konzern bucht einen finanziellen Vermögenswert nur aus, wenn die vertraglichen Rechte auf Cashflows aus einem finanziellen Vermögenswert auslaufen oder es den finanziellen Vermögenswert sowie im Wesentlichen alle mit dem Eigentum des Vermögenswerts verbundenen Risiken und Chancen auf einen Dritten überträgt. Für Details verweisen wir auf die Erläuterungen in Textziffer 34.6, Übertragung von finanziellen Vermögenswerten.
2.7.10. Saldierung von Finanzinstrumenten
Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten werden nur dann saldiert und als Nettobetrag in der Bilanz ausgewiesen, wenn es einen Rechtsanspruch darauf gibt und beabsichtigt ist, den Ausgleich auf Nettobasis herbeizuführen oder gleichzeitig mit der Verwendung des betreffenden Vermögenswerts die dazugehörige Verbindlichkeit abzulösen.
2.8. Vorräte
Die Bewertung der Vorräte erfolgt jeweils zum niedrigeren Betrag aus Anschaffungs- beziehungsweise Herstellungskosten einerseits und am Bilanzstichtag realisierbarem Nettoveräußerungswert. Der Nettoveräußerungswert ist der geschätzte erzielbare Verkaufserlös abzüglich noch anfallender Kosten.
2.9. Fremdwährungsgeschäfte
Die im Abschluss eines jeden Konzernunternehmens enthaltenen Posten werden auf Basis der Währung bewertet, die der Währung des primären wirtschaftlichen Umfelds, in dem das Unternehmen operiert, entspricht (funktionale Währung). Der Konzernabschluss ist in Euro aufgestellt, der die Berichtswährung der freenet AG darstellt.
Fremdwährungstransaktionen werden mit den Wechselkursen zum Transaktionstag in die funktionale Währung umgerechnet. Gewinne und Verluste, die aus der Erfüllung solcher Transaktionen sowie aus der Umrechnung zum Stichtagskurs von in Fremdwährung geführten monetären Vermögenswerten und Schulden resultieren, werden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Im Geschäftsjahr 2016 haben Fremdwährungstransaktionen in geringem Umfang stattgefunden.
Seit dem 24. März 2016 wird die Sunrise Communications Group AG, Zürich, Schweiz, (im Folgenden „Sunrise“ genannt) als assoziiertes Unternehmen in den Konzernabschluss der freenet AG einbezogen. In diesem Zusammenhang erfolgt die Währungsumrechnung bezüglich der Anteile am Konzernüberschuss der Sunrise nach Steuern sowie der Folge-Abschreibung aus der Schatten-Kaufpreisallokation zum Durchschnittskurs. Der ermittelte Restbuchwert der aufgedeckten stillen Reserven aus der Schatten-Kaufpreisallokation wird zum Stichtagskurs umrechnet. Währungsumrechnungsdifferenzen, die sich aus der Bilanzierung von nach der Equity-Methode einbezogenen Unternehmen ergeben, werden in der Konzern-Gesamtergebnisrechnung unter der Position Währungsumrechnungsdifferenzen aus der Folgebilanzierung von nach der Equity-Methode einbezogenen Unternehmen ausgewiesen.
Die Ergebnisse und Bilanzposten aller Konzernunternehmen, die eine vom Euro abweichende funktionale Währung haben, werden nach der modifizierten Stichtagskursmethode in Euro umgerechnet. Die sich hieraus ergebenden Währungsumrechnungsdifferenzen werden bis zum Abgang der Tochtergesellschaft ergebnisneutral behandelt und als gesonderte Position im Eigenkapital ausgewiesen.
2.10. Eigenkapital
Stammaktien, Kapitalrücklagen, Wertänderungsrücklagen, das Konzernbilanzergebnis sowie die Anteile anderer Gesellschafter werden als Eigenkapital ausgewiesen. Kosten von Kapitalerhöhungen werden nach Abzug der darauf entfallenden laufenden Steuern im Eigenkapital in der Kapitalrücklage erfasst.
2.11. Pensionsrückstellungen
Die Bilanzierung und Bewertung der Pensionsrückstellungen erfolgt nach IAS 19. Die in der Bilanz angesetzte Pensionsrückstellung entspricht dem versicherungsmathematischen Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung am Bilanzstichtag abzüglich des beizulegenden Zeitwerts des Planvermögens. Der Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung wird jährlich von einem unabhängigen versicherungsmathematischen Sachverständigen unter Anwendung der Methode der laufenden Einmalprämien berechnet. Bei diesem Anwartschaftsbarwertverfahren werden nicht nur die am Stichtag bekannten Renten und erworbenen Anwartschaften, sondern auch künftig zu erwartende Steigerungen von Renten und Gehältern berücksichtigt.
Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste, die auf erfahrungsbedingten Anpassungen und Änderungen versicherungsmathematischer Annahmen basieren, werden in der Periode ihres Entstehens im sonstigen Ergebnis im Eigenkapital erfasst.
Differenzen zwischen dem rechnerischen und tatsächlichen Ertrag aus Planvermögen werden in der Periode ihres Entstehens im sonstigen Ergebnis im Eigenkapital erfasst.
Pensionszusagen unterliegen den Regelungen des Betriebsrentengesetzes. Soweit die Pensionspläne Rentenleistungen vorsehen, besteht das biometrische Risiko der Langlebigkeit. Weitere Risiken ergeben sich in Bezug auf Rentenanpassungsverpflichtungen aus der Inflationsentwicklung sowie bei gehaltsabhängigen Zusagen aus der Gehaltsentwicklung.
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand wird sofort erfolgswirksam erfasst. Der Dienstzeitaufwand wird im Personalaufwand ausgewiesen, der Zinsanteil der Rückstellungszuführung im Finanzergebnis.
Beiträge an beitragsorientierte Versorgungspläne werden im Jahr des Anfalls ergebniswirksam erfasst.
2.12. Rückstellungen
Rückstellungen werden für gegenwärtige rechtliche oder faktische Verpflichtungen gegenüber Dritten gebildet, die ihren Ursprung in der Vergangenheit haben und hinsichtlich ihrer Fälligkeit und/oder ihrer Höhe ungewiss sind, wenn es wahrscheinlich (more likely than not) ist, dass die Erfüllung der Verpflichtung zu einem Vermögensabfluss führt und eine zuverlässige Schätzung der Verpflichtungshöhe vorgenommen werden kann. Die Bewertung erfolgt mit der bestmöglichen Schätzung der gegenwärtigen Verpflichtung zum Bilanzstichtag unter Berücksichtigung der Abzinsung für langfristige Verpflichtungen.
Wenn eine Anzahl gleichartiger Verpflichtungen besteht, wird die Wahrscheinlichkeit einer Vermögensbelastung auf Basis der Gruppe dieser Verpflichtungen ermittelt. Eine Rückstellung wird auch dann passiviert, wenn die Wahrscheinlichkeit einer Vermögensbelastung in Bezug auf einzelne in dieser Gruppe enthaltene Verpflichtungen gering ist.
Die für Rückbauverpflichtungen von Sendeanlagen und Mietereinbauten erwarteten Kosten sind nach IAS 16 in den Anschaffungskosten dieser Anlagen enthalten. Daher wird für diese Verpflichtungen, soweit ein Vermögensabfluss wahrscheinlich ist, zum Zeitpunkt ihrer Entstehung gemäß IAS 37 in Höhe des Barwerts eine Rückstellung gebildet. Bewertungsänderungen der bestehenden Rückstellung, also Änderungen des Erfüllungsbetrages und/oder des Diskontierungssatzes, werden mittels einer Anpassung des Buchwerts der Sendeanlagen und Mietereinbauten (Obergrenze: erzielbarer Betrag; Untergrenze: Null) erfasst.
Restrukturierungsrückstellungen umfassen im Wesentlichen Abfindungszahlungen an Mitarbeiter. Rückstellungen für drohende Verluste betreffen in erster Linie negativmargige Tarife und Leerstandskosten.
Es bestehen Altersteilzeitverpflichtungen im Sinne des Altersteilzeitgesetzes (AltTZG) vom 23. Juli 1996 nach dem Blockmodell. Die Altersteilzeitphase beginnt frühestens nach Vollendung des 55. Lebensjahres. Während der Altersteilzeitphase wird das monatliche Teilzeitnettogehalt üblicherweise auf 85 Prozent (bzw. 83 Prozent für nach dem 1. Oktober 2012 abgeschlossene Verträge) des um die gesetzlichen Abzüge verminderten fiktiven monatlichen Vollzeitentgelts aufgestockt. Für die Bewertung der Altersteilzeitverpflichtungen wurde ein Rechnungszinssatz von 0,49 Prozent sowie eine Gehaltssteigerung von 2,25 Prozent p.a. zu Grunde gelegt. Hierbei wurden keine Potenziale berücksichtigt. Die Verpflichtungen wurden mit den Zeitwerten des entsprechenden Planvermögens saldiert. Soweit der Zeitwert des Planvermögens die Verpflichtungen übersteigt, wird die Vermögensüberdeckung unter den Forderungen und sonstigen Vermögenswerten ausgewiesen.
Die Rückstellungen für Verpflichtungen aus Langzeitarbeitskonten werden auf den gleichen Rechnungsannahmen wie für die Rückstellungen für Pensionsverpflichtungen bewertet. Langzeitarbeitskonten werden für einen längerfristigen Zeitausgleich eingerichtet. Der Abbau erfolgt durch Freistellung unter Fortzahlung des aktuellen Monatsgehaltes. Die Verpflichtungen wurden mit den Zeitwerten des entsprechenden Planvermögens saldiert. Soweit der Zeitwert des Planvermögens die Verpflichtungen übersteigt, wird die Vermögensüberdeckung unter den Forderungen und sonstigen Vermögenswerten ausgewiesen.
2.13. Mitarbeiterbeteiligungsprogramme
Im Konzern bestehen beziehungsweise bestanden im Geschäftsjahr 2016 als Mitarbeiterbeteiligungsprogramme zwei Long Term Incentive Programme („LTIP-Programme“).
Nachfolgend werden die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden dieser Mitarbeiterbeteiligungsprogramme dargestellt:
Am 26. Februar 2014 hatte die freenet AG mit den Mitgliedern des Vorstands Vereinbarungen zu den Dienstverträgen geschlossen, die LTIP gewähren (im Folgenden als „Programm 2“ bezeichnet).
Im Januar 2016 haben die freenet AG und zwei weitere Konzerngesellschaften Führungskräften unterhalb der Vorstandsebene LTIP gewährt (im Folgenden „Programm 3“ genannt).
In den LTIP-Programmen wird für jeden Berechtigten ein LTIP-Konto geführt, auf dem jeweils pro Geschäftsjahr, abhängig von dem Erreichungsgrad bestimmter für dieses Geschäftsjahr definierter Ziele, eine Gutschrift oder Lastschrift in Form von virtuellen Aktien erfolgt. Pro Geschäftsjahr sind dann in einer festgelegten Zeitspanne, abhängig vom Kontostand des LTIP-Kontos, Barauszahlungen abzüglich Steuern und Abgaben möglich. Die Höhe dieser Auszahlungen ist unter anderem von dem zum Auszahlungszeitpunkt maßgeblichen Aktienkurs abhängig. Die Bewertung der Rückstellung erfolgt zum beizulegenden Zeitwert der virtuellen Aktien, die voraussichtlich unverfallbar werden. Für Details verweisen wir auf unsere Erläuterungen zu Textziffer 26, Mitarbeiterbeteiligungsprogramme.
2.14. Latente und laufende Ertragsteuern
Der Ansatz latenter Steuern erfolgt gemäß der Verbindlichkeitsmethode auf alle temporären Differenzen zwischen den steuerlichen Werten und den Buchwerten der Vermögenswerte und Schulden sowie auf steuerliche Verlustvorträge. Latente Steuern werden unter Anwendung der Steuersätze und Steuervorschriften bewertet, die am Bilanzstichtag gelten oder im Wesentlichen gesetzlich verabschiedet sind und deren Geltung zum Zeitpunkt der Realisierung der latenten Steuerforderung beziehungsweise der Begleichung der latenten Steuerverbindlichkeit erwartet wird.
Latente Steueransprüche auf abzugsfähige temporäre Differenzen werden in der Höhe angesetzt, für die latente Steuerverbindlichkeiten vorhanden sind. Übersteigt die Höhe der latenten Steueransprüche auf abzugsfähige temporäre Differenzen diesen Wert, erfolgt der Ansatz nur in der Höhe, wie die Nutzung dieser latenten Steueransprüche durch zukünftige Gewinne wahrscheinlich ist. Auch latente Steueransprüche auf existierende steuerliche Verlustvorträge werden nur in der Höhe aktiviert, wie deren Nutzung durch zukünftige Gewinne wahrscheinlich ist. Die zukünftig erwarteten Gewinne basieren dabei auf der zum Bilanzstichtag gültigen Unternehmensplanung des Ergebnisses vor Steuern.
Latente Steuerverbindlichkeiten, die durch temporäre Differenzen im Zusammenhang mit Beteiligungen an Tochterunternehmen und assoziierten Unternehmen entstehen, werden angesetzt, es sei denn, dass der Zeitpunkt der Umkehrung der temporären Differenzen vom Konzern bestimmt werden kann und es wahrscheinlich ist, dass sich die temporären Differenzen in absehbarer Zeit aufgrund dieses Einflusses nicht umkehren werden.
Der laufende Steueraufwand wird unter Anwendung der deutschen Steuervorschriften berechnet, die am Bilanzstichtag gelten oder in Kürze gelten werden. Das Management überprüft regelmäßig Steuerdeklarationen, vor allem in Bezug auf auslegungsfähige Sachverhalte, und bildet, wenn angemessen, Rückstellungen basierend auf den Beträgen, die an die Finanzverwaltung erwartungsgemäß abzuführen sind.
2.15. Ermessensentscheidungen, zukunftsbezogene Annahmen und Schätzungsunsicherheiten
Die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage im Konzernabschluss ist von Ansatz- und Bewertungsmethoden sowie von zukunftsbezogenen Annahmen und Schätzungen abhängig. Die sich tatsächlich ergebenden Beträge können von den Schätzungen abweichen. Die nachstehend aufgeführten wesentlichen Schätzungen und zugehörigen Annahmen sowie die mit den gewählten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden verbundenen Unsicherheiten sind entscheidend für das Verständnis der zugrunde liegenden Risiken der Finanzberichterstattung sowie der Auswirkungen, die diese Schätzungen, Annahmen und Unsicherheiten auf den Konzernabschluss haben könnten.
Die Bewertung von Sachanlagevermögen und immateriellen Vermögenswerten ist mit Schätzungen zur Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts zum Erwerbszeitpunkt verbunden, wenn diese im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses erworben wurden. Ferner ist die erwartete Nutzungsdauer dieser Vermögenswerte zu schätzen.
Bezüglich der getroffenen zukunftsbezogenen Annahmen im Rahmen der Tests zu eventuellen Wertminderungen des Goodwills (Buchwert zum 31. Dezember 2016: 1.379,9 Millionen Euro, Vorjahr: 1.154,0 Millionen Euro) sowie der immateriellen Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer (Buchwert zum 31. Dezember 2016: 293,2 Millionen Euro, Vorjahr: 293,2 Millionen Euro) verweisen wir auf Textziffer 16, Test auf Wertminderung von nicht-monetären Vermögenswerten.
Eine Sensitivitätsbetrachtung bezüglich des Wertminderungstests der auf die zahlungsmittelgenerierende Einheit (Cash Generating Unit, „CGU“) „Mobilfunk“ zugeordneten Vermögenswerte ergibt, dass der beizulegende Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten bei einer Erhöhung beziehungsweise Verminderung des WACC um 0,5 Prozentpunkte um circa 262 Millionen Euro geringer beziehungsweise 315 Millionen Euro höher ausfallen würde sowie bei einer Reduzierung beziehungsweise Erhöhung des im Planungszeitraum angesetzten Ergebnisses vor Zinsen und Steuern (EBIT) um jeweils 10 Prozent um circa 623 Millionen Euro geringer (bei gleichzeitiger Erhöhung des WACC um 0,5 Prozentpunkte) beziehungsweise 745 Millionen Euro höher (bei gleichzeitiger Verringerung des WACC um 0,5 Prozentpunkte) ausfallen würde, was jeweils keine Wertminderung bezüglich der dieser CGU zugeordneten Vermögenswerte zur Folge hätte.
Eine Sensitivitätsbetrachtung bezüglich des Wertminderungstests der auf die zahlungsmittelgenerierende Einheit „TV“ zugeordneten Vermögenswerte ergibt, dass der beizulegende Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten bei einer Erhöhung beziehungsweise Verminderung des WACC um 0,5 Prozentpunkte um circa 111 Millionen Euro geringer beziehungsweise 131 Millionen Euro höher ausfallen würde sowie bei einer Reduzierung beziehungsweise Erhöhung des im Planungszeitraum angesetzten Ergebnisses vor Zinsen und Steuern (EBIT) um jeweils 10 Prozent um circa 252 Millionen Euro geringer (bei gleichzeitiger Erhöhung des WACC um 0,5 Prozentpunkte) beziehungsweise 296 Millionen Euro höher (bei gleichzeitiger Verringerung des WACC um 0,5 Prozentpunkte) ausfallen würde, was jeweils keine Wertminderung bezüglich der dieser CGU zugeordneten Vermögenswerte zur Folge hätte.
Eine Sensitivitätsbetrachtung bezüglich des Wertminderungstests der auf die zahlungsmittelgenerierende Einheit „Online“ zugeordneten Vermögenswerte ergibt, dass der beizulegende Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten bei einer Erhöhung beziehungsweise Verminderung des WACC um 0,5 Prozentpunkte um circa 5 Millionen Euro geringer beziehungsweise 6 Millionen Euro höher ausfallen würde sowie bei einer Reduzierung beziehungsweise Erhöhung des im Planungszeitraum angesetzten Ergebnisses vor Zinsen und Steuern (EBIT) um jeweils 10 Prozent um circa 12 Millionen Euro geringer (bei gleichzeitiger Erhöhung des WACC um 0,5 Prozentpunkte) beziehungsweise 14 Millionen Euro höher (bei gleichzeitiger Verringerung des WACC um 0,5 Prozentpunkte) ausfallen würde, was jeweils keine Wertminderung bezüglich der dieser CGU zugeordneten Vermögenswerte zur Folge hätte.
Zur Bildung angemessener Wertberichtigungen auf die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie die sonstigen Vermögenswerte wurde eine Einschätzung der Werthaltigkeit der Forderungen und sonstigen Vermögenswerte vorgenommen. Im Wesentlichen wurde diese Einschätzung anhand von Erfahrungswerten der Vergangenheit, der Altersstruktur und dem Status der Forderungen im Mahn- und Inkassoprozess vorgenommen.
Für die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen aus Mehrkomponentenverträgen bezüglich des Angebots an Endkunden, höherwertige Mobilfunk-Endgeräte gegen einen monatlichen Mehrbetrag auszuwählen (Handy-Option), wurden zur Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts dieser Forderungen Annahmen über den laufzeit- und risikoadäquaten Zinssatz zur Bestimmung des Barwerts der erwarteten künftigen Zahlungsströme aus diesen Verträgen getroffen. Dabei berücksichtigt dieser Zinssatz sowohl die Fälligkeit als auch das Ausfallrisiko dieser Forderungen. Eine Sensitivitätsbetrachtung bezüglich dieses Zinssatzes ergibt, dass diese Forderungen bei einer Erhöhung des Zinssatzes um 0,5 Prozentpunkte um 1,0 Millionen Euro geringer, bei einer Verringerung des Zinssatzes um 0,5 Prozentpunkte um 1,0 Millionen Euro höher angesetzt worden wären.
Hinsichtlich der Abgrenzung für bezogene Leistungen aus Vertriebsprovisionen für die verschiedenen Produkte des Konzerns wird durch Schätzungen anhand von Vergangenheitserfahrungen berücksichtigt, mit welcher Wahrscheinlichkeit die endgültige und nicht mehr stornierbare Verprovisionierung zustande kommt.
Für bestimmte Vermittlungsleistungen von Händlern, bei denen die Höhe der Händlerprovisionen vom zukünftigen Verbleib der gewonnenen Neukunden im Kundenbestand des Konzerns sowie von der Höhe der zukünftigen Umsätze des Konzerns mit den gewonnenen Neukunden abhängt, werden bei Kundengewinnung die bezogenen Leistungen nicht in voller Höhe, sondern teilweise aufwandswirksam erfasst. Die restliche Aufwandserfassung erfolgt jeweils über die Vertragslaufzeit jener Neukunden. Der bei Kundengewinnung sofort aufwandswirksam erfasste Anteil bemisst sich dabei nach dem Grad der Leistungserbringung durch den Händler zum Kundengewinnungszeitpunkt im Verhältnis zur gesamten Gegenleistung des Händlers über die Kundenlaufzeit. Für diese Bilanzierung sind im Wesentlichen der zukünftige durchschnittliche Umsatz des Konzerns mit den von diesem Händler gewonnenen Endkunden sowie anhand von Aufwandsabschätzungen der Wert desjenigen Teils der Gegenleistung des Händlers einzuschätzen, der erst über die Laufzeit der von ihm gewonnenen Kunden erbracht wird.
Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2016 wurde im Zusammenhang mit dem Erwerb der Media Broadcast Gruppe ein Rahmenmietvertrag mit dem Teil der Mindestmietverpflichtung als Finanzierungsleasing eingestuft. Es handelt sich um einen Rahmenmietvertrag mit einem Infrastrukturanbieter über die Nutzung von Funkinfrastrukturen (wie Türme und Masten) an Funkstandorten und sonstigen Flächen, mit einer Laufzeit bis zum 31. Dezember 2027. Die Media Broadcast Gruppe hat das Recht, eine Verlängerung um zehn Jahre bis zum 31. Dezember 2037 zu verlangen. Die Wahrscheinlichkeit der Ausübung dieser Verlängerungsoption wurde mit unter 50 Prozent angenommen.
Der Ansatz und die Ermittlung von Rückstellungen sind abhängig von Schätzungen. Insbesondere Rückstellungen für Rechtstreitigkeiten werden anhand der Einschätzung der die Konzerngesellschaften vertretenden Rechtsanwälte gebildet.
Bei der Bildung der Drohverlustrückstellung für den Leerstand von gemieteten Shops und Bürogebäuden wurden Annahmen bezüglich einer zukünftigen möglichen Untervermietung dieser Flächen getroffen. Bezüglich der Bildung von Drohverlustrückstellungen für erwartete Verluste aus negativmargigen Tarifen wurden in erster Linie Annahmen zur künftigen Verweildauer von Kunden in diesen Tarifen gebildet.
Zu den Annahmen und Schätzungen, die in das Bewertungsmodell zur Ermittlung der Rückstellung für das LTIP-Programm zum 31. Dezember 2016 Eingang fanden, verweisen wir auf Textziffer 26, Mitarbeiterbeteiligungsprogramme.
Zu den Pensionsrückstellungen und ähnlichen Verpflichtungen wird unter Textziffer 30 beschrieben, welche zukunftsbezogenen Annahmen hinsichtlich der Bewertung der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen gemacht wurden. Es handelt sich hier um den Ansatz eines Rechnungszinses, des Rententrends, um die Einschätzung der zukünftigen Entwicklung des pensionsfähigen Einkommens der Anspruchsberechtigten sowie um die Abschätzung deren Lebenserwartung. Ergebnis einer Sensitivitätsbetrachtung ist, dass bei einem Anstieg des Rechnungszinses um 1,0 Prozentpunkte der Barwert der fondsfinanzierten und nicht fondsfinanzierten Verpflichtungen um 15.218 Tausend Euro geringer, bei einer Verringerung des Rechnungszinses um 1,0 Prozentpunkte der Barwert der fondsfinanzierten und nicht fondsfinanzierten Verpflichtungen um 19.870 Tausend Euro höher angesetzt würde. Zu weiteren Sensitivitätsbetrachtungen bezüglich der Pensionsverpflichtungen verweisen wir auf Textziffer 30, Pensionsrückstellungen und ähnliche Verpflichtungen des Konzernanhangs.
Es existieren Geschäftsvorfälle, bei denen die endgültige Besteuerung während des gewöhnlichen Geschäftsverlaufs nicht abschließend ermittelt werden kann. Der Konzern bemisst die Höhe der Rückstellungen für erwartete Steuerprüfungen auf Basis von Schätzungen, ob und in welcher Höhe zusätzliche Ertragsteuern fällig werden. Sofern die endgültige Besteuerung dieser Geschäftsvorfälle von der anfänglich angenommenen abweicht, wird dies in der Periode, in der die Besteuerung abschließend ermittelt wird, Auswirkungen auf die laufenden und die latenten Ertragsteuern haben.
Die latenten Steueransprüche auf Verlustvorträge basieren auf einer Unternehmensplanung für die jeweils kommenden vier Geschäftsjahre, in die zukunftsbezogene Annahmen, zum Beispiel bezüglich der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung sowie der Entwicklung des Telekommunikationsmarktes, Eingang gefunden haben. Zur Höhe der aktivierten latenten Steuern auf Verlustvorträge und der Höhe der Verlustvorträge, auf die keine aktiven latenten Steuern angesetzt wurden, verweisen wir auf Textziffer 19, Latente Ertragsteueransprüche und -schulden. Eine Sensitivitätsbetrachtung bezüglich der latenten Ertragsteueransprüche ergibt, dass die latenten Ertragsteueransprüche bei einer Erhöhung beziehungsweise Verminderung des Gewerbeertrags beziehungsweise des körperschaftsteuerlichen Einkommens um jeweils 10 Prozent im maßgeblichen Planungszeitraum um circa 20,6 Millionen Euro höher beziehungsweise um circa 20,6 Millionen Euro geringer ausfallen würden.
2.16. Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte
Aufgegebene Geschäftsbereiche und zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte, die gemäß IFRS 5 als zur Veräußerung gehalten klassifiziert werden, sind zum niedrigeren Wert aus Buchwert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten angesetzt, wenn ihr Buchwert generell eher durch einen Verkauf als durch die weitere Nutzung realisiert wird. Im Zeitpunkt der Umklassifizierung in die aufgegebenen Geschäftsbereiche und zur Veräußerung gehaltenen langfristigen Vermögenswerte wird die planmäßige Abschreibung der entsprechenden Vermögenswerte eingestellt.
Die zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerte oder die zur Veräußerung gehaltene Vermögensgruppe werden zurück in „weitergeführte Geschäftsbereiche“ gegliedert, wenn die Kriterien des IFRS 5 nicht mehr erfüllt werden. Die Vermögenswerte oder die Vermögensgruppe werden zu dem niedrigeren Wert aus dem Buchwert bereinigt um planmäßige Abschreibungen oder Neubewertungen, die vorgenommen worden wären, wenn die Vermögenswerte oder -gruppen nicht als „aufgegebene Geschäftsbereiche“ klassifiziert worden wären und dem erzielbaren Wert zum Rückgliederungszeitpunkt angesetzt. Die Anpassungen zur Neubewertung der Vermögensgruppe werden in der Gewinn- und Verlustrechnung als Teil der weitergeführten Geschäftsbereiche ausgewiesen.
2.17. Vergleichszahlen
Der Konsolidierungskreis hat sich gegenüber dem Vorjahr durch den Erwerb der Media Broadcast Gruppe geändert. Die Vermögenswerte und Schulden zum Erstkonsolidierungsstichtag am 17. März 2016 zu beizulegenden Zeitwerten haben wir unter Textziffer 36, Unternehmenserwerbe, beschrieben.
Gleichzeitig wurden in 2016 insgesamt 24,56 Prozent am Grundkapital der Sunrise erworben. Die Sunrise wird als assoziiertes Unternehmen in den Konzernabschluss der freenet AG einbezogen. Weitere Einzelheiten haben wir unter der Textziffer 17, nach der Equity-Methode einbezogene Unternehmen, beschrieben.
Die Vergleichbarkeit mit dem Konzernabschluss zum 31. Dezember 2015 ist im Hinblick auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage darüber hinaus nicht wesentlich beeinträchtigt.
3. Segmentberichterstattung
Gemäß IFRS 8 sind Geschäftssegmente auf Basis der internen Steuerung von Konzernbereichen abzugrenzen, deren Betriebsergebnisse regelmäßig vom Hauptentscheidungsträger des Unternehmens im Hinblick auf Entscheidungen über die Verteilung von Ressourcen zu diesem Segment und der Bewertung seiner Ertragskraft überprüft werden.
Der Vorstand organisiert und steuert das Unternehmen als Hauptentscheidungsträger auf der Grundlage der Unterschiede zwischen den einzelnen angebotenen Produkten und Dienstleistungen. Da der Konzern seine Geschäftstätigkeit nahezu ausschließlich in Deutschland ausübt, erfolgt keine Organisation und Steuerung nach geografischen Bereichen. Der Konzern war im Geschäftsjahr 2016 in den folgenden Geschäftssegmenten tätig:
| • | Mobilfunk: |
| ― | Tätigkeiten als Mobilfunk-Service-Provider – Vermarktung von Mobilfunkdienstleistungen (Sprach- und Datendiensten) der Mobilfunknetzbetreiber T-Mobile, Vodafone und Telefónica Deutschland in Deutschland |
| ― | auf der Grundlage der mit diesen Netzbetreibern geschlossenen Netzbetreiberverträge sowohl Angebot eigener netzunabhängiger Dienste und Tarife als auch Angebot der Tarife der Netzbetreiber |
| ― | Vertrieb/Verkauf von Mobilfunk-Endgeräten sowie zusätzlicher Dienste in den Bereichen von mobiler Datenkommunikation sowie Digital-Lifestyle |
| ― | Erbringung von Vertriebsdienstleistungen |
| ― | Tätigkeit der Sunrise (Geschäftsfelder der Sunrise: Mobilfunk, Festnetz, Internet sowie digitales Fernsehen) |
| • | TV und Medien: |
| ― | Erbringung von Leistungen, im Wesentlichen an Endkunden, im Bereich IP-TV |
| ― | Planung, Projektierung, Errichtung, Betrieb, Service sowie Vermarktung von broadcastnahen Lösungen für Geschäftskunden der Rundfunk- und Medienbranche |
| ― | Erbringung von Leistungen im Bereich DVB-T2 an Endkunden |
| • | Sonstige/Holding: |
| ― | Erbringung von Portal-Dienstleistungen wie E-Commerce/Advertising-Leistungen (diese beinhalten im Wesentlichen das Angebot des Online-Shoppings und die Vermarktung von Werbeflächen auf Internetseiten), von Bezahldiensten für Endkunden sowie Angebot verschiedener digitaler Produkte und Unterhaltungsformate zum Download bzw. zur Anzeige und Nutzung auf mobilen Endgeräten |
| ― | Entwicklung von Kommunikationslösungen, EDV-Dienstleistungen und sonstigen Leistungen für Geschäftskunden |
| ― | Angebot schmalbandiger Sprachdienste (Call-by-Call, Preselection) und Datendienste |
| ― | Erbringung von Vertriebsdienstleistungen |
Mit den Erwerben der EXARING AG (im Folgenden „EXARING“ genannt) sowie der Media Broadcast Gruppe ist der freenet Konzern im neuen Geschäftsfeld TV und Medien tätig. Ab dem zweiten Quartal 2016 liegt den Hauptentscheidungsträgern des Konzerns eine geänderte Berichtsstruktur vor, nach der die EXARING sowie die Media Broadcast Gruppe separat als ein Geschäftsfeld berichtet werden. Da auch die quantitativen Schwellenwerte gemäß IFRS 8.13 überschritten sind, werden die Media Broadcast Gruppe sowie die EXARING im vorliegenden Konzernabschluss dem neuen Segment „TV und Medien“ zugeordnet. Da die Informationen in der geänderten Berichtsstruktur jeweils ab dem Erstkonsolidierungszeitpunkt vorliegen, erfolgt die Zuordnung der EXARING zum Segment „TV und Medien“ zum 1. Januar 2016 und die Zuordnung der Media Broadcast Gruppe zum Segment „TV und Medien“ zum 18. März 2016. Im Vergleichszeitraum 2015 war der freenet Konzern noch nicht im Geschäftsfeld „TV und Medien“ tätig, weshalb für die Vergleichsangaben des Vorjahres keine Anpassung in der Segmentberichterstattung notwendig war.
Ab dem zweiten Quartal 2016 wurde das den Hauptentscheidungsträgern des Konzerns vorliegende Management Reporting geändert. Die Gewinn- und Verlustrechnung der einzelnen Segmente wird nicht länger bis zum Segment-EBIT berichtet, sondern endet mit dem Segment-EBITDA, da das EBIT keinen finanziellen Leistungsindikator darstellt und somit danach nicht gesteuert wird. Eine entsprechende Anpassung des Vorjahreszeitraums ist erfolgt.
Im Segment „Sonstige/Holding“ sind neben den operativen Tätigkeiten auch übrige Geschäftsaktivitäten zusammengefasst. Hierzu zählt im Wesentlichen die Holding-Tätigkeit der freenet AG (mit der Erbringung von innerkonzernlichen Dienstleistungen in Zentralbereichen wie zum Beispiel Recht, Personal und Finanzen), daneben aber auch nicht eindeutig den operativen Segmenten zuordenbare Bereiche. Die für das Segment „Sonstige/Holding“ für 2016 berichteten Segmentumsatzerlöse in Höhe von 76,9 Millionen Euro (Vorjahr: 87,2 Millionen Euro) betreffen zu 75,4 Millionen Euro (Vorjahr: 81,2 Millionen Euro) die operativen Geschäftstätigkeiten und zu 1,5 Millionen Euro (Vorjahr: 6,0 Millionen Euro) die übrigen Geschäftsaktivitäten. Der für das Segment „Sonstige/Holding“ in 2016 ausgewiesene Rohertrag von 51,0 Millionen Euro (Vorjahr: 54,6 Millionen Euro) entfällt zu 52,4 Millionen Euro (Vorjahr: 55,5 Millionen Euro) auf die operativen Tätigkeiten sowie zu -1,4 Millionen Euro (Vorjahr: -0,9 Millionen Euro) auf die übrigen Geschäftsaktivitäten. Das für das Segment „Sonstige/Holding“ in 2016 ausgewiesene EBITDA von -9,6 Millionen Euro (Vorjahr: -12,6 Millionen Euro) wurde zu 14,8 Millionen Euro (Vorjahr: 11,2 Millionen Euro) mit den operativen Tätigkeiten sowie zu -24,4 Millionen Euro (Vorjahr: -23,8 Millionen Euro) mit den übrigen Geschäftsaktivitäten erzielt.
Die Segmente erbringen beziehungsweise erbrachten jeweils auch Dienstleistungen an das jeweilige andere Geschäftssegment. Existieren für intern angebotene Dienstleistungen vergleichbare externe Marktpreise, werden diese Marktpreise als interner Verrechnungspreis herangezogen. Den Verrechnungspreisen für nicht marktfähige Leistungen liegen grundsätzlich die angefallenen Kosten (zuzüglich Gemeinkostenzuschlag) zugrunde.
Aufwendungen und Erträge werden den Segmenten aufgrund ausgewählter Kriterien entsprechend der wirtschaftlichen Zugehörigkeit zugeordnet. Ansatz und Bewertung der zugeordneten Aufwendungen und Erträge erfolgen für Zwecke der Segmentberichterstattung wie im Vorjahr nicht abweichend von den Ansätzen und Bewertungen der Konzernbilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung des Konzerns.
Eine Untergliederung der Umsatzerlöse mit Dritten nach einzelnen Produkten oder Dienstleistungen ist in Textziffer 4, Umsatzerlöse, dargestellt. Eine darüberhinausgehende Untergliederung nach einzelnen Produkten oder Dienstleistungen ist nicht verfügbar.
Der freenet Konzern führt Massengeschäft durch, das sich vorwiegend auf Privatkunden konzentriert. Insofern besteht keine Abhängigkeit von einzelnen Kunden.
Segmentbericht für den Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2016
| In TEUR | Mobilfunk | TV und Medien | Sonstige/Holding | Eliminierung der intersegmentären Erlöse und Aufwendungen | Gesamt |
|---|---|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse mit Dritten | 3 . 084 . 091 | 218 . 869 | 59 . 447 | 0 | 3.362.407 |
| Intersegmenterlöse | 41.879 | 6 | 17.419 | -59.304 | 0 |
| Umsatzerlöse gesamt | 3.125.970 | 218.875 | 76.866 | -59.304 | 3.362.407 |
| Materialaufwand gegenüber Dritten | -2 . 370 . 400 | -73 . 432 | -19 . 838 | 0 | -2.463.670 |
| Intersegmentärer Materialaufwand | -11.435 | -34.600 | -6.069 | 52.104 | 0 |
| Materialaufwand gesamt | -2.381.835 | -108.032 | -25.907 | 52.104 | -2.463.670 |
| Segment-Rohertrag | 744.135 | 110.843 | 50.959 | -7.200 | 898.737 |
| Sonstige betriebliche Erträge | 54.993 | 3.313 | 6.782 | -4.544 | 60.544 |
| Andere aktivierte Eigenleistungen | 10.305 | 6.361 | 2.065 | 0 | 18.731 |
| Personalaufwand | -139.042 | -48.190 | -33.205 | 0 | -220.437 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | -286.505 | -44.312 | -36.375 | 11.744 | -355.448 |
| Ergebnisanteile nach der Equity-Methode einbezogener Unternehmen | 36.493 | 0 | 204 | 0 | 36.697 |
| Segment-EBITDA | 420.379 | 28.015 | -9.570 | 0 | 438.824 |
| Abschreibungen und Wertminderungen | -124.324 | ||||
| Folgebilanzierung nach der Equity-Methode einbezogener Unternehmen | -15.678 | ||||
| EBIT | 298.822 | ||||
| Konzernfinanzergebnis | -54.866 | ||||
| Ertragsteuern | -27.536 | ||||
| Konzernergebnis | 216.420 | ||||
| Anteil der Aktionäre der freenet AG am Konzernergebnis | 228.422 | ||||
| Auf nicht beherrschende Anteile entfallendes Konzernergebnis | -12.002 | ||||
| Zahlungswirksame Nettoinvestitionen | 18.692 | 25.777 | 3.642 | 0 | 48.111 |
Segmentbericht für den Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2015 angepasst1
| In TEUR | Mobilfunk | Sonstige/Holding | Eliminierung der intersegmentären Erlöse und Aufwendungen | Gesamt |
|---|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse mit Dritten | 3 . 051 . 499 | 66 . 393 | 0 | 3.117.892 |
| Intersegmenterlöse | 9.695 | 20.768 | -30.463 | 0 |
| Umsatzerlöse gesamt | 3.061.194 | 87.161 | -30.463 | 3.117.892 |
| Materialaufwand gegenüber Dritten | -2 . 303 . 816 | -23 . 659 | 0 | -2.327.475 |
| Intersegmentärer Materialaufwand | -14.535 | -8.942 | 23.477 | 0 |
| Materialaufwand gesamt | -2.318.351 | -32.601 | 23.477 | -2.327.475 |
| Segment-Rohertrag | 742.843 | 54.560 | -6.986 | 790.417 |
| Sonstige betriebliche Erträge | 50.800 | 6.452 | -5.984 | 51.268 |
| Andere aktivierte Eigenleistungen | 9.180 | 2.290 | 0 | 11.470 |
| Personalaufwand | -154.951 | -40.284 | 0 | -195.235 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | -265.111 | -35.772 | 12.970 | -287.913 |
| Ergebnisanteile nach der Equity-Methode einbezogener Unternehmen | 0 | 171 | 0 | 171 |
| Segment-EBITDA | 382.761 | -12.583 | 0 | 370.178 |
| Abschreibungen und Wertminderungen | -71.403 | |||
| Folgebilanzierung nach der Equity-Methode einbezogener Unternehmen | 0 | |||
| EBIT | 298.775 | |||
| Konzernfinanzergebnis | -44.084 | |||
| Ertragsteuern | -33.231 | |||
| Konzernergebnis | 221.460 | |||
| Anteil der Aktionäre der freenet AG am Konzernergebnis | 220.969 | |||
| Auf nicht beherrschende Anteile entfallendes Konzernergebnis | 491 | |||
| Zahlungswirksame Nettoinvestitionen | 26.215 | 4.188 | 0 | 30.403 |
1) Ab dem zweiten Quartal 2016 wurde das den Hauptentscheidungsträgern des Konzerns vorliegende Management Reporting geändert. Die Gewinn- und Verlustrechnung der einzelnen Segmente wird nicht länger bis zum Segment-EBIT berichtet, sondern endet mit dem Segment-EBITDA, da das EBIT keinen finanziellen Leistungsindikator darstellt und somit danach nicht gesteuert wird. Eine entsprechende Anpassung des Vorjahreszeitraums ist erfolgt.
4. Umsatzerlöse
Eine Aufgliederung der Umsatzerlöse in Höhe von 3.362 Millionen Euro (Vorjahr: 3.118 Millionen Euro) auf die Segmente ist unter Textziffer 3, Segmentberichterstattung, ersichtlich.
Von den externen Umsätzen des Segments Mobilfunk betreffen im Wesentlichen 1.753 Millionen Euro (Vorjahr: 1.752 Millionen Euro) Nutzungsentgelte und Gebühren, 609 Millionen Euro (Vorjahr: 616 Millionen Euro) Entgelte für Prämien und Provisionen sowie 682 Millionen Euro (Vorjahr: 634 Millionen Euro) Erlöse aus dem Verkauf von Mobilfunkgeräten, Computern/EDV-Produkten und Zubehör.
5. Sonstige betriebliche Erträge
Die sonstigen betrieblichen Erträge beinhalten größtenteils Erträge aus Mahn- und Rücklastschriftgebühren, Erträge aus der Weiterberechnung von Aufwendungen, Werbekostenzuschüsse (soweit nicht von der Aktivierung von Neukunden abhängig) und Erträge aus der Berechnung von Sachbezügen an Mitarbeiter aus der Überlassung von Firmen-Pkw.
6. Andere aktivierte Eigenleistungen
Die anderen aktivierten Eigenleistungen betreffen im Wesentlichen die Entwicklung von Software im Mobilfunk-Bereich, welche nahezu ausschließlich durch strategische Projekte sowie durch eigene Montageleistungen im Zusammenhang mit dem Aufbau von Rundfunkinfrastruktur begründet sind.
Die aktivierten Kosten umfassen die direkt zurechenbaren Einzelkosten, die im Wesentlichen Berater- und Personalkosten betreffen, sowie die direkt zurechenbaren Gemeinkosten.
7. Materialaufwand
Der Materialaufwand setzt sich wie folgt zusammen:
| In TEUR | 201 6 | 2015 |
|---|---|---|
| Aufwendungen für bezogene Waren | 668.512 | 659.937 |
| Aufwendungen für bezogene Leistungen | 1.795.158 | 1.667.538 |
| Gesamt | 2.463.670 | 2.327.475 |
Die Aufwendungen für bezogene Waren bestehen im Wesentlichen aus den Einstandswerten veräußerter Mobiltelefone, Computer/EDV-Produkte und Bundles aus dem Prepaid-Geschäft.
Bei den Aufwendungen für bezogene Leistungen handelt es sich überwiegend um Gebühren für Mobilfunk-Telefonie, Provisionen und Prämien an Vertriebspartner.
8. Personalaufwand
Der Personalaufwand setzt sich wie folgt zusammen:
| In TEUR | 2016 | 2015 |
|---|---|---|
| Löhne und Gehälter | 185.311 | 165.860 |
| Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung | 35.126 | 29.375 |
| Gesamt | 220.437 | 195.235 |
Im Konzern waren im Geschäftsjahr 2016 durchschnittlich4.921 Mitarbeiter beschäftigt (Vorjahr: 4.560). Zum Ende des Geschäftsjahres beschäftigte der Konzern 4.886 Mitarbeiter (Vorjahr: 4.367 Mitarbeiter). Darunter befanden sich zum 31. Dezember 2016 48 (Vorjahr: 27) leitende Angestellte sowie 354 (Vorjahr: 306) Auszubildende bzw. Berufsakademie-Studenten.
Aus den Mitarbeiterbeteiligungsprogrammen des Konzerns resultierte ein Personalaufwand gemäß IFRS 2 in Höhe von 2.880 Tausend Euro (Vorjahr: 2.157 Tausend Euro).
Zur Erläuterung der Mitarbeiterbeteiligungsprogramme verweisen wir auf unsere Ausführungen zu den Textziffern 2.13 und 26, Mitarbeiterbeteiligungsprogramme.
Der Personalaufwand enthält auch Aufwand für leistungsorientierte Versorgungspläne in Höhe von 1.749 Tausend Euro (Vorjahr: 1.122 Tausend Euro), vgl. hierzu auch Textziffer 30, Pensionsrückstellungen und ähnliche Verpflichtungen.
Im Personalaufwand sind als Aufwand für beitragsorientierte Versorgungspläne die Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung mit 14.405 Tausend Euro (Vorjahr: 13.514 Tausend Euro) enthalten.
9. Abschreibungen und Wertminderungen
Die Zusammensetzung der Abschreibungen ist aus der folgenden Tabelle ersichtlich:
| In TEUR | 2016 | 2015 |
|---|---|---|
| Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte | 64.238 | 60.480 |
| Wertminderungen auf immaterielle Vermögenswerte | 14 | 0 |
| Abschreibungen auf Sachanlagevermögen | 60.072 | 10.743 |
| Wertminderungen auf Sachanlagevermögen | 0 | 180 |
| Gesamt | 124.324 | 71.403 |
Der Anstieg der Abschreibungen auf Sachanlagen ist in erster Linie auf Abschreibungen auf technische Anlagen und Maschinen innerhalb der in 2016 erworbenen Media Broadcast Gruppe zurückzuführen.
Die Wertminderungen auf immaterielle Vermögenswerte betreffen eine nicht mehr genutzte Lizenz.
Die Wertminderungen auf Sachanlagevermögen im Vorjahr betrafen nicht mehr genutzte Mietereinbauten in Stores.
10. Sonstige betriebliche Aufwendungen
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen umfassen im Wesentlichen Marketingkosten (120.507 Tausend Euro in 2016 gegenüber 96.671 Tausend Euro in 2015), Rechts-/Beratungskosten, Verwaltungskosten (z. B. Mieten und Nebenkosten der Shops und Verwaltungsgebäude), Aufwendungen für Wertberichtigungen und den Ausfall von Forderungen, Aufwendungen für Billing, Outsourcing sowie für Porto.
Im Geschäftsjahr fielen Aufwendungen für die Wertberichtigung sowie den Ausfall von Forderungen von insgesamt 57.163 Tausend Euro (Vorjahr: 44.396 Tausend Euro) an. Diese Aufwendungen entfallen nahezu ausschließlich auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen.
Im Rahmen von Miet-, Pacht- und Leasingverträgen wurden 37.204 Tausend Euro (Vorjahr: 33.324 Tausend Euro) aufwandswirksam erfasst.
11. Zinsen und ähnliche Erträge
Die Zinsen und ähnlichen Erträge bestehen aus folgenden Positionen:
| In TEUR | 2016 | 2015 |
|---|---|---|
| Zinsen von Kreditinstituten und aus Inkasso sowie ähnliche Erträge | 731 | 393 |
| Zinsertrag aus Steuererstattungen | 78 | 25 |
| Gesamt | 809 | 418 |
12. Zinsen und ähnliche Aufwendungen
Die Zinsen und ähnlichen Aufwendungen setzen sich wie folgt zusammen:
| In TEUR | 2016 | 2015 |
|---|---|---|
| Zinsen an Kreditinstitute und ähnliche Aufwendungen | 40.436 | 35.063 |
| Zinsen aus Finance Leasing | 10.665 | 3 |
| Zinsaufwand aus Pensionsverpflichtungen | 1.639 | 1.106 |
| Zinsaufwand aus der Aufzinsung von Passiva | 937 | 6.790 |
| Zinsaufwand aus Steuernachzahlungen und ähnliche Aufwendungen | 111 | 719 |
| Übrige | 1.887 | 821 |
| Gesamt | 55.675 | 44.502 |
Der Zinsaufwand für 2016 aus der Aufzinsung von Passiva in Höhe von 937 Tausend Euro (Vorjahr: 6.790 Tausend Euro) entfällt wie im Vorjahr im Wesentlichen auf die Aufzinsung von Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, übrigen Verbindlichkeiten und laufenden Ertragsteuerschulden.
13. Ertragsteuern
Als Ertragsteuern sind gezahlte oder geschuldete Steuern auf Einkommen und Ertrag sowie latente Steuern ausgewiesen.
| In TEUR | 2016 | 2015 |
|---|---|---|
| Laufender Steueraufwand des Geschäftsjahres | -33.495 | -35.173 |
| Steuerertrag aus Vorjahren | 1.009 | 8 |
| Latenter Steuerertrag infolge der Zuschreibung auf latente Ertragsteueransprüche | 5.438 | 3.840 |
| Latenter Steuerertrag (Vorjahr: Steueraufwand) bezüglich temporärer Unterschiede | 959 | -2.270 |
| Latenter Steueraufwand (Vorjahr: Steuerertrag) aus Steuersatzänderungen | -1.447 | 364 |
| Gesamt | -27.536 | -33.231 |
Zusätzliche Angaben zu latenten Steuern sind unter Textziffer 19, Latente Ertragsteueransprüche und -schulden, enthalten.
Die Anwendung des durchschnittlichen Ertragsteuersatzes der Konzernunternehmen auf das Konzernergebnis vor Ertragsteuern würde zu einem erwarteten Steueraufwand von 73,2 Millionen Euro (Vorjahr: 76,7 Millionen Euro) führen. Die Differenz zwischen diesem Betrag und dem tatsächlichen Steueraufwand von 27,5 Millionen Euro (Vorjahr: 33,2 Millionen Euro) ist aus der folgenden Überleitungsrechnung ersichtlich:
| In TEUR | 20161 | 2015 |
|---|---|---|
| Ergebnis vor Ertragsteuern | 243.956 | 254.691 |
| Erwarteter Steueraufwand bei Anwendung des Steuersatzes von 30,00 % (Vorjahr: 30,10 %) | -73.187 | -76.662 |
| Veränderung der aktiven latenten Steuern auf Verlustvorträge und nicht angesetzte aktive latente Steuern auf Verlustvorträge | 49.708 | 54.960 |
| Steuereffekt der nicht abzugsfähigen Aufwendungen aufgrund gewerbesteuerlicher Hinzurechnungen | -7.129 | -4.203 |
| Steuereffekt der Kapitalrücklagenauskehr zwischen Konzerngesellschaften | 0 | -5.268 |
| Steuereffekt der übrigen nicht abzugsfähigen Aufwendungen | -1.553 | -3.423 |
| Steuereffekt der steuerfreien Erträge | 5.062 | 993 |
| Effekte aus Steuersatzänderungen | -1.446 | 364 |
| Steuerertrag aus Vorjahren | 1.009 | 8 |
| Tatsächlicher Steueraufwand | -27.536 | -33.231 |
| Effektiver Steuersatz in Prozent | 11,63 | 13,05 |
1) Die Tabelle hat einen detaillierteren Aufbau gegenüber der im Vorjahr veröffentlichten Tabelle.
Bei den Konzerngesellschaften wurde im Geschäftsjahr 2016 für die Berechnung der laufenden und latenten Ertragsteuern ein Körperschaftssteuersatz von 15,0 Prozent (Vorjahr: 15,0 Prozent) verwendet. Weiterhin wurde ein Solidaritätszuschlag von 5,5 Prozent auf die Körperschaftsteuer sowie ein durchschnittlicher Gewerbesteuerhebesatz von 404,10 Prozent (Vorjahr: 407,48 Prozent) zugrunde gelegt. Die latenten Steuern wurden im Geschäftsjahr 2016 mit einem Durchschnittssteuersatz von 30,00 Prozent (Vorjahr: 30,10 Prozent) errechnet. Diese Verringerung des Durchschnittssteuersatzes um 0,10 Prozentpunkte ist auf die vorstehend genannte Reduzierung des durchschnittlichen Gewerbesteuerhebesatzes zurückzuführen, welche sich im Wesentlichen aufgrund des Erwerbs der Media Broadcast Gruppe ergab.
14. Ergebnis je Aktie
14.1. Unverwässertes Ergebnis je Aktie
Das unverwässerte Ergebnis je Aktie ergibt sich aus der Division des den Anteilseigern zustehenden Ergebnisses durch die gewichtete durchschnittliche Anzahl der im Umlauf befindlichen Aktien während des Geschäftsjahres. In Zukunft besteht die Möglichkeit einer Verminderung des unverwässerten Ergebnisses je Aktie aufgrund der möglichen Inanspruchnahme bedingten Kapitals. Wir verweisen hier auf unsere Ausführungen zur Textziffer 25.6, Bedingtes Kapital.
| 2016 | 2015 | |
|---|---|---|
| Anteil der Aktionäre der freenet AG am Konzernergebnis in TEUR | 228.422 | 220.969 |
| Gewichteter Durchschnitt im Umlauf befindlicher Aktien in Stück | 128.011.016 | 128.011.016 |
| Ergebnis je Aktie in EUR (unverwässert) | 1,78 | 1,73 |
14.2. Verwässertes Ergebnis je Aktie
Das verwässerte Ergebnis je Aktie ergibt sich aus der Division des den Anteilseignern zustehenden Ergebnisses durch den um potenziell verwässernde Aktien erhöhten gewichteten durchschnittlichen Bestand im Umlauf befindlicher Aktien.
Es gibt zum 31. Dezember 2016 keine Verwässerungseffekte, beziehungsweise keine potentiellen Verwässerungseffekte.
| 2016 | 2015 | |
|---|---|---|
| Anteil der Aktionäre der freenet AG am Konzernergebnis in TEUR | 228.422 | 220.969 |
| Gewichteter Durchschnitt im Umlauf befindlicher Aktien in Stück | 128.011.016 | 128.011.016 |
| Gewichteter Durchschnitt im Umlauf befindlicher Aktien zzgl. potenzieller Verwässerungsaktien in Stück | 128.011.016 | 128.011.016 |
| Ergebnis je Aktie in EUR (verwässert) | 1,78 | 1,73 |
15. Immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und Goodwill
Die Entwicklung der Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerte ist im Anlagenspiegel, Textziffer 39, dargestellt.
Der wesentliche Buchwert der immateriellen Vermögenswerte entfällt auf Markenrechte aus der Kaufpreisallokation anlässlich des Erwerbs der debitel-Gruppe im Geschäftsjahr 2008.
Die folgende Tabelle stellt die Buchwerte der immateriellen Vermögenswerte aus Kaufpreisallokationen dar:
| In TEUR | 31.12.2016 | 31.12.2015 |
|---|---|---|
| Markenrechte | 304.520 | 296.641 |
| Kundenbeziehungen | 101.073 | 8.219 |
| Nutzungsrechte | 65.046 | 72.296 |
| Software | 3.729 | 5.555 |
| Gesamt | 474.368 | 382.711 |
Neben den immateriellen Vermögenswerten aus den diversen Kaufpreisallokationen werden zum 31. Dezember 2016 weitere immaterielle Vermögenswerte in Höhe von 51,8 Millionen Euro (31. Dezember 2015: 75,4 Millionen Euro) ausgewiesen, darunter Vertriebsrechte in Höhe von 14,5 Millionen Euro (Vorjahr: 46,3 Millionen Euro).
Aus der in 2013 erfolgten Neuaktivierung und einer in 2015 durchgeführten Verlängerung des exklusiven Vertriebsrechts mit der Media Saturn Deutschland GmbH resultiert zum 31. Dezember 2016 noch ein Buchwert von 14,5 Millionen Euro (Vorjahr: 38,6 Millionen Euro).
Zum 31. Dezember 2016 sind keine wertgeminderten immateriellen Vermögenswerte vorhanden.
Die Aufteilung des bilanzierten Goodwills auf CGU geht aus der folgenden Übersicht hervor:
| In TEUR | 31.12.2016 | 31.12.2015 |
|---|---|---|
| Mobilfunk | 1.119.396 | 1.119.396 |
| Online | 29.750 | 29.750 |
| TV | 226.621 | 687 |
| Übrige | 4.152 | 4.152 |
| Gesamt | 1.379.919 | 1.153.985 |
Aus der Kaufpreisallokation anlässlich des Erwerbs der Media Broadcast Gruppe resultiert ein Goodwill in Höhe von 225.934 Tausend Euro, welcher unter der CGU „TV“ ausgewiesen wird. Wir verweisen hierzu auch auf die Ausführungen in Textziffer 36, Unternehmenserwerbe, dieses Konzernanhangs.
Seit 2016 wird die die CGU „TV“ dem Segment „TV und Medien“ und die CGU „Übrige“ dem Segment „Sonstige/Holding“ zugeordnet.
Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde weder im Geschäftsjahr noch im Vorjahr durch wesentliche Aufwendungen für Forschung und Entwicklung belastet.
16. Test auf Wertminderung von nicht-monetären Vermögenswerten
Zum Test auf Wertminderung von Vermögenswerten gemäß IAS 36 machen wir folgende Angaben:
Der CGU „Mobilfunk“, die dem Segment „Mobilfunk“ zugeordnet ist, wurden ein Goodwill in Höhe von 1.119.396 Tausend Euro (Vorjahr: 1.119.396 Tausend Euro) sowie mit einem Markenrecht ein immaterieller Vermögenswert mit unbestimmter Nutzungsdauer in Höhe von 293.204 Tausend Euro (Vorjahr: 293.204 Tausend Euro) zugeordnet.
Als erzielbarer Betrag der CGU „Mobilfunk“ wurde der beizulegende Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten angesetzt. Für die Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes diente eine vom Management genehmigte Planung, die den Zeitraum bis einschließlich 2020 umfasst. Die Detailplanungsphase wurde in der ewigen Rente fortgeschrieben. Dies entspricht dem Level 3 der Fair Value Hierarchie gemäß IFRS 13.
Die Planung basiert auf aus Erfahrungen und Zukunftserwartungen abgeleiteten detaillierten Annahmen bezüglich der wesentlichen Ergebnis- beziehungsweise Werttreiber. Grundsätzlich lässt sich das Ergebnis der CGU „Mobilfunk“ rohertragsseitig in zwei Ergebnisströme, den Ergebnisbeitrag aus Neukunden beziehungsweise Kundenbindung, untergliedern. Dagegen stehen die Kosten für bezogene Leistungen, insbesondere gegenüber den Mobilfunknetzbetreibern. Der Ergebnisbeitrag der Neukunden beziehungsweise Kundenbindung wird dominiert von Kosten zur Akquisition beziehungsweise Bindung der Kunden. Demgegenüber stehen Kosten für die Beschaffung der Hardware sowie aus an Vertriebspartner im Zuge der Akquisition beziehungsweise Bindung zu zahlende Händlerprovisionen. Die freenet Group geht im Planungszeitraum von stabilen Kundenakquisitionskosten sowie stabilen Kundenbindungskosten aus. Die Gruppe geht ferner für 2017 von einer leicht steigenden Kundenbasis im Customer-Ownership-Bereich (Postpaid und No-Frills) sowie von einem stabilen Postpaid-ARPU aus. Die freenet Group rechnet damit, dass innerhalb der CGU „Mobilfunk“ im Planungszeitraum der Customer-Ownership weiter leicht steigen wird bei stabiler Entwicklung der Umsatzerlöse, des Postpaid-ARPU sowie des EBITDA. Dabei geht freenet davon aus, dass innerhalb der CGU „Mobilfunk“ im Planungszeitraum die Umsatz- und Ergebnisbeiträge der Digital-Lifestyle-Produkte steigen werden.
Der auf die spezielle Risikostruktur der CGU „Mobilfunk“ anhand von Marktdaten abgeleitete und im Zuge der Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts verwendete WACC nach Steuern beträgt 6,02 Prozent (Vorjahr: 6,23 Prozent). Hinsichtlich des Kapitalisierungszinssatzes in der Anschlussphase (ab dem Jahr 2021) ist aufgrund von Wachstumsannahmen ein Abschlag von 0,5 Prozent (Vorjahr: 0,5 Prozent) angenommen worden, der gleichzeitig die Wachstumsrate darstellt, die zur Extrapolation der Cashflow-Prognosen verwendet wurde.
Der Wertminderungstest 2016 bezüglich der CGU „Mobilfunk“ bestätigte sowohl für den zugeordneten Goodwill als auch hinsichtlich des Markenrechts mit unbestimmter Nutzungsdauer, dass kein Wertminderungsbedarf besteht.
Der CGU „Online“ wurde ein Goodwill in Höhe von 29.750 Tausend Euro (Vorjahr: 29.750 Tausend Euro) zugeordnet. Die CGU „Online“ ist Bestandteil des Segments „Sonstige/Holding“. Als erzielbarer Betrag der CGU „Online“ wurde der beizulegende Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten angesetzt. Für die Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes diente eine vom Management genehmigte Planung, die den Zeitraum bis einschließlich 2020 umfasst. Die Detailplanungsphase wurde in der ewigen Rente fortgeschrieben. Dies entspricht dem Level 3 der Fair Value Hierarchie gemäß IFRS 13.
Die Planung für die CGU „Online“ basiert auf aus Erfahrungen und Zukunftserwartungen abgeleiteten, detaillierten Annahmen bezüglich der wesentlichen Ergebnis- beziehungsweise Werttreiber. Dies sind im Wesentlichen die Umsatzerlöse und Roherträge der einzelnen Endprodukte, getrennt nach den jeweiligen Absatzmärkten. Die freenet Group geht im Planungszeitraum für die CGU „Online“ von rückläufigen Umsatzerlösen, rückläufigen Roherträgen sowie konstanten EBITDA-Beiträgen aus.
Der auf die spezielle Risikostruktur der CGU „Online“ anhand von Marktdaten abgeleitete und im Zuge der Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts verwendete WACC nach Steuern beträgt 6,75 Prozent (Vorjahr: 7,72 Prozent). Hinsichtlich des Kapitalisierungszinssatzes in der Anschlussphase (ab dem Jahr 2021) ist kein Wachstum (für die Extrapolation der Cashflow-Prognose) und damit kein Abschlag (Vorjahr: Abschlag von 0,5 Prozent) aufgrund von Wachstumsannahmen unterstellt worden.
Der Wertminderungstest 2016 bezüglich der CGU „Online“ bestätigte für den zugeordneten Goodwill, dass kein Wertminderungsbedarf besteht.
Der im Geschäftsjahr 2016 neu angelegten CGU „TV und Medien“, welche identisch mit dem Segment „TV und Medien“ ist, wurde zum 31. Dezember 2016 ein Goodwill in Höhe von 226.621 Tausend Euro zugeordnet. Als erzielbarer Betrag der CGU „TV und Medien“ wurde der beizulegende Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten angesetzt. Für die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts diente eine vom Management genehmigte Planung, die den Zeitraum bis einschließlich 2020 umfasst. Die Detailplanungsphase wurde in der ewigen Rente fortgeschrieben. Dies entspricht dem Level 3 der Fair Value Hierarchie gemäß IFRS 13.
Die Planung für die CGU „TV und Medien“ basiert auf aus Erfahrungen und Zukunftserwartungen abgeleiteten, detaillierten Annahmen bezüglich der wesentlichen Ergebnis- beziehungsweise Werttreiber. Dies sind im Wesentlichen die Umsatzerlöse und Roherträge der einzelnen Endprodukte, getrennt nach den jeweiligen Absatzmärkten. Die freenet Group geht im Planungszeitraum für die CGU „TV und Medien“ von leicht steigenden Umsatzerlösen, Roherträgen sowie EBITDA-Beiträgen aus.
Der auf die spezielle Risikostruktur der CGU „TV und Medien“ anhand von Marktdaten abgeleitete und im Zuge der Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts verwendete WACC nach Steuern beträgt 7,37 Prozent. Hinsichtlich des Kapitalisierungszinssatzes in der Anschlussphase (ab dem Jahr 2021) ist aufgrund von Wachstumsannahmen ein Abschlag von 1,0 Prozent angenommen worden, der gleichzeitig die Wachstumsrate darstellt, die zur Extrapolation der Cashflow-Prognosen verwendet wurde.
Der Wertminderungstest 2016 bezüglich der CGU „TV und Medien“ bestätigte für den zugeordneten Goodwill, dass kein Wertminderungsbedarf besteht.
Im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2016 besteht übriger Goodwill für diverse CGUs in Höhe von 4.152 Tausend Euro (Vorjahr: 4.839 Tausend Euro), die jeweils dem Segment „Sonstige/Holding“ zugeordnet sind.
Im Konzern sind im Geschäftsjahr 2016 insgesamt Wertminderungen auf nicht-monetäre Vermögenswerte in Höhe von 14 Tausend Euro (Vorjahr: 0,2 Millionen Euro) vorgenommen worden. Diese betreffen nicht mehr genutzte Lizenzen (Vorjahr: nicht mehr genutzte Mietereinbauten in Stores).
Gemäß IAS 36 in Verbindung mit IAS 28.40 ff. war der gesamte Buchwert der Anteile am assoziierten Unternehmen Sunrise per 31. Dezember 2016 in Höhe von 743,1 Millionen Euro separat auf Wertminderungsbedarf zu testen. Es handelt sich hierbei um einen anlassbezogenen Wertminderungstest, da die Marktkapitalisierung der Sunrise unterhalb des bilanzierten anteiligen Buchwerts lag. Die Abschätzung der Werthaltigkeit wurde anhand öffentlich zugänglicher Informationen vorgenommen. Als wesentliche Quelle dienten Analysteneinschätzungen sowie die Anwendung von in der Telekommunikationsbranche üblichen EBITDA-Multiplikatoren. Auf der Basis dieser Informationen konnte die Werthaltigkeit des Anteils am assoziierten Unternehmen Sunrise bestätigt werden. Es ergab sich kein Wertminderungsbedarf.
17. Nach der Equity-Methode einbezogene Unternehmen
| In TEUR | Abschnitt | 31.12.2016 | 31.12.2015 |
|---|---|---|---|
| Anteile an assoziierten Unternehmen | 17.1. | 743.102 | 0 |
| Anteile an Gemeinschaftsunternehmen | 17.2. | 1.964 | 1.760 |
| Stand zum 31. Dezember | 745.066 | 1.760 |
17.1. Assoziierte Unternehmen
Mit Vertrag vom 17. März 2016 erwarb die freenet einen Anteil von 23,83 Prozent am Grundkapital der Sunrise Communications Group AG, Zürich, Schweiz. Der Vollzug dieser Transaktion erfolgte am 23. März 2016. Die Aktien wurden zu einem Preis von 72,95 CHF erworben. Insgesamt ergaben sich Anschaffungskosten inklusive Anschaffungsnebenkosten in Höhe von 718,0 Millionen Euro.
Sunrise wird als assoziiertes Unternehmen seit dem 24. März 2016 in den Konzernabschluss der freenet AG einbezogen. Über zwei Sitze im Verwaltungsrat der Sunrise sowie einen Stimmrechtsanteil von mehr als 20 Prozent ist die freenet AG in der Lage, maßgeblichen Einfluss auszuüben.
Mit Vollzug am 14. April 2016 erwarb die freenet einen weiteren Anteil von 0,73 Prozent am Grundkapital der Sunrise. Die Aktien wurden ebenfalls zu einem Preis von 72,95 CHF erworben. Für diesen zusätzlichen Erwerb ergaben sich Anschaffungskosten in Höhe von 22,1 Millionen Euro.
Insgesamt hält die freenet AG seitdem einen Anteil von 24,56 Prozent am Grundkapital der Sunrise.
Sunrise ist die größte private Telekommunikationsanbieterin der Schweiz mit über 3 Millionen Kunden in den Bereichen Mobilfunk, Festnetz, Internet und digitales Fernsehen.
Die letzten von der Sunrise veröffentlichten Finanzinformationen betreffen den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2016. Wir geben dazu folgende Kurzübersicht:
Zusammengefasste Informationen zum 31. Dezember 2016
| Bilanz1 In TCHF |
3 1.12 .2016 |
|---|---|
| Langfristige Vermögenswerte | 3.289.538 |
| davon immaterielle Vermögenswerte | 2.348.900 |
| Kurzfristige Vermögenswerte | 644.688 |
| davon Zahlungsmittel | 214.175 |
| Summe Vermögenswerte | 3.934.226 |
| Langfristige Schulden | 2.269.352 |
| davon langfristige Finanzschulden | 1.828.327 |
| Kurzfristige Schulden | 528.586 |
| davon Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie übrige Verbindlichkeiten | 476.271 |
| Summe Schulden | 2.797.938 |
1 Der Stichtagskurs zum 31.12.2016 beträgt 0,9346 CHF/EUR.
| Ergebnisrechnung2In TCHF | 1.1.2016-31.12.2016 |
|---|---|
| Umsatzerlöse | 1.896.673 |
| Rohertrag | 1.192.699 |
| EBITDA | 598.688 |
| Abschreibungen und Wertminderungen | -459.568 |
| Zinsen und ähnliche Aufwendungen | -58.708 |
| Ertragsteuern | 3.236 |
| Konzernergebnis nach Steuern | 87.093 |
2 Der Durchschnittskurs für das Geschäftsjahr 2016 beträgt 0,9179 CHF/EUR.
| Sonstiges Ergebnis In TCHF |
1.1.2016-31 . 12 .2016 |
|---|---|
| Konzernergebnis nach Steuern | 87.093 |
| Erfassung versicherungsmathematischer Gewinne und Verluste aus der Bilanzierung von Pensionsplänen gem. IAS 19 (2011) | 18.891 |
| Ertragsteuern | -4.494 |
| Sonstiges Ergebnis / in künftigen Perioden nicht in die GuV umzugliedern | 14.397 |
| Sonstiges Ergebnis | 101.490 |
| Überleitungsrechnung auf den Buchwert In Mio. EUR |
2016 |
|---|---|
| Anschaffungskosten für 23,83 Prozent (17. März 2016) | 718,0 |
| Anschaffungskosten für 0,73 Prozent (14. April 2016) | 22,1 |
| Summe Anschaffungskosten (24,56 Prozent) | 740,1 |
| Laufende Ergebnisanteile | 36,5 |
| Folgebilanzierung aus Kaufpreisallokation | -15,7 |
| Sonstiges Ergebnis | 12,3 |
| Ausgeschüttete Dividende an die freenet | -30,1 |
| Buchwert zum 31. Dezember 2016 | 7 43 , 1 |
Gemäß IAS 28 wurde eine Schatten-Kaufpreisallokation erstellt. Der Begriff „Schatten-Kaufpreisallokation“ wird verwendet, da die Kaufpreisallokation für ein assoziiertes Unternehmen nicht direkt in die Konzernbilanz der freenet AG Eingang findet, sondern nur über die Folgeabschreibung. Im Rahmen der Schatten-Kaufpreisallokation wurden ein auf den freenet-Anteil entfallender, nicht der laufenden Abschreibung unterliegender Goodwill in Höhe von 755,5 Millionen CHF sowie auf den freenet-Anteil entfallende, der laufenden Abschreibung unterliegende Vermögenswerte in Höhe von insgesamt 237,8 Millionen CHF (davon Kundenbeziehungen 169,9 Millionen CHF, davon Markenrechte 67,9 Millionen CHF) identifiziert.
Für den Zeitraum vom 24. März 2016 bis 31. Dezember 2016 ist in der Gewinn- und Verlustrechnung ein auf die Anteile an der Sunrise entfallendes Ergebnis der nach der Equity Methode einbezogenen Unternehmen in Höhe von 20.815 Tausend Euro ausgewiesen worden; davon 36.493 Tausend Euro aus Anteilen am Konzernüberschuss der Sunrise nach Steuern (nach Korrektur der Abschreibungen auf im Rahmen der Schatten-PPA neubewerteten Vermögenswerte) sowie -15.679 Tausend Euro aus der Folge-Abschreibung der Schatten-Kaufpreisallokation. Es ist bezüglich der Anteile am Konzernüberschuss der Sunrise nach Steuern jeweils zu beachten, dass freenet das von der Sunrise ausgewiesene Konzernergebnis nach Steuern zunächst um den Betrag bereinigt, der seitens der Sunrise als Abschreibungen sowie latente Steuereffekte auf Kaufpreisallokationen bereits in diesem Konzernergebnis enthalten ist. So wird erreicht, dass es bezüglich dieser Abschreibungen und latenten Steuereffekte nicht zu einer doppelten Berücksichtigung kommt, denn freenet weist diese Effekte im „Ergebnis der nach der Equity-Methode einbezogenen Unternehmen, davon aus Folgebilanzierung aus Kaufpreisallokation“ aus.
Als Bestandteil des sonstigen Ergebnisses der Konzern-Gesamtergebnisrechnung wurde auf die Sunrise entfallend aus Währungsumrechnungsdifferenzen aus der Folgebilanzierung ein sonstiges Ergebnis von 3.673 Tausend Euro sowie aus erfassten Ertragsteuern ein sonstiges Ergebnis von 8.689 Tausend Euro ausgewiesen.
Am 21. April 2016 erhielt die freenet AG eine Dividendenzahlung in Höhe von 30,1 Millionen Euro aufgrund der in der Generalversammlung der Sunrise vom 15. April 2016 beschlossenen Ausschüttung von 3,00 CHF je Aktie. Dieser Zahlungseingang erhöhte den Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit.
Zum 31. Dezember 2016 beträgt der Buchwert der Beteiligung des Konzerns an der Sunrise 743,1 Millionen Euro. Der Aktienkurs der Sunrise am Bilanzstichtag beträgt 62,45 Euro (Quelle: Bloomberg).
In der Segmentberichterstattung des Konzerns freenet AG sind die Anteile an der Sunrise dem Segment „Mobilfunk“ zugeordnet worden.
Mit dem Erwerb von Anteilen an der Sunrise ergibt sich für den freenet Konzern hinsichtlich der Darstellung der GuV-Position „Ergebnis der nach der Equity-Methode einbezogenen Unternehmen“ eine neue Situation: erfolgte die Folgebilanzierung für ein assoziiertes Unternehmen in der Historie des freenet Konzerns bisher nur durch Zuschreibung oder Abschreibung des Buchwerts der Beteiligung aufgrund der laufenden Ergebnisanteile sowie ggf. die Abschreibung des Buchwerts aufgrund von Wertminderungen, so ergaben sich aus der Schatten-Kaufpreisallokation zum Erwerb abschreibungspflichtige immaterielle Vermögenswerte und damit ein weiterer Bestandteil des Ergebnisses der nach der Equity-Methode einbezogenen Unternehmen.
Zur besseren Nachvollziehbarkeit des Ergebnisses der nach der Equity-Methode einbezogenen Unternehmen haben wir deshalb in unserer Gewinn- und Verlustrechnung für diese Position ab dem Konzern-Zwischenabschluss zum 31. März 2016 Zeilen für die entsprechenden Davon-Angaben eingefügt.
In die Ermittlung unseres wesentlichen finanziellen Leistungsindikators EBITDA fließen dabei von der Position „Ergebnis der nach der Equity-Methode einbezogenen Unternehmen“ wie in der Vergangenheit nur die Ergebnisanteile ein. Die Abschreibungen aus der Folgebilanzierung der Schatten-Kaufpreisallokation belasten nicht das Konzern-EBITDA.
17.2. Gemeinschaftsunternehmen
Im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2016 ist die FunDorado GmbH, Hamburg, („FunDorado“) inklusive ihrer Tochterunternehmen und Beteiligungen als Gemeinschaftsunternehmen enthalten. An der FunDorado hält die freenet Gruppe 50 Prozent (Vorjahr: 50 Prozent) der Anteile. FunDorado betreibt ein kostenpflichtiges Internet-Portal.
Aus der FunDorado inklusive ihrer Tochterunternehmen und Beteiligungen wurden in 2016 Ergebnisse in Höhe von 204 Tausend Euro (Vorjahr: 171 Tausend Euro) erzielt.
Der Buchwert der Beteiligung des Konzerns an FunDorado inklusive ihrer Tochterunternehmen und Beteiligungen beträgt zum 31. Dezember 2016 1.964 Tausend Euro (Vorjahr: 1.760 Tausend Euro).
18. Sonstige Finanzanlagen
Die zum Bilanzstichtag ausgewiesenen sonstigen Finanzanlagen betreffen im Wesentlichen eine stille Beteiligung mit einem unveränderten Buchwert von 500 Tausend Euro, die zu Anschaffungskosten bewertet wurden, da kein aktiver Markt besteht.
Die festverzinslichen Anleihen, die als Mietsicherheiten für Shops gedient haben, wurden in 2016 zum Buchwert veräußert.
Die sonstigen Finanzanlagen setzen sich wie folgt zusammen:
| In TEUR | 31.12.2016 | 31.12.2015 |
|---|---|---|
| Stille Beteiligung | 500 | 500 |
| Sonstige Beteiligungen | 3 | 3 |
| Übrige | 83 | 0 |
| Sonstige Finanzanlagen, bewertet zu Anschaffungskosten | 586 | 503 |
| Festverzinsliche Anleihen | 0 | 1.014 |
| Sonstige Finanzanlagen, über das sonstige Ergebnis bewertet zum Fair Value | 0 | 1.014 |
| Gesamt | 586 | 1.517 |
19. Latente Ertragsteueransprüche und -schulden
Die latenten Ertragsteueransprüche und -schulden wurden unter Berücksichtigung der temporären Unterschiede nach der Verbindlichkeitsmethode mit einem Gesamtsteuersatz von 30,00 Prozent (Vorjahr: 30,10 Prozent) errechnet.
Folgende Beträge werden in der Konzernbilanz ausgewiesen:
| In TEUR | 31.12.2016 | 31.12.2015 |
|---|---|---|
| Latente Ertragsteueransprüche | 174.172 | 177.337 |
| Latente Ertragsteuerschulden | 0 | -6 |
| Gesamt | 174.172 | 177.331 |
Der in den latenten Ertragsteueransprüchen für die körperschaftsteuerliche und gewerbesteuerliche Organschaft der freenet AG bilanzierte Überhang der aktiven latenten Steuern von 174,2 Millionen Euro (Vorjahr: 177,3 Millionen Euro) wird aufgrund der erwarteten Nutzung von steuerlichen Verlustvorträgen zu 43,6 Millionen Euro (Vorjahr: 47,5 Millionen Euro) als kurzfristig sowie zu 130,7 Millionen Euro (Vorjahr: 129,8 Millionen Euro) als langfristig angesehen.
Die Entwicklung der ausgewiesenen latenten Ertragssteueransprüche und -schulden für das Geschäftsjahr 2016 ist der folgenden Tabelle zu entnehmen:
| In TEUR | 1.1.201 6 | Veränderungen des Konsolidierungskreises | Im sonstigen Ergebnis verrechnet | Aufwendungen und Erträge aus Ertragsteuern | 31.12.201 6 |
|---|---|---|---|---|---|
| Sachanlagen | 380 | 615 | 0 | 820 | 1.815 |
| Immaterielle Vermögenswerte | -140.929 | -17.067 | 0 | -779 | -158.775 |
| Finanzanlagen | -14 | 0 | 0 | 443 | 429 |
| Verlustvorträge | 290.039 | 0 | 0 | 4.384 | 294.423 |
| Pensionsrückstellungen | 7.710 | 2.502 | 3.085 | -2.053 | 11.244 |
| Andere Rückstellungen | 1.803 | 2.024 | 0 | 887 | 4.714 |
| Übrige Verbindlichkeiten | -99 | 0 | 0 | 75 | -24 |
| Finanzschulden | 413 | 0 | 0 | 554 | 967 |
| Sonstige Vermögenswerte | 18.028 | 761 | -29 | 619 | 19.379 |
| Gesamt | 177.331 | -11.165 | 3.056 | 4.950 | 174.172 |
Die Aufwendungen und Erträge aus Ertragsteuern in Höhe eines Nettoertrages von 4.950 Tausend Euro (Vorjahr: 1.934 Tausend Euro) sind in der Konzerngewinn- und -verlustrechnung als latente Ertragsteuern in der Position „Ertragsteuern“ enthalten. Sie entsprechen grundsätzlich der Summe der latenten Ertragsteuern aus weitergeführten und aufgegebenen Geschäftsbereichen. In 2016 entfielen die Aufwendungen und Erträge aus Ertragsteuern, wie im Vorjahr, ausschließlich auf weitergeführte Geschäftsbereiche.
Im Geschäftsjahr 2015 entwickelten sich die latenten Ertragsteueransprüche und -schulden wie folgt:
| In TEUR | 1.1.2015 | Veränderungen des Konsolidierungskreises | Im sonstigen Ergebnis verrechnet | Korrektur | Aufwendungen und Erträge aus Ertragsteuern | 31.12.2015 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Sachanlagen | 1.925 | 0 | 0 | 0 | -1.545 | 380 |
| Immaterielle Vermögenswerte | -119.268 | -21.761 | 0 | -154 | 254 | -140.929 |
| Finanzanlagen | -11 | 0 | 0 | 0 | -3 | -14 |
| Verlustvorträge | 285.713 | 0 | 0 | 0 | 4.326 | 290.039 |
| Pensionsrückstellungen | 10.111 | 0 | -2.521 | 154 | -34 | 7.710 |
| Andere Rückstellungen | 4.048 | 0 | 0 | 0 | -2.245 | 1.803 |
| Übrige Verbindlichkeiten | -507 | 0 | 0 | 0 | 408 | -99 |
| Finanzschulden | 337 | 0 | 0 | 0 | 76 | 413 |
| Sonstige Vermögenswerte | 17.382 | 0 | -51 | 0 | 697 | 18.028 |
| Gesamt | 199.730 | -21.761 | -2.572 | 0 | 1.934 | 177.331 |
Die zusammengefasste Netto-Entwicklung der latenten Steuern ergibt sich aus der folgenden Übersicht:
| In TEUR | 2016 | 2015 |
|---|---|---|
| Stand 1.1. | 177.331 | 199.730 |
| Veränderungen im Konsolidierungskreis | -11.165 | -21.761 |
| Im sonstigen Ergebnis verrechnet | 3.056 | -2.572 |
| Steuerertrag | 4.950 | 1.934 |
| Stand 31. 12. | 174.172 | 177.331 |
Die vorhandenen, unbegrenzt vortragsfähigen steuerlichen Verlustvorträge übersteigen die Summe der prognostizierten, kumulierten Ergebnisse der folgenden vier Geschäftsjahre. Daher wurde in der Konzernbilanz auch nur in dem Maße ein latenter Steueranspruch angesetzt, wie die Realisierung dieses Anspruches als wahrscheinlich angesehen wird. Die erwarteten Ergebnisse basieren dabei auf der jeweils zum Bilanzstichtag gültigen Unternehmensplanung des Ergebnisses vor Steuern. Zum 31. Dezember 2016 ergeben sich auf Verlustvorträge gebildete latente Steuern in Höhe von 294.423 Tausend Euro (Vorjahr: 290.039 Tausend Euro). Von dieser Position entfallen 145.093 Tausend Euro (Vorjahr: 151.430 Tausend Euro) auf körperschaftsteuerliche Verlustvorträge und 149.330 Tausend Euro (Vorjahr: 138.609 Tausend Euro) auf Verlustvorträge, die der Gewerbesteuer zugeordnet sind. Weitere Verlustvorträge, für die in der Konzernbilanz kein latenter Steueranspruch angesetzt wurde, betreffen mit 1,1 Milliarden Euro Körperschaftsteuer und mit 0,4 Milliarden Euro Gewerbesteuer (Vorjahr: 1,2 Milliarden Euro Körperschaftsteuer und 0,7 Milliarden Euro Gewerbesteuer). Es bestehen wie zum Vorjahresstichtag keine nicht angesetzten Zinsvorträge gemäß § 4h Absatz 1 Satz 2 EStG.
Zum 31. Dezember 2016 bestehen temporäre Outside Basis Differenzen (das Nettoeigenkapital nach IFRS ist höher als die entsprechenden steuerlichen Beteiligungsbuchwerte) in Höhe von circa 7,5 Millionen Euro (Vorjahr: circa 1,1 Millionen Euro). Hierauf wurden mangels im steuerlichen Planungszeitraum erwarteter Umkehrung keine latenten Steuern angesetzt.
20. Vorräte
Die Vorräte setzen sich wie folgt zusammen:
| In TEUR | 31.12.2016 | 31.12.2015 |
|---|---|---|
| Mobiltelefone/Zubehör | 43.550 | 48.984 |
| Computer/EDV-Produkte | 17.604 | 18.980 |
| SIM-Karten | 6.748 | 7.117 |
| Bundles und Voucher | 109 | 63 |
| Sonstiges | 6.895 | 4.324 |
| Gesamt | 74.906 | 79.468 |
Der Jahresendbestand an Vorräten ist in Höhe von 3.480 Tausend Euro (Vorjahr: 4.465 Tausend Euro) wertberichtigt.
21. Forderungen und sonstige Vermögenswerte
Die Forderungen und sonstigen Vermögenswerte setzen sich wie folgt zusammen:
| In TEUR | 31.12.2016 | ||
|---|---|---|---|
| Gesamt | langfristig | kurzfristig | |
| --- | --- | --- | --- |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 519.896 | 81.132 | 438.764 |
| Sonstige nicht derivative finanzielle Vermögenswerte | 34.419 | 17.964 | 16.455 |
| 554.315 | 99.096 | 455.219 | |
| Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte | 2.774 | 2.774 | 0 |
| Finanzielle Vermögenswerte | 557.089 | 101.870 | 455.219 |
| Sonstige Vermögenswerte | 0 | 0 | 0 |
| Geleistete Anzahlungen | 10.103 | 0 | 10.103 |
| Nicht finanzielle Vermögenswerte | 10.103 | 0 | 10.103 |
| Gesamte Forderungen und sonstigen Vermögenswerte | 567.192 | 101.870 | 465.322 |
| In TEUR | 31.12.2015 | ||
|---|---|---|---|
| Gesamt | langfristig | kurzfristig | |
| --- | --- | --- | --- |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 515.447 | 79.438 | 436.009 |
| Sonstige nicht derivative finanzielle Vermögenswerte | 18.403 | 4.525 | 13.878 |
| 533.850 | 83.963 | 449.887 | |
| Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte | 2.802 | 2.802 | 0 |
| Finanzielle Vermögenswerte | 536.652 | 86.765 | 449.887 |
| Sonstige Vermögenswerte | 5.280 | 4.718 | 562 |
| Geleistete Anzahlungen | 4.470 | 0 | 4.470 |
| Nicht finanzielle Vermögenswerte | 9.750 | 4.718 | 5.032 |
| Gesamte Forderungen und sonstigen Vermögenswerte | 546.402 | 91.483 | 454.919 |
Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen bestehen gegen Dritte und betreffen überwiegend Forderungen aus Gebührenumsätzen, Geräteverkäufen sowie Festnetz- und Internetdienstleistungen.
Die Summe der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie der sonstigen nicht-derivativen finanziellen Vermögenswerte beträgt abzüglich gebildeter Wertberichtigungen zum 31. Dezember 2016 554.315 Tausend Euro (Vorjahr: 533.850 Tausend Euro). Wir verweisen auf unsere Ausführungen zur Textziffer 34, Informationen über Finanzinstrumente. Die wesentliche Bedeutung in dieser Klasse haben im freenet Konzern die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Sie bestehen größtenteils gegen Endkunden, zu geringeren Teilen gegen Geschäftskunden, Händler und Vertriebspartner. Sonstige Vermögenswerte und geleistete Anzahlungen in Höhe von 12.877 Tausend Euro (Vorjahr: 12.552 Tausend Euro) sind zum 31. Dezember 2016 zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte sowie nicht finanzielle Vermögenswerte.
Die Rechnungsstellung erfolgt im Segment Mobilfunk durch den Konzern selbst. Im Segment Sonstige/Holding werden die Rechnungen teilweise selbst gestellt, im Schmalbandbereich wird das Inkasso der Deutsche Telekom AG (DTAG) in Anspruch genommen.
Soweit Rechnungen gegenüber Endkunden selbst gestellt werden, werden sie ganz überwiegend sofort nach Rechnungsstellung fällig. Die an die DTAG getätigten Einreichungen haben ein Zahlungsziel von 30 Tagen.
Bei nicht wertgeminderten und nicht überfälligen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wurden im abgelaufenen Jahr keine Neuverhandlungen über bestehende Forderungen vorgenommen.
Zum 31. Dezember 2016 sind Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige nicht-derivative finanzielle Vermögenswerte in Höhe von 469.648 Tausend Euro (Vorjahr: 445.309 Tausend Euro) weder wertgemindert noch überfällig.
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige nicht-derivative finanzielle Vermögenswerte in Höhe von 13.513 Tausend Euro (Vorjahr: 21.420 Tausend Euro) sind überfällig, aber nicht wertgemindert. Diese Forderungen betreffen verschiedene Kunden, die in der Vergangenheit nicht ausgefallen sind.
Die bilanzierten Übrigen Forderungen und sonstigen Vermögenswerte ergeben sich aus den Sonstigen nicht-derivativen finanziellen Vermögenswerten, den zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten, den Sonstigen Vermögenswerten sowie den Geleisteten Anzahlungen.
Das maximale Ausfallrisiko der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zum Bilanzstichtag beträgt durch bestehende Warenkreditversicherungen 494,5 Millionen Euro.
.Zur Altersstruktur für die Klasse der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie nicht-derivativen finanziellen Vermögenswerte machen wir die folgenden Angaben:
| Buchwert 31.12.2016 | Davon zum Stichtag weder wertgemindert noch überfällig | Davon zum Stichtag nicht wertgemindert und in den folgenden Zeitabschnitten überfällig | |||
|---|---|---|---|---|---|
| In TEUR | weniger als 90 Tage | zwischen 91 und 180 Tagen | mehr als 180 Tage | ||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 519.896 | 436.636 | 7.166 | 3.825 | 1.318 |
| Sonstige nicht derivative finanzielle Vermögenswerte | 34.419 | 33.012 | 378 | 10 | 816 |
| Gesamt | 554.315 | 469.648 | 7.544 | 3.835 | 2.134 |
| Buchwert 31.12.2015 | Davon zum Stichtag weder wertgemindert noch überfällig | Davon zum Stichtag nicht wertgemindert und in den folgenden Zeitabschnitten überfällig | |||
|---|---|---|---|---|---|
| In TEUR | weniger als 90 Tage | zwischen 91 und 180 Tagen | mehr als 180 Tage | ||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 515.447 | 428.137 | 15.241 | 600 | 4.348 |
| Sonstige nicht derivative finanzielle Vermögenswerte | 18.403 | 17.172 | 704 | 6 | 521 |
| Gesamt | 533.850 | 445.309 | 15.945 | 606 | 4.869 |
Zur Entwicklung der Wertberichtigungen für die Klasse der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie nicht-derivativen finanziellen Vermögenswerte machen wir folgende Angaben:
| In TEUR | |
|---|---|
| Gebildete Wertberichtigungen zum 31. Dezember 2015 | 109.416 |
| Gebildete Wertberichtigungen zum 31. Dezember 2016 | 128.720 |
| Netto-Zuführung von Wertberichtigungen | 19.304 |
| In TEUR | |
|---|---|
| Gebildete Wertberichtigungen zum 31. Dezember 2014 | 99.061 |
| Gebildete Wertberichtigungen zum 31. Dezember 2015 | 109.416 |
| Netto-Zuführung von Wertberichtigungen | 10.355 |
Die zum Bilanzstichtag gebildeten Wertberichtigungen entfielen auf folgende Kategorien von Forderungen:
| In TEUR | 31.12.2016 | 31.12.2015 |
|---|---|---|
| Pauschalierte Einzelwertberichtigungen nach Zeitbändern | ||
| davon auf nicht überfällige Forderungen | 1.636 | 1.734 |
| davon auf seit < 90 Tagen überfällige Forderungen | 6.769 | 6.877 |
| davon auf seit zwischen 90 und 180 Tagen überfällige Forderungen | 8.593 | 9.008 |
| davon auf seit> 180 Tagen überfällige Forderungen | 105.183 | 86.069 |
| 122.181 | 103.688 | |
| Einzelwertberichtigungen | 6.539 | 5.728 |
| Gesamt Wertberichtigungen | 128.720 | 109.416 |
Dabei entfielen zu beiden Stichtagen die pauschalierten Einzelwertberichtigungen auf Forderungen gegen Endkunden, während die Einzelwertberichtigungen ganz überwiegend auf Forderungen gegen Geschäftskunden, im Wesentlichen gegen Vertriebspartner, gebildet wurden.
Die nachstehende Übersicht zeigt die Entwicklung der Einzelwertberichtigungen.
| In TEUR | 2016 | 2015 |
|---|---|---|
| Entwicklung der Einzelwertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | ||
| Stand zum 1.1. | 4.990 | 5.273 |
| Zugänge Erstkonsolidierung | 1.621 | 0 |
| Zuführung | 1.792 | 476 |
| Inanspruchnahme | 1.572 | 357 |
| Auflösung | 1.086 | 402 |
| Stand zum 31.12. | 5.745 | 4.990 |
| Entwicklung der Einzelwertberichtigungen auf sonstige nicht derivative Vermögenswerte | ||
| Stand zum 1.1. | 738 | 717 |
| Zugänge Erstkonsolidierung | 0 | 0 |
| Zuführung | 794 | 365 |
| Inanspruchnahme | 738 | 0 |
| Auflösung | 0 | 344 |
| Stand zum 31.12. | 794 | 738 |
| Gesamt Einzelwertberichtigungen | 6.539 | 5.728 |
22. Flüssige Mittel
Die Zusammensetzung der Flüssigen Mittel stellt sich wie folgt dar:
| In TEUR | 31.12.2016 | 31.12.2015 |
|---|---|---|
| Bankguthaben, Schecks und Kassenbestand | 318.186 | 269.761 |
| Gesamt | 318.186 | 269.761 |
23. Laufende Ertragsteueransprüche
Die laufenden Ertragsteueransprüche betreffen im Wesentlichen Forderungen aus Umkehreffekten bezüglich steuerlicher Betriebsprüfungen für Altjahre (Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer) sowie Forderungen gegen Altgesellschafter im Zusammenhang mit Steuerklauseln aus Unternehmenserwerben.
24. Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte
Am 21. November 2016 schlossen der freenet Konzern und die Capita Customer Services (Germany) GmbH, Berlin („Capita“) einen Vertrag zur Übernahme der Geschäftsprozesse der mobilcom-debitel GmbH im Kundenservice ab.
Mit der auf sieben Jahre ausgelegten strategischen Partnerschaft soll die Digitalisierung der Customer-Care-Prozesse der mobilcom-debitel GmbH kundenorientiert vorangetrieben werden. Capita wird ab 1. März 2017 den gesamten Kundenservice der mobilcom-debitel GmbH, inklusive der damit verbundenen IT-Infrastruktur verantworten und rund 650 Inhouse-Mitarbeiter in der Kundenbetreuung sowie den Standort Erfurt übernehmen.
Im Rahmen dieser Übernahme veräußerte die mobilcom-debitel GmbH Anlagengüter (im Wesentlichen Büro- und Geschäftsausstattung) an die Capita zu Restbuchwerten in Höhe von 242 Tausend Euro. Die zur Veräußerung anstehenden Vermögenswerte wurden zum 31. Dezember 2016 innerhalb der Bilanz in den Posten „Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte“ mit einem Restbuchwert in Höhe von 197 Tausend Euro ausgewiesen.
Die Auslagerung der Geschäftsprozesse auf die Capita wird im freenet Konzern zu einer Abnahme der Personalaufwendungen bei gleichzeitiger Zunahme der sonstigen betrieblichen Aufwendungen führen.
25. Eigenkapital
Zu den folgenden Ziffern verweisen wir auch auf die Aufstellung über Veränderungen des Eigenkapitals.
25.1. Grundkapital
Das begebene Grundkapital der Gesellschaft beträgt unverändert zum Vorjahr 128.061 Tausend Euro. Das Grundkapital ist eingeteilt in 128.061.016 auf den Namen lautende Stückaktien zu einem kalkulatorischen Nennwert von 1,00 Euro. Das gesamte Grundkapital ist voll erbracht. Alle Aktien sind mit gleichen Rechten ausgestattet. 50.000 Stück dieser Aktien werden wie im Vorjahr von der mobilcom-debitel Logistik GmbH, Schleswig, gehalten, deren Anteile wiederum die Gesellschaft unverändert zum Vorjahr zu 100 Prozent hält. Die eigenen Anteile wurden mit ihren Anschaffungskosten von 50 Tausend Euro von der Kapitalrücklage unverändert zum Vorjahr abgesetzt.
Der Vorstand ist durch die Hauptversammlung vom 12. Mai 2016 gemäß § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG dazu ermächtigt worden, mit Zustimmung des Aufsichtsrats eigene Aktien in Höhe von insgesamt bis zu 10 Prozent des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung am 12. Mai 2016 bestehenden Grundkapitals oder – falls dieser Betrag geringer ist – des zum Zeitpunkt der jeweiligen Ausübung der vorliegenden Ermächtigung bestehenden Grundkapitals zu jedem zulässigen Zweck im Rahmen der gesetzlichen Beschränkungen zu erwerben. Die Ermächtigung gilt bis zum 11. Mai 2021. Im Geschäftsjahr 2016 hat der Vorstand von dieser Ermächtigung keinen Gebrauch gemacht.
In Ergänzung der Ermächtigung gemäß § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG darf der Vorstand zusätzlich Eigenkapitalderivate einsetzen, um eigene Aktien zu erwerben. Dadurch wird das Volumen an Aktien, das insgesamt erworben werden darf, nicht erhöht; es wird lediglich eine weitere Handlungsalternative zum Erwerb eigener Aktien eröffnet.
Der vollständige Wortlaut dieser Ermächtigungsbeschlüsse ist unter den Tagesordnungspunkten 8 und 9 der Einladung zur Hauptversammlung 2016 im Bundesanzeiger veröffentlicht worden.
25.2. Kapitalrücklage
Wesentliche Bestandteile der zum 31. Dezember 2016 ausgewiesenen Kapitalrücklage stammen unverändert zum Vorjahr aus der Kapitalerhöhung in 2008 aufgrund des Erwerbs der debitel-Gruppe (349,8 Millionen Euro) sowie aus der in 2007 wirksam gewordenen Verschmelzung der mobilcom AG sowie der freenet.de AG auf die freenet AG und dem damit im Zusammenhang stehenden Erwerb der Minderheitenanteile an der ehemaligen freenet.de AG (134,7 Millionen Euro).
25.3. Konzernbilanzergebnis
Das Konzernbilanzergebnis für das Geschäftsjahr 2016 setzt sich aus den auf die Aktionäre der freenet AG entfallenden kumulierten Konzernergebnissen, gemindert um die Dividendenauszahlungen, zusammen. In 2016 wurde für das Geschäftsjahr 2015 eine Dividende von 1,55 Euro je Stückaktie, insgesamt somit 198,4 Millionen Euro, ausgezahlt.
25.4. Minderheitenanteile
Die nicht beherrschenden Anteile am Eigenkapital entfallen im Wesentlichen (mit 38.991 Tausend Euro; Vorjahr: 50.040 Tausend Euro) auf die 75,01 Prozent der Anteile, die nicht beherrschende Gesellschafter an der EXARING halten. Zu den Vermögenswerten und Schulden der EXARING zum 31. Dezember 2016, vor Schulden- sowie Aufwand- und Ertragskonsolidierung sowie inklusive der
Effekte aus der Folgebilanzierung der Kaufpreisallokation, geben wir die folgende Auskunft:
| EXARING AG In TEUR | 31.12.2016 | 31.12.2015 |
|---|---|---|
| Langfristiges Vermögen | 74.770 | 74.925 |
| Kurzfristiges Vermögen | 7.261 | 22.822 |
| Summe Vermögenswerte | 82.031 | 97.747 |
| Langfristige Schulden | 19.514 | 21.761 |
| Kurzfristige Schulden | 2.253 | 946 |
| Summe Schulden | 21.767 | 22.707 |
| Netto-Vermögenswerte | 60.264 | 75.040 |
| davon: nicht beherrschende Anteile am Eigenkapital | 38.991 | 50.040 |
25.5. Genehmigtes Kapital
Auf der ordentlichen Hauptversammlung vom 23. Mai 2013 war ein neues genehmigtes Kapital (Genehmigtes Kapital 2013) geschaffen worden. Danach ist der Vorstand bis zum 6. Juni 2018 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital durch Ausgabe neuer Aktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen einmal oder mehrmals, insgesamt jedoch um höchstens 12,8 Millionen Euro zu erhöhen. Der vollständige Wortlaut der Ermächtigung des Vorstands ist unter Tagesordnungspunkt 6 in der Einladung zur Hauptversammlung 2013 im Bundesanzeiger veröffentlicht worden.
Auf der ordentlichen Hauptversammlung vom 12. Mai 2016 war ein neues genehmigtes Kapital (Genehmigtes Kapital 2016) geschaffen worden. Danach ist der Vorstand bis zum 1. Juni 2021 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital durch Ausgabe neuer Aktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen einmal oder mehrmals, insgesamt jedoch um höchstens 12,8 Millionen Euro zu erhöhen. Der vollständige Wortlaut der Ermächtigung des Vorstands ist unter Tagesordnungspunkt 7 in der Einladung zur Hauptversammlung 2016 im Bundesanzeiger veröffentlicht worden. Im Geschäftsjahr 2016 hat der Vorstand von dieser Ermächtigung keinen Gebrauch gemacht.
25.6. Bedingtes Kapital
Gemäß Hauptversammlungsbeschluss vom 12. Mai 2016 ist das Kapital der Gesellschaft um bis zu 12,8 Millionen Euro durch Ausgabe von bis zu 12.800.000 neuen auf den Namen lautenden Stammaktien ohne Nennbetrag (Stückaktien) mit einem auf die einzelne Stückaktie entfallenden anteiligen Betrag des Grundkapitals von Euro 1,00 bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2016). Die bedingte Kapitalerhöhung dient der Gewährung von auf den Namen lautenden Stückaktien an die Inhaber beziehungsweise Gläubiger von Wandel- und/oder Optionsschuldverschreibungen, die aufgrund der von der Hauptversammlung vom 12. Mai 2016 unter Tagesordnungspunkt 10, lit A) beschlossenen Ermächtigung begeben werden und ein Wandlungs- beziehungsweise Optionsrecht oder ein Aktienlieferungsrecht der Gesellschaft auf den Namen lautende Stückaktien der Gesellschaft gewähren bzw. eine Wandlungs- oder Optionspflicht bestimmen.
Der Ausgabebetrag für die neuen auf den Namen lautenden Stückaktien richtet sich nach den in § 4 Abs. 7 der Satzung genannten Regelungen. Die bedingte Kapitalerhöhung ist nur soweit durchzuführen, wie von Wandlungs- bzw. Optionsrechten oder einem Aktienlieferungsrecht Gebrauch gemacht wird oder wie die zur Wandlung oder Optionsausübung verpflichteten Inhaber bzw. Gläubiger ihre Pflicht zur Wandlung oder Optionsausübung erfüllen und soweit nicht eigene Aktien zur Bedienung eingesetzt werden oder durch die Gesellschaft ein Barausgleich erfolgt. Die neuen auf den Namen lautenden Stückaktien nehmen vom Beginn des Geschäftsjahres an, in dem sie entstehen, am Gewinn teil. Der Vorstand ist ermächtigt, die weiteren Einzelheiten der Durchführung der bedingten Kapitalerhöhung festzusetzen. Im Geschäftsjahr 2016 hat der Vorstand von dieser Ermächtigung keinen Gebrauch gemacht.
26. Mitarbeiterbeteiligungsprogramme
26.1. LTIP-Programm der freenet AG – Programm 1
Im Geschäftsjahr 2011 waren mit den Mitgliedern des Vorstands Vereinbarungen zu den Dienstverträgen geschlossen worden, die langfristige variable Gehaltsbestandteile (sogenannte „LTIP“) gewähren. Im Folgenden wird das in 2011 gewährte Programm als „Programm 1“ bezeichnet.
Nachdem dieses Programm für Herrn Vilanek bereits in 2014 durch Auszahlung beendet war, endete es in 2015 auch für Herrn Preisig und Herrn Esch durch Auszahlung der gesamten virtuellen Aktien.
26.2. LTIP-Programm der freenet AG – Programm 2
Am 26. Februar 2014 waren mit den Mitgliedern des Vorstands Vereinbarungen zu den Dienstverträgen geschlossen worden, die neue LTIP gewähren (im Folgenden als „Programm 2“ bezeichnet).
Es wurde, wiederum zusätzlich zur jährlichen Zielvereinbarung, eine auf fünf Jahre ausgelegte Zielvereinbarung geschlossen, die das EBITDA der Geschäftsjahre 2014 bis 2018 (für Herrn Vilanek) bzw. das EBITDA der Geschäftsjahre 2015 bis 2019 (für Herrn Preisig und Herrn Esch) zum Zielparameter erklärt. Bei Akquisitionen, die durch die Ausgabe neuer Aktien finanziert werden, werden die Ergebnisziele am Ausgabedatum der neuen Aktien proportional zum effektiven Nettoverwässerungseffekt angepasst. Für diese Vergütungskomponente wurde im Dienstvertrag pro Berechtigtem ein Basisbetrag festgelegt, der nach Maßgabe der Zielerreichung je Geschäftsjahr wie nachfolgend beschrieben in ein virtuelles Konto für das jeweilige Vorstandsmitglied als Positiv- oder Negativbetrag eingebucht und in jährlichen Staffeln, je nach weiterer Wertentwicklung, bei Ausweis eines Guthabens ausgezahlt wird. Für die Berechtigten wurden Basisbeträge von in Summe 1.050 Tausend Euro pro Geschäftsjahr festgelegt.
Wird das jeweils festgesetzte Konzern-EBITDA für ein Geschäftsjahr erreicht, so werden 100 Prozent des Basisbetrags in das virtuelle Konto eingestellt. Wird das für 120 Prozent Zielerreichung festgeschriebene Konzern-EBITDA erreicht, so werden 200 Prozent des Basisbetrags in das virtuelle Konto eingestellt. Auch eine Überschreitung des 120 Prozent-Zielwerts führt grundsätzlich nur zur Einstellung von 200 Prozent des Basisbetrags in das virtuelle Konto. Bei der Feststellung der jeweiligen Zielerreichung ist der Aufsichtsrat berechtigt, außerordentliche Leistungen und Erfolge durch Ansatz eines fiktiven Konzern-EBITDA-Betrags zu honorieren. Wird durch einen solchen Ansatz der Zielerreichungsgrad von 120 Prozent rechnerisch übertroffen, so kann der Aufsichtsrat auch einen höheren Zielerreichungsgrad festsetzen, allerdings dürfen maximal 300 Prozent des Basisbetrags in das virtuelle Konto eingestellt werden. Bei einer Zielerreichung zwischen dem festgeschriebenen 90 Prozent-Zielwert und 100 Prozent des festgesetzten Konzern-EBITDAs wird ein linear niedrigerer Prozentsatz des Basisbetrags in das virtuelle Konto eingestellt; wird nur der 90 Prozent-Zielwert erreicht, so wird dem virtuellen Konto für das betreffende Geschäftsjahr nichts gutgeschrieben. Bei einem unter dem 90 Prozent-Zielwert liegenden Konzern-EBITDA wird in das virtuelle Konto ein Negativbetrag von bis zu maximal 200 Prozent des Basisbetrags (bei Erreichung des 80 Prozent-Zielwerts oder weniger) eingestellt. Zum Zwecke der Einbuchung der (positiven oder negativen) Anzahl von virtuellen Aktien in das virtuelle Konto werden im LTIP-Konto Unterkonten errichtet, die die jeweilige Bezeichnung des Geschäftsjahres tragen, für das die Einbuchungszahl ermittelt worden ist.
Der jeweilige auf dem virtuellen Konto stehende Betrag (genannt der „Zuteilungsbetrag“ als Produkt aus Basisbetrag und Basisbetragsmultiplikator) wird in virtuelle Aktien umgerechnet. Grundlage dafür ist als maßgeblicher Aktienkurs der durchschnittliche Xetra-Schlusskurs der 20 Börsenhandelstage nach dem Tag der Veröffentlichung des Konzernabschlusses für das relevante Geschäftsjahr. Einmalig für 2016 fasste der Aufsichtsrat in 2016 den Beschluss, dass der maßgebliche Aktienkurs aus dem Durchschnitt der Xetra-Schlusskurse der 20 Börsenhandelstage beginnend mit dem 1. Februar 2016 berechnet wird.
Beginnend mit Ablauf des zweiten durch das Programm begünstigten Geschäftsjahres (für Herrn Vilanek damit beginnend im Geschäftsjahr 2016, für die Herren Preisig und Esch beginnend im Geschäftsjahr 2017), jeweils nach der Einstellung eines Positiv- oder Negativbetrags für das abgelaufene Geschäftsjahr in das virtuelle Konto, hat der Begünstigte jährlich in einem Zeitfenster von drei Monaten ab dem Tage, der 20 Börsenhandelstage nach dem Tag der Veröffentlichung des Konzernabschlusses liegt, Anspruch auf Auszahlung von 25 Prozent des Kontobestands, sofern das Konto ein Guthaben ausweist. Zu diesem Zweck wird der jeweilige Kontobestand an virtuellen Aktien wiederum auf der Grundlage des durchschnittlichen Xetra-Schlusskurses der 20 Börsenhandelstage nach dem Tag der Veröffentlichung des Konzernabschlusses für das relevante Geschäftsjahr in bar umgerechnet. Dabei wird die Aktienkursentwicklung nur bis zu einem Aktienkurs von 50,00 Euro (Cap) berücksichtigt. Ungeachtet dessen ist der Bruttobetrag der Auszahlung in jedem Geschäftsjahr zusätzlich wie folgt begrenzt: der maximale Bruttobetrag der Auszahlung je Geschäftsjahr entspricht der Summe von je 25 Prozent von 500 Prozent der Anzahl der virtuellen Aktien im jeweiligen Unterkonto, diese multipliziert mit dem maßgeblichen Aktienkurs, der der Ermittlung des Zuteilungsbetrags bei Einbuchung in das jeweilige Unterkonto zugrunde lag.
Bei der Umrechnung in virtuelle Aktien sind Dividendenzahlungen sowie Umstände, für die bei marktgängigen vom Aktienwert abhängigen Finanzinstrumenten Verwässerungsschutzbestimmungen zur Anwendung kommen, einzurechnen. Befindet sich das virtuelle Konto zu einem Auszahlungszeitpunkt im Minus, erhält das Vorstandsmitglied erst dann (wieder) eine Auszahlung, wenn der Negativbetrag durch das Erreichen entsprechender Zielparameter für das oder die Folgejahre wieder ausgeglichen wurde.
Die Verpflichtung aus dem LTIP-Programm wurde nach IFRS 2 anhand eines anerkannten Bewertungsmodells zum beizulegenden Zeitwert ermittelt. Als wesentliche Parameter gehen in dieses Bewertungsmodell der Aktienkurs der freenet AG zum Bilanzstichtag, die Volatilität der Aktienkurse entsprechend der Restlaufzeit des LTIP-Programms, die Schätzung des Zielerreichungsgrades für das jeweils abgelaufene Geschäftsjahr sowie die Schätzung des Diskontierungszinssatzes ein. Anwendung findet die sogenannte „Graded vesting Methode“, nach der der Personalaufwand für alle Vorstände ab dem Zeitpunkt der Gewährung des Programms, hier also ab dem 26. Februar 2014, entsteht.
Die Entwicklung der Bestände auf den virtuellen Konten pro Vorstand für das Programm 2 ist aus der nachfolgenden Tabelle ersichtlich:
| Programm 2 | Bestand virtuelle Aktien 31.12.2015 | Zuführung | Abgang durch Auszahlung | Bestand virtuelle Aktien 31.12.2016 | Rückstellung 31.12.2016 in TEUR |
|---|---|---|---|---|---|
| Christoph Vilanek | 41.214 | 40.411 | 0 | 81.625 | 3.437 |
| Joachim Preisig | 0 | 22.043 | 0 | 22.043 | 1.679 |
| Stephan Esch | 0 | 14.695 | 0 | 14.695 | 1.119 |
| Gesamt | 41.214 | 77.149 | 0 | 118.363 | 6.235 |
Die für 2015 festgestellte Ist-Zielerreichung beträgt 120 Prozent. Damit wurden für Herrn Vilanek, Herrn Preisig und Herrn Esch jeweils 200 Prozent des Basisbetrages zur Einstellung in das virtuelle Konto herangezogen. Dies entspricht für Herrn Vilanek 1.100 Tausend Euro, für Herrn Preisig 600 Tausend Euro sowie für Herrn Esch 400 Tausend Euro. Nach der Billigung des Konzernabschlusses 2015 erfolgte die Umrechnung in virtuelle Aktien für das Geschäftsjahr 2015 zu einem durchschnittlichen Aktienkurs von 27,22 Euro, so dass insgesamt 77.149 virtuelle Aktien in die virtuellen Konten der Mitglieder des Vorstands eingestellt wurden. Die Zielerreichung für das abgelaufene Geschäftsjahr 2016 wird 120 Prozent betragen.
Es resultiert aus dem Programm 2 im Geschäftsjahr 2016 ein Personalaufwand in Höhe von 2.092 Tausend Euro, aufgrund der Zuführung zur Rückstellung um 2.092 Tausend Euro von 4.143 Tausend Euro (zum 31. Dezember 2015) auf 6.235 Tausend Euro zum 31. Dezember 2016.
26.3. LTIP-Programm für Führungskräfte – Programm 3
Im Januar 2016 haben die freenet AG und zwei weitere Konzerngesellschaften Führungskräften unterhalb der Vorstandsebene langjährige variable Gehaltsbestandteile gewährt (im Folgenden als „Programm 3“ bezeichnet).
Das Programm 3 knüpft dabei an das Konzern EBITDA der Geschäftsjahre 2016 bis 2020 an.
Für jeden berechtigten Mitarbeiter wird ein LTIP-Konto geführt. Es wurden LTIP-Werte von insgesamt 2.700 Tausend Euro festgelegt. Der LTIP-Wert wurde zum 31. Dezember 2015 einmalig durch Division durch den maßgeblichen Aktienkurs in eine LTIP-Aktienzahl umgerechnet. Als maßgeblicher Aktienkurs ist der durchschnittliche Xetra-Schlusskurs aller Börsenhandelstage des Dezembers 2015, mithin 30,69 Euro, festgelegt worden. Insgesamt ergab sich über alle berechtigten Mitarbeiter eine LTIP-Aktienzahl von 87.976 virtuellen Aktien.
Auszahlungen aus den unverzinslichen LTIP-Konten sind jeweils nach Maßgabe des Erreichens definierter Zielwerte möglich. Dabei ist der Zielwert für ein bestimmtes Geschäftsjahr (2016 bis 2020) erreicht, wenn der Betrag des Konzern EBITDA für das betreffende Geschäftsjahr der Guidance entspricht oder diese übertrifft. Die Guidance ist die dem Kapitalmarkt vom Vorstand für das jeweilige Geschäftsjahr kommunizierte Prognose zum Konzern EBITDA. Wir der Zielwert für ein Geschäftsjahr verfehlt, kann die Übererfüllung des für ein nachfolgendes Geschäftsjahr geltenden Zielwerts diese Verfehlung rückwirkend ausgleichen. Die maximale Zielwerterreichung beträgt jedoch jeweils 100 Prozent. Die Feststellung der jeweiligen Zielwerterreichung erfolgt jeweils unverzüglich nach der Billigung des geprüften Konzernabschlusses durch den Aufsichtsrat der freenet AG.
Die berechtigten Mitarbeiter haben in jedem Geschäftsjahr, beginnend in 2017 für das Geschäftsjahr 2016, in einem Korridor von drei Monaten die Möglichkeit auf die Auszahlung aus dem LTIP-Konto. Sofern der Zielwert in dem jeweiligen Geschäftsjahr erreicht wurde, wird im Falle der gewünschten Auszahlung die LTIP-Aktienzahl mit dem für das Geschäftsjahr bestimmten Auszahlungsanteil sowie dem Auszahlungsfaktor multipliziert. Als Auszahlungsanteile wurden für die Geschäftsjahre 2016 und 2017 jeweils 15 Prozent, für das Geschäftsjahr 2018 20 Prozent sowie für die Geschäftsjahre 2019 und 2020 jeweils 25 Prozent festgelegt. Der Auszahlungsfaktor ist der durchschnittliche Xetra-Schlusskurs der 20 Börsenhandelstage beginnend mit dem ersten Börsenhandelstag nach dem Tag der Veröffentlichung des Konzernabschlusses für das betreffende Geschäftsjahr. Bei der Bestimmung des Auszahlungsfaktors bzw. der Bestimmung der Anzahl der virtuellen Aktien sind erfolgte Dividendenzahlungen einzurechnen, und es gelten die üblichen Verwässerungsschutzbestimmungen.
Wird von einem berechtigten Mitarbeiter im jährlichen dreimonatigen Ausübungskorridor keine Auszahlung verlangt, so kann dieses Verlangen erst wieder im selben Zeitraum des jeweiligen Folgejahres wieder ausgeübt werden. Bei einer Auszahlung wird die Aktienkursentwicklung nur bis zu einem Aktienkurs von 50,00 Euro (Cap) berücksichtigt.
Die Verpflichtung aus dem Programm 3 wurde nach IFRS 2 anhand eines anerkannten Bewertungsmodells zum beizulegenden Zeitwert ermittelt. Als wesentliche Parameter gehen in dieses Bewertungsmodell der Aktienkurs der freenet AG zum Bilanzstichtag, die Volatilität der Aktienkurse entsprechend der Restlaufzeit des LTIP-Programms, die Schätzung des Zielerreichungsgrades für das jeweils abgelaufene Geschäftsjahr sowie die Schätzung des Diskontierungszinssatzes ein. Anwendung findet die sogenannte „Graded vesting Methode“, nach der der Personalaufwand für alle berechtigten Mitarbeiter ab dem Zeitpunkt der Gewährung des Programms, hier also ab Januar 2016, entsteht.
Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2016 waren aus dem Programm noch keine Auszahlungen möglich. Alle berechtigten Mitarbeiter befinden sich noch im Unternehmen, so dass die LTIP-Aktienzahl insgesamt nach wie vor 87.976 virtuelle Aktien beträgt. Der Zielwert für das abgelaufene Geschäftsjahr 2016 wird erreicht werden.
Es resultiert aus dem Programm 3 im Geschäftsjahr 2016 ein Personalaufwand in Höhe von 788 Tausend Euro, aufgrund der Zuführung zur Rückstellung von 0 (zum 31. Dezember 2015) auf 788 Tausend Euro.
27. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Übrige Verbindlichkeiten und Abgrenzungen
Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie Übrige Verbindlichkeiten und Abgrenzungen setzen sich folgendermaßen zusammen:
| In TEUR | 31.12.2016 | ||
|---|---|---|---|
| Gesamt | langfristig | kurzfristig | |
| --- | --- | --- | --- |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 515.696 | 0 | 515.696 |
| Sonstige nicht derivative finanzielle Verbindlichkeiten | 343.601 | 294.608 | 48.993 |
| Finanzielle Verbindlichkeiten | 859.297 | 294 . 608 | 564.689 |
| Sonstige Verbindlichkeiten und Abgrenzungen | 5.923 | 0 | 5.923 |
| Erhaltene Anzahlungen | 55.507 | 0 | 55.507 |
| Nicht finanzielle Verbindlichkeiten | 61.430 | 0 | 61.430 |
| Gesamt Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Übrige Verbindlichkeiten und Abgrenzungen | 920.727 | 294.608 | 626.119 |
| In TEUR | 31.12.2015 | ||
|---|---|---|---|
| Gesamt | langfristig | kurzfristig | |
| --- | --- | --- | --- |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 443.718 | 0 | 443.718 |
| Sonstige nicht derivative finanzielle Verbindlichkeiten | 93.748 | 42.452 | 51.296 |
| Finanzielle Verbindlichkeiten | 537.466 | 42.452 | 495.014 |
| Sonstige Verbindlichkeiten und Abgrenzungen | 2.285 | 0 | 2.285 |
| Erhaltene Anzahlungen | 54.394 | 0 | 54.394 |
| Nicht finanzielle Verbindlichkeiten | 56.679 | 0 | 56.679 |
| Gesamt Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Übrige Verbindlichkeiten und Abgrenzungen | 594.145 | 42.452 | 551.693 |
Für Zwecke der vorstehenden Übersicht ist die Bilanzposition „Übrige Verbindlichkeiten und Abgrenzungen“ in erhaltene Anzahlungen, sonstige Verbindlichkeiten und Abgrenzungen sowie Sonstige nicht-derivative finanzielle Verbindlichkeiten aufgegliedert worden. Zum 31. Dezember 2016 bestehen wie im Vorjahr keine Verbindlichkeiten gegenüber nahe stehenden Unternehmen und Personen, vergleiche hierzu Textziffer 35, Geschäftsvorfälle mit nahe stehenden Unternehmen und Personen.
Die Verbindlichkeiten sind zu 626.119 Tausend Euro (Vorjahr: 551.693 Tausend Euro) innerhalb der nächsten 12 Monate fällig. Verbindlichkeiten im Betrag von 94.903 Tausend Euro (Vorjahr: 29.582 Tausend Euro) haben eine Fälligkeit, die zwischen einem Jahr und fünf Jahren liegt; in Höhe von 199.705 Tausend Euro (Vorjahr: 12.870 Tausend Euro) werden die Verbindlichkeiten nach über fünf Jahren fällig.
Für die langfristigen übrigen Verbindlichkeiten und Abgrenzungen entspricht der Marktwert aufgrund der vorgenommenen Abzinsung annähernd dem bilanzierten Buchwert.
Der Teil der Verbindlichkeiten, der unter den Finanziellen Verbindlichkeiten zusammengefasst wird, ist mit 564.689 Tausend Euro (Vorjahr: 495.041 Tausend Euro) innerhalb eines Jahres, mit 94.903 Tausend Euro (Vorjahr: 29.582 Tausend Euro) zwischen einem und fünf Jahren sowie zu 199.705 Tausend Euro (Vorjahr: 12.870 Tausend Euro) nach mehr als fünf Jahren nach dem Bilanzstichtag fällig.
Bei den zum Bilanzstichtag ausgewiesenen Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing handelt es sich um einen Rahmenmietvertrag mit einem Infrastrukturanbieter über die Nutzung von Funkinfrastrukturen (wie Türme und Masten) an Funkstandorten und sonstigen Flächen, mit einer Laufzeit bis zum 31. Dezember 2027. Die Media Broadcast Gruppe hat das Recht, eine Verlängerung um zehn Jahre bis zum 31. Dezember 2037 zu verlangen. Die Wahrscheinlichkeit der Ausübung dieser Verlängerungsoption wurde mit unter 50 Prozent angenommen.
Die Buchwerte des Anlagevermögens aus Finanzierungsleasing betragen zum 31. Dezember 2016 303.191 Tausend Euro für technische Anlagen und Maschinen.
| In TEUR | 31.12.2016 |
|---|---|
| Innerhalb eines Jahres | 37.000 |
| Zwischen einem und fünf Jahren | 135.737 |
| Über fünf Jahre | 215.234 |
| Gesamt | 387.971 |
| Zinsanteile der zukünftigen Leasingraten | |
| Innerhalb eines Jahres | -12.620 |
| Zwischen einem und fünf Jahren | -40.874 |
| Über fünf Jahre | -28.142 |
| Barwerte der Gesamtverbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing | 306.335 |
Die Fälligkeiten der Gesamtverbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing stellen sich wie folgt dar:
| In TEUR | 31.12.2016 |
|---|---|
| Innerhalb eines Jahres | 24.380 |
| Zwischen einem und fünf Jahren | 94.863 |
| Über fünf Jahre | 187.092 |
| Gesamt | 306.335 |
Im Vorjahr lag kein Finanzierungsleasing aus der Media Broadcast Gruppe vor.
Der Bilanzwert entspricht dem Barwert der vertraglichen Mindestleasingzahlungen. Der für die Bilanzierung der daraus resultierenden Finanzierungsleasingverbindlichkeiten zu Grunde gelegte Zinssatz beträgt 4,12 Prozent.
28. Laufende Ertragsteuerschulden
In den laufenden Ertragsteuerschulden sind im Wesentlichen erwartete Steuernachzahlungen für abgelaufene Geschäftsjahre aus Körperschaft- und Gewerbesteuer enthalten.
29. Finanzschulden
Die Finanzschulden strukturieren sich wie folgt:
| In TEUR | 31.12.2016 | 31.12.2015 |
|---|---|---|
| Langfristig | ||
| Verbindlichkeiten aus Schuldscheindarlehen | 1.069.318 | 218.276 |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 604.553 | 106 |
| Gesamt | 1.673.871 | 218.382 |
| Kurzfristig | ||
| Verbindlichkeiten aus Unternehmensanleihen | 0 | 419.479 |
| Verbindlichkeiten aus Schuldscheindarlehen | 60.146 | 919 |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 156 | 134 |
| Gesamt | 60.302 | 420.532 |
Im April 2011 hatte die freenet AG zur Ablösung einer Private-Equity-Finanzierung unter anderem eine fünfjährige Unternehmensanleihe mit einem Volumen von 400,0 Millionen Euro und einem jährlichen Zinskupon von 7,125 Prozent am Kapitalmarkt platziert. Die Anleihe wurde fristgerecht am 20. April 2016 inklusive Zinsen zu 100 Prozent zurückgezahlt.
Außerdem hatte die freenet AG im Dezember 2013 eine Kreditfazilität über bis zu 300,0 Millionen Euro abgeschlossen. Diese Fazilität wurde in 2016 nicht beansprucht; sie wurde im März 2016 von der Gesellschaft gekündigt und durch ein umfangreicheres syndiziertes Bankdarlehen ersetzt.
Die freenet AG hat zu Beginn des Berichtszeitraums das günstige Zinsumfeld genutzt und Fremdmittel in Höhe von insgesamt bis zu 1,7 Milliarden Euro aufgenommen. Zur Finanzierung der im ersten Quartal 2016 getätigten Transaktionen und zur Refinanzierung der im April 2016 endfälligen Unternehmensanleihe, hat das Unternehmen ein Schuldscheindarlehen und ein syndiziertes Bankdarlehen aufgenommen.
Das Schuldscheindarlehen in Höhe von 560,0 Millionen Euro konnte Ende Februar 2016 erfolgreich bei in- und ausländischen institutionellen Investoren platziert werden – in insgesamt fünf Tranchen mit Laufzeiten zwischen fünf und zehn Jahren und zu einem durchschnittlichen Zinssatz über diese Laufzeiten von 1,12 Prozent pro Jahr.
Das syndizierte Bankdarlehen hat ein Volumen von insgesamt 1,14 Milliarden Euro und erlaubt der Gesellschaft in drei unterschiedlichen Tranchen Mittel für mögliche Akquisitionen und den laufenden Betrieb zu ziehen. Die beiden ersten Tranchen dienten der Brückenfinanzierung der beiden Ende des Jahres 2015 bzw. im ersten Quartal 2016 getätigten Akquisitionen und Beteiligungen und darüber hinaus der Refinanzierung der im April 2016 ausgelaufenen Unternehmensanleihe.
Die erste Tranche mit einem Volumen von 240,0 Millionen Euro hatte eine Laufzeit von 12 plus 6 Monaten und war variabel verzinslich mit einer anfänglichen Marge von 0,8 Prozent. Mit der Begebung eines zweiten Schuldscheindarlehens im Herbst 2016 wurde diese Tranche komplett getilgt.
Die zweite Tranche hat eine Laufzeit von drei Jahren und ist variabel verzinslich mit einer anfänglichen Marge von 2,1 Prozent. Aus der zweiten Tranche, die maximal über 800,0 Millionen Euro abrufbar ist, wurden für den Erwerb der Sunrise Communications Group AG nominal 720,0 Millionen Euro abgerufen. Die verbleibenden 80,0 Millionen Euro Linie wurden nicht abgerufen. Nach der Begebung eines zweiten Schuldscheindarlehens im Herbst 2016 wurden insgesamt 110,0 Millionen Euro getilgt, so dass diese Tranche zum Jahresende 2016 ein Volumen von 610,0 Millionen Euro umfasst.
Die dritte Tranche mit einem Volumen von 100,0 Millionen Euro ist ebenfalls variabel verzinslich mit einer anfänglichen Marge von 1,8 Prozent und speziell als Revolving Credit Facility ausgestaltet. Somit können die Mittel während der 5-jährigen Laufzeit jederzeit gezogen und wieder zurückgezahlt werden. Zum Jahresende 2016 war diese Tranche komplett ungenutzt.
Zur Ausfinanzierung des syndizierten Bankdarlehens hat die freenet AG Ende Oktober 2016 ein endfälliges Schuldscheindarlehen mit fünf Tranchen über 350,0 Millionen Euro erfolgreich platziert. Die unter marktüblichen Bedingungen durchgeführte Transaktion wurde von der Bayerischen Landesbank, der Landesbank Baden-Württemberg, der Norddeutschen Landesbank und der ING Bank begleitet. Die Zeichnung erfolgte über das gesamte Volumen am unteren Ende der jeweiligen Vermarktungsspanne mit einem anfänglichen durchschnittlichen Zinssatz von 1,11 Prozent p.a. und Laufzeiten zwischen vier und acht Jahren. Im Detail besteht das Schuldscheindarlehen aus zwei vierjährigen Tranchen mit einem fixen Kupon bzw. einem variablen Kupon von 1,00 Prozent p.a., einer sechsjährigen Tranche mit einem fixen Kupon von 1,28 Prozent p.a., einer sechsjährigen Tranche mit einem variablen Kupon von 1,20 Prozent p.a., sowie einer achtjährigen Tranche mit einem fixen Kupon von 1,68 Prozent p.a. Mit der Transaktion konnte die freenet ihre Investment- Grade-Einstufung bestätigen.
Die revolvierende Kreditlinie in Höhe von maximal 100,0 Millionen Euro wurde zum Bilanzstichtag ebenso wie im Vorjahr nicht in Anspruch genommen.
Die Schuldscheindarlehen aus den Jahren 2012 und 2015 im Nominalbetrag von insgesamt 219,0 Millionen Euro sowie die im Februar und Oktober 2016 platzierten Schuldscheindarlehen über ein Gesamtvolumen von nominal 910,0 Millionen Euro werden abzüglich Gebühren mit 1.129,3 Millionen Euro in den Verbindlichkeiten aus Schuldscheindarlehen (davon langfristig: 1.069,3 Millionen Euro, davon kurzfristig: 60,1 Millionen Euro) ausgewiesen.
Die zweite Tranche des syndizierten Bankdarlehens in Höhe von nominal 610,0 Millionen Euro wird abzüglich Gebühren mit 604,6 Millionen Euro unter den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten angesetzt (davon langfristig: 604,5 Millionen Euro).
Die Nettofinanzschulden belaufen sich zum 31. Dezember 2016 auf 725,8 Millionen Euro (Vorjahr: 369,2 Millionen Euro). Bei dieser Kennzahl werden die Finanzschulden (31. Dezember 2016: 1.734,2 Millionen Euro, Vorjahr: 638,9 Millionen Euro) um die flüssigen Mittel (31. Dezember 2016: 318,2 Millionen Euro, Vorjahr: 269,8 Millionen Euro) sowie um den Anteil am Börsenwert der Sunrise zum 31. Dezember 2016 (11.051.578 Aktien multipliziert mit dem Schlusskurs von 62,45 Euro - Quelle: Bloomberg) vermindert.
30. Pensionsrückstellungen und ähnliche Verpflichtungen
Die Versorgungsverpflichtungen beruhen auf Leistungs- und Beitragszusagen. Als Versorgungsleistung ist jeweils die Zahlung einer lebenslangen Altersrente nach Vollendung des 60. beziehungsweise 65. Lebensjahres sowie eine Hinterbliebenenleistung vorgesehen. Die Finanzierung der Versorgungsleistungen erfolgt teilweise durch eine rückgedeckte Unterstützungskasse. Alle Pensionszusagen werden grundsätzlich nach der Gehaltshöhe und der Dauer der Unternehmenszugehörigkeit festgelegt.
Der Rückstellungsbetrag in der Konzernbilanz ermittelt sich wie folgt:
| In TEUR | 31.12.2016 | 31.12.2015 |
|---|---|---|
| Barwert der fondsfinanzierten Verpflichtungen | 21.026 | 16.162 |
| Barwert der nicht fondsfinanzierten Verpflichtungen | 79.541 | 41.604 |
| Zwischensumme Barwert der Verpflichtungen | 100.567 | 57.766 |
| Beizulegender Zeitwert des Planvermögens | -7.929 | -6.575 |
| Bilanzierte Rückstellung | 92.638 | 51.191 |
Eine Erfüllung dieser Verpflichtungen wird langfristig erwartet.
Die Zunahme der Pensionsrückstellungen im Geschäftsjahr 2016 ist im Wesentlichen auf die erstmalige Einbeziehung von Verpflichtungen der Media Broadcast Gruppe zurückzuführen.
Die Entwicklung des Barwerts der fondsfinanzierten und nicht-fondsfinanzierten Verpflichtungen geht aus der folgenden Tabelle hervor:
| In TEUR | 2016 | 2015 |
|---|---|---|
| Stand 1.1. | 57.766 | 64.990 |
| Konsolidierungskreisbedingte Änderungen zum 18. März 2016 (Media Broadcast Gruppe) | 30.349 | 0 |
| Laufender Dienstzeitaufwand | 1.858 | 1.122 |
| Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand | -109 | 0 |
| Bruttozinsaufwand | 1.843 | 1.232 |
| Beiträge durch Arbeitnehmer | 29 | 28 |
| Versicherungsmathematische Verluste (+)/Gewinne (-) | ||
| davon aufgrund von erfahrungsbedingten Änderungen | 45 | 284 |
| davon aufgrund von Änderungen finanzieller Parameter | 10.124 | -8.902 |
| Zwischensumme versicherungsmathematische Verluste | 10.169 | - 8.618 |
| Geleistete Zahlungen | -1.338 | -988 |
| Stand 31.12. | 100.567 | 57.766 |
Die gewichtete durchschnittliche Restlaufzeit der Leistungsverpflichtungen beträgt zum 31. Dezember 2016 für das freenet Programm 27,2 (Vorjahr: 27,3 Jahre), für die debitel-Programme 18,2 Jahre (Vorjahr: 17,8 Jahre) sowie für die Programme der Media Broadcast Gruppe 10,0 Jahre.
Folgende Beträge wurden für die laufende Berichtsperiode und die vorangegangenen Berichtsperioden für die leistungsorientierten Pläne angesetzt:
| In TEUR | 2016 | 2015 | 2014 | 2013 | 2012 |
|---|---|---|---|---|---|
| Barwert der fondsfinanzierten Verpflichtung | 21.026 | 16.162 | 17.461 | 9.920 | 9.777 |
| Barwert der nicht fondsfinanzierten Verpflichtung | 79.541 | 41.604 | 47.529 | 38.751 | 39.103 |
| Beizulegender Zeitwert des Planvermögens | -7.929 | -6.575 | -5.644 | -4.302 | -3.894 |
| Fehlbetrag des Plans | 92.638 | 51.191 | 59.346 | 44.369 | 44.986 |
| Erfahrungsbedingte Anpassungen der Schulden des Plans | 45 | 284 | 45 | 95 | 35 |
| Erfahrungsbedingte Anpassungen der Vermögenswerte des Plans | -112 | -226 | 512 | -383 | 51 |
Das Planvermögen besteht aus mehreren von der hierfür eingerichteten Unterstützungskasse abgeschlossenen Rückdeckungsversicherungen mit einem beizulegenden Zeitwert von insgesamt 7.929 Tausend Euro (Vorjahr: 6.575 Tausend Euro). Die Rückdeckungsversicherungen legen das Planvermögen in Aktienfondsanteilen beziehungsweise Aktien an, die auf einem aktiven Markt notieren. Für die Rückdeckungsversicherungen besteht kein aktiver Markt. Die Entwicklung des beizulegenden Zeitwerts wird aus der nachfolgenden Tabelle ersichtlich:
| In TEUR | 2016 | 2015 |
|---|---|---|
| Stand 1.1. | 6.575 | 5.644 |
| Verzinsung des Planvermögens (über GuV, mit rechnungsmäßigem Zins) | 183 | 121 |
| Differenz zwischen rechnerischem und tatsächlichem Ertrag aus Planvermögen (über das sonstige Ergebnis erfasst) | -112 | -226 |
| Arbeitgeberbeiträge zum Planvermögen | 1.283 | 1.036 |
| Stand 31.12. | 7.929 | 6.575 |
Die tatsächlichen Erträge aus dem Planvermögen betragen 71 Tausend Euro (Vorjahr: -105 Tausend Euro) und berechnen sich als Summe der rechnerischen Erträge aus dem Planvermögen und den versicherungsmathematischen Gewinnen beziehungsweise Verlusten.
Für das Geschäftsjahr 2017 erwartet die freenet Einzahlungen in das Planvermögen in Höhe von 1.282 Tausend Euro sowie Auszahlungen für Renten in Höhe von 2.182 Tausend Euro. Im Vorjahr 2015 hatte die freenet für das Geschäftsjahr 2016 Einzahlungen in das Planvermögen in Höhe von 1.036 Tausend Euro sowie Auszahlungen für Renten in Höhe von 954 Tausend Euro erwartet.
Die als Rückstellung in der Bilanz erfassten Beträge haben sich wie folgt entwickelt:
| In TEUR | 2016 | 2015 |
|---|---|---|
| Stand 1.1. | 51.191 | 59.346 |
| Konsolidierungsbedingte Änderungen zum 18. März 2016 (Media Broadcast Gruppe) | 30.349 | 0 |
| Laufender Dienstzeitaufwand | 1.858 | 1.122 |
| Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand | -109 | 0 |
| Nettozinsaufwand | 1.659 | 1.111 |
| Zwischensumme in der Konzerngewinn- und Verlustrechnung erfasster Aufwand | 3.408 | 2.233 |
| Umbewertungen | ||
| Erfahrungsbedingte Gewinne (-)/Verluste (+) | 45 | 284 |
| Gewinne (-)/(Verluste (+) aufgrund von Änderungen finanzieller Parameter | 10.124 | -8.902 |
| Erträge (-)/Aufwendungen (+) aus Planvermögen, die nicht bereits im Zinsergebnis enthalten sind | 112 | 226 |
| Zwischensumme Umbewertungen, über das sonstige Ergebnis erfasst | 10.281 | -8.392 |
| Geleistete Zahlungen | -1.338 | -988 |
| Arbeitgeberbeiträge zum Planvermögen | -1.282 | -1.036 |
| Beiträge durch Arbeitnehmer | 29 | 28 |
| Stand 31.12. | 92.638 | 51.191 |
Die folgenden wesentlichen versicherungsmathematischen Annahmen wurden getroffen:
| In Prozent | 31.12.2016 | 31.12.2015 |
|---|---|---|
| Abzinsungssatz (Programme freenet, debitel) | 1,90 | 2,60 |
| Abzinsungssatz (Programme Media Broadcast Gruppe) | 1,41 | 1,39 |
| Zukünftige Gehaltssteigerungen (Programm debitel) | 1,50 | 1,50 |
| Zukünftige Gehaltssteigerungen (Programm freenet) | 0,00 | 0,00 |
| Zukünftige Gehaltssteigerungen (Programm Media Broadcast Gruppe) | 2,25 | 2,25 |
| Zukünftige Rentensteigerungen (Programm debitel) | 1,25 | 1,25 |
| Zukünftige Rentensteigerungen (Programm freenet) | 1,75 | 1,75 |
| Zukünftige Rentensteigerungen (Programm Media Broadcast Gruppe) | 1,70 | 1,70 |
Als biometrische Grundlagen wurden die Richttafeln RT 2005G von Dr. Klaus Heubeck verwendet.
Die Sensitivitäten des Barwerts der fondsfinanzierten und nicht fondsfinanzierten Verpflichtungen wurden auf Basis der versicherungsmathematischen Gutachten berechnet. Hierzu machen wir die folgenden Angaben.
| Per 31. Dezember 2016 | Veränderung des Barwerts der Verpflichtungen | |
|---|---|---|
| In TEUR | Anstieg | Rückgang |
| --- | --- | --- |
| Erhöhung des Abzinsungssatzes um 1,0 Prozentpunkte | 15.218 | |
| Verringerung des Abzinsungssatzes um 1,0 Prozentpunkte | 19.870 | |
| Erhöhung der zukünftigen Gehaltssteigerungen um 0,5 Prozentpunkte | 543 | |
| Verringerung der zukünftigen Gehaltssteigerungen um 0,5 Prozentpunkte | 22 | |
| Erhöhung der zukünftigen Rentensteigerungen um 0,25 Prozentpunkte | 1.514 | |
| Verringerung der zukünftigen Rentensteigerungen um 0,25 Prozentpunkte | 1.433 | |
| Lebenserwartung: Altersverschiebung + 2 Jahre | 4.406 |
| Per 31. Dezember 2015 | Veränderung des Barwerts der Verpflichtungen | |
|---|---|---|
| In TEUR | Anstieg | Rückgang |
| --- | --- | --- |
| Erhöhung des Abzinsungssatzes um 1,0 Prozentpunkte | 10.032 | |
| Verringerung des Abzinsungssatzes um 1,0 Prozentpunkte | 13.316 | |
| Erhöhung der zukünftigen Gehaltssteigerungen um 0,5 Prozentpunkte | 420 | |
| Verringerung der zukünftigen Gehaltssteigerungen um 0,5 Prozentpunkte | 1 | |
| Erhöhung der zukünftigen Rentensteigerungen um 0,25 Prozentpunkte | 1.198 | |
| Verringerung der zukünftigen Rentensteigerungen um 0,25 Prozentpunkte | 1.139 | |
| Lebenserwartung: Altersverschiebung + 2 Jahre | 2.769 |
Die Berechnung der Sensitivitäten erfolgte auf Basis desselben Bestandes und mit demselben Bewertungsverfahren, wie die Ermittlung des Verpflichtungsumfangs zum 31. Dezember 2016. Dabei wurde jeweils ein Parameter variiert, und die übrigen Parameter konstant gelassen. Etwaige in der Praxis vorkommende Interdependenzen zwischen einzelnen Parametern blieben unberücksichtigt.
31. Andere Rückstellungen
Eine Aufgliederung über die Entwicklung der Buchwerte der Rückstellungen ergibt sich aus folgender Übersicht:
| In TEUR | 1.1.2016 | Zugänge Erstkonsolidierung | Verbrauch | Auflösung |
|---|---|---|---|---|
| Drohende Verluste | 2.644 | 0 | 727 | 33 |
| Rechtsstreitigkeiten | 5.431 | 7.861 | 755 | 2.758 |
| Rückbauverpflichtungen | 3.956 | 50.613 | 227 | 5.567 |
| Mitarbeiterbeteiligungsprogramme | 4.144 | 0 | 0 | 0 |
| Jubiläen | 858 | 277 | 298 | 3 |
| Restrukturierungen | 3.466 | 4.014 | 4.273 | 0 |
| Gewährleistung/Garantie | 1.547 | 0 | 780 | 181 |
| Aufbewahrungskosten | 308 | 196 | 0 | 12 |
| Lizenzkosten | 5.145 | 0 | 104 | 1.080 |
| Übrige | 765 | 2.832 | 813 | 60 |
| Gesamt | 28.264 | 65.793 | 7.977 | 9.694 |
| davon langfristig | 8.044 | |||
| davon kurzfristig | 20.220 |
| In TEUR | Aufzinsung /Abzinsung | Zuführung | Umgliederung | 31.12.2016 |
|---|---|---|---|---|
| Drohende Verluste | 11 | 4.757 | 0 | 6.652 |
| Rechtsstreitigkeiten | 0 | 328 | 0 | 10.107 |
| Rückbauverpflichtungen | -361 | 219 | 653 | 49.286 |
| Mitarbeiterbeteiligungsprogramme | 0 | 2.880 | 0 | 7.024 |
| Jubiläen | 0 | 394 | 0 | 1.228 |
| Restrukturierungen | 32 | 211 | 0 | 3.450 |
| Gewährleistung/Garantie | 0 | 11 | 0 | 597 |
| Aufbewahrungskosten | 47 | 0 | 0 | 539 |
| Lizenzkosten | 0 | 274 | 0 | 4.235 |
| Übrige | 14 | 2.251 | 0 | 4.989 |
| Gesamt | -257 | 11.325 | 653 | 88.107 |
| davon langfristig | 58.559 | |||
| davon kurzfristig | 29.548 |
Durch den Erwerb der Media-Broadcast Gruppe wurden auch Verpflichtungen für Altersteilzeit und Langzeitarbeitskonten übernommen. Diese Verpflichtungen werden zu jedem Bilanzstichtag mit den Zeitwerten des entsprechenden Planvermögens verrechnet. Zum 31. Dezember 2016 betragen die Rückstellungen vor Saldierung für Langzeitarbeitskonten 6.259 Tausend Euro und für Altersteilzeit 4.450 Tausend Euro.
| In TEUR | 2016 |
|---|---|
| Langzeitarbeitskonten | |
| Verpflichtung zum Zeitpunkt der Erstkonsolidierung | 5.817 |
| Auszahlungen von Langzeitkonten | -118 |
| Personalaufwand | 477 |
| Zinsaufwand | 83 |
| Verpflichtung zum 31.12. vor Saldierung | 6.259 |
| Zeitwert des Planvermögens zum Zeitpunkt der Erstkonsolidierung | 7.808 |
| Auszahlungen aus dem Planvermögen | -1.473 |
| Ertrag aus dem Planvermögen | 234 |
| Planvermögen zum 31.12. | 6.569 |
| In TEUR | 2016 |
|---|---|
| Altersteilzeit | |
| Verpflichtung zum Zeitpunkt der Erstkonsolidierung | 4.340 |
| Personalaufwand | 98 |
| Zinsaufwand | 12 |
| Verpflichtung zum 31.12. vor Saldierung | 4.450 |
| Zeitwert des Planvermögens zum Zeitpunkt der Erstkonsolidierung | 3.161 |
| Auszahlungen aus dem Planvermögen | 0 |
| Ertrag aus dem Planvermögen | 113 |
| Planvermögen zum 31.12. | 3.274 |
Der verbleibende Rückstellungsbetrag in Höhe von 1.176 Tausend Euro wird im Rückstellungsspiegel unter „Übrige“ ausgewiesen. Die Rückstellungen für drohende Verluste betreffen zum einen schwebende Dienstleistungen im Zusammenhang mit dem Festnetzbereich des Konzerns in Höhe von 413 Tausend Euro, wobei der Vermögensabfluss zu 270 Tausend Euro in 2017 sowie zu 143 Tausend Euro in den Jahren 2018 erwartet wird.
Zum anderen wurden Drohverlustrückstellungen für Leerstandskosten bezüglich gemieteter Shops und Bürogebäude in Höhe von 867 Tausend Euro gebildet, wofür der Vermögensabfluss in voller Höhe in 2017 erwartet wird. Schließlich sind in den Rückstellungen für drohende Verluste erwartete Verluste aus negativmargigen Tarifen in Höhe von 5.372 Tausend Euro enthalten, wofür der voraussichtliche Vermögensabfluss in 2017 erwartet wird.
Die Rückstellung für Rückbauverpflichtungen besteht durch den Erwerb der Media Broadcast Gruppe zum größten Teil aus Verpflichtungen zum Rückbau von Funkinfrastruktur an zahlreichen Standorten. Der Vermögensabfluss wird nach dem voraussichtlichen Auslaufen der zugrunde liegenden Mietverträge zu 4.578 Tausend Euro in 2017 sowie zu 40.787 Tausend Euro in den Jahren 2025 bis 2030 erwartet. Es bestehen weitere Verpflichtungen zum Rückbau von Mietereinbauten an diversen Technik- und Verwaltungsstandorten des Konzerns. Der Vermögensabfluss wird nach dem voraussichtlichen Auslaufen der zugrunde liegenden Mietverträge zu 2.314 Tausend Euro in 2017 sowie zu 1.607 Tausend Euro in den Jahren 2018 bis 2026 erwartet.
Es wurden Jubiläumsrückstellungen gebildet, bei denen ein Vermögensabfluss für 2017 zu 168 Tausend Euro und für die Jahre 2018 bis 2036 zu 1.060 Tausend Euro erwartet wird. Bei der Berechnung der Jubiläumsrückstellungen wurde ein Zinssatz von 1,2 Prozent und eine durchschnittliche Laufzeit vom Bilanzstichtag bis zur Auszahlung von acht Jahren zu Grunde gelegt.
Die Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten sind wesentlich durch die Erstkonsolidierung der Media Broadcast Gruppe beeinflusst. Hier wurde im Rahmen der Kaufpreisallokation u.a. ein Betrag von 7.500 Tausend Euro für ein Prozessrisiko zurückgestellt. Weitere Beträge betreffen unverändert die voraussichtlichen Kosten aus diversen Klagen gegen Konzerngesellschaften sowie aus sonstigen offenen Streitfragen mit Dritten. Hiervon ist der wesentliche Teil auf Rechtsstreitigkeiten mit ehemaligen Handelspartnern und Kunden sowie wettbewerbsrechtliche Sachverhalte zurückzuführen. Der Konzern rechnet mit einem Vermögensabfluss in 2017 in Höhe von 2.607 Tausend Euro sowie 7.500 Tausend Euro in 2018 oder später. Um die Rechts- und Verhandlungspositionen nicht vorzeitig bekanntzugeben und somit zu gefährden, wird auf weitere Ausführungen hierzu verzichtet.
Nähere Ausführungen zur Bildung der Rückstellungen für Mitarbeiterbeteiligungsprogramme sind unter Textziffer 26, Mitarbeiterbeteiligungsprogramme, dokumentiert.
Die Rückstellungen für Restrukturierungen enthalten im Wesentlichen personalbezogene Aufwendungen für Abfindungen. Der Vermögensabfluss für diese Rückstellungen wird für 2017 erwartet.
32. Sonstige finanzielle Verpflichtungen, Haftungsverhältnisse und Kreditsicherheiten
Zum Ende des Geschäftsjahres bestehen unkündbare Operating-Leasing-Verpflichtungen aus Miet- und Leasingverträgen, Wartungs-, Support- und sonstige Verpflichtungen sowie Abnahmeverpflichtungen aus Bestellungen in folgender Höhe:
| In TEUR | 31.12.2016 | 31.12.2015 |
|---|---|---|
| Miet- und Leasingverpflichtungen | ||
| Innerhalb eines Jahres fällig | 59.909 | 36.071 |
| Fälligkeit zwischen einem Jahr und fünf Jahren | 85.678 | 65.507 |
| Fälligkeit länger als fünf Jahre | 11.386 | 12.853 |
| 156.973 | 114.431 | |
| davon bereits als Drohverlustrückstellung bilanziert | 729 | 1.689 |
| 156.244 | 112.742 | |
| Wartungs-, Support- und sonstige Verpflichtungen | ||
| Innerhalb eines Jahres fällig | 9.967 | 12.661 |
| Fälligkeit zwischen einem Jahr und fünf Jahren | 769 | 122 |
| Fälligkeit länger als fünf Jahre | 0 | 0 |
| 10.736 | 12.783 | |
| Abnahmeverpflichtungen aus Bestellungen | ||
| betreffend immaterielle Vermögenswerte | 0 | 21 |
| betreffend Sachanlagen | 11.457 | 419 |
| betreffend Vorräte, Aufwand und Dienstleistungen | 148.986 | 5.627 |
| 160.443 | 6.067 | |
| Gesamt | 327.423 | 131.592 |
Die Verpflichtungen aus Miet- und Leasingverträgen ergeben sich im Wesentlichen aus der Anmietung von Bürogebäuden, Shops und Hardwareleasing sowie aus Mietverpflichtungen aufgrund von Standortmitbenutzungen bei öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten. Dem stehen zu erwartende Einnahmen aus Untermietverhältnissen von 5.928 Tausend Euro (Vorjahr: 8.501 Tausend Euro) gegenüber. Es bestehen zum Bilanzstichtag hinsichtlich der Mehrzahl der Miet- und Leasingverträge Optionen auf Verlängerung der Vertragsverhältnisse. Die Konditionen dieser Verlängerungsoptionen sind in allen Fällen frei verhandelbar oder identisch mit den derzeit geltenden Konditionen der Verträge.
Im Geschäftsjahr 2016 wurde im Rahmen einer Sale-and-Leaseback-Vereinbarung Sendetechnik der Media Broadcast Gruppe verkauft und für einen Zeitraum von fünf Jahren, ohne Verlängerungsoption, zurückgeleast. Bezüglich der daraus resultierenden Mittelzuflüsse verweisen wir auf Textziffer 33.2 des Konzernanhangs. Der aus dem Geschäft resultierende Gewinn konnte sofort vereinnahmt werden. Für das aus der Sale-and-Leaseback-Vereinbarung resultierende Operating-Leasingverhältnis sind die Mindestleasingzahlungen in vorstehender Tabelle bereits enthalten.
Die Verpflichtungen aus Wartungs-, Support- und sonstigen Verträgen bestehen überwiegend im Zusammenhang mit Verträgen für die Wartung von IT-Hardware und Datenbanken, Gebäudetechnik sowie der Netzinfrastruktur.
Die Abnahmeverpflichtungen aus Bestellungen betragen zum Geschäftsjahresende 160.443 Tausend Euro (Vorjahr: 6.067 Tausend Euro). Davon sind 11.457 Tausend Euro (Vorjahr: 440 Tausend Euro) auf die Beschaffung von Anlagevermögen zurückzuführen. Es gibt weitere Abnahmeverpflichtungen in Höhe von 148.986 Tausend Euro (Vorjahr: 5.627 Tausend Euro). Auch hier ist der enorme Anstieg dem Erwerb der Media Broadcast Gruppe geschuldet und betrifft vorwiegend Verpflichtungen aus dem Bezug von Strom für die Produktion an den verschieden Miet-Standorten als auch Breitbandverbindungen im Rahmen von Mediennetze (Audio-und Videoübertragungen).
Weitere Haftungsverhältnisse bestehen aus Patronatserklärungen und Mietbürgschaften und betragen zum Bilanzstichtag 23.257 Tausend Euro (Vorjahr: 16.570 Tausend Euro). Es wird nicht mit einer Inanspruchnahme aus den Patronatserklärungen und Mietbürgschaften gerechnet, weil erwartet wird, dass die entsprechenden Rechnungen vertragsgemäß gezahlt bzw. die entsprechenden Mietzahlungen regelmäßig geleistet werden. Es besteht am 31. Dezember 2016 folgende Eventualverbindlichkeit: Mit Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen vom 4. Dezember 2014 sowie gleichzeitiger Ergänzung des Umsatzsteuer-Anwendungserlasses traf die Finanzverwaltung folgende Regelung: Liefert der Vermittler eines Mobilfunkvertrags im eigenen Namen an den Kunden ein Mobilfunkgerät oder einen sonstigen Elektronikartikel und gewährt das Mobilfunkunternehmen dem Vermittler auf Grund vertraglicher Vereinbarung eine von der Abgabe des Mobilfunkgeräts oder sonstigen Elektronikartikels abhängige Provision bzw. einen davon abhängigen Provisionsbestandteil, handelt es sich bei dieser Provision oder diesem Provisionsbestandteil insoweit nicht um ein Entgelt für die Vermittlungsleistung an das Mobilfunkunternehmen, sondern um ein Entgelt von dritter Seite im Sinne des § 10 Abs. 1 Satz 3 UStG für die Lieferung des Mobilfunkgeräts oder des sonstigen Elektronikartikels. Dies gilt unabhängig von der Höhe einer von dem Kunden zu leistenden Zuzahlung. Aus der Anwendung dieser Regelung ab dem 1. Januar 2015 entstehen der Gesellschaft keine berichtspflichtigen Risiken. Für die vor dem 1. Januar 2015 ausgeführten Umsätze ist es aus Sicht der Gesellschaft überwiegend wahrscheinlich, dass die genannte Regelung keine wesentlichen negativen umsatzsteuerrechtlichen Auswirkungen für die freenet AG haben wird. Es verbleibt für die vor dem 1. Januar 2015 für noch nicht abschließend geprüfte Veranlagungszeiträume ausgeführten Umsätze jedoch ein geringes Risiko, bei dem Eintritt die freenet AG Vorsteuern teilweise an das Finanzamt zurückerstatten müsste.
33. Erläuterungen zur Konzernkapitalflussrechnung
In der Konzernkapitalflussrechnung werden die Angaben jeweils für den Gesamtkonzern (weitergeführte und aufgegebene Geschäftsbereiche) gemacht. Im Geschäftsjahr 2016 wie auch im Vorjahr stammen die Zahlungsmittelflüsse ausschließlich aus weitergeführten Geschäftsbereichen.
Der Finanzmittelfonds besteht aus Bankguthaben, Kassenbestand, Schecks, und kurzfristigen, jederzeit liquidierbaren Geldmarktpapieren sowie kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten, jeweils mit einer ursprünglichen Fälligkeit von bis zu drei Monaten. Im Finanzmittelfonds sind wie im Vorjahr keine liquiden Mittel aus aufgegebenen Geschäftsbereichen enthalten.
Die Zahlungsströme werden unterteilt nach der laufenden Geschäfts-, Investitions- und Finanzierungstätigkeit ausgewiesen. Für die Darstellung des Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit wurde die indirekte Darstellungsmethode gewählt.
Die Position „Zunahme des Net Working Capitals, soweit nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuordenbar“ enthält die Veränderung der Bilanzpositionen „Forderungen aus Lieferungen und Leistungen“, „Übrige Forderungen und sonstige Vermögenswerte“, „Vorräte“, „Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen“, „Übrige Verbindlichkeiten und Abgrenzungen“, „Andere Rückstellungen“ sowie die Veränderung sonstiger Aktiva und Passiva, soweit nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuordenbar.
33.1. Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit
Gegenüber der Vergleichsperiode erhöhte sich der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit um 74,7 Millionen Euro auf 389,6 Millionen Euro. Das EBITDA hat sich, ohne den Einbezug der nicht zahlungswirksamen Ergebnisanteile aus dem assoziierten Unternehmen Sunrise in Höhe von 36,5 Millionen Euro, gegenüber dem Vorjahr um 32,2 Millionen Euro erhöht. Im Geschäftsjahr 2016 erhielt die freenet AG eine Dividendenzahlung in Höhe von 30,1 Millionen Euro aufgrund der in der Generalversammlung der Sunrise vom 15. April 2016 beschlossenen Ausschüttung von 3,00 CHF je Aktie. Das Net Working Capital (Nettoumlaufvermögen) erhöhte sich in 2016 um 3,8 Millionen Euro, während es im Vorjahr um 10,3 Millionen Euro angestiegen war. Der Anstieg des Net Working Capitals in 2016 um 3,8 Millionen Euro erklärt sich überwiegend aus dem planmäßigen zahlungswirksamen Abbau von Verbindlichkeiten und Abgrenzungen gegenüber Vertriebspartnern aus Vertriebsrechten um 25,0 Millionen Euro. Als wesentlicher Gegeneffekt wirkte das im Vergleich zum 31. Dezember 2015 um 22,8 Millionen Euro höhere Volumen aus dem Factoring von Handy-Optionsforderungen – wir verweisen in diesem Zusammenhang auf Textziffer 34.6, Übertragung von finanziellen Vermögenswerten.
Zudem resultierten im Geschäftsjahr 2016 Netto-Zahlungsmittelabflüsse über 40,0 Millionen Euro (Vorjahr: 44,3 Millionen Euro) aus Ertragssteuerzahlungen beziehungsweise -erstattungen.
33.2. Cashflow aus Investitionstätigkeit
Im Geschäftsjahr 2016 entwickelte sich der Cashflow aus Investitionstätigkeit gegenüber dem Vorjahreszeitraum von -28,5 Millionen Euro auf -862,4 Millionen Euro. Dafür waren in erster Linie die in Höhe von 738,9 Millionen Euro abgeflossenen Mittel für den Erwerb von 24,56 Prozent der Anteile an der Sunrise verantwortlich, die unter den Auszahlungen für den Erwerb von nach der Equity-Methode einbezogenen Unternehmen ausgewiesen werden.
Die Auszahlungen für den Erwerb von Tochterunternehmen betreffen den Erwerb von 100 Prozent der Geschäftsanteile an der Media Broadcast Gruppe – hierfür wurden im Geschäftsjahr 2016 101,7 Millionen Euro ausgezahlt, während dem Konzern über die Erstkonsolidierung der Media Broadcast Gruppe zum 18. März 2016 liquide Mittel in Höhe von 25,1 Millionen Euro zugingen – somit ergaben sich Auszahlungen für den Erwerb von Tochterunternehmen in Höhe von 76,6 Millionen Euro.
Die Zahlungsmittelabflüsse für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte des Anlagevermögens sowie in Sachanlagen, saldiert mit den Zahlungseingängen aus dem Abgang solcher Vermögenswerte, sind in 2016 gegenüber dem Vorjahr um 17,7 Millionen Euro von 30,4 Millionen Euro auf 48,1 Millionen Euro gestiegen. Die zahlungswirksamen Investitionen wurden vollständig aus Eigenmitteln finanziert und betrafen im Wesentlichen die Sachanlagen der Media Broadcast Gruppe. Die Einzahlungen aus dem Abgang von Vermögenswerten resultierten überwiegend aus Sale-and-Leaseback-Transaktionen der Media Broadcast Gruppe in Höhe von 12,7 Millionen Euro.
33.3. Cashflow aus Finanzierungstätigkeit
Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit entwickelte sich gegenüber der Vergleichsperiode des Vorjahres von -128,7 Millionen Euro auf 521,2 Millionen Euro.
Zur Finanzierung der getätigten Transaktionen und zur Refinanzierung der in 2016 endfälligen Unternehmensanleihe sind dem Konzern im Geschäftsjahr 2016 durch die Aufnahme von zwei Schuldscheindarlehen und einem syndizierten Bankdarlehen Mittel in Höhe von 1.853,6 Millionen Euro zugeflossen. In diesem Zusammenhang verweisen wir auf Textziffer 29, Finanzschulden.
Die Auszahlungen aus der Tilgung von Finanzschulden über 1.047,3 Millionen Euro setzen sich im Wesentlichen aus der Rückzahlung der Unternehmensanleihe mit einem Volumen von 400,0 Millionen Euro, der Tilgung von Teilen des syndizierten Bankdarlehens in Höhe von 350,0 Millionen Euro sowie der Ablösung von Gesellschafter- und Bankdarlehen der Media Broadcast Gruppe in Höhe von 297,2 Millionen Euro zusammen.
Die Dividendenzahlungen haben den Cashflow aus Finanzierungstätigkeit im abgelaufenen Geschäftsjahr mit 198,4 Millionen Euro (Vorjahr: 192,0 Millionen Euro) belastet.
In 2016 wurden Zinszahlungen, hauptsächlich aufgrund der Neufinanzierung, in Höhe von 68,1 Millionen Euro ausgewiesen, was gegenüber dem Vorjahr einem Anstieg um 33,3 Millionen Euro entspricht.
Darüber hinaus ergaben sich Zahlungen in Höhe von 18,6 Millionen Euro betreffend den im Zuge der Kaufpreisallokation als Finanzierungsleasing eingestuften Rahmenmietvertrag der Media Broadcast Gruppe. Wir verweisen an dieser Stelle auf Textziffer 27, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, übrige Verbindlichkeiten und Abgrenzungen.
33.4. Herleitung der Ausgangsgröße der Konzernkapitalflussrechnung
Ausgangsgröße der Kapitalflussrechnung ist das Ergebnis der weitergeführten und aufgegebenen Geschäftsbereiche vor Ertragsteuern und Zinsen (EBIT). Im Folgenden ist die Herleitung dieses Ergebnisses aus der Konzerngewinn- und Verlustrechnung ersichtlich.
| In TEUR | 1.1.201 6 -31.12.2016 | 1.1.201 5 -31.12.2015 |
|---|---|---|
| Ergebnis vor Ertragsteuern | 243.956 | 254.691 |
| Zinsen und ähnliche Aufwendungen | 55.675 | 44.502 |
| Zinsen und ähnliche Erträge | -809 | -418 |
| Ergebnis vor Ertragsteuern und Zinsen (EBIT) | 298.822 | 298.775 |
34. Informationen über Finanzinstrumente
34.1. Angaben gemäß IFRS 7
Dieser Abschnitt vermittelt einen Überblick über die Bedeutung von Finanzinstrumenten für den Konzern und liefert zusätzliche Informationen über Bilanzpositionen, die Finanzinstrumente enthalten.
Zur Darstellung der zum 31. Dezember 2016 und zum 31. Dezember 2015 im Konzern bestehenden Finanzinstrumente, deren Zuordnung zu Klassen sowie zur Überleitung in die jeweiligen Bewertungskategorien nach IAS 39 machen wir die folgenden Angaben (Tabellen auf der gegenüberliegenden und folgenden Seite):
Finanzinstrumente na ch Klassen per 31. Dezember 2016
| Bewertungskategorie nach IAS 39 | Buchwert Bilanz | Wertansatz | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| In TEUR | 31.12.2016 | Fortgeführte Anschaffungskosten | Anschaffungskosten | Fair Value erfolgswirksam | Fair Value, über das sonstige Ergebnis erfasst | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Aktiva | ||||||
| Zahlungsmittel/Flüssige Mittel | KF | 318.186 | 318.186 | |||
| Sonstige Finanzanlagen | ZVF | 586 | ||||
| Sonstige Finanzanlagen, bewertet zu Anschaffungskosten | ZVF | 586 | 586 | |||
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | KF | 519.896 | 519.896 | |||
| Übrige Forderungen und sonstige Vermögenswerte | 47.296 | |||||
| Sonstige nicht derivative finanzielle Vermögenswerte | KF | 34.419 | 34.419 | |||
| Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte | ZVF | 2.774 | 2.774 | |||
| Passiva | ||||||
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | FV | 515.696 | 515.696 | |||
| Finanzschulden | FV | 1.734.173 | 1.734.173 | |||
| Übrige Verbindlichkeiten und Abgrenzungen | 405.031 | |||||
| Sonstige nicht derivative finanzielle Verbindlichkeiten | FV | 343.601 | 343.601 | |||
| Davon aggregiert nach Bewertungskategorien gemäß IAS 39 | ||||||
| Zur Veräußerung verfügbare Finanzinstrumente | ZVF | 3.360 | 586 | 2.774 | ||
| Kredite und Forderungen | KF | 872.501 | 872.501 | |||
| Finanzielle Verbindlichkeiten, bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten | FV | 2.593.470 | 2.593.470 |
| Nicht finanzielle Vermögenswerte/Verbindlichkeiten | Fair Value Finanzinstrumente | |
|---|---|---|
| In TEUR | 31.12.2016 | |
| --- | --- | --- |
| Aktiva | ||
| Zahlungsmittel/Flüssige Mittel | -* | |
| Sonstige Finanzanlagen | ||
| Sonstige Finanzanlagen, bewertet zu Anschaffungskosten | -* | |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | -* | |
| Übrige Forderungen und sonstige Vermögenswerte | 10.103 | |
| Sonstige nicht derivative finanzielle Vermögenswerte | -* | |
| Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte | 2.774 | |
| Passiva | ||
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | -* | |
| Finanzschulden | 1.133.391 | |
| Übrige Verbindlichkeiten und Abgrenzungen | 61.430 | |
| Sonstige nicht derivative finanzielle Verbindlichkeiten | -* | |
| Davon aggregiert nach Bewertungskategorien gemäß IAS 39 | ||
| Zur Veräußerung verfügbare Finanzinstrumente | 2.774 | |
| Kredite und Forderungen | 0* | |
| Finanzielle Verbindlichkeiten, bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten | 1.133.391* |
* Für die Positionen wurde kein Fair Value ermittelt, jedoch stellt der Buchwert einen angemessenen Näherungswert für den Fair Value dar. Dies führt dazu, dass die aggregierten Fair Values für die Bewertungskategorien KF sowie FV jeweils deutlich unter deren aggregierten Buchwerten in der Bilanz liegen.
Finanzinstrumente nach Klassen per 31. Dezember 2015 angepasst
| Bewertungskategorie nach IAS 39 | Buchwert Bilanz | Wertansatz | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| In TEUR | 31.12.2015 | Fortgeführte Anschaffungskosten | Anschaffungskosten | Fair Value erfolgswirksam | Fair Value, über das sonstige Ergebnis erfasst | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Aktiva | ||||||
| Zahlungsmittel/Flüssige Mittel | KF | 269.761 | 269.761 | |||
| Sonstige Finanzanlagen | ZVF | 1.517 | ||||
| Sonstige Finanzanlagen, bewertet zu Anschaffungskosten | ZVF | 503 | 503 | |||
| Sonstige Finanzanlagen, über das sonstige Ergebnis bewertet, zum Fair Value | ZVF | 1.014 | 1.014 | |||
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | KF | 515.447 | 515.447 | |||
| Übrige Forderungen und sonstige Vermögenswerte | 30.955 | |||||
| Sonstige nicht derivative finanzielle Vermögenswerte | KF | 18.403 | 18.403 | |||
| Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte | ZVF | 2.802 | 2.802 | |||
| Passiva | ||||||
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | FV | 443.718 | 443.718 | |||
| Finanzschulden | FV | 638.914 | 638.914 | |||
| Übrige Verbindlichkeiten und Abgrenzungen | 150.427 | |||||
| Sonstige nicht derivative finanzielle Verbindlichkeiten | FV | 93.748 | 93.748 | |||
| Davon aggregiert nach Bewertungskategorien gemäß IAS 39 | ||||||
| Zur Veräußerung verfügbare Finanzinstrumente | ZVF | 4.319 | 503 | 3.816 | ||
| Kredite und Forderungen | KF | 803.611 | 803.611 | |||
| Finanzielle Verbindlichkeiten, bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten | FV | 1.176.380 | 1.176.380 |
| Nicht finanzielle Vermögenswerte/Verbindlichkeiten | Fair Value Finanzinstrumente | |
|---|---|---|
| In TEUR | 31.12.2015 | |
| --- | --- | --- |
| Aktiva | ||
| Zahlungsmittel/Flüssige Mittel | -* | |
| Sonstige Finanzanlagen | ||
| Sonstige Finanzanlagen, bewertet zu Anschaffungskosten | -* | |
| Sonstige Finanzanlagen, über das sonstige Ergebnis bewertet, zum Fair Value | 1.014 | |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | -* | |
| Übrige Forderungen und sonstige Vermögenswerte | 9.750 | |
| Sonstige nicht derivative finanzielle Vermögenswerte | -* | |
| Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte | 2.802 | |
| Passiva | ||
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | -* | |
| Finanzschulden | 632.142 | |
| Übrige Verbindlichkeiten und Abgrenzungen | 56.679 | |
| Sonstige nicht derivative finanzielle Verbindlichkeiten | -* | |
| Davon aggregiert nach Bewertungskategorien gemäß IAS 39 | ||
| Zur Veräußerung verfügbare Finanzinstrumente | 3.816 | |
| Kredite und Forderungen | 0* | |
| Finanzielle Verbindlichkeiten, bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten | 632.142* |
* Für die Positionen wurde kein Fair Value ermittelt, jedoch stellt der Buchwert einen angemessenen Näherungswert für den Fair Value dar. Dies führt dazu, dass die aggregierten Fair Values für die Bewertungskategorien KF sowie FV jeweils deutlich unter deren aggregierten Buchwerten in der Bilanz liegen.
Die nicht finanziellen Vermögenswerte stellen jenen Teil der Bilanzposition „Übrige Forderungen und sonstige Vermögenswerte“ dar, der nicht in den Anwendungsbereich des IFRS 7 fällt. Der Buchwert der finanziellen Verbindlichkeit aus der Put-Option im Zusammenhang mit dem Erwerb der MOTION TM entspricht dem beizulegenden Zeitwert zum 31. Dezember 2016.
Die nicht finanziellen Verbindlichkeiten stellen jenen Teil der Bilanzposition „Übrige Verbindlichkeiten und Abgrenzungen“ dar, der nicht in den Anwendungsbereich des IFRS 7 fällt.
Der beizulegende Zeitwert von Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstigen kurzfristigen finanziellen Vermögenswerten, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen kurzfristigen finanziellen Verbindlichkeiten entspricht in etwa dem Buchwert. Ursächlich hierfür sind die kurzen Restlaufzeiten dieser Finanzinstrumente.
Die beizulegenden Zeitwerte der langfristigen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen finanziellen Vermögenswerte mit Restlaufzeiten über einem Jahr entsprechen den Barwerten der mit den Vermögenswerten verbundenen Zahlungen unter Berücksichtigung der jeweiligen Zinsparameter. Zwischen den Buchwerten dieser Finanzinstrumente und den beizulegenden Zeitwerten bestehen aufgrund der anhand der Effektivzinsmethode vorgenommenen Abzinsung und basierend auf dem gegenwärtigen Zinsniveau nur unwesentliche Unterschiede. Die sonstigen Finanzanlagen werden grundsätzlich zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Soweit eine verlässliche Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts nicht möglich ist, erfolgt eine Bewertung zu Anschaffungskosten. Die Anteile sind nicht börsennotiert und es besteht für sie kein aktiver Markt. Weiterhin ist eine Veräußerung derzeit nicht vorgesehen. Soweit Hinweise auf niedrigere beizulegende Zeitwerte bestehen, werden diese angesetzt.
Bei den zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten setzt der Konzern als beizulegenden Zeitwert den Kurswert in einem aktiven Markt an.
Der beizulegende Zeitwert der kurzfristigen Finanzschulden entspricht aufgrund der Fristigkeit dem Buchwert. Der beizulegende Zeitwert der langfristigen Finanzschulden übersteigt den Buchwert zum 31. Dezember 2016 um 9.630 Tausend Euro (Vorjahr: 14.244 Tausend Euro). Diese Differenz ergab sich aus der Bewertung der Schuldscheindarlehen zum beizulegenden Zeitwert; dieser wurde anhand von aktuellen Einschätzungen zum eigenen Kreditrisiko und zum Zinsniveau jeweils zum Bewertungsstichtag ermittelt.
Der beizulegende Zeitwert der nicht börsengehandelten derivativen Finanzinstrumente wird vom Konzern anhand anerkannter finanzmathematischer Methoden (Discounted-Cashflow-Methode beziehungsweise Optionspreismodelle) bestimmt. Im Einzelnen werden die erwarteten zukünftigen Zahlungsströme aus dem Finanzinstrument auf Grundlage der relevanten Zinsstruktur- und Forward-Kurven ermittelt und anschließend zum Stichtag diskontiert. Periodisch erfolgt ein Abgleich der von den externen Vertragspartnern erhaltenen Marktwertbestätigungen mit den intern ermittelten Marktwerten. Zum 31. Dezember 2016 bestehen im Konzern keine derivativen Finanzinstrumente.
In der nachfolgenden Übersicht wird dargelegt, auf welchen wesentlichen Parametern die Bewertung der zum beizulegenden Zeitwert bilanzierten Finanzinstrumente als auch die Bewertung der gemäß IFRS 7 zum beizulegenden Zeitwert ausgewiesenen Finanzinstrumente basiert. Die einzelnen Levels sind dabei gemäß IFRS 13 wie folgt definiert:
| • | Level 1: |
Unveränderte Übernahme von Preisen von aktiven Märkten (Deutsche Börse AG, Börse Frankfurt) für identische finanzielle Vermögenswerte oder finanzielle Verbindlichkeiten.
| • | Level 2: |
Verwendung von Inputfaktoren, bei denen es sich nicht um die in Level 1 berücksichtigten notierten Preise handelt, die sich jedoch für den finanziellen Vermögenswert oder die finanzielle Verbindlichkeit entweder direkt (d. h. als Preis) oder indirekt (d. h. in Ableitung von Preisen) beobachten lassen.
| • | Level 3: |
Verwendung von nicht auf beobachtbaren Marktdaten basierenden Inputfaktoren für die Bewertung des finanziellen Vermögenswertes oder der finanziellen Verbindlichkeit (nicht beobachtbare Inputfaktoren). Zwischen den einzelnen Levels hat im Geschäftsjahr 2016 wie im Vorjahr kein Transfer stattgefunden.
Fair-Value-Hierarchie zum 31. Dezember 2016
| In TEUR | Summe | Level 1 | Level 2 | Level 3 |
|---|---|---|---|---|
| Aktiva | ||||
| Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte | 2.774 | 2.774 | 0 | 0 |
| Passiva | ||||
| Finanzschulden | 1.133.391 | 0 | 0 | 1.133.391 |
Fair-Value-Hierarchie zum 31. Dezember 2015 angepasst
| In TEUR | Summe | Level 1 | Level 2 | Level 3 |
|---|---|---|---|---|
| Aktiva | ||||
| Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte | 2.802 | 2.802 | 0 | 0 |
| Sonstige Finanzanlagen | 1.014 | 1.014 | 0 | 0 |
| Passiva | ||||
| Finanzschulden | 632.142 | 408.116 | 0 | 224.026 |
Für die einzelnen Kategorien von Finanzinstrumenten nach IAS 39 wurden im Geschäftsjahr 2016 sowie im Vorjahr folgende Nettoergebnisse ausgewiesen:
Nettoergebnis nach Bewertungskategorien 201 6
| Aus der Folgebewertung | Aus Abgang | Nettoergebnis | |||
|---|---|---|---|---|---|
| In TEUR | Aus Zinsen | Zum beizulegenden Zeitwert, über das sonstige Ergebnis erfasst | Wertberichtigungen/ Forderungsverluste | ||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Zur Veräußerung verfügbare Finanzinstrumente (ZVF) | 0 | -2 | 0 | 0 | -2 |
| Kredite und Forderungen (KF) | 58 | 0 | -56.394 | -769 | -57.105 |
| Finanzielle Verbindlichkeiten, bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten (FV) | -51.101 | 0 | 0 | 0 | -51.101 |
| Gesamt | -51.043 | -2 | -56.394 | -769 | -108.208 |
Nettoergebnis nach Bewertungskategorien 201 5
| Aus der Folgebewertung | Aus Abgang | Nettoergebnis | |||
|---|---|---|---|---|---|
| In TEUR | Aus Zinsen | Zum beizulegenden Zeitwert, über das sonstige Ergebnis erfasst | Wertberichtigungen/ Forderungsverluste | ||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Zur Veräußerung verfügbare Finanzinstrumente (ZVF) | 0 | -57 | 0 | 0 | -57 |
| Kredite und Forderungen (KF) | -251 | 0 | -44.309 | -87 | -44.647 |
| Finanzielle Verbindlichkeiten, bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten (FV) | -39.436 | 0 | 0 | 0 | -39.436 |
| Gesamt | -39.687 | -57 | -44.309 | -87 | -84.140 |
Nettogewinne beziehungsweise -verluste aus Krediten und Forderungen enthalten Veränderungen in den Wertberichtigungen, Gewinne und Verluste aus der Ausbuchung sowie Zahlungseingänge und Wertaufholungen aus ursprünglich abgeschriebenen Krediten und Forderungen.
Nettogewinne beziehungsweise -verluste aus der Kategorie der finanziellen Verbindlichkeiten, bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten, beinhalten die Erträge und Aufwendungen aus der Bewertung der finanziellen Verbindlichkeit aus der Put-Option im Zusammenhang mit dem Erwerb der MOTION TM (Buchwert der Verbindlichkeit zum 31. Dezember 2016: 12.614 Tausend Euro; Vorjahr: 12.870 Tausend Euro). Eine Sensitivitätsbetrachtung bezüglich des Unternehmenswertes ergibt, dass die finanzielle Verbindlichkeit bei einer Erhöhung des Unternehmenswertes um 10 Prozent um 1,2 Millionen Euro höher, bei einer Verringerung des Unternehmenswertes um 10 Prozent um 1,2 Millionen Euro geringer angesetzt worden wäre.
Nettogewinne beziehungsweise -verluste aus der Kategorie der zur Veräußerung verfügbaren Finanzinstrumente umfassen Wertminderungen.
Nettogewinne beziehungsweise -verluste aus finanziellen Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten setzen sich aus Zinsaufwendungen zusammen.
Angaben über Zinserträge und Zinsaufwendungen der nicht erfolgswirksam zum Fair Value bewerteten finanziellen Vermögenswerte und finanziellen Verbindlichkeiten basieren auf der Anwendung der Effektivzinsmethode.
Saldierung von finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten zum 31. Dezember 201 6
| In TEUR | Bruttobetrag vor Saldierung | Saldierungsbeträge | Nettobetrag in der Bilanz | Fair Value finanzieller Sicherheiten | Gesamtnettobetrag |
|---|---|---|---|---|---|
| Finanzielle Vermögenswerte | |||||
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 526.196 | 6.300 | 519.896 | 0 | 519.896 |
| Übrige Forderungen und sonstige Vermögenswerte | 56.829 | 9.533 | 47.296 | 0 | 47.296 |
| Gesamt | 583.025 | 15.833 | 567.192 | 0 | 567.192 |
| Finanzielle Verbindlichkeiten | |||||
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 521.996 | 6.300 | 515.696 | 4.000 | 511.696 |
| Andere Rückstellungen | 97.640 | 9.533 | 88.107 | 0 | 88.107 |
| Gesamt | 619.636 | 15.833 | 603.803 | 4.000 | 599.803 |
Saldierung von finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten zum 31. Dezember 201 5
| In TEUR | Bruttobetrag vor Saldierung | Saldierungsbeträge | Nettobetrag in der Bilanz | Fair Value finanzieller Sicherheiten | Gesamtnettobetrag |
|---|---|---|---|---|---|
| Finanzielle Vermögenswerte | |||||
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 521.447 | 6.000 | 515.447 | 0 | 515.447 |
| Gesamt | 521.447 | 6.000 | 515.447 | 0 | 515.447 |
| Finanzielle Verbindlichkeiten | |||||
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 449.718 | 6.000 | 443.718 | 4.000 | 439.718 |
| Gesamt | 449.718 | 6.000 | 443.718 | 4.000 | 439.718 |
Aufgrund einer Vereinbarung mit einem Netzbetreiber zur Anpassung von Zahlungskonditionen werden monatliche Vorauszahlungen für die vom Netzbetreiber erbrachten Mobilfunkdienste geleistet. Diese werden am Bilanzstichtag saldiert und im Folgemonat verrechnet. Neben dem Saldierungsbetrag in Höhe von 6.300 Tausend Euro besteht hier eine langfristige Sicherheitsleistung in Höhe von 4.000 Tausend Euro.
Durch den Erwerb der Media-Broadcast Gruppe wurden u.a. auch Verpflichtungen für Altersteilzeit und Langzeitarbeitskonten übernommen. Diese Verpflichtungen werden zu jedem Bilanzstichtag mit den Zeitwerten des entsprechenden Planvermögens verrechnet. Zum Bilanzstichtag betragen die saldierten Rückstellungen für Langzeitarbeitskonten 6.259 Tausend Euro und für Altersteilzeit 3.274 Tausend Euro. Hierzu verweisen wir auch auf unsere Ausführungen zu Textziffer 31, Andere Rückstellungen.
34.2. Grundsätze und Ziele des Finanzrisikomanagements und Kapitalrisikomanagements
Der freenet Konzern unterliegt hinsichtlich seiner Vermögenswerte, Verbindlichkeiten und geplanten Transaktionen insbesondere Marktrisiken, Liquiditätsrisiken sowie Ausfallrisiken.
Ziel des finanziellen Risikomanagements ist es, diese Risiken laufend zu überwachen sowie durch die operativen und finanzorientierten Aktivitäten zu begrenzen.
Die Grundzüge der Finanzpolitik, deren Bausteine nachstehend erläutert sind, werden vom Vorstand festgelegt. Daneben bedürfen bestimmte Finanztransaktionen der vorherigen Genehmigung durch den Vorstand.
Die Abteilung Konzern-Treasury erbringt Dienstleistungen an die Geschäftsbereiche und koordiniert den Zugang zu den Finanzmärkten. Daneben überwacht und steuert sie die mit den Geschäftsbereichen des Konzerns verbundenen Markt- und Liquiditätsrisiken durch eine regelmäßige interne Risikoberichterstattung, die Risiken nach Grad und Ausmaß analysiert. Oberste Priorität für die Abteilung Konzern-Treasury hat der Grundsatz der Risikominimierung; als ein weiteres wichtiges Ziel wird die Optimierung des Zinsergebnisses angesehen. Ein umsichtiges durch die Abteilung Konzern-Treasury gesteuertes Liquiditätsmanagement umfasst das Halten einer ausreichenden Reserve an flüssigen Mitteln, die Möglichkeit zur Finanzierung durch einen adäquaten Betrag an zugesagten Kreditlinien und die Möglichkeit, offene Marktpositionen zu schließen. Liquiditätsrisiken werden durch die permanente Überwachung des Finanzstatus und ausreichende Reserven in Form von Kreditlinien reduziert.
Der Abteilung Konzern-Treasury obliegt die Überwachung der Ausfallrisiken großer Debitoren (insbesondere Distributoren, Händler und anderer B2B-Partner) sowie die regelmäßige interne Risikoberichterstattung bezüglich dieser Risiken. Forderungen gegen Endkunden werden in der Abteilung Forderungsmanagement überwacht. Eines ihrer Hauptziele ist es, die Aufwendungen aus dem Ausfall beziehungsweise der Wertberichtigung von Forderungen gegen Endkunden und Vertriebspartnern zu minimieren.
Das Kapitalrisikomanagement des Konzerns bezieht sich auf das in der Konzernbilanz ausgewiesene Eigenkapital und daraus abgeleitete Kennziffern.
Primäres Ziel des Kapitalrisikomanagements des Konzerns ist es, die in den Kreditverträgen vorgesehenen Kennzahlen (financial covenants), deren Nichterreichung unter Umständen die sofortige Fälligstellung der Kredite nach sich ziehen könnte, zu überwachen. Die wesentlichen financial covenants sind in Bezug auf die Eigenkapitalquote (32,7 Prozent – Vorjahr: 50,6 Prozent) des Konzerns sowie den Verschuldungsfaktor definiert. Der Verschuldungsfaktor (1,7 – Vorjahr: 1,0) gibt das Verhältnis an, in dem die Finanzschulden (1.734,2 Millionen Euro) abzüglich flüssiger Mittel (318,2 Millionen Euro), abzüglich des Anteils am Börsenwert der Sunrise zum 31. Dezember 2016 (11.051.578 Aktien multipliziert mit dem Schlusskurs von 62,45 Euro – Quelle: Bloomberg) im Verhältnis zum in den letzten 12 Monaten erzielten EBITDA stehen.
Zum Bilanzstichtag sind sämtliche Covenants-Kennzahlen erfüllt.
Um die Kapitalstruktur aktiv zu steuern, kann das Management Vermögenswerte verkaufen, um dadurch die Verschuldung zu reduzieren sowie andere Maßnahmen ergreifen wie beispielsweise die Ausgabe neuer Aktien.
Die nachfolgenden Angaben zu den einzelnen Risiken basieren auf Informationen, wie sie dem Vorstand vorgelegt werden.
34.3. Marktrisiko
Die Aktivitäten unseres Konzerns sind in erster Linie finanziellen Risiken aus der Änderung von Zinssätzen und Wechselkursen ausgesetzt.
34.3.1. Zinsänderungsrisiko
Die unter den Finanzschulden ausgewiesenen Verbindlichkeiten resultieren aus vier Schuldscheindarlehen (zum 31. Dezember 2016 mit einem Saldo von insgesamt 1.129,5 Millionen Euro ausgewiesen (Vorjahr: 219,2 Millionen Euro) – davon entfallen 457,1 Millionen Euro auf die Tranchen mit variabler Verzinsung) und einem variabel verzinslichen endfälligen Bankdarlehen (zum 31. Dezember 2016 mit einem Saldo von insgesamt 604,6 Millionen Euro (Vorjahr: 0) ausgewiesen). Zudem besteht im Konzern eine revolvierende Kreditlinie in Höhe von insgesamt 100,0 Millionen Euro (Vorjahr: 300,0 Millionen Euro), die erneut zum Jahresende nicht gezogen war.
Zum 31. Dezember 2016 weist der Konzern variabel verzinsliche Finanzverbindlichkeiten in Höhe von 1.061,7 Millionen Euro (Vorjahr: 79,9 Millionen Euro) aus. Diesbezüglich ist der Konzern Zinsrisiken ausgesetzt. Die Zinsänderungsrisiken sind nicht explizit gesichert, allerdings wirkt der Kassenbestand (der im Wesentlichen auf Basis von EONIA beziehungsweise EURIBOR variabel verzinslich angelegt wird) als natürliche Absicherung und mindert das Zinsänderungsrisiko aus den variabel verzinslichen Finanzschulden entsprechend.
Die Abteilung Konzern-Treasury überprüft auf der Grundlage der ihr zur Verfügung stehenden täglichen Liquiditätsplanung laufend die verschiedenen Anlagemöglichkeiten für die liquiden Mittel sowie die verschiedenen Dispositionsmöglichkeiten hinsichtlich der Finanzschulden. Marktzinsänderungen könnten sich auf das Zinsergebnis von originären variabel verzinslichen Finanzinstrumenten auswirken und gehen in die Berechnung der ergebnisbezogenen Sensitivitäten ein.
Zur Darstellung von Marktrisiken verwendet der Konzern eine Sensitivitätsanalyse, die Auswirkungen von Zinssatzänderungen auf Ergebnis und Eigenkapital zeigt.
Die periodischen Auswirkungen werden bestimmt, indem die hypothetischen Änderungen der Risikovariablen auf den Bestand der Finanzinstrumente zum Abschlussstichtag bezogen werden.
In der Bilanz sind unter den kurzfristigen und langfristigen Finanzschulden zum 31. Dezember 2016 Verbindlichkeiten in Höhe von 1.734,2 Millionen Euro (Vorjahr: 638,9 Millionen Euro) ausgewiesen, davon 1.061,7 Millionen Euro variabel verzinslich. Die variabel verzinslichen Bankverbindlichkeiten waren zum Stichtag mit 1,6 Prozent verzinst. Die zum 31. Dezember 2016 bestehenden Finanzschulden werden zu 60,3 Millionen Euro im kurzfristigen Bereich ausgewiesen. Eine verpflichtende Tilgung für 2016 besteht dabei für die Rückzahlung der im Dezember 2017 fälligen Tranchen aus dem Schuldscheindarlehen aus 2012 über 54,5 Millionen Euro sowie 5,8 Millionen Euro für erwartete Zahlungen aufgelaufener Zinsen. Zum 31. Dezember 2016 wird der variable Teil der Kredite in einem Korridor von 0,7 bis 2,1 Prozent verzinst. Anhand von Marktschätzungen erwarten wir für 2017 einen Korridor des variablen Teils zwischen 0,7 und 2,1 Prozent. Daraus würden sich in 2017 auf die gesamten Finanzschulden Auszahlungen für Zinsen in Höhe von 27,3 Millionen Euro ergeben. Aus der Nettoposition von variabel verzinslichen Aktiva und Passiva, die zum beizulegendem Zeitwert bewertet wurden, hätte eine parallele Verschiebung der Zinskurve um 50 Basispunkte nach oben einen Ergebniseffekt vor Steuern von -2,6 Millionen Euro (Vorjahr: -157 Tausend Euro), eine Verschiebung der Zinskurve um 50 Basispunkte nach unten einen Ergebniseffekt vor Steuern von 1,8 Millionen Euro (Vorjahr: 157 Tausend Euro).
Geldmarktfonds unterliegen marginalen Zinsschwankungen, so dass sich grundsätzlich Kursverluste ergeben können. Es besteht kein signifikantes Risiko, da die Gelder in Fonds sehr kurzfristig angelegt werden. Vertraglich festgelegte Fälligkeits- oder Zinsanpassungstermine bestehen nicht, eine Rendite ergibt sich aus der Veränderung des Kurswerts und etwaiger Ausschüttungen. Aus den in der Bilanz unter den übrigen Forderungen und sonstigen Vermögenswerten sowie den sonstigen Finanzanlagen ausgewiesenen Finanzinvestitionen in Geldmarktfonds und Anleihen hätte eine Veränderung des Kurses der erworbenen Anteile um 5 Prozent nach oben einen Eigenkapitaleffekt von 139 Tausend Euro (Vorjahr: 133 Tausend Euro), eine Veränderung des Kurses um 5 Prozent nach unten einen Eigenkapitaleffekt von -139 Tausend Euro (Vorjahr: -133 Tausend Euro).
Für die übrigen verzinslichen Vermögenswerte und Schulden kann das Zinsänderungsrisiko vernachlässigt werden.
Zinssatzänderungen beeinflussen festverzinsliche Finanzinstrumente nur dann, wenn sie zum beizulegenden Zeitwert bilanziert werden. Die finanziellen Verbindlichkeiten von freenet sind daher keinem Zinsänderungsrisiko ausgesetzt, da diese zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert werden.
34.3.2. Fremdwährungsrisiko
Im Konzern werden in geringem Umfang Geschäfte in Fremdwährungen getätigt. Die Währungssicherung erfolgt, i. d. R. durch den Abschluss von Devisentermingeschäften oder, falls nötig, mittels vorgehaltener Barbestände in Fremdwährung.
Insgesamt misst der Konzern dem Fremdwährungsrisiko eine zu vernachlässigende Bedeutung bei.
34.3.3. Kursänderungsrisiko
Hinsichtlich der Kursänderungsrisiken ist zu beachten, dass die Gesellschaft einen Anteil von 24,56 Prozent am Grundkapital der Sunrise hält. Die Sunrise erstellt ihren Konzernabschluss in der Berichtswährung Schweizer Franken (CHF). Das Fremdwährungsrisiko zwischen Euro und Schweizer Franken hat Einfluss auf die Ermittlung beider Bestandteile der Position unserer Konzerngewinn- und Verlustrechnung „Ergebnis der nach der Equity-Methode einbezogenen Unternehmen“, nämlich zum einen der Anteile am laufenden Ergebnis der Sunrise sowie zum anderen der Abschreibungen aus der Schatten- Kaufpreisallokation bezüglich der Sunrise. Insofern hat dieser Wechselkurs einen Einfluss auf die Ertragslage des freenet Konzerns, der jedoch aus heutiger Sicht als gering einzuschätzen ist.
34.4. Liquiditätsrisiko
Das Liquiditätsrisiko des Konzerns besteht darin, dass die Gesellschaft möglicherweise ihren finanziellen Verpflichtungen nicht nachkommen kann, zum Beispiel der Tilgung von Finanzschulden, der Bezahlung von Einkaufsverpflichtungen und der Verpflichtungen aus Leasingverträgen.
Zur Überwachung und Steuerung der Liquidität werden konzernweit umfangreiche Finanzplanungsinstrumente eingesetzt. Es werden hierbei unterschiedliche Planungshorizonte betrachtet, die sich bis zu einem Jahr erstrecken. Die kurzfristige Liquiditätsplanung und -steuerung erfolgt auf Tagesbasis jeweils für die nächsten drei Monate im Voraus. Diese Planung wird täglich von der Abteilung Konzern-Treasury in Abstimmung mit dem Rechnungswesen und dem Controlling auf der Grundlage von Ist-Daten aktualisiert.
Der Konzern steuert Liquiditätsrisiken weiterhin durch das Halten angemessener Bankguthaben, Kreditlinien bei Banken sowie durch eine laufende Überwachung der prognostizierten und tatsächlichen Cashflows. Außerdem erfolgen Abstimmungen der Fälligkeitsprofile von finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten. Um das Liquiditätsrisiko zu verringern, bedient sich der Konzern einer großen Bandbreite verschiedener Finanzierungsinstrumente.
Auf Basis mehrerer bestehender konzerninterner Cash-Pooling-Vereinbarungen, an der die wesentlichen Gesellschaften des freenet Konzerns teilnehmen, werden Bedarf und Anlage von liquiden Mitteln im Konzern zentral gesteuert.
Der Konzern erwartet, dass er seine sonstigen Verpflichtungen aus operativen Cashflows und aus dem Zufluss der fällig werdenden finanziellen Vermögenswerte erfüllen kann.
Zum Bilanzstichtag hat der Konzern die in Höhe von 100,0 Millionen Euro (Vorjahr: 300,0 Millionen Euro) eingeräumte revolvierende Kreditlinie nicht in Anspruch genommen. Der Gesellschaft ist es in engen Grenzen erlaubt, außerhalb der Kreditverträge Fremdmittel aufzunehmen, um so beispielsweise zukünftige strategische Investitionen zu finanzieren.
Wertpapiere (im Depot befindliche Geldmarktfonds und Anleihen) können innerhalb kurzer Frist liquidiert werden. Bei den Beteiligungen besteht keine Veräußerungsabsicht. Im Falle eines notwendigen Verkaufs dieser Beteiligungen wäre die kurzfristige Abwicklung unter Umständen erschwert, da für diese Anteile kein organisierter Kapitalmarkt besteht.
Der finanzielle und operative Spielraum des Konzerns wird durch bestimmte Regelungen der Kreditverträge eingeschränkt. Diese legen der Gesellschaft beispielsweise Beschränkungen bei Änderungen der Geschäftstätigkeit des Konzerns, bei der Durchführung gruppeninterner gesellschaftsrechtlicher Strukturmaßnahmen, bei der Bestellung von Sicherheiten sowie hinsichtlich eventueller Erwerbe sowie Veräußerungen von Vermögensgegenständen, insbesondere von Anteilsbesitz, auf. Aus den nachfolgenden Tabellen sind die vertraglich vereinbarten undiskontierten Zins- und Tilgungszahlungen der originären finanziellen Verbindlichkeiten des Konzerns am Ende des Geschäftsjahres 2016 und 2015 ersichtlich:
Finanzverbindlichkeiten
| Buchwert 31.12.2016 | Cashflows 201 7 | |||
|---|---|---|---|---|
| In TEUR | Zins fix | Zins variabel | Tilgung | |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 515.696 | 515.696 | ||
| Finanzschulden (Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten) | 1.734.173 | 9.802 | 17.507 | 60.302 |
| Sonstige nicht derivative finanzielle Verbindlichkeiten | 343.601 | 12.620 | 48.993 |
| Cashflows 201 8 | Cashflows 201 9 und später | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| In TEUR | Zins fix | Zins variabel | Tilgung | Zins fix | Zins variabel | Tilgung |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | ||||||
| Finanzschulden (Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten) | 8.344 | 17.377 | 35 | 29.674 | 13.892 | 1.673.836 |
| Sonstige nicht derivative finanzielle Verbindlichkeiten | 11.616 | 21.794 | 57.400 | 272.814 |
Finanzverbindlichkeiten
| Buchwert 31.12.2015 | Cashflows 201 6 | |||
|---|---|---|---|---|
| In TEUR | Zins fix | Zins variabel | Tilgung | |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 443.718 | 443.718 | ||
| Finanzschulden (Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten) | 638.914 | 31.994 | 1.056 | 420.532 |
| Sonstige nicht derivative finanzielle Verbindlichkeiten | 93.748 | 51.296 |
| Cashflows 201 7 | Cashflows 201 8 und später | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| In TEUR | Zins fix | Zins variabel | Tilgung | Zins fix | Zins variabel | Tilgung |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | ||||||
| Finanzschulden (Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten) | 3.492 | 1.077 | 54.464 | 7.091 | 1.948 | 163.918 |
| Sonstige nicht derivative finanzielle Verbindlichkeiten | 29.582 | 12.870 |
34.5. Ausfallrisiko
Ein Kreditausfallrisiko ist der unerwartete Verlust an Zahlungsmitteln oder Erträgen aufgrund des teilweisen oder vollständigen Ausfalls von Forderungen. Dieser tritt ein, wenn der Vertragspartner nicht in der Lage ist, seinen Verpflichtungen innerhalb der Fälligkeit nachzukommen.
Bei der Betrachtung der Ausfallrisiken stehen im freenet Konzern die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegen Endkunden im Fokus. Wir verweisen hier auf unsere Ausführungen zur Textziffer 21, Forderungen und sonstige Vermögenswerte. Hierbei wird im Massengeschäft unseres Konzerns der Bonität von Kunden und Vertriebspartnern besondere Aufmerksamkeit gewidmet. Für wesentliche Vertragskundenbereiche werden vor Vertragsabschluss Bonitätsprüfungen der Kunden durchgeführt.
Im laufenden Vertragsverhältnis sind die Durchführung eines zügigen und regelmäßigen Mahn- und Inkassoprozesses mit mehreren Inkassounternehmen im Benchmarking und einer Langzeitinkassoüberwachung sowie das High-Spender-Monitoring in unserem Konzern wesentliche Maßnahmen zur Minimierung des Ausfallrisikos.
Auch im Bereich der Forderungen gegen Händler und Franchisepartner findet ein laufender Mahn- und Inkassoprozess statt. Ebenso werden Kreditlimits festgelegt und überwacht. Gegebenenfalls führt das Erreichen des Limits zu einer Liefersperre.
Überdies sind durch eine Warenkreditversicherung wesentliche Kreditausfallrisiken gegenüber Großkunden (Händler und Distributoren im Bereich Mobilfunk) abgesichert. Um das Kreditausfallrisiko zu minimieren, hat der Konzern einen bestimmten Anteil dieser Umsätze versichert. Jeden Monat meldet die Abteilung Konzern-Treasury der Versicherung die aktuellen Umsätze des jeweiligen Großkunden. Im Zusammenhang mit dieser Meldung berechnet die Versicherung das zu versichernde Umsatzvolumen. Die Risiken bei nicht versicherten Kunden sind durch ein internes Limitsystem begrenzt – in der Regel müssen Kunden mit schlechter Bonität Vorauskasse leisten oder die Geschäftsbeziehung kommt nicht zustande. Ausfallrisiken gegenüber Endkunden sind nicht abgesichert.
Bei der Bestimmung der Werthaltigkeit von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wird jeder Änderung der Bonität seit Einräumen des Zahlungsziels bis zum Bilanzstichtag Rechnung getragen. Es besteht keine nennenswerte Konzentration des Kreditausfallrisikos, da der Kundenbestand breit ist und keine Korrelationen bestehen.
Eine angemessene Bildung von Wertberichtigungen trägt den Ausfallrisiken Rechnung. Eine Ausbuchung von Forderungen und sonstigen Vermögenswerten erfolgt jeweils, wenn der Konzern die Forderung für uneinbringlich hält.
Wertpapiere und liquide Mittel sind im Wesentlichen bei deutschen Großbanken angelegt. Durch die Streuung auf verschiedene Banken wird das Ausfallrisiko deutlich eingeschränkt. Die Anlagen werden bezüglich ihrer laufenden und zukünftig erwarteten Rendite ständig von der Abteilung Konzern-Treasury überwacht.
Hinsichtlich des weder wertgeminderten noch in Zahlungsverzug befindlichen Bestands an Forderungen aus Lieferungen und Leistungen deuten zum Abschlussstichtag keine Anzeichen darauf hin, dass die Schuldner ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen werden.
Bei sonstigen finanziellen Vermögenswerten des Konzerns, wie Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten und zur Veräußerung verfügbaren Finanzinvestitionen, entspricht das maximale Kreditrisiko bei Ausfall des Kontrahenten dem Buchwert dieser Instrumente.
34.6. Übertragung von finanziellen Vermögenswerten
Seit geraumer Zeit bietet der freenet Konzern seinen Endkunden mit der sogenannten Handy-Option die Möglichkeit, höherwertige Endgeräte gegen einen monatlichen Mehrbetrag auszuwählen. Diese Handy-Options-Verträge werden unverändert wie folgt bilanziert: freenet hat nach der Übergabe des Mobiltelefons an den Kunden diesem gegenüber einen unbedingten Zahlungsanspruch aus der Handy-Option. In Höhe des Barwertes der vom Kunden über die Vertragslaufzeit zu zahlenden monatlichen Zusatzbeiträge für das höherwertige Handy erfasst freenet bei Vertragsschluss und Handy-Übergabe eine Forderung. Mit der steigenden Bereitschaft der Kunden, für hochwertige Smartphones entsprechend mehr zu zahlen, hat sich in den vergangenen Geschäftsjahren der Teil des Postpaid-Kundenbestands, der eine solche Handy-Option gewählt hat, stetig erhöht. So sind auch die in den langfristigen und kurzfristigen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen bilanzierten Forderungs-Abgrenzungen aus Handy-Option stetig gestiegen. Für den freenet Konzern bedeutet dies seit Jahren eine steigende Kapitalbindung: die heutigen hochwertigen Smartphones sind im Einkauf teurer als frühere Mobiltelefone, und während die Zahlungsabflüsse für die Beschaffung dieser Geräte bereits vor oder bei Vertragsabschluss mit den Endkunden erfolgen, verteilen sich die Zahlungseingänge aus der Handy-Option auf die 24 Monate des Vertragsverhältnisses mit den Endkunden.
Vor diesem Hintergrund hat der Konzern seit 2014 eine Factoring-Vereinbarung mit einer Bank abgeschlossen. Bei dem Vertrag handelt es sich um einen Rahmenvertrag mit unbegrenzter Laufzeit. Quartalsweise ist ein Verkauf von Handy-Options-Forderungen möglich. Die Bank kauft die Forderungen mit einem festen Delkredere-Abschlag an, außerdem berechnet sie an freenet Finanzierungszinsen sowie Gebühren. Die relevanten Risiken (wie im Wesentlichen das Forderungsausfallrisiko) und Chancen gehen auf die Bank über, so dass die verkauften Forderungen vollständig ausgebucht werden. Der freenet Konzern trägt weiterhin das Spätzahlungsrisiko und ist darüber hinaus für Einzug und Verwaltung der verkauften Forderungen (sog. „Servicing“) verantwortlich.
Im Geschäftsjahr entstanden aus dem Verkauf von Forderungen Aufwendungen in Höhe von 769 Tausend Euro (Vorjahr: Aufwendungen in Höhe von 87 Tausend Euro). Alle wesentlichen Chancen und Risiken, die mit dem Eigentum an diesen Forderungen verbunden waren, wurden auf den Käufer übertragen.
Aus den im Berichtsjahr quartalsweise vorgenommenen Verkäufen (Nominalvolumen 142,3 Millionen Euro, Vorjahr: 119,8 Millionen Euro) wurden insgesamt 2,9 Millionen Euro (Vorjahr: 2,5 Millionen Euro) aufwandswirksam erfasst. Davon betreffen 2,2 Millionen Euro (Vorjahr: 1,8 Millionen Euro) das von der Bank übernommene Ausfallrisiko (Delkredere-Abschlag und Gebühren) und 0,8 Millionen Euro Zinsaufwendungen aus dem Spätzahlungsrisiko (Vorjahr: 0,7 Millionen Euro). Zum Bilanzstichtag sind Forderungen in Höhe von 81,3 Millionen Euro (Vorjahr: 58,5 Millionen Euro) verkauft und ausgebucht aber noch nicht bezahlt. Die aus dem Spätzahlungsrisiko und dem Servicing zu erwartenden Aufwendungen in Höhe von 10 Tausend Euro (Vorjahr: 10 Tausend Euro) werden über die Restlaufzeit der Forderungen (6 Monate) realisiert. Das maximale Verlustrisiko für den Konzern beträgt 0,8 Millionen Euro (Vorjahr: 0,6 Millionen Euro).
Die Bank tritt monatlich die in der abgelaufenen Finanzierungsperiode neu ausgefallenen Forderungen zu einem festen Preis automatisch an die freenet ab. Der Rückkauf hat weder Auswirkungen auf die Aufteilung des Forderungsausfallrisikos noch auf die Liquidität des freenet Konzern.
35. Geschäftsvorfälle mit nahe stehenden Unternehmen und Personen
35.1. Übersicht
Zwischen dem Konzern und nahe stehenden Unternehmen beziehungsweise Personen fanden folgende wesentliche Geschäftsvorfälle statt:
| In TEUR | 2016 | 2015 |
|---|---|---|
| Erlöse aus der Berechnung von Dienstleistungen | ||
| Gemeinschaftsunternehmen | ||
| FunDorado GmbH, Hamburg | 358 | 377 |
| Gesamt | 358 | 377 |
Zum 31. Dezember 2016 bestanden folgende wesentliche Forderungen und Verbindlichkeiten gegenüber nahe stehenden Unternehmen beziehungsweise Personen:
| In TEUR | 31.12.2016 | 31.12.2015 |
|---|---|---|
| Forderungen aus laufendem Leistungsverkehr | ||
| Gemeinschaftsunternehmen | ||
| FunDorado GmbH, Hamburg | 50 | 44 |
| Gesamt | 50 | 44 |
Den Arbeitnehmervertretern des Aufsichtsrats wurden im Geschäftsjahr 2016 Gesamtbezüge in Höhe von insgesamt 402 Tausend Euro (Vorjahr: 460 Tausend Euro) gewährt.
Allen Transaktionen lagen Marktpreise zugrunde. Sicherheiten bestehen nicht.
35.2. Vorstandsvergütung
Die Vergütung der Mitglieder des Vorstands setzt sich aus einem jährlichen Fixgehalt, jährlichen variablen Bezügen sowie Bezügen mit langfristiger Anreizwirkung zusammen. Daneben bestehen Pensionszusagen. Die jährlichen variablen Bezüge resultieren jeweils aus einer jährlichen Zielvereinbarung, wobei als Einzelziele regelmäßig bestimmte Ausprägungen der wesentlichen finanziellen und nicht finanziellen Leistungsindikatoren des freenet Konzerns festgelegt werden. Bezüglich der Bezüge mit langfristiger Anreizwirkung verweisen wir auf unsere Ausführungen zu den LTIP-Programmen in Textziffer 26.1 sowie 26.2 dieses Anhangs.
Die Vergütung der Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft setzte sich im Berichtsjahr und Vorjahr im Einzelnen wie folgt zusammen:
Vorstandsbezüge 201 6
| In TEUR | Festbezüge | Sonstige variable Bezüge | Zwischensumme | Variable Bezüge mit langfristiger Anreizwirkung1 | Gesamt Bezüge2 |
|---|---|---|---|---|---|
| Christoph Vilanek | 765 | 613 | 1.378 | 949 | 2.327 |
| Joachim Preisig | 544 | 491 | 1.035 | 686 | 1.721 |
| Stephan Esch | 492 | 245 | 737 | 457 | 1.194 |
| Gesamt | 1.801 | 1.349 | 3.150 | 2.092 | 5.242 |
Vorstandsbezüge 201 5
| In TEUR | Festbezüge | Sonstige variable Bezüge | Zwischensumme | Variable Bezüge mit langfristiger Anreizwirkung1 | Gesamt Bezüge2 |
|---|---|---|---|---|---|
| Christoph Vilanek | 765 | 639 | 1.404 | 1.283 | 2.687 |
| Joachim Preisig | 544 | 512 | 1.056 | 531 | 1.587 |
| Stephan Esch | 492 | 256 | 748 | 343 | 1.091 |
| Gesamt | 1.801 | 1.407 | 3.208 | 2.157 | 5.365 |
1) Es handelt sich um variable Vergütungen aus dem LTIP-Programm, einschließlich im Geschäftsjahr zahlungsunwirksamer und gemäß IFRS 2 bewerteter Bezüge.
2) Der Betrag der Gesamtbezüge in der obenstehenden Tabelle umfasst nicht die Versorgungsaufwendungen in Höhe von 903 Tausend Euro (Vorjahr: 1.020 Tausend Euro). Wir verweisen auf die unten stehenden Erläuterungen.
Zur Zusammensetzung der variablen Bezüge mit langfristiger Anreizwirkung geben wir folgende Aufstellung:
Variable Bezüge mit langfristiger Anreizwirkung 201 6
| LTIP-Programm Bezüge aus Veränderung der Rückstellung (nicht zahlungswirksam) | LTIP-Programm Bezüge aus geflossenen Zahlungen | Gesamt Variable Bezüge mit langfristiger Anreizwirkung | |
|---|---|---|---|
| In TEUR | |||
| --- | --- | --- | --- |
| Christoph Vilanek | 949 | 0 | 949 |
| Joachim Preisig | 686 | 0 | 686 |
| Stephan Esch | 457 | 0 | 457 |
| Gesamt | 2.092 | 0 | 2.092 |
Variable Bezüge mit langfristiger Anreizwirkung 201 5
| LTIP-Programm Bezüge aus Veränderung der Rückstellung (nicht zahlungswirksam) | LTIP-Programm Bezüge aus geflossenen Zahlungen | Gesamt Variable Bezüge mit langfristiger Anreizwirkung | |
|---|---|---|---|
| In TEUR | |||
| --- | --- | --- | --- |
| Christoph Vilanek | 1.283 | 0 | 1.283 |
| Joachim Preisig | -1.072 | 1.603 | 531 |
| Stephan Esch | -378 | 721 | 343 |
| Gesamt | -167 | 2.324 | 2.157 |
Am 26. Februar 2014 waren mit den Mitgliedern des Vorstands Vereinbarungen zu den Dienstverträgen geschlossen worden, die neue langfristige variable Gehaltsbestandteile (sogenannte „LTIP “) gewähren. Wir verweisen zu diesem auch als „Programm 2“ bezeichneten LTIP-Programm auf Textziffer 26.2 dieses Anhangs.
In 2011 war den Mitgliedern des Vorstands erstmals ein LTIP-Programm gewährt worden, welches auch als „Programm 1“ bezeichnet wird. Dieses Programm war bereits zum 31. Dezember 2015 aufgrund vollständiger Auszahlung beendet. Wir verweisen auf Textziffer 26.1 dieses Anhangs.
Im Geschäftsjahr 2016 kam es aus dem laufenden LTIP-Programm (Programm 2) zu keinen Barauszahlungen. Im Vorjahr war es aus den LTIP-Programmen zu Barauszahlungen in Höhe von insgesamt 2.324 Tausend Euro gekommen, und zwar an Herrn Preisig in Höhe von 1.603 Tausend Euro sowie an Herrn Esch in Höhe von 721 Tausend Euro. Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2016 befinden sich alle drei Vorstände im Programm 2 - mit den Zielerreichungsjahren 2014 bis 2018 für Herrn Vilanek sowie 2015 bis 2019 für die Herren Preisig und Esch.
Zum 31. Dezember 2016 beträgt der Stand der Rückstellung für die LTIP-Programme für Herrn Vilanek 3.437 Tausend Euro (Vorjahr: 2.488 Tausend Euro), für Herrn Preisig 1.679 Tausend Euro (Vorjahr: 993 Tausend Euro) sowie für Herrn Esch 1.119 Tausend Euro (Vorjahr: 662 Tausend Euro).
Insgesamt ergaben sich in 2016 Vorstandsbezüge im Sinne des § 314 Abs. 1 Nr. 6a HGB/Deutschen Rechnungslegungsstandard Nr. 17 (DRS 17) in Höhe von 3.150 Tausend Euro (Vorjahr: 3.208 Tausend Euro). Dabei sind in 2016 wie in 2015 keine Bezüge mit langfristiger Anreizwirkung enthalten, da diese jeweils in den Geschäftsjahren der Gewährung der Vergütungsinstrumente nach HGB bereits ausgewiesen worden waren.
Im November 2004 war Herrn Esch eine mittelbare Pensionszusage gewährt worden. Im Geschäftsjahr 2009 war Herrn Vilanek anlässlich seiner Bestellung zum Vorstandsvorsitzenden zum 1. Mai 2009 eine mittelbare Pensionszusage erteilt worden. Die freenet AG hatte zum 1. September 2008 von der damaligen debitel AG die an Herrn Preisig gewährte Pensionszusage übernommen. Im Februar 2014 wurden an den Pensionszusagen aller drei Vorstände Anpassungen vorgenommen. Wir verweisen hierzu auf den Abschnitt „Vergütungsregelungen für den Fall der Tätigkeitsbeendigung“ im Vergütungsbericht des Vorstands im Konzernlagebericht.
Zum 31. Dezember 2016 betrug die Defined Benefit Obligation (DBO) für Herrn Vilanek 3.804 Tausend Euro (Vorjahr: 2.686 Tausend Euro), für Herrn Preisig 4.129 Tausend Euro (Vorjahr: 3.180 Tausend Euro) sowie für Herrn Esch 3.610 Tausend Euro (Vorjahr: 2.671 Tausend Euro). Die DBO für die Herren Spoerr, Krieger und Berger als ehemalige Vorstandsmitglieder betrug zum 31. Dezember 2016 insgesamt 9.483 Tausend Euro (Vorjahr: 7.625 Tausend Euro).
Im Personalaufwand wurden für die Vorstandsmitglieder aus den Pensionszusagen insgesamt laufende Dienstzeitaufwendungen von 903 Tausend Euro (Vorjahr: 1.020 Tausend Euro) erfasst. Diese entfielen für 2016 mit 391 Tausend Euro (Vorjahr: 446 Tausend Euro) auf Herrn Vilanek, mit 285 Tausend Euro (Vorjahr: 314 Tausend Euro) auf Herrn Preisig sowie mit 227 Tausend Euro (Vorjahr: 260 Tausend Euro) auf Herrn Esch.
In 2016 wurden wie im Vorjahr im Personalaufwand für die Vorstandsmitglieder aus den Pensionszusagen keine nachzuverrechnenden Dienstzeitaufwendungen erfasst.
Es wurden keinem der Vorstandsmitglieder Darlehen gewährt und für keines der Vorstandsmitglieder Bürgschaften oder sonstige Gewährleistungen übernommen.
35.3. Aufsichtsratsvergütung
Die Vergütung des Aufsichtsrats ist in der Satzung geregelt und setzt sich aus drei Komponenten zusammen:
| • | einer Basisvergütung, |
| • | Sitzungsentgelten und, |
| • | einer erfolgsabhängigen Vergütung. |
Die Mitglieder des Aufsichtsrats erhalten für jedes volle Geschäftsjahr ihrer Zugehörigkeit zu diesem Gremium eine feste Basisvergütung in Höhe von 30.000 Euro von der Gesellschaft.
Der Vorsitzende des Aufsichtsrats erhält den doppelten Betrag, der stellvertretende Vorsitzende den anderthalbfachen Betrag der Basisvergütung.
Jedes Aufsichtsratsmitglied erhält zusätzlich für jede Sitzung des Aufsichtsrats, an der es teilgenommen hat, ein Sitzungsgeld in Höhe von 1.000 Euro. Aufsichtsratsmitglieder, die einem Ausschuss des Aufsichtsrats – mit Ausnahme des gem. § 27 Abs. 3 Mitbestimmungsgesetz gebildeten Ausschusses – angehören, erhalten zusätzlich für an jeder teilgenommenen Sitzung des Ausschusses ein Sitzungsgeld in Höhe von 1.000 Euro. Der Vor- sitzende des Ausschusses erhält den doppelten Betrag.
Der Aufsichtsrat hat im Rahmen einer freiwilligen Selbstbeschränkung beschlossen, auf die Vergütung von Sitzungsgeldern für telefonische Sitzungen des Aufsichtsrates, seiner Ausschüsse und für telefonische Teilnahmen an Präsenzsitzungen zu verzichten.
Die Mitglieder des Aufsichtsrats erhalten ferner nach Ablauf jedes Geschäftsjahres eine variable, erfolgsabhängige Vergütung in Höhe von 500 Euro je 0,01 Euro Dividende, die über 0,10 Euro je Stückaktie der Gesellschaft hinaus für das abgelaufene Geschäftsjahr an die Aktionäre ausgeschüttet wird. Die Vergütung ist der Höhe nach begrenzt auf den als feste Vergütung geschuldeten Betrag. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats erhält den doppelten Betrag, der stellvertretende Vorsitzende erhält den anderthalbfachen Betrag.
Für ihre Tätigkeit innerhalb des Geschäftsjahrs 2016 bezogen die Aufsichtsratsmitglieder der Gesellschaft eine Festvergütung in Höhe von 405 Tausend Euro sowie 60 Tausend Euro Sitzungsgeld. Zudem wurde eine erfolgs- abhängige Vergütung in Höhe von 405 Tausend Euro als Aufwand erfasst. Inwiefern diese erfolgsabhängige Vergütung zur Auszahlung kommen wird, ist vom Gewinnverwendungsbeschluss für das Geschäftsjahr 2016 abhängig. Die Gesamtsumme an Aufwendungen für Aufsichtsratstätigkeiten beträgt somit 870 Tausend Euro.
Mitgliedern des Aufsichtsrats werden darüber hinaus Auslagen, die im Zusammenhang mit der Ausübung des Mandats entstehen, sowie Umsatzsteuer ersetzt.
Es wurden keinem der Aufsichtsratsmitglieder Darlehen gewährt und für keines der Aufsichtsratsmitglieder Bürgschaften oder sonstige Gewährleistungen übernommen.
Individualisierte Angaben für die letzten beiden Geschäftsjahre sind aus den nachfolgenden Tabellen ersichtlich. Es ist zu beachten, dass es aufgrund des Zahlenformats bei den Zwischen- und Endsummen rechnerische Rundungsdifferenzen geben kann, da die Zahlen auf eine Dezimalstelle gerundet wurden.
Vergütung für das Geschäftsjahr 201 6
| In TEUR | Basisvergütung | Sitzungsentgelte | Erfolgsabhängige Vergütung | Gesamt |
|---|---|---|---|---|
| Aktive Mitglieder | ||||
| Dr. Hartmut Schenk | 60,0 | 7,0 | 60,0 | 127,0 |
| Knut Mackeprang1 | 45,0 | 3,0 | 45,0 | 93,0 |
| Claudia Anderleit1 | 30,0 | 3,0 | 30,0 | 63,0 |
| Birgit Geffke1 | 30,0 | 2,0 | 30,0 | 62,0 |
| Thorsten Kraemer | 30,0 | 4,0 | 30,0 | 64,0 |
| Ronny Minak1 | 30,0 | 7,0 | 30,0 | 67,0 |
| Michael Stephan1 | 30,0 | 7,0 | 30,0 | 67,0 |
| Prof. Dr. Helmut Thoma | 30,0 | 3,0 | 30,0 | 63,0 |
| Gesine Thomas1 | 30,0 | 2,0 | 30,0 | 62,0 |
| Marc Tüngler | 30,0 | 8,0 | 30,0 | 68,0 |
| Robert Weidinger | 30,0 | 11,0 | 30,0 | 71,0 |
| Sabine Christiansen | 30,0 | 3,0 | 30,0 | 63,0 |
| Gesamt | 405,0 | 60,0 | 405,0 | 870,0 |
1Arbeitnehmervertreter/innen gemäß § 7 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 MitbestG vom 4. Mai 1976.
Vergütung für das Geschäftsjahr 2015
| In TEUR | Basisvergütung | Sitzungsentgelte | Erfolgsabhängige Vergütung | Gesamt |
|---|---|---|---|---|
| Aktive Mitglieder | ||||
| Dr. Hartmut Schenk | 60,0 | 14,0 | 60,0 | 134,0 |
| Knut Mackeprang1 | 45,0 | 5,0 | 45,0 | 95,0 |
| Claudia Anderleit1 | 30,0 | 7,0 | 30,0 | 67,0 |
| Birgit Geffke1 | 30,0 | 9,0 | 30,0 | 69,0 |
| Thorsten Kraemer | 30,0 | 7,0 | 30,0 | 67,0 |
| Ronny Minak1 | 30,0 | 8,0 | 30,0 | 68,0 |
| Michael Stephan1 | 30,0 | 8,0 | 30,0 | 68,0 |
| Prof. Dr. Helmut Thoma | 30,0 | 5,0 | 30,0 | 65,0 |
| Gesine Thomas1 | 30,0 | 4,0 | 30,0 | 64,0 |
| Marc Tüngler | 30,0 | 8,0 | 30,0 | 68,0 |
| Robert Weidinger | 30,0 | 12,0 | 30,0 | 72,0 |
| Sabine Christiansen | 25,5 | 3,0 | 25,6 | 54,1 |
| 400,5 | 90,0 | 400,6 | 891,1 | |
| Ehemalige Mitglieder | ||||
| Achim Weiss | 2,5 | 0,0 | 2,5 | 5,0 |
| Gesamt | 403,0 | 90,0 | 403,1 | 896,1 |
1Arbeitnehmervertreter/innen gemäß § 7 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 MitbestG vom 4. Mai 1976.
36. Unternehmenserwerbe
36.1. Erwerb der Media Broadcast Gruppe
Die mobilcom-debitel GmbH, als eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der freenet AG, hat am 3. März 2016 einen Kaufvertrag mit der Tyrol Acquisition 1 & Cie S.C.A., Luxemburg (Verkäuferin), über den Erwerb von 100 Prozent der Geschäftsanteile an der Media Broadcast Gruppe unterzeichnet. Die Media Broadcast Gruppe besteht aus einer Holdinggesellschaft (vormals zwei Holdinggesellschaften, von denen eine zwischenzeitlich auf die andere verschmolzen wurde) sowie der wesentlichen operativen Gesellschaft Media Broadcast GmbH, Köln, und weiteren Tochter- und Beteiligungsgesellschaften. Der Geschäftsbereich Satellite der Media Broadcast Gruppe (Media Broadcast Satellite GmbH und Media Broadcast Satellite Services GmbH) ist von der Akquisition nicht umfasst. Die Media Broadcast Gruppe beschäftigt mehr als 700 Mitarbeiter.
Nach erfolgter kartellrechtlicher Zustimmung wurde die Übernahme am 17. März 2016 vollzogen, wodurch der Konzern die Beherrschung über dieses Tochterunternehmen erlangte. Ab dem 18. März 2016 (Stichtag der Erstkonsolidierung) wird die Media Broadcast Gruppe in den Konzernabschluss der freenet AG einbezogen.
Der Kaufpreis für den Erwerb der Geschäftsanteile, der keinen Anpassungen unterliegt, beträgt 113,0 Millionen Euro. Davon flossen dem Konzern 101,7 Millionen Euro in bar ab. In Höhe des Differenzbetrags von 11,4 Millionen Euro erwarb der Konzern Netto-Verbindlichkeiten (übrige Forderungen in Höhe von 13,5 Millionen Euro sowie übrige Verbindlichkeiten in Höhe von 24,9 Millionen Euro). Im Rahmen der Transaktion sind Kosten in Höhe von 2,7 Millionen Euro angefallen, die als sonstige betriebliche Aufwendungen erfasst wurden.
Es ergeben sich für den Erwerb der Media Broadcast Gruppe in der Kapitalflussrechnung ausgewiesene Auszahlungen in Höhe von 76,6 Millionen Euro – die gezahlten 101,7 Millionen Euro abzüglich der zum Stichtag der Erstkonsolidierung in der Media Broadcast Gruppe vorhandenen liquiden Mittel in Höhe von 25,1 Millionen Euro.
Zusätzlich entrichtete der Konzern an die Verkäuferin ein Entgelt für den Erwerb einer Darlehensforderung gegen die Media Broadcast Gruppe in Höhe von 195,0 Millionen Euro und löste Bankverbindlichkeiten der Media Broadcast Gruppe in Höhe von 102,2 Millionen Euro ab.
Bei der Media Broadcast Gruppe handelt es sich um den alleinigen kommerziellen Anbieter von DVB-T2 und DAB+ in Deutschland. Die Akquisition der Media Broadcast Gruppe stellt in Verbindung mit der vorher erworbenen Beteiligung an der EXARING AG eine wichtige Ergänzung der strategischen Entwicklung der freenet AG zum führenden Digital-Lifestyle-Provider in Deutschland dar. Der Einstieg in das neue Geschäftsfeld des linearen und internetbasierten Fernsehens eröffnet dem Unternehmen die Möglichkeit, sich im Bereich Digital-Lifestyle weiter zu diversifizieren und neue Wachstumspotenziale und Erlösquellen zu erschließen.
Die im vorliegenden Konzernabschluss bezüglich des Erwerbs der Media Broadcast Gruppe nach IFRS 3 durchgeführte Kaufpreisallokation hat finalen Charakter.
Über die zum Zeitpunkt der Erstkonsolidierung zu beizulegenden Zeitwerten übernommenen Vermögenswerte und Schulden der Media Broadcast Gruppe gibt die folgende Übersicht Auskunft:
Vermögenswerte und Schulden der Media Broadcast Gruppe zum 17. März 2016 zu beizulegenden Zeitwerten
| Aktiva | Passiva | ||
|---|---|---|---|
| in TEUR | 17.03.2016 | in TEUR | 17.03.2016 |
| --- | --- | --- | --- |
| Langfristiges Vermögen | Langfristige Schulden | ||
| Immaterielle Vermögenswerte | 112.052 | Übrige Verbindlichkeiten und Abgrenzungen | 301.265 |
| Goodwill | 225.934 | Finanzschulden | 297.193 |
| Sachanlagen | 497.671 | Latente Ertragsteuerschulden | 17.067 |
| Sonstige Finanzanlagen | 64 | Pensionsrückstellungen | 30.349 |
| Latente Ertragsteueransprüche | 5.903 | Andere Rückstellungen | 56.688 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 469 | ||
| 842.093 | 702.562 | ||
| Kurzfristiges Vermögen | Kurzfristige Schulden | ||
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 17.632 | Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 53.306 |
| Übrige Forderungen und sonstige Vermögenswerte | 33.408 | Übrige Verbindlichkeiten und Abgrenzungen | 13.185 |
| Liquide Mittel | 25.050 | Laufende Ertragsteuerschulden | 26.989 |
| Andere Rückstellungen | 9.105 | ||
| 76.090 | 102.585 | ||
| 918.183 | 805.147 |
Die Differenz zwischen den Aktiva und Passiva in Höhe von 113,0 Millionen Euro stellt den Kaufpreis für die erworbenen Geschäftsanteile dar. In der finalen Kaufpreisallokation wurden zusätzliche immaterielle Vermögenswerte in Höhe von 109,8 Millionen Euro sowie ein Goodwill in Höhe von 225,9 Millionen Euro aufgedeckt. Die immateriellen Vermögenswerte entfallen zu 99,7 Millionen Euro auf Kundenbeziehungen mit einer Nutzungsdauer von 22 Jahren sowie zu 10,1 Millionen Euro auf Markenrechte mit einer Nutzungsdauer von 15 Jahren. Aus der Folgeabschreibung von Kundenbeziehungen und Markenrechten werden pro Quartal Abschreibungen in Höhe von 1,3 Millionen Euro resultieren. Zudem wurde ein Rahmenmietvertrag mit dem Teil der Mindestmietverpflichtung als Finanzierungsleasing eingestuft. Im Zusammenhang mit diesem Finanzierungsleasingvertrag wurden ein unter den Sachanlagen ausgewiesener Vermögenswert in Höhe von 324,9 Millionen Euro sowie eine korrespondierende Verbindlichkeit in gleicher Höhe abgeleitet. Diese Verbindlichkeit in Höhe von 324,9 Millionen Euro wurde mit ihrem kurzfristigen Teil (23,7 Millionen Euro) unter den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie mit ihrem langfristigen Teil (301,2 Millionen Euro) unter den übrigen Verbindlichkeiten und Abgrenzungen ausgewiesen. Im Rahmen der finalen Kaufpreisallokation wurden Eventualschulden in Höhe von 24,8 Millionen Euro angesetzt, davon wurden 17,3 Millionen Euro für Risiken aus einer steuerlichen Betriebsprüfung unter den laufenden Ertragsteuerschulden sowie 7,5 Millionen Euro aus einem Prozessrisiko unter den langfristigen anderen Rückstellungen ausgewiesen. Zum 31. Dezember 2016 bestehen diese Positionen in unveränderter Höhe fort, ohne dass es eine Inanspruchnahme, Auflösung oder Zuführung gegeben hat. Für beide Eventualschulden bestehen Unsicherheiten sowohl bezüglich des Betrags als auch der Fälligkeiten der Abflüsse. Falls es zu einem Abfluss kommt, so ist dieser jeweils für das Geschäftsjahr 2018 wahrscheinlich. Der Zeitwert der erworbenen Forderungen (inklusive der übrigen Forderungen und sonstigen Vermögenswerte) beträgt 51,5 Millionen Euro. Auf Bruttoforderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie übrige Forderungen und sonstige Vermögenswerte wurden zum Erwerbsstichtag Wertberichtigungen in Höhe von 1,6 Millionen Euro gebildet. Es wurden keine Transaktionen identifiziert, die getrennt vom Erwerb der Vermögenswerte und der Übernahme der Schulden auszuweisen sind. Der finalen Kaufpreisallokation lag eine auf dem DCF-Verfahren basierende bewertungsrelevante Planungsrechnung vor. Diese umfasste einen Detail-Zeitraum von fünf Jahren. Zur Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts der im Rahmen der finalen Kaufpreisallokation angesetzten immateriellen Vermögenswerte kamen kapitalwertorientierte Verfahren zur Anwendung, und zwar in Form der Residualwertmethode für die Kundenbeziehungen sowie in Form der Lizenzpreisanalogiemethode für die Markenrechte. Die beizulegenden Zeitwerte der Marke sowie der Kundenbeziehungen wurden im Einklang mit IFRS 13 anhand eines Barwertverfahrens (Discounted Cashflow) mithilfe von Inputfaktoren der Stufe 3 (nicht beobachtbare Parameter) berechnet. Dieser Bewertungstechnik liegt eine Zahlungsstromprognose zugrunde, die ein hypothetischer Marktteilnehmer unterstellen würde.
In der Segmentberichterstattung des freenet Konzerns ist die Media Broadcast Gruppe dem Segment „TV und Medien“ zugeordnet worden.
Der Goodwill ist bezogen auf den Erstkonsolidierungszeitpunkt in Höhe von 199,7 Millionen Euro steuerlich abzugsfähig und resultiert insbesondere aus dem Aufbau des neuen Geschäftsfelds B2C und ist der zahlungsmittelgenerierenden Einheit „TV und Medien“ zugeordnet worden.
Die Media Broadcast Gruppe steuerte ab dem Zeitpunkt ihrer Erstkonsolidierung (18. März 2016 bis 31. Dezember 2016) 218,7 Millionen Euro zu den Konzern-Umsatzerlösen mit Dritten bei. Hätte diese Transaktion zum 1. Januar 2016 stattgefunden, wäre der Beitrag zu den Konzernumsatzerlösen 277,3 Millionen Euro gewesen. Der Beitrag zum EBITDA des Konzerns für die Zeit vom 18. März 2016 bis 31. Dezember 2016 lag bei 45,1 Millionen Euro. Wenn diese Transaktion zum 1. Januar 2016 stattgefunden hätte, hätte der Beitrag zum EBITDA des Konzerns bei 55,7 Millionen Euro gelegen.
36.2. Finalisierung der Kaufpreisallokation der EXARING AG
Im Vorjahr erwarb der Konzern in mehreren Schritten eine Beteiligung in Höhe von 24,99 Prozent der Geschäftsanteile und Stimmrechte an der EXARING AG, München. Der Konzern erlangte die Beherrschung über dieses Tochterunternehmen am 15. Dezember 2015. Die Beherrschung ergab sich trotz einer nicht vorliegenden Mehrheit bezüglich der Stimmrechte aus substanziellen vertraglichen Rechten im Sinne des IFRS 10. Diese vertraglichen Rechte geben dem Konzern die Möglichkeit, über eine mehrheitliche Besetzung der Organe der EXARING Verfügungsgewalt zu erlangen und die Renditen der EXARING zu beeinflussen. Die im Konzernanhang des Vorjahres unter Textziffer 36 dargestellte vorläufige Kaufpreisallokation ist identisch mit der im Geschäftsjahr 2016 erstellten finalen Kaufpreisallokation – insofern haben alle dazu im Konzernanhang zum 31. Dezember 2015 erfolgten Angaben ohne Änderung Gültigkeit.
37. Angaben gemäß § 315a HGB
Die durchschnittliche Anzahl der im Konzern beschäftigten Arbeitnehmer (§ 314 Abs. 1 Nr. 4 HGB) wurde in Textziffer 8, Personalaufwand, dieses Anhangs genannt.
Bezüglich der Angaben zu den Organbezügen (§ 314 Abs. 1 Nr. 6 HGB) verweisen wir auf Textziffer 35, Geschäftsvorfälle mit nahe stehenden Unternehmen und Personen.
Der Unternehmenserwerb und die Erstkonsolidierung der Media Broadcast Gruppe (§ 313 Abs. 2 Nr. 1 HGB) wird in Textziffer 36.1, Erwerb der Media Broadcast Gruppe, dieses Anhangs genannt, während die Vollkonsolidierung und Beherrschung der EXARING AG in Textziffer 36.2, Finalisierung der Kaufpreisallokation der EXARING AG, beschrieben wird.
Der Erwerb sowie weitere Angaben im Zusammenhang mit der Sunrise Communications Group AG werden in Textziffer 17.1, assoziierte Unternehmen, dieses Anhangs genannt.
Gemäß § 314 Abs. 1 Nr. 8 HGB erklären wir, dass die Entsprechenserklärung nach § 161 AktG am 8. Dezember 2016 vom Vorstand und Aufsichtsrat der Gesellschaft abgegeben wurde. Sie wurde den Aktionären auf den Unternehmensseiten im Internet unter der Adresse
www.freenet-group.de/investor-relations/corporate-governance/entsprechenserklaerung
dauerhaft zugänglich gemacht.
Für den Abschlussprüfer im Sinne des § 314 Abs. 1 Nr. 9 HGB sind für das Geschäftsjahr 2016 insgesamt 1.675 Tausend Euro an Honorar berechnet worden. Hiervon entfallen 1.443 Tausend Euro auf Abschlussprüfungsleistungen (davon 1.061 Tausend Euro auf die laufende Abschlussprüfung für 2016 sowie 382 Tausend Euro auf projektbegleitende Prüfungen im Rahmen der IFRS 15 Einführung), 8 Tausend Euro auf sonstige Leistungen, 211 Tausend Euro auf andere Bestätigungsleistungen sowie 13 Tausend Euro auf Steuerberatungsleistungen.
Gemäß § 313 Abs. 2 bis 3 HGB geben wir folgenden Überblick zu den im Konzernabschluss einbezogenen Unter nehmen (Tabelle auf der folgenden Seite):
| Anteil am Kapital | |
|---|---|
| Vollkonsolidierte Unternehmen | |
| freenet Cityline GmbH, Kiel | 100,00% |
| freenet.de GmbH, Hamburg | 100,00% |
| 01019 Telefondienste GmbH, Hamburg | 100,00% |
| 01024 Telefondienste GmbH, Kiel | 100,00% |
| 01050.com GmbH, Hamburg | 100,00% |
| freenet Datenkommunikations GmbH, Hamburg | 100,00% |
| mobilcom-debitel GmbH, Büdelsdorf | 100,00% |
| mobilcom-debitel Logistik GmbH, Schleswig | 100,00% |
| MobilCom Multimedia GmbH, Schleswig | 100,00% |
| klarmobil GmbH, Hamburg | 100,00% |
| new directions GmbH, Hamburg | 100,00% |
| freenet Direkt GmbH, Hamburg | 100,00% |
| freenet Energy GmbH, Berlin (vormals MFE Energie GmbH) | 100,00% |
| Stanniol GmbH für IT & PR, Oberkrämer | 100,00% |
| mobilcom-debitel Shop GmbH, Oberkrämer | 100,00% |
| callmobile GmbH, Hamburg | 100,00% |
| Gravis- Computervertriebsgesellschaft mbH, Berlin | 100,00% |
| MOTION TM Vertriebs GmbH, Troisdorf | 51,00% |
| freenet digital GmbH, Berlin | 100,00% |
| Ilove GmbH, Berlin | 100,00% |
| Lorena Medienagentur GmbH, Berlin (vormals Quaid Media GmbH) | 100,00% |
| Quaid Media International GmbH, Berlin | 100,00% |
| freenet digital Espana S.L., Barcelona (Spanien) | 100,00% |
| freenet digital Entretentimendo do Brasil Ltda., Sao Paulo (Brasilien) | 100,00% |
| Motility GmbH, Berlin | 100,00% |
| freenet digital Holdings Inc., Wilmington (USA) | 100,00% |
| freenet digital Entertainment Inc., Los Angeles (USA) | 100,00% |
| freenet digital LLC, Wilmington (USA) | 100,00% |
| freenet digital North America Inc., Wilmington (USA) | 100,00% |
| Seedline Studios, LLC, Wilmington (USA) (vormals freenet digital Studios, LLC) | 100,00% |
| Aldine Productions LLC, Wilmington (USA) | 100,00% |
| Seedling Productions LLC, Los Angeles (USA) | 100,00% |
| freenet digital Group US Holdings Inc., Wilmington (USA) | 100,00% |
| RS Games, LLC, Los Angeles (USA) (vormals freenet digital USA LLC) | 100,00% |
| Motility Ads LLC, Los Angeles (USA) | 100,00% |
| Quaid Media, LLC, Los Angeles (USA) | 100,00% |
| EXARING AG, München | 24,99% |
| Synergy Networks GmbH, Leipzig | 24,99% |
| Taunus Beteiligungs GmbH, Köln | 100,00% |
| MEDIA BROADCAST GmbH, Köln | 100,00% |
| MEDIA BROADCAST Services GmbH, Köln | 100,00% |
| Media Broadcast TV Services GmbH, Köln | 100,00% |
| At Equity bewertete Unternehmen | |
| FunDorado GmbH, Hamburg | 50,00% |
| Sunrise Communications Group AG, Zürich (Schweiz) | 24,56% |
38. Ereignisse von wesentlicher Bedeutung nach dem Bilanzstichtag
Ereignisse von wesentlicher Bedeutung nach dem Stichtag haben sich nicht ergeben.
39. Entwicklung des Konzernanlagevermögens
Entwicklung des Konzernanlagevermögens zum 31. Dezember 2016
| In TEUR | Anschaffungs-/Herstellungskosten | ||
|---|---|---|---|
| 1.1.2016 | Veränderung Konsolidierungskreis | Zugänge | |
| --- | --- | --- | --- |
| Immaterielle Vermögenswerte | |||
| Selbst erstellte Software | 95.527 | -287 | 17.218 |
| Software, Lizenzen und Nutzungsrechte | 225.710 | 1.137 | 3.357 |
| Markenrechte | 336.352 | 10.000 | 0 |
| Kundenbeziehungen | 21.347 | 99.700 | 0 |
| Goodwill | 1.153.985 | 225.934 | 0 |
| 1.832.921 | 336.484 | 20.575 | |
| Sachanlagen | |||
| Grundstücke, Grundstückseinrichtungen und Bauten | 16.042 | 25.636 | 5 |
| Switche und Leitungsnetze | 4.465 | 0 | 0 |
| Technische Anlagen und Maschinen | 22.509 | 451.390 | 28.487 |
| Sonstige Betriebs- und Geschäftsausstattung | 108.377 | 9.159 | 11.687 |
| Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau | 41 | 11.486 | 3.431 |
| 151.434 | 497.671 | 43.610 | |
| 1.984.355 | 834.155 | 64.185 |
| In TEUR | Anschaffungs-/Herstellungskosten | |||
|---|---|---|---|---|
| Umbuchungen | Abgänge | Fremdwährung | 31.12.2016 | |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Immaterielle Vermögenswerte | ||||
| Selbst erstellte Software | 0 | 18.855 | 0 | 93.603 |
| Software, Lizenzen und Nutzungsrechte | 267 | 11.126 | 0 | 219.345 |
| Markenrechte | 0 | 0 | 0 | 346.352 |
| Kundenbeziehungen | 0 | 7.527 | 0 | 113.520 |
| Goodwill | 0 | 0 | 0 | 1.379.919 |
| 267 | 37.508 | 0 | 2.152.739 | |
| Sachanlagen | ||||
| Grundstücke, Grundstückseinrichtungen und Bauten | 3.166 | 6.193 | 0 | 38.656 |
| Switche und Leitungsnetze | 0 | 3.536 | 0 | 929 |
| Technische Anlagen und Maschinen | 4.717 | 14.958 | 0 | 492.145 |
| Sonstige Betriebs- und Geschäftsausstattung | 327 | 11.292 | 0 | 118.258 |
| Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau | -8.477 | 7 | 0 | 6.474 |
| -267 | 35.986 | 0 | 656.462 | |
| 0 | 73.494 | 0 | 2.809.201 |
| In TEUR | Abschreibungen und Wertminderungen | |||
|---|---|---|---|---|
| 1.1.2016 | Veränderung Konsolidierungskreis | Zugänge | Wertminderungen | |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Immaterielle Vermögenswerte | ||||
| Selbst erstellte Software | 71.138 | -282 | 10.441 | 0 |
| Software, Lizenzen und Nutzungsrechte | 96.910 | -754 | 44.723 | 14 |
| Markenrechte | 39.672 | -67 | 2.227 | 0 |
| Kundenbeziehungen | 13.127 | 0 | 6.847 | 0 |
| Goodwill | 0 | 0 | 0 | 0 |
| 220.847 | -1.103 | 64.238 | 14 | |
| Sachanlagen | ||||
| Grundstücke, Grundstückseinrichtungen und Bauten | 9.411 | 0 | 1.749 | 0 |
| Switche und Leitungsnetze | 4.338 | 0 | 52 | 0 |
| Technische Anlagen und Maschinen | 18.243 | 0 | 47.147 | 0 |
| Sonstige Betriebs- und Geschäftsausstattung | 86.900 | 0 | 11.124 | 0 |
| Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau | 0 | 0 | 0 | 0 |
| 118.892 | 0 | 60.072 | 0 | |
| 339.739 | -1.103 | 124.310 | 14 |
| In TEUR | Abschreibungen und Wertminderungen | |||
|---|---|---|---|---|
| Umbuchungen | Abgänge | Fremdwährung | 31.12.2016 | |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Immaterielle Vermögenswerte | ||||
| Selbst erstellte Software | 0 | 18.815 | 0 | 62.482 |
| Software, Lizenzen und Nutzungsrechte | 0 | 11.068 | 0 | 129.825 |
| Markenrechte | 0 | 0 | 0 | 41.832 |
| Kundenbeziehungen | 0 | 7.527 | 0 | 12.447 |
| Goodwill | 0 | 0 | 0 | 0 |
| 0 | 37.410 | 0 | 246.586 | |
| Sachanlagen | ||||
| Grundstücke, Grundstückseinrichtungen und Bauten | 0 | 11 | 0 | 11.149 |
| Switche und Leitungsnetze | 0 | 3.536 | 0 | 854 |
| Technische Anlagen und Maschinen | 0 | 1.322 | 0 | 64.068 |
| Sonstige Betriebs- und Geschäftsausstattung | 0 | 10.765 | 0 | 87.259 |
| Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau | 0 | 0 | 0 | 0 |
| 0 | 15.634 | 0 | 163.330 | |
| 0 | 53.044 | 0 | 409.916 |
| In TEUR | Buchwerte | |
|---|---|---|
| 31.12.2016 | 1.1.2016 | |
| --- | --- | --- |
| Immaterielle Vermögenswerte | ||
| Selbst erstellte Software | 31.121 | 24.389 |
| Software, Lizenzen und Nutzungsrechte | 89.520 | 128.800 |
| Markenrechte | 304.520 | 296.680 |
| Kundenbeziehungen | 101.073 | 8.220 |
| Goodwill | 1.379.919 | 1.153.985 |
| 1.906.153 | 1.612.074 | |
| Sachanlagen | ||
| Grundstücke, Grundstückseinrichtungen und Bauten | 27.507 | 6.631 |
| Switche und Leitungsnetze | 75 | 127 |
| Technische Anlagen und Maschinen | 428.077 | 4.266 |
| Sonstige Betriebs- und Geschäftsausstattung | 30.999 | 21.477 |
| Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau | 6.474 | 41 |
| 493.132 | 32.542 | |
| 2.399.285 | 1.644.616 |
Entwicklung des Konzernanlagevermögens zum 31. Dezember 2015
| In TEUR | Anschaffungs-/Herstellungskosten | ||
|---|---|---|---|
| 1.1.201 5 | Veränderung Konsolidierungskreis | Zugänge | |
| --- | --- | --- | --- |
| Immaterielle Vermögenswerte | |||
| Selbst erstellte Software | 85.996 | 703 | 11.074 |
| Software, Lizenzen und Nutzungsrechte | 136.034 | 72.310 | 44.450 |
| Markenrechte | 336.352 | 0 | 0 |
| Kundenbeziehungen | 33.746 | 0 | 0 |
| Goodwill | 1.153.298 | 687 | 0 |
| 1.745.426 | 73.700 | 55.524 | |
| Sachanlagen | |||
| Grundstücke, Grundstückseinrichtungen und Bauten | 16.028 | 0 | 20 |
| Switche und Leitungsnetze | 4.506 | 0 | 0 |
| Technische Anlagen und Maschinen | 21.188 | 0 | 1.324 |
| Sonstige Betriebs- und Geschäftsausstattung | 104.563 | 1.225 | 7.009 |
| Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau | 142 | 0 | 18 |
| 146.427 | 1.225 | 8.371 | |
| 1.891.853 | 74.925 | 63.895 |
| In TEUR | Anschaffungs-/Herstellungskosten | |||
|---|---|---|---|---|
| Umbuchungen | Abgänge | Fremdwährung | 31.12.2015 | |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Immaterielle Vermögenswerte | ||||
| Selbst erstellte Software | 0 | 2.270 | 24 | 95.527 |
| Software, Lizenzen und Nutzungsrechte | 0 | 27.084 | 0 | 225.710 |
| Markenrechte | 0 | 0 | 0 | 336.352 |
| Kundenbeziehungen | 0 | 12.399 | 0 | 21.347 |
| Goodwill | 0 | 0 | 0 | 1.153.985 |
| 0 | 41.753 | 24 | 1.832.921 | |
| Sachanlagen | ||||
| Grundstücke, Grundstückseinrichtungen und Bauten | 0 | 6 | 0 | 16.042 |
| Switche und Leitungsnetze | 0 | 41 | 0 | 4.465 |
| Technische Anlagen und Maschinen | 0 | 3 | 0 | 22.509 |
| Sonstige Betriebs- und Geschäftsausstattung | 110 | 4.531 | 1 | 108.377 |
| Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau | -110 | 9 | 0 | 41 |
| 0 | 4.590 | 1 | 151.434 | |
| 0 | 46.343 | 25 | 1.984.355 |
| In TEUR | Abschreibungen und Wertminderungen | |||
|---|---|---|---|---|
| 1.1.2015 | Veränderung Konsolidierungskreis | Zugänge | Wertminderungen | |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Immaterielle Vermögenswerte | 64.803 | 0 | 8.602 | 0 |
| Selbst erstellte Software | 83.086 | 0 | 40.782 | 0 |
| Software, Lizenzen und Nutzungsrechte | 33.415 | 0 | 6.257 | 0 |
| Markenrechte | 20.687 | 0 | 4.839 | 0 |
| Kundenbeziehungen | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Goodwill | ||||
| 201.991 | 0 | 60.480 | 0 | |
| Sachanlagen | ||||
| Grundstücke, Grundstückseinrichtungen und Bauten | 8.786 | 0 | 626 | 0 |
| Switche und Leitungsnetze | 4.327 | 0 | 52 | 0 |
| Technische Anlagen und Maschinen | 16.751 | 0 | 1.495 | 0 |
| Sonstige Betriebs- und Geschäftsausstattung | 82.256 | 0 | 8.570 | 180 |
| Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau | 0 | 0 | 0 | 0 |
| 112.120 | 0 | 10.743 | 180 | |
| 314.111 | 0 | 71.223 | 180 |
| In TEUR | Abschreibungen und Wertminderungen | |||
|---|---|---|---|---|
| Umbuchungen | Abgänge | Fremdwährung | 31.12.2015 | |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Immaterielle Vermögenswerte | 0 | 2.270 | 3 | 71.138 |
| Selbst erstellte Software | 0 | 26.958 | 0 | 96.910 |
| Software, Lizenzen und Nutzungsrechte | 0 | 0 | 0 | 39.672 |
| Markenrechte | 0 | 12.399 | 0 | 13.127 |
| Kundenbeziehungen | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Goodwill | ||||
| 0 | 41.627 | 3 | 220.847 | |
| Sachanlagen | ||||
| Grundstücke, Grundstückseinrichtungen und Bauten | 0 | 1 | 0 | 9.411 |
| Switche und Leitungsnetze | 0 | 41 | 0 | 4.338 |
| Technische Anlagen und Maschinen | 0 | 3 | 0 | 18.243 |
| Sonstige Betriebs- und Geschäftsausstattung | 0 | 4.106 | 0 | 86.900 |
| Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau | 0 | 0 | 0 | 0 |
| 0 | 4.151 | 0 | 118.892 | |
| 0 | 45.778 | 3 | 339.739 |
| In TEUR | Buchwerte | |
|---|---|---|
| 31.12.2015 | 1.1.2015 | |
| --- | --- | --- |
| Immaterielle Vermögenswerte | 24.389 | 21.193 |
| Selbst erstellte Software | 128.800 | 52.948 |
| Software, Lizenzen und Nutzungsrechte | 296.680 | 302.937 |
| Markenrechte | 8.220 | 13.059 |
| Kundenbeziehungen | 1.153.985 | 1.153.298 |
| Goodwill | ||
| 1.612.074 | 1.543.435 | |
| Sachanlagen | ||
| Grundstücke, Grundstückseinrichtungen und Bauten | 6.631 | 7.242 |
| Switche und Leitungsnetze | 127 | 179 |
| Technische Anlagen und Maschinen | 4.266 | 4.437 |
| Sonstige Betriebs- und Geschäftsausstattung | 21.477 | 22.307 |
| Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau | 41 | 142 |
| 32.542 | 34.307 | |
| 1.644.616 | 1.577.742 |
Büdelsdorf, den 06. März 2016
freenet AG
Der Vorstand
Christoph Vilanek
Joachim Preisig
Stephan Esch
Versicherung der gesetzlichen Vertreter
Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.
Büdelsdorf, den 06. März 2017
freenet AG
Der Vorstand
Christoph Vilanek
Joachim Preisig
Stephan Esch
Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers
Wir haben den von der freenet AG, Büdelsdorf, aufgestellten Konzernabschluss - bestehend aus Konzerngewinn- und Verlustrechnung und Konzerngesamtergebnisrechnung, Konzernbilanz, Aufstellung über Veränderungen des Eigenkapitals, Konzernkapitalflussrechnung und Anhang - sowie den Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2016 geprüft. Die Aufstellung von Konzernabschluss und Konzernlagebericht nach den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften liegt in der Verantwortung des Vorstands der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht abzugeben.
Wir haben unsere Konzernabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Konzernabschluss unter Beachtung der anzuwendenden Rechnungslegungsvorschriften und durch den Konzernlagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld des Konzerns sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben im Konzernabschluss und Konzernlagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, der Abgrenzung des Konsolidierungskreises, der angewandten Bilanzierungs- und Konsolidierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen des Vorstands sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.
Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.
Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Konzernabschluss den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. Der Konzernlagebericht steht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den gesetzlichen Vorschriften, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.
Hamburg, den 7. März 2017
**PricewaterhouseCoopers GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft**
Dr. Andreas Focke, Wirtschaftsprüfer
ppa. Stephan Dreckmann, Wirtschaftsprüfer
Bericht des Aufsichtsrats
der Aufsichtsrat berichtet nachfolgend über seine Tätigkeit im Geschäftsjahr 2016.
Überwachung und Beratung im kontinuierlichen Dialog mit dem Vorstand
Wie in den Vorjahren hat der Aufsichtsrat auch im Geschäftsjahr 2016 die ihm nach Gesetz und Satzung obliegenden Kontroll- und Beratungsaufgaben sorgfältig wahrgenommen. Neben zahlreichen Sachthemen, die im Rahmen der Sitzungen des Aufsichtsrats diskutiert und entschieden wurden, lag im ersten Halbjahr 2016 der Fokus der Beratungen des Plenums insbesondere auf:
| • | den Erwerben der Media Broadcast Gruppe und eines Anteils an der Sunrise Communications Group AG, |
| • | der Prüfung und Beschlussfassung zum Jahresabschluss zum 31. Dezember 2015 und |
| • | der Vorbereitung der ordentlichen Hauptversammlung am 12. Mai 2016. |
Im zweiten Halbjahr befasste sich der Aufsichtsrat dann schwerpunktmäßig mit:
| • | dem Outsourcing von Kundenbetreuungsaktivitäten der mobilcom-debitel GmbH und weiterer Konzerngesellschaften sowie |
| • | Finanzierungsüberlegungen für den Konzern. |
Der Aufsichtsrat begleitete und überwachte den Vorstand kontinuierlich bei dessen Geschäftsführung und beriet ihn regelmäßig bei seinen Entscheidungen im Rahmen der Leitung des Unternehmens. Bei allen grundlegenden Entscheidungen im Rahmen der Unternehmensführung bezog der Vorstand den Aufsichtsrat frühzeitig ein und berichtete regelmäßig und umfassend in schriftlicher und mündlicher Form über Geschäftsverlauf, Unternehmensplanung, strategische Entwicklung und Lage des Unternehmens.
In diesem Rahmen stellte der Vorstand dem Aufsichtsrat Berichte und Unterlagen zur Verfügung, sowohl unaufgefordert als auch auf Anforderung anlässlich von Besprechungen im Aufsichtsrat. Der Vorstand stand zudem im Plenum und in Sitzungen der Ausschüsse des Aufsichtsrats umfassend Rede und Antwort. Insbesondere erörterte der Aufsichtsrat mit dem Vorstand Abweichungen des Geschäftsverlaufs von den Plänen und Zielen im Einzelnen und prüfte diese anhand der vorgelegten Unterlagen.
Darüber hinaus setzte der Vorstand die strategische Ausrichtung des Unternehmens – mit der Konzentration auf das Mobilfunkgeschäft bei gleichzeitigem Umbau zum Digital-Lifestyle-Provider und Erweiterung der Geschäftsfelder um das TV-Segment – in enger Abstimmung mit dem Aufsichtsrat fort. Alle für das Unternehmen bedeutenden Geschäftsvorgänge wurden auf Basis der Berichte des Vorstands ausführlich diskutiert.
Ebenfalls auf der Grundlage der Berichte des Vorstands fasste der Aufsichtsrat nach Prüfung und Beratung Beschlüsse, soweit dies erforderlich war. Auch außerhalb von Sitzungen hat der Vorstand die Aufsichtsratsmitglieder über die aktuelle Geschäftsentwicklung informiert. Zudem besprach der Vorsitzende des Aufsichtsrats in regelmäßigen Gesprächen mit dem Vorstand Strategie, Planung, Geschäftsentwicklung, Risikolage und -management sowie die Compliance des Unternehmens und informierte sich über aktuelle Themen und Ereignisse.
Die Ordnungsmäßigkeit, Zweckmäßigkeit und Wirtschaftlichkeit der Unternehmensführung durch den Vorstand waren nicht zu beanstanden.
Im Geschäftsjahr 2016 hielt der Aufsichtsrat drei Präsenzsitzungen und drei telefonische Sitzungen ab. Eine weitere für das erste Halbjahr 2016 geplante Präsenzsitzung wurde abgesagt und angesichts der Anzahl an telefonischen Sitzungen nicht neu terminiert.
Die Präsenz bei den Aufsichtsratssitzungen war im Berichtsjahr wieder vorbildlich hoch: mit Ausnahme einer Sitzung, an der elf der zwölf Aufsichtsratsmitglieder teilnahmen, fand sich der Aufsichtsrat stets in voller Besetzung zusammen. Dementsprechend hat kein Aufsichtsratsmitglied an der Hälfte der Sitzungen oder weniger teilgenommen. Die Ausschüsse tagten 2016 jeweils in vollzähliger Besetzung.
Individualisierte Offenlegung der Teilnahme der Aufsichtsratsmitglieder an Aufsichtsrats- und Ausschusssitzungen
| Name des Aufsichtsratsmitglieds | Anwesenheit bei Aufsichtsrats- und Ausschusssitzungen | Prozentuale Anwesenheit (%) |
|---|---|---|
| Dr. Hartmut Schenk (Vorsitzender) | 10/10 | 100 |
| Claudia Anderleit | 9/9 | 100 |
| Sabine Christiansen | 7/7 | 100 |
| Birgit Geffke | 9/9 | 100 |
| Thorsten Kraemer | 9/9 | 100 |
| Knut Mackeprang | 6/6 | 100 |
| Ronny Minak | 10/10 | 100 |
| Michael Stephan | 10/10 | 100 |
| Prof. Dr. Helmut Thoma | 6/6 | 100 |
| Gesine Thomas | 5/6 | 83 |
| Marc Tüngler | 11/11 | 100 |
| Robert Weidinger | 10/10 | 100 |
Sachverhalte, die Interessenkonflikte von Vorstands- oder Aufsichtsratsmitgliedern begründen können, die dem Aufsichtsrat gegenüber offenzulegen sind und über die die Hauptversammlung zu informieren ist, sind dem Aufsichtsrat gegenüber nicht offengelegt worden.
Sitzungen des Aufsichtsrats
Regelmäßige Sitzungsinhalte im Plenum waren
| • | die aktuelle Geschäftsentwicklung, |
| • | die Markt- und Wettbewerbssituation und |
| • | die Finanz- und Ertragslage und die Finanzierungssituation der Gesellschaft. |
In der telefonischen Sitzung vom 15. Februar 2016 informierte der Vorstand über den Stand der Verhandlungen zum Erwerb der Media Broadcast Gruppe sowie zum Erwerb von Anteilen an der Sunrise Communications Group AG. Mit beiden Akquisitionsvorhaben befasste sich der Aufsichtsrat detailliert. Auch die Finanzierung beider Akquisitionen und die Refinanzierung der ausgelaufenen Unternehmensanleihe stellten einen wesentlichen Teil der Plenumsdiskussion und der Beschlussfassungen dar. Der Aufsichtsrat fasste zudem nach Vorbereitung und auf Empfehlung des Personalausschusses Beschluss über klarstellende Regelungen zu den Auswirkungen von Unternehmenserwerben auf die variablen Vergütungsbestandteile der Vorstandsmitglieder.
Am 1. März 2016 setzte der Aufsichtsrat die Beratung zum Erwerb von Anteilen an der Sunrise Communications Group AG und deren Finanzierung telefonisch fort und erteilte hierzu seine Zustimmung.
In der Präsenzsitzung vom 22. März 2016 war der Jahres- und Konzernabschluss zum 31. Dezember 2015 wesentlicher Prüfungs- und Beratungsgegenstand. Gemeinsam mit den Vertretern des Abschlussprüfers, der PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, wurden die Ergebnisse der Jahresabschlussprüfung diskutiert. Nach Abschluss der eigenen Prüfung erhob der Aufsichtsrat keine Einwände gegen das Prüfungsergebnis der Abschlussprüfer und folgte der Empfehlung des Prüfungsausschusses, indem er den Jahresabschluss und den Konzernabschluss billigte. Der Jahresabschluss war damit festgestellt. Ein weiterer zentraler Punkt dieser Sitzung waren die Tagesordnung für die ordentliche Hauptversammlung am 12. Mai 2016 und die entsprechenden Beschlussvorschläge des Aufsichtsrats an die Hauptversammlung. Der Aufsichtsrat fasste in dieser Sitzung ebenfalls Beschluss über die Zielvereinbarungen mit den Vorstandsmitgliedern für das Jahr 2016. Weiterhin passte der Aufsichtsrat seine Geschäftsordnung und die Geschäftsordnung des Vorstands an, um die Zuständigkeiten des Prüfungsausschusses zu konkretisieren und ihm die Zuständigkeit für Nichtprüfungsleistungen des Abschlussprüfers zu übertragen.
Am 12. August 2016 berieten die Aufsichtsratsmitglieder telefonisch gemeinsam mit dem Aufsichtsrat der mobilcom-debitel GmbH über das Outsourcing des Customer Service der mobilcom-debitel GmbH. Der Aufsichtsrat stimmte nach eingehender Diskussion der Veräußerung und Übertragung des Bereichs Customer Service an den Standorten Erfurt und Büdelsdorf an die Capita Customer Services (Germany) GmbH zu.
In seiner nächsten Präsenzsitzung am 22. September 2016 beschäftigte sich der Aufsichtsrat mit den Produktplanungen von EXARING und Media Broadcast. Vor dem Hintergrund der aktuellen Lage an den Finanzmärkten befasste sich der Aufsichtsrat zudem mit Überlegungen zur Refinanzierung der Gesellschaft und stimmte der Begebung eines Schuldscheindarlehens und anderer Finanzierungsinstrumente zu.
In der Präsenzsitzung vom 8. Dezember 2016 diskutierte der Aufsichtsrat über die vom Vorstand vorgelegte Planung für das Geschäftsjahr 2017, die er anschließend zustimmend zur Kenntnis nahm. Gegenstand der Sitzung waren insbesondere weitere Überlegungen zur strategischen Positionierung des Konzerns unter Berücksichtigung seiner Beteiligung an der Sunrise Communications Group AG. Weiterhin fasste der Aufsichtsrat Beschluss über die Abgabe der jährlichen Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex. Schließlich nahm er Änderungen an den Geschäftsordnungen für den Vorstand und den Aufsichtsrat vor, die im Hinblick auf das Inkrafttreten der Marktmissbrauchsverordnung notwendig geworden waren.
Nach Ende des Geschäftsjahres 2016 fand am 21. März 2017 eine Sitzung des Plenums mit der Erörterung des Jahres- und des Konzernabschlusses zum 31. Dezember 2016 als zentralem Inhalt statt. Die Einzelheiten hierzu sind Gegenstand des gesonderten Abschnitts „Jahres- und Konzernabschlussprüfung für das Geschäftsjahr 2016“ in diesem Bericht. Weiteres Thema war die Tagesordnung für die ordentliche Hauptversammlung 2017 mit den Beschlussvorschlägen des Aufsichtsrats an die Hauptversammlung.
Arbeit der Ausschüsse des Aufsichtsrats
Zur effizienten Wahrnehmung seiner Aufgaben hat der Aufsichtsrat ein Präsidium und vier weitere Ausschüsse eingerichtet. Die generellen Aufgaben, die Arbeitsweise und die Besetzung der einzelnen Ausschüsse sind in der Erklärung zur Unternehmensführung näher beschrieben.
Präsidium
Das Präsidium wurde 2016 nicht einberufen.
Personalausschuss
Die Mitglieder des Personalausschusses fanden sich 2016 zu insgesamt drei Sitzungen zusammen, davon zwei Sitzungen als Telefonkonferenzen. In seinen Sitzungen behandelte der Ausschuss Fragen zu den Auswirkungen von Unternehmenserwerben und deren Finanzierung auf die variable Vergütung der Vorstandsmitglieder. Er beschäftigte sich zudem mit dem System der von der Gesellschaft abgeschlossenen Versicherungsverträge zur Altersversorgung des Vorstands und deren Kongruenz mit den abgeschlossenen Vereinbarungen. Schließlich stellte der Ausschuss fest, ob und inwieweit die Parameter für die variable Vergütung der Vorstandsmitglieder für 2015 erreicht wurden, legte neue Parameter für die Zielvereinbarungen für das Geschäftsjahr 2016 fest und schlug diese dem Aufsichtsrat zur Beschlussfassung vor.
Prüfungsausschuss
Der Prüfungsausschuss befasste sich in vier Präsenzsitzungen regelmäßig mit den aktuellen Prüfungsschwerpunkten und erörterte sie mit den Abschlussprüfern. Intensiv setzten sich die Ausschussmitglieder mit dem Geschäftsbericht, dem Halbjahresbericht und den Quartalsberichten auseinander. Ein wesentliches Thema im Ausschuss war im ersten Halbjahr 2016 der Dividendenvorschlag, den die Ausschussmitglieder intensiv mit dem Finanzvorstand diskutierten. Aus den Bereichen Compliance und Interne Revision ließ sich der Ausschuss direkt von den verantwortlichen Managern berichten, wie auch über das Risikomanagement und das FraudManagement. Der Ausschuss beschäftigte sich ebenfalls mit dem Prozess zur Genehmigung von Nichtprüfungsleistungen des Abschlussprüfers nach den Anforderungen des Abschlussprüferreformgesetzes. Hierzu definierte er einen Katalog generell gebilligter Nichtprüfungsleistungen. Der Schwerpunkt der Arbeit des Prüfungsausschusses lag auf der Begleitung der Jahresabschlussprüfung. Hierzu
| • | holte der Ausschuss die Unabhängigkeitserklärung des Abschlussprüfers ein, |
| • | überwachte der Ausschuss die Unabhängigkeit des Prüfers sowie die Umsetzung des Prüfungsauftrags, |
| • | legte der Ausschuss die Schwerpunkte der Abschlussprüfung fest und |
| • | bereitete der Ausschuss die Beschlüsse des Aufsichtsrats über den Jahres- und Konzernabschluss sowie den Vorschlag zur Gewinnverwendung und die Vereinbarungen mit dem Abschlussprüfer vor. |
Vermittlungsausschuss
Der Vermittlungsausschuss musste wie in den Vorjahren auch 2016 nicht einberufen werden.
Nominierungsausschuss
Der Nominierungsausschuss wurde 2016 in einer Präsenzsitzung tätig und begann mit den Vorbereitungen für die auf der ordentlichen Hauptversammlung am 1. Juni 2017 vorgesehene Neuwahl der Anteilseignervertreter im Aufsichtsrat.
Jahres- und Konzernabschlussprüfung für das Geschäftsjahr 2016
Der vom Vorstand nach den Regeln des HGB aufgestellte Jahresabschluss für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2016 bis zum 31. Dezember 2016 und der Lagebericht der freenet AG wurden von der PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Frankfurt, geprüft. Den Prüfauftrag hatte der Vorsitzende des Prüfungsausschusses entsprechend dem Beschluss der ordentlichen Hauptversammlung vom 12. Mai 2016 vergeben. Der Abschlussprüfer erteilte einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk. Der Konzernabschluss der freenet AG zum 31. Dezember 2016 wurde gemäß § 315a HGB auf der Grundlage der internationalen Rechnungslegungsstandards IFRS aufgestellt. Der Abschlussprüfer versah auch diesen Konzernabschluss und den Konzernlagebericht mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk.
Der Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers, der PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, wurde von Dr. Andreas Focke als verantwortlichem Wirtschaftsprüfer unterzeichnet. Dr. Andreas Focke verantwortet die Abschlussprüfung der Gesellschaft und des Konzerns seit der Bestellung der PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft zum Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2014.
Über die Prüfung wurde im Prüfungsausschuss am 1. März 2017 sowie in der Sitzung des Aufsichtsrats am 21. März 2017 berichtet und diskutiert. Die Abschlussprüfer nahmen an der Beratung des Jahresabschlusses und des Konzernabschlusses in beiden Gremien teil. Sie berichteten über die wesentlichen Ergebnisse der Prüfungen und standen dem Prüfungsausschuss und dem Aufsichtsrat für ergänzende Fragen und Auskünfte zur Verfügung. Nach dem abschließenden Ergebnis seiner Prüfung des Jahresabschlusses, des Konzernabschlusses, des Lageberichts und des Konzernlageberichts hat der Aufsichtsrat keine Einwendungen erhoben und dem Ergebnis der Prüfung durch den Abschlussprüfer zugestimmt. Der Aufsichtsrat ist der Empfehlung des Prüfungsausschusses gefolgt und hat in der Sitzung am 21. März 2017 den Jahresabschluss und den Konzernabschluss gebilligt. Damit ist der Jahresabschluss festgestellt.
Der Aufsichtsrat hat in seiner Sitzung vom 21. März 2017 zudem den Vorschlag des Vorstands zur Verwendung des Bilanzgewinns geprüft und mit dem Abschlussprüfer erörtert. Hieran anschließend hat sich der Aufsichtsrat – der Empfehlung des Prüfungsausschusses folgend – dem Vorschlag des Vorstands angeschlossen.
Veränderungen im Vorstand und im Aufsichtsrat
Im Geschäftsjahr 2016 gab es keine Veränderungen in der Besetzung des Vorstands und des Aufsichtsrats.
Der Aufsichtsrat spricht den Vorstandsmitgliedern sowie den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aller Konzerngesellschaften Dank und Anerkennung für ihr persönliches Engagement und die geleistete Arbeit aus.
Büdelsdorf, den 21. März 2017
Für den Aufsichtsrat
Dr. Hartmut Schenk, Vorsitzender des Aufsichtsrats
Erklärung zum Corporate Governance Kodex nach § 161 AktG
Die freenet AG hat seit der Abgabe der letzten Entsprechenserklärung am 10. Dezember 2015 den Empfehlungen des Kodex in der Fassung vom 5. Mai 2015 mit Ausnahme der nachfolgend genannten Abweichungen entsprochen und wird den Empfehlungen des Kodex in der Fassung vom 5. Mai 2015, soweit es hierzu nachfolgend seitens der Gesellschaft keine abweichende Erklärung gibt, auch zukünftig entsprechen.
| 1. | Die Gesellschaft hat eine D&O-Versicherung für die Organmitglieder abgeschlossen. Für die Mitglieder des Aufsichtsrats ist keine Vereinbarung eines Selbstbehalts vorgesehen, weil ein damit verbundener Vorteil für die Gesellschaft nicht ersichtlich ist. Verantwortungsvolles Handeln ist für alle Mitglieder des Aufsichtsrats selbstverständliche Pflicht. Ein Selbstbehalt müsste zudem wegen des Gleichheitssatzes einheitlich festgesetzt werden, obwohl die persönlichen Verhältnisse der Aufsichtsratsmitglieder variieren. Ein Selbstbehalt würde die Aufsichtsratsmitglieder daher unterschiedlich belasten. In Anbetracht gleicher Pflichten erscheint das nicht angemessen. (Kodex-Ziffer 3.8 Abs. 3) |
| 2. | Die Gesellschaft fühlt sich im Rahmen ihrer Berichterstattung der Transparenz in einem hohen Maße verpflichtet. Dies gilt auch im Bereich der Vorstandsvergütung, die mit allen ihren Komponenten und zudem individualisiert im Vergütungsbericht uneingeschränkt offengelegt und erläutert wird. Gleichwohl haben sich Vorstand und Aufsichtsrat dazu entschlossen, die zur Darstellung der Vorstandsvergütung vorgesehenen Mustertabellen im Vergütungsbericht nicht zu verwenden. Trotz Vereinbarung von betragsmäßigen Höchstgrenzen in den Vorstandsverträgen steht zu befürchten, dass durch die Angabe von Maximalbeträgen im Hinblick auf aktienbasierte Vergütungsbestandteile ein Bild erzeugt wird, das nicht den tatsächlichen Annahmen hinsichtlich der Entwicklung des Aktienkurses entspricht. (Kodex-Ziffer 4.2.5 Satz 5 und Satz 6) |
| 3. | Der Aufsichtsrat sieht die derzeitige Besetzung des Vorstands als erfolgreich an und strebt deswegen Kontinuität im Vorstand an. Eine Auswahl nach den in Kodex-Ziffer 5.1.2 Abs. 1 genannten Kriterien für die Zusammensetzung des Vorstands ist demgegenüber aus Sicht des Aufsichtsrats nachrangig. (Kodex-Ziffer 5.1.2 Abs. 1) |
| 4. | Für die Vorstands- und die Aufsichtsratsmitglieder ist keine Altersgrenze festgelegt. Es ist nicht einsichtig, warum qualifizierte Personen mit großer Berufs- und Lebenserfahrung allein aufgrund ihres Alters nicht als Kandidaten in Betracht gezogen werden sollen. (Kodex-Ziffern 5.1.2 Satz 8 und 5.4.1 Satz 2) |
| 5. | Der Aufsichtsrat benennt keine konkreten Ziele für seine Zusammensetzung im Sinne von Ziffer 5.4.1 Abs. 2 und Ziffer 5.4.2 Satz 1. Folglich kann auch den hierauf basierenden Empfehlungen gem. Ziff. 5.4.1 Abs. 3 nicht gefolgt werden. Der Aufsichtsrat hat sich bei seinen Wahlvorschlägen für den Aufsichtsrat bisher ausschließlich von der Eignung leiten lassen. Dies hat sich nach seiner Überzeugung bewährt. Deshalb wird keine Notwendigkeit gesehen, diese Praxis zu ändern. (Kodex-Ziffern 5.4.1 Abs. 2, Abs. 3 und 5.4.2 Satz 1) |
| 6. | Kodex-Ziffer 5.4.6 Abs. 2 empfiehlt, dass eine erfolgsorientierte Vergütung des Aufsichtsrats auf eine nachhaltige Unternehmensentwicklung ausgerichtet sein soll. Die variable Vergütung des Aufsichtsrats bemisst sich gem. § 11 Abs. 5 der Satzung nach der Dividende für das abgelaufene Geschäftsjahr. Diese Form der variablen Vergütung hat sich in der Vergangenheit bewährt. Zudem ist die dem Kapitalmarkt kommunizierte, an den freien Cashflow anknüpfende Dividendenpolitik der Gesellschaft auf eine nachhaltige Unternehmensentwicklung ausgerichtet. Daher dient auch die Anknüpfung der variablen Vergütung an diese Dividendenstrategie der nachhaltigen Unternehmensentwicklung. Eine Anpassung der variablen Vergütung des Aufsichtsrats ist aus diesem Grund nicht vorgesehen. (Kodex-Ziffer 5.4.6 Abs. 2) |
Büdelsdorf, den 8. Dezember 2016
Der Aufsichtsrat
Der Vorstand
Vorschlag für die Verwendung des Bilanzgewinns
des Vorstands der freenet AG, Büdelsdorf
Der ordentlichen Hauptversammlung, die über die Verwendung des Bilanzgewinns für das zum 31.12.2016 beendete Geschäftsjahr beschließt, soll folgender Gewinnverwendungsvorschlag vorgelegt werden:
Ausschüttung einer Dividende von Euro 1,60 je dividendenberechtigter Stückaktie, d.h. Euro 204.817.625,60 als Gesamtbetrag der Dividende, und Vortrag des Restbetrags in Höhe von Euro 114.410.471,09 auf neue Rechnung. Die Dividende ist am 6. Juni 2017 zahlbar.
| Gesamtbetrag der Dividende | Euro | 204.817.625,60 |
| Vortrag auf neue Rechnung | Euro | 114.410.471,09 |
| Bilanzgewinn | Euro | 319.228.096,69 |
Zum Zeitpunkt der Einberufung hält die Gesellschaft mittelbar 50.000 eigene Stückaktien, die nicht dividendenberechtigt sind. Bis zur Hauptversammlung kann sich durch den Erwerb, die Einziehung oder die Veräußerung eigener Aktien die Zahl der dividendenberechtigten Aktien verändern. In diesem Fall wird bei unveränderter Ausschüttung von Euro 1,60 je dividendenberechtigter Stückaktie der Hauptversammlung ein angepasster Beschlussvorschlag über die Gewinnverwendung unterbreitet werden, der eine entsprechende Anpassung des insgesamt an die Aktionäre auszuschüttenden Betrags der Dividende und eine entsprechende Anpassung des auf neue Rechnung vorzutragenden Betrags vorsehen wird.
Hamburg, den 10.03.2017
freenet AG
Der Vorstand
Christoph Vilanek
Stephan Esch
Joachim Preisig
Der Konzernabschluss zum 31.12.2016 wurde am 21.03.2017 gebilligt.


