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EVN AG Annual Report 2010

Jan 21, 2011

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Annual Report

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Inhaltsverzeichnis

Konzernlagebericht 2009/10 2

  • 2 Rechtliches Umfeld
  • 3 Wirtschaftliches Umfeld
  • 4 Energiewirtschaftliches Umfeld
  • 6 Geschäftsentwicklung
  • 13 Mitarbeitende
  • 14 Umwelt und Nachhaltigkeit
  • 14 Forschung und Entwicklung
  • 14 Risikomanagement
  • 18 Angaben gemäß § 243a Z 1
  • Unternehmensgesetzbuch (UGB)
  • 20 Ausblick auf das Geschäftsjahr 2009/10

Konzernabschluss 2009/10 22

  • 23 Konzern-Bilanz
  • 24 Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung
  • 24 Gesamtergebnisrechnung
  • 25 Konzern-Geldflussrechnung
  • 26 Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals
  • 27 Segmentberichterstattung
  • 29 Konzernanhang
  • 72 Beteiligungen der EVN
  • 76 Bestätigungsvermerk

Einzelabschluss der EVN AG 2009/10 nach UGB 77

  • 79 Lagebericht
  • 95 Jahresabschluss
  • 103 Bestätigungsvermerk
  • 105 Anhang

Erklärung des Vorstands gemäß § 82 Abs. 4 Z 3 BörseG 118

Konzernlagebericht

Rechtliches Umfeld

Europäische Energiepolitik

Im Dezember 2008 verabschiedete das Europäische Parlament das Energie- und Klimapaket. Damit wurden die bis zum Jahr 2020 festgelegten Dreiecksziele – Reduktion des Endenergieverbrauchs und der Treibhausgasemissionen (CO2 ) um 20 % sowie Ausbau der Energieversorgung aus erneuerbaren Energien auf 20 % des Energieverbrauchs – rechtsverbindlich und sind von den Mitgliedsländern in nationales Recht umzusetzen.

Das Energie- und Klimapaket berücksichtigt das jeweils nationale Potenzial der Mitgliedsländer. Österreich ist demnach verpflichtet, ausgehend vom Basisjahr 2005 bis 2020 den Anteil erneuerbarer Energieträger am Endenergieverbrauch von 25,8 % auf 34,0 % zu erhöhen und gleichzeitig seine Treibhausgasemissionen in Sektoren, die nicht dem Emissionshandel unterliegen, um mindestens 16 % zu reduzieren. Die Energieeffizienz ist bis 2020 um 20 % zu erhöhen.

Energiepolitisches Umfeld Österreich

Um diese sogenannten 20-20-20-Klimaschutzziele der Europäischen Union zu erreichen, wurde Mitte 2009 mit der Ausarbeitung der "Energiestrategie Österreich" begonnen und das Endergebnis im März 2010 präsentiert. Sie baut auf drei Säulen auf: Steigerung der Energieeffizienz, Ausbau erneuerbarer Energieträger und Sicherstellung der Energieversorgung. Das größte Einsparungspotenzial wurde im Bereich der Gebäudesanierung erkannt. Für die Wirtschaft soll ein Energieeffizienzpaket erarbeitet und umgesetzt werden, dazu zählen beispielsweise die Einführung von Energiemanagementsystemen und betrieblichen Energiekonzepten. Beim Ausbau der erneuerbaren Energie soll auf eine stärkere Nutzung der Biomasse zur Wärmegewinnung gesetzt werden. Im Bereich des erneuerbaren Stroms soll die Wasserkraft bis zum Jahr 2015 um 12,6 Petajoule (PJ) ausgebaut werden, die Windkraft bis zum Jahr 2020 verdoppelt (plus 10 PJ) und gebäudeintegrierte Photovoltaik vorangetrieben werden. Die drei Ziele müssen zur Eindämmung des Endenergieverbrauchs im Jahr 2020 auf dem Niveau von 2005 (1.100 PJ) beitragen.

Im Rahmen des Nationalen Allokationsplans II (2008 –2012) wurden EVN – auf Basis der historischen Emissionen – Gratis-CO2 - Emissionszertifikate von 1,58 Mio. Tonnen p. a. zugeteilt, womit ihr langjähriger Bedarfswert um 0,5 bis 0,8 Mio. Tonnen unterschritten wird. Die EVN nimmt im Zuge des Portfolio- und Risikomanagements am Handel mit Emissionszertifikaten teil, um den Mehrbedarf abdecken zu können. (Details zu zugekauften Emissionszertifikaten im Geschäftsjahr 2009/10 siehe Anhang, Erläuterung 50. Materialaufwand und Aufwand für bezogene Leistungen).

Für Stromnetze wurde Anfang 2006 ein vierjähriges und für Gasnetze Anfang 2008 ein fünfjähriges Anreizregulierungssystem auf einheitlicher Basis eingeführt: Sie sehen eine Abgeltung der Inflation vor, vermindert um eine von allen österreichischen Netzbetreibern erwartete Produktivitätssteigerung sowie um eine unternehmensspezifische Effizienzsteigerung. Als einer der effizientesten Anbieter im Rahmen des zugrunde liegenden Benchmarking-Verfahrens rechnet die EVN für beide Regulierungsperioden mit einer stabilen Entwicklung der Strom- und Gasnetzerlöse. Die wichtigsten Rahmenbedingungen für die zweite Regulierungsperiode für Stromnetze (2010 –2013) wurden Ende 2009 verabschiedet. Die wesentlichen Änderungen waren die Aktualisierung des Kapitalkostensatzes (WACC stieg von 6,040 % auf 7,025 %), die Anerkennung von Investitionen, die während der Regulierungsperiode durchgeführt werden, sowie die 50 %ige Weitergabe der Effizienzsteigerung an die Endkunden am Ende der Regulierungsperiode.

Auf Basis anerkannter Vollkosten hat EVN im Juni 2009 mit dem Bau der überregionalen Gastransportleitung "Südschiene" begonnen, die zur Versorgungssicherheit im Süden Niederösterreichs und über die Landesgrenzen hinaus beitragen wird. Ende September 2010 wurde das erste etwa 90 km lange Teilstück in Betrieb genommen.

Rechtliches Umfeld in Südosteuropa

Bulgarien

Der Strommarkt ist in Bulgarien gemäß Energiegesetz seit Juli 2007 zwar vollständig liberalisiert, eine tatsächliche Wettbewerbssituation existiert aufgrund des mangelnden Mengenangebots am freien Markt jedoch noch nicht. Bis auf einige industrielle Großkunden wird die Energie für die Belieferung der regionalen Versorger (CEZ, E.ON und EVN) und der Endkunden weiterhin vom zentralen öffentlichen Vorlieferanten, der nationalen Elektrizitätsgesellschaft NEK, bezogen. Für die Versorgungsfunktionen (Erzeugung, Übertragung, System Operator, Verteilernetz, Endversorger) wurden die Preise vom Regulator festgelegt. Diese regulierten Energiepreise liegen unter den Preisen an den europäischen Strombörsen, sodass durch den Wechsel in den freien Markt vom Kunden noch keine Einsparungen erzielt werden können. Darüber hinaus nehmen die Erzeuger aufgrund vertraglicher Bindungen mit dem öffentlichen Versorger meist nicht oder nur eingeschränkt am liberalisierten Markt teil.

Per 1. Juli 2008 startete in Bulgarien eine fünfjährige Regulierungsperiode mit jährlichen Preisanpassungen für alle Versorgungsfunktionen und Änderungen in den Preiskomponenten der Strompreise. Per 1. Juli 2009 hat der Regulator die Endkundenpreise um etwa 1,0 % gesenkt, obwohl die Preise beim öffentlichen Vorlieferanten um 3,27 % angehoben wurden. Zusätzlich wurde ein Zuschlag zur Abdeckung der Mehrkosten durch die stark zunehmende Einspeisung aus erneuerbaren Energiequellen zu Präferenzpreisen, insbesondere bei Windkraft und Photovoltaik, eingeführt. Damit werden die Lasten auf alle bulgarischen Energieverbraucher gleichmäßig verteilt.

Per 1. Juli 2010 startete die dritte Preisperiode innerhalb des seit Juli 2008 laufenden, fünfjährigen Regulierungszeitraums. Der Regulator hat die Endkundenpreise um etwa 2,0 % erhöht, die Preise für Energie jedoch um etwa 8,0 %, ebenso die Preise des Übertragungsnetzbetreibers und des System Operator. Weiters wurde ein Zuschlag für die Stromproduktion aus nicht umweltfreundlichen Energiequellen (Brown Energy) eingeführt. In den Strombezugspreisen, die vom zentralen öffentlichen Vorlieferanten NEK an die Verteil- und Versorgungsunternehmen verrechnet werden, werden ab 1. Juli 2010 die Energiepreiskomponente, die Tarife für den Zugang zum Hochspannungsnetz und jene für die Übertragung durch das Hochspannungsnetz getrennt ausgewiesen und verrechnet. Deshalb kommt es zu einer entsprechenden Kürzung der Umsatzerlöse und der Beschaffungskosten in EVN EC, da die Tarifbestandteile, die mit dem Hochspannungsnetz zusammenhängen und nur Durchläufer darstellen, erfolgsneutral erfasst werden. Dies hat keine Auswirkung auf das Ergebnis.

Mazedonien

Bis September 2008 hat EVN in Mazedonien den gesamten Strombedarf am regulierten Markt vom Übertragungsnetzbetreiber MEPSO bezogen. Mit Inkrafttreten der Novelle zum Energiegesetz am 5. Juli 2008 wurde die Marktorganisation grundlegend geändert. Jener Netzverlustanteil, der über der Anerkennungsgrenze liegt, muss als nicht regulierter Bezug zu Marktbedingungen am Großhandelsmarkt beschafft werden, wobei eine Weitergabe in den Endkundenpreisen im Regulativ ausdrücklich untersagt wird. In diesem Zusammenhang fordert die Energy Community, eine Organisation der EU- und südeuropäischer Länder zur Etablierung des liberalisierten Strommarkts in Südosteuropa, vom Mitgliedsland Mazedonien unmissverständlich die Reformierung des Preisregelwerks zur Erlangung voller Kostendeckung. Die EU fordert weiters die Einhaltung der Unabhängigkeit des Regulators von politischen Einflüssen.

Im Jahr 2009 hat der Regulator in Mazedonien keine Preisänderung genehmigt; per 1. Jänner 2010 erfolgte jedoch eine deutliche Erhöhung der Endkundenpreise um rund 10,0 %, wovon rund 51,0 % durch eine Anhebung des Netzentgelts für Mittel- und Niederspannungsnetze der EVN in Mazedonien zustehen. Die derzeit gewährten Endkundenpreise sind allerdings noch keineswegs kostendeckend.

Nach einem aktuell in der Regierung diskutierten Reformplan zur weiteren Marktentwicklung soll das Energiegesetz abermals novelliert, das Preisregelwerk mit den Vorgaben der EU harmonisiert und mit der Öffnung des Marktes für Mittelspannungskunden ab dem Jahr 2011 ein weiterer Schritt in Richtung vollständige Marktliberalisierung gesetzt werden. Für das Jahr 2011 ist auch die Einführung von Marktregeln zur genauen Definition der gegenseitigen Rechte und Pflichten aller Marktteilnehmer geplant, die die bestehende Rechtsunsicherheit nach Änderung des Energiegesetzes 2008 beseitigen soll. Die bereits von der Regierung beschlossene Einführung einer Sozialunterstützung für Haushalte für Energie ist mit Juni 2010 in Kraft getreten und stellt für die EVN eine wichtige Verbesserung dar.

Wirtschaftliches Umfeld

Die Weltwirtschaft erholt sich von der tiefen Wirtschaftskrise im Jahr 2009 schneller, als noch Anfang 2010 erwartet wurde. Nach einem unerwartet kräftigen Wachstum in den ersten zwei Quartalen 2010 wurden die Prognosen nach oben angepasst. Die globale Wirtschaft dürfte im Jahr 2010 um 4,8 % wachsen. Die Unterschiede zwischen Schwellen- und Industrieländern bleiben jedoch groß. Für die aufstrebenden Volkswirtschaften wird eine starke Erhöhung um mehr als 7,0 % erwartet, die entwickelten Industriestaaten werden voraussichtlich nur um 2,7 % zulegen.

Die Konjunktur in Europa hat im zweiten Quartal 2010 ebenfalls deutlich an Fahrt gewonnen. Das BIP-Wachstum stieg von 0,4 % im ersten auf rund 1,0 % im zweiten Quartal. Besonders dynamisch entwickelte sich die deutsche Wirtschaft, die in diesem Vergleichszeitraum von 0,5 % auf 2,2 % zulegte. Relativ schwach blieb mit etwa 1,0 % das Wirtschaftswachstum in Südeuropa. Im Euroraum wird für 2010 insgesamt ein BIP-Wachstum von 1,7 % erwartet (Vorjahr: –4,2 %) und für Mittel- und Osteuropa 1,6 % (Vorjahr: –3,1 %). Im Einklang mit der internationalen Entwicklung hat die österreichische Wirtschaft im zweiten Quartal 2010 kräftig expandiert und das BIP im Vergleich zum Vorquartal um 1,2 % gesteigert. Prognosen gehen für das Gesamtjahr 2010 von einem BIP-Wachstum in Österreich von 1,8 % (Vorjahr: –3,9 %) und für 2011 von 2,0 % aus.

Die bulgarische Wirtschaft verzeichnete im ersten Quartal 2010 noch einen BIP-Rückgang von 0,5 %, im zweiten Quartal jedoch einen Anstieg von 0,5 %. Aufgrund dieser Verbesserung geht die Prognose des Internationalen Währungsfonds für 2010 von einem BIP-Wachstum von bis zu 0,4 % aus. Nach einem Rückgang um 0,9 % im ersten Quartal 2010 ist die mazedonische Wirtschaft im zweiten Quartal um 0,4 % gewachsen. In Summe wird für 2010 mit einem Wirtschaftswachstum von 0,5 % bis 0,6 % gerechnet.

Temperaturbedingter Energiebedarf1)
%
Österreich
Bulgarien
Mazedonien
2009/10
105,5
81,2
91,3
2008/09
93,8
102,8
87,5
Veränderung
in %
12,6
–21,0
4,3
2007/08
102,0
101,3
104,6
Primärenergie und CO2-Zertifikate
Rohöl – Brent
EUR/Barrel
57,28 42,91 33,5 70,41
Gas – GIMP2)
EUR/MWh
21,37 22,17 –3,6 25,22
Kohle – API#23)
EUR/Tonne
69,49 65,23 6,5 98,84
CO2
-Zertifikate (1. und 2. Periode)
EUR/Tonne
14,23 14,50 –1,9 17,92
Strom – Spotmarkt
EEX4) Grundlaststrom
EUR/MWh
41,28 46,20 –10,6 63,20
EEX Spitzenlaststrom
EUR/MWh
52,23 61,57 –15,2 86,58
Strom – Forwardmarkt5)
EEX Grundlaststrom
EUR/MWh
48,87 66,57 –26,6 56,01
EEX Spitzenlaststrom
EUR/MWh
67,84 93,33 –27,3 79,64

Energiewirtschaftliches Umfeld

1) Berechnet nach Heizgradsummen; die Basis (100,0 %) entspricht in Österreich und Bulgarien dem Durchschnittswert 1997–2006, in Mazedonien jenem von 1997 bis 2009; ausgewiesene Veränderung in Prozentpunkten

2) Gasimportpreis (GIMP); ab diesem Geschäftsjahr erfolgt der Ausweis in EUR/MWh, die Vorjahreswerte wurden dementsprechend angepasst.

3) Notierung in ARA (Amsterdam, Rotterdam, Antwerpen)

4) EEX – European Energy Exchange

5) Durchschnittspreise der jeweiligen Quartals-Forwardpreise, beginnend ein Jahr vor dem jeweiligen Zeitraum an der EEX

Die seit Oktober 2008 rückläufige Entwicklung des Stromverbrauchs in Österreich erlebte im Dezember 2009 eine Trendumkehr. Nach vorläufigen Berechnungen der E-Control war im ersten Halbjahr 2010 eine Verbrauchssteigerung um 4,3 % oder 1,4 Terrawattstunden (TWh) auf 34,1 TWh zu verzeichnen, womit beinahe wieder das Verbrauchsniveau des ersten Halbjahres 2008 von rund 34,6 TWh erreicht wurde. Die Abgabe im öffentlichen Netz stieg im ersten Halbjahr 2010 lediglich um 2,5 % an. Der Eigenbeitrag der industriellen Stromerzeugung, aber auch der Strombezug verzeichneten aufgrund der konjunkturellen Entwicklung einen beachtlichen Zuwachs. Dem gegenüber war bei den Haushalten ein gleich bleibender bzw. nur sehr leicht steigender Stromverbrauch im ersten Halbjahr festzustellen.

Die energiewirtschaftlichen Rahmenbedingungen nehmen wesentlichen Einfluss auf die Geschäftsentwicklung der EVN. Die Witterung wirkt sich vor allem auf den Energieverbrauch der Haushalte, insbesondere auf deren Gas- und Wärmenachfrage, aus. Die Energienachfrage von Industrieunternehmen wird hingegen vorwiegend von deren Absatzentwicklung und damit von der Gesamtwirtschaftslage bestimmt.

Im Geschäftsjahr 2009/10 löste die im Vergleich zum Vorjahr kältere Witterung vor allem in Österreich, aber auch in Mazedonien eine höhere Nachfrage aus. Der temperaturbedingte Energiebedarf im Heimmarkt lag um 5,5 % über dem langjährigen Durchschnitt bzw. um 12,6 % über dem Vorjahreswert. In Mazedonien blieb der temperaturbedingte Energiebedarf um 8,7 % unter dem langjährigen Durchschnittswert, jedoch um 4,3 % über dem Vorjahreswert. In Bulgarien lagen die Heizgradsummen hingegen um 18,8 % unter dem langjährigen Durchschnitt sowie um 21,0 % unter jenen des Vorjahres.

Aufgrund der positiven Entwicklung der wirtschaftlichen Frühindikatoren seit dem letzten Quartal 2009 stieg im Geschäftsjahr 2009/10 der Preis für das in Europa als Referenz geltende Nordseeöl Brent auf Eurobasis um 33,5 % an. Der grundsätzlich an den Rohölpreis gekoppelte Gasbezugspreis sank jedoch um 3,6 %. Diese Entwicklung ist vor allem mit dem noch hohen Lagerstand für Gas und Kohle sowie dem wachsenden Angebot der erneuerbaren Energien zu begründen. Der Preis für CO2 -Emissionszertifikate gab um 1,9 % nach. Die Spotmarktpreise für Grundlaststrom zeigten eine leichte Erholung im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2009/10, blieben durchschnittlich jedoch um 10,6 % unter dem Vorjahresniveau. Die Spotmarktpreise für Spitzenlaststrom lagen um 15,2 % und die Forwardpreise für Grundlast- bzw. Spitzenlaststrom um 26,6 % bzw. 27,3 % unter dem Niveau des Vorjahres.

Entwicklung der Primärenergiepreise (indexiert)

Im Sinne der Versorgungssicherheit erfolgt die Energiebeschaffung regelmäßig im Vorhinein auf Termin, weshalb die Preise auf Terminmärkten wesentlichen Einfluss auf die Ergebnisentwicklung der EVN ausüben. Die Strompreise für die Lieferungen im Geschäftsjahr 2009/10 waren zum Zeitpunkt der Abschlüsse der Kontrakte Anfang Herbst 2009 schon auf einem niedrigeren Niveau, weshalb sich Marktpreiseffekte zeitlich verzögert positiv auf die Ergebnisentwicklung auswirkten. Im Gasbereich ermöglichten die rückläufigen Primärenergiepreise eine neuerliche Weitergabe der daraus resultierenden Vorteile an die Endkunden. Die Gaspreise konnten nach den Reduktionen im Jänner 2009 und März 2009 am 1. Dezember 2009 neuerlich um rund 7,0 % gesenkt werden.

Entwicklung der Strompreise – Spot- und Forwardmarkt

Einflussfaktoren Auswirkung auf Geschäftsentwicklung im Vergleich zu Vorjahr
Temperatur Positiv
Primärenergiepreise Positiv
Strompreise – Forwardmarkt Positiv
Strompreise – Spotmarkt Negativ
Absatz Strom Positiv
Absatz Gas Positiv
Absatz Wärme Positiv

Unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Einflussfaktoren lässt sich Folgendes zusammenfassen: Die niedrigen Preise bei der Energiebeschaffung im Bereich der Elektrizität und der Primärenergieträger (vor allem von Erdgas) wirkten sich grundsätzlich positiv auf den Geschäftsverlauf der EVN aus. Die Preise für CO2 -Emissionszertifikate waren aufgrund des niedrigen Einsatzes der thermischen Kraftwerke im Geschäftsjahr von untergeordneter Bedeutung.

Geschäftsentwicklung

Der vorliegende Konzernabschluss wurde nach den Grundsätzen der International Financial Reporting Standards (IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind) erstellt. Der Konsolidierungskreis (siehe Anhang, Erläuterung 4. Konsolidierungskreis, Seite 56) wurde gegenüber dem Vorjahr um sieben vollkonsolidierte Tochterunternehmen sowie ein at Equity einbezogenes assoziiertes Unternehmen erweitert. Insgesamt flossen somit – inklusive der EVN AG als Muttergesellschaft – 60 vollkonsolidierte Unternehmen (Vorjahr: 53), fünf quotenkonsolidierte (Vorjahr: fünf) sowie 15 at Equity einbezogene assoziierte Unternehmen (Vorjahr: 14) in den Konzernabschluss ein.

Umsatz nach Regionen

Gewinn-und-Verlust-Rechnung

Die EVN konnte im Geschäftsjahr 2009/10 insgesamt eine leichte Umsatzsteigerung von 0,9 % bzw. 25,1 Mio. Euro auf 2.752,1 Mio. Euro erzielen. Diese positive Entwicklung wurde wesentlich durch den Umsatzanstieg im Segment Umwelt – vorrangig aus der Inbetriebnahme der Linie 3 der Abfallverwertung Zwentendorf/Dürnrohr und dem höheren Volumen im internationalen Projektgeschäft – und im Segment Netzinfrastruktur Inland aufgrund der Mengensteigerungen im Strom- und Gasnetzabsatz sowie aufgrund der Netztarifentwicklung im Gasnetzbereich getragen. Dem gegenüber stand vor allem ein Rückgang im Segment Energieversorgung Südosteuropa, der in erster Linie aus der geänderten Darstellung der Umsatzerlöse in Bulgarien resultierte. Es kam zu einer Kürzung der Umsatzerlöse und der Beschaffungskosten – der Effekt daraus belief sich im vierten Quartal 2009/10 auf rund 28 Mio. Euro –, die jedoch keine Auswirkung auf das Ergebnis hatte (siehe Rechtliches Umfeld in Südosteuropa, Seite 14). Weitere Details finden sich in der Segmentberichterstattung ab Seite 34.

Der im Ausland erzielte Umsatz zeigt sich mit 1.051,5 Mio. Euro (Vorjahr: 1.048,4 Mio. Euro) nahezu unverändert, was einem Anteil am Gesamtumsatz von 38,2 % (Vorjahr: 38,4 %) entspricht.

Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung 2009/10 2008/09 Veränderung 2007/08
Kurzfassung Mio. EUR Mio. EUR Mio. EUR in % Mio. EUR
Umsatzerlöse 2.752,1 2.727,0 25,1 0,9 2.397,0
Sonstige betriebliche Erträge1) 69,7 83,3 –13,6 –16,3 62,6
Fremdstrombezug und Energieträger –1.600,0 –1.653,2 53,1 3,2 –1.375,8
Material- und Betriebsaufwand –314,5 –297,5 –16,9 –5,7 –281,7
Personalaufwand –329,2 –319,4 –9,8 –3,1 –304,4
Sonstige betriebliche Aufwendungen –161,5 –166,8 5,2 3,1 –135,3
EBITDA 416,6 373,4 43,2 11,6 362,3
Abschreibungen –229,3 –198,2 –31,1 –15,7 –195,7
Operatives Ergebnis (EBIT) 187,3 175,2 12,1 6,9 166,6
Finanzergebnis 83,6 50,8 32,8 64,5 68,9
Ergebnis vor Ertragsteuern 270,9 226,0 44,9 19,8 235,5
Ertragsteuern –42,1 –28,0 –14,1 –50,5 –5,6
Ergebnis nach Ertragsteuern 228,7 198,0 30,7 15,5 229,8
davon Ergebnisanteil der Aktionäre der EVN AG (Konzernergebnis) 207,0 177,9 29,0 16,3 186,9
davon Ergebnisanteil nicht beherrschender Anteile 21,8 20,1 1,7 8,5 42,9
Ergebnis je Aktie in EUR 1,27 1,09 0,18 16,3 1,14

1) Bestandsveränderungen und aktivierte Eigenleistungen werden ab dem Geschäftsjahr 2009/10 als Teil der sonstigen betrieblichen Erträge ausgewiesen; die Vorjahreswerte wurden entsprechend angepasst.

Die in den sonstigen betrieblichen Erträgen enthaltenen Bestandsveränderungen lagen aufgrund der Abrechnung von Kundenprojekten mit –2,0 Mio. Euro um 7,0 Mio. Euro unter dem Vorjahresniveau. Darüber hinaus lagen das Ergebnis aus Anlagenabgängen – das im Vorjahr durch einen positiven Einmaleffekt beeinflusst war – und die Erträge aus Entschädigungen und Vergütungen unter dem Niveau des Vorjahres, wodurch sich die sonstigen betrieblichen Erträge per Saldo um 16,3 % bzw. 13,6 Mio. Euro auf 69,7 Mio. Euro reduzierten.

Die Position Fremdstrombezug und Energieträger konnte trotz gestiegener Absatzmengen bei Strom, Gas und Wärme sowie der durch gesunkene Stromabsatzpreise notwendigen Bildung von Drohverlustrückstellungen deutlich um 3,2 % bzw. 53,1 Mio. Euro auf 1.600,0 Mio. Euro verringert werden. Diese Verbesserung war neben der Reduktion der Netzverluste in Südosteuropa, einem negativen Einmaleffekt aus der Abwertung der Lagerbestände an Kohle im Vorjahr und der geänderten Darstellung der Beschaffungskosten in Bulgarien (siehe Rechtliches Umfeld in Südosteuropa, Seite 14) vor allem auf die rückläufigen Großhandelspreise für Strom und Gas zurückzuführen.

Die Ausweitung des internationalen Projektgeschäfts, die Inbetriebnahme der Linie 3 in Dürnrohr und der erstmalig ganzjährige Einbezug des burgenländischen Kabelnetzbetreibers B.net führten trotz gesunkener Instandhaltungsaufwendungen zu einem um 5,7 % bzw. 16,9 Mio. Euro gestiegenen Material- und Betriebsaufwand.

Der durchschnittliche Personalstand der EVN verringerte sich im Geschäftsjahr 2009/10 um 4,5 % bzw. 401 Personen auf 8.536 Mitarbeitende. Diese Reduktion war maßgeblich bedingt durch die Effizienzsteigerungen in Bulgarien und Mazedonien, die in Summe zu einem Rückgang von 6,0 % bzw. 384 Personen auf 5.990 Mitarbeitende im Ausland führten. Der Personalstand in Österreich sank um 0,6 % bzw. 17 Personen auf 2.546 Mitarbeitende. Diese Rückgänge konnten jedoch aufgrund der kollektivvertraglichen Lohn- und Gehaltssteigerungen, eines Anstiegs der Abfertigungsaufwendungen und der Fortführung der Restrukturierungsmaßnahmen in Südosteuropa nicht auf den Personalaufwand übertragen werden, der um 3,1 % bzw. 9,8 Mio. Euro auf 329,2 Mio. Euro anstieg.

Der Rückgang der sonstigen betrieblichen Aufwendungen um 3,1 % bzw. 5,2 Mio. Euro auf 161,5 Mio. Euro resultierte aus niedrigeren Aufwendungen für Prozessrisiken und Mietaufwendungen, was in erster Linie aus einer Reduktion von Rückstellungen resultierte, denen im Vorjahr eine Erhöhung gegenüberstand. Diese Entwicklung wurde jedoch durch eine Erhöhung der Forderungsabschreibungen im Segment Südosteuropa abgeschwächt.

Umsatz nach Segmenten in Mio. EUR

Basierend auf diesen Entwicklungen verzeichnete das EBITDA einen Anstieg um 11,6 % bzw. 43,2 Mio. Euro auf 416,6 Mio. Euro. Bei einem nur leichten Umsatzanstieg in der Berichtsperiode verbesserte sich die EBITDA-Marge daher von 13,7 % auf 15,1 %.

Die rege Investitionstätigkeit der vergangenen Jahre und die nunmehrige Fertigstellung einiger Bauvorhaben, besonders jene der Linie 3 in Dürnrohr und eines Blockheizkraftwerks in Moskau, sowie der erstmals ganzjährige Einbezug der B.net erhöhten die planmäßigen Abschreibungen des Geschäftsjahres 2009/10 um 18,9 Mio. Euro. Zusätzlich führten Wertminderungen in Höhe von insgesamt 12,2 Mio. Euro, die in erster Linie durch eine zeitliche Verzögerung des Baus des bulgarischen Windparks Kavarna ausgelöst wurden, zu einer Erhöhung des Abschreibungsaufwands um 15,7 % bzw. 31,1 Mio. Euro auf 229,3 Mio. Euro.

in Mio. EUR

Unter Berücksichtigung der erhöhten Abschreibungen konnte das EBIT um 6,9 % bzw. 12,1 Mio. Euro auf 187,3 Mio. Euro gesteigert werden und die EBIT-Marge von 6,4 % auf 6,8 %. Vom EBIT entfielen 18,5 Mio. Euro bzw. 9,9 % auf das Segment Erzeugung, 94,6 Mio. Euro bzw. 50,5 % auf das Segment Netzinfrastruktur Inland, 43,4 Mio. Euro bzw. 23,2 % auf das Segment Energiehandel und -vertrieb, 8,6 Mio. Euro bzw. 4,6 % auf das Segment Energieversorgung Südosteuropa sowie 28,0 Mio. Euro bzw. 15,0 % auf das Segment Umwelt.

Überaus positiv entwickelte sich das Finanzergebnis im Geschäftsjahr 2009/10, welches mit 83,6 Mio. Euro um 64,5 % bzw. 32,8 Mio. Euro über dem Wert der Vergleichsperiode lag. Zu diesem Anstieg trug zum einen die erfreuliche Entwicklung des Beteiligungsergebnisses bei: Durch die wachsenden Ergebnisbeiträge der at Equity einbezogenen assoziierten Unternehmen – besonders jene der RAG und ZOV – um 32,1 % bzw. 15,0 Mio. Euro auf 61,6 Mio. Euro und durch die erhöhte Dividendenausschüttung der VERBUND AG stieg das Beteiligungsergebnis um 23,7 % bzw. 22,3 Mio. Euro auf 116,3 Mio. Euro an. Zum anderen verbesserten sich sowohl das Zins- als auch das sonstige Finanzergebnis erheblich. Beim Zinsergebnis profitierte EVN von niedrigeren Zinssätzen für variabel verzinste Finanzverbindlichkeiten und höheren aktivierten Bauzeitzinsen, was in Summe die Rückgänge in den Zinserträgen aufgrund geringerer Leasingzahlungen im Projektgeschäft sowie niedrigerer Zinserträge aus kurzfristigen Veranlagungen mehr als ausgleichen konnte. In Summe konnte so das Zinsergebnis um 17,0 % bzw. 6,5 Mio. Euro auf –31,9 Mio. Euro verbessert werden. Die Erholung der Kapitalmärkte wirkte sich positiv auf die maßgeblichen Bewertungskomponenten des sonstigen Finanzergebnisses aus, das einen Anstieg von –4,7 Mio. Euro des Vorjahres auf –0,8 Mio. Euro verzeichnen konnte.

Unter Berücksichtigung dieser positiven Veränderungen im Finanzergebnis erhöhte sich das Ergebnis vor Ertragsteuern um 19,8 % bzw. 44,9 Mio. Euro auf 270,9 Mio. Euro. Höhere Ertragsteuern aufgrund des verbesserten Ergebnisses vor Ertragsteuern wirkten dämpfend

auf das Ergebnis nach Ertragsteuern, welches dennoch deutlich um 15,5 % bzw. 30,7 Mio. Euro auf 228,7 Mio. Euro gesteigert werden konnte. Davon entfielen 21,8 Mio. Euro auf nicht beherrschende Anteile, die sich trotz der anteiligen Berücksichtigung der Wertminderung beim Windpark in Kavarna aufgrund der Verbesserung des Ergebnisbeitrags der at Equity einbezogenen RAG gegenüber der Vorjahresperiode um 8,5 % bzw. 1,7 Mio. Euro erhöhten. Das Konzernergebnis betrug 207,0 Mio. Euro – ein Anstieg von 16,3 % bzw. 29,0 Mio. Euro gegenüber der Vorjahresvergleichsperiode. Daraus resultierte ein Ergebnis je Aktie von 1,27 Euro (Vorjahr: 1,09 Euro).

Im Einklang mit der positiven Geschäftsentwicklung wird der Vorstand der Hauptversammlung eine Erhöhung der Dividende auf 0,40 Euro je Aktie (Vorjahr: 0,37 Euro je Aktie) vorschlagen, was unter Einbezug der dividendenberechtigten Aktien aus der Kapitalerhöhung einer Ausschüttungsquote von 34,7 % (Vorjahr: 33,9 %) und einer Dividendenrendite zum Aktienkurs vom 30. September 2010 von 3,5 % (Vorjahr: 2,7 %) entspricht.

Veränderung
Entwicklung ausgewählter Kennzahlen 2009/10 2008/09 in % 2007/08
ROE1) 7,4
%
6,3 1,1 7,4
Durchschnittliches Eigenkapital
Mio. EUR
3.076,2 3.167,8 –2,9 3.111,6
WACC nach Ertragsteuern1) 2) 6,5
%
6,5 6,5
Operativer ROCE (OpROCE)1) 3) 6,4
%
6,7 –0,3 8,7
Durchschnittliches Capital Employed3)
Mio. EUR
3.952,4 3.493,8 13,1 3.219,7
Geschäftsergebnis nach Ertragsteuern (NOPAT)3)
Mio. EUR
254,5 234,9 8,3 280,9
EVA®
Mio. EUR
–2,4 7,8 71,7

1) Ausgewiesene Veränderung in Prozentpunkten

2) Die gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten wurden mit einem Eigenkapitalkostensatz von 9,1 % und

einem Fremdkapitalkostensatz (nach Steuern) von 4,0 % sowie mit einem 50,0 %igen Eigenkapitalanteil berechnet.

3) Bereinigt um Impairments und Einmaleffekte. Um die Entwicklung des Wertbeitrags konsistent zu ermitteln, wird die Marktbewertung der Beteiligung an der VERBUND AG nicht im Capital Employed berücksichtigt.

Auf Basis des gestiegenen Ergebnisses nach Ertragsteuern und des geringeren durchschnittlichen Eigenkapitals wurde die Eigenkapitalrentabilität (Return on Equity, ROE) von 6,3 % auf 7,4 % verbessert. Die ergebnisneutrale Marktwertänderung der VERBUND AG führte zu einem Rückgang des Eigenkapitals.

Nach Neutralisierung dieses Bewertungseffekts ergeben sich für die operativen Steuerungskennzahlen für das Geschäftsjahr 2009/10 mit –2,4 Mio. Euro ein gegenüber dem Vorjahr niedrigerer erwirtschafteter Wertbeitrag (Economic Value Added, EVA®) und eine von 6,7 % auf 6,4 % gesunkene Rentabilität des im Unternehmen gebundenen Gesamtkapitals (Operativer Return on Capital Employed, OpROCE).

Bei einem deutlich höheren Ergebnis ist für diesen Verlauf der Anstieg des verzinslichen Gesamtkapitals verantwortlich, der im Wesentlichen aus der Fortführung der langfristigen Infrastrukturinvestitionen in den Strom- und Gasnetzen im In- und Ausland sowie im Erzeugungsbereich resultiert. Das höhere Projektvolumen im Umweltbereich führte ebenfalls zu einem Aufbau im gebundenen Kapital.

Im Berichtszeitraum wurden die durchschnittlichen Kapitalkosten nach Steuern (Weighted Average Cost of Capital, WACC) der EVN unter Berücksichtigung der spezifischen Unternehmens- und Länderrisiken wie im Vorjahr mit 6,5 % berechnet.

Bilanz

Die Bilanzsumme der EVN belief sich zum Bilanzstichtag 30. September 2010 auf 6.731,2 Mio. Euro und erhöhte sich mit 0,5 % nur geringfügig im Vergleich zum Vorjahresstichtag. Während sich der Anteil der lang- und kurzfristigen Vermögenswerte am Gesamtvermögen relativ konstant zeigte, erfolgten sehr wohl Veränderungen in der Zusammensetzung der darin erfassten Positionen.

Der vermehrten Investitionstätigkeit in Sachanlagen und den aufgrund des Anstiegs der langfristigen Leasingforderungen durch das laufende Projektgeschäft des Segments Umwelt höheren sonstigen langfristigen Vermögenswerten stand ein deutlicher Rückgang der sonstigen Beteiligungen gegenüber, der aus der negativen Marktwertänderung der Beteiligung an der VERBUND AG resultierte. Dadurch reduzierte sich der Anteil der langfristigen Vermögenswerte am Gesamtvermögen von 86,0 % auf 85,3 %.

Der Anstieg des Anteils der kurzfristigen Vermögenswerte am Gesamtvermögen von 14,0 % auf 14,7 % wurde durch Zukäufe im Wertpapierbereich geprägt, denen vor allem eine Reduktion der Forderungen gegenüber assoziierten Unternehmen gegenüberstand.

EBIT nach Segmenten in Mio. EUR

Netzinfrastruktur Inland

Energiehandel und -vertrieb

Energieversorgung Südosteuropa

Umwelt

Ergebnis und Dividende je Aktie

Strategische Beteiligungen und Sonstiges

30.9.2010 30.9.2009 Veränderung
Konzern-Bilanz – Kurzfassung Mio. EUR Mio. EUR Mio. EUR in % 30.9.2008
Mio. EUR
Aktiva
Langfristige Vermögenswerte
Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen 3.179,2 3.018,3 160,9 5,3 2.749,5
At Equity einbezogene Unternehmen
und sonstige Beteiligungen 1.811,7 2.122,2 –310,5 –14,6 2.365,0
Sonstige langfristige Vermögenswerte 751,3 620,7 130,5 21,0 597,9
5.742,1 5.761,2 –19,1 –0,3 5.712,4
Kurzfristige Vermögenswerte 989,1 934,2 54,9 5,9 923,9
Summe Aktiva 6.731,2 6.695,4 35,8 0,5 6.636,3
Passiva
Eigenkapital
Anteile der Aktionäre der EVN AG 2.679,5 2.783,8 –104,3 –3,7 2.975,9
Anteile nicht beherrschender Anteile 345,7 343,4 2,4 0,7 232,5
3.025,3 3.127,2 –101,9 –3,3 3.208,5
Langfristige Schulden
Langfristige Finanzverbindlichkeiten 1.726,4 1.702,5 23,9 1,4 1.358,9
Latente Steuerverbindlichkeiten und
langfristige Rückstellungen 677,0 751,9 –74,8 –10,0 850,3
Vereinnahmte Baukosten- und Investitionszu
schüsse und übrige langfristige Verbindlichkeiten 461,0 469,3 –8,3 –1,8 446,1
2.864,5 2.923,7 –59,2 –2,0 2.655,3
Kurzfristige Schulden
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 205,2 17,0 188,3 153,9
Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten 636,2 627,5 8,7 1,4 618,6
841,5 644,5 197,0 30,6 772,5
Summe Passiva 6.731,2 6.695,4 35,8 0,5 6.636,3

Bilanzstruktur

Langfristige Vermögenswerte Kurzfristige Schulden

Langfristige Schulden

Eigenkapital

Das Eigenkapital ging in Summe um 3,3 % bzw. 101,9 Mio. Euro auf 3.025,3 Mio. Euro zurück. Das im Geschäftsjahr 2009/10 erwirtschaftete Ergebnis nach Ertragsteuern konnte den Rückgang durch die erfolgsneutral erfasste Marktwertveränderung der Beteiligung an der VEBUND AG einerseits und die Dividendenausschüttung des Geschäftsjahres 2008/09 an die Aktionäre der EVN AG in Höhe von 60,3 Mio. Euro sowie an nicht beherrschende Anteile in Höhe von 22,5 Mio. Euro andererseits nicht gänzlich ausgleichen. Damit einhergehend sank die Eigenkapitalquote zum Bilanzstichtag von 46,7 % auf 44,9 %. Bei einer Nettoverschuldung von 1.458,2 Mio. Euro (Vorjahr: 1.378,2 Mio. Euro) errechnete sich ein Gearing von 48,2 % (Vorjahr: 44,1 %).

Die langfristigen Schulden konnten um 2,0 % bzw. 59,2 Mio. Euro auf 2.864,5 Mio. Euro verringert werden. Die latenten Steuerverbindlichkeiten und langfristigen Rückstellungen reduzierten sich – hauptsächlich bedingt durch die Marktwertveränderung an der VERBUND AG – um 10,0 % bzw. 74,8 Mio. Euro auf 677,0 Mio. Euro. Dem gegenüber stand eine Zunahme der langfristigen Finanzverbindlichkeiten: Die Erhöhung durch Kreditaufnahmen und durch bewertungsbedingte Anstiege der Anleihen wurde durch die planmäßigen Tilgungen und die Umgliederung eines im Februar 2011 rückzahlbaren und somit nunmehr im kurzfristigen Bereich ausgewiesenen endfälligen Kredits nahezu ausgeglichen. In Summe beliefen sich die langfristigen Finanzverbindlichkeiten auf 1.726,4 Mio. Euro, was einem Anstieg von 1,4 % bzw. 23,9 Mio. Euro entsprach. In den vereinnahmten Baukosten- und Investitionszuschüssen und übrigen langfristigen Verbindlichkeiten glichen sich höhere vereinnahmte Baukostenund Investitionszuschüsse und nunmehr positive Marktwerte für Sicherungsgeschäfte im Zusammenhang mit Anleihen großteils aus, womit die Position mit 461,0 Mio. Euro um 1,8 % bzw. 8,3 Mio. Euro knapp unter dem Vorjahr lag.

Die bereits erwähnte Umgliederung eines im Februar 2011 rückzahlbaren endfälligen Kredits und sein nunmehriger Ausweis unter den kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten bestimmten den Anstieg der kurzfristigen Schulden, die sich um 30,6 % bzw. 197,0 Mio. Euro auf 841,5 Mio. Euro erhöhten. Die Veränderung der sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten war geprägt durch die Erhöhung der kurzfristigen Rückstellungen für Drohverluste, denen ein Rückgang der sonstigen Verbindlichkeiten aufgrund einer Erholung der Marktwerte von Sicherungsgeschäften im Energiebereich gegenüberstand.

Finanz- und Liquiditätslage

Im Geschäftsjahr 2009/10 erhöhte sich die Nettoverschuldung um 5,8 % bzw. 80,0 Mio. Euro auf 1.458,2 Mio. Euro. Die größten Veränderungen in den langfristigen Finanzverbindlichkeiten resultierten aus der Aufnahme einer Finanzierung bei der Europäischen Investitionsbank für den Bau der regionalen Gastransportleitungssysteme "Süd- und Westschiene" im September 2010 mit einem Volumen von 125,0 Mio. Euro und einer Laufzeit von 25 Jahren. Weiters wurde eine zehnjährige Non-Recourse-Projektfinanzierung über 114,3 Mio. Euro für die Errichtung der Natriumhypochloritanlage in Moskau abgeschlossen. Laufende Tilgungen beliefen sich konzernweit auf 101,0 Mio. Euro. Ein Kredit in Höhe von 170,8 Mio. EUR, der am 28. Februar 2011 planmäßig fällig wird, wurde zu den kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten umgegliedert. Per Saldo erhöhten sich damit die langfristigen Finanzverbindlichkeiten geringfügig um 1,4 % bzw. 23,9 Mio. Euro auf 1.726,4 Mio. Euro.

Zur Minimierung des Zinsänderungsrisikos wird die Zinsbindungsstruktur in einem ausgewogenen Verhältnis zwischen fix und variabel gehalten, wobei zu dessen Steuerung Zinsderivate eingesetzt werden. Der Durchschnittszinssatz der Finanzierungen lag per 30. September 2010 bei 3,6 %, die Duration bei 3,32 (Vorjahr: Durchschnittszinssatz von 3,5 %, Duration von 3,17).

Die Veranlagung der liquiden Mittel erfolgte unter der Vorgabe der jederzeitigen Verfügbarkeit der Liquidität und der Limitierung von Kontrahenten- und Marktrisiken. Neben der in den liquiden Mitteln dargestellten Veranlagung in Form von Festgeldern bei Banken bester Bonität wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr verstärkt in Cashfonds investiert, wodurch sich die kurzfristigen Wertpapiere um 137,0 Mio. Euro auf 223,8 Mio. Euro erhöhten. Dadurch wurde eine Streuung des Kontrahentenrisikos erreicht. Es wurde besonderer Wert auf die Größe und Liquidität der Fonds gelegt. Es wird ausschließlich in Cashfonds investiert, die in Staatsanleihen mit höchster Bonität veranlagen.

Die langfristigen Wertpapiere, die mit 104,1 Mio. Euro geringfügig über dem Vorjahresniveau lagen, dienten zur gesetzlichen Deckung der Pensionsrückstellungen.

Durch die nach dem Bilanzstichtag 30. September 2010 durchgeführte Kapitalerhöhung werden rund 173,0 Mio. Euro an Liquidität zufließen. Diese Mittel und die bestehenden Liquiditätsreserven sind ausreichend, um vor allem den Finanzbedarf für die geplanten Investitionen zu decken und den Tilgungsverpflichtungen aus bestehenden Krediten nachzukommen. Dennoch werden laufend Finanzierungsalternativen geprüft, um die Fristenkonformität der Finanzierung sicherzustellen und Marktopportunitäten zu nützen.

Weiters besteht als Liquiditätsreserve eine syndizierte Kreditlinie über 600,0 Mio. Euro, die im ersten Halbjahr des Berichtszeitraums zu 100,0 Mio. Euro ausgenutzt war, aber zu Beginn des zweiten Halbjahres im April 2010 zurückgezahlt wurde. Zum Bilanzstichtag 2009/10 war die Kreditlinie nicht gezogen, floss somit nicht in die Finanzverbindlichkeiten ein und steht vollumfänglich zur Verfügung. Die Kreditlinie wird nur für die kurzfristige Zwischenfinanzierung eines etwaigen Bedarfs verwendet, eine langfristige kontinuierliche Ausnützung der Kreditlinie ist grundsätzlich nicht geplant.

Insgesamt ergibt sich daraus abgeleitet folgende Entwicklung der Nettoverschuldung:

2009/10 2008/09 Veränderung 2007/08
Nettoverschuldung Mio. EUR Mio. EUR Mio. EUR in % Mio. EUR
Langfristige Finanzverbindlichkeiten 1.726,4 1.702,5 23,9 1,4 1.358,9
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten1) 170,8 0,1 170,7 127,0
Fonds der liquiden Mittel –89,1 –113,6 24,5 21,6 –94,1
Kurzfristige Wertpapiere –223,8 –86,7 –137,0 –136,0
Langfristige Wertpapiere –104,1 –102,4 –1,7 –1,7 –102,9
Ausleihungen –22,0 –21,6 –0,4 –2,0 –21,6
Nettoverschuldung 1.458,2 1.378,2 80,0 5,8 1.131,3
Eigenkapital 3.025,3 3.127,2 –101,9 –3,3 3.208,5
Gearing (%)2) 48,2 44,1 4,1 35,3

1) Exkl. der im Fonds der liquiden Mittel enthaltenen Kontokorrentverbindlichkeiten

2) Ausgewiesene Veränderung in Prozentpunkten

Der Anstieg der Nettoverschuldung sowie der Rückgang des Eigenkapitals lösten eine Erhöhung des Gearings um 4,1 Prozentpunkte auf 48,2 % aus. Der deutliche Anstieg der Funds from Operations (FFO) führte trotz der Erhöhung der Nettoverschuldung zu einer Erhöhung der Net Debt Coverage von 30,6 % auf 39,0 %. Gesunkene Zinsaufwendungen in Kombination mit den gestiegenen FFO erhöhten die Interest Cover von 4,9 auf 8,2.

Geldflussrechnung

Der Cash Flow aus dem Ergebnis lag im Geschäftsjahr 2009/10 mit 467,7 Mio. Euro um 5,1 % bzw. 22,6 Mio. Euro über dem Niveau der Vergleichsperiode. Die Erhöhung des Ergebnisses vor Ertragsteuern von 226,0 Mio. Euro auf 270,9 Mio. Euro konnte damit nicht zur Gänze auf den Cash Flow aus dem Ergebnis übertragen werden: Zwar flossen in die Entwicklung der unbaren Ergebniskomponenten höhere Abschreibungen ein, jedoch wirkten sich die höheren unbaren Erfolgsbeiträge im Ergebnis der at Equity einbezogenen assoziierten Unternehmen sowie der geringere Anstieg der langfristigen Rückstellungen gegenläufig aus.

2008/09 Veränderung 2007/08
Konzern-Geldflussrechnung – Kurzfassung 2009/10
Mio. EUR
Mio. EUR Mio. EUR in % Mio. EUR
Ergebnis vor Ertragsteuern 270,9 226,0 44,9 19,8 235,5
Unbare Ergebniskomponenten 196,8 219,1 –22,3 –10,2 191,2
Cash Flow aus dem Ergebnis 467,7 445,1 22,6 5,1 426,7
Veränderung kurz- und langfristiger Bilanzpositionen 67,0 –74,5 141,6 –15,6
Zahlungen für Ertragsteuern –35,5 –35,3 –0,2 –0,4 –28,5
Cash Flow aus dem operativen Bereich 499,3 335,3 164,0 48,9 382,6
Veränderung bei immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen –335,8 –349,6 13,8 4,0 –350,4
Nettoauszahlung für Unternehmenserwerbe –20,4 20,4 –35,0
Veränderung bei Finanzanlagen und übrigen langfristigen Vermögenswerten –104,1 –56,4 –47,7 –84,6 –186,8
Veränderung bei kurzfristigen Wertpapieren –141,1 26,1 –167,2 245,4
Cash Flow aus dem Investitionsbereich –581,0 –400,4 –180,6 –45,1 –326,8
Cash Flow aus dem Finanzierungsbereich 57,1 84,3 –27,2 –32,2 –16,0
Cash Flow gesamt –24,6 19,2 –43,8 39,8
Fonds der liquiden Mittel am Anfang der Periode 113,6 94,1 19,5 20,7 54,4
Währungsdifferenzen 0,1 0,3 –0,2 –67,4
Fonds der liquiden Mittel am Ende der Periode 89,1 113,6 –24,5 –21,6 94,1

Struktur der Investitionen

  • Umwelt
  • Energieversorgung Südosteuropa
  • Energiehandel und -vertrieb Netzinfrastruktur Inland
  • Erzeugung

Im Cash Flow aus dem operativen Bereich wirkte sich der Rückgang im Working Capital im Vergleich zu einem Anstieg im Vorjahr positiv aus. Geringere Forderungen sowie höhere kurzfristige Rückstellungen und übrige Verbindlichkeiten führten in Summe zu einem deutlichen Anstieg des Cash Flows aus dem operativen Bereich um 48,9 % bzw. 164,0 Mio. Euro auf 499,3 Mio. Euro.

Der Mittelabfluss im Cash Flow aus dem Investitionsbereich erhöhte sich um 180,6 Mio. Euro auf –581,0 Mio. Euro. Dem geringeren Investitionsniveau in Sachanlagen standen vor allem der Aufbau der Leasingforderungen im Projektgeschäft des Segments Umwelt und die verstärkte Veranlagung in Cashfonds gegenüber. Im Geschäftsjahr 2008/09 war der Unternehmenserwerb der B.net enthalten.

Der Cash Flow aus dem Finanzierungsbereich lag mit 57,1 Mio. Euro um 27,2 Mio. Euro unter dem Vorjahresniveau. Neben der Dividendenzahlung an die Aktionäre der EVN AG in Höhe von 60,3 Mio. Euro und an nicht beherrschende Anteile in Höhe von 22,5 Mio. Euro sowie laufenden planmäßigen Kredittilgungen von 101,0 Mio. Euro auf der einen Seite, flossen andererseits durch die Realisierung einer Non-Recourse-Projektfinanzierung in Höhe von 114,3 Mio. Euro und die Aufnahme einer Finanzierung bei der Europäischen Investitionsbank in Höhe von 125,0 Mio. Euro insgesamt 239,3 Mio. Euro zu (siehe Finanzund Liquiditätslage, Seite 23).

Aus den genannten Entwicklungen resultiert für die EVN im Geschäftsjahr 2009/10 ein negativer Cash Flow von –24,6 Mio. Euro, womit sich der Fonds der liquiden Mittel auf 89,1 Mio. Euro reduzierte. Darüber hinaus standen per 30. September 2010 Finanzmittel in Form von kurzfristigen Wertpapierveranlagungen in Höhe von 223,8 Mio. Euro (Vorjahr: 86,7 Mio. Euro) sowie die syndizierte Kreditlinie in Höhe von 600,0 Mio. Euro zur Gänze zur Verfügung (30. September 2009: 600,0 Mio. Euro nicht ausgenützt). In Summe bestehen demnach ausreichende Liquiditätsreserven zur Finanzierung der operativen Geschäftstätigkeit, womit die Liquiditätssituation der EVN weiterhin als stabil zu bezeichnen ist.

Investitionstätigkeit

Die Investitionen der EVN in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen wurden im Berichtszeitraum um 5,2 % bzw. 21,8 Mio. Euro auf 394,0 Mio. Euro reduziert. Unverändert hoch zeigten sich dabei die Investitionen im Netzbereich im niederösterreichischen Versorgungsgebiet mit besonderem Fokus auf den Bau der regionalen Erdgastransportleitungen "Süd- und Westschiene" sowie den Kabel-TV- und Telekombereich. Das nach wie vor hohe Investitionsniveau in Südosteuropa zielte unverändert auf die Verbesserung der Versorgungssicherheit und -qualität sowie den Ausbau der Netz- und Zählertechnik ab. Im Segment Umwelt entfiel in etwa die Hälfte der Investitionen auf die Blockheizkraftwerke in Moskau.

Einen Überblick über die wichtigsten Investitionsschwerpunkte gibt die folgende Tabelle:

2009/10
2008/09
Veränderung
Investitionsschwerpunkte der EVN Mio. EUR Mio. EUR Mio. EUR in % 2007/08
Mio. EUR
Erzeugung 45,2 63,4 –18,2 –28,7 32,3
davon kalorische Kraftwerke 7,2 31,5 –24,2 –77,0 26,6
davon Windpark in Bulgarien 32,4 28,3 4,0 14,2
Netzinfrastruktur Inland 156,5 161,5 –5,0 –3,1 140,0
davon Stromnetz 65,3 74,9 –9,6 –12,8 107,2
davon Gasnetz 75,6 82,6 –7,1 –8,5 27,3
davon Kabel-TV- und Telekombereich 11,5 3,9 7,6 5,5
Energiehandel und -vertrieb 21,5 32,5 –11,0 –33,9 20,6
davon Wärmeanlagen 18,8 29,2 –10,5 –35,8 20,5
Energieversorgung Südosteuropa 100,7 104,8 –4,1 –4,0 153,2
Umwelt 68,6 52,4 16,1 30,8 67,9
davon Linie 3 der Abfallverwertung in Dürnrohr 22,4 29,2 –6,8 –23,4 39,0
davon Blockheizkraftwerke in Moskau 33,9 5,1 28,8 6,4
davon überregionale Versorgungsleitungen, Ortsnetze, Abwasserentsorgung 8,2 9,1 –1,0 –10,6 14,9
Strategische Beteiligungen und Sonstiges 1,6 1,1 0,5 41,3 1,6
Summe 394,0 415,7 –21,8 –5,2 415,6

Mitarbeitende

Die EVN investiert laufend und bedarfsorientiert in die Aus- und Weiterbildung ihrer Mitarbeitenden, in Sicherheitsmaßnahmen und in die Implementierung moderner Führungsinstrumente.

Mit einem Gesamtaufwand (Seminargebühren, Trainer, E-Learning) von rund 2,7 Mio. Euro (Vorjahr: 2,9 Mio. Euro) wurden im Berichtsjahr pro Mitarbeitenden 314,1 Euro (Vorjahr: 324,5 Euro) für Weiterbildungsmaßnahmen aufgewendet. Der Rückgang erklärt sich durch den Abschluss von Bildungsschwerpunkten im Vorjahr und vermehrte interne Veranstaltungen. Der durchschnittlich für Bildungsmaßnahmen verwendete Zeitaufwand konnte trotz des konzernweiten Effizienzsteigerungsprogramms von jährlich 23,9 Stunden pro Mitarbeitenden auf 27,1 Stunden gesteigert werden. Im Geschäftsjahr 2009/10 lag neben EDV-Schulungen und Fachseminaren ein Fokus auf der Stärkung der sozialen Kompetenzen. In Bulgarien wurde die im Juli 2008 gestartete Initiative zur Steigerung der Fremdsprachenkompetenz, die vom Europäischen Sozialfonds anerkannt und gefördert wurde, erfolgreich abgeschlossen. 225 Mitarbeitende haben erfolgreich Englisch- und Deutschkurse absolviert. Das Führungskräfteprogramm in Bulgarien wurde fortgesetzt, und 2010 haben auch die Gruppenleiter/innen der Kundenzentren dieses Programm erfolgreich durchlaufen. In Mazedonien lag der Schwerpunkt auf EDV-Schulungen und Sicherheitstrainings.

Führungspositionen werden bei EVN bevorzugt aus den eigenen Reihen besetzt. Um qualifizierte Mitarbeitende aus Bulgarien, Deutschland, Mazedonien und Österreich zu fördern, fand vom 14. bis 19. September die erste EVN Summer University "EVN SUN 2010" mit 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus Konzernbereichen dieser Länder statt. In Kooperation mit der Executive Academy der Wirtschaftsuniversität Wien wurde dafür ein Programm entwickelt, das basierend auf Fallstudien und praktischen Aufgabenstellungen eine Erweiterung des eigenen Horizonts ermöglichte. Wichtiger Hintergrund der EVN SUN ist neben der Förderung talentierter Führungskräfte das Etablieren eines internationalen konzerninternen Netzwerks.

Zur Abdeckung des zukünftigen Bedarfs an Führungs- und Fachkräften wurden beispielsweise in Mazedonien seit 2007 drei Traineeprogramme gestartet, bei denen die Trainees alle Unternehmensprozesse möglichst umfassend kennenlernen. Von den 52 Teilnehmenden wurden 50 als Mitarbeitende fix übernommen. Ein Programm für das Geschäftsjahr 2010/11 ist in Ausarbeitung, um die Initiative erfolgreich weiterzuführen.

Umwelt und Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit ist ein zentraler Aspekt der Geschäftstätigkeit der EVN. Der schonende Umgang mit Ressourcen ist fest in der Unternehmensstrategie verankert. Ebenso ist die Forcierung erneuerbarer Energieträger ein wesentlicher Bestandteil der EVN Strategie. Bis 2020 soll der Anteil erneuerbarer Energieträger auf 50 % gesteigert werden. Daher wird in den nächsten Jahren in den Ausbau von Windparks und Wasserkraftwerken sowohl in Niederösterreich als auch im Ausland investiert. Aber auch bei den thermischen Erzeugungsanlagen achtet die EVN darauf, die Auswirkungen auf die Umwelt zu minimieren. Das Steinkohlekraftwerk Duisburg-Walsum beispielsweise ist mit einem Wirkungsgrad von 46 % eine der modernsten Anlagen in Europa. Durch den Einsatz neuer Technologien liegen die Umweltauswirkungen weit unter dem Durchschnitt vergleichbarer Anlagen. Nahezu alle kalorischen Anlagen der EVN weisen ein Umweltzertifikat auf.

Forschung und Entwicklung

Die EVN engagiert sich in zahlreichen nationalen und internationalen Forschungs- und Entwicklungsprojekten und nimmt in Österreich seit Jahrzehnten eine führende Rolle bei hocheffizienten und umweltschonenden Kraftwerken ein. Im Berichtsjahr wurden 834,9 Tsd. Euro für Forschungs- und Entwicklungsprojekte aufgewendet, wobei der Schwerpunkt auf den folgenden Projekten lag: Biomasse Versuchsanlage Dürnrohr – Biomasse Pyrolyse, CO2 -Abscheidungsanlage Dürnrohr, Solarenergieprojekt mit Partnern ab November 2010, DEMO-Smart-Metering, ARGE EEE (thermische E-Effizienz), ADRES (energieautarke Siedlung), MBS (multifunktionale Energiespeicher) und emporA (Elektromobilität).

Risikomanagement

Risikodefinition

Der EVN Konzern definiert Risiko als die Gefahr der negativen Abweichung von geplanten Unternehmenszielen. Bei der Beurteilung und der Steuerung von Risiken werden auch die damit verbundenen Chancen berücksichtigt.

Risikomanagementprozess

Primäres Ziel des Risikomanagements ist die gezielte Sicherung bestehender und zukünftiger Ertragspotenziale. Im Rahmen des Risikomanagementprozesses stellt das zentral organisierte Risikocontrolling den dezentralen Risikoverantwortlichen geeignete Methoden und Werkzeuge zur Identifikation und Bewertung von Risiken zur Verfügung. Die risikoverantwortlichen Geschäftseinheiten kommunizieren ihre Risikopositionen an das zentrale Risikocontrolling. Gemeinsam werden geeignete Maßnahmen zur Risikominimierung definiert, für deren Umsetzung wiederum die dezentralen Geschäftseinheiten verantwortlich sind. Im zentralen Risikocontrolling erfolgt die Analyse und Bewertung der Gesamtrisikosituation des EVN Konzerns.

Der Risikocontrollingprozess umfasst die folgenden Schritte:

  • Identifikation: Erhebung der Risiken auf Basis der letzten Risikoinventur und Identifikation von neuen Risikopositionen
  • Bewertung & Analyse: Qualitative und quantitative Bewertung der identifizierten Risiken, Aggregation der Risiken nach unterschiedlichen Betrachtungsperspektiven und Modellierung der Ergebnisverteilungen
  • Berichterstattung: Übermittlung von Risikoberichten an die Risikoverantwortlichen sowie an den Vorstand des EVN Konzerns, Diskussion und Beurteilung der Risikosituation im "Risikoarbeitsausschuss" sowie im "Konzernrisikoausschuss" und gegebenenfalls Einleiten von Risikosteuerungsmaßnahmen
  • Prozess-Review: Methodische Identifikation jener organisatorischen Einheiten, die einer expliziten Risikobetrachtung zu unterziehen sind, sowie regelmäßige Überprüfung, ob die festgelegten Methoden zur Identifikation und Bewertung der Risiken bei geänderten Verhältnissen zu modifizieren sind

Aufgaben des Risikoarbeitsausschusses

Der Risikoarbeitsausschuss ist mit der Überwachung der ordnungsgemäßen Umsetzung des Risikocontrolling-Kreislaufs betraut. Er gibt Änderungen in Bezug auf Risikobewertungsmethoden frei und definiert Art und Umfang der offiziellen Berichterstattung. Dieses Gremium besteht aus den Leitern der Konzernfunktionen Finanz- und Rechnungswesen, Generalsekretariat und Corporate Affairs, Controlling und Interne Revision. Die Interne Revision überprüft zudem die Prozesse des Risikocontrollings sowie die Umsetzung der geplanten Maßnahmen zur Risikominimierung.

Konzernrisikoausschuss und Kontrolle

Im Konzernrisikoausschuss, der aus Vorstand, Leiter der strategischen Geschäftseinheiten und dem Risikoarbeitsausschuss besteht, werden die Ergebnisse der Risikoinventur sowie die Berichte präsentiert und diskutiert. Er entscheidet über den weiteren Handlungsbedarf, kann Arbeitsgruppen einberufen sowie Arbeitsaufträge erteilen. Darüber hinaus verfügt der Konzernrisikoausschuss über die Kompetenz, Steuerungsmaßnahmen zur Veränderung der Risikoposition des EVN Konzerns zu setzen und folglich die strategische Unternehmensausrichtung zu beeinflussen.

Risikoprofil

Risiken im Energiebereich

Aufgrund von wirtschaftlichen, politischen und technologischen Entwicklungen kann es zu einem Rückgang der Nachfrage nach Strom, Erdgas und Wärme kommen. Zudem besteht das Risiko, dass sich die Witterungsverhältnisse nachteilig auf die Energienachfrage auswirken. Steigende bzw. volatilere Beschaffungskosten für Primärenergie sowie eine Intensivierung des Wettbewerbs können die Deckungsbeiträge des EVN Konzerns beeinflussen und zu Kundenverlusten führen. Absicherungsstrategien wie die längerfristige Vermarktung von Kraftwerkskapazitäten, der Abschluss von Termingeschäften, die Diversifikation des Kundenportfolios sowie diversifizierte Kundenangebote bewirken eine Risikominimierung. Im Energiebereich können zudem operative Risiken wie Betriebsunterbrechungen bei Produktion und Vertrieb von elektrischer Energie und Fernwärme sowie bei Beschaffung und Vertrieb von Erdgas auftreten. Das Energiegeschäft umfasst gefährliche Tätigkeiten, die den EVN Konzern dem Risiko wesentlicher Haftungen aussetzen und die strikte Einhaltung von Sicherheitsrichtlinien erfordern. Vor allem im Erzeugungsbereich ist EVN Projektrisiken und dem Risiko der mangelhaften oder Nichterfüllung vertraglich festgelegter Leistung im Rahmen des Fremdbezugs ausgesetzt. Durch das Eingehen von Partnerschaften (Joint Ventures, Syndikatsverträge) können Risiken wie Interessenkonflikte, eingeschränkte Kontroll- und Steuerungsmöglichkeiten sowie der Ausstieg oder Ausfall des Partners erwachsen. Zudem besteht die Gefahr, dass erforderliche Genehmigungen und Lizenzen durch Verschulden von EVN nicht erteilt oder verlängert werden.

Risiken im Segment Umwelt

Die Risiken im Segment Umwelt betreffen die Abnahme der Nachfrage nach Abfallverwertungsleistungen des EVN Konzerns und Betriebsstörungen bei Wasserversorgungs- und Abwassersystemen sowie bei thermischen Abfallverwertungsanlagen. Im Umweltsegment ist EVN zudem technologischen und Projektrisiken ausgesetzt. Hier erfolgt die Risikoreduktion primär durch Einsatz erfahrener Mitarbeitender, regelmäßige Fortbildung und Trainings sowie durch effizientes Projektmanagement.

Politische und rechtliche Risiken

Eine Veränderung des regulatorischen Umfelds, politische Einflussnahme bei Großprojekten sowie verschärfte Auflagen im Bereich der Umweltgesetzgebung sind die primären Treiber politischer und rechtlicher Risiken. Zudem stellt die teilweise bestehende politische und wirtschaftliche Instabilität in den Märkten Süd- und Südosteuropas ein Risiko dar, dem durch Kooperation mit lokalen, regionalen, nationalen und internationalen Behörden und Interessenvertretungen begegnet wird. Rechtliche bzw. politische Einflussnahme wird durch gezieltes Eingehen von strategischen Partnerschaften bei Großprojekten verringert, wobei Haftungs- und Durchgriffsrechte durch gesellschaftsrechtliche Strukturen gesteuert werden. Rechts- und Prozessrisiken bestehen vor allem im Zusammenhang mit anhängigen Gerichts- und Schiedsgerichtsverfahren betreffend diverse Kraftwerksprojekte sowie den Aktivitäten des EVN Konzerns in Mazedonien.

Gesamtrisikoprofil

Da sich das Risikoprofil der EVN expansionsbedingt kontinuierlich verändert, sind eine eingehende und laufende Auseinandersetzung mit Risiken sowie ein effizientes Risikomanagement essenziell. Im Rahmen der jährlich durchgeführten Konzernrisikoinventur konnten keine bestandsgefährdenden Risiken identifiziert werden.

Die wichtigsten Risiken der EVN und Maßnahmen zu deren Minimierung

Markt- und Wettbewerbsrisiken

Preisrisiko

Bezugspreise für Primärenergie, Strom, Gas, CO2 -Emissionszertifikate und Biomasse

Fixpreisvereinbarungen, langfristige Beschaffungspolitik Deckungsbeitragsrisiko

Energievertrieb: Nichterreichen der geplanten Deckungsbeiträge

Absicherungsstrategien: Diversifizierung der Kundensegmente sowie Geschäftsfelder, längerfristiger Verkauf von Kraftwerkskapazitäten, Fixpreisvereinbarungen

Netzbetrieb: Nichtanerkennung der Vollkosten des Netzbetriebs im Netztarif durch den Regulator

Lobbying bei nationalen und internationalen Behörden und Interessenvertretungen

Counterparty Risk

Vollständiger/teilweiser Ausfall einer von einem Geschäftspartner zugesagten Leistung

Vertragliche Konstruktionen, Versicherungen und Diversifizierung der Geschäftspartner

Lieferantenrisiko

Steigende Projektkosten beim Aufbau neuer Produktionskapazitäten

Partnerschaften, weitestgehend vertragliche Absicherung der wirtschaftlichen Parameter, externe Expertisen

Finanzrisiken

Fremdwährungsrisiken

Translationsrisiken bei der Fremdwährungsumrechnung im Konzernabschluss

Finanzierung in JPY und CHF

Überwachung, Limits und Absicherungsinstrumente

Liquiditätsrisiko

Nicht fristgerechte Begleichung eingegangener Verbindlichkeiten

Langfristig abgestimmte und zentral gesteuerte Finanzplanung, vertragliche Absicherung des benötigten Finanzierungsbedarfs

Beteiligungsrisiken

Nichterreichung der Gewinnziele einer Beteiligungsgesellschaft

Vertretungen im Aufsichtsrat der jeweiligen Beteiligungsgesellschaft

Ratingveränderung

Bei Verringerung der Rating-Einstufung höhere Refinanzierungskosten

Sicherstellung der Einhaltung relevanter Finanzkennzahlen Zinsänderungsrisiken

Veränderungen der Marktzinsen, Wertveränderung der variabel verzinsten Finanzinstrumente

Einsatz von Absicherungsinstrumenten

Betriebsrisiken

Technologierisiko

Spätes Erkennen und Umsetzen von neuen Technologien

Aktive Teilnahme an externen Forschungsprojekten und eine ständige Anpassung an den Stand der Technik

Infrastrukturrisiken

Falsche Auslegung und Verwendung der technischen Anlagen

Beheben von technischen Schwachstellen, regelmäßige Kontrollen und Überprüfungen der vorhandenen und zukünftig benötigten Infrastruktur

Störungen Fremdanlagen

Landesweite Netzstörung durch den Zusammenschluss der europäischen Stromnetze

Technische Nachrüstungen bei den Schnittstellen der unterschiedlichen Netze, Ausbau der Netzkapazitäten in Österreich

Vertragsrisiken

Nichterkennen von Problemen im juristischen, wirtschaftlichen und technischen Sinn; Vertragsrisiko aus Finanzierungsverträgen

Umfassende Legal Due Diligence, Zukauf von Expertise/ Rechtsberatung, Vertragsdatenbank und laufendes Monitoring

Rechtliche, politische und makroökonomische Umfeldrisiken Gesetzgebung/Politisches Risiko

Veränderung der rechtlichen Rahmenbedingungen (z.B. Umweltgesetze oder wechselnde rechtliche Rahmenbedingungen in Südosteuropa)

Zusammenarbeit mit Interessenvertretungen, Verbänden und Behörden auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene

Rechts- und Prozessrisiko

Nichteinhalten von Vertragsverhältnissen zwischen mehreren Parteien oder Prozessrisiko aus diversen Klagen

Lobbying über lokale, regionale, nationale und EU-weite Interessenvertretungen

Sonstige Risiken

Unerlaubte Vorteilsgewährung

Weitergabe interner vertraulicher Informationen an Dritte und unerlaubte Vorteilsgewährung

Interne Kontrollsysteme, einheitliche Richtlinien und Standards sowie Reorganisation der Töchter in Südosteuropa, Verhaltenskodex

Projektrisiko

Steigende Projektkosten beim Aufbau neuer Kapazitäten infolge nachträglicher technischer Anpassungen und Änderungen der rechtlichen Rahmenbedingungen

Weitestgehend vertragliche Absicherung der wirtschaftlichen Parameter

Sonstige Risiken

Mitarbeiterrisiko

Verlust von hochqualifizierten Mitarbeitenden, Ausfall durch Arbeitsunfälle, personelle Über- oder Unterkapazitäten, Kommunikationsprobleme, kulturelle Barrieren

Attraktives Arbeitsumfeld und Entlohnungssystem, Gesundheits- und Sicherheitsvorsorge, flexible Arbeitszeitmodelle, Schulungen, Konzerntage

Co-Investment-Risiko

Risiken in Zusammenhang mit der Durchführung von Großprojekten gemeinsam mit einem Partnerunternehmen Vertragliche Absicherung, effizientes Projektmanagement

Sabotage

Sabotage beispielsweise bei Gasleitungen, Kläranlagen und Müllverbrennungsanlagen

Geeignete Sicherheitsvorkehrungen, regelmäßige Messung der Wasserqualität und der Emissionswerte

Wesentliche Merkmale des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems in Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess

Einleitung

Gemäß § 267 Abs. 3b in Verbindung mit § 243a Abs. 2 UGB in der Fassung des URÄG 2008 sind im Konzernlagebericht von Gesellschaften, deren Aktien zum Handel auf einem geregelten Markt zugelassen sind, die wichtigsten Merkmale des internen Kontrollund Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Konzernrechnungslegungsprozess zu beschreiben.

Die Einrichtung eines angemessenen internen Kontroll- und Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess liegt gemäß § 82 AktG in der Verantwortung des Vorstands.

Gemäß der Verpflichtung des URÄG 2008 hat die EVN ihr internes Kontrollsystem zu einem "Risikoorientierten Internen Kontrollsystem" (RIKS) weiterentwickelt und ausgebaut. Das RIKS wird durch Kontrollen der identifizierten risikobehafteten Prozesse in regelmäßigen Abständen überwacht. Das Ergebnis dieser Überwachungstätigkeiten wird dem Management und dem Aufsichtsrat berichtet. Das RIKS gewährleistet klare Zuständigkeiten und dokumentiert die entsprechenden Kontrollmaßnahmen, wodurch die Sicherheit in den Abläufen für die Erstellung der Finanzdaten weiter erhöht wird.

Für die Beschreibung der wesentlichen Merkmale wird die Struktur des Committee of Sponsoring Organizations of the Treadway Commission (COSO) herangezogen. Das COSO-Rahmenwerk besteht aus fünf zusammenhängenden Komponenten: Kontrollumfeld, Risikobeurteilung, Kontrollmaßnahmen, Information und Kommunikation sowie Überwachung.

Kontrollumfeld

Der von der EVN festgelegte Verhaltenskodex und die darin zugrunde gelegten Wertvorstellungen gelten für die Mitarbeitenden des gesamten Konzerns. Der Verhaltenskodex der EVN ist auf http://www.evn.at/verhaltenskodex.aspx in deutscher und unter http://www.evn.at/code-of-conduct.aspx in englischer Sprache abrufbar.

Die Erstellung des Konzernabschlusses erfolgt durch die Konzernfunktion Rechnungswesen. Der Abschlussprozess der EVN basiert auf einer einheitlichen Bilanzierungsrichtlinie, die neben den Bilanzierungsvorschriften auch die wesentlichen Prozesse und Termine konzernweit festlegt. Für die konzerninternen Abstimmungen und sonstigen Abschlussarbeiten bestehen verbindliche Anweisungen.

Die am Rechnungslegungsprozess beteiligten Mitarbeitenden erfüllen die qualitativen Anforderungen und werden regelmäßig geschult. Komplexe versicherungsmathematische Gutachten und Bewertungen werden durch darauf spezialisierte Dienstleister oder qualifizierte Mitarbeitende erstellt.

Im Zuge der Einführung des RIKS wurden im Rechnungswesen die Prozesse definiert, welche für dieses System relevant sind. In diesen Prozessen wurden die Prozessschritte, welche ein Risiko beinhalten, gekennzeichnet, und es wurde festgelegt, durch welche Kontrollmaßnahmen die Risiken zu überwachen sind.

Für die Einhaltung der Prozesse sowie der zugehörigen Kontrollmaßnahmen sind die jeweiligen Prozessverantwortlichen, das sind im Wesentlichen die Leiter der strategischen Geschäftseinheiten sowie der Konzernfunktionen, zuständig.

Risikobeurteilung und Kontrollmaßnahmen

Zur Vermeidung von wesentlichen Fehldarstellungen bei der Abbildung von Transaktionen wurden mehrstufig aufgebaute Sicherungsmaßnahmen implementiert, mit dem Ziel, dass die Einzelabschlüsse nach IFRS sämtlicher Tochtergesellschaften richtig erfasst werden. Diese Maßnahmen umfassen sowohl automatisierte Kontrollen in der Konsolidierungssoftware als auch manuelle Kontrollen in den Konzernfunktionen Controlling und Rechnungswesen.

Auf Basis der Abschlüsse der Tochterunternehmen führen diese beiden Fachabteilungen umfangreiche Plausibilitätsüberprüfungen durch, damit die Daten der Einzelabschlüsse richtig in den Konzernabschluss übernommen werden.

Die Überprüfung der Abschlussdaten sieht vor, dass die Daten vor Konsolidierung als auch nach Konsolidierung zentral auf Positions-, Segment- und Konzernebene analysiert werden. Erst nach Durchführung dieser Qualitätskontrollen auf allen Stufen erfolgt die Freigabe des Konzernabschlusses.

Das Rechnungswesen der EVN AG und der wesentlichsten in- und ausländischen Tochtergesellschaften wird in SAP-FI geführt. Die Erstellung des Konzernabschlusses nach IFRS erfolgt in Hyperion Financial Management, in das die Werte der Einzelabschlüsse der konsolidierten Gesellschaften mittels Schnittstelle übernommen werden. Die Rechnungswesensysteme sowie alle vorgelagerten Systeme sind durch Zugriffsberechtigungen und automatische sowie zwingend im Prozess vorgesehene manuelle Kontrollschritte geschützt.

Die Kontrollmaßnahmen reichen von der Durchsicht der verschiedenen Ergebnisse durch die verantwortlichen Mitarbeitenden bis hin zur Überleitung von Konten und der Analyse der Prozesse im Rechnungswesen.

Das RIKS und die für das Rechnungswesen relevanten Prozesse werden einmal jährlich vom zuständigen Assessor dahingehend überprüft, ob die Kontrollen durchgeführt worden sind, ob es Risikovorfälle im Geschäftsjahr gegeben hat und ob die Kontrollen weiterhin geeignet sind, die vorhandenen Risiken abzudecken. Im Geschäftsjahr 2009/10 kam es aufgrund der Implementierung bzw. erstmaligen Anwendung des RIKS noch zu keinen Anpassungen oder sonstigen Veränderungen des Systems.

Information, Kommunikation und Überwachung

Der Aufsichtsrat wird vom Vorstand vierteljährlich mit einem umfassenden Bericht über die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage, der sowohl eine Bilanz als auch eine Gewinn-und-Verlust-Rechnung sowie weiterführende Analysen enthält, informiert. Darüber hinaus ergeht einmal jährlich eine RIKS-Berichterstattung an den Vorstand und den Prüfungsausschuß des Aufsichtsrats, welche als Informationsgrundlage zur Beurteilung der Effizienz und Effektivität des RIKS-Systems dient und die Steuerbarkeit des RIKS durch die dafür vorgesehenen Gremien gewährleisten soll. Die RIKS-Berichterstellung erfolgt durch den RIKS-Manager in Zusammenarbeit mit dem RIKS-Komitee auf Basis der Informationen der RIKS-Bereichsverantwortlichen, der Kontrolldurchführenden und der Assessoren.

Zur Wahrnehmung der Überwachungs- und Kontrollfunktion im Hinblick auf eine ordnungsgemäße Rechnungslegung und Berichterstattung werden weiters die relevanten Informationen auch den Leitungsorganen und wesentlichen Mitarbeitenden der jeweiligen Gesellschaft zur Verfügung gestellt.

Die interne Revision der EVN führt regelmäßig rechnungswesenbezogene Prüfungen durch, deren Feststellungen ebenfalls bei laufenden Verbesserungen des internen Kontroll- und des Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess Berücksichtigung finden.

Angaben gemäß § 243a Z 1 Unternehmensgesetzbuch (UGB)

  1. Per 30. September 2010 betrug das Grundkapital der EVN AG 300.000.000 Euro und war unterteilt in 163.525.820 Stück auf den Inhaber lautende Stückaktien. Form und Inhalt der Aktienurkunden, Gewinnanteilscheine, Erneuerungsscheine, Zwischenscheine, Zwischensammelurkunden, Teilschuldverschreibungen, Zins- und Optionsscheine setzt der Vorstand fest. Der Anspruch auf Einzelverbriefung der Aktien ist ausgeschlossen. Alle Aktien haben die gleichen Rechte und Pflichten.

Nach dem Bilanzstichtag, am 27. Oktober 2010 beschloss der Vorstand der EVN AG mit Zustimmung des Aufsichtsrats eine Kapitalerhöhung aus genehmigtem Kapital durch die Ausgabe von 16.352.582 neuen, auf Inhaber lautenden Stückaktien mit Bezugsrechten im Verhältnis 10:1. Das Grundkapital wurde mit der Durchführung der Kapitalerhöhung von 300,0 Mio. Euro um 10,0 % auf 330,0 Mio. Euro erhöht. Der Bezugspreis pro Aktie wurde mit 11,0 Euro pro Aktie festgelegt. Die Bezugsfrist für die Aktionäre der EVN AG lief vom 29. Oktober bis einschließlich 12. November 2010. EVN floss aus der Kapitalerhöhung ein Nettoemissionserlös von rund 173,0 Mio. Euro zu, der für Stärkung der Bilanz und Unterstützung des Ratings der EVN Gruppe sowie für Investitionen in erneuerbare Energieprojekte in Niederösterreich und den Ausbau von Wasserkraft außerhalb Niederösterreichs in Österreich und in angrenzenden Ländern verwendet wird. Erster Handelstag der neuen Aktien an der Wiener Börse war am 2. November 2010. Die Mehrheitsaktionärin NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH hat ihre Bezugsrechte zur Gänze ausgeübt, sodass sie nach Durchführung der Kapitalerhöhung weiterhin 51,0 % des Grundkapitals der EVN AG hält. Insgesamt wurden 9.597.864 Aktien oder 58,7% der gesamten Kapitalerhöhung von 16.352.582 neuen Aktien von bezugsberechtigten Aktionären, einschließlich der Mehrheitsaktionärin NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH, gezeichnet. 129.875 neue Aktien werden berechtigten Mitarbeitenden zugeteilt, und 6.624.843 neue Aktien oder 40,5 % aller neu ausgegebenen Aktien wurden somit im Rahmen der Vorabplatzierung mit institutionellen Investoren platziert.

    1. Es gibt keine über die allgemeinen Bestimmungen des Aktienrechts hinausgehenden Beschränkungen der Stimmrechte.
    1. Auf Basis verfassungsrechtlicher Vorschriften ist das Land Niederösterreich, das seine Anteile über die NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH hält, mit rund 51 % Mehrheitseigentümer der EVN AG. Der Ankauf der zum Bilanzstichtag gehaltenen eigenen Aktien in Höhe von 467.328 Stück (das sind 0,29 % des Grundkapitals; 30. September 2009: 534.864 Stück bzw. 0,33 % vom Grundkapital) erfolgte zur Gänze unter Bezugnahme auf das in der 79. ordentlichen Hauptversammlung der EVN AG vom 17. Jänner 2008 genehmigte Rückkaufprogramm. Dieses Programm wurde aufgrund der Genehmigung eines neuen Aktienrückkaufprogramms durch die 80. ordentliche Hauptversammlung der EVN AG vom 15. Jänner 2009 vorzeitig beendet. Von der neuen Ermächtigung wurde bisher kein Gebrauch gemacht. Im Geschäftsjahr 2009/10 erfolgte der Verkauf von 67.536 Stück eigener Anteile, um diese an Stelle einer aufgrund einer Betriebsvereinbarung vorgesehenen Sonderzahlung ausgeben zu können. Die übrigen Aktien entfallen auf den Streubesitz.

Die EnBW Energie Baden-Württemberg AG hat gem. § 91 Abs. 1 BörseG bekannt gegeben, dass sie bei der am 30. Oktober 2010 im Firmenbuch eingetragenen Kapitalerhöhung der EVN AG ihre Bezugsrechte nicht ausgeübt hat und mit Eintragung dieser Kapitalerhöhung die Schwelle von 35 % der Stimmrechte an der EVN AG, nicht jedoch die Schwelle von 30 % der Stimmrechte an der EVN AG unterschritten hat.

    1. Es wurden keine Aktien mit besonderen Kontrollrechten ausgegeben.
    1. Mitarbeitende, die im Besitz von Aktien sind, üben ihr Stimmrecht bei der Hauptversammlung aus.
    1. Der Vorstand besteht aus drei Mitgliedern, die vom Aufsichtsrat bestellt und abberufen werden. Dabei ist neben den aktienrechtlichen Vorschriften insbesondere auch das Stellenbesetzungsgesetz einzuhalten, das eine öffentliche Ausschreibung vorsieht. Der Aufsichtsrat besteht aus mindestens zehn und höchstens fünfzehn von der Hauptversammlung zu wählenden Mitgliedern. Die Wahl erfolgt auf die längste nach dem Aktiengesetz zulässige Dauer.
    1. In der Hauptversammlung am 21. Jänner 2010 wurde der Vorstand für höchstens fünf Jahre nach Eintragung der Satzungsänderung ermächtigt, das Grundkapital um bis zu 30.000.000 Euro, allenfalls in mehreren Tranchen, durch Ausgabe von bis zu 16.352.582 Stück auf den Inhaber lautenden Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen zu erhöhen und die jeweilige Ausübung, den Ausgabekurs sowie die Ausgabebedingungen im Einvernehmen mit dem Aufsichtsrat festzusetzen, sofern sichergestellt ist, dass der Anteil der Beteiligung der NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH an der EVN AG auch nach der Kapitalerhöhung nicht unter 51 % des Grundkapitals an der EVN AG fällt (§ 2 Bundesverfassungsgesetz, mit dem die Eigentumsverhältnisse an den Unternehmen der österreichischen Elektrizitätswirtschaft geregelt werden (BGBl I 143/1998), und §1 NÖ Landesbeteiligungsgesetz (NÖ LGBl 3930-0)). Von dieser Ermächtigung wurde nach dem Bilanzstichtag Gebrauch gemacht (siehe S. 30).
    1. Es bestehen keine Vereinbarungen hinsichtlich Kontrollwechsel bei Übernahmen.
    1. Entschädigungsvereinbarungen zugunsten von Organen oder Mitarbeitenden für den Fall eines öffentlichen Übernahmeangebots bestehen nicht.

Ausblick auf das Geschäftsjahr 2010/11

Der Geschäftserfolg der EVN im Energiebereich wird vor allem von den Strompreisen im Stromhandel auf den europäischen Spotund Terminmärkten sowie von den Preisen für Primärenergie und CO2 -Emissionszertifikate bestimmt. Zusätzlich wirkt die Entwicklung der Außentemperaturen auf die Verkaufsmengen der Energie. Die rückläufigen Primärenergiepreise ermöglichten es, die Ende 2009 vorgenommene Erhöhung der Gaspreise im Laufe des Geschäftsjahres 2008/09 in Form von zwei Preissenkungen und einer weiteren per 1. Dezember 2009 wieder voll an Endkunden in Niederösterreich zurückzugeben. Die Strompreise für die Endkunden sind in Niederösterreich stabil geblieben. In Mazedonien hat per 1. Jänner 2010 der Regulator die Absatzpreise für Strom um rund 10,0 % erhöht, von der Gesamterhöhung entfielen rund 51,0 % auf die EVN Macedonia. In Bulgarien wurden per 1. Juli 2010 die Endkundenpreise um 2,0 % erhöht, die Preise für den für die EVN relevanten Energiebezug wurden hingegen um etwa 8,0 % angehoben.

Die für das Geschäftsjahr 2010/11 erwartete Umsatz- und Ergebnisentwicklung resultiert demnach aus folgenden Faktoren:

  • Im Segment Erzeugung wird die EVN im Geschäftsjahr 2010/11 aufgrund der Inbetriebnahme des mit der Evonik Steag GmbH errichteten Steinkohlekraftwerks in Duisburg-Walsum per Mitte 2011 über eine größere Erzeugungskapazität der thermischen Kraftwerke verfügen. Es werden jedoch niedrigere Spreads zwischen den Primärenergieeinsatzkosten und den Stromhandelspreisen erwartet, die zu einem niedrigeren Einsatz der thermischen Kraftwerke in Niederösterreich führen können. Die aktuelle Entwicklung dieser beiden Faktoren wird daher voraussichtlich im Segment Erzeugung zu einer rückläufigen Ergebnisentwicklung führen.
  • Im Segment Netzinfrastruktur Inland wird unter der Annahme eines durchschnittlichen Temperaturverlaufs im Geschäftsjahr 2010/11 mit einem leicht rückläufigen Absatz der Strom-, aber vor allem der Gasnetze gerechnet. Hinsichtlich Tarifgestaltung wird mit keinen nennenswerten negativen Einflüssen auf die Netzerlöse gerechnet. Aufgrund weiterer interner Optimierungsmaßnahmen und Kosteneinsparungen könnte das Ergebnis an den Vorjahreswert anschließen. Im Bereich Kabel-TV und Telekommunikation wird weiterhin eine stabile Umsatz- und Ergebnisentwicklung erwartet.
  • Im Segment Energiehandel und -vertrieb wird im Geschäftsjahr 2010/11, unter der Annahme eines durchschnittlichen Temperaturverlaufs, im Gas- und Wärmebereich ein leichter Absatzrückgang im Vergleich zum relativ kalten Vorjahr erwartet. Im Stromvertrieb wird mit einem stabilen Absatz infolge der erstmaligen Vermarktung der erzeugten Strommenge aus dem Steinkohlekraftwerk Duisburg-Walsum ab Mitte 2011 gerechnet. In Summe wird im Segment Vertrieb mit einem leicht rückläufigen Umsatz, aufgrund niedrigerer Beschaffungspreise für Strom und Gas jedoch mit einer leichten Ergebnisverbesserung gerechnet.
  • Die Integration im Segment Energieversorgung Südosteuropa wird planmäßig fortgesetzt und sollte zu einer leicht steigenden Umsatz- und stabilen Ergebnisentwicklung führen. Der Geschäftsverlauf in Bulgarien wird unverändert von der erfolgreichen Bewältigung der Marktliberalisierung abhängen. In Mazedonien kann eine Ergebnisverbesserung nur bei Änderung der regulatorischen Rahmenbedingungen und des Energiegesetzes erreicht werden, im Übrigen werden Effizienzsteigerungen und eine weitere Reduktion der Netzverluste angestrebt.
  • Die positive Entwicklung im Segment Umwelt wird sich im Geschäftsjahr 2010/11 aufgrund des hohen Auftragswerts von über 1,2 Mrd. Euro in internationalen Projekten sowohl umsatz- als auch erfolgsmäßig fortsetzen. Der Anstieg wird überwiegend aus den Projekten im Wasserver- und -entsorgungsgeschäft sowie der thermischen Abfallverwertung kommen, die als BOOT-Modell ausgerichtet sind und sich derzeit in der Errichtungsphase befinden. Die Akquisition weiterer Großprojekte in Zentral-, Ost- und Südosteuropa wird erwartet. Im Bereich der Abfallverwertung in Niederösterreich wird für 2010/11 allerdings noch keine Erholung der Mengen- bzw. Preissituation erwartet.
  • Im Segment Strategische Beteiligungen und Sonstiges wird ein mit dem Geschäftsjahr 2009/10 vergleichbares Niveau angestrebt, wenngleich diese Erwartung in sehr starker Abhängigkeit zur weiteren Entwicklung der Primärenergie- und Strompreise bei den Beteiligungsunternehmen, RAG und VERBUND AG, stehen wird.

Bei Eintreten der genannten Prämissen kann für das Geschäftsjahr 2010/11 in Summe mit Umsatzerlösen auf Vorjahresniveau und einem stabilen operativen Ergebnis der EVN gerechnet werden. Das Finanzergebnis sollte ebenfalls auf dem Niveau des Vorjahres zu liegen kommen, was allerdings in hohem Ausmaß von der energiewirtschaftlichen Entwicklung bei den Beteiligungsunternehmen abhängig sein wird. Das Konzernergebnis sollte somit in Summe zumindest an das Ergebnis des erfolgreichen Geschäftsjahres 2009/10 anschließen können. Eine Fortsetzung der attraktiven Dividendenpolitik wird in Abstimmung mit dem wertorientierten Wachstumskurs angestrebt.

Für das Geschäftsjahr 2010/11 plant die EVN ein ähnliches Niveau der Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen als im Berichtsjahr. Die Investitionsschwerpunkte liegen unverändert im Segment Netzinfrastruktur Inland und Energieversorgung Südosteuropa. Zur Gewährleistung der Versorgungssicherheit bei steigender Nachfrage werden die Investitionen in das niederösterreichische Strom- und Gasnetz auf hohem Niveau weitergeführt. In Südosteuropa wird fortlaufend in die weitere Modernisierung der Netze und den Ausbau der Cogeneration-Anlage in Plovdiv investiert.

Ausblick Mio. EUR 2009/10 Prognose 2010/11 vs. 2009/10
Umsatzerlöse 2.752,1 auf Vorjahresniveau
Operatives Ergebnis (EBIT) 187,3 auf Vorjahresniveau
Finanzergebnis 83,6 auf Vorjahresniveau
Konzernergebnis 207,0 auf Vorjahresniveau
Investitionen 394,0 auf Vorjahresniveau

Maria Enzersdorf, am 22. November 2010 EVN AG Der Vorstand

Generaldirektor Dr. Burkhard Hofer Dipl.-Ing. Dr. Peter Layr Dipl.-Ing. Herbert Pöttschacher Sprecher des Vorstands Mitglied des Vorstands Mitglied des Vorstands

Konzernabschluss 2009/10

Nach International Financial Reporting Standards

Konzern-Bilanz 46
Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung 47
Gesamtergebnisrechnung 47
Konzern-Geldflussrechnung 48
Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals 49
Segmentberichterstattung 50
Konzernanhang 52
Grundsätze der Rechnungslegung
55
Konsolidierung
58
Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze
69
Erläuterungen zur Konzern-Bilanz
82
Erläuterungen zur Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung
86
Sonstige Angaben
Finanzinformationen zu Gemeinschaftsunternehmen
94
und at Equity einbezogenen assoziierten Unternehmen
Beteiligungen der EVN 95
Bestätigungsvermerk 99

Konzern-Bilanz

Erläuterung 30.9.2010
Tsd. EUR
30.9.2009
Tsd. EUR
Aktiva
Langfristige Vermögenswerte
Immaterielle Vermögenswerte 25 360.984,1 365.178,7
Sachanlagen 26 2.818.176,2 2.653.090,4
At Equity einbezogene assoziierte Unternehmen 27 733.974,5 712.487,8
Sonstige Beteiligungen 27 1.077.750,3 1.409.696,6
Aktive latente Steuern 39 6.473,2 1.198,9
Übrige Vermögenswerte 28 744.786,7 619.545,5
5.742.144,9 5.761.198,0
Kurzfristige Vermögenswerte
Vorräte 29 135.719,6 137.292,0
Forderungen 30 506.048,9 579.655,9
Wertpapiere 31 223.778,5 86.736,1
Liquide Mittel 57 123.511,9 130.479,8
989.058,9 934.163,7
Summe Aktiva 6.731.203,8 6.695.361,7
Passiva
Eigenkapital
Anteile der Aktionäre der EVN AG 32–36 2.679.522,1 2.783.788,6
Nicht beherrschende Anteile 37 345.740,5 343.390,0
3.025.262,6 3.127.178,7
Langfristige Schulden
Langfristige Finanzverbindlichkeiten 38 1.726.422,0 1.702.483,6
Latente Steuerverbindlichkeiten 39 227.070,8 307.101,4
Langfristige Rückstellungen 40 449.973,5 444.787,7
Vereinnahmte Baukosten- und Investitionszuschüsse 41 397.911,1 379.070,7
Übrige langfristige Verbindlichkeiten 42 63.073,6 90.215,3
2.864.451,1 2.923.658,7
Kurzfristige Schulden
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 43 205.247,1 16.992,1
Steuerverbindlichkeiten 44 63.049,6 58.692,8
Lieferantenverbindlichkeiten 45 339.338,6 328.743,9
Kurzfristige Rückstellungen 46 120.646,0 83.623,0
Übrige kurzfristige Verbindlichkeiten 47 113.208,9 156.472,5
841.490,2 644.524,3
Summe Passiva 6.731.203,8 6.695.361,7

Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung

Erläuterung 2009/10
Tsd. EUR
2008/09
Tsd. EUR
Umsatzerlöse 48 2.752.127,7 2.727.017,9
Sonstige betriebliche Erträge1) 49 69.711,9 83.266,8
Materialaufwand und Aufwand für bezogene Leistungen 50 –1.914.471,8 –1.950.692,9
Personalaufwand 51 –329.231,8 –319.445,0
Abschreibungen 52 –229.313,0 –198.180,0
Sonstige betriebliche Aufwendungen 53 –161.534,4 –166.765,7
Operatives Ergebnis (EBIT) 187.288,6 175.201,2
Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen assoziierten Unternehmen 61.625,1 46.657,6
Ergebnis aus anderen Beteiligungen 54.717,0 47.368,9
Zinserträge 37.487,3 47.440,6
Zinsaufwendungen –69.408,2 –85.910,1
Sonstiges Finanzergebnis –841,2 –4.744,8
Finanzergebnis 54 83.580,0 50.812,2
Ergebnis vor Ertragsteuern 270.868,5 226.013,4
Ertragsteuern 55 –42.148,9 –28.003,9
Ergebnis nach Ertragsteuern 228.719,7 198.009,4
davon Ergebnisanteil der Aktionäre der EVN AG (Konzernergebnis) 206.952,1 177.943,6
davon Ergebnisanteil nicht beherrschender Anteile 21.767,5 20.065,8
Ergebnis je Aktie in EUR2) 56 1,27 1,09
Dividende je Aktie in EUR 0,403) 0,37

1) Bestandsveränderungen und aktivierte Eigenleistungen werden ab dem Geschäftsjahr 2009/10 als Teil der sonstigen betrieblichen Erträge ausgewiesen;

die Vorjahreswerte wurden entsprechend angepasst.

2) Verwässert ist gleich unverwässert 3) Vorschlag an die Hauptversammlung

Gesamtergebnisrechnung

Tsd. EUR 2009/10 2008/09
Ergebnis nach Ertragsteuern1) 228.719,7 198.009,4
Direkt im Eigenkapital erfasste Ergebnisse aus
Währungsdifferenzen –98,8 –5.538,9
Marktbewertung von anderen Beteiligungen –330.913,7 –345.257,7
Cash Flow Hedges 5.826,8 –7.507,4
at Equity einbezogenen assoziierten Unternehmen –5.430,9 –24.674,9
Summe direkt im Eigenkapital erfasste Ergebnisse
vor Ertragsteuern –330.616,6 –382.979,0
darauf entfallende Ertragsteuern2) 81.249,0 88.266,5
Summe direkt im Eigenkapital erfasste Ergebnisse
nach Ertragsteuern –249.367,6 –294.712,5
Gesamtergebnis der Periode –20.647,9 –96.703,0
davon Ergebnisanteil der Aktionäre der EVN AG –44.758,1 –114.155,6
davon Ergebnisanteil nicht beherrschender Anteile 24.110,1 17.452,6

1) Aus dem Ergebnis wird der Hauptversammlung eine Gewinnausschüttung von 0,40 EUR pro Aktie vorgeschlagen.

2) Die Ertragsteuern verteilen sich wie folgt auf die direkt im Eigenkapital erfassten Ergebnisse: Marktbewertung von anderen Beteiligungen: 82.728,7 Tsd. Euro

(Vorjahr: 86.303,9 Tsd. Euro), Cash Flow Hedges: –1.479,7 Tsd. Euro (Vorjahr: 1.962,6 Tsd. Euro).

Konzern-Geldflussrechnung

Erläuterung 30.9.2010
Tsd. EUR
30.9.2009
Tsd. EUR
Ergebnis vor Ertragsteuern 270.868,5 226.013,4
+ Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen 52 229.313,0 198.180,0
–/+ Nicht zahlungswirksames Ergebnis von at Equity einbezogenen assoziierten Unternehmen 27 –6.981,4 47.248,3
+ Verluste/– Gewinne aus Fremdwährungsbewertungen 1.248,5 –109,4
+/– Übriges nicht zahlungswirksames Finanzergebnis 651,1 –5.037,1
– Auflösung von Baukosten- und Investitionszuschüssen 49 –32.054,4 –32.128,6
– Gewinne aus dem Abgang von Vermögenswerten des Investitionsbereichs 57 –519,5 –3.103,5
+ Zunahme von langfristigen Rückstellungen 40 5.185,8 14.061,6
Cash Flow aus dem Ergebnis 467.711,6 445.124,7
+ Abnahme/– Zunahme der Vorräte und Forderungen 81.080,0 –48.251,0
+ Zunahme/– Abnahme von kurzfristigen Rückstellungen 37.023,1 –13.657,1
– Abnahme der Lieferantenverbindlichkeiten sowie der übrigen Verbindlichkeiten –51.080,5 –12.625,7
– Zahlungen für Ertragsteuern –35.456,4 –35.305,5
Cash Flow aus dem operativen Bereich 499.277,7 335.285,4
+ Einzahlungen aus Anlagenabgängen 57 2.927,6 8.630,2
+ Einzahlungen aus Baukosten- und Investitionszuschüssen 50.894,9 54.065,5
+ Einzahlungen aus Abgängen von Finanzanlagen und übrigen langfristigen Vermögenswerten 50.931,4 49.760,7
+ Einzahlungen aus Abgängen kurzfristiger Wertpapiere 40.515,3 200.604,4
– Nettoauszahlung für Unternehmenserwerbe 4 –20.440,1
– Auszahlungen für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen –389.583,5 –412.283,9
– Auszahlungen für Zugänge von Finanzanlagen und übrigen langfristigen Vermögenswerten –155.060,2 –106.176,7
– Auszahlungen für Zugänge kurzfristiger Wertpapiere –181.621,0 –174.542,1
Cash Flow aus dem Investitionsbereich –580.995,5 –400.382,1
+ Kapitaleinzahlung von nicht beherrschenden Anteilen 774,9 3.834,7
– Gewinnausschüttung an die Aktionäre der EVN AG 34 –60.306,7 –60.306,6
– Gewinnausschüttung an andere Gesellschafter 57 –22.534,6 –34.992,6
+ Verkauf/– Erwerb eigener Anteile 845,6 –3.283,9
+ Einzahlungen aus der Aufnahme von Finanzverbindlichkeiten 239.305,0 587.619,8
– Auszahlungen für die Tilgung von Finanzverbindlichkeiten –100.990,1 –408.611,8
Cash Flow aus dem Finanzierungsbereich 57.094,1 84.259,6
Cash Flow gesamt –24.623,6 19.163,0
Fondsveränderungen 57
Fonds der liquiden Mittel am Anfang der Periode 113.588,3 94.117,5
Währungsdifferenzen 100,2 307,8
Fonds der liquiden Mittel am Ende der Periode 89.064,8 113.588,3
Cash Flow gesamt –24.623,6 19.163,0

Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals

Tsd. EUR Grundkapital Kapital
rücklagen
Gewinn
rücklagen1)
Bewertungs
rücklage
gem. IAS 39
Unter
schiedsbetrag
aus der
Währungs
umrechnung
Eigene
Anteile
Anteile der
Aktionäre
der EVN AG
Nicht
beherrschende
Anteile
Summe
Stand 30.9.2008 300.000,0 108.431,3 1.558.131,1 1.011.982,0 2.136,7 –4.753,9 2.975.927,3 232.532,3 3.208.459,6
Gesamtergebnis der Periode 177.943,6 –286.560,3 –5.538,9 –114.155,6 17.452,6 –96.703,0
Kapitaleinzahlung von
nicht beherrschenden Anteilen
3.834,7 3.834,7
Dividende 2007/08 –60.306,6 –60.306,6 –34.992,6 –95.299,2
Erwerb eigener Anteile –3.283,9 –3.283,9 –3.283,9
Erstmalige Anwendung neuer IFRS2) –14.392,5 –14.392,5 –14.392,5
Änderungen Bilanzierungs- und
Bewertungsgrundsätze3)
125.604,5 125.604,5
Aktienerwerb von vollkonsolidierten
Unternehmen
–1.041,4 –1.041,4
Stand 30.9.2009 300.000,0 108.431,3 1.661.375,6 725.421,7 –3.402,2 –8.037,8 2.783.788,6 343.390,0 3.127.178,7
Gesamtergebnis der Periode 206.952,1 –251.611,4 –98,8 –44.758,1 24.110,1 –20.647,9
Kapitaleinzahlung von
nicht beherrschenden Anteilen
774,9 774,9
Dividende 2008/09 –60.306,7 –60.306,7 –22.534,6 –82.841,2
Verkauf eigener Anteile –169,4 1.014,9 845,6 845,6
Konsolidierungskreisänderungen/
Sonstiges
–47,3 –47,3 –47,3
Stand 30.9.2010 300.000,0 108.261,9 1.807.973,7 473.810,4 –3.501,1 –7.022,9 2.679.522,1 345.740,5 3.025.262,6

1) Inkl. Neubewertungsrücklage gem. IFRS 3 in Höhe von 7.050,6 Tsd. Euro, die im Vorjahr noch als eigene Position ausgewiesen war.

2) Effekt aus der erstmaligen, vorzeitigen Anwendung von IFRIC 12, die im Umweltbereich zu einer geänderten Darstellung der in den at Equity einbezogenen assoziierten Unternehmen ZOV und ZOV UIP erfassten Projekte führte.

3) Seit dem Geschäftsjahr 2008/09 hält die RBG unmittelbar 100,0 % an der RAG. Aufgrund einer neuen, verständlicheren Abbildung der RAG sind seither 100,0 % der RAG im Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen assoziierten Unternehmen abzubilden, 49,97 % davon sind dem Ergebnisanteil nicht beherrschender Anteile zuzurechnen. Daraus resultierte im Geschäftsjahr 2008/09 eine Erhöhung der at Equity einbezogenen assoziierten Unternehmen und der nicht beherrschenden Anteile.

Segmentberichterstattung

I Erzeugung I Netzinfrastruktur
Inland
I Energiehandel und
-vertrieb
I Energieversorgung
Südosteuropa
Segmentergebnis1)
Mio. EUR
2009/10 2008/09 2009/10 2008/09 2009/10 2008/09 2009/10 2008/09
Außenumsatz 25,6 30,1 428,9 404,8 1.139,3 1.147,1 862,2 877,3
Innenumsatz (zwischen Segmenten) 93,0 116,0 60,0 63,0 47,9 42,7 1,4
Gesamtumsatz 118,6 146,1 488,9 467,9 1.187,2 1.189,8 862,2 878,7
Operativer Aufwand –66,2 –61,9 –297,5 –308,7 –1.130,0 –1.156,4 –793,2 –813,8
EBITDA 52,5 84,2 191,4 159,1 57,3 33,4 69,0 64,9
Abschreibungen –34,0 –21,3 –96,8 –93,0 –13,9 –10,8 –60,4 –57,9
davon Wertminderungen –10,7 –1,1
Operatives Ergebnis (EBIT) 18,5 62,9 94,6 66,2 43,4 22,6 8,6 7,1
EBIT-Marge (%) 15,6 43,1 19,4 14,1 3,7 1,9 1,0 0,8
Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen
assoziierten Unternehmen –2,0 –1,4 0,4 0,1 10,2 10,9
Zinsergebnis –8,5 –5,9 –11,9 –13,5 –2,5 –1,6 –16,9 –24,6
Finanzergebnis –7,1 –6,5 –13,2 –13,8 8,0 10,4 –19,1 –25,5
Ergebnis vor Ertragsteuern 11,4 56,4 81,5 52,4 51,4 32,9 –10,5 –18,4
Firmenwerte 1,3 1,3 2,5 2,5 170,9 171,2
Buchwert der at Equity einbezogenen
assoziierten Unternehmen 63,3 60,1 1,8 1,5 51,4 46,3
Gesamtvermögen 458,0 436,5 1.620,7 1.547,7 665,0 627,0 1.089,7 1.037,5
Gesamtschulden 258,5 224,0 1.093,4 1.076,9 367,8 373,4 768,0 712,6
Investitionen2) 48,9 63,4 156,5 161,5 21,5 32,5 100,7 104,8
I
Umwelt
Strategische Beteiligungen
I
und Sonstiges I
Konsolidierung
I
Summe
I
2009/10 2008/09 2009/10 2008/09 2009/10 2008/09 2009/10 2008/09
Außenumsatz 268,7 236,1 27,4 31,6 2.752,1 2.727,0
Innenumsatz (zwischen Segmenten) 16,7 11,3 64,0 55,4 –281,7 –289,8
Gesamtumsatz 285,4 247,3 91,4 87,0 –281,7 –289,8 2.752,1 2.727,0
Operativer Aufwand –233,1 –205,3 –95,4 –96,2 279,8 288,7 –2.335,5 –2.353,6
EBITDA 52,3 42,0 –4,1 –9,2 –1,9 –1,1 416,6 373,4
Abschreibungen –24,3 –14,5 –1,8 –1,9 1,9 1,1 –229,3 –198,2
davon Wertminderungen –0,4 –12,2
Operatives Ergebnis (EBIT) 28,0 27,5 –5,9 –11,1 187,3 175,2
EBIT-Marge (%) 9,8 11,1 –6,4 –12,7 6,8 6,4
Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen
assoziierten Unternehmen 11,7 8,2 41,3 28,9 61,6 46,7
Zinsergebnis 5,2 8,1 2,7 –0,9 –31,9 –38,5
Finanzergebnis 18,5 17,5 97,7 73,1 –1,3 –4,4 83,6 50,8
Ergebnis vor Ertragsteuern 46,5 45,1 91,9 62,0 –1,3 –4,4 270,9 226,0
Firmenwerte 41,5 41,5 216,4 216,6
Buchwert der at Equity einbezogenen
assoziierten Unternehmen 60,6 51,5 556,9 553,2 734,0 712,5
Gesamtvermögen 1.345,2 1.135,4 2.854,2 2.943,4 –1.301,6 –1.032,2 6.731,2 6.695,4
Gesamtschulden 1.004,5 833,9 1.427,1 1.291,4 –1.213,5 –944,0 3.705,9 3.568,2
Investitionen2) 68,6 67,4 1,6 1,1 –3,6 –15,0 394,0 415,7

1) Gemäß neuer Segmentierung ab dem 1. Quartal 2009/10, siehe Erläuterung 24. Segmentberichterstattung

2) In Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen

Segmentinformationen nach Produkten – Umsatz Mio. EUR 2009/10 2008/09
Strom 1.903,1 1.928,8
Gas 351,0 339,4
Wärme 108,2 101,8
Umweltdienstleistungen 268,7 236,2
Sonstige 121,1 120,9
Gesamt 2.752,1 2.727,0
Segmentinformationen nach Regionen – Umsatz Mio. EUR 2009/10 2008/09
Österreich 1.700,6 1.678,6
Mittel- und Osteuropa 189,2 169,7
Südosteuropa 862,3 878,7
Gesamt 2.752,1 2.727,0
Segmentinformationen nach Regionen – 2009/10
Immaterielle
2008/09
Immaterielle
Langfristige Vermögenswerte
Mio. EUR
Vermögenswerte Sachanlagen Vermögenswerte Sachanlagen
Österreich 85,4 2.007,9 89,7 2.009,9
Mittel- und Osteuropa 43,1 66,7 43,3 33,5
Südosteuropa 232,4 743,6 232,2 609,7
Gesamt 361,0 2.818,2 365,2 2.653,1

Konzernanhang

Grundsätze der Rechnungslegung

1. Allgemeines

Die EVN AG als Mutterunternehmen des EVN Konzerns (EVN) ist ein in 2344 Maria Enzersdorf ansässiges, führendes börsenotiertes Energie- und Umweltdienstleistungsunternehmen.

Neben der Versorgung des niederösterreichischen Heimmarkts konnte sich EVN erfolgreich in der Energiewirtschaft Bulgariens und Mazedoniens positionieren. Im Umweltbereich werden über Tochtergesellschaften Kunden in 15 Ländern erfolgreich in den Bereichen Wasserversorgung, Abwasserentsorgung und thermische Abfallverwertung betreut.

Der Konzernabschluss wird auf den Stichtag des Jahresabschlusses der EVN AG aufgestellt. Das Geschäftsjahr der EVN AG umfasst den Zeitraum 1. Oktober bis 30. September.

Im Konzern erfolgt die Bilanzierung und Bewertung nach einheitlichen Kriterien. Weichen Abschlussstichtage einbezogener Unternehmen von jenem der EVN AG ab, werden Zwischenabschlüsse auf den Konzernbilanzstichtag erstellt. Die einbezogenen Abschlüsse aller nach nationalen Vorschriften prüfungspflichtigen oder freiwillig geprüften in- und ausländischen Unternehmen wurden von unabhängigen Wirtschaftsprüfern auf ihre Übereinstimmung mit einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsvorschriften der International Financial Reporting Standards (IFRSs) geprüft.

Zur übersichtlicheren Darstellung sind in der Konzern-Bilanz sowie in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung Posten zusammengefasst und im Konzernanhang nach dem Prinzip der Wesentlichkeit gesondert aufgeführt und erläutert.

Der Konzernabschluss wird zum Zweck der Übersichtlichkeit und Vergleichbarkeit, sofern nicht anders angegeben, grundsätzlich in Tausend Euro (Tsd. Euro bzw. Tsd. EUR) ausgewiesen. Durch die kaufmännische Rundung von Einzelpositionen und Prozentangaben kann es zu geringfügigen Rechendifferenzen kommen.

Die Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung wird nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.

2. Berichterstattung nach IFRS

Der vorliegende Konzernabschluss wurde in Anwendung von §245a UGB nach den Vorschriften aller am Abschlussstichtag vom International Accounting Standards Board (IASB) verlautbarten und anzuwendenden Richtlinien der IFRS sowie den Interpretationen des International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC), wie sie in der Europäischen Union (EU) anzuwenden sind, erstellt.

Folgende Standards und Interpretationen wurden erstmals im Geschäftsjahr 2009/10 angewendet:

2. Erstmals anwendbare Standards und Interpretationen Inkrafttreten1)
Neue Standards und Interpretationen
IFRS 8 Geschäftssegmente 1.1.2009
IFRIC 13 Kundentreueprogramme 1.1.2009
IFRIC 14 Die Begrenzung eines leistungsorientierten Vermögenswerts, Mindestfinanzierungsvorschriften und ihre Wechselwirkung 1.1.2009
IFRIC 16 Absicherung einer Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb 1.7.2009
Geänderte Standards und Interpretationen
IAS 1 Darstellung des Abschlusses 1.1.2009
IAS 23 Fremdkapitalkosten 1.1.2009
IAS 27 Konzern- und separate Einzelabschlüsse nach IFRS 1.1./1.7.2009
IAS 32 Finanzinstrumente: Darstellung 1.1.2009
IAS 39 Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung 1.11.2008/1.1./1.7.2009
IFRS 1 Erstmalige Anwendung der International Financial Reporting Standards 1.1.2009
IFRS 2 Anteilsbasierte Vergütungen 1.1.2009
IFRS 3 Unternehmenszusammenschlüsse 1.7.2009
IFRS 4 Versicherungsverträge 1.1.2009
IFRS 7 Finanzinstrumente: Angaben 1.11.2008/1.1.2009
IFRIC 9 Erneute Beurteilung eingebetteter Derivate 1.1.2009
Diverse Annual Improvements 2006–2008 1.1./1.7.2009

1) Die Standards sind gemäß dem Amtsblatt der EU für jene Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem Datum des Inkrafttretens beginnen.

Gemäß IFRS 8, der als Ersatz von IAS 14 gilt, hat die Identifizierung der operativen Segmente auf Basis der internen Steuerung (Management Approach) zu erfolgen. Daraus resultierend wurden die früheren Business Units des Segments Energie ab dem Geschäftsjahr 2009/10 als eigene Segmente dargestellt. Weiters regelt der neue Standard die Angaben zu Geschäftssegmenten, Produkten und Dienstleistungen, Regionen sowie Kundenbeziehungen.

Aufgrund der neuen Interpretationen IFRIC 13, IFRIC 14 und IFRIC 16 ergaben sich keine Änderungen für den Konzernabschluss.

Durch die Änderung von IAS 1 wurde der Konzernabschluss um die Darstellung einer Gesamtergebnisrechnung ergänzt, in der sämtliche in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung erfassten Ertrags- und Aufwandsposten sowie alle ergebnisneutral im Eigenkapital erfassten Erfolgsbestandteile dargestellt werden. Die Entwicklung des Eigenkapitals umfasst folglich fortan lediglich Details zu Geschäftsvorfällen mit Anteilseignern, sämtliche übrige Eigenkapitalveränderungen werden nunmehr in einer einzigen Zeile dargestellt.

Die wesentliche Änderung des IAS 23 betrifft die Streichung des Wahlrechts, Fremdkapitalkosten sogleich als Aufwand zu erfassen, wenn sie direkt dem Erwerb, dem Bau oder der Herstellung eines qualifizierten Vermögenswerts zugeordnet werden können. Da EVN bereits seit jeher eine Aktivierung von Fremdkapitalzinsen durchgeführt hat, ergeben sich durch diese Änderung auch keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss.

Die wesentlichen Änderungen von IAS 27 und IFRS 3 beziehen sich auf die Vorschriften zur Bilanzierung von Unternehmenserwerben. Dabei ist besonderes Augenmerk auf die Neuerungen bei sukzessiven Anteilserwerben und auf die Bewertung von nicht beherrschenden Anteilen bei Unternehmenserwerben zu legen. Darüber hinaus sind Anschaffungsnebenkosten künftig als Aufwand zu erfassen.

Die Änderungen in IFRS 7 betreffen die Erweiterung der Angabepflichten um Informationen zur Ermittlung der Fair Values und beziehen sich somit gänzlich auf die Aufbereitung der externen Berichterstattung (siehe Erläuterung 59. Berichterstattung zu Finanzinstrumenten).

Aufgrund der Änderungen zu IAS 32, IAS 39, IFRS 1, IFRS 2, IFRS 4, IFRIC 9 sowie den "Annual Improvements 2006–2008" ergaben sich keine Änderungen für den Konzernabschluss der EVN.

Es wurden keine neuen oder geänderten Standards und Interpretationen vorzeitig angewendet.

Die folgenden Standards und Interpretationen wurden bis zum Erstellungszeitpunkt des Konzernabschlusses vom IASB ausgegeben, zum Großteil von der EU übernommen und im Amtsblatt der EU veröffentlicht:

2. Noch nicht anwendbare Standards und Interpretationen Inkrafttreten
Neue Standards und Interpretationen
IFRS 9 Finanzinstrumente 1.1.20131)
IFRIC 15 Vereinbarung über die Errichtung von Immobilien 1.1.20102)
IFRIC 17 Sachdividenden an Eigentümer 1.11.20092)
IFRIC 18 Übertragung eines Vermögenswerts durch einen Kunden 1.11.20092)
IFRIC 19 Tilgung finanzieller Verbindlichkeiten durch Eigenkapitalinstrumente 1.7.20102)
Geänderte Standards und Interpretationen
IAS 10 Ereignisse nach der Berichtsperiode 1.11.20092)
IAS 24 Angaben über Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen 1.1.20112)
IAS 32 Finanzinstrumente: Darstellung 1.2.20102)
IFRS 1 Erstmalige Anwendung der International Financial Reporting Standards 1.11.2009/1.1./1.7.20102)
IFRS 2 Anteilsbasierte Vergütungen 1.1.20102)
IFRS 5 Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte 1.11.20092)
IFRS 7 Finanzinstrumente: Angaben 1.7.20102)
IFRS 8 Geschäftssegmente 1.1.20112)
IFRIC 4 Beurteilung, ob eine Vereinbarung ein Leasingverhältnis enthält 1.1.20102)
IFRIC 14 Die Begrenzung eines leistungsorientierten Vermögenswerts, Mindestfinanzierungsvorschriften und ihre Wechselwirkung 1.1.20112)
Diverse Annual Improvements 2007–2009 1.1.20102)
Diverse Annual Improvements 2010 1.1.20111)

1) Die Standards, die von der EU noch nicht übernommen wurden, sind gemäß IASB für jene Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem Datum des Inkrafttretens beginnen. 2) Die Standards sind gemäß dem Amtsblatt der EU für jene Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem Datum des Inkrafttretens beginnen.

Der neue IFRS 9, der Teil des Projekts für einen Nachfolgestandard von IAS 39 ist, sieht einen teilweisen Ersatz der bisherigen Bewertungskategorien vor. Daraus werden sich Auswirkungen auf den Konzernabschluss der EVN hinsichtlich der Klassifizierung und Bewertung finanzieller Vermögenswerte ergeben, die jedoch aufgrund der laufenden Überarbeitungen des neuen Standards derzeit noch nicht verlässlich abgeschätzt werden können.

Aus der zukünftigen, erstmaligen Anwendung der restlichen neuen Standards und Interpretationen rechnet EVN mit keinen wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage. Die Auswirkungen der geänderten Standards und Interpretationen auf die Darstellung des Konzernabschlusses und die Angaben im Konzernabschluss werden derzeit untersucht.

Konsolidierung

3. Konsolidierungsmethoden

Die Kapitalkonsolidierung erfolgt durch Verrechnung der Anschaffungskosten mit dem neu bewerteten anteiligen Nettovermögen der Tochterunternehmen zum Zeitpunkt ihres Erwerbs.

Im Konzernabschluss werden alle wesentlichen Unternehmen, bei welchen die EVN AG unmittelbar oder mittelbar beherrschenden Einfluss auf Finanz- und Geschäftspolitik ausüben kann (Tochterunternehmen), vollkonsolidiert. Dies ist in der Regel bei einem Besitz von mehr als 50,0% der Stimmrechte der Fall, kann sich aber auch aus einer bestehenden wirtschaftlichen Verfügungsmacht an der Tätigkeit der betroffenen Gesellschaften heraus ergeben, die dazu berechtigt, mehrheitlich den wirtschaftlichen Nutzen zu ziehen, bzw. dazu verpflichtet, die Risiken zu tragen. Es erfolgt keine Vollkonsolidierung von Tochterunternehmen, an denen die EVN AG mehr als 50,0% der Anteile hält, sofern aufgrund von Sondervereinbarungen kein Einfluss auf deren Finanz- und Geschäftspolitik ausgeübt wird. Erstkonsolidierungen erfolgen zum Erwerbszeitpunkt bzw. zum Zeitpunkt der Erlangung eines beherrschenden Einflusses und enden mit dessen Wegfall.

Im Zuge von Unternehmenserwerben gemäß IFRS 3 werden Vermögenswerte und Schulden (einschließlich Eventualschulden) unabhängig von der Höhe eventuell bestehender nicht beherrschender Anteile mit ihren vollen beizulegenden Zeitwerten angesetzt. Immaterielle Vermögenswerte sind gesondert vom Firmenwert zu bilanzieren, wenn sie vom Unternehmen trennbar sind oder aus einem gesetzlichen, vertraglichen oder anderen Rechtsanspruch resultieren. Restrukturierungsrückstellungen dürfen im Rahmen der Kaufpreisallokation nicht neu gebildet werden. Verbleibende aktive Unterschiedsbeträge, die dem Veräußerer nicht näher identifizierbare Marktchancen und Entwicklungspotenziale abgelten, werden in Landeswährung im zugehörigen Segment als Firmenwert aktiviert. Ergeben sich negative Unterschiedsbeträge, werden diese nach einer erneuten Beurteilung der Bewertung der identifizierten Vermögenswerte und Schulden (einschließlich Eventualschulden) des erworbenen Unternehmens und der Bemessung der Anschaffungskosten erfolgswirksam erfasst. Die aufgedeckten stillen Reserven und Lasten werden im Rahmen der Folgekonsolidierung entsprechend den korrespondierenden Vermögenswerten und Schulden fortgeführt.

Beim Erwerb zusätzlicher Anteile an Gesellschaften, an denen bereits beherrschender Einfluss besteht, wird der Unterschiedsbetrag aus Anschaffungskosten und anteiligem Eigenkapital den stillen Reserven zugerechnet. Ein verbleibender Unterschiedsbetrag wird dem Firmenwert zugeordnet.

Die Konsolidierung von Gemeinschaftsunternehmen (gemeinschaftliche Leitung in Abstimmung mit einem oder mehreren konzernfremden Unternehmen) erfolgt quotal (anteilsmäßig), Unternehmen, auf welche die EVN AG direkt oder indirekt einen maßgeblichen Einfluss ausüben kann (assoziierte Unternehmen), werden at Equity einbezogen. In beiden Fällen gelten dieselben Konsolidierungsgrundsätze wie für Tochterunternehmen. Den Jahresabschlüssen der at Equity einbezogenen assoziierten Unternehmen liegen einheitliche Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze zugrunde.

Tochterunternehmen, Gemeinschaftsunternehmen sowie assoziierte Unternehmen, deren Einfluss auf die Vermögens-, Finanzund Ertragslage im Einzelnen und insgesamt unwesentlich ist, werden nicht konsolidiert. Diese Unternehmen werden mit dem beizulegenden Zeitwert, der in der Regel den fortgeführten Anschaffungskosten entspricht, berücksichtigt. Für die Beurteilung der Wesentlichkeit werden jeweils die Bilanzsumme, die Summe des Anlagevermögens, das anteilige Eigenkapital sowie der Außenumsatz des Unternehmens im Verhältnis zur Konzernsumme herangezogen.

Konzerninterne Forderungen und Verbindlichkeiten, Aufwendungen und Erträge sowie Ergebnisse aus der Verrechnung zwischen Unternehmen des Voll- und Quotenkonsolidierungskreises werden eliminiert, soweit sie nicht von untergeordneter Bedeutung sind. Bei sämtlichen ergebniswirksamen Konsolidierungsvorgängen werden ertragsteuerliche Auswirkungen berücksichtigt und latente Steuern in Ansatz gebracht.

Die im Geschäftsjahr in den Einzelabschlüssen vorgenommenen Zu- bzw. Abschreibungen auf Anteile an Konzerngesellschaften werden im Konzernabschluss neutralisiert.

4. Konsolidierungskreis

Die Festlegung des Konsolidierungskreises erfolgt nach den Grundsätzen des IAS 27. Dementsprechend sind zum 30. September 2010 einschließlich der EVN AG als Muttergesellschaft 26 inländische und 34 ausländische Unternehmen als vollkonsolidierte Unternehmen in den Konzernabschluss einbezogen (Vorjahr: 26 inländische und 27 ausländische vollkonsolidierte Unternehmen). 35 verbundene Unternehmen (Vorjahr: 36) wurden aufgrund ihrer untergeordneten Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der EVN nicht konsolidiert.

EVN AG ist als Kommanditist der EVN KG zu 100,0 % am Vermögen und am Ergebnis der EVN KG beteiligt. Komplementärin ohne Vermögenseinlage der EVN KG ist die Energieallianz. Auf Basis der zwischen den Gesellschaftern der Energieallianz abgeschlossenen Vereinbarungen hinsichtlich der Geschäftsführung der EVN KG erfolgt eine anteilsmäßige Konsolidierung (Quotenkonsolidierung) der EVN KG im Konzernabschluss. Dabei wird EVN KG aufgrund der sondervertraglichen Regelungen entsprechend der Vermögenseinlage zu 100,0 % einbezogen.

Die vollkonsolidierte RBG, an der EVN unverändert 50,03 % der Anteile hält, ist mit 100,0 % an der RAG beteiligt. Da aufgrund vertraglicher Vereinbarungen keine Möglichkeit eines beherrschenden Einflusses besteht, wird die RAG weiterhin at Equity einbezogen.

EconGas, an der die EVN AG unverändert zum Vorjahr einen Kapitalanteil von 16,5 % hält, wird bedingt durch sondervertragliche Regelungen, auf Basis derer maßgeblicher Einfluss ausgeübt werden kann, at Equity einbezogen.

Eine Übersicht der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen ist ab Seite 95 unter Beteiligungen der EVN angeführt. Der Konsolidierungskreis (einschließlich der EVN AG als Muttergesellschaft) entwickelte sich im Berichtsjahr wie folgt:

4. Veränderungen des Konsolidierungskreises Voll
konsolidiert
Quoten
konsolidiert
Equity
konsolidiert
Summe
30.9.2008 51 4 13 68
Neugründungen und Erstkonsolidierungen 2 1 2 5
Unternehmenserwerbe 2 2
Verschmelzungen und Entkonsolidierung –2 –1 –3
30.9.2009 53 5 14 72
Neugründungen und Erstkonsolidierungen 8 1 9
Entkonsolidierung –1 –1
30.9.2010 60 5 15 80
davon ausländische Unternehmen 34 5 39

Neugründungen und Erstkonsolidierungen

Im Juli 2009 erhielt WTE Wassertechnik GmbH, Essen, Deutschland, den Auftrag zur Errichtung von Abwasserbeseitigungsanlagen in Budva, Montenegro, und deren Betrieb über einen Zeitraum von 30 Jahren. Aus diesem Anlass wurde bereits im September 2009 die WTE odpadne vode Budva DOO, Podgorica, Montenegro, gegründet, die im 1. Quartal 2009/10 erstmals vollkonsolidiert wurde.

EVN Trading d.o.o. Beograd, Belgrad, Serbien, und EVN Trading DOOEL, Skopje, Mazedonien, an denen EVN Trading SEE EAD, Sofia, Bulgarien, 100% der Anteile hält, führen die Abwicklung von Energie-Handelsgeschäften in den jeweiligen Ländern durch und wurden seit dem 1. Quartal 2009/10 aufgrund von Wesentlichkeit erstmals in den Konzernabschluss der EVN einbezogen.

Die EVN Croatia Plin d.o.o., Zagreb, Kroatien, die in den Gespanschaften Zadar, Split und Sibenik Gasverteilernetze planen, bauen, betreiben und instandhalten wird, wurde aufgrund der Aufnahme der operativen Tätigkeit seit dem 2. Quartal 2009/10 in den Konzernabschluss der EVN einbezogen.

Die Naturkraft EOOD, Plovdiv, Bulgarien, an der EVN 100% der Anteile hält, wurde ab dem 2. Quartal 2009/10 vollkonsolidiert. Die Gesellschaft betreibt in Blatets, Bulgarien, eine Photovoltaikanlage mit einer Kapazität von 0,8 MW.

Zum Zwecke der Projektrealisierung der Müllverbrennungsanlage Nr. 1 in Moskau wurden die EVN Projektgesellschaft Müllverbrennungsanlage Nr. 1 mbH und die EVN MVA Nr. 1 Finanzierungs- und Servicegesellschaft mbH, beide mit Sitz in Essen, Deutschland, gegründet. Die EVN Projektgesellschaft Müllverbrennungsanlage Nr. 1 mbH ist mit Einverständnis der Regierung der Stadt Moskau in den bestehenden Investitionsvertrag über die Realisierung des Projekts zur Organisation der Finanzierung, der Errichtung und zum Betrieb der Müllverbrennungsanlage Nr. 1 eingetreten und hat in der Folge sowohl den Investitionsvertrag als auch die russische Objektgesellschaft OAO Budapro – Werk Nr. 1, Moskau, Russland, von den Altinvestoren erworben. Die drei Gesellschaften wurden als vollkonsolidierte Gesellschaften ab dem 4. Quartal 2009/10 in den Konzernabschluss der EVN einbezogen.

Im August 2010 erwarb EVN 50,0 % an der Energji Ashta SHPK, Tirana, Albanien. Dabei handelt es sich um ein Joint Venture mit der VERBUND AG, das die Planung, den Bau und den Betrieb von zwei Wasserkraftwerken am nordalbanischen Fluss Drin zum Gegenstand hat. Mit den Bauarbeiten wurde bereits im Geschäftsjahr 2009/10 begonnen, die Fertigstellung ist im Jahr 2012 geplant. Die Gesamtkapazität wird über 50 MW, die durchschnittliche Produktion 240 GWh betragen, das Gesamtinvestitionsvolumen beträgt rund 200,0 Mio. Euro. Der Einbezug erfolgt at Equity.

Unternehmenserwerbe

Im Geschäftsjahr 2009/10 fand kein Unternehmenserwerb gemäß IFRS 3 statt. In der Vergleichsperiode des Geschäftsjahres 2008/09 erfolgte zu einem Kaufpreis von 22.014,6 Tsd. Euro die vollständige Übernahme des burgenländischen Kabelnetzbetreibers B.net sowie der Dataservice GmbH, Eisenstadt, durch Kabelsignal. Aus der finalen Wertermittlung der Sachanlagen der B.net ergaben sich gegenüber dem Bilanzstichtag 30. September 2009 keine Änderungen. Der sich daraus ergebende Effekt auf den Umsatz der EVN belief sich im Geschäftsjahr 2008/09 auf 9.681,7 Tsd. Euro, jener auf das EBIT auf –1.196,9 Tsd. Euro.

Folgende Auswirkungen zum Fair Value auf die Konzern-Bilanz ergaben sich durch Unternehmenserwerbe und die damit verbundenen Erstkonsolidierungen:

4. Auswirkungen der Unternehmenserwerbe
Tsd. EUR
2008/091)
Langfristige Vermögenswerte 59.895,2
Kurzfristige Vermögenswerte 4.598,7
64.493,9
Eigenkapital 21.627,6
Langfristige Schulden 30.355,7
Kurzfristige Schulden 12.510,6
1) Im Geschäftsjahr 2009/10 fand kein Unternehmenserwerb statt. 64.493,9

Entkonsolidierung

Die bisher vollkonsolidierte Energy Trading EAD, Sofia, Bulgarien, wurde im 3. Quartal 2009/10 aufgrund der Aufgabe ihrer Geschäftstätigkeit entkonsolidiert.

5. Währungsumrechnung

Die einzelnen Konzerngesellschaften erfassen Geschäftsfälle in ausländischer Währung mit dem am Tag der jeweiligen Transaktion gültigen Devisenmittelkurs. Die Umrechnung der am Bilanzstichtag in Fremdwährung bestehenden monetären Vermögenswerte und Schulden erfolgt mit dem an diesem Tag gültigen Devisenmittelkurs. Daraus resultierende Fremdwährungsgewinne und -verluste werden erfolgswirksam erfasst.

Die Jahresabschlüsse der Konzerngesellschaften in fremder Währung werden für Zwecke des Konzernabschlusses gemäß IAS 21 nach der Methode der funktionalen Währung in Euro umgerechnet. Demnach werden bei den Gesellschaften, die nicht in Euro berichten, die Vermögenswerte und Schulden mit dem Mittelkurs zum Bilanzstichtag, die Aufwendungen und Erträge mit dem Jahresdurchschnittskurs umgerechnet. Umrechnungsdifferenzen werden erfolgsneutral im Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung im Eigenkapital erfasst. Als erfolgsneutrale Währungsdifferenz ergab sich eine Eigenmittelveränderung im Geschäftsjahr 2009/10 von –98,8 Tsd. Euro (Vorjahr: –5.538,9 Tsd. Euro).

Die Zu- und Abgänge werden in sämtlichen Tabellen zu Durchschnittskursen berücksichtigt. Veränderungen der Devisenmittelkurse zum Bilanzstichtag gegenüber dem Vorjahr sowie Differenzen, die aus der Verwendung von Durchschnittskursen für die Umrechnung von Veränderungen während des Geschäftsjahres entstehen, werden in den Tabellen als Währungsdifferenzen gesondert ausgewiesen.

Firmenwerte aus dem Erwerb von ausländischen Tochterunternehmen werden unter Verwendung des Wechselkurses zum Erwerbszeitpunkt dargestellt, dem erworbenen Unternehmen zugeordnet und mit dem Bilanzstichtagskurs umgerechnet. Beim Ausscheiden eines ausländischen Unternehmens aus dem Konsolidierungskreis werden diese Währungsdifferenzen erfolgswirksam.

Folgende wesentliche Kurse wurden zum Bilanzstichtag für die Währungsumrechnung herangezogen:

5. Währungsumrechnung 2009/10 2008/09
Währung Kurs zum Bilanzstichtag Durchschnitt1) Kurs zum Bilanzstichtag Durchschnitt1)
Albanische Lek 137,11000 137,50692 132,37000 128,27620
Bulgarische Lew2) 1,95583 1,95583 1,95583 1,95583
Dänische Kronen 7,45190 7,44475 7,44430 7,44890
Kroatische Kuna 7,30580 7,26822 7,25800 7,31130
Mazedonische Denar 61,63630 61,41737 61,17410 61,31830
Polnische Zloty 3,98470 4,05782 4,22950 4,19960
Russische Rubel 41,69230 40,94292 43,98000 42,24450
Serbische Denar 105,10320 99,82690 93,07370 91,17260

1) Durchschnitt der Monatsultimos

2) Der Kurs wurde durch die bulgarische Gesetzgebung fixiert.

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

6. Immaterielle Vermögenswerte

Bei Unternehmenserwerben gemäß IFRS 3 können sich Differenzen zwischen den Anschaffungskosten und dem (anteiligen) neubewerteten Eigenkapital ergeben. Entsteht ein negativer Unterschiedsbetrag, so sind Anschaffungskosten und Kaufpreisallokation nochmals zu überprüfen. Besteht die negative Differenz weiterhin, so erfolgt ihre Erfassung erfolgswirksam. Positive Differenzen münden in einem Firmenwert (zur allgemeinen Behandlung bzw. Werthaltigkeit von Firmenwerten siehe 3. Konsolidierungsmethoden bzw. 21. Vorgehensweise bei und Auswirkungen von Werthaltigkeitsprüfungen).

Erworbene immaterielle Vermögenswerte werden mit ihren Anschaffungskosten und, sofern ihre Nutzungsdauer nicht als unbestimmbar klassifiziert wird, vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen sowie allfällige Wertminderungen bilanziert. Bei bestimmbarer, begrenzter Nutzungsdauer erfolgt die Abschreibung entsprechend der jeweiligen voraussichtlichen Nutzungsdauer. Diese entspricht einem Zeitraum von drei bis acht Jahren für Software und von drei bis 40 Jahren für Rechte. Im Rahmen von Unternehmenserwerben aktivierte Kundenbeziehungen, für die aufgrund einer etwaigen Marktliberalisierung eine Nutzungsdauer bestimmbar ist, werden planmäßig linear über fünf bis 15 Jahre abgeschrieben. Die voraussichtlichen Nutzungsdauern und Abschreibungsverläufe werden mittels Schätzungen hinsichtlich des Zeitraums und der Verteilung der Mittelzuflüsse aus den korrespondierenden immateriellen Vermögenswerten im Zeitablauf festgelegt. Immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmbarer Nutzungsdauer werden zu Anschaffungskosten bewertet und jährlich auf ihre Werthaltigkeit überprüft (siehe 21. Vorgehensweise bei und Auswirkungen von Werthaltigkeitsprüfungen), sind in der EVN allerdings unwesentlich.

Im Zuge der Aktivierung selbst erstellter immaterieller Vermögenswerte ist auf die Erfüllung der Voraussetzungen für eine Aktivierung gemäß IAS 38 zu achten, die zwischen Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen unterscheiden. Es wurden wie im Vorjahr mangels Erfüllung der Ansatzkriterien keine Entwicklungsausgaben aktiviert.

7. Sachanlagen

Sachanlagen werden mit ihren Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten, vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen sowie Wertminderungen, bilanziert. Sofern die Verpflichtung besteht, eine Sachanlage zum Ende ihrer Nutzungsdauer stillzulegen oder rückzubauen oder einen Standort wiederherzustellen, umfassen die Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten auch die geschätzten aufzuwendenden Abbruch- und Entsorgungskosten. Der Barwert der zukünftig dafür anfallenden Zahlungen wird zusammen mit den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten aktiviert und in gleicher Höhe als Rückstellung passiviert. Die Herstellungskosten selbst erstellter Anlagen umfassen neben den Material- und Fertigungseinzelkosten auch angemessene Material- und Fertigungsgemeinkosten.

Laufende Wartungskosten im Rahmen von Instandhaltungen von Sachanlagen werden, sofern die Wesensart des Vermögenswerts dadurch nicht verändert und künftig kein zusätzlicher wirtschaftlicher Nutzen zufließen wird, erfolgswirksam erfasst. Eine nachträgliche Aktivierung als Teil der Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten erfolgt dann, wenn durch die Maßnahme Wertsteigerungen erzielt werden.

Erstreckt sich die Bauphase von Sachanlagen über einen längeren Zeitraum, spricht man von "qualifizierten Vermögenswerten", für welche die bis zur Fertigstellung anfallenden Fremdkapitalzinsen gemäß IAS 23 als Bestandteil der Herstellungskosten aktiviert werden. Den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden der EVN entsprechend entsteht aus einem Projekt nur dann ein qualifizierter Vermögenswert, wenn die Errichtungsdauer mindestens zwölf Monate beträgt.

Sachanlagen werden ab dem Zeitpunkt ihrer Inbetriebnahmebereitschaft abgeschrieben. Die planmäßigen Abschreibungen der abnutzbaren Sachanlagen erfolgen linear und orientieren sich an den voraussichtlich zu erwartenden wirtschaftlichen Nutzungsdauern der jeweiligen Anlagen bzw. deren Komponenten. Die wirtschaftlichen sowie technischen Nutzungsdauern werden zu jedem Bilanzstichtag überprüft und gegebenenfalls angepasst.

Den planmäßig linearen Abschreibungen liegen folgende konzerneinheitliche Nutzungsdauern zugrunde:

7. Erwartete Nutzungsdauer von Sachanlagen Jahre
Gebäude 10–50
Leitungen 15–50
Maschinen 10–33
Zähler 5–40
Betriebs- und Geschäftsausstattung 3–25

Werden Sachanlagen verkauft, wird bei Beschlussfassung und Vorliegen der Voraussetzungen gemäß IFRS 5 der Vermögenswert als "zu Veräußerungszwecken gehalten" klassifiziert und, soweit erforderlich, auf den Veräußerungswert abzüglich noch anfallender Veräußerungskosten abgewertet und in der Folge bis zum Verkaufszeitpunkt nicht weiter abgeschrieben. Die Kriterien des IFRS 5 werden wie im Vorjahr von keinem Vermögenswert des Sachanlagevermögens erfüllt.

Bei Anlagenabgängen werden die Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten und die kumulierten Abschreibungen in den Büchern als Abgang ausgewiesen, die Differenz zwischen dem Nettoveräußerungserlös und dem Buchwert wird erfolgswirksam in den sonstigen betrieblichen Erträgen oder Aufwendungen erfasst.

8. At Equity einbezogene assoziierte Unternehmen

At Equity einbezogene assoziierte Unternehmen werden zunächst mit ihren Anschaffungskosten, in den Folgeperioden mit ihrem fortgeschriebenen anteiligen Nettovermögen zuzüglich etwaiger Firmenwerte bilanziert. Dabei werden die Buchwerte jährlich um anteilige Ergebnisse, ausgeschüttete Dividenden, sonstige Eigenkapitalveränderungen sowie um fortgeschriebene Fair-Value-Anpassungen aus einem vorangegangenen Unternehmenserwerb erhöht bzw. vermindert. Im Beteiligungsbuchwert enthaltene Firmenwerte werden gemäß IFRS 3 nicht planmäßig abgeschrieben und gemäß IAS 28 weder gesondert ausgewiesen noch gemäß IAS 36 jährlich auf Werthaltigkeit getestet. Es wird jeweils zum Bilanzstichtag geprüft, ob interne oder externe Indikatoren für Wertminderungen vorliegen. Wenn solche vorliegen, so ist für at Equity einbezogene assoziierte Unternehmen ein Werthaltigkeitstest nach Maßgabe von IAS 36 durchzuführen (siehe Erläuterung 21. Vorgehensweise bei und Auswirkungen von Werthaltigkeitsprüfungen).

9. Finanzinstrumente

Ein Finanzinstrument ist ein Vertrag, der gleichzeitig bei dem einen Unternehmen zu einem finanziellen Vermögenswert und bei dem anderen Unternehmen zu einer finanziellen Schuld oder einem Eigenkapitalinstrument führt.

Originäre Finanzinstrumente

Bei EVN werden folgende Bewertungskategorien angewendet:

  • Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte (available for sale, "AFS")
  • Kredite und Forderungen (loans and receivables, "LAR")
  • Finanzielle Vermögenswerte, die als erfolgswirksam zum beizulegenden Wert bewertet eingestuft wurden (designated at fair value through profit or loss, "@FVTPL")
  • Zu Handelszwecken gehaltene Finanzinstrumente (held for trading, "HFT")
  • Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Schulden (financial liabilities at amortised cost, "FLAC")

Die von IFRS 7 für die Anhangsangaben geforderte Unterteilung der originären Finanzinstrumente in Klassen – und die dazugehörigen Bewertungskategorien – stellt sich bei EVN wie folgt dar:

9. Klassen und Bewertungskategorien originärer Finanzinstrumente Bewertungs
kategorie
Langfristige Vermögenswerte
Sonstige Beteiligungen
Beteiligungen an verbundenen Unternehmen AFS
Andere Beteiligungen AFS
Übrige langfristige Vermögenswerte
Wertpapiere @FVTPL
Ausleihungen LAR
Forderungen und Abgrenzungen aus Leasinggeschäften LAR
Forderungen aus derivativen Geschäften Hedge Accounting
Kurzfristige Vermögenswerte
Kurzfristige Forderungen und übrige kurzfristige Vermögenswerte
Forderungen LAR
Forderungen aus derivativen Geschäften Hedge Accounting
Wertpapiere HFT
Liquide Mittel
Kassenbestände und Guthaben bei Kreditinstituten LAR
Langfristige Schulden
Langfristige Finanzverbindlichkeiten
Anleihen FLAC
Bankdarlehen FLAC
Übrige langfristige Verbindlichkeiten
Pachtverbindlichkeiten FLAC
Abgrenzungen aus Finanztransaktionen FLAC
Sonstige übrige Verbindlichkeiten FLAC
Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften Hedge Accounting
Kurzfristige Schulden
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten FLAC
Lieferantenverbindlichkeiten FLAC
Übrige kurzfristige Verbindlichkeiten
Übrige finanzielle Verbindlichkeiten FLAC
Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften Hedge Accounting

Originäre Finanzinstrumente werden in der Konzern-Bilanz angesetzt, wenn EVN ein vertragliches Recht zusteht, Zahlungsmittel oder andere finanzielle Vermögenswerte von einer anderen Partei zu erhalten. Marktübliche Käufe und Verkäufe werden grundsätzlich zum Erfüllungstag bilanziert.

Der erstmalige Ansatz erfolgt zum beizulegenden Zeitwert zuzüglich der Transaktionskosten. Die Folgebewertung erfolgt gemäß der Zuordnung zu den oben angeführten Bewertungskategorien, für die jeweils unterschiedliche Bewertungsregeln gelten. Diese werden bei der Erläuterung der einzelnen Bilanzpositionen beschrieben.

Derivative Finanzinstrumente

Zu den bei EVN eingesetzten derivativen Finanzinstrumenten zählen Swaps, Optionen, Forwards und Futures.

Derivative Finanzinstrumente werden bei Vertragsabschluss mit ihren Anschaffungskosten angesetzt und in den Folgeperioden mit dem Zeitwert bewertet. Der Marktwert von derivativen Finanzinstrumenten wird durch öffentliche Notierung, Angaben von Banken oder mithilfe finanzmathematischer Bewertungsmethoden ermittelt. Ihr Ausweis erfolgt unter den übrigen (kurz- bzw. langfristigen) Vermögenswerten bzw. übrigen (kurz- bzw. langfristigen) Verbindlichkeiten.

Bei Derivativen, die in einem Sicherungszusammenhang stehen, bestimmt sich die Bilanzierung von Veränderungen des beizulegenden Zeitwerts nach der Art des Sicherungsgeschäfts.

Die Marktbewertungen von derivativen Finanzinstrumenten, die gemäß IAS 39 als Cash-Flow-Hedge-Instrumente zu klassifizieren sind, werden ergebnisneutral im Eigenkapital in die Bewertungsrücklage gem. IAS 39 eingebucht. Bei Realisierung des Sicherungsgeschäfts erfolgt die ergebniswirksame Erfassung.

Bei Fair Value Hedges wird die Bewertung des Grundgeschäfts um den Betrag, der der Marktbewertung des abgesicherten Risikos entspricht, ergebniswirksam angepasst. Die Ergebnisse werden in der Regel in jenem Posten der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung ausgewiesen, in dem auch das gesicherte Grundgeschäft abgebildet wird. Die Wertschwankungen der Sicherungsgeschäfte werden im Wesentlichen durch die Wertschwankungen der gesicherten Geschäfte ausgeglichen.

Zur wirtschaftlichen Begrenzung und Steuerung von bestehenden Fremdwährungs- und Zinsänderungsrisiken im Finanzbereich setzt EVN vor allem Währungs- und Zinsswaps ein.

Zur Reduktion der Risiken im Energiebereich, die aus der Änderung von Rohstoff- und Produktpreisen im Beschaffungsbereich und bei Stromgeschäften entstehen, werden Swaps, Futures und Forwards eingesetzt.

Die von EVN abgeschlossenen Forward- und Futureverträge zum Kauf oder Verkauf von Strom und CO2 -Zertifikaten werden zur Sicherung der Einkaufspreise für erwartete Stromlieferungen bzw. CO2 -Zertifikate sowie der Verkaufspreise für die geplante Stromproduktion abgeschlossen. Da sie zu einer physischen Erfüllung führen, handelt es sich hierbei nicht um derivative Finanzinstrumente im Sinne des IAS 39, sondern um schwebende Einkaufs- und Verkaufsverträge, die nach den Vorschriften von IAS 37 auf drohende Verluste aus schwebenden Geschäften untersucht werden.

10. Sonstige Beteiligungen

Anteile an verbundenen sowie assoziierten Unternehmen, die aufgrund mangelnder Wesentlichkeit nicht konsolidiert werden, und an anderen Beteiligungen sind der Kategorie "AFS" zugeordnet.

Der Wertansatz in der Konzern-Bilanz erfolgt grundsätzlich zum beizulegenden Zeitwert. Dieser wird – soweit als möglich – auf Basis von Börsekursen ermittelt. Wenn die Ableitung des beizulegenden Zeitwerts anhand vergleichbarer Transaktionen für die entsprechende Periode nicht möglich ist und auf eine Bewertung mittels Diskontierung der erwarteten Cash Flows aufgrund nicht verlässlich ermittelbarer Cash Flows verzichtet wurde, werden die Anschaffungskosten abzüglich Wertminderungen angesetzt.

Unrealisierte Gewinne und Verluste werden erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst. Bei einer nachhaltigen Verschlechterung des Werts werden Abschreibungen vorgenommen. Bei Veräußerung wird der bisher im Eigenkapital erfolgsneutral erfasste unrealisierte Gewinn bzw. Verlust ergebniswirksam ausgewiesen.

11. Übrige langfristige Vermögenswerte

Wertpapiere des übrigen langfristigen Vermögens werden beim erstmaligen Ansatz als "@FVTPL" klassifiziert. Sie werden im Zugangszeitpunkt mit ihren Anschaffungskosten erfasst und in den Folgeperioden mit ihrem Marktwert zum Bilanzstichtag angesetzt. Marktwertänderungen werden ergebniswirksam in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung erfasst.

Ausleihungen werden der Kategorie "LAR" zugeordnet, die Bilanzierung erfolgt bei verzinslichen zu fortgeschriebenen Anschaffungskosten, unverzinsliche und niedrig verzinsliche Ausleihungen werden zu Barwerten bilanziert. Allen erkennbaren Risiken wird durch entsprechende Wertberichtigungen Rechnung getragen.

Die Forderungen und Abgrenzungen aus Leasinggeschäften stammen aus dem internationalen Projektgeschäft des Umweltbereichs, das gemäß IAS 17 in Verbindung mit IFRIC 4 als Finanzierungsleasinggeschäft eingestuft wird (siehe Erläuterung 22. Leasing- und Pachtgegenstände).

Die Forderungen aus derivativen Geschäften werden zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Gewinne und Verluste, die aus Wertänderungen von derivativen Finanzinstrumenten resultieren, werden entweder ergebniswirksam in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung oder erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst (siehe Erläuterung 9. Finanzinstrumente).

Die Bewertung der Primärenergiereserven und der sonstigen übrigen langfristigen Vermögenswerte erfolgt mit den Anschaffungsbzw. Herstellungskosten oder dem niedrigeren Nettoveräußerungswert am Bilanzstichtag.

12. Vorräte

Die Bewertung der Vorräte erfolgt mit den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten oder dem niedrigeren Nettoveräußerungswert am Bilanzstichtag. Dieser ergibt sich bei marktgängigen Vorräten aus dem aktuellen Marktpreis und bei anderen Vorräten aus den geplanten Erlösen abzüglich noch anfallender Herstellungskosten. Für Bestandsrisiken, die sich aus der Lagerdauer bzw. aus der verminderten Verwertbarkeit ergeben, werden erfahrungsgemäße Wertabschläge berücksichtigt. Die Ermittlung des Einsatzes der Primärenergievorräte und der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe erfolgt nach einem gleitenden Durchschnittspreisverfahren.

Die gemäß Emissionszertifikategesetz gratis zugeteilten Emissionszertifikate werden aufgrund der Ablehnung von IFRIC 3 durch die EU-Kommission auf Basis von IAS 20 und IAS 38 mit Anschaffungskosten von null bilanziert. Für notwendige Beschaffungen erfolgt die Bilanzierung zu Anschaffungskosten, für Zuführungen zu Rückstellungen aufgrund allfälliger Unterdeckungen mit dem Zeitwert zum Bilanzstichtag. In der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung sind im Materialaufwand nur Aufwendungen enthalten, die durch eine zu geringe Zuteilung bedingt sind.

13. Forderungen

Kurzfristige Forderungen werden grundsätzlich mit den fortgeführten Anschaffungskosten, welche den Anschaffungskosten abzüglich Wertminderungen für deren erwartete uneinbringliche Bestandteile entsprechen, bilanziert. Forderungen, für die ein potenzieller Wertminderungsbedarf besteht, werden anhand vergleichbarer Ausfallsrisikoeigenschaften (insbesondere der Außenstandsdauer) gruppiert, gemeinsam auf Werthaltigkeit getestet und gegebenenfalls ergebniswirksam wertberichtigt. Die Wertminderungen, welche in Form von Einzelwertberichtigungen über Wertberichtigungskonten vorgenommen werden, tragen den erwarteten Ausfallsrisiken hinreichend Rechnung; konkrete Ausfälle führen zur Ausbuchung der betreffenden Forderungen.

Die fortgeführten Anschaffungskosten können als angemessene Schätzwerte des Tageswerts betrachtet werden, weil überwiegend eine Restlaufzeit von unter einem Jahr besteht.

Ausnahmen bilden die derivativen Finanzinstrumente, die zu Marktwerten bilanziert werden, sowie die zu Stichtagskursen bewerteten Fremdwährungsposten.

14. Wertpapiere

Die Bewertung der kurzfristigen Wertpapiere, die als "HFT" eingestuft werden, erfolgt zum Marktwert. Änderungen des Marktwerts werden sofort in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung erfasst.

15. Liquide Mittel

Unter den liquiden Mitteln sind flüssige Mittel zur kurzfristigen Veranlagung der freien Liquidität zusammengefasst. Diese werden zu Tageswerten angesetzt. Bestände in Fremdwährung werden zu Stichtagskursen umgerechnet.

16. Eigenkapital

In Abgrenzung zum Fremdkapital ist Eigenkapital gemäß dem IFRS-Rahmenkonzept definiert als "Residualanspruch an den Vermögenswerten des Konzerns nach Abzug aller Schulden". Das Eigenkapital ergibt sich somit als Restgröße aus Vermögenswerten und Schulden.

Die von der EVN gehaltenen eigenen Anteile werden entsprechend den Regelungen des IAS 32 nicht als Wertpapiere ausgewiesen, sondern in Höhe der Anschaffungskosten der erworbenen eigenen Anteile offen von den Gewinnrücklagen abgesetzt. Gewinne und Verluste, die aus dem erneuten Verkauf eigener Anteile im Vergleich zu deren Anschaffungskosten entstehen, erhöhen oder vermindern die Kapitalrücklagen.

In den direkt im Eigenkapital erfassten Ergebnissen nach Ertragsteuern werden bestimmte erfolgsneutrale Veränderungen des Eigenkapitals sowie die jeweils darauf entfallenden latenten Steuern erfasst. Dies betrifft etwa den Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung, die unrealisierten Gewinne bzw. Verluste aus der Marktbewertung von marktgängigen Wertpapieren und den effektiven Teil der Marktwertänderung von Cash-Flow-Hedge-Transaktionen. Weiters ist in dieser Position die anteilige Übernahme der Bewertungsrücklage gem. IAS 39 der at Equity einbezogenen assoziierten Unternehmen enthalten.

17. Rückstellungen

Rückstellungen für Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen

Aufgrund einer Betriebsvereinbarung besteht für die EVN AG die Verpflichtung, Mitarbeitenden, die bis 31. Dezember 1989 in das Unternehmen eingetreten sind, ab dem Zeitpunkt ihrer Pensionierung einen Pensionszuschuss zu gewähren. Diese Verpflichtung besteht auch für jene Mitarbeitenden, die im Zuge der Einbringung des Strom- und Gasnetzes nunmehr in der EVN Netz beschäftigt sind. Die Höhe dieser Pension ist grundsätzlich leistungsorientiert und bemisst sich nach Dauer der Betriebszugehörigkeit sowie nach Höhe des Bezugs zum Pensionierungszeitpunkt. Darüber hinaus werden jedenfalls von EVN und in der Regel auch von den Mitarbeitenden selbst Beiträge an die EVN-Pensionskasse geleistet, wobei die daraus resultierenden Ansprüche vollständig auf die Pensionsleistungen angerechnet werden. Die Verpflichtungen der EVN sowohl gegenüber Pensionisten als auch gegenüber Anwartschaftsberechtigten werden somit zum Teil durch Rückstellungen für Pensionen und ergänzend dazu durch beitragsorientierte Leistungen der EVN-Pensionskasse abgedeckt.

Für die ab 1. Jänner 1990 eingetretenen Mitarbeitenden wurde anstelle der betrieblichen Zuschusspension ein beitragsorientiertes Pensionsmodell geschaffen, das im Rahmen der EVN-Pensionskasse finanziert wird. Die Veranlagung des Pensionskassenvermögens erfolgt durch die EVN-Pensionskasse vorwiegend in verschiedenen Investmentfonds unter der Beachtung des Pensionskassengesetzes. Für einzelne Mitarbeitende bestehen weiters vertragliche Pensionszusagen, die die EVN unter bestimmten Voraussetzungen verpflichten, Pensionszahlungen zu leisten.

Die Rückstellung für pensionsähnliche Verpflichtungen betrifft Strom- und Gasdeputatsverpflichtungen aus Anwartschaften von aktiven Mitarbeitenden sowie laufende Ansprüche pensionierter Mitarbeitender und Mitbegünstigter.

Die Bewertung der Rückstellungen für Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen erfolgt nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren ("Projected-Unit-Credit-Methode"). Dabei werden die voraussichtlich zu erbringenden Versorgungsleistungen entsprechend der Aktivzeit der Mitarbeitenden unter Berücksichtigung künftig zu erwartender Gehalts- und Pensionssteigerungen bis zum Pensionsantritt verteilt.

Die Rückstellungsbeträge werden von einem Aktuar zum jeweiligen Abschlussstichtag in Form versicherungsmathematischer Gutachten ermittelt. Die Berechnungsgrundlagen sind in Erläuterung 40. Langfristige Rückstellungen angeführt. Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste werden, soweit diese 10,0% des höheren Betrags aus dem Verpflichtungsumfang und dem Zeitwert des Planvermögens nicht übersteigen, nicht erfolgswirksam angesetzt werden.

Für die Rückstellung für Pensionen wurden wie im Vorjahr die biometrischen Rechnungsgrundlagen nach den österreichischen Pensionsversicherungstafeln "Rechnungsgrundlagen AVÖ 2008-P – Rechnungsgrundlagen für die Pensionsversicherung – Pagler & Pagler" errechnet.

Sowohl der Dienstzeitaufwand als auch der Zinsanteil der Zuführung zur Rückstellung werden im Personalaufwand ausgewiesen.

Rückstellung für Abfertigungen

Aufgrund gesetzlicher Verpflichtungen erhalten Mitarbeitende österreichischer Konzerngesellschaften, die vor dem 1. Jänner 2003 ihr Arbeitsverhältnis begonnen haben, im Kündigungsfall bzw. zum Pensionsantrittszeitpunkt eine einmalige Abfertigung. Diese ist von der Anzahl der Dienstjahre und dem im Abfertigungsfall maßgeblichen Bezug abhängig.

In Bulgarien und Mazedonien haben Mitarbeitende zum Zeitpunkt ihrer Pensionierung Anspruch auf eine Abfertigung, deren Höhe in Abhängigkeit von der Betriebszugehörigkeit ermittelt wird. Hinsichtlich ihrer Abfertigungsansprüche bestehen für die anderen Mitarbeitenden der EVN je nach den rechtlichen, wirtschaftlichen und steuerlichen Gegebenheiten des jeweiligen Landes ähnliche Systeme der Mitarbeitersicherung.

Die Rückstellung für Abfertigungen wurde gemäß versicherungsmathematischer Berechnungen gebildet. Die Bewertung erfolgte anhand derselben Berechnungsgrundlagen wie für die Rückstellungen für Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen (Berechnungsgrundlagen siehe Erläuterung 40. Langfristige Rückstellungen).

Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste werden, soweit diese 10,0% des höheren Betrags aus dem Verpflichtungsumfang und dem Zeitwert des Planvermögens nicht übersteigen, nicht erfolgswirksam erfasst.

Bei Mitarbeitenden österreichischer Gesellschaften, deren Dienstverhältnis nach dem 31. Dezember 2002 begonnen hat, wurde die Verpflichtung der einmaligen Abfertigungszahlung in ein beitragsorientiertes System übertragen. Die Zahlungen an die externe Mitarbeitervorsorgekasse werden im Personalaufwand erfasst.

Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen sämtliche am Bilanzstichtag erkennbaren rechtlichen oder faktischen Verpflichtungen gegenüber Dritten aufgrund von Ereignissen der Vergangenheit, die der Höhe und/oder dem Eintrittszeitpunkt nach ungewiss sind. Hierbei muss die Höhe der Verpflichtung zuverlässig geschätzt werden können. Sofern eine solche zuverlässige Schätzung nicht möglich ist, unterbleibt die Rückstellungsbildung. Die Rückstellungen werden mit dem abgezinsten Erfüllungsbetrag angesetzt. Die Bewertung erfolgt mit dem erwarteten Wert bzw. mit dem Betrag, der über die höchste Eintrittswahrscheinlichkeit verfügt.

Für Jubiläumsgeldverpflichtungen, die aufgrund kollektivvertraglicher Regelungen bzw. Betriebsvereinbarungen bestehen, wurde unter Zugrundelegung derselben Rechnungsgrößen wie für Rückstellungen für Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen vorgesorgt.

Entsorgungs- und Wiederherstellungsverpflichtungen für rechtliche und faktische Verpflichtungen werden mit dem Barwert der zu erwartenden zukünftigen Kosten angesetzt. Änderungen in den Schätzungen der Kosten oder im Zinssatz werden gegen den Buchwert des zugrunde liegenden Vermögenswerts erfasst. Wenn die Abnahme der Rückstellung den Buchwert des Vermögenswerts übersteigt, wird der Unterschiedsbetrag erfolgswirksam erfasst.

Drohverlustrückstellungen werden für erwartete Verluste aus so genannten "belasteten" Verträgen gemäß IAS 37 gebildet. Sie werden in Höhe des unvermeidbaren Ressourcenabflusses angesetzt. Dies ist der geringere Betrag aus der Erfüllung des Vertrags und allfälliger Kompensationszahlungen bei Nichterfüllung.

18. Schulden

Die Schulden werden – mit Ausnahme jener aus derivativen Finanzinstrumenten bzw. jener im Zusammenhang mit Hedge Accounting – zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert (siehe Erläuterung 9. Finanzinstrumente). Geldbeschaffungskosten sind Teil der fortgeführten Anschaffungskosten. Langfristige Schulden werden unter Anwendung der Effektivzinsmethode verzinst.

Im Bereich der Finanzverbindlichkeiten erfolgt ein Ausweis der endfälligen Finanzverbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr im langfristigen Bereich, mit einer Restlaufzeit von unter einem Jahr im kurzfristigen Bereich. Bei Finanzverbindlichkeiten mit laufenden Tilgungen unterbleibt eine laufende Umgliederung des kurzfristigen Teils (Informationen zu den Restlaufzeiten siehe Erläuterung 38. Langfristige Finanzverbindlichkeiten).

Vereinnahmte Baukosten- und Investitionszuschüsse mindern die Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten der entsprechenden Vermögenswerte nicht und werden daher unter analoger Anwendung von IAS 20 auf der Passivseite der Konzern-Bilanz ausgewiesen.

Vereinnahmte Baukostenzuschüsse – das sind Beiträge der Kunden zu bereits getätigten Investitionen in das vorgelagerte Netz – stellen wirtschaftlich eine Gegenposition zu den Anschaffungskosten dieser Sachanlagen dar. Die Gewährung von Investitionszuschüssen impliziert in der Regel eine den gesetzlichen Bestimmungen entsprechende und bescheidmäßig festgesetzte Betriebsführung. Sowohl Baukosten- als auch Investitionszuschüsse werden über die durchschnittliche Nutzungsdauer der zugehörigen Sachanlagen linear aufgelöst.

19. Ertragsrealisierung

Umsatzrealisierung (allgemein)

Erlöse aus dem Endkundengeschäft werden zum Bilanzstichtag zum Teil mit Unterstützung statistischer Verfahren aus den Kundenabrechnungssystemen ermittelt und in Bezug auf die in der Periode gelieferten Energie- bzw. Wassermengen abgegrenzt. Umsatzerlöse werden dann als Erlöse erfasst, wenn EVN gegenüber dem Kunden eine abrechenbare Leistung erbracht hat.

Zinserträge werden zeitproportional unter Berücksichtigung der Effektivverzinsung des Aktivums realisiert. Dividendenerträge werden mit der Entstehung des Rechtsanspruchs auf Zahlung erfasst.

Auftragsfertigung

Forderungen für Projektgeschäfte (insbesondere BOOT-Modelle – Build. Own. Operate. Transfer.) und die damit in Zusammenhang stehenden Umsätze werden nach Maßgabe des jeweiligen Anarbeitungsgrads ("Percentage-of-Completion-Methode") erfasst. Projekte sind dadurch gekennzeichnet, dass sie auf Basis von individuellen Vertragsbedingungen mit fixen Preisen vereinbart werden. Der Anarbeitungsgrad wird durch die "Cost-to-Cost-Methode" festgelegt. Dabei werden Umsätze und Auftragsergebnisse im Verhältnis der tatsächlich angefallenen Herstellungskosten zu den erwarteten Gesamtkosten erfasst. Zuverlässige Schätzungen der Gesamtkosten der Aufträge, der Verkaufspreise und der tatsächlich angefallenen Kosten sind verfügbar. Veränderungen der geschätzten Gesamtauftragskosten und daraus möglicherweise resultierende Verluste werden in der Periode ihres Entstehens erfolgswirksam erfasst. Für technologische und finanzielle Risiken, welche während der verbleibenden Laufzeit des Projekts eintreten können, wird je Auftrag eine Einzeleinschätzung vorgenommen und ein entsprechender Betrag in den erwarteten Gesamtkosten angesetzt. Drohende Verluste aus der Bewertung von nicht abgerechneten Projekten werden sofort als Aufwand erfasst. Drohende Verluste werden realisiert, wenn wahrscheinlich ist, dass die gesamten Auftragskosten die Auftragserlöse übersteigen werden.

20. Ertragsteuern und latente Steuern

Der für die Berichtsperiode in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung ausgewiesene Ertragsteueraufwand umfasst die für vollkonsolidierte Gesellschaften aus deren steuerpflichtigem Einkommen und dem jeweils anzuwendenden Ertragsteuersatz errechnete laufende Ertragsteuer sowie die Veränderung der latenten Steuerschulden und -ansprüche.

Für die laufenden Ertragsteuern wurden folgende Ertragsteuersätze angewendet:

20. Ertragsteuersätze
%
2009/10 2008/09
Unternehmenssitz
Österreich 25,0 25,0
Albanien 10,0 10,0
Bulgarien 10,0 10,0
Dänemark 25,0 25,0
Deutschland 30,0 30,0
Estland1) 21,0 21,0
Kroatien 20,0 20,0
Litauen2) 15,0 20,0
Mazedonien 10,0 10,0
Montenegro 9,0 9,0
Polen 19,0 19,0
Russland 20,0 20,0
Serbien 10,0 10,0
Slowenien3) 20,0 21,0
Türkei 20,0 20,0
Zypern 10,0 10,0

1) Die Besteuerung von Unternehmensgewinnen erfolgt erst bei Ausschüttung an die Gesellschafter.

Im Unternehmen thesaurierte Gewinne werden nicht besteuert.

2) Mit 1.1.2010 wurde der Körperschaftsteuersatz von 20,0% auf 15,0% gesenkt.

3) Mit 1.1.2010 wurde der Körperschaftsteuersatz von 21,0% auf 20,0% gesenkt.

In Mazedonien unterliegen nur ausgeschüttete Gewinne der Körperschaftsteuer in Höhe von 10,0 %. Nicht ausgeschüttete Gewinne werden nicht besteuert. Unabhängig von der Ausschüttung unterliegen steuerlich nicht abzugsfähige Aufwendungen jedoch jedenfalls einer jährlichen Besteuerung.

Mit dem Steuerreformgesetz 2005 wurde vom österreichischen Gesetzgeber die Möglichkeit zur Bildung steuerlicher Unternehmensgruppen geschaffen. Die EVN macht durch die Bildung von fünf Gruppen davon Gebrauch. Die EVN AG befindet sich in einer Unternehmensgruppe mit der NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH, St. Pölten, als Gruppenträger. Die steuerlichen Ergebnisse der diesen Gruppen zugehörigen Gesellschaften wurden dem jeweiligen übergeordneten Gruppenmitglied bzw. dem Gruppenträger zugerechnet. Zum Ausgleich für die weitergereichten steuerlichen Ergebnisse wurde in den Gruppenverträgen eine Steuerumlage vereinbart, die sich an der "Stand-Alone-Methode" orientiert.

Zukünftige Steuersatzänderungen werden berücksichtigt, wenn sie zum Zeitpunkt der Erstellung des Konzernabschlusses bereits gesetzlich beschlossen waren.

Die Berechnung der latenten Steuern erfolgt nach der "Liability-Methode" mit jenem Steuersatz, der erwartungsgemäß zum Zeitpunkt der Umkehr der befristeten Unterschiede gelten wird. Auf alle temporären Differenzen (Differenz zwischen Konzernbuchwerten und steuerlichen Buchwerten, die sich in den Folgejahren wieder ausgleichen) werden aktive und passive latente Steuern berechnet und bilanziert.

Aktive latente Steuern werden nur in dem Ausmaß angesetzt, in dem es wahrscheinlich ist, dass ausreichend zu versteuernde Ergebnisse oder zu versteuernde temporäre Differenzen vorhanden sein werden. Verlustvorträge werden im Rahmen der aktiven latenten Steuern berücksichtigt. Aktive und passive latente Steuern werden im Konzern saldiert ausgewiesen, wenn ein Recht auf die Aufrechnung der Steuern besteht und die Steuern sich auf Steuersubjekte innerhalb der gleichen Steuerhoheit beziehen.

Für temporäre Differenzen, die aus at Equity einbezogenen assoziierten Unternehmen resultieren, werden keine latenten Steuern in der Konzern-Bilanz ausgewiesen.

21. Vorgehensweise bei und Auswirkungen von Werthaltigkeitsprüfungen

Bei allen in den Anwendungsbereich von IAS 36 fallenden Vermögenswerten wird jeweils zum Bilanzstichtag geprüft, ob interne oder externe Indikatoren für Wertminderungen vorliegen. Während Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte mit bestimmbarer Nutzungsdauer zusätzlich zur planmäßigen Abschreibung lediglich bei Vorliegen eindeutiger Anzeichen auf eventuelle, außerplanmäßig vorzunehmende Abschreibungen (Wertminderungen) hin zu überprüfen sind, unterliegen Firmenwerte und immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmbarer Nutzungsdauer verpflichtenden, mindestens einmal jährlich durchzuführenden Werthaltigkeitsprüfungen.

Die Werthaltigkeitsprüfung von Firmenwerten sowie von Vermögenswerten, für die keine eigenen zukünftigen Finanzmittelflüsse identifiziert werden können, erfolgt auf der Betrachtungsebene zahlungsmittelgenerierender Einheiten (Cash Generating Units, CGUs). Für eine Zuordnung sind jene CGUs zu identifizieren, aus denen separate Mittelzuflüsse erzielt werden und die – im Falle von Werthaltigkeitsprüfungen von Firmenwerten – einen Nutzen aus den Synergien des Unternehmenszusammenschlusses ziehen. Die nicht zuordenbaren Unterschiedsbeträge wurden auf die CGUs Energiebeschaffung und -vertrieb, Stromverteilung Bulgarien, Wärmeerzeugung und -verkauf Bulgarien, Stromverteilung Mazedonien und Umwelt verteilt.

Im Bereich der Sachanlagen wird als maßgebliches Kriterium zur Qualifikation einer Erzeugungseinheit als CGU die technische und wirtschaftliche Eigenständigkeit zur Erzielung von Einnahmen herangezogen. Im Konzern sind dies Strom- und Wärmeerzeugungsanlagen, Strom- und Gasverteilungsanlagen, Windparks, Datenleitungen sowie Strombezugsrechte.

Bei der Beurteilung der Werthaltigkeit wird der höhere erzielbare Betrag aus Nettoveräußerungspreis und Nutzungswert dem Buchwert der CGU bzw. dem Buchwert des Vermögenswerts gegenübergestellt. Der Nettoveräußerungspreis entspricht dem beizulegenden Zeitwert abzüglich Verkaufskosten.

Die Berechnung des Nutzungswerts erfolgt auf Basis der zukünftig erzielbaren Geldmittelzu- und -abflüsse (Cash Flows), die im Wesentlichen aus der internen mittelfristigen Planungsrechnung abgeleitet werden. Diese Zahlungsströme werden wie im Vorjahr mit dem Kapitalkostensatz vor Ertragsteuern (WACC) von 8,7%, angepasst um spezifische Unternehmens- und Länderrisiken, abgezinst. In die Wertermittlung werden die künftig zu erwartenden Erlöse sowie Betriebs- und Instandhaltungskosten einbezogen, wobei im Falle von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten mit bestimmbarer Nutzungsdauer der jeweilige nutzungsbedingte Anlagenzustand berücksichtigt wird. Die Qualität der Planungsdaten wird laufend durch eine Abweichungsanalyse mit den aktuellen Ergebnissen überprüft. Diese Erkenntnisse werden bei der Erstellung der nächsten mittelfristigen Unternehmensplanung berücksichtigt.

Liegt der erzielbare Betrag unter dem angesetzten Buchwert, so ist der Buchwert auf den erzielbaren Betrag zu verringern und eine Wertminderung zu erfassen. Übersteigt der Buchwert einer CGU, der ein Firmenwert oder sonstiger Vermögenswert zugeordnet wurde, den erzielbaren Betrag, so wird zunächst der Firmenwert bzw. der betreffende Vermögenswert in Höhe des Differenzbetrags wertgemindert. Der darüber hinausgehende Wertminderungsbedarf wird durch anteilige Reduktion der Buchwerte der übrigen Vermögenswerte der CGU berücksichtigt.

Wenn der Grund für eine vorgenommene Wertminderung entfällt, erfolgt für den betreffenden Vermögenswert eine Wertaufholung. Der infolge dieser Zuschreibung erhöhte Buchwert darf dabei die fortgeführten Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten nicht übersteigen. Firmenwerte, die im Zuge einer Werthaltigkeitsprüfung wertgemindert wurden, dürfen auch nach Entfall der Wertminderungsgründe gemäß IAS 36 nicht mehr zugeschrieben werden.

22. Leasing- und Pachtgegenstände

Gemäß IAS 17 erfolgt die Zuordnung eines Leasinggegenstands zum Leasinggeber oder Leasingnehmer nach dem Kriterium der Zuordenbarkeit aller wesentlichen Risiken und Chancen, die mit dem Eigentum am Leasinggegenstand verbunden sind.

Die langfristigen Leasingforderungen, die bei Projektgeschäften des Umweltbereichs im Rahmen des sogenannten BOOT-Modells (Build. Own. Operate. Transfer.) anfallen, bei dem eine Anlage für einen Kunden gebaut, finanziert und über eine fixe Laufzeit betrieben wird und nach deren Ablauf in das Eigentum des Kunden übergeht, werden gemäß IAS 17 in Verbindung mit IFRIC 4 als Finanzierungsleasinggeschäft klassifiziert und als solches im Konzernabschluss der EVN bilanziert.

Im Wege des Finanzierungsleasings gemietete Sachanlagen werden mit dem Betrag des beizulegenden Zeitwerts bzw. des niedrigeren Barwerts der Mindestleasingraten beim Leasingnehmer aktiviert und linear über die voraussichtliche Nutzungsdauer bzw. die kürzere Vertragslaufzeit abgeschrieben. Die aus den künftigen Leasingraten resultierenden Zahlungsverpflichtungen werden passiviert. Im Rahmen von Operating Leasing überlassene Gegenstände werden dem Vermieter oder Verpächter zugerechnet. Die Mietzahlungen werden beim Leasingnehmer in gleichmäßigen Raten über die Leasingdauer verteilt als Aufwand erfasst.

23. Zukunftsgerichtete Aussagen

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses in Übereinstimmung mit den allgemein anerkannten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden nach IFRS werden Einschätzungen vorgenommen und Annahmen getroffen, welche die im Konzernabschluss ausgewiesenen Aktiva und Passiva, Erträge und Aufwendungen sowie die im Konzernanhang angegebenen Beträge beeinflussen.

Bei den durchgeführten Werthaltigkeitsprüfungen müssen vor allem in Bezug auf künftige Zahlungsmittelüberschüsse Schätzungen vorgenommen werden. Eine Änderung der gesamtwirtschaftlichen, der Branchen- oder der Unternehmenssituation in der Zukunft kann zu einer Reduzierung der Zahlungsmittelüberschüsse und somit zu Wertminderungen führen.

Für die Bewertung der bestehenden Vorsorgen für Pensions- und pensionsähnliche Verpflichtungen sowie Abfertigungen werden Annahmen für Abzinsungssatz, Pensionsantrittsalter, Lebenserwartung sowie Pensions- und Gehaltserhöhungen verwendet.

Weitere Anwendungsgebiete für Annahmen und Schätzungen liegen zum einen in der Festlegung der Nutzungsdauer von Vermögenswerten des langfristigen Vermögens, der Bildung von Rückstellungen für Rechtsverfahren und Umweltschutz sowie zum anderen in der Bewertung von Forderungen und Vorräten. Diese Schätzungen beruhen auf Erfahrungswerten und anderen Annahmen, die unter den gegebenen Umständen als zutreffend erachtet werden.

Die tatsächlichen Werte können von den Schätzungen abweichen. Die Einschätzungen und Annahmen werden laufend überprüft.

24. Segmentberichterstattung

In Hinblick auf die verpflichtende Anwendung von IFRS 8 "Geschäftssegmente" ab dem 1. Jänner 2009 (EVN-Geschäftsjahr 2009/10) berichtet EVN bereits ab dem 1. Quartal 2009/10 in neuer Segmentierung. In Übereinstimmung mit IFRS 8 wurde bereits zu diesem Zeitpunkt die Segmentberichterstattung dahingehend adaptiert, dass die Identifizierung der operativen Segmente nunmehr ausschließlich auf Basis der internen Organisations- und Berichtsstruktur und den internen Steuerungsgrößen erfolgt (Management Approach). Die vormaligen Business Units des ehemaligen Segments Energie werden fortan als eigenständige Segmente vollumfänglich dargestellt, womit die nunmehrige Segmentabgrenzung in "Erzeugung", "Netzinfrastruktur Inland", "Energiehandel und -vertrieb", "Energieversorgung Südosteuropa", "Umwelt" und "Strategische Beteiligungen und Sonstiges" der internen Berichtstruktur vollständig entspricht. Die Segmentinhalte bleiben trotz angepasster Segmentbezeichnungen und zukünftig detaillierterer Berichterstattung unverändert.

Die Bewertung sämtlicher Segmentinformationen steht im Einklang mit den IFRS. Zur internen Performancemessung der Segmente wird in erster Linie das EBITDA herangezogen, welches für das jeweilige Segment der Summe der operativen Ergebnisse vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen der in das Segment einbezogenen Gesellschaften unter Berücksichtigung intersegmentärer Umsätze und Aufwendungen entspricht (zur Segmentzuordnung bzw. Abrechnung intersegmentärer Transaktionen siehe sogleich Grundsatz der Segmentzuordnung und Verrechnungspreise).

Die Segmente umfassen die folgenden Aktivitäten:

Geschäftsbereiche Segmente Aktivitäten
Energiegeschäft Erzeugung Stromerzeugung aus thermischen Quellen und erneuerbaren Energien an
österreichischen und internationalen Standorten
Netzinfrastruktur Inland Betrieb der regionalen Strom- und Gasnetze sowie der Netze für Kabel-TV
und Telekommunikation
Energiehandel und -vertrieb Beschaffung von Strom und Primärenergieträgern, Handel und Verkauf
von Strom und Gas an Endkunden und auf Großhandelsmärkten sowie
Wärmeproduktion und -verkauf
Energieversorgung Südosteuropa Betrieb von Stromnetzen und Stromverkauf an Endkunden in Bulgarien und
Mazedonien, Wärmeerzeugung und -verkauf in Bulgarien, Errichtung und
Betrieb von Gasnetzen in Kroatien, Energiehandel für die gesamte Region
Umweltgeschäft Umwelt Trinkwasserver- und Abwasserentsorgung, thermische Abfallverwertung in
Österreich sowie internationales Projektgeschäft
Strategische Beteiligungen
und Sonstiges
Strategische Beteiligungen
und Sonstiges
Strategische und sonstige Beteiligungen, Konzernfunktionen

Grundsatz der Segmentzuordnung und Verrechnungspreise

Tochtergesellschaften werden direkt den jeweiligen Segmenten zugerechnet. Die EVN AG wird anhand der Informationen aus der Kostenrechnung auf die Segmente aufgeteilt.

Die Verrechnungspreise bei intersegmentären Transaktionen basieren hinsichtlich des Energieeinsatzes auf vergleichbaren Preisen für Sondervertragskunden – sie stellen insoweit anlegbare Marktpreise dar – und hinsichtlich der übrigen Positionen auf den Grundlagen der Kostenrechnung zuzüglich eines angemessenen Gewinnaufschlags.

Überleitung der Segmentergebnisse auf Konzernebene

In der Konsolidierungsspalte werden Leistungsbeziehungen zwischen den Segmenten eliminiert. Das Ergebnis der Summenspalte entspricht jenem in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung.

Unternehmensweite Angaben

Gemäß IFRS 8 sind ergänzende Segmentinformationen gegliedert nach Produkten (Gliederung des Außenumsatzes nach Produkten bzw. Dienstleistungen) und nach Regionen (Gliederung des Außenumsatzes und der langfristigen Vermögenswerte nach Regionen) anzugeben, sofern diese nicht bereits als Teil der Informationen des berichtspflichtigen Segments in die Segmentberichterstattung eingeflossen sind.

Angaben zu Geschäftsfällen mit wichtigen externen Kunden sind nur dann erforderlich, wenn diese mindestens 10,0 % der gesamten Außenumsätze erreichen. Aufgrund der großen Anzahl an Kunden und der Vielzahl an Geschäftsaktivitäten gibt es keine Transaktionen mit Kunden, die dieses Kriterium erfüllen.

Die Zuordnung der Segmentinformationen nach Regionen erfolgt nach dem Bestimmungslandprinzip, indem die Umsätze jenen Ländern zugerechnet werden, in welchen die Leistung erbracht wird. Die Region Südosteuropa umfasst Bulgarien und Mazedonien, Mittel- und Osteuropa umfasst die europäischen Staaten, in denen die EVN tätig ist, exklusive Österreich, Bulgarien und Mazedonien.

Erläuterungen zur Konzern-Bilanz

Aktiva

Langfristige Vermögenswerte

Die Nettowerte verstehen sich als nutzungsbedingte Restbuchwerte, das sind Anschaffungswerte abzüglich kumulierter Abschreibungen.

Als Währungsdifferenzen sind jene Beträge angegeben, die sich bei den Auslandsgesellschaften aus der unterschiedlichen Umrechnung der Vermögenswerte mit den Wechselkursen zu Beginn und zu Ende des Geschäftsjahres 2009/10 ergaben.

25. Immaterielle Vermögenswerte

Der Zugang durch Unternehmenserwerb bei den aktiven Firmenwerten im Geschäftsjahr 2008/09 in Höhe von 1.088,1 Tsd. Euro stammte aus dem Erwerb der B.net.

Als sonstige immaterielle Vermögenswerte wurden insbesondere Strombezugsrechte, Transportrechte an Erdgasleitungen und sonstige Rechte, großteils Software-Lizenzen, die Kundenbeziehungen der bulgarischen und mazedonischen Stromversorger sowie der B.net ausgewiesen.

Zum 30. September 2010 standen Kundenbeziehungen, die noch nicht der Marktliberalisierung unterlagen und somit eine unbestimmbare Nutzungsdauer aufwiesen, mit Anschaffungskosten von 24.514,9 Tsd. Euro (Vorjahr: 24.514,9 Tsd. Euro) zu Buche.

Im Geschäftsjahr 2009/10 wurden insgesamt 834,9 Tsd. Euro (Vorjahr: 1.154,4 Tsd. Euro) für Forschung und Entwicklung aufgewendet. Die von den IFRS geforderten Aktivierungskriterien wurden nicht erfüllt.

25. Entwicklung der immateriellen Vermögenswerte

Geschäftsjahr 2009/10 Tsd. EUR
Aktive Firmenwerte
Sonstige immaterielle
Vermögenswerte
Summe
Bruttowert 30.9.2009 216.571,9 368.165,4 584.737,3
Währungsdifferenzen –216,8 –39,7 –256,5
Konsolidierungskreisänderungen –8,2 –8,2
Zugänge 6.455,4 6.455,4
Abgänge –843,0 –843,0
Umbuchungen 2.100,9 2.100,9
Bruttowert 30.9.2010 216.355,0 375.830,8 592.185,9
Kumulierte Abschreibungen 30.9.2009 –219.558,6 –219.558,6
Währungsdifferenzen 10,5 10,5
Konsolidierungskreisänderungen 3,5 3,5
Planmäßige Abschreibungen –12.493,9 –12.493,9
Abgänge 837,1 837,1
Umbuchungen –0,4 –0,4
Kumulierte Abschreibungen 30.9.2010 –231.201,8 –231.201,8
Nettowert 30.9.2009 216.571,9 148.606,8 365.178,7
Nettowert 30.9.2010 216.355,0 144.629,0 360.984,1
Geschäftsjahr 2008/09 Tsd. EUR Aktive Firmenwerte Sonstige immaterielle
Vermögenswerte
Summe
Bruttowert 30.9.2008 215.488,5 350.760,2 566.248,6
Währungsdifferenzen –4,7 2,0 –2,7
Zugang durch Unternehmenserwerbe 1.088,1 8.215,0 9.303,0
Zugänge 11.358,9 11.358,9
Abgänge –3.290,6 –3.290,6
Umbuchungen 1.120,1 1.120,1
Bruttowert 30.9.2009 216.571,9 368.165,4 584.737,3
Kumulierte Abschreibungen 30.9.2008 –208.699,2 –208.699,2
Währungsdifferenzen –1,0 –1,0
Planmäßige Abschreibungen –11.705,4 –11.705,4
Abgänge 1.472,6 1.472,6
Umbuchungen –625,6 –625,6
Kumulierte Abschreibungen 30.9.2009 –219.558,6 –219.558,6
Nettowert 30.9.2008 215.488,5 142.061,0 357.549,5
Nettowert 30.9.2009 216.571,9 148.606,8 365.178,7

26. Sachanlagen

In den Zugängen zu den Sachanlagen waren aktivierte Fremdkapitalkosten in Höhe von 6.065,0 Tsd. Euro (Vorjahr: 3.982,4 Tsd. Euro) enthalten. Der Aktivierungszinssatz betrug 1,25 %–8,50 % (Vorjahr: 1,39 %–7,50 %). Die Position Zugang durch Unternehmenserwerb umfasste im Geschäftsjahr 2008/09 Anlagenwerte der B.net.

In der Position Grundstücke und Bauten waren Grundwerte in Höhe von 71.314,3 Tsd. Euro (Vorjahr: 70.452,4 Tsd. Euro) enthalten. Zum Bilanzstichtag bestand eine Höchstbetragshypothek in unveränderter Höhe von 1.827,7 Tsd. Euro. Die aktivierten Eigenleistungen des Geschäftsjahres beliefen sich auf 15.978,6 Tsd. Euro (Vorjahr: 16.620,4 Tsd. Euro).

Die Überprüfung von Vermögenswerten im Zuge einer Werthaltigkeitsprüfung ergab im Geschäftsjahr 2009/10 eine dauerhafte Wertminderung gemäß IAS 36 aufgrund einer erwarteten zeitlichen Verzögerung des Windparkprojekts Kavarna in Höhe von 10.702,6 Tsd. Euro. Die Wertminderungen auf diverse sonstige Sachanlagen beliefen sich auf 1.489,6 Tsd. Euro.

In der Position geleistete Anzahlungen und Anlagen in Bau waren zum Abschlussstichtag in Bau befindliche Anlagen mit Anschaffungskosten von 305.756,6 Tsd. Euro (Vorjahr: 374.739,8 Tsd. Euro) enthalten.

Für geleaste und gepachtete Anlagen ist in der Konzern-Bilanz der Barwert der Zahlungsverpflichtungen aus der Nutzung von Wärmenetzen und Heizwerken ausgewiesen. Die Buchwerte dieser Vermögenswerte betrugen zum Bilanzstichtag 21.105,9 Tsd. Euro (Vorjahr: 21.120,6 Tsd. Euro). Die zugehörigen Pacht- bzw. Leasingverbindlichkeiten wurden unter den übrigen langfristigen Verbindlichkeiten passiviert.

Die als Sicherheit verpfändeten Sachanlagen wiesen einen Buchwert von 116.611,1 Tsd. Euro (Vorjahr: 111.513,9 Tsd. Euro) auf.

Andere Anlagen,

26. Entwicklung der Sachanlagen

Geschäftsjahr 2009/10 Tsd. EUR Grundstücke
und Bauten
Leitungen Technische
Anlagen
Zähler Geschäfts
ausstattung
Anzahlungen u.
Anlagen in Bau
Summe
Bruttowert 30.9.2009 608.188,3 2.735.807,9 1.767.828,5 177.614,7 223.699,6 420.903,9 5.934.043,0
Währungsdifferenzen –660,0 –1.425,6 –30,8 –146,3 –198,1 –889,5 –3.350,2
Konsolidierungskreisänderungen 100,2 2.933,3 3.033,5
Zugänge 8.835,3 122.731,6 58.681,5 8.237,1 15.956,4 172.709,2 387.151,0
Abgänge –2.229,6 –12.335,0 –5.719,1 –5.886,2 –13.136,7 –886,7 –40.193,3
Umbuchungen 34.722,7 119.514,4 113.626,7 5.520,4 2.820,6 –277.997,2 –1.792,6
Bruttowert 30.9.2010 648.956,9 2.964.293,2 1.934.386,8 185.339,7 229.141,9 316.773,0 6.278.891,4
Kumulierte Abschreibungen 30.9.2009 –279.100,4 –1.538.195,3 –1.188.389,4 –102.695,4 –172.417,7 –154,3 –3.280.952,6
Währungsdifferenzen 328,1 777,8 700,9 11,2 140,5 1.958,4
Planmäßige Abschreibungen –17.509,0 –87.927,3 –64.136,9 –15.485,3 –19.568,5 –204.626,9
Wertminderungen –223,4 –1.119,2 –10.849,6 –12.192,2
Abgänge 878,8 12.194,4 3.934,5 5.215,9 12.791,1 65,8 35.080,4
Umbuchungen 33,4 5.029,5 –5.467,1 –61,8 483,7 17,7
Kumulierte Abschreibungen 30.9.2010 –295.592,5 –1.608.120,9 –1.254.477,2 –113.015,5 –178.570,9 –10.938,1 –3.460.715,2
Nettowert 30.9.2009 329.088,0 1.197.612,6 579.439,1 74.919,2 51.281,9 420.749,6 2.653.090,4
Nettowert 30.9.2010 353.364,3 1.356.172,3 679.909,6 72.324,1 50.570,9 305.834,9 2.818.176,2
Geschäftsjahr 2008/09
Tsd. EUR
Grundstücke
und Bauten
Leitungen Technische
Anlagen
Zähler Andere Anlagen,
Betriebs- und
Geschäfts
ausstattung
Geleistete
Anzahlungen u.
Anlagen in Bau
Summe
Bruttowert 30.9.2008 599.788,5 2.527.090,0 1.676.277,1 192.372,6 221.378,4 307.165,0 5.524.071,7
Währungsdifferenzen –7,5 –6,5 –906,7 20,4 –129,7 –2.964,4 –3.994,5
Zugang durch Unternehmenserwerbe 466,6 48.460,2 900,3 1.040,0 50.867,1
Zugänge 3.624,9 81.035,5 42.250,6 8.861,0 20.956,0 249.669,5 406.397,6
Abgänge –4.201,3 –9.333,1 –12.339,0 –4.127,1 –11.093,0 –1.085,3 –42.178,7
Umbuchungen 8.517,2 88.561,8 62.546,4 –19.512,3 –8.312,4 –132.920,9 –1.120,1
Bruttowert 30.9.2009 608.188,3 2.735.807,9 1.767.828,5 177.614,7 223.699,6 420.903,9 5.934.043,0
Kumulierte Abschreibungen 30.9.2008 –265.240,1 –1.451.198,4 –1.143.684,2 –104.968,8 –165.954,9 –1.052,9 –3.132.099,4
Währungsdifferenzen 2,1 4,2 –1,5 –1,1 71,5 75,1
Planmäßige Abschreibungen –16.661,4 –79.571,4 –52.132,0 –17.605,1 –20.504,6 –186.474,6
Abgänge 2.960,8 9.138,0 10.446,4 3.520,1 9.901,2 898,6 36.865,1
Umbuchungen –161,7 –16.567,7 –3.018,1 16.359,6 4.069,1 681,2
Kumulierte Abschreibungen 30.9.2009 –279.100,4 –1.538.195,3 –1.188.389,4 –102.695,4 –172.417,7 –154,3 –3.280.952,6
Nettowert 30.9.2008 334.548,4 1.075.891,6 532.593,0 87.403,8 55.423,5 306.112,1 2.391.972,3
Nettowert 30.9.2009 329.088,0 1.197.612,6 579.439,1 74.919,2 51.281,9 420.749,6 2.653.090,4

27. At Equity einbezogene assoziierte Unternehmen und sonstige Beteiligungen

Der Kreis der at Equity in den Konzernabschluss einbezogenen assoziierten Unternehmen ist im Anhang ab Seite 95 unter Beteiligungen der EVN dargestellt.

Sämtliche at Equity einbezogenen assoziierten Unternehmen wurden mit ihren anteiligen IFRS-Ergebnissen aus einem Zwischenbzw. Jahresabschluss erfasst, dessen Stichtag nicht mehr als drei Monate vor dem Bilanzstichtag der EVN AG liegt.

Für die im Konzern at Equity einbezogenen assoziierten Unternehmen existierten keine öffentlich notierten Marktpreise.

Die Position der sonstigen Beteiligungen umfasst Anteile an verbundenen und assoziierten Unternehmen, die mangels Wesentlichkeit nicht in den Konzernabschluss einbezogen werden, sowie andere Beteiligungen mit einer Beteiligungsquote von unter 20,0 %, soweit diese nicht at Equity einbezogen sind.

Die Zugänge umfassten hauptsächlich die Eigenkapitaleinzahlungen bei der Evonik-EVN Walsum in Höhe von 4.116,0 Tsd. Euro und bei der Devoll Hydropower in Höhe von 9.991,8 Tsd. Euro sowie den Erwerb von 50,0 % an der Energji Ashta um 5.085,9 Tsd. Euro.

Die Umbuchungen bei den anderen Beteiligungen im Geschäftsjahr 2008/09 betrafen die im Einklang mit den Änderungen von IAS 39 und IFRS 7 im 1. Quartal 2008/09 durchgeführte Umklassifizierung von im kurzfristigen Bereich ausgewiesenen Wertpapieren in Höhe von 23.367,5 Tsd. Euro, die bis zu diesem Zeitpunkt als "HFT" eingestuft worden waren, in die Kategorie "AFS".

In den anderen Beteiligungen waren Aktien börsenotierter Unternehmen mit einem Kurswert von 1.054.924,5 Tsd. Euro (Vorjahr: 1.385.841,9 Tsd. Euro) enthalten. Bei den übrigen in dieser Position enthaltenen Beteiligungen in Höhe von 22.825,8 Tsd. Euro (Vorjahr: 23.854,7 Tsd. Euro), die zu fortgeführten Anschaffungskosten abzüglich Wertminderungen bilanziert wurden, handelte es sich um Anteile an Gesellschaften ohne aktiven Markt, die nicht frei handelbar sind.

Im Periodenergebnis waren keine Erträge aus der Veräußerung von finanziellen Vermögenswerten der Kategorie "AFS" enthalten.

Die Wertminderungen bei den anderen Beteiligungen in Höhe von 330.917,4 Tsd. Euro (Vorjahr: Wertminderung von 345.186,9 Tsd. Euro) betrafen Anpassungen an geänderte Marktwerte und Börsekurse, die nach Berücksichtigung des Abzugs latenter Steuern gegen die Bewertungsrücklage gem. IAS 39 verrechnet wurden. Darüber hinaus wurden bei den Beteiligungen an verbundenen Unternehmen Wertminderungen in Höhe von 816,9 Tsd. Euro (Vorjahr: 0,0 Tsd. Euro) im Periodenergebnis erfasst.

Die Anteile an der ZOV (anteiliges Eigenkapital der EVN zum 30. September 2010: 59.336,5 Tsd. Euro, Vorjahr: 50.021,3 Tsd. Euro) wurden an die kreditfinanzierenden Banken abgetreten.

27. Entwicklung der at Equity einbezogenen assoziierten Unternehmen und sonstigen Beteiligungen

Tsd. EUR At Equity einbe
zogene assoziierte
Unternehmen
Beteiligungen an
verbundenen Unter
nehmen
Andere
Beteiligungen
Summe sonstige
Beteiligungen
Bruttowert 30.9.2009 671.751,3 14.535,2 403.051,4 417.586,7
Konsolidierungskreisänderungen –1.009,9 –1.009,9
Zugänge 19.268,3 777,2 632,7 1.409,9
Abgänge –611,9 –611,9
Umbuchungen 0,5 –0,5
Bruttowert 30.9.2010 691.019,5 13.691,1 403.683,6 417.374,7
Kumulierte Wertänderungen 30.9.2009 40.736,6 –5.382,1 997.492,0 992.109,9
Währungsdifferenzen 667,8
Wertminderungen –816,9 –330.917,4 –331.734,3
Anteiliges Ergebnis 61.625,1
Ausschüttungen –54.643,6
Neutrale Wertänderungen –5.430,9
Kumulierte Wertänderungen 30.9.2010 42.955,0 –6.198,9 666.574,6 660.375,7
Nettowert 30.9.2009 712.487,8 9.153,1 1.400.543,4 1.409.696,6
Nettowert 30.9.2010 733.974,5 7.492,1 1.070.258,2 1.077.750,3

28. Übrige langfristige Vermögenswerte

Die Wertpapiere des übrigen langfristigen Vermögens bestehen im Wesentlichen aus Anteilen an Investmentfonds und dienen der nach österreichischem Steuerrecht vorgeschriebenen Deckung der Rückstellungen für Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen. Die Buchwerte entsprechen dem Kurswert zum Bilanzstichtag. Zugänge und Abgänge resultierten aus diesbezüglichen Vermögensumschichtungen im Geschäftsjahr 2009/10.

Von den Ausleihungen in Höhe von 22.047,0 Tsd. Euro (Vorjahr: 21.619,9 Tsd. Euro) hatten 2.920,9 Tsd. Euro (Vorjahr: 3.006,9 Tsd. Euro) eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr.

Die Forderungen und Abgrenzungen aus Leasinggeschäften stammen aus dem Projektgeschäft im Rahmen von BOOT-Modellen. Aus laufenden Fertigungsaufträgen bestanden Forderungen in Höhe von 152.837,8 Tsd. Euro (Vorjahr: 54.444,5 Tsd. Euro). Die EVN hat am 10. Dezember 2009 mit der OÜ Tabrin, Tallinn, Estland, und ihren ungarischen Tochterunternehmen Budagep-Budalux Kft. und Budapro Kft., beide mit Sitz in Budapest, verschiedene Verträge zum Eintritt in den schwebenden Vertrag über die Realisierung des Projekts zur Organisation der Finanzierung, zur Errichtung und zum Betrieb der Müllverbrennungsanlage Nr. 1 in Moskau geschlossen. Bei der Gegenleistung für den Eintritt in den schwebenden Vertrag handelt es sich im Wesentlichen um die Aufwendungen für den Erwerb des Auftragsbestandes in Höhe von 75.694,5 Tsd. Euro. Dieser Wert ist – neben den laufenden Umsätzen aus Fertigungsaufträgen – in den Zugängen zu den Forderungen und Abgrenzungen aus dem Leasinggeschäften enthalten. Ebenso in den Zugängen sind aktivierte Fremdkapitalkosten in Höhe von 251,6 Tsd. Euro (Vorjahr: 724,2 Tsd. Euro) enthalten. Der Aktivierungszinssatz betrug 1,63 %–4,60 % (Vorjahr: 4,60 %–5,90 %).

Die Forderungen aus derivativen Geschäften betreffen positive Marktwerte von Zins- und Währungsswaps.

Die sonstigen übrigen langfristigen Vermögenswerte betreffen im Wesentlichen abgegrenzte Garantieentgelte für langfristige Bank darlehen.

I Sonstige finanzielle Vermögenswerte I Sonstige langfristige Vermögenswerte I
Tsd. EUR Wertpapiere Ausleihungen Forderungen und
Abgrenzungen
aus Leasing
geschäften
Forderungen
aus derivativen
Geschäften
Primär
energiereserven
Sonstige übrige
langfristige
Vermögenswerte
Summe
Bruttowert 30.9.2009 99.837,6 21.981,6 450.616,7 18.574,1 14.390,3 12.466,2 617.866,4
Währungsdifferenzen –2,0 –2,0
Zugänge 4.743,9 2.115,9 154.062,3 19.413,6 525,5 180.861,2
Abgänge –3.273,7 –1.688,8 –49.242,5 –1.651,5 –55.856,5
Bruttowert 30.9.2010 101.305,8 22.408,6 555.436,4 37.987,7 14.390,3 11.340,2 742.869,1
Kumulierte Abschreibungen 30.9.2009 2.561,9 –361,6 –521,1 1.679,1
Zuschreibungen 238,4 238,4
Kumulierte Abschreibungen 30.9.2010 2.800,3 –361,6 –521,1 1.917,6
Nettowert 30.9.2009 102.399,5 21.619,9 450.616,7 18.574,1 13.869,2 12.466,2 619.545,5
Nettowert 30.9.2010 104.106,2 22.047,0 555.436,4 37.987,7 13.869,2 11.340,2 744.786,7

28. Entwicklung der übrigen langfristigen Vermögenswerte

Die Überleitung der zukünftigen Mindestleasingzahlungen zu deren Barwert stellt sich wie folgt dar:

28. Fristigkeiten der Forderungen und Abgrenzungen aus Leasinggeschäften

Restlaufzeit zum 30.9.2010 Restlaufzeit zum 30.9.2009
Tsd. EUR < 1 Jahr > 1 Jahr > 5 Jahre Summe < 1 Jahr > 1 Jahr > 5 Jahre Summe
Zinskomponenten 29.468,8 127.163,6 31.167,6 187.800,0 34.024,0 88.869,9 69.611,0 192.504,8
Tilgungskomponenten 49.342,0 326.926,0 179.168,5 555.436,4 47.214,0 182.126,2 221.276,4 450.616,7
Summe 78.810,7 454.089,6 210.336,1 743.236,5 81.238,0 270.996,1 290.887,4 643.121,5

Die Summe der Tilgungskomponenten entspricht dem unter den Forderungen und Abgrenzungen aus Leasinggeschäften ausgewiesenen Wert.

Die Zinskomponenten entsprechen dem Anteil der Zinskomponente an der Gesamtleasingzahlung. Es handelt sich dabei um nicht abgezinste Beträge. Die Zinskomponenten aus den Leasingzahlungen des Geschäftsjahres 2009/10 wurden großteils in den Zinserträgen aus langfristigen Vermögenswerten ausgewiesen.

Kurzfristige Vermögenswerte

29. Vorräte

Die Primärenergievorräte bestehen vor allem aus Kohlevorräten.

Bei den Emissionszertifikaten handelt es sich zur Gänze um bereits zugekaufte, aber noch nicht eingelöste Zertifikate zur Erfüllung der Voraussetzungen des Emissionszertifikategesetzes. Die korrespondierende Verpflichtung für die Unterdeckung ist in den kurzfristigen Rückstellungen (siehe Erläuterung 46. Kurzfristige Rückstellungen) abgebildet.

29. Vorräte
Tsd. EUR
2009/10 2008/09
Primärenergievorräte 70.180,4 61.591,6
Emissionszertifikate 4.192,2 8.590,0
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und sonstige Vorräte 28.548,4 32.363,7
Nicht abgerechnete Kundenaufträge 32.798,7 34.746,7
Summe 135.719,6 137.292,0

Dem Bestandsrisiko aufgrund geringer Umschlagshäufigkeiten wurde durch eine Erhöhung der Wertberichtigung um 706,1 Tsd. Euro (Vorjahr: Erhöhung um 15.344,6 Tsd. Euro, die maßgeblich von der Marktbewertung des Kohlelagers beeinflusst wurde) Rechnung getragen. Dem gegenüber standen Zuschreibungen in Höhe von 2.102,4 Tsd. Euro (Vorjahr: 151,8 Tsd. Euro).

Aufgrund von Unternehmenserwerben erhöhten sich die Vorräte im Geschäftsjahr 2008/09 um 1.273,2 Tsd. Euro. Die Vorräte unterlagen keinen Verfügungsbeschränkungen; andere Belastungen lagen ebenfalls nicht vor.

30. Forderungen

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen bestehen im Wesentlichen gegenüber Strom-, Gas- und Wärmekunden.

Dem Insolvenzrisiko dubioser Kunden wurde durch Wertberichtigungen in Höhe von 135.685,4 Tsd. Euro (Vorjahr: 92.151,9 Tsd. Euro) Rechnung getragen. Die Wertberichtigung der Forderungen stammt zum Großteil aus Südosteuropa. Dort sind Forderungsabschreibungen in der Regel erst nach Erlangung eines Gerichtsbeschlusses möglich. Durch die relativ lange Laufzeit – bedingt durch die hohe Anzahl der laufenden Verfahren – kumuliert sich der Stand der Wertberichtigungen daher sukzessive.

Die Forderungen gegenüber at Equity einbezogenen assoziierten Unternehmen und die Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen resultierten insbesondere aus der laufenden Konzernverrechnung von Energielieferungen, aus der Konzernfinanzierung und aus den Dienstleistungen gegenüber nichtkonsolidierten Tochterunternehmen.

Bei den Forderungen gegenüber Partnern der Energieallianz handelt es sich um Forderungen gegenüber Kunden, die im Namen der Energieallianz-Partner von der Energieallianz abgewickelt werden.

Die Forderungen aus derivativen Geschäften enthielten vor allem positive Marktwerte von Swaps im Energiebereich und Zinsswaps.

Die sonstigen Forderungen und Vermögenswerte enthielten im Wesentlichen Forderungen aus Ausgleichszahlungen für Stromfuture-Geschäfte sowie Forderungen aus Versicherungen und geleistete Anzahlungen.

Der Buchwert der Forderungen, welche als Sicherheiten für eigene Verbindlichkeiten verpfändet wurden, beträgt 23.176,8 Tsd. Euro (Vorjahr: 23.571,6 Tsd. Euro).

30. Forderungen Tsd. EUR
2009/10
2008/09
Finanzielle Vermögenswerte
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 318.303,7 312.594,9
Forderungen gegenüber at Equity einbezogenen assoziierten Unternehmen 85.934,7 157.647,2
Forderungen gegenüber Partnern der Energieallianz 12.011,8 13.579,6
Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen 10.710,9 4.817,2
Forderungen gegenüber Dienstnehmern 8.934,4 10.621,4
Forderungen aus derivativen Geschäften 6.839,9
Sonstige Forderungen und Vermögenswerte 44.280,4 68.900,4
487.015,9 568.160,7
Sonstige Forderungen
Steuerforderungen 19.033,1 11.495,2
19.033,1 11.495,2
Summe 506.048,9 579.655,9

31. Wertpapiere

Die Zusammensetzung der Wertpapiere sah zum Bilanzstichtag wie folgt aus:

31. Zusammensetzung Wertpapiere
Tsd. EUR
2009/10 2008/09
Fondsanteile 219.468,8 78.961,7
Cashfonds 211.348,3 65.071,5
Sonstige Fondsprodukte 8.120,6 13.890,2
Festverzinsliche Wertpapiere 4.298,3 7.763,1
Aktien 11,3 11,4
Summe 223.778,5 86.736,1

Neben einem durch Abgänge von Wertpapieren realisierten Veräußerungsgewinn von 429,8 Tsd. Euro (Vorjahr: Veräußerungsverlust von 1.922,5 Tsd. Euro) wurde in der Berichtsperiode aufgrund gesunkener Börsekurse eine erfolgswirksame Wertminderung in Höhe von 4.063,3 Tsd. Euro (Vorjahr: erfolgswirksame Zuschreibung 214,3 Tsd. Euro) vorgenommen.

Passiva

Eigenkapital

Die Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals der Geschäftsjahre 2009/10 und 2008/09 ist auf Seite 49 dargestellt.

32. Grundkapital

Das Grundkapital der EVN AG beträgt unverändert zum Vorjahr 300.000,0 Tsd. Euro und besteht aus 163.525.820 nennbetragslosen Stückaktien.

33. Kapitalrücklagen

Die Kapitalrücklagen enthalten gebundene Kapitalrücklagen aus Kapitalerhöhungen nach österreichischem Aktienrecht in gegenüber zum Vorjahr unveränderter Höhe von 50.163,6 Tsd. Euro und nicht gebundene Kapitalrücklagen nach österreichischem Aktienrecht in Höhe von 58.098,3 Tsd. Euro (Vorjahr: 58.267,7 Tsd. Euro).

34. Gewinnrücklagen

Die Gewinnrücklagen in Höhe von 1.807.973,7 Tsd. Euro (Vorjahr: 1.661.375,6 Tsd. Euro) enthalten die anteiligen Gewinnrücklagen der EVN AG und der sonstigen einbezogenen Gesellschaften nach dem Erstkonsolidierungszeitpunkt sowie die aus sukzessiven Unternehmenserwerben. Letztere wurden im Vorjahr noch als eigene Position des Eigenkapitals ausgewiesen.

Die Dividende richtet sich nach dem im unternehmensrechtlichen Jahresabschluss der EVN AG ausgewiesenen Bilanzgewinn. Dieser entwickelte sich wie folgt:

34. Entwicklung Bilanzgewinn der EVN AG Tsd. EUR
Ausgewiesener Jahresgewinn 2009/10 71.884,4
Zuzüglich des Gewinnvortrags aus dem Geschäftsjahr 2008/09 100,4
Zur Verteilung kommender Bilanzgewinn 71.984,9
Vorgeschlagene Gewinnausschüttung1) –71.764,4
Gewinnvortrag für das Geschäftsjahr 2010/11 220,4

1) Inkl. Aktien aus der Kapitalerhöhung im November 2010, die für das Geschäftsjahr 2009/10 dividendenberechtigt waren.

Die der Hauptversammlung vorgeschlagene Gewinnausschüttung für das Geschäftsjahr 2009/10 in Höhe von 0,40 Euro je Aktie ist nicht in den Verbindlichkeiten erfasst.

Dem Vorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat zur Dividendenauszahlung an die Aktionäre der EVN AG für das Geschäftsjahr 2008/09 in Höhe von 60.306,7 Tsd. Euro bzw. 0,37 Euro pro Aktie wurde in der 81. ordentlichen Hauptversammlung am 21. Jänner 2010 zugestimmt. Die Ausschüttung an die Aktionäre erfolgte am 29. Jänner 2010.

35. Bewertungsrücklage gem. IAS 39

In der Bewertungsrücklage gem. IAS 39 werden Marktwertänderungen von anderen Beteiligungen und von Cash Flow Hedges sowie die anteilige Übernahme von erfolgsneutralen Eigenkapitalveränderungen von at Equity einbezogenen assoziierten Unternehmen erfasst.

35. Bewertungsrücklage gem. IAS 39

2009/10 2008/09
Tsd. EUR vor Steuern Steuern nach Steuern vor Steuern Steuern nach Steuern
Direkt im Eigenkapital erfasste Ergebnisse aus
Marktbewertung von anderen Beteiligungen 666.380,9 –166.594,1 499.786,8 997.294,6 –249.322,9 747.971,8
Cash Flow Hedges –3.669,5 962,6 –2.706,9 –9.496,3 2.442,3 –7.054,0
at Equity einbezogenen assoziierten Unternehmen –23.269,5 –23.269,5 –15.496,0 –15.496,0
Summe 639.441,9 –165.631,6 473.810,4 972.302,3 –246.880,6 725.421,7

36. Eigene Anteile

Der Ankauf der zum Bilanzstichtag gehaltenen eigenen Aktien in Höhe von 467.328 Stück (das sind 0,29 % des Grundkapitals; 30. September 2009: 534.864 Stück bzw. 0,33 % vom Grundkapital) mit einem Anschaffungswert von 7.022,9 Tsd. Euro und einem Kurswert zum Stichtag von 5.350,9 Tsd. Euro (30. September 2009: Anschaffungswert von 8.037,8 Tsd. Euro bzw. Kurswert von 7.316,9 Tsd. Euro) erfolgte zur Gänze unter Bezugnahme auf das in der 79. ordentlichen Hauptversammlung der EVN AG vom 17. Jänner 2008 genehmigte Rückkaufprogramm. Dieses Programm wurde aufgrund der Genehmigung eines neuen Aktienrückkaufprogramms durch die 80. ordentliche Hauptversammlung der EVN AG vom 15. Jänner 2009 vorzeitig beendet. Von der neuen Ermächtigung wurde bisher kein Gebrauch gemacht. Im Geschäftsjahr 2009/10 erfolgte der Verkauf von 67.536 Stück eigener Anteile, um diese anstelle einer aufgrund einer Betriebsvereinbarung vorgesehenen Sonderzahlung ausgeben zu können.

Die Anzahl der in Umlauf befindlichen Anteile entwickelte sich daher wie folgt:

36. Entwicklung der Anzahl der in Umlauf befindlichen Anteile

Stückaktien Eigene Aktien In Umlauf befindliche Anteile
30.9.2008 163.525.820 –278.035 163.247.785
Kauf eigener Aktien –256.829 –256.829
30.9.2009 163.525.820 –534.864 162.990.956
Verkauf eigener Aktien 67.536 67.536
30.9.2010 163.525.820 –467.328 163.058.492

Die Zahl der in Umlauf befindlichen Anteile zum gewichteten Durchschnitt, die als Basis für die Berechnung des Ergebnisses je Aktie herangezogen wird, beläuft sich auf 163.001.346 Stück (Vorjahr: 163.010.712 Stück).

Aus den eigenen Aktien stehen der EVN AG keine Rechte zu; sie sind insbesondere nicht dividendenberechtigt.

37. Nicht beherrschende Anteile

Die nicht beherrschenden Anteile umfassen die Fremdanteile am Eigenkapital vollkonsolidierter Tochtergesellschaften.

Langfristige Schulden

38. Langfristige Finanzverbindlichkeiten

Die Position langfristige Finanzverbindlichkeiten setzt sich zum Bilanzstichtag wie folgt zusammen:

38. Zusammensetzung langfristige Finanzverbindlichkeiten

Nominalverzinsung (%) Laufzeit Nominale Buchwert
30.9.2010
(Tsd. EUR)
Buchwert
30.9.2009
(Tsd. EUR)
Marktwert
30.9.2010
(Tsd. EUR)
Anleihen 835.316,0 779.656,7 902.470,1
JPY-Anleihe 5,200 1994–2014 8,0 Mrd. JPY 73.273,4 61.182,7 81.062,6
EUR-Anleihe 5,250 2001–2011 262,9 Mio. EUR 266.362,9 267.299,8 272.102,3
CHF-Anleihe 3,625 2009–2014 250,0 Mio. CHF 187.961,5 165.575,8 200.195,7
EUR-Anleihe 5,000 2009–2016 28,5 Mio. EUR 28.267,0 28.222,6 30.264,2
EUR-Anleihe 5,250 2009–2017 150,0 Mio. EUR 148.353,1 148.099,7 167.430,0
EUR-Anleihe 5,250 2009–2019 30,0 Mio. EUR 29.368,9 29.292,4 34.029,0
JPY-Anleihe 3,130 2009–2024 12,0 Mrd. JPY 101.729,2 79.983,6 117.386,3
Bankdarlehen 1,00–8,77 bis 2031 891.106,0 922.826,9 891.106,0
Summe 1.726.422,0 1.702.483,6 1.793.576,1

Die Fälligkeitsstruktur der Finanzverbindlichkeiten ergibt sich wie folgt:

38. Fälligkeitsstruktur langfristige Finanzverbindlichkeiten

Restlaufzeit zum 30.9.2010 Restlaufzeit zum 30.9.2009
Tsd. EUR < 1 Jahr > 1 Jahr > 5 Jahre Summe < 1 Jahr > 1 Jahr > 5 Jahre Summe
Anleihen 527.597,8 307.718,2 835.316,0 494.058,3 285.598,3 779.656,7
davon fix verzinst 246.584,6 205.989,0 452.573,6 224.405,1 205.614,7 430.019,9
davon variabel verzinst 281.013,2 101.729,2 382.742,4 269.653,2 79.983,6 349.636,8
Bankdarlehen 75.558,8 419.151,0 396.396,2 891.106,0 100.824,2 579.508,4 242.494,3 922.826,9
davon fix verzinst 57.375,4 288.405,1 262.217,6 607.998,1 57.983,8 329.440,4 108.842,9 496.267,1
davon variabel verzinst 18.183,4 130.745,9 134.178,6 283.107,9 42.840,4 250.068,0 133.651,4 426.559,8
Summe 75.558,8 946.748,8 704.114,4 1.726.422,0 100.824,2 1.073.566,7 528.092,6 1.702.483,6

Anleihen

Sämtliche Anleihen sind endfällig. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden wie im Vorjahr keine Rückkäufe getätigt.

Die Anleihen in fremder Währung wurden mittels Cross-Currency-Swaps abgesichert.

Die Bewertung erfolgt mit den fortgeführten Anschaffungskosten. Verbindlichkeiten in Fremdwährung werden zum Stichtagskurs umgerechnet. Bei Vorliegen von Sicherungsgeschäften werden die Verbindlichkeiten gemäß IAS 39 in jenem Ausmaß, in dem Hedge Accounting zur Anwendung kommt, um die entsprechende Wertveränderung des abgesicherten Risikos angepasst. Der entsprechenden Veränderung der Anleihenverbindlichkeit in Höhe von –54.627,9 Tsd. Euro (Vorjahr: –7.080,0 Tsd. Euro) stand im Wesentlichen eine gegenläufige Bewegung der Marktwerte der Swaps in Höhe von 56.634,3 Tsd. Euro (Vorjahr: 6.720,0 Tsd. Euro) gegenüber.

Der Marktwert wurde auf Basis der zum Bilanzstichtag vorliegenden Marktinformationen aus dem jeweiligen Anleihenkurs und dem Devisenkurs ermittelt.

Bankdarlehen

Dabei handelt es sich um Darlehen, die zum Teil durch Zins- und Annuitätenzuschüsse des Umwelt- und Wasserwirtschaftsfonds gefördert sind. Die von Projektgesellschaften eingegangenen Verbindlichkeiten ohne Rückgriffsrecht auf die EVN AG ("Non-Recourse") betrugen zum Stichtag 312.112,9 Tsd. Euro (Vorjahr: 283.375,6 Tsd. Euro).

EVN unterzeichnete über EVN Finance B.V. am 12. September 2006 eine syndizierte revolvierende Kreditlinie über 600,0 Mio. Euro mit einer Laufzeit von sieben Jahren (2006–2013). Zum Bilanzstichtag stand EVN diese Kreditlinie wie im Vorjahr in vollem Ausmaß zur Verfügung.

Die Zinsenabgrenzungen sind in den übrigen kurzfristigen Verbindlichkeiten enthalten.

39. Latente Steuerverbindlichkeiten

39. Latente Steuern Tsd. EUR 2009/10 2008/09
Aktive latente Steuern
Sozialkapital –26.107,5 –25.280,0
Vortragsfähiges steuerliches Ergebnis –9.022,3 –7.857,2
Sonstige aktive latente Steuern –13.613,1 –5.894,4
Passive latente Steuern
Anlagevermögen 83.238,7 79.214,7
Finanzinstrumente 178.038,0 256.103,9
Sonstige passive latente Steuern 8.064,0 9.615,4
Summe 220.597,6 305.902,5
davon aktive latente Steuern –6.473,2 –1.198,9
davon latente Steuerverbindlichkeiten 227.070,8 307.101,4

Die latenten Steuern entwickelten sich wie folgt:

39. Veränderung latente Steuern
Tsd. EUR
2009/10 2008/09
Latenter Steuersaldo 1.10.2009 305.902,5 419.110,5
– Konsolidierungskreisänderungen/Veränderung durch Unternehmenserwerbe –4,5 –1.003,6
– Erfolgswirksame Veränderung latente Steuern –4.048,1 –23.937,9
– Erfolgsneutrale Veränderung latente Steuern –81.249,0 –88.266,5
Latenter Steuersaldo 30.9.2010 220.597,6 305.902,5

Aktive latente Steuern in Höhe von 3.743,3 Tsd. Euro (Vorjahr: 3.921,3 Tsd. Euro) im Zusammenhang mit Verlustvorträgen, mit deren Verbrauch innerhalb eines überschaubaren Zeitraums nicht gerechnet werden konnte, wurden nicht aktiviert.

40. Langfristige Rückstellungen

40. Langfristige Rückstellungen
Tsd. EUR
2009/10 2008/09
Rückstellung für Pensionen 216.990,2 218.444,6
Rückstellung für pensionsähnliche Verpflichtungen 18.362,8 16.657,1
Rückstellung für Abfertigungen 75.587,3 73.975,0
Sonstige langfristige Rückstellungen 139.033,3 135.711,0
Summe 449.973,5 444.787,7

Die Berechnung der Rückstellungen für Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen sowie Rückstellung für Abfertigungen erfolgt im Wesentlichen mit folgenden Rechnungsgrundlagen:

– Zinssatz 4,75 % p.a. (Vorjahr: 5,50 % p.a.)

– Bezugserhöhungen 2,50 % p.a.; Folgejahre 3,00 % p.a. (Vorjahr: Bezugserhöhung 2,50 % p.a., Folgejahre 3,00 % p.a.)

– Pensionserhöhungen 2,50 % p.a.; Folgejahre 3,00 % p.a. (Vorjahr: Pensionserhöhungen 2,50 % p.a., Folgejahre 3,00 %)

– Rechnungsgrundlagen gemäß dem Vorjahr "AVÖ 2008-P – Rechnungsgrundlagen für die Pensionsversicherung – Pagler & Pagler"

40. Entwicklung der Rückstellungen für

Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen
Tsd. EUR
2009/10 2008/09
Barwert der Pensionsverpflichtungen (DBO) 1.10.2009 238.985,9 252.450,7
+ Aufwand für die im Geschäftsjahr erworbenen Versorgungsansprüche (Service Costs) 1.518,7 1.965,9
+ Zinsaufwand 13.222,3 14.527,8
– Pensionszahlungen –17.584,0 –17.579,7
+/– Versicherungsmathematischer Verlust/Gewinn 17.567,7 –12.378,9
Barwert der Pensionsverpflichtungen (DBO) 30.9.2010 253.710,6 238.985,9
Rückstellungen für Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen 30.9.2010 235.353,0 235.101,7
– Unterschreitung Rückstellungen vom DBO-Wert 30.9.2010
%
–7,2 –1,6
40. Entwicklung der Rückstellung für Abfertigungen
Tsd. EUR
2009/10 2008/09
Barwert der Abfertigungsverpflichtungen (DBO) 1.10.2009 69.674,9 76.049,0
– Währungsdifferenzen –15,3 –0,3
+ Konsolidierungskreisänderungen/Zugang durch Unternehmenserwerbe 413,9
+ Aufwand für die im Geschäftsjahr erworbenen Abfertigungsansprüche (Service Costs) 4.274,9 3.279,5
+ Zinsaufwand 3.900,2 4.452,3
– Abfertigungszahlungen –7.651,9 –5.777,3
+/– Versicherungsmathematischer Verlust/Gewinn 4.659,6 –8.742,2
Barwert der Abfertigungsverpflichtungen (DBO) 30.9.2010 74.842,4 69.674,9
Rückstellung für Abfertigungen am 30.9.2010 75.587,3 73.975,0
+ Überschreitung Rückstellung vom DBO-Wert 30.9.2010
%
1,0 6,2

Die Rückstellung für Kooperationsverträge beinhaltet Verpflichtungen gegenüber Beteiligungsunternehmen aus bestehenden Verträgen. Die Mieten für Netzzutritte umfassen Vorsorgen für Mieten für den Netzzutritt zu Anlagen im Fremdeigentum in Bulgarien. Verschiedene Verfahren und Klagen, welche großteils aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit resultieren und derzeit anhängig sind, wurden in den Prozessrisiken abgebildet. Umwelt-, Entsorgungs- und sonstige Verpflichtungsrisiken umfassen in erster Linie die geschätzten aufzuwendenden Abbruch- und Entsorgungskosten sowie Vorsorgen für Umwelt-, Altlasten- und sonstige Verpflichtungsrisiken.

40. Entwicklung der sonstigen langfristigen Rückstellungen

Tsd. EUR Jubiläumsgelder Kooperations
verträge
Mieten für
Netzzutritte
Prozessrisiken Umwelt-,
Entsorgungs- und
sonstige
Verpflichtungs
risiken
Übrige
langfristige
Rückstellungen
Summe
Buchwert 1.10.2009 17.007,5 40.080,0 21.344,7 11.015,1 43.162,3 3.101,4 135.711,0
Währungsdifferenzen –10,0 –28,0 –38,1
Zinsaufwand 925,8 2.410,0 823,2 139,1 1.899,7 6.197,9
Verwendung –1.413,0 –2.740,0 –4.241,0 –8.326,8 –2.976,0 –19.696,8
Zuführung 1.893,9 5.489,2 3.363,0 3.465,4 14.211,5
Umbuchung 2.647,8 2.647,8
Buchwert 30.9.2010 18.404,2 39.750,0 17.927,0 8.288,5 48.425,0 6.238,5 139.033,3

41. Vereinnahmte Baukosten- und Investitionszuschüsse

Die Position der Baukosten- und Investitionszuschüsse entwickelte sich wie folgt:

41. Vereinnahmte Baukosten- und Investitionszuschüsse Tsd. EUR Baukostenzuschüsse Investitionszuschüsse Summe
Buchwert 1.10.2009 336.774,5 42.296,2 379.070,7
Währungsdifferenzen –136,7 –136,7
Zugänge 49.164,7 1.874,4 51.039,1
Auflösung –29.243,2 –2.811,2 –32.054,4
Buchwert 30.9.2010 356.559,3 41.351,9 397.911,1

Vom Gesamtbetrag der Zuschüsse werden 365.856,7 Tsd. Euro (Vorjahr: 346.942,1 Tsd. Euro) nicht innerhalb eines Jahres ertragswirksam.

42. Übrige langfristige Verbindlichkeiten

Die Pachtverbindlichkeiten beinhalten langfristige Nutzungsverträge von Wärmenetzen sowie Heizwerken.

Die Abgrenzungen aus Finanztransaktionen betreffen anteilige Barwertvorteile aus Lease-and-Lease-back-Transaktionen im Zusammenhang mit Strombezugsrechten an Donaukraftwerken.

Die Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften beinhalten die negativen Marktwerte im Zusammenhang mit Sicherungsgeschäften bei Anleihen, denen zum Teil eine gegenläufige Entwicklung der Anleihenverbindlichkeit gegenübersteht.

Die sonstigen übrigen Verbindlichkeiten beinhalten großteils zukünftige Leasingraten aus Finanzierungsleasing.

42. Übrige langfristige Verbindlichkeiten
Tsd. EUR
2009/10 2008/09
Pachtverbindlichkeiten 34.782,4 34.935,0
Abgrenzungen aus Finanztransaktionen 4.966,8 9.752,4
Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften 10.429,4 28.690,0
Sonstige übrige Verbindlichkeiten 12.894,9 16.837,9
Summe 63.073,6 90.215,3

42. Fristigkeiten der übrigen langfristigen Verbindlichkeiten

Restlaufzeit zum 30.9.2010 Restlaufzeit zum 30.9.2009
Tsd. EUR < 5 Jahre > 5 Jahre Summe < 5 Jahre > 5 Jahre Summe
Pachtverbindlichkeiten 12.335,7 22.446,8 34.782,4 12.072,9 22.862,1 34.935,0
Abgrenzungen aus Finanztransaktionen 3.430,8 1.536,1 4.966,8 3.637,0 6.115,4 9.752,4
Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften 4.752,2 5.677,2 10.429,4 12.389,9 16.300,2 28.690,0
Sonstige übrige Verbindlichkeiten 9.757,2 3.137,7 12.894,9 2.796,8 14.041,1 16.837,9
Summe 30.275,9 32.797,7 63.073,6 30.896,6 59.318,7 90.215,3

Kurzfristige Schulden

43. Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten

Die Kontokorrentkredite sind Teil des Fonds der liquiden Mittel der Geldflussrechnung.

43. Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten
Tsd. EUR
2009/10 2008/09
Kredit bei der Oesterreichischen Kontrollbank AG1) 170.800,0
Kontokorrent- und sonstige kurzfristige Kredite 34.447,1 16.992,1
Summe 205.247,1 16.992,1

1) Die planmäßige Tilgung erfolgt am 28. Februar 2011.

44. Steuerverbindlichkeiten

Die Position Steuerverbindlichkeiten setzte sich zum Bilanzstichtag wie folgt zusammen:

44. Steuerverbindlichkeiten Tsd. EUR 2009/10 2008/09
Energieabgaben 24.395,7 23.294,5
Umsatzsteuer 23.629,9 23.911,7
Körperschaftsteuer 9.575,1 4.461,3
Sonstige Posten 5.448,9 7.025,3
Summe 63.049,6 58.692,8

45. Lieferantenverbindlichkeiten

In den Lieferantenverbindlichkeiten sind Verpflichtungen für ausstehende Rechnungen in Höhe von 124.181,9 Tsd. Euro (Vorjahr: 136.620,8 Tsd. Euro) enthalten.

46. Kurzfristige Rückstellungen

Die Rückstellung für Personalansprüche umfasst noch nicht fällige Sonderzahlungen und offene Urlaube sowie Verbindlichkeiten aus einer Vorruhestandsregelung, die von Mitarbeitenden in Anspruch genommen werden kann. Für die zum Bilanzstichtag rechtlich verbindlichen Vereinbarungen wurde die Rückstellung mit 1.949,0 Tsd. Euro (Vorjahr: 1.505,7 Tsd. Euro) ausgewiesen.

Die Drohverluste beinhalten absatzseitige Geschäfte im Kraftwerksbereich und im Energievertrieb.

Tsd. EUR Personalansprüche Drohverluste Emissionszertifikate Restrukturierung Sonstige kurzfristige
Rückstellungen
Summe
Buchwert 1.10.2009 59.902,0 14.229,8 668,7 8.822,4 83.623,0
Währungsdifferenzen –14,9 –7,1 –6,0 –20,9
Verwendung –6.589,2 –3.304,3 –668,7 –10.189,2 –20.751,5
Zuführung 6.042,5 36.341,3 1.995,6 16.260,9 60.640,3
Umbuchung –727,1 –1.920,7 –2.647,8
Buchwert 30.9.2010 58.416,3 47.266,9 1.995,6 12.967,3 120.646,0

46. Entwicklung der kurzfristigen Rückstellungen

47. Übrige kurzfristige Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten gegenüber at Equity einbezogenen assoziierten Unternehmen beinhalten in erster Linie Verbindlichkeiten gegenüber e&t, aus dem Vertrieb und der Beschaffung von Elektrizität.

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen betreffen Verbindlichkeiten gegenüber nicht vollkonsolidierten verbundenen Unternehmen sowie anteilige Salden gegenüber quotenkonsolidierten Gemeinschaftsunternehmen.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Partnern der Energieallianz stammen aus der Verrechnung von Kundenforderungen, die im Namen der Energieallianz-Partner von der Energieallianz abgewickelt werden.

Die Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften beinhalten vor allem negative Marktwerte von Swaps im Energiebereich.

Die übrigen finanziellen Verbindlichkeiten beinhalten in erster Linie Verbindlichkeiten gegenüber Dienstnehmern, erhaltene Kautionen und Ausgleichszahlungen für Stromfuture-Geschäfte.

Die erhaltenen Anzahlungen erfolgten für Strom-, Gas- und Wärmelieferungen und für die Errichtung von Kundenanlagen.

Die Verpflichtungen im Rahmen der sozialen Sicherheit beinhalten Verbindlichkeiten gegenüber Sozialversicherungsanstalten.

47. Übrige kurzfristige Verbindlichkeiten Tsd. EUR 2009/10 2008/09
Finanzielle Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten gegenüber at Equity einbezogenen assoziierten Unternehmen 16.825,2 19.239,9
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 16.777,3 21.388,1
Verbindlichkeiten gegenüber Partnern der Energieallianz 15.073,5 35.829,8
Zinsenabgrenzungen 9.024,5 8.403,5
Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften 516,2 14.215,6
Übrige finanzielle Verbindlichkeiten 29.381,6 32.462,4
87.598,4 131.539,3
Sonstige Verbindlichkeiten
Erhaltene Anzahlungen 14.371,8 11.620,9
Verpflichtungen im Rahmen der sozialen Sicherheit 11.238,7 13.312,3
25.610,5 24.933,2
Summe 113.208,9 156.472,5

Erläuterungen zur Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung

48. Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse der einzelnen Segmente1) entwickelten sich wie folgt:

48. Umsatzerlöse
Tsd. EUR
2009/10 2008/09
Umsatzerlöse Erzeugung 25.645,1 30.089,6
Umsatzerlöse Netzinfrastruktur Inland 428.879,6 404.826,2
Umsatzerlöse Energiehandel und -vertrieb 1.139.304,4 1.147.089,4
Umsatzerlöse Energieversorgung Südosteuropa 862.245,6 877.327,1
Umsatzerlöse Umwelt 268.697,4 236.053,5
Umsatzerlöse Strategische Beteiligungen und Sonstiges 27.355,7 31.632,1
Summe 2.752.127,7 2.727.017,9

1) Gemäß neuer Segmentierung ab dem 1. Quartal 2009/10, siehe Erläuterung 24. Segmentberichterstattung

In den Umsatzerlösen waren Umsätze aus Fertigungsaufträgen im Rahmen von BOOT-Modellen in Höhe von 78.367,7 Tsd. Euro (Vorjahr: 54.554,5 Tsd. Euro) enthalten (siehe Erläuterung 28. Übrige langfristige Vermögenswerte).

49. Sonstige betriebliche Erträge

Die übrigen sonstigen betrieblichen Erträge umfassten hauptsächlich Prämien, Subventionen sowie Warenverkäufe und Dienstleistungen, die nicht im Zusammenhang mit der Geschäftstätigkeiten standen.

49. Sonstige betriebliche Erträge Tsd. EUR 2009/10 2008/09
Erträge aus der Auflösung von Baukosten- und Investitionszuschüssen 32.054,4 32.128,6
Aktivierte Eigenleistungen 15.978,6 16.620,4
Zinsen für verspätete Zahlungen 5.614,9 4.556,6
Entschädigungen und Vergütungen 4.854,7 7.728,3
Miet– und Pachterträge 2.409,9 2.315,7
Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 883,7 803,7
Ergebnis aus dem Abgang von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen 519,5 3.103,5
Bestandsveränderungen –2.024,0 4.935,7
Übrige sonstige betriebliche Erträge 9.420,1 11.074,5
Summe 69.711,9 83.266,8

50. Materialaufwand und Aufwand für bezogene Leistungen

Die Aufwendungen für Fremdstrombezug und Energieträger umfassten insbesondere Gas- und Strombezugskosten sowie den durch die zu geringe Zuteilung von Gratis-Emissionszertifikaten entstandenen Aufwand für den Einsatz zugekaufter Emissionszertifikate in Höhe von 1.027,4 Tsd. Euro (Vorjahr: 5.035,9 Tsd. Euro).

Die Aufwendungen für Fremdleistungen und sonstigen Materialaufwand standen überwiegend in Zusammenhang mit dem Projektgeschäft des Umweltbereichs sowie mit Fremdleistungen für den Betrieb und die Instandhaltung von Anlagen. Weiters waren in dieser Position die sonstigen direkt der Leistungserstellung zurechenbaren Aufwendungen enthalten.

50. Materialaufwand und Aufwand für bezogene Leistungen Tsd. EUR 2009/10 2008/09
Fremdstrombezug und Energieträger 1.600.020,1 1.653.163,8
Fremdleistungen und sonstiger Materialaufwand 314.451,6 297.529,1
Summe 1.914.471,8 1.950.692,9

51. Personalaufwand

Im Personalaufwand waren Beiträge an die EVN-Pensionskasse in Höhe von 5.103,2 Tsd. Euro (Vorjahr: 8.131,0 Tsd. Euro) sowie Beiträge an betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen in Höhe von 332,4 Tsd. Euro (Vorjahr: 275,9 Tsd. Euro) enthalten.

51. Personalaufwand
Tsd. EUR
2009/10 2008/09
Gehälter und Löhne 235.420,3 224.170,7
Aufwendungen für Abfertigungen 13.545,8 12.465,7
Aufwendungen für Pensionen 21.842,0 23.529,3
Aufwendungen für gesetzlich vorgeschriebene Sozialabgaben
sowie vom Entgelt abhängige Abgaben und Pflichtbeiträge 48.656,2 48.056,2
Sonstige Sozialaufwendungen 9.767,4 11.223,2
Summe 329.231,8 319.445,0

Die durchschnittliche Zahl der Mitarbeitenden betrug:

51. Mitarbeitende nach Segmenten Anzahl im Jahresdurchschnitt 2009/10 2008/09
Erzeugung 147 108
Netzinfrastruktur Inland 1.321 1.435
Energiehandel und -vertrieb 259 243
Energieversorgung Südosteuropa 5.630 6.036
Umwelt 524 496
Strategische Beteiligungen und Sonstiges 656 619
Summe 8.536 8.937

Die durchschnittliche Zahl der Mitarbeitenden setzte sich aus 8.208 Angestellten und 328 Arbeitern zusammen (Vorjahr: 8.601 Angestellte und 336 Arbeiter).

Arbeitnehmer anteilsmäßig einbezogener Unternehmen wurden entsprechend der Höhe der Beteiligung berücksichtigt.

52. Abschreibungen

Die Vorgehensweise bei Werthaltigkeitsprüfungen wird unter den Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen in Erläuterung 21. Vorgehensweise bei und Auswirkungen von Werthaltigkeitsprüfungen beschrieben.

52. Abschreibungen nach Bilanzpositionen Tsd. EUR 2009/10 2008/09
Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte 12.493,9 11.705,4
Abschreibungen auf Sachanlagen 216.819,1 186.474,6
Summe 229.313,0 198.180,0
52. Abschreibungen Tsd. EUR 2009/10 2008/09
Planmäßige Abschreibungen 217.120,8 198.180,0
Wertminderungen1) 12.192,2
Summe 229.313,0 198.180,0

1) Details siehe Erläuterung 26. Sachanlagen

53. Sonstige betriebliche Aufwendungen

53. Sonstige betriebliche Aufwendungen
Tsd. EUR
2009/10 2008/09
Forderungsabschreibungen 44.160,3 32.148,1
Rechts- und Beratungsaufwand, Aufwendungen für Prozessrisiken 17.999,1 29.198,1
Betriebssteuern und Abgaben 14.753,5 15.947,6
Werbeaufwand 11.283,5 12.232,2
Telekommunikation und Portospesen 11.244,3 11.694,5
Versicherungen 9.713,9 10.155,7
Fahrt- und Reisespesen, Kfz-Aufwendungen 9.049,7 7.946,9
Wartung und Instandhaltung 4.591,2 4.318,6
Weiterbildung 2.681,5 2.916,2
Mieten 1.869,6 9.914,9
Übrige sonstige betriebliche Aufwendungen 34.187,8 30.292,8
Summe 161.534,4 166.765,7

Die Position Rechts- und Beratungsaufwand, Aufwendungen für Prozessrisiken umfasst auch die Änderung der Rückstellung für Prozessrisiken. Die Position Mieten umfasst auch die Änderung der Rückstellungen für Mieten für Netzzutritte.

Die übrigen sonstigen betrieblichen Aufwendungen bestehen aus Aufwendungen für Umweltschutz, Spesen des Geldverkehrs, Lizenzen, Mitgliedsbeiträgen sowie Verwaltungs- und Büroaufwendungen.

54. Finanzergebnis

54. Finanzergebnis
Tsd. EUR
2009/10 2008/09
Beteiligungsergebnis
RAG1) 44.271,2 32.177,6
EconGas 9.261,7 9.470,4
ZOV; ZOV UIP 11.651,2 8.135,0
BEWAG; BEGAS2) –3.081,7 –3.401,6
Andere Gesellschaften –477,2 276,2
Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen assoziierten Unternehmen 61.625,1 46.657,6
Dividendenzahlungen 55.901,5 47.335,8
davon VERBUND AG 50.139,0 42.116,8
davon andere Gesellschaften 5.762,5 5.219,1
Wertminderungen –816,9
Sonstiges –367,6 33,1
Ergebnis aus anderen Beteiligungen 54.717,0 47.368,9
Summe Beteiligungsergebnis 116.342,1 94.026,5
Zinsergebnis
Zinserträge aus langfristigen Vermögenswerten 33.582,5 39.155,4
Übrige Zinserträge 3.904,8 8.285,2
Summe Zinsertrag 37.487,3 47.440,6
Zinsaufwendungen für langfristige Finanzverbindlichkeiten –64.286,0 –77.412,0
Übrige Zinsaufwendungen –5.122,3 –8.498,1
Summe Zinsaufwendungen –69.408,2 –85.910,1
Summe Zinsergebnis –31.920,9 –38.469,5
Sonstiges Finanzergebnis
Ergebnis aus Kursänderungen und Abgängen von kurzfristigem Finanzvermögen ("HFT") 3.608,8 –563,2
Ergebnis aus Kursänderungen und Abgängen von Wertpapieren des langfristigen Finanzvermögens ("@FVTPL") –3.633,5 –1.708,2
Übriges Finanzergebnis –816,5 –2.473,4
Summe sonstiges Finanzergebnis –841,2 –4.744,8
Finanzergebnis 83.580,0 50.812,2

1) Indirekt über RBG gehalten

2) Jeweils 49,0 % an BEWAG und BEGAS werden indirekt über die BUHO gehalten.

Der Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen assoziierten Unternehmen umfasst im Wesentlichen Ergebnisanteile und Abschreibungen von im Zuge des Erwerbs aktivierten Vermögenswerten.

Die Zinserträge aus langfristigen Vermögenswerten enthalten Zinsen aus Investmentfonds, deren Veranlagungsschwerpunkt in festverzinslichen Wertpapieren liegt, sowie die Zinskomponente aus dem Leasinggeschäft. Die übrigen Zinserträge beinhalten Erträge aus Wertpapieren des kurzfristigen Finanzvermögens.

Die Zinsaufwendungen für langfristige Finanzverbindlichkeiten betreffen die laufenden Zinsen für die begebenen Anleihen sowie für langfristige Bankdarlehen. Die übrigen Zinsaufwendungen umfassen die Aufwendungen für kurzfristige Kredite sowie Pachtzinsen für Biomasseanlagen, Verteil- und Wärmenetze.

55. Ertragsteuern

55. Ertragsteuern Tsd. EUR 2009/10 2008/09
Laufender Ertragsteueraufwand 46.197,0 51.941,8
davon österreichische Gesellschaften 32.455,8 45.676,2
davon ausländische Gesellschaften 13.741,2 6.265,6
Latenter Steuerertrag –4.048,1 –23.937,9
davon österreichische Gesellschaften 2.521,3 –23.787,2
davon ausländische Gesellschaften –6.569,4 –150,7
Summe 42.148,9 28.003,9

Die Ursachen für den Unterschied zwischen dem 2010 gültigen österreichischen Körperschaftsteuersatz von 25,0 % (Vorjahr: 25,0 %) und der ausgewiesenen Konzernsteuerquote des Geschäftsjahres 2009/10 gemäß Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung stellten sich folgendermaßen dar:

2009/10 2008/09
55. Ermittlung des Effektivsteuersatzes % Tsd. EUR % Tsd. EUR
Ergebnis vor Ertragsteuern 270.868,5 226.013,4
Ertragsteuersatz/-aufwand zum nominellen Ertragsteuersatz 25,0 67.717,1 25,0 56.503,3
+/– Abweichende ausländische Steuersätze 0,6 1.640,3 –0,2 –468,9
+ Effekt aus Steuersatzänderungen 39,2
– Steuerfreie Beteiligungserträge –13,3 –36.056,5 –13,9 –31.309,1
+ Änderungen im Ansatz/in der Bewertung der latenten Steuern 1,4 3.697,1 0,2 506,9
– Steuerrechtliche Anteilsabwertungen –0,6 –1.605,0
+ Nicht abzugsfähige Aufwendungen 1,8 4.997,7 1,3 2.899,7
+/– Aperiodische Steuererhöhungen/–minderungen 0,8 2.212,4 –0,6 –1.424,1
–/+ Sonstige Posten –0,2 –454,2 0,6 1.256,9
Effektivsteuersatz/-aufwand 15,6 42.148,9 12,4 28.003,9

Die effektive Steuerbelastung der EVN für das Geschäftsjahr 2009/10 beträgt im Verhältnis zum Ergebnis vor Ertragsteuern 15,6 % (Vorjahr: 12,4 %). Der Effektivsteuersatz ist ein gewichteter Durchschnitt der effektiven lokalen Ertragsteuersätze aller einbezogenen Tochtergesellschaften.

56. Ergebnis je Aktie

Das Ergebnis je Aktie wurde durch Division des Konzernergebnisses (= Ergebnisanteil der Aktionäre der EVN AG am Ergebnis nach Ertragsteuern) durch die gewichtete durchschnittliche Anzahl der im Geschäftsjahr 2009/10 in Umlauf befindlichen Anteile von 163.001.364 Stück (Vorjahr: 163.010.712 Stück) ermittelt. Eine Verwässerung dieser Kennzahl kann durch sogenannte potenzielle Aktien aufgrund von Aktienoptionen und Wandelanleihen auftreten. Für EVN bestanden jedoch keine derartigen Aktien, sodass das unverwässerte Ergebnis je Aktie ident mit dem verwässerten Ergebnis je Aktie war.

Auf Basis des Konzernergebnisses von 206.952,1 Tsd. Euro (Vorjahr: 177.943,6 Tsd. Euro) errechnete sich für das Geschäftsjahr 2009/10 ein Ergebnis je Aktie von 1,27 Euro (Vorjahr: 1,09 Euro).

Sonstige Angaben

57. Konzern-Geldflussrechnung

Die Konzern-Geldflussrechnung der EVN zeigt die Veränderung des Fonds der liquiden Mittel durch Mittelzu- und -abflüsse im Laufe des Berichtsjahres.

Die Darstellung erfolgte nach der indirekten Methode. Ausgehend vom Ergebnis vor Ertragsteuern wurden ausgabenneutrale Aufwendungen hinzugezählt und einnahmenneutrale Erträge in Abzug gebracht.

Die Ertragsteuerauszahlungen in Höhe von 35.456,4 Tsd. Euro (Vorjahr: 35.305,5 Tsd. Euro) wurden gesondert im operativen Bereich ausgewiesen.

Die Dividendeneinnahmen sowie Zinsein- und -auszahlungen wurden der laufenden Geschäftstätigkeit zugeordnet. Die Cash Flows aus Dividendeneinzahlungen betrugen im Geschäftsjahr 2009/10 110.545,1 Tsd. Euro (Vorjahr: 141.241,7 Tsd. Euro). Die Zinseinzahlungen betrugen 35.203,7 Tsd. Euro (Vorjahr: 42.936,1 Tsd. Euro); Zinsauszahlungen wurden in Höhe von 51.160,7 Tsd. Euro (Vorjahr: 63.534,6 Tsd. Euro) geleistet.

Die Auswirkungen der Unternehmenserwerbe im Geschäftsjahr 2008/09 wurden eliminiert und in der Position Nettoauszahlung für Unternehmenserwerbe im Cash Flow aus dem Investitionsbereich dargestellt.

Die Einzahlungen aus Anlagenabgängen betrugen 2.927,6 Tsd. Euro (Vorjahr: 8.630,2 Tsd. Euro). Aus diesen Anlagenabgängen resultierten Gewinne in Höhe von 519,5 Tsd. Euro (Vorjahr: Gewinne von 3.103,5 Tsd. Euro).

Die gezahlte Dividende an Aktionäre der EVN AG in Höhe von 60.306,7 Tsd. Euro (Vorjahr: 60.306,6 Tsd. Euro) sowie an andere Gesellschafter (jene der RBG und BUHO) in Höhe von 22.534,6 Tsd. Euro (Vorjahr: 34.992,6 Tsd. Euro) wurde als Teil der Finanzierungstätigkeit ausgewiesen.

Die im Rahmen von Unternehmenserwerben zugegangenen liquiden Mittel betrugen 0,0 Tsd. Euro (Vorjahr: 1.187,6 Tsd. Euro).

Der Anteil quotenkonsolidierter Unternehmen am Fonds der liquiden Mittel betrug 8.242,3 Tsd. Euro (Vorjahr: 27.688,3 Tsd. Euro).

57. Fonds der liquiden Mittel
Tsd. EUR
2009/10 2008/09
Liquide Mittel 123.511,9 130.479,8
Kassenbestände 508,5 380,4
Guthaben bei Kreditinstituten 123.003,4 130.099,4
Kontokorrentverbindlichkeiten –34.447,1 –16.891,5
Summe 89.064,8 113.588,3

58. Risikomanagement

Zinsrisiken

Als Zinsänderungsrisiko definiert EVN die Gefahr der negativen Abweichung vom aktuellen Zinsniveau, die in weiterer Folge Zinserträge und -aufwendungen sowie das Eigenkapital negativ beeinflussen kann. Zur Steuerung des Zinsrisikos wird auf ein ausgewogenes Verhältnis von fest und variabel verzinslichen Finanzinstrumenten geachtet. Der Risikominimierung dienen ein Limitwesensystem, Absicherungsstrategien wie der Abschluss derivativer Finanzinstrumente (siehe auch Erläuterung 9. Finanzinstrumente) sowie die laufende Überwachung des Zinsrisikos. Bei der Bewertung werden fix und variabel verzinsliche Finanzinstrumente gesondert behandelt.

Die Überwachung des Zinsänderungsrisikos erfolgt für EVN im Rahmen einer täglich durchgeführten Value at Risk (VaR)-Kalkulation, bei der der VaR mit einem Konfidenzniveau von 99,0 % für die Haltedauer von einem Tag berechnet wird. Dazu wird unter Anwendung des JP Morgan's RiskMetrics Industriestandards täglich eine Varianz-Kovarianz-Matrix von EVN selbst berechnet. EVN wendet den Delta-Gamma-Ansatz an. Zum Bilanzstichtag betrug der Zins-VaR unter Berücksichtigung der eingesetzten Sicherungsinstrumente 1,8 Mio. Euro (Vorjahr: 3,0 Mio. Euro).

Währungsrisiken

Das Risiko von ergebnisbeeinflussenden Währungsschwankungen erwächst für EVN aus Geschäften, die nicht in Euro getätigt werden.

Bei Forderungen, Verbindlichkeiten, Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten, die nicht in der funktionalen Währung des Konzerns gehalten werden, können Währungsrisiken schlagend werden. Die wesentlichen Treiber des Währungsrisikos sind bei EVN die in Japanischen Yen (JPY) und Schweizer Franken (CHF) begebenen Anleihen. Das Management des Währungsrisikos erfolgt über eine zentrale Erfassung, Analyse und Steuerung der Risikopositionen sowie durch die Absicherung der Anleihen in fremder Währung mittels Cross-Currency-Swaps (siehe Erläuterungen 38. Langfristige Finanzverbindlichkeiten und 9. Finanzinstrumente).

Der Fremdwährungs-VaR belief sich am Bilanzstichtag unter Berücksichtigung der Sicherungsinstrumente auf 1,7 Mio. Euro (Vorjahr: 1,9 Mio. Euro).

Sonstige Marktrisiken

Unter sonstigen Marktrisiken versteht EVN das Risiko von Preisänderungen aufgrund von Marktschwankungen bei Primärenergie, Strombeschaffung und -absatz sowie Wertpapieren.

Im Rahmen der Energiehandelstätigkeit der EVN werden Energiehandelskontrakte für Zwecke des Preisänderungsrisikomanagements abgeschlossen. Die Preisänderungsrisiken entstehen durch die Beschaffung und den Verkauf von elektrischer Energie, Gas, Kohle, Öl, Biomasse und CO2 -Zertifikaten. Termingeschäfte und Swaps dienen als Absicherung gegen diese Preisänderungsrisiken.

58. Preisabsicherungen im Energiebereich

2009/10 2008/09
I Nominalvolumina I Marktwerte I
Nominalvolumina
I Marktwerte I
Tsd. EUR Käufe Verkäufe Positive Negative Netto Käufe Verkäufe Positive Negative Netto
Futures 97.065,7 –108.168,2 5.351,1 –11.883,8 –6.532,7 158.762,6 –90.920,8 12.980,9 –26.454,5 –13.473,6
Forwards 238.013,8 –208.340,5 18.700,0 –17.215,5 1.484,5 252.560,4 –242.186,9 53.324,8 –54.592,8 –1.268,1

Nachfolgend wird die Sensitivität der Bewertung auf die Marktpreise gezeigt. Die Berechnung der Sensitivität wird unter der Annahme durchgeführt, dass alle anderen Parameter unverändert bleiben. Weiters handelt es sich hier um Derivate, welche als Sicherungsinstrumente im Rahmen von Cash Flow Hedges eingesetzt werden. Nicht in die Betrachtung einbezogen werden Derivate, welche für Zwecke des Empfangs oder der Lieferung nicht finanzieller Posten gemäß dem erwarteten Einkaufs-, Verkaufs- oder Nutzungsbedarf des Unternehmens bestimmt sind (Own Use) und damit nach IAS 39 nicht als Finanzinstrumente zu bilanzieren sind.

Bei Änderung der Marktpreise um 10,0 % zum Bilanzstichtag würden sich Eigenkapitaleffekte der Derivate um 23,0 Mio. Euro ergeben.

Das Risiko von Preisänderungen bei Wertpapieren resultiert aus Kapitalmarktschwankungen. Die wesentlichste von EVN gehaltene Wertpapierposition sind Aktienbestände an der VERBUND AG. Der Preisänderungs-VaR der von EVN gehaltenen VERBUND-Aktien betrug am Bilanzstichtag 35,3 Mio. Euro (Vorjahr: 109,0 Mio. Euro).

Liquiditätsrisiko

Das Liquiditätsrisiko erfasst das Risiko, erforderliche Finanzmittel zu einer fristgerechten Begleichung eingegangener Verbindlichkeiten nicht aufbringen zu können. EVN minimiert dieses Risiko durch eine kurz- und mittelfristige Finanzplanung, die Festlegung von Limits und das konzernweite Cash Pooling.

Für die Deckung des Liquiditätsbestands standen zum Bilanzstichtag liquide Mittel und kurzfristige Wertpapiere in Höhe von 223,8 Mio. Euro (Vorjahr 86,7 Mio. Euro) zur Verfügung. Darüber hinaus stand EVN am Bilanzstichtag eine vertraglich vereinbarte, ungenutzte syndizierte Kreditlinie in Höhe von 600,0 Mio. Euro zur Verfügung (Vorjahr: 600,0 Mio. Euro nicht ausgenutzt). Das Liquiditätsrisiko war daher äußerst gering. Das Gearing lag zum Bilanzstichtag bei 48,2 % (Vorjahr: 44,1 %) und drückt die solide Kapitalstruktur der EVN aus.

Der Nominalwert der derivativen finanziellen Verbindlichkeiten belief sich im Geschäftsjahr 2009/10 auf 886,0 Mio. Euro. Die Summe der Cash Flows aus Zinsen von 49,7 Mio. Euro gliedert sich in 4,4 Mio. Euro bis zu einem Jahr, 29,1 Mio. Euro von einem bis zu fünf Jahren und 16,2 Mio. Euro über fünf Jahre.

58. Fristigkeiten der langfristigen Finanzverbindlichkeiten

Summe Vertraglich vereinbarte Zahlungsabflüsse
Geschäftsjahr 2009/10 Tsd. EUR Buchwert Zahlungsabflüsse < 1 Jahr 1–5 Jahre > 5 Jahre
Anleihen 835.316,0 1.021.297,2 34.101,0 606.715,8 380.480,4
Langfristige Bankdarlehen 891.106,0 1.128.726,2 123.912,9 509.111,0 495.702,3
Summe 1.726.422,0 2.150.023,4 158.013,9 1.115.826,8 876.182,7
Vertraglich vereinbarte Zahlungsabflüsse
Geschäftsjahr 2008/09 Tsd. EUR Buchwert Summe
Zahlungsabflüsse
< 1 Jahr 1– 5 Jahre > 5 Jahre
Anleihen 779.656,7 1.018.653,4 36.390,5 609.986,0 372.277,0
Langfristige Bankdarlehen 922.826,9 1.108.431,9 127.521,2 676.653,6 304.257,0
Summe 1.702.483,6 2.127.085,3 163.911,7 1.286.639,6 676.534,0

Kreditrisiko

Das Kredit- bzw. Ausfallsrisiko ergibt sich aus der potenziellen Nicht- bzw. mangelhaften Erfüllung von finanziellen Verpflichtungen der Geschäftspartner. Um das Ausfallsrisiko zu begrenzen, werden Bonitätsprüfungen der Kontrahenten durchgeführt. Dazu werden externe Ratings (u.a. Standard & Poor's, Moody's, KSV 1870) der Kontrahenten herangezogen und das Geschäftsvolumen entsprechend dem Rating und der Ausfallswahrscheinlichkeit limitiert. Werden die Bonitätsanforderungen nicht erfüllt, ist vor Geschäftsabschluss eine ausreichende Besicherung zu erbringen.

Das Kreditrisiko aus dem operativen Geschäft der EVN umfasst das Ausfallsrisiko in Bezug auf Kunden und Vertragspartner bei Derivativen, welche zur Absicherung von Risiken in Verbindung mit dem operativen Geschäft abgeschlossen werden. Das Ausfallsrisiko bei Kunden wird bei EVN separat überwacht, die Beurteilung der Kundenbonität wird vernehmlich von Ratings und Erfahrungswerten gestützt. EVN trägt Kreditrisiken mit der Bildung von Einzelwert- bzw. Pauschalwertberichtigungen Rechnung. Zur Reduzierung des Kreditrisikos sind die Sicherungsgeschäfte ausschließlich mit namhaften Finanzinstituten mit guten Kreditratings abgeschlossen.

Bei der Veranlagung von finanziellen Mitteln bei Banken wird ebenfalls auf beste Bonität auf Basis internationaler Ratings geachtet.

58. Wertminderungen nach Klassen

Abschreibungen/Wertberichtigungen Tsd. EUR 30.9.2010 30.9.2009
Langfristige Vermögenswerte
Sonstige Beteiligungen 816,9
Wertpapiere 114,8
816,9 114,8
Kurzfristige Vermögenswerte
Forderungen 44.160,3 32.148,1
Wertpapiere 4.063,3 268,9
48.223,6 32.417,0
Summe Wertminderungen 49.040,5 32.531,8

Das maximale Ausfallsrisiko des Konzerns für die Bilanzposten zum 30. September 2010 und zum 30. September 2009 entsprechen den in den Erläuterungen 28. Übrige langfristige Vermögenswerte, 30. Forderungen und 31. Wertpapiere dargestellten Buchwerten, ohne Finanzgarantien.

Bei den derivativen Finanzinstrumenten entspricht das maximale Ausfallsrisiko dem positiven beizulegenden Zeitwert (siehe Erläuterung 59. Berichterstattung zu Finanzinstrumenten).

Das maximale Risiko in Bezug auf Finanzgarantien wird in der Erläuterung 61. Sonstige Verpflichtungen und Risiken dargestellt.

59. Berichterstattung zu Finanzinstrumenten

Der beizulegende Zeitwert entspricht in der Regel der Kursnotierung zum Bilanzstichtag. Sofern diese nicht verfügbar sind, werden die Zeitwerte mittels finanzmathematischer Methoden, zum Beispiel durch Diskontierung der zukünftigen Zahlungsströme mit dem Marktzinssatz, ermittelt.

Die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts von Anteilen an nichtbörsenotierten verbundenen Unternehmen und sonstigen Beteiligungen erfolgt mittels Diskontierung der erwarteten Cash Flows oder durch Ableitung von vergleichbaren Transaktionen. Für Finanzinstrumente, welche an einem aktiven Markt notiert sind, stellt der Börsepreis zum Bilanzstichtag den beizulegenden Zeitwert dar. Die Forderungen, liquiden Mittel und kurzfristigen finanziellen Verbindlichkeiten haben überwiegend kurze Restlaufzeiten. Daher entsprechen deren Buchwerte zum Bilanzstichtag näherungsweise dem beizulegenden Zeitwert. Die Zeitwerte der Anleihenverbindlichkeiten werden als Barwert der diskontierten zukünftigen Zahlungsströme unter der Verwendung von Marktzinssätzen ermittelt.

59. Informationen zu Klassen und Kategorien von Finanzinstrumenten

Bewertungs Fair-Value-Hierarchie 30.9.2010 30.9.2009
Klassen Tsd. EUR kategorie (gem. IFRS 7.27 A) Buchwert Fair Value Buchwert Fair Value
Langfristige Vermögenswerte
Sonstige Beteiligungen
Beteiligungen an verbundenen Unternehmen AFS Stufe 2 7.492,1 7.492,1 9.153,1 9.153,1
Andere Beteiligungen AFS Stufe 1 1.070.258,2 1.070.258,2 1.400.543,4 1.400.543,4
1.077.750,3 1.077.750,3 1.409.696,6 1.409.696,6
Übrige langfristige Vermögenswerte
Wertpapiere @FVTPL Stufe 1 104.106,2 104.106,2 102.399,5 102.399,5
Ausleihungen LAR 22.047,0 22.047,0 21.619,9 21.619,9
Forderungen und Abgrenzungen aus Leasinggeschäften LAR 555.436,4 555.436,4 450.616,7 450.616,7
Forderungen aus derivativen Geschäften Hedge Accounting Stufe 1 37.987,7 37.987,7 18.574,1 18.574,1
Nichtfinanzielle Vermögenswerte 25.209,4 26.335,4
Kurzfristige Vermögenswerte 744.786,7 719.577,3 619.545,5 593.210,1
Kurzfristige Forderungen und übrige kurzfristige Vermögenswerte
Forderungen LAR 480.175,9 480.175,9 568.160,7 568.160,7
Forderungen aus derivativen Geschäften Hedge Accounting Stufe 1 6.839,9 6.839,9
Nichtfinanzielle Vermögenswerte 19.033,1 11.495,2
506.048,9 487.015,9 579.655,9 568.160,7
Wertpapiere HFT 223.778,5 223.778,5 86.736,1 86.736,1
Liquide Mittel
Kassenbestände und Guthaben bei Kreditinstituten LAR 123.511,9 123.511,9 130.479,8 130.479,8
Langfristige Schulden 123.511,9 123.511,9 130.479,8 130.479,8
Langfristige Finanzverbindlichkeiten
Anleihen FLAC 835.316,0 902.470,1 779.656,7 826.867,7
Bankdarlehen FLAC 891.106,0 891.106,0 922.826,9 922.826,9
1.726.422,0 1.793.576,1 1.702.483,6 1.749.694,6
Übrige langfristige Verbindlichkeiten
Pachtverbindlichkeiten FLAC 34.782,4 34.782,4 34.935,0 34.935,0
Abgrenzungen aus Finanztransaktionen FLAC 4.966,8 4.966,8 9.752,4 9.752,4
Sonstige übrige Verbindlichkeiten FLAC 12.894,9 12.894,9 16.837,9 16.837,9
Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften Hedge Accounting Stufe 1 10.429,4 10.429,4 28.690,0 28.690,0
Kurzfristige Schulden 63.073,6 63.073,6 90.215,3 90.215,3
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten FLAC 205.247,1 205.247,1 16.992,1 16.992,1
Lieferantenverbindlichkeiten FLAC 339.338,6 339.338,6 328.743,9 328.743,9
Übrige kurzfristige Verbindlichkeiten
Übrige finanzielle Verbindlichkeiten FLAC 87.082,2 87.082,2 117.323,7 117.323,7
Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften Hedge Accounting Stufe 1 516,2 516,2 14.215,6 14.215,6
Nichtfinanzielle Verbindlichkeiten 25.610,5 24.933,2
113.208,9 87.598,4 156.472,5 131.539,3
davon aggregiert nach Bewertungskategorie
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte AFS 1.077.750,3 1.409.696,6
Kredite und Forderungen LAR 1.181.171,2 1.170.877,0
Finanzielle Vermögenswerte, die als erfolgswirksam
zum beizulegenden Wert bewertet eingestuft wurden @FVTPL 104.106,2 102.399,5
Zu Handelszwecken gehaltene Finanzinstrumente HFT 223.778,5 86.736,1
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Schulden FLAC 2.410.734,1 2.227.068,6

Derivative Finanzinstrumente

Derivative Finanzinstrumente dienen in erster Linie der Absicherung des Unternehmens gegen Liquiditäts-, Wechselkurs-, Preis- und Zinsänderungsrisiken. Operatives Ziel ist die langfristige Kontinuität des Konzernergebnisses. Darüber hinaus werden vereinzelt Möglichkeiten genutzt, die ein höheres Risiko bergen und einen höheren Ertrag versprechen. Alle derivativen Finanzinstrumente werden unmittelbar nach deren Abschluss in einem Risikomanagementsystem erfasst. Dies ermöglicht einen tagesaktuellen Überblick über alle wesentlichen Risikokennzahlen. Für das Risikocontrolling wurde zudem eine eigene Stabsstelle eingerichtet, die laufend Risikoanalysen basierend auf dem VaR-Verfahren erstellt.

Die Nominalwerte sind die unsaldierten Summen der zu den jeweiligen Finanzderivaten gehörenden Einzelpositionen zum Bilanzstichtag. Es handelt sich dabei um Referenzwerte, die jedoch kein Maßstab für das Risiko des Unternehmens aus dem Einsatz dieser Finanzinstrumente sind. Das Risikopotenzial umfasst insbesondere Schwankungen der zugrunde liegenden Marktparameter sowie das Kreditrisiko der Vertragspartner. Für derivative Finanzinstrumente werden die aktuellen Marktwerte angesetzt.

Die derivativen Finanzinstrumente setzen sich wie folgt zusammen:

30.9.2010 30.9.2009
59. Derivative Finanzinstrumente Nominalwert1) Marktwert2) Nominalwert1) Marktwert2)
Währungsswaps
Mio. CHF (unter 5 Jahre)3) 250,0 18,7 250,0 –4,9
Mio. JPY (unter 5 Jahre)3) 8.000,0 7,7 8.000,0 –4,3
Mio. JPY (über 5 Jahre)3) 12.000,0 6,1 12.000,0 –15,4
Mio. USD (unter 5 Jahre)3) 10,0 0,2 10,0 0,8
Mio. USD (über 5 Jahre)3) 3,0 0,2 3,0 0,4
Zinsswaps
Mio. EUR (unter 1 Jahr)3) 240,0 5,0
Mio. EUR (unter 5 Jahre)3) 237,5 3,4 482,1 14,7
Mio. EUR (über 5 Jahre)3) 169,9 –8,9 34,9 –1,4
Swaps Energiebereich
Käufe (Gas, Kohle, Öl)3) 101,0 1,3 134,2 –14,2
Caps
Mio. EUR (unter 5 Jahre) 105,0 0,1 105,0 0,1

1) In Mio. in Nominalwährung

2) In Mio. EUR

3) Gemäß IAS 39 als Sicherungsgeschäft gewidmet

Positive Zeitwerte sind als Forderungen aus derivativen Geschäften (je nach Laufzeit unter den übrigen langfristigen Vermögenswerten oder den übrigen kurzfristigen Vermögenswerten) ausgewiesen, negative Zeitwerte als Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften (je nach Laufzeit unter den übrigen langfristigen Verbindlichkeiten oder den übrigen kurzfristigen Verbindlichkeiten).

60. Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Mit Wirkung vom 15. Oktober 2010 wurde eine Kapitalerhöhung bei der albanischen Energji Ashta SHPK, Tirana, Albanien, durchgeführt. Der 50,0 %ige Anteil der EVN an dieser Kapitalerhöhung betrug 16.000,0 Tsd. Euro.

Am 22. Oktober 2010 erfolgte zu einem Kaufpreis von 900,0 Tsd. Euro der Erwerb der restlichen 30,0 % an der EVN ENERTRAG Kavarna OOD, die als vollkonsolidiertes Unternehmen in den Konzernabschluss der EVN einbezogen wird. Darüber hinaus wurde die Gesellschaft in EVN Kavarna EOOD umbenannt.

Am 27. Oktober 2010 beschloss der Vorstand der EVN AG mit Zustimmung des Aufsichtsrats eine Kapitalerhöhung aus genehmigtem Kapital durch die Ausgabe von 16.352.582 neuen, auf Inhaber lautenden Stückaktien mit Bezugsrechten im Verhältnis 10:1. Das Grundkapital wurde mit der Durchführung der Kapitalerhöhung von derzeit 300.000,0 Tsd. Euro um 10,0 % auf 330.000,0 Tsd. Euro erhöht. Der Bezugspreis pro Aktie wurde mit 11,0 Euro pro Aktie festgelegt, die Bezugsfrist für die Aktionäre der EVN AG lief vom 29. Oktober bis einschließlich 12. November 2010. EVN floss aus der Kapitelerhöhung ein Nettoemissionserlös von rund 173,0 Mio. Euro zu, der zur Stärkung der Bilanz und Unterstützung des Ratings der EVN sowie für Investitionen in erneuerbare Energieprojekte in Niederösterreich und den Ausbau von Wasserkraft außerhalb Niederösterreichs in Österreich und in angrenzenden Ländern verwendet wird. Erster Handelstag der neuen Aktien an der Wiener Börse war am 2. November 2010. Die Mehrheitsaktionärin NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH hat ihre Bezugsrechte zur Gänze ausgeübt, sodass sie nach Durchführung der Kapitalerhöhung weiterhin 51,0 % des Grundkapitals der EVN AG hält. Insgesamt wurden 9.597.864 Aktien oder 58,7 % der gesamten Kapitalerhöhung von 16.352.582 neuen Aktien von bezugsberechtigten Aktionären, einschließlich der Mehrheitsaktionärin NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH, gezeichnet.129.875 neue Aktien wurden berechtigten Mitarbeitern zugeteilt, 6.624.843 neue Aktien oder 40,5 % aller neu ausgegebenen Aktien wurden im Rahmen der Vorabplatzierung mit institutionellen Investoren platziert. Am 5. November 2010 hat die EnBW Energie Baden-Württemberg AG gem. § 91 Abs 1 BörseG bekannt gegeben, dass sie bei der am 30. Oktober 2010 im Firmenbuch eingetragenen Kapitalerhöhung der EVN AG ihre Bezugsrechte nicht ausgeübt hat und mit Eintragung dieser Kapitalerhöhung die Schwelle von 35,0 % der Stimmrechte an der EVN AG, nicht jedoch die Schwelle von 30,0 % der Stimmrechte an der EVN AG unterschritten hat.

Darüber hinaus lagen zwischen dem Bilanzstichtag 30. September 2010 und der Veröffentlichung des vorliegenden Konzernabschlusses am 16. Dezember 2010 keine wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag vor.

61. Sonstige Verpflichtungen und Risiken

EVN hat zur Sicherung der Beschaffung von Strom und Primärenergieträgern langfristige Verträge mit e&t und EconGas abgeschlossen, die fixe Mengen- und Preisbindungen vorsehen. Weiters bestehen langfristige Verträge über den Import von Kohle aus Polen und Russland. Die durch EVN eingegangenen Verpflichtungen und Risken setzen sich wie folgt zusammen:

61. Sonstige Verpflichtungen und Risiken Tsd. EUR 2009/10 2008/09
Garantien für Tochtergesellschaften im Zusammenhang mit
Energiegeschäften 78.482,5 52.448,3
Projekten im Umweltbereich 214.622,2 209.428,0
Garantien im Zusammenhang mit dem Betrieb bzw. der Errichtung von
Energienetzen 6.758,6
Kraftwerken 422.935,5 302.120,3
Bestellobligo für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen 230.099,6 220.905,1
Weitere Verpflichtungen aus Garantien sowie sonstigen vertraglichen Haftungsverhältnissen 7.666,8 8.818,7
Summe 960.565,2 793.720,4

Für die oben genannten Verpflichtungen und Risiken wurden weder Rückstellungen noch Verbindlichkeiten in den Büchern erfasst, da zum Zeitpunkt der Erstellung des Jahresabschlusses mit keiner Inanspruchnahme bzw. nicht mit einem Eintreten der Risken zu rechnen war. Den genannten Verpflichtungen standen entsprechende Rückgriffsforderungen in Höhe von 49.084,3 Tsd. Euro (Vorjahr: 38.337,2 Tsd. Euro) gegenüber.

Die weiteren Verpflichtungen aus Garantien sowie sonstigen vertraglichen Haftungsverhältnissen umfassten im Wesentlichen offene Einzahlungsverpflichtungen gegenüber Beteiligungsunternehmen sowie übernommene Haftungen für Kredite von Beteiligungsgesellschaften.

Die Eventualverbindlichkeiten für die zugunsten von e&t für die Erfüllung von Energiegeschäften abgegebenen Garantien wurden beginnend mit dem Geschäftsjahr 2008/09 nicht mehr in Höhe des Nominalvolumens, sondern in Höhe des tatsächlichen Risikos für die EVN AG angesetzt. Dieses Risiko bemisst sich an Veränderungen zwischen vereinbartem Preis und aktuellem Marktpreis, wobei sich bei Beschaffungsgeschäften ein Risiko nur bei gesunkenen Marktpreisen und bei Absatzgeschäften ein Risiko nur bei gestiegenen Marktpreisen ergibt. Dementsprechend kann sich das Risiko aufgrund von Marktpreisänderungen nach dem Stichtag entsprechend verändern. Aus dieser Risikobewertung resultiert per 30. September 2010 eine Eventualverbindlichkeit in Höhe von 15.908,3 Tsd. Euro. Das dieser Bewertung zugrunde liegende Nominalvolumen der Garantien betrug 379.500,0 Tsd. Euro. Zum 31. Oktober 2010 betrug das Risiko betreffend Marktpreisänderungen 30.650,2 Tsd. Euro bei einem zugrunde liegenden Nominalvolumen von 387.500,0 Tsd. Euro.

Verschiedene Verfahren und Klagen, welche aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit resultieren, sind anhängig oder können in der Zukunft gegen EVN potenziell geltend gemacht werden. Damit verbundene Risiken wurden hinsichtlich ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit analysiert. Diese Evaluierung führte zu dem Ergebnis, dass die Verfahren und Klagen, im Einzelnen und insgesamt, keinen wesentlichen negativen Einfluss auf das Geschäft, die Liquidität, das Ergebnis oder die Finanzlage der EVN haben.

62. Angaben über Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen

Alle Geschäftsbeziehungen wurden zu marktüblichen Konditionen abgeschlossen und unterschieden sich grundsätzlich nicht von den Liefer- und Leistungsbeziehungen mit anderen Unternehmen.

Grundsätzlich entsteht gemäß IAS 24 eine nahestehende Beziehung zu Unternehmen und Personen durch direkte oder indirekte Beherrschung, maßgeblichen Einfluss oder gemeinschaftliche Führung. In den Kreis der nahestehenden Personen ebenso eingeschlossen sind Familienangehörige der betroffenen natürlichen Personen. Auch Mitglieder des Managements in Schlüsselpositionen und deren nahe Familienangehörige werden als nahestehende Personen angesehen.

Zu den nahestehenden Unternehmen und Personen von EVN zählen somit sämtliche Unternehmen des Konsolidierungskreises, die Hauptgesellschafter NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH, St. Pölten, und EnBW Energie Baden-Württemberg AG, Karlsruhe, Deutschland, sowie die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats und deren nahe Angehörige.

Eine Liste der Konzernunternehmen ist ab Seite 95 unter Beteiligungen der EVN enthalten. Die EVN AG wird als assoziiertes Unternehmen at Equity in den Konzernabschluss der EnBW Energie Baden-Württemberg AG, Karlsruhe, Deutschland, einbezogen.

Transaktionen mit nahestehenden Unternehmen

Hauptgesellschafter

Mit der NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH, St. Pölten, wurde im Zuge der Aufnahme der EVN AG in die Unternehmensgruppe gemäß § 9 KStG der NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH ein Gruppen- und Steuerausgleichsvertrag geschlossen. Auf Grundlage dieses Vertrags wurden von der EVN AG weitere Tochtergesellschaften in diese Unternehmensgruppe einbezogen. Daraus resultiert zum Bilanzstichtag 30. September 2010 eine Verbindlichkeit gegenüber der NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH, St. Pölten, in Höhe von 3.301,9 Tsd. Euro (Vorjahr: Forderung von 3.237,5 Tsd. Euro).

At Equity einbezogene assoziierte Unternehmen

Im Rahmen der normalen Geschäftstätigkeit steht EVN mit zahlreichen at Equity in den Konzernabschluss einbezogenen assoziierten Unternehmen im Lieferungs- und Leistungsaustausch. Mit e&t wurden langfristige Dispositionen über den Vertrieb bzw. die Beschaffung von Elektrizität getroffen, mit EconGas langfristige Bezugsverträge über Erdgas abgeschlossen. Es besteht weiters eine Kooperationsvereinbarung mit BEGAS betreffend gaswirtschaftliche Leistungen. Mit NÖKOM existieren langfristige Nutzungsverträge über die Bereitstellung von Lichtwellenleitern. Der Wert der Leistungen, die gegenüber den angeführten at Equity einbezogenen assoziierten Unternehmen erbracht wurden, beträgt:

62. Transaktionen mit at Equity einbezogenen assoziierten Unternehmen Tsd. EUR 2009/10 2008/09
Umsätze 233.595,0 284.169,0
Aufwendungen für bezogene Leistungen 742.231,3 705.408,6
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 85.343,1 154.822,1
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 11.529,1 13.393,1
Verbindlichkeiten aus der Durchführung des Cash Poolings 5.296,1 5.687,0
Zinsensaldo aus der Durchführung des Cash Poolings –23,9 –218,3

Transaktionen mit nahestehenden Personen

Vorstand und Aufsichtsrat

Leistungen an Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats beinhalten insbesondere Gehälter, Abfertigungen, Pensionen und Aufsichtsratsvergütungen.

Die Bezüge der aktiven Vorstandsmitglieder betrugen im Geschäftsjahr 2009/10 insgesamt 1.295,3 Tsd. Euro (Vorjahr: 1.280,9 Tsd. Euro), an ehemalige Vorstandsmitglieder bzw. deren Hinterbliebene wurden 1.006,2 Tsd. Euro (Vorjahr: 984,2 Tsd. Euro) bezahlt. Die Aufwendungen für Abfertigungen und Pensionen der EVN AG betrugen für aktive Vorstandsmitglieder 1.570,5 Tsd. Euro (Vorjahr: Erträge von 430,0 Tsd. Euro) und für aktive leitende Angestellte 729,9 Tsd. Euro (Vorjahr: Erträge von 393,0 Tsd. Euro). Der Stand der Pensionsverpflichtungen für die aktiven Vorstandsmitglieder beträgt zum Bilanzstichtag 10.400 Tsd. Euro (Vorjahr: 8.896,2 Tsd. Euro). Die Aufsichtsratsvergütungen betrugen im Berichtsjahr 127,0 Tsd. Euro (Vorjahr: 137,5 Tsd. Euro). An die Mitglieder des Beirats für Umwelt und soziale Verantwortung wurden im Berichtszeitraum Vergütungen in Höhe von 75,7 Tsd. Euro (Vorjahr: 74,9 Tsd. Euro) ausbezahlt.

Die Grundzüge des Vergütungssystems sind im Vergütungsbericht (ab Seite 8) dargestellt. Dieser ist Bestandteil des Lageberichts.

Transaktionen mit sonstigen nahestehenden Unternehmen

Angaben, die sich auf konzerninterne Sachverhalte beziehen, sind zu eliminieren und unterliegen nicht der Angabepflicht im Konzernabschluss. Geschäftsfälle von EVN mit Tochter- und Gemeinschaftsunternehmen sind somit nicht ausgewiesen.

Geschäftstransaktionen mit nicht konsolidierten verbundenen und nicht at Equity einbezogenen assoziierten Unternehmen werden grundsätzlich aufgrund ihrer untergeordneten Bedeutung nicht angeführt.

63. Angaben über Organe und Arbeitnehmer

Die Organe der EVN AG sind:

Vorstand

Generaldirektor Dr. Burkhard Hofer – Sprecher des Vorstands Dipl.-Ing. Dr. Peter Layr Dipl.-Ing. Herbert Pöttschacher

Aufsichtsrat

Kommerzialrat Präsident Dr. Rudolf Gruber – Vorsitzender Ökonomierat Dipl.-Ing. Stefan Schenker – Vizepräsident Gerhard Posset – Vizepräsident Generaldirektor Dr. Norbert Griesmayr Univ.-Prof. Dr. Gottfried Holzer Kommerzialrat Direktor Dieter Lutz Hofrat Dr. Reinhard Meißl Bernhard Müller Wolfgang Peterl Martin Schuster Mag. Michaela Steinacker Mag. Willi Stiowicek Generaldirektor Dipl.-Oec. Hans-Peter Villis Franz Hemm – Arbeitnehmervertreter Kammerrat Manfred Weinrichter – Arbeitnehmervertreter Ing. Paul Hofer – Arbeitnehmervertreter Leopold Buchner – Arbeitnehmervertreter Ing. Otto Mayer – Arbeitnehmervertreter Helmut Peter – Arbeitnehmervertreter Franz Ziegelwagner – Arbeitnehmervertreter

64. Freigabe des Konzernabschlusses 2009/10 zur Veröffentlichung

Der vorliegende Konzernabschluss wurde mit dem unterfertigten Datum vom Vorstand aufgestellt. Der Einzelabschluss, der nach Überleitung auf die International Financial Reporting Standards auch in den Konzernabschluss einbezogen ist, und der Konzernabschluss der EVN AG werden am 15. Dezember 2010 dem Aufsichtsrat zur Prüfung und Feststellung vorgelegt.

65. Honorare des Wirtschaftsprüfers

Die Prüfung des Jahresabschlusses der EVN und des Konzernabschlusses erfolgt im Geschäftsjahr 2009/10 durch die KPMG Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft, Wien. Die Kosten für die KPMG betrugen weltweit in Summe 2,0 Mio. Euro (Vorjahr: 1,3 Mio. Euro). Davon entfielen 55,5 % auf Prüfungshonorare und prüfungsnahe Honorare, 40,0 % auf Steuerberatungsleistungen und 4,5 % auf sonstige Beratungsleistungen.

Maria Enzersdorf, am 22. November 2010 EVN AG

Der Vorstand

Generaldirektor Dr. Burkhard Hofer Dipl.-Ing. Dr. Peter Layr Dipl.-Ing. Herbert Pöttschacher Sprecher des Vorstands Mitglied des Vorstands Mitglied des Vorstands

Finanzinformationen zu Gemeinschaftsunternehmen und at Equity einbezogenen assoziierten Unternehmen

Die folgende Übersicht zeigt die wesentlichen Posten der Bilanz sowie der Gewinn-und-Verlust-Rechnung der anteilig einbezogenen Gemeinschaftsunternehmen:

Wesentliche Posten von Gemeinschaftsunternehmen Tsd. EUR 2009/10 2008/09
Bilanz
Langfristige Vermögenswerte 24.496,9 24.379,5
Kurzfristige Vermögenswerte 300.539,9 347.150,3
Langfristige Schulden 1.164,5 835,4
Kurzfristige Schulden 260.324,4 305.881,8
Gewinn-und-Verlust-Rechnung
Umsatzerlöse 997.242,4 964.462,9
Operativer Aufwand –932.071,2 –957.348,9
Abschreibungen –2.977,0 –580,3
Operatives Ergebnis (EBIT) 62.194,2 6.533,8
Finanzergebnis 107,9 1.278,6
Ergebnis vor Ertragsteuern 62.302,2 7.812,4

Die folgende Übersicht zeigt die wesentlichen Posten der Bilanz sowie der Gewinn-und-Verlust-Rechnung der at Equity einbezogenen assoziierten Unternehmen:

Wesentliche Posten von at Equity einbezogenen assoziierten Unternehmen
Tsd. EUR
2009/10 2008/09
Bilanz
Eigenkapital 823.596,8 791.568,8
Vermögenswerte 3.679.874,3 3.552.109,2
Schulden 2.856.277,5 2.760.540,3
Gewinn-und-Verlust-Rechnung
Umsatzerlöse 5.241.844,9 4.890.009,4
Ergebnis nach Ertragsteuern 135.322,0 144.713,2

Beteiligungen der EVN

Nachfolgend werden die Beteiligungen der EVN gegliedert nach Geschäftsbereichen angeführt. Die Aufstellung enthält die Werte aus den letzten verfügbaren lokalen Jahresabschlüssen zu den Bilanzstichtagen der Einzelgesellschaften. Bei Abschlüssen in ausländischer Währung erfolgte die Umrechnung der Angaben mit dem Stichtagskurs zum Bilanzstichtag der EVN AG.

1. Beteiligungen der EVN
im Energiegeschäft ≥ 20,0% per 30.9.2010 Beteiligung Eigenkapital Letztes
Jahresergebnis
Jahresabschluss Konsoli
dierungsart
Gesellschaft, Sitz Anteilseigner % Währung Tsd. EUR Tsd. EUR zum 2009/10
AUSTRIA FERNGAS Gesellschaft m.b.H. in Liqu., Wien EVN AG 23,75 EUR 2.344 2 31.12.2009 NE
B3 Energie GmbH, St. Georgen an der Gusen EVN Wärme 50,00 EUR 7 –27 30.9.2010 NE
B.net Burgenland Telekom GmbH, ("B.net"), Eisenstadt Kabelsignal 100,00 EUR 8.864 –1.915 30.9.2010 V
B.net Hungária Távközlési Kft., Sopron, Ungarn B.net 100,00 HUF 87 –7 30.9.2009 NV
B.net Hungária Projekt Kft., Sopron, Ungarn B.net 100,00 HUF 3 –5 30.9.2009 NV
Biowärme Amstetten-West GmbH, Amstetten EVN Wärme 49,00 EUR 198 –27 31.12.2009 NE
Devoll Hydropower SHA, ("Devoll Hydropower")
Tirana, Albanien EVN AG 50,00 ALL 6.323 –1.583 31.12.2009 E
EAA Erdgas Mobil GmbH, Wien Energieallianz 100,00 EUR 12.036 –2.449 30.9.2010 Q
EconGas GmbH, ("EconGas"), Wien1) EVN AG 16,51 EUR 148.406 62.584 31.12.2009 E
Energie Raum Mur Wasserkraftwerk
Errichtungs- und Betriebs GmbH, Graz WTK 50,00 EUR 57 31.12.2009 NE
ENERGIEALLIANZ Austria GmbH, ("Energieallianz"), Wien EVN AG 45,00 EUR 17.219 –2.410 30.9.2010 Q
Energji Ashta SHPK, ("Energji Ashta"), Tirana, Albanien2) EVN AG 50,00 ALL 10.203 227 31.12.2009 E
Energy Service DOOEL, Skopje, Mazedonien EVN Macedonia 100,00 MKD 10 1 31.12.2009 NV
Energy Trading EAD, Sofia, Bulgarien EVN EC 100,00 BGN 94 –8 31.12.2009 NV
EVN Albania SHPK, Tirana, Albanien EVN AG 100,00 ALL 125 –63 31.12.2009 NV
EVN Bulgaria Electrorazpredelenie AD, ("EVN EP")
Plovdiv, Bulgarien
EVN AG 67,00 BGN 242.114 26.845 31.12.2009 V
EVN Bulgaria Electrosnabdjavane AD, ("EVN EC")
Plovdiv, Bulgarien
EVN AG 67,00 BGN 33.074 –720 31.12.2009 V
EVN Bulgaria EAD, ("EVN Bulgaria"), Sofia, Bulgarien EVN AG 100,00 BGN 901 62 31.12.2009 V
EVN Bulgaria Toplofikatsia EAD, ("TEZ Plovdiv")
Plovdiv, Bulgarien
EVN AG 100,00 BGN 37.292 –6.630 31.12.2009 V
EVN Croatia Plin d.o.o, Zagreb, Kroatien EVN AG 100,00 HRK V
EVN Energia Naturale S.R.L., Rom, Italien evn naturkraft 100,00 EUR 6 –4 30.9.2009 NV
EVN Energievertrieb GmbH & Co KG, ("EVN KG")
Maria Enzersdorf
EVN AG 100,00 EUR 40.649 65.648 30.9.2010 Q
EVN Geoinfo GmbH, ("EVN Geoinfo"), Maria Enzersdorf Utilitas 100,00 EUR 1.855 1.613 30.9.2010 V
EVN Gorna Arda Development EOOD, Sofia, Bulgarien3) EVN Bulgaria 100,00 BGN 120 –3 31.12.2009 NV

Konsolidierungsart:

V: Vollkonsolidiertes Unternehmen (Tochterunternehmen)

NV: Nicht konsolidiertes verbundenes Unternehmen

Q: Quotenkonsolidiertes Unternehmen (Gemeinschaftsunternehmen)

E: At Equity einbezogenes assoziiertes Unternehmen

NE: Nicht at Equity einbezogenes assoziiertes Unternehmen

Gesellschaft, Sitz Anteilseigner Beteiligung
%
Währung Eigenkapital
Tsd. EUR
Letztes
Jahresergebnis
Tsd. EUR
Jahresabschluss
zum
Konsoli
dierungsart
2009/10
EVN Kavarna EOOD, ("EVN Kavarna"), Plovdiv, Bulgarien4) evn naturkraft 100,00 BGN –16.706 –32.036 31.12.2009 V
EVN Kraftwerks- und Beteiligungsgesellschaft mbH
("EVN Kraftwerk"), Maria Enzersdorf
EVN AG 100,00 EUR 70.621 –49 30.9.2010 V
EVN Liegenschaftsverwaltung Gesellschaft m.b.H.
("EVN LV"), Maria Enzersdorf
EVN/Utilitas 100,00 EUR 101.626 522 30.9.2010 V
EVN Macedonia AD, ("EVN Macedonia"), Skopje, Mazedonien EVN AG 90,00 MKD 142.419 –7.010 31.12.2009 V
EVN Macedonia Holding DOOEL, Skopje, Mazedonien EVN AG 100,00 MKD –665 –311 31.12.2009 V
evn naturkraft Erzeugungsgesellschaft m.b.H., ("evn naturkraft")
Maria Enzersdorf 5)
EVN AG 100,00 EUR 43.340 5.165 30.9.2010 V
EVN Netz GmbH, ("EVN Netz"), Maria Enzersdorf EVN AG 100,00 EUR 371.194 49.753 30.9.2010 V
EVN Projektmanagement GmbH, Maria Enzersdorf EVN LV 100,00 EUR 105.610 3.083 30.9.2010 V
EVN Trading d.o.o. Beograd, Belgrad, Serbien EVN SEE 100,00 RSD 67 44 31.12.2009 V
EVN Trading d.o.o. Podgorica, Podgoriza, Montenegro EVN SEE 100,00 EUR 10 31.12.2009 NV
EVN Trading d.o.o. Sarajevo, Sarajewo, Bosnien-Herzegowina EVN SEE 100,00 BAM 10 31.12.2009 NV
EVN Trading DOOEL, Skopje, Mazedonien EVN SEE 100,00 MKD 88 –4 31.12.2009 V
EVN Trading SHPK, Tirana, Albanien EVN SEE 100,00 ALL 1 31.12.2009 NV
EVN T2 DOOEL, Plovdiv, Bulgarien EVN Bulgaria 100,00 BGN 2 –1 31.12.2009 NV
EVN Trading South East Europe EAD, ("EVN SEE"), Sofia, Bulgarien EVN AG 100,00 BGN 1.094 405 31.12.2009 V
EVN Wärme GmbH, ("EVN Wärme"), Maria Enzersdorf EVN AG 100,00 EUR 77.028 9.827 30.9.2010 V
EVN Windpower Development & Construction S.R.L.
Bukarest, Rumänien
evn naturkraft 50,00 RON 115 –94 31.12.2009 NE
Evonik-EVN Walsum 10 Kraftwerksgesellschaft mbH
("Evonik-EVN Walsum"), Essen, Deutschland
EVN
Kraftwerk
49,00 EUR 122.680 –1.719 31.12.2009 E
e&t Energie Handelsgesellschaft mbH, ("e&t"), Wien EVN 45,00 EUR 5.944 1.315 30.9.2010 E
Fernwärme Mariazellerland GmbH, Mariazell2) EVN Wärme 48,86 EUR 32 –3 31.12.2009 NE
Fernwärme St.Pölten GmbH, St.Pölten EVN AG 49,00 EUR 15.960 863 31.12.2009 E
IN-ER Erömü Kft., Nagykanizsa, Ungarn EVN AG 70,00 HUF 1.968 25 31.12.2009 NV
Kabelsignal AG, ("Kabelsignal"), Maria Enzersdorf Utilitas 100,00 EUR 36.978 6.351 30.9.2010 V
Kraftwerk Nußdorf Errichtungs- und Betriebs GmbH, Wien evn naturkraft 33,33 EUR 39 3 31.12.2009 NE
Kraftwerk Nußdorf Errichtungs- und Betriebs GmbH & Co KG, Wien evn naturkraft 33,33 EUR 6.036 759 31.12.2009 NE
MAKGAS DOOEL, Skopje, Mazedonien EVN AG 100,00 MKD 1 –1 31.12.2009 NV
Naturkraft Energievertriebsgesellschaft m.b.H., Wien Energieallianz 100,00 EUR 1.844 613 30.9.2010 Q
Naturkraft EOOD, Plovdiv, Bulgarien evn naturkraft 100,00 BGN 955 –79 31.12.2009 V
NÖKOM NÖ Telekom Service Gesellschaft m.b.H., ("NÖKOM")
Maria Enzersdorf
EVN AG 50,00 EUR 3.268 –3.606 31.12.2009 E
Switch Energievertriebsgesellschaft m.b.H., Salzburg-Aigen Energieallianz 100,00 EUR 232 8 30.9.2010 Q
Wasserkraftwerke Trieb und Krieglach GmbH, ("WTK")
Maria Enzersdorf
evn naturkraft 70,00 EUR 414 60 30.9.2010 V

1) Trotz einer Beteiligungshöhe ≤ 20,0 % wird die Beteiligung aufgrund ihrer Wesentlichkeit angeführt.

2) Die Gesellschaft wurde im Geschäftsjahr 2009/10 erworben.

3) Vormals EVN Development EOOD, Sofia, Bulgarien

4) Vormals EVN ENERTRAG Kavarna OOD, Plovdiv, Bulgarien; nach dem Bilanzstichtag 2009/10 erfolgten der Erwerb der restlichen 30,0 % an der Gesellschaft und deren Umbenennung.

5) Vormals evn naturkraft Erzeugungs- und Verteilungs GmbH, Maria Enzersdorf

2. Beteiligungen der EVN

im Umweltgeschäft ≥ 20,0% per 30.9.2010 Letztes Konsoli
Beteiligung Eigenkapital Jahresergebnis Jahresabschluss dierungsart
Gesellschaft, Sitz Anteilseigner % Währung Tsd. EUR Tsd. EUR zum 2009/10
ABeG Abwasserbetriebsgesellschaft mbH
Offenbach am Main, Deutschland WTE Essen 49,00 EUR 423 57 30.9.2010 NE
Abwasserbeseitigung Kötschach-Mauthen Errichtungs- und
Betriebsgesellschaft mbH, Kötschach-Mauthen1) WTE Essen 26,00 EUR 36 31.12.2009 NE
AUL Abfallumladelogistik Austria GmbH, Maria Enzersdorf EVN Abfall 50,00 EUR 391 10 30.9.2010 E
Cista Dolina – SHW Komunalno podjetje d.o.o., Kranjska Gora, Slowenien WTE Betrieb 100,00 EUR 126 48 30.9.2010 V
DTV Rt., Dunavarsány, Ungarn evn wasser 51,00 HUF 1.447 26 31.12.2009 NV
EVN Abfallverwertung Niederösterreich GmbH, ("EVN Abfall")
Maria Enzersdorf EVN Umwelt 100,00 EUR 4.724 3.783 30.9.2010 V
Gesellschaft, Sitz Anteilseigner Beteiligung
%
Währung Eigenkapital
Tsd. EUR
Letztes
Jahresergebnis
Tsd. EUR
Jahresabschluss
zum
Konsoli
dierungsart
2009/10
EVN MVA Nr. 1 Finanzierungs- und Servicegesellschaft mbH
Essen, Deutschland2) WTE Essen 100,00 EUR 21 –4 30.9.2010 V
EVN Projektgesellschaft Müllverbrennungsanlage Nr. 1 mbH
("EVN MVA1"), Essen, Deutschland
WTE Essen 100,00 EUR 22 –3 30.9.2010 V
EVN Projektgesellschaft Müllverbrennungsanlage Nr. 3 mbH EVN Umwelt/
("EVN MVA3"), Maria Enzersdorf Utilitas 100,00 EUR 15.498 –5.488 30.9.2010 V
EVN Umwelt Beteiligungs und Service GmbH, ("EVN UBS")
Maria Enzersdorf
EVN Umwelt 100,00 EUR 5.576 865 30.9.2010 V
EVN Umwelt Finanz- und Service-GmbH, ("EVN UFS")
Maria Enzersdorf
EVN Umwelt 100,00 EUR 20.932 –4.511 30.9.2010 V
EVN Umweltholding und Betriebs-GmbH, ("EVN Umwelt")
Maria Enzersdorf
EVN AG 100,00 EUR 138.922 11.129 30.9.2010 V
evn wasser Gesellschaft m.b.H., ("evn wasser"), Maria Enzersdorf EVN/Utilitas 100,00 EUR 63.325 3.826 30.9.2010 V
OAO Budapro Werk Nr. 1, Moskau, Russland1) EVN MVA 1 100,00 RUB 732 –108 31.12.2009 V
OAO "EVN MSZ 3", ("OAO MVA3"), Moskau, Russland EVN MVA3 100,00 RUB 155.819 –18.661 31.12.2009 V
OAO "WTE Süd-West", Moskau, Russland Süd–West 100,00 RUB 133.594 –6.783 31.12.2009 V
OAO "WTE Süd-Ost", Moskau, Russland WTE Hyp 100,00 RUB 17.516 –198 31.12.2009 V
OOO EVN Umwelt Service, Moskau, Russland EVN UBS 100,00 RUB 8.107 –1.274 31.12.2009 V
OOO EVN-Ekotechprom MSZ3, Moskau, Russland OAO MVA3 70,00 RUB 2.200 1.601 31.12.2009 NV
OOO Süd-West Wasserwerk, Moskau, Russland Süd–West 70,00 RUB 1.539 1.211 31.12.2009 NV
OOO "WTE Wassertechnik West", Moskau, Russland WTE Essen 100,00 RUB 3 31.12.2009 NV
EVN Projektgesellschaft KSV Ljuberzy mbH, Essen, Deutschland2) WTE Essen 100,00 EUR 25 30.9.2010 NV
Saarberg Hölter Projektgesellschaft Süd Butowo mbH
("Süd Butowo"), Essen, Deutschland WTE Essen 100,00 EUR 7.966 146 30.9.2010 V
SHW Hölter Projektgesellschaft Zelenograd mbH, ("Zelenograd")
Essen, Deutschland
WTE Essen 100,00 EUR 20.475 1.455 30.9.2010 V
SHW Hölter Projektgesellschaft Slowenien mbH i.L., Essen, Deutschland WTE Essen 100,00 EUR 22 30.9.2010 NV
SHW/RWE Umwelt Aqua Vodogradnja d.o.o., Zagreb, Kroatien WTE Essen 50,00 HRK 1.912 416 31.12.2009 NE
SHW Projektgesellschaft Pskov mbH i.L., Essen, Deutschland WTE Essen 100,00 EUR 21 30.9.2010 NV
Storitveno podjetje Lasko d.o.o., Lasko, Slowenien3) WTE Essen 100,00 EUR –39 10 30.9.2010 V
Wasserver- und Abwasserentsorgungsgesellschaft
Märkische Schweiz mbh, Buckow, Deutschland WTE Essen 49,00 EUR 504 –8 31.12.2009 NE
Wiental-Sammelkanal Gesellschaft m.b.H, Untertullnerbach evn wasser 50,00 EUR 881 –5 31.12.2009 NE
WTE BioBalance Baltic UAB, Kaunas, Litauen4) WTE Essen 100,00 LTL 129 22 30.9.2010 NV
WTE Betriebsgesellschaft mbH, ("WTE Betrieb") Hecklingen, Deutschland WTE Essen 100,00 EUR 511 30.9.2010 V
WTE Denmark A/S, Birkerod, Dänemark WTE Essen 100,00 DKK 387 480 30.9.2010 V
WTE desalinizacija morske vode d.o.o., Budva, Montenegro WTE Essen 100,00 EUR –433 –464 31.12.2009 V
WTE odpadne vode Budva DOO, Podgoriza, Montenegro2) WTE Essen 100,00 EUR –9 –9 31.12.2009 V
WTE Projektgesellschaft Kurjanovo mbH, Essen, Deutschland2) WTE Essen 100,00 EUR 25 30.9.2010 NV
WTE Projektgesellschaft Natriumhypochlorit mbH
("WTE Hyp"), Essen, Deutschland
EVN UFS/
WTE Essen
100,00 EUR 134.808 30.9.2010 V
WTE Projektgesellschaft Süd-West Wasser mbH
("Süd-West"), Essen, Deutschland
WTE Essen 100,00 EUR 15.519 –6.682 30.9.2010 V
WTE Projektna druzba Bled d.o.o., Bled, Slowenien WTE Essen 100,00 EUR –16 –7 30.9.2010 V
WTE Projektna druzba Kranjska Gora d.o.o., Kranjska Gora, Slowenien WTE Essen 100,00 EUR 22 2 30.9.2010 V
WTE Vodice d.o.o., Zagreb, Kroatien WTE Essen 100,00 HRK –8 –2 31.12.2009 NV
WTE Wassertechnik GmbH, ("WTE Essen"), Essen, Deutschland EVN Umwelt 100,00 EUR 75.873 6.122 30.9.2010 V
WTE Wassertechnik (Polska) Sp.z.o.o., Warschau, Polen WTE Essen 100,00 PLN 554 –294 30.9.2010 V
ZAO "STAER", Moskau, Russland Süd Butowo 70,00 RUB 263 243 31.12.2009 NV
ZAO "STAER-ZWK", Moskau, Russland Zelenograd 70,00 RUB 247 183 31.12.2009 NV
Zagrebacke otpadne vode d.o.o., ("ZOV"), Zagreb, Kroatien WTE Essen 48,50 HRK 122.848 11.496 31.12.2009 E
Zagrebacke otpadne vode – upravljanje i pogon d.o.o., ("ZOV UIP")
Zagreb, Kroatien WTE Essen 33,00 HRK 4.651 4.648 31.12.2009 E

1) Die Gesellschaft wurde im Geschäftsjahr 2009/10 erworben.

2) Die Gesellschaft wurde im Geschäftsjahr 2009/10 neu gegründet.

3) Vormals WTE Projektna druzba Lasko d.o.o., Lasko, Slowenien

4) Vormals BioBalance Baltic UAB, Kaunas, Litauen

Strategische Beteiligungen und Sonstiges ≥ 20% per 30.9.2010 Eigenkapital Letztes
Jahresergebnis
Jahresabschluss Konsoli
dierungsart
Gesellschaft, Sitz Anteilseigner Beteiligung% Währung Tsd. EUR Tsd. EUR zum 2009/10
ALLPLAN Gesellschaft m.b.H., Wien Utilitas 50,00 EUR 840 218 31.12.2009 E
ARGE Coop Telekom, Maria Enzersdorf EVN Geoinfo 50,00 EUR 76 15 31.12.2009 NE
ARGE Digitaler Leitungskataster NÖ, Maria Enzersdorf EVN Geoinfo 30,00 EUR –105 –105 31.12.2009 NE
BEGAS Energie AG, ("BEGAS"), Eisenstadt1) BUHO 49,00 EUR 92.826 18.126 30.9.2009 E
Burgenland Holding Aktiengesellschaft, ("BUHO"), Eisenstadt EVN AG 73,63 EUR 76.440 6.331 30.9.2010 V
Burgenländische Elektrizitätswirtschafts-Aktiengesellschaft
(BEWAG), ("BEWAG"), Eisenstadt
BUHO 49,00 EUR 182.692 379 30.9.2009 E
Ernst Hora Elektroinstallationen Gesellschaft m.b.H.
("Ernst Hora"), Wien
first facility 100,00 EUR 55 10 31.12.2009 NV
EVN Business Service GmbH, Maria Enzersdorf Utilitas 100,00 EUR 565 41 30.9.2010 V
EVN Finance Service B.V., ("EVN Finance B.V.")
Amsterdam, Niederlande
EVN FM 100,00 EUR 2.211 157 30.9.2010 V
EVN Finanzmanagement und Vermietungs-GmbH
("EVN FM"), Maria Enzersdorf
EVN AG 100,00 EUR 27.786 16.519 30.9.2010 V
EVN Finanzservice GmbH, Maria Enzersdorf EVN FM 100,00 EUR 27.888 16.568 30.9.2010 V
EVN-Pensionskasse Aktiengesellschaft
("EVN-Pensionskasse"), Maria Enzersdorf EVN AG 100,00 EUR 3.335 390 31.12.2009 NV
e&i EDV Dienstleistungsgesellschaft m.b.H., Wien EVN AG 50,00 EUR 184 27 30.9.2010 E
first facility Bulgaria EOOD, Sofia, Bulgarien first facility 100,00 BGN 61 20 31.12.2009 NV
first facility d.o.o. Beograd, Belgrad, Serbien first facility 51,00 RSD 22 31.12.2009 NV
first facility GmbH, ("first facility"), Wien Utilitas 100,00 EUR 1.344 919 30.9.2010 V
first facility Ingatlankezelö Kft., Budapest, Ungarn first facility 100,00 HUF –5 141 31.12.2009 NV
first facility Imobile SRL, Bukarest, Rumänien first facility/
Ernst Hora
95,00 RON 31.12.2009 NV
first facility – Slovakia s.r.o., Bratislava, Slowakei first facility 92,50 EUR 4 4 31.12.2009 NV
first facility Makedonia DOOEL, Skopje, Mazedonien first facility 100,00 MKD 25 9 31.12.2009 NV
Niederösterreichische Facility Management GmbH
Wiener Neustadt
first facility 40,00 EUR 1.163 1.186 31.12.2009 NE
NÖTECH NÖ Energieforschungs-, -planungs-, -betriebs
und -servicegesellschaft m.b.H., Maria Enzersdorf
Utilitas 50,00 EUR 170 –65 31.12.2009 NE
EVN AG/
EVN Netz/
R 138-Fonds, Wien evn wasser 100,00 EUR 92.951 4.018 30.9.2010 V
RAG-Beteiligungs-Aktiengesellschaft, ("RBG")
Maria Enzersdorf
EVN AG 50,03 EUR 397.362 40.094 31.3.2010 V
Rohöl-Aufsuchungs Aktiengesellschaft, ("RAG"), Wien RBG 100,00 EUR 103.412 49.202 31.12.2009 E
Spieth Kathodischer Korrosionsschutz GmbH
Denkendorf, Deutschland V&C 100,00 EUR –43 31.12.2008 NV
Utilitas Dienstleistungs- und Beteiligungs-Gesellschaft m.b.H,
("Utilitas"), Maria Enzersdorf EVN AG 100,00 EUR 176.063 7.153 30.9.2010 V
VCK Betonschutz + Monitoring GmbH, Mainz, Deutschland V&C 50,00 EUR 74 13 31.12.2008 NE
VERBUND AG, Wien2) EVN AG 13,01 EUR 1.837.840 515.184 31.12.2009 N
V2 FM GmbH, Wien first facility 100,00 EUR –307 390 31.12.2009 NV
V&C Kathodischer Korrosionsschutz Gesellschaft m.b.H.
("V&C"), Pressbaum
Utilitas 100,00 EUR 571 216 31.3.2010 V
Wiener Stadtwerke Management Beta Beteiligungs GmbH, Wien Utilitas 47,37 EUR 918 –3 30.11.2009 NE

1) Vormals BEGAS – Burgenländische Erdgasversorgungs-Aktiengesellschaft, Eisenstadt

  1. Beteiligungen der EVN im Geschäftsbereich

2) Vormals Österreichische Elektrizitätswirtschafts-Aktiengesellschaft, Wien; trotz einer Beteiligungshöhe ≤ 20,0% wird die Beteiligung aufgrund ihrer Wesentlichkeit angeführt.

Bestätigungsvermerk

Bericht zum Konzernabschluss

Wir haben den beigefügten Konzernabschluss der

EVN AG, Maria Enzersdorf,

für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2009 bis zum 30. September 2010 geprüft. Dieser Konzernabschluss umfasst die Konzernbilanz zum 30. September 2010, die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung sowie Gesamtergebnisrechnung, die Konzerngeldflussrechnung und die Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung für das am 30. September 2010 endende Geschäftsjahr sowie den Konzernanhang.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernabschluss und die Buchführung

Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind für die Konzernbuchführung sowie für die Aufstellung eines Konzernabschlusses verantwortlich, der ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRSs), wie sie in der EU anzuwenden sind, vermittelt. Diese Verantwortung beinhaltet: Gestaltung, Umsetzung und Aufrechterhaltung eines internen Kontrollsystems, soweit dieses für die Aufstellung des Konzernabschlusses und die Vermittlung eines möglichst getreuen Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns von Bedeutung ist, damit dieser frei von wesentlichen Fehldarstellungen ist, sei es auf Grund von beabsichtigten oder unbeabsichtigten Fehlern; die Auswahl und Anwendung geeigneter Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden; die Vornahme von Schätzungen, die unter Berücksichtigung der gegebenen Rahmenbedingungen angemessen erscheinen.

Verantwortung des Abschlussprüfers und Beschreibung von Art und Umfang der gesetzlichen Abschlussprüfung

Unsere Verantwortung besteht in der Abgabe eines Prüfungsurteils zu diesem Konzernabschluss auf der Grundlage unserer Prüfung. Wir haben unsere Prüfung unter Beachtung der in Österreich geltenden gesetzlichen Vorschriften und der vom International Auditing and Assurance Standards Board (IAASB) der International Federation of Accountants (IFAC) herausgegebenen International Standards on Auditing (ISAs) durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern, dass wir die Standesregeln einhalten und die Prüfung so planen und durchführen, dass wir uns mit hinreichender Sicherheit ein Urteil darüber bilden können, ob der Konzernabschluss frei von wesentlichen Fehldarstellungen ist.

Eine Prüfung beinhaltet die Durchführung von Prüfungshandlungen zur Erlangung von Prüfungsnachweisen hinsichtlich der Beträge und sonstigen Angaben im Konzernabschluss. Die Auswahl der Prüfungshandlungen liegt im pflichtgemäßen Ermessen des Abschlussprüfers unter Berücksichtigung seiner Einschätzung des Risikos eines Auftretens wesentlicher Fehldarstellungen, sei es auf Grund von beabsichtigten oder unbeabsichtigten Fehlern. Bei der Vornahme dieser Risikoeinschätzung berücksichtigt der Abschlussprüfer das interne Kontrollsystem, soweit es für die Aufstellung des Konzernabschlusses und die Vermittlung eines möglichst getreuen Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns von Bedeutung ist, um unter Berücksichtigung der Rahmenbedingungen geeignete Prüfungshandlungen festzulegen, nicht jedoch um ein Prüfungsurteil über die Wirksamkeit der internen Kontrollen des Konzerns abzugeben. Die Prüfung umfasst ferner die Beurteilung der Angemessenheit der angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden und der von den gesetzlichen Vertretern vorgenommenen wesentlichen Schätzungen sowie eine Würdigung der Gesamtaussage des Konzernabschlusses.

Wir sind der Auffassung, dass wir ausreichende und geeignete Prüfungsnachweise erlangt haben, sodass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unser Prüfungsurteil darstellt.

Prüfungsurteil

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt. Auf Grund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Konzernabschluss nach unserer Beurteilung den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 30. September 2010 sowie der Ertragslage des Konzerns und der Zahlungsströme des Konzerns für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2009 bis zum 30. September 2010 in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRSs), wie sie in der EU anzuwenden sind.

Aussagen zum Konzernlagebericht

Der Konzernlagebericht ist auf Grund der gesetzlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Konzernabschluss in Einklang steht und ob die sonstigen Angaben im Konzernlagebericht nicht eine falsche Vorstellung von der Lage des Konzerns erwecken. Der Bestätigungsvermerk hat auch eine Aussage darüber zu enthalten, ob der Konzernlagebericht mit dem Konzernabschluss in Einklang steht und ob die Angaben nach § 243a UGB zutreffen.

Der Konzernlagebericht steht nach unserer Beurteilung in Einklang mit dem Konzernabschluss. Die Angaben gemäß § 243a UGB sind zutreffend.

Wien, am 22. November 2010

KPMG Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft

Mag. Rainer Hassler ppa. MMag. Angelika Vogler Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüferin

EVN AG

Jahresabschluss 2009/2010 nach UGB

Inhaltsverzeichnis

Lagebericht 4

Jahresabschluss

Bilanz zum 30. September 2010 20
Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 2009/10 22
Entwicklung des Anlagevermögens 24
Entwicklung der unversteuerten Rücklagen 25
Beteiligungen der EVN AG 26
Uneingeschränkter Bestätigunsvermerk 27

Anhang 30

Bericht des Aufsichtsrats 43

Der vorliegende Jahresabschluss der EVN AG für das Geschäftsjahr 2009/10 wurde nach den österreichischen Rechnungslegungsvorschriften erstellt.

Im Geschäftsbericht 2009/10 der EVN wurde ein Konzernabschluss nach den Grundsätzen der International Financial Reporting Standards (IFRS) veröffentlicht. Mit dieser Form der Berichterstattung legt die EVN ihren Aktionären und der Öffentlichkeit einen Konzernabschluss vor, der international anerkannten Prinzipien der Rechnungslegung entspricht. Dieser Geschäftsbericht kann selbstverständlich jederzeit bei der EVN angefordert werden.

Lagebericht

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2009/10

Bericht des Vorstandes

Rechtliches Umfeld

Europäische Energiepolitik

Im Dezember 2008 verabschiedete das Europäische Parlament das Klima- und Energiepaket. Damit wurden die bis zum Jahr 2020 festgelegten Dreieckziele – Reduktion des Energieendverbrauchs und der Treibhausgasemissionen (CO2) um 20 % gegenüber 1990 sowie Ausbau der Energieversorgung aus erneuerbaren Energien auf 20 % des Energieverbrauchs – rechtsverbindlich und sind von den Mitgliedsländern in nationales Recht umzusetzen.

Das Energie- und Klimapaket berücksichtigt das jeweils nationale Potenzial der Mitgliedsstaaten. Österreich ist demnach verpflichtet, ausgehend vom Basisjahr 2005, bis 2020 den Anteil erneuerbarer Energieträger am Endenergieverbrauch von 25,8 % auf 34,0 % zu erhöhen und gleichzeitig seine Treibhausgasemissionen in Sektoren, die nicht dem Emissionshandel unterliegen, um mindestens 16 % zu reduzieren. Weiters ist die Energieeffizienz bis 2020 um 20 % zu erhöhen.

Energiepolitisches Umfeld

Um die 20/20/20 Klimaschutzziele der Europäischen Union zu erreichen, wurde Mitte 2009 mit der Ausarbeitung der "Energiestrategie Österreich" begonnen und das Endergebnis im März 2010 präsentiert. Die "Energiestrategie Österreich" baut auf 3 Säulen auf:

  • Steigerung der Energieeffizienz,
  • Ausbau erneuerbarer Energieträger und
  • Sicherstellung der Energie-Versorgungssicherheit.

Das größte Einsparungspotenzial ergibt sich aus der Gebäudesanierung. Für die Wirtschaft soll ein Energieeffizienz-Paket erarbeitet und umgesetzt werden, dazu gehören z.B. die Einführung von Energiemanagement-Systemen und betrieblichen Energiekonzepten. Beim Ausbau der Erneuerbaren Energie soll auf eine stärkere Nutzung der Biomasse zur Wärmegewinnung gesetzt werden. Im Bereich des erneuerbaren Stroms soll die Wasserkraft bis zum Jahr 2015 um 12,6 Petajoule ausgebaut, die Windkraft bis zum Jahr 2020 verdoppelt (plus 10 PJ) und die Errichtung von gebäudeintegrierte Photovoltaikanlagen vorangetrieben werden. Die drei Ziele müssen zur Stabilisierung des Endenergieverbrauchs im Jahr 2020 auf dem Niveau von 2005 (1.100 PJ) beitragen.

Aufgrund des Kyoto-Abkommens hat sich Österreich verpflichtet, die Treibhausgasemissionen bis zum Jahr 2012 um 13 % zu reduzieren. Von der aus der CO2-Emmissionsprognose für Österreich errechneten Gratis-Zuteilungsmenge von 32,8 Mio Tonnen wurden durch die Europäische Kommission nur 30,33 Mio Tonnen genehmigt, wodurch sich in Summe eine Lücke zwischen Emissionsprognosen und Zuteilungsmenge von mehr als 20 % ergibt. Im Rahmen dieses Nationalen Allokationsplans II (2008 - 2012) wurden EVN - auf Basis der historischen Emissionen - Gratis-CO2 Emissionszertifikate von 1,58 Mio. Tonnen p. a. zugeteilt, womit ihr langjähriger Bedarfswert um 0,5 bis 0,8 Mio. Tonnen unterschritten wird. Die EVN nimmt im Zuge des Portfolio- und Risikomanagements am Handel mit Emissionszertifikaten teil, um den Mehrbedarf abdecken zu können.

Für Stromnetze wurde Anfang 2006 ein vierjähriges und für Gasnetze Anfang 2008 ein fünfjähriges Anreizregulierungssystem auf einheitlicher Basis eingeführt. Sie sehen eine Abgeltung der Inflation vor, vermindert um eine von allen österreichischen Netzbetreibern erwartete Produktivitätssteigerung sowie um eine unternehmensspezifische Effizienzsteigerung. Als einer der effizientesten Anbieter im Rahmen des zugrundeliegenden Benchmarking-Verfahrens rechnet die EVN für beide Regulierungsperioden mit

EVN AG, Maria Enzersdorf

einer stabilen Entwicklung der Strom- und Gasnetzerlöse. Die wichtigsten Rahmenbedingungen für die zweite Regulierungsperiode für Stromnetze (2010-2013) wurden Ende 2009 verabschiedet. Die wesentlichen Änderungen waren die Aktualisierung des Kapitalkostensatzes (WACC stieg von 6,04 % auf 7,025 %), die Anerkennung von Investitionen, die während der Regulierungsperiode durchgeführt werden sowie die 50%ige Weitergabe der Effizienzsteigerung an die Endkunden am Ende der Regulierungsperiode.

Auf Basis anerkannter Vollkosten hat EVN im Juni 2009 mit dem Bau der überregionalen Gastransportleitung "Südschiene" begonnen, die zur Versorgungssicherheit im Süden Niederösterreichs und über die Landesgrenzen hinaus beitragen wird. Ende September 2010 wurde das erste etwa 90 km lange Teilstück in Betrieb genommen

Wirtschaftliches Umfeld

Seit dem Durchschreiten der Talsohle zur Jahresmitte 2009 befindet sich die Wirtschaft des Euroraums auf einem moderaten, aber stabilen Expansionskurs. Besonders dynamisch entwickelte sich dabei die deutsche Wirtschaft. Die gesamtwirtschaftliche Produktion des Euroraums lag in den ersten sechs Monaten des heurigen Jahres um 1,4 % über ihrem Vorjahreswert, wofür in erster Linie die starke Dynamik im zweiten Quartal verantwortlich zeichnete.

Frühindikatoren wie der Einkaufsmanagerindex deuten darauf hin, dass sowohl die Sachgütererzeugung als auch der Dienstleistungssektor im Euroraum die starke Expansion des vergangenen Quartals nicht mehr wiederholen werden. Die Wachstumsraten werden sich nun auf etwas moderatere Niveaus einpendeln.

Der internationale Aufschwung hat auch die heimische Wirtschaft erfasst. Diese konnte im 2. Quartal überraschend kräftig expandieren. Nach einer Stagnation der Wirtschaftsleistung im Anfangsquartal 2010 lag das reale Bruttoinlandsprodukt zuletzt um 1,2 % über dem Vorquartal. Laut aktuellen Prognosen des Wirtschaftsforschungsinstitutes (WIFO) und des Institutes für höhere Studien (IHS) wird das österreichische Bruttoinlandsprodukt real um rund 1,8 % im heurigen und um rund 2 % im kommenden Jahr steigen.

Die bulgarische Wirtschaft verzeichnete im ersten Quartal 2010 noch einen BIP-Rückgang von 0,5 %, im zweiten Quartal jedoch einen Anstieg von 0,5 %. Aufgrund dieser Verbesserung geht die Prognose des Internationalen Währungsfonds für 2010 von einem BIP-Wachstum von bis zu 0,4 % aus. Nach einem Rückgang um 0,9 % im ersten Quartal 2010 ist die mazedonische Wirtschaft im zweiten Quartal um 0,4 % gewachsen. In Summe wird für 2010 wird mit einem Wirtschaftswachstum von 0,5 % bis 0,6 % gerechnet.

Energiewirtschaftliches Umfeld

2009/10 2008/09 Veränderung
GJ GJ %
Temperaturbedingter Energiebedarf NÖ1 105,5 93,8 12,6
Primärenergie und CO2-Zertifikate
Rohölpreis - Brent EUR/bbl 57,28 42,91 33,5
Gaspreis – GIMP2 EUR/MWh 21,51 22,17 -3,0
Kohle - API#2 (Notierung in ARA) EUR/t 69,49 65,23 6,5
CO2-Zertifikate (1.Periode) EUR/t 14,23 14,50 -1,9
Strom - Spotmarkt
EEX Grundlaststrom EUR/MWh 41,28 46,20 -10,6
EEX Spitzenstrom EUR/MWh 52,23 61,57 -15,2
Strom - Forwardmarkt
EEX Grundlaststrom EUR/MWh 48,87 66,57 -26,6
EEX Spitzenstrom EUR/MWh 67,84 93,33 -27,3
Berechnet nach Heizgradsummen´; die Basis (100%) entspricht dem Durchschnittswert 1997-2006; ausgewiesene
1
Veränderung in Prozentpunkten
2 Gasimportpreis (GIMP); ab diesem Geschäftsjahr erfolgt der Ausweis in EUR/MWh, die Vorjahreswerte wurden entsprechend

angepasst Die obige Darstellung enthält Durchschnittswerte.

Die seit Oktober 2008 rückläufige Entwicklung des Stromverbrauchs in Österreich erlebte im Dezember 2009 eine Trendumkehr. Nach vorläufigen Berechnungen der E-Control war im ersten Halbjahr 2010 eine Verbrauchssteigerung um 4,3 % oder 1,4 TWh auf 34,1 TWh zu verzeichnen, womit beinahe wieder das Verbrauchsniveau des ersten Halbjahres 2008 von rund 34,6 TWh erreicht wurde. Die Abgabe im öffentlichen Netz stieg im ersten Halbjahr 2010 lediglich um 2,5 % an. Der Eigenbeitrag der industriellen Stromerzeugung, aber auch der Strombezug verzeichnet aufgrund der konjunkturellen Entwicklung einen beachtlichen Zuwachs. Demgegenüber war bei den Haushalten ein gleichbleibender bzw. nur sehr leicht steigender Stromverbrauch im ersten Halbjahr festzustellen.

Die energiewirtschaftlichen Rahmenbedingungen nehmen wesentlichen Einfluss auf die Geschäftsentwicklung der EVN. Die Witterung wirkt sich vor allem auf den Energieverbrauch der Haushalte, insbesondere auf deren Gas- und Wärmenachfrage, aus. Die Energienachfrage von Industrieunternehmen wird vorwiegend von deren Absatzentwicklung und damit von der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung bestimmt.

Im Geschäftsjahr 2009/10 löste die im Vergleich zum Vorjahr kältere Witterung vor allem in Österreich, aber auch in Mazedonien eine höhere Nachfrage aus. Der temperaturbedingte Energiebedarf lag dabei in Niederösterreich um 12,6 % über dem Vorjahr und um 5,5 % über dem langjährigen Durchschnitt. In Mazedonien bleib der temperaturbedingte Energiebedarf um 8,7 % unter dem langjährigen Durchschnittswert, jedoch um 4,3 % über dem Vorjahreswert. In Bulgarien lagen die Heizgradsummen hingegen um 18,8 % unter dem langjährigen Durchschnitt sowie um 21 % unter jenen des Vorjahres.

Aufgrund der positiven Entwicklung der wirtschaftlichen Vorlaufsindikatioren seit dem letzen Quartal 2009 stieg im Geschäftsjahr 2009/10 der Preis für das in Europa als Referenz geltende Nordseeöl Brent auf US-Dollar-Basis um 33,1 % und auf Euro-Basis um 33,5 % an. Der Preisverlauf für Kohle hat mit einem Anstieg um rund 6,5 % diese Entwicklung widergespiegelt. Der an den Rohölpreis gekoppelte Gasbezugspreis sank im Geschäftsjahr 2009/10 allerdings um 3,0 %. Diese Entwicklung ist mit dem noch hohen Lagerstand für Gas sowie mit dem wachsenden Angebot der erneuerbaren Energien zu begründen. Der Preis für CO2-Emissionszertifikate verblieb mit 14,23 EUR je Emissionstonne auf dem Niveau des Vorjahres. Die Spotmarktpreise für Grundlaststrom zeigten eine leichte Erholung im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2009/10, blieben durchschnittlich jedoch um 10,6 % unter dem

Vorjahresniveau. Die Spotmarktpreise für Spitzenlaststrom lagen um 15,2 % unter dem Niveau des Vorjahres, die Forwardpreise für Grundlast- bzw. Spitzenlaststrom um 26,6 % bzw. 27,3 %.

Im Sinne der Versorgungssicherheit erfolgt die Energiebeschaffung regelmäßig im Vorhinein auf Termin, weshalb die Preise auf dem Terminmärkten wesentlichen Einfluss auf die Ergebnisentwicklung der EVN ausüben. Die Strompreise für die Lieferungen im Geschäftsjahr 2009/10 waren zum Zeitpunkt der Abschlüsse der Kontrakte Anfang Herbst 2009 schon auf einem niedrigeren Niveau, weshalb sich Marktpreiseffekte zeitlich verzögert positiv auf die Ergebnisentwicklung auswirkten. Im Gasbereich ermöglichten die rückläufigen Primärenergiepreise eine neuerliche Weitergabe der daraus resultierenden Vorteile an Endkunden. Die Gaspreise konnten nach den Reduktionen im Jänner und März 2009 am 1. Dezember 2009 neuerlich um rund 7,0 % gesenkt werden.

Unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Einflussfaktoren lässt sich Folgendes zusammenfassen: Die niedrigen Preise bei der Energiebeschaffung im Bereich der Elektrizität und der Primärenergieträger (vor allem von Erdgas) wirkten sich grundsätzlich positiv auf den Geschäftsverlauf der EVN aus. Die Preise für CO2-Emissionszertifikate waren aufgrund des niedrigen Einsatzes der thermischen Kraftwerke im Geschäftsjahr von untergeordneter Bedeutung.

Wirtschaftliche Entwicklung

Kennzahlen zur Ertragslage

2009/10 2008/09 Veränderung
Mio EUR Mio EUR Mio EUR %
Umsatzerlöse 440,4 467,0 -26,6 -5,7%

Die Umsatzerlöse setzen sich aus Stromerlösen in Höhe von 233,1 Mio EUR, Gaserlösen in Höhe von 47,9 Mio EUR, Wärmeerlösen in Höhe von 12,7 Mio EUR und sonstigen Umsatzerlösen in Höhe von 146,7 Mio EUR zusammen.

Die Stromerlöse zeigen aufgrund des anhaltend geringeren Spreads zwischen Verkaufs- und Primärenergiepreisen einen deutlichen Rückgang von 43,7 Mio EUR. Im Vorjahr war es noch gelungen, einen Grossteil der produzierten Energie bereits im Vorfeld zu hohen Marktpreisen zu verkaufen. Während die regulären Gaserlöse gegenüber dem Vorjahr geringfügig gesunken sind, konnten die Gesamtgaserlöse aufgrund von Handelsaktivitäten um 12,1 Mio EUR gesteigert werden. Die Wärmeerlöse haben sich gegenüber dem Vorjahr aufgrund der verstärkten Produktionstätigkeit der Kraftwerke um 4,7 Mio EUR erhöht.

Die sonstigen Umsatzerlöse blieben auf dem Niveau des Vorjahres.

Berechnung 2009/10 2008/09 Veränderung
Mio EUR Mio EUR Mio EUR %
Ergebnis vor Zinsen
und Steuern
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 202,9 202,4 0,5 0,3%
+ Zinsen und ähnliche Aufwendungen gemäß
§ 231 (2) Z 15 UGB

Die Aufwendungen für Primärenergie, CO2-Kosten und Strombezugskosten betrugen im abgelaufenen Geschäftsjahr 254,4 Mio EUR (Vorjahr: 254,5 Mio EUR). Dies bedeutet gegenüber dem Vorjahr ungefähr gleich gebliebene Einsatzkosten trotz eines geringeren Einsatzes der Kraftwerke. Dies ist unter anderem auf die durchschnittlich gestiegenen Kohlebezugskosten zurück zu führen.

An Materialaufwand und sonstigen bezogenen Leistungen sind 83,4 Mio EUR (Vorjahr 83,7 Mio EUR) angefallen. Dies bedeutet gegenüber dem Vorjahr einen geringfügigen Rückgang von 0,3 Mio EUR, welcher unter anderem auf eine Reduktion der Instandhaltungsaufwendungen zurückzuführen ist.

EVN AG, Maria Enzersdorf

Der Personalaufwand betrug im Geschäftsjahr 2009/10 80,8 Mio EUR (Vorjahr 74,0 Mio EUR). Bei der EVN AG waren zum Bilanzstichtag 671 Angestellte auf Vollzeitbasis beschäftigt. Bei der EVN AG sind derzeit keine Lehrlinge in Ausbildung. Daraus resultiert ein Personalaufwand pro Mitarbeiter von 0,1 Mio EUR. Der Umsatz pro Mitarbeiter beträgt 0,7 Mio EUR.

Die Abschreibungen betrugen im Berichtszeitraum 5,4 Mio EUR und lagen damit um 1,4 Mio EUR über dem Niveau des Vorjahrs.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen belaufen sich auf 37,0 Mio EUR (Vorjahr 62,0 Mio EUR). Diese setzen sich hauptsächlich aus Versicherungs-, Beratungs-, Umweltschutz- und Werbeaufwendungen, Konzernverrechnungen sowie sonstigen Steuern und Abgaben zusammen.

Aufgrund der oben angeführten Rahmenbedingungen verzeichnete die EVN AG einen negativen Betriebserfolg in Höhe von 13,9 Mio EUR (Vorjahr +19,8 Mio EUR), was einen Rückgang von 33,7 Mio EUR gegenüber dem Vorjahr bedeutet.

Das Finanzergebnis ist vor allem durch Beteiligungserträge, Zinsaufwendungen und –erträge sowie durch sonstige Finanzaufwendungen und –erträge geprägt. Das Beteiligungsergebnis erhöhte sich nach einer Reduktion im Vorjahr im Geschäftsjahr 2009/10 um 52,2 Mio EUR auf 212,9 Mio EUR, was auf erhöhte Ausschüttungen der Beteiligungsunternehmen zurückzuführen ist. Während die Aufwendungen für Wertpapiere des Umlaufvermögens auf dem Niveau des Vorjahres verblieben, hat das Zinsergebnis von den historisch niedrigen Fremdkapitalzinsen profitiert.

Insgesamt konnte ein Finanzergebnis in Höhe von 174,8 Mio EUR erzielt werden, welches um 45,3 Mio EUR oder 35,0 % über dem Vorjahr liegt.

Die beschriebenen Entwicklungen führten zu einem Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) von 161,0 Mio EUR; dies bedeutet eine Erhöhung von 11,6 Mio EUR bzw. 7,8 %; das Ergebnis vor Zinsen und Steuern hat sich geringfügig um 0,5 Mio EUR auf 202,9 Mio EUR erhöht.

Berechnung 2009/10 2008/09
% %
EBIT-Marge Betriebsergebnis n.a. 4,2%
Umsatzerlöse

Aufgrund des erwirtschafteten negativen Betriebsergebnisses kann für das Geschäftsjahr 2009/10 keine EBIT-Marge ermittelt werden.

Berechnung 2009/10 2008/09
% %
Eigenkapitalrentabilität Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 11,0% 10,8%
durchschnittliches Eigenkapital

Die Eigenkapitalrentabilität vor Steuern hat sich erhöht, da das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit stärker als das durchschnittliche Eigenkapital gestiegen ist.

Berechnung 2009/10 2008/09
% %
Gesamtkapitalrentabilität Ergebnis vor Zinsen und Steuern 6,6% 6,9%
durchschnittliches Gesamtkapital

Da das Ergebnis vor Zinsen und Steuern in etwas geringerem Ausmaß als das durchschnittliche Gesamtkapital gestiegen ist, ist die Gesamtkapitalrentabilität geringfügig gesunken.

Kennzahlen zur Vermögens- und Finanzlage

Berechnung 30.09.2010 30.09.2009 Veränderung
Mio € Mio € Mio € %
Nettoverschuldung Verzinsliches Fremdkapital 935,1 1.064,5 -129,5 -12,2%
- Flüssige Mittel

Das verzinsliche Fremdkapital und die flüssigen Mittel berechnen sich dabei folgendermaßen:

Berechnung 30.09.2010 30.09.2009 Veränderung
Mio € Mio € Mio € %
Verzinsliches
Fremdkapital
Anleihen 1.185,2 1.190,1 -4,8 -0,4%
+ Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
+ Finanzverbindlichkeiten gegenüber
verbundene Unternehmen
+ Rückstellungen für Abfertigungen
+Rückstellungen für Pensionen
+Rückstellungen für Jubiläumsgelder
30.09.2010 30.09.2009 Veränderung
Mio € Mio € Mio € %
Flüssige Mittel Kassenbestand, Schecks, Guthaben bei
Kreditinstituten, Wertpapiere des UV sowie aus
sonstigem Finanzvermögen
250,2 125,5 124,7 99,4%

Aufgrund des starken Aufbaus des kurzfristigen Wertpapierbestandes bei einem in etwa gleich gebliebenem Stand des verzinslichen Fremdkapitals hat sich die Nettoverschuldung um 12,2% auf 935,1 Mio EUR verringert.

Berechnung 30.09.2010 30.09.2009 Veränderung
Mio € Mio € Mio € %
Nettoumlaufvermögen Umlaufvermögen -22,1 362,4 -384,5 -106,1%
- langfristiges Umlaufvermögen
=Kurzfristiges Umlaufvermögen
- kurzfristiges Fremdkapital
=Nettoumlaufvermögen

Die deutliche Reduktion des Nettoumlaufvermögens ist zum einen auf deutlich gestiegene langfristige Forderungen infolge der Umgliederung einer Konzernforderung in Höhe von 250 Mio EUR in den langfristigen Bereich und zum anderen auf ein gestiegenes kurzfristiges Fremdkapital infolge von planmäßigen Umgliederungen von Bankverbindlichkeiten vom langfristigen in den kurzfristigen Bereich zurück zu führen.

Berechnung 30.09.2010 30.09.2009
% %
Eigenkapitalquote Eigenkapital 48,8% 46,5%
Gesamtkapital

Die Bilanzsumme beträgt im Geschäftsjahr 2009/10 3.111,1 Mio EUR (VJ: 3.048,5 Mio EUR) und hat sich damit gegenüber dem Vorjahr um 62,6 Mio EUR bzw. 2,1 % erhöht. Das wirtschaftliche Eigenkapital der Gesellschaft hat sich um 6,8 % gegenüber dem Vorjahr erhöht und beläuft sich unter Berücksichtigung der unversteuerten Rücklagen auf 1.529,8 Mio EUR (VJ: 1.433,0 Mio EUR).

Das um 2,1 % erhöhte Gesamtkapital führt bei einem vor allem aufgrund des Jahresergebnisses 2009/10 um 6,9 % gestiegenen Eigenkapitals zu einem Anstieg der Eigenkapitalquote um 2,3 %-Punkte.

Berechnung 30.09.2010 30.09.2009
% %
Nettoverschuldungsgrad Nettoverschuldung 61,6% 75,0%
Eigenkapital

Aufgrund der gesunkenen Nettoverschuldung und dem gestiegenen Eigenkapital reduzierte sich der Nettoverschuldungsgrad auf 61,6 %. Erläuterungen dazu siehe Kennzahl: Nettoverschuldung.

Geldflussrechnung

Berechnung 2009/10 2008/09 Veränderung
Mio EUR Mio EUR Mio EUR %
Geldflussrechnung Geldfluss aus dem Ergebnis 164,7 123,9 40,8 32,9%
Netto-Geldfluss aus der laufenden
Geschäftstätigkeit
259,8 144,6 115,3 79,7%
Netto-Geldfluss aus der Investitionstätigkeit -66,2 -66,3 0,1 0,2%
Netto-Geldfluss aus der Finanzierungstätigkeit -69,0 -110,7 41,7 37,6%
Zahlungswirksame Veränderung des
Finanzmittelbestandes
124,6 -32,4 157,0 484,7%

Ausgehend von einem Jahresüberschuss in Höhe von 157,1 Mio EUR konnte ein Cashflow der laufenden Geschäftstätigkeit von 259,8 Mio EUR erwirtschaftet werden. Während sich der Abbau der sonstigen Vermögensgegenstände und Rechnungsabgrenzungsposten positiv auf den operativen Cashflow ausgewirkt hat, wirkten sich der die Erhöhung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie der Abbau der übrigen Verbindlichkeiten und Rechnungsabgrenzungsposten negativ auf den operativen Cashflow aus.

Aufgrund der weiterhin hohen Investitionstätigkeit belief sich der Cashflow aus der Investitionstätigkeit auf -66,2 Mio EUR.

Ausgehend von der im Geschäftjahr 2009/10 durchgeführten Ausschüttung aus dem Bilanzgewinn 2008/09 in Höhe von 60,3 Mio EUR, einer Reduktion der langfristigen Finanzverbindlichkeiten sowie einer Erhöhung der kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten weist die EVN AG einen Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit in Höhe von -69,0 Mio EUR aus.

Insgesamt resultierte aus dieser Entwicklung eine Erhöhung des Finanzmittelbestandes um 124,6 Mio EUR.

Zweigniederlassungen

EVN verfügt über keine Zweigniederlassungen im Sinne des § 243 Abs 3 Z 4 UGB; die im Geschäftsjahr 2004/05 noch vorhandenen wirtschaftlich und organisatorisch unselbständigen Außenstellen für den Kundendienst und die technische Netzbetreuung wurden im Zuge der Ausgliederung des Netzbetriebes in die EVN Netz GmbH überführt.

Forschung und Entwicklung

Die EVN AG beurteilt Investitionen in Forschung und Entwicklung als essenziellen Bestandteil ihres Unternehmenserfolgs und engagiert sich seit vielen Jahren in zahlreichen Projekten. Dabei werden die Forschungsaktivitäten speziell auf dem Gebiet der Energieerzeugung mit dem Ziel, neue Technologien der effizienten Energieumwandlung und -anwendung frühzeitig im eigenen Bereich einzusetzen, gebündelt.

Im Berichtszeitraum hat die EVN AG in Summe mehr als 0,6 Mio EUR für Forschungs- und Entwicklungsprojekte aufgewendet. Davon wurde der EVN ca. 19 % durch Forschungsförderungseinrichtungen vergütet. Eine weitere finanzielle Unterstützung der EVN durch öffentliche Stellen findet nicht statt. Soweit vereinzelte Materiengesetze die Möglichkeit der Inanspruchnahme von Förderungen vorsehen, wie dies z. B. beim Ökostromgesetz der Fall ist, prüft die EVN das Vorliegen der Voraussetzungen und beantragt gegebenenfalls die dafür vorgesehenen Mittel.

Die EVN engagiert sich in zahlreichen nationalen und internationalen Forschungs- und Entwicklungsprojekten und nimmt in Österreich seit Jahrzehnten eine führende Rolle bei der Weiterentwicklung von hocheffizienten und umweltschonenden Kraftwerken ein. Einen wichtigen Schwerpunkt bilden dabei die laufende Erhöhung der Wirkungsgrade und die Emissionsreduktion bei allen Erzeugungsanlagen. Die EVN AG setzt dabei unter anderem auf Forschungskooperationen mit Höheren Technischen Lehranstalten, Fachhochschulen und Technischen Universitäten.

Noch auf Jahrzehnte wird der Energiebedarf vor allem durch fossile Energieträger befriedigt werden müssen, die für einen Großteil der CO2-Emissionen verantwortlich sind. Die EVN hat sich zum Ziel gesteckt, einen konstruktiven Dialog zwischen Politik, Wirtschaft und Öffentlichkeit über die Abscheidung und Speicherung von CO2 ("Carbon Capture and Storage", CCS) in Gang zu setzen.

Weltweit werden derzeit Forschungsanreize im Energiesektor gesetzt, wobei die Schwerpunkte auf dem Bereich dezentraler Erzeugung aus vorwiegend erneuerbaren Energien liegen. Auf dem Mobilitätssektor wird die Elektromobilität an Bedeutung gewinnen. Die EVN verfolgt diese Entwicklungen zeitnah und erprobt im Rahmen eines Pilotprogramms neue Technologien. So kommen beispielsweise Mikro-KWK (Kraft-Wärme-Kopplungs)-Anlagen und die Absorptionswärmepumpe in der Praxis zum Einsatz; speziell zu dieser Thematik werden im Bereich Erdgas-Absorptionstechnologie und der dezentralen Energieversorgungstechnik ausgewählte Innovationen einem Praxistest unterzogen. Dabei fokussieren die Versuche der EVN vor allem den Bereich dezentrale Energieversorgungstechniken mit dem Ziel, den Primärenergieaufwand zu verringern und den Gesamtwirkungsgrad der Anlagen zu erhöhen.

Im Bereich der erneuerbaren Energieträger unterhält die EVN Forschungsprojekte wie jenes zur Beurteilung der optimalen Ausnutzung von Solarenergie anhand der neu errichteten Photovoltaikanlage in Zwentendorf in Kooperation mit NÖTECH NÖ Energieforschungs-, planungs-, betriebs- und servicegesellschaft m.b.H., einer Tochtergesellschaft des Landes Niederösterreich und der EVN AG.

Umweltschutz und Nachhaltigkeit

Die EVN AG hat den schonenden Umgang mit Ressourcen fest in ihrer nachhaltig orientierten Unternehmensführung verankert und sieht darin einen entscheidenden Erfolgsfaktor. Mit der Forcierung erneuerbarer Energiequellen wie Wind- und Wasserkraft, Biomasse oder Biogas wird nicht nur ein wertvoller Beitrag zur Reduktion der CO2-Emissionen geleistet, sondern auch die eigene Abhängigkeit von fossilen Primärenergieträgern reduziert. Um einen möglichst hohen Wirkungsgrad der Produktionsanlagen zu erreichen, kommen modernste Technologien wie Kraft-Wärme-Kopplung zum Einsatz.

Zur Minimierung der Umweltrisiken unterhält die EVN AG seit 1996 an ihren Standorten mit wesentlichen Umweltauswirkungen Umweltmanagementsysteme nach EMAS und ISO 14001. Seither wurden nahezu alle thermischen Erzeugungsanlagen der EVN AG zertifiziert. Den Kern dieser Ausrichtung bildet ein kontinuierlicher Verbesserungsprozess, der sicherstellt, dass im Hinblick auf Risikominimierung bei potenziell gefährdeten Arbeitsabläufen Kennzahlen und Umweltauswirkungen erhoben und analysiert,

EVN AG, Maria Enzersdorf

Stärken und Schwächen erkannt sowie mögliche Verbesserungspotenziale aufgezeigt und genutzt werden.

Als Energieversorgungsunternehmen liegt der Schwerpunkt der EVN Umweltschutzagenda jedoch vor allem im Klimaschutz, der sich auf die Säulen konsequente Reduktion der CO2-Emissionen, Steigerung der Energieeffizienz und Ausbau der erneuerbaren Energiequellen stützt. Das Umweltbewusstsein der EVN endet jedoch nicht bei diesen teilweise auch energiepolitisch bedingten Anstrengungen, sondern geht weiter darüber hinaus. So wurden etwa mehrere Projekte zur Sicherstellung der Artenvielfalt realisiert, ökologische Ausgleichsflächen geschaffen und Umweltmanagementsysteme sowie ein internes Umweltcontrolling eingeführt.

Aufgrund der operativen Ausrichtung und der in vielen Bereichen sensiblen Berührungspunkte sucht EVN AG den aktiven Dialog mit unterschiedlichen Interessensgruppen und nimmt Anliegen, aber auch kritische Bedenken bei Ausbauvorhaben der Netze und Produktionsanlagen überaus ernst. Neben einer gesetzlich vorgeschriebenen Umweltverträglichkeitsprüfung erfolgt die Planung und Errichtung von Infrastrukturprojekten unter strenger Berücksichtigung von ökologischen Gesichtspunkten. Sollte ein ökologisch wertvoller Naturraum betroffen sein, werden gemeinsam mit der zuständigen Behörde Maßnahmen zur Minimierung der Auswirkungen auf die Natur festgelegt. Auch der Dialog und die Zusammenarbeit mit Umweltschutzorganisationen, lokalen und regionalen Bürgerinitiativen, aber auch mit NGOs wie Greenpeace oder Global 2000 sind von besonderer Bedeutung.

Human Resources

Gerade in einem liberalisierten Markt stellt ein hohes Kompetenzniveau der Mitarbeiter einen wesentlichen Erfolgsfaktor dar. Die EVN AG investiert daher laufend und bedarfsorientiert in die Aus- und Weiterbildung ihrer Mitarbeitenden, in Sicherheitsmaßnahmen und in die Implementierung moderner Führungsinstrumente..

In ihrem Bestreben, sich als attraktiver und fairer Arbeitgeber zu erweisen, sieht sich die EVN AG ihren Mitarbeitern gegenüber einer Reihe fundamentaler Grundsätze verpflichtet:

Eine Selbstverständlichkeit bildet die Gleichbehandlung und Chancengleichheit sämtlicher Mitarbeiter. In der Praxis bedeutet dies die Herausforderung, keine Mitarbeiter aus Gründen des Alters, des Gesundheitszustandes, der nationalen oder ethnischen Herkunft oder des Geschlechts zu diskriminieren. Gesetzliche Vorschriften zum Thema Sicherheit werden durch ein umfangreiches internes organisatorisches Regelwerk sowie ein speziell auf die Arbeitsbedingungen in der Energiewirtschaft zugeschnittenes "Handbuch Sicherheit" ergänzt.

Aktuelle und umfassende Information der Belegschaft über die laufende Entwicklung des Unternehmens zählt zu den wichtigsten Kommunikationsaufgaben in der EVN AG.

Die EVN AG bietet ihren Mitarbeitern ein Gleitzeitmodell ohne Kernzeit, d.h. ohne fixe Anwesenheitsverpflichtung, um durch einen höheren Grad an Eigenverantwortung das generelle Effizienzniveau im Unternehmen sowie den Servicegrad im Kundendienst weiter zu steigern.

Mit insgesamt rund 0,4 Mio EUR lagen die Aufwendungen für Weiterbildung (Seminargebühren, Trainer, e-Learning) im Geschäftsjahr 2009/10 etwas unter dem Niveau des Vergleichszeitraums 2008/09.

Der Erfolg dieser Initiativen zeigt sich nicht zuletzt an der hohen Zufriedenheit der Mitarbeiter, die dem Unternehmen im Schnitt über mehr als 25 Jahre angehören. Im Einklang damit zeigt die Fluktuationsrate der bei der EVN Beschäftigten mit < 1 % einen extrem niedrigen Wert.

Risikomanagement

Risikodefinition

EVN AG definiert Risiko als Gefahr der negativen Abweichung von geplanten Unternehmenszielen. Bei der Beurteilung und der Steuerung der Risiken werden auch die damit verbundenen Chancen berücksichtigt.

Risikomanagementprozess

Primäres Ziel des Risikomanagements ist die gezielte Sicherung bestehender und zukünftiger Ertragspotenziale. Im Rahmen des Risikomanagementprozesses stellt das zentral organisierte Risikocontrolling den dezentralen Risikoverantwortlichen geeignete Methoden und Werkzeuge zur Identifikation und Bewertung von Risiken zur Verfügung. Die risikoverantwortlichen Geschäftseinheiten kommunizieren ihre Risikopositionen an das zentrale Risikocontrolling. Gemeinsam werden geeignete Maßnahmen zur Risikominimierung definiert für deren Umsetzung die dezentralen Geschäftseinheiten verantwortlich sind. Im zentralen Risikocontrolling erfolgt die Analyse und Bewertung der Gesamt-Risikosituation der EVN AG und des EVN Konzerns.

Risikoprofil

Operative Risken

Aufgrund von wirtschaftlichen, politischen und technologischen Entwicklungen kann es zu einem Rückgang der Nachfrage nach Strom, Erdgas und Wärme kommen. Zudem besteht das Risiko, dass sich die Witterungsverhältnisse nachteilig auf die Energienachfrage auswirken. Steigende bzw. volatilere Beschaffungskosten für Primärenergie sowie eine Intensivierung des Wettbewerbs können die Deckungsbeiträge der EVN AG beeinflussen und zu Kundenverlusten führen. Absicherungsstrategien wie die längerfristige Vermarktung von Kraftwerkskapazitäten, der Abschluss von Termingeschäften, die Diversifikation des Kundenportfolios sowie diversifizierte Kundenangebote bewirken eine Risikominimierung. Im Energiebereich können zudem operative Risiken wie Betriebsunterbrechungen bei Produktion und Vertrieb von elektrischer Energie und Fernwärme sowie bei Beschaffung und Vertrieb von Erdgas auftreten. Das Energiegeschäft umfasst gefährliche Tätigkeiten, welche die EVN AG dem Risiko wesentlicher Haftungen aussetzen und die strikte Einhaltung von Sicherheitsrichtlinien erfordern. Vor allem im Erzeugungsbereich ist EVN AG Projektrisiken und dem Risiko der mangelhaften oder Nichterfüllung vertraglich festgelegter Leistung im Rahmen des Fremdbezugs ausgesetzt. Durch das Eingehen von Partnerschaften (Joint Ventures, Syndikatsverträge) können Risiken wie Interessenskonflikte, eingeschränkte Kontroll- und Steuerungsmöglichkeiten sowie der Ausstieg oder Ausfall des Partners erwachsen. Zudem besteht die Gefahr, dass erforderliche Genehmigungen und Lizenzen durch Verschulden von EVN AG nicht erteilt oder verlängert werden.

Finanzrisiken

Die Steuerung von Zins-, Wechselkurs- und Marktpreisrisiken erfolgt unter anderem durch den Einsatz derivativer Absicherungsinstrumente. Kreditrisiken wird durch Einholen von externen Ratings, einem Limitsystem sowie einer gezielten Strategie der Diversifizierung von Geschäftspartner entgegengewirkt. Im Finanzbereich ist EVN AG zudem dem Risiko einer Ratingverschlechterung sowie dem Risiko des Schlagendwerdens von Garantien ausgesetzt. Darüber hinaus besteht die Gefahr, dass Abschreibungen auf Finanzanlagen erforderlich werden. Dem Liquiditätsrisiko wird mit regelmäßigen Liquiditätsanalysen und einer langfristig abgestimmten, zentral gesteuerten Finanzplanung vorgebeugt.

Politische und rechtliche Risiken

Eine Veränderung des regulatorischen Umfelds, politische Einflussnahme bei Großprojekten sowie verschärfte Auflagen im Bereich der Umweltgesetzgebung sind die primären Treiber politischer und rechtlicher Risiken. Zudem stellt die teilweise bestehende politische und wirtschaftliche Instabilität in den Märkten Süd(ost)europas ein Risiko dar, dem durch Kooperation mit lokalen, regionalen, nationalen und internationalen Behörden und Interessensvertretungen begegnet werden kann. Rechtliche bzw. politische Einflussnahme wird durch gezieltes Eingehen von strategischen Partnerschaften bei Großprojekten verringert, wobei Haftungs- und Durchgriffsrechte durch gesellschaftsrechtliche Strukturen gesteuert werden. Rechts- und Prozessrisiken bestehen vor allem im Zusammenhang mit anhängigen Gerichts- und Schiedsgerichtsverfahren betreffend diverse Kraftwerksprojekte sowie das Geschäft des EVN Konzerns in Mazedonien.

Gesamtrisikoprofil

Da sich das Risikoprofil der EVN AG expansionsbedingt kontinuierlich verändert, sind eine eingehende und laufende Auseinandersetzung mit Risiken sowie ein effizientes Risikomanagement essentiell. Im Rahmen der jährlich durchgeführten Konzernrisikoinventur konnten keine bestandsgefährdenden Risiken identifiziert werden.

Wesentliche Merkmale des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems in Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess

Gemäß § 243a Abs 2 UGB in der Fassung des URÄG 2008 sind im Lagebericht von Gesellschaften, deren Aktien zum Handel auf einem geregelten Markt zugelassen sind, die wichtigsten Merkmale des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess zu beschreiben. Die Einrichtung eines angemessen internen Kontroll- und Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess liegt gemäß § 82 AktG in der Verantwortung des Vorstandes.

Gemäß der Verpflichtung des URÄG 2008 hat die EVN AG ihr internes Kontrollsystem zu einem "Risikoorientierten Internen Kontrollsystem" (RIKS) weiterentwickelt und ausgebaut. Das RIKS wird durch Kontrollen der identifizierten risikobehafteten Prozesse in regelmäßigen Abständen überwacht. Das Ergebnis dieser Überwachungstätigkeiten wird dem Management und dem Aufsichtsrat berichtet. Das RIKS gewährleistet klare Zuständigkeiten und adressiert die entsprechenden Kontrollmaßnahmen, wodurch die Sicherheit in den Abläufen für die Erstellung der Finanzdaten weiter erhöht wird.

Für die Beschreibung der wesentlichen Merkmale wird die Struktur des Committee of Sponsoring Organizations of the Treadway Commission (COSO) herangezogen. Das COSO Rahmenwerk besteht aus fünf zusammenhängenden Komponenten: Kontrollumfeld, Risikobeurteilung, Kontrollmaßnahmen, Information und Kommunikation sowie Überwachung.

Kontrollumfeld

Der von der EVN festgelegte Verhaltenskodex und die darin zugrunde gelegten Wertvorstellungen gelten für die Mitarbeitenden des gesamten Konzerns. Der Verhaltenskodex der EVN ist auf http://www.evn.at/verhaltenskodex.aspx in deutscher und unter http://www.evn.at/code-of-conduct.aspx in englischer Sprache abrufbar.

Die Erstellung des Jahresabschlusses erfolgt durch die Konzernfunktion Rechnungswesen. Der Abschlussprozess der EVN basiert auf einer Bilanzierungsrichtlinie, die neben den Bilanzierungsvorschriften auch die wesentlichen Prozesse und Termine festlegt. Für die unternehmensinternen Abstimmungen und sonstige Abschlussarbeiten bestehen verbindliche Anweisungen. Die am Rechnungslegungsprozess beteiligten Mitarbeitenden erfüllen die qualitativen Anforderungen und werden regelmäßig geschult. Komplexe versicherungsmathematische Gutachten und Bewertungen werden durch darauf spezialisierte Dienstleister oder qualifizierte Mitarbeitende erstellt.

Im Zuge der Einführung des RIKS wurden im Rechnungswesen die Prozesse definiert, welche für dieses System relevant sind. In diesen Prozessen wurden die Prozessschritte welche ein Risiko beinhalten gekennzeichnet, und festgelegt durch welche Kontrollmaßnahmen die Risken zu überwachen sind.

Für die Einhaltung der Prozesse sowie den zugehörigen Kontrollmaßnahmen sind die jeweiligen Prozessverantwortlichen, das sind im Wesentlichen die Leiter der strategischen Geschäftseinheiten sowie der Konzernfunktionen, zuständig.

Risikobeurteilung und Kontrollmaßnahmen

Zur Vermeidung von wesentlichen Fehldarstellungen bei der Abbildung von Transaktionen wurden mehrstufig aufgebaute Sicherungsmaßnahmen implementiert, mit dem Ziel, dass der Jahresabschluss richtig erfasst wird. Diese Maßnahmen umfassen automatisierte Kontrollen als auch manuelle Kontrollen in den Konzernfunktionen Controlling und Rechnungswesen.

Auf Basis des erstellten Jahresabschlusses führen diese beiden Fachabteilungen umfangreiche Plausibilitätsüberprüfungen und Checks sowie Analysen der Bilanz- und Gewinn- und Verlustrechnungspositionen durch. Erst nach Durchführung dieser Qualitätskontrollen erfolgt die Freigabe des Jahresabschlusses.

Das Rechnungswesen der EVN AG wird in SAP-FI geführt. Die Rechnungswesensysteme sowie alle vorgelagerten Systeme sind durch Zugriffsberechtigungen und automatische sowie zwingend im Prozess vorgesehene manuelle Kontrollschritte geschützt. Die Kontrollmaßnahmen reichen von der Durchsicht der verschiedenen Ergebnisse durch die verantwortlichen Mitarbeitenden bis hin zur Überleitung von Konten und der Analyse der Prozesse im Rechnungswesen.

Das RIKS und die für das Rechnungswesens relevanten Prozesse werden einmal jährlich vom zuständigen Assessor dahingehend überprüft, ob die Kontrollen durchgeführt worden sind, ob es Risikovorfälle im Geschäftsjahr gegeben hat und ob die Kontrollen weiterhin geeignet sind, die vorhandenen Risiken abzudecken. Im Wirtschaftsjahr 2009/10 kam es aufgrund der Implementierung bzw. erstmaligen Anwendung des RIKS noch zu keinen Anpassungen oder sonstigen Veränderungen des Systems.

Information, Kommunikation und Überwachung

Der Aufsichtsrat wird vom Vorstand vierteljährlich mit einem umfassenden Bericht über die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage, der sowohl eine Bilanz als auch eine Gewinn- und Verlustrechnung sowie weiterführende Analysen enthält, informiert. Darüber hinaus gibt es einmal jährlich eine RIKS Berichtserstattung an den Vorstand und Aufsichtsrat, welche als Informationsgrundlage zur Beurteilung der Effizienz und Effektivität des RIKS-Systems dient und die Steuerbarkeit des RIKS durch die dafür vorgesehenen Gremien gewährleisten soll. Die RIKS Berichterstellung erfolgt durch den RIKS-Manager in Zusammenarbeit mit dem RIKS-Komitee auf Basis der Informationen der RIKS-Bereichsverantwortlichen, der Kontrolldurchführenden und der Assessoren.

Zur Wahrnehmung der Überwachungs- und Kontrollfunktion im Hinblick auf eine ordnungsgemäße Rechnungslegung und Berichterstattung werden weiters die relevanten Informationen auch den Leitungsorganen und wesentlichen Mitarbeitenden der Gesellschaft zur Verfügung gestellt.

Die interne Revision der EVN führt regelmäßig rechnungswesenbezogene Prüfungen durch, deren Feststellungen ebenfalls bei laufenden Verbesserungen des internen Kontroll- und des Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess Berücksichtigung finden.

EVN Aktie

Die EVN Aktie notiert im Segment "prime market" der Wiener Börse AG. Der prime market ist ein Marktsegment, in dem Aktien von Gesellschaften aufgenommen werden, welche sich über die für die Zulassung von Aktien zum Amtlichen Handel oder zum Geregelten Freiverkehr an der Wiener Börse AG geltenden gesetzlichen Bestimmungen des Börsegesetzes hinausgehend vertraglich zur Einhaltung erhöhter Transparenz-, Qualitäts- und Publizitätskriterien verpflichten. Die Aufnahmekriterien und Folgepflichten sind im "Regelwerk Prime Market" geregelt.

Das Grundkapital der EVN AG beträgt 300.000.000 EUR und ist zerlegt in 163.525.820 Stück auf den Inhaber lautende Stückaktien. Form und Inhalt der Aktienurkunden, Gewinnanteilscheine, Erneuerungsscheine, Zwischenscheine, Zwischensammelurkunden, Teilschuldverschreibungen, Zins- und Optionsscheine setzt der Vorstand fest. Der Anspruch auf Einzelverbriefung der Aktien ist ausgeschlossen. Alle Aktien haben die gleichen Rechte und Pflichten. Es gibt keine über die allgemeinen Bestimmungen des Aktienrechts hinausgehenden Beschränkungen der Stimmrechte.

Die Aktionärsstruktur der EVN hat sich gegenüber dem Jahresultimo 2008/09 nicht verändert. Auf Basis verfassungsrechtlicher Vorschriften ist das Land Niederösterreich, das seine Anteile über die NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH hält, mit rund 51 % Mehrheitseigentümer der EVN AG. Von der deutschen EnBW Energie Baden-Württemberg AG werden laut börserechtlicher Meldung der EnBW vom 23.10.2006 über 35 % der Aktien gehalten. Die übrigen Aktien entfallen auf den Streubesitz.

In der 80. Hauptversammlung am 15.1.2009 wurde der Vorstand der EVN AG ermächtigt, auf Inhaber lautende Stückaktien für Zwecke der Ausgabe an Arbeitnehmer, leitende Angestellte und Mitglieder des Vorstands oder Aufsichtsrats der Gesellschaft oder eines mit ihr verbundenen Unternehmens sowie zweckfreier Erwerb bis höchstens 10 % des Grundkapitals der EVN AG während einer Geltungsdauer von

EVN AG, Maria Enzersdorf

30 Monaten ab dem Tag der Beschlussfassung zu erwerben und ohne weiteren Beschluss der Hauptversammlung einzuziehen. Diese Ermächtigung ersetzte die durch Beschluss der Hauptversammlung am 17.1.2008 erteilte Ermächtigung zum Rückerwerb eigener Aktien. Von der im Rahmen der 80. Hauptversammlung erteilten Ermächtigung wurde bis 30.9.2010 kein Gebrauch gemacht. Im Rahmen des aufgrund der ersten Ermächtigung abgeschlossenen Aktienrückkaufsprogramms wurden 534.864 Stück eigene Aktien (0,33 % des Grundkapitals) mit einem Anschaffungswert von 8,0 Mio EUR erworben. Davon wurden im August 2010 67.536 Stück an Stelle einer aufgrund einer Betriebsvereinbarung vorgesehenen Sonderzahlung an EVN Mitarbeiter übertragen. Damit stehen zum 30.09.2010 467.328 Stück eigene Aktien im Eigentum der EVN AG.

In der 81. Hauptversammlung am 21.01.2010 wurde der Vorstand für höchstens fünf Jahre nach Eintragung der Satzungsänderung ermächtigt, das Grundkapital um bis zu 30.000.000 EUR, allenfalls in mehreren Tranchen, durch Ausgabe von bis zu 16.352.582 Stück auf den Inhaber lautenden Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen zu erhöhen und die jeweilige Ausübung, den Ausgabekurs sowie die Ausgabebedingungen im Einvernehmen mit dem Aufsichtsrat festzusetzen, sofern sichergestellt ist, dass der Anteil der Beteiligung der NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH an der EVN AG auch nach der Kapitalerhöhung nicht unter 51 % des Grundkapitals an der EVN AG fällt (§ 2 Bundesverfassungsgesetz, mit dem die Eigentumsverhältnisse an den Unternehmen der österreichischen Elektrizitätswirtschaft geregelt werden (BGBl I 143/1998), und § 1 NÖ Landesbeteiligungsgesetz (NÖ LGBl 3930-0)).

Nach dem Bilanzstichtag hat der Vorstand von dieser Ermächtigung Gebrauch gemacht und eine 10 % ige Kapitalerhöhung durchgeführt. Die Kapitalerhöhung führte zu einer Erhöhung des Grundkapitals der EVN AG auf 330.000.000 Euro und zu einer Ausgabe von 16.352.582 neuen Stückaktien der EVN AG; sie wurde per 30. Oktober 2010 im Firmenbuch eingetragen.

Strategie und Zielsetzungen

Als diversifiziertes Unternehmen im Energie- und Umweltbereich will die EVN AG ausgehend von Niederösterreich durch ihre Beteiligungsunternehmen eine starke Position sowohl in Zentral- als auch in Mittel- und Osteuropa erreichen und langfristig halten. Basierend auf einer nachhaltig orientierten Unternehmensführung soll die Zielsetzung einer kontinuierlichen und nachhaltigen Unternehmenswertsteigerung angestrebt werden. Um diese Ziele zu verwirklichen, wurden strategische Vorgaben und Zielsetzungen in enger Abstimmung mit dem Aufsichtsrat erarbeitet, die für alle Beteiligungen der EVN AG Gültigkeit haben und die unter Einhaltung aller interner Kontrollmechanismen zu nachhaltigem Wachstum der EVN AG und ihrer Beteiligungen führen sollen.

Neben dem klassischen Kerngeschäft Energie wurde und wird die Geschäftstätigkeit der EVN Beteiligungen um Geschäftsfelder im Umweltbereich wie Wasserver- und Abwasserentsorgung sowie thermische Abfallverwertung kontinuierlich auf- und ausgebaut. Im Bereich der Energieerzeugung wird die EVN zukünftig ausschließlich erneuerbare Energieprojekte umsetzen, wodurch bis zum Jahr 2020 ein Verhältnis von 50:50 zwischen erneuerbaren Energien und thermischer Erzeugung erreicht werden soll. Gleichzeitig verfolgt die EVN das Ziel, die Eigenerzeugungsquote auf 40 bis 60 Prozent zu erhöhen.

Im Sinne der Breite des Produktangebots und horizontaler Verflechtung der Geschäftsbereiche wird eine Verschränkung der einzelnen Geschäftsbereiche angestrebt, die synergetische Vorteile bei der Markterschließung und bei Projektrealisierungen aber auch durch akkordierte Beschaffungsvorgänge gewährleistet.

Ereignisse von besonderer Bedeutung nach dem Bilanzstichtag

Der Vorstand der EVN AG hat mit Zustimmung des Aufsichtsrates eine Kapitalerhöhung aus dem im Rahmen der 81. Hauptversammlung am 21.01.2010 genehmigten Kapital durch die Ausgabe von 16.352.582 neuen Stückaktien beschlossen.

Mit der Durchführung der Kapitalerhöhung wird das Grundkapital von derzeit EUR 300.000.000 um 10 % auf EUR 330.000.000 erhöht werden. Das Bezugsverhältnis entspricht 10:1, d.h. es können für 10 alte Aktien 1 neue Aktie bezogen werden. Der Bezugspreis beträgt 11,00 EUR je Aktie und die Bezugsfrist für die neuen Aktien läuft vom 29. Oktober 2010 bis zum 12. November 2010.

Der EVN AG wird damit aus der Kapitalerhöhung unter den im Bezugsangebot genannten Bedingungen ein Nettoemissionserlös von rund EUR 173 Mio. zufließen.

Der Handel der neuen Aktien im Amtlichen Handel, Prime Market Segment, der Wiener Börse begann bereits am 2. November 2010. Die neuen Aktien sind ab dem Geschäftsjahr 2009/10 voll dividendenberechtigt.

Sämtliche neuen Aktien wurden im Rahmen einer Vorabplatzierung an institutionelle Investoren erfolgreich platziert. 28,6 % der Zuteilung an die institutionellen Investoren im Zuge der Vorabplatzierung stehen unter Rücktrittsvorbehalt bei Ausübung von Bezugsrechten derjenigen Aktionäre, die auf ihre Bezugsrechte nicht verzichtet haben, sowie hinsichtlich der Aktien, die von berechtigten Mitarbeitern von EVN gezeichnet wurden.

Die Mehrheitsaktionärin NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH wird ihre Bezugsrechte zur Gänze ausüben, sodass sie nach Durchführung der Kapitalerhöhung weiterhin 51 % des Grundkapitals der EVN AG hält. Die EnBW Energie Baden-Württemberg AG als wesentliche Aktionärin der EVN AG hat sich unwiderruflich verpflichtet, ihre Bezugsrechte auf die neuen Aktien nicht auszuüben und auch nicht an einen Dritten zu übertragen, vorausgesetzt, dass der Bezugspreis für die neuen Aktien mit EUR 10,50 oder höher festgesetzt wird. Die derzeit mit 51 % beteiligte Mehrheitsaktionärin NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH wird ihre Bezugsrechte gänzlich ausüben und somit 51 % der neuen Aktien zeichnen.

Ausblick

Der Geschäftserfolg der EVN AG und ihrer Beteiligungen hängt im Energiebereich vor allem von den Primärenergie- und CO2-Emissionszertifikatpreisen sowie von den Preisen für Strom auf den europäischen Spot und Terminmärkten ab. Zusätzlich wirkt sich die Entwicklung der Außentemperaturen entscheidend auf den Geschäftsverlauf eines Energieversorgungsunternehmens aus.

Aufgrund der aktuellen Entwicklung der Primärenergieeinsatzkosten und der Stromgroßhandelspreise rechnet die EVN AG für das Geschäftsjahr 2010/11 mit einem geringeren Einsatz der thermischen Kraftwerke. Dies könnte zu einer rückläufigen Umsatz- und Ergebnisentwicklung führen. Das mit Evonik Steag GmbH initiierte Kohlekraftwerk in Duisburg-Waslum, Deutschland, wird nach einigen Verzögerungen infolge von Baumängeln erst im 2. Quartal des Kalenderjahres 2011 in Betrieb gehen und somit auf das Ergebnis im Geschäftsjahr 2010/11 auch aufgrund der aktuellen Stromgroßhandelspreise nur einen eingeschränkten Einfluss haben. Die EVN AG hält an diesem Projekt 49,0 %.

Die EVN AG geht davon aus, dass das Beteiligungsergebnis auf dem hohen Niveau des Geschäftsjahres 2009/10 gehalten werden kann, wenngleich die Entwicklung und die Zusammensetzung der Erfolgsbeiträge der einzelnen Beteiligungsgesellschaften sehr stark vom weiteren Verlauf der Energiepreise und der Gesamtwirtschaftslage abhängig sein wird.

Insgesamt gestalten sich die wirtschafts- und energiepolitischen Rahmenbedingungen für den Energiesektor zunehmend herausfordernd. Aufgrund der Verfolgung der Strategie einer alle Wirtschaftsstufen umfassenden Geschäftstätigkeit im In- und Ausland sollte jedoch mittel- und langfristig eine weiterhin positive Entwicklung der EVN AG in künftigen Geschäftsperioden zu erwarten sein.

Maria Enzersdorf, am 22. November 2010

Der Vorstand

Dr. Burkhard Hofer eh. Dipl.-Ing. Dr. Peter Layr eh. Dipl.-Ing. Herbert Pöttschacher eh.

Jahresabschluss

Bilanz zum 30. September 2010 mit Gegenüberstellung der Vorjahreszahlen in TEUR

Stand am 30.09.2010 Stand am 30.09.2009
A K T I V A EUR EUR TEUR TEUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 9.485.199,17 10.268
II. Sachanlagen 79.024.854,89 77.873
III. Finanzanlagen 2.233.699.129,54 2.172.886
B. Umlaufvermögen 2.322.209.183,60 2.261.027
I. Vorräte
1. Primärenergievorräte 87.548.263,51 83.567
2. Hilfs- und Betriebsstoffe 4.543.513,95 4.070
3. Waren 26.708,12 28
4. noch nicht abrechenbare Leistungen 903.792,36 93.022.277,94 641 88.306
II. Forderungen und sonstige
Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen
und Leistungen 25.099.728,10 23.041
2. Forderungen gegenüber verbundenen
Unternehmen 339.518.558,33 430.161
3. Forderungen gegenüber Unternehmen,
mit denen ein Beteiligungsverhältnis
besteht 56.493.113,63 87.288
4. sonstige Forderungen und
Vermögensgegenstände
6.108.234,28 427.219.634,34 4.515 545.005
III. Wertpapiere und Anteile
1. Eigene Anteile 5.350.905,60 7.317
2. Sonstige Wertpapiere und Anteile 219.315.392,24 224.666.297,84 81.490 88.807
IV. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 25.504.217,74 36.725
770.412.427,86 758.842
C. Rechnungsabgrenzungsposten 18.519.883,89 28.627
3.111.141.495,35 3.048.497

Bilanz zum 30. September 2010 mit Gegenüberstellung der Vorjahreszahlen in TEUR

P A S S I V A Stand am 30.09.2010 Stand am 30.09.2009
EUR EUR TEUR TEUR
A. Eigenkapital
I. Grundkapital 300.000.000,00 300.000
II. Kapitalrücklagen
1. gebundene 54.550.758,43 54.551
2. nicht gebundene 58.267.709,06 112.818.467,49 58.268 112.818
III. Gewinnrücklagen
1. gesetzliche Rücklage
2. andere Rücklagen (freie Rücklagen)
4.723.734,22
1.022.015.379,69
1.026.739.113,91 4.724
933.799
938.523
IV. Rücklagen für eigene Anteile 5.350.905,60 7.317
V. Bilanzgewinn 71.984.873,66 60.407
davon Gewinnvortrag: EUR 100.447,13
Vorjahr: TEUR 348
1.516.893.360,66 1.419.066
B. Unversteuerte Rücklagen
Bewertungsreserve auf Grund von
Sonderabschreibungen 12.893.547,67 13.893
C. Rückstellungen
1. Rückstellungen für Abfertigungen 22.618.981,00 21.945
2. Rückstellungen für Pensionen und
pensionsähnliche Verpflichtungen
3. Steuerrückstellungen
52.286.505,00
3.754.206,83
49.932
3.774
4. sonstige Rückstellungen 173.695.367,19 160.553
252.355.060,02 236.205
D. Verbindlichkeiten
1. Anleihen 561.259.007,79 561.259
2. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 240.800.005,30 271.173
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und
Leistungen
4. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen
8.930.407,71 17.477
Unternehmen 422.709.011,78 405.794
5. Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen,
mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht
6. sonstige Verbindlichkeiten
31.162.429,23
14.333.907,90
50.847
19.362
davon aus Steuern: EUR 643.469,11; Vorjahr: TEUR 4.440
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit: EUR 4.595.404,71;
Vorjahr: TEUR 6.107 1.279.194.769,71 1.325.911
E. Rechnungsabgrenzungsposten
1. Baukostenzuschüsse 41.838.450,64 42.865
2. sonstige 7.966.306,65 10.558
49.804.757,29
3.111.141.495,35
53.423
3.048.497
Verbindlichkeiten aus Garantien sowie sonstigen
vertraglichen Haftungsverhältnissen 790.619.101,28 602.916

Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2009 bis 30. September 2010 mit Gegenüberstellung der Vorjahreszahlen in TEUR

1.10.09 - 30.9.10 1.10.08 - 30.9.09
EUR EUR TEUR
1. Umsatzerlöse 440.438.412,31 466.985
2. Veränderung des Bestands an noch nicht
abrechenbaren Leistungen 262.944,82 641
3. andere aktivierte Eigenleistungen 288.105,22 634
4. sonstige betriebliche Erträge
a) Erträge aus dem Abgang vom Anlagevermögen
mit Ausnahme der Finanzanlagen 621.691,65 630
b) Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 433.034,62 25.385
c) übrige 5.238.619,12 3.732
6.293.345,39 29.747
5. Aufwendungen für Material und sonstige
bezogene Herstellungsleistungen
a) Fremdstrombezug und Energieträger
b) Materialaufwand
-254.431.716,54
-6.039.004,66
-254.475
-5.419
c) Aufwendungen für bezogene Leistungen -77.407.308,37 -78.300
-337.878.029,57 -338.194
6. Personalaufwand
a) Gehälter -56.404.509,36 -52.104
b)
Aufwendungen für Abfertigungen und Leistungen an
betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen -4.139.254,65 -2.866
c) Aufwendungen für Altersversorgung
d) Aufwendungen für gesetzlich vorgeschriebene
-7.768.544,77 -7.289
Sozialabgaben sowie vom Entgelt abhängige
Abgaben und Pflichtbeiträge -11.969.018,88 -10.854
e) sonstige Sozialaufwendungen -543.569,27 -869
-80.824.896,93 -73.982
7. Abschreibungen auf immaterielle Gegenstände
des Anlagevermögens und Sachanlagen -5.383.305,81 -4.033
8. sonstige betriebliche Aufwendungen
a) Steuern, soweit sie nicht unter Z 18 fallen -965.137,35 -516
b) übrige -36.104.252,08 -61.437
-37.069.389,43 -61.952
9. Zwischensumme aus Z 1 bis 8 (Betriebserfolg) -13.872.814,00 19.846
10. Erträge aus Beteiligungen 212.862.221,24 160.734
davon aus verbundenen Unternehmen: EUR 122.284.227,65;
Vorjahr: TEUR 94.258
11. Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen 42.639,35 42
des Finanzanlagevermögens
12. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 8.357.775,48 24.847
davon aus verbundenen Unternehmen: EUR 2.557.461,59;
Vorjahr: TEUR 5.971
13. Erträge aus dem Abgang von und der Zuschreibung
1.853.598,69 1.504
zu Finanzanlagen und Wertpapieren des Umlauf
vermögens
14. Aufwendungen aus Finanzanlagen und aus -6.353.208,28 -4.600
Wertpapieren des Umlaufvermögens
davon Abschreibungen: EUR 6.236.124,46; Vorjahr: TEUR 2.265
15. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -41.932.079,08 -53.023
davon betreffend verbundene Unternehmen: EUR 14.488.606,23;
Vorjahr: TEUR 16.494
16. Zwischensumme aus Z 10 bis 15 (Finanzerfolg) 174.830.947,40 129.503
17. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit/Übertrag 160.958.133,40 149.348

Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2009 bis 30. September 2010 mit Gegenüberstellung der Vorjahreszahlen in TEUR

24. Bilanzgewinn 71.984.873,66 60.407
23. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 100.447,13 348
22. Zuweisung zu Gewinnrücklagen -86.250.000,00 -65.200
21. Zuweisung zu unversteuerten Rücklagen -521.801,53 -2.302
20. Auflösung unversteuerter Rücklagen 1.520.887,82 529
19. Jahresüberschuss 157.135.340,24 127.032
18. Steuern vom Einkommen -3.822.793,16 -22.316
17. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit/Übertrag 160.958.133,40 149.348
EUR TEUR
1.10.09 - 30.9.10 1.10.08 - 30.9.09
EVN AG, Maria Enzersdorf

ENTWICKLUNG DES ANLAGEVERMÖGENS in EURO

Anschaffungswert Zugang Abgang Umbuchung Anschaffungswert Wertberichtigung Restbuchwert Restbuchwert Abschreibung
1.10.2009 30.9.2010 30.9.2010 30.9.2010 30.9.2009 Zuschreibung
2009/10
Baukostenzuschüsse gem.Art.II(2) EFG 1969
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Rechte
204.573.730,84
0,07
79,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
204.573.809,84
0,07
195.088.610,74
0,00
9.485.199,10
0,07
0,07
10.268.181,82
783.061,72
0,00
Summe I 204.573.730,91 79,00 0,00 0,00 204.573.809,91 195.088.610,74 9.485.199,17 10.268.181,89 783.061,72
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte
und Bauten, einschließlich der Bauten
II. Sachanlagen
Kraftwerks- und Erzeugungsanlagen
auf fremdem Grund
164.753.252,47
674.844.369,45
2.507.268,14
234.877,45
145.567,40
47.400,00
2.724.230,78
21.007.528,98
167.566.793,30
698.311.766,57
143.988.579,48
655.969.085,98
23.578.213,82
42.342.680,59
21.660.675,86
21.641.364,90
896.002,87
2.767.266,43
Andere Anlagen, Betriebs- und
Geschäftsausstattung
27.680.373,76 2.504.764,09 662.967,62 0,00 29.522.170,23 23.389.670,38 6.132.499,85 4.614.032,99 936.974,79
Geleistete Anzahlungen und
Anlagen in Bau
29.956.827,01 1.037.948,38 291.555,00 -23.731.759,76 6.971.460,63 0,00 6.971.460,63 29.956.827,01 0,00
Summe II 897.234.822,69 6.284.858,06 1.147.490,02 0,00 902.372.190,73 823.347.335,84 79.024.854,89 77.872.900,76 4.600.244,09
Summe I + II 1.101.808.553,60 6.284.937,06 1.147.490,02 0,00 1.106.946.000,64 1.018.435.946,58 88.510.054,06 88.141.082,65 5.383.305,81
Anteile an verbundenen Unternehmen
III. Finanzanlagen
1.673.457.462,03 48.730.501,86 2.635.000,00 0,00 1.719.552.963,89 6.309.353,54 1.713.243.610,35 1.667.148.108,49 0,00
Ausleihungen an verbundene Unternehmen
Beteiligungen
73.400.000,00
471.737.449,27
0,00
15.683.658,66
0,00
0,00
0,00
0,00
73.400.000,00
487.421.107,93
30.394.940,07
30.085.817,41
43.314.182,59
457.026.167,86
43.314.182,59
442.345.858,62
0,00
1.003.349,42
Wertpapiere (Wertrechte)
Sonstige Ausleihungen
des Anlagevermögens
20.163.651,76
424.651,33
0,00
149.795,96
0,00
112.850,63
0,00
0,00
20.163.651,76
461.596,66
510.079,68
0,00
19.653.572,08
461.596,66
19.653.572,08
424.651,33
0,00
0,00
Summe III 2.239.183.214,39 64.563.956,48 2.747.850,63 0,00 2.300.999.320,24 67.300.190,70 2.233.699.129,54 2.172.886.373,11 1.003.349,42
Gesamtsumme Anlagevermögen 3.340.991.767,99 70.848.893,54 3.895.340,65 0,00 3.407.945.320,88 1.085.736.137,28 2.322.209.183,60 2.261.027.455,76 6.386.655,23

ENTWICKLUNG DER UNVERSTEUERTEN RÜCKLAGEN in EURO

Stand
1.10.2009
Zuführung Verbrauch Abgang Umbuchung Stand
30.9.2010
1. Bewertungsreserve auf Grund
von Sonderabschreibungen
Immaterielle Vermögensgegenstände
Rechte
6.051.739,09 0,00 506.313,74 0,00 0,00 5.545.425,35
6.051.739,09 0,00 506.313,74 0,00 0,00 5.545.425,35
Sachanlagen
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte
und Bauten, einschließlich der Bauten
auf fremdem Grund 5.278.753,22 0,00 19.185,83 137.421,50 0,00 5.122.145,89
Kraftwerks- und Erzeugungsanlagen
Andere Anlagen, Betriebs- und
0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Geschäftsausstattung 96.210,47 110.995,82 10,64 249,09 0,00 206.946,56
Gel. Anzahlungen und Anlagen in Bau 2.205.425,89 410.805,71 857.707,02 0,00 1.758.524,58
7.580.389,58 521.801,53 19.196,47 995.377,61 0,00 7.087.617,03
Finanzanlagen
Beteiligungen 260.505,29 0,00 0,00 0,00 0,00 260.505,29
260.505,29 0,00 0,00 0,00 0,00 260.505,29
Summe Bewertungsreserve 13.892.633,96 521.801,53 525.510,21 995.377,61 0,00 12.893.547,67

Beteiligungen per 30. September 2010

1. Beteiligungen der EVN AG im Geschäftsbereich Energie mit einem Anteil von mindestens 20 %

Gesellschaft, Sitz Betei
ligung
%
Wäh
rung
Eigen
kapital
TEUR
Letztes
Jahres
ergebnis
TEUR
Jahres
abschluss
zum
AUSTRIA FERNGAS Gesellschaft m.b.H. in Liqu., Wien 23,75 EUR 2.344 2 31.12.2009
Devoll Hydropower SHA, ("Devoll Hydropower"), Tirana, Albanien 50,00 ALL 6.323 -1.583 31.12.2009
ENERGIEALLIANZ Austria GmbH, ("Energieallianz"), Wien 45,00 EUR 17.219 -2.410 30.09.2010
Energji Ashta SHPK, Tirana, Albanien 50,00 ALL 10.203 227 31.12.2009
EVN Albania SHPK, Tirana, Albanien 100,00 ALL 125 -63 31.12.2009
EVN Bulgaria Electrorazpredelenie AD, ("EVN EP"), Plovdiv, Bulgarien 67,00 BGN 242.114 26.845 31.12.2009
EVN Bulgaria Electrosnabdjavane AD, ("EVN EC"), Plovdiv, Bulgarien 67,00 BGN 33.074 -720 31.12.2009
EVN Bulgaria EAD, ("EVN Bulgaria"), Sofia, Bulgarien 100,00 BGN 901 62 31.12.2009
EVN Bulgaria Toplofikatsia EAD, ("TEZ Plovdiv"), Plovdiv, Bulgarien 100,00 BGN 37.292 -6.630 31.12.2009
EVN Croatia Plin d.o.o, Zagreb, Kroatien 100,00 HRK
EVN Energievertrieb GmbH & Co KG, ("EVN KG"), Maria Enzersdorf 100,00 EUR 40.649 65.648 30.09.2010
EVN Kraftwerks- und Beteiligungsgesellschaft mbH, ("EVN Kraftwerk"),
Maria Enzersdorf 100,00 EUR 70.621 -49 30.09.2010
EVN Liegenschaftsverwaltung Gesellschaft m.b.H., ("EVN LV"),
Maria Enzersdorf 100,00 EUR 101.626 522 30.09.2010
EVN Macedonia AD, ("EVN Macedonia"), Skopje, Mazedonien 90,00 MKD 142.419 -7.010 31.12.2009
EVN Macedonia Holding DOOEL, Skopje, Mazedonien 100,00 MKD -665 -311 31.12.2009
evn naturkraft Erzeugungsgesellschaft m.b.H., ("evn naturkraft"),
Maria Enzersdorf 100,00 EUR 43.340 5.165 30.09.2010
EVN Netz GmbH, ("EVN Netz"), Maria Enzersdorf 100,00 EUR 371.194 49.753 30.09.2010
EVN Trading South East Europe EAD, ("EVN SEE"), Sofia, Bulgarien 100,00 BGN 1.094 405 31.12.2009
EVN Wärme GmbH, ("EVN Wärme"), Maria Enzersdorf 100,00 EUR 77.028 9.827 30.09.2010
e&t Energie Handelsgesellschaft mbH, ("e&t"), Wien 45,00 EUR 5.944 1.315 30.09.2010
Fernwärme St. Pölten GmbH, St. Pölten 49,00 EUR 15.960 863 31.12.2009
IN-ER Erömü Kft., Nagykanizsa, Ungarn 70,00 HUF 1.968 25 31.12.2009
MAKGAS DOOEL, Skopie, Mazedonien 100,00 MKD 1 -1 31.12.2009
NÖKOM NÖ Telekom Service Gesellschaft m.b.H., ("NÖKOM"),
Maria Enzersdorf 50,00 EUR 3.268 -3.606 31.12.2009

2. Andere wichtige Beteiligungen der EVN AG im Energiebereich

Gesellschaft, Sitz Betei
ligung
%
Wäh
rung
Eigen
kapital
TEUR
Letztes
Jahres
ergebnis
TEUR
Jahres
abschluss
zum
EconGas GmbH, ("EconGas"), Wien 16,51 EUR 148.406 62.584 31.12.2009
VERBUND AG, Wien 13,01 EUR 1.837.840 515.184 31.12.2009

3. Beteiligungen der EVN AG in kerngeschäftlichen Bereichen mit einem Anteil von mindestens 20 %

Gesellschaft, Sitz Betei
ligung
%
Wäh
rung
Eigen
kapital
TEUR
Letztes
Jahres
ergebnis
TEUR
Jahres
abschluss
zum
Burgenland Holding Aktiengesellschaft, ("BUHO"), Eisenstadt 73,63 EUR 76.440 6.331 30.09.2010
EVN Finanzmanagement und Vermietungs-GmbH, ("EVN FM"),
Maria Enzersdorf 100,00 EUR 27.786 16.519 30.09.2010
EVN-Pensionskasse Aktiengesellschaft, ("EVN-Pensionskasse),
Maria Enzersdorf 100,00 EUR 3.335 390 31.12.2009
EVN Umweltholding und Betriebs-GmbH, ("EVN Umwelt"),
Maria Enzersdorf 100,00 EUR 138.922 11.129 30.09.2010
evn wasser Gesellschaft m.b.H., ("evn wasser"), Maria Enzersdorf 100,00 EUR 63.325 3.826 30.09.2010
e&i EDV Dienstleistungsgesellschaft m.b.H., Wien 50,00 EUR 184 27 30.09.2010
RAG-Beteiligungs-Aktiengesellschaft, ("RBG"), Maria Enzersdorf 50,03 EUR 397.362 40.094 31.03.2010
Utilitas Dienstleistungs- und Beteiligungs-Gesellschaft m.b.H, ("Utilitas"),
Maria Enzersdorf 100,00 EUR 176.063 7.153 30.09.2010

EVN AG, Maria Enzersdorf Bericht über die Prüfung des Jahresabschlusses zum 30. September 2010 22. November 2010

Bestätigungsvermerk

Bericht zum Jahresabschluss

Wir haben den beigefügten Jahresabschluss der

EVN AG, Maria Enzersdorf,

für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2009 bis zum 30. September 2010 unter Einbeziehung der Buchführung geprüft. Dieser Jahresabschluss umfasst die Bilanz zum 30. September 2010, die Gewinn- und Verlustrechnung für das am 30. September 2010 endende Geschäftsjahr sowie den Anhang.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und die Buchführung

Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind für die Buchführung sowie für die Aufstellung eines Jahresabschlusses verantwortlich, der ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften vermittelt. Diese Verantwortung beinhaltet: Gestaltung, Umsetzung und Aufrechterhaltung eines internen Kontrollsystems, soweit dieses für die Aufstellung des Jahresabschlusses und die Vermittlung eines möglichst getreuen Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft von Bedeutung ist, damit dieser frei von wesentlichen Fehldarstellungen ist, sei es auf Grund von beabsichtigten oder unbeabsichtigten Fehlern; die Auswahl und Anwendung geeigneter Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden; die Vornahme von Schätzungen, die unter Berücksichtigung der gegebenen Rahmenbedingungen angemessen erscheinen.

Verantwortung des Abschlussprüfers und Beschreibung von Art und Umfang der gesetzlichen Abschlussprüfung

Unsere Verantwortung besteht in der Abgabe eines Prüfungsurteils zu diesem Jahresabschluss auf der Grundlage unserer Prüfung. Wir haben unsere Prüfung unter Beachtung der in Österreich geltenden gesetzlichen Vorschriften und Grundsätze ordnungsgemäßer Abschlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern, dass wir die Standesregeln einhalten und die Prüfung so planen und durchführen, dass wir uns mit hinreichender Sicherheit ein Urteil darüber bilden können, ob der Jahresabschluss frei von wesentlichen Fehldarstellungen ist.

Eine Prüfung beinhaltet die Durchführung von Prüfungshandlungen zur Erlangung von Prüfungsnachweisen hinsichtlich der Beträge und sonstigen Angaben im Jahresabschluss. Die Auswahl der Prüfungshandlungen liegt im pflichtgemäßen Ermessen des Abschlussprüfers unter Berücksichtigung seiner Einschätzung des Risikos eines Auftretens wesentlicher Fehldarstellungen, sei es auf Grund von beabsichtigten oder unbeabsichtigten Fehlern. Bei der Vornahme dieser Risikoeinschätzung berücksichtigt der Abschlussprüfer das interne Kontrollsystem, soweit es für die Aufstellung des Jahresabschlusses und die Vermittlung eines möglichst getreuen Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft von Bedeutung ist, um unter Berücksichtigung der Rahmenbedingungen geeignete Prüfungshandlungen festzulegen, nicht jedoch um ein Prüfungsurteil über die Wirksamkeit der internen Kontrollen der Gesellschaft abzugeben. Die Prüfung umfasst ferner die Beurteilung der Angemessenheit der angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden und der von den gesetzlichen Vertretern vorgenommenen wesentlichen Schätzungen sowie eine Würdigung der Gesamtaussage des Jahresabschlusses.

Wir sind der Auffassung, dass wir ausreichende und geeignete Prüfungsnachweise erlangt haben, sodass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unser Prüfungsurteil darstellt.

Prüfungsurteil

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt. Auf Grund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss nach unserer Beurteilung den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 30. September 2010 sowie der Ertragslage der Gesellschaft für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2009 bis zum 30. September 2010 in Übereinstimmung mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung.

Aussagen zum Lagebericht

Der Lagebericht ist auf Grund der gesetzlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Jahresabschluss in Einklang steht und ob die sonstigen Angaben im Lagebericht nicht eine falsche Vorstellung von der Lage der Gesellschaft erwecken. Der Bestätigungsvermerk hat auch eine Aussage darüber zu enthalten, ob der Lagebericht mit dem Jahresabschluss in Einklang steht und ob die Angaben nach § 243a UGB zutreffen.

Der Lagebericht steht nach unserer Beurteilung in Einklang mit dem Jahresabschluss. Die Angaben gemäß § 243a UGB sind zutreffend.

Wien, am 22. November 2010

KPMG Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft

Mag. Rainer Hassler ppa MMag. Angelika Vogler Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüferin

Die Veröffentlichung oder Weitergabe des Jahresabschlusses mit unserem Bestätigungsvermerk darf nur in der von uns bestätigten Fassung erfolgen. Dieser Bestätigungsvermerk bezieht sich ausschließlich auf den deutschsprachigen und vollständigen Jahresabschluss samt Lagebericht. Für abweichende Fassungen sind die Vorschriften des § 281 Abs 2 UGB zu beachten. 28

Anhang

Anhang der EVN AG für das Geschäftsjahr 2009/10

Allgemeines

Der vorliegende Jahresabschluss der EVN AG zum 30. September 2010 wurde in Übereinstimmung mit den Bestimmungen des Unternehmensgesetzbuches erstellt. Der Abschluss wird beim Firmenbuch des Landesgerichtes Wiener Neustadt hinterlegt. Das Unternehmen ist Mutterunternehmen des Konsolidierungskreises der EVN AG.

Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren erstellt.

Im Interesse einer klaren und übersichtlichen Darstellung wurden die Posten des Anlagevermögens in der Bilanz zusammengefasst, die detaillierte Darstellung erfolgt in einer Beilage zum Anhang. Den Erfordernissen eines Energieversorgungsunternehmens entsprechend wurden weitere branchenspezifische Untergliederungen vorgenommen.

Risikoorientiertes Internes Kontrollsystem

Aufgrund von Änderungen im Unternehmensrechtsänderungsgesetz 2008 sind kapitalmarktorientierte Unternehmen nun verpflichtet, die wichtigsten Merkmale des rechnungslegungsbezogenen internen Kontroll- und Risikomanagementsystems im Lagebericht offenzulegen. Gemäß dieser Verpflichtung hat EVN AG ein "Risikoorientiertes Internes Kontrollsystem" (RIKS) etabliert, das auf dem Internen Kontrollsystem aufbaut. Es gewährleistet die Ablaufsicherheit sowie klare Zuständigkeiten und adressiert die entsprechenden Kontrollmaßnahmen. Nach der Implementierung im Geschäftsjahr 2008/09 erfolgt im Berichtsjahr die tatsächliche Anwendung in der EVN AG. Damit wird die Sicherheit in den Abläufen für die Erstellung der Finanzdaten weiter erhöht.

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Allgemeines

Der Jahresabschluss basiert auf den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung und Bilanzierung und folgt der Generalnorm, ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens zu vermitteln.

Bei der Bewertung der Vermögensgegenstände und Schulden wurde von der Fortführung des Unternehmens ausgegangen. Alle Vermögensgegenstände wurden zum Abschlussstichtag einzeln und ohne Willkür bewertet. Dem Vorsichtsprinzip wurde Rechnung getragen, indem insbesondere nur die am Abschlussstichtag verwirklichten Gewinne ausgewiesen und alle erkennbaren Risken und drohenden Verluste berücksichtigt wurden.

Anlagevermögen

Immaterielle Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten, vermindert um lineare, planmäßige Abschreibungen, soweit abnutzbar, und außerplanmäßige Abschreibungen, soweit notwendig, bewertet.

Gegenstände des Sachanlagevermögens werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten, vermindert um lineare, planmäßige Abschreibungen, soweit abnutzbar, und außerplanmäßige Abschreibungen, soweit notwendig, bewertet.

Die Herstellungskosten enthalten Material- und Fertigungseinzelkosten sowie angemessene Teile der Material- und Fertigungsgemeinkosten. Aufwendungen der allgemeinen Verwaltung sowie Fremdkapitalzinsen werden nicht aktiviert. Die der Aktivierung von Eigenleistungen zugrunde liegenden Personalstundensätze berücksichtigen auch Aufwendungen für freiwillige Sozialleistungen, Abfer-

EVN AG, Maria Enzersdorf

tigungen und betriebliche Altersversorgung. Ein Ausscheiden überhöhter Gemeinkosten infolge offenbarer Unterbeschäftigung war nicht erforderlich.

Der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer werden branchenübliche Richtwerte zugrunde gelegt. Die Abschreibungssätze sind nachstehender Tabelle zu entnehmen.

Abschreibungen nach Anlagenkategorien Nutzungsdauer
in Jahren
Planmäßige
Abschreibung
in %
Rechte 4-77 1,3-25
Gebäude 10-50 2-10
Bauliche Anlagen der Kraftwerke 25-50 2-4
Maschinelle und elektrische Einrichtungen 10-33 3-10
andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 3-25 4-33,3

Anteile an verbundenen Unternehmen, Beteiligungen, Ausleihungen und Wertpapiere des Anlagevermögens werden mit den Anschaffungskosten bzw. niedrigeren Börsenkursen respektive den ihnen beizulegenden niedrigeren Werten am Bilanzstichtag angesetzt. Unverzinsliche bzw. niedrig verzinsliche Ausleihungen werden entsprechend diskontiert.

Umlaufvermögen

Die Bewertung der Vorräte erfolgt zu Einstandspreisen gemäß dem gleitenden Durchschnittspreisverfahren oder zu niedrigeren Tages- bzw. Wiederbeschaffungspreisen am Bilanzstichtag. Bestandsrisken, die sich aus der Lagerdauer sowie geminderter Verwendbarkeit ergeben, werden durch angemessene Wertabschläge berücksichtigt.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden mit dem Nennwert bzw. dem niedrigeren Marktwert bilanziert. Längerfristige unverzinsliche bzw. niedrig verzinsliche Forderungen werden entsprechend diskontiert. Für bestehende Ausfallsrisken wird durch Einzelwertberichtigungen bei dubiosen Forderungen vorgesorgt.

Beginnend mit dem Geschäftsjahr 2008/2009 erfolgte erstmalig die Bildung von pauschalen Einzelwertberichtigungen nach Außenstandsdauer.

Wertberichtigungssätze für pauschale Einzelwertberichtigung:

Außenstandsdauer: Wertberichtigungsprozentsatz:
0 – 89 Tage 0 %
90 – 359 Tage 65 %
> = 360 Tage 85 %

Die Wertpapiere des Umlaufvermögens werden mit den Anschaffungskosten bzw. den niedrigeren Börsenkursen respektive den ihnen beizulegenden niedrigeren Werten am Bilanzstichtag bewertet.

Posten des Umlaufvermögens, die auf Fremdwährung lauten, werden mit dem Geldkurs am Bilanzstichtag umgerechnet.

Rückstellungen

Die Bildung der Rückstellungen für Abfertigungen, laufende Pensionen und Anwartschaften auf Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen sowie für Jubiläumsgelder erfolgt gemäß IAS 19 nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected-Unit-Credit-Methode), wobei den Wertansätzen versicherungsmathematische Gutachten über die jeweiligen Deckungskapitalien zugrunde liegen. Die Abfertigungsrückstellungen werden für die gesetzlichen Ansprüche gebildet.

Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risken und ungewissen Verbindlichkeiten in Höhe jenes Betrages, der nach dem Grundsatz der kaufmännischen Vorsicht notwendig ist.

Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten sind mit dem Rückzahlungsbetrag angesetzt. Soweit es sich dabei um wiederkehrende Verpflichtungen handelt, sind sie mit dem Barwert der künftigen Auszahlungen bewertet. Fremdwährungsverbindlichkeiten werden zum Anschaffungswert oder mit dem höheren Devisenbriefkurs des Bilanzstichtages bewertet.

Erläuterungen zur Bilanz

Die Bilanzsumme in Höhe von 3.111.141,5 TEUR liegt um 62.644,8 TEUR bzw. 2,1 % über dem entsprechenden Wert des vorangegangenen Geschäftsjahres.

Aktiva

Anlagevermögen

Das Anlagevermögen zu Nettowerten (Anschaffungswerte abzüglich kumulierter Abschreibungen) ist gegenüber dem Vorjahr um 61.181,7 TEUR bzw. 2,7 % auf 2.322.209,2 TEUR angestiegen.

Immaterielle Vermögensgegenstände

Als immaterielle Vermögensgegenstände werden Strombezugsrechte und sonstige Rechte ausgewiesen. Sie weisen einen Stand von 9.485,2 TEUR (30. September 2009: 10.268,2 TEUR) aus. Die Veränderung in Höhe von insgesamt 783,0 TEUR resultiert aus vorgenommenen linearen, planmäßigen Abschreibungen.

Sachanlagen

Die Investitionen in das Sachanlagevermögen betrugen im Geschäftsjahr insgesamt 6.284,9 TEUR. Die größten Zugänge entfallen auf Kraftwerks- und Erzeugungsanlagen sowie auf die Betriebs- und Geschäftsausstattung. Die Sachanlagen betragen zum Bilanzstichtag 79.024,9 TEUR (30. September 2009: 77.872,9 TEUR).

Der Grundwert der Grundstücke betrug insgesamt 10.591,5 TEUR (30. September 2009: 10.737,0 TEUR).

Zum Bilanzstichtag bestehen keine wesentlichen Verpflichtungen aus der Nutzung von in der Bilanz nicht ausgewiesenen Sachanlagen aufgrund von Miet- und Leasingverträgen.

Finanzanlagen

Der Bilanzwert der Finanzanlagen hat gegenüber dem 30.9.2009 um 60.812,8 TEUR bzw. 2,8 % auf 2.233.699,1 TEUR zugenommen. Diese Entwicklung resultiert vor allem aus Zugängen bei Anteilen an verbundenen Unternehmen sowie aus Beteiligungen. Eine Übersicht über die Höhe des Nominalkapitals, des gesamten Eigenkapitals, des anteiligen Eigenkapitals und des Jahresergebnisses des letzten vorliegenden Jahresabschlusses der verbundenen Unternehmen und Beteiligungen findet sich in den Anlagen.

Die Wertpapiere des Anlagevermögens dienen im Wesentlichen der gesetzlich vorgeschriebenen Deckung der Rückstellungen für Pensionen und pensionsähnlichen Verpflichtungen.

Im Geschäftsjahr wurden im Finanzanlagevermögen mögliche Zuschreibungen in Höhe von 510,1 TEUR (30. September 2009 369,2 TEUR) unterlassen. Daraus resultiert eine zukünftige Steuerbelastung im Ausmaß von 127,5 TEUR (30. September 2009: 92,3 TEUR).

Eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr weist bei den Ausleihungen an verbundene Unternehmen ein Betrag von 73.400,0 TEUR (30. September 2009: 73.400,0 TEUR) sowie bei den sonstigen Ausleihungen ein Betrag von 378,3 TEUR (30. September 2009: 344,7 TEUR) auf.

Umlaufvermögen

Vorräte

Die Vorräte sind um 4.716,7 TEUR bzw. 5,3 % auf 93.022,3 TEUR gestiegen. Die Erhöhung resultiert vorwiegend aus dem Anstieg der Kohlevorräte.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

30. September 2010 30. September 2009
Forderungen
Restlaufzeit Bilanzwert Restlaufzeit Bilanzwert
< 1 Jahr > 1 Jahr < 1 Jahr > 1 Jahr
TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR
Forderungen aus Lieferungen
und Leistungen 25.035,0 64,7 25.099,7 22.473,1 568,1 23.041,2
Forderungen gegenüber
verbundenen Unternehmen 89.518,6 250.000,0 339.518,6 430.161,0 0,0 430.161,0
Forderungen gegenüber
Unternehmen, mit denen ein
Beteiligungsverhältnis besteht 56.493,1 0,0 56.493,1 87.288,3 0,0 87.288,3
Sonstige Forderungen und
Vermögensgegenstände 6.096,0 12,2 6.108,2 4.492,7 22,0 4.514,7
Summe 177.142,7 250.076,9 427.219,6 544.415,1 590,1 545.005,2

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen weisen zum Bilanzstichtag eine Wertberichtigung in Höhe von EUR 249,4 (30. September 2009: 1.412,5 TEUR) aus.

Die Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen resultieren hauptsächlich aus sonstigen Forderungen und Vermögensgegenständen über 296.792,9 TEUR (30. September 2009: 404.235,6 TEUR), welche 250.000,0 TEUR (30. September 2009: 363.523,0 TEUR) Festgeldveranlagungen und 25.940,9 TEUR (30. September 2009: 23.712,4 TEUR) Körperschaftsteuerguthaben aus einem geschlossenen Gruppen- und Steuerausgleichsvertrag beinhalten. Die Forderungen gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, bestehen aus 50.788,3 TEUR (30. September 2009: 77.064,3 TEUR) aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Die verbleibenden Forderungen werden als sonstige Forderungen ausgewiesen.

Die sonstigen Forderungen und Vermögensgegenstände enthalten als wesentliche Positionen Forderungen aus gegebenen Anzahlungen über 5.773,0 TEUR (30. September 2009: 1.159,5 TEUR) und aus Zinsabgrenzungen über 162,3 TEUR (30. September 2009: 375,6 TEUR).

In den sonstigen Forderungen sind Erträge von 203,4 TEUR (30. September 2009: 1.936,5 TEUR) enthalten, die erst nach dem Bilanzstichtag zahlungswirksam werden.

Wertpapiere des Umlaufvermögens

Die Wertpapiere des Umlaufvermögens haben sich um 135.859,6 TEUR bzw. 153,0 % auf 224.666,3 TEUR erhöht.

In der 79. Hauptversammlung der EVN AG vom 17. Jänner 2008 wurde der Vorstand ermächtigt, eigene Anteile im Ausmaß von maximal 10 % des derzeitigen Grundkapitals rückzukaufen. Dieser hatte beschlossen, von dieser Ermächtigung zum Rückkauf eigener Aktien Gebrauch zu machen. Beabsichtigt war, ein Volumen von bis zu 1.000.000 Stück Aktien – dies entspricht bis zu 0,612 % des derzeitigen Grundkapitals rückzukaufen. Zum Bilanzstichtag werden 467.328 (30. September 2009: 534.864) Stück eigene Anteile mit einem Gesamtwert von 5.350,9 TEUR (30. September 2009: 7.316,9 TEUR) in den Wertpapieren des Umlaufvermögens ausgewiesen. Im Geschäftsjahr 2009/10 wurden 67.536 Stück eigene Aktien an Mitarbeiter übertragen.

Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten

Der Kassenbestand beträgt zum Bilanzstichtag 34,2 TEUR (30. September 2009: 20,2 TEUR).

Zum 30.September 2010 beträgt das Guthaben bei Kreditinstituten 25.470,0 TEUR (30. September 2009: 36.704,6 TEUR).

Aktive Rechnungsabgrenzungsposten

Die aktiven Rechnungsabgrenzungsposten enthalten mit 6.842,7 TEUR (30. September 2009: 7.874,2 TEUR) Anleihekostenabgrenzungen, mit 5.607,6 TEUR (30. September 2009: 6.264,0 TEUR) Abgrenzungen aus der Lohn- und Gehaltsverrechnung, mit 5.397,8 TEUR (30. September 2009: 4.889,1 TEUR) Abgrenzungen aus Finanztransaktionen und mit 671,9 TEUR (30. September 2009: 1.043,1 TEUR) sonstige Aufwandsabgrenzungen.

Passiva

Eigenkapital

Grundkapital

Das Grundkapital der Gesellschaft betrug zum 30. September 2010 wie im Vorjahr EUR 300.000.000,00 und ist in 163.525.820 auf Inhaber lautende nennbetragslose Stückaktien aufgeteilt.

Der Vorstand der EVN AG hat mit Zustimmung des Aufsichtsrates eine Kapitalerhöhung aus dem im Rahmen der 81. Hauptversammlung am 21.1.2010 genehmigten Kapital durch die Ausgabe von 16.352.582 neuen Stückaktien beschlossen.

Mit der Durchführung der Kapitalerhöhung wird das Grundkapital von derzeit EUR 300.000.000 um 10 % auf EUR 330.000.000 erhöht werden. Das Bezugsverhältnis entspricht 10:1, d.h. es kann für 10 alte Aktien 1 neue Aktie bezogen werden. Der Bezugspreis beträgt 11,00 EUR je Aktie und die Bezugsfrist für die neuen Aktien lief vom 29. Oktober 2010 bis zum 12. November 2010.

Rücklagen

Kapitalrücklagen

Die gebundene Kapitalrücklage enthält ausschließlich Agio-Beträge aus Kapitalerhöhungen.

Als nicht gebundene Kapitalrücklage wird der aus der im Jahr 1986 erfolgten Fusion der NIOGAS Niederösterreichische Gaswirtschafts-Aktiengesellschaft mit der NEWAG Niederösterreichische Elektrizitätswerke Aktiengesellschaft zur NEWAG NIOGAS Aktiengesellschaft, nunmehr EVN AG, entstandene Verschmelzungsmehrwert ausgewiesen.

Gewinnrücklagen

Im Posten "gesetzliche Rücklage" wird der in Vorjahren aus dem Jahresüberschuss dotierte Teil der gebundenen Rücklage gemäß § 229 Abs 6 UGB ausgewiesen.

Die gebundenen Kapital- und Gewinnrücklagen betragen zusammen 59.274,5 TEUR (30. September 2009: 59.274,5 TEUR) und übersteigen damit den erforderlichen zehnten Teil des Nennkapitals.

Die anderen, freien Gewinnrücklagen betragen 1.022.015,4 TEUR (30. September 2009: 933.799,3 TEUR).

Rücklage für eigene Anteile

Gemäß § 225 Abs 5 UGB wurde für die zum Stichtag 30. September 2010 im Bestand der EVN AG befindlichen eigenen Anteile eine Rücklage durch Umwidmung freier Gewinnrücklagen gebildet. Analog zu den eigenen Anteilen im Umlaufvermögen weist diese Rücklage für eigene Anteile zum Bilanzstichtag einen Stand von 5.350,9 TEUR (30. September 2009: 7.316,9 TEUR) aus.

Unversteuerte Rücklagen

Die Zusammensetzung der unversteuerten Rücklagen sowie deren Entwicklung im Geschäftsjahr 2009/10 ist aus der Anlage 3 zum Anhang ersichtlich.

Rückstellungen

Bei der Bewertung der Rückstellungen für Abfertigungen sowie für Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen wurde nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected-Unit-Credit-Method) mit einem Rechnungszinssatz von 4,75 % (Vorjahr: 5,50 %) sowie mit einer Erhöhung der Gehälter bzw. der flüssigen Pensionen von 2,50 % (Vorjahr: 2,50 %) im nächsten Jahr und einer jährlichen Erhöhung von 3,00 % (Vorjahr: 3,00 %) in den Folgejahren gerechnet.

Aufgrund der Anwendung der Korridormethode gemäß IAS 19 sind bei den Abfertigungsverpflichtungen nicht realisierte versicherungsmathematische Verluste in Höhe von -2.513,2 TEUR (30. September 2009: Gewinne in Höhe von 86,3 TEUR), bei den Pensionsverpflichtungen nicht realisierte versicherungsmathematische Verluste in Höhe von -5.477,2 TEUR (30. September 2009: -2.057,6 TEUR) sowie bei den Deputatsverpflichtungen nicht realisierte versicherungsmathematische Verluste in Höhe von -332,4 TEUR (30. September 2009: -161,6 TEUR) angefallen.

Bei der Bewertung der Rückstellung für Jubiläumsgeldverpflichtungen wurden dieselben Parameter wie bei den Berechnungen der Rückstellungen für Abfertigungs- und Pensionsverpflichtungen angewandt.

Die Gesellschaft befindet sich beginnend mit dem Wirtschaftsjahr 2005/06 in einer Unternehmensgruppe gemäß § 9 KStG mit der NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH als Gruppenträger, mit der auch im Oktober 2005 ein Gruppen- und Steuerausgleichsvertrag geschlossen wurde. Demzufolge wird die errechnete Körperschaftsteuernachzahlung als Verbindlichkeit gegenüber verbundenen Unternehmen ausgewiesen. Die Gesellschaft hat vom Wahlrecht gemäß § 198 Abs 10 UGB Gebrauch gemacht und aktive Steuerabgrenzungen in Höhe von 22.537,7 TEUR (30. September 2009: 22.288,4 TEUR) nicht angesetzt.

In den sonstigen Rückstellungen ist unter anderem für Kooperationsvereinbarungen mit 39.750,0 TEUR (30. September 2009: 40.080,0 TEUR), für Umwelt- und Altlastenrisken sowie Sonstige Verpflichtungsrisken mit 27.414,6 TEUR (30. September 2009: 25.624,4 TEUR), für Drohverluste mit 31.074,8 TEUR (30. September 2009: 12.302,9 TEUR), für künftige Jubiläumsgelder, offene Urlaube und sonstige Personalverpflichtungen mit insgesamt 25.077,4 TEUR, (30. September 2009: 22.894,1 TEUR), für Energieabgrenzungen mit 18.664,2 TEUR (30. September 2009: 13.577,7 TEUR), für ausstehende Eingangsrechnungen mit 11.482,7 TEUR (30. September 2009: 12.291,0 TEUR) sowie für andere sonstige Verpflichtungen mit 20.231,6 TEUR (30. September 2009: 33.782,7 TEUR) vorgesorgt.

Verbindlichkeiten

30. September 2010
Restlaufzeit
< 1 Jahr 1-5 Jahre > 5 Jahre
TEUR TEUR TEUR TEUR
Anleihen 0,0 253.388,4 307.870,6 561.259,0
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 170.800,0 70.000,0 0,0 240.800,0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 8.930,4 0,0 0,0 8.930,4
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen
Unternehmen 152.959,0 267.850,0 1.900,0 422.709,0
Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit
denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 31.162,4 0,0 0,0 31.162,4
Sonstige Verbindlichkeiten 14.282,0 51,9 0,0 14.333,9
Summe 378.133,8 591.290,3 309.770,6 1.279.194,7
30. September 2009
Bilanzwert
< 1 Jahr 1-5 Jahre > 5 Jahre
TEUR TEUR TEUR TEUR
Anleihen 0,0 253.388,4 307.870,6 561.259,0
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 30.372,6 240.800,0 0,0 271.172,6
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 17.476,8 0,0 0,0 17.476,8
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen
Unternehmen 136.043,6 269.750,0 0,0 405.793,6
Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit
denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 50.846,6 0,0 0,0 50.846,6
Sonstige Verbindlichkeiten 19.362,4 0,0 0,0 19.362,4
Summe 254.102,0 763.938,4 307.870,6 1.325.911,0

Die Anleiheverbindlichkeiten setzen sich folgendermaßen zusammen:

Anleihen Nominale Buchwert in TEUR Buchwert in TEUR
30.9.2010 30.9.2009
5,2 % JPY-Anleihe 1994-2014 8 Mrd JPY 84.263,7 84.263,7
3,13 % JPY-Anleihe 2009-2024 12 Mrd JPY 99.370,7 99.370,7
3,625 % CHF-Anleihe 2009-2014 250 Mio CHF 169.124,6 169.124,6
5 % EUR-Anleihe 2009-2016 28,5 Mio EUR 28.500,0 28.500,0
5,25 % EUR-Anleihe 2009-2019 30 Mio EUR 30.000,0 30.000,0
5,25 % EUR-Anleihe 2009-2017 150 Mio EUR 150.000,0 150.000,0
GESAMT 561.259,0 561.259,0

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten haben sich gegenüber dem 30. September 2009 um 30.372,6 TEUR auf 240.800,0 TEUR verringert. Bis auf einen Betrag in Höhe von 70.000,0 TEUR (30. September 2009: 240.800,0 TEUR) beträgt die Restlaufzeit dieses Postens unter einem Jahr.

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen haben sich gegenüber dem vorangegangenen Geschäftsjahr um 8.546,4 TEUR auf 8.930,4 TEUR reduziert und weisen Restlaufzeiten von bis zu einem Jahr auf.

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen bestehen aus Finanzverbindlichkeiten in Höhe von 302.450,0 TEUR (30. September 2009: 280.778,5 TEUR), aus sonstigen Verbindlichkeiten in Höhe von 101.955,1 TEUR (30. September 2009: 114.402,2 TEUR) und aus Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 18.303,9 TEUR (30. September 2009: 10.612,9 TEUR). Die Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, resultieren in Höhe von 23.113,5 TEUR (30. September 2009: 47.498,8 TEUR) aus sonstigen Verbindlichkeiten und in Höhe von 8.048,9 TEUR (30. September 2009: 3.347,8 TEUR) aus Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen.

EVN AG, Maria Enzersdorf

Die Restlaufzeit der Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen beträgt bis auf einen Betrag in Höhe von 269.750,0 TEUR (30. September 2009: 269.750,0 TEUR) unter einem Jahr. Die Restlaufzeit der Verbindlichkeiten gegenüber beteiligten Unternehmen beträgt nicht mehr als ein Jahr.

Die sonstigen Verbindlichkeiten sind gegenüber dem 30. September 2009 um 4.860,9 TEUR auf 14.333,9 TEUR gesunken. Sie enthalten im Wesentlichen die in der Bilanz gesondert angeführten Abgrenzungen aus Finanzgeschäften in Höhe von 9.024,5 TEUR (30. September 2009: 8.403,5 TEUR) sowie Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit in Höhe von 4.595,4 TEUR (30. September 2009: 6.107,1 TEUR). Von den sonstigen Verbindlichkeiten hat ein Betrag von 14.282,0 TEUR eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr (30. September 2009: 19.362,4 TEUR)

In den sonstigen Verbindlichkeiten sind Aufwendungen in Höhe von 13.000,8 TEUR (30. September 2009: 11.420,6 TEUR) enthalten, die erst nach dem Bilanzstichtag zahlungswirksam werden.

Rechnungsabgrenzungsposten

In den Rechnungsabgrenzungsposten werden im Wesentlichen passivierte Baukostenzuschüsse in Höhe von 41.838,5 TEUR (30. September 2009: 42.864,9 TEUR), abgegrenzte Erträge aus Finanzgeschäften in Höhe von 5.888,6 TEUR (30. September 2009: 9.107,7 TEUR) und Erlösabgrenzungen für noch nicht abrechenbare Leistungen in Höhe von 2.077,7 TEUR (30. September 2009: 1.450,1 TEUR) ausgewiesen.

Verbindlichkeiten aus Garantien sowie sonstigen vertraglichen Haftungsverhältnissen

Die hierunter ausgewiesenen Eventualverbindlichkeiten entfallen auf Fertigstellungsgarantien bzw. Einzahlungsverpflichtungen gegenüber verbundenen Unternehmen sowie auf übernommene Haftungen gegenüber Banken für Kundenkredite.

Für das im Eigentum der VERBUND-Austrian Hydro Power AG (vormals "Donaukraft") stehende Kraftwerk Freudenau wurden in Vorjahren Refinanzierungstransaktionen abgeschlossen. Bei diesen Transaktionen hat sich die EVN AG verpflichtet, in bestimmten Verzugs- und Verlustfällen an die Österreichische Elektrizitätswirtschafts-Aktiengesellschaft (Verbund) Kostenersatz zu leisten.

Für die im Auftrag der EVN AG getätigten Geschäfte der e&t Energie Handelsgesellschaft m.b.H., für den Eigenhandel sowie die Beschaffung von Elektrizität wurden gegenüber den Handelspartnern Patronatserklärungen erteilt. Die Eventualverbindlichkeiten hierfür werden beginnend mit dem Geschäftsjahr 2008/09 nunmehr nicht mehr in Höhe des Nominalvolumens, sondern in Höhe des tatsächlichen Risikos für die EVN AG angesetzt. Dieses Risiko bemisst sich an Veränderungen zwischen vereinbartem Preis und aktuellem Marktpreis, wobei sich bei Beschaffungsgeschäften ein Risiko nur bei gesunkenen Marktpreisen und bei Absatzgeschäften ein Risiko nur bei gestiegenen Marktpreisen ergibt. Dementsprechend kann sich das Risiko aufgrund von Marktpreisänderungen nach dem Stichtag entsprechend verändern. Aus dieser Risikobewertung resultiert per 30. September 2010 eine Eventualverbindlichkeit in Höhe von 15.908,3 TEUR. Das dieser Bewertung zugrundeliegende Nominalvolumen der Garantien betrug 379.500,0 TEUR. Zum 31. Oktober betrug das Risiko betreffend Marktpreisänderungen 30.650,2 TEUR bei einem zugrundeliegenden Nominalvolumen von 387.500,0 TEUR.

Mit der NÖKOM NÖ Telekom Service Gesellschaft m.b.H., Wien, existieren langfristige Nutzungsverträge über die Bereitstellung von Lichtwellenleitern.

Beziehungen zu verbundenen Unternehmen

Die Gesellschaft befindet sich beginnend mit dem Wirtschaftsjahr 2005/06 in einer Unternehmensgruppe gemäß § 9 KStG mit der NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH als Gruppenträger, mit der auch im Oktober 2005 ein Gruppen- und Steuerausgleichsvertrag geschlossen wurde. Weiters wurden von der EVN AG die evn wasser GmbH, die EVN Netz GmbH, die EVN Finanzmanagement und Vermietungs-GmbH, die EVN Finanzservice GmbH, die EVN Wärme GmbH sowie die evn naturkraft Erzeugungsgesellschaft mbH in diese Unternehmensgruppe einbezogen. Mit evn wasser GmbH wurde der bestehende Ergebnisabführungsvertrag fortgesetzt. Mit den übrigen Gruppenmitgliedern wurde eine Gruppen- und Steuerumlagevereinbarung abgeschlossen.

Angaben zu Finanzinstrumenten

Die Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze sind beim jeweiligen Bilanzposten angeführt. Käufe und Verkäufe von Finanzinstrumenten werden zum Settlement-Stichtag gebucht.

Langfristige Veranlagungen dienen dem Aufbau des für das Sozialkapital erforderlichen Deckungsstocks und erfolgen im Rahmen von extern verwalteten Investmentfonds.

Das Kreditrisiko von Forderungen entspricht den in der Bilanz ausgewiesenen, um vorgenommene Wertberichtigungen reduzierten Wertansätzen.

Derivative Finanzinstrumente dienen in erster Linie der Absicherung des Unternehmens gegen Liquiditäts-, Wechselkurs- und Zinsänderungsrisken. Strategisches Ziel ist die Kontinuität des Finanzergebnisses. Darüber hinaus werden vereinzelt Möglichkeiten genutzt, die ein höheres Risiko enthalten und einen höheren Ertrag versprechen.

Währungsrisken erwachsen dem Unternehmen primär durch die begebenen Anleihen in JPY und CHF. Diese werden größtenteils mit derivativen Finanzinstrumenten abgesichert. Zur Minimierung der Zinsrisken wird generell ein Mix aus fest und variabel verzinsten Finanzverbindlichkeiten angestrebt. Die kurzfristige Steuerung der Zinsbindungsdauer erfolgt über derivative Finanzinstrumente.

Alle Finanzinstrumente werden sofort nach Abschluss in einem Risikomanagementsystem erfasst. Dies ermöglicht einen tagesaktuellen Überblick über alle wesentlichen Risikokennzahlen. Für das Risiko-Controlling besteht zudem eine eigene Stabsstelle, die laufend Risikoanalysen basierend auf der Value-at-Risk-Methode erstellt.

Die Nominalwerte sind die unsaldierten Summen der zu den jeweiligen Finanzderivaten gehörenden Einzelpositionen zum Bilanzstichtag. Sie entsprechen zwar den zwischen den Vertragspartnern vereinbarten Beträgen, sind jedoch kein Maßstab für das Risiko des Unternehmens aus dem Einsatz dieser Finanzinstrumente. Das Risikopotenzial umfasst insbesondere Schwankungen der zugrunde liegenden Marktparameter sowie das Kreditrisiko der Vertragspartner.

Derivative Finanzinstrumente
Nominalwert in Mio EUR Marktwert in Mio EUR
30.09.2010 30.9.2009 30.09.2010 30.9.2009
Währungsswaps
Mio CHF (unter 5 Jahre) 250,0 250,0 18,7 -4,9
Mio JPY (unter 5 Jahre) 8.000,0 8.000,0 7,7 -4,3
Mio JPY (über 5 Jahre) 12.000,0 12.000,0 6,1 -15,4
Mio USD (unter 5 Jahre) 10,0 10,0 0,2 0,8
Mio USD (über 5 Jahre) 3,0 3,0 0,2 0,4
Zinsswaps
Mio EUR (unter 1 Jahr) 240,0 0,0 5,0 0,0
Mio EUR (unter 5 Jahre) 205,0 445,0 5,0 17,3
Swaps Energiebereich
Käufe (Gas, Kohle, Öl) 62,8 60,5 2,1 -2,8
Caps
Mio EUR (unter 5 Jahre) 105,0 105,0 0,0 0,1

Für derivative Finanzinstrumente werden die Nominalwerte sowie die aktuellen Marktwerte (Fair Value) angegeben.

Die Währungsswaps dienen der Absicherung der JPY-Anleihe und der CHF-Anleihe sowie von Wertpapieren des Umlaufvermögens in USD.

Die Zinsswaps dienen im Wesentlichen der Absicherung der Marktwerte bei der begebenen EUR-Anleihe.

Die cap-Vereinbarungen dienen der Absicherung der durch den EUR Zinsswap anfallenden variablen Zinszahlungen für die 5,25% EUR-Anleihe 2001-11.

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Umsatzerlöse und betriebliche Erträge

Die Umsatzerlöse verringerten sich gegenüber dem Vorjahr um 5,7 % auf 440.438,4 TEUR und setzen sich aus Stromerlösen in Höhe von 233.103,9 TEUR (30. September 2009: 276.803,8 TEUR), aus Gaserlösen in Höhe von 47.956,3 TEUR (30. September 2009: 35.817,1 TEUR), aus Wärmeerlösen in Höhe von 12.694,6 TEUR (30. September 2009: 7.971,7 TEUR) und aus anderen betrieblichen Umsatzerlösen in Höhe von 146.683,5 TEUR (30. September 2009: 146.392,6 TEUR) zusammen. Die anderen betrieblichen Umsatzerlöse resultieren im Wesentlichen aus Kundenaufträgen, aus Leistungsverrechnungen an verbundene Unternehmen und an Beteiligungsunternehmen, aus Benützungsentgelten im Zusammenhang mit der Bereitstellung von Datenleitungen sowie aus Lichtserviceprojekten.

In den übrigen sonstigen betrieblichen Erträgen sind mit 2.137,4 TEUR (30. September 2009: 1.387,4 TEUR) die Auflösung von Baukostenzuschüssen, mit 461,1 TEUR (30. September 2009: 354,1 TEUR) diverse Mieterträge, mit 433,0 TEUR (30. September 2009: 25.385,0 TEUR) die Auflösung von nicht mehr benötigen Rückstellungen für Altlasten und für Beratungskosten und mit 416,5 TEUR (30. September 2009: 1.100,1 TEUR) Schadensvergütungen enthalten.

Aufwendungen für Material und sonstige bezogene Herstellungsleistungen

Die Aufwendungen für Fremdstrombezug und Energieträger, Materialaufwand sowie bezogene Leistungen sind gegenüber dem Vorjahr um 316,0 TEUR bzw. 0,1 % auf 337.878,0 TEUR gesunken.

Personalaufwand

In den Aufwendungen für Abfertigungen und Leistungen an betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen sind Beiträge an betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen in Höhe von 166,4 TEUR (30. September 2009: 128,1 TEUR) enthalten.

Die Rückstellungen für Abfertigungen, für Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen sowie für Jubiläumsgelder wurden zum Bilanzstichtag nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected-Unit-Credit-Method) gemäß IAS 19 berechnet.

Abschreibungen

Die Abschreibungen auf immaterielle Gegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen weisen einen Betrag in Höhe von 5.383,3 TEUR (30. September 2009: 4.033,4 TEUR) aus.

Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die übrigen sonstigen betrieblichen Aufwendungen ergeben sich vorwiegend aus Rechts- und Beratungsaufwendungen in Höhe von 9.185,4 TEUR (30. September 2009: 11.738,5 TEUR), aus Verrechnungen an verbundene Unternehmen in Höhe von 6.610,4 TEUR (30. September 2009: 7.548,6 TEUR), aus Werbeaufwendungen in Höhe von 5.431,7 TEUR (30. September 2009: 6.274,8 TEUR), aus Versicherungsaufwendungen in Höhe von 2.384,6 TEUR (30. September 2009: 2.997,5 TEUR) sowie aus Umweltschutzaufwendungen 2.200,0 TEUR (30. September 2009: 0,0 TEUR).

Die Angabe der auf das Geschäftsjahr entfallenden Aufwendungen für den Abschlussprüfer gemäß § 237 Abs. 14 UGB unterbleibt, da eine derartige Information im Konzernabschluss der EVN AG enthalten ist.

Finanzergebnis

Die Beteiligungserträge in Höhe von 212.862,2 TEUR (30. September 2009: 160.734,2 TEUR) resultieren im Wesentlichen aus Ausschüttungen der EVN Energievertrieb GmbH & Co KG, Maria Enzersdorf, der RAG-Beteiligungs-AG, Maria Enzersdorf, der Österreichischen Elektrizitätswirtschafts-AG (Verbundgesellschaft), Wien, der EVN Finanzmanagement- und Vermietungs-GmbH, Maria Enzersdorf, der EconGas GmbH, Wien, der UTILITAS Dienstleistungs- und Beteiligungs- Gesellschaft m.b.H., Maria Enzersdorf, der evn naturkraft Erzeugungsgesellschaft mbH, Maria Enzersdorf, der EVN Umwelt-holding und Betriebs-GmbH, Maria Enzersdorf, der EVN Wärme GmbH, Maria Enzersdorf, der evn wasser Gesellschaft m.b.H., Maria Enzersdorf, der EVN Netz GmbH, Maria Enzersdorf sowie der Burgenland Holding Aktiengesellschaft, Eisenstadt. Aufgrund von Ergebnisabführungsverträgen sind in den Beteiligungserträgen Erträge aus Gewinngemeinschaften in Höhe von 19.689,6 TEUR (30. September 2009: 13.496,7 TEUR) enthalten.

Steuern vom Einkommen

Für das abgelaufene Geschäftsjahr 2009/10 wird unter der Position Steuern vom Einkommen ein Steueraufwand in Höhe von 3.822,8 TEUR (30. September 2009: 22.316,3 TEUR) ausgewiesen. Die Veränderung der unversteuerten Rücklagen führte zu einer Erhöhung der Steuern vom Einkommen und vom Ertrag um 249,8 TEUR (30. September 2009: Verringerung 443,2 TEUR).

Bilanzgewinn

Unter Berücksichtigung der Veränderung der unversteuerten Rücklagen sowie des Gewinnvortrags aus dem vorangegangenen Geschäftsjahr in Höhe von 100,4 TEUR schließt das Geschäftsjahr zum 30. September 2010 nach der Zuführung zur freien Rücklage mit einem Bilanzgewinn von 71.984,9 TEUR (30. September 2009: 60.407,1 TEUR).

Angaben über Organe und Arbeitnehmer

Die durchschnittliche Zahl der Arbeitnehmer (ausschließlich Angestellte) während des Geschäftsjahres betrug 670 (Vorjahr: 617). Der Stand am Bilanzstichtag betrug 671 (Vorjahr: 623) Angestellte.

Die Gesamtbezüge der aktiven Vorstandsmitglieder betrugen im Geschäftsjahr 1.295,3 TEUR (30. September 2009: 1.280,9 TEUR), an ehemalige Vorstandsmitglieder bzw. deren Hinterbliebene wurden 1.006,2 TEUR (30. September 2009: 984,2 TEUR) bezahlt.

Für Abfertigungen und Pensionen ergibt sich für Vorstand und leitende Angestellte ein Mehraufwand in Höhe von 4.206,4 TEUR (30. September 2009: Minderaufwand 515,5 TEUR), für die übrigen Arbeitnehmer ein Mehraufwand von 7.701,4 TEUR (30. September 2009: 10.670,3 TEUR).

Die Aufsichtsratsvergütungen betrugen im Berichtsjahr 127,0 TEUR (30. September 2009: 137,5 TEUR).

An den Beirat für Umwelt und soziale Verantwortung wurden im Berichtszeitraum Vergütungen in Höhe von 75,7 TEUR (30. September 2009: 74,9 TEUR) ausbezahlt.

Gewinnverwendungsvorschlag

Der Vorstand schlägt vor, unter Berücksichtigung der eigenen Anteile in Höhe von 467.328 Stück, aus dem Bilanzgewinn in Höhe von 71.984,9 TEUR einen Betrag in Höhe von 71.764,4 TEUR, das entspricht einer Dividende von 0,40 EUR je Aktie, auszuschütten und den verbleibenden Betrag auf neue Rechnung vorzutragen.

Organe der Gesellschaft

Aufsichtsrat:

Präsident: Kommerzialrat Dr. Rudolf Gruber

Vizepräsidenten: Ökonomierat Dipl.-Ing. Stefan Schenker Gerhard Posset

Mitglieder: Generaldirektor Dr. Norbert Griesmayr Univ.-Prof. Dr. Gottfried Holzer Kommerzialrat Direktor Dieter Lutz Hofrat Dr. Reinhard Meißl Bürgermeister Bernhard Müller Wolfgang Peterl Bürgermeister LAbg. Martin Schuster Mag. Willi Stiowicek

Arbeitnehmervertreter: Zentralbetriebsratsvorsitzender Vizepräsident Franz Hemm Zentralbetriebsratsvorsitzender Ing. Paul Hofer Ing. Otto Mayer Franz Ziegelwagner

Mag. Michaela Steinacker Generaldirektor Dipl.-oec. Hans-Peter Villis

stv. Zentralbetriebsratsvorsitzender Kammerrat Manfred Weinrichter stv. Zentralbetriebsratsvorsitzender Leopold Buchner Helmut Peter

Vorstand: Generaldirektor Dr. Burkhard Hofer Vorstandsdirektor Dipl.-Ing. Dr. Peter Layr Vorstandsdirektor Dipl.-Ing. Herbert Pöttschacher

Maria Enzersdorf, am 22. November 2010

Der Vorstand

Dr. Burkhard Hofer eh. Dipl.-Ing. Dr. Peter Layr eh. Dipl.-Ing. Herbert Pöttschacher eh.

Erklärung des Vorstands gemäß § 82 Abs. 4 Z 3 BörseG

Der Vorstand der EVN AG bestätigt nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte Konzernabschluss ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt, dass der Konzernlagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des Konzerns so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns entsteht, und dass der Konzernlagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen der Konzern ausgesetzt ist.

Der Vorstand der EVN AG bestätigt nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte Jahresabschluss des Mutterunternehmens ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens vermittelt, dass der Lagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des Unternehmens so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage entsteht, und dass der Lagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen das Unternehmen ausgesetzt ist.

Maria Enzersdorf, am 22. November 2010 EVN AG Der Vorstand

Generaldirektor Dr. Burkhard Hofer Dipl.-Ing. Dr. Peter Layr Dipl.-Ing. Herbert Pöttschacher Sprecher des Vorstands Mitglied des Vorstands Mitglied des Vorstands