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EUWAX AG Management Reports 2011

May 16, 2011

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Management Reports

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EUWAX Aktiengesellschaft

Stuttgart

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2010 bis zum 31.12.2010

Anlage 6

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2010

der EUWAX Aktiengesellschaft, Stuttgart

WIRTSCHAFTLICHES UMFELD

WETTBEWERB UND MARKTSTELLUNG

GESCHÄFTSVERLAUF

Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage

Geschäftsverlauf nach Handelsbereichen (QLP-Services)

BESCHÄFTIGTE

STRATEGIE

RISIKOBERICHT

PROGNOSEBERICHT

SONSTIGE ANGABEN

NACHTRAGSBERICHT

WIRTSCHAFTLICHES UMFELD

Das Jahr 2010 war geprägt von einem starken Unterschied der wirtschaftlichen Entwicklung der verschiedenen Regionen und Länder. Der Großteil der Emerging Markets hat sich bereits weitgehend von den Rückschlägen der Finanzkrise erholt. Insbesondere China hat erneut seine Bedeutung für die Weltwirtschaft unter Beweis gestellt. Die USA hingegen befinden sich anhaltend in einer kritischen Lage, bedingt durch einen weiterhin angeschlagenen Immobilienmarkt, den schwachen US-Arbeitsmarkt sowie eine schwindende Binnennachfrage. Die Verschuldung der USA erreichte ein neues Rekordniveau. Die US-Notenbank begegnete den Herausforderungen mit weiteren expansiven Maßnahmen. Der Ankauf von Wertpapieren im Wert von Hunderten Milliarden Euro durch die Notenbank flutete die Kapitalmärkte mit weiterer Liquidität. Zielsetzung der Maßnahmen war neben der Stabilisierung des Finanzsektors die Ankurbelung der Wirtschaft.

Auch in Europa zeigten sich erhebliche Unterschiede zwischen den wirtschaftlich starken von Deutschland geprägten Kern- und den teilweise angeschlagenen Peripherieländern. Die griechische Finanzkrise spitzte sich Anfang 2010 weiter zu und führte dazu, dass die EU-Länder einen für die europäische Geschichte beispiellosen Rettungsschirm installierten. Im weiteren Verlauf des Jahres kamen auch andere Euro-Länder, insbesondere Irland aber auch Portugal, Spanien und Italien unter Druck.

Die deutsche Wirtschaft hingegen entwickelte sich 2010 sehr gut, was sich an diversen Indikatoren ablesen lässt. Das Geschäftklima hat sich deutlich verbessert und befindet sich seit Mitte des Jahres im stark expansiven Bereich. Der Ausblick ist weiterhin positiv, wenn auch eine Abschwächung des Wirtschaftswachstums erwartet wird. Haupttreiber ist eine immer noch hohe Exportquote, zusätzlich steigt auch die Binnennachfrage, welche unter anderem durch eine geringe Arbeitslosenquote auf dem niedrigsten Wert seit Anfang der 90er Jahre gestützt wird.

Die Unterschiede zwischen den Wirtschaftsregionen reflektierten auch an den Kapitalmärkten die Wachstumsdifferenzen. Die US-amerikanischen Indizes haben bis zur Jahresmitte starke Rückschläge erlitten, das Jahr am Ende jedoch positiv abgeschlossen. Der Euro Stoxx als Indikator für Europa spiegelte die europäische Schuldenkrise wider und musste noch stärkere Abschläge hinnehmen, von denen er sich bis Jahresende nicht vollständig erholen konnte.

Auch der deutsche Leitindex DAX hat 2010 einen wechselhaften, im Endeffekt jedoch sehr positiven Verlauf beschrieben. In den ersten beiden Quartalen wechselte die Marktstimmung in Deutschland zwischen fundamental basiertem Optimismus und von Schuldenkrisen sowie US-Wachstumsschwäche ausgelösten Korrekturen. Im dritten Quartal erfolgte ein Ausbruch aus der vorangegangenen Seitwärtsbewegung. Die Marke von 6.400 Punkten wurde erst Mitte Oktober durchbrochen, danach erfolgte ein rasanter Anstieg bis auf über 7.000 Punkte Ende Dezember. Der DAX erreichte damit den höchsten Stand seit Mitte 2008 und war einer der Outperformer unter den globalen Aktienindizes.

Im Jahr 2010 sind deutschlandweit insgesamt 55,2 Mrd. € an verbrieften Derivaten börslich umgesetzt worden. Dies stellt einen Anstieg von 8% zu 2009 dar. Hebelprodukte machten einen größeren Anteil aus als in den Jahren 2007 und 2008. Auch die Anzahl an Kundenorders hat leicht zugenommen, so dass die durchschnittliche Ordergröße ähnlich hoch wie 2009 lag. Der Trend zu abnehmenden Ordergrößen scheint derzeit gestoppt, insbesondere bei Anlageprodukten zeigt sich eine starke Zunahme. Spitzenmonat für Umsätze und Kundenorders war der Mai, sicherlich bedingt durch die hohe Volatilität u.a. aufgrund des Flash Crashs in den USA.

2010 stand Deutschland im Zeichen des Aufschwungs. Derzeit sprechen viele Faktoren für eine weitere positive Fortsetzung. Die Börse Stuttgart beobachtet die Entwicklungen aufmerksam und wird auch in Zukunft die etablierten Geschäftsfelder weiter stärken sowie für neue Trends offen sein. Aufgrund unserer in der Vergangenheit unter Beweis gestellten Innovationskraft blicken wir zuversichtlich in das Geschäftsjahr 2011.

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WETTBEWERB UND MARKTSTELLUNG

Auch 2010 haben sich die Trends der letzten Jahre fortgesetzt. Der Wettbewerb zwischen den Börsen und MTFs (Multilaterale Handelssysteme) hat weiter an Intensität gewonnen. Die Preismodelle und damit die Margen standen weiterhin unter Druck und zwingen die Akteure zur Erschließung von Skaleneffekten, was auch in einer fortgesetzten Konsolidierung des Sektors seinen Niederschlag findet. So haben sich die Marktteilnehmer im letzten Jahr verstärkt mit den Themen Kooperationen, Übernahmen und Fusionen beschäftigt, um ihre Marktstellungen halten zu können. Das beschriebene Umfeld hat zudem bereits zum Ausscheiden erster Akteure geführt.

Die deutsche Börsenlandschaft ist insofern direkt betroffen, als dass neue Wettbewerber etablierte Strukturen aufbrechen und damit den Konkurrenzkampf sowohl im Gesamtmarkt als auch in Nischen intensivieren. Die Situation wird weiterhin durch außerbörsliche Handelsplattformen verschärft.

Eine unserer erfolgreichsten Innovationen im letzten Jahr war die Einführung von Bondm, einem speziellen Handelssegment für Anleihen mittelständischer Unternehmen im Freiverkehr. Privatanleger haben die Möglichkeit, direkt an der Zeichnung der Anleihen zu partizipieren, was sonst in der Regel nur institutionellen Investoren vorbehalten ist. Im Geschäftsjahr 2010 sind Anleihen von acht Unternehmen erfolgreich in den Handel aufgenommen worden. Insbesondere die Zeichnungen der Unternehmensanleihen der Dürr AG, der Solarwatt AG sowie der Air Berlin verliefen sehr erfolgreich und mussten frühzeitig geschlossen werden.

Bondm bietet sowohl für Privatanleger als auch mittelständische Unternehmen Vorteile. Unternehmen mit einem überschaubaren Kapitalbedarf können mit Hilfe von Bondm Fremdkapital in Form von Anleihen durch Eigenemissionen aufnehmen und sich somit alternative Fremdfinanzierungsquellen erschließen. Hierbei wird die Anleihe vom Unternehmen selbst herausgegeben, auf der Bondm Zeichnungsplattform der EUWAX AG platziert und anschließend im Freiverkehr an der Börse Stuttgart gehandelt. Das Segment steht insbesondere Emittenten aus dem Mittelstand offen, die sich zugleich verpflichten, ein über die übrigen Regelungen des Freiverkehrs hinausgehendes Mindestmaß an fortlaufender Transparenz und Publizität gegenüber Anlegern und Investoren einzuhalten. Ein Kapitalmarktexperte, der Bondm-Coach, unterstützt die Emittenten bei der Einhaltung ihrer Pflichten. Bondm bietet insbesondere Unternehmen des gehobenen industriellen oder industrienahen Mittelstands die Möglichkeit, sich einen alternativen Fremdfinanzierungsweg über den Kapitalmarkt zu erschließen. Durch die anlegerfreundlichen Stückelungen haben auch Privatanleger die Möglichkeit, direkt an der Zeichnung der Anleihen zu partizipieren, was sonst in der Regel nur institutionellen Investoren vorbehalten ist.

Die Börse Stuttgart stellt Anlegern im Zusammenhang mit Bondm umfangreiche Informationen zu den Anleihen und deren Emittenten zur Verfügung. Durch das Informationsangebot kann eine fundierte Anlageentscheidung unterstützt werden. Sie ersetzt jedoch keine Anlageberatung unter Einbeziehung der individuellen Anlageziele und der Situation des Anlegers.

Die Börse Stuttgart strebt auch weiterhin an, in der Gunst der Privatanleger einen führenden Platz einzunehmen. Um dies zu erreichen, setzten wir uns kontinuierlich mit Entwicklungen im Markt, bei Wettbewerbern und den Wünschen der Privatkunden auseinander, damit wir proaktiv reagieren können.

GESCHÄFTSVERLAUF

Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage

Gesamterträge bei 31,5 Mio. € (Vj. 35,9 Mio. €) - Vorjahresniveau wird trotz leichtem Orderwachstum (+8%) nicht erreicht
Wesentliche Ergebniskomponenten waren wie bisher das Provisionsergebnis mit 16,3 Mio. € (Vj. 18,4 Mio. €) und das Nettoergebnis des Handelsbestands mit 11,7 Mio. € (Vj. 15,3 Mio. €)
Aufwendungen (ohne Steuern) mit 12,8 Mio. € (Vj. 16,1 Mio. €) insgesamt 1/5 unter Vorjahreswert
Hauptaufwandsposten waren die Allgemeinen Verwaltungsaufwendungen mit 12,6 Mio. € (Vj. 15,8 Mio. €), davon Personalaufwendungen 6,2 Mio. € (Vj. 8,5 Mio. €)
Ergebnis vor Steuern (EBT): 18,6 Mio. € (Vj. 19,8 Mio. €) 6% unter Vorjahresniveau, Nettoergebnis (vor Gewinnabführung) 12,5 Mio. € (Vj. 13,6 Mio. €)
Eigenkapitalrendite vor Steuern bei 21% (-1 PP)

Nachhaltige Auswirkungen des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes (BilMoG) auf die Struktur der Bilanz sowie die Gewinn- und Verlustrechnung

Der Großteil der Vorschriften des BilMoG ist erstmalig auf die nach dem 31.12.2009 beginnenden Geschäftsjahre anzuwenden. Der Jahresabschluss zum 31.12.2010 wurde nach den neuen Vorschriften erstellt. Insbesondere neu eingeführte Bilanz- und GuV-Positionen und damit verbundene Umgliederungen erschweren die Vergleichbarkeit der einzelnen Positionen gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Für die EUWAX AG von Bedeutung sind insbesondere die Einführung der neuen Bilanzposition „Handelsbestand“ sowie die GuV-Positionen „Ertrag und Aufwand des Handelsbestands“.

Die zu Handelszwecken erworbenen Finanzinstrumente werden zum beizulegenden Zeitwert abzüglich eines Risikoabschlags bewertet. Dies betrifft sowohl Finanzinstrumente der Aktiv- als auch der Passivseite (inkl. Derivate mit Handelsabsicht). In der Gewinn- und Verlustrechnung wird die Zeitwertänderung der Positionen nach Abzug des auf Basis eines Value at Risk ermittelten Risikoabschlags in den Positionen „Ertrag und Aufwand des Handelsbestands“ erfasst. Zusätzlich ist ein Risikopuffer in Form einer jährlichen Zuführung von mindestens 10% des Nettoertrags des Handelsbestands zum „Sonderposten für allgemeine Bankrisiken nach § 340g HGB“ zu bilden.

Auswirkungen der Finanzmarktkrise in 2010 weitestgehend verkraftet

Das Vorjahresergebnis wurde trotz der überwiegend überwundenen Auswirkungen der Finanzmarktkrise und des damit wiederkehrenden Anlegervertrauens zwar nicht erreicht, dennoch ist eine Erholung des Marktes, die sich insbesondere in den erhöhten Orderzahlen widerspiegelt, zu spüren. Auf Quartalsbasis konnte bis zum 3. Quartal 2010 ein kontinuierlicher Ergebnisanstieg beobachtet werden. Das Quartalsergebnis im 3. Quartal 2010 erreichte mit 5,3 Mio. € den höchsten Wert des Jahres. Kumuliert verfehlte das Vorsteuerergebnis mit 18,6 Mio. € im Geschäftsjahr 2010 den Vorjahreswert um 6% bzw. 1,2 Mio. €. Dies entspricht einem erwirtschafteten Ergebnis je Aktie (vor Gewinnabführung) von 2,43 €.

Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag betrugen im Jahr 2010 insgesamt 6,1 Mio. €, was einer Steuerquote von 32,7% entspricht. Hierbei handelt es sich im Wesentlichen um die Konzernsteuerumlage (5,6 Mio. €) an die Boerse Stuttgart Holding GmbH, da die EUWAX AG aufgrund der steuerlichen Organschaft nicht mehr selbst Steuersubjekt ist. Das Nachsteuerergebnis betrug vor Gewinnabführung 12,5 Mio. € und lag damit 1,1 Mio. € bzw. 8% unter dem Vorjahreswert.

Durch gezielte Steuerungsmaßnahmen gelang es der Gesellschaft, dem anhaltenden Wettbewerbsdruck sowie den anspruchsvollen Marktbedingungen entgegenzuwirken, die Entwicklung der Kosten zu kontrollieren und das Ergebnis auf einem stabilen Niveau zu halten. Die steigenden Quartalsergebnisse vom 1. bis zum 3. Quartal des Jahres stellen ein zufriedenstellendes Bild der Geschäftsentwicklung dar. Die Implementierung von innovativen Tätigkeitsfeldern, wie bspw. das spezielle Handelssegment für Anleihen mittelständischer Unternehmen im Freiverkehr – Bondm -, steigerte die Attraktivität des Handelsplatzes und wirkte sich positiv auf den Geschäftsverlauf aus.

Ertragsniveau des Vorjahres wurde ungeachtet der positiven Ertragsentwicklung im abgelaufenen Geschäftsjahr noch nicht erreicht

Der hohe Wettbewerbsdruck und die dadurch unter Druck stehenden Margen sowie das geschwächte Anlegervertrauen durch die Finanzkrise trug auch 2010 dazu bei, dass die Gesamterträge mit 31,5 Mio. € den Vorjahreswert von 35,9 Mio. € (-12%) nicht erreichten.

Die Orderzahlen näherten sich insbesondere zum Ende des Geschäftsjahres wieder an das Niveau vor dem Lehman-Konkurs an. Mit 5,8 Mio. Orders konnten damit im Berichtszeitraum 8% mehr Orders als im Vorjahr abgewickelt werden, was sich allerdings nicht in den Wertpapierhandelsumsätzen widerspiegelte. Mit Ausnahme des Anleihenhandels, der die Orderzahl sowie das Handelsvolumen des Vorjahres nicht erreichte (-7% bzw. -31%), verzeichneten die sonstigen QLP-Bereiche teilweise deutliche Anstiege sowohl in den Orderzahlen als auch beim Handelsvolumen.

Der Anstieg der Orderzahlen und –mit Ausnahme des Anleihenhandels- auch der Ordergröße konnte nicht vollständig in ein entsprechendes Ertragswachstum umgesetzt werden. Der Rückgang des Provisionsergebnisses um 2,1 Mio. € auf 16,3 Mio. € resultierte im Wesentlichen aus dem rückläufigen und ertragsstarken Rentenhandel sowie aus der Transaktionsentgeltsenkung zum 01. Oktober 2009, die sich im Berichtsjahr erstmals voll in der Gewinn- und Verlustrechnung auswirkte. Auch erfolgte im Berichtsjahr eine erhöhte Inanspruchnahme von Dienstleistungen von der Boerse Stuttgart AG, was sich wiederum auf den prozentualen Verteilungsschlüssel des Transaktionsentgelts zwischen der EUWAX AG und der Boerse Stuttgart AG auswirkte.

Die zweite wesentliche Ertragsquelle der EUWAX AG, das Handelsergebnis, musste ebenfalls signifikante Einbußen gegenüber dem Vergleichszeitraum hinnehmen (-3,6 Mio. €). Das rückläufige Handelsvolumen, eine erhöhte Automation im Handel sowie die moderate Volatilität in 2010 zeichneten für diese Entwicklung verantwortlich. Zusätzlich wurde das Nettoergebnis des Handelsbestands im Dezember erstmalig durch die Zuführung zum Sonderposten „Fonds für allgemeine Bankrisiken“ gemäß § 340 g HGB in Höhe von 1,3 Mio. € belastet.

Der kräftige Anstieg der sonstigen betrieblichen Erträge um 1,8 Mio. € im Vergleich zum Vorjahr zeigt die Innovationskraft der EUWAX AG bei der Erschließung neuer Ertragsfelder. Das Segment Bondm für Mittelstandsanleihen startete im Mai dieses Jahres sehr erfolgreich. Mit dieser neuen Möglichkeit der Kapitalbeschaffung für mittelständische Unternehmen nimmt die Börse Stuttgart europaweit eine Vorreiterrolle ein.

Das geringe Zinsniveau am Kapitalmarkt sowie die Umgliederung des Zinsergebnisses aus Wertpapierpositionen des Handelsbestands in das Nettoergebnis des Handelsbestands waren für das sinkende Zinsergebnis verantwortlich. Kumuliert lag das Zinsergebnis bei 1,0 Mio. € und damit um 0,4 Mio. € bzw. -31% unter dem Vorjahreswert.

Stetig sinkendes Aufwandsniveau auch nach der Umstrukturierung ersichtlich

Die Gesamtaufwendungen des Jahres 2010 verringerten sich gegenüber dem Vorjahr erneut um 3,3 Mio. € auf nunmehr 12,8 Mio. €. Wesentlicher Grund für die deutliche Aufwandsreduktion gegenüber den vorhergehenden Berichtsjahren ist letztendlich die geänderte Aufgabenverteilung am Börsenplatz Stuttgart. Danach konzentriert sich die EUWAX AG seit 2009 auf ihre Funktion als Quality-Liquidity-Provider (QLP), während ein Großteil der Overheadfunktionen samt der in diesen Bereichen beschäftigten Mitarbeitern auf andere Konzerngesellschaften übertragen wurden. Im Wesentlichen betraf dies den IT-Bereich, der auf die Boerse Stuttgart AG überging, sowie den Backoffice-, Verwaltungs- und Finanzbereich, der bei der Konzernmutter Boerse Stuttgart Holding GmbH konzentriert wurde.

Im Berichtsjahr trugen insbesondere die geringeren Personalaufwendungen zur Aufwandsreduktion bei. Dies steht im Zusammenhang mit den zum 01.01.2010 im Rahmen einer Umstrukturierung auf andere Konzerngesellschaften übergegangenen Mitarbeiter. Daneben sind im Personalaufwand 2009 Gehaltszahlungen an die zum 30.06.2009 ausgeschiedenen Vorstandsmitglieder enthalten. Im Berichtsjahr 2010 sind alle Vorstände der EUWAX AG zugleich als Geschäftsführer bei der Boerse Stuttgart Holding GmbH bestellt. Die Vergütung der Vorstandsmitglieder erfolgt durch die Boerse Stuttgart Holding GmbH.

Des Weiteren konnten durch eine Neugestaltung der Abwicklungsverhältnisse die Abwicklungs- und Schlussnotengebühren um 1,1 Mio. € bzw. 64% auf 0,6 Mio. € reduziert werden.

Aufwandsanstiege waren im Berichtsjahr innerhalb der anderen Verwaltungsaufwendungen bei den Rechts-, Beratungs- und Fremdleistungskosten zu verzeichnen. Dieser Posten wurde von den in Anspruch genommenen Dienstleistungen von der Boerse Stuttgart Holding GmbH dominiert.

Rückkehr des Anlegervertrauens führt im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zu Ergebnissteigerung im Schlussquartal 2010

Angesichts der spürbaren Markterholung im 4. Quartal 2010 konnte die EUWAX AG in ihrer Funktion als Quality-Liquidity-Provider die Anzahl ausgeführter Orders um 13% gegenüber dem 4. Quartal 2009 steigern. Insbesondere der Derivate- und Fondshandel verzeichneten deutliche Zuwächse. Die Erträge verzeichneten ebenfalls eine Steigerung, die jedoch mit +1% auf 7,8 Mio. € wesentlich geringer ausfiel. Die Ende letzten Jahres vorgenommene Transaktionsentgeltsenkung sowie die überwiegend niedrige Volatilität am Aktienmarkt wirkten sich auch im Schlussquartal negativ auf die Hauptertragsquellen, das Provisions- und Handelsergebnis, aus.

Da die Aufwendungen im Vergleich zum 4. Quartal 2009 um 7% auf 3,6 Mio. € zurückgingen, lag das Vorsteuerergebnis mit 4,2 Mio. € um 9% über dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum.

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Bilanzsumme nur leicht unter Vorjahresniveau

Im Vergleich zum Vorjahresstichtag reduzierte sich die Bilanzsumme der EUWAX AG zum 31.12.2010 nur leicht auf 101,1 Mio. € (-2%). Ursächlich für den Rückgang waren im Wesentlichen die in 2010 erfolgte Begleichung der Steuerverbindlichkeiten, was sich in niedrigeren Steuerrückstellungen im Vergleich zum Vorjahr widerspiegelte sowie die im Berichtsjahr vorgenommene Gewinnabführung an die Boerse Stuttgart Holding GmbH für das Geschäftsjahr 2009.

Innerhalb des Anlagevermögens reduzierten sich hauptsächlich die immateriellen Vermögensgegenstände abschreibungsbedingt um 0,2 Mio. €. Der Erhöhung bzw. dem Aufbau des Handelsbestands auf 6,5 Mio. € stand einerseits die Reduktion des Finanzmittelbestandes (Forderungen an Kreditinstitute) auf 29,0 Mio. € gegenüber. Andererseits wurden durch die im Rahmen des BilMoG neu eingeführte Bilanzposition „Handelsbestand“, die Schuldverschreibungen und anderen festverzinslichen Wertpapiere sowie die Aktien und anderen nicht festverzinsliche Wertpapiere aufgrund der Zugehörigkeit zum Handelsbestand zum Bilanzstichtag in dieser neuen Position ausgewiesen. Der betragsmäßig höchste Bilanzposten der Aktivseite (64% der Bilanzsumme) stellten die sonstigen Vermögensgegenstände dar. Diese beinhalten hauptsächlich das von der EUWAX AG an die Boerse Stuttgart Holding GmbH gewährte Darlehen zuzüglich der darauf entfallenden Zinsen zur Anlage der Liquiditätsreserve durch das konzerneinheitliche Treasury der Muttergesellschaft.

Die Passivseite der Gesellschaft beinhaltete zum Bilanzstichtag wie schon in den Vorjahren keine verzinslichen Verbindlichkeiten und war deutlich vom Eigenkapital geprägt, das wie im Vorjahr 82,9 Mio. € betrug bzw. 82% (Vorjahr: 80%) der Bilanzsumme ausmachte. Die sonstigen Verbindlichkeiten beinhalteten den noch abzuführenden Gewinn des Geschäftsjahres 2010 an die Muttergesellschaft, die Boerse Stuttgart Holding GmbH. Die Gesamtposition lag mit 14,6 Mio. € im Wesentlichen aufgrund des rückläufigen Jahresergebnisses um 1,8 Mio. € unter dem Vorjahrswert.

Der erstmalig aufgrund der Vorschriften nach § 340 e Abs. 4 HGB gebildete Sonderposten „Fonds für allgemeine Bankrisiken“ wurde zum 31.12.2010 in Höhe von 1,3 Mio. € dotiert.

Die Abnahme der Rückstellungen auf 2,3 Mio. € in 2010 lag einerseits an geringeren Steuerrückstellungen (-0,5 Mio. €), andererseits erfolgte aufgrund des ergangenen Sonderbeitragsbescheid der EdW (Entschädigungseinrichtung der Wertpapierhandelsunternehmen) für den Entschädigungsfall „Phoenix“ in Höhe von 0,9 Mio. € eine Umgliederung von den Rückstellungen zu den sonstigen Verbindlichkeiten.

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Aufbau der Wertpapierbestände des Handelsbestands beeinflusst den Net Cash wesentlich

Der Jahres-Cash Flow reduzierte sich aufgrund des gesunkenen Nachsteuerergebnisses gegenüber 2009 um 9% auf 12,7 Mio. €.

Aufgrund des ergangenen Sonderbeitragsbescheid der EdW für den Entschädigungsfall „Phoenix“ in Höhe von 0,9 Mio. € erfolgte eine Umgliederung von den Rückstellungen zu den sonstigen Verbindlichkeiten. Dies sowie der Rückgang der Steuerrückstellungen (-0,5 Mio. €) waren für die Abnahme der Rückstellungen um insgesamt 1,5 Mio. € verantwortlich. Die Zunahme des Working Capitals (+4,7 Mio. € ggü. 2009) resultiert im Wesentlichen aus dem Aufbau von Wertpapierpositionen (+4,5 Mio. €). Der Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit betrug für das Jahr 2010 somit 6,6 Mio. € nach 22,8 Mio. € im Vorjahr.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden keine wesentlichen Investitionen bzw. Desinvestitionen vorgenommen, daher entspricht der Cash Flow aus operativer Geschäftstätigkeit annähernd dem Free Cash Flow, der nach Berücksichtigung von Steuern und Zinsen kumuliert 6,6 Mio. € (Vj. 28,2 Mio. €) betrug.

Im Cash Flow aus Finanzierungstätigkeit spiegelt sich die Gewinnabführung an die Muttergesellschaft Boerse Stuttgart Holding GmbH des Jahres 2009 in Höhe von 13,6 Mio. € sowie die 10%-ige Zuführung des Nettoergebnisses des Handelsbestands zum Sonderposten „Fonds für allgemeine Bankrisiken“ gem. § 340 e Abs. 4 HGB (1,3 Mio. €) wider.

Nach Berücksichtigung der einzelnen Cash Flows betrug die zahlungswirksame Veränderung im Jahr 2010 insgesamt -5,7 Mio. €. Unter Berücksichtigung des Finanzmittelbestands zu Beginn des Jahres von 34,7 Mio. € standen der EUWAX AG zum Jahresende liquide Mittel in Höhe von 29,0 Mio. € (-16%) zur Verfügung.

In der Cashquote, dem Verhältnis von Barreserve und Bankguthaben zur Bilanzsumme, spiegelt sich der abnehmende Net Cash aufgrund des Aufbaus der Wertpapierbestände des Handelsbestands wider. Diese Kennzahl verschlechterte sich demzufolge um 5 Prozentpunkte auf 29%. Die Liquidität 1. Grades, das Verhältnis der liquiden Mittel zu den kurzfristigen Verbindlichkeiten, betrug zum Jahresende 172% nach 173% im Vorjahr. Die konstante Entwicklung zeigt, dass die Zahlungsfähigkeit der EUWAX AG weiterhin als äußerst sicher einzustufen ist. Unter Berücksichtigung der aufgebauten Forderung an die Boerse Stuttgart Holding GmbH stieg die Liquidität 3. Grades um 9 Prozentpunkte auf 554% zum Jahresende 2010 an. Die liquiden Mittel des Umlaufvermögens deckten die kurzfristigen Verbindlichkeiten um ein Vielfaches.

Die nach wie vor umfangreich vorgehaltene Liquidität ermöglicht der EUWAX AG die Erfüllung ihrer Aufgabe als Quality-Liquidity-Provider sowie die Einhaltung regulatorischer Liquiditätsanforderungen.

Die ausführliche Kapitalflussrechnung ist Bestandteil des Jahresabschlusses.

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Eigenkapitalverzinsung erreicht nahezu das Vorjahresniveau

Das Verhältnis von Aufwendungen zu Erträgen, die Cost-Income-Ratio, verbesserte sich durch die Umstrukturierung der Gruppe Börse Stuttgart aufgrund der entfallenden Aufwendungen bei der EUWAX AG sowie des erhöhten Kostenbewusstseins und der laufenden Nutzung von Einsparungsmöglichkeiten. Die Verhältniszahl lag zum Jahresende bei 41% und damit 4 Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert.

Das leicht rückläufige Vorsteuerergebnis bei einem gleichbleibenden Eigenkapital führte im Geschäftsjahr 2010 zu einer Eigenkapitalrentabilität von 21% vor Steuern und 14 % nach Steuern. Beide Kapitalrenditen lagen lediglich 1 Prozentpunkt unter dem Vorjahreswert. Die Gesamtkapitalrentabilität betrug 19% vor bzw. 13% nach Steuern.

Bei einem unveränderten Eigenkapital steigerte sich das Verhältnis des Eigenkapitals zum geringeren Anlagevermögen, der Anlagendeckungsgrad, überproportional auf mehr als 19.000%.

Der Gesellschaft gelang es erneut, die sehr komfortable Liquiditätssituation aufrecht zu erhalten. In ihrer Funktion als Quality-Liquidity-Provider kann die EUWAX AG aufgrund der relativ gesicherten Zuflüsse aus dem operativen Geschäft und der hohen Innenfinanzierungskraft sowie der reichlich vorhandenen liquiden Mittel auch in Zukunft die erforderlichen Mittel aufbringen, die zur Erhaltung der guten Wettbewerbsposition bzw. deren Ausbau notwendig sind. Ungeachtet der leichten Rückgänge weisen die relevanten Kennziffern zur Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage ein äußerst zufriedenstellendes Bild auf. Die zunehmende Erholung des Marktes sowie das langsam zurückkehrende Vertrauen der Privatanleger bestätigen die Geschäftsentwicklung der Gesellschaft.

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EUWAX AG

% / T€
2006 2007 2008 2009 2010 Veränderung absolut relativ
Rentabilität & Wirtschaftlichkeit
Cost-Income-Ratio (Aufwendungen in % zu den Erträgen) 48% 45% 54% 45% 41% -4 PP -9%
Eigenkapital-Rentabilität vor Steuern * (EBT in % zum Eigenkapital) 44% 40% 33% 22% 21% -1 PP -6%
Eigenkapital-Rentabilität nach Steuern * (vor Gewinnabführung) 28% 24% 23% 15% 14% -1 PP -8%
Gesamtkapital-Rentabilität vor Steuern (EBT in % zum Gesamtkapital) 38% 34% 28% 18% 19% +1 PP 5%
Gesamtkapital-Rentabilität nach Steuern (vor Gewinnabführung) 24% 20% 19% 12% 13% 0 PP 2%
Vermögens- und Liquiditätslage
Eigenkapital-Quote * (Eigenkapital in % zur Bilanzsumme) 88% 88% 70% 80% 82% +2 PP 2%
Cashquote (Barrerserve und Bankguthaben bis 1 Jahr in % zur Bilanzsumme) 86% 79% 74% 34% 29% -5 PP -15%
Liquiditätsgrad I (Liquide Mittel in % zu den kurzfr. Verbindlichkeiten) 718% 644% 250% 173% 172% -1 PP 0%
Anlagendeckungsgrad I (Eigenkapital in % zum Anlagevermögen) 2.235% 1.664% 1.294% 12.063% 19.691% >1.000 PP 63%
Free Cash Flow (T€) (Operativer und Investitions Cash Flow) 27.708 15.272 18.271 28.239 6.612 -21.627 -77%

* Bezugsgröße Eigenkapital ohne Berücksichtigung des eigenkapitalähnlichen Sonderposten „Fonds für allgemeine Bankrisiken“ gem. § 340 e+g HGB.

Tab. 1: Kennzahlen zur Rentabilität & Wirtschaftlichkeit, Vermögens- und Liquiditätslage

Geschäftsverlauf nach Handelsbereichen (QLP-Services)

Die Handelsbereiche (QLP-Services) der EUWAX AG lassen sich in

Derivatehandel
Aktienhandel
Anleihenhandel
Fondshandel

einteilen.

Zunahme der Wertpapierorders aufgrund erfolgreicher Handelsaktivitäten im 2. und 4. Quartal 2010

Relativ ungünstige Rahmenbedingungen zu Beginn des Jahres führten zu einem verhaltenen Jahresauftakt im Wertpapierhandel. Die drohende Zahlungsunfähigkeit Griechenlands lastete bereits zu Jahresbeginn stark auf der Stimmung der Anleger. Bankaktien gerieten unter Druck während die Renditen der Euro-Staatsanleihen ihre Kletterpartie starteten. Am 5. Februar erreichte der DAX sein Jahrestief bei 5.433 Punkten verursacht von der Angst eines erneuten Abgleitens der Weltwirtschaft in eine Rezession. Die Erholung der Konjunktur schien zum Erliegen gekommen zu sein, die Schuldenkrise Griechenlands spitzte sich im 1. Quartal 2010 weiter zu. Im März begab Griechenland eine zehnjährige Staatsanleihe, die bei den Investoren glücklicherweise auf rege Nachfrage traf.

In der Zeit von April bis September bewegte sich der DAX in einer Range zwischen 5.750 und 6.250 Punkten. Die Hilfspakete für den Euro-Raum riefen nur geringe Kursbewegungen des deutschen Leitindexes ins Leben. Erst im Oktober 2010 gelang es dem DAX aus seiner engen Trading-Range auszubrechen und den Aufwärtstrend in Angriff zu nehmen. Am 07. Dezember 2010 kletterte der Index erstmals seit dem Frühsommer 2008 wieder über die Marke von 7.000 Punkten. Der Aufwärtstrend hielt bis im Dezember an und erreichte kurz vor Weihnachten bei 7.077 Punkten den Jahreshöchstwert. Immer stärker zeichnet sich ab, dass die Weltkonjunktur auch im Jahr 2011 kräftig wachsen wird – davon wird der DAX stärker als andere europäische Indizes profitieren können, da im Leitindex viele exportstarke Werte der Auto-, Chemie- und Industriebranche vertreten sind.

Die Geschehnisse im Jahresverlauf 2010 hinterließen ihre Spuren auch im Handelsverlauf der EUWAX AG. Zwar stieg die Anzahl ausgeführter Wertpapierorders nach dem durch die Finanz- und Wirtschaftskrise geprägten Vorjahr insgesamt um 8% auf 5,8 Mio. Stück an. Doch das Handelsvolumen konnte mit dieser vor allem im Derivate- und Fondshandel erfreulichen Entwicklung nicht mithalten und lag in 2010 bei insgesamt 77,9 Mrd. € (-4% ggü. Vorjahr). Deutliche Zuwächse wurden bei den Aktien (+22%), im Fondshandel (+57%) und bei den verbrieften Derivaten (+13%) verzeichnet. Somit ist der Rückgang des Gesamtvolumens primär auf das deutlich geringere Handelsvolumen im Anleihenbereich zurückzuführen. Dies ist jedoch weniger auf eine besondere Marktschwäche in 2010, sondern vielmehr auf die den Rentenhandel begünstigenden Faktoren (Finanzkrise und Einführung der Abgeltungssteuer) in den beiden Vorjahren zurückzuführen.

Den höchsten Umsatzanteil erzielte die EUWAX AG nach wie vor im Handel mit verbrieften Derivaten (48%), gefolgt vom Anleihenhandel (34%). Das größte Wachstum sowohl bei der Anzahl ausgeführter Orders als auch der Handelsumsätze verzeichnete der Fondshandel mit +44% respektive +57%.

Derivatehandel

Die gelisteten Hebel- und Anlageprodukte legten im Vergleich zum Vorjahr um 47% auf über 520 Tsd. Papiere zu, wovon 55% auf Hebelzertifikate und 45% auf Anlageprodukte entfielen. Die derivativen Produkte stellen 98% der von der EUWAX AG betreuten Wertpapiere am Börsenplatz Stuttgart dar. Dies verdeutlicht die nach wie vor große Bedeutung dieses Segmentes für den Börsenplatz Stuttgart.

Mit 3,8 Mio. ausgeführten derivativen Kundenorders lag der Wert um 8% über dem Niveau des Vorjahres. Insbesondere der Monat Mai sowie die Jahresendrallye trugen zu dieser Entwicklung bei. Im Mai wurden gegenüber dem Vormonat sowohl bei dem Volumen als auch der Anzahl ausgeführter Kundenorders Zuwächse im zweistelligen Prozentbereich verzeichnet. Der von der Griechenland-Krise geprägte Monat und die damit verbundene gestiegene Volatilität am Markt sind als Gründe für diese erfreuliche Entwicklung zu nennen. Starke Handelszuwächse sind insbesondere bei Bonus-Zertifikaten sowie Discount-Zertifikaten hervorzuheben. Sicherheit stand dabei bei den deutschen Anlegern weiterhin ganz oben auf der Wunschliste. Über drei Viertel des kompletten Anstiegs der Derivateorders resultierte aus den Hebelzertifikaten (+7% auf 3,0 Mio. ausgeführte Kundenorders im Gesamtjahr 2010).

Die Steigerung des Volumens ausgeführter Kundenorders um 4,4 Mrd. € auf kumuliert 37,2 Mrd. € resultierte im Wesentlichen aus dem Zuwachs bei den Anlageprodukten (+3,4 Mio. €). Das Handelsvolumen der Anlageprodukte lag insbesondere im letzten Quartal mit 5,4 Mrd. € deutlich über den Vorquartalen der Jahre 2009 und 2010.

Die Transaktionsentgeltsenkung zum 01. Oktober 2009 führte zu einer kontinuierlichen und verbesserten Entwicklung der Marktstellung. Der Marktanteil des Derivatehandels auf Basis des Volumens ausgeführter Kundenorders erreichte im 3. Quartal 2010 seinen Höchstwert von über 68%. Am Jahresende bewegte sich der Marktanteil des gesamten Derivatebereichs bei 67% und damit 3 Prozentpunkte über dem Vorjahreswert. Während der Bereich der Hebelprodukte mit 68% um 5 Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert lag, konnten die Anlageprodukte deutliche Marktanteilsgewinne von 9 Prozentpunkten auf 67% verzeichnen. Auch europaweit konnte die EUWAX AG ihre Marktführerschaft in Europa in dieser Anlageklasse weiter festigen. Der Marktanteil betrug im Jahresdurchschnitt 28% vor Scoach Deutschland (14%) und Scoach Schweiz (23%).

Anleihenhandel

Das neue Segment der Börse Stuttgart für Mittelstandsanleihen – Bondm – ist die erfolgreichste Produktinnovation im Jahre 2010 und stößt seit seinem Start Mitte Mai sowohl bei Anlegern als auch bei mittelständischen Unternehmen auf sehr großes Interesse. Seit der Markteinführung im 3. Quartal 2010 sind Anleihen von bisher acht Unternehmen erfolgreich in den Handel aufgenommen worden. Bei 6 Transaktionen wurde die Zeichnungsphase aufgrund der hohen Nachfrage vorzeitig beendet. Mit dieser neuen Möglichkeit der Kapitalbeschaffung für mittelständische Unternehmen ist es der Börse Stuttgart gelungen, eine Marktlücke zu schließen und europaweit eine Vorreiterrolle einzunehmen. Auch die Geschäftsperspektiven für das Geschäftsjahr 2011 sind vielversprechend.

Die Anzahl der von der EUWAX AG betreuten Anleihen stieg gegenüber dem Vorjahr um ein Fünftel auf insgesamt 5.930 Papiere.

Im Anleihenhandel, der zweitstärksten Anlageklasse der EUWAX AG, betrug das Handelsvolumen im Gesamtjahr 2010 26,4 Mrd. € (-31% gegenüber Vorjahr). Damit konnten die Vorjahreswerte trotz der erfolgreichen neuen Initiative sowie den leichten Zuwächsen durch die Schuldenkrise nicht erreicht werden. Im von der Krise geprägten Jahr 2009 verloren die Anleger das Vertrauen in Aktien und investierten vermehrt in sichere Anleihenwerte wie bspw. Bundesanleihen, was zu einem äußerst positiven Jahresverlauf 2009 führte, der 2010 nicht mehr erreicht werden konnte.

Die Unternehmensanleihen steuerten mit 15 Mrd. € mehr als die Hälfte zum gesamten Umsatz im Anleihenhandel an der EUWAX AG bei, allerdings lag der Wert 9% unter dem Vorjahresniveau. Der hohe Umsatzanteil von Unternehmensanleihen (57%) unterstreicht die Bedeutung, die der Börsenplatz Stuttgart als Haupthandelsplatz für Corporate Bonds hat.

Beim Handel mit Länderanleihen waren vor allem Euro-Staatsanleihen stark gefragt (Zuwachs ggü. Vorjahr +407%). Vor allem Schuldverschreibungen aus Ländern der Eurozone, insbesondere griechische, irische und spanische Staatsanleihen sowie den Emerging Markets standen in der Gunst der Anleger. Ungeachtet der leichten Umsatzzuwächse der Euro-Staatsanleihen von 1,1 Mio. € konnte das Umsatzniveau des Jahres 2009 nicht erreicht werden. Zudem waren im Berichtsjahr deutlich weniger Neuemissionen für die schwächere Entwicklung verantwortlich.

Die Orderzahlen waren im Anleihenhandel gegenüber dem Vorjahr ebenfalls rückläufig und erreichten ein Niveau von 0,8 Mio. Stück (-7%). Insbesondere im 1. Quartal des Jahres konnte eine hohe Orderzahl erreicht werden, während diese sich in den weiteren Quartalen auf einem niedrigeren Niveau konstant bewegten. Im März begab Griechenland eine zehnjährige Staatsanleihe, die bei den Investoren auf eine unerwartet starke Nachfrage traf und somit ausschlaggebend für den Orderanstieg im 1.Quartal 2010 war.

Die rückläufige Ordergröße im Anleihenhandel hatte entsprechende ertragsdämpfende Effekte zur Folge, die bei der Darstellung der Ertragslage bereits erörtert wurden.

Der Marktanteil des Anleihenhandels (inkl. Bundesanleihen) war gegenüber dem Vorjahreszeitraum nahezu unverändert und wurde bei der 30-Prozent-Marke stabilisiert.

Aktienhandel

Für den Aktienhandel zeichnete das Jahr 2010 eher schwierige Rahmenbedingungen – das Euro-Währungssystem wackelte bedenklich, an Chinas Aktienmärkten drohte eine Spekulationsblase zu platzen und die US-Konjunktur lahmte. Durch die starken DAX-Bewegungen im März von ca. 5.600 auf über 6.000 Punkte handelten Privatanleger dennoch wieder verstärkt mit Aktien. Im ersten Halbjahr verzeichneten vor allem Solar- und Finanztitel eine starke Nachfrage. Nach der Sommerflaute führte vor allem der Ausbruch des DAX aus seiner engen Schwankungsbreite im Oktober zu einer starken Zunahme der Anzahl ausgeführten Aktienorders. Dies machte sich insbesondere in den letzten drei Monaten des Jahres deutlich bemerkbar. Von Unternehmen beschlossene Kapitalerhöhungen sowie die damit zusammenhängenden Aktienbezugsrechte bewegten den Aktienhandel zusätzlich. Folglich konnte die EUWAX AG auch in diesem Handelssegment eine deutlich positive Entwicklung verzeichnen, die letztendlich aufgrund des Aufwärtstrends des deutschen Aktienindex zum Jahresende weiter ausgebaut werden konnte.

Im Geschäftsjahr 2010 betreute die EUWAX AG Inlandsaktien von insgesamt 900 Unternehmen. Gegenüber dem Vorjahr ergaben sich damit keine wesentlichen Veränderungen. In diesem Handelssegment konnte die EUWAX AG sowohl Zuwächse bei den Orderzahlen als auch den Handelsumsätzen verzeichnen. Das Handelsvolumen des Bereichs lag bei 7,5 Mrd. €, was einer Steigerung zum Vorjahr um 22% entspricht. Der Zuwachs bei den ausgeführten Orders betrug 12% auf 0,8 Mio. Stück.

Der Wettbewerb zwischen den Börsen und MTFs (Multilateral Trading Facilities) hat weiter an Intensität gewonnen. Der Negativtrend der Marktanteile des Parketthandels im aktuellen Jahr wurde im 3. Quartal 2010 dennoch gestoppt und konnte für das 4. Quartal 2010 mit 30% aufrecht erhalten werden. Auf Gesamtjahressicht konnte der Marktanteil der Aktien ungeachtet des erhöhten Wettbewerbs um einen Prozentpunkt auf 29% gesteigert werden. Auch der Handel in MDAX- und SDAX-Werten entwickelte sich positiv.

Fondshandel

Besonders hohe Steigerungsraten im abgelaufenen Jahr weist der Fondshandel auf, und zwar sowohl bei der Anzahl der Orders als auch den Handelsumsätzen. Hier setzte die EUWAX AG im Jahr 2010 über 6,8 Mrd. € um. Dabei stand die Sicherheit bei den deutschen Anlegern im Vordergrund. Aus Angst vor Inflation und Schuldenkrise griffen sie entweder direkt zu Gold oder zu börsennotierten Fonds, die mit dem Edelmetall besichert waren. Damit erhöhte sich das Handelsvolumen gegenüber dem Vorjahr um fast 57%. Hierzu trug vor allem der Handel mit Exchange Traded Funds (ETFs) sowie Exchange Traded Commodities (ETCs) bei. In diesem Segment wurde ein Umsatzsprung von 64% auf über 5,7 Mrd. € im Jahr 2010 erzielt. Die Anzahl ausgeführter Orders übertraf den Vorjahreswert mit insgesamt 0,4 Mio. Stück um 44%.

Im Fondshandel belebten sich die Umsätze signifikant nach dem Ausbruch des deutschen Leitindex. Davon konnte die EUWAX AG vor allem im Handel der Fonds mit den verschiedensten Rohstoffen deutlich partizipieren. Favorisiert wurden Mischfonds und – trotz der historisch niedrigen Zinsen – Rentenfonds. Bei der Anlageklasse Fonds erlebte die EUWAX AG im Mai 2010 einen Spitzenmonat, der von dem Rekordmonat November sogar noch übertroffen wurde. Die privaten Anleger setzten dabei insbesondere in turbulenten Phasen vermehrt auf die im Segment ETF Bestx gelisteten passiv gemanagten Fonds. Um diese Anlageklasse zu stärken, die Transparenz weiter zu erhöhen und ein Plus an Servicequalität zu bieten, steht seit Mai 2010 ein detaillierter ETF-Finder auf der Internetseite der Börse Stuttgart zur Verfügung.

Die an der Börse gelisteten Papiere erhöhten sich auf insgesamt 2.885 Stück. Die Erhöhung ist komplett auf die Zunahme der passiven Fonds zurückzuführen. Die Marktanteile in diesem Teilsegment setzten ihren starken Aufwärtstrend in 2010 kontinuierlich fort und erreichten im 4. Quartal 2010 den bisherigen Höchstwert von 71%. Auf Jahressicht lag der Marktanteil bei 62% und somit 12 Prozentpunkte über dem Vorjahreswert.

Durch das im Oktober 2009 neu gegründete Segment ETF Bestx gibt es erstmals ein klar definiertes und öffentlich-rechtlich überwachtes Regelwerk für den Handel mit ETFs, das Transparenz bei Investoren und Öffentlichkeit schafft. Der Erfolg des Handelssegments spiegelt sich auch in den Handelszahlen wider. Die Handelstransparenz, die Servicequalität sowie die niedrigen Gebühren lassen sich ebenso als Gründe für den Erfolg nennen. Für die Umsetzung eines Höchstmaßes an Handelsqualität und –transparenz ist wie in den anderen Handelsbereichen die EUWAX AG als Quality-Liquidity-Provider verantwortlich.

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Kennzahlen zum Handelsverlauf

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EUWAX AG 2006 2007 2008 2009 2010 Veränderung absolut Veränderung relativ
Handelsverlauf
Betreute Wertpapiere (Stück) 127.957 262.668 351.188 362.053 530.598 168.545 47%
Derivative Produkte gesamt 123.672 257.364 343.657 353.605 520.883 167.278 47%
davon: Derivative Hebelprodukte 60.928 123.019 158.637 187.273 284.137 96.864 52%
davon: Derivative Anlageprodukte 62.744 134.345 185.020 166.332 236.746 70.414 42%
Aktien 926 960 949 904 900 -4 0%
Anleihen 2.953 3.616 4.000 4.935 5.930 995 20%
Fonds 406 728 2.582 2.609 2.885 276 11%
davon: aktiv gemanagte Fonds 0 381 2.011 1.935 1.941 6 0%
davon: passiv gemanagte Fonds 406 347 571 674 944 270 40%
Ausgeführte Orders (in Tsd. Stück) *1) 1.335 1.515 5.196 5.360 5.765 404 8%
Derivative Produkte gesamt k.A. k.A. 3.462 3.529 3.796 267 8%
Aktienhandel 1.063 1.082 921 743 831 88 12%
Anleihenhandel 272 303 524 837 777 -59 -7%
Aktiv und passiv gemanagte Fonds 0 128 289 251 360 110 44%
Handelsvolumen (in Mio. €) *1) 29.828 43.109 81.685 81.321 77.889 -3.432 -4%
Derivative Produkte gesamt k.A. k.A. 32.367 32.799 37.174 4.375 13%
davon: Derivative Hebelprodukte k.A. k.A. 14.417 16.758 17.712 954 6%
davon: Derivative Anlageprodukte k.A. k.A. 17.950 16.041 19.462 3.421 21%
Aktienhandel 10.687 11.008 7.408 6.173 7.518 1.346 22%
Anleihenhandel 18.145 29.693 38.796 38.023 26.408 -11.615 -31%
Fonds 996 2.409 3.114 4.326 6.789 2.463 57%
davon: aktiv gemanagte Fonds 0 1.240 919 814 1.047 233 29%
davon: passiv gemanagte Fonds 996 1.169 2.195 3.511 5.741 2.230 64%
Umsatzmarktanteile
An deutschen Börsenumsätzen inkl. Xetra und bezogen auf Umsätze in den von der EUWAX AG betreuten Orderbüchern
Derivative Produkte Gesamt *2) k.A. k.A. 67,0% 64,3% 67,4% +3 PP 5%
davon: Derivative Hebelprodukte *2) k.A. k.A. 80,4% 73,1% 68,4% -5 PP -6%
davon: Derivative Anlageprodukte *2) k.A. k.A. 57,9% 57,1% 66,5% +9 PP 17%
Anleihenhandel 20,6% 31,2% 32,3% 30,0% 29,1% -1 PP -3%
An deutschen Börsenumsätzen (Xontro-Börsen)
Aktien (Inland) insgesamt 21,7% 18,4% 20,3% 27,8% 28,7% +1 PP 3%
DAX 30 Werte 27,8% 21,4% 23,2% 29,6% 30,0% +0 PP 1%
MDAX-50-Werte 17,7% 17,6% 19,1% 28,9% 36,3% +7 PP 26%
TecDAX-30-Werte 16,9% 16,0% 18,2% 25,1% 28,9% +4 PP 15%
SDAX-50-Werte 14,9% 14,7% 15,1% 20,0% 26,2% +6 PP 31%
Aktiv gemanagte Fonds 21,4% 18,3% 16,5% 19,0% 22,0% +3 PP 16%
Passiv gemanagte Fonds 28,6% 30,8% 34,2% 49,3% 61,7% +12 PP 25%

*1) Die Erhebung von Kundenorders bei den Derivativen Produkten erfolgte ab Mai 2008. Für die Vorjahre erfolgte keine Erhebung.

Ab diesem Zeitpunkt erfolgt der Ausweis des Derivatehandels auf Basis Anzahl bzw. des Volumens ausgeführter Kundenorders (DDV-Statistik).

Der Ausweis der sonstigen QLP-Bereiche erfolgt weiterhin nach Orderbuchstatistik.

*2) Quelle: DDV-Statistik (Marktanteile Derivatehandel auf Basis des Volumens ausgeführter Kundenorders).

Hinweis: Aufgrund der geänderten Zählweise bzw. Buchungslogik ab dem Jahresbeginn 2010 wurde der Ausweis der Kennzahlen zum Handelsverlauf geändert und die Vorjahreswerte entsprechend angepasst. Der Ausweis des Derivatehandels erfolgt auf Basis ausgeführter Kundenorders, die der Statistik des Deutschen Derivate Verbands (DDV) entnommen sind. Die sonstigen QLP-Bereiche beziehen sich auf die Orderbuchstatistik der EUWAX AG.

Tab. 2: Kennzahlen zum Handelsverlauf

BESCHÄFTIGTE

Der Anspruch der EUWAX AG, hochwertige Dienstleistungen anzubieten, gründet sich neben anhaltend hohen Investitionen in die technische Handelsunterstützung vor allem auf das Engagement und die Qualifikation der Mitarbeiter.

Die durchschnittliche Zahl der Beschäftigten (einschließlich Praktikanten) lag im Geschäftsjahr 2010 bei 70 (Vorjahr: 82). Die durchschnittliche Zahl der Arbeitnehmer i.S.d. § 285 S. 1 Nr. 7 HGB betrug 67. Die 3 Mitglieder des Vorstandes sind in diesen Zahlen nicht berücksichtigt.

Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einer Verringerung bei den Gesamtbeschäftigten (ohne Vorstände) um 12 Personen. Hauptursache für diese Entwicklung ist der Übergang von Mitarbeitern von der EUWAX AG auf andere Konzerngesellschaften.

Die Personalaufwendungen verringerten sich im Berichtsjahr um 27% auf 6,2 Mio. € (Vorjahr: 8,5 Mio. €). Der Anteil der variablen Vergütung am Personalaufwand belief sich dabei auf 29% und verdeutlicht die hohe Beteiligung der Mitarbeiter am Erfolg des Unternehmens. Der Personalaufwand je Beschäftigtem lag bei 89 T€ und damit 14% unter Vorjahresniveau.

Die Mitarbeiter waren in der Vergangenheit und sind auch in der Zukunft unser größter Erfolgsfaktor und sollen auch zukünftig entsprechend weiterentwickelt und gefördert werden. Eine Mitarbeiterumfrage im Jahr 2010 führte zu dem erfreulichen Resultat, dass die Zufriedenheit der Mitarbeiter der EUWAX AG mit dem angenehmen Arbeitsklima sowie der Arbeitsorganisation überdurchschnittlich hoch ausgeprägt ist. Als zusätzliche nichtfinanzielle Leistungsindikatoren lassen sich die langen Betriebszugehörigkeiten, die geringe Fluktuationsquote sowie die guten und zahlreichen Fortbildungsmaßnahmen nennen.

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STRATEGIE

Die Vereinigung Baden-Württembergische Wertpapierbörse e.V. ist Eigentümerin der Gruppe Börse Stuttgart und verfolgt satzungsgemäß die Ziele eines Betriebs börslicher und börsennaher Geschäftsfelder sowie die Förderung der Finanzplatzinteressen. Die Boerse Stuttgart Holding GmbH ist das zentrale Bindeglied der Vereinigung zur Erfüllung des satzungsgemäßen Ziels des Betriebs von Börsen sowie außerbörslichen Handelsplattformen. Die Erhaltung und die Weiterentwicklung der Kernkompetenz in Wertpapierdienstleistungen für Privatanleger stehen im Fokus der strategischen Zielsetzung. Die Börse Stuttgart will aus ihrer derzeit starken Position heraus strategisch eine Weiterentwicklung des Kerngeschäfts sowie die gezielte Entwicklung neuer Geschäftsfelder zur nachhaltigen Zukunftssicherung vorantreiben und ihr Fundament als führende Deutschen Privatanlegerbörse weiter ausbauen.

Um den gestiegenen Anforderungen von Markt und Wettbewerb auch in Zukunft erfolgreich zu begegnen, wurden in der Boerse Stuttgart Holding die Kräfte der Boerse Stuttgart AG sowie die der EUWAX AG gebündelt. Die Steuerung der EUWAX AG sowie der Boerse Stuttgart AG ist in der 2007 gegründeten organisatorischen Einheit, Boerse Stuttgart Holding GmbH, zusammengeführt.

Die Sicherung und der Ausbau der Erfolgsfaktoren im Markt für Privatanleger stehen unverändert im Mittelpunkt unserer strategischen Überlegungen. Deshalb wird sich die Gruppe Börse Stuttgart auch in den nächsten Jahren für die kontinuierliche Verbesserung der Dienstleistungen für Privatanleger einsetzen, die börsliche Marktführerschaft im Kerngeschäft festigen und Diversifikationsanstrengungen fortsetzen.

Der Erfolg basiert auf der hoch entwickelten Dienstleistung als QLP (Quality–Liquidity-Provider) für verbriefte Derivate, Anleihen, Inlandsaktien und Fonds. Im Mittelpunkt unseres „hybriden Marktmodells“ steht die einzigartige Kombination von technologischer Innovation und exzellenter Dienstleitungsqualität. In Verbindung mit einem klaren Kundenfokus haben diese Faktoren den erfolgreichen Weg der Vergangenheit flankiert und sollen auch zukünftig entscheidend sein, um im intensiven Wettbewerbsumfeld weiterhin richtungweisend wirken zu können.

Neben den Privatanlegern hat der Börsenplatz Stuttgart auch die Bedürfnisse der Intermediäre – Geschäfts- und Onlinebanken- sowie der Wertpapieremittenten im Fokus. Transparenz und ein attraktives Dienstleistungsbündel zur langfristigen Bindung auch dieser Zielgruppen sind zentrale Elemente, um auch in Zukunft die gute Marktstellung der Börse Stuttgart aufrecht zu erhalten. Die konsequente Fortführung der Investitionen in Innovationen stellt die Basis, um die hohe Qualität der Dienstleistungen aufrecht zu erhalten.

RISIKOBERICHT

Alle Geschäftstätigkeiten der EUWAX AG sind unvermeidbar mit dem Eingehen von Risiken verbunden. Nur hierdurch können unternehmerische Chancen genutzt und Ziele erreicht werden. Daher ist es auch nicht das Ziel der Gesellschaft, Risiken grundsätzlich auszuschließen, sondern sicherzustellen, dass diese rechtzeitig erkannt, korrekt bewertet und sinnvoll gesteuert werden. Um dies zu gewährleisten, hat die Gesellschaft umfangreiche Regelungen getroffen. Im nachfolgenden Risikobericht wird ein Überblick über das Risikomanagementsystem der EUWAX AG sowie über die derzeit bekannten Risiken gegeben. Im Hinblick auf mögliche zukünftige Chancen wird auf den Prognosebericht verwiesen.

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Risikomanagementsystem

Die Verantwortung für ein funktionierendes Risikomanagementsystem trägt der Gesamtvorstand der EUWAX AG. Er definiert die Risikostrategie des Unternehmens. Der Vorstand hat darüber hinaus interne Kontrollverfahren implementiert. Diese bestehen aus einem so genannten Internen Kontrollsystem (IKS) und der Internen Revision. Das IKS setzt sich wiederum aus der Aufbau- und Ablauforganisation, sowie den Risikosteuerungs- und Risikocontrollingprozessen zusammen. Zusätzlich wird der Rechnungslegungsprozess in die Überwachung durch das IKS einbezogen. Die Ausgestaltung dieser Elemente in der EUWAX AG wird nachfolgend in ihren wesentlichen Grundzügen beschrieben:

Risikostrategie

Risiken, denen die EUWAX AG in der Zukunft ausgesetzt ist, sind im Wesentlichen durch die geschäftspolitische Ausgangssituation, das Umfeld sowie die eigenen unternehmerischen Ziele bedingt. Der Vorstand erarbeitet jährlich eine Risikostrategie für das kommende Geschäftsjahr, welche die genannten Faktoren berücksichtigt. Diese Risikostrategie ist eng mit der Geschäftsstrategie und Jahresplanung verzahnt und in die Strategieplanung der Gruppe Boerse Stuttgart eingebettet. Durch die Risikostrategie bestimmt der Vorstand die grundsätzliche Risikobereitschaft des Unternehmens und definiert die Risikomanagementziele.

Interne Revision

Die Interne Revision der Boerse Stuttgart Holding GmbH übernimmt die Revisionstätigkeit für die EUWAX AG. Hierbei handelt es sich um eine wirksame und unabhängige Interne Revision. Die Interne Revision prüft risikoorientiert die Ordnungsmäßigkeit, Sicherheit und Wirtschaftlichkeit grundsätzlich aller betrieblichen Aktivitäten und Prozesse.

Aufbau- und Ablauforganisation

Die Aufbau- und Ablauforganisation der EUWAX AG stellt die Ordnungsmäßigkeit betrieblicher Prozesse sicher und minimiert hierdurch Risiken. Aufsichtsrechtliche Vorgaben wie die Mindestanforderungen an das Risikomanagement (MaRisk) werden eingehalten. Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten sind in Organisationsrichtlinien klar geregelt. Durch Funktionstrennungen ist sichergestellt, dass miteinander nicht vereinbare Tätigkeiten personell voneinander getrennt sind. In den Organisationsrichtlinien sind, sofern notwendig, Kontrollprozesse wie beispielsweise das Vier-Augenprinzip vorgeschrieben. Weitere interne Sicherungsmaßnahmen (z.B. Vergabe von Zugriffsberechtigungen) sorgen dafür, dass die eingesetzten EDV-Systeme vor unberechtigtem Zugriff geschützt sind.

Risikosteuerungs- und Risikocontrollingprozesse

Die EUWAX AG besitzt wirksame Prozesse und Instrumente zur Identifizierung, Beurteilung, Steuerung, Überwachung und Kommunikation von Risiken. Hierbei erfolgt eine Trennung zwischen risikosteuernden (Risikomanagement im engeren Sinne) und risikoüberwachenden Tätigkeiten (Risikocontrolling).

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Die Risikosteuerung erfolgt durch so genannte Risikomanager. Hierbei handelt es sich um erfahrene Mitarbeiter bis auf Ebene des Vorstands aus den unterschiedlichen Organisationseinheiten der Gesellschaft. Diese setzen die vom Vorstand festgelegte Risikostrategie um. Der Risikomanager entscheidet hierbei, ob die Erfolgschancen einer Entscheidung die damit einhergehenden Risiken rechtfertigen. Angestrebt ist die bestmögliche Erreichung der unternehmerischen Ziele aus Geschäftsstrategie und Jahresplanung und der Risikostrategie unter Eingehung möglichst geringer Risiken.

Das zentrale Risikocontrolling unterstützt die laufende Identifizierung von Risiken im Unternehmen und entwickelt Methoden zur Beurteilung und Bewertung von Risiken. Weiterhin liefert das Risikocontrolling den Risikomanagern und dem Vorstand alle zur Beurteilung der Risikolage benötigten Informationen und überwacht, ob die von der Geschäftsleitung vorgegebene Risikostrategie umgesetzt sowie die an die Risikomanager vergebenen Kompetenzen von diesen zu jeder Zeit eingehalten werden. Der Vorstand wird geschäftstäglich vom Risikocontrolling mit einem Risikoreport über die Risikotragfähigkeit, Bestandspositionen in Wertpapieren, Limitauslastungen und Ergebnisse aus Handelsgeschäften informiert. Monatlich erstellt das Risikocontrolling für Vorstand und Aufsichtsrat einen umfassenden Risikobericht über alle Risikokategorien. Ergänzt wird das Berichtswesen durch eine anlassbezogene, außerhalb der regulären Berichtszyklen liegende, Ad-hoc-Berichterstattung an die Geschäftsleitung, sofern dies geboten erscheint.

Im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess der EUWAX AG werden insbesondere diejenigen Merkmale des IKS dargestellt, die einen wesentlichen Einfluss auf die Bilanzierung und die Gesamtaussage des Jahresabschlusses einschließlich des Lageberichts besitzen können. Hierzu zählen beispielsweise Kontrollmaßnahmen im Finanz- und Rechnungswesen, eine ordnungsgemäße EDV-gestützte Verarbeitung von Daten und die Überwachung durch die Interne Revision.

Risikotragfähigkeit

Die Risikotragfähigkeit eines Unternehmens ist gegeben, wenn die Vermögenswerte der Gesellschaft – auch Risikodeckungskapital genannt – größer als die von der Gesellschaft eingegangenen Risiken sind. Das Risikocontrolling ermittelt täglich die Risikotragfähigkeit der EUWAX AG nach konservativen Regeln. Vermögenswerte, deren schnelle Liquidierbarkeit ungewiss ist, werden nicht in die Berechnung einbezogen.

Marktpreisrisiken

Unter Marktpreisrisiken sind potenzielle Verluste aufgrund von nachteiligen Veränderungen der Marktpreise oder der preisbeeinflussenden Parameter zu verstehen. Marktpreisrisiken beinhalten folgende Risiken:

Zinsänderungsrisiken
Währungsrisiken
Aktienkursbezogene Risiken
Rohwarenrisiken
Optionsrisiken

Im Geschäftsbereich QLP-Services der EUWAX AG werden Marktpreisrisiken im Rahmen der Erbringung von Dienstleistungen für unsere Kunden eingegangen, um eine möglichst schnelle Orderausführung sicher zu stellen oder fehlende Liquidität des Marktes auszugleichen. Dabei können aufgrund der Produktvielfalt der von der EUWAX AG betreuten Produkte grundsätzlich alle der oben genannten Risikofaktoren auftreten. Die Haltedauer der Positionen ist in der überwiegenden Anzahl der Fälle von sehr kurzfristiger Natur. In aller Regel werden Positionen innerhalb weniger Minuten wieder geschlossen. Hierdurch ergibt sich eine sehr hohe Depotumschlagshäufigkeit, verbunden mit einer sich ständig ändernden Risikostruktur. Nur ein geringer Teil der Risikopositionen wird über einen längeren Zeitraum - zum Beispiel über Nacht - gehalten. Aufgrund der hohen Depotumschlagshäufigkeit und der in aller Regel guten Handelbarkeit der Produkte kommen keine Hedge-Strategien im Rahmen der Risikosteuerung zum Einsatz.

Aufgrund der Produktvielfalt und der sehr kurzen Haltedauer im Bereich QLP-Services, ist eine Quantifizierung der Marktpreisrisiken über einen herkömmlichen Value-at-Risk-Ansatz nicht sinnvoll möglich. Die Gesellschaft setzt daher beim Management der Marktpreisrisiken so genannte Risikolimite ein. Dies sind pauschale, dafür aber sehr vorsichtige Verlustansätze, die sich an der Risikosensitivität der entsprechenden Wertpapierart orientieren. Die EUWAX AG setzt diese so ermittelten Risikowerte einem Value at Risk mit einem Konfidenzniveau von 99% und einer Haltedauer von einem Handelstag gleich. Durch diese pragmatische Berechnungsmethodik, die sowohl untertägig als auch zum Geschäftstagesschluss eingesetzt wird, ist die Gesellschaft in der Lage, ihre Marktpreisrisiken nahezu in Echtzeit zu steuern und zu überwachen. Eine Übersicht des Value at Risk aus Marktpreisrisiken für das Jahr 2010 ist in Abbildung 17 dargestellt.

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Gleiches gilt für das Handelsergebnis der EUWAX AG. Dieses wird ebenfalls in Echtzeit ermittelt. Dadurch ist sichergestellt, dass die Gesellschaft auch in extremen Marktsituationen ihre aktuellen Marktpreisrisiken kennt und negativen Entwicklungen unverzüglich gegensteuern kann.

Adressenausfallrisiken

Unter Adressenausfallrisiken sind potenzielle Verluste oder entgangene Gewinne aufgrund des Ausfalls oder einer Bonitätsverschlechterung eines Geschäftspartners zu verstehen. Hierunter fallen:

Emittentenrisiken
Kontrahentenrisiken
sonstige Adressenausfallrisiken

Emittentenrisiken und Kontrahentenrisiken entstehen im Zusammenhang mit Wertpapiergeschäften. Unter sonstigen Adressenausfallrisiken versteht die Gesellschaft alle weiteren Vermögenswerte, die einem Adressenausfallrisiko unterliegen. Hierunter fallen insbesondere bestehende Beteiligungen und Bankanlagen.

Grundsätzlich unterliegt die EUWAX AG aus ihren Wertpapierbeständen und sonstigen Anlagen heraus nur moderaten Adressenausfallrisiken. Emittenten- und Kontrahentenrisiken werden mit Hilfe von Kreditlinien begrenzt, deren Höhe sich anhand der Ausfallwahrscheinlichkeit des Geschäftspartners bemisst. Die EUWAX AG quantifiziert alle Adressenausfallrisiken über ein Value-at-Risk-Konzept. Hierbei kommt eine Monte-Carlo-Simulation zum Einsatz. Zur Bestimmung der Ausfallwahrscheinlichkeiten werden externe Ratings herangezogen. Stehen diese für einen Geschäftspartner nicht zur Verfügung, wird die Ausfallwahrscheinlichkeit auf Grundlage vorsichtiger Annahmen mit Hilfe eines internen Ratings festgelegt. Die in der Szenarioberechnung im Falle eines Ausfalls verwendeten Verlustquoten basieren mangels eigener historischer Ausfälle auf externen Daten. Der Value at Risk wird auf einen Betrachtungszeitraum von einem Jahr mit einem Konfidenzniveau von 99% berechnet. Eine Übersicht des somit ermittelten Value at Risk aus Adressenausfallrisiken findet sich in der nachfolgenden Grafik. Die Adressenausfallrisiken waren im Geschäftsjahr ebenfalls relativ stabil, zeigten jedoch zum Jahresende hin eine steigende Tendenz auf. Verantwortlich hierfür waren u.a. verschlechterte Bonitätseinschätzungen von einigen europäischen Ländern (z.B. Irland, Ungarn).

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Da Adressenausfallrisiken im Vergleich zu anderen Risikokategorien nur eine eher untergeordnete Bedeutung haben, sind Risikokonzentrationen auf bestimmte Branchen oder Länder innerhalb der Adressenausfallrisiken unkritisch, solange eine gewisse Mindestdiversifizierung gegeben ist. Im Hinblick auf länderspezifische Konzentrationen ist dies in zufriedenstellender Weise gegeben. Die hohe Konzentration auf das Heimatland Deutschland ist dem Geschäftsmodell der EUWAX AG geschuldet. Abbildung 19 stellt die durchschnittliche prozentuale Auslastung nach Ländern für das Berichtsjahr 2010 dar.

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Hinsichtlich der Branchen ist die Risikoverteilung der von der EUWAX AG gehaltenen Wertpapiere derzeit ebenfalls angemessen diversifiziert. Einen Schwerpunkt bildeten im Berichtsjahr die Bereiche „Banken/Versicherungen“, „Fahrzeug- und Maschinenbau“ und „Finanzdienstleistungen“ Eine Übersicht der durchschnittlichen prozentualen Auslastung der Wertpapiere nach unterschiedlichen Branchen für das Berichtsjahr 2010 findet sich in Abbildung 20.

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Marktpreis-, Adressenausfall- und operationelle Risiken werden von der EUWAX AG ebenfalls im Rahmen der Solvabilitätsverordnung (SolvV) an die Deutsche Bundesbank gemeldet. Zum Bilanzstichtag übertraf die bestehende Relation zwischen vorhandenen Risiken und zu unterlegenden Eigenmitteln die gem. SolvV von der EUWAX AG einzuhaltende Mindestkennziffer um den Faktor 5,7. Auch hierdurch wird die zurückhaltende Risikopolitik der Gesellschaft unterstrichen.

Liquiditätsrisiken

Liquiditätsrisiken können für die EUWAX AG in zweifacher Hinsicht bestehen – einerseits in einer unzureichenden Marktliquidität einzelner Finanzinstrumente und andererseits in einem allgemeinen Finanzierungsrisiko.

Kennzeichnend für das Risiko einer unzureichenden Marktliquidität ist, dass Handelspositionen aufgrund unzureichender Markttiefe oder wegen Marktstörungen nicht ohne weiteres zu „fairen“ Marktpreisen eingedeckt bzw. glattgestellt werden können. Auch mögliche Sanktionen aufgrund nicht zu erfüllender Wertpapiergeschäfte (Exekution, Buy-In) sind hierunter zu verstehen. Derzeit erfolgt die Anrechnung von Liquiditätsrisiken anhand eines pragmatischen Verfahrens. Hierbei werden die gehaltenen Bestandspositionen den in diesen Papieren getätigten Börsenumsätzen der letzten Handelstage gegenübergestellt. In Abhängigkeit vom Anteil am Gesamtumsatz werden pauschale Verlustansätze auf die gehaltenen Positionen unterstellt.

Das allgemeine Finanzierungsrisiko besteht darin, dass die Gesellschaft ihren Zahlungsverpflichtungen aufgrund eines Liquiditätsengpasses nicht nachkommen kann (Liquiditätsrisiko im engeren Sinne) oder dass benötigte Liquidität nicht zu erwarteten Konditionen beschafft werden kann (Refinanzierungsrisiko). Die Liquiditätslage der Gesellschaft ist konstant gut. Finanzielle Engpässe sind 2010 nicht aufgetreten. Diese werden auch für das kommende Geschäftsjahr nicht erwartet, so dass das allgemeine Finanzierungsrisiko für die EUWAX AG nur von untergeordneter Bedeutung ist. Dennoch erfolgt auch zukünftig fortlaufend eine strikte Überwachung der Finanzsituation des Unternehmens, damit die frühzeitige Feststellung von Liquiditätsengpässen und die rechtzeitige Einleitung von Gegenmaßnahmen gewährleistet bleiben.

Auf eine Messung des allgemeinen Finanzierungsrisikos wird unter Risikogesichtspunkten verzichtet. Zum Zwecke der Kapitalunterlegung wird neben den oben beschriebenen Verlustansätzen auf Wertpapierpositionen eine statische Szenarioannahme berücksichtigt, die Schäden aus einem angenommenen Liquiditätsengpass beinhaltet. Die so ermittelten Gesamtschäden setzt die Gesellschaft einem Value at Risk mit einem Konfidenzniveau von 99% und einem Betrachtungszeitraum von einem Jahr gleich. Eine Übersicht der somit ermittelten Value-at-Risk-Werte ist in der nachfolgenden Abbildung zu finden. Im Geschäftsjahr 2010 spielten Liquiditätsrisiken für die EUWAX AG nur eine untergeordnete Rolle und. Die Liquiditätsrisiken zeigten sich im Jahresverlauf relativ konstant. Verantwortlich für die Veränderungen zum Jahresende waren kurzfristige höhere Wertpapierbestände der EUWAX AG.

Chart

Die Liquidität der EUWAX AG wird darüber hinaus mit Hilfe der im Rahmen der Liquiditätsverordnung (LiqV) zu erstellenden Liquiditätskennzahlen geschäftstäglich festgestellt, an die Deutsche Bundesbank gemeldet und intern kommuniziert. Die gemäß LiqV vorgeschriebene Mindestliquidität wurde hierbei auch 2010 weit übertroffen. Sie lag zum Bilanzstichtag bei mehr als dem 22-fachen des geforderten Mindestwertes.

Operationelle Risiken

Unter operationellen Risiken versteht die EUWAX AG, in Anlehnung an Basel II, Risiken möglicher Verluste, die aufgrund der Unangemessenheit oder des Versagens von internen Verfahren, Menschen und Systemen oder in der Folge externer Ereignisse eintreten. Über diese Definition nach Basel II hinaus zählt die Gesellschaft auch Reputationsrisiken (die oftmals als Folge von schlagend gewordenen operationellen Risiken eintreten) und strategische Risiken zu dieser Risikokategorie. Operationelle Risiken nehmen in der EUWAX AG einen hohen Stellenwert ein. Hier besteht das größte Gefahrenpotenzial für das Unternehmen.

Zur Quantifizierung der operationellen Risiken verwendet die EUWAX AG ein Value-at-Risk-Konzept. Grundlage hierfür bilden Expertenschätzungen hinsichtlich der Eintrittswahrscheinlichkeiten und potenziellen Schadenshöhen. Ermittelt wird der Value at Risk aus operationellen Risiken mit Hilfe einer Monte-Carlo-Simulation.

Im Jahresverlauf 2010 haben sich die operationellen Risiken für die EUWAX AG im Vergleich zu den Vorjahren weiter reduziert (siehe Tab. 3). Dies ist in erster Linie auf die die nachlassende Finanz- und Wirtschaftskrise zurückzuführen.

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Value at Risk aus operationellen Risiken (Mio. EUR) 2010 2009
per Jahresultimo 4,41 8,11
Minimaler VaR 3,76 7,95
Maximaler VaR 11,32 10,09
durchschnittlicher VaR 6,68 8,94

Tab. 3: Operationelle Risiken 2010

Nachfolgend werden die wesentlichsten operationellen Risiken dargestellt, welche aus Sicht der EUWAX AG im Jahresverlauf 2010 bestanden. Diese Einzelrisiken tragen über 70% zum gesamten Value at Risk aus operationellen Risiken bei:

Kundenzufriedenheit / Wettbewerb

Der wirtschaftliche Erfolg der EUWAX AG hängt stark vom Erfolg des Börsenplatzes Stuttgart als Ganzes ab. Die Dienstleistungen des Börsenplatzes müssen den Kunden einen Mehrwert gegenüber anderen Marktmodellen und Wettbewerbern bieten. Sollte dies nicht mehr gegeben sein, wird die EUWAX AG insbesondere ihre derzeit bestehenden hohen Marktanteile im Handel mit verbrieften Derivaten nicht halten können. Dies würde die EUWAX AG mit entsprechenden Ertragsrückgängen treffen.

Durch die für Banken geltenden „Best Execution Policies“ ergeben sich ebenfalls Wettbewerbsrisiken. Sofern ein Kunde bei der Erteilung einer Wertpapierorder nicht explizit einen Handelsplatz vorgibt, muss die Bank nach festgelegten Kriterien (Best Execution Policy) die Order an einen Handelsplatz weiterleiten, an dem regelmäßig das bestmögliche Ergebnis für ihren Kunden erreicht werden kann. Viele Banken stellen dabei auf das leicht zu quantifizierende Leistungskriterium der Transaktionsentgelte (explizite Handelskosten) ab. Aufwändiger zu beurteilende Leistungskriterien, wie die impliziten Handelskosten, oder qualitative Leistungskriterien, wie Wahrscheinlichkeit und Schnelligkeit der Orderausführung finden keine oder nur wenig Berücksichtigung. Für die EUWAX AG ergeben sich insofern Risiken, da Stärken der EUWAX AG insbesondere in qualitativen Leistungskriterien liegen, denen Banken oftmals zu wenig Beachtung schenken. Die EUWAX AG begegnet diesem Risiko durch entsprechende Presse- und Vertriebsarbeit.

EdW / Phoenix

Alle Kredit- und Finanzdienstleistungsinstitute sind aufgrund gesetzlicher Vorgaben Pflichtmitglieder in einem Einlagensicherungsfonds. Der für die EUWAX AG zuständige Sicherungsfonds ist die Entschädigungseinrichtung der Wertpapierhandelsunternehmen (EdW). Diese sieht sich durch den Zusammenbruch der Phoenix Kapitaldienst GmbH im Jahr 2005 einem bedeutsamen Schadensfall ausgesetzt. Das Entschädigungsverfahren gestaltet sich komplex und langwierig. Die genaue Höhe der von der EdW zu entschädigenden Kundeneinlagen steht weiterhin nicht fest. Klar ist jedoch, dass der Schadensfall die Leistungsfähigkeit der EdW bei weitem übersteigt und daher die Mitglieder der EdW Sonderumlagen zu leisten haben. Diese Sonderumlagen sind aus Sicht der EUWAX AG rechtswidrig. Erste 2007 erlassene Sonderumlagebescheide konnten erfolgreich angefochten werden. Der Gesetzgeber reagierte darauf im Jahr 2009 mit dem Erlass einer neuen Beitragsverordnung, auf deren Basis neue Sonderumlagebescheide erlassen wurden. Auch gegen diese hat die EUWAX AG Rechtsmittel eingelegt und wird alle zur Verfügung stehenden Rechtswege ausschöpfen, um eine Belastung von der Gesellschaft abzuwenden.

Gleichwohl hat die Gesellschaft aus Gründen der kaufmännischen Vorsicht durch die Bildung einer entsprechenden Rückstellung eine bilanzielle Vorsorge getroffen. Im Geschäftsjahr 2010 wurde ein Teil der Rückstellung in eine Verbindlichkeit umgebucht. Die Rückstellung deckt auf Basis der derzeit weitgehend verlässlich bestimmbaren Daten die zu erwartenden Belastungen ab. Darüber hinaus bestehen jedoch Risiken hinsichtlich möglicher höherer Belastungen, die sich aus uns heute nicht bekannten Fakten oder aus sich erst in der Zukunft eintretenden Veränderungen ergeben.

Informationstechnologie

Die EUWAX AG ist zur Erbringung ihrer Dienstleistungen, zur Erfüllung aufsichtsrechtlicher Vorgaben und zur Sicherstellung einer effizienten Verwaltung in hohem Maße von der Unterstützung durch leistungsfähige IT-Systeme angewiesen. Beeinträchtigungen der IT-Systeme z.B. durch Hardware- oder Systemausfälle können aus Sicht der EUWAX AG zu Schäden führen. Durch unberechtigte Zugriffe oder Manipulationen dritter Personen sind ebenfalls Störungen möglich.

Grundsätzlich misst die EUWAX AG der Geschäftsunterstützung durch funktionsfähige IT-Systeme eine hohe Priorität bei. Sofern Störungen oder Angriffe auftreten, werden diese umgehend analysiert und behoben. Zusätzlich werden diese Zwischenfälle in einer internen Datenbank zu Dokumentationszwecken erfasst und unter Risikogesichtspunkten bewertet. Zahlreiche aufbau- und ablauforganisatorische Maßnahmen wurden von der Gesellschaft veranlasst, um den fortwährenden IT-Betrieb sicherzustellen.

Emittenten

Die Struktur der Emittenten des Handelssegments EUWAX ist von einer relativ hohen Konzentration geprägt. Von den derzeit an der EUWAX AG gelisteten Emittenten vereinen die fünf größten Anbieter ca. 80% des Gesamtmarktes auf sich. Dadurch ergibt sich eine natürliche, wenn auch sich stetig ändernde Abhängigkeit gegenüber diesen Großkunden. Im Gegensatz hierzu ist das Marktsegment EUWAX Marktführer im deutschen börslichen Handel mit verbrieften Derivaten.

Insofern bestehen auch auf Seiten der Emittenten Abhängigkeiten hinsichtlich dieses Marktes als Vertriebsweg.

Eine gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit unseren Emittenten ist daher eine wesentliche Voraussetzung für den Erfolg unseres Marktmodells. Der Verlust entsprechender Großkunden kann insofern nicht ohne Auswirkungen auf die Attraktivität des Marktmodells im Gesamten und auf die Geschäftstätigkeit der EUWAX AG im Besonderen bleiben. Die Gesellschaft begegnet diesem Risiko durch intensive Bemühungen um den Erhalt dieser Kundenbindungen.

Sonstige bestandsgefährdende Risiken

Zusätzlich bestehen Risiken, welche in sehr unwahrscheinlichen Szenarien für die Gesellschaft grundsätzlich bestandsgefährdend sein können. Hierzu zählen beispielsweise seltene Katastrophenereignisse, Terroranschläge, Kriege oder Unruhen, die verheerend auf den Firmensitz, die Belegschaft oder das Finanzsystem einwirken. Die EUWAX AG hat Maßnahmen zur Reduzierung entsprechender Eintrittswahrscheinlichkeiten sowie zur Begrenzung möglicher Schäden bei Eintritt unternommen. Hierzu zählen beispielsweise Brandschutz- oder sicherheitstechnische Maßnahmen, sowie die redundante Auslegung kritischer IT-Systeme an geografisch verteilten Rechenzentren. Darüber hinaus wurden Risiken, soweit möglich, auf Dritte abgewälzt. So besteht ein umfassender Versicherungsschutz, welcher beispielsweise Elementarrisiken, Betriebsunterbrechung oder Terroranschläge beinhaltet. Jedoch kann das Unternehmen aufgrund seiner Größe und Fokussierung auf einen Geschäftssitz verbleibende Restrisiken nicht vollständig ausschließen.

Prognosegüte (Backtesting)

Bei der Quantifizierung von Risiken mit Hilfe eines Value at Risk handelt es sich um eine Prognose von in der Zukunft möglicherweise eintretenden Verlusten. Das gewählte Konfidenzniveau gibt dabei an, mit welcher Wahrscheinlichkeit keine Verluste auftreten werden, die höher sind, als die durch den Value at Risk angegeben. Das Risikocontrolling überprüft bei der EUWAX AG fortlaufend, ob Verluste auftreten, die über den berechneten Value-at-Risk-Risikowerten der jeweiligen Risikokategorien liegen (Backtesting).

Im Bereich der Marktpreisrisiken traten bei einem mittlerweile mehrjährigen Betrachtungszeitraum nie Verluste auf, die über dem Value at Risk lagen. Hierdurch wird deutlich, dass den von der Gesellschaft gewählten Verlustansätzen sehr vorsichtige Annahmen zu Grunde liegen.

Adressenausfallrisiken in Form des Ausfalls eines Geschäftspartners sind in der Historie der EUWAX AG noch nicht zu verzeichnen gewesen. Verluste aufgrund von Bonitätsveränderungen bei Emittenten von Wertpapieren kommen regelmäßig vor, sind jedoch für die Gesellschaft von untergeordneter Bedeutung. Diese Verluste können zum Zwecke eines Backtesting nicht mit vertretbarem Aufwand von Verlusten, die aus normalen Marktpreisrisiken entstanden sind, getrennt werden. Diese sind daher beim Backtesting der Marktpreisrisiken implizit berücksichtigt.

Liquiditätsrisiken aufgrund einer unzureichenden Marktliquidität von Wertpapieren führen im Falle ihres Eintritts ebenfalls zu Kursverlusten und sind daher bereits beim Backtesting der Marktpreisrisiken implizit enthalten. Schäden aus anderen Liquiditätsrisiken sind bei der EUWAX AG noch nie zu verzeichnen gewesen.

Operationelle Risiken traten historisch bisher nur selten und in einem Umfang auf, der weit unterhalb des ermittelten Value at Risk lag. Da viele operationelle Risken nur sehr selten schlagend werden, dann jedoch hohe Schäden verursachen können, bedarf es eines langen Betrachtungszeitraumes, um untermauerte Aussagen zur Prognosegüte des Value-at-Risk-Modells, insbesondere im Bereich hoher Konfidenzniveaus, treffen zu können. Dies ist bei der EUWAX AG mangels historischer Schadensfälle nicht gegeben. Aufgrund der eher vorsichtigen Schätzung von Eintrittswahrscheinlichkeiten und Schadenshöhen geht die Gesellschaft jedoch von einer hohen Prognosegüte aus. Ein Hinweis hierauf ist auch die Tatsache, dass die im Value at Risk regelmäßig erwarteten Verluste (50% Konfidenzniveau) deutlich über den bisher eingetretenen Verlusten liegen.

Zusammenfassung

Die Risikosituation der EUWAX AG ist weiterhin als gut zu bezeichnen. Im Vergleich zum Vorjahr haben sich die Risiken verringert. Die Summe aller Risiken der EUWAX AG lag zum 31.12.2010 bei 7,13 Mio. €, nach 9,79 Mio. € zum 31.12.2009 (siehe Abb. 23). Das zur Abdeckung der Risiken vorhandene Risikodeckungskapital ist aufgrund der Geschäftstätigkeit geringfügig auf 46,54 Mio. € zurückgegangen (Vorjahr: 49,31 Mio. €). Die Risikotragfähigkeit der EUWAX AG war im Berichtszeitraum fortwährend gegeben.

Chart

PROGNOSEBERICHT

Gesamtwirtschaftliches Umfeld

Während sich der Erholungskurs der Weltwirtschaft zuletzt fortgesetzt hat, verstärkten sich die Konjunktursorgen aufgrund der abgebremsten Wachstumsdynamik in Asien sowie der Wachstumsdelle in den USA. Nach wie vor bleibt Deutschland der Wachstumsmotor der europäischen Wirtschaft. Für 2011 erwartet der Sachverständigenrat für Deutschland ein positives Wirtschaftswachstum von 2,2%, nachdem für 2010 ein Wachstum in Höhe von 3,7% vorausgesagt wurde. Die deutsche Volkswirtschaft profitiert vom Exportgeschäft vor allem in die Schwellenländer und von anziehenden Anlageinvestitionen – der starke Euro und Konsolidierungsanstrengungen der Abnehmerländer können aber potentiell zur Belastung für die Exportwirtschaft werden. Die Inflation in 2011 wird voraussichtlich ein moderates Niveau einnehmen – mittelfristig steigende Inflationsraten wirken positiv auf die Aktienmärkte.

Auch in 2011 erwarten wir hohe Liquiditätsreserven der Marktteilnehmer, die sich aufgrund fehlender Anlagenalternativen positiv auf die Aktienmärkte auswirken dürften. Allerdings erwarten wir aufgrund der immer noch bestehenden Risiken für die Gesamtwirtschaft beispielsweise aufgrund der nach wie vor gravierenden Staatsverschuldungen auch steigende Volatilitäten an den Märkten. Beide Entwicklungen – steigende Aktienindizes mit hohen Volatilitäten – sind wichtige Werttreiber im Core Business der EUWAX AG.

Finanz- und Ertragslage

Die mittelfristige Ertragsplanung (3-Jahreszeitraum) geht von nachhaltigen positiven Jahresergebnissen aus, die nicht zuletzt auf der erfolgreichen Umsetzung von weiteren Innovationen beruht. Dabei erwarten wir bereits in 2011 einen Ergebnisanstieg im Vergleich zum abgelaufenen Geschäftsjahr und weitere Ergebnissteigerungen in den Folgejahren. Wichtigste Ertragstreiber bleiben die QLP-Vergütungen sowie die Handelserträge. Auch gehen wir weiterhin von einer sehr positiven Finanzlage mit komfortabler Eigenkapital- und Liquiditätsausstattung aus.

Entwicklung der Handelsbereiche

Das breite Spektrum der an der Börse Stuttgart handelbaren Instrumente und Basiswerte bedient sowohl den sicherheitsorientierten Anleger als auch den aktiven und chancenorientierten Privatanleger. Die Börse Stuttgart möchte zukünftig ihre Abhängigkeit vom Handel mit Zertifikaten weiter verringern. Der Handel mit Derivaten macht aktuell nahezu die Hälfte des Handelsvolumens der Börse Stuttgart aus. Weiterhin sollen neue Anlageklassen erschlossen werden, um so weiterhin im Wettbewerb erfolgreich bestehen zu können. Als aktuelle Beispiele sind hier der dynamisch wachsende Handel mit ETFs sowie das neue Segment Bondm aufzuführen. Der Bereich ETF hat dem Börsenplatz Stuttgart in 2010 hohe Wachstumsraten beschert. Das neue Segment im Anleihenhandel, das sich auf Anleihen von mittelständischen Unternehmen konzentriert, startete sehr erfolgreich und stellt eine weitere Diversifizierung dar.

Die Börse Stuttgart konnte im Berichtsjahr ihre Marktführerschaft bei Unternehmensanleihen, verbrieften Derivaten sowie im Fonds-Geschäft behaupten. Auch zukünftig wird der Handelsplatz seine Produkte und Dienstleistungen verstärkt auf private Anleger ausrichten und seinen Fokus auf die speziellen Interessen privater Investoren legen. Mit beträchtlichen Investitionen in Innovationen will die Börse Stuttgart ihre führende Stellung im Handel der Privatanleger erfolgreich verteidigen und ausbauen. Die Börse Stuttgart zeichnet sich dadurch als Leitbörse im Bereich der Privatanleger aus, während beispielsweise die Deutsche Börse im institutionellen und internationalen Handel ihren Schwerpunkt legt.

Derivatehandel

Das Vertrauen der Privatanleger in Zertifikate wird in 2011 und den Folgejahren weiter gefestigt werden, so dass wir von einem kontinuierlichen Wachstum ausgehen. Vor allem einfachere und verständliche Produkte werden gefragt sein. Da Privatanleger aufgrund des historisch niedrigen Zinsniveaus wieder verstärkt auf die Rendite achten und ggf. vermehrt bereit sein werden Risiken einzugehen, ist im Derivatehandel 2011 mit kräftig steigenden Orders und Umsätzen zu rechnen.

Aktienhandel

Im Bereich des Aktienhandels besteht nach wie vor starker Wettbewerbsdruck durch die MTFs. Aufgrund dessen erwarten wir zukünftig tendenziell unterproportionale Steigerungsraten im börslichen Aktienhandel.

Anleihenhandel

Durch die geplanten strategischen Initiativen wird eine positive Entwicklung des Anleihenhandels erwartet. Die Stellung des Anleihenhandels als zweites Standbein im Wertpapierhandel soll weiter ausgebaut werden. Eine weitere Chance des erfolgreich gestarteten Segments Bondm als Refinanzierungsalternative des Mittelstands ergibt sich aus den neuen Anforderungen an Kreditinstitute nach Basel III. Diese werden zu höheren Anforderungen an die Eigenkapitalausstattung führen, was sich negativ auf die Kreditvergabe der Banken auswirken wird und dadurch Bondm in den Vordergrund rücken dürfte.

Fondshandel

Der deutliche Anstieg der Rohstoffpreise aufgrund der positiven Entwicklung der Weltwirtschaft führt auch 2011 zu einer positiven Entwicklung der börsennotierten Fonds.

Investitionen

Das Investitionsniveau der Gruppe Börse Stuttgart wird weiterhin aufrecht erhalten bzw. ausgebaut um neben der hohen persönlichen Servicequalität die IT-Infrastruktur, die Basis des zukünftigen Markterfolgs, konsequent weiter zu entwickeln. Um weiterhin die hochwertigen Dienstleistungen anzubieten, sind anhaltend hohe Investitionen in die technische Handelsunterstützung erforderlich. Der Großteil der Investitionen entfällt dabei aufgrund des bei der Boerse Stuttgart AG angesiedelten IT-Bereichs auf diese Gesellschaft. Die direkten Investitionen der EUWAX AG nehmen nur ein unwesentliches Niveau ein. Über konzerninterne Umlagen wird die EUWAX AG jedoch an dem Investitionsvolumen der Boerse Stuttgart AG beteiligt.

Die gebündelten Kräfte des Börsenplatzes stellen die Unternehmung hierbei auf eine sehr solide Kapitalbasis und ermöglichen unabhängiges Handeln von kurzfristigen Ertragsschwankungen.

Wachstum

Neben der Verringerung der Abhängigkeit von Zertifikaten setzt die Börse Stuttgart auch auf Wachstum im Ausland. Neben der Fokussierung auf den Privatanleger hat die Börse Stuttgart ihre Internationalisierungsstrategie im vergangenen Jahr intensiv fortgeführt. Bereits Ende 2008 trat sie mit der Übernahme der zweitgrößten schwedischen Börse Nordic Growth Market AB (NGM) in den skandinavischen Markt ein. Im vergangenen Jahr setzte sie ihre Expansion fort und führte den Handel mit Derivaten in Finnland ein. Bereits im Dezember betrug der Marktanteil des finnischen Handelsplatzes bei verbrieften Derivaten rund 20%.

Die Expansion wird auch in 2011 weiter vorangetrieben werden. Als weitere Etappe ist die Erschließung des Marktes in Norwegen geplant. Derzeit werden die Rahmenbedingungen geschaffen, dass die Wertpapiertransaktionen beispielsweise im Handel mit Zertifikaten abgewickelt werden können. Die Chancen in Dänemark sowie im Baltikum werden ebenfalls genauer geprüft. Strategisches Ziel der Auslandsexpansion ist die Weiterentwicklung der Märkte in den jeweiligen Ländern.

SONSTIGE ANGABEN

Der Jahresabschluss der EUWAX Aktiengesellschaft, Stuttgart zum 31.12.2010 wurde nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuchs unter Beachtung der ergänzenden Regelungen des Aktiengesetzes sowie der für Finanzdienstleistungsinstitute geltenden Verordnung über die Rechnungslegung der Kreditinstitute und Finanzdienstleistungsinstitute (RechKredV) aufgestellt.

Für die Erstellung des Lageberichts wurde der Deutsche Rechnungslegungsstandard Nr. 15 (Lageberichterstattung) und der Deutsche Rechnungslegungsstandard Nr. 5-10 (Risikoberichterstattung von Kredit- und Finanzdienstleistungsinstituten) beachtet.

Aktionärs- und Kapitalstruktur der EUWAX AG

Das gezeichnete Kapital der EUWAX AG setzt sich aus 5.150.000 nennwertlosen Inhaber-Stückaktien zusammen mit einem rechnerischen Nennwert von 1 € je Aktie. Eigene Aktien wurden von der Gesellschaft im gesamten Geschäftsjahr 2010 nicht gehalten.

Die Boerse Stuttgart Holding GmbH hielt am 31.12.2010 ca. 84% der Anteile an der EUWAX AG und war damit die einzige Aktionärin mit einer Beteiligung von über 10% am Kapital der Gesellschaft. Im Berichtsjahr wurden der Boerse Stuttgart Holding GmbH insgesamt 401 Aktien (insgesamt: 466.683) aufgrund des mit der EUWAX AG geschlossenen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrags und dem damit bestehenden Barabfindungsangebots angedient. Die Aktien von Herrn Dr. Jan Wittig (Aufsichtsrat) sind aufgrund seines plötzlichen Ablebens im März 2010 in den Streubesitz übergegangen.

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2006 Bestand 2007 Bestand 2008 Bestand 2009 Bestand 2010 Käufe Veränderung Verkäufe Bestand absolut relativ
Aktionärsstruktur nach Anlegergruppen
Private Anleger 768.809 895.928 816.154 814.728 n.v. n.v. 817.627 2.899 0%
Anteil in % 14,9% 17,4% 15,8% 15,8% 15,9% 0,1% 0,4%
Institutionelle Anleger 3.862.501 4.243.330 4.325.513 4.328.783 401 0 4.329.184 401 0%
Anteil in % 75,0% 82,4% 84,0% 84,1% 100,0% 84,1% 0,0% 0,0%
Aufsichtsrat 380.751 3.700 3.700 3.700 0 0 500 -3.200 -86%
Anteil in % 7,4% 0,1% 0,1% 0,1% 0,0% -0,1% -86,5%
Vorstand 78.278 0 0 0 0 0 0 0
Anteil in % 1,5% 0,0% 0,0% 0,0% 0,0% 0,0%
Mitarbeiter 59.661 7.042 4.633 2.789 0 100 2.689 -100 -4%
Anteil in % 1,2% 0,1% 0,1% 0,1% 0,1% 0,0% -3,6%
EUWAX AG 0 0 0 0 0 0 0 0
Anteil in % 0,0% 0,0% 0,0% 0,0% 0,0% 0,0%
Inhaber-Stückaktien 5.150.000 5.150.000 5.150.000 5.150.000 5.150.000 0 0%

Tab. 4: Anlegerstruktur der EUWAX AG

Stimmrechte und sonstige Vereinbarungen

Stimmrechtsbeschränkungen bestehen nach den gesetzlichen Vorschriften, insbesondere nach § 136 AktG, wonach ein Stimmverbot für betroffene Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder bei der Beschlussfassung über ihre Entlastung gilt. Beschränkungen, die die Übertragung von Aktien der Gesellschaft betreffen, sind dem Vorstand nicht bekannt.

Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen, bestehen bei der EUWAX AG nicht. Soweit Arbeitnehmer der Gesellschaft Aktionäre sind, bestehen in Bezug auf deren Stimmrechte keine Besonderheiten gegenüber anderen Aktionären.

Wesentliche Vereinbarungen der Gesellschaft, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots stehen, bestehen ebenso wenig wie Entschädigungsvereinbarungen der Gesellschaft für den Fall eines Übernahmeangebots mit Mitgliedern des Vorstands oder Arbeitnehmern.

Ernennung und Abberufung des Vorstands

Die Bestellung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands erfolgt nach den Bestimmungen der §§ 84, 85 AktG durch den Aufsichtsrat. Nähere Vorgaben über die Zusammensetzung des Vorstands enthält § 5 der Satzung der Gesellschaft, insbesondere, dass der Vorstand der Gesellschaft aus einer oder mehreren Personen besteht und die genaue Anzahl der Vorstandsmitglieder vom Aufsichtsrat bestimmt wird. Auch der Abschluss der Anstellungsverträge mit den Vorstandsmitgliedern erfolgt durch den Aufsichtsrat. Der Aufsichtsrat kann einen Vorsitzenden des Vorstands sowie einen stellvertretenden Vorsitzenden ernennen und eine Geschäftsordnung für den Vorstand erlassen.

Änderungen der Satzung erfolgen in Übereinstimmung mit den §§ 179, 133 AktG und § 14 der Satzung der Gesellschaft. Der Aufsichtsrat ist gemäß § 4 Abs. 6 und Abs. 7 der Satzung der Gesellschaft ermächtigt, die Fassung der Satzung entsprechend dem Umfang der Kapitalerhöhung aus genehmigtem Kapital zu ändern. Der Aufsichtsrat kann gemäß § 8 Abs. 5 der Satzung der Gesellschaft Satzungsänderungen beschließen, die nur die Fassung betreffen.

Bedingtes Kapital III

Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 13.07.2011 einmalig oder mehrmalig Optionsschuldverschreibungen im Gesamtnennbetrag von bis zu 51.500.000,00 € mit einer Laufzeit von bis zu zehn Jahren auszugeben.

Die Optionsschuldverschreibungen werden im Falle der Ausübung der Ermächtigung den Aktionären im Wege des unmittelbaren Bezugsrechts angeboten. Der Vorstand ist mit Zustimmung des Aufsichtsrats ermächtigt, die weiteren Einzelheiten der Ausgabe und Ausstattung der Emissionen, insbesondere den Zeitpunkt der Begebung, den Zinssatz, den Ausgabekurs und die Laufzeit festzusetzen.

Das Grundkapital ist um bis zu 515.000,00 € (eingeteilt in bis zu 515.000 Inhaberstückaktien ohne Nennbetrag) bedingt erhöht. Die Inhaberstückaktien sind mit einer Gewinnberechtigung ab Beginn des im Jahr der Ausgabe laufenden Geschäftsjahres ausgestattet. Die bedingte Kapitalerhöhung dient der Bedienung von Bezugsrechten, zu deren Ausgabe der Vorstand von der Hauptversammlung am 14.07.2006 ermächtigt wurde.

Genehmigtes Kapital I

Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital in der Zeit bis zum 16.07.2014 durch Ausgabe neuer Aktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen einmalig oder mehrmals, insgesamt jedoch höchstens um 1.750.000,00 € zu erhöhen.

Die Ermächtigung des Vorstands erfolgte durch die Hauptversammlung am 08.07.2009.

Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrates über einen Ausschluss des Bezugsrechts zu entscheiden, wobei das Bezugsrecht insbesondere dann ausgeschlossen werden kann, wenn die Kapitalerhöhung gegen Sacheinlagen zum Zwecke des Erwerbs von Unternehmen oder Unternehmensbeteiligungen erfolgt, wenn die Kapitalerhöhung zum Zwecke der Ausgabe von Aktien an Arbeitnehmer der EUWAX AG erfolgt, wenn die Kapitalerhöhung gegen Bareinlagen zehn vom Hundert des Grundkapitals nicht übersteigt und der Ausgabebetrag den Börsenpreis nicht wesentlich unterschreitet oder zum Ausgleich von Spitzenbeträgen.

Im Berichtszeitraum wurde keine Kapitalerhöhung durchgeführt. Zum 31.12.2010 beträgt das genehmigte Kapital I 1.750.000,00 €.

Genehmigtes Kapital II

In der Hauptversammlung vom 02.07.2010 wurde der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital der Gesellschaft in der Zeit bis zum 01.07.2015 durch Ausgabe neuer Aktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen einmalig oder in mehreren Teilbeträgen um bis zu 825.000,00 € zu erhöhen.

Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrates über einen Ausschluss des Bezugsrechts zu entscheiden, wobei das Bezugsrecht insbesondere dann ausgeschlossen werden kann, wenn die Kapitalerhöhung gegen Sacheinlagen zum Zwecke des Erwerbs von Unternehmen oder Unternehmensbeteiligungen erfolgt, wenn die Kapitalerhöhung zum Zwecke der Ausgabe von Aktien an Arbeitnehmer der EUWAX Aktiengesellschaft erfolgt, wenn die Kapitalerhöhung gegen Bareinlagen zehn vom Hundert des Grundkapitals nicht übersteigt und der Ausgabebetrag den Börsenpreis nicht wesentlich unterschreitet.

Im Berichtszeitraum wurde keine Kapitalerhöhung durchgeführt.

Erwerb eigener Aktien

Die Hauptversammlung hat den Vorstand am 02. Juli 2010 zum Erwerb eigener Aktien sowie deren späteren Verwendung nach § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG in Verbindung mit § 186 Abs. 4 AktG ermächtigt.

Grundzüge des Vergütungssystems

Vorstandsbezüge

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Veränderung
2010

T€
2009

T€
absolut

in T€
relativ
--- --- --- --- ---
Fixe Bezüge 0 484 -484 -100%
Variable Vergütungen 0 769 -769 -100%
Gesamte Bezüge 0 1.252 -1.252 -100%

Tab. 5: Vorstandsvergütung

Die Vergütung der zum 31.12.2010 aktiven Vorstandsmitglieder wird aufgrund der bestehenden Entsendungsverträge zwischen der Muttergesellschaft und der EUWAX AG durch die Boerse Stuttgart Holding GmbH übernommen, bei der die Vorstände gleichzeitig angestellt sind.

Von der Pflicht zur individuellen Offenlegung der Vorstandsvergütungen wurde die EUWAX AG durch die Hauptversammlung am 14.07.2006 bis einschließlich des Geschäftsjahres 2010 entbunden.

Aufsichtsratsvergütung

Die Vergütung für die Aufsichtsratsmitglieder betrug für das Berichtsjahr insgesamt 120 T€ (Vj. 120 T€).

Die Satzungsregelungen zur Aufsichtsratsvergütung wurden mit Beschluss der Hauptversammlung am 08. Juli 2009 neu gefasst und wurden erstmals auf die für das Geschäftsjahr 2008 zu zahlende Vergütung angewendet. Jedes Mitglied des Aufsichtsrats erhält nach der Hauptversammlung, die über die Entlastung des Aufsichtsrats für das vergangene Geschäftsjahr beschließt, eine feste Vergütung. Zusätzlich zu der fixen Vergütung wird ein Sitzungsgeld für die Teilnahme an Aufsichtsrats- bzw. Ausschusssitzungen gezahlt.

Die Aufsichtsratsvergütung für 2010 betrifft die zurückgestellten Beträge.

Sonstiges

Zwischen der EUWAX AG und der Boerse Stuttgart Holding GmbH besteht ein Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag, der mit seiner Eintragung ins Handelsregister am 12.02.2008 Rechtswirksamkeit erlangte.

Die EUWAX AG unterhält keine Zweigniederlassungen.

Angaben über Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen erfolgen im Anhang der Gesellschaft.

Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289a HGB

Die abgegebene Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289a HGB ist den Aktionären auf der Internetseite der Gesellschaft unter folgendem link, http://www.euwaxag.de/investor+relations/corporate+governance/corporate+governance.html, zugänglich gemacht worden. Im Geschäftsbericht ist die Erklärung im Kapitel „Corporate Governance“ abgedruckt.

Vorbehalt bei Zukunftsaussagen

Dieser Bericht enthält zukunftsgerichtete Aussagen. Diese Aussagen basieren auf den gegenwärtigen Erwartungen, Vermutungen und Prognosen des Vorstands sowie den ihm derzeit verfügbaren Informationen. Die zukunftsgerichteten Aussagen sind nicht als Garantien der darin genannten zukünftigen Entwicklungen und Ergebnisse zu verstehen. Die zukünftigen Entwicklungen und Ergebnisse sind vielmehr abhängig von einer Vielzahl von Faktoren, sie beinhalten verschiedene Risiken und Unwägbarkeiten und beruhen auf Annahmen, die sich möglicherweise als nicht zutreffend erweisen. Wir übernehmen keine Verpflichtung, die in diesem Bericht gemachten zukunftsgerichteten Aussagen zu aktualisieren.

NACHTRAGSBERICHT

Keine berichtspflichtigen Nachträge.

Stuttgart, den 10. März 2011

EUWAX AG

Der Vorstand

Christoph Lammersdorf, Vorstandsvorsitzender

Ralph Danielski, Stv. Vorstandsvorsitzender

Ralf Nachbauer

Jahresbilanz zum 31. Dezember 2010

EUWAX AG, Stuttgart

Aktiva

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EUR EUR 31.12.2009

TEUR
1. Barreserve
-) Kassenbestand 0,00 0
2. Forderungen an Kreditinstitute
a) täglich fällig 27.580.805,07 34.718
b) andere Forderungen 1.431.730,39 0
29.012.535,46
3. Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere
-) Anleihen und Schuldverschreibungen
a) von öffentlichen Emittenten 0,00 14
darunter: beleihbar bei der Deutschen Bundesbank EUR 0,00 (Vj. TEUR 10)
b) von anderen Emittenten 0,00 1.990
darunter: beleihbar bei der Deutschen Bundesbank EUR 0,00 (Vj. TEUR 1.657) 0,00
4. Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere 0,00 35
4a. Handelsbestand 6.494.743,80 1)
5. Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 34
darunter: an Kreditinstituten EUR 0,00 (Vj. TEUR 0)
darunter: an Finanzdienstleistungsinstituten EUR 0,00 (Vj. TEUR 0)
6. Immaterielle Anlagewerte
a) entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 228.947,00 412
b) Geschäfts- oder Firmenwert 1,00
7. Sachanlagen 191.960,00 241
8. Sonstige Vermögensgegenstände 65.143.586,14 65.551
9. Rechnungsabgrenzungsposten 5.759,66 7
101.077.533,06 103.002
Passiva
1. Sonstige Verbindlichkeiten 14.618.221,29 16.384
2. Rechnungsabgrenzungsposten 69,30 0
3. Rückstellungen
a) Steuerrückstellungen 95.581,95 594
b) andere Rückstellungen 2.177.689,02 3.143
2.273.270,97
4. Fonds für allgemeine Bankrisiken 1.305.287,91 0
davon Sonderposten nach § 340e Abs. 4 HGB EUR 1.305.287,91 (Vj. TEUR 0)
5. Eigenkapital
a) gezeichnetes Kapital 5.150.000,00 5.150
b) Kapitalrücklage 21.067.750,00 21.068
c) Gewinnrücklagen
ca) andere Gewinnrücklagen 56.662.933,59 56.663
d) Bilanzgewinn 0,00 0
82.880.683,59
101.077.533,06 103.002

1) Vom Wahlrecht des Artikel 67 Abs. 8 Satz 2 EGHGB wird Gebrauch gemacht.

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2010

EUWAX AG, Stuttgart

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EUR EUR EUR 2009

TEUR
1. Zinserträge aus
a) Kredit- und Geldmarktgeschäften 964.648,60 1.156
b) festverzinslichen Wertpapieren und Schuldbuchforderungen 0,00 234
964.648,60 1.390
2. Zinsaufwendungen 10.625,00 11
954.023,60 1.379
3. Laufende Erträge aus
-) Aktien und anderen nicht festverzinslichen Wertpapieren 0,00 23
4. Provisionserträge 16.417.011,61 18.508
5. Provisionsaufwendungen 74.295,61 104
16.342.716,00 18.404
6a. Ertrag des Handelsbestands (Vj. Ertrag aus Finanzgeschäften) 41.292.913,98 53.328
6b. Aufwand des Handelsbestands (Vj. Aufwand aus Finanzgeschäften) 29.553.461,80 37.997
davon Zuführung zum Fonds für allgemeine Bankrisiken EUR 1.305.287,91 (Vj. TEUR 0)
11.739.452,18 15.331
7. Sonstige betriebliche Erträge 2.423.076,85 640
8. Allgemeine Verwaltungsaufwendungen
a) Personalaufwand
aa) Löhne und Gehälter 5.425.385,80 7.633
ab) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 796.753,51 860
darunter: für Altersversorgung EUR 47.660,24 (Vj. TEUR 79)
6.222.139,31 8.493
b) andere Verwaltungsaufwendungen 6.372.961,57 7.273
12.595.100,88 15.766
9. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen 233.407,64 310
10. Sonstige betriebliche Aufwendungen 19.078,28 25
11. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen und bestimmte Wertpapiere sowie Zuführungen zu Rückstellungen im Kreditgeschäft 0,00 5
12. Erträge aus Zuschreibungen zu Forderungen und bestimmten Wertpapieren sowie aus der Auflösung von Rückstellungen im Kreditgeschäft 0,00 115
0,00 110
13. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Beteiligungen, Anteile an verbundenen Unternehmen und wie Anlagever- mögen behandelte Wertpapiere 0,00 16
14. Erträge aus Zuschreibungen zu Beteiligungen, Anteilen an verbundenen Unternehmen und wie Anlagevermögen behandelten Wertpapieren 117,87 0
15. Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit 18.611.799,70 19.770
16. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 6.096.025,52 6.145
davon: Steuerumlagen EUR 5.597.129,20 (Vj. TEUR 5.649)
17. Sonstige Steuern 7.619,20 1
6.103.644,72 6.146
18. Aufgrund einer Gewinngemeinschaft, eines Gewinnabführungs- oder Teilgewinnabführungsvertrags abgeführte Gewinne 12.508.154,98 13.624
19. Jahresüberschuss 0,00 0
20. Bilanzgewinn 0,00 0

Anhang für das Geschäftsjahr 2010

der EUWAX Aktiengesellschaft, Stuttgart

A. Erläuterungen zum Jahresabschluss

1. Allgemeines

Seit Einführung der handelsrechtlichen Änderungen durch das Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz (BilMoG) zum 01.01.2010 werden sämtliche Erträge und Aufwendungen, die im Zusammenhang mit Wertpapierpositionen des Handelsbestandes stehen, im Nettoergebnis des Handelsbestands ausgewiesen. Die Vorjahreszahlen wurden im Hinblick auf das Wahlrecht nach Artikel 67 Abs. 8 Satz 2 EGHGB nicht angepasst.

2. Anwendung der Vorschriften

Die EUWAX AG, Stuttgart, ist als amtlich notierte Aktiengesellschaft eine große Kapitalgesellschaft im Sinne des § 267 Abs. 3 HGB.

Der vorliegende Jahresabschluss wurde nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuchs unter Beachtung der ergänzenden Regelungen des Aktiengesetzes sowie der für Finanzdienstleistungsinstitute geltenden Verordnung über die Rechnungslegung der Kreditinstitute und Finanzdienstleistungsinstitute (RechKredV) aufgestellt.

Bei der tabellarischen Aufstellung von Zahlen in T€ (insbesondere Vorjahreswerte) können Rundungsdifferenzen auftreten.

3. Allgemeine Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze sind im Vergleich zum Vorjahr unverändert.

Die Umrechnung der auf Fremdwährung lautenden Posten erfolgte zu Anschaffungskosten bzw. zum ungünstigeren Kassakurs am Abschlussstichtag.

Die Barreserve und die Forderungen an Kreditinstitute werden mit dem Nennbetrag angesetzt.

Finanzinstrumente des Handelsbestands werden mit dem beizulegenden Zeitwert abzüglich eines Risikoabschlags (Handelsaktiva) bzw. zuzüglich eines Risikozuschlags (Handelspassiva) angesetzt.

Immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen werden zu den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten, vermindert um planmäßige kumulierte Abschreibungen bewertet. Die planmäßigen Abschreibungen erfolgen über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer und werden grundsätzlich nach der linearen Methode vorgenommen. Außerplanmäßige Abschreibungen erfolgen im Bedarfsfall.

Den linearen Abschreibungen werden die folgenden Nutzungsdauern zugrunde gelegt:

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Nutzungsdauer des Anlagevermögens
Immaterielle Anlagewerte
- Gewerbliche Schutzrechte und EDV-Software 3 - 5 Jahre
Sachanlagen 3 - 13 Jahre

Bewegliche Gegenstände des Anlagevermögens mit Anschaffungskosten bis zu 150,00 € („geringwertige Wirtschaftsgüter“) werden im Jahr des Zugangs als Aufwand erfasst. Geringwertige Wirtschaftsgüter ab 150,00 € bis 1.000,00 € Anschaffungskosten werden zu einem Sammelposten zusammengefasst und im Rahmen der „Poolbewertung“ gemäß den steuerlichen Vorschriften über fünf Jahre linear abgeschrieben.

Kurzfristige Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden zu Nennwerten angesetzt. Langfristige Forderungen werden zum Barwert bilanziert.

Die Verbindlichkeiten sind mit ihrem Erfüllungsbetrag passiviert. Alle Verbindlichkeiten sind unbesichert und vor Ablauf eines Jahres fällig.

Die Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken, ungewisse Verpflichtungen und drohende Verluste aus schwebenden Geschäften und sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages angesetzt.

B. Erläuterungen zur Bilanz

4. Forderungen an Kreditinstitute

Für diesen Bilanzposten ergibt sich folgende Fristengliederung:

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bis 3 Monate Veränderung mehr als 3 Monate bis 1 Jahr
31.12.2010

T€
31.12.2009

T€
absolut

T€
relativ 31.12.2010

T€
31.12.2009

T€
--- --- --- --- --- --- ---
Täglich fällig 27.581 34.718 -7.138 -21% 0 0
Andere Forderungen 1.432 0 1.432 0 0
Forderungen an Kreditinstitute 29.013 34.718 -5.706 -16% 0 0

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mehr als 1 Jahr bis 5 Jahre mehr als 5 Jahre
31.12.2010

T€
31.12.2009

T€
31.12.2010

T€
31.12.2009

T€
--- --- --- --- ---
Täglich fällig 0 0 0 0
Andere Forderungen 0 0 0 0
Forderungen an Kreditinstitute 0 0 0 0

Die täglich fälligen Forderungen an Kreditinstitute bestehen aus in laufender Rechnung unterhaltenen Konten sowie Tagesgeldkonten.

Die anderen Forderungen beinhalten Forderungen an Kreditinstitute mit einer Fälligkeit von bis zu 3 Monaten.

Im Posten sind keine Forderungen an verbundene oder beteiligte Unternehmen enthalten.

5. Handelsbestand (Handelsaktiva)

Gemäß den Änderungen des HGB in Folge des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes (BilMoG) werden, beginnend mit dem Geschäftsjahr 2010, die Wertpapiere des Handelsbestandes mit dem beizulegenden Zeitwert abzüglich eines Risikoabschlags bewertet. Die Grundlage hierfür bilden Börsenpreise.

Risikoabschlag

Der Buchwert (=Marktwert abzgl. Risikoabschlag) des Wertpapierbestands der EUWAX AG beträgt zum 31.12.2010 6.400 T€ (ohne anteilige Zinsen) bzw. 6.495 T€ (mit anteiligen Zinsen). Der vorgenommene Risikoabschlag beträgt dabei 8 T€.

Der Risikoabschlag erfolgt auf Einzelgeschäftsbasis anhand einer Pauschalmethode, welcher hohe Verlustannahmen zu Grunde liegen. Der VaR wird mit einem angenommenen Konfidenzniveau von 99% auf Sicht eines Tages errechnet.

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Buchwert (=Marktwert abzgl. Risikoabschlag) Veränderung des Buchwerts
Anhang 31.12.2010

T€
31.12.2009

T€
absolut

in T€
--- --- --- --- ---
Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere
Anleihen 5.936 * 5.936
Stückzinsforderungen 95 * 95
Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere des Handelsbestand 5.1 6.031 * 6.031
Derivative Finanzinstrumente
Optionsscheine 24 * 24
Zertifikate 0 * 0
Derivative Finanzinstrumente des Handelsbestand 5.2 24 * 24
Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere
Aktien/Fonds 441 * 441
Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere des Handelsbuchs 5.3 441 * 441
Gesamtbestand Handelsaktiva 6.495 * 6.495

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Marktwert Veränderung des Marktwerts Risikoabschlag
31.12.2010

T€
31.12.2009

T€
absolut

in T€
31.12.2010

T€
--- --- --- --- ---
Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere
Anleihen 5.943 * 5.943 -7
Stückzinsforderungen 95 * 95 0
Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere des Handelsbestand 6.038 * 6.038 -7
Derivative Finanzinstrumente
Optionsscheine 24 * 24 -1
Zertifikate 0 * 0 0
Derivative Finanzinstrumente des Handelsbestand 24 * 24 -1
Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere
Aktien/Fonds 441 * 441 0
Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere des Handelsbuchs 441 * 441 0
Gesamtbestand Handelsaktiva 6.503 * 6.503 -8

* Vom Wahlrecht nach Artikel 67 Abs. 8 Satz 2 EGHGB wurde Gebrauch gemacht

5.1 Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere (Handelsbestand)

Im Posten Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere sind Rentenpapiere des Handelsbestandes inklusive anteiliger Zinsen enthalten. Der Nominalbetrag zum 31.12.2010 beträgt 6.132 T€.

Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere verbundener oder beteiligter Unternehmen sind zum Bilanzstichtag nicht im Bestand.

Die bilanzierten Wertpapiere haben in Höhe von 100.465,63 € (ohne anteilige Zinsen) bzw. 105.368,69 € (mit anteiligen Zinsen) eine Laufzeit von weniger als einem Jahr.

Eine Bonitätsveränderung des Emittenten kann Höhe, Zeitpunkt und Sicherheit zukünftiger Zahlungsströme des jeweiligen Wertpapiers beeinflussen.

Im Berichtszeitraum wurden Abschreibungen auf Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere in Höhe von 164 T€ vorgenommen. Diese Abschreibungen erfolgten aufgrund der Veränderung des Marktwertes.

Zuschreibungen erfolgten im Berichtsjahr auf Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere in Höhe von 7 T€.

5.2 Derivative Finanzinstrumente (Handelsbestand)

Zum Bilanzstichtag hat die EUWAX AG verbriefte derivative Finanzinstrumente im Handelsbestand. Diese Papiere sind Marktpreis- sowie Emittentenausfallrisiken ausgesetzt, die sich auf zukünftige Zahlungsströme und Verkaufserlöse der Papiere auswirken können. Der Bestand setzt sich gemäß § 285 Satz 1 Nr. 20 HGB aus nominal 125 Stück Optionsscheinen zusammen.

5.3 Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere (Handelsbestand)

Unter diesem Bilanzposten werden insbesondere Aktien und Fonds des Handelsbestandes ausgewiesen, welche Marktpreis- sowie Emittentenausfallrisiken ausgesetzt sind. Die bestehenden Risiken können sich auf zukünftige Zahlungsströme sowie auf Verkaufserlöse der Papiere auswirken.

Im Berichtszeitraum wurden Abschreibungen auf Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere in Höhe von 71 T€ vorgenommen. Diese Abschreibungen erfolgten aufgrund von Marktwertänderungen.

Zuschreibungen erfolgten im Berichtsjahr auf Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere in Höhe von 1 T€.

5.4 Aufteilung in börsenfähige und börsennotierte Wertpapiere

Die Aufteilung der Aktien und anderen nicht festverzinslichen Wertpapiere sowie Schuldverschreibungen und anderen festverzinslichen Wertpapiere in börsenfähige und nicht börsenfähige sowie börsennotierte und nicht börsennotierte Wertpapiere gem. § 7 RechKredV stellt sich wie folgt dar:

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Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere, Angaben

in T€
Börsenfähig Nicht börsenfähig Summe
Börsennotiert 263 0 263
Nicht börsennotiert 5.672 0 5.672
Stückzinsforderungen 95 0 95
Summe 6.031 0 6.031

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Derivative Finanzinstrumente sowie Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere, Angaben

in T€
Börsenfähig Nicht börsenfähig Summe
Börsennotiert 28 0 28
Nicht börsennotiert 436 0 436
Summe 464 0 464
Gesamtsumme 6.495 0 6.495

6. Aufteilung des Wertpapierbestands auf das Handels- und das Anlagebuch

Die Handelsbuchgeschäfte sind in § 1a Abs. 1 KWG definiert. Dem Handelsbuch werden sämtliche Geschäfte zugeordnet, die zum Zwecke des Wiederverkaufs mit Gewinnerzielungsabsicht (Handelsabsicht) eingegangen werden und bei denen zum Zeitpunkt des Erwerbs die beabsichtigte Haltedauer sechs Monate nicht übersteigt. Die Wertpapiere des Handelsbuchs werden vollumfänglich dem Umlaufvermögen (handelsrechtlich: Wertpapiere des Handelsbestands) zugerechnet.

Im Anlagebuch werden demgegenüber Bestände mit geschäfts- und anlagestrategischem Hintergrund geführt. Die Wertpapiere mit mittelfristigem Anlagehorizont werden im Umlaufvermögen (handelsrechtlich: Wertpapiere der Liquiditätsreserve) und mit langfristigem Anlagehorizont im Anlagevermögen (handelsrechtlich: Wertpapiere des Anlagevermögens) geführt. Das Anlagebuch weist per 31.12.2010 keinen Bestand aus.

7. Immaterielle Anlagewerte

In diesem Posten werden fast ausschließlich entgeltlich erworbene Softwarelizenzen für den Wertpapierhandel und für den allgemeinen Geschäftsbetrieb ausgewiesen. Der Bestand hat sich im Vergleich zum Vorjahr abschreibungsbedingt verringert.

8. Sachanlagen

Der Buchwert der Sachanlagen in Höhe von insgesamt 192 T€ (31.12.2009: 241 T€) besteht zum größten Teil aus dem Fuhrpark (188 T€) sowie der Betriebs- und Geschäftsausstattung (1 T€) und dem GWG-Pool (2 T€). Der Buchwertrückgang ist auf Abschreibungen sowie Verkäufe von Vermögensgegenständen im Berichtsjahr zurückzuführen.

9. Sonstige Vermögensgegenstände

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Veränderung
31.12.2010

T€
31.12.2009

T€
absolut

in T€
relativ
--- --- --- --- ---
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 64.549 64.783 -234 0%
davon: Boerse Stuttgart Holding GmbH 63.339 63.565 -225 0%
davon: Boerse Stuttgart AG 1.209 1.218 -9 -1%
Steuererstattungsansprüche 595 762 -167 -22%
Übrige sonstige Vermögensgegenstände 0 6 -6 -99%
Sonstige Vermögensgegenstände 65.144 65.550 -407 -1%

Die Forderungen gegen die Boerse Stuttgart Holding GmbH resultieren hauptsächlich aus dem von der EUWAX AG an die Boerse Stuttgart Holding GmbH gewährten Darlehen zuzüglich der darauf entfallenden Zinsen zur Anlage der Liquiditätsreserve durch das konzerneinheitliche Treasury.

Die Forderungen gegenüber der Boerse Stuttgart AG betreffen im Wesentlichen die Vergütung der EUWAX AG für erbrachte QLP- Dienstleistungen.

Sämtliche Forderungen gegen verbundene Unternehmen haben eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr.

Der Steuererstattungsanspruch (595 T€) besteht aus dem mit dem Barwert bilanzierten Körperschaftssteuerguthaben (591 T€) mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr sowie zu viel bezahlter Körperschaftsteuer für das Geschäftsjahr 2010 (4 T€) mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr.

10. Sonstige Verbindlichkeiten

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Veränderung
31.12.2010

T€
31.12.2009

T€
absolut

in T€
relativ
--- --- --- --- ---
Verbindlichkeiten gegen verbundene Unternehmen 12.869 15.310 -2.441 -16%
davon: Boerse Stuttgart Holding GmbH 12.855 14.457 -1.602 -11%
davon: Boerse Stuttgart AG 0 824 -824 -100%
davon: sonstige verbundene Unternehmen 14 29 -15 -52%
Verbindlichkeiten aus Lohn und Gehalt 287 437 -149 -34%
Steuerverbindlichkeiten 313 500 -187 -37%
Verbindlichkeiten aus der EdW-Sonderumlage Entschädigungsfall Phoenix 895 0 895
Übrige Verbindlichkeiten 253 136 117 86%
Sonstige Verbindlichkeiten 14.618 16.383 -1.765 -11%

Die Verbindlichkeiten gegenüber der Boerse Stuttgart Holding GmbH resultieren im Wesentlichen aus dem noch abzuführenden Gewinn für 2010 nebst Ertragsteuerumlage.

In den Verbindlichkeiten aus Lohn und Gehalt sind neben den Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit die Ertragsbonusansprüche der Mitarbeiter enthalten.

Die übrigen Verbindlichkeiten bestehen im Wesentlichen aus dem EdW-Regelbeitrag für 2009 (245 T€).

Die EUWAX AG hat gegen die EdW-Sonderumlage und den Regelbeitragsbescheid 2009 Rechtsmittel eingelegt. Im Vorjahr erfolgte der Ausweis unter den Rückstellungen.

Alle Verbindlichkeiten sind innerhalb eines Jahres fällig.

11. Entwicklung der Rückstellungen

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Veränderung
31.12.2010

T€
31.12.2009

T€
absolut

in T€
relativ
--- --- --- --- ---
EdW-Sonderumlage Entschädigungsfall Phoenix 1.087 1.933 -846 -44%
Rückstellungen für ausstehende Rechnungen von verbundenen Unternehmen 136 20 116 579%
davon: Boerse Stuttgart Holding GmbH 130 0 130
davon: Boerse Stuttgart AG 6 20 -14 -71%
Variable Vergütungen 285 353 -68 -19%
Vergütung Aufsichtsrat 120 120 0 0%
Abschluss- und Prüfungskosten 194 246 -53 -21%
Übrige Rückstellungen 357 471 -114 -24%
Andere Rückstellungen 2.178 3.143 -966 -31%
Steuerrückstellungen 96 594 -498 -84%
Rückstellungen 2.273 3.737 -1.464 -39%

Alle Kredit- und Finanzdienstleistungsinstitute sind aufgrund gesetzlicher Vorgaben Pflichtmitglieder in einem Einlagensicherungsfonds. Der für die EUWAX AG zuständige Sicherungsfonds ist die Entschädigungseinrichtung der Wertpapierhandelsunternehmen (EdW). Diese sieht sich durch den Zusammenbruch der Phoenix Kapitaldienst GmbH in 2005 einem bedeutsamen Schadensfall ausgesetzt. Das Entschädigungsverfahren gestaltet sich komplex und langwierig. Die genaue Höhe der von der EdW zu entschädigenden Kundeneinlagen steht weiterhin nicht fest. Klar ist jedoch, dass der Schadensfall die Leistungsfähigkeit der EdW bei weitem übersteigt und daher vermutlich die Mitglieder der EdW eine Sonderumlage zu leisten haben. Diese Sonderumlagen sind aus Sicht der EUWAX AG rechtswidrig. Erste in 2007 erlassene Sonderumlagebescheide konnten erfolgreich angefochten werden. Der Gesetzgeber reagierte darauf in 2009 mit dem Erlass einer neuen Beitragsordnung, auf deren Basis neue Sonderumlagebescheide erlassen wurden. Auch gegen diese hat die EUWAX AG Rechtsmittel eingelegt und wird alle zur Verfügung stehenden Rechtswege ausschöpfen, um eine Belastung von der Gesellschaft abzuwenden.

Gleichwohl hat die Gesellschaft aus Gründen der kaufmännischen Vorsicht durch die Bildung einer entsprechenden Rückstellung eine bilanzielle Vorsorge getroffen. Diese deckt auf Basis der derzeit weitgehend verlässlich bestimmbaren Daten die zu erwartenden Belastungen ab. Darüber hinaus bestehen jedoch Risiken hinsichtlich möglicher höherer Belastungen, die sich aus uns heute nicht bekannten Fakten oder aus sich erst in der Zukunft eintretenden Veränderungen ergeben.

Die Veränderung der Rückstellung gegenüber dem 31.12.2009 resultiert aus einem mittlerweile ergangenen Sonderbeitragsbescheid in Höhe von 895 T€. Aufgrund dieses Bescheids erfolgte eine Umgliederung von den Rückstellungen zu den sonstigen Verbindlichkeiten in Höhe des Beitragsbescheids.

Gemäß der von der Gesellschaft vorgenommenen Risikokalkulation ist mit einer voraussichtlichen Dauer des Verfahrens bis zum Jahr 2019 zu rechnen. Wir gehen von weiteren jährlichen Sonderbeitragszahlungen zwischen 2011 und 2017 aus. Gemäß § 253 Abs. 2 Satz 1 HGB besteht eine Abzinsungspflicht für Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr. Da es sich hierbei um einen sogenannten Altfall handelt, findet die Übergangsregelung nach Art. 67 Abs. 1 Satz 2 EGHGB Anwendung. Gemäß Art. 67 Abs. 1 Satz 4 EGHGB beträgt die Rückstellungsüberdeckung zum 31.12.2010 115 T€.

Die Rückstellung gegenüber verbundenen Unternehmen betreffen im Wesentlichen die noch abzurechnenden Nebenkosten für das Jahr 2010.

Die voraussichtlichen Leistungstantiemen und Leistungsbonifikationen sind in den Rückstellungen für variable Vergütungen enthalten.

Die übrigen Rückstellungen betreffen im Wesentlichen noch ausstehende Rechnungen für das Geschäftsjahr 2010 der BaFin (125 T€) und der EdW (78 T€).

Die Restlaufzeiten der Rückstellungen (mit Ausnahme der Rückstellung für die EdW Sonderumlage für den Entschädigungsfall Phoenix) sind voraussichtlich kürzer als ein Jahr.

12. Fonds für allgemeine Bankrisiken

Gemäß § 340e Abs. 4 HGB hat die EUWAX AG in den Sonderposten „Fonds für allgemeine Bankrisiken“ nach § 340g HGB mindestens 10% der Nettoerträge des Handelsbestands zuzuführen und gesondert auszuweisen. Im Berichtsjahr wurden dementsprechend 1.305 T€ diesem Sonderposten zugeführt.

13. Eigenkapital

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31.12. 2006

T€
31.12. 2007

T€
Veränderung

%
31.12. 2008

T€
Veränderung

%
Gezeichnetes Kapital 5.150 5.150 0% 5.150 0%
b) bedingtes Kapital III 515 515 0% 515 0%
Kapitalrücklage 21.068 21.068 0% 21.068 0%
Gewinnrücklagen 49.003 56.603 16% 56.653 0%
b) davon: andere Gewinnrücklagen 49.003 56.603 16% 56.653 0%
Bilanzgewinn * 11.470 14.789 29% 10 -100%
Eigenkapital 86.690 97.610 13% 82.881 -15%

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31.12.2009

T€
Veränderung

%
31.12.2010

T€
Absolute Veränderung

in T€
Relative Veränderung
5.150 0% 5.150 0 0%
515 0% 515 0 0%
21.068 0% 21.068 0 0%
56.663 0% 56.663 0 0%
56.663 0% 56.663 0 0%
0 -100% 0 0
82.881 0% 82.881 0 0%

* ab 2008 nach Gewinnabführung an die Boerse Stuttgart Holding GmbH

Die Entwicklung des Eigenkapitals ist im Eigenkapitalspiegel zum 31.12.2010 ausführlich dargestellt.

Gezeichnetes Kapital

Das gezeichnete Kapital zum 31.12.2010 ist in 5.150.000 nennwertlose Inhaber-Stückaktien mit einem rechnerischen Wert von 1,00 € eingeteilt. Es ist im Vergleich zum Vorjahr unverändert.

Kapitalrücklage

In der Kapitalrücklage werden Agiobeträge (9.750 T€) gem. § 272 Abs. 2 Nr. 1 HGB (Ausgabe von Aktien über Nennbetrag) und Unterschiedsbeträge im Zusammenhang mit der Ausgabe von Wandelschuldverschreibungen (11.318 T€) gem. § 272 Abs. 2 Nr. 2 HGB ausgewiesen.

Bedingtes Kapital III

Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 13.07.2011 einmalig oder mehrmalig Optionsschuldverschreibungen im Gesamtnennbetrag von bis zu 51.500.000,00 € mit einer Laufzeit von bis zu zehn Jahren auszugeben.

Die Optionsschuldverschreibungen werden im Falle der Ausübung der Ermächtigung den Aktionären im Wege des unmittelbaren Bezugsrechts angeboten. Der Vorstand ist mit Zustimmung des Aufsichtsrats ermächtigt, die weiteren Einzelheiten der Ausgabe und Ausstattung der Emissionen, insbesondere den Zeitpunkt der Begebung, den Zinssatz, den Ausgabekurs und die Laufzeit festzusetzen.

Das Grundkapital ist um bis zu 515.000,00 € (eingeteilt in bis zu 515.000 Inhaberstückaktien ohne Nennbetrag) bedingt erhöht. Die Inhaberstückaktien sind mit einer Gewinnberechtigung ab Beginn des im Jahr der Ausgabe laufenden Geschäftsjahres ausgestattet. Die bedingte Kapitalerhöhung dient der Bedienung von Bezugsrechten, zu deren Ausgabe der Vorstand von der Hauptversammlung am 14.07.2006 ermächtigt wurde.

Genehmigtes Kapital I

Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital in der Zeit bis zum 16.07.2014 durch Ausgabe neuer Aktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen einmalig oder mehrmals, insgesamt jedoch höchstens um 1.750.000,00 € zu erhöhen.

Die Ermächtigung des Vorstands erfolgte durch die Hauptversammlung am 08.07.2009.

Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrates über einen Ausschluss des Bezugsrechts zu entscheiden, wobei das Bezugsrecht insbesondere dann ausgeschlossen werden kann, wenn die Kapitalerhöhung gegen Sacheinlagen zum Zwecke des Erwerbs von Unternehmen oder Unternehmensbeteiligungen erfolgt, wenn die Kapitalerhöhung zum Zwecke der Ausgabe von Aktien an Arbeitnehmer der EUWAX AG erfolgt, wenn die Kapitalerhöhung gegen Bareinlagen zehn vom Hundert des Grundkapitals nicht übersteigt und der Ausgabebetrag den Börsenpreis nicht wesentlich unterschreitet oder zum Ausgleich von Spitzenbeträgen.

Im Berichtszeitraum wurde keine Kapitalerhöhung durchgeführt. Zum 31.12.2010 beträgt das genehmigte Kapital I 1.750.000,00 €.

Genehmigtes Kapital II

In der Hauptversammlung vom 02.07.2010 wurde der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital der Gesellschaft in der Zeit bis zum 01.07.2015 durch Ausgabe neuer Aktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen einmalig oder in mehreren Teilbeträgen um bis zu 825.000,00 € zu erhöhen.

Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrates über einen Ausschluss des Bezugsrechts zu entscheiden, wobei das Bezugsrecht insbesondere dann ausgeschlossen werden kann, wenn die Kapitalerhöhung gegen Sacheinlagen zum Zwecke des Erwerbs von Unternehmen oder Unternehmensbeteiligungen erfolgt, wenn die Kapitalerhöhung zum Zwecke der Ausgabe von Aktien an Arbeitnehmer der EUWAX Aktiengesellschaft erfolgt, wenn die Kapitalerhöhung gegen Bareinlagen zehn vom Hundert des Grundkapitals nicht übersteigt und der Ausgabebetrag den Börsenpreis nicht wesentlich unterschreitet.

Im Berichtszeitraum wurde keine Kapitalerhöhung durchgeführt.

Gewinnrücklagen

Seit Inkrafttreten des Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag zwischen der EUWAX AG und der Boerse Stuttgart Holding GmbH werden alle ausschüttungsfähigen Gewinne an die Muttergesellschaft abgeführt.

C. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung (GuV)

14. Zinsergebnis

Die Zinserträge aus Kredit- und Geldmarktgeschäften resultieren aus Tagesgeldeinlagen (116 T€) sowie aus dem an die Boerse Stuttgart Holding GmbH (848 T€) gewährten Darlehen.

Die Zinsaufwendungen betreffen Avalprovisionen für Bankbürgschaften.

Die Zinserträge aus festverzinslichen Wertpapieren und Schuldbuchforderungen resultieren aus Finanzinstrumenten des Handelsbestands und werden gemäß den Änderungen durch das BilMoG seit dem 01.01.2010 im Nettoergebnis des Handelsbestands erfasst. Daneben resultiert der Rückgang des Zinsergebnisses aus dem niedrigeren Zinsniveau im Jahr 2010.

15. Laufende Erträge

Die laufenden Erträge aus Dividendenzahlungen resultieren aus Finanzinstrumenten des Handelsbestands und werden gemäß den Änderungen durch das BilMoG seit dem 01.01.2010 im Nettoergebnis des Handelsbestands erfasst.

16. Provisionsergebnis

Das Provisionsergebnis setzt sich zum Großteil aus den von der Boerse Stuttgart AG an die EUWAX AG bezahlten QLP-Vergütungen zusammen. Die EUWAX AG erhält für ihre Tätigkeit als QLP einen prozentualen Anteil an dem von der Boerse Stuttgart AG vereinnahmten Transaktionsentgelt.

Das rückläufige Provisionsergebnis resultiert im Wesentlichen aus einer zum 01.10.2009 in Kraft getretenen Transaktionsentgeltsenkung sowie aus erhöhten von der Boerse Stuttgart AG bezogenen Dienstleistungen im Berichtsjahr, was sich wiederum auf den prozentualen Verteilungsschlüssel des Transaktionsentgeltes ausgewirkt hat.

17. Nettoergebnis des Handelsbestands

Die Erträge und Aufwendungen aus Finanzgeschäften enthalten im Wesentlichen Kursdifferenzen aus Aufgabegeschäften, Zu- und Abschreibungen auf Wertpapiere des Handelsbestands, vereinnahmte Stückzinsen und Dividenden von Finanzinstrumenten des Handelsbestands sowie die Zuführung zum Fonds für allgemeine Bankrisiken gem. § 340g i.V.m. § 340e Abs. 4 HGB.

18. Sonstige betriebliche Erträge

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Veränderung
2010

T€
Anteil

in %
2009

T€
Anteil

in %
absolut

in T€
relativ
--- --- --- --- --- --- ---
Geschäftsbeziehungen mit verbundenen Unternehmen 0 0% 10 2% -10 -100%
Auflösung von Rückstellungen 127 5% 447 70% -320 -72%
Buchgewinne aus dem Abgang von Vermögensgegenständen 1 0% 103 16% -102 -99%
Sonstige Dienstleistungsentgelte 2.211 91% 0 0% 2.211
Übrige betriebliche Erträge 83 3% 80 12% 3 4%
Sonstige betriebliche Erträge 2.423 100% 640 100% 1.783 278%

Die Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen betreffen im Wesentlichen den EdW-Regelbeitrag für 2009 (81 T€), die Schwerbehindertenabgabe (10 T€) und die Aufsichtsratsvergütung 2009 (10 T€).

In den sonstigen Dienstleistungsentgelten sind Erträge aus neuen innovativen Tätigkeitsfeldern der EUWAX AG enthalten.

In den übrigen betrieblichen Erträgen sind hauptsächlich verrechnete Sachbezüge an Mitarbeiter (56 T€) verbucht.

19. Personalaufwand

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Veränderung
2010

T€
Anteil

in %
2009

T€
Anteil

in %
absolut

in T€
relativ
--- --- --- --- --- --- ---
Fixe Bezüge 4.394 71% 5.513 65% -1.119 -20%
Variable Vergütungen 1.828 29% 2.981 35% -1.152 -39%
Gesamte Bezüge 6.222 100% 8.493 100% -2.271 -27%

Die Veränderung des Personalaufwands ist im Wesentlichen auf das Ausscheiden zweier ehemaliger Vorstandsmitglieder zum 30. Juni 2009 und auf den Übergang von Mitarbeitern der EUWAX AG auf andere Konzerngesellschaften zum 01.01.2010 zurückzuführen.

Die variablen Vergütungsbestandteile beinhalten Ertrags- und Leistungsbonifikationen sowie Vertrags- und Leistungstantiemenansprüche von Mitarbeitern.

20. Andere Verwaltungsaufwendungen

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Veränderung
2010

T€
Anteil

in %
2009

T€
Anteil

in %
absolut

in T€
relativ
--- --- --- --- --- --- ---
Beiträge, Gebühren, Versicherungen 190 3% 245 3% -55 -22%
Raumkosten 269 4% 180 2% 88 49%
Rechts-, Beratungs- und Fremdleistungskosten 4.110 64% 3.788 52% 321 8%
davon: Fremdleistungen Baden-Württembergische Wertpapierbörse GmbH 24 558 -534 -96%
davon: Fremdleistungen Boerse Stuttgart Holding GmbH 3.386 2.603 783 30%
davon: übrige Fremdleistungen 700 628 72 11%
Werbe- und Repräsentationskosten 115 2% 157 2% -42 -27%
Aufsichtsratsvergütung 120 2% 120 2% 0 0%
Reisekosten 46 1% 65 1% -19 -29%
Übrige Verwaltungsaufwendungen 52 1% 60 1% -8 -14%
Fixe Verwaltungsaufwendungen 4.902 77% 4.616 63% 286 6%
Abwicklungs- und Schlussnotengebühren 605 10% 1.680 23% -1.075 -64%
Sonstige Handelsgebühren 344 5% 472 6% -128 -27%
Aufwendungen für das gesetzliche Meldewesen 522 8% 505 7% 17 3%
Variable Verwaltungsaufwendungen 1.471 23% 2.657 37% -1.186 -45%
Andere Verwaltungsaufwendungen 6.373 100% 7.273 100% -900 -12%

Die Erhöhung der Raumkosten ist im Wesentlichen durch die erhöhte Nebenkostenabrechnung für 2009 begründet.

Die Rechts-, Beratungs- und Fremdleistungskosten resultieren hauptsächlich aus den von der Boerse Stuttgart Holding GmbH für die EUWAX AG erbrachten Dienstleistungen im Verwaltungs- und Finanzbereich.

Die Werbe- und Repräsentationskosten haben sich im Berichtsjahr im Wesentlichen aufgrund der im Vorjahr erhaltenen Endabrechnung für Marketingleistungen der Boere Stuttgart AG für 2008 reduziert.

Der Rückgang bei den Abwicklungs- und Schlussnotengebühren ist auf die Neugestaltung der Abwicklungsverhältnisse zurückzuführen.

Die Steigerung der Aufwendungen für das gesetzliche Meldewesen betrifft die in Rechnung gestellten Prüfungstätigkeiten durch die Deutsche Bundesbank, Hauptverwaltung Stuttgart.

21. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Aufgrund der steuerlichen Organschaft der EUWAX AG (Organgesellschaft) mit der Boerse Stuttgart Holding GmbH (Organträgerin) ist die EUWAX AG selbst nicht mehr Steuersubjekt.

Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag betrugen für das Geschäftsjahr 2010 insgesamt 6.096 T€ (Vj. 6.145 T€). Hierbei handelt es sich in Höhe von 5.598 T€ um eine Konzernsteuerumlage an die Boerse Stuttgart Holding GmbH und um die Körperschaftsteuer (472 T€) nebst Solidaritätszuschlag (26 T€) bezüglich der Ausgleichszahlung an Minderheitsaktionäre.

D. Erläuterungen zur Kapitalflussrechnung

Die Bewegungen des Finanzmittelbestands und die dafür ursächlichen Mittelbewegungen sind in der Kapitalflussrechnung für den Zeitraum vom 01.01.2010 bis zum 31.12.2010 ersichtlich. Die Aufstellung der Kapitalflussrechnung orientiert sich am DRS 2-10.

Operativer Bereich

Veränderungen der Rückstellungen

Die Rückstellungen reduzierten sich im Wesentlichen aufgrund der Umgliederung eines Teilbetrages der EdW-Rückstellung in die Verbindlichkeiten aufgrund des erlassenen EdW-Sonderbeitragsbescheids.

Veränderung des Working Capitals

Das Working Capital ist ein wichtiger Indikator für die Einschätzung des zukünftigen Liquiditätsrisikos. Die einbezogenen Posten können kurzfristig liquidiert werden. Es setzt sich bei der EUWAX AG aus folgenden Bilanzpositionen zusammen:

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Aktiva: + Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere (ohne Wertpapiere des Anlagevermögens)
+ Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapier (ohne Wertpapiere des Anlagevermögens)
+ Handelsbestand (Handelsaktiva)
+ Sonstige Vermögensgegenstände
+ Aktive Rechnungsabgrenzungsposten
Passiva: ./. Handelsbestand (Handelspassiva)
./. Sonstige Verbindlichkeiten (ohne Gewinnabführung)
./. Passive Rechnungsabgrenzungsposten

Die Zunahme des Working Capitals um 4,7 Mio. € resultiert auf der Aktivseite hauptsächlich aus erhöhten Wertpapierbeständen, die seit dem 31.12.2009 um insgesamt 4,5 Mio. € zugenommen haben.

Auf der Passivseite haben sich im Vergleich zum Vorjahresstichtag die sonstigen Verbindlichkeiten (ohne Berücksichtigung der noch vorzunehmenden Gewinnabführung) um 0,6 Mio. € reduziert. Ursache ist einerseits die Begleichung von Verbindlichkeiten gegenüber der Boerse Stuttgart AG (0,8 Mio. €) und der Zahlung der Ertragssteuerumlage für das Jahr 2009 an die Boerse Stuttgart Holding GmbH (0,8 Mio. €). Andererseits erhöhten sich im Berichtszeitraum die sonstigen Verbindlichkeiten hauptsächlich durch den Sonderbeitragbescheid der EdW um 0,9 Mio. €.

Cash Flow aus Finanzierungstätigkeit

Unter dem Posten Sonstige Veränderungen des Eigenkapitals bzw. Posten mit Eigenkapital-Charakter wird die Zuführung zum Fonds für allgemeine Bankrisiken gemäß § 340g HGB ausgewiesen.

22. Finanzmittelbestand

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Veränderung
31.12.2010

T€
31.12.2009

T€
absolut

in T€
relativ
--- --- --- --- ---
Flüssige Mittel (Nettoforderungen an Kreditinstitute mit einer Restlaufzeit von bis zu 90 Tagen) 29.013 34.719 -5.706 -16%
davon: Kassenbestand 0 0 0 -100%
davon: täglich fällige Forderungen an Kreditinstitute 27.581 34.718 -7.138 -21%
davon: andere Forderungen an Kreditinstitute 1.432 0 1.432
Net Cash (Barreserve und kurzfristige Nettoforderungen an Kreditinstitute mit einer Restlaufzeit von bis zu 1 Jahr) 29.013 34.719 -5.706 -16%

Der Rückgang des Finanzittelbestands ist im Wesentlichen geprägt von der Ergebnisabführung an die Boerse Stuttgart Holding GmbH für das Geschäftsjahr 2009.

E. Sonstige Angaben

23. Ergebnis je Aktie

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Veränderung
2010 2009 absolut

T€
relativ
--- --- --- --- ---
Ausgegebene Inhaber-Stückaktien (Tsd. Stück) 5.150 5.150 0 0%
Gewichtete, durchschnittliche Anzahl der im Umlauf befindlichen Aktien (Tsd. Stück) 5.150 5.150 0 0%
Jahresergebnis vor Gewinnabführung (T€) 12.508 13.624 -1.116 -8%
Ergebnis je Aktie (€) 2,43 2,65 -0,22 -8%

Das Ergebnis je Aktie berechnet sich durch Quotientenbildung aus Periodenergebnis und gewichtetem Durchschnitt der im Berichtszeitraum im Umlauf befindlichen Stammaktien der EUWAX AG.

Ergebnisverwässerungseffekte sind im Berichtszeitraum nicht aufgetreten.

24. Anlegerstruktur

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2006 2007 2008 2009
Bestand Bestand Bestand Bestand
--- --- --- --- ---
Aktionärsstruktur nach Anlegergruppen
Private Anleger 768.809 895.928 816.154 814.728
Anteil in % 14,9% 17,4% 15,8% 15,8%
Institutionelle Anleger 3.862.501 4.243.330 4.325.513 4.328.783
Anteil in % 75,0% 82,4% 84,0% 84,1%
Aufsichtsrat 380.751 3.700 3.700 3.700
Anteil in % 7,4% 0,1% 0,1% 0,1%
Vorstand 78.278 0 0 0
Anteil in % 1,5% 0,0% 0,0% 0,0%
Mitarbeiter 59.661 7.042 4.633 2.789
Anteil in % 1,2% 0,1% 0,1% 0,1%
EUWAX AG 0 0 0 0
Anteil in % 0,0% 0,0% 0,0% 0,0%
Inhaber-Stückaktien 5.150.000 5.150.000 5.150.000 5.150.000

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2010 Veränderung
Käufe Verkäufe Bestand absolut relativ
--- --- --- --- --- ---
Aktionärsstruktur nach Anlegergruppen
Private Anleger n.v. n.v. 817.627 2.899 0%
Anteil in % 15,9% 0,1% 0,4%
Institutionelle Anleger 401 0 4.329.184 401 0%
Anteil in % 100,0% 84,1% 0,0% 0,0%
Aufsichtsrat 0 0 500 -3.200 -86%
Anteil in % 0,0% -0,1% -86,5%
Vorstand 0 0 0 0
Anteil in % 0,0% 0,0%
Mitarbeiter 0 100 2.689 -100 -4%
Anteil in % 0,1% 0,0% -3,6%
EUWAX AG 0 0 0 0
Anteil in % 0,0% 0,0%
Inhaber-Stückaktien 5.150.000 0 0%

Der Boerse Stuttgart Holding GmbH wurden aufgrund des Pflichtangebots zur Barabfindung aus dem Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag im Berichtszeitraum 401 Aktien (insgesamt: 466.683) angedient.

Die Aktien von Herrn Dr. Jan Wittig (Aufsichtsrat) sind aufgrund seines plötzlichen Ablebens im März 2010 in den Streubesitz übergegangen.

Der Kurs der EUWAX AG – Aktie beträgt zum 31.12.2010 50,01 € (31.12.2009: 50,53 €).

25. Arbeitnehmer und Organe

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2006 2007 Veränderung 2008 Veränderung 2009
--- --- --- --- --- --- ---
Vorstände 4 5 25% 4 -20% 3
Beschäftigte
Angestellte im Handel 60 60 0% 69 15% 61
Angestellte in der Verwaltung 36 44 22% 51 16% 11
Arbeitnehmer i.S.d. § 285 S.1 Nr. 7 HGB 96 104 8% 120 15% 72
Praktikanten 9 15 67% 11 -27% 10
Summe der Beschäftigten 105 119 13% 131 10% 82

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Veränderung
Veränderung 2010 absolut relativ
--- --- --- --- ---
Vorstände -25% 3 0 0%
Beschäftigte
Angestellte im Handel -12% 58 -3 -5%
Angestellte in der Verwaltung -78% 9 -2 -18%
Arbeitnehmer i.S.d. § 285 S.1 Nr. 7 HGB -40% 67 -5 -7%
Praktikanten -9% 3 -7 -70%
Summe der Beschäftigten -37% 70 -12 -15%

Angaben gerundet und im Jahresdurchschnitt

Die durchschnittliche Zahl der Arbeitnehmer i.S.d. § 285 S. 1 Nr. 7 HGB betrug 67.

Aufgrund des Übergangs eines Verwaltungsbereichs wechselten 5 Mitarbeiter zum 01.01.2010 von der EUWAX AG zur Boerse Stuttgart Holding GmbH.

Die Herren Christoph Lammersdorf, Ralph Danielski und Ralf Nachbauer sind bei der Boerse Stuttgart Holding GmbH als Geschäftsführer und darüber hinaus als Vorstände der EUWAX AG bestellt.

Mitglieder des Vorstands

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Zuständigkeitsbereiche
Christoph Lammersdorf Vorsitzender des Vor- stands Diplom-Physiker Strategie, Interne Revision Weitere Mandate: -Vorsitzender der Geschäftsführung der Boerse Stuttgart Holding GmbH -Vorsitzender des Vorstands der Boerse Stuttgart AG - Kuratorium Stiftung Kreditwirtschaft - Kuratorium Stiftung Rechnen - Kuratorium Fachhochschule Organisation und Management - Vizepräsident des Verwaltungsrates der Tradejet AG(bis 07.06.2010) - Chairman of the Board der Nordic Growth Market NGM AB
Ralph Danielski Stellvertretender Vorsitzender des Vorstands Bankkaufmann QLP - Services Weitere Mandate: - Stellvertretender Vorsitzender der Geschäftsführung der Boerse Stuttgart Holding GmbH - Board Member der Nordic Growth Market NGM AB - Mitglied des Börsenrates der Baden-Württembergische Wertpapierbörse
Ralf Nachbauer Diplom-Betriebswirt Verwaltung, Finanzen Weitere Mandate: -Mitglied der Geschäftsführung derBoerse Stuttgart Holding GmbH - Mitglied des Vorstands des Bundesverbands der Wertpapierfirmen an den deutschen Börsen e.V. -Liquidator der eBAG Internet GmbH

Vorstandsvergütung

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Veränderung
2010

T€
2009

T€
absolut

in T€
relativ
--- --- --- --- ---
Fixe Bezüge 0 484 -484 -100%
Variable Vergütungen 0 769 -769 -100%
Gesamte Bezüge 0 1.252 -1.252 -100%

Für die am 31.12.2010 im Amt befindlichen Vorstände werden die Vergütungen von der herrschenden Muttergesellschaft übernommen.

Von der Pflicht zur individuellen Offenlegung der Vorstandsvergütungen wurde die EUWAX AG durch die Hauptversammlung am 14.07.2006 bis einschließlich dem Geschäftsjahr 2010 entbunden.

Mitglieder des Aufsichtsrats

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Mitgliedschaft in anderen gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten sowie in vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien
Thomas Munz Vorsitzender des Aufsichtsrats Mitglied des Vorstands der Vereinigung Baden-Württembergische Wertpapierbörse e.V. Baden-Württembergische Wertpapierbörse GmbH Boerse Stuttgart Holding GmbH Boerse Stuttgart AG
Dr. Michael Völter Stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats Mitglied des Vorstandes der SV Sparkassenversicherung Holding AG, Ressort Finanzen Boerse Stuttgart AG (seit 02.07.2010) Öffentliche Lebensversicherung Berlin Brandenburg AG S.V. Holding AG Sparkassen-Versicherung Sachsen Lebensversicherung AG Sparkassen-Versicherung Sachsen Allgemeine Versicherung AG FidesSecur Versicherungs- und Wirtschaftsdienst Versiche- rungsmakler GmbH Mittelständische Beteiligungsgesellschaft Thüringen mbH
Dr. Christian Holzherr Mitglied des Aufsichtsrats Mitglied des Vorstandes der Celesio AG, Ressort Finanzen Boerse Stuttgart Holding GmbH (seit 08.11.2010) Boerse Stuttgart AG (seit 08.11.2010) Medco Celesio B.V., Amsterdam
Horst Marschall Mitglied des Aufsichtsrats (stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats bis 27.07.2010) Boerse Stuttgart Holding GmbH Boerse Stuttgart AG Baden-Württembergische Asset Management Investmentges. mbH LBBW (Schweiz) AG (bis 31.03.2010) Universal-Investment-Gesellschaft mbH (bis 31.03.2010) LRI Invest Luxembourg
Dr. Manfred Pumbo Mitglied des Aufsichtsrats Abteilungsleiter Konzerncontrolling/Risikomanagement der Wüstenrot & Württembergische AG Boerse Stuttgart Holding GmbH (seit 02.07.2010) Boerse Stuttgart AG (seit 02.07.2010) Auto-Staiger GmbH Bau- und Wohnungsverein Stuttgart
Hans-Joachim Strüder Mitglied des Aufsichtsrats Mitglied des Vorstands der Landesbank Baden- Württemberg, Dezernat Financial Markets Baden-Württembergische Wertpapierbörse Baden-Württembergische Wertpapierbörse GmbH Boerse Stuttgart Holding GmbH Boerse Stuttgart AG AdCapital AG European Energy Exchange AG Wüstenrot Bank AG Pfandbriefbank LBBW Asset Management Investmentgesellschaft mbH LBBW Asset Management GmbH LBBW Luxemburg S.A. LBBW Equity Partners GmbH & Co. KG LBBW Equity Partners Verwaltungs GmbH
Holger P. Härter Vorsitzender des Aufsichtsrats (bis 02.07.2010) Boerse Stuttgart Holding GmbH (bis 02.07.2010) Boerse Stuttgart AG (bis 02.07.2010)
Hans-Peter Bruker Mitglied des Aufsichtsrats (bis 02.07.2010) Geschäftsführer der BCM Bruker Capital Management GmbH Geschäftsführer der HPHP Vermögensverwaltung GmbH Vorsitzender des Vorstands der EUWAX Stiftung Vorsitzender des Vorstands der Bruker Stiftung Boerse Stuttgart Holding GmbH (bis 26.04.2010) Boerse Stuttgart AG (bis 26.04.2010)
Dr. Jan Wittig † (bis 06. März 2010) Rechtsanwalt Boerse Stuttgart Holding GmbH (bis 06. März 2010) Boerse Stuttgart AG (bis 06. März 2010) Manz Automation AG (bis 06. März 2010) Otto Ficker GmbH (bis 06. März 2010) Blessdorf GmbH (bis 06. März 2010) Diakonie Stetten e. V. (bis 06. März 2010) Zieglersche Anstalten e.V. (bis 06. März 2010)

Das langjährige Aufsichtsratsmitglied der EUWAX AG, Herr Rechtsanwalt Dr. Jan Wittig, ist überraschend am 06. März 2010 verstorben.

Die Herren Holger P. Härter und Hans-Peter Bruker haben ihr Aufsichtsratsmandat mit der Beendigung der ordentlichen Hauptversammlung am 02.07.2010 niedergelegt.

An der diesjährigen Hauptversammlung wurden die Herren Dr. Michael Völter und Dr. Manfred Pumbo neu in den Aufsichtrat der EUWAX AG gewählt. Am 27.07.2010 wurden Herr Thomas Munz zum neuen Vorsitzenden und Herr Dr. Michael Völter als stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats der EUWAX AG gewählt.

Herr Dr. Christian Holzherr wurde antragsgemäß mit Wirkung zum 25.11.2010 vom Amtsgericht Stuttgart zum Mitglied des Aufsichtsrats der EUWAX AG bestellt.

Aufsichtsratsvergütung

Die Vergütung für die Aufsichtsratsmitglieder betrug für den Berichtszeitraum insgesamt 120 T€ (Fixum 75 T€, Sitzungsgeld 45 T€; Vj. 120 T€).

Die Aufsichtsratsvergütung für 2010 betrifft die zurückgestellten Beträge.

26. Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Die EUWAX AG ist aus Mietverträgen mit verbundenen Unternehmen bis ins Jahr 2020 in Höhe von 149 T€ jährlich verpflichtet. Zudem bestehen finanzielle Verpflichtungen aus Avalprovisionen in Höhe von jährlich 11 T€ mit unbestimmter Laufzeit und jederzeitigem Kündigungsrecht ohne Einhaltung einer Frist.

Aufgrund des bestehenden Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrags ist die EUWAX AG verpflichtet, ihren erwirtschafteten Gewinn mindestens für 5 Jahre an die Boerse Stuttgart Holding GmbH abzuführen.

Im Zuge der Operativstellung der Boerse Stuttgart Holding GmbH zum 01.01.2009 wurde der komplette Verwaltungsbereich von der EUWAX AG auf die Boerse Stuttgart Holding GmbH verlagert. Für diese Dienstleistungen entrichtet die EUWAX AG ein jährliches variables Entgelt. Im Berichtszeitraum betrug die Vergütung 3.386 T€.

27. Beziehungen zu nahe stehenden Unternehmen und Personen

Die Gruppenstruktur hat sich gegenüber dem Vorjahr nicht geändert.

Für die Erbringung und Vergütung von Konzernleistungen bestehen einheitliche vertragliche Regelungen. Das gesamte im Berichtszeitraum 2010 zwischen der EUWAX AG und den verbundenen Unternehmen erbrachte und abgerechnete „Transaktionsvolumen“ beläuft sich auf saldierte 7.847 T€.

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Angaben in T€ 01.01. - 31.12.2010 EUWAX AG
Erbrachte und empfangene Leistungen
--- --- --- --- ---
Erbrachte Leistungen Empfangene Leistungen Saldo Erläuterungen
--- --- --- --- ---
Baden-Württembergische Wertpapierbörse GmbH 0 -158 -158 Empfangene Leistungen> Einführungsgebühren (99 T€)> Händlerkarten (35 T€)> Mistradegebühren (24 T€)> Fahrtkosten (1 T€)
Boerse Stuttgart Holding GmbH 848 -9.252 -8.404 Erbrachte Leistungen> Zinsen aus Darlehensgewährung (848 T€) Empfangene Leistungen> Steuerumlage (5.598 T€)> Verwaltungsumlage (3.386 T€)> Miete und Nebenkosten (269 T€)
Boerse Stuttgart AG 16.409 0 16.409 Erbrachte Leistungen> QLP-Dienstleistung (16.409 T€)
Summe 17.257 -9.410 7.847

Außerdem stehen sich zum 31.12.2010 in Höhe eines Saldos Forderungen von 64.549 T€ und Verbindlichkeiten bzw. Rückstellungen von 13.005 T€ gegenüber.

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Angaben in T€ 31.12.2010 EUWAX AG
Forderungen und Verbindlichkeiten
--- --- --- ---
Forderungen Verbindlichkeiten und Rückstellungen Erläuterungen
--- --- --- ---
Baden-Württembergische Wertpapierbörse GmbH 0 -14 Verbindlichkeiten> Verbindlichkeiten bestehen aus Mistradegebühren (11 T€) sowie aus den Einbeziehungen (3 T€)
Boerse Stuttgart Holding GmbH 63.339 -12.985 Forderungen> Forderungen bestehen aus der Darlehensgewährung für das Treasury (62.800 T€), Zinsen für Darlehen Treasury (424 T€), Forderungen aus Körperschaftsteuer 2009 (96 T€) sowie Forderungen aus Kapitalertragsteuer (19 T€) Verbindlichkeiten> Verbindlichkeiten resultieren aus dem noch abzuführenden Gewinn für 2010 (12.508 T€) sowie aus der Steuerumlage für 2010 (346 T€) und 2009 (1 T€)> Die Rückstellungen betreffen die noch nicht abgerechneten Nebenkosten 2010 (130 T€)
Boerse Stuttgart AG 1.209 -6 Forderungen> Forderungen bestehen aus noch offenen QLP-Dienstleistungen (1.209 T€) Verbindlichkeiten> Rückstellungen aus noch nicht abgerechneter Weihnachtsfeier 2010 (6 T€)
Summe 64.549 -13.005

Geschäfte mit nahestehenden Personen fanden im Berichtszeitraum nicht statt.

Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag zwischen EUWAX AG und Boerse Stuttgart Holding GmbH

Am 16.05.2007 hat die EUWAX AG mit der am 19.03.2007 gegründeten Muttergesellschaft Boerse Stuttgart Holding GmbH (die Eintragung im Handelsregister erfolgte am 14.07.2007) einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag geschlossen. Bei der Boerse Stuttgart Holding GmbH handelt es sich um eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der Vereinigung Baden-Württembergische Wertpapierbörse e.V., in die die Vereinigung ihren gesamten Bestand an Aktien (3.862.501 Stück) an der EUWAX AG im Zuge einer Sachkapitalerhöhung am 01.12.2007 (wirtschaftlicher Übergangsstichtag) eingebracht hat.

Der Vertrag bedurfte der Zustimmung der Hauptversammlung der EUWAX AG. Diese hat am 29.06.2007 positiv Beschluss gefasst. Ferner war die Zustimmung der Gesellschafterversammlung der Holding erforderlich, was am 04.12.2007 geschehen ist.

Der Vertrag hat am 12.02.2008 mit seiner Eintragung im Handelsregister Rechtswirksamkeit erlangt. Er ist für die Dauer von fünf Jahren fest geschlossen und verlängert sich unverändert jeweils um ein weiteres Jahr, falls er nicht spätestens einen Monat vor seinem jeweiligen Ablauf von einem Vertragspartner schriftlich gekündigt wird.

Die Boerse Stuttgart Holding GmbH gewährt den außenstehenden Aktionären der EUWAX AG für die Dauer des Vertrags für jedes volle Geschäftsjahr der Gesellschaft nach dem Inkrafttreten des Vertrags – und somit erstmalig für das Geschäftsjahr 2008 – als angemessenen Ausgleich im Sinne des § 304 AktG die Zahlung einer Garantiedividende in Höhe von brutto 3,85 € je Inhaber-Stückaktie der von den außenstehenden Aktionären gehaltenen Aktien abzüglich der auf diesen Betrag entfallenden Körperschaftsteuer nebst Solidaritätszuschlag nach den jeweils für diese Steuern für das betreffende Geschäftsjahr geltenden Sätzen.

Die Boerse Stuttgart Holding GmbH hat sich ferner verpflichtet, auf Verlangen eines außenstehenden Aktionärs der Gesellschaft dessen Aktien gegen Abfindung zu erwerben. Die Holding gewährt den außenstehenden Aktionären eine Barabfindung von 40,82 € je Inhaber-Stückaktie. Die Verpflichtung der Holding zum Erwerb der Aktien ist befristet. Von mehreren außenstehenden Aktionären wurde ein Antrag auf gerichtliche Überprüfung der Barabfindung (sog. Spruchverfahren) gestellt, so dass die Frist aufgrund gesetzlicher Vorgaben zwei Monate nach dem Tag, an dem die endgültige Entscheidung in diesem Verfahren (z.B. Beschluss des Gerichts oder Vergleich) im elektronischen Bundesanzeiger bekannt gemacht worden ist, endet. Die voraussichtliche Dauer des Verfahrens ist der Gesellschaft nicht bekannt.

28. Honorar für den Abschlussprüfer

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Veränderung
2010

T€
2009

T€
absolut in T€ relativ
--- --- --- --- ---
Honorar für Abschlussprüfungsleistungen 143 135 8 6%
Honorar für andere Bestätigungsleistungen 18 18 0 2%
Honorar für Steuerberatungsleistungen 24 21 4 19%
Honorar für sonstige Leistungen 13 3 10 412%
Gesamtes Honorar der Abschlussprüfer 198 176 22 13%

29. Erklärung des Vorstands und des Aufsichtsrats gemäß § 161 AktG zur Beachtung der Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex bei der EUWAX AG

Die nach § 161 des Aktiengesetzes vorgeschriebene Erklärung ist abgegeben und den Aktionären zugänglich gemacht worden, u.a. auf der Internetseite der EUWAX AG.

30. Mitteilung nach § 21 WpHG

Am 16.01.2008 veröffentlichte die EUWAX AG gemäß § 26 Abs. 1 WpHG die folgende, ihr zugegangene Stimmrechtsmitteilung:

EUWAX Aktiengesellschaft

Börsenstraße 4

D-70174 Stuttgart

Veröffentlichung gemäß § 26 Abs. 1 WpHG

Die Vereinigung Baden-Württembergische Wertpapierbörse e.V., Börsenstraße 4, D-70174 Stuttgart, hat uns gemäß §§ 25,24 folgendes mitgeteilt:

1. Die Vereinigung Baden-Württembergische Wertpapierbörse e.V. hielt am 03.12.2007 unmittelbar und mittelbar über die boerse-stuttgart Holding GmbH Finanzinstrumente, die das Recht verleihen, Aktien an der EUWAX Aktiengesellschaft, Börsenstraße 4, D-70174 Stuttgart, zu erwerben, die insgesamt 8,85 % der Stimmrechte (dies entspricht 455.829 Stimmen) vermitteln. An diesem Tag hätte die Vereinigung Baden-Württembergische Wertpapierbörse e.V., stellte man allein auf das durch Finanzinstrumente vermittelte Recht zum Erwerb von Aktien ab, die Schwelle von 5 % der Stimmrechte an der EUWAX Aktiengesellschaft überschritten; der Stimmrechtsanteil hätte zu diesem Tage 8,85 % (455.829 Stimmen) betragen.
2. Die Vereinigung Baden-Württembergische Wertpapierbörse e.V. hielt am 06.12.2007 unmittelbar Finanzinstrumente, die das Recht verleihen, Aktien an der EUWAX Aktiengesellschaft, Börsenstraße 4, D-70174 Stuttgart zu erwerben, die 1,46 % der Stimmrechte (75.000 Stimmen) vermitteln. An diesem Tag hätte die Vereinigung Baden-Württembergische Wertpapierbörse e.V., stellte man allein auf das durch Finanzinstrumente vermittelte Recht zum Erwerb von Aktien ab, die Schwelle von 5 % der Stimmrechte an der EUWAX Aktiengesellschaft unterschritten; der Stimmrechtsanteil hätte zu diesem Tage 1,46 % (75.000 Stimmen) betragen.
3. Unter Bezugnahme auf die Mitteilung nach §§ 21 Abs. 1, 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 5 WpHG vom 03.12.2007 teilt die boerse-stuttgart Holding GmbH mit, dass sie am 06.12.2007 keine Finanzinstrumente mehr hielt, die das Recht verleihen, Aktien an der EUWAX Aktiengesellschaft, Börsenstraße 4, D-70174 Stuttgart, zu erwerben. An diesem Tag hätte die Boerse Stuttgart Holding GmbH, stellte man allein auf das durch Finanzinstrumente vermittelte Recht zum Erwerb von Aktien ab, die Schwelle von 5 % der Stimmrechte an der EUWAX Aktiengesellschaft unterschritten; der Stimmrechtsanteil hätte zu diesem Tage 0,00 % (0 Stimmen) betragen.

Stuttgart im Januar 2008

EUWAX Aktiengesellschaft

Ebenfalls am 16.01.2008 veröffentlichte die EUWAX AG gemäß § 26 Abs. 1 WpHG die folgende, ihr zugegangene Stimmrechtsmitteilung:

EUWAX Aktiengesellschaft

Börsenstraße 4

D-70174 Stuttgart

Korrekturveröffentlichung gemäß § 26 Abs. 1 WpHG

Die Vereinigung Baden-Württembergische Wertpapierbörse e.V., Börsenstraße 4, D-70174 Stuttgart, hat uns unter Korrektur ihrer Mitteilung vom 04.12.2007 (veröffentlicht ebenfalls am 04.12.2007) folgendes mitgeteilt:

Unter Korrektur unserer Mitteilung vom 04.12.2007 (veröffentlicht ebenfalls am 4.12.2007) teilen wir mit, dass der Stimmrechtsanteil der Vereinigung Baden-Württembergische Wertpapierbörse e.V. an der EUWAX Aktiengesellschaft von derzeit 83,85 % (dies entspricht 4.318.330 Stimmen) von der Vereinigung Baden-Württembergische Wertpapierbörse e.V. seit dem 4.12.2007 nicht mehr unmittelbar im Sinne des § 21 Abs. 1 WpHG gehalten, sondern dieser wie folgt zugerechnet wird:

75 % + 1 Stimmrecht (dies entspricht 3.862.501 Stimmen) werden der Vereinigung Baden-Württembergische Wertpapierbörse e.V. gem. § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 WpHG über die Boerse Stuttgart Holding GmbH zugerechnet;
7,39 % (dies entspricht 380.829 Stimmen) werden der Vereinigung Baden-Württembergische Wertpapierbörse e.V. gem. § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 5 i.V.m. Satz 2 WpHG zugerechnet und zwar 302.551 Stimmrechte über Herrn Hans-Peter Bruker und 78.278 Stimmrechte über Herrn Harald Schnabel;
weitere 1,46 % (dies entspricht 75.000 Stimmen) werden der Vereinigung Baden-Württembergische Wertpapierbörse e.V. gem. § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 5 WpHG zugerechnet.

Stuttgart im Januar 2008

EUWAX Aktiengesellschaft

31. Konzernverhältnisse/- abschluss

Der Jahresabschluss der EUWAX AG für das Geschäftsjahr 2010 wird in den Konzernabschluss der Boerse Stuttgart Holding GmbH einbezogen. Der Konzernabschluss wird im Unternehmensregister über den elektronischen Bundesanzeiger veröffentlicht.

Zum Stichtag hält die Boerse Stuttgart Holding GmbH (Mutterunternehmen) 84,06% der Anteile an der EUWAX AG (Tochterunternehmen).

Zwischen der Boerse Stuttgart Holding GmbH (Organträgerin) und der EUWAX AG (Organgesellschaft) besteht eine körperschaft- und gewerbesteuerliche sowie eine umsatzsteuerliche Organschaft. Die fiktiven Steuern der EUWAX AG werden im Organkreis ermittelt und im Rahmen eines Umlageverfahrens von der EUWAX AG erhoben.

32. Risikobericht

Die Gesellschaft hat im Lagebericht für das Geschäftsjahr 2010 ausführlich über die aktuelle Risikolage berichtet und das Risikomanagementsystem der EUWAX AG beschrieben.

Stuttgart, 10. März 2011

EUWAX AG

Der Vorstand

Christoph Lammersdorf, Vorstandsvorsitzender

Ralph Danielski, Stv. Vorstandsvorsitzender

Ralf Nachbauer

Anlage zum Anhang

Anlagenspiegel für den Zeitraum vom 01. Januar bis 31. Dezember 2010

der EUWAX AG

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Kumulierte (historische) Anschaffungs-/Herstellungskosten
Vortrag zum 01.01.2010

Zugänge (Investitionen)

Abgänge (Desinvestitionen)

Stand zum 31.12.2010

--- --- --- --- ---
5. Anteile an verbundenen Unternehmen
eBAG Internet GmbH, i. L. 50.000,00 0,00 50.000,00 0,00
50.000,00 0,00 50.000,00 0,00
6. Immaterielle Anlagewerte
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 915.787,09 0,00 0,00 915.787,09
Geschäfts- oder Firmenwert 95.772,92 0,00 0,00 95.772,92
1.011.560,01 0,00 0,00 1.011.560,01
7. Sachanlagen
Betriebs- und Geschäftsausstattung 345.554,88 92.095,64 185.194,75 252.455,77
345.554,88 92.095,64 185.194,75 252.455,77
Gesamt 1.407.114,89 92.095,64 235.194,75 1.264.015,78

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Kumulierte Abschreibungen Kumulierte Abschreibungen
Vortrag zum 01.01.2010

Zugänge

Abgänge

31.12.2010

--- --- --- --- ---
5. Anteile an verbundenen Unternehmen
eBAG Internet GmbH, i. L. 16.000,00 0,00 16.000,00 0,00
16.000,00 0,00 16.000,00 0,00
6. Immaterielle Anlagewerte
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 503.683,09 183.157,00 0,00 686.840,09
Geschäfts- oder Firmenwert 95.771,92 0,00 0,00 95.771,92
599.455,01 183.157,00 0,00 782.612,01
7. Sachanlagen
Betriebs- und Geschäftsausstattung 104.592,88 50.250,64 94.347,75 60.495,77
104.592,88 50.250,64 94.347,75 60.495,77
Gesamt 720.047,89 233.407,64 110.347,75 843.107,78

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Buchwerte
31.12.2009

31.12.2010

Veränderung

%
--- --- --- --- ---
5. Anteile an verbundenen Unternehmen
eBAG Internet GmbH, i. L. 34.000,00 0,00 -34.000,00 -100%
34.000,00 0,00 -34.000,00 -100%
6. Immaterielle Anlagewerte
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 412.104,00 228.947,00 -183.157,00 -44%
Geschäfts- oder Firmenwert 1,00 1,00 0,00 0%
412.105,00 228.948,00 -183.157,00 -44%
7. Sachanlagen
Betriebs- und Geschäftsausstattung 240.962,00 191.960,00 -49.002,00 -20%
240.962,00 191.960,00 -49.002,00 -20%
Gesamt 687.067,00 420.908,00 -266.159,00 -39%

Anlage 4

Eigenkapitalspiegel für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2010

der EUWAX AG, Stuttgart

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Gezeichnetes Kapital Erwirtschaftetes Eigenkapital
Stückaktien Kapitalrücklage Andere Gewinnrücklagen Gewinnvortrag Ergebnis Eigenkapital
--- --- --- --- --- --- ---
Stand am 01.01.2009 5.150.000,00 21.067.750,00 56.653.000,00 9.933,59 0,00 82.880.683,59
Ergebnis 13.623.770,52 13.623.770,52
Aufgrund eines Beherrschungs- und Ergebnisabführungsvertrages abgeführter Gewinn -13.623.770,52 -13.623.770,52
Einstellung in die anderen Gewinnrücklagen 9.933,59 -9.933,59 0,00
Stand am 31.12.2009 5.150.000,00 21.067.750,00 56.662.933,59 0,00 0,00 82.880.683,59
Veränderung in € 0,00 0,00 9.933,59 -9.933,59 0,00 0,00
Veränderung in % 0,0% 0,0% 0,02% -100,00% 0,0% 0,00%
Stand am 01.01.2010 5.150.000,00 21.067.750,00 56.662.933,59 0,00 0,00 82.880.683,59
Ergebnis 12.508.154,98 12.508.154,98
Aufgrund eines Beherrschungs- und Ergebnisabführungsvertrages abgeführter Gewinn -12.508.154,98 -12.508.154,98
Stand am 31.12.2010 5.150.000,00 21.067.750,00 56.662.933,59 0,00 0,00 82.880.683,59
Veränderung in € 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Veränderung in % 0,0% 0,0% 0,00% 0,00% 0,0% 0,00%

Anlage 5

Kapitalflussrechnung für den Zeitraum 1. Januar bis 31. Dezember 2010

der EUWAX Aktiengesellschaft, Stuttgart

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Veränderung zum 31.12.2009
01.01.-31.12. 2010

T€
01.01.-31.12. 2009

T€
absolut

in T€
relativ
--- --- --- --- ---
I. OPERATIVER BEREICH
1. Jahresergebnis vor Gewinnabführung laut GuV 12.508 13.624 -1.116 -8%
2. Abschreibungen (+) / Zuschreibungen (-) auf Gegenstände des Anlagevermögens (ohne Kursverluste und -gewinne der Liquiditätsreserve und des Anlagevermögens) 233 326 -93 -28%
3. Jahres-Cash Flow (1+2) 12.741 13.950 -1.208 -9%
4. Zunahme (+) / Abnahme (-) der Rückstellungen -1.464 91 -1.555 <-1.000%
5. Zunahme (-) / Abnahme (+) des Working Capitals -4.698 8.807 -13.505 -153%
6. Gewinne (-) / Verluste (+) aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens 11 -78 90 115%
7. Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit (Cash Flow from Operation; Summe 3 bis 6) 6.591 22.769 -16.178 -71%
II. INVESTITIONSBEREICH
8. Einzahlungen (+) aus Abgängen von Gegenständen des Anlagevermögens 113 5.604 -5.491 -98%
9. Auszahlungen (-) für Investitionen in das Anlagevermögen -92 -134 42 31%
10. Cash Flow aus Investitionstätigkeit (8+9) 21 5.470 -5.449 -100%
11. Free Cash Flow nach Steuern und Zinsen (7+10) 6.612 28.239 -21.627 -77%
III. FINANZIERUNGSBEREICH
12. Auszahlungen (-) an Unternehmenseigner und Minderheitsgesellschafter -13.624 -22.608 8.984 40%
13. Auszahlungen (-) von Darlehen an Unternehmenseigner 0 -66.854 66.854 100%
14. Einzahlungen (+) durch Darlehenstilgung von Unternehmenseignern 0 9.035 -9.035 -100%
15. Sonstige Veränderungen des Eigenkapitals bzw. Posten mit EK-Charakter 1.305 0 1.305
16. Cash Flow aus Finanzierungstätigkeit (12 - 15) -12.318 -80.427 68.109 85%
IV. FINANZMITTELBESTAND
17. Zahlungswirksame Veränderungen des Finanzmittelbestands (11+16) -5.706 -52.188 46.482 89%
18. Finanzmittelbestand am Anfang der Periode 34.719 86.907 -52.188 -60%
19. Finanzmittelbestand am Ende der Periode (Summe 17 bis 18) 29.013 34.719 -5.706 -16%
davon: Barreserve 0 0 0 -100%
davon: Nettoforderungen an Kreditinstitute mit einer Restlaufzeit bis zu 90 Tagen 29.013 34.718 -5.706 -16%
20. Netcash inkl. Termingelder 29.013 34.719 -5.706 -16%

(+) Liquiditätserhöhend;

(-) Liquiditätsmindernd

Bestätigungsvermerk

Wir haben den Jahresabschluss - bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung, Kapitalflussrechnung, Eigenkapitalspiegel sowie Anhang - unter Einbeziehung der Buchführung und den Lagebericht der EUWAX Aktiengesellschaft, Stuttgart, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2010 geprüft. Die Buchführung und die Aufstellung von Jahresabschluss und Lagebericht nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften sowie den ergänzenden Bestimmungen der Satzung liegen in der Verantwortung des Vorstands der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung und über den Lagebericht abzugeben.

Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und durch den Lagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld der Gesellschaft sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Buchführung, Jahresabschluss und Lagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen des Vorstands sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften sowie den ergänzenden Bestimmungen der Satzung und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft. Der Lagebericht steht in Einklang mit dem Jahresabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Stuttgart, 11. März 2011

**Ernst & Young GmbH

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft**

Prof. Dr. Caduff, Wirtschaftsprüfer

Seifert, Wirtschaftsprüfer

Versicherung der gesetzlichen Vertreter

Erklärung des Vorstands gem. § 37v Abs. 2 Nr. 3 WpHG i.V.m. §§ 264 Abs. 2 Satz 3 und 289 Abs. 1 Satz 5 HGB

Nach bestem Wissen versichern wir, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Jahresabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens vermittelt und im Lagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Unternehmens so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Unternehmens beschrieben sind.

Stuttgart, 10. März 2011

EUWAX AG

Der Vorstand

Christoph Lammersdorf, Vorstandsvorsitzender

Ralph Danielski, Stv. Vorstandsvorsitzender

Ralf Nachbauer

Bericht des Aufsichtsrats

Im vergangenen Geschäftsjahr hat der Aufsichtsrat der EUWAX AG entsprechend den ihm nach Gesetz und Satzung zukommenden Aufgaben die Arbeit des Vorstands unter dem Blickwinkel der Rechtmäßigkeit, Ordnungsmäßigkeit, Zweckmäßigkeit und Wirtschaftlichkeit seines Handelns kontinuierlich überwacht und beratend begleitet.

In der Geschäftsordnung für den Vorstand haben wir seit langem zustimmungspflichtige Geschäfte definiert und ein kontinuierliches Berichtswesen in unterschiedlichen Intervallen vorgesehen, bspw. jährliche, quartalsweise und monatliche Berichte. Ob diese Berichterstattung weiterhin sachgerecht ist, überprüfen wir regelmäßig und diskutieren über gegebenenfalls notwendige Anpassungen. Dazu verfolgen wir die aktuellen gesetzgeberischen und aufsichtsrechtlichen Vorhaben.

Durch die regelmäßige, zeitnahe und umfassende Berichterstattung des Vorstands konnten wir uns intensiv mit der Lage und Entwicklung der Gesellschaft befassen. Bei der Unterrichtung über den Geschäftsverlauf und die Unternehmenspolitik ging der Vorstand auf alle relevanten Fragen der Planung, der Geschäftsentwicklung, der Risikolage und des Risikomanagements ebenso ein wie auf Abweichungen des Geschäftsverlaufs von den aufgestellten Plänen und Zielen. In Entscheidungen von grundlegender Bedeutung für die Gesellschaft war der Aufsichtsrat stets frühzeitig und unmittelbar eingebunden.

Im Rahmen der Effizienzprüfung der Aufsichtsratsarbeit sind aus unserer Sicht neben den Verfahrensabläufen im Gremium insbesondere die rechtzeitige und inhaltlich ausreichende Informationsversorgung der Aufsichtsratsmitglieder entscheidende Faktoren. Nachdem der Aufsichtsrat der Gesellschaft in den vergangenen Jahren darauf verzichtet hatte, Ausschüsse einzurichten, haben wir uns zum Ende des Geschäftsjahres 2010 entschieden, mit Wirkung ab dem Geschäftsjahr 2011 einen Prüfungsausschuss einzurichten, der die Arbeit im Gesamtgremium effektiv unterstützen soll. Dem Prüfungsausschuss gehören drei Mitglieder des Aufsichtsrats an, darunter der unabhängige Finanzexperte, Herr Dr. Völter. Andere Ausschüsse, wie etwa ein Nominierungsausschuss, wurden nicht gebildet.

Sitzungen des Aufsichtsrats

In insgesamt sechs Sitzungen (davon eine außerordentliche Sitzung) des Aufsichtsrats im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden wir über die wirtschaftliche und finanzielle Entwicklung des Konzerns, der Gesellschaft und des Marktumfeldes umfassend informiert.

Zwischen den Sitzungen berichtete der Vorstand über wichtige Geschäftsereignisse. So erhielt der Aufsichtsrat monatlich einen schriftlichen Bericht, insbesondere über die Geschäfts und Ertragslage und Rentabilität sowie den Risikobericht. Darüber hinaus fand ein regelmäßiger und intensiver Informationsaustausch zwischen Vorstand und Aufsichtsrat statt. Unter anderem wurden regelmäßige fixe Termine zwischen dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats und dem Vorsitzenden des Vorstands durchgeführt.

Alle Geschäfte und Maßnahmen, die nach Gesetz, Satzung oder der Geschäftsordnung des Vorstands der Genehmigung durch den Aufsichtsrat bedurften, wurden vom Vorstand korrekt vorbereitet, unter Darstellung der Vor- und Nachteile sorgfältig begründet und dem festgelegten Beschlussverfahren entsprechend vorgelegt. Die jeweiligen Geschäfte und Maßnahmen wurden mit dem Vorstand eingehend diskutiert und die notwendigen Beschlüsse durch den Aufsichtsrat gefasst. In einem Fall wurde der abschließende Beschluss im Umlaufverfahren gefasst, nachdem die Thematik im Vorfeld gründlich aufbereitet und umfassend besprochen wurde.

Schwerpunkte der Beratungen

Schwerpunkte in den Aufsichtsratssitzungen des vergangenen Jahres waren die abzuschließenden Umstrukturierungen am Börsenplatz Stuttgart, die Abstimmung und Beschlussfassung zu den Themen der ordentlichen Hauptversammlung 2010, insbesondere die Satzungsänderungen, und die erfolgreiche Suche nach geeigneten Kandidaten für die Nachfolge der aus dem Amt ausgeschiedenen Mitglieder des Aufsichtsrats.

Weitere Schwerpunktthemen waren Budgetfragen, das Liquiditätskonzept der Gesellschaft sowie die Geschäftsbereichs- und Risikostrategie. Außerdem hat sich der Aufsichtsrat im abgelaufenen Geschäftsjahr mit einem Projekt zur Effizienzsteigerung beschäftigt, um zu evaluieren, an welchen Stellen im Unternehmen Optimierungsbedarf besteht und um mögliche Kosteneinsparpotentiale zu identifizieren.

Da die Geschäftsleitung der EUWAX AG trotz bestehendem Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag mit der Boerse Stuttgart Holding GmbH auch weiterhin allein verantwortlich für die Erfüllung der aufsichtsrechtlichen Anforderungen aus dem Finanzdienstleisterstatus der Gesellschaft ist, waren auch aufsichtsrechtliche Themen ein Schwerpunkt der Beratungen des Aufsichtsrats.

Corporate Governance

Corporate Governance war ebenfalls wieder ein wichtiger Komplex in den Beratungen. Im vergangenen Jahr haben wir uns mit der Neufassung des Deutschen Corporate Governance Kodex vom 26.05.2010, die am 02.07.2010 im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlicht wurde, beschäftigt und diese zum Anlass genommen, Fragen der Corporate Governance des Unternehmens im Hinblick auf geänderte und bestehende Empfehlungen und Anregungen des Kodex zu überprüfen.

Vorstand und Aufsichtsrat haben zu den Empfehlungen der Regierungskommission „Deutscher Corporate Governance Kodex“ eine Entsprechenserklärung nach § 161 Aktiengesetz abgegeben, die den Aktionären wie gesetzlich gefordert dauerhaft zugänglich gemacht wird. Die Erklärung ist auf der Internet-Seite der EUWAX AG veröffentlicht.

Interessenkonflikte, die gemäß den Regelungen des Corporate Governance Kodex dem Aufsichtsrat gegenüber offen zu legen wären - insbesondere solche, die auf Grund einer Beratung oder Organfunktion bei Kunden, Lieferanten, Kreditgebern oder sonstigen Geschäftspartnern entstehen können - sind im vergangenen Geschäftsjahr nicht aufgetreten.

Personelle Veränderungen

Im abgelaufenen Geschäftsjahr gab es im Vorstand der EUWAX AG keine personellen Veränderungen. Den Vorstand der Gesellschaft bilden weiter die Herren Christoph Lammersdorf (Vorsitzender), Ralph Danielski und Ralf Nachbauer.

Dagegen gab es im abgelaufenen Geschäftsjahr im Aufsichtsrat mehrere personelle Veränderungen. Nach dem unerwarteten Tod von Herrn Dr. Jan Wittig im März 2010 bestand der Aufsichtsrat zunächst vorübergehend aus nur fünf Mitgliedern. Die Herren Hans-Peter Bruker und Holger Härter haben mit Wirkung zum Ende der Hauptversammlung 2010 das Amt als Mitglied des Aufsichtsrats der Gesellschaft niedergelegt.

Auf Vorschlag des Aufsichtsrats wählte die ordentliche Hauptversammlung im Juli 2010 Herrn Dr. Michael Völter, Mitglied des Vorstandes, Ressort Finanzen, der SV SparkassenVersicherung Holding Aktiengesellschaft, und Herrn Dr. Manfred Pumbo, Leiter der Abteilung Konzerncontrolling der Wüstenrot & Württembergische AG, zu Mitgliedern des Aufsichtsrats.

In der Sitzung des Aufsichtsrats am 27.07.2010 wählte der Aufsichtsrat Herrn Thomas Munz zum Vorsitzenden des Aufsichtsrats. Er folgt in dieser Funktion auf Herrn Holger Härter. Den stellvertretenden Vorsitz übernahm Herr Dr. Michael Völter.

Um zu gewährleisten, dass sich der Aufsichtsrat in der satzungsgemäß vorgesehenen Personenzahl und damit uneingeschränkt handlungsfähig mit den zu treffenden Entscheidungen befassen kann, wurde dem Amtsgericht Stuttgart vorgeschlagen, als Nachfolger von Herrn Härter Herrn Dr. Christian Holzherr, Mitglied des Vorstands und CFO der Celesio AG, zum Mitglied des Aufsichtsrats der Gesellschaft zu bestellen. Dem ist das Gericht gefolgt, so dass Herr Dr. Holzherr seit November vergangenen Jahres dem Aufsichtsrat der Gesellschaft angehört. Antragsgemäß wird seine Amtszeit zum Ablauf der nächsten Hauptversammlung der EUWAX Aktiengesellschaft enden, so dass seine Wahl durch die Aktionäre auf der ordentlichen Hauptversammlung 2011 auf der Tagesordnung stehen wird.

Prüfung und Feststellung des Jahresabschlusses

Entsprechend dem Beschluss der Hauptversammlung vom 02.07.2010 wurde der Ernst & Young GmbH, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Stuttgart, der Auftrag als Abschlussprüfer durch den Aufsichtsrat erteilt. Diese prüfte den Einzeljahresabschluss der EUWAX AG, aufgestellt nach den Vorschriften des deutschen Handelsrechts und den Lagebericht entsprechend den gesetzlichen Vorschriften. Prüfungsschwerpunkt waren die Compliance Regelungen.

Der vom Vorstand aufgestellte Jahresabschluss und der Lagebericht sind rechtzeitig an uns versandt und sowohl im Prüfungsausschuss als auch im Gesamtgremium eingehend behandelt worden. Die Prüfungsberichte der Wirtschaftsprüfer lagen allen Mitgliedern des Aufsichtsrats vor und wurden in der Bilanzsitzung des Aufsichtsrats am 06.04.2011 in Gegenwart der Abschlussprüfer, die über die wesentlichen Ergebnisse ihrer Prüfung berichteten, umfassend behandelt. Der Vorstand hat den Jahresabschluss der EUWAX AG sowie das Risikomanagementsystem erläutert und über Umfang, Schwerpunkte und Kosten der Abschlussprüfung berichtet. Die Wirtschaftsprüfer standen dem Aufsichtsrat für ausführliche Fragen und Auskünfte zur Verfügung.

Dem Ergebnis der Abschlussprüfung stimmt der Aufsichtsrat gemäß den Empfehlungen des Prüfungsausschusses nach eingehender Prüfung der vorgelegten Unterlagen und des Prüfungsberichts vollumfänglich zu. Damit ist der Jahresabschluss 2010 gemäß § 172 des Aktiengesetzes festgestellt.

Wir sprechen dem Vorstand und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihren herausragenden Einsatz und ihre Leistungen zum Wohle unserer Kunden, des Unternehmens und der Aktionäre unseren herzlichen Dank aus.

Stuttgart, den 06. April 2011

Thomas Munz, Vorsitzender des Aufsichtsrats

Erklärung von Vorstand und Aufsichtsrat der EUWAX Aktiengesellschaft nach § 161 AktG zur Beachtung der Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex

Der Deutsche Corporate Governance Kodex wurde im Laufe des Berichtszeitraums geändert. Am 02.07.2010 wurde die neue Fassung bekanntgemacht. Die Gesellschaft folgte in der Vergangenheit den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex nach Maßgabe der abgegebenen Entsprechenserklärungen.

Für den Zeitraum seit Februar 2010 bis zum 02.07.2010 bezieht sich die nachfolgende Erklärung auf die Kodex-Fassung vom 05.08.2009. Für die Corporate Governance Praxis der Gesellschaft seit dem 03.07.2010 bezieht sich die Erklärung auf die Anforderungen des Kodex in seiner Fassung vom 26.05.2010, die am 02.07.2010 im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlicht wurde.

Den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex wurde und wird bis auf die folgenden Punkte entsprochen:

Diversity – Führungsfunktionen im Unternehmen (4.1.5)

Die Empfehlung lautet, dass der Vorstand bei der Besetzung von Führungsfunktionen im Unternehmen auf Vielfalt (Diversity) achten und dabei insbesondere eine angemessene Berücksichtigung von Frauen anstreben soll. Der Vorstand wird keine explizite Quote einführen, sondern strebt an, diese Empfehlung im Rahmen von Nachfolgeregelungen bei der Besetzung von Führungsfunktionen im Unternehmen angemessen zu berücksichtigen. Eine Quote ist dabei unseres Erachtens nicht zielführend. Vielmehr kommt es darauf an, aus der Vielfalt unterschiedlicher Talente, Erfahrungen und Kenntnisse innerhalb und außerhalb des Unternehmens eine für den Erfolg des Unternehmens wichtige Mischung an Personen, die Führungsaufgaben wahrnehmen sollen, zu finden.

Vorstandsvergütung (4.2.3)

Die Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft üben ihr Amt im Wege eines Konzernmandats aus. Alle Vorstandsmitglieder sind Teil der Geschäftsleitung der Muttergesellschaft Boerse Stuttgart Holding GmbH und erhalten von dieser eine angemessene Vergütung. Diese Vergütung umfasst auch das Ausüben von Konzernmandaten in Tochtergesellschaften, wie hier der EUWAX Aktiengesellschaft. Das heißt, sie erhalten keine gesonderte Vergütung für die Tätigkeit als Vorstandsmitglied der Gesellschaft. Daher wird den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex in Punkt 4.2.3 nicht entsprochen.

Diversity – Zusammensetzung des Vorstands (5.1.2)

Die Empfehlung lautet, dass der Aufsichtsrat bei der Zusammensetzung des Vorstands auch auf Vielfalt (Diversity) achten und dabei insbesondere eine angemessene Berücksichtigung von Frauen anstreben soll. Der Aufsichtsrat wird keine explizite Quote einführen, sondern strebt an, diese Empfehlung im Rahmen von Nachfolgeregelungen angemessen zu berücksichtigen. Hintergrund ist, dass eine Quote bei einem Gremium, das derzeit aus drei Personen besteht, nicht als angemessenes Mittel angesehen wird, um eine Förderung von Vielfalt zu erreichen. Der Aufsichtsrat sieht weiterhin als wichtigstes Entscheidungskriterium die persönliche und fachliche Qualifikation der zur Verfügung stehenden Personen unabhängig von der Geschlechtszugehörigkeit.

Bildung eines Nominierungsausschusses im Aufsichtsrat (5.3.3)

Der Aufsichtsrat der Gesellschaft hat aufgrund seiner Geschäftsordnung grundsätzlich die Möglichkeit, Ausschüsse zu bilden. In der Diskussion über die Notwendigkeit der Bildung eines Nominierungsausschusses in einem Gremium, das sechs Mitglieder umfasst, besteht Einvernehmen im Aufsichtsrat, derzeit darauf zu verzichten, da ein Nominierungsausschuss nicht zu einer Effizienzsteigerung der Aufsichtsratsarbeit führen würde.

Benennung konkreter Ziele für die Zusammensetzung des Aufsichtsrats (5.4.1)

Der Aufsichtsrat ist so zusammenzusetzen, dass seine Mitglieder insgesamt über die zur ordnungsgemäßen Wahrnehmung der Aufgaben erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen verfügen. Die Gesellschaft unterliegt als Finanzdienstleistungsinstitut bei der Besetzung des Aufsichtsrats darüber hinaus den Anforderungen des Kreditwesengesetzes und den konkretisierenden aufsichtsrechtlichen Regelungen. Dadurch bestehen aktuell bereits recht detaillierte Vorgaben zur Besetzung des Gremiums, die die Auswahl geeigneter und verfügbarer Kandidaten umfassend regeln. Der Aufsichtsrat hat deshalb keine über die gesetzlichen und aufsichtsrechtlichen Vorschriften hinaus gehenden Ziele für seine Zusammensetzung festgelegt, um den Kreis potenzieller Aufsichtsratsmitglieder nicht weiter einzuschränken. Dementsprechend werden Zielsetzung des Aufsichtsrats und Stand der Umsetzung nicht im Corporate Governance Bericht veröffentlicht.

Individualisierte Offenlegung der Aufsichtsratsvergütung (5.4.6 )

Die Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder ist in der Satzung geregelt und wird im Anhang des Jahresabschlusses aufgegliedert nach Bestandteilen ausgewiesen. Auf eine Individualisierung der Aufsichtsratsvergütung wird verzichtet, da sich dadurch keine kapitalmarktrelevanten Zusatzinformationen ergeben.

Die Mitglieder des Aufsichtsrats erhalten neben einer festen jährlichen Vergütung keine variable Vergütung, die an die Höhe der von der Hauptversammlung beschlossenen Gewinnanteile anknüpft. Hintergrund dafür ist der bestehende Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrags mit der Boerse Stuttgart Holding GmbH und die darin vorgesehene feste Ausgleichszahlung („Garantiedividende“). An die Stelle der früheren von den beschlossenen Gewinnanteilen abhängigen variablen Vergütung, die entfallen ist, tritt nunmehr ein Sitzungsgeld für die Teilnahme an Aufsichtsrats- bzw. Ausschusssitzungen. Erfolgsorientierte Vergütungsbestandteile sind nicht mehr vorgesehen.

Die von der Gesellschaft an die Mitglieder des Aufsichtsrats gezahlten Vergütungen oder gewährten Vorteile für persönlich erbrachte Leistungen, insbesondere Beratungs- und Vermittlungsleistungen, werden individualisiert angegeben.

Rechnungslegung (7.1.2)

Halbjahres- und etwaige Quartalsfinanzberichte werden vom Vorstand grundsätzlich nicht vor der Veröffentlichung mit dem Aufsichtsrat erörtert. Durch die regelmäßige Berichterstattung des Vorstands wird der Aufsichtsrat kontinuierlich informiert. Außerdem finden ab dem Geschäftsjahr 2011 regelmäßig Gespräche zu Fragen der Rechnungslegung mit dem neu eingerichteten Prüfungsausschuss statt, der aus drei Mitgliedern des Aufsichtsrats besteht. Der Vorstand erstellt unterjährige Finanzberichte in eigener Verantwortung, stellt sie dem Aufsichtsrat zur Verfügung und erläutert sie in der nächstfolgenden Aufsichtsratssitzung. Diese Vorgehensweise wird von der Gesellschaft aufgrund der nicht immer gegebenen Kompatibilität zwischen den Aufsichtsratssitzungsterminen und den Veröffentlichungsterminen für die Halbjahres- und etwaigen Quartalsfinanzberichte als sachgerecht angesehen.

Die Zwischenberichte der Gesellschaft sind in der Regel nicht binnen 45 Tagen nach Ende des jeweiligen Berichtszeitraums öffentlich zugänglich. Die Gesellschaft hält die vom Deutschen Corporate Governance Kodex empfohlene Frist für zu kurz, um aussagekräftige Zwischenberichte zu erstellen und orientiert sich daher an den gesetzlichen Vorgaben.

Stuttgart, im Februar 2011

Vorstand und Aufsichtsrat der EUWAX Aktiengesellschaft

Der Jahresabschluss der EUWAX AG wurde am 06.04.2011 durch den Aufsichtsrat festgestellt.