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ElringKlinger AG — Management Reports 2010
May 11, 2011
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Management Reports
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ElringKlinger AG
Dettingen Erms
Konzernabschluss zum 31. Dezember 2010 und Konzernlagebericht 2010
Konzernlagebericht
ElringKlinger im Überblick - Tätigkeitsbereiche und Organisation
ElringKlinger ist ein global tätiger, unabhängiger Automobilzulieferer, der rund 90 % der Konzernumsatzerlöse mit der Fahrzeugindustrie und im freien Ersatzteilgeschäft erzielt. Als Entwicklungspartner und Erstausrüster der Automobilindustrie für hochleistungsfähige Zylinderkopf- und Spezialdichtungen, Kunststoffgehäusemodule, thermisch-akustische Abschirmtechnik sowie Brennstoffzellen- und Batterietechnologie beliefert der Konzern heute nahezu alle Pkw-, Lkw- und Motorenhersteller weltweit. In den letzten Jahren sind zahlreiche Automobilzulieferer, vor allem aus dem Bereich Abgastechnologie und Getriebebau, zum Kundenkreis hinzugekommen. Zudem wird der freie Ersatzteilmarkt hauptsächlich mit Flachdichtungen und kompletten Dichtungssätzen bedient.
Organisation und Konzernstruktur
Der ElringKlinger-Konzern blickt auf eine über 130-jährige Unternehmensgeschichte zurück und verfügt heute über eine globale Struktur. Zum 31. Dezember 2010 bestanden neben der Muttergesellschaft ElringKlinger AG 24 Tochtergesellschaften sowie zwei Joint Ventures. Mit diesen 27 Gesellschaften, die an 29 Standorten in 16 Ländern weltweit aktiv sind, bearbeitet der ElringKlinger-Konzern neben den traditionellen Märkten Europa, Nordamerika und Japan vor allem die Schwellenländer Asiens und Südamerikas. 69,1 % der Umsatzerlöse entfallen mittlerweile auf die internationalen Märkte. Der Konzern umfasst 22 Produktionsgesellschaften, zwei Vertriebsgesellschaften sowie drei Gesellschaften, die im Ersatzteilgeschäft tätig sind.
Die ElringKlinger AG übernimmt die wesentlichen Managementaufgaben in der Gruppe sowie zahlreiche konzernübergreifende Funktionen im Bereich der Forschung und Entwicklung, im Einkauf, im Bereich Recht und im Personalwesen.
Das Geschäft ist in die Segmente Erstausrüstung, Ersatzteilgeschäft, Kunststofftechnik, Gewerbeparks und Dienstleistungen unterteilt. Der ElringKlinger-Konzern berichtet nach den internationalen Rechnungslegungsstandards IFRS, wobei die Segmentberichterstattung gemäß der beschriebenen operativen Struktur in fünf Segmenten erfolgt.
Die Erstausrüstung entwickelt, produziert und vertreibt Teile und Baugruppen für Motoren, Getriebe und Abgassysteme von Kraftfahrzeugen und steht für rund 76,3 % des Konzernumsatzes. Der Wettbewerb besteht im Dichtungsbereich im Wesentlichen aus zwei US-amerikanischen Konzernen, die in zahlreichen Geschäftsfeldern aktiv sind, sowie aus kleineren regionalen Wettbewerbern auf lokal begrenzten Märkten. In den Bereichen Abschirmtechnik und Kunststoffgehäuseteile ist die Wettbewerbssituation diversifizierter.
Das Segment Ersatzteile vertreibt unter der Marke „Elring - Das Original“ das Ersatzteilsortiment Zylinderkopf- und Spezialdichtungen sowie Dichtungssätze und Serviceteile in Erstausrüstungs-Qualität für die Instandsetzung von Motoren, Getrieben, Abgassystemen und Nachaggregaten. Hauptkunden sind die Kooperationen des freien Ersatzteilhandels. Rund 13,5 % der Umsatzerlöse im Konzern werden im Ersatzteilgeschäft erwirtschaftet.
Das Segment Kunststofftechnik beinhaltet die ElringKlinger Kunststofftechnik GmbH sowie deren Tochtergesellschaft in Quingdao, China. Diese Gesellschaften beschäftigen sich mit der Entwicklung und Herstellung von Komponenten und technischen Erzeugnissen aus hochleistungsfähigen PTFE-Kunststoffen für die Fahrzeugindustrie, die allgemeine Industrie und für die Medizintechnik. Das Segment stellt rund 9,0 % des Konzernumsatzes dar. Rund zwei Drittel der Umsatzerlöse des Segments Kunststofftechnik werden außerhalb der Fahrzeugindustrie erlöst. Auf dem Gebiet der PTFE-Anwendungsentwicklung zählt die Kunststofftechnik zu den größten Anbietern in Europa. Der Marktanteil in Asien und hier vor allem in China steigt kontinuierlich an.
Das Segment Dienstleistungen besteht aus der Elring Klinger Motortechnik GmbH und der ElringKlinger Logistik Service GmbH. Die Motortechnik ist spezialisiert auf Entwicklungsleistungen und Motorprüfstandstestläufe für Fahrzeughersteller und zunehmend auch für Zulieferer. ElringKlinger verfügt damit über ein starkes Bindeglied zu den Entwicklungsabteilungen der Kunden und ist hierdurch in die Erarbeitung von Lösungskonzepten für die gesamte Antriebsstrangentwicklung eingebunden. Die Ressourcen der Motortechnik werden auch für die konzerneigene Entwicklung genutzt. Die Logistic Service GmbH erbringt konzernintern und extern Logistik-Dienstleistungen.
Im Segment Gewerbeparks sind die Industrieparks an den Standorten Ludwigsburg, Idstein und Kecskemét-Kádafalva, Ungarn, zusammengefasst, deren Geschäftszweck die Vermietung und Verwaltung von Grundeigentum und Gebäuden ist.
Der Konzern ist in neun operative Geschäftsbereiche gegliedert. Diese sind Zylinderkopfdichtungen, Spezialdichtungen, Abschirmtechnik, Kunststoffgehäusemodule/Elastomertechnik, Kunststofftechnik und E-Mobility sowie freies Ersatzteilgeschäft, Dienstleistungen und Gewerbeparks.
Geschäftsmodell und Positionierung
Der ElringKlinger-Konzern ist Weltmarktführer im Bereich Zylinderkopfdichtungen und zählt in den klassischen Geschäftsbereichen Spezialdichtungen, Abschirmtechnik, Kunststoffgehäuseteile und im freien Ersatzteilgeschäft zu den jeweils drei größten Anbietern weltweit.
Das Unternehmen verbindet seine technologisch führende Position mit der Kostenführerschaft in der Produktion. Nachhaltige, über dem Branchendurchschnitt liegende Investitionen in Forschung und Entwicklung sichern diesen Vorsprung. Die starke Innovationskultur im Unternehmen ist auf neue Produkte und Technologien sowie auf neue Anwendungen für bestehende Produkte und Technologien ausgerichtet.
Der Schwerpunkt der Entwicklung liegt auf den aktuellen Kernthemen der Automobilindustrie: Verbrauchsreduzierung, Emissionsverringerung und neue Antriebstechnologien. Im Bereich Neue Geschäftsfelder arbeitet das Unternehmen an innovativen Lösungen in der Brennstoffzellen- und Batterietechnologie. ElringKlinger versteht sich damit als Partner der Automobilhersteller für das gesamte Spektrum künftiger Antriebstechnologien vom optimierten klassischen Verbrennungsmotor, über die Hybridisierung bis zur reinen Elektromobilität. Der Konzern ist damit – als einer von nur wenigen Zulieferern weltweit – entsprechend aufgestellt, um technologisch anspruchsvolle Komponenten für alle zukünftig möglichen Antriebstechniken liefern zu können.
Rechtliche Struktur
Die ElringKlinger AG als Mutterunternehmen des Konzerns ist im Handelsregister beim Amtsgericht Stuttgart unter der Nr. HRB 361242 eingetragen. Sitz der Gesellschaft ist Dettingen/Erms (Deutschland). Die Anschrift lautet ElringKlinger AG, Max-Eyth-Str. 2, 72581 Dettingen/Erms. Die Firmierung der Gesellschaft lautet ElringKlinger AG. Der im Handelsregister eingetragene Unternehmensgegenstand der ElringKlinger AG und ihrer Tochtergesellschaften ist die Entwicklung, die Herstellung und der Vertrieb von technischen und chemischen Produkten, insbesondere von Dichtungen, Dichtungsmaterialien, Kunststofferzeugnissen und Baugruppen für die Fahrzeug- und allgemeine Industrie. Die Gesellschaft bietet darüber hinaus mit der Technologie ihrer Erzeugnisse in Beziehung stehende Dienstleistungen an. Zum Unternehmensgegenstand gehören darüber hinaus die Verwaltung und Verwertung von Grundeigentum. Die Satzung besteht in der Fassung vom 6. Oktober 2010.
Steuerungsgrößen
Der Vorstand von ElringKlinger nutzt finanzielle Steuerungsgrößen als wesentliche Basis für die Führung der ElringKlinger-Gruppe. Die Steuerungsgrößen stellen einen wichtigen Bestandteil bei der Gesamtbewertung aller zu bewertenden Sachverhalte in der Firmengruppe dar und sind somit auch Basis für die erfolgreiche wirtschaftliche Entwicklung der ElringKlinger-Gruppe. Die finanziellen Steuerungsgrößen basieren auf der Umsatz- und Ergebnisentwicklung in der AG und in den Konzerngesellschaften. Beim Ergebnis werden insbesondere das Ergebnis vor Zinsen und Steuern sowie das Ergebnis vor Ertragsteuern herangezogen. Der Erfolg der Geschäftsbereiche der AG, der einzelnen Konzerngesellschaften und des Konzerns insgesamt wird an der Verzinsung des eingesetzten Kapitals gemessen. Bei Investitionsentscheidungen kommt damit der Kapitalbindung eine wesentliche Bedeutung zu. Für ElringKlinger als börsennotierte Kapitalgesellschaft ist das EBIT (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) eine wesentliche Kennzahl.
Alle Steuerungsgrößen werden für die Segmente Erstausrüstung, Ersatzteile, Kunststofftechnik, Dienstleistungen und Gewerbeparks und auch für die Geschäftsbereiche der jeweiligen Segmente geplant, ermittelt und überwacht.
Zum Steuerungssystem von ElringKlinger gehört auch das Finanzmanagement. Gesteuert werden hier insbesondere die Liquidität, die Kapitalstruktur und mögliche Marktpreisrisiken, vor allem bei Währungen, Zinsen und Materialkosten. Kreditrisiken werden ebenfalls laufend überwacht. Detaillierte Ausführungen zu den verschiedenen Komponenten des Finanzmanagements sind im Abschnitt „Chancen- und Risikobericht“ dieses Lageberichts enthalten.
Der Vorstand der ElringKlinger AG zieht zur Steuerung der Gruppe auch nicht finanzielle Leistungsindikatoren heran. Solche sind zum Beispiel Mitarbeiterzahl und Mitarbeiterentwicklung, durchschnittlicher Krankenstand, Erhebungen zur Arbeitssicherheit, die Anzahl der Arbeitsunfälle, Energieverbrauchswerte, Qualitätsbewertungen und Ausschussquoten. Der Vorstand legt großen Wert auf eine nachhaltige Entwicklung der Firmengruppe. Nähere Einzelheiten zu nicht finanziellen Leistungsindikatoren finden sich in den Kapiteln „Beschaffung“,„Nachhaltigkeit“, "Forschung und Entwicklung“, „Mitarbeiter“ und „Chancen- und Risikobericht“ in diesem Konzernlagebericht.
Außerbilanzielle Finanzierungsinstrumente werden in der ElringKlinger-Gruppe nur im geschäftsüblichen Umfang in Form von Leasing genutzt.
Finanzinstrumente werden ebenfalls nur im geschäftsüblichen Umfang eingesetzt. Sie werden in den jeweiligen Fachbereichen und ergänzend zentral überwacht. Die Grundsätze zum Einsatz derivativer Finanzinstrumente sind im Risikobericht unter „Risiken aus Derivaten“ beschrieben. Art und Umfang der am 31. Dezember 2010 bestehenden Derivate ergeben sich aus der Darstellung „Sicherungspolitik und Finanzinstrumente“ im Konzernanhang.
Wesentliche Ziele der ElringKlinger-Gruppe sind es, ein profitables Wachstum sowie eine überdurchschnittliche Verzinsung des eingesetzten Kapitals zu erzielen.
Konjunkturelle Entwicklung und Branchenumfeld
Weltwirtschaft erholt sich schneller als erwartet
Die Erholung der Weltkonjunktur zeigte sich im Jahresverlauf 2010 unerwartet dynamisch. Die Schwellenländer waren erneut wesentlicher Treiber dieser Entwicklung. Auch die USA haben einen überraschend hohen Beitrag zur wirtschaftlichen Erholung geleistet – und dies trotz ungünstiger Rahmenbedingungen. Obwohl sich das Tempo des weltweiten Wachstums wegen der teilweise auslaufenden staatlichen Impulse in der zweiten Jahreshälfte etwas abschwächte, zeigten sich die meisten Regionen in einer soliden wirtschaftlichen Verfassung. Die globale Wirtschaftsleistung stieg insgesamt kräftig um 5,0 % (-0,6 %). Von der weltweiten Erholung, die sich positiv auf die Verbrauchernachfrage und damit auch auf die Verkaufszahlen von Pkw und Lkw auswirkte, profitierte auch die Geschäftsentwicklung der ElringKlinger-Gruppe.
Während die Steigerungsraten der Wirtschaftsleistung in vielen wichtigen Schwellenländern wie China, Indien und Brasilien, in denen die ElringKlinger-Gruppe mittlerweile gut vertreten ist, bereits über dem Vor-Krisen-Niveau lagen, erreichten die Bruttoinlandsprodukt (BIP) -Wachstumsraten wichtiger Industrieländer noch nicht wieder die in 2007 und teilweise in 2008 erzielten Werte.
Die Wirtschaft in der Eurozone wuchs 2010 um 1,7 % und holte damit erst rund die Hälfte des Einbruchs durch die Rezession des Vorjahres auf. Die volkswirtschaftliche Entwicklung der einzelnen Länder in der Eurozone wies erhebliche Unterschiede auf. In einigen südeuropäischen Staaten, in denen der negative Effekt des Einbruchs der Weltwirtschaft durch eigene Struktur- und Finanzprobleme verstärkt wurde, konnte die Rezession nicht überwunden werden. So schrumpfte die Wirtschaftsleistung in Griechenland um 4,6 %. Auch in Spanien, Portugal und Irland blieb die konjunkturelle Lage angespannt. Diese Staaten zählen jedoch nicht zu den bedeutenden Absatzmärkten für die ElringKlinger-Gruppe.
Dank der starken Ausrichtung auf den Export von Investitionsgütern profitierte Deutschland besonders vom Aufschwung des Welthandels. Im Gegensatz zu den zweistelligen Zuwachsraten beim Export erholte sich die Inlandsnachfrage nur zögerlich. Das Bruttoinlandsprodukt legte im Jahr 2010, getrieben durch den Export, insgesamt um 3,5 % zu.
Auch in den meisten osteuropäischen Staaten hat sich die Wirtschaftsleistung 2010 weiter belebt. So befand sich die russische Wirtschaft seit Anfang 2010 wieder auf Wachstumskurs. Das Bruttoinlandsprodukt Russlands – eine wichtige und zunehmend bedeutendere Volkswirtschaft - ist im Gesamtjahr 2010 im Vergleich zum Vorjahr um 4,0 % gewachsen. Einen anhaltend starken Aufschwung zeigte die türkische Volkswirtschaft. Sie erreichte mit einem Anstieg der Wirtschaftsleistung um 7,7 % die höchste Wachstumsrate im europäischen Raum. Mit der Akquisition der Ompaş A.Ş., Bursa, Türkei, verfügt die ElringKlinger-Gruppe seit Oktober 2009 über eine eigene Tochtergesellschaft auf dem stark wachsenden türkischen Markt.
Bedingt durch eine expansive Geldpolitik und durch staatliche Konjunkturmaßnahmen kamen die USA nach der Überwindung der Rezession wieder auf Wachstumskurs. Trotz weiterhin hoher Arbeitslosigkeit und anhaltender Probleme auf dem Immobilienmarkt lag das Wirtschaftswachstum in 2010 überraschend bei 2,8 %. In den Volkswirtschaften der lateinamerikanischen Schwellenländer setzte sich der gute konjunkturelle Aufschwung, getragen von einer starken Inlandsnachfrage, im Jahr 2010 fort. Der wirtschaftlich bedeutendste Staat Südamerikas, Brasilien, erreichte einen Zuwachs beim Bruttoinlandsprodukt von 7,5 %.
Ganz wesentlich trugen die asiatischen Länder zum Wachstum der Weltwirtschaft bei. In dieser Region wurde das vor der Krise erreichte Niveau in 2010 bereits deutlich überschritten. Dominierend für den Aufschwung in Asien erwies sich erneut die lebhafte Expansion der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage in China. Auch ElringKlinger profitierte stark davon. Mit einem Wirtschaftswachstum von 10,1 % übertraf die chinesische Volkswirtschaft den bereits hohen Vorjahreswert. Auch Indien knüpfte mit einem Anstieg des BIP von 9,2 % an die hohen Wachstumsraten vor der Krise an. Eine immer höhere Bedeutung kommt den ASEAN-Staaten, u.a. Thailand und Malaysia zu, die auch in 2010 mit einer starken konjunkturellen Entwicklung überzeugen konnten. Japan profitierte über steigende Exporte von der wirtschaftlichen Stärke der umliegenden Staaten und steigerte das Bruttoinlandsprodukt um 3,5 %.
BRIC-Staaten und USA treiben Automobilnachfrage in 2010
Durch die schnelle Erholung der Weltwirtschaft konnte auch der Automobilsektor profitieren. Sowohl die Pkw- Produktion als auch der Absatz legten erfreulich zu.
Das internationale Pkw-Geschäft hat sich 2010 deutlich schneller erholt als erwartet. Wachstumstreiber waren vor allem die BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, China und Indien), aber auch der US-Markt entwickelte sich überraschend stark. Mit Ausnahme von Russland ist ElringKlinger auf allen BRIC-Märkten mit Tochtergesellschaften vertreten, so dass das Unternehmen 2010 vom Aufschwung der dortigen Automobilmärkte profitieren konnte. Die globale Fahrzeug-Produktion stieg 2010 um insgesamt 23,1 % auf 70,9 Mio. Fahrzeuge. Damit wurde der 2007 erreichte bisherige Spitzenwert von 70,8 Mio. Fahrzeugen leicht übertroffen.
Neben der hohen Käufernachfrage waren für den starken Zuwachs in der Produktion vor allem die während der Krise signifikant abgebauten Lagerbestände ausschlaggebend, die 2010 wieder auf Normalniveau hochgefahren wurden. Die weltweiten Pkw-Neuzulassungen erhöhten sich damit weniger stark als die produzierten Stückzahlen. Sie legten um 9,1 % auf 69,6 (63,8) Mio. Fahrzeuge zu. Der erfolgte Lageraufbau bewegte sich im angemessenen Rahmen und erreichte bei weitem nicht das Niveau von Ende 2007/Anfang 2008.
Die Entwicklung der regionalen Fahrzeugmärkte zeigte sich stark unterschiedlich. In den BRIC-Staaten, den USA und auch in Japan stiegen die Pkw-Verkäufe, teilweise noch unterstützt durch staatliche Förderprogramme, im Vergleich zum Vorjahr deutlich an. Dagegen entwickelte sich das Pkw-Geschäft auf den großen europäischen Fahrzeugmärkten, in denen die staatlichen Fördermaßnahmen des Vorjahres ausgelaufen waren, eher verhalten.
Nicht unerwartet gingen die Neuzulassungen in Deutschland, dem größten Einzelmarkt in Europa, 2010 um 23,4 % zurück. Die Ursache für den Absatzeinbruch lag in der 2009 gewährten staatlichen Abwrackprämie, die die Pkw-Verkäufe auf dem deutschen Markt im Vorjahr spürbar angekurbelt hatte. Jedoch half der starke Export – vor allem nach Asien, aber auch nach Nordamerika – der deutschen Fahrzeugindustrie, den Rückgang im Inland mehr als zu kompensieren. Im Jahr 2010 wurden 4,2 Mio. Fahrzeuge exportiert, 23,7 % mehr als im Vorjahr. Die inländische Automobilproduktion legte gegenüber dem Vorjahr um knapp 12,0 % zu und erreichte mit 5,6 Mio. Einheiten einen neuen Rekordwert. Der starke Anstieg der deutschen Pkw-Produktion machte sich auch bei allen inländischen Gesellschaften der ElringKlinger-Gruppe positiv bemerkbar.
Auf dem westeuropäischen Automobilmarkt insgesamt gingen die Pkw-Neuzulassungen, bedingt durch das Auslaufen vieler nationaler Konjunkturprogramme, um 5,1 % auf 13,0 (13,7) Mio. Einheiten zurück. Der Nachfragerückgang fiel jedoch geringer aus als zum Jahresanfang prognostiziert. Zum Jahresende hat sich das Tempo des Rückgangs sukzessive abgeschwächt. Bedingt durch eine markante Exportnachfrage steigerten die Automobilhersteller die Fahrzeugproduktion in Westeuropa um 10,4 %.
Schwächer zeigten sich die osteuropäischen Staaten (exklusive Russland), in denen die Pkw-Verkaufszahlen ein moderates Absatzminus von 3,2 % zu verzeichnen hatten. Der russische Automobilabsatz erhöhte sich zwar um 30,3 % blieb aber von den früheren Höchstständen noch deutlich entfernt. Die im Frühjahr 2010 in Russland eingeführte Verschrottungsprämie hat zur Nachfragebelebung maßgeblich beigetragen. In diesem Umfeld konnten die Pkw-Hersteller in Russland ihre Produktion 2010 auf 1,2 Mio. Fahrzeuge nahezu verdoppeln.
Der neben Russland stärkste osteuropäische Fahrzeugmarkt, die Türkei, auf dem die ElringKlinger-Gruppe mit einer Tochtergesellschaft vertreten ist, zeigte 2010 eine hohe Dynamik. Die Pkw-Hersteller in der Türkei steigerten die Produktion um 18,0 %. Die Fahrzeugproduktion insgesamt erhöhte sich um 25,9 % auf 1,1 Mio. Damit wurden in der Türkei 2010 annähernd so viele Fahrzeuge produziert wie in Russland.
Der nordamerikanische Fahrzeugmarkt erholte sich trotz des nicht einfachen wirtschaftlichen Umfelds unerwartet stark. Die Verkäufe von Pkw und Light Trucks in den USA übertrafen das Vorjahr um 11,1 % und erreichten 11,6 Mio. Fahrzeuge. Zudem passten die Hersteller ihre Lagerhaltung der erhöhten Nachfrage an. Damit stieg die Pkw-Produktion im NAFTA-Raum stärker als der Absatz um 39,1 % auf knapp 12,0 Mio. Einheiten. Light Trucks erfreuten sich einer sehr guten Nachfrage. Sports Utility Vehicles (SUVs) waren deutlich mehr gefragt als Pkw. Amerikaner kaufen bei gefallenen Benzinpreisen, ungeachtet dessen, dass hier auch kurzfristig wieder stark steigende Preise möglich sind, solche teilweise kraftstoffverbrauchsintensiven Fahrzeuge.
In Südamerika hat sich die Pkw-Nachfrage in den meisten Staaten sehr dynamisch entwickelt. Obwohl im wichtigsten lateinamerikanischen Markt, Brasilien, die staatlichen Anreizprogramme für den Neuwagenkauf bereits im März 2010 ausliefen, stiegen die Pkw-Verkäufe im Gesamtjahr um 10,6 % auf 3,3 Mio. Fahrzeuge.
Asien war 2010 die mit Abstand wichtigste Absatzregion für das internationale Pkw-Geschäft. Der chinesische Fahrzeugmarkt avancierte zum größten Einzelmarkt der Welt.
Die Zahl der neu zugelassenen Fahrzeuge in China erreichte 18,1 Mio. Dieser Anstieg entsprach – aufbauend auf der bereits hohen Basis des Vorjahres – einem Absatzplus von 32,4 %. Die Fahrzeug-Hersteller auf dem chinesischen Markt steigerten ihre Produktion ebenfalls um 32,4 % und ließen 2010 18,3 Mio. Neufahrzeuge, davon 16,5 Mio. Pkw und leichte Nutzfahrzeuge, von den Bändern rollen. Mit den Werksneubauten und der damit einhergehenden Verdoppelung der Produktionskapazitäten bei den beiden Tochtergesellschaften in Changchun und Suzhou hat sich die ElringKlinger-Gruppe rechtzeitig für dieses bedeutende Marktwachstum aufgestellt.
In Indien wurden im Jahr 2010 insgesamt 2,4 Mio. Pkw verkauft und damit 31,4 % mehr als im Vorjahr. Die Pkw-Produktion zeigte sich mit einem Anstieg von 29,8 % auf 2,8 Mio. Fahrzeuge ebenso anhaltend dynamisch.
Auch der reife japanische Fahrzeugmarkt hat sich stark entwickelt. Dort stiegen die Pkw-Verkäufe im Vorjahresvergleich um 7,4 % auf 4,2 Mio. Fahrzeuge. Die Pkw-Produktion in Japan verzeichnete im gleichen Zeitraum ein Plus um gut ein Fünftel auf 8,3 Mio. Fahrzeuge.
Den japanischen Automobilmarkt beliefert der ElringKlinger-Konzern überwiegend aus der lokalen Produktion des Beteiligungsunternehmens ElringKlinger Marusan Corporation.
Nutzfahrzeugmarkt auf Erholungskurs
Nach dem schweren Krisenjahr 2009 war auchim internationalenNutzfahrzeuggeschäft der Aufwärtstrend klar erkennbar. Der 2010 infolge der konjunkturellen Erholung gestiegene Bedarf an Transportleistungen sowie die verbesserte Lage des Speditionsgewerbes ließen die Lkw-Bestellungen im Vergleich zum Vorjahr merklich anziehen. Die Erholung der Lkw-Märkte fiel allerdings im Vergleich zum Pkw-Bereich weniger dynamisch aus. Die Verkaufszahlen lagen noch deutlich unter den Rekordwerten der starken Jahre 2006 und 2007.
Die ElringKlinger-Gruppe erzielt rund 12 % der Umsatzerlöse im Lkw-Bereich und konnte damit an der zunehmenden Erholung der Lkw-Nachfrage partizipieren. Die Auslastung in diesem Bereich hat das Vorkrisenniveau allerdings noch nicht wieder erreicht.
Die Erholung des deutschen Nutzfahrzeugmarktes gewann 2010 an Fahrt. Im Inland wurden 20,0 % mehr schwere Lkw zugelassen als im Vorjahr. Die sehr gute Exportkonjunktur trug entscheidend dazu bei, dass die inländische Nutzfahrzeugindustrie einen Produktionsanstieg um 65,0 % auf 115.280 Einheiten verzeichnen konnte.
Der gesamteuropäische Nutzfahrzeugmarkt erholte sich gemessen an den Lkw-Verkäufen gegenüber dem Vorjahr um 5,8 %. Während die Lkw-Hersteller in Westeuropa lediglich 3,3 % mehr Fahrzeuge als 2009 verkauften, legten die Lkw-Neuzulassungen in Osteuropa mit einem Plus von 32,2 % deutlich stärker zu.
Der US-Lkw-Markt erholte sich von der extremen Schwäche während der Krise. Die Verkaufszahlen stiegen 2010 um 9,0 %. Sie liegen damit aber immer noch um mehr als die Hälfte unter dem Stand von 2006.
Die asiatischen Lkw-Märkte zeigten ebenfalls solide Zuwächse. Dort werden allerdings überwiegend kleine Nutzfahrzeuge nachgefragt.
Wesentliche Ereignisse – Akquisitionen und Kapitalmaßnahmen
Der ElringKlinger-Konzern konnte 2010 das Flachdichtungsgeschäft der Freudenberg Gruppe, Weinheim, mit Wirkung zum 1. Januar 2011 übernehmen. Zur Finanzierung konkreter Wachstumsprojekte wurde eine Kapitalmaßnahme durchgeführt.
Übernahme des Bereichs Statische Flachdichtungen der Freudenberg Gruppe
Am 30. September 2010 unterzeichnete die ElringKlinger AG den Vertrag über den Kauf des Bereichs Statische Flachdichtungen der Freudenberg Gruppe, Weinheim.
Zum Lead Center Statische Flachdichtungen der Unternehmensgruppe Freudenberg gehört das Zylinderkopf- und Abgasdichtungsgeschäft. Neben der Freudenberg-Tochtergesellschaft Burgmann Automotive GmbH, Gelting, Deutschland, übernahm ElringKlinger auch einen Teil der Freudenberg-Meillor S.A.S., Nantiat und Chamborêt, Frankreich sowie die Oigra Meillor s.r.l., Turin, Italien.
Mit diesem Zukauf baut ElringKlinger seine internationale Position bei Zylinderkopfdichtungen und hochtemperaturfesten Spezialdichtungen für Motor und Abgassystem aus. Im Geschäftsbereich Spezialdichtungen wird das Portfolio um zusätzliche Produkte – zum Beispiel im Segment Turbolader und Abgasrückführung – erweitert und die Marktposition vor allem in den Märkten Frankreich und Italien wesentlich gestärkt. Im Geschäftsjahr 2011 sollen die neuen ElringKlinger-Gesellschaften rund 49 Mio. Euro zum Konzernumsatz beitragen. ElringKlinger geht davon aus, dass die operative Marge bis 2012 an das Gruppenniveau herangeführt werden kann.
Die Einbeziehung in den Konsolidierungskreis des ElringKlinger-Konzerns erfolgt ab 1. Januar 2011.
Kapitalerhöhung aus genehmigtem Kapital erfolgreich platziert
Am 6. Oktober 2010 platzierte die ElringKlinger AG in einem beschleunigten Bookbuilding-Verfahren 5.759.990 neue, auf den Namen lautende Stückaktien bei institutionellen Investoren. Die Platzierung stieß auf breites internationales Anlegerinteresse und war mehr als fünffach überzeichnet.
Die Ausgabe der neuen Aktien, die ab dem 1. Januar 2010 gewinnberechtigt sind, erfolgte unter teilweiser Ausnutzung des auf der ordentlichen Hauptversammlung vom 21. Mai 2010 genehmigten Kapitals in Höhe von 28.800.000 Euro. Das Grundkapital der Gesellschaft erhöhte sich dadurch um etwas weniger als 10 Prozent von 57.600.000 Euro auf 63.359.990 Euro. Der Platzierungspreis lag bei 21,50 Euro je Aktie. Damit ergab sich für die Gesellschaft ein Bruttoemissionserlös von insgesamt rund 123,8 Mio. Euro. Die Zulassung der neuen Aktien zum regulierten Markt am Börsenplatz Frankfurt erfolgte am 7. Oktober 2010.
Infolge der Kapitalerhöhung erhöhte sich der Streubesitz der ElringKlinger-Aktie von bisher 44,6 % auf 48,0 %. Damit konnte die – vor allem für institutionelle Anleger wichtige – Liquidität im Handel mit der ElringKlinger-Aktie weiter verbessert werden.
Der Emissionserlös wird im Wesentlichen zur Finanzierung des weiteren, starken Wachstums der Gesellschaft und zur Optimierung der Finanzierungsstruktur genutzt. Neben der Teilfinanzierung des Erwerbs und der Integration des Geschäftsbereichs Statische Flachdichtungen der Unternehmensgruppe Freudenberg fließen die Emissionserlöse in den Ausbau des neuen Geschäftsbereichs E-Mobility, den Bau eines neuen Werks für Kunststoffgehäusemodule mit dem Schwerpunkt auf Lkw-Anwendungen sowie in weitere externe Wachstumsmöglichkeiten.
Umsatz- und Ertragsentwicklung
Umsatzbelebung setzt sich fort
Der Weltfahrzeugmarkt hat sich 2010 kontinuierlich erholt. Die überraschend stark gestiegene Pkw-Produktion und eine Vielzahl von Produktneuanläufen führten bei der ElringKlinger-Gruppe zu einem Anstieg der Umsatzerlöse um 37,4 % auf 795,7 (579,3) Mio. Euro. Dabei ist zu berücksichtigen, dass der Vorjahresvergleichszeitraum krisenbedingt von zum Teil massiven Produktionskürzungen zahlreicher Automobilhersteller betroffen war. Das Geschäft mit Komponenten für Lkw-Hersteller belebte sich weiter, lag zum Jahresende 2010 aber noch deutlich unter dem Niveau von vor der Krise.
Asien und Amerika wachstumsstärkste Regionen
Die ElringKlinger-Gruppe verzeichnete in allen Regionen weltweit zweistellige Umsatzzuwächse. Besonders stark hat sich der Absatz in Asien sowie in Nord- und Südamerika entwickelt. Der Auslandsanteil am Konzernumsatz stieg 2010 verglichen mit 2009 auf 69,1 % (66,9 %).
Obwohl das Auslaufen der Abwrackprämie einen Einbruch bei den Pkw-Neuzulassungen in Deutschland bedingte, erhöhten sich die Umsatzerlöse im Inland um 28,2 % und erreichten 245,6 (191,6) Mio. Euro. Verantwortlich dafür waren die stark anziehenden Exporte der deutschen Fahrzeughersteller vor allem nach Asien, aber auch nach Nordamerika.
Im übrigen Europa stiegen die Umsatzerlöse 2010 verglichen mit 2009 um 28,2 % auf 238,7 (186,2) Mio. Euro.
Überraschend kräftig fiel die – allerdings von einem extrem niedrigen Vorjahresniveau ausgehende – Erholung der Fahrzeugnachfrage in den USA aus. Deutlich anziehende Kundenabrufe und Neuanläufe, vor allem bei abschirmtechnischen Produkten, ließen den Umsatz in der ElringKlinger-Gruppe im NAFTA-Raum 2010 um 67,7 % auf 142,0 (84,7) Mio. Euro steigen.
In der Region Südamerika und Übrige profitierte der Konzern ebenfalls von anhaltend starken Automobilverkäufen und übertraf den Umsatz des Vorjahres in dieser Region um 38,8 %. Maßgeblich für diesen Zuwachs waren hauptsächlich die anhaltend hohen Wachstumsraten bei der brasilianischen Tochtergesellschaft Elring Klinger do Brasil Ltda. Insgesamt erreichten die Umsatzerlöse in der Region Südamerika und Übrige im Jahr 2010 51,2 (36,9) Mio. Euro.
Auf den asiatischen Wachstumsmärkten baute die ElringKlinger-Gruppe die Umsätze um 47,8 % auf 118,1 (79,9) Mio. Euro aus. Dazu haben vor allem die beiden chinesischen Tochtergesellschaften ElringKlinger China, Ltd. sowie Changchun ElringKlinger Ltd. beigetragen. An beiden Produktionsstandorten, in Suzhou und Changchun, hat der Konzern im Jahr 2010 zusätzliche Fertigungskapazitäten installiert. Mit der Inbetriebnahme eines neuen Fertigungsgebäudes wurde die vorhandene Produktionsfläche in Suzhou nahezu verdoppelt. Inzwischen fertigt ElringKlinger an den chinesischen Standorten das vollständige Produktsortiment von metallischen Flachdichtungen über Abschirmkomponenten bis hin zu Kunststoffgehäusemodulen. Die Erholung des japanischen Fahrzeugmarkts und insbesondere des Lkw-Sektors wirkte sich positiv auf die Nachfrage bei der ElringKlinger Marusan Corporation, Japan aus. Die Region Asien hat für die ElringKlinger-Gruppe weiter an Bedeutung gewonnen. Der Anteil am Konzernumsatz erhöhte sich 2010 auf 14,8 % (13,8 %).
Anspringendes Erstausrüstungsgeschäft als treibende Kraft
Mit Ausnahme des Segments Gewerbeparks haben 2010 alle Segmente des Konzerns zur Umsatzsteigerung beigetragen. Besonders stark entwickelte sich das Segment Erstausrüstung, in dem sich die bereits in 2009 begonnene Erholung sukzessive fortsetzte. Angetrieben wurde die Umsatzentwicklung in der Erstausrüstung von der dynamischen Nachfrage aus der Automobilindustrie. Das Geschäft mit Teilen für die Nutzfahrzeugindustrie zog zwar ebenfalls an, blieb aber noch deutlich hinter der Auslastung des Vorkrisenzeitraums zurück.
Zahlreiche Produktneuanläufe ermöglichten es auch 2010, die Umsatzerlöse in der Erstausrüstung im Vergleich zum Anstieg der Weltfahrzeugproduktion prozentual stärker zu steigern. Zu dieser besseren Entwicklung hat auch die starke Ausrichtung der ElringKlinger-Gruppe auf die Emerging Markets beigetragen.
Die Umsatzerlöse im Segment Erstausrüstung stiegen gegenüber dem noch schwachen Vorjahreszeitraum um 188,7 Mio. Euro auf 606,9 (418,2) Mio. Euro.
Der ElringKlinger-Konzern entwickelt und produziert metallische Dichtungen und Abschirmteile für verbrauchsarme Downsizing-Motoren, die bei hohen Temperaturen und extremen Verbrennungsdrücken arbeiten. 2010 konnte man von dem zunehmenden Einsatz dieses Motorkonzepts bei fast allen Fahrzeugherstellern profitieren. Das Unternehmen verfügt beim Hitzemanagement und in der Abdichtung über führende Technologien.
Überdurchschnittlich hohe Zuwächse erzielten die Geschäftsbereiche Kunststoffgehäusemodule/Elastomertechnik und Spezialdichtungen. Im Geschäftsbereich Kunststoffgehäusemodule/Elastomertechnik wirkte sich das starke Interesse der Kunden nach Lösungen zur Gewichtsreduzierung, die einen nennenswerten Beitrag zur CO2-Reduzierung leisten, positiv aus. Mehrere Neuanläufe in Deutschland und bei den internationalen Tochtergesellschaften in Asien ließen die Umsatzerlöse signifikant steigen.
Maßgeblich für die überproportionale Umsatzentwicklung im Geschäftsbereich Spezialdichtungen war die hohe Kundennachfrage bei Dichtungssystemen für den Turboladerbereich, Steuerplatten für Automatikgetriebe und hoch temperaturfesten Metalldichtungen für das Abgassystem.
Die Nachfrage nach Zylinderkopfdichtungen zog, bedingt durch die breite Erholung der Pkw-Produktionszahlen und die neu anlaufenden Serienprojekte, ebenfalls deutlich an. Das wachsende China-Geschäft, wo viele Neukunden gewonnen werden konnten, hat wesentlich zur Umsatzsteigerung im Geschäftsbereich Zylinderkopfdichtungen beigetragen.
Im Geschäftsbereich Abschirmtechnik stießen vor allem kombinierte thermisch-akustische Abschirmkomponenten auf sehr gute Resonanz bei den Kunden. Neben anziehenden Volumina bei der ElringKlinger Abschirmtechnik (Schweiz) AG, waren die Zuwächse auch auf die zahlreichen neuen Projekte bei der ElringKlinger USA, Inc. in Buford sowie der chinesischen Tochtergesellschaft ElringKlinger China, Ltd. in Suzhou zurückzuführen.
Während das Ergebnis vor Ertragsteuern im Segment Erstausrüstung infolge der drastischen Produktionskürzungen der Fahrzeughersteller im Krisenjahr 2009 bei lediglich 22,6 Mio. Euro gelegen hatte, führte die erheblich gestiegene Produktionsauslastung im ElringKlinger-Konzern, zusammen mit einer weiterhin schlank gehaltenen Kostenstruktur, zu einem Anstieg des Segmentsergebnisses vor Ertragsteuern um 34,9 Mio. Euro auf 57,5 Mio. Euro.
Ersatzteilgeschäft wächst stark
Das Segment Ersatzteile baute den Umsatz 2010 ebenfalls weiter aus und steigerte die Erlöse um 14,8 % auf 107,1 (93,3) Mio. Euro.
Der inländische Markt entwickelte sich in 2010 nur verhalten, da die Abwrackprämie den Fahrzeugbestand an Altfahrzeugen mit über neun Jahren deutlich zurückgehen ließ. Infolgedessen fiel der Bedarf an Werkstattleistungen und Ersatzteilen geringer aus. Dennoch konnten die Umsatzerlöse auf dem heimischen Markt leicht verbessert werden.
Im Gegensatz dazu zeigten die internationalen Märkte überwiegend gutes Wachstum. Vor allem auf den für das Ersatzteilgeschäft des ElringKlinger-Konzerns besonders wichtigen Märkten in Osteuropa und im Mittleren Osten belebte sich die Nachfrage 2010 zusehends. Die nach der Krise wieder besseren Finanzierungsmöglichkeiten für die Abnehmer sowie die anziehende Gesamtkonjunktur sorgten für ein positives Umfeld. Viele Großhändler passten ihre Lagerbestände der steigenden Teilenachfrage an.
Zudem baute ElringKlinger die Marktanteile mit gezielten Sortimentserweiterungen aus. Unter der Marke „Elring – Das Original“ stellte das Unternehmen auf der weltweit wichtigsten Ersatzteilmesse Automechanika im September 2010 in Frankfurt unter anderem ein neues, umfassendes Programm an Turbolader-Einbau- und -Dichtungssätzen vor, das zukünftig verstärkt zum Umsatz beitragen wird.
Beim Ergebnis verzeichnete der ElringKlinger-Konzern im Ersatzteilgeschäft einen Zuwachs um 16,8 %. Das Ergebnis vor Ertragsteuern erhöhte sich damit 2010 auf 21,5 (18,4) Mio. Euro.
Segment Kunststofftechnik auf Erholungskurs
Im breit aufgestellten Segment Kunststofftechnik erholte sich das Geschäft zunehmend von den Auswirkungen der Wirtschafts- und Finanzkrise. Nachdem sich die Nachfrage der Kunden aus der Automobilindustrie bereits im ersten Quartal 2010 wieder erheblich verbessert hatte, sprangen im weiteren Jahresverlauf auch die Bedarfe aus Branchen wie dem Maschinenbau und der Anlagentechnik an. Die stärksten Umsatzzuwächse konnten bei Produkten für medizintechnische Anwendungen erzielt werden. Besonders die Nachfrage nach Komponenten und Produktanwendungen aus dem schmelzverarbeitbaren Hochleistungswerkstoff Moldflon® zog an, so dass eine weitere Fertigungsanlage angeschafft wurde. Insgesamt stieg der Segmentsumsatz im Jahr 2010 um 15,1 Mio. Euro auf 71,5 (56,4) Mio. Euro.
Die chinesische Tochtergesellschaft ElringKlinger Engineered Plastics (Qingdao) Commercial Co., Ltd. in China trägt zu dieser Steigerung in zunehmendem Maße bei. Bei der ElringKinger-Gesellschaft in Suzhou wurde mit den Vorbereitungen begonnen, eine eigene PFTE-Anlage aufzubauen, um damit den wachsenden Bedarf chinesischer Kunden aus lokaler Produktion bedienen zu können. Der Anlauf der neuen Fertigungslinie ist für die erste Jahreshälfte 2011 vorgesehen.
Auch die Ertragslage im Segment Kunststofftechnik hat sich in 2010 verbessert, obgleich das Vorkrisenniveau noch nicht wieder erreicht wurde. Die EBIT-Marge stieg auf 16,1 % (9,6 %). Einzelne Fertigungsbereiche sind noch nicht vollständig ausgelastet. Die Entwicklungs- und Anlaufkosten für zahlreiche neue Anwendungen aus Moldflon® und Vorlaufkosten für den weiteren Ausbau des China-Geschäfts belasteten die Ergebnissituation.
Das anziehende Geschäft und die damit insgesamt höhere Auslastung des erst Ende 2009 erweiterten Werks am Standort Bietigheim-Bissingen haben wesentlich dazu beigetragen, dass das Ergebnis vor Ertragsteuern im Segment Kunststofftechnik auf 11,1 (5,0) Mio. Euro stieg.
Erlöse der Gewerbeparks auf Vorjahresniveau
Mit 8,1 (8,1) Mio. Euro bewegten sich die Mieteinnahmen der drei Gewerbeparks der ElringKlinger-Gruppe in Ludwigsburg und Idstein, Deutschland, sowie Kecskemét-Kádafalva, Ungarn, auf Vorjahresniveau. Ein bedeutender deutscher Fahrzeughersteller errichtet derzeit in unmittelbarer Umgebung zum Technik-Park Heliport Kft. in Ungarn sein erstes großes Produktionswerk in Osteuropa. Für die ElringKlinger-Gruppe erschließt sich mit der daraus resultierenden hohen Nachfrage nach Mietflächen und Grundstücken interessantes Umsatz- und Wertsteigerungspotenzial. Das Ergebnis vor Ertragsteuern belief sich im Jahr 2010 unverändert auf 2,8 (2,8) Mio. Euro.
Segment Dienstleistungen spürt wieder steigendes Kundeninteresse
Nach dem noch schwachen ersten Halbjahr 2010 zog die Kundenachfrage nach Entwicklungs- und Prüfstandsdienstleistungen des Segments Dienstleistungen in der zweiten Jahreshälfte spürbar an. Hier machte sich bemerkbar, dass viele Automobilhersteller wieder verstärkt Engineering-Dienstleistungen an externe Anbieter vergeben, um die eigenen Entwicklungsabteilungen zu entlasten. Auf sehr gute Kundenresonanz stieß das hoch spezialisierte Angebot der Elring Klinger Motortechnik GmbH in der Emissionstechnologie insbesondere rund um das Thema SCR-Technologie (Selective Catalytic Reduction) zur Stickoxidreduzierung.
Insgesamt erhöhten sich die Umsätze im Segment Dienstleistungen um 12,0 % auf 8,4 (7,5) Mio. Euro. Vor allem aufgrund der gestiegenen Auslastung verbesserte sich das Segmentsergebnis vor Ertragsteuern auf 1,0 (0,6) Mio. Euro.
Ertragslage im Konzern weiter verbessert
Die stark steigenden Teileabrufe der Fahrzeughersteller bewirkten eine spürbar verbesserte Auslastung der Fertigungsanlagen im ElringKlinger-Konzern. Da die in der Krise nochmals verschlankte Kostenstruktur weitgehend wirksam blieb, fiel der Anstieg bei den Ergebnissen stärker aus als beim Umsatz.
An der positiven Entwicklung der Ertragslage waren alle Geschäftsbereiche beteiligt. Sämtliche Segmente des Konzerns konnten 2010 das Ergebnis vor Ertragsteuern gegenüber 2009 verbessern.
Sonderbelastung durch Altersteilzeit- und ERA-Rückstellungen
Im Jahr 2008 wurde in der Metall- und Elektroindustrie der „Tarifvertrag zum flexiblen Übergang in die Rente“ (TV FlexÜ) unterzeichnet. Dieser begründet tarifliche Ansprüche der Arbeitnehmer auf den Abschluss von Altersteilzeitverträgen. Die sich aus dem TV FlexÜ ergebenden Rechtsfolgen hängen von einem dauerhaft wirksamen kollektiven Finanzierungsbeitrag der Arbeitnehmer ab. In den Tarifverhandlungen im Februar 2010 wurde vereinbart, dass der Finanzierungsbeitrag der Arbeitnehmerseite für die Anwendung des TV FlexÜ vom 1. Mai 2010 bis 31. März 2012 aus den im Zusammenhang mit der Beschäftigungssicherung ausgehandelten Konditionen besteht. Somit waren Rückstellungen auch für Ansprüche auf Altersteilzeit, die im Zeitraum bis März 2012 von den Anspruchsberechtigten geltend gemacht werden könnten, zu bilden. Dadurch erhöhte sich der Personalaufwand in den einzelnen Funktionsbereichen einmalig um insgesamt 1,9 Mio. Euro.
Auch die für die beiden Jahre 2008 und 2009 beschlossene Mitarbeiterbeteiligung für die Beschäftigten der ElringKlinger AG und der ElringKlinger Kunststofftechnik GmbH in Höhe von 1.000 Euro pro Person – damit insgesamt 2,4 Mio. Euro – wirkte sich im Jahr 2010 erhöhend auf die Aufwendungen aus.
Zudem war aufgrund der Entscheidung des Bundesarbeitsgerichts vom Dezember 2010 zur Auslegung der Bestimmungen des Entgeltrahmentarifabkommens (ERA) eine einmalige Rückstellung in Höhe von 1,7 Mio. Euro zu bilden, die sich im vierten Quartal 2010 ergebnisbelastend auswirkte. Zweck dieser Rückstellung ist es, das Risiko etwaiger Ausgleichszahlungen für die Verpflichtungen des ERA-Strukturfonds abzudecken.
Bruttomarge um 3,7 Prozentpunkte verbessert
Während sich der Umsatz um 37,4 % erhöhte, blieb der Anstieg der Umsatzkosten auf 30,4 % begrenzt. Wesentlich hierfür waren neben den positiven Effekten aus der stärkeren Auslastung der Fertigung die weiteren Effizienzverbesserungsmaßnahmen. So wurde der Automatisierungsgrad an den meisten Produktionsstandorten der Gruppe weiter erhöht. Die Bruttomarge verbesserte sich 2010 auf 30,1 % (26,4 %). Hierbei ist zu berücksichtigen, dass die Erfassung der Aufwendungen für Gewährleistungs- und Drohverlustrückstellungen ab dem vierten Quartal 2010 erstmals in den Umsatzkosten erfolgte. Demgegenüber waren 2009 Aufwendungen für Gewährleistungs- und Drohverlustrückstellungen in Höhe von 5,0 Mio. Euro in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten.
Die Materialpreise lagen zwar, verglichen mit den Werten von 2007, noch auf verkraftbarem Niveau, sie haben aber – ausgehend von den Tiefständen im Jahr 2009 – bereits wieder deutlich angezogen. Vor dem Hintergrund der wachsenden Weltwirtschaft sind die Preise für die meisten der von ElringKlinger benötigten Rohstoffe im Jahresverlauf 2010 kontinuierlich und zum Teil deutlich gestiegen.
Aus der teilweisen Absicherung der Preise für die im Edelstahl enthaltenen Legierungszuschläge (Nickel) ergaben sich 2010 aufgrund zu leistender Ausgleichszahlungen insgesamt noch zusätzliche Materialaufwendungen von 0,6 (9,6) Mio. Euro. Demgegenüber entstand – basierend auf der Preisentwicklung des beizulegenden Zeitwertes des rohwarenbezogenen Derivats – ein positiver Ergebniseffekt aus dem Saldo der Verminderung bzw. des Verbrauchs der kurzfristigen Rückstellungen für die Materialpreisabsicherung (sonstiger betrieblicher Ertrag in Höhe von 0,8 (13,2) Mio. Euro) und den Ausgleichszahlungen in Höhe von 0,2 (3,6) Mio. Euro. Im zweiten Quartal 2010 sind alle Absicherungskontrakte ausgelaufen.
ElringKlinger hatte während der Krise in 2009 von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, die tariflich vereinbarte Lohnerhöhung für die betroffenen deutschen Standorte um neun Monate, auf Dezember 2009, zu schieben. Die Beendigung der Kurzarbeit an den deutschen Standorten wirkte sich ab Jahresbeginn 2010 ebenfalls erhöhend auf den Personalaufwand in den einzelnen Funktionsbereichen aus. In der zweiten Jahreshälfte 2010 hat der ElringKlinger-Konzern die Kapazitäten bereits sukzessive an die dynamisch steigende Nachfrage angepasst und zusätzliche Mitarbeiter eingestellt.
Dem zum Teil dynamischen Anstieg der Löhne in einigen Schwellenländern begegnete ElringKlinger mit zusätzlichen Rationalisierungsmaßnahmen, besonders mit Automatisierungsprojekten in der Fertigung. Kompensierend auf das gestiegene Lohnniveau wirkten sich die konzernweit umgesetzten Effizienzsteigerungsprogramme aus. Sie führten im Ergebnis dazu, dass die ElringKlinger-Gruppe mehr Beschäftigung bieten konnte, die Anzahl der Mitarbeiter aber nur unterproportional zum Anstieg der Umsatzerlöse zunahm.
Neue Anwendungen und E-Mobility lassen Forschungs- und Entwicklungsaufwand steigen
Für Forschung und Entwicklung wendete der ElringKlinger-Konzern 2010 43,7 (35,7) Mio. Euro und damit 8,0 Mio. Euro mehr auf als im Vorjahr.
Bei den bestehenden Technologien stand die Entwicklung und Applikation neuer Anwendungen im Mittelpunkt, vor allem in den Geschäftsbereichen Kunststoffgehäusemodule/Elastomertechnik und Abschirmtechnik, aber auch im Geschäftsbereich Spezialdichtungen, in dem neue Produkte und Verfahren für die Turboladerabdichtung entwickelt wurden.
Im neu gegründeten Geschäftsbereich E-Mobility hat das Unternehmen die FuE-Aktivitäten vor allem in der Batterietechnologie stark ausgebaut. Mit den ersten Serienaufträgen zur Herstellung von Zellverbindern und Zellkontaktierungssystemen für Lithium-Ionen-Batterien, die in Hybriden und reinen Elektrofahrzeugen zum Einsatz kommen, hat ElringKlinger wichtige Referenzprojekte gewonnen und stieß auch bei weiteren Kunden mit diesen Produkten auf großes Interesse.
Für laufende Entwicklungsprojekte in der Batterie- und Brennstoffzellentechnologie erhielt ElringKlinger im Jahr 2010 3,3 (3,6) Mio. Euro an Fördermitteln der öffentlichen Hand, denen ein entsprechender Entwicklungsaufwand gegenüberstand.
Von den gesamten Forschungs- und Entwicklungskosten des Konzerns wurde ein Teilbetrag von 6,1 (4,6) Mio. Euro aktiviert. Die planmäßigen Abschreibungen auf die aktivierten FuE-Leistungen beliefen sich im gleichen Zeitraum auf 4,0 (3,1) Mio. Euro.
Sowohl die Vertriebsaufwendungen als auch die allgemeinen Verwaltungskosten stiegen nur unterproportional zur Umsatzausweitung um 16,8 % bzw. 31,8 %. Dabei sind die bereits beschriebenen Sondereffekte aus der Mitarbeiterbeteiligung und der Erhöhung der Altersteilzeitrückstellungen zu berücksichtigen, die sich auch auf den Vertriebs- und Verwaltungsaufwand entsprechend erhöhend auswirkten.
Sonstige betriebliche Erträge unter Vorjahr
Die sonstigen betrieblichen Erträge gingen gegenüber dem Vorjahr um 16,6 Mio. Euro auf 11,6 (28,2) Mio. Euro zurück. Der starke Rückgang resultierte daraus, dass das Vorjahr – basierend auf der Preisentwicklung des beizulegenden Zeitwertes des rohwarenbezogenen Derivats – von positiven Effekten aus der Materialpreisabsicherung in Höhe von 13,2 Mio. Euro profitiert hatte.
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen verringerten sich in deutlich geringerem Umfang als die sonstigen betrieblichen Erträge, um 6,3 Mio. Euro, auf 5,6 (11,9) Mio. Euro. Der Rückgang war vor allem auf die bereits beschriebene Änderung beim Ausweis der Aufwendungen für Gewährleistungs- und Drohverlustrückstellungen zurückzuführen.
Einmalige Aufwendungen im vierten Quartal
Einmalig belastet wurde das Ergebnis im vierten Quartal 2010 durch die Verlagerungskosten der abschirmtechnischen Aktivitäten vom Standort Dettingen/Erms zur ElringKlinger Abschirmtechnik (Schweiz) AG sowie die Umzugskosten der Changchun ElringKlinger Ltd. in China, wo im Mai 2011 das neue, flächenmäßig verdoppelte Werk eröffnet wird. Diese Kosten führten zu einem zusätzlichen Aufwand von insgesamt 1,8 Mio. Euro. Die Einstellung des Aftermarket-Vertriebsgeschäfts bei der spanischen Tochter ElringKlinger, S.A.U., Reus, und dessen Übernahme durch die ElringKlinger AG führten zu einmaligen Schließungskosten von 0,5 Mio. Euro.
Wie bereits beschrieben wurde – ebenfalls im vierten Quartal – eine einmalige Rückstellung in Höhe von 1,7 Mio. Euro zur Abdeckung möglicher Verpflichtungen aus dem ERA-Strukturfonds gebildet.
Die Änderung der Bewertungsmethoden vor allem für Vorräte, Forderungen, Gewährleistungen und Drohverluste führte im Vergleich zum bisher angewandten Ansatz in Summe zu einem einmaligen zusätzlichen Aufwand von 0,5 Mio. Euro.
Der Anstieg der Gleitzeitkonten erforderte im vierten Quartal eine Höherdotierung der Rückstellungen um 1,1 Mio. Euro.
Operatives Ergebnis profitiert von schlanker Kostenstruktur und hoher Auslastung
Die Effekte aus der höheren Auslastung und den Effizienzsteigerungsmaßnahmen überwogen den Anstieg der Aufwendungen.
Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) übertraf das Vorjahr um 54,4 Mio. Euro und erreichte 188,9 (134,5) Mio. Euro. Die hohen in den Vorjahren und 2010 getätigten Investitionen in Maschinen, Anlagen und Werkzeugtechnologie hatten einen Anstieg der planmäßigen Abschreibungen auf 82,2 (71,2) Mio. Euro zur Folge.
Beim operativen Ergebnis übertraf der ElringKlinger Konzern den Vorjahreswert um 52,7 Mio. Euro und erreichte 116,0 (63,3) Mio. Euro. Gegenüber dem durch die Krise noch stark belasteten Vorjahr erhöhte sich das operative Ergebnis 2010 um 83,3 % und damit deutlich stärker als der Umsatz. Die operative Marge betrug 14,6 % (10,9 %). Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT), in dem im Unterschied zum operativen Ergebnis Währungsgewinne und -verluste berücksichtigt sind, wurde im Geschäftsjahr 2010 von saldierten negativen Währungskurseffekten in Höhe von 9,3 (0,0) Mio. Euro belastet. Mit 106,7 (63,3) Mio. Euro legte das EBIT im Jahr 2010 um 68,6 % zu.
Deutliche Zunahme der Finanzaufwendungen
Das Finanzergebnis fiel 2010 mit minus 22,1 (-13,9) Mio. Euro deutlich schwächer aus als im Vorjahr.
Die Finanzaufwendungen stiegen gegenüber dem Vorjahr um 13,1 Mio. Euro auf 36,8 (23,7) Mio. Euro. Die Rückführung der kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten aus den Erlösen der Kapitalerhöhung im vierten Quartal 2010 bewirkte zwar eine Zinsersparnis, hatte aber keine wesentlichen Auswirkungen auf das Zinsergebnis des Gesamtjahres.
Den um 0,8 Mio. Euro gesunkenen Zinsaufwendungen standen die um 13,9 Mio. Euro stark gestiegenen Aufwendungen aus Kursdifferenzen gegenüber. Der Kursanstieg des Schweizer Franken zum Euro erforderte eine Höherbewertung der Verbindlichkeiten aus dem laufenden Darlehen zur Finanzierung des Erwerbs der Schweizer SEVEX-Gruppe im Jahr 2008. Die ElringKlinger AG hatte den Kaufpreis für den Erwerb der SEVEX-Gruppe in Schweizer Franken finanziert. Aus der Stichtagsbewertung zum 31. Dezember 2010 ergaben sich zahlungsunwirksame Aufwendungen aus Kursdifferenzen in Höhe von 8,9 Mio. Euro, davon 2,9 Mio. Euro im vierten Quartal.
Die Finanzerträge nahmen um 4,9 Mio. Euro auf 14,7 (9,8) Mio. Euro zu. Zu den um 4,6 Mio. Euro höheren Erträgen aus Kursdifferenzen kamen um 0,3 Mio. Euro gestiegene Zinserträge hinzu.
Damit ergab sich für den ElringKlinger-Konzern 2010 ein um 90,3 % gestiegenes Ergebnis vor Ertragsteuern in Höhe von 94,0 (49,4) Mio. Euro.
Periodenergebnis des Vorjahres nahezu verdoppelt
Die Steueraufwendungen lagen bei 25,4 (14,6) Mio. Euro. Sie fielen aufgrund des gestiegenen Jahresergebnisses und der damit gestiegenen Besteuerungsbasis 2010 deutlich höher aus als im Vorjahr. Die Ertragsteuerquote im Konzern ging auf
27,0 % (29,5 %) zurück. Die Ursache hierfür lag vor allem in den überdurchschnittlich stark gestiegenen Ergebnisbeiträgen von ElringKlinger-Konzerngesellschaften mit im Gruppenvergleich unterdurchschnittlicher Steuerquote.
Das Periodenergebnis legte damit um 97,1% zu und erreichte 68,6 (34,8) Mio. Euro.
Durch die 2010 erfolgten Anteilszukäufe verringerte sich der prozentuale Anteil der Gewinnanteile, die Minderheiten zuzurechen sind, leicht. Die positive Ertragsentwicklung in den Gesellschaften mit Minderheitsanteilen führte aber insgesamt dazu, dass sich die Gewinne, die auf Minderheitsanteile entfallen, auf 3,0 (1,6) Mio. Euro erhöhten.
Nach Anteilen Dritter stieg der Ergebnisanteil der Aktionäre der ElringKlinger AG am Periodenergebnis 2010 gegenüber dem Vorjahr um 32,4 Mio. Euro auf 65,6 (33,2) Mio. Euro.
Die Anzahl der ausgegebenen Aktien der ElringKlinger AG belief sich – infolge der am 6. Oktober 2010 durchgeführten Kapitalerhöhung – zum 31. Dezember 2010 auf 63.359.990 (57.600.000) Stück. Das unverwässerte und verwässerte Ergebnis je Aktie, bezogen auf die durchschnittliche Aktienstückzahl des Gesamtjahres 2010 lag bei 1,11 (0,58) Euro.
Ursprüngliche Prognose für 2010 deutlich übertroffen
Für das Geschäftsjahr 2010 war ElringKlinger von einem organischen Anstieg der Umsatzerlöse von 7 bis 10 % und beim Ergebnis vor Zinsen und Steuern von einem überproportionalen Zuwachs von 12 bis 15 % ausgegangen.
Angesichts des hohen Wachstumstempos der Pkw-Produktion entwickelten sich die Kundenabrufe so dynamisch, dass der Konzern die Prognose in der unterjährigen Finanzberichterstattung mehrfach nach oben anpassen konnte. Mit einem Umsatzwachstum von 37,4 % und einem um 68,6 % verbesserten EBIT konnten die ursprünglichen Ziele für 2010 deutlich übertroffen werden. Die ElringKlinger-Gruppe hat damit auch 2010 unter Beweis gestellt, dass sie mit ihrem Geschäftsmodell in der Lage ist, eine über das reine Marktwachstum der Fahrzeugindustrie hinausgehende Umsatz- und Ertragsentwicklung zu erreichen.
Dividende soll steigen
Die ElringKlinger AG wird die Anteilseigner im Rahmen ihrer nachhaltigen Dividendenpolitik auch für das Geschäftsjahr 2010 angemessen am Unternehmenserfolg beteiligen. Der Bilanzgewinn der ElringKlinger AG erreichte, nach Einstellung von 14,3 (9,6) Mio. Euro in die Gewinnrücklagen, 22,2 (11,5) Mio. Euro. Im Einvernehmen mit dem Aufsichtsrat schlägt der Vorstand der Hauptversammlung für das Geschäftsjahr 2010 eine um 75,0 % erhöhte Ausschüttung von 0,35 (0,20) Euro je Aktie vor. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass die am 6. Oktober 2010 im Rahmen der Kapitalerhöhung platzierten 5.759.990 neuen Aktien der ElringKlinger AG ab 1. Januar 2010 gewinnberechtigt sind.
Vermögenslage
Die solide Vermögens- und Finanzlage der ElringKlinger-Gruppe kam dem Unternehmen bei der Akquisition neuer langfristiger Kundenaufträge zu Gute. Die Kapitalerhöhung im Oktober 2010 hat dazu beigetragen, zusätzliches Potenzial für das weitere Wachstum der Gruppe zu schaffen.
Die Entwicklung der Bilanzsumme spiegelte das hohe Wachstum des Konzerns im Jahr 2010 und die durchgeführte Kapitalerhöhung wider. Sie erhöhte sich im Vergleich zum 31. Dezember 2009 um 27,4 % auf 981,4 (770,1) Mio. Euro. Aufgrund der hohen Investitionen in Grundstücke, neue Werksbauten und vor allem in Maschinen und Anlagen wuchs das Sachanlagevermögen – trotz der ebenfalls gestiegenen, gegenläufigen Abschreibungen – um 63,3 Mio. Euro auf 449,5 (386,2) Mio. Euro.
Anstieg der Vorräte und Forderungen geringer als Umsatzwachstum
Infolge der stark anziehenden Kundennachfrage passte der Konzern die Bestandshaltung den dynamisch gestiegenen Produktionsmengen an. Die Vorräte erhöhten sich zum 31. Dezember 2010 gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitpunkt um 37,1 Mio. Euro auf 138,6 (101,5) Mio. Euro. Der Anteil der Vorräte an der Bilanzsumme erreichte damit 14,1 % (13,2 %). Der Vorratsaufbau um 36,6 % fiel aber prozentual etwas geringer aus als das Umsatzwachstum.
Auch die Kapitalbindung in den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen erhöhte sich unterproportional zur Umsatzausweitung. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen nahmen im Vergleich zum 31. Dezember 2009 um 31,4 Mio. Euro bzw. 29,4 % auf 138,2 (106,8) Mio. Euro zu.
Die Zahlungsmittel des ElringKlinger-Konzerns beliefen sich zum 31. Dezember 2010 auf 101,2 (25,6) Mio. Euro. Der starke Anstieg war vor allem auf die Zuflüsse der Emissionserlöse aus der Kapitalerhöhung zurückzuführen.
Eigenkapitalquote bei 52,2 %
Die 2010 für das Geschäftsjahr 2009 getätigte Ausschüttung lag mit 11,5 (8,6) Mio. Euro um 2,9 Mio. Euro über dem Niveau des Vorjahres. Aufgrund des starken Periodenergebnisses der AG konnten die Gewinnrücklagen signifikant höher dotiert werden, so dass in Summe ein Anstieg um 54,0 Mio. Euro auf 304,1 (250,1) Mio. Euro zu verzeichnen war.
Wesentlichen Einfluss auf die Entwicklung der Eigenkapitalquote hatte die bereits beschriebene Kapitalerhöhung. Das gezeichnete Kapital stieg dadurch von 57,6 Mio. Euro auf 63,4 Mio. Euro. Das Agio aus der Kapitalerhöhung wurde in die Kapitalrücklage eingestellt, die somit um 115,5 Mio. Euro auf 118,2 (2,7) zunahm.
Die Unterschiedsbeträge aus Währungsumrechnungen führten zu einer Zunahme der übrigen Rücklagen um 18,7 Mio. Euro. Zum 31. Dezember 2010 machten sie 11,2 (-7,5) Mio. Euro aus.
Insgesamt erhöhte sich die Eigenkapitalausstattung des ElringKlinger-Konzerns um
196,2 Mio. Euro auf 512,3 (316,1) Mio. Euro. Damit stieg die Eigenkapitalquote auf 52,2 % (41,0 %).
Nettoverschuldung zurückgeführt
Die im Jahr 2010 gestiegenen Anwartschaften der Pensionsberechtigten im Konzern sowie vor allem die Umstellung der Bewertungsmethode erforderten eine Höherdotierung der Pensionsrückstellungen. In Summe stiegen die Pensionsrückstellungen um 4,8 Mio. Euro auf 66,6 (61,8) Mio. Euro.
Infolge der im bisherigen Jahresverlauf deutlich gesteigerten Produktionsmengen erhöhten sich die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen im Vergleich zum 31. Dezember 2009 um 10,7 Mio. Euro auf 46,4 (35,7) Mio. Euro.
Zur teilweisen Finanzierung der Investitionen sowie des angestiegenen Working Capital-Bedarfs hatte der Konzern bis zum 30. September 2010 zusätzliche Finanzverbindlichkeiten in Höhe von 29,7 Mio. Euro aufgenommen, so dass die Finanzverbindlichkeiten zu diesem Zeitpunkt 250,2 Mio. Euro erreichten. Aus dem operativen Cashflow und Teilen der Erlöse aus der Kapitalerhöhung vom 6. Oktober 2010 wurden langfristige Bankdarlehen getilgt und die kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten zurückgeführt.
Dies hat dazu beigetragen, dass die langfristigen Finanzverbindlichkeiten zum 31. Dezember 2010 um 41,9 Mio. Euro auf 122,4 (164,3) Mio. Euro sanken. Die kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten verringerten sich im Vergleich zum 30. September 2010 zwar um 25,5 Mio. Euro. Gegenüber dem 31. Dezember 2009 haben sich die kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten jedoch um 20,7 Mio. Euro auf 76,9 (56,2) Mio. Euro erhöht.
Insgesamt verringerten sich die Finanzverbindlichkeiten zum 31. Dezember 2010 um 21,2 Mio. Euro auf 199,3 (220,5) Mio. Euro.
Die Nettoverschuldung (langfristige und kurzfristige Finanzverbindlichkeiten abzüglich Zahlungsmittel) des ElringKlinger-Konzerns ging trotz der erhöhten Dividendenausschüttung und starken Investitionstätigkeit um 96,8 Mio. Euro auf 98,1 (194,9) Mio. Euro zurück.
Die sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten, die im Wesentlichen abgegrenzte Verbindlichkeiten aus Werkzeugerlösen sowie passive Rechnungsabgrenzungsposten enthalten, nahmen im Vergleich zum 31. Dezember 2009 um 14,9 Mio. Euro auf 56,2 (41,3) Mio. Euro zu.
In Summe verringerte sich der Anteil der Verbindlichkeiten an der Bilanzsumme erheblich. Zum 31. Dezember 2010 haben sie nur noch 47,8 % (59,0 %) der Bilanzsumme des Konzerns betragen.
Finanzlage
Dynamische Markterholung prägt operativen Cashflow
Im Geschäftsjahr 2010 erzielte die ElringKlinger-Gruppe einen Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit in Höhe von 116,2 (148,8) Mio. Euro. Im Vergleich zum entsprechenden Zeitraum des Vorjahres entspricht dies einem Rückgang um 21,9 %.
Im Gegensatz zum Vorjahr, das aufgrund der krisenbedingten Produktionskürzungen der Fahrzeughersteller von einer deutlichen Verringerung des Working Capital (Vorräte zuzüglich Forderungen aus Lieferungen und Leistungen) geprägt war, führte die dynamische Ausweitung der Produktionsmengen 2010 zu einem starken Anstieg der Vorräte und Forderungen. Das um 44,6 Mio. Euro verbesserte Ergebnis vor Ertragsteuern sowie die um 11,0 Mio. Euro höheren Abschreibungen konnten diesen Effekt nicht vollständig kompensieren.
Die Vorräte und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie andere Aktiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind, erhöhten sich um 69,9 Mio. Euro. Dagegen hatte der ElringKlinger-Konzern im Jahr 2009 die Vorräte und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie andere Aktiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind, um 21,4 Mio. Euro reduziert.
Positiv wirkte sich auf den Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit aus, dass die Ausweitung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Passiva, die der betrieblichen Tätigkeit zuzuordnen sind, vor allem bedingt durch das wesentlich höhere Einkaufsvolumen des Konzerns 2010, um 6,5 Mio. Euro höher ausfiel als im Vorjahr.
Während sich 2010 die Rückstellungen um 2,1 Mio. Euro erhöhten, waren im selben Zeitraum des Vorjahres noch ein Rückstellungsverbrauch bzw. -auflösungen in Höhe von 13,9 Mio. Euro erfolgt, die zum größten Teil auf die Entwicklung der Zeitwerte der rohwarenbezogenen Absicherungsgeschäfte der Legierungszuschläge für Nickel zurückzuführen waren.
Zudem führte das deutlich gestiegene Ergebnis 2010 dazu, dass sich die gezahlten Ertragsteuern gegenüber dem Vorjahr um 20,9 Mio. Euro auf 22,8 (1,9) Mio. Euro erhöhten.
Anhaltend starke Investitionstätigkeit
Im Jahr 2010 beliefen sich die Auszahlungen für Sachanlagen, Werkzeuge, als Finanzinvestition gehaltene Immobilien sowie in immaterielle Vermögenswerte auf 134,3 (95,0) Mio. Euro. Die ElringKlinger-Gruppe investierte damit 39,3 Mio. Euro mehr als im entsprechenden Vorjahresvergleichszeitraum. Die Investitionsquote (Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen und Werkzeuge, als Finanzinvestition gehaltene Immobilien sowie immaterielle Vermögensgegenstände im Verhältnis zum Umsatz) wies einen gegenüber dem langjährigen Durchschnitt überdurchschnittlich hohen Wert von 16,9 % (16,4 %) auf.
Die Mittel flossen in den Erwerb von Grundstücken, in den Bau und Ausbau von Werken sowie größtenteils in Anlagen, Maschinen und Werkzeuge für Produktneuanläufe und Rationalisierungsprojekte.
Am Standort der Hauptverwaltung der ElringKlinger AG in Dettingen/Erms investierte die AG in Umbaumaßnahmen für bereits bestehende Gebäude und den Ausbau der Test- und Laborräume im Forschungs- und Entwicklungsbereich. Für den für 2011 geplanten Bau des neuen Werks für Kunststoffgehäusemodule am Standort Dettingen/Erms wurde die notwendige Grundstücksfläche erworben. Den Bau des neuen Logistikzentrums mit einem Investitionsvolumen von 14,0 Mio. Euro am Standort Dettingen/Erms hat die AG 2010 weitgehend abgeschlossen.
Im Geschäftsbereich Zylinderkopfdichtungen wurden an den Standorten der AG Dettingen/Erms und Runkel vor allem Anlagen beschafft, die für neu anlaufende Projekte benötigt wurden oder zur weiteren Effizienzsteigerung der Fertigungsabläufe beitragen.
Der Bereich Spezialdichtungen investierte hauptsächlich in den Ausbau der Kapazitäten und den Aufbau weiterer Kompetenzen in der Abgastechnologie. Dazu wurde in eine vollautomatische Fertigungsanlage und neueste Stanz-/Prägetechnik zur Produktion von mehrlagigen Abgasdichtungen sowie V-Ringen für Turbolader investiert. Auch zur Herstellung von Getriebesteuerplatten für moderne Automatikgetriebe beschaffte die ElringKlinger AG zusätzliche Anlagentechnologie.
Die Kapazitäten des Geschäftsbereichs Abschirmtechnik am Standort Langenzenn wurden um weitere Bearbeitungszentren zur Herstellung von thermischen und akustischen Abschirmkomponenten erweitert.
Zur Vorbereitung der Produktionsanläufe von neuen Kunststoffgehäusemodulen, wie den besonders leichten MuCell-Kunststoffventilhauben, investierte der Geschäftsbereich Kunststoffgehäusemodule/Elastomertechnik am Standort Dettingen/Erms in neue Fertigungslinien und automatisierte Fertigungszellen.
Im Bereich Neue Geschäftsfelder tätigte die ElringKlinger AG 2010 weitere Investitionen in die Automatisierung der SOFC-Brennstoffzellenstackfertigung sowie in zusätzliche Prüfstandtechnologie. Zur Herstellung von Mustern, Prototypen und Kleinserien von Batteriekomponenten für Lithium-Ionen-Batterien beschaffte die ElringKlinger AG umfangreiche Laborausrüstung und Prüftechnologie für den neu geschaffenen Bereich E-Mobility. Zudem wurde in Maschinen und Automaten für die im Jahr 2011 beginnende Serienfertigung von Zellkontaktiersystemen für Lithium-Ionen-Batterien investiert.
International lag ein klarer Investitionsschwerpunkte auf dem Ausbau der Produktionskapazitäten an den chinesischen Standorten der Gruppe in Changchun und Suzhou. Auch bei der ElringKlinger USA, Inc. in Buford sowie bei der brasilianischen Tochtergesellschaft Elring Klinger do Brasil Ltda., Piracicaba wurden die Produktionskapazitäten spürbar ausgeweitet und Anlagen für die geplanten Serienanläufe neuer Produkte beschafft.
In Summe ergab sich im Geschäftsjahr 2010 aus der starken Investitionstätigkeit ein Zahlungsmittelabfluss von 128,1 (93,6) Mio. Euro, der den Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit überstieg. Infolgedessen erzielte der ElringKlinger-Konzern einen operativen freien Cashflow (Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit abzüglich Cashflow aus der Investitionstätigkeit bereinigt um Auszahlungen für Akquisitionen) von minus 11,9 (58,2) Mio. Euro.
Zahlungsmittelzufluss aus der Kapitalerhöhung
Während der ElringKlinger-Konzern 2009 saldiert 52,4 Mio. Euro an kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten getilgt hatte, wurden die kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten in 2010 lediglich um 1,7 Mio. Euro zurückgeführt.
Der Aufnahme von saldiert 14,0 Mio. Euro an langfristigen Bankverbindlichkeiten im Jahr 2009 stand in 2010 eine Tilgung von langfristigen Bankverbindlichkeiten in Höhe von saldiert 21,8 Mio. Euro gegenüber.
Der wesentliche Effekt auf den Cashflow aus Finanzierungstätigkeit war die bereits beschriebene Kapitalerhöhung, die zu einem Liquiditätszufluss aus den Nettoemissionserlösen der Kapitalmaßnahme in Höhe von 121,3 Mio. Euro führte.
Für den Erwerb von Anteilen von Minderheitsgesellschaftern kamen 2010 1,6 Mio. Euro zur Auszahlung.
Die Ausschüttungen des Konzerns an Aktionäre und Minderheitsgesellschafter erhöhten sich gegenüber 2009 um 1,8 Mio. Euro auf 12,2 (10,4) Mio. Euro.
In Summe flossen dem Konzern im Jahr 2010 aus der Finanzierungstätigkeit 84,0 Mio. Euro zu, nachdem der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit im Vorjahr noch minus 49,3 Mio. Euro betragen hatte.
Zum 31. Dezember 2010 verfügte der ElringKlinger-Konzern über Zahlungsmittel in Höhe von 101,2 (25,6) Mio. Euro.
Konzerngesellschaften
Die ElringKlinger-Gruppe umfasste zum 31. Dezember 2010 neben der Muttergesellschaft ElringKlinger AG 24 aktive und voll konsolidierte Tochtergesellschaften sowie zwei Joint Ventures. Die Joint Venture-Unternehmen ElringKlinger Korea Co., Ltd., Changwon, Südkorea und die ElringKlinger Marusan Corporation, Tokio, Japan mit zwei Tochtergesellschaften, wurden quotal - also entsprechend der von der ElringKlinger AG gehaltenen Anteilsquote in Höhe von 50 % - in den Konzernabschluss einbezogen. In Summe hat sich die Anzahl der in den Konsolidierungskreis einbezogenen Gesellschaften gegenüber dem 31. Dezember 2009 nicht verändert.
Weltweiter Produktionsverbund
Das weltweite Produktionsnetzwerk ermöglichte es dem Konzern, alle Produkte zeitnah in den Tochter- und Beteiligungsgesellschaften herzustellen und nah beim Kunden zu produzieren. Die Tochtergesellschaften stehen untereinander im Wettbewerb um die Projekte. So kann mit Bezug auf die Produktionsfaktoren und -verfahren der jeweils optimale Standort im Konzern gefunden werden. Wesentliche Kriterien für die Entscheidung, wo produziert wird, sind Kundennähe, übergreifende Konzernkosten in internen Wertschöpfungsketten und die Reduzierung von Währungs- und sonstigen Risikoeinflüssen.
Die Gesellschaften der ElringKlinger-Gruppe waren 2010 in sechzehn Ländern aktiv und setzten sich zum 31. Dezember 2010 aus 22 Produktionsgesellschaften, zwei Vertriebsgesellschaften und drei Gesellschaften, die im Ersatzteilgeschäft tätig sind, zusammen. Regional betrachtet haben acht Tochtergesellschaften ihren Sitz in Europa, sechs sind im NAFTA-Raum angesiedelt und sechs befinden sich im asiatischen Raum. In Südafrika und Südamerika verfügt die ElringKlinger AG über jeweils eine Tochtergesellschaft, die den lokalen Markt bearbeitet. Die ElringKlinger Kunststofftechnik GmbH, Bietigheim-Bissingen, die Elring Klinger Motortechnik GmbH, Idstein, die ElringKlinger Logistic Service GmbH, Rottenburg/Neckar sowie die Gedächtnisstiftung KARL MÜLLER BELEGSCHAFTSHILFE GmbH, Dettingen/Erms, haben ihren Sitz in Deutschland.
Internationale Konzerngesellschaften treiben das Wachstum der Gruppe
Die weltweite Erholung der Fahrzeugmärkte hat mit dazu beigetragen, dass fast alle Konzerngesellschaften des ElringKlinger-Konzerns Umsatzzuwächse ausweisen konnten.
Die Tochter- und Beteiligungsgesellschaften insgesamt konnten die Umsatzerlöse in 2010 in Summe um 52,1 % steigern. Das Wachstum fiel damit im Vergleich zum Umsatzanstieg bei der ElringKlinger AG, der bei 21,3 % lag, wesentlich höher aus. Die dynamische Entwicklung von ElringKlinger in Asien - dem Wachstumsmarkt der Zukunft - war hier bestimmend.
Die Auslandsgesellschaften haben sich 2010 erneut stärker entwickelt als die inländischen Tochterunternehmen der ElringKlinger AG. 70,6 (57,7) Mio. Euro der Umsatzerlöse der Tochter- und Beteiligungsgesellschaften entfielen auf Deutschland, während sich die Umsätze im Ausland um 59,2 % auf 382,6 (240,4) Mio. Euro erhöhten.
Das Ergebnis der Tochtergesellschaften in Summe hat sich positiv entwickelt. Neben der steigenden Auslastung haben die konzernweit durchgeführten Kosteneinsparungsprogramme und Rationalisierungsmaßnahmen für einen gegenüber dem Vorjahr deutlich verbesserten Ergebnisbeitrag gesorgt. Das Ergebnis vor Ertragsteuern der Tochter- und Beteiligungsgesellschaften wuchs um 137,7 % auf 63,7 (26,8) Mio. Euro.
Ausbau in Asien und Nordamerika
Im Jahr 2010 entfielen 55,4 % der Auszahlungen für die konzernweit getätigten Investitionen auf die Tochter- und Beteiligungsgesellschaften. Sie flossen vorwiegend in den Ausbau der Produktionskapazitäten und in neue Werkzeuge zur Vorbereitung der kommenden Produktneuanläufe. Die Investitionsschwerpunkte lagen dabei auf dem asiatischen Raum, Nord- und Südamerika und der ElringKlinger Kunststofftechnik GmbH in Bietigheim-Bissingen. Im Jahr 2010 wurden insgesamt 74,4 (49,5) Mio. Euro in den Tochter- und Beteiligungsgesellschaften investiert.
Die Werksneubauten an den Standorten in Changchun und Suzhou in China sind abgeschlossen. Damit wurden die Kapazitäten in der Fertigung in dieser Region nahezu verdoppelt. Insgesamt investierte der Konzern an den chinesischen Standorten im Jahr 2010 14,1 Mio. Euro. Das neue Fertigungsgebäude bei der ElringKlinger China Ltd. in Suzhou, Region Shanghai, konnte 2010 bereits vollständig in Betrieb genommen werden. Die Changchun ElringKlinger Ltd. am Standort Changchun im Norden Chinas befand sich zum Jahresende 2010 in der Endphase des Umzugs in ein neues, wesentlich größeres Produktionsgebäude mit angeschlossenem Verwaltungstrakt. Die Eröffnung des Werks findet im Frühjahr 2011 statt, womit die bis dato größte Produktionserweiterung in der ElringKlinger-Gruppe zu einem erfolgreichen Abschluss kommt. Zwischenzeitlich wurden in China weitere Aufträge vor allem von lokalen chinesischen Kunden gewonnen, so dass sich das Wachstum der ElringKlinger-Gruppe in dieser Region ungebrochen fortsetzt.
Bei der ElringKlinger USA, Inc. in Buford wurden rund 6,4 Mio. Euro in neue Produktionsanlagen und Werkzeugtechnologie – schwerpunktmäßig für neu anlaufende Projekte im Bereich thermischer Abschirmung – bei US-amerikanischen Pkw- und Motorenherstellern investiert. Aus Kostengründen, um näher am Kunden produzieren zu können und um Währungsverluste zu vermeiden, wurde die Montage von Zylinderkopfdichtungen von der kanadischen Tochtergesellschaft in Leamington nach Buford verlagert. Stanzkapazitäten wurden aufgebaut, so dass ab 2011 die Metalllagen nicht mehr in Dettingen, sondern direkt vor Ort gestanzt werden können.
Im südamerikanischen Markt machten es die weiterhin hohe Fahrzeugnachfrage sowie neu gewonnene Aufträge erforderlich, die Produktionskapazitäten zu erhöhen. Bei der brasilianischen Tochtergesellschaft in Piracicaba wurden daher technische Anlagen und Werkzeuge im Wert von 7,4 Mio. Euro beschafft. Damit erweiterte die Elring Klinger do Brasil Ltda., Piracicaba, die Produktion für metallische Lagendichtungen und Hitzeschilde und baute eine neue Fertigungslinie zur Herstellung von Kunststoffgehäusemodulen auf.
Anteile Dritter zugekauft
In den vergangenen Jahren hat ElringKlinger die Anteile Dritter am Konzern kontinuierlich zurückgeführt. Diese Strategie wurde auch 2010 weiterverfolgt.
So hat die ElringKlinger AG im September 2010 weitere 20 % der Anteile an der ElringKlinger Logistic Service GmbH, Deutschland, erworben und hält nunmehr 96,0 % der Anteile an dieser Gesellschaft.
In Nordamerika übernahm die ElringKlinger AG weitere 40 % der Anteile an der Elring of North America, Inc., Branchburg, USA, und ist somit alleiniger Anteilseigner. Die Elring of North America, Inc. ist zuständig für die Vermarktung von Ersatzteilen im NAFTA-Raum. Durch den Erwerb wird es möglich, den NAFTA Ersatzteilvertrieb neu zu strukturieren und das beträchtliche Umsatzpotenzial im freien Ersatzteilgeschäft in den USA deutlich stärker als bisher zu nutzen.
Im stark wachsenden türkischen Fahrzeugmarkt hat die ElringKlinger TR Otomotiv Şanayi ve Ticaret A.S., Bursa, Türkei, die überwiegend Produkte für die thermische Abschirmung herstellt, die noch ausstehenden 30 % der Anteile an der Kitek Kalip ve Ileri Teknoloji Makine Şanayi ve Ticaret Limited Sirketi (Kitek Ltd.), Bursa, Türkei, erworben und wurde damit zum alleinigen Anteilseigner. Alle dortigen Aktivitäten wurden bereits in der ElringKlinger TR Otomotiv Sanayi ve Ticaret A. S., Bursa, Türkei, zusammengefasst. Kitek Ltd. befindet sich in Liquidation.
In Summe entstand durch den Zukauf der o.a. Minderheitsanteile kein signifikanter Ergebniseffekt.
Mitarbeiter
Internationales Wachstum und steigende Auslastung der Gruppe lassen Mitarbeiterzahlen steigen
Die konjunkturelle Erholung und die damit einhergehende dynamisch gestiegene Nachfrage nach Fahrzeugen weltweit haben neben zahlreichen Produktneuanläufen 2010 zu einem deutlichen Anstieg der Produktionsvolumina und damit der Auslastung an nahezu allen Produktionsstandorten der ElringKlinger-Gruppe geführt.
Infolge dessen konnte der Konzern sowohl im Inland als auch an den meisten internationalen Standorten der Gruppe mehr Beschäftigung bieten. Die Anzahl der Mitarbeiter im Konzern stieg zum 31. Dezember 2010 auf 4.676 (4.171). Der Personalstand in der ElringKlinger-Gruppe erhöhte sich damit gegenüber dem noch stark von der Krise betroffenen Vorjahr um 12,1 %.
Die erzielten Effizienzsteigerungen in den Prozessabläufen sowie die weitere Automatisierung der Fertigung führten dazu, dass der Personalaufbau jedoch weniger stark ausfiel als der Anstieg der Umsatzerlöse und sich die Kostenstruktur dementsprechend verbesserte.
Im Jahresdurchschnitt waren im ElringKlinger-Konzern 4.453 (4.029) Mitarbeiter beschäftigt.
Mitarbeiter ElringKlinger-Konzern Weltweit 31.12.2010 (Vorjahr)

Kapazitäten vor allem in Asien und Südamerika ausgebaut
Aufgrund des starken Wachstums der internationalen Pkw-Märkte – allen voran China, Brasilien aber auch Nordamerika – nahm die Anzahl der Beschäftigten in den ausländischen Tochter- und Beteiligungsgesellschaften stärker zu als im Inland. Insgesamt erhöhte sich die Mitarbeiteranzahl an den internationalen Standorten des Konzerns zum 31. Dezember 2010 verglichen mit dem Vorjahr um 16,9 % auf 2.275 (1.946).
Der stärkste Mitarbeiteraufbau erfolgte regional betrachtet an den chinesischen Standorten der Gruppe, die den Umsatz 2010 annähernd verdoppeln konnten. Der Ausbau der Fertigungskapazitäten in China machte einen Personalaufbau um 23,5 % auf 357 (289) Beschäftigte erforderlich. Auch in Indien und Korea wurden die Mitarbeiterzahlen aufgrund des Wachstums leicht aufgestockt.
Bei der brasilianischen Tochtergesellschaft führte die wachsende Nachfrage auf den südamerikanischen Fahrzeugmärkten zu einem Personalaufbau um 54 Mitarbeiter auf nunmehr 360 (306).
Die durchgreifende Erholung der Pkw-Produktion in Nordamerika und der Anlauf neuer Projekte bei ElringKlinger USA, Inc. bedingten auch in Nordamerika höheren Personalbedarf.
Insgesamt waren zum Jahresende 2010 48,7 % (46,7 %) der Mitarbeiter an den internationalen Standorten der ElringKlinger-Gruppe tätig. Diese Zunahme spiegelt den weiter gestiegenen Umsatzbeitrag der internationalen Tochtergesellschaften am Konzernumsatz wider.
Inlandsbeschäftigung profitiert von exportgetriebener Branchenerholung
Trotz der schwachen deutschen Pkw-Neuzulassungen profitierten auch die inländischen Standorte der ElringKlinger-Gruppe im Jahr 2010 von der nach der Krise einsetzenden dynamischen Erholung der internationalen Fahrzeugmärkte. Produktneuanläufe und die infolge des Exportbooms stark steigende deutsche Pkw-Produktion führten zu einem deutlichen Anstieg der Nachfrage nach ElringKlinger-Produkten.
Der Unternehmens-Gruppe kam zugute, dass auch während der Krise in 2008/2009 die Stammbelegschaft in Deutschland fast vollständig gehalten werden konnte. Dies ermöglichte das rasante Wachstum und die Fähigkeit, die in kurzer Zeit dynamisch anspringenden Abrufzahlen der Kunden auch in der Fertigung abbilden zu können.
Schwerpunktmäßig in der zweiten Jahreshälfte baute die ElringKlinger-Gruppe die personellen Kapazitäten an den inländischen Standorten weiter aus und erhöhte die Mitarbeiterzahl in Deutschland um 176 Mitarbeiter. Vor allem in den produktionsnahen Bereichen, aber auch in der Forschung und Entwicklung stellte ElringKlinger zusätzliche Mitarbeiter ein, um den hohen Umsatzzuwachs und die zahlreichen neuen Entwicklungsprojekte schultern zu können. Um für mögliche zukünftige Abschwächungen der konjunkturellen Dynamik gerüstet zu sein, erfolgten die Einstellungen überwiegend befristet.
An den Standorten der ElringKlinger AG in Dettingen, Runkel und Langenzenn waren zum 31. Dezember 2010 121 Mitarbeiter mehr beschäftigt als noch im Vorjahr. Auch bei der ElringKlinger Kunststofftechnik GmbH hat sich, aufgrund der wieder anziehenden Nachfrage sowie zur Vorbereitung mehrerer Produktneuanläufe, die Mitarbeiterzahl gegenüber 2009 um 48 erhöht. In Summe wuchs die Mitarbeiterzahl im Inland um 7,9 % auf 2.401 (2.225).
Der ElringKlinger-Konzern beschäftigte auch zum Jahresende 2010 mehr als die Hälfte seiner Mitarbeiter am Standort Deutschland. Der Anteil der inländischen Beschäftigten an der Gesamtbelegschaft im ElringKlinger-Konzern lag bei 51,3 % (53,3 %). Der überproportionale Anstieg bei den ausländischen Beteiligungsgesellschaften zeigt aber klar deren wachsende Bedeutung.
Beschaffung
Während das Vorjahr von einer drastischen Anpassung der Bedarfe an die stark rückläufige Fahrzeugproduktion geprägt war, stand für das Beschaffungsmanagement 2010 das unerwartet rasante Wachstum im Mittelpunkt.
Hauptaufgabe des Einkaufs war der Bezug von Rohstoffen und Materialien für die Produktion. Die deutlich anspringende Kundennachfrage, die mit einer bisher ungekannten Dynamik einsetzte, stellte hohe Ansprüche an Einkauf, Logistik und das Management der gesamten Lieferkette. Die weltweite Beschaffung für die AG sowie die Tochter- und Beteiligungsgesellschaften der ElringKlinger-Gruppe wurde auch 2010 größtenteils über den zentralen Einkauf der ElringKlinger AG in Dettingen/Erms, Deutschland, gesteuert.
Neben dem Bezug ausreichender Mengen von Rohstoffen und Vorprodukten für die Fertigung stellten auch die wieder spürbar anziehenden Preise eine Herausforderung für das Beschaffungsmanagement dar.
Einkaufsvolumen steigt signifikant
Das Einkaufsvolumen der ElringKlinger-Gruppe ist in 2010 entsprechend dem Umsatzzuwachs gegenüber dem Vorjahr deutlich angestiegen. Es erhöhte sich um 52,6 % auf 495,7 (324,4) Mio. Euro und umfasste sowohl die bezogenen Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, Handelswaren für das Ersatzteilgeschäft als auch die Investitionen in Grundstücke, Sachanlagen und Immobilien.
Teilweise Engpässe bei Rohstoffen
Im Krisenjahr 2009 hatten praktisch alle Lieferanten ihre Lagerbestände signifikant reduziert und Produktionskapazitäten teilweise stillgelegt. Davon waren auch Teile des Beschaffungsportfolios des ElringKlinger-Konzerns betroffen. Insbesondere im Bereich des Rohmaterials Kaltband (Stahl) erreichten die Fertigungskapazitäten der Lieferanten nicht wieder den Stand der Vorkrisenjahre 2007/2008. Es mussten Materialengpässe durch rechtzeitige Disposition vermieden werden. Die Bedarfe der ElringKlinger-Gruppe überstiegen 2010 die ursprünglichen Planmengen zum Teil erheblich.
Den langjährigen und partnerschaftlichen Beziehungen zu den Lieferanten und der bereits seit 2006 laufenden Qualifizierung weiterer Bezugsquellen weltweit war es zu verdanken, dass es 2010 dennoch gelang, die Versorgung der Fertigung mit den benötigten Mengen zu jedem Zeitpunkt sicher zu stellen.
Um die häufig schlagartig nach oben angepassten Kundenbedarfe in diesem Umfeld termingerecht produzieren und ausliefern zu können, wurden Sondertransporte und Sonderschichten erforderlich, die zu zusätzlichen Kosten führten.
Das vom Konzerneinkauf kontinuierlich durchgeführte weltweite Kosten- und Qualitäts-Benchmarking hat wesentlich dazu beigetragen, die notwendigen Rohstoffmengen zu noch vertretbaren Preisen zu beziehen.
Rohstoffpreise steigen wieder
Die in der Krise in 2009 zum Teil deutlich rückläufigen Rohstoffpreise haben 2010 bereits wieder spürbar angezogen, befanden sich im langfristigen Vergleich aber noch auf einem verkraftbaren Niveau.
Die 2009 abgeschlossenen Lieferkontrakte haben dazu beigetragen den Anstieg bei den durchschnittlichen Einkaufspreisen für die im ElringKlinger-Konzern hauptsächlich eingesetzten Rohstoffe C-Stahl, Edelstahl und die darin enthaltenen Legierungen sowie Aluminium, Kunststoffgranulate und Gummi in Grenzen zu halten.
Der Zentraleinkauf der Gruppe hat beispielsweise beim Aluminium die Bedarfe der einzelnen Gesellschaften zusammengefasst und mit frühzeitiger Disposition Preisvorteile genutzt.
Die für 2010 ursprünglich geplanten Bedarfsmengen unserer Kunden waren vielfach nicht ausreichend. Für die kurzfristigen Mehrbedarfe über die in den Beschaffungskontrakten abgesicherten Mengen hinaus mussten erhöhte Materialpreise in Kauf genommen werden.
Langlaufende Energieverträge grenzen Preisanstieg ein
Der starke Zuwachs bei den Produktionsmengen ließ den Energieverbrauch im Konzern um 34,2 % steigen. Obwohl die Marktpreise für die überwiegend eingesetzten Energieträger Strom und Gas spürbar zulegten, konnte der Anstieg bei den Energiekosten auf 34,7 % beschränkt werden. Dieser lag damit nur knapp über dem Mengenwachstum.
Neben den Prozessoptimierungen und dem Einsatz verbrauchsärmerer Maschinen in der Fertigung haben vor allem die langfristigen Bezugskontrakte dazu geführt, dass der Kostenanstieg bei ElringKlinger unterproportional zum allgemeinen Anstieg der Energiepreise ausgefallen ist.
Wie bereits für 2009 berichtet, hat der ElringKlinger-Konzern langfristige Lieferverträge für Strom und Gas abgeschlossen und damit einem weiteren Anstieg der Bezugspreise zum Teil bis ins Jahr 2013 hinein vorgebeugt. Im Gegensatz zu den im Spotmarkt stark steigenden Strompreisen hat ElringKlinger mit diesen Langzeitabschlüssen feste, kalkulierbare Energiepreise über Jahre hinweg abgesichert. Spitzenmengen wurden unterjährig auf dem Spotmarkt zugekauft.
Ausbau der Lieferantenstruktur in Asien forciert
Im Zuge des im Jahr 2010 fortgesetzten Kapazitätsausbaus an den asiatischen Standorten der ElringKlinger-Gruppe hat das Unternehmen vor allem in China und Korea neue lokale Lieferanten identifiziert, geprüft und nach den internationalen ISO-Standards sowie den anspruchsvollen unternehmenseigenen Qualitäts- und Umweltleitlinien auditiert.
Mit der verstärkten Vergabe von Bezugsmengen an regionale Lieferanten konnten die Kosten gesenkt und die Logistikwege im internationalen Produktionsverbund des ElringKlinger-Konzerns verkürzt werden. Hier spielte mit eine Rolle, dass in einigen Regionen von staatlicher Seite regionale Bezugsmengen vorgegeben werden bzw. von den Kunden die Belieferung aus lokaler Produktion gewünscht wird. Zudem grenzt der ElringKlinger-Konzern mit dem gezielten Einkauf der benötigten Rohstoffe im gleichen Währungsraum, in dem die Umsatzerlöse realisiert werden, die Währungsrisiken ein.
Am indischen Standort der Gruppe in Ranjangaon setzte der Einkauf einen eigenen Einkaufsanalysten ein, um den dortigen Beschaffungsmarkt für die Gruppe eingehend zu analysieren. So können kostengünstigere Bezugsquellen von allen Konzerngesellschaften genutzt werden.
Angesichts weiter steigender Einkaufsvolumina werden die Beschaffung ausreichender Materialumfänge, die Vermeidung von Lieferengpässen und Maßnahmen zur Eingrenzung des Preisanstiegs bei den bezogenen Rohstoffen auch im Jahr 2011 die Kernaufgaben für die internationale Beschaffung des ElringKlinger-Konzerns darstellen.
Nachhaltigkeit
Für die ElringKlinger-Gruppe hat nachhaltiges Wirtschaften einen sehr hohen Stellenwert und stellt gleichzeitig eine wesentliche Grundlage für den langfristigen Unternehmenserfolg dar. Nachhaltig denken und handeln bedeutet, gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen im Umgang mit Mitarbeitern, Kunden, Lieferanten, der Gesellschaft und der Umwelt. Als Zulieferer der Automobilhersteller weltweit übernimmt ElringKlinger unmittelbar Verantwortung für eine umweltgerechte Mobilität. Zum Schutz der Umwelt und aufgrund der Endlichkeit fossiler Brennstoffe stehen dabei die Themen Verbrauchsreduzierung und Emissionsverringerung sowohl bei der Produktentwicklung als auch bei den Produktionsprozessen im Vordergrund.
Umweltschonende Produktionsprozesse
An allen Standorten des ElringKlinger-Konzerns werden die Produktionsprozesse regelmäßig auf ihre Umweltverträglichkeit und den effizienten Einsatz der Ressourcen überprüft und fortlaufend weiterentwickelt. Dieser Grundsatz ist in den Unternehmensleitlinien verankert.
Ein vom zentralen Umweltmanagement in der Konzernzentrale geführtes Kennzahlensystem gibt monatlich Aufschluss über die Entwicklung des Ressourcen-Einsatzes, des Energieverbrauchs, der Emissionen und des Abfallaufkommens. Dazu werden an allen Produktionsstandorten weltweit entsprechende Daten ermittelt und anschließend zentral überprüft, bewertet und gegebenenfalls Maßnahmen eingeleitet. Neben dem Hauptziel, die Umwelt so wenig wie möglich zu belasten, wirken sich diese Maßnahmen häufig auch kostensenkend aus.
Dem Unternehmen gelang es 2010, sowohl den Energieverbrauch als auch die CO2-Emissionen unterproportional zum Umsatzanstieg zu halten und damit - relativ gesehen - zu senken. Damit konnten die wesentlichen Ziele des Umweltmanagements, vor allem die Reduzierung des CO2-Verbrauchs, erreicht werden.
Energiebedarf steigt unterproportional zum Umsatz
Mit einem Anstieg von 34,2 % auf 168.100 (125.300) MWh entwickelte sich der absolute Energieverbrauch von Strom, Gas und weiteren Energieträgern der ElringKlinger-Gruppe unterproportional zum Konzernumsatz. Umgerechnet auf eine Million Euro Umsatz betrug der Energieverbrauch 211,3 (216,1) MWh.
Mit Investitionen in moderne Fertigungsautomaten, die geringere Verbrauchswerte haben und somit weniger Energieträger benötigen, gelang es ElringKlinger, einen Anstieg des Energiebedarfs zu begrenzen. Am Standort Dettingen/Erms wurde die Heizzentrale von Öl- auf Gasbetrieb umgestellt. Da Gas im Vergleich zu Öl den höheren thermischen Nutzungsgrad aufweist, konnte hierdurch eine bessere Energieeffizienz erreicht werden. Am chinesischen Standort in Changchun wurde im Zuge des Werksneubaus eine moderne, mit Fernwärme betriebene Heizanlage installiert.
Der konzernweite Stromverbrauch erhöhte sich 2010 um 35,4 % auf 98.700 (72.900) MWh und damit leicht unterproportional zum Umsatz. Bezogen auf eine Million Euro Umsatz ergibt sich beim Strom ein Verbrauchswert von 124,0 (125,7) MWh.
Auch die Energiekosten konnten - trotz der allgemeinen Verteuerung von Strom und sonstigen Energieträgern - mit einem Anstieg um 34,7 % gegenüber dem Vorjahr in einem moderaten Rahmen gehalten werden.
Konzernweit wurde 2010 mit 129.200 (87.200) m3 Wasser 48,2 % mehr verbraucht als noch im Vorjahr. Der verhältnismäßig höhere Wasserverbrauch ist hauptsächlich auf den Wasserbedarf bei den Neu- und Umbauten von Gebäuden sowie auf die Errichtung eines Löschwasserbeckens für das neue Logistikzentrum in Dettingen/Erms zurückzuführen.
Ziel der CO 2 -Reduzierung erreicht
Im Geschäftsjahr 2010 lagen die in der Abluftfracht enthaltenen CO2-Äquivalente im Konzern mit 57.500 (50.400) Tonnen 14,1 % über dem Vorjahresniveau. Diese Zahl umfasst die Emissionen, die durch den Bezug bzw. Verbrauch von Strom, Gas und Heizöl verursacht werden. Ins Verhältnis gesetzt zum Umsatzanstieg bzw. der deutlich gestiegenen betrieblichen Produktionsleistung, konnte der konzernweite CO2-Ausstoß um rund 17,0 % reduziert werden. Die Zielsetzung von ElringKlinger, jährlich 3 % des CO2-Ausstoßes zu reduzieren, wurde damit klar übertroffen. Auf eine Million Euro Umsatz umgerechnet, betrugen die CO2-Emissionen 2010 72,3 (86,9) Tonnen.
Hinter dieser positiven Entwicklung stehen mehrere Maßnahmen. Unter anderem wurde beim Bezug von Strom darauf geachtet, dass dieser möglichst aus emissionsarmem Strom-Mix bestand. Des Weiteren wurde am Standort der Elring Klinger Motortechnik GmbH in Idstein eine neue Heizanlage installiert, die den dortigen CO2-Ausstoß um 65 % reduzierte.
Einsatz von Lösungsmitteln
Der für die Produktion von Dichtungen notwendige Einsatz von Lösungsmitteln stieg aufgrund der höheren Ausbringungsmenge von rund 600 auf 850 Tonnen und damit um 41,7 % gegenüber Vorjahr an. Ursächlich hierfür war ein in 2010 notwendiger Lageraufbau an Fertigerzeugnissen. Ab 2011 ist durch die zunehmende Umstellung von vollflächigen auf partielle Beschichtungsverfahren ein Rückgang des Lösungsmitteleinsatzes zu erwarten.
Entwicklung der Abfallmengen
Die Gesamtabfallmenge im Konzern stieg im Vergleich zum Vorjahr um 48,7 % auf 34.500 (23.200) Tonnen an. Der Anstieg ergab sich hauptsächlich aus der in 2009 gestarteten und in 2010 durchgeführten Bestandsbereinigung der Läger und dem zunehmenden Anteil der Kunststoffgehäusemodule im Produktmix.
Die während des Produktionsprozesses beim Stanzen entstandenen Mengen metallischer Abfälle stiegen in 2010 um 51,6 % auf 28.500 (18.800) Tonnen an. Auch hier wirkten sich ein im Jahr 2010 erfolgter Lageraufbau an Erzeugnissen sowie eine Bestandsbereinigung der Läger negativ aus. Die während des Herstellungsprozesses entstandenen Abfälle werden mit Hilfe eines EDV-gestützten Abfall-Managementsystems erfasst und verwaltet. Damit kann der konzernweite Metallabfall zunächst zentral gebündelt und auf dem Weltmarkt zum jeweils bestmöglichsten Preis für Schrottabfälle veräußert werden.
Niedriger Materialeinsatz
Ein weiteres Ziel des Umweltprogramms 2010 bestand in der Reduzierung des Materialeinsatzes. Beispielgebend ist hierfür das neuartige „MuCell“-Kunststoff-Spritzverfahren, das bei der Herstellung von besonders leichten und dennoch belastbaren Kunststoffgehäusemodulen zur Anwendung kommt. Mit diesem Verfahren wird der Polyamid-Einsatz reduziert.
Unter dem Aspekt der Ressourcenschonung werden im Geschäftsbereich Ersatzteile die Papierkataloge seit 2010 nur noch in deutlich kleinerer Auflage und damit bedarfsorientiert hergestellt und verschickt.
Grüne Karte für den CO 2 -Ausstoß der Fahrzeugflotte der ElringKlinger-Gruppe
Im Jahr 2010 erhielt die ElringKlinger AG als einziges Unternehmen der deutschen Automobil- und Zulieferindustrie die Grüne Karte der Deutschen Umwelthilfe für nachhaltige Transparenz und veröffentlichte betriebsinterne Klimaschutzziele in der Firmenwagenpolitik.
In 2010 lag der durchschnittliche CO2-Ausstoß der ElringKlinger-Dienstwagenflotte bei 159 g/km. Um den Flottenverbrauch in den kommenden Jahren sukzessive zu reduzieren werden Fahrzeuge mit einem hohen CO2-Ausstoß gezielt durch CO2-ärmere Pkw ersetzt.
Investitionen in umweltgerechte Anlagen und Gebäude
Bei der Neuanschaffung von Maschinen und Anlagen zählt die verbesserte Energieeffizienz zu den wichtigsten Kriterien für Investitionsentscheidungen. Ein Beispiel hierfür ist 2010 die Anschaffung von neuen Servopressen für die Herstellung mehrlagiger Zylinderkopfdichtungen. Der Vorteil dieser Pressen gegenüber den bislang gängigen Anlagen liegt in einem energieeffizienteren Pendelhubbetrieb. Die während der Bremsphase der Pendelbewegung entstandene Energie wird in einen Energiespeicher rückgespeist und kann damit wiederverwendet werden.
Bei allen Bauvorhaben legt ElringKlinger Wert auf umweltrelevante Aspekte, optimale Energienutzung und die Verwendung regenerativer Energien. So sind Neubauten mit einer Wärmedämmverglasung, Abwärmenutzung und optimaler Tageslichtausnutzung ausgestattet. Eine wegweisende Investition ist der 2010 größtenteils abgeschlossene Neubau des hochmodernen, vollautomatischen Logistikzentrums am Hauptsitz in Dettingen/Erms. Dieser Bau mit einer Nutzfläche von über 10.000 m² wird in direkter Nähe zu den Produktionsbereichen errichtet und löst bestehende Außenläger ab. Damit verkürzen sich die Wege zwischen Fertigung, Lager und Versand. Ein modernes, vernetztes Warenwirtschaftssystem steuert die zentrale Lagerung aller Komponenten – vom Rohmaterial bis zum fertigen Produkt – und garantiert somit ein optimales Bestandsmanagement. Beim Ein- und Auslagerungsprozess der Komponenten im Hochregallager wurde ebenfalls auf eine optimale Energienutzung geachtet. Die bei der Abwärtsbewegung im technischen Auslagerungsvorgang entstehende Energie wird zur Stromerzeugung genutzt.
Bereich Qualität-, Umwelt- und Arbeitssicherheit
Seit Jahren ist an allen Standorten der ElringKlinger-Gruppe ein Qualitätsmanagementsystem im Einsatz und nach dem Automobilindustrie-Standard TS 16949 sowie gemäß ISO 9001 zertifiziert. Im Jahr 2010 führte die Deutsche Gesellschaft zur Zertifizierung von Managementsystemen (DQS GmbH) die notwendigen Folgeaudits durch.
Zudem verfügen alle Produktionsstandorte des ElringKlinger-Konzerns über ein integriertes und zertifiziertes Umweltmanagementsystem nach DIN EN ISO 14001. Im Geschäftsjahr 2010 standen bei der neu hinzugekommenen Tochtergesellschaft in der Türkei und den chinesischen Standorten die Umweltzertifizierungen an. Alle Produktionsstandorte erhielten das Umweltzertifikat von der DQS GmbH.
Die geplante weltweite Zertifizierung im Bereich des Arbeitsschutzmanagements nach OHSAS (Occupational Health and Safety Assessment Series) 18001 wurde 2010 weiter vorangebracht.
Konzernweit finden darüber hinaus laufend interne Audits in den Bereichen Qualität, Umwelt und Arbeitssicherheit statt. Dazu werden Zielvorgaben abgestimmt und ihre Umsetzung monatlich zentral überprüft. Diese Audits ergänzen das integrierte Managementsystem der ElringKlinger-Gruppe und geben Hinweise darauf, ob die Prozesse im Unternehmen qualitätsgerecht, umweltschonend, kosteneffizient, verantwortungsvoll und sicher gesteuert werden und wo Verbesserungspotenziale bestehen.
Im Rahmen der Arbeitssicherheit werden regelmäßig gezielte Schulungen und Einweisungen durchgeführt, um Verletzungsgefahren einzuschränken. Zwar nahm 2010 die Anzahl der Arbeitsunfälle mit anschließenden Ausfallzeiten von mehr als drei Tagen auf 196 (147) zu, der Anstieg ist in erster Linie aber auf die kapazitätsbedingte, wesentlich höhere Anzahl an Arbeitsstunden und in geringem Maß auch auf das neu hinzugekommene Werk in der Türkei zurückzuführen.
Als verbindliche Handlungsgrundlage für alle Mitarbeiter gelten die Unternehmensleitlinie „Qualitäts- und Umweltpolitik“, der „Unternehmenskodex“ und die „Arbeitsschutzpolitik“. Sie dienen als Basis für interne Regelungen und Richtlinien
Über Null-Fehler-Qualität zur Kundenzufriedenheit
Durch die webbasierte Prozesslandschaft werden weltweit über alle Standorte hinweg einheitliche Standards durch Vorgabeprozesse, gleichbleibende Qualität der Produkte sowie eine vereinfachte und vereinheitlichte Dokumentation der Vorgabeprozesse kommuniziert und zugänglich gemacht. An das Softwaresystem, das in sieben Sprachen übersetzt ist, sind seit 2010 alle ElringKlinger-Werke angeschlossen.
Das computergestützte Qualitätskontrollsystem (CAQ), das ebenfalls zur Sicherung des internationalen Qualitätsstandards beiträgt, wurde 2010 weiter ausgebaut. Hinzu kommt, dass mit der Umstellung auf SAP-QM begonnen wurde. Mit Hilfe dieser Systeme konnten das Qualitätsmanagement weiter verbessert und die Kundenzufriedenheitswerte auch 2010 auf sehr hohem Niveau gehalten werden.
Der Einsatz hochwertiger Rohstoffe und Zulieferteile ist eine der Voraussetzungen, um das Ziel der „Null-Fehler-Qualität“ erreichen zu können. Daher legt ElringKlinger bei der Auswahl seiner Lieferanten hohe Maßstäbe an. Die Lieferanten sind durch Audits und festgelegte Informationsprozesse in das konzernweite Qualitätsmanagementsystem eingebunden und müssen die geltenden Umweltschutzbestimmungen und -gesetze in allen Prozessen erfüllen. Im Jahr 2010 konnten alle Geschäftspartner eine Zertifizierung nach ISO 9001 nachweisen. Betrachtet man die drei Produktionsstandorte der ElringKlinger AG, so hatten 42,0 % der Lieferanten eine Zertifizierung nach TS 16949 und 51,4 % ein zertifiziertes Umweltmanagement nach ISO 14001.
Die konzernweiten Einkaufsbedingungen sowie wichtige Informationen für Lieferanten und interessierte Anbieter sind auf der ElringKlinger-Internetseite veröffentlicht.
Innovative Produkte für eine Schonung der Umwelt
Frühzeitig hat ElringKlinger die Themen Verbrauchsreduzierung und Emissionsverringerung in den Fokus bei Produktentwicklungen gerückt. Neben der Weiterentwicklung von klassischen Produkten, die im optimierten Verbrennungsmotor zum Einsatz kommen, entwickelt ElringKlinger Produkte für Hybrid- und Elektrofahrzeuge. Im Bereich Neue Geschäftsfelder werden Neuentwicklungen für die Batterie- und Brennstoffzellentechnologie vorangetrieben. Erste Produkte aus der Batterietechnologie gingen 2010 in Serie.
Nicht erst der Herstellungsprozess der Produkte, sondern bereits ihre Entwicklung ist bei der ElringKlinger-Gruppe nach der TS 16949-Norm zertifiziert. Dabei haben die Beschaffenheit des Produkts während seines gesamten Lebenszyklus und seine Auswirkungen auf die Umwelt den höchsten Stellenwert. Während der Entwicklungs- und Planungsphase wird eine Ressourcen-Analyse durchgeführt mit dem Ziel eines möglichst geringen Materialeinsatzes und einer hohen Recycling-Rate.
Mitarbeiter sind ein wichtiger Faktor der ElringKlinger-Gruppe
Qualifizierte und engagierte Mitarbeiter sind eine wichtige und treibende Kraft für die Unternehmens-Gruppe weltweit. Das Wachstum der ElringKlinger-Gruppe im Geschäftsjahr 2010 spiegelt sich auch in der gestiegen Mitarbeiterzahl wider. Die Anzahl der durchschnittlich beschäftigten Mitarbeiter 2010 betrug 4.453 (4.029).
Mitdenken und Eigeninitiative zeigen
Die Mitarbeiter der ElringKlinger-Gruppe arbeiten kontinuierlich an innovativen Produkten und der Optimierung von Produktionsprozessen. In 2010 wurden im Rahmen des weltweiten betrieblichen Vorschlagwesens 823 (1.077) Verbesserungsvorschläge eingereicht, 308 davon konnten erfolgreich in die Praxis umgesetzt werden.
Qualifizierte Mitarbeiter – Basis für nachhaltigen Unternehmenserfolg
Zu den wichtigsten Aufgaben der Personalpolitik der ElringKlinger-Gruppe zählt – neben der Nachwuchssicherung von jungen qualifizierten Kräften – das Qualifikationsniveau der bestehenden Belegschaft weiter zu verbessern.
Der Bereich Personalentwicklung der ElringKlinger-Gruppe kümmert sich intensiv um die Weiterentwicklung und individuelle Förderung aller Mitarbeiter. Dafür wurden 2010 mit 2.259 (2.365) tariflichen Mitarbeitern Qualifizierungsgespräche geführt, in denen der persönliche Weiterbildungsbedarf definiert und entsprechende Maßnahmen eingeleitet wurden. Neben rein fachlichen Qualifizierungsmaßnahmen wurden auch fachübergreifende Fortbildungen wie Projektmanagement- und Teamseminare sowie Software-Schulungen und Fremdsprachenkurse angeboten. Für Fort- und Weiterbildungskurse wendete ElringKlinger 2010 rund 0,5 Mio. Euro auf.
Zur gezielten Nachwuchsförderung entwickelte ElringKlinger ein Programm, das über einen Zeitraum von zwei Jahren junge Potenzialträger durch persönlichkeitsbildende und fachspezifische Kurse auf zukünftige Führungsaufgaben vorbereitet. Das 2008 gestartete Programm wurde bis 2010 von 15 Potenzialträgern absolviert. Die Hälfte der Teilnehmer hat nach Abschluss unmittelbar Führungsaufgaben im Konzern übernommen.
Zufriedene Mitarbeiter sind motivierte Mitarbeiter
Ziel von ElringKlinger ist es, die Mitarbeiter langfristig zu binden. Die Fluktuationsquote im Konzern betrug 3,3 % (1,0) %. Die Quote stieg 2010 durch die im Konzern stark wachsenden Mitarbeiterzahlen in Ländern, in denen eine verhältnismäßig höhere Mitarbeiterfluktuation üblich ist, leicht an. Ursächlich waren hier insbesondere die Werke in China, Brasilien und Mexiko. Bei der ElringKlinger AG in Deutschland betrug die um altersbedingte Austritte bereinigte Fluktuationsquote 0,8 %.
Mit durchschnittlich 8,2 (8,2) Krankheitstagen pro Mitarbeiter konnte trotz der kapazitätsbedingt ausgeweiteten Arbeitszeiten das Vorjahresniveau gehalten werden.
Nicht zuletzt werden ElringKlinger-Mitarbeiter auch durch eine gute Entlohnung motiviert. In 2010 erhielten die Beschäftigten der ElringKlinger AG und der ElringKlinger Kunststofftechnik GmbH eine Mitarbeiter-Erfolgsbeteiligung in Höhe von 1.000 Euro pro Person für die Geschäftsjahre 2008 und 2009.
Ausbildung aus unternehmerischer Verantwortung
Das Fundament für qualifizierte Mitarbeiter ist eine erstklassige Berufsausbildung. ElringKlinger bietet jungen Menschen seit Jahrzehnten ein breites Spektrum an kaufmännischen und technischen Ausbildungsberufen sowie Studiengänge an Dualen Hochschulen an. Im Jahr 2010 bildete ElringKlinger weltweit 122 (139) Schulabgänger und Absolventen aus. Damit lag die Ausbildungsquote in der ElringKlinger-Gruppe bei 2,7 % (3,3 %).
Darüberhinaus betreute ElringKlinger auch wieder zahlreiche Studenten bei ihren Diplom-, Bachelor- und Masterarbeiten. Zudem wurden Praktika für Schüler und Studenten angeboten. In 2010 betreute ElringKlinger 84 Diplomanden und Praktikanten in verschiedenen praxisorientierten Projekten. Aus diesem Pool gewinnt das Unternehmen jährlich viele gut ausgebildete Mitarbeiter.
Diversity Management – Vielfalt und Chancengleichheit
Alle Mitarbeiter genießen im Unternehmen die gleiche Wertschätzung. Dieser Grundsatz ist in den ElringKlinger-Leitlinien verankert und prägt die Unternehmenskultur. Weltweit ist es für das Unternehmen wichtig, auf die Gleichstellung in Bezug auf Geschlecht, Rasse, ethnische Herkunft, Religion, Weltanschauung, Behinderung, Alter und sexuelle Identität zu achten. Im Rahmen des Diversity Managements werden die Potenziale heterogener Gruppen gefördert und Konflikten vorgebeugt. ElringKlinger geht es dabei nicht um die Umsetzung von Gesetzen, sondern um ein ganzheitliches Konzept innerhalb der gesellschaftlichen Verantwortung.
In 2010 setzte sich die Gesamtbelegschaft nach folgenden Altersgruppen zusammen: 26,6 % der Mitarbeiter waren jünger als 30, 55,0 % waren zwischen 30 und 50 Jahren und 18,4 % waren über 50 Jahre alt. Zum 31. Dezember 2010 befanden sich insgesamt weltweit 32 Frauen in Management-Positionen bis zur dritten Konzern-Führungsebene. Insbesondere an den chinesischen Standorten ist der Anteil von Frauen in der zweiten Führungsebene mit über 40 % sehr hoch. Der Anteil der weiblichen Beschäftigten erhöhte sich geringfügig auf 31,3 % (30,0 %). Im Aufsichtsrat ist bislang eine Frau von Seiten der Arbeitnehmer vertreten. Es ist klares Ziel von ElringKlinger, den Anteil von Frauen im Aufsichtsrat kurzfristig zu erhöhen und damit der geforderten Selbstverpflichtung von Unternehmen der Bundesregierung zu entsprechen.
Beruf und Familie – Work-Life-Balance
Um die Belegschaft zusätzlich zu motivieren und enger an das Unternehmen zu binden, unterstützt die ElringKlinger-Gruppe ihre Mitarbeiter darin, eine gesunde Balance zwischen Beruf, Familie und Privatleben zu schaffen. Daher bietet ElringKlinger seiner Belegschaft verschiedene Teilzeitmodelle und – soweit es der Arbeitsplatz erlaubt – flexible Gleitzeitregelungen an. So unterstützt ElringKlinger auch, dass Väter nach der Geburt eines Kindes eine berufliche Auszeit nehmen. In 2010 hatten 4,7 % der Konzern-Belegschaft einen Teilzeitvertrag.
Soziales Engagement schließt Wirtschaftlichkeit nicht aus
Seit zehn Jahren arbeitet ElringKlinger mit der Stiftung Bruderhaus-Diakonie bzw. den angeschlossenen Behinderten-Werkstätten in Dettingen/Erms, Deutschland, zusammen. Die Werkstätten übernehmen für das ElringKlinger Ersatzteilgeschäft ganze Arbeitsabläufe selbstständig. Im Jahr 2010 wurden Ausbringungsmengen und Serviceleistungen erweitert. Für die neuen Turbolader-Anbausätze befüllen die Werkstätten spezielle Spritzen mit Motorenöl, das beim Einbau der Sätze in den Motor benötigt wird. Aufgrund der besseren Auftragslage und des erweiterten Produktprogramms waren 2010 bei den diakonischen Werkstätten rund ein Fünftel mehr Menschen mit Behinderung mit Arbeiten für ElringKlinger beschäftigt als im Vorjahr.
Indirekt übt die ElringKlinger AG ihr soziales Engagement auch über die Paul-Lechler-Stiftung aus. Träger der Stiftung sind die Familien Lechler, die zugleich Hauptaktionäre der ElringKlinger AG sind. So fließt Jahr für Jahr ein Teil des Unternehmensgewinns in die Paul-Lechler-Stiftung. Diese unterstützt neben der Berufsausbildung junger, behinderter Menschen auch die Eingliederung benachteiligter und behinderter Menschen in das Berufsleben. Darüber hinaus werden mit dem Paul-Lechler-Preis jährlich Träger innovativer Projekte und Maßnahmen zur Integration hilfsbedürftiger Menschen in die Gesellschaft ausgezeichnet.
Hohes Interesse an Nachhaltigkeitsthemen am Kapitalmarkt
Nachhaltige Anlagekonzepte rücken am Kapitalmarkt immer mehr in den Fokus. Neben institutionellen Investoren verwalten auch vermehrt Pensions- und Familienfonds, Privatanleger, Versicherungen, Stiftungen und Kirchen ihre Vermögen nach sozialen, ökologischen und ethischen Gesichtspunkten. Dieser Trend zeigt sich in der steigenden Anzahl von Öko-Fonds.
In dem seit Oktober 2007 bestehenden „DAXglobal® Sarasin Sustainability Germany Index“ ist ElringKlinger als einziger Automobilzulieferer gelistet. Der Index bildet deutsche und schweizerische Unternehmen ab, die das Kriterium der Sarasin Sustainability Matrix® erfüllen. Damit trägt der Index der zunehmenden Relevanz verantwortungsbewusster Unternehmensentwicklung Rechnung und profitiert von der langfristigen Outperformance nachhaltig wirtschaftender Unternehmen wie ElringKlinger.
Die Nachfrage nach nicht finanziellen Kennzahlen steigt
Mit dem Interesse an verantwortungsbewusster Unternehmensführung steigt auch die Nachfrage nach Zahlen und Fakten, die diese abbilden. Entsprechend nimmt die Bedeutung von Nachhaltigkeits-Ratings zu, die zumeist von spezialisierten Instituten erstellt werden. Dazu beurteilen deren Analysten börsennotierte Unternehmen vor allem nach ökologischen, sozialen und ethischen Kriterien. Aus der Vielzahl von Informationen entstehen am Ende Ranglisten und Gesamtbeurteilungen, die den Investoren als wichtige Informationsquelle dienen.
Als einer von wenigen Automobilzulieferern nimmt ElringKlinger schon seit vielen Jahren an wesentlichen Nachhaltigkeits-Ratings teil. Dazu zählte 2010 das Carbon Disclosure Project (CDP), das von rund 540 institutionellen Investoren mit einem Gesamtanlagevermögen von 64 Billionen US-Dollar getragen wird. Das Projekt bewertet die Ökobilanzen börsennotierter Unternehmen und Aspekte der Nachhaltigkeit ihrer Produkte. Die gesammelten Informationen stehen den Investoren in einer Online-Datenbank zu Analysezwecken zur Verfügung.
Ende 2010 stand das turnusmäßige Corporate Responsibility Rating der Agentur Oekom Research an. Das Rating beinhaltet die Kernthemen „Soziales und Umwelt“. ElringKlinger wurde mit dem Investment Status »Prime« ausgezeichnet.
In 2010 wurde die ElringKlinger-Gruppe von mehreren, speziell an Nachhaltigkeitsthemen interessierten institutionellen Investoren besucht. Die Entwicklung zeigt, dass Energieeffizienz und Klimaschutz sowie soziale Verantwortung auf den internationalen Finanzmärkten zunehmend an Bedeutung gewinnen.
Nachhaltigkeit ist ein ganz bestimmendes Thema für die weitere Unternehmensstrategie der ElringKlinger Gruppe. Schon durch das Produktportfolio, das klar durch die Themen Verbrauchsreduzierung fossiler Brennstoffe und CO2-Reduzierung geprägt ist, zeigt ElringKlinger ein klares Bekenntnis zum Umweltschutz. Die Entwicklung neuer Produkte im Bereich E-Mobility ist ein weiterer Schritt zur Ausrichtung des Produktportfolios auf nachhaltige Produkte. Ziel der Unternehmensgruppe ist es, sich auch zukünftig ganzheitlich nachhaltig zu entwickeln.
Forschung- und Entwicklung
Innovationen für beide Antriebswelten: Verbrauchsarmer Verbrennungsmotor und E-Mobility
Die ElringKlinger-Gruppe hat sich 2010 mit zahlreichen neuen Entwicklungen und Anwendungen bei den etablierten Produktgruppen im Stammgeschäft für die kommenden Jahre aussichtsreich aufgestellt. Parallel dazu befanden sich zahlreiche Produktkonzepte im Bereich Neue Geschäftsfelder in der Entwicklung. Einige stehen bereits kurz vor der Markteinführung. Dabei betrachtet ElringKlinger neue Produkte schon im Moment der Einführung beim Kunden als Standard und beginnt umgehend mit der Arbeit an der weiteren Optimierung der Konzepte und an weiteren Anwendungsmöglichkeiten. Mit dieser Philosophie hat der Konzern auch im Jahr 2010 das Fundament für die weitere Verbesserung der Wettbewerbsposition gelegt.
Hoch anspruchsvolle Rahmenbedingungen
Die Automobilbranche steht derzeit in der Antriebstechnologie vor entscheidenden Weichenstellungen. Es geht darum, neue, umweltfreundliche und dabei gleichzeitig bezahlbare Lösungen zu finden. Dabei haben die Anforderungen der Automobilhersteller an die Innovationskraft und die dafür notwendige Finanzierungsfähigkeit der Zulieferer nach der Krise wieder spürbar zugenommen.
ElringKlinger sieht seitens der Fahrzeughersteller verstärktes Interesse, mit langfristigen Entwicklungspartnern auf der Zulieferseite zusammenzuarbeiten, die befähigt sind, Lösungen zur Optimierung des klassischen Verbrennungsmotors beizutragen und gleichzeitig mit Entwicklungsbeiträgen im Bereich der neuen elektrischen Antriebssysteme Impulse zu setzen. ElringKlinger hat daher frühzeitig damit begonnen, sich technologisch so aufzustellen, dass das Unternehmen heute als einer von weltweit nur sehr wenigen Zulieferern in der Lage ist, Produkte sowohl für den Verbrennungsmotor als auch für den Elektroantrieb zu liefern. Dementsprechend lag einer der Schwerpunkte in 2010 auf dem Ausbau der Entwicklungsaktivitäten in der Batterietechnik und in der Brennstoffzellentechnologie.
Insbesondere kommt dem Unternehmen der bei fast allen Kunden feststellbare Trend hin zum Hybrid, also der Verbindung eines verbrauchsarmen Verbrennungsmotors mit einem elektrischen Antrieb, zugute. Über die Komponenten für den Verbrennungsmotor hinaus kann ElringKlinger jetzt zusätzliche Produkte für die Batterietechnologie liefern.
Forschungs- und Entwicklungskapazitäten gestärkt
Im Jahr 2010 hat ElringKlinger die FuE-Aktivitäten sowohl in den etablierten Produktbereichen als auch im Bereich Neue Geschäftsfelder ausgebaut. Dies erfolgte schwerpunktmäßig am Standort Dettingen/Erms, Deutschland. Zum 31. Dezember 2010 stieg die Anzahl der Mitarbeiter im Bereich Forschung und Entwicklung im Konzern auf insgesamt 316 (281) Beschäftigte.
Die Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen hat der ElringKlinger-Konzern im Geschäftsjahr 2010 um 22,4 % auf 43,7 (35,7) Mio. Euro erhöht. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Gruppe auch in dem schwierigen Marktumfeld des Jahres 2009 in unveränderter Höhe in die Entwicklung neuer Produkte und Technologien investiert hatte. Der Anteil der Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen am Konzernumsatz gemäß IFRS fiel mit 5,5 % (6,2 %) in 2010 etwas niedriger aus als im Vorjahr. Für diesen Rückgang der FuE-Quote waren allerdings ausschließlich der starke Anstieg der Umsatzerlöse in der Gruppe und die dadurch erhöhte Bezugsbasis verantwortlich.
Know-how-Schutz als Wettbewerbsfaktor
Um den Schutz des Technologie-Know-hows sowie des geistigen Eigentums zu gewährleisten, verfügt die ElringKlinger-Gruppe über eine spezialisierte Patentabteilung, die allein 2010 32 Patentanmeldungen tätigte und gewerbliche Schutzrechte registrierte.
Ebenfalls aus diesem Grunde sind die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten des Konzerns an den Standorten der AG in Deutschland sowie bei der ElringKlinger Abschirmtechnik (Schweiz) AG konzentriert. In den dort eingerichteten Technologie-Kompetenzzentren wird der Großteil der FuE-Leistungen für die gesamte ElringKlinger-Gruppe erbracht.
Beim Verbrennungsmotor steht Downsizing im Mittelpunkt
ElringKlinger ist überzeugt, dass der Verbrennungsmotor auf absehbare Zeit das dominierende Antriebsaggregat bleiben wird. Das Unternehmen sieht für den Verbrennungsmotor in den kommenden Jahren weiterhin hohes Potenzial, sei es als verbrauchsoptimierter Downsizing-Motor oder kombiniert mit einem elektrischen Antriebsstrang im Hybrid. Dagegen werden die Marktanteile von reinen Elektrofahrzeugen zwar spürbar zunehmen, einen Anteil von 5 bis 10 Prozent an der weltweiten Fahrzeugproduktion in den nächsten zehn Jahren aber noch nicht überschreiten.
Im Motorenbau ist für die Pkw-Hersteller das wichtigste Anliegen, den Kraftstoffverbrauch abzusenken und die Emissionen von Kohlenwasserstoffen und Stickoxiden zu verringern.
Die zunehmend schärferen CO2-Grenzwerte sowie die ab 2014 in Kraft tretende Euro-6-Norm lassen die Anforderungen an die gesamte Motortechnik und insbesondere auch an die von ElringKlinger gelieferten Motor- und Abgaskomponenten spürbar steigen.
Beim Verbrennungsmotor profitiert ElringKlinger mit seinem Produktportfolio vom Trend zu sparsameren aufgeladenen Motoren. Die beim Downsizing erzielte Effizienzsteigerung in den hubraumreduzierten Motoren geht in der Regel mit höheren Spitzentemperaturen und steigendem Zünddruck im Brennraum einher. Damit wurden 2010 noch höhere Leistungsansprüche an die Entwicklung neuer Zylinderkopf- und Spezialdichtungskonzepte gestellt.
Neue Designs und Turbocharging-Anwendungen bei Metalldichtungen
Im Bereich Zylinderkopfdichtungen stand die Entwicklung noch leistungsfähigerer Dichtungskonzepte für die wachsende Anzahl der Downsizing-Konzepte im Mittelpunkt.
ElringKlinger entwickelte zahlreiche neue Zylinderkopfdichtungsdesigns für die neue Generation von hoch effizienten, aufgeladenen Benzinmotoren mit Direkteinspritzung, die hohe Anforderungen an die Leistungsfähigkeit des Dichtsystems stellen.
Um den hohen Spitzendrücken und Temperaturbeanspruchungen dieser Motoren entgegenwirken zu können, hat ElringKlinger zusätzliche Abstützelemente mit geprägten Stoppern entwickelt, die im sogenannten Hinterland der Dichtung zum Einsatz kommen.
Mit neuen, extrem standfesten Elastomer-Beschichtungsmaterialien gelang es, die Leistungsfähigkeit und Dauerhaltbarkeit des Dichtungssystems unter diesen Einsatzbedingungen weiter zu verbessern.
Der Geschäftsbereich Spezialdichtungen entwickelte neue, in höchstem Maße hitzebeständige Dichtungssysteme aus Speziallegierungen für Turbolader. Zur Marktreife geführt wurden hochwertige V-Ringdichtungen, die eine der Schlüsselkomponenten für den Turbolader darstellen. Nahezu alle großen internationalen Turbolader-Hersteller befinden sich derzeit zusammen mit ElringKlinger in entsprechenden Entwicklungsprojekten. Damit hat ElringKlinger die Grundlage für das starke Wachstum mit dieser Produktgruppe in den kommenden Jahren gelegt. Wesentliche Fortschritte erzielte der Geschäftsbereich auch in der Fertigungstechnologie für hochtemperaturfähige Formringe sowie für mehrlagige Turbodichtungen.
Die steigende Komplexität des Abgasstrangs führte auf Kundenseite zu einem zunehmenden Bedarf an hochwertigen Abdichtungssystemen. Für diese Anforderungen im Hochtemperaturumfeld entwarf der Bereich Spezialdichtungen zahlreiche Abgasdichtungsapplikationen mit speziellen Dichtungsgeometrien. Die für 2014 anstehende Einführung der Euro-6-Norm erfordert eine weitere signifikante Absenkung der Stickoxid-Werte im Motor. Für diese Problemstellung liefert ElringKlinger unter anderem SCR-Adaptermodule (Selective Catalytic Reduction) für die Stickoxid-Reduzierung mittels Harnstoffeindüsung. In diesem Anwendungsgebiet arbeitete der Bereich Spezialdichtungen intensiv mit der Elring Klinger Motortechnik GmbH zusammen, die die entsprechenden Engineering-Dienstleitungen anbietet.
Im Getriebebereich wurden weitere gewichtsreduzierte und beschichtete Getriebesteuerplatten-Applikationen zur Serienreife gebracht, die in der neuen Generation von Doppelkupplungs-Automatikgetrieben Verwendung finden.
Abschirmtechnik: Thermomanagement gefragt
Motor-Downsizing und aufwendige Abgasnachbehandlungssysteme, die die anspruchsvollen Anforderungen der stringenten Euro-6-Norm erfüllen, erfordern intelligentes Thermomanagement. Durch Kapselung, Katalysatortechnik und Abgasturbolader steigen die Temperaturen im Motorraum, Unterbodenbereich und rund um das Abgassystem. ElringKlinger entwickelte daher zahlreiche Hitzeschild-Applikationen für Sensoren, Steuerungen und Schlauchleitungen, die vor den hohen Umgebungstemperaturen geschützt werden müssen.
Um der zunehmenden Nachfrage der Kunden nach akustischen Abschirmlösungen gerecht zu werden, entwickelte der Geschäftsbereich Abschirmtechnik eine Vielzahl von neuen Produkten zur Schallisolierung. Eine wesentliche Anforderung an die Designs bestand darin, kombinierte Akustikhitzeschilder in Mehrlagen-Verbund-Technologie zu entwickeln, die sowohl vor hohen Temperaturen schützen als auch Schall absorbieren. Mit Hilfe neuer Materialkonzepte und Fertigungstechnologien wurden bei der Gewichtsreduzierung der Bauteile wesentliche Fortschritte erreicht.
Über intelligente Abschirmsysteme leistete der Geschäftsbereich Abschirmtechnik auch einen maßgeblichen Beitrag, um die Wärmeverluste zu verringern, die Kaltstartphase zu verkürzen und damit die Schadstoffemissionen sowie den Kraftstoffverbrauch abzusenken. Durch die Reduzierung von thermischen Verlusten mit Hilfe von Abschirmsystemen springen Katalysatoren schneller an. Die HC- und NOx -Abgaswerte können so zurückgeführt werden. In Zusammenarbeit mit mehreren Fahrzeugherstellern arbeitete ElringKlinger auch an der Aufgabenstellung, das Thermomanagement im Motorraum durch Einhausung bzw. Abschirmung zu verbessern und so im Kaltstartzyklus und in der Anfahrphase zu besseren Emissions- und Verbrauchswerten zu kommen.
Rund um das Thema E-Mobility – und hier insbesondere in der Batterietechnik – arbeitete der Geschäftsbereich Abschirmtechnik an einigen vielversprechenden neuen Produktkonzepten. Neben Lösungen zur EMV-Abschirmung (Elektromagnetische Verträglichkeit) befinden sich Batterieeinhausungen in der Entwicklungsphase.
Viel Beachtung fand ein abschirmtechnisches Paket für den Hitze- und Schallschutz, das ElringKlinger für den Hybrid-Elektrosportwagen Fisker Karma konzipierte.
Kunststoffgehäusemodule im Trend: Weniger Gewicht bei mehr Funktionen
Im Bereich Kunststoffgehäusemodule wurden zahlreiche neue Leichtbaumodule aus Thermoplast-Kunststoffen für Anwendungen im Motor und Getriebe entwickelt,
u. a. Ventilhauben, Motor- und Getriebeölwannen, Schaltkolben sowie Lagerschildgehäuse.
Dabei war vor allem von Seiten asiatischer Hersteller ein deutlich verstärkter Trend feststellbar, mit dem Ersatz schwerer Metallteile durch leichte Kunststoffgehäusemodule Gewicht einzusparen und somit spürbare Fortschritte bei der CO2-Reduzierung zu erzielen.
Im Zentrum der Entwicklungstätigkeit stand die Herstellung von besonders leichten und dennoch belastbaren Kunststoffgehäusemodulen. Mit Hilfe des neuartigen MuCellKunststoff-Spritzverfahrens gelang es, eine noch leichtere Polyamid-Materialstruktur herzustellen. Das bereits niedrige Gewicht der Kunststoffgehäusemodule konnte damit nochmals signifikant gesenkt werden. Der Serienanlauf einer Ventilhaube aus dem neuen Material ist bereits erfolgt.
Ein Kernthema für das Design neuer Produkte war die Integration von Zusatzfunktionen. Damit trägt ElringKlinger nicht nur zur Reduktion der Komplexität und des Gewichts bei, sondern hilft zugleich, Kosten zu sparen.
Bei der Entwicklung eines neuen Kunststoff-Ventilhauben-Designs integrierten die Entwickler Turbo-Unterdruckspeicher, Hitzeabschirmung und eine neuartige Ölabscheidung, die mit Hilfe eines Flies-Ölabscheidesystems deutlich verbesserte Abscheideraten erreicht.
Einen weiteren Schwerpunkt der Entwicklungstätigkeit in 2010 stellte der Entwurf einer ganzen Reihe von Kunststoff-Gehäusemodulen für den Lkw-Bereich dar. Bei diesen Produkten sind die mechanischen Beanspruchungen besonders groß und die geforderte Dauerhaltbarkeit sowie die Ansprüche an die eingesetzte Werkzeugtechnologie besonders hoch. Neben Kunststoff-Ventilhauben mit integriertem Leiterrahmen für die Elektrik wurden hochvolumige Motorölwannen-Module, die wesentliche Funktionselemente wie Ölsaugrohr, Filtersieb, Ölablasser und Dichtungssystem bereits enthalten, auf den Markt gebracht. Für diese innovativen Kunststoffgehäusemodule, die Fahrzeuge spürbar leichter machen und dadurch zur Kraftstoffverbrauchs- und Emissionsreduzierung beitragen, wurde ElringKlinger 2010 von einem der weltweit führenden Lkw-Hersteller mit dem Key Supplier Award ausgezeichnet.
Neue Geschäftsfelder: Eigener Bereich E-Mobility aufgebaut
Im Bereich Neue Geschäftsfelder hat ElringKlinger die Entwicklungskapazitäten in 2010 stark ausgebaut. Der Konzern hat der langfristig steigenden Bedeutung der Elektromobilität Rechnung getragen und einen eigenständigen Teilbereich „E-Mobility“ geschaffen, der die Aktivitäten in der Batterietechnik und Brennstoffzellentechnologie bündelt. Gerade zwischen diesen beiden Sparten gibt es zahlreiche Material- und Prozesssynergien, die damit noch besser genutzt werden können. Allein in der Batterietechnik stockte ElringKlinger am Standort Dettingen/Erms die Anzahl der in diesem Aufgabengebiet tätigen Entwickler um mehr als 20 Mitarbeiter auf. Besonders rund um das Thema Batteriespeichertechnologie bieten sich für ElringKlinger zahlreiche Chancen, auf der Basis der vorhandenen Kompetenzen und Entwicklungsverfahren wichtige Technologiebeiträge zu liefern und neue Produkte auf den Markt zu bringen.
Ein großer Teil der im Bereich E-Mobility angefallenen Kosten konnte dabei aus Fördermitteln der öffentlichen Hand gedeckt werden. Für die laufenden Entwicklungsprojekte in der Batterietechnik und Brennstoffzellentechnologie bezog der ElringKlinger-Konzern im Jahr 2010 3,3 Mio. Euro. Mit Forschungskooperationen gelang es, die Vorlaufkosten der Entwicklungen einzugrenzen und die Marktfähigkeit übergreifender Systemlösungen zu beschleunigen.
Zellverbinder für Lithium-Ionen-Batterien serienreif
Mit der Entwicklung von speziellen Kunststoff-Bipolarplatten für bipolare Blei-Säure-Batterien hat ElringKlinger entwicklungsseitig den Einstieg in den Batteriebereich bereits 2009 vollzogen. Das Unternehmen hat sich mit der Batterietechnik zusätzliche Wachstumsmöglichkeiten erschlossen und konzentrierte sich 2010 bei der Forschung und Produktentwicklung auf Komponenten für Hochenergiespeicher wie Lithium-Ionen-Batterien.
Von besonderer Bedeutung war der erfolgreiche Abschluss der Entwicklung einer neuartigen, besonders leistungsfähigen Lösung zur Verbindung von Lithium-Ionen-Zellen und -Modulen. Die Zellverbinder gleichen die Temperaturschwankungen aus und zeichnen sich durch ihre hohe thermische und physikalische Belastbarkeit aus. Der Konzern konnte dabei auf die vorhandene Kompetenz in der Fertigungstechnik für hochwertige Metall- und Kunststoffkomponenten zurückgreifen. Einen wesentlichen Beitrag zu diesem neuen Produkt leistete das technologische Know-how des Bereichs Zylinderkopfdichtungen, in dem technisch vergleichbare Problemstellungen gelöst werden müssen. Neben den eigentlichen Zell- und Modulverbindern entwarf ElringKlinger auch die Zellhalterung und -abdeckung aus Kunststoff.
Mit zwei großen Serienaufträgen eines deutschen Pkw-Herstellers zur Lieferung von Zellkontaktiersystemen für Lithium-Ionen-Batterien hat ElringKlinger 2010 wichtige Referenzprojekte gewonnen. Die Zellkontaktiersysteme für den Lithium-Ionen-Hochenergiespeicher sind sowohl für den Einsatz in Hybridfahrzeugen als auch in reinen Elektromobilen vorgesehen.
Derzeit arbeitet der Bereich E-Mobility bereits an Verbindungslösungen für prismatische und sogenannte „Coffee Bag“-Zellstrukturen, die eine platzsparendere Speicherlösung ermöglichen als die heute gängigen zylindrischen Zellstrukturen.
Aufgrund des hohen Interesses von Seiten der Fahrzeughersteller und Batterieproduzenten hat der ElringKlinger-Konzern 2010 damit begonnenen, am Standort Dettingen/Erms ein Forschungs- und Entwicklungszentrum für E-Mobility einzurichten und eine eigene Großserienfertigung für Zellverbinder aufzubauen.
Weitere Batteriekomponenten, wie Druckausgleichs- und Belüftungssyteme, wurden in Zusammenarbeit mit der ElringKlinger Kunststofftechnik GmbH entwickelt, die ihre PTFE-Materialkompetenz und das Know-how zur Herstellung von Membranen einbrachte. Zudem arbeitete die Batterietechnik an Drainage-Lösungen zur Ableitung von Feuchtigkeit in der Batterie sowie an Dichtungskonzepten. Auch rund um das Thema Thermomanagement von Hochenergiespeichern betreibt ElringKlinger einige interessante Entwicklungsprojekte. Die ElringKlinger Batterietechnik hat sich damit 2010 eine gute Grundlage geschaffen, um in den kommenden Jahren mit zusätzlichen Teilen für Lithium-Ionen-Batterien und andere Hochenergiespeicherkonzepte marktfähig zu sein und zum Gruppenumsatz und -ergebnis beisteuern zu können.
Brennstoffzellen-Technologie für mobile und stationäre Anwendungen
Auch in der Brennstoffzellen-Technologie erzielte ElringKlinger 2010 wesentliche Fortschritte und ist auf dem Weg zur Herstellung kommerzialisierbarer Produktlösungen einen großen Schritt vorangekommen.
Im Jahr 2010 konnte die erste Anlage zum Bau von vollständigen SOFC-Stacks (Solid Oxid Fuel Cell, Festoxid-Brennstoffzelle) für die Pilotfertigung erfolgreich in Betrieb genommen werden. Der Aufbau der Stacks wird mit einem 6-Achs-Roboter umgesetzt, mit dem verschiedenste Stack-Varianten aufgebaut werden können. Die Anlage ist in der Lage, verschiedene Funktionselemente der Brennstoffzelle mit entsprechender Greifertechnik zu handhaben, wiederholgenau zu positionieren und zu fixieren. Anschließend werden die Komponenten mittels Laserschweißen vollautomatisiert und prozesssicher verbunden.
In Zusammenarbeit mit zwei Kooperationspartnern entwickelte ElringKlinger ein komplettes Hochtemperatur-Brennstoffzellen-Stackmodul, das auch Wärmetauscher sowie Reformer umfasst, der Energieträger wie Diesel, Erdgas oder Bioethanol mit hohem Wirkungsgrad in elektrische Energie umsetzt. Die Temperaturabschirmung des Gesamtsystems erfolgt mit Hilfe einer von der ElringKlinger Abschirmtechnik eigens für diese Anwendung konzipierten Thermobox.
Zum Einsatz kommen soll es zur elektrischen Versorgung und Standklimatisierung der Fahrgastzellen von schweren Lkw im US-Markt. Nachdem es aus Umweltgründen in mittlerweile 35 US-Bundesstaaten untersagt ist, den Lkw-Motor im Standbetrieb zur Klimatisierung des Innenraums durchlaufen zu lassen (Non-Idling Law) ist ElringKlinger mit diesem Konzept auf sehr positive Resonanz von Seiten der nordamerikanischen Truck-Hersteller gestoßen. Ziel des Entwicklungsprojekts ist, für diesen hoch interessanten Markt bis 2015 ein serienfähiges Produkt anbieten zu können.
Eine größere Anzahl von Prototypen wurde bereits fertig gestellt und befindet sich derzeit auf den Prüfständen der ElringKlinger-Brennstoffzellentechnik in umfangreichen Dauerlauftests. Die elektrische Leistung der Stack-Module konnte mittlerweile in den Bereich von 1,5 bis maximal 3,0 kW gesteigert werden.
Diese hoch effiziente Technologie wird in einem vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie geförderten Projekt derzeit auch für den stationären Einsatz vorbereitet.
Das ElringKlinger-SOFC-Leichtbaustack wird dabei für die dezentrale Strom- und Wärmeversorgung nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung in Ein- und Mehrfamilienhäusern ausgelegt. Abhängig von der zukünftigen Entwicklung der Strompreise und staatlichen Fördermaßnahmen sieht ElringKlinger bei diesen Anwendungen mittelfristig interessante Perspektiven und arbeitet in diesem, außerhalb der Automobilindustrie angesiedelten Marktsegment mit zwei Kooperationspartnern aus der Heizungsindustrie zusammen.
Für PEM-Niedertemperatur-Brennstoffzellen (Proton Exchange Membran), die zukünftig im Pkw den Motor als Antriebsaggregat ersetzen sollen, entwickelt ElringKlinger Bipolarplatten. Das Unternehmen arbeitet hier bereits seit mehreren Jahren mit internationalen Fahrzeugherstellern zusammen. Die hohen Volumina der in diesen Stacks benötigten Bipolarplatten machen dieses Produkt selbst beim Einsatz von kleinen Fahrzeugserien für ElringKlinger wirtschaftlich interessant. Im Jahr 2010 hat das Unternehmen die Designs der Bipolarplatten und ihrer Funktionselemente weiter verbessert und kostenseitig optimiert. Wichtige verfahrenstechnische Fortschritte erzielte ElringKlinger bei der Einführung serientauglicher Fertigungsprozesse zur Herstellung und im Zusammenbau der einzelnen Zellen zum Brennstoffzellen-Stapel sowie in der Abdichtungstechnologie. Hier kommen Stanzprägeverfahren mit Folgeverbundwerkzeugen und modernste Laserschweißverfahren zum Einsatz.
Ein weiteres Projekt, das 2010 gestartet wurde, zielt auf den breiten Markt der Flurförderfahrzeuge. In diesem Zusammenhang hat ElringKlinger ein Start-up-Team von in diesem Bereich tätigen Spezialisten in die Organisation der ElringKlinger Brennstoffzellentechnik integriert und damit das Know-how auf diesem Gebiet wesentlich verstärkt. Im Rahmen dieses ebenfalls staatlich geförderten Entwicklungsvorhabens werden Bipolarplatten und kompakte PEM-Stacks mit einer Leistung von rund 3 kW entwickelt.
Neuartiges Beschichtungsmaterial zur Rußreduzierung in Dieselpartikelfiltern
Nach dem Inkrafttreten der Euro-5-Norm für Pkw im September 2009 werden heute nahezu alle Dieselneufahrzeuge mit einem Partikelfilter zur Rußreduzierung ausgerüstet.
Um die notwendige Abbrandtemperatur absenken zu können und die Regeneration des Filters zu verbessern, werden die Filterkörper meist mit teuren edelmetallhaltigen Legierungen beschichtet.
ElringKlinger hat von einem auf Beschichtungstechnik spezialisierten Partnerunternehmen ein neuartiges Material aus Alkalisilikat exklusiv lizenziert. Dieses wurde in den letzten beiden Jahren für den Einsatz als Beschichtungsmaterial im Dieselpartikelfilterkörper weiterentwickelt und optimiert. Die internen Labor- und Dauerlauftests zeigten, dass das edelmetallfreie und umweltverträgliche Material in hohem Maße katalytisch reaktiv und geeignet ist, die zur Regeneration des Filters notwendigen Temperaturniveaus und Reaktionszeiten zu verringern. Damit reduziert sich die notwendige Kraftstoffnacheinspritzung und die CO2-Emissionen fallen niedriger aus. Zudem besteht im Vergleich zu den heute gängigen Edelmetall-basierten Systemen das Potenzial, die Kosten für die Beschichtung spürbar zu senken.
In 2010 konnten mit Blick auf die Dauerfestigkeit wesentliche Fortschritte erzielt werden. Derzeit befinden sich von ElringKlinger beschichtete Testkörper bei einem europäischen Pkw-Hersteller in der Erprobung.
Aufgrund der 2014 bevorstehenden Einführung der neuen Euro-6-Gesetzgebung für Lkw sieht ElringKlinger auch von Seiten der Nutzfahrzeugindustrie hohes Interesse an dem Materialkonzept. Daher wurden erste Applikationen zur katalytischen Rußreduzierung in Dieselpartikelfilterkörpern für den Lkw-Bereich entwickelt. Beschichtete Versuchsträger befinden sich derzeit in Testläufen.
Fazit: Starke FuE-Pipeline bei etablierten Produkten und neuen Antriebstechnologien sichert Wachstum
Insgesamt ist die ElringKlinger-Gruppe aufgrund ihrer hohen technologischen Kompetenz rund um den Verbrennungsmotor und auf den beschriebenen Gebieten der E-Mobility in der Lage, für alle Optionen der zukünftigen Antriebsstrangentwicklung mit entsprechenden technischen Lösungen und Produkten wichtige Beiträge zu leisten und entsprechende Umsätze zu generieren, um damit das Ziel eines langfristigen organischen Umsatzwachstums von 5 bis 7 % im Jahr abbilden zu können.
Vergütungsbericht
Vergütungsstruktur der Vorstände
Vorstandsverträge werden durch den Personalausschuss des Aufsichtsrats vorbereitet, mit den jeweiligen Vorstandsmitgliedern verhandelt und nach Zustimmung des gesamten Aufsichtsrats abgeschlossen. Der Personalausschuss überprüft in den vereinbarten Abständen die Vergütung und schlägt dem Aufsichtsrat gegebenenfalls eine Anpassung vor, über die das Gesamtgremium entscheidet.
Die Vergütung enthält fixe und variable Bestandteile. Die variablen Bestandteile sind untergliedert in eine kurzfristige Komponente, bezogen auf das Konzernergebnis vor Steuern, und in eine langfristige Komponente, die sich an der Aktienkursentwicklung orientiert.
Die Vorstandsverträge wurden für die kurzfristige Vergütung bereits mit Wirkung für Auszahlungen ab 2010 (einschließlich Tantieme 2009) an das neue Vorstandsvergütungsgesetz angepasst. Die kurzfristige variable Vergütung errechnet sich nach dieser Neuregelung als Prozentsatz des durchschnittlichen Ergebnisses vor Ertragsteuern der letzten drei Jahre (früher: als Prozentsatz des Ergebnisses vor Ertragsteuern des laufenden Geschäftsjahres) im Konzern. Sie wird jährlich bezahlt. Die kurzfristige variable Vergütung ist auf zwei Jahresfixgehälter begrenzt.
Im Rahmen der langfristigen variablen Vergütung werden den Mitgliedern des Vorstands Partizipationsrechte (sog. Stock Appreciation Rights) zugeteilt. Die Partizipationsrechte gewähren einen Anspruch auf Barausgleich, nicht jedoch auf Aktien der ElringKlinger AG. Die Zuteilung erfolgt für zwei Vorstände in fünf Tranchen beginnend zum 1. Februar 2008 bis 1. Februar 2012. Für ein Vorstandsmitglied erfolgt die Zuteilung ebenfalls in fünf Tranchen, aber beginnend zum 1. Januar 2009 bis 1. Januar 2013. Der Zuteilungspreis ist der durchschnittliche Aktienkurs der letzten 60 Börsentage vor dem Tag der Zuteilung. Die Anzahl der Partizipationsrechte richtet sich nach der fixen Vergütung des jeweiligen Vorstands und dem Zuteilungspreis (Fixvergütung in Relation zum Zuteilungspreis = Anzahl der zugeteilten Aktien). Die zu gewährende Vergütung ergibt sich aus der Differenz des Rücknahmepreises, der ebenfalls als Durchschnitt der letzten 60 Börsentage gebildet wird, und dem Zuteilungspreis. Zu einer Auszahlung kommt es nur dann, wenn der Aktienkurs der ElringKlinger AG stärker gestiegen ist als der Index, in dem ElringKlinger gelistet ist, mindestens aber um 25 %. Den erwarteten zukünftigen Ansprüchen wird durch Bildung einer Rückstellung Rechnung getragen. Die Vergütung ist pro Tranche auf den Betrag des Jahresfixgehaltes begrenzt. Die Haltefrist für die am 1. Februar 2008 und 1. Februar 2009 bzw. am 1. Januar 2009 zugeteilten Tranchen beträgt drei Jahre, für alle übrigen Tranchen vier Jahre.
Den Vorstandsmitgliedern steht ein Dienstfahrzeug, auch zur privaten Nutzung, zur Verfügung.
Die Vorstände haben einen Anspruch auf Ruhegeld, sofern entweder der Dienstvertrag beendet ist, das 65. Lebensjahr erreicht wurde und die gesetzliche Rente bezogen wird oder Erwerbsunfähigkeit eintritt. Dieser Anspruch beläuft sich auf 2 % des letzten monatlichen Festgehalts vor Ausscheiden für jedes vollendete Dienstjahr, insgesamt maximal 45 %.
Für die Tätigkeit als Mitglied der Aufsichtsgremien bei Tochter- und Beteiligungsgesellschaften erhalten die Vorstände keine Vergütung.
Vergütungsstruktur der Aufsichtsräte
Die Vergütungsstruktur der Aufsichtsräte hat sich im Vergleich zum Vorjahr nicht geändert.
Über die Vergütungshöhe beschließt die Hauptversammlung. Dies ist zuletzt am 1. Juni 2006 erfolgt.
Gemäß den Forderungen des Deutschen Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 26. Mai 2010 ist die Vergütung aufgeteilt in einen fixen Bestandteil und in einen variablen Bestandteil, der sich nach dem Ergebnis vor Steuern des Konzerns im abgelaufenen Geschäftsjahr richtet.
Gemäß den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 26. Mai 2010 wurden ebenfalls die Position des Aufsichtsratsvorsitzenden und die seines Stellvertreters bei der Berechnung der Vergütung berücksichtigt. Der Vorsitzende des Aufsichtsrates erhält das 2-fache, sein Stellvertreter das 1,5-fache der Vergütung der übrigen Aufsichtsratsmitglieder.
Angaben zum gezeichneten Kapital und Offenlegung von möglichen Übernahmehemmnissen (§ 315 Abs. 4 HGB)
Das Grundkapital der ElringKlinger AG lag zum 31. Dezember 2010 bei 63.359.990 Euro und ist unterteilt in 63.359.990 Stück Namensaktien, die je eine Stimme gewähren. Es ergibt sich ein rechnerischer Anteil von 1,00 Euro des Grundkapitals je Namensaktie. Die Gewinnverteilung erfolgt nach § 60 AktG in Verbindung mit § 23 Nr. 1 der Satzung.
Dem Vorstand sind keine Beschränkungen oder Vereinbarungen zwischen Aktionären bekannt, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen.
Die direkt am Kapital Beteiligten, die zum 31. Dezember 2010 gemäß den Angaben des Aktienregisters 10 % der Stimmrechte überschreiten, sind in der folgenden Tabelle aufgeführt:
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| Walter H. Lechler, Stuttgart | Insgesamt 21,836 % (davon werden ihm 9,74 % über § 22 WpHG zugerechnet) |
Aktieninhaber haben keine Sonderrechte, die Kontrollbefugnisse verleihen.
Arbeitnehmerbeteiligungsprogramme gibt es bei ElringKlinger nicht.
Die Zahl der Vorstandsmitglieder wird vom Aufsichtsrat bestimmt (§ 7 der Satzung). Die Bestellung und die Abberufung von Vorstandsmitgliedern richten sich nach §§ 84, 85 AktG. Die Satzung enthält keine von den gesetzlichen Regelungen abweichenden Bestimmungen zur Bestellung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern.
Satzungsänderungen bedürfen gemäß § 179 AktG in Verbindung mit § 20 der Satzung eines Hauptversammlungsbeschlusses, der mit einer Dreiviertelmehrheit gefasst werden muss.
Es besteht eine Ermächtigung des Vorstands zum Rückkauf eigener Aktien bis zu insgesamt 10 % des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung (21. Mai 2010) bestehenden Grundkapitals. Die Ermächtigung gilt bis zum 21. Mai 2015.
Angaben zum genehmigten Kapital und zur Ausnutzung dieses genehmigten Kapitals sind im Anhang auf Seite 47 enthalten.
Es existieren derzeit keine Vereinbarungen, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebotes stehen.
Mit Mitgliedern des Vorstands bzw. mit den Arbeitnehmern bestehen keine Entschädigungsvereinbarungen im Falle von Übernahmeangeboten.
Chancen- und Risikobericht
Risikomanagementsystem
ElringKlinger verfügt über ein umfassendes Risikomanagementsystem zur Risikofrüherkennung. Eine kontinuierliche Beobachtung der Märkte, Kunden und Lieferanten sowie ein detailliertes internes Berichtswesen und Controlling sorgen dafür, dass Risiken frühzeitig erkannt und Chancen am Markt genutzt werden können. Das Risikomanagementsystem selbst wird hinsichtlich seiner Effizienz und Angemessenheit laufend an sich ergebende neue Anforderungen angepasst und optimiert.
Das Risikomanagementsystem setzt sich aus unterschiedlichen Instrumenten und Kontrollsystemen zusammen. Wichtige Bestandteile sind die strategische Unternehmensplanung und das interne Berichtswesen. Im Rahmen dieser Planung sollen mögliche Risiken für weitreichende, wesentliche Entscheidungen erkannt und berücksichtigt werden. In die strategische Konzernplanung sind alle maßgeblichen Unternehmensbereiche involviert. Informationen werden in einem einheitlichen Prozess abgefragt, gesammelt und ausgewertet. Die Gesamtverantwortung liegt beim Vorstand. Das interne Berichtswesen dient der Überwachung und Steuerung des Geschäftsverlaufs. Wesentlicher Bestandteil des Risikomanagementsystems ist die regelmäßige Berichterstattung des jeweiligen Managements der in- und ausländischen Konzerngesellschaften sowie der Geschäftsbereiche, die quartalsweise erfolgt. Sie umfasst die Entwicklungen auf allen für das Unternehmen relevanten Gebieten, die Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit und insbesondere den Bestand des ElringKlinger-Konzerns haben können. Berichtet wird vor allem über Änderungen der wirtschaftlichen oder politischen Rahmenbedingungen, neue regulatorische Anforderungen, technologische Entwicklungen, Rohstoffmärkte und innerbetriebliche Risiken. Im Rahmen dieser Berichterstattung werden Risiken identifiziert und bewertet sowie Maßnahmen zur Risikovorsorge oder -abwehr vorgeschlagen. Die Koordinationsfunktion ist beim Leiter der Konzernrechtsabteilung angesiedelt.
Der Vorstand bewertet die Gesamtrisikolage und berichtet hierzu regelmäßig und umfassend an den Aufsichtsrat. Die Kontrolle der Umsetzung der definierten Maßnahmen ist ein weiterer wesentlicher Aspekt des zentralen Risiko- und Qualitätsmanagements des ElringKlinger-Konzerns. Risikomanagement wird im Unternehmen als ganzheitliche Aufgabe verstanden, das neben der geschilderten Identifikation und Bewertung von Risiken auch ein System entsprechender Vorsorgemaßnahmen und Notfallplanungen umfasst, das sich in der Vergangenheit bereits bewährt hat.
Neben den regelmäßigen Berichtspflichten ist die interne Revision ein wichtiger Kontrollmechanismus und damit bedeutender Bestandteil des Risikomanagementsystems. Revisionen finden in den Geschäfts- und Servicebereichen der AG sowie bei den Konzerngesellschaften statt. Sie werden von zwei Wirtschaftsprüfungsgesellschaften durchgeführt. Der Einsatz externer Spezialisten gewährleistet, dass Risiken erkannt, die Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen sowie interner Prozessabläufe überprüft und Optimierungspotenziale aufgezeigt werden. Über die Ergebnisse der Revisionen werden Berichte erstellt. Diese werden vom Vorstand ausgewertet und notwendige Maßnahmen werden veranlasst und umgesetzt. Relevante Feststellungen werden mit den betroffenen Bereichen erörtert, um Verbesserungen umzusetzen bzw. Schwachstellen zu beseitigen. Im Geschäftsjahr 2010 fanden Revisionen unter anderem bei der ElringKlinger Marusan Corporation in Japan, der ElringKlinger S.A.U. in Spanien, der 2009 erworbenen ElringKlinger TR Otomotiv Sanayi ve Ticaret A.S. in der Türkei und bei der ElringKlinger Kunststofftechnik GmbH statt. Wie bereits in den Geschäftsjahren 2008 und 2009 wurden entsprechend spezialisierte Prüfungsunternehmen beauftragt, vorsorglich die Prozesse und Arbeitsabläufe des Bereichs Finanzen und Controlling im Hinblick auf mögliche Fraud-Risiken zu analysieren. Sämtliche durchgeführte Prüfungen ergaben, dass die gesetzlichen Bestimmungen und die internen Vorgaben beachtet wurden. Die aufgezeigten Optimierungsmöglichkeiten sind bzw. werden umgesetzt.
Um Haftungsrisiken aus potenziellen Schadensfällen zu vermindern und mögliche Verluste hieraus zu vermeiden, hat das Unternehmen entsprechende Versicherungen abgeschlossen. Die Angemessenheit dieser Versicherungen, in deren Schutz auch die Konzerngesellschaften einbezogen sind, wird regelmäßig hinsichtlich der abgedeckten Risiken und Deckungssummen überprüft und gegebenenfalls angepasst.
Kontroll- und Risikomanagementsystem im Hinblick auf die Rechnungslegung
In Bezug auf die Rechnungslegung bzw. die externe Finanzberichterstattung im Konzern lässt sich das interne Kontroll- und Risikomanagementsystem anhand der folgenden wesentlichen Merkmale beschreiben: Das System ist auf Identifikation, Analyse, Bewertung, Steuerung von Risiken und die Überwachung dieser Aktivitäten ausgerichtet. Die Ausgestaltung dieses Systems nach den spezifischen Anforderungen des Unternehmens fällt in den Verantwortungsbereich von Vorstand und Aufsichtsrat. Gemäß der Aufgabenverteilung gehören die für die Rechnungslegung zuständigen Bereiche Finanzen und Beteiligungsmanagement zum Ressort des Vorstandsvorsitzenden. Diese Bereiche steuern die Rechnungslegung innerhalb des Konzerns und führen die Informationen zur Aufstellung des Konzernabschlusses zusammen. Das Beteiligungsmanagement hat insbesondere die Aufgabe, den Rechnungslegungsprozess der Konzerngesellschaften zu überwachen und zu unterstützen. Die Konzerngesellschaften berichten an den Leiter Beteiligungsmanagement und dieser an den Vorstandsvorsitzenden.
Wesentliche Risiken für den Rechnungslegungsprozess ergeben sich aus der Anforderung, richtige und vollständige Informationen in der vorgegebenen Zeit zu übermitteln. Dies setzt voraus, dass die Anforderungen klar kommuniziert und die verantwortlichen Bereiche in die Lage versetzt werden, diese zu erfüllen.
ElringKlinger hat basierend auf den IFRS-Rechnungslegungsstandards ein Bilanzierungshandbuch erstellt. Alle Konzerngesellschaften müssen die im Handbuch beschriebenen Standards beim Rechnungslegungsprozess zugrunde legen. Wesentliche Bewertungsmaßstäbe, wie zum Beispiel für die Vorratsbewertung, die Bewertung von Werkzeugen und die Forderungsbewertung nach IFRS, sind in dem Handbuch verbindlich definiert. Darüber hinaus bestehen im Konzern verbindliche Kontierungsrichtlinien, damit die einheitliche Behandlung gleicher Sachverhalte konzernweit gewährleistet ist.
Für die Aufstellung des Konzernabschlusses gilt ein für alle Gesellschaften verbindlicher Terminplan. Die Einzelabschlüsse der Konzerngesellschaften werden von diesen nach den maßgeblichen lokalen Rechnungslegungsvorschriften und nach IFRS aufgestellt. Ausnahmen gelten für die deutschen Konzerngesellschaften, deren Abschlüsse durch das Rechnungswesen der ElringKlinger AG vorbereitet werden. Konzerninterne Verrechnungskonten werden über Saldenbestätigungen abgeglichen. Die Berichterstattung der Konzerngesellschaften erfolgt über eine separate Datenbank, die neben den Finanzdaten auch Angaben enthält, die insbesondere für den Konzernanhang und Konzernlagebericht bedeutsam sind. Die Daten und Angaben werden vor Abgabe und Konsolidierung in den jeweiligen Zentralbereichen überprüft.
Die deutschen und einige ausländische Gesellschaften des ElringKlinger-Konzerns nutzen SAP. Bei den übrigen Gesellschaften sind unterschiedliche EDV-Systeme im Einsatz. Zukünftig wird SAP bei weiteren wesentlichen Konzerngesellschaften eingeführt. Alle eingesetzten Systeme sehen hierarchisch gegliederte Zugriffsysteme vor. Freigaben werden im System dokumentiert. Zugriffsberechtigungen werden bei Gesellschaften, die SAP nutzen, zentral entsprechend den Vergaberegelungen eingeräumt. Die Freigabeentscheidung obliegt bei den deutschen Gesellschaften dem Leiter Finanzen und bei den ausländischen Gesellschaften dem Leiter Beteiligungsmanagement. Bei den Gesellschaften, die andere Systeme nutzen, entscheidet die lokale Geschäftsführung über die Zugriffsberechtigungen.
Im Rahmen des Rechnungslegungsprozesses werden grundsätzlich keine externen Dienstleister eingesetzt, sondern dieser wird – wie beschrieben – durch die Mitarbeiter der jeweiligen Fachbereiche durchgeführt.
Risiken, die sich auf den Rechnungslegungsprozess auswirken können, ergeben sich zum Beispiel aus der zu späten oder fehlerhaften Erfassung von Geschäftsvorfällen oder der Nichtbeachtung des Bilanzierungshandbuchs und von Kontierungsregeln. Um Fehler zu vermeiden, basiert der Rechnungslegungsprozess auf der Trennung von Verantwortlichkeiten und Zuständigkeiten, auf der Automatisierung von Abläufen und Plausibilitätsprüfungen im Rahmen der Berichterstattung. Kalkulationen werden kontinuierlich überwacht. Vor den Abschlussterminen sind umfangreiche und detaillierte Checklisten abzuarbeiten. Der Rechnungslegungsprozess ist im Übrigen in das Risikomanagementsystem des ElringKlinger-Konzerns einbezogen, um rechnungslegungsrelevante Risiken frühzeitig zu erkennen und damit rechtzeitig Maßnahmen zur Risikovorsorge und -abwehr einleiten zu können.
Der Rechnungslegungsprozess ist wie die anderen Unternehmensbereiche und -funktionen Gegenstand von Untersuchungen der internen Revision, die von zwei Wirtschaftsprüfungsgesellschaften durchgeführt werden. Im Rahmen von regelmäßig stattfindenden Revisionen werden die Prozesse und Abläufe der Rechnungslegung bei der ElringKlinger AG und ihren Konzerngesellschaften überprüft und auf Basis der Prüfungsfeststellungen weiterentwickelt und optimiert. Weitere Einzelheiten sind in der Beschreibung des Risikomanagementsystems dargestellt.
Risiken
Markt- und Absatzrisiken
Als weltweit tätiger Automobilzulieferer ist die ElringKlinger-Gruppe wesentlich von der Entwicklung der Fahrzeugproduktion abhängig. Nach Abschluss der schwersten Krise der Automobilindustrie haben sich die internationalen Pkw-Märkte 2010 stark erholt und teilweise wieder das Vorkrisenniveau erreicht. Für 2011 und die kommenden Jahre wird derzeit mit einem zwar schwächeren, aber nachhaltigen Wachstum bei den produzierten Stückzahlen gerechnet.
Die makroökonomischen Rahmenbedingungen, die vom Unternehmen nicht beeinflusst werden können, stellen ein latentes Gefährdungspotenzial dar.
Ein Wiederaufflammen der Finanzkrise oder eine weitere Zuspitzung der Verschuldungssituation von Ländern der Europäischen Union könnte sich negativ auf das Kaufverhalten der Konsumenten auswirken und damit auch die weitere Umsatzentwicklung des ElringKlinger-Konzerns belasten.
Vor allem eine starke und nachhaltige Eintrübung der Konjunktur und Fahrzeugnachfrage auf den asiatischen Märkten könnte die Wachstumsmöglichkeiten der ElringKlinger-Gruppe beeinträchtigen. In diesem Fall wäre unter anderem das für China geplante hohe Wachstum nicht im vollen Umfang umsetzbar und es bestünde das Risiko, dass die 2010 ausgebauten Produktionskapazitäten nicht optimal ausgelastet werden können.
Ein derzeit nicht erkennbarer, tiefgreifender Einbruch der Fahrzeugproduktion in einer oder mehreren Absatzregionen des ElringKlinger-Konzerns zöge auch einen zeitnahen Rückgang der bei ElringKlinger abgefragten Teile nach sich. Eine solche Entwicklung würde die Auslastung der Fertigung und damit die operative Marge des Konzerns beeinträchtigen. In diesem Fall würde der Konzern umgehend mit entsprechenden Struktur- und Kostenanpassungen in allen Teilen der Wertschöpfungskette reagieren, um die Ertragssituation des Konzerns abzusichern.
Zusammenfassend lässt sich allerdings feststellen, dass nach heutigem Stand ein deutlicher Rückgang der Pkw-Verkäufe und ein Einbruch der Produktionsvolumina eher unwahrscheinlich erscheinen.
Kundenrisiken
Der starke Aufschwung im internationalen Fahrzeuggeschäft hat dazu geführt, dass sich die Ertragssituation bei nahezu allen Kunden der ElringKlinger-Gruppe erheblich verbessert hat. Das Risiko eines Ausfalls von Forderungen hat sich damit weiter verringert und liegt im unwahrscheinlichen Fall der Insolvenz eines großen Kunden im einstelligen Millionen-Euro-Bereich.
Die sich aus der Abhängigkeit von mehreren wesentlichen Einzelkunden ergebenden Risiken haben in den letzten Jahren abgenommen. Die ElringKlinger-Gruppe verfügt über eine im Branchenvergleich außergewöhnlich breite internationale Kundenstruktur. Die drei größten Kunden des ElringKlinger-Konzerns standen 2010 insgesamt für einen Umsatzanteil von weniger als 35 % der Konzernumsatzerlöse. Zum Kundenkreis zählten 2010 nahezu alle Fahrzeug- und Motorenhersteller weltweit sowie eine wachsende Anzahl von Fahrzeugzulieferern. Zahlreiche asiatische, vor allem chinesische Unternehmen konnten als Kunden hinzugewonnen werden.
Preisrisiken
Die Materialpreisentwicklung könnte sich 2011 belastend auswirken. Die Preise für die im ElringKlinger-Konzern vorwiegend benötigten Materialien – Edelstähle mit Legierungen, C-Stahl, Aluminium und Kunststoffgranulate – hatten sich in den Krisenjahren 2008 und in der ersten Jahreshälfte 2009 erstmals seit Jahren rückläufig gezeigt. Bereits seit der Jahresmitte 2009 ist bei einigen dieser Rohstoffe wieder ein starker Anstieg zu verzeichnen. Die während der Krise von den Rohstofflieferanten aus dem Markt genommenen Kapazitäten kommen erst sukzessive wieder in den Markt zurück. Auch das zunehmend spekulative Interesse an einzelnen Rohstoffgruppen könnte eine blasenartige Preisentwicklung bedingen. Dies könnte zu einem Preisniveau führen, das deutlich über dem durch die tatsächlich produktionsbedingte Nachfrage aus der verarbeitenden Industrie gerechtfertigten Niveau liegt.
Durch Zusammenlegung der Bedarfe einzelner Konzerngesellschaften, langfristige Lieferverträge und ständige Optimierung des Materialverbrauchs bei den Produktentwicklungs- und Fertigungsprozessen steuert der Konzern diesen Entwicklungen entgegen. Bei den börsennotierten Legierungen für Edelstähle ist eine vertragliche Preisfixierung nicht möglich. Dies stellt eine der wesentlichen Unwägbarkeiten für die Materialpreisentwicklung dar. Eine Absicherung vertretbarer Einkaufspreise kann im Bedarfsfalle nur durch derivative Absicherungsinstrumente erfolgen. Allerdings besteht die Möglichkeit, einen Teil der Materialverbräuche und möglicher Kostenanstiege durch den unternehmenseigenen Schrotthandel mit Stanzresten abzufedern. Werden die Kalkulationspreise überschritten, ist das Unternehmen darauf angewiesen, die Preissteigerungen zumindest teilweise weiterzugeben. Hier besteht das Risiko, dass die steigenden Materialkosten nicht vollumfänglich weitergegeben werden können und die Bruttomarge des Konzerns belasten.
Neben der Entwicklung der Materialpreise stellt auch die Materialverfügbarkeit ein nicht zu unterschätzendes Risiko dar. In der Krise wurden bei einigen, auch vom ElringKlinger-Konzern benötigten Materialgruppen die Produktion nach unten gefahren bzw. die Produktionskapazitäten vorübergehend reduziert. Zwischenzeitlich haben die Bedarfe der verarbeitenden Industrie wieder kräftig angezogen. Die Nachfrage vor allem aus den asiatischen Schwellenländern zeigt sich ungebrochen hoch. Sollte sich der weltweite konjunkturelle Aufschwung ungebremst fortsetzen, sind temporäre Lieferengpässe nicht auszuschließen.
Hier hat der ElringKlinger-Konzern durch frühzeitige Disposition die Weichen gestellt, um die in der Produktion benötigten Materialvolumina verfügbar zu machen.
Währungsrisiken
Im ElringKlinger-Konzern ergeben sich Währungsrisiken im Wesentlichen aus den von der ElringKlinger AG an die Tochtergesellschaften vergebenen Darlehen und den Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen.
Für das translatorische Wechselkursrisiko ist vor allem die Entwicklung des Wechselkurses des Euro zum Schweizer Franken, kanadischen Dollar, US-Dollar, mexikanischen Peso, brasilianischen Real und japanischen Yen relevant.
Das Währungsrisiko beim mexikanischen Peso und US-Dollar wird abgesichert, indem die von der Muttergesellschaft an die jeweiligen Tochtergesellschaften ausgereichten Fremdwährungsdarlehen durch Finanzierungen in der gleichen Währung abgedeckt werden.
Aus der Veränderung des Wechselkurses des Schweizer Franken zum Euro können sich signifikante Schwankungen im Finanzergebnis des Konzerns ergeben. Die ElringKlinger AG hatte 2008 die Übernahme der Schweizer SEVEX-Gruppe mit Schweizer Franken Darlehen finanziert, so dass sich ein Kursanstieg des Schweizer Franken negativ auf das Finanzergebnis auswirkt. Hier ist anzumerken, dass sich beim Kapitalfluss kein Risiko ergibt, da die Finanzverbindlichkeiten in Schweizer Franken aus den Gewinnausschüttungen der ElringKlinger Abschirmtechnik (Schweiz) AG zurückgeführt werden.
Insgesamt ist das Währungskursrisiko im ElringKlinger-Konzern begrenzt, da in nahezu allen Absatzmärkten Kosten und Umsatzerlöse in derselben Währung anfallen.
Finanzierungsrisiken
Die Finanzierungsrisiken in der Automobilzulieferindustrie insgesamt sind – dies zeigen die Insolvenzen des Jahres 2010 – anhaltend hoch.
Gegenüber einer Vielzahl von Unternehmen der Branche stellt sich das Finanzierungsprofil der ElringKlinger-Gruppe als sehr solide dar. Die Finanzierung des Konzerns ist überwiegend mittel- bis langfristig ausgelegt. Ein Risiko, dass Fälligkeiten nicht bedient werden könnten, ist nicht erkennbar.
Die Konditionen für Darlehen mit variablen Zinsvereinbarungen können sich, sofern sich die wirtschaftliche Entwicklung weiter belebt und die Zinsen steigen, verschlechtern und damit das Finanzergebnis der ElringKlinger-Gruppe negativ beeinflussen. Eine Überprüfung des Risikoprofils bzw. eine Abstufung der Bonität der gesamten Branche durch die Rating-Agenturen und Geschäftsbanken könnten ebenfalls höhere Risikozuschläge und damit schlechtere Finanzierungskonditionen zur Folge haben.
In den Darlehensverträgen ist zum Teil die Einhaltung von definierten Finanzkennzahlen (Financial Covenants) vereinbart. Sie erfordern eine bestimmte Mindest-Eigenkapitalquote und legen einen maximalen Verschuldungsgrad fest. Diese Nebenbedingungen wurden 2010 eingehalten. Der ElringKlinger-Konzern liegt bei allen Kennzahlen deutlich besser als die vorgegebenen Werte.
Wesentliche oder gar bestandsgefährdende Finanzierungsrisiken sieht ElringKlinger nicht. Mit der erfolgreich durchgeführten Kapitalerhöhung im Oktober 2010 hat sich die Finanzierungsfähigkeit nochmals verbessert. Mit einer soliden Eigenkapitalquote von 52,2 %, einem starken Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit und freien Kreditlinien von Seiten der Geschäftsbanken in Höhe von mehr als 100 Mio. Euro verfügt der Konzern über ein solides Finanzierungsprofil und einen entsprechenden Wettbewerbsvorteil.
Die Finanzierung des geplanten weiteren Wachstums der Gruppe ist damit abgesichert und der Spielraum auch für größere Investitionen in den Ausbau der neuen Geschäftsfelder oder in weitere Zukäufe ist gegeben.
Lohnkostenrisiken
Die Personalkosten stellen neben den Materialkosten den größten Kostenblock im ElringKlinger-Konzern dar. Sollte sich die Dynamik bei der Lohnentwicklung erheblich erhöhen, stellt dies ein Risiko für die relative Wettbewerbsfähigkeit der ElringKlinger-Gruppe bzw. für das Erreichen der Ertragsziele dar.
Ein kurzfristiger – derzeit nicht absehbarer – Einbruch bei den Abnahmemengen der Kunden kann zu einem deutlichen Anziehen der Personalaufwandsquote führen und die Ertragslage beeinträchtigen.
Während der Krise hatte die ElringKlinger AG auf Einschnitte bei der Stammbelegschaft verzichtet und lediglich befristete Arbeitsverträge nicht verlängert. Im Zuge des starken Umsatzanstiegs im Geschäftsjahr 2010 wurde die Anzahl der befristet Beschäftigten wieder deutlich erhöht. Damit verfügt der Konzern im Falle einer unerwarteten, schnellen Abkühlung der Nachfrage über die erforderliche Flexibilität.
Die ElringKlinger AG hat sich aufgrund der verbesserten Geschäftsentwicklung und des hohen Einsatzes der Belegschaft während der Krise dazu entschlossen, die tarifvertraglich für April 2011 vereinbarten Lohnerhöhungen auf Februar 2011 vorzuziehen. Damit steigen die Lohnkosten für die tariflichen Mitarbeiter an den deutschen Standorten 2011 um 2,7 %. Weitere Lohnkostensteigerungen ergeben sich somit für 2011 nicht.
Aus dem stark wachsenden internationalen Geschäft der ElringKlinger-Gruppe ergibt sich zugleich ein in der Tendenz entlastender Effekt auf die Lohnkostenstruktur des Konzerns. Die Umsätze und Mitarbeiterzahlen in Staaten mit unter dem Gruppendurchschnitt liegendem Lohnkostenniveau, wie Asien und Südamerika, steigen in stärkerem Ausmaße. Einschränkend ist allerdings zu berücksichtigen, dass in einigen Märkten, wie China, verstärkt Lohnerhöhungsforderungen in kurzen Abständen erfolgen. Diese können zusammen mit steigender Fluktuation die Unternehmensentwicklung beeinträchtigen.
In der Gesamtschau stellt ein weiterer Anstieg der Lohnkosten einen nicht unwesentlichen Risikofaktor für die Ertragssituation dar. Steigende Löhne müssen durch die entsprechenden Effizienzsteigerungen vor allem in der Produktion ausgeglichen werden. Die geplanten Umsatzsteigerungen und der unterproportionale Anstieg bei den Beschäftigtenzahlen im Konzern bieten allerdings den Spielraum, um die Lohnkosten einzugrenzen.
Lieferantenrisiken
Der Ausfall von Schlüssellieferanten stellt auch für die ElringKlinger-Gruppe ein Risiko dar. Das Finanzierungsumfeld bleibt gerade für kleinere Lieferanten anspruchsvoll, so dass der Ausfall von Liefermengen nicht gänzlich ausgeschlossen werden kann.
Die ElringKlinger-Gruppe pflegt mit ihren Lieferanten eine enge, zumeist langfristige Zusammenarbeit. Sie sind eng in das Qualitätsmanagement- und Risikofrüherkennungssystem eingebunden, um so möglicherweise auftretende Risiken frühzeitig identifizieren zu können.
Die wesentlichen Rohstoffmengen und Vorprodukte bezieht der ElringKlinger-Konzern von internationalen Großunternehmen. Hier ist ein Ausfall der vereinbarten Liefermengen nicht zu befürchten. Auch eine Abhängigkeit von einem Einzellieferanten besteht nicht.
In den letzten Jahren wurde im Zuge der Internationalisierung und Verbreiterung der Lieferantenbasis die Anzahl der eingesetzten Lieferanten deutlich ausgeweitet. ElringKlinger verfügt für die jeweils bezogenen Materialien bzw. Vorprodukte immer über mindestens zwei qualifizierte Lieferanten.
Insgesamt sind die Risiken, die sich aus der Lieferantenstruktur auf die Wertschöpfungskette des ElringKlinger-Konzerns ergeben könnten, überschaubar.
Risiken aus Derivaten
Im ElringKlinger-Konzern werden derivative Finanzinstrumente nach sorgfältiger Prüfung der Kosten-Nutzen-Relation nur in Einzelfällen eingesetzt, um erkennbare Risiken einzugrenzen. Der Konzern nutzt Derivate ausschließlich zur Absicherung von Preisschwankungen bei Edelstahllegierungen, beispielsweise Nickel, oder von Devisen- und Zinsrisiken.
Die im Edelstahl eingesetzten Legierungen können nicht über langfristige Verträge bezogen werden. Legierungen sind börsennotiert und unterliegen damit erheblichen Preisschwankungen. Preisveränderungen fließen als variabler Zuschlagsatz mit zeitlicher Verzögerung in den Gesamtpreis für Federstahl ein.
Zum 31. Dezember 2010 verfügte der ElringKlinger-Konzern über keine Absicherungskontrakte für die benötigten Edelstahllegierungen. Sollten die Preise deutlich über die Kalkulationspreise hinaus steigen, wird der erneute Einsatz von Hedging-Kontrakten als Risikomanagement-Instrument nicht ausgeschlossen.
Zur Absicherung des Zinsänderungsrisikos hat die ElringKlinger AG Zinssicherungsgeschäfte abgeschlossen, bei denen variable Zinssätze in feste Zinssätze getauscht werden. Bezüglich weiterer Erläuterungen wird auf das Kapitel "Derivate/Finanzinstrumente" im Anhang verwiesen.
Rechtliche Risiken / Gewährleistungsrisiken
Als produzierendes Unternehmen und Zulieferer der Automobilindustrie ist ElringKlinger unter Umständen – im Verhältnis zu Umsatz und Ertrag – entsprechenden Gewährleistungs- und Haftungsrisiken ausgesetzt. Fehlerhaft gelieferte Teile können zu Austausch- und Rückrufaktionen mit hohen Kosten und Schadensersatzforderungen führen. Zur Vermeidung und Verringerung dieser Risiken bestehen entsprechende Qualitätssicherungssysteme. Weiter sind die Risiken als ein Element des Risikomanagementsystems durch Versicherungen weitgehend abgedeckt. Schließlich wird den rechtlichen Risiken, denen ElringKlinger ausgesetzt ist, durch Rückstellungen im Jahresabschluss ausreichend Rechnung getragen. Im Vergleich zum Vorjahr ergaben sich keine weiteren, größeren Risiken.
Chancen
Marktchancen: Wachstum Asiengeschäft
Mit den kräftigen Zuwächsen in der weltweiten Pkw-Produktion 2010 wurde das Vorkrisenniveau annähernd wieder erreicht. Für 2011 und die folgenden Jahre kann von einer zunehmenden Nachfrage nach Pkw und dementsprechend ansteigenden Produktionszahlen ausgegangen werden.
Sollten die positiven Prognosen der Fahrzeughersteller eintreten, bietet sich für die ElringKlinger-Gruppe eine gute Perspektive, von diesem Marktwachstum – erfahrungsgemäß überproportional – zu profitieren.
Dabei verschiebt sich die Fahrzeugnachfrage von den Triademärkten USA, Europa und Japan immer stärker in Richtung der BRIC-Märkte. Gerade in diesen Regionen hat sich ElringKlinger in den letzten Jahren mit dem Bau neuer Werke und hohen Investitionen in zusätzliche Kapazitäten besonders gut positioniert. In Brasilien ist ElringKlinger führender Hersteller bei metallischen Flachdichtungen. In Indien hat sich das Unternehmen mit einem hochmodernen Werk aufgestellt. Allein in China wurden die Produktionskapazitäten 2010 mit dem Bau zweier neuer Werke nahezu verdoppelt. Diese Region bleibt auch 2011 ein Investitionsschwerpunkt. Technologisch kommt ElringKlinger zugute, dass die meisten BRIC-Staaten und stark wachsenden ASEAN-Länder die Anforderungen der europäischen Abgasnormen Euro 4 und Euro 5 übernehmen. Damit steigen auch die Leistungsansprüche an Motor- und Abgaskomponenten in der Dichtungstechnologie und bei der thermischen Abschirmung.
Folglich bieten sich auf den zukünftig für die Automobilwirtschaft wachstumsträchtigsten Märkten gute Grundlagen für die ElringKlinger-Gruppe, die Umsätze dort mittel- und langfristig deutlich auszubauen.
Marktkonsolidierung und Akquisitionen
Infolge der Branchenkrise und der wieder stark steigenden Anforderungen an die Finanzierungsfähigkeit stieg die Zahl der Insolvenzen in der Automobilzulieferindustrie 2010 weiter an. Vereinzelt schieden Wettbewerber bereits aus dem Markt aus. Die Kreditvergabe der Banken wird im Zuge steigender Eigenkapitalanforderungen restriktiver.
Zudem sind gerade viele mittelständische Zulieferunternehmen in ihren Fertigungsstrukturen nicht global aufgestellt. Da viele Motorplattformen zunehmend als Weltmotoren konzipiert und in mehreren Regionen der Welt gleichzeitig gefertigt werden, setzen die Fahrzeughersteller die globale Produktions- und Lieferfähigkeit auf Seiten des Zulieferers voraus. Bei einigen eigentümergeführten Unternehmen der Branche stellt sich die Frage der Nachfolge und Betriebsweiterführung.
Unter diesen Rahmenbedingungen ist davon auszugehen, dass sich die Konsolidierung der Zulieferindustrie beschleunigt fortsetzt. Für die ElringKlinger-Gruppe könnten sich damit weitere Zukaufsmöglichkeiten zu vertretbaren Preisen ergeben, um die Marktposition in einigen Geschäftsbereichen weiter auszubauen oder neue regionale Märkte mit hoher Wachstumsperspektive schneller zu entwickeln. Während der Dichtungsbereich mit der Übernahme der Freudenberg-Sparte Metallische Flachdichtungen durch ElringKlinger weitgehend konsolidiert wird, könnten sich für die anderen Geschäftsbereiche durchaus interessante Opportunitäten ergeben.
Darüber hinaus besteht in diesem Umfeld die Chance, gezielte Akquisitionen als technologische Ergänzung der eigenen Kompetenzen – zum Beispiel rund um das Thema neue Antriebstechnologien – zu tätigen.
Da sämtliche Geschäftsbereiche des ElringKlinger-Konzerns organisch wachsen, besteht kein zeitlicher Druck für Übernahmen. Bei der Einschätzung möglicher Akquisitionen steht nicht die erzielbare Umsatzausweitung, sondern das Potenzial, die Profitabilität auf das Gruppenniveau zu steigern, im Vordergrund.
Finanzierung
Die Produktionsmengen haben 2010 weiter deutlich angezogen und führen in der Automobilzulieferindustrie zu einem starken Anstieg des Mittelbedarfs für die Vorfinanzierung der benötigten Rohstoffe und Materialien. Zudem erhöht sich tendenziell das in den Forderungen gebundene Kapital. Zusammen mit verschärften Kreditbedingungen der Banken und einer in der Branche häufig unauskömmlichen Ertragslage sind Liquiditätsengpässe nicht auszuschließen, die in nicht wenigen Fällen zur Insolvenz des Unternehmens führen. Daraus könnte sich für ElringKlinger der Vorteil ergeben, dass Wettbewerber aus dem Markt ausscheiden oder nicht im erforderlichen Maß in der Lage sind, in Forschung und Entwicklung bzw. produktivitätsverbessernde Maßnahmen zu investieren.
Gerade für die Entwicklung neuer Antriebstechnologien sind ein hohes Maß an Forschungs- und Entwicklungsleistungen sowie Investitionen für die Entwicklung und Herstellung neuer Produkte gefordert, die die entsprechende Finanzstärke voraussetzen.
Zudem ist zu beobachten, dass die Fahrzeughersteller bei der Vergabe neuer Projekte seit der Krise besonders stark auf die Finanzkraft der Zulieferer achten. Die langfristige Lieferfähigkeit des Zulieferers, um eine mögliche Unterbrechung der Lieferkette zu vermeiden, steht im Vordergrund.
ElringKlinger hat sich mit der im Oktober 2010 erfolgreich durchgeführten Kapitalerhöhung weiteren finanziellen Spielraum verschafft und verfügt im Wettbewerbsvergleich über eine besonders stabile Vermögens-, Finanz- und Ertragslage, die eine im Branchenvergleich kostengünstigere Refinanzierung ermöglicht.
Daraus ergibt sich für den ElringKlinger-Konzern die Chance, als langfristiger Technologiepartner der Fahrzeughersteller zusätzliche Aufträge zu erhalten, die Marktanteile auszubauen und bei Neuentwicklungen im Bereich der E-Mobility entsprechend berücksichtigt zu werden.
Technologie und Klimawandel
CO 2 -Reduzierung
Der Klimawandel und die sich daraus ergebenden vielschichtigen Probleme werden weltweit intensiv diskutiert. Die Verringerung des Treibhausgases CO2 stellt insbesondere für die Automobilindustrie das derzeit wohl wichtigste Ziel dar. Die zulässigen Schwellenwerte werden in den kommenden Jahren sowohl in Europa (95 g/km bis 2020) als auch in den USA (162 g/km bis 2016) signifikant nach unten gesetzt.
Zahlreiche Schwellenländer – allen voran China – führen zudem eine deutlich schärfere Emissionsgesetzgebung in Bezug auf den Ausstoß von Stickoxiden, Kohlenmonoxiden und Kohlenwasserstoffverbindungen ein, die sich an den anspruchsvollen europäischen Euro-Normen ausrichtet.
Mit seinem auf die Verbrauchsverringerung und Emissionsreduzierung ausgerichteten Produktportfolio bieten sich für ElringKlinger gute Möglichkeiten, die vorhandenen Marktanteile auszubauen und mit neuen Produkten und Anwendungen stärker als der Markt zu wachsen.
Da reine Elektrofahrzeuge trotz des erwarteten Wachstums zunächst in erster Linie eine Nischenanwendung für die großen Ballungsräume darstellen werden, bleibt der Verbrennungsmotor auf absehbare Zeit das dominierende Antriebsaggregat. Der Verbrennungsmotor wird durch Downsizing weiter verbrauchsoptimiert. Durch diesen technologischen Trend ergeben sich für ElringKlinger weitere Chancen, aus einer höheren Ausstattungsrate mit ElringKlinger-Komponenten und zusätzlichen neuen Produkten, zum Beispiel im Bereich Turboladerabdichtung, Nutzen zu ziehen.
Hybridisierung / Elektromobilität
In den nächsten Jahren wird ein Großteil der Fahrzeughersteller den Antriebsstrang hybridisieren, das heißt, der Verbrennungsmotor wird mit einem Elektromotor kombiniert. Nahezu jeder Fahrzeughersteller bringt mehrere Hybridplattformen auf den Markt. Analysten erwarten, dass bis 2025 fast jedes zweite Neufahrzeug als sogenanntes Mild-, Micro- oder Plug-in-Hybrid ausgeliefert wird. Ziel ist es auch hierbei, die spezifischen Flottenverbrauchswerte der Hersteller zu reduzieren und damit den CO2-Ausstoß zu senken. Gleichzeitig wird das Hybrid-Fahrzeug zunehmend zum Zeitgeistfaktor für Fahrzeugkäufer, die bereit sind, die technologiebedingt höheren Preise zu akzeptieren. Geplante oder bereits in der Umsetzung befindliche Fördermodelle zahlreicher Staaten sind geeignet, den Trend zum Kauf eines Hybridfahrzeugs zu verstärken.
ElringKlinger kann seine bereits vorhandenen, technologischen Kompetenzen nutzen, um im Hybrid zusätzliche neue Teile wie Zellverbinder, Trennbleche oder Druckausgleichskomponenten für die eingesetzten Lithium-Ionen-Batterien bzw. Elektromotoren zu liefern. Vor allem mit den neuen Produkten im Batteriebereich sieht der Konzern damit gute Chancen, den Umsatz je Fahrzeug zukünftig deutlich zu erhöhen.
Beurteilung der Gesamtrisikolage
Die Instrumente für die Risikofrüherkennung innerhalb des Risikomanagementsystems der ElringKlinger-Gruppe haben sich in der Krise bewährt. Der Konzern ist mit schnellen Strukturanpassungen erfolgreich durch die schwierige Zeit gekommen und hat den anschließenden dynamischen Aufschwung mit hoher Flexibilität in steigende Umsätze und Erträge umsetzen können.
Mit ihrer nachhaltigen Investitionspolitik und über dem Branchendurchschnitt liegenden Aufwendungen in die Forschung und Entwicklung, hat sich die ElringKlinger-Gruppe sowohl mit einer starken Produkt-Pipeline als auch mit einer nochmals verbesserten Produktivität gegenüber dem Wettbewerb Vorteile gesichert.
Trotz der inzwischen wieder deutlich verbesserten Marktsituation und einer weltweit stabileren konjunkturellen Entwicklung bergen die hohe Staatsverschuldung, Währungskursschwankungen und mögliche Spätfolgen der Finanzkrise in den USA ein latentes Risikopotenzial. Daraus ergeben sich immer noch nicht zu unterschätzende Unwägbarkeiten für die Planung und Prognose der weiteren Geschäftsentwicklung.
Insgesamt kann jedoch festgestellt werden, dass die Risiken für die Branche und das Unternehmen gegenüber 2009 abgenommen haben. Risiken, die allein oder in Verbindung mit anderen Faktoren den Fortbestand der ElringKlinger-Gruppe gefährden könnten, sind derzeit nicht ersichtlich.
Im Zusammenspiel mit den Produktentwicklungen und neuen Technologien bietet die Finanzstärke des Konzerns auch zukünftig das Potenzial – gemessen an der Fahrzeugproduktion – stärker als der Markt wachsen und sich aus der voran schreitenden Branchenkonsolidierung ergebende Chancen aktiv nutzen zu können.
Prognosebericht
Ausblick Markt und Branche - Wirtschaftserholung setzt sich fort
Das Wachstumstempo der Weltwirtschaft wird sich 2011 im Vergleich zu 2010 abschwächen. Dennoch wird ein Anstieg der wirtschaftlichen Leistung um 4,3 % erwartet.
Für die deutsche Wirtschaft stehen die Chancen gut, dass sich der Aufschwung des Vorjahres 2011 fortsetzt. War die Entwicklung 2010 hauptsächlich exportgetrieben, so kommt mittlerweile eine steigende Nachfrage aus dem Inland hinzu. Das Bruttoinlandsprodukt wird voraussichtlich um 2,1 % steigen. Damit dürfte Deutschland das beste Wachstum in Europa erreichen.
In der Eurozone entwickeln sich starke und schwache Volkswirtschaften weiter auseinander. Vor allem in Südeuropa belasten hohe Haushaltsdefizite und Staatsschulden das Wachstum. Insgesamt wird für die Eurozone für 2011 ein Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um 1,4 % prognostiziert. Dagegen werden für die meisten osteuropäischen Staaten für das laufende Jahr Wachstumsraten von durchschnittlich 4 % erwartet. Das BIP-Wachstum im größten osteuropäischen Markt, Russland, wird angesichts steigender Öl- und Gaspreise auf 4,3 % geschätzt. In der mittlerweile sechstgrößten Volkswirtschaft Europas, der Türkei, wird sich das Bruttoinlandsprodukt voraussichtlich um 4,2 % erhöhen.
Die US-Wirtschaft wird 2011 an die konjunkturelle Belebung des Vorjahres anknüpfen. Als belastend erweisen sich aber weiterhin die hohe Arbeitslosigkeit, die anhaltende Schwäche des Immobiliensektors sowie die damit verbundenen Risiken für den Finanzsektor. Insgesamt kann in den Vereinigten Staaten mit einem Wachstum zwischen 2,5 % und 3,0 % gerechnet werden.
In den Staaten Lateinamerikas wird sich die Wirtschaft weiterhin solide entwickeln. Brasilien wächst 2011 voraussichtlich um 4,9 %.
Wie bereits in den Vorjahren, werden die asiatischen Schwellenländer erneut die stärksten Wachstumsraten ausweisen. Allerdings wird sich die Dynamik in dieser Region im Vergleich zum Vorjahr etwas abschwächen. Die Volksrepublik China bremst die bisher stark expansive Wirtschaftspolitik gezielt ab und wird damit gedämpfter wachsen als bisher. Mit einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um 8,8 % (10,1 %) wird sich der konjunkturelle Aufschwung in China aber auch 2011 fortsetzen. Der nach China wichtigste Einzelmarkt der Region, Indien, wird sich – unterstützt von staatlichen Investitionsmaßnahmen und anziehenden privaten Ausgaben – ebenfalls kraftvoll weiter entwickeln. Im Jahr 2011 soll die indische Wirtschaft um 8,0 % zulegen. Dagegen fällt der Ausblick auf 2011 für Japan weniger erfreulich aus. Es ist davon auszugehen, dass sich die japanische Wirtschaftsleistung nur noch um 1,1 % (3,5 %) erhöht.
Trotz vorhandener Risiken bieten die konjunkturellen Perspektiven und die in vielen Schwellenländern steigenden verfügbaren Einkommen eine solide Basis dafür, dass sich der Aufschwung des globalen Automobilgeschäfts 2011 fortsetzt.
Weltweite Pkw-Produktion und -Nachfrage steigen weiter – aber moderater
Nachdem die weltweite Pkw-Produktion 2010 mit großer Dynamik wieder nahezu das Vorkrisenniveau erreicht hat, ist auf diesem hohen Niveau jetzt eine normale Marktentwicklung zu erwarten. Für die Automobilindustrie wird es 2011 zwar weiter aufwärts gehen, allerdings wird sich das Wachstumstempo im Vergleich zu 2010 abschwächen. Die globale Nachfrage sehen die führenden Marktforschungsinstitute 2011 bei 72,6 Mio. Pkw. Somit steigen die Verkaufszahlen gegenüber dem Vorjahr um rund 2,9 Mio. Pkw. Parallel dazu wird auch die globale Pkw-Produktion 2011 weiter zulegen. Es wird erwartet, dass 2011 weltweit 6,2 % mehr Pkw gefertigt werden als 2010.
Die BRIC-Länder und Schwellenländer bleiben auch 2011 die Wachstumsträger der globalen Automobilwirtschaft. Vor allem der Anteil der asiatischen Märkte am globalen Automobilgeschäft nimmt spürbar zu. Neben China und Indien spielen hier die ASEAN-Staaten wie Malaysia, Thailand, Philippinen und Vietnam eine immer wichtigere Rolle.
Für den europäischen Automobilmarkt erwartet ElringKlinger dagegen ein weitgehend stagnierendes Niveau. Sowohl der Absatz als auch die Produktionszahlen werden die Werte von 2010 nicht wesentlich übertreffen.
Für Deutschland, den größten Fahrzeugmarkt in Europa, stehen die Zeichen für 2011 auf Wachstum. Die Pkw-Absatzzahlen dürften, getragen von den positiven Konjunkturaussichten, erstmals seit 2009 wieder steigen. Erwartet wird ein Pkw-Absatz von 3,1 (2,9) Mio. Fahrzeugen. Die inländische Produktion wird wie bereits im Vorjahr von der starken Auslandsnachfrage profitieren und sollte mit 5,8 (5,6) Mio. Pkw einen neuen Rekordwert erreichen.
Die Erholung des nordamerikanischen Fahrzeugmarkts wird sich 2011 fortsetzen - mit allerdings deutlich abgeschwächtem Tempo verglichen mit 2010. Nach der starken Zunahme der Fahrzeugproduktion in 2010 geht ElringKlinger derzeit davon aus, dass, angesichts der anhaltend hohen Arbeitslosigkeit und der angespannten wirtschaftlichen Situation vieler Konsumenten in den USA die weiteren Zuwächse 2011 nur moderat ausfallen werden. Demnach bewegen sich die Zulassungs- und Produktionszahlen in Nordamerika weiterhin deutlich unter den Vor-Krisen-Werten von rund 17 Mio. verkauften und 15 Mio. produzierten Fahrzeugen. Mittelfristig sollten allerdings das hohe durchschnittliche Fahrzeugalter sowie die seit Jahren über den Neuwagenkäufen liegenden Verschrottungsraten eine weitere Marktbelebung bewirken.
Der brasilianische Automobilmarkt wird nach den starken Wachstumsraten der letzten Jahre von dem erreichten hohen Niveau moderat wachsen. Bei den Neuzulassungen wird für 2011 mit einem Anstieg um 3,7 % gerechnet.
Der mittel- bis langfristige Wachstumstrend im chinesischen Automobilmarkt zeigt sich auch 2011 in Takt, obgleich das Wachstumstempo angesichts des Booms der letzten Jahre in geregelteren Bahnen verlaufen wird. Trotz angekündigter Zulassungsbeschränkungen in einigen großen städtischen Ballungsgebieten, wie Peking, spricht für das anhaltende Wachstum auf dem mittlerweile größten Pkw-Markt der Welt, dass die Pkw-Marktdurchdringung in China mit gerade einmal 23 Fahrzeugen je 1.000 Einwohner extrem niedrig ist. ElringKlinger erwartet sowohl bei den Neuzulassungen als auch bei der Fahrzeugproduktion ein Wachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich. Es erscheint wahrscheinlich, dass die chinesische Produktion im Jahr 2011 17,9 Mio. Pkw und leichte Nutzfahrzeuge erreichen wird.
Der indische Fahrzeugmarkt wird mit einem prognostizierten Anstieg bei den Produktionszahlen von 19,9 % und einer Zunahme der Neuzulassungen um 17,0 % 2011 weiterhin dynamisch wachsen. Die Neuzulassungen auf dem japanischen Markt hingegen werden 2011 aufgrund der ausgelaufenen staatlichen Kaufanreize für Neufahrzeuge und wegen der unsicheren konjunkturellen Entwicklung Japans um rund 2 % fallen.
Der ElringKlinger-Konzern geht für 2011 von einem weiteren Zuwachs der Weltfahrzeugproduktion von insgesamt 2 bis 3 % aus.
Aufwärtsentwicklung im Nutzfahrzeugsektor setzt sich fort
Die stetige Erholung der weltweiten Nutzfahrzeugmärkte nach den dramatischen Einbrüchen in der Krise wird sich 2011 fortsetzen. Das Vorkrisenniveau wird aber voraussichtlich weder in Nordamerika noch in Europa schon 2011 wieder erreicht werden.
Der globale Absatz von schweren Lkw über 6 Tonnen soll 2011 um 8,0 % auf 3,0 Mio. Einheiten zunehmen. Die deutschen Lkw-Hersteller rechnen mit einem Produktionsanstieg um bis zu 25 %. Im Zuge der anziehenden Konjunktur und steigenden Transportkilometerleistungen zeigt sich die Nachfrageentwicklung in ganz Europa solide. Demnach wird der Markt für schwere Lkw in Europa 2011 um rund 10,0 % wachsen.
Auch der US-Markt für schwere Lkw wird im gleichen Zeitraum mit einem Anstieg um ebenfalls10,0 % auf 220.000 Fahrzeuge weitere Zuwächse erzielen können.
Da ElringKlinger rund 12 % seiner Umsatzerlöse mit Komponenten für Lkw erzielt, wird sich der Aufwärtstrend im Nutzfahrzeugsektor positiv auf den Konzern auswirken. Mit dem Bau des neuen Werks für Kunststoffgehäusemodule erweitert die ElringKlinger-Gruppe gleichzeitig das Produktprogramm und die Kapazitäten in diesem Bereich.
Ausblick Unternehmen
Wettbewerb und Preissituation
Das Branchenumfeld wird auch 2011 von Wettbewerbsdruck geprägt sein. Aufgrund der hohen technologischen Hürden und der Kapitalintensität der Produktion im Kerngeschäft von ElringKlinger können Markteintritte von potenziellen neuen Wettbewerbern ausgeschlossen werden. Der Preisdruck im Erstausrüstungsgeschäft bewegt sich zwischenzeitlich wieder auf Vorkrisenniveau. Trotz zunehmender Branchenkonsolidierung und immer höherer Forschungs- und Entwicklungsbeiträge der Zulieferer zeichnet sich für 2011 keine spürbare Entspannung ab.
Investitionen in E-Mobility und Leichtbau
Nach 127,3 Mio. Euro in 2010 plant der ElringKlinger-Konzern für 2011 Investitionen in Gebäude und Sachanlagen in Höhe von rund 95 Mio. Euro. Diese Investitionen resultieren aus der Vielzahl von Produktneuanläufen - auch aus dem Bereich Neue Geschäftsfelder. Zusätzliche Investitionen könnten sich bei weiterem positivem Verlauf des Projekts in 2011 aus der Beschaffung von Fertigungsanlagen zur Beschichtung von Dieselpartikelfiltern ergeben.
Am Standort Dettingen/Erms baut ElringKlinger die Fertigung für die Produktion von Zellkontaktiersystemen für Lithium-Ionen-Batterien auf und führt in einem neuen E-Mobility-Kompetenzzentrum die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten auf dem Gebiet der Batterie-und Brennstoffzellentechnologie zusammen. Dafür sind insgesamt Investitionen in Höhe von rund 20 Mio. Euro vorgesehen.
Ebenfalls am Standort Dettingen/Erms wird 2011 mit einem Investitionsvolumen von mehr als 20 Mio. Euro ein großes neues Werk für die Herstellung von gewichtsreduzierten Kunststoffgehäusemodulen errichtet.
In vollautomatischen Produktionsprozessen werden dort unter anderem Ventilhaubenmodule und Ölwannensysteme überwiegend für die europäische Nutzfahrzeugindustrie gefertigt.
Für Rationalisierungs- und Automatisierungsprojekte an den übernommenen Standorten der Freudenberg-Gruppe in Frankreich, Italien und Deutschland sind rund 15 Mio. Euro geplant.
Investitionsschwerpunkte bleiben die stark wachsenden asiatischen Standorte im Konzern. Der Standort Suzhou im Süden Chinas wird weiter ausgebaut und zukünftig auch gewichtsreduzierte Kunststoffgehäusemodule sowie PTFE-Komponenten fertigen. Auch in Korea und Japan sind Erweiterungsinvestitionen vorgesehen.
Auftragseingang weiterhin solide
Die Auftragseingänge nahmen 2010 deutlich zu und lagen auch im vierten Quartal über 200 Mio. Euro. Gegenüber dem bereits soliden Vorjahresvergleichsquartal stieg der Auftragseingang in diesem Zeitraum um 31,5 % auf 227,3 (172,8) Mio. Euro.
Im Gesamtjahr übertrafen die Bestellungen der Kunden das Vorjahresniveau um 44,7 % und erreichten 886,6 (612,9) Mio. Euro.
Der Auftragsbestand der ElringKlinger-Gruppe lag am 31. Dezember 2010 bei 333,1 (242,2) Mio. Euro und damit 37,5 % über dem Vergleichswert des Vorjahres.
Insgesamt liegt die Beauftragung weiterhin auf hohem Niveau und stellt eine gute Ausgangsbasis für das Erreichen der Umsatz- und Ertragsziele des ElringKlinger-Konzerns dar. Der Auftragseingang der ersten beiden Monate 2011 lässt eine anhaltend solide Nachfrage vermuten.
Prognose Umsatz- und Ertragslage 2011 und 2012
Ergebnissituation bleibt solide
Die Ertragslage der ElringKlinger-Gruppe hat sich im Geschäftsjahr 2010 weiter verbessert. Maßgeblich dafür waren sowohl die in der Krise realisierten nachhaltigen Kosteneinsparungen als auch die fortgesetzten Effizienzsteigerungen in den Fertigungsprozessen. Auch 2011 kann die ElringKlinger-Gruppe von den schlanken Strukturen und einer voraussichtlich weiter steigenden Auslastung profitieren.
Die Visibilität der Beauftragung durch die Kunden und die Planbarkeit der von den Fahrzeugherstellern abgerufenen Stückzahlen haben sich im Vergleich zu den Krisenzeiten wieder spürbar verbessert. Es bleiben aber die konjunkturellen Unwägbarkeiten, die sich mittelbar auf die Branche auswirken und zu entsprechenden Schwankungen der von den Kunden abgerufenen Liefermengen führen können.
Die Lagerbestände der Fahrzeughersteller haben sich gegenüber 2009 wieder erhöht. Sie befinden sich derzeit aber noch nicht auf einem zu hohen Niveau.
Sollte sich das Wachstum der Weltwirtschaft weiter beschleunigen, ist nicht auszuschließen, dass die anhaltend hohe Nachfrage nach Rohstoffen und Komponenten bei der Materialverfügbarkeit zu Engpässen führt sowie einen weiteren Anstieg der Materialpreise bedingt. Seit den im Frühjahr 2009 erreichten Tiefständen haben die Materialpreise bereits wieder spürbar angezogen. Weitere Preissteigerungen sind auch angesichts der wieder aktiven Spekulanten an den Rohstoffmärkten nicht auszuschließen. ElringKlinger versucht, Preissteigerungen durch langfristige Lieferverträge, weiter verbrauchsoptimierte Produktionsverfahren und Effizienzsteigerung in der Fertigung zu kompensieren. Materialpreissteigerungen müssen teilweise an die Kunden weitergegeben werden. Eine Absicherung der Edelstahllegierungen durch Derivative besteht derzeit nicht, wird aber bei weiterem Anstieg in Erwägung gezogen.
Die Verwaltungskosten werden sich 2011 gegenüber dem Vorjahr nur unwesentlich erhöhen.
Bei den Personalkosten ist mit einem insgesamt moderaten Anstieg zu rechnen. In Deutschland hat der ElringKlinger-Konzern die für 01. April 2011 vorgesehene Tariferhöhung von 2,7 % entsprechend einer Regelung im Tarifvertrag auf 01. Februar 2011 vorgezogen.
Weitere Zuwächse bei Umsatz und Ergebnis geplant
Auf Basis der dargestellten allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung und der in den Fahrzeugmärkten zu erwartenden Zuwächse geht ElringKlinger derzeit für 2011 von einem organischen Umsatzanstieg von 5 bis 7 % aus. Der größte Teil der Zuwächse wird dabei von den Tochter- und Beteiligungsgesellschaften der ElringKlinger AG erbracht.
Hinzu kommt ein Umsatzbeitrag aus der Konsolidierung des übernommenen Bereichs Metallische Flachdichtungen der Freudenberg-Gruppe in Höhe von voraussichtlich 49 Mio. Euro.
Durch Einbeziehung der Sparte Metallische Flachdichtungen der Freudenberg-Gruppe in den Konsolidierungskreis des ElringKlinger-Konzerns ergibt sich für das Gesamtjahr 2011 – aufgrund der derzeit noch spürbar unter dem Gruppendurchschnitt liegenden operativen Marge der Sparte ein temporärer Verwässerungseffekt auf die operative Marge des Konzerns. Diese wird in 2011 voraussichtlich bei 0,6 bis 0,8 Prozentpunkten liegen. Mit den bereits in Umsetzung befindlichen Integrationsmaßnahmen sowie umfassender Automatisierung und Prozessangleichung soll die operative Marge des akquirierten Geschäfts bis Jahresende 2011 sukzessive auf 10 % verbessert werden. Ziel ist es – vergleichbar dem Zeitstrang bei der Integration der Schweizer SEVEX-Gruppe in 2008 – die ehemaligen Freudenberg-Standorte in 2012 an das Niveau der ElringKlinger-Gruppe heranzuführen.
Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern des Konzerns soll sich 2011 trotz der beschriebenen Verwässerung, zahlreicher, im Anlaufstadium befindlicher Produkte und tendenziell steigender Materialpreise insgesamt überproportional zum geplanten Umsatzanstieg entwickeln und um 15 bis 25 % wachsen.
Im Segment Erstausrüstung geht ElringKlinger auf der Basis der absehbaren Kundenbeauftragung sowie der bereits beschriebenen, erwarteten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und einer moderat anziehenden Pkw-Produktion 2011 von einem weiteren Anstieg beim Umsatz und beim Ergebnis aus.
Dabei entfällt der größte Teil der im Konzern für 2011 geplanten organischen Umsatz- und Ergebniszuwächse auf dieses Segment. Der zusätzliche Umsatzbeitrag aus der Einbeziehung des Bereichs Metallische Flachdichtungen der Freudenberg-Gruppe erfolgt nahezu vollständig in der Erstausrüstung.
Auch für das Segment Ersatzteile werden, vor dem Hintergrund des hohen Fahrzeugalters in wichtigen Märkten und eines weiteren Ausbaus des Produktsortiments, Steigerungen bei Umsatz und Ergebnis erwartet.
Im Segment Kunststofftechnik geht ElringKlinger angesichts der zahlreichen neuen Projekte und des Ausbaus des China-Geschäfts bei anhaltend solider konjunktureller Entwicklung für 2011 ebenfalls von steigenden Umsatzerlösen aus. Beitragen wird auch das neu eingerichtete Vertriebsbüro bei der ElringKlinger Automotive Components (India) Pvt. Ltd., Ranjangaon, Indien, das das gesamte Produktportfolio des Segments Kunststofftechnik in Indien vertreiben wird. Das Segmentergebnis soll sich mindestens proportional zum Umsatzwachstum entwickeln, ist allerdings abhängig von der weiteren Entwicklung der Rohstoffpreise für PTFE.
Für das Geschäftsjahr 2012 und auch mittelfristig ist die ElringKlinger-Gruppe mit zahlreichen Produktneueinführungen im Bereich der klassischen Produkte und bei den neuen Komponenten im Bereich der Batterietechnologie gut aufgestellt, um ein jährliches organisches Umsatzwachstum von 5 bis 7 % zu erreichen. Das Ergebnis soll sich dabei mindestens proportional entwickeln. Bis 2012 plant der Konzern, die vor der Krise erzielte EBIT-Marge von 16 bis 18 % wieder zu erreichen.
Finanzierungsbedarf gedeckt
Die Erlöse aus der Kapitalerhöhung 2010 tragen wesentlich zur Finanzierung des Erwerbs der Sparte Metallische Flachdichtungen der Freudenberg-Gruppe bei. Die beschriebenen Investitionsvorhaben in 2011 werden ebenfalls maßgeblich mit diesen Mitteln finanziert. Der momentan absehbare Finanzierungsbedarf der Gruppe ist damit gedeckt und dem Unternehmen stehen noch Finanzierungsreserven zur Verfügung, um bei sich bietender Gelegenheit und vertretbarem Kaufpreis die Chance für weiteres, gezieltes externes Wachstum nutzen zu können.
Der geplante Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit des ElringKlinger-Konzerns wird 2011 und 2012 die derzeit vorgesehenen Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen voraussichtlich übersteigen. Damit kann der absehbare Finanzbedarf der Gruppe aus der Innenfinanzierung bedient werden.
Zudem verfügt die ElringKlinger-Gruppe über zusätzlichen Spielraum im Rahmen der bei verschiedenen Bankinstituten vorhandenen Kreditlinien.
Abbau der Nettoverschuldung
Die infolge der Kapitalerhöhung im vierten Quartal 2010 spürbar reduzierte Nettofinanzverschuldung in Höhe von 98,1 Mio. Euro wird sich, bedingt durch die Auszahlungen für die Akquisition des Bereichs Metallische Flachdichtungen der Freudenberg-Gruppe und die beschriebenen Investitionen sowie aufgrund der Dividendenzahlung, in der ersten Jahreshälfte 2011 erhöhen. Ab der zweiten Jahreshälfte und für das Jahr 2012 geht der ElringKlinger-Konzern wieder von einer Reduzierung der Nettofinanzverschuldung aus.
Insgesamt ist die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der ElringKlinger-Gruppe als sehr solide einzustufen. Der Konzern befindet sich damit in einer guten Ausgangsposition, um die gesteckten mittel- und langfristigen Unternehmensziele zu erreichen.
Nachtragsbericht
Nach Abschluss der Berichtsperiode haben sich, neben dem bereits erwähnten Vollzug des Erwerbs des Bereichs Metallische Flachdichtungen der Freudenberg Gruppe mit Wirkung zum 1. Januar 2011, keine weiteren wesentliche und berichtspflichtige Ereignisse ergeben.
Dettingen/Erms, den 16. März 2011
Der Vorstand
Dr. Stefan Wolf
Theo Becker
Karl Schmauder
Konzern-Gewinn- und -Verlustrechnung
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| in TEUR | Anhang | 2010 | 2009 |
|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | (1) | 795.657 | 579.329 |
| Umsatzkosten | (2) | -556.126 | -426.320 |
| Bruttoergebnis vom Umsatz | 239.531 | 153.009 | |
| Vertriebskosten | (3) | -54.292 | -46.480 |
| Allgemeine Verwaltungskosten | (4) | -31.442 | -23.861 |
| Forschungs- und Entwicklungskosten | (5) | -43.706 | -35.684 |
| Sonstige betriebliche Erträge | (6) | 11.578 | 28.245 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | (7) | -5.635 | -11.941 |
| Operatives Ergebnis | 116.034 | 63.288 | |
| Finanzerträge | 14.716 | 9.800 | |
| Finanzaufwendungen | -36.780 | -23.697 | |
| Finanzergebnis | (8) | -22.064 | -13.897 |
| Ergebnis vor Ertragsteuern | 93.970 | 49.391 | |
| Ertragsteueraufwendungen | (9) | -25.359 | -14.556 |
| Periodenergebnis | 68.611 | 34.835 | |
| davon: Gewinne, die auf Minderheitsanteile entfallen | (20) | 2.994 | 1.613 |
| davon: Ergebnisanteil der Aktionäre der ElringKlinger AG | (20) | 65.617 | 33.222 |
| unverwässertes und verwässertes Ergebnis je Aktie in EUR | (10) | 1,11 | 0,58 |
Konzern-Gesamtergebnisrechnung
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| 2010 | 2009 | ||
|---|---|---|---|
| Periodenergebnis | 68.611 | 34.835 | |
| Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung | 23.123 | 6.560 | |
| Versicherungsmathematische Verluste aus Pensionszusagen, | |||
| netto nach Steuern | -2.902 | -4.375 | (*) |
| Direkt im Eigenkapital erfasste Veränderungen | 20.221 | 2.185 | |
| Gesamtergebnis | 88.832 | 37.020 | |
| davon: Minderheitsanteile am Gesamtergebnis | 3.533 | 1.594 | |
| davon: Anteil der Aktionäre der ElringKlinger AG am Gesamtergebnis | 85.299 | 35.426 |
(*) Vorjahreszahlen angepasst, siehe Erläuterungen im Konzernanhang
Konzernbilanz
Aktiva
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| in TEUR | Anhang | 31.12.2010 | 31.12.2009 | 1.1.2009 | |
|---|---|---|---|---|---|
| Langfristige Vermögenswerte | |||||
| Immaterielle Vermögenswerte | (11) | 91.460 | 89.184 | 86.542 | |
| Sachanlagen | (12) | 449.494 | 386.178 | 360.426 | |
| Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien | (13) | 26.094 | 27.400 | 28.588 | |
| Finanzielle Vermögenswerte | (14) | 1.547 | 1.610 | 1.592 | |
| Langfristige Ertragsteuererstattungsansprüche | (15) | 3.409 | 4.323 | 4.764 | |
| Sonstige langfristige Vermögenswerte | (15) | 1.758 | 782 | 703 | |
| Latente Steueransprüche | (9) | 18.749 | 15.164 | 15.248 | (*) |
| 592.511 | 524.641 | 497.863 | |||
| Kurzfristige Vermögenswerte | |||||
| Vorräte | (16) | 138.649 | 101.468 | 129.784 | |
| Forderungen aus Lieferungen und | |||||
| Leistungen | (17) | 138.195 | 106.761 | 98.032 | |
| Kurzfristige Ertragsteuererstattungsansprüche | (17) | 1.658 | 2.387 | 8.728 | |
| Sonstige kurzfristige Vermögenswerte | (17) | 9.175 | 9.264 | 9.799 | |
| Zahlungsmittel | (18) | 101.190 | 25.580 | 19.741 | |
| 388.867 | 245.460 | 266.084 | |||
| 981.378 | 770.101 | 763.947 | |||
| Passiva | |||||
| Anhang | 31.12.2010 | 31.12.2009 | 1.1.2009 | ||
| Eigenkapital | |||||
| Gezeichnetes Kapital | 63.360 | 57.600 | 57.600 | ||
| Kapitalrücklage | 118.238 | 2.747 | 2.747 | ||
| Gewinnrücklagen | 304.148 | 250.051 | 225.469 | ||
| Übrige Rücklagen | 11.247 | -7.489 | -9.693 | (*) | |
| Den Aktionären der ElringKlinger AG | |||||
| zustehendes Eigenkapital | (19) | 496.993 | 302.909 | 276.123 | |
| Minderheitsanteile am Eigenkapital | (20) | 15.340 | 13.166 | 14.942 | (*) |
| 512.333 | 316.075 | 291.065 | |||
| Langfristige Verbindlichkeiten | |||||
| Rückstellungen für Pensionen | (21) | 66.645 | 61.837 | 55.014 | (*) |
| Langfristige Rückstellungen | (22) | 10.378 | 6.015 | 5.461 | |
| Langfristige Finanzverbindlichkeiten | (23) | 122.359 | 164.269 | 150.148 | |
| Latente Steuerschulden | (9) | 34.686 | 31.633 | 30.936 | |
| Sonstige langfristige Verbindlichkeiten | (24) | 34.313 | 37.356 | 27.369 | |
| 268.381 | 301.110 | 268.928 | |||
| Kurzfristige Verbindlichkeiten | |||||
| Kurzfristige Rückstellungen | (22) | 10.721 | 10.651 | 22.915 | |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | (24) | 46.405 | 35.712 | 33.269 | |
| Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten | (23) | 76.876 | 56.234 | 108.029 | |
| Steuerschulden | (9) | 10.440 | 9.051 | 5.867 | |
| Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten | (24) | 56.222 | 41.268 | 33.874 | |
| 200.664 | 152.916 | 203.954 | |||
| 981.378 | 770.101 | 763.947 |
(*) Vorjahreszahlen angepasst, siehe Erläuterungen im Konzernanhang
Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung
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| Übrige Rücklagen | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Gezeichnetes Kapital TEUR |
Kapitalrücklage TEUR |
Gewinnrücklagen TEUR |
Gewinnrücklage aus SoRIE / OCI TEUR |
EK-Effekte aus beherrschenden Anteilen TEUR |
Unterschiedsbeträge aus der Währungsum- rechnung TEUR |
|
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Anhang | (19) | (30) | (30) | (19) | ||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Stand am 31.12.2008 | 57.600 | 2.747 | 225.469 | 0 | 0 | -12.557 |
| Änderung Bilanzierung Pensionen | 2.864 | |||||
| Stand am 01.01.2009 | 57.600 | 2.747 | 225.469 | 2.864 | 0 | -12.557 |
| Kapitalerhöhung | ||||||
| Dividendenausschüttung | -8.640 | |||||
| Änderungen des Konsolidierungskreises | ||||||
| Gesamtergebnis | 33.222 | -4.274 | 6.478 | |||
| Periodenergebnis | 33.222 | |||||
| Direkt im EK erfasste Veränderungen | -4.274 | 6.478 | ||||
| Übriges Konzernergebnis | ||||||
| Stand am 31.12.2009 / Stand am 01.01.2010 | 57.600 | 2.747 | 250.051 | -1.410 | 0 | -6.079 |
| Kapitalerhöhung | 5.760 | 115.491 | ||||
| Dividendenausschüttung | -11.520 | |||||
| Kauf von Anteilen berherrschter Gesellsch. | -946 | |||||
| Gesamtergebnis | 65.617 | -2.845 | 22.527 | |||
| Periodenergebnis | 65.617 | |||||
| Direkt im EK erfasste Veränderungen | -2.845 | 22.527 | ||||
| Stand am 31.12.2010 | 63.360 | 118.238 | 304.148 | -4.255 | -946 | 16.448 |
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| Den Aktionären der ElringKlinger AG zustehendes Eigenkapital TEUR |
Minderheitsanteile am Eigenkapital TEUR |
Konzerneigenkapital TEUR |
|
|---|---|---|---|
| Anhang | (20) | ||
| --- | --- | --- | --- |
| Stand am 31.12.2008 | 273.259 | 14.888 | 288.147 |
| Änderung Bilanzierung Pensionen | 2.864 | 54 | 2.918 |
| Stand am 01.01.2009 | 276.123 | 14.942 | 291.065 |
| Kapitalerhöhung | 0 | 0 | |
| Dividendenausschüttung | -8.640 | -1.726 | -10.366 |
| Änderungen des Konsolidierungskreises | 0 | -1.644 | -1.644 |
| Gesamtergebnis | 35.426 | 1.594 | 37.020 |
| Periodenergebnis | 33.222 | 1.613 | 34.835 |
| Direkt im EK erfasste Veränderungen | 2.204 | -19 | 2.185 |
| Übriges Konzernergebnis | 0 | 0 | |
| Stand am 31.12.2009 / Stand am 01.01.2010 | 302.909 | 13.166 | 316.075 |
| Kapitalerhöhung | 121.251 | 27 | 121.278 |
| Dividendenausschüttung | -11.520 | -719 | -12.239 |
| Kauf von Anteilen berherrschter Gesellsch. | -946 | -667 | -1.613 |
| Gesamtergebnis | 85.299 | 3.533 | 88.832 |
| Periodenergebnis | 65.617 | 2.994 | 68.611 |
| Direkt im EK erfasste Veränderungen | 19.682 | 539 | 20.221 |
| Stand am 31.12.2010 | 496.993 | 15.340 | 512.333 |
Konzern-Kapitalflussrechnung
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| Anhang | 2010 TEUR |
2009 TEUR |
|
|---|---|---|---|
| Ergebnis vor Ertragsteuern | 93.970 | 49.391 | |
| Abschreibungen (abzüglich Zuschreibungen) auf langfristige Vermögenswerte | (11) - (14) | 82.213 | 71.219 |
| Zinsaufwendungen abzüglich Zinserträge | (8) | 12.746 | 13.901 |
| Veränderung der Rückstellungen | 2.059 | -13.869 | |
| Verluste aus dem Abgang von langfristigen Vermögenswerten | 1.576 | 1.046 | |
| Veränderung der Vorräte, der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Aktiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind | -69.940 | 21.374 | |
| Veränderung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Passiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind | 23.616 | 17.160 | |
| Gezahlte Ertragsteuern | (9) | -22.751 | -1.911 |
| Gezahlte Zinsen | -9.482 | -11.347 | |
| Erhaltene Zinsen | 259 | 206 | |
| Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen | 1.889 | 0 | |
| Währungseffekte auf Posten der laufenden Geschäftstätigkeit | 0 | 1.633 | |
| Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit | 116.155 | 148.803 | |
| Einzahlungen aus Abgängen von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten | 6.088 | 4.424 | |
| Einzahlungen aus Abgängen von finanziellen Vermögenswerten | 565 | 834 | |
| Auszahlungen für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte | (11) | -6.987 | -5.343 |
| Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen und als Finanzinvestition gehaltene Immobilien | (12), (13) | -127.339 | -89.676 |
| Auszahlungen für Investitionen in finanzielle Vermögenswerte | (14) | -470 | -845 |
| Auszahlungen für den Erwerb von konsolidierten Unternehmen | 0 | -2.998 | |
| Cashflow aus Investitionstätigkeit | -128.143 | -93.604 | |
| Einzahlungen aus der Ausgabe von Anteilen | 121.278 | 0 | |
| Auszahlungen an Minderheitsgesellschafter zum Erwerb von Anteilen | -1.613 | 0 | |
| Ausschüttungen an Aktionäre und Minderheitsgesellschafter | -12.239 | -10.366 | |
| Veränderung der kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten | (23) | -1.682 | -52.416 |
| Aufnahme langfristiger Finanzverbindlichkeiten | (23) | 2.188 | 41.000 |
| Tilgung langfristiger Finanzverbindlichkeiten | (23) | -23.950 | -26.972 |
| Währungseffekte auf Posten der Finanzierungstätigkeit | 0 | -496 | |
| Cashflow aus Finanzierungstätigkeit | 83.982 | -49.250 | |
| Zahlungswirksame Veränderung | 71.994 | 5.949 | |
| Einfluss von Wechselkursänderungen auf die Zahlungsmittel | 3.616 | -136 | |
| Zahlungsmittelzugang aus Unternehmenserwerben | 0 | 26 | |
| Zahlungsmittel am Anfang der Periode | (18) | 25.580 | 19.741 |
| Zahlungsmittel am Ende der Periode | (18) | 101.190 | 25.580 |
Konzernanhang
Allgemeine Angaben
Die ElringKlinger AG als Mutterunternehmen des Konzerns ist im Handelsregister beim Amtsgericht Stuttgart unter der Nr. HRB 361242 eingetragen. Sitz der Gesellschaft ist Dettingen/Erms (Deutschland). Die Anschrift lautet ElringKlinger AG, Max-Eyth-Str. 2, 72581 Dettingen/Erms. Die Satzung besteht in der Fassung vom 06. Oktober 2010. Die Firma der Gesellschaft lautet ElringKlinger AG. Geschäftsjahr ist das Kalenderjahr.
Der Unternehmensgegenstand der ElringKlinger AG und ihrer Tochtergesellschaften („ElringKlinger-Konzern“) ist die Entwicklung, die Herstellung und der Vertrieb von technischen und chemischen Produkten, insbesondere von Dichtungen, Dichtungsmaterialien, Kunststofferzeugnissen und Baugruppen für die Fahrzeug- und allgemeine Industrien. Die Gesellschaft bietet darüber hinaus mit der Technologie ihrer Erzeugnisse in Beziehung stehende Dienstleistungen an. Des Weiteren gehören zum Unternehmensgegenstand die Verwaltung und Verwertung von Grundeigentum.
Rechnungslegung
Der Konzernabschluss der ElringKlinger AG zum 31. Dezember 2010 wird in Übereinstimmung mit den vom International Accounting Standards Board (IASB) verabschiedeten International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union (EU) anzuwenden sind, den Interpretationen des International Financial Reporting Interpretation Committee (IFRIC) und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften erstellt. Es wurden alle für das Geschäftsjahr 2010 zwingend anzuwendenden IFRS und IFRICs berücksichtigt.
Der Konzernabschluss wurde in Euro aufgestellt. Alle Beträge werden in Tausend Euro (TEUR) angegeben, soweit nichts anderes vermerkt ist.
Für die Gewinn- und Verlustrechnung wurde das Umsatzkostenverfahren angewendet. Um die Klarheit der Darstellung zu verbessern, werden verschiedene Posten der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung zusammengefasst.
Folgende Rechnungslegungsvorschriften beziehungsweise Ergänzungen bestehender Vorschriften waren erstmals verpflichtend für das Geschäftsjahr 2010 anzuwenden:
IFRS 2 - IFRIC 11 Anteilsbasierte Vergütungstransaktionen mit Barausgleich im Konzern
Die Änderungen am IFRS 2 stellen klar, dass ein Unternehmen, das Güter oder Dienstleistungen im Rahmen der anteilsbasierten Vergütungsvereinbarung erhält, diese unabhängig davon bilanzieren muss, welches Unternehmen im Konzern die zugehörige Verpflichtung erfüllt. Für die Bilanzierung der von ElringKlinger gewährten aktienbasierten Vergütung ergeben sich daraus keine Änderungen.
IAS 27 Konzern- und separate Abschlüsse (2008)
Der überarbeitete IAS 27 erfordert, dass Zukäufe von Minderheitenanteilen an bereits vollkonsolidierten Tochterunternehmen beziehungsweise Verkäufe von Anteilen an weiterhin vollkonsolidierten Unternehmen als erfolgsneutrale Transaktion mit den Eigenkapitalgebern darzustellen sind. Dies führt zu einem Wechsel der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden des ElringKlinger-Konzerns, da bisher Zukäufe von Minderheitenanteilen an bereits vollkonsolidierten Tochterunternehmen nach der Erwerbsmethode abgebildet wurden. Des Weiteren regelt der überarbeitete IAS 27, dass bei einem Verlust der Beherrschungsmöglichkeit über ein Tochterunternehmen sämtliche verbleibenden Anteile an den vormaligen Tochterunternehmen erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden.
IFRS 3 Unternehmenszusammenschlüsse (2008)
Der überarbeitete IFRS 3 beinhaltet die folgenden Änderungen, die sich bei künftigen Unternehmenszusammenschlüssen voraussichtlich auf den ElringKlinger-Konzern-abschluss auswirken werden:
| • | Die Definition eines Unternehmenszusammenschlusses ist erweitert worden, was voraussichtlich dazu führen wird, dass mehr Käufe von Unternehmensanteilen als Unternehmenszusammenschlüsse abzubilden sind. |
| • | Mit Ausnahme von Emissionskosten für Eigen- oder Fremdkapital sind die Transaktionskosten im Zusammenhang mit einem Unternehmenserwerb in der Periode des Anfalls als Aufwand zu erfassen. |
| • | Sämtliche bei Erwerb der Beherrschung gehaltenen Anteile an einem erworbenen Unternehmen sind erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten. |
| • | Bedingte Gegenleistungen sind zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten; Änderungen dieser bedingten Gegenleistungen sind in späteren Perioden erfolgswirksam zu erfassen. |
| • | Minderheitenanteile sind entweder zum beizulegenden Zeitwert oder mit dem proportionalen Anteil an den identifizierbaren Vermögenswerten und Schulden des erworbenen Unternehmens zu bewerten. Dieses Wahlrecht kann für jeden Unternehmenserwerb separat ausgeübt werden. |
Die übrigen geänderten bzw. neu verabschiedeten Standards und Interpretationen hatten keine Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns in 2010. Dazu zählen:
| IFRS 1 Erstmalige Anwendung der IFRS (überarbeitet. Nov. 2008) | |
| IFRS 1 Änderung: Zusätzliche Ausnahmen für Erstanwender | |
| IAS 39 Finanzinstrumente – Ansatz und Bewertung – Änderung: zulässige Grundgeschäfte im Rahmen von Sicherungsbeziehungen | |
| IFRIC 12 Dienstleistungskonzessionsvereinbarungen | |
| IFRIC 15 Verträge über Errichtung von Immobilien | |
| IFRIC 16 Absicherung einer Nettoinvestition in einem ausländischen Geschäftsbetrieb | |
| IFRIC 17 Sachdividende an Eigentümer | |
| IFRIC 18 Übertragung von Vermögenswerten durch einen Kunden | |
| Improvements to IFRS (April 2009) |
Folgende bereits veröffentlichte Standards, die aber für das Geschäftsjahr 2010 noch nicht verpflichtend anzuwenden sind, werden von ElringKlinger noch nicht angewendet:
| IAS 24 Angaben über nahestehende Personen und Unternehmen | |
| Durch die Änderung des IAS 24 wurde die Definition eines nahestehenden Unternehmens oder einer nahestehenden Person verdeutlicht. Die Änderungen sind erstmals auf Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2011 beginnen. | |
| IFRS 9 Finanzinstrumente | |
| Die Veröffentlichung von IFRS 9 am 12. November 2009 stellt den Abschluss des ersten Teils eines dreiphasigen Projekts zur Ersetzung von IAS 39 dar. Mit IFRS 9 werden neue Vorschriften für die Kategorisierung und Bewertung von finanziellen Vermögenswerten eingeführt. Die Vorschriften müssen ab dem 1. Januar 2013 angewendet werden. | |
| Der IFRS 9 wurde bisher nicht durch die EU verabschiedet. Die Auswirkungen werden nach Verabschiedung und Inkrafttreten noch geprüft. |
Folgende bereits veröffentlichte Standards, die für das Geschäftsjahr 2010 noch nicht verpflichtend anzuwenden sind, werden für ElringKlinger voraussichtlich keine Auswirkung haben:
| IFRS 1 Erstmalige Anwendung IFRS | |
| Begrenzte Befreiung erstmaliger Anwender von Vergleichsangaben nach IFRS 7 | |
| Anzuwenden für Geschäftsjahre an oder nach dem 1.7.2010 | |
| IFRS 7 Finanzinstrumente: Angaben Anzuwenden für Geschäftsjahre an oder nach dem 1.07.2011 |
|
| IAS 12 Latente Steuern: Realisierung zu Grunde liegender Vermögenswerte Anzuwenden für Geschäftsjahre an oder nach dem 1.01.2012 |
|
| IAS 32 Finanzinstrumente: Darstellung Einstufung von Bezugsrechten Anzuwenden für Geschäftsjahre an oder nach dem 1.02.2011 |
|
| IFRIC 14 Vorauszahlungen im Rahmen von Mindestdotierungsverpflichtungen Anzuwenden für Geschäftsjahre an oder nach dem 1.01.2011 |
|
| IFRIC 19 Tilgung finanzieller Verbindlichkeiten mit Eigenkapitalinstrumenten Anzuwenden für Geschäftsjahre an oder nach dem 1.07.2010 |
|
| Improvements to IFRS (Mai 2010) Kleinere Änderungen an einer Mehrzahl von Standards (IFRS1, IFRS 3, IFRS 7, IAS 1, IAS 21, IAS 28, IAS 31, IAS 34 und IFRIC 13) Anzuwenden für Geschäftsjahre an oder nach dem 1.01.2011 |
Konsolidierungskreis
In den Konzernabschluss der ElringKlinger AG zum 31. Dezember 2010 sind neben der ElringKlinger AG die Jahresabschlüsse von vier (2009: 4) inländischen und 20 (2009: 20) ausländischen Tochterunternehmen einbezogen. Tochterunternehmen sind solche Gesellschaften, bei denen das Mutterunternehmen über mehr als die Hälfte der Stimmrechte verfügt oder aus anderen Gründen die Möglichkeit hat, deren Finanz- und Geschäftspolitik zu beherrschen (Control-Verhältnis). Die Einbeziehung beginnt zu dem Zeitpunkt, ab dem das Control-Verhältnis besteht; sie endet, wenn diese Möglichkeit nicht mehr gegeben ist.
Die zwei Joint-Ventures ElringKlinger Korea Co., Ltd., Changwon, Südkorea, und die ElringKlinger Marusan Corporation, Tokio, Japan, mit ihren beiden Tochtergesellschaften, sind in den Konzernabschluss gemäß IAS 31 durch Quotenkonsolidierung einbezogen. Bei der Quotenkonsolidierung werden sämtliche Aktiva und Passiva, Aufwendungen und Erträge der Joint Ventures in Höhe des Beteiligungsanteils (50 %) in den Konzernabschluss einbezogen.
Die Geschäftstätigkeit der ElringKlinger Korea Co. Ltd. betrifft die Herstellung und den Vertrieb von Zylinderkopfdichtungen und Spezialdichtungen sowie Kunststoffhauben. Der Geschäftszweck der ElringKlinger Marusan Corporation ist die Herstellung und der Vertrieb von Kunststoffhauben und Zylinderkopfdichtungen.
Aufgrund der Anteilsquote an Gemeinschaftsunternehmen sind dem Konzern folgende Werte zuzurechnen:
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| TEUR | 2010 | 2009 |
|---|---|---|
| Langfristige Vermögenswerte | 12.412 | 10.721 |
| Kurzfristige Vermögenswerte | 23.954 | 17.495 |
| Langfristige Verbindlichkeiten | 1.681 | 1.451 |
| Kurzfristige Verbindlichkeiten | 8.599 | 6.416 |
| Erträge | 30.765 | 19.163 |
| Aufwendungen | 29.257 | 19.747 |
Eine Übersicht über die 24 einbezogenen Unternehmen und die vier Joint Ventures ist auf der Folgeseite dargestellt.
Aufstellung des Anteilsbesitzes und Konsolidierungskreis
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| Name der Gesellschaft | Sitz | Kapitalanteil in % |
|---|---|---|
| Mutterunternehmen | ||
| ElringKlinger AG | Dettingen/Erms | |
| Anteile an verbundenen Unternehmen (im Konzernabschluss vollkonsolidiert) | ||
| Inland | ||
| Gedächtnisstiftung KARL MÜLLER | ||
| BELEGSCHAFTSHILFE GmbH | Dettingen/Erms | 100,00 |
| Elring Klinger Motortechnik GmbH | Idstein | 92,86 |
| ElringKlinger Logistic Service GmbH | Rottenburg /Neckar | 96,00 |
| ElringKlinger Kunststofftechnik GmbH | Bietigheim-Bissingen | 74,50 |
| Ausland | ||
| ElringKlinger Abschirmtechnik (Schweiz) AG | Sevelen (Schweiz) | 100,00 |
| Elring Klinger (Great Britain) Ltd. | Redcar (Großbritannien) | 100,00 |
| Elring Klinger S.p.A. | Mazzo di Rho (Italien) | 100,00 |
| Technik-Park Heliport Kft. | Kecskemét-Kádafalva (Ungarn) | 100,00 |
| Elring Parts Ltd. | Gateshead (Großbritannien) | 90,00 |
| Elring Klinger, S.A.U. | Reus (Spanien) | 100,00 |
| ElringKlinger TR Otomotiv Sanayi ve Ticaret A.S | Bursa (Türkei) | 90,00 |
| KITEK Kalip ve Ileri Teknoloji Makina Sanayi | ||
| ve Ticaret Ltd. Şirketi | Bursa (Türkei) | 90,00 |
| ElringKlinger Canada, Inc. | Leamington (Kanada) | 100,00 |
| ElringKlinger North America, Inc. | Plymouth/Michigan (USA) | 100,00 |
| Elring Klinger México, S.A. de C.V. | Toluca (Mexiko) | 100,00 |
| EKASER, S.A. de C.V. | Toluca (Mexiko) | 100,00 |
| Elring Klinger do Brasil Ltda. | Piracicaba (Brasilien) | 100,00 |
| Elring of North America, Inc. | Branchburg/New Jersey (USA) | 100,00 |
| ElringKlinger USA, Inc. | Buford (USA) | 100,00 |
| Elring Gaskets (Pty) Ltd. | Johannesburg (Südafrika) | 51,00 |
| ElringKlinger Automotive Components (India) Pvt. Ltd. | Ranjangaon (Indien) | 100,00 |
| ElringKlinger China, Ltd. | Suzhou (China) | 100,00 |
| Changchun ElringKlinger Ltd. | Changchun (China) | 88,00 |
| ElringKlinger Engineered Plastics (Qingdao) | ||
| Commercial Co., Ltd. | Qingdao (China) | 74,50 |
| Anteile an Joint Ventures (in den Konzernabschluss mittels Quotenkonsolidierung einbezogen) | ||
| Ausland | ||
| ElringKlinger Korea Co., Ltd. | Changwon (Südkorea) | 50,00 |
| ElringKlinger Marusan Corporation | Tokio (Japan) | 50,00 |
| Taiyo Jushi Kakoh Co., Ltd. | Tokio (Japan) | 50,00 |
| Marusan Kogyo Co., Ltd | Tokio (Japan) | 23,45 |
Erwerb von Minderheitsanteilen
Die ElringKlinger AG erwarb im vierten Quartal 2010 20 % der bisher von Minderheiten gehaltenen Anteile der Tochtergesellschaft ElringKlinger Logistic Service GmbH, Rottenburg/Neckar, Deutschland (EKLS), und hält seither 96% der Anteile. Der Erwerbspreis betrug TEUR 321, davon entfielen TEUR 1 auf Nebenkosten des Anteilserwerbs. Der verbleibende Betrag von TEUR 320 wurde erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst.
Ebenfalls im vierten Quartal 2010 übernahm die ElringKlinger AG 40% der bisher von Minderheiten gehaltenen Anteile der Tochtergesellschaft Elring of North America, Inc., Branchburg/New Jersey, USA (ELNA), und hält damit 100% der Anteile. Der Erwerbspreis betrug TEUR 1.298, davon entfielen TEUR 5 auf Nebenkosten des Anteilserwerbs. Der verbleibende Betrag von TEUR 1.293 wurden erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst.
Anpassung von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden und Schätzungsänderungen
Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses 2010 wurden Anpassungen zu den angewendeten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden im Hinblick auf die bilanzielle Abbildung von Pensionsverpflichtungen sowie der Bewertung der Vorräte, der Wertberichtigungen sowie der Bildung von Gewährleistungsrückstellungen und der Ermittlung der Drohverlustrückstellungen vorgenommen.
Aufgrund umfangreicher Bestands- und Bewertungsanalysen der Vorjahre wurden für den Abschluss 2010 die Wertabschläge wegen mangelnder Gängigkeit reduziert, was grundsätzlich eine Erhöhung der Bestandswerte zur Folge hatte. Die Auswirkung dieser Wertabschlagsreduzierung beträgt im ElringKlinger Konzern TEUR 3.279.
Infolge einer Analyse der Forderungausfälle der Vorjahre wurde die Vorgehensweise zur Ermittlung der Wertberichtigung angepasst, was zu einer Reduzierung der Wertberichtigung geführt hat. Die Auswirkung dieser Anpassung beträgt im ElringKlinger Konzern TEUR 100.
Der erstmalige Ansatz einer pauschalierten Rückstellung für erwartete Gewährleistungen erhöht die Gewährleistungsrückstellungen um TEUR 1.507.
Als Grundlage zur Ermittlung der Drohverluste wurde in den Vorjahren der Auftragsbestand herangezogen. Ab dem Geschäftsjahr 2010 werden die Drohverluste auf Basis der Dreijahresplanung ermittelt, was zu einer Erhöhung des Rückstellungsbedarfs führte. Die Auswirkung dieser Anpassung beträgt im ElringKlinger Konzern TEUR 2.348.
Die im Rahmen der Bewertung von Pensionsverpflichtungen entstandenen versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste wurden bisher, sofern sie außerhalb der Bandbreite von 10% des höheren Betrags aus der Verpflichtung des leistungsorientierten Plans oder dem beizulegenden Zeitwert des Planvermögens lagen, über die durchschnittliche Restdienstzeit der Mitarbeiter, maximal 10 Jahre, erfolgswirksam verteilt.
Zum Jahresende 2010 wurde die Bilanzierung von Pensionsrückstellungen dahingehend geändert, dass versicherungsmathematische Gewinne und Verluste im laufenden Jahr in voller Höhe erfolgsneutral direkt im Eigenkapital erfasst werden. Die Änderung der Bilanzierungsmethode ist im Hinblick auf eine verbesserte Darstellung der Vermögens- und Finanzlage des Konzernabschlusses am Bilanzstichtag erfolgt, da somit bilanzwirksame Sachverhalte im Jahr ihres wirtschaftlichen Entstehens erfasst werden. Die Änderung der Bilanzierung wurde rückwirkend vorgenommen. Die Auswirkungen auf die im Vorjahr berichteten Vergleichszahlen sind in der nachfolgenden Übersicht dargestellt und waren nicht ergebniswirksam.
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| Konzernbilanz ElringKlingerAG TEUR |
Betrag veröffentlicht 01.01.2009 | Änderung | Betrag angepasst 01.01.2009 |
|---|---|---|---|
| Bilanz Aktiva | |||
| Latente Steuern | 15.835 | -587 | 15.248 |
| Summe Aktiva | 15.835 | -587 | 15.248 |
| Bilanz Passiva | |||
| Eigenkapital | |||
| Übrige Rücklagen | -12.557 | 2.864 | -9.693 |
| Minderheitsanteile am Eigenkapital | 14.888 | 54 | 14.942 |
| Rückstellungen für Pensionen | 58.519 | -3.505 | 55.014 |
| Summe Passiva | 60.850 | -587 | 60.263 |
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| Konzernbilanz ElringKlingerAG TEUR |
Betrag veröffentlicht 31.12.2009 | Änderung | Betrag angepasst 31.12.2009 |
|---|---|---|---|
| Bilanz Aktiva | |||
| Latente Steuern | 14.143 | 1.021 | 15.164 |
| Summe Aktiva | 14.143 | 1.021 | 15.164 |
| Bilanz Passiva | |||
| Eigenkapital | |||
| Übrige Rücklagen | -6.079 | -1.410 | -7.489 |
| Minderheitsanteile am Eigenkapital | 13.213 | -47 | 13.166 |
| Rückstellungen für Pensionen | 59.359 | 2.478 | 61.837 |
| Summe Passiva | 66.493 | 1.021 | 67.514 |
Zusammenfassung der wesentlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
Der Konzernabschluss wurde nach dem Prinzip der historischen Anschaffungs- und Herstellungskosten erstellt mit Ausnahme der nach IFRS zwingend zum beizulegenden Zeitwert zu bewertenden Vermögenswerte und Schulden.
Im Folgenden werden die grundlegenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, die bei der Aufstellung des Konzernabschlusses angewendet wurden, dargestellt:
Konsolidierungsmethoden
Die Vermögenswerte und Schulden der in den Konzernabschluss einbezogenen inländischen und ausländischen Unternehmen werden nach den für den ElringKlinger-Konzern geltenden einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden angesetzt und bewertet.
Beim Unternehmenserwerb sind die Vermögenswerte und Schulden der erworbenen Tochterunternehmen mit ihrem beizulegenden Wert zum Erwerbszeitpunkt zu bewerten. Soweit der Kaufpreis der Anteile die identifizierten, zum Zeitwert zu bewertenden Vermögenswerte und Schulden übersteigt, wird der Unterschiedsbetrag als Geschäfts- oder Firmenwert aktiviert. Im Falle eines negativen Unterschiedsbetrags erfolgt eine erneute Bewertung der identifizierbaren Vermögenswerte und Schulden sowie eine erneute Bemessung der Anschaffungskosten. Ein danach verbleibender negativer Unterschiedsbetrag wird erfolgswirksam erfasst.
Aufgedeckte stille Reserven und Lasten werden im Rahmen der Folgekonsolidierung entsprechend den korrespondierenden Vermögenswerten und Schulden fortgeführt, abgeschrieben bzw. aufgelöst. Aktivierte Geschäfts- oder Firmenwerte werden nach IFRS 3 nicht planmäßig abgeschrieben, sondern es wird jährlich eine Wertminderungsprüfung durchgeführt.
Werden zusätzliche Anteile an einer bereits voll konsolidierten Tochtergesellschaft erworben, so wird die Differenz aus Kaufpreis und Minderheitsanteilen erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst.
Die auf konzernfremde Gesellschafter entfallenden Anteile am Eigenkapital von Tochterunternehmen sind innerhalb des Eigenkapitals des Konzerns als gesonderter Posten ausgewiesen.
Die Ergebnisse der im Laufe des Jahres erworbenen oder veräußerten Tochterunternehmen werden vom effektiven Erwerbszeitpunkt an oder bis zum effektiven Abgangszeitpunkt in die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung einbezogen.
Das Geschäftsjahr der einbezogenen Unternehmen, mit Ausnahme der indischen Tochtergesellschaft, entspricht dem Geschäftsjahr des Mutterunternehmens. Bei abweichenden Geschäftsjahren werden Zwischenabschlüsse auf den Bilanzstichtag des Mutterunternehmens erstellt.
Alle Forderungen, Verbindlichkeiten, Umsätze, sonstigen Erträge und Aufwendungen innerhalb des Konsolidierungskreises werden eliminiert. Aufgelaufene Zwischenergebnisse aus konzerninternen Lieferungen sind bei den Vorräten bzw. bei langfristigen Vermögenswerten abgesetzt.
Währungsumrechnung
Die Berichtswährung des ElringKlinger-Konzerns ist der Euro.
Fremdwährungsgeschäfte werden in den Einzelabschlüssen der ElringKlinger AG und der einbezogenen Unternehmen mit den Kursen zum Zeitpunkt der Geschäftsvorfälle umgerechnet. Am Bilanzstichtag werden Vermögenswerte und Schulden in Fremdwährung mit dem Stichtagskurs bewertet. Umrechnungsdifferenzen werden erfolgswirksam erfasst.
Die Abschlüsse der ausländischen Unternehmen werden nach dem Konzept der funktionalen Währung in Euro umgerechnet. Da sowohl die Tochterunternehmen als auch die Joint Ventures ihre Geschäfte in finanzieller, wirtschaftlicher und organisatorischer Hinsicht selbstständig betreiben, ist die funktionale Währung identisch mit der jeweiligen Landeswährung der Gesellschaft. Im Konzernabschluss werden die Aufwendungen und Erträge aus Abschlüssen von einbezogenen Gesellschaften, die in Fremdwährung aufgestellt sind, vereinfachend zum Jahresdurchschnittskurs, der aus Tageskursen ermittelt wird, umgerechnet. Vermögenswerte und Schulden werden zum Stichtagskurs umgerechnet. Währungsdifferenzen werden erfolgsneutral behandelt und als gesonderte Position im Eigenkapital ausgewiesen. Bei Abgang eines einbezogenen Unternehmens werden kumulierte Währungsdifferenzen als Teil des Veräußerungsgewinns bzw. -verlusts erfasst.
Die folgende Tabelle stellt die bei der Umrechnung verwendeten Kurse dar:
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| Währung | Kürzel | Stichtags- kurs 31.12.2010 | Stichtags- kurs 31.12.2009 | Durch- schnitts- kurs 2010 | Durch- schnitts- kurs 2009 |
|---|---|---|---|---|---|
| US-Dollar (USA) | USD | 1,33800 | 1,44050 | 1,32091 | 1,39660 |
| Pfund (Großbritannien) | GBP | 0,86250 | 0,89000 | 0,85601 | 0,89005 |
| Franken (Schweiz) | CHF | 1,25250 | 1,48360 | 1,36998 | 1,50885 |
| Kanadischer Dollar (Kanada) | CAD | 1,33700 | 1,51000 | 1,36522 | 1,58070 |
| Real (Brasilien) | BRL | 2,22110 | 2,50970 | 2,32703 | 2,76663 |
| Peso (Mexiko) | MXN | 16,59260 | 18,82600 | 16,69878 | 18,87628 |
| RMB (China) | CNY | 8,82050 | 9,82990 | 8,92888 | 9,53857 |
| WON (Südkorea) | KRW | 1.500,89000 | 1.678,97000 | 1.528,50083 | 1.764,09167 |
| Rand (Südafrika) | ZAR | 8,88490 | 10,67500 | 9,65535 | 11,50169 |
| Yen (Japan) | JPY | 108,80000 | 133,06000 | 115,29333 | 130,64000 |
| Forint (Ungarn) | HUF | 277,84000 | 270,15000 | 276,38500 | 281,24500 |
| Türkische Lira | TRY | 2,06610 | 2,15260 | 1,99815 | 2,16571 |
| Indische Rupie | INR | 59,82760 | 67,00340 | 60,23459 | 67,40177 |
Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
Geschäfts- oder Firmenwert
Geschäfts- oder Firmenwerte bestehen in folgenden zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (= Segmenten):
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| TEUR | 2010 | 2009 |
|---|---|---|
| Erstausrüstung | 68.554 | 68.229 |
| Kunststofftechnik | 4.816 | 4.816 |
| Ersatzteile | 1.604 | 1.604 |
| Gesamt | 74.974 | 74.649 |
Geschäfts- oder Firmenwerte werden aktiviert und einem jährlich durchzuführenden Werthaltigkeitstest unterzogen. Ist die Werthaltigkeit nicht mehr gegeben, wird eine Wertminderung vorgenommen. Anderenfalls wird der Wertansatz gegenüber dem Vorjahr unverändert beibehalten. Wertminderungen von Geschäfts- oder Firmenwerten werden nicht rückgängig gemacht, auch wenn eine Wertminderung nicht mehr vorliegt.
ElringKlinger führt mindestens jährlich eine Überprüfung der Werthaltigkeit der Geschäfts- oder Firmenwerte durch. Die regelmäßige jährliche Überprüfung der Werthaltigkeit der Geschäfts- oder Firmenwerte erfolgt zum Stichtag 31. Dezember. Dabei wird der erzielbare Betrag der zahlungsmittelgenerierenden Einheit deren Buchwert gegenübergestellt. Als erzielbarer Betrag wird der Nutzungswert herangezogen.
Die Nutzungswerte der zahlungsmittelgenerierenden Einheit werden durch Diskontierung zukünftiger Zahlungsströme bestimmt. Der Ermittlung liegen die folgenden wesentlichen Annahmen zugrunde:
Über einen Prognosezeitraum von fünf Jahren erfolgt eine detaillierte Planung der Cashflows für die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten. Nachfolgende Perioden werden durch den Ansatz einer ewigen Rente, die auf Basis des letzten Jahres des Detailplanungszeitraumes bestimmt wird, berücksichtigt.
Als Abzinsungsatz wurde zum 31. Dezember 2010 ein Kapitalkostensatz von 6,8 % (2009: 8,74 %) verwendet. Der Kapitalkostensatz ergibt sich aus dem Basiszins für risikolose Anleihen, der Marktrisikoprämie und dem Beta-Faktor. Der Betafaktor stellt das individuelle Risiko einer Aktie im Vergleich zu einem Marktindex dar. Er wird als Durchschnittswert der Vergleichsunternehmen (Peer Group) ermittelt.
Aus der zum 31. Dezember 2010 durchgeführten Überprüfung der Werthaltigkeit der Geschäfts- oder Firmenwerte ergab sich kein Abwertungsbedarf. Wenn ein um 1 % höherer bzw. niedriger Kapitalkostensatz angenommen wird, ergibt sich hieraus auch kein Abwertungsbedarf.
Geschäfts- oder Firmenwerte aus Unternehmenskäufen vor dem 1. April 2004 sind im Wesentlichen aktiviert und im Übrigen mit Rücklagen verrechnet worden. Beim Abgang eines einbezogenen Unternehmens wird ein diesbezüglich aktivierter Geschäfts- oder Firmenwert in die Ermittlung des Entkonsolidierungserfolgs einbezogen. Dagegen bleibt der mit Rücklagen verrechnete Geschäfts- oder Firmenwert bei der Bestimmung des Veräußerungsgewinns oder -verlusts außer Betracht.
Immaterielle Vermögenswerte
Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögenswerte, im Wesentlichen Patente, Lizenzen und Software, werden zu Anschaffungskosten aktiviert.
Selbst geschaffene immaterielle Vermögenswerte, mit Ausnahme von Geschäfts- oder Firmenwerten, werden aktiviert, wenn es hinreichend wahrscheinlich ist, dass mit der Nutzung des Vermögenswertes ein zukünftiger wirtschaftlicher Vorteil verbunden sein wird und die Kosten des Vermögenswertes zuverlässig bestimmt werden können, sowie eine technische und wirtschaftliche Realisierbarkeit als auch die Fähigkeit und Absicht der Vermarktung sichergestellt ist. Die Herstellungskosten selbst erstellter immaterieller Vermögenswerte werden auf Basis direkt zurechenbarer Einzelkosten sowie anteiliger direkt zurechenbarer Gemeinkosten ermittelt.
Sämtliche immaterielle Vermögenswerte im Konzern haben – mit Ausnahme der Geschäfts- oder Firmenwerte – bestimmbare Nutzungsdauern und werden entsprechend dieser Nutzungsdauern planmäßig linear abgeschrieben. Patente, Lizenzen sowie Software haben in der Regel Nutzungsdauern von 10 Jahren. Die aktivierten Entwicklungskosten sowie einfache Standardsoftware haben Nutzungsdauern von 5 Jahren. Sofern die tatsächliche Nutzungsdauer wesentlich länger oder kürzer als 10 bzw. 5 Jahre ist, ist die tatsächliche Nutzungsdauer angesetzt.
Sachanlagen
Materielle Vermögenswerte, die im Geschäftsbetrieb länger als ein Jahr genutzt werden, werden als Sachanlagen zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um planmäßige, nutzungsbedingte, lineare Abschreibungen sowie gegebenenfalls außerplanmäßige Wertminderungen, bewertet. Die Herstellungskosten selbst erstellter Sachanlagen werden auf Basis direkt zurechenbarer Einzelkosten sowie anteiliger Gemeinkosten ermittelt. Die alternativ zulässige Neubewertungsmethode wird nicht angewendet.
Den planmäßigen Abschreibungen liegen konzerneinheitlich folgende Nutzungsdauern zugrunde:
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| Klasse der Sachanlagen | Jahre |
|---|---|
| Bauten | 15 bis 40 |
| Technische Anlagen und Maschinen | 12 bis 15 |
| Erzeugnisbezogene Werkzeuge | 3 |
| Betriebs- und Geschäftsausstattung | 5 bis 15 |
Die Nutzungsdauern sowie die Abschreibungsmethoden und Restbuchwerte werden periodisch überprüft, um zu gewährleisten, dass die Abschreibungsmethode und der Abschreibungszeitraum mit den erwarteten wirtschaftlichen Nutzungsdauern im Einklang stehen.
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien werden mit Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um planmäßige, nutzungsbedingte, lineare Abschreibungen bzw. dem niedrigeren Zeitwert bewertet. Sie sind unter den langfristigen Vermögenswerten gesondert ausgewiesen.
Die Nutzungsdauern der als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien betragen bei Gebäuden 40 Jahre und bei Außenanlagen 20 Jahre.
Wertminderung von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten außer Geschäfts- oder Firmenwert
An jedem Bilanzstichtag werden Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte beim Vorliegen der auf eine Wertminderung hinweisenden Anhaltspunkte einem Wertminderungstest nach IAS 36 unterzogen. Wenn der Buchwert eines Vermögenswertes über seinem erzielbaren Betrag liegt, wird eine Wertminderung auf den erzielbaren Betrag vorgenommen. Der erzielbare Betrag ist der höhere der beiden folgenden Werte: der Nettoveräußerungswert abzüglich der voraussichtlichen Veräußerungskosten oder der Nutzungswert. Wenn der erzielbare Betrag für den einzelnen Vermögenswert nicht ermittelt werden kann, erfolgt die Schätzung des erzielbaren Betrags auf Ebene der nächsthöheren zahlungsmittelgenerierenden Einheit.
Wertaufholungen werden höchstens bis zu den fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten vorgenommen, falls der erzielbare Betrag den Buchwert in folgenden Perioden übersteigt.
Wertminderungen und Wertaufholungen werden erfolgswirksam erfasst.
Finanzinstrumente
Ein Finanzinstrument gemäß IAS 39 ist ein Vertrag, der gleichzeitig bei einem Unternehmen zur Entstehung eines finanziellen Vermögenswertes und bei einem anderen Unternehmen zur Entstehung einer finanziellen Verbindlichkeit oder eines Eigenkapitalinstruments führt.
Originäre Finanzinstrumente
Die im Konzern gehaltenen Finanzinstrumente werden in die folgenden Kategorien eingeteilt:
| ― | Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte |
| ― | Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten |
| ― | Kredite und Forderungen |
| ― | Zur Veräußerung verfügbar |
| ― | Bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen |
| ― | Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten, die mittels der Effektivzinsmethode zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden. |
Die Kategorisierung der Finanzinstrumente erfolgt zum Zeitpunkt des Erwerbs auf Basis des beabsichtigten Verwendungszwecks:
Finanzielle Vermögenswerte umfassen Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige ausgereichte Kredite und Forderungen und zu Handelszwecken gehaltene derivative finanzielle Vermögenswerte.
Unter die finanziellen Verbindlichkeiten fallen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, zu Handelszwecken gehaltene derivative Finanzverbindlichkeiten sowie sonstige finanzielle Verbindlichkeiten.
Finanzielle Vermögenswerte
Alle marktüblichen Käufe und Verkäufe von finanziellen Vermögenswerten werden am Erfüllungstag, d. h. am Tag, an dem der Konzern die Verpflichtung zum Kauf oder Verkauf des Vermögenswerts eingegangen ist, bilanziell erfasst.
Die finanziellen Vermögenswerte werden bei der erstmaligen Erfassung zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Dabei werden bei allen Finanzinvestitionen, die nicht als „Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet“ kategorisiert sind, dem Erwerb direkt zurechenbare Transaktionskosten berücksichtigt.
Finanzielle Vermögenswerte, die nicht der Kategorie „Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert“ zugeordnet wurden, werden zu jedem Bilanzstichtag auf Werthaltigkeit überprüft. Ist der beizulegende Zeitwert eines finanziellen Vermögenswertes niedriger als sein Buchwert, wird der Buchwert auf seinen beizulegenden Zeitwert verringert. Diese Verringerung stellt einen Wertminderungsaufwand dar, welcher aufwandswirksam erfasst wird. Eine zuvor aufwandswirksam erfasste Wertminderung wird erfolgswirksam rückgängig gemacht, soweit Ereignisse, die nach der ursprünglichen Erfassung der Wertminderung aufgetreten sind, dies erfordern.
Änderungen des Zeitwerts von als zur Veräußerung verfügbar kategorisierten Vermögenswerten werden nach Berücksichtigung latenter Steuern erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst.
Die in der Bilanz angesetzten beizulegenden Zeitwerte entsprechen in der Regel den Marktpreisen der finanziellen Vermögenswerte. Sofern diese nicht verfügbar sind, werden sie unter Anwendung anerkannter Bewertungsmodelle und Rückgriff auf aktuelle Marktparameter berechnet. Zu den Bewertungsmethoden gehören die Verwendung der jüngsten Geschäftsvorfälle zwischen sachverständigen, vertragswilligen und unabhängigen Geschäftspartnern, der Vergleich mit dem aktuellen beizulegenden Zeitwert eines anderen, im Wesentlichen identischen Finanzinstruments sowie die Analyse von diskontierten Cashflows.
Ein finanzieller Vermögenswert wird ausgebucht, wenn die vertraglichen Rechte auf Bezug von Cashflows aus diesem finanziellen Vermögenswert erloschen sind oder übertragen wurden. Im Rahmen der Übertragung müssen im Wesentlichen alle Chancen und Risiken, die mit dem Eigentum am finanziellen Vermögenswert verbunden sind, oder die Verfügungsmacht über den Vermögenswert übertragen werden.
Als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete Vermögenswerte werden finanzielle Vermögenswerte kategorisiert, wenn sie für Zwecke der Veräußerung in der nahen Zukunft erworben werden („zu Handelszwecken gehaltene Finanzinstrumente“). Hierbei handelt es sich bei ElringKlinger um Derivate, für die die Voraussetzungen für ein Hedge Accounting nicht erfüllt sind.
Als Kredite und Forderungen werden finanzielle Vermögenswerte kategorisiert, die aus dem Geldverkehr, der Erbringung bzw. dem Bezug von Waren oder Dienstleistungen mit Dritten resultieren. Die in diese Kategorie eingestuften kurzfristigen Vermögenswerte und Schulden werden mit den Anschaffungskosten, die langfristigen finanziellen Vermögenswerte und Schulden werden mit den fortgeführten Anschaffungskosten gemäß der Effektivzinsmethode bewertet. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente umfassen den Kassenbestand, Bankguthaben sowie kurzfristige Einlagen mit einer ursprünglichen Laufzeit von weniger als drei Monaten und werden mit den fortgeführten Anschaffungskosten bewertet.
Die Wertminderungen zweifelhafter Forderungen umfassen in erheblichem Maß Einschätzungen und Beurteilungen der einzelnen Forderungen, die auf der Kreditwürdigkeit des jeweiligen Kunden beruhen. Im ElringKlinger-Konzern werden Wertberichtigungen für erkennbare Einzelrisiken auf Forderungen gebildet. Die Wertminderungen von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden zunächst auf einem Wertberichtigungskonto erfasst. Sofern die Forderung als uneinbringlich eingestuft wird, wird die wertgeminderte Forderung ausgebucht.
In der Bilanz unter der Kategorie „bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen“ angesetzte Finanzinstrumente, bei denen die Absicht sowie die rechtliche Fähigkeit seitens des Konzerns gegeben sind, diese bis zum Fälligkeitstermin zu halten, werden erfasst.
Bei den als zur Veräußerung verfügbar kategorisierten Vermögenswerten handelt es sich um Wertpapiere. Die Bewertung erfolgt zu Marktpreisen.
Finanzielle Verbindlichkeiten
Finanzielle Verbindlichkeiten enthalten insbesondere Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, derivative finanzielle Verbindlichkeiten und sonstige Verbindlichkeiten.
Die finanziellen Verbindlichkeiten werden bei der erstmaligen Erfassung zum beizulegenden Zeitwert, gegebenenfalls abzüglich der mit der Kreditaufnahme direkt verbundenen Transaktionskosten, bewertet.
Finanzielle Verbindlichkeiten werden ausgebucht, wenn die dieser Verbindlichkeit zugrunde liegende Verpflichtung erfüllt, gekündigt oder erloschen ist.
Finanzielle Verbindlichkeiten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden, umfassen bei ElringKlinger die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und die verzinslichen Darlehen. Sie werden unter Anwendung der Effektivzinsmethode zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Gewinne und Verluste werden erfolgswirksam erfasst, wenn die Schulden ausgebucht oder getilgt werden.
Finanzielle Verbindlichkeiten, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, umfassen zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Verbindlichkeiten, hier Derivate, ggf. einschließlich eingebetteter Derivate, die vom Basisvertrag getrennt wurden, die nicht als Sicherungsinstrumente in ein Hedge Accounting einbezogen sind. Gewinne oder Verluste werden erfolgswirksam erfasst.
Derivative Finanzinstrumente und Bilanzierung von Sicherungsgeschäften
Nach IAS 39 sind alle derivativen Finanzinstrumente, wie zum Beispiel Währungs-, Preis- und Zinsswaps sowie Devisentermingeschäfte, zum Marktwert zu bilanzieren, und zwar unabhängig davon, zu welchem Zweck oder in welcher Absicht sie abgeschlossen wurden. Da im ElringKlinger-Konzern kein Hedge Accounting zur Anwendung kommt, werden die Veränderungen des beizulegenden Zeitwerts von derivativen Finanzinstrumenten stets im Ergebnis der Periode erfasst.
Bei den derivativen Finanzinstrumenten handelt es sich im ElringKlinger-Konzern um Devisentermin-, Zins- sowie Preissicherungsgeschäfte. Die derivativen Finanzinstrumente sind zur Reduzierung der negativen Auswirkungen aus Währungs-, Zins- und Preisrisiken auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns abgeschlossen. Zum Bilanzstichtag bestanden keine Preissicherungsgeschäfte.
Vorräte
Die Vorräte werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten bzw. dem niedrigeren Nettoveräußerungswert angesetzt. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie Handelswaren sind mit ihren fortgeschriebenen durchschnittlichen Anschaffungskosten bewertet. Die Herstellungskosten der unfertigen und der fertigen Erzeugnisse werden auf Basis direkt zurechenbarer Einzelkosten sowie anteiliger produktionsbezogener Gemeinkosten ermittelt. Die Gemeinkostenanteile sind auf Basis der Normalbeschäftigung ermittelt. In die Herstellungskosten sind Vertriebskosten sowie Finanzierungskosten nicht einbezogen. Kosten der allgemeinen Verwaltung werden in die Herstellungskosten einbezogen, soweit sie durch die Produktion verursacht sind. Der Nettoveräußerungswert stellt den geschätzten Verkaufspreis abzüglich aller geschätzten Kosten bis zur Fertigstellung sowie der Kosten für Marketing, Verkauf und Vertrieb dar. Für erkennbare Wertminderungen wegen mangelnder Gängigkeit und Beschaffenheit sowie zur Berücksichtigung gesunkener Veräußerungspreise werden Wertabschläge vorgenommen.
Zahlungsmittel
Flüssige Mittel sind Kassenbestände, Schecks und sofort verfügbare Guthaben bei Kreditinstituten. Zahlungsmitteläquivalente werden nicht gehalten. Zahlungsmittel sind mit den fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert.
Rückstellungen für Pensionen
Die Rückstellungen für Pensionen werden nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren („Projected Unit Credit Method“) gemäß IAS 19 ermittelt. Bei diesem Verfahren werden neben den am Bilanzstichtag bekannten Renten und erworbenen Anwartschaften auch künftig zu erwartende Steigerungen von Renten und Gehältern bei vorsichtiger Einschätzung der relevanten Einflussgrößen berücksichtigt. Die Berechnung beruht auf versicherungsmathematischen Gutachten unter Berücksichtigung biometrischer Rechnungsgrundlagen.
Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste, die sich aus Abweichungen zwischen den rechnungsmäßig erwarteten und den tatsächlich eingetretenen Änderungen der Personenbestände sowie der Rechnungsannahmen ergeben können, werden vollständig in der Periode erfasst, in der sie auftreten. Sie werden außerhalb der Gewinn- und Verlustrechnung in der Aufstellung der im Konzerneigenkapital erfassten Erträge und Aufwendungen ausgewiesen.
Bei der Bestimmung der Diskontierungszinssätze orientiert sich die Gesellschaft an am Kapitalmarkt beobachtbaren Zinssätzen für Industrieanleihen erstklassiger Bonität (Rating AA oder besser) mit 10-jähriger (Rentnerbestand) bzw. 30-jähriger Laufzeit (Anwärterbestand).
Lang- und kurzfristige Rückstellungen
Rückstellungen werden insoweit berücksichtigt, als sich aus einem vergangenen Ereignis eine gegenwärtige Verpflichtung gegenüber Dritten ergibt, die Inanspruchnahme wahrscheinlich ist und die voraussichtliche Höhe des notwendigen Rückstellungsbetrages zuverlässig geschätzt werden kann.
Die Bewertung dieser Rückstellungen erfolgt zur gegenwärtig besten Schätzung der Aufwendungen, die zur Erfüllung der Verpflichtung erforderlich sind. Gegebenenfalls entspricht der Rückstellungsbetrag dem Barwert der zur Erfüllung der Verpflichtungen voraussichtlich notwendigen Ausgaben. Erstattungsansprüche werden ggf. gesondert aktiviert.
Leasingverhältnisse
Bei Leasingverhältnissen, in denen der Konzern Leasingnehmer ist, wird das wirtschaftliche Eigentum an den Leasinggegenständen gemäß IAS 17 dem Leasingnehmer zugerechnet, wenn dieser im Wesentlichen alle mit dem Eigentum verbundenen Chancen und Risiken aus dem Leasinggegenstand trägt (Finanzierungsleasing). Die Abschreibungsmethoden und Nutzungsdauern entsprechen denen vergleichbarer erworbener Vermögenswerte. Die Aktivierung des Leasinggegenstandes erfolgt grundsätzlich zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses mit seinem beizulegenden Zeitwert oder dem niedrigeren Barwert der künftigen Mindestleasingzahlungen. Anfängliche direkte Kosten werden als Teil des Vermögenswertes aufgenommen. Die Leasingverpflichtungen, die in ihrer Höhe dem Buchwert des Leasinggegenstandes entsprechen, werden unter den Finanzverbindlichkeiten ausgewiesen.
Soweit bei Leasingverträgen das wirtschaftliche Eigentum beim Leasinggeber liegt (Operating-Leasing), erfolgt die Bilanzierung der Leasinggegenstände beim Leasinggeber. Die dafür anfallenden Leasingaufwendungen werden grundsätzlich als Aufwand linear über die Laufzeit des Leasingverhältnisses erfasst.
Ertrags- und Aufwandsrealisierung
Umsatzerlöse werden zum beizulegenden Zeitwert der erhaltenen oder zu erhaltenden Gegenleistung bewertet und stellen die Beträge dar, die für Güter und Dienstleistungen im normalen Geschäftsablauf zu erhalten sind. Die Umsatzerlöse werden vermindert um Erlösschmälerungen, Skonti sowie Umsatzsteuern ausgewiesen.
Umsatzerlöse werden erfasst, wenn die geschuldeten Lieferungen und Leistungen erbracht worden sind und die mit dem Eigentum verbundenen maßgeblichen Chancen und Risiken auf den Käufer übergegangen sind sowie der Zahlungseingang verlässlich erwartet werden kann Zinserträge werden periodengerecht unter Berücksichtigung der ausstehenden Darlehenssumme und des anzuwendenden Zinssatzes abgegrenzt. Der anzuwendende Zinssatz ist im Darlehensvertrag festgelegt und zinst die geschätzten künftigen Zahlungsmittelzuflüsse über die Laufzeit des finanziellen Vermögenswertes auf den Nettobuchwert ab.
Dividendenerträge aus Finanzinvestitionen werden zum Zeitpunkt der Entstehung des Zahlungsanspruchs erfasst.
Sonstige Erträge werden periodengerecht in Übereinstimmung mit den Bestimmungen des zu Grunde liegenden Vertrags erfasst.
Betriebliche Aufwendungen werden auf der Grundlage eines direkten Zusammenhangs zwischen den angefallenen Kosten und den entsprechenden Erträgen in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, wenn die Leistung in Anspruch genommen wird bzw. zum Zeitpunkt der Verursachung.
Forschungs- und Entwicklungskosten
Forschungskosten werden zum Zeitpunkt der Entstehung als Aufwand erfasst. Die Kosten für Entwicklungsaktivitäten werden, sofern nachfolgende Kriterien erfüllt werden, aktiviert.
| • | Die Entwicklungskosten müssen verlässlich ermittelt werden können. |
| • | Die technische und wirtschaftliche Realisierbarkeit als auch die Fähigkeit und Absicht der Vermarktung sind sichergestellt. |
| • | Die Entwicklungstätigkeit muss mit hinreichender Wahrscheinlichkeit dem Unternehmen einen künftigen wirtschaftlichen Nutzen erbringen. |
Die aktivierten Kosten sind in den immateriellen Vermögenswerten enthalten. Sonstige Entwicklungskosten werden bei der Entstehung aufwandswirksam erfasst.
Zuwendungen der öffentlichen Hand
Öffentliche Zuwendungen fallen im Konzern im Wesentlichen für Entwicklungsprojekte an. Diese werden in der Periode erfolgswirksam erfasst, in der sie fließen und als sonstiger betrieblicher Ertrag ausgewiesen, da die Aufwendungen bereits angefallen sind.
Fremdkapitalkosten
Fremdkapitalkosten werden zum Zeitpunkt ihres Anfalls aufwandswirksam erfasst, sofern sie nicht direkt dem Erwerb, dem Bau oder der Herstellung eines qualifizierten Vermögenswertes zugeordnet werden können und deshalb zu den Anschaffungskosten dieses Vermögenswertes gehören.
Ertragsteuern und latente Steuern
Der Ertragsteueraufwand stellt die Summe aus laufendem und latentem Steueraufwand dar.
Der laufende Steueraufwand wird auf Basis des zu versteuernden Einkommens für das jeweilige Jahr ermittelt. Das zu versteuernde Einkommen unterscheidet sich vom Jahresüberschuss laut Gewinn- und Verlustrechnung, da es Aufwendungen und Erträge ausschließt, die in früheren oder späteren Jahren oder niemals steuerbar bzw. steuerlich abzugsfähig sind. Die Verbindlichkeit des Konzerns für den laufenden Steueraufwand wird auf Grundlage der geltenden bzw. bis zum Bilanzstichtag gesetzlich fixierten Steuersätze berechnet.
Latente Steuern sind die erwarteten Steuerbe- und -entlastungen aus den Differenzen der Buchwerte von Vermögenswerten und Schulden in den Steuerbilanzen der Einzelgesellschaften, verglichen mit den Wertansätzen im Konzernabschluss nach IFRS. Dabei kommt die bilanzorientierte Verbindlichkeitsmethode zur Anwendung. Solche Vermögenswerte und Schulden werden nicht angesetzt, wenn sich die temporäre Differenz (i) aus einem Geschäfts- oder Firmenwert aus einem Anteilserwerb („Share deal“) oder (ii) aus der erstmaligen Erfassung von anderen Vermögenswerten und Schulden ergibt, welche aus Vorfällen resultieren, die weder das zu versteuernde Einkommen noch den Jahresüberschuss berühren. Latente Steuern werden für alle steuerbaren temporären Differenzen insoweit erfasst, wie es wahrscheinlich ist, dass steuerbare Gewinne zur Verfügung stehen, die beim Ausgleich der abzugsfähigen temporären Differenzen genutzt werden können. Daneben werden latente Steuern auf steuerliche Verlustvorträge gebildet, sofern damit zu rechnen ist, dass diese künftig genutzt werden können.
Der Buchwert der latenten Steueransprüche wird jedes Jahr am Bilanzstichtag geprüft und herabgesetzt, falls es nicht mehr wahrscheinlich ist, dass genügend zu versteuerndes Einkommen zur Verfügung steht.
Die Bewertung der latenten Steuern erfolgt mit den künftigen, im Zeitpunkt der Realisierung voraussichtlich gültigen Steuersätzen.
Die Veränderungen der latenten Steuern werden als Steuerertrag oder -aufwand in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, es sei denn, sie betreffen erfolgsneutral unmittelbar im Eigenkapital erfasste Posten; in diesem Fall werden die latenten Steuern ebenfalls erfolgsneutral im Eigenkapital dargestellt.
Eventualschulden und Eventualforderungen
Eventualschulden werden nicht angesetzt. Sie werden im Anhang angegeben, es sei denn, die Möglichkeit eines Abflusses von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen ist sehr unwahrscheinlich. Eventualforderungen werden im Abschluss nicht angesetzt. Sie werden im Anhang angegeben, wenn der Zufluss wirtschaftlichen Nutzens wahrscheinlich ist.
Gebrauch von Schätzungen
Für die Erstellung von Abschlüssen unter Beachtung der Verlautbarungen des IASB sind Schätzungen erforderlich, welche sowohl die Wertansätze in der Bilanz, die Art und den Umfang von Eventualschulden und Eventualforderungen am Bilanzstichtag als auch die Höhe der Erträge und Aufwendungen im Berichtszeitraum beeinflussen. Die Annahmen und Schätzungen beziehen sich bei ElringKlinger im Wesentlichen auf die Festlegung wirtschaftlicher Nutzungsdauern, die Einbringlichkeit von Forderungen, die Werthaltigkeit von Vorräten, die Bilanzierung und Bewertung von Rückstellungen, die Bewertung des Geschäfts- und Firmenwertes sowie die Realisierbarkeit zukünftiger Steuerentlastungen. Die tatsächlichen Ergebnisse können von diesen Schätzungen abweichen. Änderungen werden zum Zeitpunkt einer besseren Erkenntnis ergebniswirksam berücksichtigt.
Garantie- und Gewährleistungsverpflichtungen können durch Gesetz, Vertrag oder Kulanz begründet werden. Rückstellungen werden für die erwartete Inanspruchnahme aus Garantie- oder Gewährleistungsverpflichtungen gebildet. Eine Inanspruchnahme ist insbesondere dann zu erwarten, wenn die Gewährleistungsfrist noch nicht abgelaufen ist, wenn in der Vergangenheit Gewährleistungsaufwendungen angefallen sind oder wenn sich Gewährleistungsfälle konkret abzeichnen. Das Gewährleistungsrisiko ist je nach Sachverhalt entweder aus Einzeleinschätzungen oder aus Erfahrungswerten der Vergangenheit abgeleitet und entsprechend zurückgestellt.
Der Gebrauch von Schätzungen bei anderen Positionen der Konzernbilanz und der Konzerngewinn- und Verlustrechnung wird in den Rechnungslegungsgrundsätzen für die jeweiligen Positionen dargestellt. Davon sind insbesondere die folgenden Sachverhalte betroffen: Wertminderungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte, Wertminderungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte, Wertminderungen auf Forderungen sowie der Wertansatz der Rückstellungen für Pensionen.
Risiken und Unsicherheiten
Nach Abschluss der Wirtschafts- und Finanzmarktkrise und deren Übergreifen auf die Realwirtschaft haben sich die internationalen Pkw-Märkte 2010 stark erholt und teilweise wieder das Vorkrisenniveau erreicht. Für 2011 und die kommenden Jahre wird derzeit von einem zwar schwächeren, aber nachhaltigen Wachstum ausgegangen.
Der starke Aufschwung im internationalen Fahrzeuggeschäft hat das Risiko von Forderungsausfällen weiter verringert.
Die Materialpreisentwicklung sowie die Materialverfügbarkeit könnte sich 2011 belastend auf die Ertragslage auswirken. Dieses generelle Risiko kann im Konzernabschluss nicht berücksichtigt werden, da es derzeit weder quantifizierbar noch bewertbar ist.
Für Risiken aus Prozessen werden Rückstellungen gebildet, wenn ein Unternehmen des ElringKlinger-Konzerns Beklagte ist und mehr für als gegen einen negativen Verfahrensausgang spricht. Zurückgestellt wird der Betrag, der das Unternehmen bei negativem Verfahrensausgang wahrscheinlich belasten wird. Dieser Betrag umfasst die durch das Unternehmen zu leistenden Zahlungen wie insbesondere Schadensersatz und Abfindungen sowie die erwarteten Verfahrenskosten. Bei Prozessen, bei denen das Unternehmen Klägerin ist, sind lediglich die Verfahrenskosten zurückgestellt.
Einzelangaben zur Gewinn- und Verlustrechnung
(1) Umsatzerlöse
Die Umsatzerlöse haben sich gegenüber 2009 um TEUR 216.328 auf TEUR 795.657 erhöht.
Die Umsatzerlöse des Konzerns setzen sich wie folgt zusammen:
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| TEUR | 2010 | 2009 |
|---|---|---|
| Verkauf von Gütern | 783.527 | 567.452 |
| Erlöse aus der Erbringung von Dienstleistungen | 4.324 | 4.070 |
| Erträge aus Vermietung und Verpachtung | 7.806 | 7.807 |
| Gesamt | 795.657 | 579.329 |
Aufteilung nach geographischen Märkten:
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| TEUR | 2010 | 2009 |
|---|---|---|
| Inland | 245.620 | 191.612 |
| Ausland | 550.037 | 387.717 |
| Gesamt | 795.657 | 579.329 |
(2) Umsatzkosten
In den Umsatzkosten sind die zur Erzielung der Umsatzerlöse angefallenen Kosten ausgewiesen.
Sie enthalten:
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| TEUR | 2010 | 2009 |
|---|---|---|
| Materialaufwendungen | 307.078 | 247.519 |
| Personalaufwendungen | 132.767 | 93.817 |
| Abschreibungen | 63.401 | 56.202 |
| Sonstige Aufwendungen | 52.880 | 28.782 |
| Gesamt | 556.126 | 426.320 |
(3) Vertriebskosten
Die Vertriebskosten haben sich gegenüber 2009 um TEUR 7.812 auf TEUR 54.292 erhöht. Die Vertriebskosten umfassen im Wesentlichen Personal-, Sach- und Marketingkosten sowie die auf den Vertriebsbereich entfallenden Abschreibungen.
(4) Allgemeine Verwaltungskosten
In den allgemeinen Verwaltungskosten sind Personal- und Sachkosten sowie die auf den Verwaltungsbereich entfallenden Abschreibungen enthalten. Die allgemeinen Verwaltungskosten haben sich gegenüber 2009 um TEUR 7.581 auf TEUR 31.442 erhöht.
(5) Forschungs- und Entwicklungskosten
Die Forschungs- und Entwicklungskosten umfassen die diesen Aktivitäten zurechenbaren Personalkosten, Abschreibungen sowie die Kosten der Versuchsmaterialien und -werkzeuge, soweit es sich nicht um Entwicklungskosten handelt, die entsprechend IAS 38.57 zu aktivieren waren. Im Geschäftsjahr 2010 wurden insgesamt Entwicklungskosten in Höhe von TEUR 6.098 aktiviert. Die in dieser GuV-Position erfassten planmäßigen Abschreibungen auf aktivierte Entwicklungskosten haben im Geschäftsjahr 2010 TEUR 3.957 betragen.
(6) Sonstige betriebliche Erträge
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| TEUR | 2010 | 2009 |
|---|---|---|
| Zuschüsse der öffentlichen Hand | 3.288 | 3.584 |
| Kostenerstattung Dritter | 2.423 | 3.850 |
| Versicherungsentschädigungen | 1.921 | 84 |
| Auflösung von Rückstellungen/abgegrenzten Verbindlichkeiten | 1.786 | 6.301 |
| Erträge aus dem Abgang von langfristigen Vermögenswerten | 700 | 1.178 |
| Veränderung der Zeitwerte derivativer Absicherungsgeschäfte | 669 | 9.494 |
| Sonstige | 791 | 3.754 |
| Gesamt | 11.578 | 28.245 |
Die Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen beinhalten mit TEUR 141 die Auflösung der Rückstellung für rohwarenbezogene Derivate.
In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind periodenfremde Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen und abgegrenzten Verbindlichkeiten (TEUR 1.786, 2009: TEUR 6.301) enthalten
(7) Sonstige betriebliche Aufwendungen
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| TEUR | 2010 | 2009 |
|---|---|---|
| Verluste aus dem Abgang von langfristigen Vermögenswerten | 2.272 | 2.224 |
| Wertberichtigungen auf Forderungen | 582 | 1.345 |
| Sonstige Steuern | 202 | 220 |
| Aufwand aus Drohverlustrückstellungen | 0 | 3.647 |
| Gewährleistungen | 0 | 1.401 |
| Sonstige | 2.579 | 3.104 |
| Gesamt | 5.635 | 11.941 |
Der Aufwand aus Drohverlustrückstellungen und den Gewährleistungen wird ab dem Geschäftsjahr 2010 in den Umsatzkosten erfasst.
(8) Finanzergebnis
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| TEUR | 2010 | 2009 |
|---|---|---|
| Finanzerträge | ||
| Erträge aus Kursdifferenzen | 13.874 | 9.342 |
| Zinserträge | 842 | 449 |
| Ergebnis aus Beteiligungen | 0 | 1 |
| Sonstiges | 0 | 8 |
| Finanzerträge gesamt | 14.716 | 9.800 |
| Finanzaufwendungen | ||
| Aufwendungen aus Kursdifferenzen | -23.190 | -9.347 |
| Zinsaufwendungen | -13.588 | -14.350 |
| - davon aus derivativen Finanzinstrumenten | -285 | -185 |
| Sonstiges | -2 | 0 |
| Finanzaufwendungen gesamt | - 36.780 | - 23.697 |
| Finanzergebnis | -22.064 | -13.897 |
Die Zinsaufwendungen setzen sich in Höhe von TEUR 3.353 (2009: TEUR 2.945) aus Zinsanteilen der Altersversorgungspläne und im Übrigen aus Bankzinsen zusammen.
(9) Ertragsteueraufwendungen
Der Ertragsteueraufwand setzt sich wie folgt zusammen:
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| TEUR | 2010 | 2009 |
|---|---|---|
| Laufender Steueraufwand | 25.074 | 12.315 |
| Latente Steuern | 285 | 2.241 |
| Ausgewiesener Steueraufwand | 25.359 | 14.556 |
Als Ertragsteuern werden die Körperschaft- und Gewerbesteuer inklusive Solidaritätszuschlag der inländischen Konzerngesellschaften sowie die vergleichbaren Ertragsteuern der ausländischen Konzerngesellschaften ausgewiesen.
Für die Gesellschaften in Deutschland ermittelt sich ein Ertragsteuersatz von 27,5 % (2009: 27,5 %). Die Besteuerung im Ausland wird zu den in diesen Ländern geltenden Steuersätzen berechnet und liegt zwischen16,9 % und 42,0 % (2009: zwischen 16,9 % und 42,0 %). Der durchschnittliche Steuersatz im Ausland liegt bei 23,9 % (2009: 32,6 %).
Die latenten Steuern werden durch Anwendung der Steuersätze ermittelt, die nach der derzeitigen Rechtslage in den einzelnen Ländern zum Realisationszeitpunkt gelten bzw. gelten werden.
Die folgende Tabelle zeigt eine Überleitungsrechnung vom erwarteten Ertragsteueraufwand, der sich theoretisch bei Anwendung des aktuellen inländischen Ertragsteuersatzes von 27,5 % (2009: 27,5 %) im Konzern ergeben würde, zum tatsächlich ausgewiesenen Ertragsteueraufwand.
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| TEUR 2010 | 2009 | |
|---|---|---|
| Ergebnis vor Ertragsteuern | 93.970 | 49.391 |
| Erwarteter Steuersatz | 27,5 % | 27,5 % |
| Erwarteter Steueraufwand | 25.842 | 13.582 |
| Veränderung des erwarteten Steueraufwands aufgrund von: | ||
| - Pauschalbesteuerung Ausschüttung | 346 | 79 |
| - steuerfreie Erträge und nicht abzugsfähigen Aufwendungen | 366 | 409 |
| - Nutzung nicht aktivierter steuerlicher Verlustvorträge | 10 | 0 |
| - periodenfremden Steuern | 122 | -183 |
| - Steuersatzbedingte Abweichungen | -1.685 | 1.087 |
| - sonstigen Effekten | 358 | -418 |
| Tatsächlicher Steueraufwand | 25.359 | 14.556 |
| Tatsächlicher Steuersatz | 27.0 % | 29,5% |
Bei in- und ausländischen Tochtergesellschaften einbehaltene Gewinne von TEUR 21.692 sollen in den nächsten Jahren an die ElringKlinger AG ausgeschüttet werden. Der bei Ausschüttung in Deutschland anfallende Steueraufwand von TEUR 295 (2009: TEUR 98) wurde im Rahmen der latenten Steuern passiviert. Bei in- und ausländischen Tochtergesellschaften darüber hinaus thesaurierte Gewinne sollen auf Basis der momentanen Planung permanent investiert bleiben.
Latente Steueransprüche auf steuerliche Verlustvorträge sind bei der ElringKlinger Marusan in Japan gebildet worden. Da die Aktivierungsvoraussetzungen nicht vorliegen, wurden aktive latente Steuern in Höhe von TEUR 2.443 auf steuerliche Verlustvorträge bei Konzerngesellschaften in den USA und in Indien nicht erfasst. Die steuerlichen Verlustvorträge der beiden Konzerngesellschaften betragen TEUR 8.204, davon werden innerhalb der nächsten fünf Jahre TEUR 2.619 genutzt. Ergänzende Wertberichtigungen auf latente Steuern sind nicht erforderlich.
Die Steuerabgrenzungen sind den folgenden Sachverhalten zuzuordnen:
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| Bilanzpositionen TEUR |
Latente Steueransprüche 31.12.2010 | Latente Steueransprüche 31.12.2009 | Latente Steuerschulden 31.12.2010 | Latente Steuerschulden 31.12.2009 |
|---|---|---|---|---|
| Immaterielle Vermögenswerte | 88 | 236 | 3.568 | 2.951 |
| Sachanlagen | 61 | 207 | 26.869 | 25.240 |
| Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien | 0 | 0 | 1.772 | 1.810 |
| Finanzielle Vermögenswerte | 6 | 3 | 132 | 5 |
| Sonstige langfristige Vermögenswerte | 62 | 157 | 0 | 0 |
| Vorräte | 1.732 | 1.562 | 890 | 372 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 322 | 296 | 193 | 699 |
| Sonstige kurzfristige Vermögenswerte | 0 | 0 | 118 | 47 |
| Zahlungsmittel und -äquivalente | 0 | 0 | 692 | 0 |
| Rückstellungen für Pensionen | 6.414 | 5.505 | 0 | 0 |
| Langfristige Rückstellungen | 1.658 | 281 | 0 | 0 |
| Langfristige Finanzverbindlichkeiten | 67 | 52 | 8 | 33 |
| Sonstige langfristige Verbindlichkeiten | 2.631 | 2.656 | 0 | 0 |
| Kurzfristige Rückstellungen | 1.644 | 1.487 | 18 | 0 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 0 | 45 | 33 | 45 |
| Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten | 700 | 24 | 93 | 333 |
| Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten | 3.135 | 2.101 | 5 | 0 |
| Latenzen im Zusammenhang mit Anteilen an Tochterunternehmen | 0 | 0 | 295 | 98 |
| Steuerliche Verlustvorträge | 229 | 552 | 0 | 0 |
| Bilanzansatz | 18.749 | 15.164 | 34.686 | 31.633 |
Aufgrund der Umstellung des Verfahrens zur Bewertung von Pensionsverpflichtungen wurde eine Erhöhung der aktiven latenten Steuern in Höhe von TEUR 1.905 sowie eine Erhöhung von TEUR 5 der passiven latenten Steuern erfolgsneutral erfasst.
(10) Unverwässertes und verwässertes Ergebnis je Aktie
Um das unverwässerte Ergebnis je Aktie zu erhalten, wird der den Anteilseignern des Mutterunternehmens zustehende Periodengewinn durch die durchschnittliche Anzahl der Stückaktien geteilt. Aufgrund der Kapitalerhöhung am 6. Oktober 2010 hat sich die Anzahl der Aktien von 57.600.000 auf 63.359.990 erhöht.
Das verwässerte Ergebnis je Aktie entspricht dem unverwässerten Ergebnis je Aktie und berechnet sich wie folgt:
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| 2010 | 2009 | |
|---|---|---|
| Ergebnisanteile der Aktionäre der ElringKlinger AG in TEUR | 65.617 | 33.222 |
| Durchschnittliche Anzahl der Aktien | 58.945.053 | 57.600.000 |
| Ergebnis je Aktie in EUR | 1,11 | 0,58 |
Einzelangaben zur Bilanz
(11) Immaterielle Vermögenswerte
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| TEUR | Entwicklungskosten (selbstgeschaffen) | Geschäfts- oder Firmenwert (erworben) | Patente, Lizenzen, Software (erworben) | In Herstellung befindliche immaterielle Vermögenswerte (erworben) | Gesamt |
|---|---|---|---|---|---|
| Anschaffungs-/ Herstellungskosten | |||||
| Stand am 01.01.2010 | 17.298 | 87.817 | 29.749 | 34 | 134.898 |
| Währungsänderungen | 686 | 592 | 291 | 0 | 1.569 |
| Änderung Konsolidierungskreis | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Zugänge | 6.098 | 0 | 684 | 205 | 6.987 |
| Umbuchungen | 0 | 0 | 29 | -34 | -5 |
| Abgänge | 999 | 225 | 6.115 | 0 | 7.339 |
| Stand am 31.12.2010 | 23.083 | 88.184 | 24.638 | 205 | 136.110 |
| Abschreibungen | |||||
| Stand am 01.01.2010 | 8.996 | 13.168 | 23.550 | 0 | 45.714 |
| Währungsänderungen | 475 | 42 | 202 | 0 | 719 |
| Änderung Konsolidierungskreis | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Zugänge | 3.957 | 0 | 1.345 | 0 | 5.302 |
| Abgänge | 999 | 0 | 6.086 | 0 | 7.085 |
| Stand am 31.12.2010 | 12.429 | 13.210 | 19.011 | 0 | 44.650 |
| Nettobuchwert | |||||
| am 31.12.2010 | 10.654 | 74.974 | 5.627 | 205 | 91.460 |
| Anschaffungs-/ Herstellungskosten | |||||
| Stand am 01.01.2009 | 13.763 | 86.130 | 26.461 | 2.478 | 128.832 |
| Währungsänderungen | 9 | 553 | 23 | 0 | 585 |
| Änderung Konsolidierungskreis | 0 | 731 | 165 | 0 | 896 |
| Zugänge | 4.590 | 403 | 750 | 34 | 5.777 |
| Umbuchungen | 0 | 0 | 2.648 | -2.478 | 170 |
| Abgänge | 1.064 | 0 | 298 | 0 | 1.362 |
| Stand am 31.12.2009 | 17.298 | 87.817 | 29.749 | 34 | 134.898 |
| Abschreibungen | |||||
| Stand am 01.01.2009 | 6.909 | 13.128 | 22.253 | 0 | 42.290 |
| Währungsänderungen | 6 | 40 | 9 | 0 | 55 |
| Änderung Konsolidierungskreis | 0 | 0 | 1 | 0 | 1 |
| Zugänge | 3.145 | 0 | 1.585 | 0 | 4.730 |
| Abgänge | 1.064 | 0 | 298 | 0 | 1.362 |
| Stand am 31.12.2009 | 8.996 | 13.168 | 23.550 | 0 | 45.714 |
| Nettobuchwert | |||||
| Am 31.12.2009 | 8.302 | 74.649 | 6.199 | 34 | 89.184 |
In den Abgängen des Jahres 2010 zu den Geschäfts- oder Firmenwerten sind TEUR 225 aus dem Abgang eines Mehrwertes der ElringKlinger, S.A.U., Reus (Spanien) enthalten.
Die gesamten planmäßigen Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte sind in den folgenden GuV-Positionen enthalten:
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| TEUR | 2010 | 2009 |
|---|---|---|
| Umsatzkosten | 503 | 350 |
| Vertriebskosten | 98 | 476 |
| Allgemeine Verwaltungskosten | 589 | 512 |
| Forschungs- und Entwicklungskosten | 4.054 | 3.392 |
| Gesamt | 5.244 | 4.730 |
(12) Sachanlagen
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| TEUR | Grundstücke und Bauten | Technische Anlagen und Maschinen | Andere Anlagen, BGA | In Herstellung befindliche Sachanlagen | Gesamt |
|---|---|---|---|---|---|
| Anschaffungs-/ Herstellungskosten | |||||
| Stand am 01.01.2010 | 160.010 | 507.274 | 118.358 | 35.139 | 820.781 |
| Währungsänderungen | 8.192 | 23.779 | 1.254 | 1.597 | 34.822 |
| Zugänge | 17.173 | 44.989 | 5.336 | 59.658 | 127.156 |
| Umbuchungen | 11.039 | 19.233 | 1 | -30.268 | 5 |
| Abgänge | 33 | 19.157 | 11.457 | 3.615 | 34.262 |
| Stand am 31.12.2010 | 196.381 | 576.118 | 113.492 | 62.511 | 948.502 |
| Abschreibungen | |||||
| Stand am 01.01.2010 | 45.144 | 290.674 | 98.785 | 0 | 434.603 |
| Währungsänderungen | 2.658 | 12.128 | 750 | 0 | 15.536 |
| Zugänge | 4.355 | 67.389 | 3.985 | 0 | 75.729 |
| Umbuchungen | 0 | 161 | -161 | 0 | 0 |
| Abgänge | -143 | 15.834 | 11.169 | 0 | 26.860 |
| Stand am 31.12.2010 | 52.300 | 354.518 | 92.190 | 0 | 499.008 |
| Nettobuchwert | |||||
| am 31.12.2010 | 144.081 | 221.600 | 21.302 | 62.511 | 449.494 |
| Anschaffungs-/ Herstellungskosten | |||||
| Stand am 01.01.2009 | 137.961 | 426.362 | 115.050 | 57.437 | 736.810 |
| Währungsänderungen | 1.390 | 6.372 | 481 | 692 | 8.935 |
| Änderung Konsolidierungskreis | 972 | 938 | 135 | 24 | 2.069 |
| Zugänge | 10.657 | 45.104 | 3.555 | 30.253 | 89.569 |
| Umbuchungen | 10.634 | 38.839 | 1.694 | -51.337 | -170 |
| Abgänge | 1.604 | 10.341 | 2.557 | 1.930 | 16.432 |
| Stand am 31.12.2009 | 160.010 | 507.274 | 118.358 | 35.139 | 820.781 |
| Abschreibungen | |||||
| Stand am 01.01.2009 | 42.614 | 236.399 | 97.371 | 0 | 376.384 |
| Währungsänderungen | 197 | 3.063 | 247 | 0 | 3.507 |
| Änderungen Konsolidierungskreis | 0 | 284 | 82 | 0 | 366 |
| Zugänge | 3.765 | 57.966 | 3.569 | 0 | 65.300 |
| Umbuchungen | -4 | 0 | 4 | 0 | 0 |
| Abgänge | 1.428 | 7.038 | 2.488 | 0 | 10.954 |
| Stand am 31.12.2009 | 45.144 | 290.674 | 98.785 | 0 | 434.603 |
| Nettobuchwert | |||||
| am 31.12.2009 | 114.866 | 216.600 | 19.573 | 35.139 | 386.178 |
Die Sachanlagen enthalten auch gemietete Technische Anlagen mit einem Buchwert von insgesamt TEUR 434 (2009: TEUR 432), die infolge der Gestaltung der ihnen zugrunde liegenden Leasing-Verträge („Finanzierungsleasing“) dem Konzern als wirtschaftlichem Eigentümer zugerechnet werden. Die auf die gemieteten Anlagen entfallenden Abschreibungen des Geschäftsjahres betrugen TEUR 52 (2009: TEUR 71).
In 2010 fielen, wie in 2009, keine Aufwendungen für Wertminderungen auf Sachanlagen an.
(13) Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien
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| TEUR | Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien | Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien im Bau | Gesamt |
|---|---|---|---|
| Anschaffungs-/ Herstellungskosten | |||
| Stand am 01.01.20010 | 52.325 | 89 | 52.414 |
| Währungsänderungen | -395 | -2 | -397 |
| Zugänge | 169 | 14 | 183 |
| Abgänge | 141 | 8 | 149 |
| Stand am 31.12.2010 | 51.958 | 93 | 52.051 |
| Abschreibungen | |||
| Stand am 01.01.2010 | 25.014 | 0 | 25.014 |
| Währungsänderungen | -96 | 0 | -96 |
| Zugänge | 1.180 | 0 | 1.180 |
| Abgänge | 141 | 0 | 141 |
| Stand am 31.12.2010 | 25.957 | 0 | 25.957 |
| Nettobuchwert | |||
| am 31.12.2010 | 26.001 | 93 | 26.094 |
| Anschaffungs-/ Herstellungskosten Stand am 01.01.2009 | 52.394 | 88 | 52.482 |
| Währungsänderungen | -316 | -2 | -318 |
| Zugänge | 230 | 20 | 250 |
| Umbuchungen | 17 | -17 | 0 |
| Stand am 31.12.2009 | 52.325 | 89 | 52.414 |
| Abschreibungen | |||
| Stand am 01.01.2009 | 23.894 | 0 | 23.894 |
| Währungsänderungen | -69 | 0 | -69 |
| Zugänge | 1.189 | 0 | 1.189 |
| Stand am 31.12.2009 | 25.014 | 0 | 25.014 |
| Nettobuchwert | |||
| am 31.12.2009 | 27.311 | 89 | 27.400 |
Unter den als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien sind Gewerbeparks in Ludwigsburg, Idstein und Kecskemét-Kádafalva (Ungarn) ausgewiesen. Die auf Basis der Discounted-Cashflow-Methode ermittelten beizulegenden Zeitwerte belaufen sich auf TEUR 33.785 (2009: TEUR 77.795). Hierzu wird der Überschuss der zukünftig erwarteten Mieteinzahlungen über die erwarteten zahlungswirksamen Aufwendungen auf den Bewertungsstichtag abgezinst. Als Kapitalisierungsfaktor wurde ein Zinssatz von 10,00% (2009: 4,97 %) genutzt. Die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte erfolgte nicht durch einen Gutachter.
Sämtliche als Finanzinvestition gehaltene Immobilien werden im Rahmen von Operating-Leasingverhältnissen vermietet. Die daraus resultierenden Mieteinnahmen beliefen sich auf TEUR 7.806 (2009: TEUR 7.807). Die direkt mit dieser Finanzinvestition im Zusammenhang stehenden Aufwendungen betrugen TEUR 5.216 (2009: TEUR 5.283).
(14) Finanzielle Vermögenswerte
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| TEUR | Beteiligungen | Langfristige Wertpapiere | Übrige Finanzinvestitionen | Gesamt |
|---|---|---|---|---|
| Anschaffungskosten | ||||
| Stand am 01.01.2010 | 0 | 1.569 | 41 | 1.610 |
| Währungsänderungen | 0 | 34 | 0 | 34 |
| Zugänge | 0 | 470 | 0 | 470 |
| Abgänge | 0 | 562 | 3 | 565 |
| Stand am 31.12.2010 | 0 | 1.511 | 38 | 1.549 |
| Abschreibungen | ||||
| Stand am 01.01.2010 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Zugänge | 0 | 2 | 0 | 2 |
| Zuschreibungen | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Stand am 31.12.2010 | 0 | 2 | 0 | 2 |
| Nettobuchwert | ||||
| am 31.12.2010 | 0 | 1.509 | 38 | 1.547 |
| Zeitwert 31.12.2010 | 1.547 | 38 | ||
| Anschaffungskosten Stand am 01.01.2009 | 8 | 1.545 | 40 | 1.593 |
| Währungsänderungen | 0 | -2 | 0 | -2 |
| Zugänge | 0 | 845 | 0 | 845 |
| Umbuchungen | -8 | 0 | 8 | 0 |
| Abgänge | 0 | 819 | 7 | 826 |
| Stand am 31.12.2009 | 0 | 1.569 | 41 | 1.610 |
| Abschreibungen Stand am 01.01.2009 | 0 | 1 | 0 | 1 |
| Währungsänderungen | 0 | -1 | 0 | -1 |
| Stand am 31.12.2009 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Nettobuchwert | ||||
| am 31.12.2009 | 0 | 1.569 | 41 | 1.610 |
| Zeitwert 31.12.2009 | 1.610 | 41 |
Die langfristigen Wertpapiere sind in Höhe von TEUR 1.376 (2009: TEUR 1.375) zur Absicherung von Pensionsansprüchen verpfändet.
(15) Langfristige Ertragsteuererstattungsansprüche und sonstige langfristige Vermögenswerte
Die langfristigen Ertragsteuererstattungsansprüche enthalten das zum Barwert aktivierte Körperschaftsteuerguthaben der ElringKlinger AG in Höhe von TEUR 3.409 (2009: TEUR 4.323). Das Körperschaftsteuerguthaben wird in zehn gleichen Jahresraten von 2008 bis 2017 an die ElringKlinger AG ausgezahlt werden.
Unter den sonstigen langfristigen Vermögenswerten ist eine Vorauszahlung auf zukünftigen Lizenzaufwand in Höhe von TEUR 632 (2009: TEUR 650) sowie ein langfristiges Recht zur Nutzung eines Grundstückes in Indien in Höhe von TEUR 717 ausgewiesen.
(16) Vorräte
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| TEUR | 31.12.2010 | 31.12.2009 |
|---|---|---|
| Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe | 48.642 | 37.476 |
| Unfertige Erzeugnisse, unfertige Leistungen | 15.589 | 10.671 |
| Fertige Erzeugnisse und Waren | 71.978 | 52.535 |
| Geleistete Anzahlungen | 2.440 | 786 |
| Gesamt | 138.649 | 101.468 |
Bei den Vorräten wurden Wertminderungen aufgrund von Markt- und Gängigkeitsrisiken in Höhe von TEUR 9.961(2009: TEUR 14.898) vorgenommen.
(17) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige kurzfristige Vermögenswerte sowie kurzfristige Ertragsteuererstattungsansprüche
Für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige kurzfristige Vermögenswerte sind Wertminderungen in Höhe von TEUR 2.858 (2009: TEUR 3.749) für erkennbare Einzelrisiken sowie die voraussichtliche Skontoinanspruchnahme gebildet.
Der Buchwert der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und der sonstigen Vermögenswerte entspricht dem beizulegenden Zeitwert.
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind nicht verzinslich und haben in der Regel eine Fälligkeit von 30 bis 120 Tagen.
Das Wertberichtigungskonto für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen hat sich wie folgt entwickelt:
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| TEUR | 2010 | 2009 |
|---|---|---|
| Stand 01.01. | 3.749 | 4.045 |
| Zuführung | 1.107 | 1.264 |
| Auflösung / Inanspruchnahme | -2.206 | -1.686 |
| Wechselkurseffekte | 208 | 126 |
| Stand 31.12 | 2.858 | 3.749 |
Alle Aufwendungen und Erträge aus Wertminderungen von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen bzw. Erträgen ausgewiesen.
Die Fälligkeitsanalyse der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen stellt sich wie folgt dar:
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| TEUR | 31.12.2010 | 31.12.2009 |
|---|---|---|
| weder überfällig noch wertgemindert: | 102.746 | 79.195 |
| überfällig nicht wertgemindert: | ||
| - bis zu 30 | 22.319 | 13.930 |
| - von 30 bis zu 60 | 5.127 | 6.059 |
| - von 60 bis zu 90 | 3.061 | 3.856 |
| - von 90 bis zu 180 | 434 | 306 |
| - mehr als 180 | 131 | 99 |
| Gesamt: | 31.072 | 24.250 |
| Wertgemindert | 4.377 | 3.316 |
| Buchwert | 138.195 | 106.761 |
Für den Bestand der weder überfälligen noch wertgeminderten Forderungen wurden zum Abschlussstichtag keine Anzeichen dafür identifiziert, dass die Schuldner ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen werden.
Die sonstigen kurzfristigen Vermögenswerte enthalten im Wesentlichen Steuerforderungen aus Umsatzsteuer und sonstige Steuern (TEUR 4.994, 2009: TEUR 4.387).
(18) Zahlungsmittel
Die Position Zahlungsmittel umfasst Bargeld und Kontokorrentguthaben, die vom Konzern gehalten werden. Zahlungsmitteläquivalente gab es wie im Vorjahr nicht.
Der Buchwert dieser Vermögenswerte entspricht ihrem beizulegenden Zeitwert.
(19) Eigenkapital
Die Veränderungen der einzelnen Posten des Eigenkapitals im Konzern sind gesondert in der „Eigenkapitalveränderungsrechnung“ dargestellt.
Das Grundkapital der ElringKlinger AG lag zum 31. Dezember 2010 bei 63.359.990 Euro und ist unterteilt in 63.359.990 Stück Namensaktien, die je eine Stimme gewähren. Es ergibt sich ein rechnerischer Anteil von 1,00 Euro des Grundkapitals je Namensaktie. Die Gewinnverteilung erfolgt nach § 60 AktG in Verbindung mit § 23 Nr. 1 der Satzung.
Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital bis zum 25. Mai 2015 durch Ausgabe neuer Aktien gegen Bareinlagen einmal oder mehrmals, insgesamt jedoch um höchstens 23.040.010,00 Euro (vor der in 2010 durchgeführten Kapitalerhöhung 28.800.000,00 Euro), zu erhöhen. Den Aktionären ist grundsätzlich ein Bezugsrecht einzuräumen. Der Vorstand ist jedoch ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre auszuschließen, um Spitzenbeträge vom Bezugsrecht auszunehmen oder wenn der Ausgabepreis der neuen Aktien den Börsenpreis der bereits börsennotierten Aktien nicht wesentlich unterschreitet und die unter Ausschluss des Bezugsrechts gemäß § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG ausgegebenen Aktien insgesamt 10% des Grundkapitals nicht überschreiten, und zwar weder im Zeitpunkt des Wirksamwerdens noch der Ausübung des Bezugsrechtsausschlusses. Auf die Obergrenze von 10% des Grundkapitals sind Aktien anzurechnen, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung unter Ausschluss des Bezugsrechts in direkter oder entsprechender Anwendung des § 186 Abs. 3 AktG ausgegeben oder veräußert werden. Die Bedingungen der Kapitalerhöhung setzt der Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats fest (§ 4 Nr. 3 der Satzung).
Der Vorstand hat von der Ermächtigung, das Grundkapital durch Ausgabe neuer Aktien gegen Bareinlagen unter Ausschluss des Bezugsrechts mit Zustimmung des Aufsichtsrats entsprechend der vorgenannten Bedingungen zu erhöhen, Gebrauch gemacht. Insgesamt wurde das Grundkapital um 5.759.990 Euro (5.759.990 Stück Namensaktien) auf 63.359.990 Euro im Wege des sogenannten beschleunigten Bookbuilding-Verfahrens erhöht. Der Ausgabepreis pro Aktie betrug 21,50 Euro. Die Erhöhung des Grundkapitals wurde am 7. Oktober 2010 ins Handelsregister eingetragen.
Nach dem deutschen Aktiengesetz bemisst sich die ausschüttungsfähige Dividende nach dem Bilanzgewinn, der in dem gemäß den Vorschriften des deutschen Handelsgesetzbuches aufgestellten Jahresabschluss der ElringKlinger AG ausgewiesen wird. Im Geschäftsjahr 2010 hat die ElringKlinger AG eine Dividende von TEUR 11.520 (EUR 0,20 je Aktie) aus dem Bilanzgewinn 2009 an die Aktionäre ausgeschüttet. Im Geschäftsjahr 2009 betrug die Ausschüttung TEUR 8.640 (EUR 0,15 je Aktie) aus dem Bilanzgewinn 2008. Die Angaben zu der Dividende je Aktie für das Geschäftsjahr 2009 beziehen sich auf die Anzahl der Aktien vor der Kapitalerhöhung 2010.
Vorstand und Aufsichtsrat des Mutterunternehmens ElringKlinger AG werden der Hauptversammlung am 31. Mai 2011 vorschlagen, eine Dividende von EUR 0,35 je dividendenberechtigter Aktie auszuschütten, was einer Gesamtausschüttung von TEUR 22.176 entspricht.
(20) Minderheitsanteile am Eigenkapital und Periodenergebnis
In den Konzernabschluss wurden Gesellschaften einbezogen, an denen die ElringKlinger AG zu weniger als 100 % beteiligt ist. Gemäß IAS 27 werden die entsprechenden Minderheitsanteile in der Konzernbilanz innerhalb des Eigenkapitals getrennt vom auf die Anteilseigner des Mutterunternehmens entfallenden Eigenkapital ausgewiesen. Ebenso werden in der Konzern- Gewinn- und Verlustrechnung und der Überleitung zum Gesamtergebnis Minderheitsanteile am Periodenergebnis bzw. Gesamtergebnis gesondert angegeben.
Die im Konzernabschluss ausgewiesenen Minderheitsanteile am Eigenkapital betreffen konzernfremde Gesellschafter bei Tochterunternehmen. Sie entfallen in Höhe von TEUR 5.542 (2009: TEUR 5.327) auf Kapitalanteile, mit TEUR 1.385 (2009: TEUR 1.376) auf Anteile an den Gewinnrücklagen aus der Erstanwendung der IFRS und mit TEUR 8.413 (2009: TEUR 6.510) auf Gewinnanteile.
Durch den Zukauf von Minderheitsanteilen bei der ELNA und EKLS haben sich die Minderheitsanteile am Eigenkapital um insgesamt TEUR 667 verringert.
(21) Rückstellungen für Pensionen
Die betriebliche Altersversorgung erfolgt im Konzern bei den Auslandsgesellschaften vorwiegend auf Basis beitragsorientierter Zusagen und bei den Inlandsgesellschaften auf Basis leistungsorientierter und beitragsorientierter Versorgungspläne.
Bei den beitragsorientierten Zusagen (Defined Contribution Plans) zahlt das Unternehmen aufgrund gesetzlicher oder vertraglicher Bestimmungen bzw. auf freiwilliger Basis Beträge an staatliche oder private Rentenversicherungsträger. Mit Zahlung der Beträge bestehen für das Unternehmen keine weiteren Leistungsverpflichtungen. Die laufenden Beitragszahlungen zu den beitragsorientierten Versorgungungsplänen sind als Personalaufwand des jeweiligen Jahres ausgewiesen; sie beliefen sich im Konzern auf insgesamt TEUR 818 (2009: TEUR 434) und sind den jeweiligen Funktionskosten zugeordnet.
Die leistungsorientierten Pläne (Defined Benefit Plans) werden im Konzern durch die Bildung von Rückstellungen für Pensionen berücksichtigt, die nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren („Projected Unit Credit Method“) gemäß IAS 19 ermittelt sind. Bei diesem Verfahren werden neben den am Bilanzstichtag bekannten Renten und erworbenen Anwartschaften auch künftig zu erwartende Steigerungen von Renten und Gehältern bei vorsichtiger Einschätzung der relevanten Einflussgrößen berücksichtigt. Die Berechnung beruht bei den inländischen Gesellschaften auf versicherungsmathematischen Gutachten unter Berücksichtigung biometrischer Rechnungsgrundlagen (Richttafeln 2005 G von Prof. Dr. Klaus Heubeck).
Bei leistungsorientierten Plänen haben Arbeitnehmer Anspruch auf Leistungen in Abhängigkeit von der Dauer der Betriebszugehörigkeit bei Erreichen des Ruhestandsalters von 63 Jahren. Die tariflichen Mitarbeiter erhalten einen Rentenanspruch in Höhe von rund 0,16 % des Entgelts pro Beschäftigungsjahr, die Höchstgrenze liegt bei 30 Beschäftigungsjahren und entspricht 4,87 % des Entgelts. Bei leitenden Angestellten kann die Betriebsrente bis zu 35 % des letzten Monatsgehaltes betragen.
Die wichtigsten Annahmen sind:
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| Bewertung zum | 31.12.2010 | 31.12.2009 |
|---|---|---|
| Diskontierungszins (gewichtet) | 1,60 – 7,00 % | 1,75 – 5,07% |
| Erwartete prozentuale Gehaltssteigerungen | 2,00 % | 2,00 % |
| Zukünftige Rentensteigerungen | 2,00 % | 2,00 % |
In der Gewinn- und Verlustrechnung sind hinsichtlich der leistungsorientierten Pläne folgende Beträge erfasst:
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| TEUR | 2010 | 2009 |
|---|---|---|
| Dienstzeitaufwand | 1.741 | 2.343 |
| Zinsaufwand | 3.398 | 3.394 |
| Erwartete Erträge aus Planvermögen | -397 | -365 |
| Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand | 0 | -16 |
| Gesamtaufwand | 4.742 | 5.356 |
Das in zwei Gesellschaften zur Finanzierung der Versorgungsverpflichtungen zur Verfügung stehende Planvermögen hat sich wie folgt verändert:
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| TEUR | 2010 | 2009 |
|---|---|---|
| Marktwert zum 01.01. | 10.697 | 10.750 |
| Erwarteter Vermögensertrag | 434 | 371 |
| Arbeitgeberbeiträge | 1.054 | 676 |
| Eigenbeträge der Begünstigten des Plans | 1.685 | 1.307 |
| Leistungszahlungen | -3.226 | -2.287 |
| Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste | -185 | -155 |
| Sonstiges | -1.138 | 0 |
| Währungseffekte | 1.969 | 35 |
| Marktwert zum 31.12. | 11.290 | 10.697 |
Den erwarteten Vermögenserträgen liegen Zinsen in Höhe von 3,5% bzw. 4,6% zugrunde.
Die tatsächlichen Erträge aus Planvermögen betrugen TEUR 248 (2009: TEUR 219).
Der Dienstzeitaufwand wird in den Personalkosten der Funktionsbereiche erfasst. Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste im laufenden Jahr werden in voller Höhe erfolgsneutral direkt im Eigenkapital erfasst.
Die Veränderungen des Barwerts der leistungsorientierten Verpflichtungen des laufenden Geschäftsjahres stellen sich wie folgt dar:
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| TEUR | 2010 | 2009 |
|---|---|---|
| Barwert der Versorgungsansprüche zum 01.01. | 72.534 | 65.764 |
| Laufender Dienstzeitaufwand | 1.741 | 2.343 |
| Zinsaufwand | 3.398 | 3.394 |
| Auszahlungen/Inanspruchnahme | -4.608 | -4.748 |
| Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste | 3.815 | 5.984 |
| Sonstige Veränderungen / Währungsdifferenzen | 1.055 | -203 |
| Barwert der Versorgungsansprüche zum 31.12. | 77.935 | 72.534 |
Der in der Bilanz ausgewiesene Betrag aus der Verpflichtung des Konzerns ergibt sich wie folgt:
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| TEUR | 31.12.2010 | 31.12.2009 | 31.12.2008 | 31.12.2007 |
|---|---|---|---|---|
| Barwert fondsgedeckter und nicht fondsgedeckter Verpflichtungen | 77.935 | 72.534 | 65.764 | 52.239 |
| Beizulegender Zeitwert des Planvermögens | -11.290 | -10.697 | -10.750 | -175 |
| Barwert der Nettoverpflichtungen | 66.645 | 61.837 | 55.014 | 52.064 |
| In der Bilanz erfasste Nettoschuld | 66.645 | 61.837 | 55.014 | 52.064 |
(22) Lang- und kurzfristige Rückstellungen
Die lang- und kurzfristigen Rückstellungen setzen sich wie folgt zusammen:
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| TEUR | 31.12.2010 | 31.12.2009 |
|---|---|---|
| Kurzfristige Rückstellungen | 10.721 | 10.651 |
| Langfristige Rückstellungen | 10.378 | 6.015 |
| Gesamt | 21.099 | 16.666 |
Die Rückstellungen entfallen auf:
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| TEUR | Verpflichtungen Personalbereich | Gewährleistungsverpflichtungen | Drohende- Verluste aus Kun . - aufträgen | Prozesskosten | Übrige Risiken | Gesamt |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Stand zum 01.01.2010 | 7.485 | 2.384 | 4.311 | 833 | 1.653 | 16.666 |
| Wechselkursdifferenz | 93 | 13 | 121 | 4 | 18 | 249 |
| Inanspruchnahme | 1.805 | 2.091 | 3.646 | 74 | 1.068 | 8.684 |
| Auflösung | 646 | 872 | 786 | 133 | 217 | 2.654 |
| Aufzinsung | 257 | 9 | 0 | 0 | 0 | 266 |
| Zuführung | 5.630 | 2.240 | 6.534 | 255 | 597 | 15.256 |
| Stand zum 31.12.2010 | 11.014 | 1.683 | 6.534 | 885 | 983 | 21.099 |
Rückstellungen im Personalbereich werden unter anderem für Altersteilzeit, Jubiläumszuwendungen und ähnliche Verpflichtungen gebildet.
Die Rückstellung für Gewährleistungen ist die beste Einschätzung der Geschäftsleitung und wurde auf der Grundlage von Vergangenheitserfahrungen und des Industriedurchschnitts für fehlerhafte Produkte hinsichtlich der Haftung des Konzerns für eine Gewährleistung von zwölf Monaten geschätzt.
Die übrigen Risiken betreffen eine Vielzahl von erkennbaren Einzelrisiken und ungewissen Verpflichtungen, die in Höhe ihres wahrscheinlichen Eintritts berücksichtigt werden.
(23) Lang- und kurzfristige Finanzverbindlichkeiten
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| TEUR | Inland | Ausland | Gesamt 31.12.2010 | Inland | Ausland | Gesamt 31.12.2009 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Kontokorrentkredite | 231 | 13.200 | 13.431 | 27.706 | 3.307 | 31.013 |
| Finanzverbindlichkeiten mit Restlaufzeit bis zu einem Jahr | 42.503 | 20.943 | 63.446 | 22.513 | 2.708 | 25.221 |
| Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten | 42.734 | 34.143 | 76.877 | 50.219 | 6 .015 | 56.234 |
| Finanzverbindlichkeiten mit Restlaufzeit von mehr als einem Jahr | 120.027 | 2.331 | 122.358 | 153.425 | 10.844 | 164.269 |
| Gesamt | 162.761 | 36.474 | 199.235 | 203.644 | 16.859 | 220.503 |
Die Finanzverbindlichkeiten (ohne Kontokorrentkredite) haben folgende Laufzeiten:
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| TEUR | Inland | Ausland | Gesamt 31.12.2010 | Inland | Ausland | Gesamt 31.12.2009 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Jederzeit fällig oder bis zu einem Jahr | 42.503 | 20.943 | 63.446 | 22.513 | 2.708 | 25.221 |
| Mehr als ein und bis zu fünf Jahren | 100.019 | 2.331 | 102.350 | 101.938 | 10.844 | 112.782 |
| Mehr als fünf Jahre | 20.008 | 0 | 20.008 | 51.487 | 0 | 51.487 |
| Gesamt | 162.530 | 23.274 | 185.804 | 175.938 | 13.552 | 189.490 |
Die durchschnittlichen Zinssätze beliefen sich auf:
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| % | 31.12.2010 | 31.12.2009 |
|---|---|---|
| Kontokorrentkredite: | ||
| Inland | 2,50 | 3,67 |
| Ausland | 9,76 | 1,90 |
| Finanzverbindlichkeiten: | ||
| Inland: bis zu einem Jahr | 4,24 | 4,34 |
| Inland: mehr als ein und bis zu fünf Jahren | 4,06 | 4,18 |
| Inland: mehr als fünf Jahre | 4,45 | 4,42 |
| Ausland: bis zu einem Jahr | 2,09 | 3,25 |
| Ausland: mehr als ein und bis zu fünf Jahren | 4,23 | 7,36 |
| Ausland: mehr als fünf Jahre | - | - |
Für Finanzverbindlichkeiten in Höhe von TEUR 154.530 (2009: TEUR 166.938) wurden feste Zinssätze vereinbart. Außerdem bestehen Zinsswaps über Darlehen mit Nennbeträgen von TEUR 9.200, bei denen Zinsverpflichtungen, die auf variabler Basis bestehen, gegen Festbeträge getauscht werden.
Als Sicherheiten sind Grundschulden auf Betriebsgrundstücke mit einem Buchwert in Höhe von TEUR 85.601 (2009: TEUR 70.100), Sicherheiten an Vorräten mit Buchwerten von TEUR 3.454 (2009: TEUR 3.397) und Forderungen mit Buchwerten von TEUR 6.716 (2009: TEUR 6.490) eingeräumt. Die besicherten Verbindlichkeiten valutieren am 31. Dezember 2010 mit TEUR 32.324 (2009: TEUR 28.809).
Zum 31. Dezember 2010 standen dem Konzern nicht in Anspruch genommene zugesagte Kreditlinien in Höhe von TEUR 155.230 (2009: TEUR 109.686) zur Verfügung.
(24) Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige lang- und kurzfristige Verbindlichkeiten
Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige lang- und kurzfristige Verbindlichkeiten umfassen offene Verpflichtungen aus dem Liefer- und Leistungsverkehr sowie laufende Kosten.
Der Buchwert der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen entspricht annähernd ihrem beizulegenden Zeitwert.
Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige lang- und kurzfristige Verbindlichkeiten sind - mit Ausnahme handelsüblicher Eigentumsvorbehalte bei den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen - nicht gesichert.
In den sonstigen lang- und kurzfristigen Verbindlichkeiten sind unter anderem abgegrenzte Verbindlichkeiten aus Werkzeugerlösen enthalten.
(25) Sicherungspolitik und Finanzinstrumente
Risiken und Sicherungspolitik
Durch die internationalen Aktivitäten des ElringKlinger-Konzerns wirken sich Änderungen der Währungskurse, Zinsen sowie Rohstoffpreise auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens aus. Die Risiken resultieren aus Währungskurs- und Zinsschwankungen im Rahmen des operativen Geschäfts sowie aus der Finanzierung. Weitere Risiken resultieren aus Marktpreisschwankungen auf dem Rohstoffmarkt. Ferner bestehen Liquiditätsrisiken, die im Zusammenhang mit den Kredit- und Marktpreisrisiken stehen oder mit einer Verschlechterung des operativen Geschäfts beziehungsweise mit Störungen an den Finanzmärkten einhergehen.
Der Vorstand der ElringKlinger AG hat durch den Abschluss von Sicherungsgeschäften das Ziel, die auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage negativ wirkenden Risikofaktoren zu steuern und damit zu minimieren. Derivative Finanzinstrumente dürfen im ElringKlinger-Konzern nur mit der Zustimmung des Vorstands abgeschlossen werden. ElringKlinger verarbeitet umfangreich hochwertige Edelstähle. Darin enthalten sind Legierungszuschläge, vor allem für Nickel, der als börsennotiertes Metall Preisschwankungen unterliegt. Um die im Rahmen der Teilepreiskalkulation in Ansatz gebrachten Kosten für Legierungszuschläge teilweise abzusichern, setzte ElringKlinger im ersten Halbjahr 2010 derivate Finanzinstrumente ein. Abgesichert wurde ein Preiskorridor, in dem der durchschnittliche Kalkulationsansatz lag. Entwickelte sich die Börsennotiz von Nickel über das obere Ende des Korridors, erhielt ElringKlinger eine Ausgleichszahlung, fiel der Börsenpreis für Nickel unter das untere Ende des Korridors, hatte ElringKlinger eine Aufzahlung zu leisten. Die Nickelsicherungsgeschäfte hatten eine Laufzeit bis April 2010.
Hedge Accounting im Sinne des IAS 39 kam nicht zur Anwendung.
Währungsrisiko
Aufgrund der internationalen Ausrichtung ist der ElringKlinger-Konzern im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit Währungsrisiken ausgesetzt.
Das Wechselkursrisiko des Konzerns entsteht im operativen Geschäft vor allem dann, wenn die Umsatzerlöse in einer anderen Währung als die zugehörigen Kosten anfallen. Umsatzerlöse werden im Regelfall in der jeweiligen funktionalen Währung (dies ist meistens die jeweilige Landeswährung) des entsprechenden Konzernunternehmens generiert. Um Währungsrisiken aus dem operativen Geschäft zu reduzieren, werden daher Zukäufe von Gütern, Rohstoffen und Dienstleistungen sowie Investitions- und Finanzierungsaktivitäten hauptsächlich in der jeweiligen funktionalen Währung des Konzernunternehmens abgerechnet. Darüber hinaus versucht der Konzern, das Fremdwährungsrisiko durch eigene Produktion in den entsprechenden lokalen Absatzmärkten zu minimieren.
Zur weiteren Begrenzung des Währungsrisikos werden laufende Forderungen, Verbindlichkeiten und Schulden in Fremdwährung mit Devisentermingeschäften gesichert.
Den Tochtergesellschaften ist es nicht erlaubt, aus spekulativen Gründen Finanzmittel in Fremdwährung aufzunehmen oder anzulegen. Konzerninterne Finanzierungen oder Investitionen werden vorwiegend in der jeweiligen funktionalen Währung getätigt.
Mehrere Tochterunternehmen der ElringKlinger AG haben ihren Sitz außerhalb des Euroraumes. Da die Berichtswährung der ElringKlinger-Gruppe der Euro ist, werden Erträge und Aufwendungen dieser Beteiligungsgesellschaften im Rahmen der Konsolidierung in Euro umgerechnet. Veränderungen der durchschnittlichen Wechselkurse im Vergleich zur Vorperiode können daher Umrechnungseffekte verursachen, die sich im Konzernergebnis niederschlagen.
Aufgrund der Einbeziehung von Tochtergesellschaften weist der Konzern zudem Vermögenswerte und Verbindlichkeiten außerhalb der Eurozone aus, die auf lokale Währung lauten. Bei der Umrechnung dieser Vermögenswerte in Euro können Wechselkursschwankungen zu Wertänderungen führen. Die Änderungen dieser Netto-Vermögenswerte spiegeln sich im Eigenkapital des Konzerns wider.
Die ElringKlinger hält wesentliche Finanzverbindlichkeiten in Form von CHF-Darlehen (TCHF 71.500). Schwankungen des Wechselkurses können abhängig von den in CHF generierten Mittelzuflüssen wesentliche Auswirkungen auf das Periodenergebnis haben.
Um die möglichen Auswirkungen von Wechselkursänderungen auf das Konzernergebnis und das Konzerneigenkapital quantifizieren zu können, wurde eine Sensitivitätsanalyse durchgeführt. Diese stellt die negative Veränderung des Konzernergebnisses und des Konzerneigenkapitals für den Fall dar, dass der Euro um 10 % gegenüber den übrigen Konzernwährungen aufwerten würde:
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| 31.12.2010 TEUR |
USD | CHF | CAD | Sonstige | Gesamt |
|---|---|---|---|---|---|
| Konzernergebnis | -59 | -987 | -739 | -1.840 | -3.625 |
| Konzerneigenkapital | -477 | -3.688 | -2.221 | -12.525 | -18.911 |
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| 31.12.2009 TEUR |
USD | CHF | CAD | Sonstige | Gesamt |
|---|---|---|---|---|---|
| Konzernergebnis | 94 | -675 | -34 | -670 | -1.285 |
| Konzerneigenkapital | -471 | -2.872 | -2.021 | -9.237 | -14.601 |
Zinsrisiko
Das Zinsrisiko resultiert hauptsächlich aus finanziellen Verbindlichkeiten. Der Konzern steuert das Zinsrisiko mit dem Ziel, den Zinsertrag und den Zinsaufwand zu optimieren.
Für Finanzierungsverbindlichkeiten des ElringKlinger-Konzerns sind im Wesentlichen feste Zinssätze vereinbart. In Einzelfällen sind ergänzend Swap-Geschäfte zur Transformation variabler Zinsen in Festzinsen abgeschlossen worden. Somit bestehen nur sehr geringe Risiken durch Zinsschwankungen.
Wenn das Marktzinsniveau zum 31. Dezember 2010 um 1% höher gewesen wäre, hätte sich das Ergebnis um 633 TEUR erhöht. Eine Absenkung des Marktzinsniveaus um 1% hätte eine Ergebnisverringerung von 642 TEUR zur Folge gehabt.
Rohstoffpreisrisiko
ElringKlinger ist Risiken aus der Änderung der Preise für in die Produktion eingehende Rohstoffe ausgesetzt. Um Schwankungen in den Einkaufspreisen der Rohstoffe abzumildern, hatte ElringKlinger bis April 2010 Sicherungsgeschäfte für Nickel abgeschlossen.
Eine Absicherung vertretbarer Einkaufspreise kann im Bedarfsfall durch derivative Absicherungsgeschäfte erfolgen.
Kreditrisiko
Das Kreditrisiko beschreibt die Gefahr eines wirtschaftlichen Verlustes, der dadurch entsteht, dass ein Vertragspartner seinen vertraglichen Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommt. Das Kreditrisiko umfasst dabei sowohl das unmittelbare Ausfallrisiko als auch das Risiko einer Bonitätsverschlechterung sowie Konzentrationsrisiken. Die maximalen Risikopositionen aus finanziellen Vermögenswerten, welche grundsätzlich einem Kreditrisiko unterliegen können, entsprechen deren Buchwerten und stellen sich wie folgt dar:
Liquide Mittel
Liquide Mittel umfassen im Wesentlichen sofort verfügbare Guthaben bei Kreditinstituten. Im Zusammenhang mit der Anlage von liquiden Mitteln ist die ElringKlinger-Gruppe Verlusten aus Kreditrisiken ausgesetzt, sofern Finanzinstitute ihre Verpflichtungen nicht erfüllen (sog. Kontrahentenrisiko). Zur Minimierung dieses Risikos werden die Finanzinstitute, bei denen Anlagen getätigt werden, sorgfältig ausgewählt. Die maximale Risikoexposition entspricht dem Buchwert der liquiden Mittel zum Bilanzstichtag.
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
Forderungen aus Lieferungen resultieren hauptsächlich aus den globalen Verkaufsaktivitäten von Dichtungen, Dichtungsmaterialien, Kunststofferzeugnissen und Baugruppen für die Fahrzeug- und allgemeine Industrie. Das Kreditrisiko besteht in der Gefahr des Ausfalls eines Vertragspartners, das durch die Kundenstruktur mit verschiedenen Großkunden geprägt ist.
Im Inlandsgeschäft wird der überwiegende Teil der Forderungen über einen Eigentumsvorbehalt abgesichert. Um dem Kreditrisiko vorzubeugen, werden ferner Bonitätsprüfungen in Form von Anfragen bei Kreditauskunftsdateien bei ausgewählten Kontrahenten durchgeführt. Zudem existieren interne Prozesse zur laufenden Überwachung von Forderungen, bei denen mit einem teilweisen oder vollständigen Ausfall gerechnet werden muss.
Im Exportgeschäft beurteilt ElringKlinger die Bonität der Kontrahenten ebenfalls durch Anfragen bei Kreditauskunftsdateien sowie unter Einbeziehung des spezifischen Länderrisikos. Darüber hinaus werden in bestimmten Fällen Kreditversicherungen abgeschlossen oder Akkreditive als Kreditsicherheiten angefordert.
Zudem wird dem Ausfallrisiko durch Wertberichtigungen für erkennbare Einzelrisiken sowie voraussichtliche Skontoinanspruchnahme Rechnung getragen. Die maximale Risikoexposition aus den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen entspricht dem Buchwert dieser Forderungen zum Bilanzstichtag. Die Buchwerte der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, mit gesonderter Darstellung der überfälligen und wertberichtigten Forderungen, können der Anmerkung 17 entnommen werden.
Mit den drei größten Kunden wurde in 2010 ein Umsatzanteil von 35% erzielt. Der starke Aufschwung im internationalen Fahrzeuggeschäft hat dazu geführt, dass sich die Ertragssituation bei nahezu allen Kunden der ElringKlinger-Gruppe erheblich verbessert hat. Das Risiko eines Ausfalls von Forderungen hat sich somit weiter verringert.
Derivative Finanzinstrumente
Derivative Finanzinstrumente beinhalten Derivate, die nicht in ein Hedge Accounting einbezogen werden. ElringKlinger schließt Spekulationsgeschäfte grundsätzlich aus. Derivate werden in der Regel nur zur Eingrenzung von Zinsrisiken, von Währungsrisiken und von Rohstoffpreisrisiken eingesetzt.
ElringKlinger verarbeitet umfangreich hochwertige Edelstähle. Darin enthalten sind Legierungszuschläge, vor allem für Nickel, der als börsennotiertes Metall Preisschwankungen unterliegt. Um die im Rahmen der Teilepreiskalkulation in Ansatz gebrachten Kosten für Legierungszuschläge teilweise abzusichern, setzte ElringKlinger im ersten Halbjahr 2010 derivate Finanzinstrumente ein. Abgesichert wurde ein Preiskorridor, in dem der durchschnittliche Kalkulationsansatz lag. Entwickelte sich die Börsennotiz von Nickel über das obere Ende des Korridors erhielt ElringKlinger eine Ausgleichszahlung, fiel der Börsenpreis für Nickel unter das untere Ende des Korridors hatte ElringKlinger eine Aufzahlung zu leisten. Der Konzern steuert das Kreditrisiko der Derivate, indem Derivative Finanzgeschäfte ausschließlich mit großen Banken von bestmöglicher Bonität nach einheitlichen Richtlinien getätigt werden.
Liquiditätsrisiko
Das Liquiditätsrisiko beschreibt die Gefahr, dass ElringKlinger seinen Zahlungsverpflichtungen nicht in ausreichendem Maß nachkommen kann.
ElringKlinger generiert liquide Mittel vorwiegend durch das operative Geschäft und darüber hinaus durch externe Finanzierungen. Diese Mittel werden vorwiegend zur Finanzierung des Working Capital und von Investitionen verwendet.
ElringKlinger stellt seine laufende Liquidität sicher, indem der Konzern neben dem Mittelzufluss aus der operativen Tätigkeit in hinreichendem Maße liquide Mittel und Kreditlinien bei Kreditinstituten vorhält. Zum Bilanzstichtag stehen dem Konzern Kreditlinien in Höhe von TEUR 155.230 (2009: TEUR 109.686) zur Verfügung.
Die nachfolgende Tabelle zeigt alle vertraglich fixierten Zahlungen für Tilgungen, Rückzahlungen und Zinsen aus bilanzierten finanziellen Verbindlichkeiten, einschließlich der derivaten Finanzinstrumente mit einem negativen Marktwert.
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| TEUR per 31.12.2010 | Verb. aus Lieferungen und Leistungen | Finanzverbindlichkeiten | Finanzierungsleasing | Derivate | Gesamt |
|---|---|---|---|---|---|
| Buchwert | 46.405 | 199.011 | 224 | 370 | 246.010 |
| Zahlungsabflüsse | |||||
| erwartete Zahlungsabflüsse: | 46.405 | 217.308 | 236 | 403 | 264.352 |
| - bis zu einem Monat | 27.791 | 689 | 5 | 23 | 28.508 |
| - von einem bis zu drei Monaten | 17.573 | 20.972 | 13 | 36 | 38.594 |
| - von drei Monaten bis zu einem Jahr | 1.038 | 61.973 | 59 | 130 | 63.200 |
| - von einem bis zu fünf Jahren | 3 | 117.248 | 159 | 214 | 117.624 |
| - mehr als fünf Jahre | 0 | 16.426 | 0 | 0 | 16.426 |
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| TEUR per 31.12.2009 | Verb. aus Lieferungen und Leistungen | Finanzverbindlichkeiten | Finanzierungsleasing | Derivate | Gesamt |
|---|---|---|---|---|---|
| Buchwert | 35.712 | 220.166 | 337 | 1.180 | 257.395 |
| Zahlungsabflüsse | |||||
| erwartete Zahlungsabflüsse: | 35.712 | 251.407 | 416 | 1.112 | 288.647 |
| - bis zu einem Monat | 24.768 | 5.752 | 22 | 223 | 30.765 |
| - von einem bis zu drei Monaten | 10.654 | 20.930 | 40 | 334 | 31.958 |
| - von drei Monaten bis zu einem Jahr | 312 | 34.443 | 165 | 298 | 35.218 |
| - von einem bis zu fünf Jahren | -22 | 136.754 | 189 | 257 | 137.178 |
| - mehr als fünf Jahre | 0 | 53.528 | 0 | 0 | 53.528 |
Weitere Erläuterungen zu Finanzverbindlichkeiten finden sich im Anhang unter der Ziffer 23.
(26) Zusätzliche Informationen über Finanzinstrumente
Dieser Abschnitt gibt einen umfassenden Überblick über die Bedeutung von Finanzinstrumenten und liefert zusätzliche Informationen über Bilanzpositionen, die Finanzinstrumente enthalten.
Die folgende Tabelle zeigt die Buchwerte (BW) und Zeitwerte (ZW) der finanziellen Vermögenswerte:
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| TEUR | BW | Forderungen aus Lieferungen und Leistungen /Zahlungsmittel ZW | Derivate BW | ZW |
|---|---|---|---|---|
| per 31.12.2010 | ||||
| Zahlungsmittel | 101.176 | 101.176 | 0 | 0 |
| Kredite und Forderungen | 138.195 | 138.195 | 0 | 0 |
| bis zur Endfälligkeit gehalten | 0 | 0 | 0 | 0 |
| zu Handelszwecken gehalten | 0 | 0 | 0 | 0 |
| zur Veräußerung verfügbar | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Gesamt | 239.371 | 239.371 | 0 | 0 |
| per 31.12.2009 | ||||
| Zahlungsmittel | 25.580 | 25.580 | 0 | 0 |
| Kredite und Forderungen | 106.761 | 106.761 | 0 | 0 |
| bis zur Endfälligkeit gehalten | 0 | 0 | 0 | 0 |
| zu Handelszwecken gehalten | 0 | 0 | 0 | 0 |
| zur Veräußerung verfügbar | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Gesamt | 132.341 | 132.341 | 0 | 0 |
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| TEUR | BW | Andere Finanzinstrumente ZW | Gesamt BW |
|---|---|---|---|
| per 31.12.2010 | |||
| Zahlungsmittel | 0 | 0 | 101.176 |
| Kredite und Forderungen | 30 | 30 | 138.225 |
| bis zur Endfälligkeit gehalten | 1.376 | 1.421 | 1.376 |
| zu Handelszwecken gehalten | 0 | 0 | 0 |
| zur Veräußerung verfügbar | 175 | 175 | 175 |
| Gesamt | 1.581 | 1.626 | 240.952 |
| per 31.12.2009 | |||
| Zahlungsmittel | 0 | 0 | 25.580 |
| Kredite und Forderungen | 33 | 33 | 106.794 |
| bis zur Endfälligkeit gehalten | 1.375 | 1.416 | 1.375 |
| zu Handelszwecken gehalten | 0 | 0 | 0 |
| zur Veräußerung verfügbar | 232 | 232 | 232 |
| Gesamt | 1.640 | 1.681 | 133.981 |
Der Zeitwert von Zahlungsmitteln sowie von Krediten und Forderungen entspricht dem Buchwert. Der Grund dafür ist vor allem die kurze Laufzeit solcher Instrumente. Bei den bis zur Endfälligkeit gehaltenen Finanzinstrumenten setzt ElringKlinger als Zeitwert den Kurswert in einem aktiven Markt an. Die zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerte werden mit dem Marktpreis bewertet.
In den finanziellen Vermögenswerten sind Festgeldanlagen in Höhe von 17 TEUR enthalten.
Die folgende Tabelle zeigt die Buchwerte (BW) und Zeitwerte (ZW) der finanziellen Verbindlichkeiten:
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| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing | |||
|---|---|---|---|---|
| TEUR | BW | ZW | BW | ZW |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| per 31.12.2010 | ||||
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | ||||
| 46.405 | 46.405 | |||
| Finanzverbindlichkeiten | 224 | 224 | ||
| Zu Anschaffungskosten bewertete finanzielle | ||||
| Verbindlichkeiten | 46.405 | 46.405 | 224 | 224 |
| zu Handelszwecken gehalten*) | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Erfolgswirksam zum Zeitwert | 0 | 0 | 0 | 0 |
| bewertete finanzielle Verbindlichkeiten | ||||
| per 31.12.2009 | ||||
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | ||||
| 35.712 | 35.712 | 0 | 0 | |
| Finanzverbindlichkeiten | 0 | 0 | 337 | 337 |
| Zu Anschaffungskosten bewertete finanzielle | ||||
| Verbindlichkeiten | 35.712 | 35.712 | 337 | 337 |
| zu Handelszwecken gehalten*) | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Erfolgswirksam zum Zeit - wert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten | 0 | 0 | 0 | 0 |
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| Sonstige Finanzverbindlichkeiten | Gesamt | ||
|---|---|---|---|
| TEUR | BW | ZW | BW |
| --- | --- | --- | --- |
| per 31.12.2010 | |||
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | |||
| 46.405 | |||
| Finanzverbindlichkeiten | 199.011 | 201.814 | 199.235 |
| Zu Anschaffungskosten bewertete finanzielle | |||
| Verbindlichkeiten | 199.011 | 201.814 | 245.640 |
| zu Handelszwecken gehalten*) | 370 | 370 | 370 |
| Erfolgswirksam zum Zeit - wert | 370 | 370 | 370 |
| bewertete finanzielle Verbindlichkeiten | |||
| per 31.12.2009 | |||
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | |||
| 0 | 0 | 35.712 | |
| Finanzverbindlichkeiten | 220.166 | 220.166 | 220.503 |
| Zu Anschaffungskosten bewertete finanzielle | |||
| Verbindlichkeiten | 220.166 | 220.166 | 256.215 |
| zu Handelszwecken gehalten*) | 1.180 | 1.180 | 1.180 |
| Erfolgswirksam zum Zeit - wert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten | 1.180 | 1.180 | 1.180 |
*) Es handelt sich um Derivate, für die die Voraussetzungen für ein Hedge Accounting nicht vorliegen.
Der Zeitwert von Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie von sonstigen kurzfristigen finanziellen Verbindlichkeiten entspricht dem Buchwert. Bei langfristigen festverzinslichen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing sowie Derivaten bestimmt Elringklinger den Marktwert durch die Abzinsung der erwarteten zukünftigen Zahlungsströme mit den für ähnliche Finanzschulden mit vergleichbarer Restlaufzeit aktuell geltenden Zinsen sowie dem unternehmensspezifischem Risikozins.
Die folgende Tabelle zeigt die Zuordnung der zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten zu den 3 Stufen der Fair-Value- Hierarchie:
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| TEUR Finanzielle Vermögenswerte | Stufe 1 | Stufe 2 | Stufe 3 |
|---|---|---|---|
| zur Veräußerung verfügbar | 175 | 0 | 0 |
| zu Handelszwecken gehalten | 0 | 0 | 0 |
| Gesamt | 175 | 0 | 0 |
| Finanzielle Verbindlichkeiten | |||
| zur Veräußerung verfügbar | 0 | 0 | 0 |
| zu Handelszwecken gehalten*) | 0 | 370 | 0 |
| Gesamt | 0 | 370 | 0 |
*) Es handelt sich um Derivate, für die die Voraussetzungen für ein Hedge Accounting nicht vorliegen.
Die Stufen der Fair-Value-Hierarchie sind im Folgenden beschrieben:
| Stufe 1: Bewertung anhand von Marktpreisen; | |
| Stufe 2: Bewertung anhand von Marktpreisen für ähnliche Instrumente oder anhand von Bewertungsmodellen, die auf am Markt beobachtbaren Inputparametern basieren; | |
| Stufe 3: Bewertung anhand von Informationen für Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die nicht auf beobachtbaren Marktdaten basieren. |
Die Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing beruhen auf Sachanlagen, die infolge der Gestaltung der ihnen zugrunde liegenden Leasing-Verträge dem Konzern als wirtschaftlichem Eigentümer zuzuordnen sind. Zum 31. Dezember 2010 betrugen die zukünftigen Mindestleasingzahlungen aus Finanzierungsleasingverträgen TEUR 236 (2009: TEUR 417). Die Überleitung der Mindestleasingzahlungen aus Finanzierungsleasingverträgen zu den entsprechenden Verbindlichkeiten zum 31. Dezember 2010 stellt sich wie folgt dar:
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| TEUR | Mindestleasingzahlungen 31.12.2010 | In den Mindestleasingzahlungen enthaltene Zinsen 31.12.2010 | Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 31.12.2010 |
|---|---|---|---|
| Fälligkeit | |||
| Innerhalb eines Jahres | 77 | 6 | 71 |
| Zwischen einem und fünf Jahren | 159 | 6 | 153 |
| Nach mehr als fünf Jahren | 0 | 0 | 0 |
| Gesamt | 236 | 12 | 224 |
Nettogewinne bzw. -verluste von Finanzinstrumenten:
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| TEUR | 2010 | 2009 |
|---|---|---|
| zu Handelszwecken gehaltene Finanzinstrumente *) | 523 | 3.293 |
| zur Veräußerung verfügbare Vermögenswerte | 0 | 1 |
| bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen | -2 | 8 |
| Kredite und Forderungen | 1.497 | -112 |
| zu Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten | -9.068 | 319 |
*) Es handelt sich um Derivate, für die die Voraussetzungen für ein Hedge Accounting nicht vorliegen.
Nettogewinne bzw. -verluste aus Derivaten beinhalten die Effekte aus Marktwertänderungen, die in voller Höhe im Ergebnis der Periode erfasst werden.
Die Nettogewinne der zur Veräußerung verfügbaren Vermögenswerte enthalten Erträge aus Beteiligungen.
Nettogewinne bzw. -verluste der bis zur Endfälligkeit gehaltenen Finanzinstrumente enthalten Wertminderungen sowie Zuschreibungen.
Nettogewinne bzw. -verluste aus Krediten und Forderungen enthalten im Wesentlichen Wertminderungen sowie Zuschreibungen.
Nettoverluste aus zu Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Verbindlichkeiten beinhalten Abschreibungen auf Disagien und Währungsverluste.
Die Gesamtzinserträge und -aufwendungen für finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten, die nicht erfolgwirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, stellen sich wie folgt dar:
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| TEUR | 2010 | 2009 |
|---|---|---|
| Gesamtzinserträge | 805 | 177 |
| Gesamtzinsaufwendungen | -10.439 | -11.218 |
Von den Gesamtzinserträgen resultieren, wie im Vorjahr, keine Zinserträge aus wertgeminderten finanziellen Vermögenswerten.
Derivative Finanzinstrumente
Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2010 bestanden folgende Finanzderivate, die ausschließlich der Absicherung von Zinsrisiken dienen:
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| TEUR | Beizulegender Zeitwert | Buchwert | Rückstellung |
|---|---|---|---|
| Zinsbezogene Derivate | |||
| Zinsswap | -370 | -370 | -370 |
| Gesamt | -370 | -370 | -370 |
Die negativen beizulegenden Zeitwerte sind unter den kurzfristigen Rückstellungen ausgewiesen und haben die sonstigen betrieblichen Aufwendungen entsprechend erhöht.
Die Ermittlung der bankbestätigten Marktwerte der Finanzderivate erfolgt unter Anwendung anerkannter mathematischer Verfahren und auf Basis der zum Bilanzstichtag vorliegenden Marktdaten (Mark-to-Market-Methode).
(27) Kapitalmanagement
ElringKlinger sieht ein starkes Finanzprofil der Unternehmensgruppe als Grundvoraussetzung für weiteres Wachstum. Durch die gute Kapitalausstattung sind Zukunftsinvestitionen für organisches Wachstum, aber auch für externes Wachstum möglich.
Der Vorstand des Mutterunternehmens strebt eine Mindesteigenkapitalquote im Konzern von 40 % an. In der Satzung der ElringKlinger AG sind keine Kapitalerfordernisse definiert. Zum Erwerb eigener Aktien ist ElringKlinger nicht ermächtigt. Aktienoptionsprogramme mit Einfluss auf die Kapitalstruktur existieren nicht.
Zu zwei Darlehen bestehen vertraglich vereinbarte Ereignisse bzw. Grenzwerte (Financial Covenants) bei deren Verletzung die Darlehen fällig werden. Diese stellen sich wie folgt dar:
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| Covenant | Höchst-/ Untergrenze | Wert per 31.12.2010 |
|---|---|---|
| Eigenmittelquote im Konzern | 25% | 44,8% |
| Verhältnis Nettoverschuldung zu EBITDA | 3,0 | 0,50 |
| Verhältnis Finanzverbindlichkeiten zu EBITDA | 2,8:1 | 0,99 |
| Verhältnis EBIT zu Zinsaufwand | 3,5:1 | 11,62 |
Die Angaben erfolgten gemäß der Berechnung der Darlehensgeber.
Die folgende Darstellung zeigt Eigenkapital und Bilanzsumme zum 31. Dezember 2010 im Vergleich zum 31. Dezember 2009.
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| Mio. EUR | 2010 | 2009 |
|---|---|---|
| Eigenkapital | 512,3 | 316,1 |
| als % vom Gesamtkapital | 52,2 % | 41,0 % |
| langfristige Verbindlichkeiten | 268,4 | 301,1 |
| kurzfristige Verbindlichkeiten | 200,7 | 152,9 |
| Fremdkapital | 469,1 | 454,0 |
| als % vom Gesamtkapital | 47,8 % | 59,0 % |
| Gesamtkapital | 981,4 | 770,1 |
Der Anstieg des Eigenkapitals vom 31. Dezember 2009 zum 31. Dezember 2010 resultiert im Wesentlichen aus dem Anstieg der Gewinnrücklagen sowie der Kapitalrücklagen. Zudem erhöhte sich durch die Kapitalerhöhung das gezeichnete Kapital um TEUR 5.760 auf TEUR 63.360. Das Fremdkapital erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr um 3,3 %.
Mit einer Eigenkapitalquote von 56,5 % in der AG und von 52,2 % im Konzern wurde die von Aufsichtsrat und Vorstand definierte Eigenkapitalquote von 40 % übertroffen.
Sämtliche externen Mindestkapitalanforderungen sind in der Berichtsperiode erfüllt worden.
(28) Erläuterungen zur Kapitalflussrechnung
Die Konzern-Kapitalflussrechnung zeigt, wie sich die Zahlungsmittel des ElringKlinger-Konzerns durch Mittelzu- und -abflüsse im Laufe des Geschäftsjahres verändert haben. Entsprechend IAS 7 wird zwischen Zahlungsströmen aus betrieblicher Tätigkeit sowie aus Investitions- und Finanzierungstätigkeit unterschieden.
Die in der Kapitalflussrechnung betrachteten Zahlungsmittel umfassen die in der Bilanz ausgewiesenen liquiden Mittel, d.h. Kassenbestand, Schecks sowie Guthaben bei Kreditinstituten.
Die Cashflows aus der Investitions- und Finanzierungstätigkeit werden zahlungsbezogen ermittelt. Der Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit wird demgegenüber ausgehend vom Ergebnis vor Ertragsteuern indirekt abgeleitet. Im Rahmen der indirekten Ermittlung werden die berücksichtigten Veränderungen von Bilanzpositionen im Zusammenhang mit der betrieblichen Tätigkeit um Effekte aus der Währungsumrechnung sowie aus Änderungen des Konsolidierungskreises bereinigt. Die Veränderungen der betreffenden Bilanzpositionen können daher nicht mit den entsprechenden Werten auf Grundlage der veröffentlichten Konzernbilanz abgestimmt werden.
Die Auszahlungen an Minderheitsgesellschafter zum Erwerb von Anteilen enthalten den vollständig durch Zahlungsmittel ausgeglichenen Kaufpreis für den Erwerb von 40 % der Anteile an der ELNA sowie von 20 % der Anteile an der EKLS.
(29) Segmentberichterstattung
Die Organisationsstruktur und die interne Berichterstattung des ElringKlinger-Konzerns sind durch die Ausrichtung auf fünf Geschäftsfelder gekennzeichnet. Dementsprechend erfolgt die Segmentierung in die Tätigkeitsbereiche „Erstausrüstung“, „Ersatzteile“, „Kunststofftechnik“, „Dienstleistungen“ und „Gewerbeparks“.
Die Aktivitäten in den Berichtssegmenten „Erstausrüstung“ und „Ersatzteile“ erstrecken sich auf die Herstellung und den Vertrieb von Teilen und Baugruppen für den Motor-, Getriebe- und Abgasbereich von Kraftfahrzeugen (Powertrain). Ferner werden im Zusammenhang mit dieser Tätigkeit stehende Dienstleistungen erbracht.
Im Segment „Kunststofftechnik“ werden technische Erzeugnisse für die Fahrzeug- und allgemeine Industrie aus hochbeanspruchbaren PTFE-Kunststoffen hergestellt und vertrieben.
Das Berichtssegment „Dienstleistungen“ betrifft im Wesentlichen den Betrieb von Motorenprüfständen sowie Beiträge für die Motorenentwicklung.
Das Segment „Gewerbeparks“ umfasst die Verwaltung und Vermietung von Grundeigentum und Gebäuden.
In der folgenden Übersicht „Segmentberichterstattung“ werden in der Spalte „Konsolidierung und Sonstiges“ die Konsolidierung zwischen den Segmenten sowie den Segmenten nicht direkt zuordenbare Beträge ausgewiesen. Letzteres betrifft lediglich die den Segmenten nicht direkt zuordenbaren Finanzverbindlichkeiten. Die interne Steuerung und Berichterstattung basiert auf den Grundsätzen der Rechnungslegung nach IFRS. Der Konzern misst den Erfolg seiner Segmente anhand des Ergebnisses vor Steuern nach IFRS. Mit Ausnahme der Lieferungen des Erstausrüstungsbereichs an den Ersatzteilbereich bestehen zwischen den einzelnen Segmenten nur in nicht wesentlichem Umfang Liefer- und Leistungsbeziehungen. Der Leistungsaustausch zwischen den Segmenten wird zu Preisen angesetzt, wie sie auch mit Konzernfremden vereinbart werden.
Im Ergebnis des Segments „Erstausrüstung“ ist kein Wertminderungsaufwand enthalten.
Mit zwei Kunden wurden im Segment Erstausrüstung mehr als 10 % der Konzernumsatzerlöse erzielt (TEUR 98.403 und TEUR 98.247).
Segmentberichterstattung
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| Segment | Erstausrüstung | Ersatzteile | Kunststofftechnik | |||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Angaben in T€ |
2010 | 2009 | 2010 | 2009 | 2010 | 2009 |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Segmenterlöse | 625.658 | 433.439 | 107.057 | 93.258 | 71.476 | 56.377 |
| - Intersegmenterlöse | -18.774 | -15.237 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Umsatzerlöse | 606.884 | 418.202 | 107.057 | 93.258 | 71.476 | 56.377 |
| EBIT² | 68.256 | 34.371 | 22.181 | 19.312 | 11.533 | 5.440 |
| + Zinserträge | 616 | 123 | 176 | 155 | 320 | 231 |
| - Zinsaufwendungen | -11.355 | -11.915 | -896 | -1.048 | -751 | -652 |
| Ergebnis vor Ertragsteuern | 57.517 | 22.579 | 21.461 | 18.419 | 11.102 | 5.019 |
| Planmäßige Abschreibungen | 76.511 | 65.448 | 795 | 839 | 2.673 | 2.710 |
| Investitionen³ | 123.488 | 83.104 | 4.123 | 3.240 | 5.951 | 7.438 |
| Segmentvermögen | 816.104 | 628.646 | 58.191 | 51.611 | 72.177 | 60.833 |
| Segmentschulden | 244.078 | 210.267 | 20.974 | 21.107 | 25.834 | 20.937 |
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| Segment | Gewerbeparks | Dienstleistungen | ||
|---|---|---|---|---|
| Angaben in T€ |
2010 | 2009 | 2010 | 2009 |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Segmenterlöse | 8.060 | 8.102 | 8.446 | 7.475 |
| - Intersegmenterlöse | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Umsatzerlöse | 8.060 | 8.102 | 8.446 | 7.475 |
| EBIT² | 3.660 | 3.592 | 1.086 | 577 |
| + Zinserträge | 57 | 164 | 16 | 6 |
| - Zinsaufwendungen | -873 | -937 | -56 | -28 |
| Ergebnis vor Ertragsteuern | 2.844 | 2.819 | 1.046 | 555 |
| Planmäßige Abschreibungen | 1.097 | 1.109 | 1.137 | 1.113 |
| Investitionen³ | 327 | 260 | 437 | 1.555 |
| Segmentvermögen | 28.689 | 28.920 | 10.131 | 10.013 |
| Segmentschulden | 5.121 | 6.733 | 3.957 | 3.581 |
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| Segment | Konsolidierung | Konzern | ||
|---|---|---|---|---|
| und Sonstiges 1 | ||||
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Angaben in T€ |
2010 | 2009 | 2010 | 2009 |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Segmenterlöse | -6.266 | -4.085 | 814.431 | 594.566 |
| - Intersegmenterlöse | 0 | 0 | -18.774 | -15.237 |
| Umsatzerlöse | -6.266 | -4.085 | 795.657 | 579.329 |
| EBIT² | 106.716 | 63.292 | ||
| + Zinserträge | -343 | -230 | 842 | 449 |
| - Zinsaufwendungen | 343 | 230 | -13.588 | -14.350 |
| Ergebnis vor Ertragsteuern | 93.970 | 49.391 | ||
| Planmäßige Abschreibungen | 82.213 | 71.219 | ||
| Investitionen³ | 134.326 | 95.597 | ||
| Segmentvermögen | -3.914 | -10.943 | 981.378 | 769.080 |
| Segmentschulden | 164.561 | 188.923 | 464.525 | 451.548 |
1 Vergleiche Erläuterungen Rz 29 Segmentberichterstattung
² Ergebnis vor Ertragsteuern und Zinsen
³ Investitionen in immatrielle Vermögenswerte und Sachanlagen
Segmentberichterstattung nach Regionen
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| Region | Umsatzerlöse | Langfristige Vermögenswerte | Investitionen | |
|---|---|---|---|---|
| Angaben in T€ |
||||
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Deutschland | 2010 | 245.620 | 309.083 | 66.224 |
| 2009 | 191.612 | 285.167 | 55.111 | |
| Übriges Europa | 2010 | 238.739 | 137.258 | 31.149 |
| 2009 | 186.181 | 120.998 | 18.708 | |
| NAFTA | 2010 | 141.977 | 51.253 | 12.749 |
| 2009 | 84.734 | 47.795 | 11.423 | |
| Asien und Australien | 2010 | 118.106 | 49.501 | 16.848 |
| 2009 | 79.862 | 35.207 | 8.020 | |
| Südamerika und übrige | 2010 | 51.215 | 21.500 | 7.356 |
| 2009 | 36.940 | 15.205 | 2.334 | |
| Konzern | 2010 | 795.657 | 568.595 | 134.326 |
| 2009 | 579.329 | 504.372 | 95.596 |
(30) Entwicklung des Konzerneigenkapitals
In der Entwicklung des Konzerneigenkapitals sind neben den in den Anmerkungen (19) und (20) erläuterten Bestandteilen die Kapitalrücklage, die Gewinnrücklage aus Erstanwendung IFRS und das erwirtschaftete Konzerneigenkapital enthalten. Die Kapitalrücklage entspricht den beim Mutterunternehmen ElringKlinger AG als Kapitalrücklage ausgewiesenen Beträgen.
Die Gewinnrücklage aus der Erstanwendung IFRS stammt aus der IFRS-Eröffnungsbilanz zum 1. Januar 2004 bzw. aus späteren Anteilserwerben.
Das erwirtschaftete Konzerneigenkapital enthält erzielte Ergebnisbestandteile, soweit sie noch nicht ausgeschüttet worden sind.
Sonstige Angaben
Haftungsverhältnisse und Eventualverbindlichkeiten
Aus gewährten Bürgschaften und Vertragserfüllungsgarantien sowie der Begebung von Wechsel bestehen beim ElringKlinger-Konzern keine Haftungsverhältnisse (2009: TEUR 227)
Operating-Leasing
Im Aufwand sind Zahlungen aus Operating-Leasingverhältnissen in Höhe von TEUR 4.703 (2009:TEUR 4.676) enthalten.
Zum Bilanzstichtag hatte der Konzern offene Verpflichtungen aus unkündbaren Operating-Leasingverhältnissen, die wie folgt fällig sind:
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| TEUR | 31.12.2010 | 31.12.2009 |
|---|---|---|
| von bis zu einem Jahr | 2.569 | 2.430 |
| von mehr als einem Jahr und bis zu fünf Jahren | 4.920 | 5.248 |
| von mehr als fünf Jahren | 1.075 | 1.317 |
| Gesamt | 8.564 | 8.995 |
Des Weiteren bestanden finanzielle Verpflichtungen aus Energieabnahmeverpflichtungen in Höhe von TEUR 14.840 (Fälligkeiten: TEUR 6.744 bis zu einem Jahr; TEUR 8.096 von mehr als einem Jahr und bis zu fünf Jahren) sowie Zahlungsverpflichtungen zum Erwerb eines lizensierten PTFE-Verarbeitungsverfahrens in Höhe von TEUR 800.
Anzahl der Beschäftigten
Im Jahresdurchschnitt war im ElringKlinger-Konzern die folgende Anzahl von Mitarbeitern (ohne Vorstände) beschäftigt:
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| 2010 | 2009 | |
|---|---|---|
| Arbeiter | 3.099 | 2.687 |
| Angestellte | 1.232 | 1.233 |
| 4.331 | 3.920 | |
| Auszubildende | 122 | 109 |
| Gesamt | 4.453 | 4.029 |
In 2010 waren in anteilsmäßig einbezogenen Gemeinschaftsunternehmen durchschnittlich 56 Arbeiter und 56 Angestellte beschäftigt.
Personalaufwand
Die Personalaufwendungen belaufen sich im Geschäftsjahr auf TEUR 198.870 (2009: TEUR 159.811). In den Personalaufwendungen sind die Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung mit einem Anteil von 7,2 % (2009: 8,2 %) enthalten.
Ereignisse nach dem Bilanzstichtag
Mit Wirkung zum 1. Januar 2011 hat die ElringKlinger AG den Erwerb des Geschäftes mit statischen Flachdichtungen der Freudenberg & Co.KG, Weinheim vollzogen. Mit dem Zukauf verstärkt die ElringKlinger AG ihre internationale Position bei Zylinderkopfdichtungen und hochtemperaturfesten Spezialdichtungen für Motor und Abgassystem. Zur Übernahme gehören 100% der Anteile der Burgmann Automotive GmbH, Eurasburg, Deutschland und der Oigra Meillor s.r.l., Turin, Italien sowie der Bereich der statischen Flachdichtungen der Freudenberg-Meillor S.A.S. Nantiat, Frankreich, der in die neu gegründete ElringKlinger Meillor S.A.S. eingebracht wurde. Im Zuge der Übernahme firmiert die Burgmann Automotive GmbH ab 1.1.2011 als ElringKlinger Spezialdichtungen GmbH. Der endgültige Kaufpreis wird auf Basis der entsprechenden Stichtagsbilanzen zum 1.1.2011 berechnet. Die Ermittlung ist noch nicht abgeschlossen. Im Anschluss wird die Kaufpreisallokation durchgeführt. Daher können noch keine weiteren Angaben gemacht werden.
Der Vorstand der ElringKlinger AG hat den Konzernabschluss am 16. März 2011 zur Genehmigung an den Aufsichtsrat, der am 25. März 2011 tagen wird, freigegeben.
Beziehungen zu nahe stehenden Unternehmen und Personen
Geschäftsvorfälle zwischen dem Mutterunternehmen und seinen Tochter- und Beteiligungs-unternehmen werden im Zuge der Konsolidierung eliminiert und daher in dieser Anhangsangabe nicht erläutert. Darüber hinaus bestehen Geschäftsbeziehungen zwischen Unternehmen des ElringKlinger Konzerns und nahestehenden Personen bzw. Unternehmen, die von nahestehenden Personen beherrscht werden, wie folgt:
| 1. | Vereinbarung über die Zusammenarbeit bei der Lehrlingsausbildung sowie ein Vertrag über die Belieferung mit Kantinenessen zwischen der ElringKlinger AG und der Lechler GmbH, Metzingen. Herr Walter Herwarth Lechler ist Aktionär der ElringKlinger AG und maßgeblich an der Lechler GmbH beteiligt. Die Einnahmen der ElringKlinger AG betrugen im Berichtsjahr TEUR 164 (2009: TEUR 225). Zum Bilanzstichtag betrug der offene Saldo TEUR 0 (2009: TEUR 4). |
| 2. | Mietvertrag zwischen Technik-Park Heliport Kft., Kecskemét-Kádafalva, Ungarn (TPH), und dem Tochterunternehmen der Lechler GmbH, Lechler Kft., Kecskemét-Kádafalva, Ungarn. Die Mieteinnahmen der TPH aus diesem Vertrag betrugen im Berichtsjahr TEUR 197 (2009: TEUR 157). Zum Bilanzstichtag waren keine Forderungen offen (2009: 0). |
| 3. | Vertrag zwischen ElringKlinger Logistic Service GmbH, Rottenburg-Ergenzingen, und Lechler GmbH, Metzingen, betreffend Montagetätigkeiten und Lagerung von Komponenten. Hieraus resultierten im Berichtsjahr Umsatzerlöse in Höhe von TEUR 354 (2009: TEUR 335). Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2010 besteht noch eine Forderung in Höhe von TEUR 38 (2009: TEUR 18). |
| 4. | Rahmenliefervertrag betreffend den Bezug von Material zwischen Gesellschaften des ElringKlinger Konzerns und Rich. Klinger Dichtungstechnik GmbH & Co. KG, Gumpoldskirchen, Österreich. Herr Klinger-Lohr ist Aktionär der ElringKlinger AG und maßgeblich an der Rich. Klinger Dichtungstechnik GmbH & Co. KG beteiligt. Im Rahmen dieses Vertrages hat die ElringKlinger AG in 2010 Material für TEUR 2.088. (2009: TEUR 1.014) bezogen. Der offene Saldo zum Bilanzstichtag beträgt TEUR 191 (2009: TEUR 250). |
| 5. | Rahmenliefervertrag betreffend den Bezug von Material zwischen ElringKlinger AG und Klinger AG Egliswil, Schweiz. Herr Klinger-Lohr ist Aktionär der ElringKlinger AG und Mitglied des Verwaltungsrats der Klinger AG Egliswil. Im Rahmen dieses Vertrages hat die ElringKlinger AG in 2010 Material zum Preis von TEUR 106 (2009: TEUR 58) erworben. Zum Bilanzstichtag bestehen hieraus Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 15 (2009: TEUR 0). |
| 6. | Das durch Quotenkonsolidierung in den Konzernabschluss einbezogene Gemeinschaftsunternehmen ElringKlinger Korea Co., Ltd. (EKKO) hat im Berichtsjahr von ElringKlingers Joint-Venture-Partner Jeil E&S Co., Ltd. Rohmaterialien und Waren zum Preis von TEUR 491 (2009: TEUR 310) bezogen. Aus diesen Lieferungen bestanden zum Bilanzstichtag noch Verbindlichkeiten bei EKKO in Höhe von TEUR 28 (2009: TEUR 103). |
Organe der Gesellschaft
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| Aufsichtsrat | |
|---|---|
| Dr. Helmut Lerchner, Aichtal, Vorsitzender | Unternehmensberater Mandate: Mitglied des Aufsichtsrats der Deutz AG, Köln Mitglied des Regionalbeirats Südwest der Commerzbank AG |
| Markus Siegers, Altbach, Stellvertretender Vorsitzender und Arbeitnehmervertreter | Betriebsratsvorsitzender der ElringKlinger AG |
| Gert Bauer, Reutlingen, Arbeitnehmervertreter | Erster Bevollmächtigter und Kassierer der IG Metall Reutlingen/Tübingen Mandate: Mitglied des Aufsichtsrats der Hugo Boss AG, Metzingen, Mitglied des Beirats der BIKOM GmbH, Reutlingen |
| Armin Diez, Lenningen, Arbeitnehmervertreter (seit 21. Mai 2010) | Leiter des Geschäftsbereichs Zylinderkopfdichtungen der ElringKlinger AG |
| Pasquale Formisano, Vaihingen an der Enz, Arbeitnehmervertreter (seit 21. Mai 2010) | Einsteller, Betriebsratsvorsitzender der ElringKlinger Kunststofftechnik GmbH |
| Dr. Rainer Hahn, Stuttgart | Ehemaliges Mitglied der Geschäftsführung Robert Bosch GmbH, Stuttgart Mandate: Mitglied des Aufsichtsrats der Robert Bosch GmbH, Stuttgart, Mitglied des Aufsichtsrats der Bosch Rexroth AG, Stuttgart, Mitglied des TÜV SÜD Gesellschafterausschuss GbR, München, Mitglied des Verwaltungsrats des TÜV SÜD e. V., Mannheim |
| Karl Uwe van Husen, Waiblingen | Geschäftsführer Mandate: Mitglied des Aufsichtsrats der Schaltbau Holding AG, München |
| Dr. Thomas Klinger-Lohr, Egliswil/Schweiz | Vorstandsvorsitzender der Betal Netherland Holding B. V., Rotterdam/Niederlande Mandate: Beirats- bzw. Verwaltungsratsmitglied bei: Klinger Ltd., Perth/Australien Klinger S.p.A., Mazzo di Rho (MI)/Italien Saidi S.A., Madrid/Spanien Klinger AG Egliswil, Egliswil/Schweiz Uni Klinger Ltd., Mumbai/Indien |
| Walter Herwarth Lechler, Stuttgart | Geschäftsführender Gesellschafter der Lechler GmbH Mandate: Beirats- bzw. Verwaltungsratsmitglied bei Lechler Inc., St. Charles/USA Lechler Ltd., Sheffield/Großbritannien Lechler India Pvt. Ltd., Thane/Indien Lechler Kft, Kecskemét/Ungarn Lechler France S.A., Montreuil/Frankreich Lechler AB, Hagfors/Schweden Lechler SA, Wavre/Belgien Lechler S.A., Madrid/Spanien, und ELEX India Pvt. Ltd., Thane/Indien |
| Paula Monteiro-Munz, Grabenstetten, Arbeitnehmervertreterin (seit 21. Mai 2010) | Stellvertretende Betriebsratsvorsitzende der Elring-Klinger AG |
| Manfred Rupp, Pfullingen, Arbeitnehmervertreter (bis 21. Mai 2010) | Simulationstechniker |
| Manfred Strauß, Stuttgart | Geschäftsführender Gesellschafter der M&S messebau und service GmbH, Neuhausen a.d.F. Mandate: Mitglied der Gesellschafterversammlung der Pro Stuttgart Verwaltungs GmbH, Stuttgart, Beirat des Pro Stuttgart Verkehrsverein, Stuttgart |
| Gerhard Wick, Geislingen a. d. Steige, Arbeitnehmervertreter (seit 21. Mai 2010) | Gewerkschaftssekretär IG Metall, Bezirk Baden-Württemberg |
Bezüge des Aufsichtsrats
Im Berichtsjahr betrugen die Gesamtbezüge des Aufsichtsrats der ElringKlinger AG TEUR 501 (2009: TEUR 286).
Die Gesamtbezüge des Aufsichtsrats verteilen sich auf die einzelnen Aufsichtsratsmitglieder wie folgt:
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| EUR | fixe Bezüge | Variable Bezüge | Gesamtbezüge | |||
|---|---|---|---|---|---|---|
| 2010 | 2009 | 2010 | 2009 | 2010 | 2009 | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Dr. Helmut Lerchner | 50.000 | 40.000 | 39.003 | 19.276 | 89.003 | 59.276 |
| Markus Siegers | 25.500 | 14.000 | 23.196 | 9.638 | 48.696 | 23.638 |
| Walter Herwarth Lechler | 30.000 | 31.000 | 25.558 | 14.457 | 55.558 | 45.457 |
| Gert Bauer | 19.000 | 14.000 | 19.502 | 9.638 | 38.502 | 23.638 |
| Armin Diez | 16.333 | 0 | 11.874 | 0 | 28.207 | 0 |
| Pasquale Formisano | 12.333 | 0 | 11.874 | 0 | 24.207 | 0 |
| Dr. Rainer Hahn | 15.000 | 14.000 | 19.502 | 9.638 | 34.502 | 23.638 |
| Karl Uwe van Husen | 27.000 | 26.000 | 19.502 | 9.638 | 46.502 | 35.638 |
| Dr. Thomas Klinger-Lohr | 18.000 | 18.000 | 19.502 | 9.638 | 37.502 | 27.638 |
| Paula Monteiro-Munz | 16.333 | 0,00 | 11.874 | 0,00 | 28.207 | 0,00 |
| Manfred Rupp | 3.500 | 14.000 | 7.628 | 9.638 | 11.128 | 23.638 |
| Manfred Strauß | 15.000 | 14.000 | 19.502 | 9.638 | 34.502 | 23.638 |
| Gerhard Wick | 12.333 | 0 | 11.874 | 0 | 24.207 | 0 |
| Gesamtbetrag | 260.332 | 185.000 | 240.391 | 101.199 | 500.723 | 286.199 |
Die dargestellte variable Vergütung spiegelt den zurückgestellten Aufwand, basierend auf den vorläufigen Zahlen des Konzernergebnisses vor Steuern nach IFRS für 2010, wider.
Zwischen der Rückstellung für die variable Vergütung für das Geschäftsjahr 2009 und den tatsächlich ausbezahlten Beträgen ergab sich eine Differenz in Höhe von EUR 2.522. Dieser Betrag wurde anteilig an die Aufsichtsratmitglieder ausbezahlt und ist in den variablen Bezügen enthalten.
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| Vorstand | |
|---|---|
| Dr. Stefan Wolf, Leinfelden-Echterdingen, Vorsitzender | verantwortlich für die Beteiligungsgesellschaften, die Zentralbereiche Finanzen, Controlling, Recht, Personal, Investor Relations, IT und Öffentlichkeitsarbeit sowie die Geschäftsbereiche Ersatzteile und Gewerbeparks |
| Theo Becker, Metzingen | verantwortlich für die Geschäftsbereiche Zylinderkopfdichtungen/zentrale Forschung und Entwicklung, Spezialdichtungen, Gehäuseteile/ Module/Elasto-mertechnik, Abschirmtechnik und die Zentralbereiche Qualität und Umwelt, Materialwirtschaft sowie das Werk Runkel |
| Karl Schmauder, Hülben | verantwortlich für den Vertrieb Erstausrüstung und den Bereich neue Geschäftsfelder |
| Mandate in Aufsichtsräten und sonstigen Kontrollgremien | Dr. Stefan Wolf ist Mitglied des Verwaltungsrats der Micronas Semiconductor Holding AG, Zürich und Mitglied im Aufsichtsrat der Fielmann AG (ab 8. Juli 2010) Karl Schmauder ist Vorsitzender des Beirats der e-mobil BW GmbH, Stuttgart (ab 6. Oktober 2010) |
Bezüge des Vorstands
Die Gesamtbezüge des Vorstands betrugen im Geschäftsjahr 2010 insgesamt TEUR 1.921 (2009: TEUR 1.927). Sie beinhalten fixe TEUR 823 (2009: TEUR 802) und variable TEUR 1.098 (2009: TEUR 1.124) Bestandteile. Die variablen Bestandteile setzen sich aus kurzfristigen erfolgsabhängigen Vergütungen von TEUR 966 (2009: TEUR 1.030) und erfolgsabhängigen Vergütungen mit langfristiger Anreizwirkung von TEUR 132 (2009: TEUR 94) zusammen. Die langfristigen erfolgsabhängigen Vergütungen betreffen aktienkursbasierte Partizipationsrechte (sog. Stock Appreciation Rights).
Die Gesamtbezüge des Vorstands verteilen sich auf die einzelnen Vorstandsmitglieder wie folgt:
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| Euro | fixe Vergütung | kurzfristige erfolgsabhängige Vergütung | langfristige erfolgsabhängige Vergütung | Gesamtbetrag | |
|---|---|---|---|---|---|
| Dr. Stefan Wolf | 2010 | 330.106 | 413.806 | 52.812 | 796.724 |
| 2009 | 328.473 | 441.336 | 39.270 | 809.079 | |
| Theo Becker | 2010 | 251.341 | 275.871 | 39.369 | 566.581 |
| 2009 | 235.560 | 294.549 | 25.440 | 555.549 | |
| Karl Schmauder | 2010 | 241.975 | 275.871 | 40.054 | 557.900 |
| 2009 | 238.210 | 294.549 | 29.782 | 562.541 | |
| Gesamt | 2010 | 823.422 | 965.548 | 132.235 | 1.921.205 |
| Gesamt | 2009 | 802.243 | 1.030.434 | 94.492 | 1.927.169 |
Die variable Vergütung spiegelt für die kurzfristigen Bestandteile den zurückgestellten Aufwand, errechnet als Prozentsatz des durchschnittlichen Konzernergebnisses vor Ertragsteuern der letzten drei Jahre, wider. Des Weiteren sind die Differenzbeträge aus den Rückstellungen per 31. Dezember 2009 zu den tatsächlich gezahlten Beträgen 2010 enthalten. Für die Partizipationsrechte wird der Zeitwert im Zeitpunkt der Gewährung angesetzt.
Die Partizipationsrechte gewähren einen Anspruch auf Barausgleich, nicht jedoch auf Aktien der ElringKlinger AG. Die derzeit begebenen Partizipationsrechte werden fünfmal in jährlichen Tranchen beginnend am 1. Februar 2008 bzw. 1. Januar 2009 zugeteilt. Die Laufzeit der Tranchen verlängert sich von 3 auf 4 Jahre ab dem Jahr 2010. Der Zuteilungspreis ist der durchschnittliche Aktienkurs der letzten 60 Börsentage vor dem Tag der Zuteilung. Die Anzahl der Partizipationsrechte richtet sich nach der fixen Vergütung des jeweiligen Vorstands und dem Zuteilungspreis. Die zu gewährende Vergütung ergibt sich aus der Differenz des Rücknahmepreises, der ebenfalls als Durchschnitt der letzten 60 Börsentage gebildet wird, und dem Zuteilungspreis. Zu einer Auszahlung kommt es nur dann, wenn der Aktienkurs der ElringKlinger AG stärker steigt als der geglättete Börsenindex, in dem die Aktie gelistet ist, mindestens aber um 25%. Die Vergütung ist pro Tranche auf den Betrag des Jahresfixgehaltes begrenzt.
Den erwarteten zukünftigen Ansprüchen wird durch Bildung einer Rückstellung Rechnung getragen. Der beizulegende Zeitwert der Verpflichtungen wird auf Basis des Cox-Ross-Rubinstein-Modells unter Verwendung aktueller Marktparameter ermittelt. Als risikoloser Zinssatz wurden 3,0% angesetzt. Die Volatilität der Aktie in Höhe von 55,9%, die Volatilität des Börsenindex MDAX von 33,1% sowie die Korrelation von 71,6% wurden über einen 3 Jahreszeitraum ermittelt. Die erwartete Dividende lag bei EUR 0,35 pro Aktie.
Die Rückstellung wird ratierlich über den Erdienungszeitraum gebildet und zu jedem Berichtsstichtag und am Erfüllungstag neu bemessen. Die Änderung des beizulegenden Zeitwertes wird erfolgswirksam erfasst.
Für das Geschäftsjahr 2010 ergeben sich folgende Werte:
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| Tranche 2008 | Tranche 2009 | Tranche 2010 | |
|---|---|---|---|
| Ausgabezeitpunkt | 2008 | 2009 | 2010 |
| Anzahl der gewährten Partizipationsrechte (noch nicht ausübbar) | 20.341 | 108.754 | 49.090 |
| Durchschnittlicher Zuteilungspreis (EUR) | 24,63 | 6,95 | 15,68 |
| Durchschnittliche Restlaufzeit in Jahren | 0,09 | 1,05 | 3,04 |
| Wert der vom Vorstand gehaltenen Partizipationsrechte | |||
| 31. Dezember 2010 (TEUR) | 32 | 412 | 75 |
| 31. Dezember 2009 (TEUR) | 28 | 74 | 0 |
| 31. Dezember 2008 (TEUR) | 1 | 0 | 0 |
Die Zuführungen zu den Pensionsrückstellungen der Vorstandsmitglieder betragen TEUR 317 (2009: TEUR 169) und betreffen Dr. Stefan Wolf mit TEUR 111 (2009: TEUR 64), Theo Becker mit TEUR 112 (2009: TEUR 48) und Karl Schmauder mit TEUR 94 (2009: TEUR 57).
Pensionsrückstellungen und Vergütungen für ehemalige Vorstandsmitglieder
Für Pensionsverpflichtungen gegenüber früheren Mitgliedern des Vorstands, der Geschäftsführung verschmolzener Unternehmen sowie deren Hinterbliebenen sind TEUR 11.638 (2009: TEUR 11.674) zurückgestellt. Die Gesamtbezüge früherer Vorstandsmitglieder - einschließlich der Bezüge ehemaliger Organmitglieder verschmolzener Unternehmen - betrugen im Geschäftsjahr 2010 TEUR 868 (2009: TEUR 856).
Die Honorare des Abschlussprüfers betragen:
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| TEUR | 2010 | 2009 |
|---|---|---|
| Abschlussprüfung | 380 | 450 |
| Sonstige Bestätigungsleistungen | 0 | 0 |
| Steuerberatungsleistungen | 0 | 56 |
| Sonstige Leistungen | 55 | 4 |
| Gesamt | 435 | 510 |
Angaben gemäß § 160 Abs. 1 Nr. 8 AktG
Zum Bilanzstichtag 2009 bestehen folgende Beteiligungen an der Gesellschaft, die nach § 21 Abs. 1 WpHG mitgeteilt worden sind:
1. Stimmrechtsmitteilung
ElringKlinger erhielt am 04.02.2011 die folgende Mitteilung:
Der Stimmrechtsanteil der BlackRock, Inc., USA, an der ElringKlinger AG hat am 31. Januar 2011 die Schwelle von 3% überschritten und beträgt zu diesem Tag 3,12 % (1.978.212 Stimmrechte).
Davon sind der BlackRock, Inc. 3,12 % (1.978.212 Stimmrechte) nach § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 6 WpHG zuzurechnen.
Der Stimmrechtsanteil der BlackRock Financial Management, Inc., USA, an der ElringKlinger AG hat am 31. Januar 2011 die Schwelle von 3% überschritten und beträgt zu diesem Tag 3,12 % (1.978.212 Stimmrechte).
Davon sind der BlackRock Inc. 3,12 % (1.978.212 Stimmrechte) nach § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 6 WpHG zuzurechnen.
Der Stimmrechtsanteil der BlackRock Holdco2, Inc., USA, an der ElringKlinger AG hat am 31. Januar 2011 die Schwelle von 3% überschritten und beträgt zu diesem Tag 3,12 % (1.978.212 Stimmrechte).
Davon sind der BlackRock Holdco2, Inc. 3,12 % (1.978.212 Stimmrechte) nach § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 6 WpHG zuzurechnen.
2. Stimmrechtsmitteilung
ElringKlinger erhielt am 02.11.2010 die folgende Mitteilung:
In the name of and on behalf of FIL Investments International, Hildenborough, Kent, England, UK, we hereby notify you pursuant to section 21 (1) WpHG of the following:
On 25 October 2010 FIL Investments International fell below the threshold of 3% of the voting rights in ElringKlinger AG, Max Eyth Strasse 2, 72581 Dettingen/Erms, Germany. On that date, FIL Investments International held 2.98% of the voting rights in ElringKlinger AG arising from 1,887,166 voting rights.
All voting rights in ElringKlinger AG were attributed to FIL Investments International pursuant to section 22 (1) sent. 1 no. 6 WpHG.
3. Stimmrechtsmitteilung
ElringKlinger erhielt am 02.11.2010 die folgende Mitteilung:
In the name of and on behalf of FIL Limited, Hamilton HMCX, Bermuda we hereby notify you pursuant to section 21 (1) WpHG of the following:
On 25 October 2010 FIL Limited fell below the threshold of 3% of the voting rights in ElringKlinger AG, Max Eyth Strasse 2, 72581 Dettingen/Erms, Germany. On that date, FIL Limited held 2.98% of the voting rights in ElringKlinger AG arising from 1,887,166 voting rights.
All voting rights in ElringKlinger AG were attributed to FIL Limited pursuant to sec. 22 para. 1 sent. 1 no. 6 WpHG.
4. Stimmrechtsmitteilung
ElringKlinger erhielt am 02.11.2010 die folgende Mitteilung:
In the name of and on behalf of FIL Investment Management Limited, Hildenborough, Kent, England, UK, we hereby notify you pursuant to section 21 (1) WpHG of the following:
On 25 October 2010 FIL Investment Management Limited fell below the threshold of 3% of the voting rights in ElringKlinger AG, Max Eyth Strasse 2, 72581 Dettingen/Erms, Germany. On that date, FIL Investment Management Limited held 2.98% of the voting rights in ElringKlinger AG arising from 1,887,166 voting rights.
All voting rights in ElringKlinger AG were attributed to FIL Investment Management Limited pursuant to section 22 (1) sent. 1 no. 6 in connection with sent. 2 WpHG.
5. Stimmrechtsmitteilung
ElringKlinger erhielt am 28.10.2010 die folgende Mitteilung:
In the name of and on behalf of FIL Holdings Limited, Hildenborough, Kent, England, UK, we hereby notify you pursuant to section 21 (1) WpHG of the following:
On 25 October 2010 FIL Holdings Limited fell below the threshold of 3% of the voting rights in ElringKlinger AG, Max Eyth Strasse 2, 72581 Dettingen/Erms, Germany. On that date, FIL Holdings Limited held 2.98% of the voting rights in ElringKlinger AG arising from 1,887,166 voting rights.
All voting rights in ElringKlinger AG were attributed to FIL Holdings Limited pursuant to sec. 22 para. 1 sent. 1 no. 6 WpHG in connection with sent. 2 WpHG.
6. Stimmrechtsmitteilung
Korrektur unserer Veröffentlichung vom 12. Oktober 2010
ElringKlinger erhielt am 13. Oktober 2010 von Lechler GmbH die folgende Mitteilung:
Mitteilung nach § 21 WpHG - Korrektur
Hiermit teilen wir Ihnen gemäß § 21, Abs. 1 WpHG mit, dass unser Stimmrechtsanteil an der ElringKlinger AG, Dettingen/Erms am 7. Oktober 2010 die Schwelle von 10% unterschritten hat und zu diesem Tag 9,449% (5.987.000 Stimmrechte) beträgt.
Davon sind uns 0,358% (227.000 Stimmrechte) nach § 22, Abs. 1, Satz 1, Nr. 1 WpHG zuzurechnen.
7. Stimmrechtsmitteilung
ElringKlinger erhielt am 13. Oktober 2010 von Klaus Lechler Beteiligungs-GmbH die folgende Mitteilung:
Stimmrechtsmitteilungen gemäß § 21 Abs. 1 WpHG
Mitteilungspflichtige:
| Eroca AG, Basel, Schweiz | |
| Klaus Lechler Beteiligungs-GmbH, Ludwigsburg, Deutschland | |
| KWL Beteiligungs-GmbH, Ludwigsburg, Deutschland | |
| PAUL LECHLER STIFTUNG gGmbH, Ludwigsburg, Deutschland | |
| Elrena GmbH, Basel, Schweiz | |
| Stiftung Klaus Lechler, Basel, Schweiz |
Hiermit teilen wir, die Klaus Lechler Beteiligungs-GmbH, Ihnen gemäß § 21 Abs. 1 WpHG im eigenen Namen sowie namens und im Auftrag der nachfolgend Genannten folgendes mit:
1. Eroca AG
Der Stimmrechtsanteil der Eroca AG an der ElringKlinger AG hat am 7. Oktober 2010 die Schwelle von 10% unterschritten und beträgt zu diesem Tag 9,20% (5.832.136 Stimmrechte).
2. Klaus Lechler Beteiligungs-GmbH
Der Stimmrechtsanteil der Klaus Lechler Beteiligungs-GmbH an der ElringKlinger AG hat am 7. Oktober 2010 die Schwelle von 10% unterschritten und beträgt zu diesem Tag 9,22% (5.838.736 Stimmrechte).
Davon sind der Klaus Lechler Beteiligungs-GmbH 9,20% (5.832.136 Stimmrechte) nach § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 WpHG zuzurechnen.
Die der Klaus Lechler Beteiligungs-GmbH zugerechneten Stimmrechte werden dabei über das folgende von ihr kontrollierte Unternehmen, dessen Stimmrechtsanteil an der ElringKlinger AG 3% oder mehr beträgt, gehalten:
| ― | Eroca AG. |
3. KWL Beteiligungs-GmbH
Der Stimmrechtsanteil der KWL Beteiligungs-GmbH an der ElringKlinger AG hat am 7. Oktober 2010 die Schwelle von 20% unterschritten und beträgt zu diesem Tag 18,39% (11.654.680 Stimmrechte).
Davon sind der KWL Beteiligungs-GmbH 9,22% (5.838.736 Stimmrechte) nach § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 WpHG und weitere 9,18% (5.815.944 Stimmrechte) nach § 22 Abs. 2 Satz 1 WpHG zuzurechnen.
Die der KWL Beteiligungs-GmbH zugerechneten Stimmrechte werden dabei über folgende von ihr kontrollierte Unternehmen, deren Stimmrechtsanteil an der ElringKlinger AG jeweils 3% oder mehr beträgt, gehalten:
| Eroca AG, | |
| Klaus Lechler Beteiligungs-GmbH. |
Von folgendem Aktionär, dessen Stimmrechtsanteil an der ElringKlinger AG 3% oder mehr beträgt, werden dabei der KWL Beteiligungs-GmbH Stimmrechte zugerechnet:
| ― | Elrena GmbH. |
4. PAUL LECHLER STIFTUNG gGmbH
| a) | Der Stimmrechtsanteil der PAUL LECHLER STIFTUNG gGmbH an der ElringKlinger AG hat am 7. Oktober 2010 die Schwelle von 20% unterschritten und betrug zu diesem Tag 19,58% (12.406.060 Stimmrechte). |
Davon waren der PAUL LECHLER STIFTUNG gGmbH 9,22 % (5.838.736 Stimmrechte) nach § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 WpHG und weitere 9,18% (5.815.944 Stimmrechte) nach § 22 Abs. 2 Satz 1 WpHG zuzurechnen.
Die der PAUL LECHLER STIFTUNG gGmbH zugerechneten Stimmrechte wurden dabei über folgende von ihr kontrollierte Unternehmen, deren Stimmrechtsanteil an der ElringKlinger AG jeweils 3% oder mehr beträgt, gehalten:
| Eroca AG, | |
| Klaus Lechler Beteiligungs-GmbH, | |
| KWL Beteilungs-GmbH. |
Von folgendem Aktionär, dessen Stimmrechtsanteil an der ElringKlinger AG 3% oder mehr beträgt, wurden dabei der PAUL LECHLER STIFTUNG gGmbH Stimmrechte zugerechnet:
| ― | Elrena GmbH. |
| b) | Der Stimmrechtsanteil der PAUL LECHLER STIFTUNG gGmbH an der ElringKlinger AG hat am 11. Oktober 2010 die Schwelle von 20% überschritten und beträgt zu diesem Tag 20,72% (13.126.990 Stimmrechte). |
Davon sind der PAUL LECHLER STIFTUNG gGmbH 9,77% (6.187.573 Stimmrechte) nach § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 WpHG und weitere 9,77% (6.188.037 Stimmrechte) nach § 22 Abs. 2 Satz 1 WpHG zuzurechnen.
Die der PAUL LECHLER STIFTUNG gGmbH zugerechneten Stimmrechte werden dabei über folgende von ihr kontrollierte Unternehmen, deren Stimmrechtsanteil an der ElringKlinger AG jeweils 3% oder mehr beträgt, gehalten:
| Eroca AG, | |
| Klaus Lechler Beteiligungs-GmbH, | |
| KWL Beteiligungs-GmbH. |
Von folgendem Aktionär, dessen Stimmrechtsanteil an der ElringKlinger AG 3% oder mehr beträgt, werden dabei der PAUL LECHLER STIFTUNG gGmbH Stimmrechte zugerechnet:
| ― | Elrena GmbH. |
5. Elrena GmbH
Der Stimmrechtsanteil der Elrena GmbH an der ElringKlinger AG hat am 7. Oktober 2010 die Schwelle von 20% unterschritten und beträgt zu diesem Tag 18,39% (11.654.680 Stimmrechte).
Davon sind der Elrena GmbH 0,02% (14.000 Stimmrechte) nach § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 WpHG und weitere 9,22% (5.838.736 Stimmrechte) nach § 22 Abs. 2 Satz 1 WpHG zuzurechnen.
Von folgendem Aktionär, dessen Stimmrechtsanteil an der ElringKlinger AG 3% oder mehr beträgt, werden dabei der Elrena GmbH Stimmrechte zugerechnet:
| ― | Eroca AG. |
6. Stiftung Klaus Lechler
Der Stimmrechtsanteil der Stiftung Klaus Lechler an der ElringKlinger AG hat am 7. Oktober 2010 die Schwelle von 20% unterschritten und beträgt zu diesem Tag 18,39% (11.654.680 Stimmrechte).
Davon sind der Stiftung Klaus Lechler 9,18% (5.815.944 Stimmrechte) nach § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 WpHG und weitere 9,22% (5.838.736 Stimmrechte) nach § 22 Abs. 2 Satz 1 WpHG zuzurechnen.
Die der Stiftung Klaus Lechler zugerechneten Stimmrechte werden dabei über das folgende von ihr kontrollierte Unternehmen, dessen Stimmrechtsanteil an der ElringKlinger AG 3% oder mehr beträgt, gehalten:
| ― | Elrena GmbH. |
Von folgendem Aktionär, dessen Stimmrechtsanteil an der ElringKlinger AG 3% oder mehr beträgt, werden dabei der Elrena GmbH Stimmrechte zugerechnet:
| ― | Eroca AG. |
8. Stimmrechtsmitteilung
ElringKlinger erhielt am 13. Oktober 2010 von Lechler Beteiligungs-GmbH folgende Mitteilung:
Stimmrechtsmitteilungen gemäß § 21 Abs. 1 WpHG
Mitteilungspflichtige:
| Lechler Beteiligungs-GmbH, Stuttgart, Deutschland | |
| INLOVO GmbH, Ludwigsburg, Deutschland |
Hiermit teilen wir, die Lechler Beteiligungs-GmbH, Ihnen gemäß § 21 Abs. 1 WpHG im eigenen Namen sowie namens und im Auftrag der INLOVO GmbH folgendes mit:
1. Lechler Beteiligungs-GmbH
Der Stimmrechtsanteil der Lechler Beteiligungs-GmbH an der ElringKlinger AG hat am 7. Oktober 2010 die Schwelle von 10% unterschritten und beträgt zu diesem Tag 9,23% (5.848.644 Stimmrechte).
2. INLOVO GmbH
Der Stimmrechtsanteil der INLOVO GmbH an der ElringKlinger AG hat am 7. Oktober 2010 die Schwelle von 10% unterschritten und beträgt zu diesem Tag 9,23% (5.848.644 Stimmrechte).
Davon sind der INLOVO GmbH 9,23% (5.848.644 Stimmrechte) nach § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 WpHG zuzurechnen.
Die der INLOVO GmbH zugerechneten Stimmrechte werden dabei über das folgende von ihr kontrollierte Unternehmen, dessen Stimmrechtsanteil an der ElringKlinger AG 3% oder mehr beträgt, gehalten:
| ― | Lechler Beteiligungs-GmbH. |
9. Stimmrechtsmitteilung
ElringKlinger erhielt am 12. Oktober 2010 von Deutsche Bank AG die folgende Mitteilung:
Stimmrechtsmitteilung nach § 21 Abs. 1 WpHG
Sehr geehrte Damen und Herren,
hiermit teilen wir Ihnen gemäß § 21, Abs. 1 WpHG mit, dass unser Stimmrechtsanteil an der ElringKlinger AG, Max-Eyth-Str. 2, 72581 Dettingen/Erms, Deutschland am 07. Oktober 2010 die Schwellen von 3 %, 5 % und 10 % überschritten hat und an diesem Tag 11,11 % betrug. Dies entsprach 7.037.037 auf den Namen lautende Stammaktien ohne Nennbetrag (Stückaktien).
Die Mitteilungspflicht nach § 21 Abs. 1 WpHG ist auf unsere Mit-Konsortialführung im Rahmen einer am 07. Oktober 2010 ins Handelsregister eingetragenen Kapitalerhöhung der ElringKlinger AG zurückzuführen.
Gleichzeitig teilen wir Ihnen gemäß § 21 Abs. 1 WpHG mit, dass wir am 11. Oktober 2010 die Schwellen von 10 %, 5 % und 3 % der Stimmrechte an der ElringKlinger AG unterschritten haben und nunmehr einen Stimmrechtsanteil von 0,12 % halten. Dies entspricht 74.118 auf den Namen lautende Stammaktien ohne Nennbetrag (Stückaktien).
10. Stimmrechtsmitteilung
Stimmrechtsmitteilung nach § 21, Abs. 1 WpHG
ElringKlinger erhielt am 14. Mai 2010 von Walter Herwarth Lechler die folgende Mitteilung:
„Hiermit teile ich Ihnen gemäß § 21, Abs. 1 WpHG mit, dass mein Stimmrechtsanteil an der ElringKlinger AG am 11. Mai 2010 die Schwelle von 25% unterschritten hat und zu diesem Tag 23,697% (13.649.420 Stimmrechte) beträgt.
Davon sind mir 10,394% (5.987.000 Stimmrechte) nach § 22, Abs. 1, Satz 1, Nr. 1 WpHG zuzurechnen.
Mir zugerechnete Stimmrechte werden dabei über folgende von mir kontrollierte Unternehmen, deren Stimmrechtsanteil an der ElringKlinger AG jeweils 3% und mehr beträgt, gehalten: Lechler GmbH, Metzingen.
11. Stimmrechtsmitteilung
In the name of and on behalf of Fidelity Funds SICAV, Luxembourg, we hereby notify you pursuant to section 21 (1) WpHG of the following:
On 06 November 2009, Fidelity Funds SICAV fell below the threshold of 3% of voting rights in ElringKlinger AG, Max-Eyth-Strasse 2, 72581 Dettingen/Erms, Germany. On that date, Fidelity Funds SICAV held 2.96% of the voting rights in ElringKlinger AG arising from 1,704,729 voting rights.
12. Stimmrechtsmitteilung
ElringKlinger AG erhielt am 16.12.2008 die folgende Mitteilung:
"Notification of voting rights pursuant to sec. 21 para 1 WpHG
Pursuant to section 21 (1), 24 WpHG ("German Securities Trading Act) in conjunction with section 32 (2) InvG ("German Invetsment Act"), we hereby notify that the percentage of voting rights of our subsidiary DWS Investment GmbH, Frankfurt, Germany, in ElringKlinger AG, Max-Eyth-Straße 2, 72581 Dettingen/Erms, Germany, fell below the threshold of 3% on 12 December 2008 and amounts to 2.63% (1,516,262 voting rights) as per this date."
13. Stimmrechtsmitteilung
ElringKlinger AG has received the following notification:
"Notification of Voting Rights pursuant to sec. 21, 22 WpHG
1 October 2008
On behalf of Columbia Wanger Asset Management, L.P., 227 W. Monroe Street, Suite 3000, Chicago, IL, USA, we hereby give notice, pursuant to sec. 21 para. 1 WpHG, that on 29 September 2008 the voting interest of Columbia Wanger Asset Management, L.P., in ElringKlinger AG, Max-Eyth-Straße 2, 72581 Dettingen/ Erms, Germany, fell below the threshold of 3% and amounted to 2,99% of the voting rights [i.e., 1,727,000 shares with voting rights, out of 57,600,000 shares with voting rights outstanding (based on Bloomberg)] on this day.
2,99% (all) of the voting rights (1,727,000 voting rights) are attributed to us in accordance with sec. 22 para. 1 sent. 1 no. 6."
14. Stimmrechtsmitteilung
Am 27. März 2008 erhielten wir die folgende Mitteilung:
Stimmrechtsmitteilung gemäß § 21 Abs. 1 WpHG
Hiermit teilen wir, die Klaus Lechler Beteiligungs-GmbH, Ihnen gemäß § 21 Abs. 1 WpHG namens und im Auftrag von Frau Lieselotte Lechler folgendes mit:
Der Stimmrechtsanteil von Frau Lieselotte Lechler an der ElringKlinger AG hat am 20. März 2008 die Schwelle von 10%, 5% und 3% unterschritten und beträgt zu diesem Tag 0% (0 Stimmrechte).
15. Stimmrechtsmitteilung
Wir erhielten am 19. Februar 2008 von New Star Asset Management, Großbritannien, folgende Mitteilung:
Notification pursuant to se. 21 para. 1 WpHG
We hereby give notice, pursuant to sec. 21 para 1 of the WpHG, that on 18th February 2008 our voting interest in ElringKlinger AG fell below the threshold of 3% and amounts to 2.97% (569,624 voting rights) on this day.
2.97% of the voting rights (569,624 voting rights) are attributable to us in accordance with sec. 22 para. 1 sent. 1 no. 6 of the WpHG.
16. Stimmrechtsmitteilung
Herr Gottfried Wunsch teilte als Testamentsvollstrecker über den Nachlass von Herrn Klaus Lechler namens und im Auftrag von Frau Lieselotte Lechler gemäß § 21 Abs.1 WpHG folgendes mit:
Herr Klaus Lechler ist am 1. April 2007 verstorben. Der Stimmrechtsanteil von Herrn Klaus Lechler an der ElringKlinger AG hat daher am 1. April 2007 die Schwellen von 20%, 15%, 10%, 5% und 3% unterschritten und beträgt zu diesem Tag 0% (0 Stimmrechte).
17. Stimmrechtsmitteilung
ElringKlinger has received the following notification:
“Notification pursuant to § 21 para. 1 WpHG
The following notification is made in the names of Threadneedle Asset Management Limited and Threadneedle Asset Management Holdings Limited, both with registered seat in London, United Kingdom and in the name of Amiprise Financial, Inc., USA.
Ameriprise Financial Inc. is the parent company of Threadneedle Asset Management Holdings Limited, which is the parent company of Threadneedle Asset Management Limited.
Please be advised that on 08 October 2007 the share of voting stocks of the above mentioned companies in ElringKlinger AG, Max-Eyth-Straße 2, 72581 Dettingen/Erms, Germany, went below the threshold of 3% of the total voting stocks of the company.
The percentage of voting rights of Threadneedle Asset Management Limited in ElringKlinger AG at 08 October 2007 amounted to 2,603% (499,795 shares). These voting rights are in their entirety attributable to Threadneedle Asset Management Limited pursuant to § 22 para. 1 sent. 1 No. 6 WpHG.
The percentage of voting rights of Threadneedle Asset Management Holdings Limited in ElringKlinger AG at 08 October 2007 amounted to 2,603% (499,795 shares). These voting rights are in their entirety attributable to Threadneedle Asset Management Holdings Limited pursuant to § 22 para. 1 sent. 1 No. 6, sent. 2 and sent. 3 WpHG.
The percentage of voting rights of Ameriprise Financial, Inc. in ElringKlinger AG at 08 October 2007 amounted to 2,718% (521,799 shares). These voting rights are in their entirety attributable to Ameripirse Financial, Inc. pursuant to § 22 para. 1 sent. 1 No. 6, sent. 2 and sent. 3 WpHG.
18. Stimmrechtsmitteilung
“Notification pursuant to § 21 para. 1 WpHG
The following notification is made in the name of Threadneedle Investment Services Limited, registered in London, United Kingdom.
Please be advised that on 02 October 2007 the share of voting stocks of the Threadneedle Investment Services Limited in ElringKlinger AG, Max-Eyth-Straße 2, 72581 Dettingen/Erms, Germany, went below the threshold of 3% of the total voting stocks of the company.
The percentage of voting rights of Threadneedle Investment Services Limited in ElringKlinger AG at 02 October 2007 amounted to 2,992% (574,392 shares). These voting rights are in their entirety attributable to Threadneedle Investment Services Limited pursuant to § 22 para. 1 sent. 1 No. 6 WpHG.
The following notification is made in the name of Threadneedle Investment Funds ICVC, registered in London, United Kingdom.
Please be advised that on 02 October 2007 the share of the voting stocks of the Threadneedle Investment Funds ICVC in ElringKlinger AG went below the threshold of 3% of the total voting stocks of the company.
The percentage of voting rights of Threadneedle Investment Funds ICVC in ElringKlinger AG at 02 October 2007 amounted to 2,992% (574,392 shares). These voting rights are held by subfunds of Threadneedle Investment Funds ICVC.
19. Stimmrechtsmitteilung
ElringKlinger erhielt die folgende Stimmrechtsmitteilung:
Notification of voting rights (Stimmrechtsmitteilungen) pursuant to §§ 21, 22 WpHG
We, Prudential plc., London, United Kingdom, would like to make the following notification regarding the holding of voting rights held in ElringKlinger AG, Max-Eyth-Straße 2, 72581 Dettingen / Erms, Germany according to § 21, 22 WpHG.
Notification of voting rights in our own name
Prudential plc. has fallen below the 3% threshold of § 21 para. 1 WpHG on 04 September 2007 and now holds 2,94 % (564,824 shares held with voting rights) of the voting rights in ElringKlinger AG. It was attributed these 2,94% (564,824 shares held with voting rights) of the voting rights in ElringKlinger AG pursuant to § 22 para. 1 sent. 1 no. 6 in connection with § 22 para. 1 sent. 2 WpHG.
20. Stimmrechtsmitteilung
ElringKlinger AG, Max-Eyth-Straße 2, 72581 Dettingen / Erms, Deutschland, erhielt von Elrena GmbH, Basel, Schweiz, die folgende Mitteilung nach § 41 Abs. 2 und § 21 Abs. 1 WpHG:
Hiermit teilen wir, die Elrena GmbH, Basel, Schweiz, Ihnen gemäß § 41 Abs. 2 und § 21 Abs. 1 WpHG (in der jeweils geltenden Fassung) im eigenen Namen sowie namens und im Auftrag von Herrn Karl Uwe van Husen zur Korrektur bzw. Ergänzung der in der Vergangenheit von den Mitteilungspflichtigen gemachten Mitteilungen folgendes mit:
Karl Uwe van Husen, Deutschland:
| a) | Der Stimmrechtsanteil von Herrn Karl Uwe van Husen an der ElringKlinger AG (damals noch firmierend unter ZWL Grundbesitz- und Beteiligungs-AG) hat am 4. September 1997 die Schwelle von 10% und 5% unterschritten und betrug zu diesem Tag 0,025% (900 Stimmrechte). |
| b) | Am heutigen Tag, dem 3. Mai 2007, beträgt der Stimmrechtsanteil von Herrn van Husen an der ElringKlinger AG 0,016% (3.000 Stimmrechte). |
21. Stimmrechtsmitteilung
ElringKlinger AG, Dettingen/Erms, WKN 785602
Verkauf von Aktien
Erreichen des Schwellenwertes von 5%
Sehr geehrte Damen und Herren
Hiermit teilen wir Ihnen mit, dass in der Zeit vom 11.02.2004 bis 14.01.2005 insgesamt 224.410 Stück ElringKlinger Aktien verkauft und damit den Schwellenwert von 5% unterschritten haben. Die Betal Netherland Holding B.V. hält nunmehr noch 479.990 ElringKlinger Aktien.
Diese Meldung erfolgt entsprechend § 21 WpHG.
22. Stimmrechtsmitteilung
ElringKlinger AG, Max-Eyth-Straße 2, 72581 Dettingen / Erms, Deutschland, erhielt die folgende Mitteilung gemäß § 41 Abs. 2 und § 21 Abs. 1 WpHG von Klaus Lechler Beteiligungs-GmbH, Ludwigsburg, Deutschland:
„Hiermit teilen wir, die Klaus Lechler Beteiligungs-GmbH, Ludwigsburg, Deutschland, Ihnen gemäß § 41 Abs. 2 und § 21 Abs. 1 WpHG (in der jeweils geltenden Fassung) im eigenen Namen sowie namens und im Auftrag der nachfolgende aufgeführten Gesellschaften und von Frau Lieselotte Lechler zur Korrektur bzw. zur Ergänzung der in der Vergangenheit von den Mitteilungspflichtigen gemacht Mitteilungen folgendes mit:
Paul Lechler Gesellschaft bürgerlichen Rechts, Ludwigsburg, Deutschland:
| a) | Der Stimmrechtsanteil der Paul Lechler Gesellschaft bürgerlichen Rechts an der ElringKlinger AG hat am 30. November 2001 die Schwelle von 5% und 10% überschritten und betrug zu diesem Tag 12,13% (582.012 Stimmrechte). Davon waren der Paul Lechler Gesellschaft bürgerlichen Rechts 12,13% (582.012 Stimmrechte) nach § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 WpHG (entspricht im Wesentlichen § 22 Abs. 1 Nr. 2 WpHG in der am 30. November 2001 geltenden Fassung) zuzurechnen. |
Die der Paul Lechler Gesellschaft bürgerlichen Rechts zugerechneten Stimmrechte wurden dabei über das folgende von ihr kontrollierte Unternehmen, dessen Stimmrechtsanteil an der ElringKlinger AG 3% oder mehr betrug, gehalten:
| ― | Lechler Beteiligungs-GmbH. |
| b) | Der Stimmrechtsanteil der Paul Lechler Gesellschaft bürgerlichen Rechts an der ElringKlinger AG betrug am 1. April 2002 12,13% (582.012 Stimmrechte). Davon waren der Paul Lechler Gesellschaft bürgerlichen Rechts 12,13% (582.012 Stimmrechte) nach § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 WpHG zuzurechnen. |
Die der Paul Lechler Gesellschaft bürgerlichen Rechts zugerechneten Stimmrechte wurden dabei über das folgende von ihr kontrollierte Unternehmen, dessen Stimmrechtsanteil an der ElringKlinger AG 3% oder mehr betrug gehalten:
| ― | Lechler Beteiligungs-GmbH. |
| c) | Der Stimmrechtsanteil der Paul Lechler Gesellschaft bürgerlichen Rechts an der ElringKlinger AG hat am 4. Dezember 2003 die Schwellen von 10% und 5% unterschritten und beträgt seither 0,00% (0 Stimmrechte). |
Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex
Vorstand und Aufsichtsrat haben am 4. Dezember 2010 eine Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG zum Deutschen Corporate Governance Kodex abgegeben und am 4. Dezember 2010 auf der Internetseite der ElringKlinger AG veröffentlicht. Diese Entsprechenserklärung wird auf der Internetseite der ElringKlinger AG den Aktionären dauerhaft zugänglich gemacht. Sie wird im Rahmen des Corporate Governance Berichts im Geschäftsbericht veröffentlicht.
Dettingen/Erms, den 16. März 2011
Der Vorstand
Dr. Stefan Wolf
Theo Becker
Karl Schmauder
Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers
Wir haben den von der ElringKlinger AG, Dettingen/Erms, aufgestellten Konzernabschluss – bestehend aus Konzern-Gewinn- und -verlustrechnung und Konzern-Gesamtergebnisrechnung, Konzernbilanz, Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung, Konzern-Kapitalflussrechnung und Konzernanhang – sowie den Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2010 bis 31. Dezember 2010geprüft. Die Aufstellung von Konzernabschluss und Konzernlagebericht nach den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften liegt in der Verantwortung des Vorstandsder Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht abzugeben.
Wir haben unsere Konzernabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Konzernabschluss unter Beachtung der anzuwendenden Rechnungslegungsvorschriften und durch den Konzernlagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld des Konzerns sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben im Konzernabschluss und Konzernlagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, der Abgrenzung des Konsolidierungskreises, der angewandten Bilanzierungs- und Konsolidierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen des Vorstands sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.
Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.
Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Konzernabschluss den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. Der Konzernlagebericht steht in Einklang mit dem Konzernabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.
Stuttgart, den 16. März 2011
**PricewaterhouseCoopers
Aktiengesellschaft
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft**
Marcus Nickel, Wirtschaftsprüfer
ppa. Renate Berghoff, Wirtschaftsprüferin
Bilanzeid
Versicherung der gesetzlichen Vertreter gemäß §§ 297 Abs. 2 Satz 4 und 315 Abs. 1 Satz 6 HGB
"Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind."
Dettingen/Erms, 16. März 2011
Der Vorstand
Dr. Stefan Wolf
Theo Becker
Karl Schmauder
Bericht des Aufsichtsrats 2010
Der Aufsichtsrat der ElringKlinger AG hat im Geschäftsjahr 2010 die Geschäftsführung des Vorstands nach den Vorgaben des Aktiengesetzes und des Deutschen Corporate Governance Kodex überwacht sowie seine Tätigkeit und Lageeinschätzung beratend begleitet.
Der Aufsichtsrat wurde mit der monatlichen schriftlichen Berichterstattung des Vorstands über den Konjunkturverlauf, die Geschäftsentwicklung bezüglich Auftragseingang, Auftragsbestand, Umsatz, Ertrag, jeweils mit Vorjahres- und Planvergleich, wichtige neue Aufträge, die Beschäftigungslage im Konzern, bei der AG, deren Geschäftsbereichen und bei den Tochtergesellschaften und den Fremdfinanzierungsstatus informiert.
Der Aufsichtsrat trat 2010 zu vier ordentlichen Sitzungen, einer außerordentlichen Sitzung und zwei Telefonkonferenzen zusammen.
Auf den ordentlichen Aufsichtsratssitzungen informierte der Vorstand jeweils ausführlich über den Geschäftsverlauf des abgelaufenen Jahresabschnitts mit allen wesentlichen Kennzahlen einschließlich der Planerfüllung und des Vorjahresvergleichs im Konzern, bei der AG und den Tochtergesellschaften und gab eine Vorschau auf die nach aktuellem Wissensstand zu erwartenden Gesamtjahreswerte, den Fremdfinanzierungsstatus, die Konjunktur-, Markt- und Wettbewerbslage, die Risikosituation und den Stand laufender Gerichtsverfahren.
Darüber hinaus befasste sich der Aufsichtsrat auf seinen Zusammenkünften insbesondere mit folgenden Themen:
Ordentliche Sitzung am 23. März 2010:
Jahresabschluss 2009 der AG und des Konzerns und Lageberichte, Bericht der Abschlussprüfer, Genehmigung des Jahresabschlusses, Beschluss über den Gewinnverwendungsvorschlag des Vorstands, Gestaltung der Hauptversammlung 2010.
Ordentliche Sitzung am 21. Mai 2010:
Verlauf der Hauptversammlung am gleichen Tage, Wahl des Aufsichtsratsvorsitzenden aus dem nach der Aufsichtsratswahl auf der stattgefundenen Hauptversammlung mit sechs Anteilseignervertretern und sechs Arbeitnehmervertretern nunmehr paritätisch mitbestimmten Aufsichtsrat und Wahl der Mitglieder der Aufsichtsratsausschüsse.
Außerordentliche Sitzung am 25. Juni 2010:
Zustimmung zum Vorhaben des Vorstands, das Freudenberg-Flachdichtungsgeschäft zu erwerben.
Zustimmung zur Durchführung einer sogenannten kleinen Kapitalerhöhung zwecks Finanzierung des vorgesehenen Unternehmenserwerbs und weiterer Zukunftsprojekte der Gesellschaft.
Ordentliche Sitzung am 3. September 2010:
Bildung eines Vermittlungsausschusses gemäß Mitbestimmungsgesetz und Beschluss einer Geschäftsordnung für diesen Ausschuss.
Fortschritt des Erwerbsprozesses des Freudenberg-Flachdichtungsgeschäfts.
Diskussion der Fortentwicklung des Deutschen Corporate Governance Kodex, besonders der hervorgehobenen Zielsetzung Diversity, (relevante Beteiligung von Frauen und Personen ausländischer Herkunft in Aufsichtsrat und Vorstand). Diese Zielsetzungen wurden in der Diskussion allgemein begrüßt. Sie sind bei ElringKlinger teilweise bereits erfüllt. Beabsichtigt ist, bei anstehenden Neubesetzungen von Aufsichtsratspositionen der Anteilseignerseite möglichst entsprechend qualifizierte Frauen zu berufen. Einvernehmen war, dass mittelfristig ein Drittel der Aufsichtsratspositionen mit Frauen besetzt sein sollte.
Vorstellung des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems durch den Vorstand mit anschließender Diskussion im Aufsichtsratsgremium über dessen Angemessenheit und Wirksamkeit.
Telefonkonferenz des Aufsichtsrats am 4. Oktober 2010:
Zustimmung zu der vom Vorstand geplanten und im Grundsatz bewilligten kleinen Kapitalerhöhung. Ergebnis: Verschiebung der Entscheidung auf den 5. Oktober 2010.
Telefonkonferenz des Aufsichtsrats am 5. Oktober 2010:
Zustimmung zur Durchführung der vom Vorstand geplanten kleinen Kapitalerhöhung nunmehr zum 6. Oktober 2010.
Die Entsprechenserklärung des Aufsichtsrats und des Vorstands nach § 161 Aktiengesetz zum Deutschen Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 26. Mai 2010 wurde im schriftlichen Umlaufverfahren beschlossen. Die Erklärung ist seit dem 4. Dezember 2010 auf der Internetseite der ElringKlinger AG veröffentlicht.
Ordentliche Sitzung am 7. Dezember 2010:
Budget 2011 für den Konzern, die AG und die Tochtergesellschaften sowie Fortschreibung der Mittelfristplanung auf den Zeitraum 2011 bis 2015.
Erörterung der Ergebnisse der während des Jahres durchgeführten internen Revisionen als Teil des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems der Gesellschaft. Nennenswerte Beanstandungen hatten sich nicht ergeben.
Besonders betont wurde bei dieser Gelegenheit erneut die Bedeutung eines gesetzeskonformen Verhaltens aller Mitarbeiter bei der Durchführung ihrer Aufgaben (Compliance).
Weiterer Fortgang des Erwerbsprozesses für das Freudenberg-Flachdichtungsgeschäft.
Konzept Hauptversammlung 2011.
Zustimmung zum Erwerb von weiteren 20 % der Geschäftsanteile an der ElringKlinger Logistic Service GmbH, Rottenburg am Neckar.
Zustimmung zum Erwerb von zwei Grundstücken in Dettingen/Erms zwecks der Arrondierung zweier Betriebsgelände.
Verabschiedung des Vorschlages des Personalausschusses zu der vertraglich vorgesehenen Überprüfung der fixen Bezüge der Vorstandsmitglieder Dr. Stefan Wolf und Karl Schmauder zum 1. Februar 2011.
Mit Ausnahme der außerordentlichen Aufsichtsratssitzung am 25. Juni 2010 und der Telefonkonferenz am 5. Oktober 2010, an deren Teilnahme jeweils ein Aufsichtsratsmitglied verhindert war, waren auf allen Sitzungen und der weiteren Telefonkonferenz sämtliche Aufsichtsratsmitglieder anwesend bzw. beteiligt.
Zusätzlich stand der Aufsichtsratsvorsitzende während des ganzen Jahres in kurzen zeitlichen Abständen in persönlichem, telefonischem und E-Mail Kontakt mit dem Vorstandsvorsitzenden, um sich laufend über den Geschäftsgang, die Lageeinschätzung, neue Geschäftsvorhaben und besondere Vorfälle auszutauschen. Bei gegebenem Anlass hat der Aufsichtsratsvorsitzende die Aufsichtsratskollegen/-in per E-Mail informiert und einbezogen.
Der Vorstand schaltete den Aufsichtsrat bei zustimmungsbedürftigen Geschäftsvorfällen rechtzeitig mit gut begründeten Unterlagen ein und erhielt in allen Fällen seine Zustimmung.
Für einen vom Vorstand vorgeschlagenen Erwerb von Minderheitsanteilen fremder Gesellschafter an einer überseeischen ElringKlinger-Tochtergesellschaft hat der Aufsichtsrat seine Zustimmung im schriftlichen Umlaufverfahren erteilt.
Eine gesonderte Vorbereitung der Aufsichtsratssitzungen für die Arbeitnehmer- und Anteilseignervertreter erfolgte nicht. Die ausführlichen, selbsterklärenden vom Vorstand verteilten Unterlagen machten dies entbehrlich.
Die Vertreter der Anteilseigner im Aufsichtsrat wurden auf der Hauptversammlung am 21. Mai 2010 für die Amtszeit 2010 bis 2015 neu gewählt. Die Neuwahl erfolgte aufgrund des Ablaufs der bisherigen Amtszeit. Da die ElringKlinger AG und ihre Tochtergesellschaften im Inland dauerhaft mehr als 2000 Personen beschäftigten und somit die Voraussetzungen einer paritätisch mitbestimmten Kapitalgesellschaft erfüllt waren, wurden bereits im März die Vertreter der Arbeitnehmer für den Aufsichtrat von den Arbeitnehmern gewählt. Deren Amtszeit begann ebenfalls mit Ablauf der Hauptversammlung.
Die Mitglieder des Aufsichtsrats sind nunmehr als Anteilseignervertreter Dr. Rainer Hahn, Karl-Uwe van Husen, Dr. Thomas Klinger-Lohr, Walter Herwarth Lechler, Dr. Helmut Lerchner, Manfred Strauß und als Arbeitnehmervertreter/-in Gert Bauer, Armin Diez, Pasquale Formisano, Paula Monteiro-Munz, Markus Siegers und Gerhard Wick.
Interessenkonflikte zwischen Mitgliedern des Aufsichtsrats und der Gesellschaft bestanden 2010 nicht.
Auf seiner Sitzung in Anschluss an die Hauptversammlung hat der Aufsichtsrat Dr. Helmut Lerchner wieder zu seinem Vorsitzenden gewählt.
Der Aufsichtsrat hat drei Ausschüsse gebildet:
| ― | den Prüfungsausschuss mit den Mitgliedern Armin Diez, Karl-Uwe van Husen (Vorsitzender), Walter-Herwarth Lechler und Dr. Helmut Lerchner, |
| ― | den Personalausschuss mit den Mitgliedern Gert Bauer, Karl-Uwe van Husen, Walter-Herwarth Lechler, Dr. Helmut Lerchner (Vorsitzender) und Dr. Thomas Klinger-Lohr und |
| ― | den Vermittlungsausschuss mit den Mitgliedern Walter-Herwarth Lechler, Dr. Helmut Lerchner (Vorsitzender), Paula Monteiro-Munz und Markus Siegers. |
Der Prüfungsausschuss tagte 2010 zweimal.
Auf der Sitzung im März berichteten die Prüfer der KPMG dem Prüfungsausschuss über die Ergebnisse der Abschlussprüfung 2009. Die Prüfungsergebnisse wurden eingehend hinterfragt. Der Prüfungsausschuss konnte auf dieser Basis dem Aufsichtsrat ohne Einschränkung die Verabschiedung des Jahresabschlusses 2009 empfehlen.
Auf der Sitzung des Prüfungsausschusses im September wurde mit den neu bestellten Abschlussprüfern der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PriceWaterhouse Coopers AG die Jahresabschlussprüfung 2010 vorbesprochen und deren Schwerpunkte aus Sicht des Prüfungsausschusses sowie aus Sicht der Prüfer festgelegt. Insbesondere wurden die Anforderungen des BilMoG an das Risikomanagement und die Compliance erörtert. An dieser Sitzung nahm auch Dr. Stefan Wolf, Vorsitzender des Vorstands, als Gast teil.
Der Vorsitzende des Prüfungsausschusses hielt zudem im Jahr 2010 regelmäßig persönlich und telefonisch Kontakt zu dem Leiter der Wirtschaftsprüfergruppe, um sich über die Fortschritte des Prüfungsprozesses zu vergewissern und bei eventuellen Problemen bei der Vorbereitung und Durchführung helfend eingreifen zu können.
Der Personalausschuss trat 2010 einmal im Dezember zusammen, um eine Empfehlung an den Aufsichtsrat zur vertraglich vorgesehenen Anpassung der fixen Bezüge der Vorstandsmitglieder Dr. Stefan Wolf und Karl Schmauder zum 1. Februar 2011 zu beraten und zu beschließen.
Der Vermittlungsausschuss brauchte 2010 nicht zusammenzutreten.
Ende 2010 hat der Aufsichtsrat eine Selbsteinschätzung der Effektivität seiner Tätigkeit vorgenommen und diese in Inhalt, Form sowie Art der Zusammenarbeit durchgehend positiv beurteilt.
Der vom Vorstand vorgestellte Jahresabschluss 2010 der ElringKlinger AG mit Lagebericht sowie der entsprechende Konzernabschluss mit Lagebericht wurden von der PriceWaterhouse Coopers AG geprüft. Den Prüfungsauftrag erteilte der Aufsichtsrat entsprechend dem Beschluss der Hauptversammlung vom 21. Mai 2010.
Der Konzernabschluss der ElringKlinger AG wurde gemäß § 315 a HGB auf der Grundlage der International Financial Reporting Standards (IFRS) erstellt. Der Abschlussprüfer erteilte für den Jahresabschluss 2010 der ElringKlinger AG mit Lagebericht und den Konzernabschluss mit Konzernlagebericht uneingeschränkte Bestätigungsvermerke. Die Abschlussunterlagen und der Gewinnverwendungsvorschlag des Vorstands sowie die beiden Prüfungsberichte des Abschlussprüfers haben dem Aufsichtsrat vorgelegen. Der Prüfungsausschuss und der Aufsichtsrat insgesamt haben die Berichte eingehend geprüft und in Anwesenheit sowie unter Einbeziehung des Prüfers ausführlich diskutiert und hinterfragt. Der Aufsichtsrat hat sich dem Ergebnis der Prüfung durch den Abschlussprüfer angeschlossen. Anlässe für Einwendungen ergaben sich nicht.
Daraufhin hat der Aufsichtsrat auf seiner Sitzung am 25.03.2011 den Jahresabschluss 2010 der ElringKlinger AG und den Konzernabschluss 2010 mit den dazugehörigen Lageberichten gebilligt. Damit ist der Jahresabschluss 2010 der ElringKlinger AG nach § 172 AktG festgestellt. Der Aufsichtsrat stimmte auf der gleichen Sitzung dem Gewinnverwendungsvorschlag des Vorstands zu.
Der Aufsichtsrat dankt dem Vorstand und allen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen in der AG und allen Tochtergesellschaften im In- und Ausland herzlich für ihren hohen Einsatz und ihre sehr erfolgreiche Arbeit im Geschäftsjahr 2010.
Aichtal, 25. März 2011
Der Aufsichtsrat
Dr. Helmut Lerchner, Aufsichtsratsvorsitzender
Entsprechenserklärung des Aufsichtsrats und des Vorstand nach § 161 Aktiengesetz zum Deutschen Corporate Governance Kodex
Aufsichtsrat und Vorstand einer börsennotierten Aktiengesellschaft sind nach § 161 Aktiengesetz verpflichtet, einmal jährlich zu erklären, dass den Empfehlungen der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex entsprochen wurde bzw. wird und welche Empfehlungen gegebenenfalls nicht angewendet wurden oder werden. Die Abweichungen von den Empfehlungen sind zu begründen.
Vorstand und Aufsichtsrat der ElringKlinger AG erklären gemäß § 161 AktG, dass das Unternehmen den Empfehlungen der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 26. Mai 2010 mit folgenden Ausnahmen entsprochen hat bzw. entspricht und in Zukunft entsprechen wird. Für den Zeitraum seit Abgabe der letzten Entsprechenserklärung vom 4. Dezember 2009 bis zum 26. Mai 2010 bezieht sich die Erklärung auf die Empfehlungen des Kodex in seiner Fassung vom 18. Juni 2009.
| ― | Ziffer 2.3.2: Die Einladung zur Hauptversammlung erfolgte bislang per Post und wird auch in 2011 auf dem Postweg erfolgen. Der Empfehlung des Kodex, die Einladung zur Hauptversammlung auch elektronisch zur Verfügung zu stellen, wird derzeit aus organisatorischen Gründen nicht entsprochen. Da der Gesellschaft in der Regel die E-Mail Adressen Ihrer Aktionäre nicht bekannt sind, wäre ein zusätzlicher Versand aus Sicht der Gesellschaft mit unverhältnismäßigem Aufwand verbunden ohne wirklichen Nutzen für die Aktionäre. Im Übrigen wurde und wird die Einladung zur Hauptversammlung auch auf der Internetseite der Gesellschaft zum Download zur Verfügung gestellt. |
| ― | Ziffer 3.8: Für den Aufsichtsrat gelten im Rahmen der D&O-Versicherung die gleichen Selbstbehalte wie für den Vorstand, die entsprechend den derzeit laufenden Anstellungsverträgen andere Selbstbehalte vorsehen als in Ziffer 3.8 beschrieben. Die Gesellschaft hat für die D&O-Versicherung des Vorstands von der gesetzlichen Regelung Gebrauch gemacht, wonach bestehende Vereinbarungen mit dem Vorstand zum Selbstbehalt im Rahmen der bestehenden Übergangsfrist nicht an die gesetzlichen Vorgaben angepasst werden müssen. Dementsprechend wird die Gesellschaft auch den Selbstbehalt bei den D&O-Versicherungen des Aufsichtsrats zunächst nicht anpassen. Eine Ungleichbehandlung zwischen Vorstand und Aufsichtsrat ist aus Sicht der Gesellschaft nicht gerechtfertigt. |
| ― | Ziffer 4.1.5: Der Vorstand vergibt Führungsfunktionen im Unternehmen in erster Linie nach der Eignung und Qualifikation der Kandidaten. Bei der Besetzung von Führungsfunktionen orientiert sich der Vorstand an den Anforderungen der entsprechenden Funktion und sucht nach der bestmöglichen Person, die diese Anforderungen erfüllt. Stehen mehrere gleich qualifizierte Kandidatinnen oder Kandidaten zur Verfügung, achtet der Vorstand bei der Besetzung auf die Vielfalt und eine angemessene Berücksichtigung von Frauen im Unternehmen, ohne diese Kriterien zu einem vorrangigen Prinzip zu machen. Aus Sicht der Gesellschaft wäre eine solche Festlegung insbesondere angesichts der vergleichsweise geringen Anzahl der zu besetzenden Führungsfunktionen kontraproduktiv. |
| ― | Ziffer 4.2.5: Der Vergütungsbericht beschreibt im Rahmen des Lageberichts die Grundzüge des Vergütungssystems. Die Offenlegung der Vorstandsvergütung erfolgt nicht im Vergütungsbericht, sondern im Anhang des Jahresabschlusses. Die Gesellschaft veröffentlicht die Vergütung des Vorstands individualisiert. Entgegen der Empfehlung erfolgt die Offenlegung der Vergütungsbestandteile im Anhang des Jahresabschlusses. Eine nochmalige Offenlegung und damit Wiederholung der Angaben im Vergütungsbericht ist aus Sicht der Gesellschaft nicht geboten. |
| ― | Ziffer 5.1.2: Der Aufsichtsrat orientiert sich bei der Besetzung des Vorstands nach der Eignung und Qualifikation. Eine Altersgrenze für Vorstandsmitglieder besteht nicht. Die Auswahl der Mitglieder soll vorrangig nach Eignung und Qualifikation erfolgen. Nach Auffassung der Gesellschaft würde die vom Kodex vorgegebene besondere Gewichtung weiterer Kriterien die Auswahl möglicher Kandidatinnen oder Kandidaten für den Vorstand einschränken. Dabei ist auch zu berücksichtigen, dass der Vorstand derzeit nur aus drei Mitgliedern besteht. Eine generelle Altersgrenze für Vorstandsmitglieder besteht nicht. Für ElringKlinger sind maßgeblich die Qualifikation und auch die Erfahrung, die für die Besetzung einer solchen Position erforderlich ist. Auch im Hinblick auf das allgemeine Gleichbehandlungsgesetz, das zwar keine direkte Anwendung findet, dessen analoge Anwendung zumindest diskutiert werden kann, hält die Gesellschaft die Festsetzung einer Altersgrenze für nicht sachgerecht. |
| ― | Ziffer 5.3.3: Ein Nominierungsausschuss für die Erstellung von Wahlvorschlägen von Vertretern von Anteilseignern im Aufsichtsrat besteht nicht. Aufgrund der derzeitigen Größe des Aufsichtsrats der Gesellschaft halten Vorstand und Aufsichtsrat die Einrichtung eines Nominierungsausschusses für nicht erforderlich. |
| ― | Ziffer 5.4.1: Konkrete Ziele für die Zusammensetzung des Aufsichtsrats werden nicht vorgegeben und dementsprechend nicht im Corporate Governance Bericht veröffentlicht. Eine Altersgrenze für Aufsichtsratsmitglieder besteht nicht. Auch bei der Besetzung des Aufsichtsrats gilt, dass Eignung, Erfahrung und Qualifikation die maßgeblichen Auswahlkriterien sind. Eine Bindung an Vorgaben hinsichtlich der zukünftigen Besetzung schränkt die Flexibilität ein, ohne dass damit anderweitige Vorteile für das Unternehmen verbunden wären. Dies gilt umso mehr, als derzeit nur sechs Mitglieder des mitbestimmten Aufsichtsrats von den Anteilseignervertretern zur Wahl aufgestellt werden können. Im Übrigen sind die in der Kodexempfehlung genannten Vorgaben per se wichtige weitere Kriterien bei der Zusammensetzung des Aufsichtsrats, ohne dass es aus den genannten Gründen einer Festlegung auf konkrete Ziele bedürfte. Eine generelle Altersgrenze für Aufsichtsratsmitglieder besteht nicht, da in erster Linie die Kompetenz entscheiden soll. Dabei spielt insbesondere auch die Erfahrung eine wichtige Rolle. Auch im Hinblick auf das allgemeine Gleichbehandlungsgesetz, das zwar keine direkte Anwendung findet, dessen analoge Anwendung zumindest diskutiert werden kann, hält die Gesellschaft die Festsetzung einer Altersgrenze für nicht sachgerecht. |
| ― | Ziffer 5.4.3: Kandidatenvorschläge für den Aufsichtsratsvorsitz werden den Aktionären nicht bekannt gegeben. Die Wahl des Aufsichtsratsvorsitzenden obliegt dem Aufsichtsrat in eigener Verantwortung, da er die Eignung der Kandidaten am Besten einschätzen kann. Eine vorherige Bekanntgabe der Kandidaten für den Aufsichtsratsvorsitz ist nach Ansicht der Gesellschaft insbesondere vor diesem Hintergrund nicht sachgerecht. |
| ― | Ziffer 5.4.6: Der Vergütungsbericht beschreibt im Rahmen des Lageberichts die Grundzüge des Vergütungssystems. Die Offenlegung der Aufsichtsratsvergütung erfolgt nicht im Vergütungsbericht, sondern im Anhang des Jahresabschlusses. Die Gesellschaft veröffentlicht die Vergütung des Aufsichtsrats individualisiert. Entgegen der Empfehlung erfolgt die Offenlegung der Vergütungsbestandteile im Anhang des Jahresabschlusses. Eine nochmalige Offenlegung und damit Wiederholung der Angaben im Vergütungsbericht ist aus Sicht der Gesellschaft nicht geboten. |
| ― | Ziffer 6.6: Angaben nach Ziffer 6.6 des Kodex über die gesetzlichen Pflichten hinaus erfolgen nicht. Die Gesellschaft hält eine transparente Unternehmenskommunikation für essenziell, um insbesondere das Vertrauen der Anleger zu schützen. Die relevanten Informationen werden gemäß den in den letzten Jahren umfassend erweiterten gesetzlichen Vorgaben von der Gesellschaft offengelegt. Die Angaben sind auch auf der Internetseite der Gesellschaft abrufbar. Die in Ziffer 6.6 des Kodex zur Veröffentlichung empfohlenen weiteren Angaben bieten aus Sicht der Gesellschaft keinen Mehrwert für die Anleger. Nach dem Verständnis der Gesellschaft hat Transparenz nichts mit der Fülle der Informationen zu tun, sondern in erster Linie mit deren Qualität und Relevanz. Vor diesem Hintergrund folgt die Gesellschaft nicht der über die gesetzlichen Anforderungen hinausgehenden Empfehlung des Kodex. |
| ― | Ziffer 7.1.3: Angaben zu Aktienoptionsprogrammen und wertpapierorientierten Anreizsystemen als Bestandteil der Vorstandsvergütung erfolgen nicht im Corporate Governance Bericht, sondern im Anhang des Jahresabschlusses. Die Vergütung des Vorstands muss im Anhang des Jahresabschlusses offengelegt werden. Die Beschreibung des Vergütungssystems, soweit es Bestandteile im Sinne der Empfehlung gemäß Ziffer 7.1.3 des Kodex enthält, erfolgt im Vergütungsbericht als Teil des Lageberichts. Die Wiederholung dieser Angaben im Corporate Governance Bericht ist aus Sicht der Gesellschaft nicht zweckmäßig. |
Dettingen/Erms, 4. Dezember 2010
Für den Aufsichtsrat
Dr. Lerchner
Vorstand
Dr. Wolf
Becker
Schmauder