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Dermapharm Holding SE — Annual Report 2019
Jan 14, 2021
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Annual Report
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Publication
Dermapharm Aktiengesellschaft
Grünwald
Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2019 bis zum 31.12.2019
Bilanz zum 31. Dezember 2019
AKTIVA
| 31.12.2019 | 31.12.2018 | |
|---|---|---|
| EUR | EUR | |
| --- | --- | --- |
| A. Anlagevermögen | ||
| I. Immaterielle Vermögensgegenstände | ||
| 1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte | 12.929.543,74 | 10.564.597,73 |
| 2. Geschäfts- oder Firmenwert | 0,51 | 0,51 |
| 3. Geleistete Anzahlungen | 274.319,04 | 2.122.399,31 |
| 13.203.863,29 | 12.686.997,55 | |
| II. Sachanlagen | ||
| 1. Grundstücke, grundstücksgl. Rechte und Bauten einschl. der Bauten auf fremden Grundstücke | 4.515.829,35 | 4.722.073,78 |
| 2. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 409.481,32 | 445.323,90 |
| 4.925.310,67 | 5.167.397,68 | |
| III. Finanzanlagen | ||
| 1. Anteile an verbundenen Unternehmen | 469.336.019,33 | 208.578.244,49 |
| 2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen | 56.883.093,64 | 56.883.093,64 |
| 3. Beteiligungen | 61.910.064,75 | 919.976,10 |
| 588.129.177,72 | 266.381.314,23 | |
| 606.258.351,68 | 284.235.709,46 | |
| B. Umlaufvermögen | ||
| I. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände | ||
| 1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 81.961,00 | 43.288,11 |
| davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr: TEUR 0 (Vj.: TEUR 0) | ||
| 2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen | 170.101.297,74 | 140.774.418,05 |
| davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr: TEUR 0 (Vj.: TEUR 0) | ||
| davon aus Lieferungen und Leistungen: TEUR 33.071 (Vj.: TEUR 4.880) | ||
| davon aus sonstigen Vermögensgegenständen TEUR 137.030 (Vj.: TEUR 135.894) | ||
| 3. Forderungen gegen Unternehmen mit Beteiligungsverhältnis | 2.734.290,27 | 0,00 |
| davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr: TEUR 0 (Vj.: TEUR 0) | ||
| 4. Sonstige Vermögensgegenstände | 125.154,24 | 81.682,55 |
| davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr: TEUR 0 (Vj.: TEUR 0) | ||
| 173.042.703,25 | 140.899.388,71 | |
| II. Wertpapiere | ||
| Sonstige Wertpapiere | 2.983,18 | 2.983,18 |
| III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten | 22.571.155,78 | 73.629.679,10 |
| C. Rechnungsabgrenzungsposten | 80.514,83 | 340.177,02 |
| 801.955.708,72 | 499.107.937,47 |
PASSIVA
| 31.12.2019 | 31.12.2018 | |
|---|---|---|
| EUR | EUR | |
| --- | --- | --- |
| A. Eigenkapital | ||
| I. Gezeichnetes Kapital | 1.341.629,90 | 1.341.629,90 |
| II. Kapitalrücklage | 250.021,73 | 250.021,73 |
| III. Genussrechte | 0,00 | 0,00 |
| IV. Bilanzgewinn | 163.307.352,30 | 84.979.169,77 |
| 164.899.003,93 | 86.570.821,40 | |
| B. Rückstellungen | ||
| 1. Steuerrückstellungen | 2.587.415,03 | 7.075.400,00 |
| 2. Sonstige Rückstellungen | 11.128.035,03 | 2.403.003,76 |
| C. Verbindlichkeiten | 13.715.450,06 | 9.478.403,76 |
| 1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 519.903.458,41 | 297.821.851,77 |
| davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr: TEUR 403 (Vj.: TEUR 65.247) | ||
| 2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 636.395,87 | 1.272.309,87 |
| davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr: TEUR 636 (Vj.: TEUR 1.272) | ||
| 3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | 90.355.441,52 | 95.509.640,66 |
| davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr TEUR 90.335 (Vj.: TEUR 95.510) | ||
| davon aus Lieferungen und Leistungen TEUR 4.648 (Vj.: TEUR 8.681) | ||
| davon aus sonstigen Verbindlichkeiten TEUR 85.707 (Vj.: TEUR 86.829) | ||
| 4. Sonstige Verbindlichkeiten | 4.357.761,42 | 200.921,01 |
| davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr: TEUR 4.358 (Vj.: TEUR 200) | ||
| davon aus Steuern: TEUR 170 (Vj.: TEUR 200) | ||
| davon im Rahmen der sozialen Sicherheit: TEUR 0 (Vj.: TEUR 0) | ||
| D. Rechnungsabgrenzungsposten | 615.253.57,22 | 394.04.723,31 |
| 22.200,00 | 0,00 | |
| E. Passive latente Steuern | 8.065.997,51 | 8.253.989,00 |
| 801.955.708,72 | 499.107.937,47 |
Gewinn- und Verlustrechnung 01. Januar 2019 bis 31. Dezember 2019
| 1.1.-31.12.2019 | 1.1.-31.12.2018 | |
|---|---|---|
| EUR | EUR | |
| --- | --- | --- |
| 1. Umsatzerlöse | 62.000.054,01 | 56.092.821,05 |
| 2. Sonstige betriebliche Erträge | 2.460.297,58 | 913.801,31 |
| davon aus Währungsumrechnung TEUR 3 (Vj.: TEUR 6) | ||
| 3. Materialaufwand | ||
| Aufwendungen für Roh-,Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren | -13.217.436,83 | -12.235.035,30 |
| 4. Personalaufwand | ||
| a) Löhne und Gehälter | -5.370.712,23 | -5.355.338,74 |
| b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung | -1.104.649,52 | -975.572,86 |
| davon für Altersversorgung TEUR 11 (Vj.: TEUR 1) | ||
| -6.475.361,75 | -6.330.911,60 | |
| 5. Abschreibungen | ||
| a) auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen | -1.537.636,61 | -2.979.391,71 |
| b) auf Vermögensgegenstände des Umlaufvermögens, soweit diese die in der Kapitalgesellschaft üblichen Abschreibungen überschreiten | 0,00 | -11.572.255,28 |
| 6. Sonstige betriebliche Aufwendungen | -20.280.715,22 | -17.598.493,74 |
| davon aus Währungsumrechnung TEUR (Vj.: TEUR 1) | ||
| 7. Erträge aus Beteiligungen | 43.567.306,46 | 18.100.175,78 |
| davon aus verbundenen Unternehmen TEUR 21.947 (Vj.: TEUR 16.627) | ||
| 8. Erträge aus Gewinnabführungsverträgen | 57.928.215,91 | 63.297.747,34 |
| 9. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge | 4.431.945,21 | 4.280.246,43 |
| davon aus verbundenen Unternehmen TEUR 2.488 (Vj.:TEUR 2.527) | ||
| davon aus Abzinsung TEUR 0 (Vj.: TEUR 0) | ||
| 10. Abschreibung auf Finanzanlagen | -12.232.778,82 | 0,00 |
| 11. Zinsen und ähliche Aufwendungen | -12.961.627,87 | -7.260.132,61 |
| davon aus verbundenen Unternehmen TEUR 1.848 (Vj.: TEUR 1.574) | ||
| 12. Steuern vom Einkommen und Ertrag | -25.354.310,56 | -23.416.290,71 |
| davon latente Steuer: TEUR -188 (Vj.: TEUR -1.423) | ||
| 13. Ergebnis nach Steuern | 78.327.951,51 | 61.292.280,96 |
| 14. Sonstige Steuern | 231,02 | -55.470,60 |
| 15. Jahresüberschuss | 78.328.182,53 | 61.236.810,36 |
| 16. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr | 84.979.169,77 | 23.742.359,41 |
| 17. Bilanzgewinn | 163.307.352,30 | 84.979.169,77 |
ANHANG für das Geschäftsjahr 2019
Dermapharm Aktiengesellschaft, Grünwald
Allgemeine Angaben und Bilanzierungs- und Bewertungsvorschriften
1. Allgemeine Angaben
Die Dermapharm Aktiengesellschaft (im Folgenden auch: "Gesellschaft") mit Sitz in 82031 Grünwald ist am 16.12.1998 durch formwechselnde Umwandlung aus der Dermapharm GmbH Arzneimittel entstanden. Sie ist im Handelsregister des Amtsgerichts München unter HRB 124373 eingetragen. Gegenstand des Unternehmens ist die Entwicklung, Produktion und Vertrieb von Arzneimitteln und Kosmetika, Lizenzierung der Produktion und/oder des Vertriebs von Arzneimitteln und Kosmetika sowie Beratung anderer Unternehmen auf den vorgenannten Gebieten. Einzelhandel mit Arzneimitteln gehört jedoch nicht zum Gegenstand des Unternehmens.
Der Jahresabschluss der Gesellschaft wurde gemäß §§ 242 ff. und §§ 264 ff. Handelsgesetzbuch (HGB) sowie den einschlägigen Vorschriften des Aktiengesetzes (AktG) aufgestellt. Es gelten die Vorschriften für große Kapitalgesellschaften.
Die gesetzlichen Gliederungsschemata der §§ 266 und 275 HGB werden ohne Inanspruchnahme von Zusammenfassungen gem. § 265 Abs. 7 HGB angewandt. Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren des § 275 Abs. 2 HGB aufgestellt.
2. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände werden mit den Anschaffungskosten, vermindert um lineare Abschreibungen, angesetzt. Im Jahr des Zu- und Abgangs erfolgt die Abschreibung pro rata temporis nach vollen Monaten.
Der Geschäfts- und Firmenwert wurde über 15 Jahre abgeschrieben, da der Werteverzehr sich frühestens innerhalb dieses Zeitraums vollziehen wird.
Das Sachanlagevermögen wird mit den um planmäßige Abschreibungen geminderten Anschaffungskosten angesetzt. Die Abschreibungen auf bewegliche Vermögensgegenstände werden nach der linearen Methode vorgenommen, wobei die zugrunde liegende betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer nach kaufmännischen Gesichtspunkten unter Berücksichtigung der steuerlichen Nutzungsdauern jeweils vorsichtig geschätzt wurde.
Für selbständig nutzbare bewegliche Vermögensgegenstände des Anlagevermögens mit Anschaffungskosten von über EUR 250,00 bis EUR 800,00 wird das Wahlrecht zur Sofortabschreibung ausgeübt. Vermögensgegenstände mit Anschaffungskosten bis zu EUR 250,00 werden sofort als Aufwand erfasst.
Bei den planmäßigen Abschreibungen werden überwiegend folgende branchenübliche und handelsrechtlich zulässige Nutzungsdauern berücksichtigt:
| Nutzungsdauer | |
|---|---|
| Lizenzen, Markenrechte und Arzneimittelzulassungen | 15 Jahre |
| Geschäfts- oder Firmenwert | 15 Jahre |
| EDV Software | 3 Jahre |
| Gebäude | 33 Jahre |
| Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 5-13 Jahre |
Soweit den Anlagengegenständen am Bilanzstichtag auf Dauer ein niedrigerer Wert beizulegen ist, werden außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen. Diese werden, soweit vorliegend, im Anhang angegeben.
Die Anteile an verbundenen Unternehmen, Ausleihungen an verbundene Unternehmen und Beteiligungen sind mit den Anschaffungskosten oder bei voraussichtlicher dauernder Wertminderung mit dem niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt.
Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sowie der Kassenbestand und die Guthaben bei Kreditinstituten wurden zum Nennwert angesetzt.
Die Wertpapiere des Umlaufvermögens werden zu Anschaffungskosten oder dem niedrigeren Marktwert bilanziert.
Bei der Bildung von Rückstellungen wurde den erkennbaren Risiken und ungewissen Verbindlichkeiten angemessen Rechnung getragen. Sie wurden in der Höhe des Erfüllungsbetrages bemessen, die nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist. Das Abzinsungswahlrecht für Rückstellungen bis zu einem Jahr wurde nicht ausgeübt.
Die Verbindlichkeiten sind mit ihrem Erfüllungsbetrag passiviert.
Latente Steuern werden für zeitliche Unterschiede zwischen den handelsrechtlichen und steuerlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten ermittelt. Die Ermittlung der latenten Steuern der Dermapharm AG erfolgt auf Basis des Steuersatzes von aktuell 15 % (Körperschaftssteuer), 11,52 % (Gewerbesteuer) und 5,5 % Solidaritätszuschlag. Die passiven latenten Steuern werden mit aktiven latenten Steuern verrechnet. Das Aktivierungswahlrecht gemäß § 274 Abs.l Satz 2 HGB wird generell nicht ausgeübt.
Sämtliche Aufwendungen und Erträge des Geschäftsjahres wurden in Euro abgerechnet. Forderungen und Verbindlichkeiten in fremder Währung bestanden zum Bilanzstichtag nicht.
Umsatzerlöse werden zum Zeitpunkt des Gefahrenübergangs auf den Erwerber realisiert.
Erläuterungen zur Bilanz
1. Anlagevermögen
Eine von den historischen Anschaffungskosten ausgehende Darstellung der Entwicklung der Posten des Anlagevermögens wird nachfolgend wiedergegeben:
Entwicklung des Anlagevermögens (Bruttodarstellung)
| Anschaffungs- und Herstellungskosten | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| 01.01.2019 | Zugänge | Abgänge | Umbuchung | 31.12.2019 | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| EUR | EUR | EUR | EUR | EUR | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| I. Immaterielle Vermögensgegenstände | |||||
| 1. Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten | 24.889.322,05 | 3.445.723,08 | -961.207,31 | 652.748,89 | 28.026.586,71 |
| 2. Geschäfts- oder Firmenwert | 249.510,44 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 249.510,44 |
| 3. Geleistete Anzahlungen | 2.122.399,31 | 304.668,62 | -1.500.000,00 | -652.748,89 | 274.319,04 |
| 27.261.231,80 | 3.750.391,70 | -2.461.207,31 | 0,00 | 28.550.416,19 | |
| II. Sachanlagen | |||||
| 1. Grundstücke und Gebäude einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken | 6.553.235,62 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 6.553.235,62 |
| 2. Andere Anlagen. Betriebs- und Geschäftsausstattung | 1.395.624,96 | 70.864,77 | 0,00 | 0,00 | 1.466.489,73 |
| 7.948.860,58 | 70.864,77 | 0,00 | 0,00 | 8.019.725,35 | |
| III. Finanzanlagen | |||||
| 1. Anteile an verbundenen Unternehmen | 216.319.094,87 | 272.980.553,66 | 0,00 | 10.000,00 | 489.309.648,53 |
| 2. Ausleihungen an verbundenen Unternehmen | 56.883.093,64 | 0,00 | 0,00 | 56.883.093,64 | |
| 3. Beteiligungen | 919.976,10 | 61.000.088,65 | 0,00 | -10.000,00 | 61.910.064,75 |
| 274.122.164,61 | 333.980.642,31 | 0,00 | 0,00 | 608.102.806,92 | |
| 309.332.256,99 | 337.801.898,78 | -2.461.207,31 | 0,00 | 644.672.948,46 |
| Kumulierte Abschreibungen | ||||
|---|---|---|---|---|
| 01.01.2019 | Zugänge | Abgänge | 31.12.2019 | |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| EUR | EUR | EUR | EUR | |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| I. Immaterielle Vermögensgegenstände | ||||
| 1. Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten | 14.324.724,32 | 1.224.684,83 | -452.366,18 | 15.097.042,97 |
| 2. Geschäfts- oder Firmenwert | 249.509,93 | 0,00 | 0,00 | 249.509,93 |
| 3. Geleistete Anzahlungen | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 |
| 14.574.234,25 | 1.224.684,83 | -452.366,18 | 15.346.552,90 | |
| II. Sachanlagen | ||||
| 1. Grundstücke und Gebäude einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken | 1.831.161,84 | 206.244,43 | 0,00 | 2.037.406,27 |
| 2. Andere Anlagen. Betriebs- und Geschäftsausstattung | 950.301,06 | 106.707,35 | 0,00 | 1.057.008,41 |
| 2.781.462,90 | 312.951,78 | 0,00 | 3.094.414,68 | |
| III. Finanzanlagen | ||||
| 1. Anteile an verbundenen Unternehmen | 7.740.850,38 | 12.232.778,82 | 0,00 | 19.973.629,20 |
| 2. Ausleihungen an verbundenen Unternehmen | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 |
| 3. Beteiligungen | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 |
| 7.740.850,38 | 12.232.778,82 | 0,00 | 19.973.629,20 | |
| 25.096.547,53 | 13.770.415,43 | -452.366,18 | 38.414.596,78 |
| Buchwert | ||
|---|---|---|
| 31.12.2019 | 31.12.2018 | |
| --- | --- | --- |
| EUR | EUR | |
| --- | --- | --- |
| I. Immaterielle Vermögensgegenstände | ||
| 1. Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten | 12.929.543,74 | 10.564.597,73 |
| 2. Geschäfts- oder Firmenwert | 0,51 | 0,51 |
| 3. Geleistete Anzahlungen | 274.319,04 | 2.122.399,31 |
| 13.203.863,29 | 12.686.997,55 | |
| II. Sachanlagen | ||
| 1. Grundstücke und Gebäude einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken | 4.515.829,35 | 4.722.073,78 |
| 2. Andere Anlagen. Betriebs- und Geschäftsausstattung | 409.481,32 | 445.323,90 |
| 4.925.310,67 | 5.167.397,68 | |
| III. Finanzanlagen | ||
| 1. Anteile an verbundenen Unternehmen | 469.336.019,33 | 208.578.244,49 |
| 2. Ausleihungen an verbundenen Unternehmen | 56.883.093,64 | 56.883.093,64 |
| 3. Beteiligungen | 61.910.064,75 | 919.976,10 |
| 588.129.177,72 | 266.381.314,23 | |
| 606.258.351,68 | 284.235.709,46 |
2. Anteilsbesitz
| Name und Sitz der Gesellschaft | Anteil am Kapital | Eigenkapital | Ergebnis 2019 |
|---|---|---|---|
| in % | in TEUR | in TEUR | |
| --- | --- | --- | --- |
| unmittelbar gehaltene Anteile: | |||
| mibe GmbH Arzneimittel, Brehna 1) | 100,0 | 44.407 | 5.586 |
| mibe Vertrieb GmbH, Grünwald 1) | 100,0 | 26 | 0 |
| axicorp GmbH, Friedrichsdorf 1) | 100,0 | 29.650 | 0 |
| Anton Hübner GmbH & Co. KG, Ehrenkirchen | 100,0 | 11.664 | 2.327 |
| Hübner Naturarzneimittel GmbH, Ehrenkirchen 1) | 100,0 | 897 | 0 |
| Anton Hübner Verwaltungs GmbH, Ehrenkirchen | 100,0 | 42 | 2 |
| Dermapharm GmbH, Wien, Österreich | 100,0 | 16.776 | 2.985 |
| Tiroler Nussöl Sonnenkosmetik GmbH, Kitzbühel, Österreich 4) | 100,0 | 160 | 32 |
| Dermapharm AG, Hünenberg, Schweiz | 100,0 | 1.279 | -1.754 |
| Sun-Farm Sp. z o.o., Lomianki, Polen | 100,0 | 5.719 | 1.815 |
| Hasan Pharma Ltd., Saigon, Vietnam | 30,0 | 11.941 | 5.212 |
| Hasan Dermapharm Joint Venture Ltd., Saigon, Vietnam | 5,0 | 13.698 | 2.687 |
| Farmal d.d., Zagreb, Kroatien 5) | k.A. | k.A. | k.A. |
| Mibe Pharmaceuticals d.o.o., Zagreb, Kroatien | 100,0 | -11.545 | 112 |
| Bio-Diät-Berlin GmbH, Berlin 1) | 100,0 | 3.552 | 0 |
| mibeTec GmbH, Brehna | 100,0 | -2.312 | -1.848 |
| Strathmann GmbH & Co. KG, Hamburg 2) | 100,0 | 5.417 | 173 |
| Strathmann Service GmbH, Hamburg | 100,0 | 45 | 0 |
| Trommsdorff GmbH & Co.KG, Alsdorf 2) | 100,0 | 29.745 | 4.335 |
| CI. Lageman GmbH, Alsdorf | 100,0 | 954 | 439 |
| BLBR GmbH, Grünwald | 50,98 | 5.626 | -147 |
| mibe Pharma UK Ltd., London, Großbritannien | 100,0 | -913 | -632 |
| mibe Pharma Italia Srl., Bozen, Italien | 100,0 | 96 | -469 |
| mibe Ukraine Ltd., Kiew, Ukraine | 100,0 | 1.308 | 895 |
| Euromed Botanicals S.L., Barcelona, Spanien | 100,0 | 53.251 | 1.168 |
| Fitvia GmbH, Wiesbaden | 70,0 | 6.461 | 1.664 |
| FYTA Company B.V., Waalwijk, Niederlande | 20,0 | -5.738 | -3.882 |
| FYTA Tech B.V., Waalwijk, Niederlande | 20,0 | -26 | -9 |
| FYTA Company GmbH, Monheim am Rhein | 20,0 | 2 | -15 |
| FYTA Vermögensverwaltung GmbH, Monheim am Rhein | 20,0 | -1.475 | -799 |
| mibe pharma Espana S.L., Barcelona, Spanien 3) | 100,0 | k.A. | k.A. |
| von Tochtergesellschaften gehaltene Anteile: | |||
| acis Arzneimittel GmbH, Grünwald 1) | 100,0 | 1.355 | 0 |
| axicorp Pharma GmbH, Friedrichsdorf 1) | 100,0 | 749 | 0 |
| Podolux GmbH, Friedrichsdorf 6) | 100,0 | k.A | k.A |
| Biokirch GmbH Pharmaproduktion und Ärzteservice, Seevetal 1) | 100,0 | 846 | 0 |
| Kräuter Kühne GmbH, Berlin 1) | 100,0 | 100 | 0 |
| mibe Logistik & Service GmbH & Co. KG, Brehna | 100,0 | 139 | 92 |
| axicorp Pharma B.V., Den Haag, Niederlande | 100,0 | 787 | 9 |
| axicorp ApS, Hellerup, Dänemark | 100,0 | 44 | -4 |
| Remedix GmbH, Friedrichsdorf | 100,0 | -2.098 | 1.090 |
| Melasan GmbH, Eugendorf, Österreich | 100,0 | 7.551 | 1.338 |
| Gynial GmbH, Wien, Österreich | 25,1 | 2.496 | 901 |
| Gynial AG, Hünenberg, Schweiz | 40,0 | -1.424 | -480 |
| mibeTec US, Inc., Austin, USA | 100,0 | -270 | -270 |
| Farmal BH d.o.o., Sarajevo, Bosnien-Herzegovina | 100,0 | -47 | 14 |
| Bellavia GmbH, Wiesbaden | 70,0 | 177 | -382 |
| Euromed S.A., Barcelona, Spanien | 100,0 | 68.535 | 13.294 |
| Euromed USA Inc., Bridgeville, USA | 100,0 | 793 | 74 |
| mibeTec Japan K.K., Chuo-ku, Tokyo, Japan 3) | 100,0 | k.A. | k.A. |
1) Ergebnisabführungsvertrag
2) Phasengleiche Gewinnvereinnahmung
2) Neugründung
4) Angaben aus 2018
5) im Berichtsjahr verschmolzen auf mibe Pharmaceuticals d.o.o.
6) im Berichtsjahr verschmolzen auf axicorp GmbH
Teilweise wurde von der Befreiungsvorschrift des § 286 Abs. 3 Ziff. 1 HGB Gebrauch gemacht.
Mit Wirkung zum 3. Januar 2019 hat die Dermapharm AG mit der Arbelan S.à.r.l. (Luxemburg), einem Tochterunternehmen der amerikanischen The Riverside Company (Private Equity), als Verkäufer einen Kaufvertrag über den Erwerb aller Anteile an der spanischen Euromed Botanicals S.L. und deren Tochtergesellschaften Euromed S.A. (jeweils mit Sitz in Barcelona, Spanien) und Euromed USA Inc. mit Sitz Bridgeville, USA (zusammen „Euromed“), abgeschlossen. Unter Berücksichtigung von vereinbarten Kaufpreisanpassungsklauseln betrug der Kaufpreis für die Anteile an Euromed TEUR 239.712. Im Geschäftsjahr 2019 wurden zusätzlich TEUR 2.752 als Anschaffungsnebenkosten aktiviert.
Mit Wirkung zum 6. Juni 2019 hat die Dermapharm AG mit den Verkäufern Excelling Ventures GmbH, Lion's Den Ventures GmbH Ro Perun 88 Ventures GmbH einen Kaufvertrag über den Erwerb der Mehrheitsbeteiligung von 70% der Anteile an der Fitvia GmbH mit Sitz in Wiesbaden und deren 100%-igen Tochtergesellschaft Bellavia GmbH (zusammen „Fitvia“) abgeschlossen. Die Zustimmung der Kartellbehörde erfolgte am 5. Juli 2019. Nach Berücksichtigung etwaiger finaler Kaufpreisanpassungsklauseln betrug der Kaufpreis für die Anteile an Fitvia TEUR 32.735. Darin sind rund 6 Mio. EUR auf Basis des erwarteten Ergebnisses für 2019 der Fitvia und Bellavia als nachträgliche Anschaffungskosten zum 31.12.2019 enthalten. Hierfür wurde gleichzeitig eine Rückstellung für ungewisse Verbindlichkeiten gebildet. Im Geschäftsjahr 2019 wurden zusätzlich TEUR 393 als Anschaffungsnebenkosten aktiviert. Im Rahmen einer sog. Put- und Call-Option wird der Dermapharm AG zudem die Möglichkeit geboten, die nicht beherrschenden Anteile von 30% von den Verkäufern zu erwerben. Die Annahme des Angebots Call Option durch die Dermapharm AG kann bis sechs Wochen nach Feststellung des Jahresabschlusses der Fitvia zum Stichtag 31.12.2024 erklärt werden. Der von der Dermapharm AG zu zahlende Kaufpreis ermittelt sich anhand des durchschnittlichen EBITDA der Fitvia GmbH der Jahre 2023 und 2024.
Mit Wirkung zum 04. März 2019 hat die Dermapharm AG mit den Verkäufern HS Beteiligungsgesellschaft mbH, UR Investment GmbH und WR Investment GmbH einen Kaufvertrag über den Erwerb von 20,0 % der Anteile an den Gesellschaften FYTA Company B.V. und FYTA Tech B.V. (jeweils mit Sitz in Waalwijk - Niederlande), sowie FYTA Company GmbH und FYTA Vermögensverwaltung GmbH (jeweils mit Sitz in Monheim - Deutschland), zusammen „FYTA“, abgeschlossen. Die Transaktion wurde am 11. März 2019 vollzogen. Unter Berücksichtigung von vereinbarten Kaufpreisanpassungsklauseln betrug der vorläufige Kaufpreis für die Anteile TEUR 60.750. Im Geschäftsjahr 2019 wurden zusätzlich TEUR 250 als Anschaffungsnebenkosten aktiviert. Der endgültige Kaufpreis ermittelt sich aus dem durchschnittlichen EBITDA der Jahre 2019 bis 2021. Sollte der endgültige Kaufpreis über dem vorläufigen Kaufpreis liegen, ist eine Nachzahlung zu leisten. Bei einem endgültigen Kaufpreis, der unter dem vorläufigen Kaufpreis liegt, wird ein Ausgleich fällig, den die Verkäufer in Form einer Barzahlung, der Übertragung zusätzlicher Anteile oder einer Kombination aus Barzahlung und zusätzlichen Geschäftsanteilen.
Im Rahmen der Internationalisierungsstrategie wurde am 24. Juli 2019 die mibe pharma Espana S.L., Barcelona, Spanien, gegründet.
3. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
| EUR | 31.12.2019 | 31.12.2018 |
|---|---|---|
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 81.961,00 | 43.288,11 |
| - davon mit einer Restlaufzeit > 1 Jahr | 0,00 | 0,00 |
| Forderungen gegen verbundene Unternehmen | 170.101.297,74 | 140.774.418,05 |
| - davon mit einer Restlaufzeit > 1 Jahr | 0,00 | 0,00 |
| Forderungen gegen Unternehmen mit Beteiligungsverhältnis | 2.734.290,27 | 0,00 |
| - davon mit einer Restlaufzeit > 1 Jahr | 0,00 | 0,00 |
| Sonstige Vermögensgegenstände | 125.154,24 | 81.682,55 |
| - davon mit einer Restlaufzeit > 1 Jahr | 0,00 | 0,00 |
| Summe | 173.042.703,25 | 140.899.388,71 |
4. Liquide Mittel
Die liquiden Mittel bestehen aus Guthaben bei Kreditinstituten und dem Kassenbestand. Zum 31.12.2019 betragen die liquiden Mittel EUR 22.571.155,78 (Vorjahr: EUR 73.629.679,10).
5. Grundkapital
Das Grundkapital der Gesellschaft in Höhe von EUR 1.341.629,90 setzt sich aus 524.800 vinkulierten Namensaktien im Nennbetrag von je EUR 2,56 zusammen.
7. Rückstellungen
Die sonstigen Rückstellungen setzen sich wie folgt zusammen:
| EUR | 31.12.2019 | 31.12.2018 |
|---|---|---|
| Rückstellung Krankenkassen-Rabatte/Hersteller-Rabatte | 2.868.628,34 | 1.617.832,67 |
| Rückstellungen Personalbereich | 230.578,69 | 324.247,45 |
| Rückstellung für drohende Verluste | 1.324.750,42 | 0,00 |
| Übrige sonstige Rückstellungen | 6.704.077,58 | 460.923,64 |
| Summe | 11.128.035,03 | 2.403.003,76 |
In den übrigen sonstigen Rückstellungen sind rund EUR 6 Mio als nachträgliche Kaufpreisanpassung aus dem Erwerb der Fitvia-Anteile enthalten.
8. Verbindlichkeiten
Eine Übersicht über die Restlaufzeiten der in der Bilanz ausgewiesenen Verbindlichkeiten und die Besicherung durch Pfandrechte oder ähnliche Rechte gibt der nachstehende Verbindlichkeitenspiegel.
VERBINDLICHKEITENSPIEGEL zum 31. Dezember 2019
| Gesamtbetrag lt. Bilanz | Restlaufzeit | davon besichert |
Art der Sicherung | |||
|---|---|---|---|---|---|---|
| bis zu 1 Jahr | 1 bis 5 Jahre | mehr als 5 Jahre | ||||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| EUR | EUR | EUR | EUR | EUR | ||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| 1 Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 519.903.458,41 | 403.458,41 | 519.500.000,00 | 0,00 | 519.500.000,00 | Gesamtschuldnerische Mithaftung durch Dermapharm Holding SE, Mibe GmbH Arzneimittel, Anton Hübner GmbH & Co. KG, MibeTec GmbH, Strathmann GmbH & Co. KG, Trommsdorff GmbH & Co. KG und Axicorp Pharma GmbH in Höhe von TEUR 400.000 bzgl. Konsortialkreditvertrag; gesamtschuldnerische Mithaftung durch Dermapharm Holding SE, Mibe GmbH Arzneimittel, Anton Hübner GmbH & Co. KG, MibeTec GmbH, Strathmann GmbH & Co. KG, Trommsdorff GmbH & Co. KG, Acis Arzneimittel GmbH und Axicorp Pharma GmbH in Höhe von TEUR 100.000 bzgl. Schuldscheindarlehensvertrag. Die restlichen TEUR 19.500 sind durch die Dermapharm Holding SE über gesamtschuldnerische Mithaftung besichert. Zudem Buchgrundschuld durch Eintragung im Grundbuch in Höhe von TEUR 5.700 |
| 2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 636.395,87 | 636.395,87 | 0,00 | 0,00 | ||
| 3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | 90.355.441,52 | 90.355.441,52 | 0,00 | 0,00 | ||
| 4. Sonstige Verbindlichkeiten | 4.357.761,42 | 4.357.761,42 | 0,00 | 0,00 | ||
| 615.253.057,22 | 95.753.057,22 | 519.500.000,00 | 0,00 |
VERBINDLICHKEITENSPIEGEL zum 31. Dezember 2018
| Gesamtbetrag lt. Bilanz | Restlaufzeit | davon besichert | Art der Sicherung | |||
|---|---|---|---|---|---|---|
| bis zu 1 Jahr | 1 bis 5 Jahre | mehr als 5 Jahre | ||||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| EUR | EUR | EUR | EUR | EUR | ||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| 1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 297.821.851,77 | 65.246.851,77 | 232.575.000,00 | 0,00 | 900.000,00 | Buchgrundschuld durch Eintrag im Grundbuch i.H.v. TEUR 5.700 |
| 2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 1.272.309,87 | 1.272.309,87 | 0,00 | 0,00 | ||
| 3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | 95.509.640,66 | 95.509.640,66 | 0,00 | 0,00 | ||
| 4. Sonstige Verbindlichkeiten | 200.921,01 | 200.921,01 | 0,00 | 0,00 | ||
| 394.804.723,31 | 162.229.723,31 | 232.575.000,00 | 0,00 |
Die Gesellschaft ist Darlehensnehmerin für einen Konsortialkreditvertrag der Dermapharm AG / Dermapharm Holding SE der im Juni 2019 abgeschlossen wurde (Bezugsrahmen: 500 Mio. EUR; Inanspruchnahme zum 31.12.2019: 400 Mio. EUR). Mit der Auszahlung dieses Konsortialdarlehens wurden die bis dahin bestehenden bilateralen Darlehen dieses Bankenkreises in Höhe von insgesamt 362,2 Mio. EUR vollständig abgelöst.
Zudem bestand zum Bilanzstichtag ein am 20. November 2019 neu emittiertes und vollständig ausgezahltes Schuldscheindarlehen zum Nominalwert in Höhe von 100 Mio. €, mit laufzeitbedingten Fristigkeiten bis 2024, 2026 und 2029. Weiterhin bestehen bleibt ein Schuldscheindarlehen aus den Vorjahren der Dermapharm AG (Valuta zum 31.12.2019 in Summe: 19,5 Mio. EUR).
9. Latente Steuern
Ausgewiesen sind latente Steuern aufgrund von temporären Differenzen zwischen Handels- und Steuerbilanz der Dermapharm AG sowie der Organgesellschaften.
Zu aktiven latenten Steuern führten Differenzen bei:
| ― | Pensionsrückstellungen |
| ― | Finanzanlagen (Anteile an verbundenen Unternehmen) |
| ― | Sonstige Rückstellungen |
Zu passiven latenten Steuern führten Differenzen bei:
| ― | immateriellen Vermögensgegenständen des Anlagevermögens (Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Firmenwert) |
| ― | aktivierten selbst geschaffenen immateriellen Vermögensgegenständen des Anlagevermögens |
Die Differenzen werden mit folgenden Steuersätzen bewertet:
| ― | Körperschaftsteuer 15 % (Vj.: 15 %) |
| ― | Solidaritätszuschlag 5,5 % (Vj.: 5,5 %) |
| ― | Gewerbesteuer (Ø) 11,52 % (Vj.; 11,46%) |
| 01.01.2019 | Veränderung | 31.12.2019 | |
|---|---|---|---|
| Aktive latente Steuern | 3.264.975,00 | 1.563.557,05 | 4.828.532,05 |
| Passive latente Steuern | 11.518.964,00 | 1.375.565,56 | 12.894.529,56 |
Insgesamt werden aktive latente Steuern in Höhe von EUR 4.828.532,05 (Vorjahr: EUR 3.264.975,00) mit passiven latenten Steuern in Höhe von EUR 12.894.529,56 (Vorjahr: EUR 11.518.964,00) saldiert.
Zum 31.12.2019 werden passive latente Steuern in Höhe von EUR 8.065.997,51 (Vorjahr: EUR 8.253.989,00) passiviert.
Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung
1. Umsatzerlöse
Im Geschäftsjahr 2019 belaufen sich die Umsatzerlöse auf EUR 62.000.054,01 (Vorjahr: EUR 56.092.821,05) und setzen sich wie folgt zusammen:
| Mio. EUR | 01.01.-31.12.2019 | 01.01.-31.12.2018 |
|---|---|---|
| BMS-Portfolio * | 13,8 | 14,8 |
| Dermapharm eigene | 51,0 | 45,7 |
| Konzernerlöse | 3,7 | 1,4 |
| Sonstige Rabatte | -6,5 | -5,8 |
| Summe | 62,0 | 56,1 |
* aus ehemaligen Erwerb Geschäftsbereich Kortikoide/Antimykotikavon Bristol-Myers Squibb Co.
2. Sonstige betriebliche Erträge
Die sonstigen betrieblichen Erträge betragen EUR 2.460.297,58 (Vorjahr: EUR 913.801,31). Im Wesentlichen handelt es sich um eine konzerninterne Weiterbelastung.
3. Abschreibungen
Die Abschreibungen betragen EUR 1.537.636,61 (Vorjahr: EUR 14.551.646,99) und enthalten außerplanmäßige Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände in Höhe von EUR 8.228,69 (Vorjahr: EUR 589.936,51).
4. Sonstige betriebliche Aufwendungen
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen resultieren im Wesentlichen aus folgenden Kosten:
| EUR | 01.01.-31.12.2019 | 01.01.-31.12.2018 |
|---|---|---|
| Marketing- und Vertriebskosten | -9.085.835,33 | -6.973.487,42 |
| Rechts- und Beratungskosten | -1.839.771,40 | -2.324.309,66 |
| Kosten der Warenabgabe | -2.989.710,39 | -2.746.339,64 |
| Sonstiges | -6.365.398,10 | -5.554.357,22 |
| Summe | -20.280.715,22 | -17.598.493,74 |
5. Erträge aus Beteiligungen
Die Erträge aus Beteiligungen beinhalten die Dividendenzahlung aus der Dermapharm AG, Hünenberg, Schweiz in Höhe von EUR 20.136.478,49 an die Gesellschaft. Diese wurden mit einem bestehenden Darlehen der Dermapharm Aktiengesellschaft gegenüber der Dermapharm AG, Hünenberg, Schweiz verrechnet.
6. Steuern
Die Gesellschaft ist Organträgerin der ertragsteuerlichen Organschaft. Dies hat zur Folge, dass im Geschäftsjahr der Ausweis von laufenden Ertragssteueraufwendungen in Höhe von EUR 25.545.495,14 (Vorjahr: EUR 24.853.083,23) erfolgt.
7. Finanzergebnis
Das Finanzergebnis setzt sich wie folgt zusammen:
| EUR | 01.01.-31.12.2019 | 01.01.-31.12.2018 |
|---|---|---|
| Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge | 4.431.945,21 | 4.280.246,43 |
| - davon aus verbundenen Unternehmen | 2.487.960,92 | 2.527.020,05 |
| Zinsen und ähnliche Aufwendungen | -12.961.627,87 | -7.260.132,61 |
| - davon aus verbundenen Unternehmen | -1.847.981,68 | -1.574.353,30 |
| Summe | -8.529.682,66 | -2.979.886,18 |
8. Abschreibungen auf Finanzanlagen
Die Beteiligung an der Mibe pharmaceuticals d.o.o. wurde zum 31.12.2019 auf den niedrigeren beizulegenden Zeitwert von EUR 1.800.000,00 aufgrund einer voraussichtlich dauerhaften Wertminderung außerplanmäßig abgeschrieben. Die außerplanmäßige Abschreibung betrug EUR 12.232.778,82.
Sonstige Angaben
1. Sonstige finanzielle Verpflichtungen
Die Miet- und Leasingverpflichtungen der Dermapharm AG zum 31.12.2019 in Höhe von EUR 5.883.907,54 (Vorjahr: EUR 5.991.864,14) verteilen sich wie folgt:
2019
| EUR | Finanzielle Verpflichtungen Folgejahr (2020) | Finanzielle Verpflichtungen Jahr 2-5 (2021-2024) | Finanzielle Verpflichtungen > 5 Jahre (ab 2025) |
|---|---|---|---|
| Miete | 105.189,96 | 420.759,84 | 5.119.244,72 |
| Kfz | 84.616,76 | 67.549,66 | - |
| bew. VW | 31.959,20 | 54.587,40 | - |
| Summe | 221.765,92 | 542.896,90 | 5.119.244,72 |
2018
| EUR | Finanzielle Verpflichtungen Folgejahr (2019) | Finanzielle Verpflichtungen Jahr 2-5 (2020-2023) | Finanzielle Verpflichtungen > 5 Jahre (ab 2024) |
|---|---|---|---|
| Miete | 105.189,96 | 420.759,84 | 5.224.434,68 |
| Kfz | 77.378,09 | 47.128,57 | - |
| bew. VW | 31.192,80 | 85.780,20 | - |
| Summe | 213.760,85 | 553.668,61 | 5.224.434,68 |
Die Gesellschaft erwarb am 23. August 2007 zur Errichtung des Verwaltungsgebäudes ein Erbbaurecht bis zum 31.08.2073. Der jährliche Erbbauzins beträgt derzeit TEUR 105.
2. Haftungsverhältnisse
Mit Brief vom 20. Februar 2019 verlängert die Gesellschaft gegenüber der Tochtergesellschaft Farmal d.d. die finanzielle Unterstützung bis mindestens 20. Februar 2020. Die Farmal d.d. wurde im Geschäftsjahr 2019 auf die Mibe Pharmaceuticals d.o.o. verschmolzen. Mit Brief vom 06. Februar 2020 hat die Gesellschaft gegenüber der Tochtergesellschaft Mibe Pharmaceuticals d.o.o. die finanzielle Unterstützung bis mindestens 06. Februar 2021 zugesagt.
Die Gesellschaft geht davon aus, dass die Mibe Pharmaceuticals d.o.o. den externen Zahlungsverpflichtungen selbständig nachkommen kann. Mit einer Inanspruchnahme wird deshalb nicht gerechnet.
Die Gesellschaft haftet gemäß Zuwendungsbescheid vom 14. Dezember 2018 als Gesamtschuldner für Verbindlichkeiten der Tochtergesellschaft mibe GmbH Arzneimittel aus einem Investitionszuschuss in Höhe von bis zu TEUR 1.650. Mit einer Inanspruchnahme wird nicht gerechnet.
Die Gesellschaft ist mit der Rangrücktrittserklärung vom 02. Januar 2019 mit ihren Forderungen gegenüber der mibeTec GmbH gewährten Darlehen einschließlich Tilgung, Zinsen und Rückzahlung im Rang hinter allen Ansprüchen aller anderen gegenwärtigen und zukünftigen Gläubigern der mibeTec GmbH zurück getreten. Mit einer Inanspruchnahme wird nicht gerechnet.
3. Derivative Finanzinstrumente
Zur Absicherung von Währungsrisiken hat die Gesellschaft zwei (einer ist im Geschäftsjahr 2018 ausgelaufen) „Currency-Related-Swaps“ über insgesamt nominal TEUR 13.000 abgeschlossen. Der Zeitwert des verbleibenden Derivats (inkl. Stückzinsen) beträgt zum Stichtag TEUR -1.038. Die Bewertung der MTM Bewertung (mark-to-market) erfolgt anhand von Modellen der UnitCredit Bank AG, München. Bei der Bewertung werden keine Transaktions- oder Hedgingkosten, Liquiditäts- und/oder Bonitätszu- oder -abschläge berücksichtigt, welche die Bewertung erheblich verändern könnten. Die Umrechnung in Euro erfolgt mit dem EZB Referenzkursen des Bewertungstages. Bewertungen und Stückzinsen für Zinssatzswaps und Cross Currency Swaps (Non-Deliverable) ("NDS") werden in der Settlement Currency aufgeführt. Da sämtliche Belastungen aus diesen Verträgen von der Themis Beteiligungs-Aktiengesellschaft übernommen werden, werden die jährlich anfallenden Aufwendungen in diesem Zusammenhang an die Themis weiterbelastet.
Zur Absicherung von Zinsrisiken hat die Gesellschaft einen weiteren Swap abgschlossen. Der Zeitwert des Derivats beträgt zum Stichtag TEUR -287.
In Höhe von TEUR 1.325 wurde eine Drohverlustrückstellung gebildet.
4. Gewinnabführungsvertrag
Mit Datum vom 23. März 2004 wurde zwischen der Gesellschaft und der mibe GmbH Arzneimittel ein Gewinnabführungsvertrag abgeschlossen, der auch zur Verlustübernahme verpflichtet.
Die Hauptversammlung der Gesellschaft sowie die Gesellschafterversammlung der mibe GmbH Arzneimittel haben am 23. März 2004 diesem Gewinnabführungsvertrag zugestimmt. Der Gewinnabführungsvertrag wurde ins Handelsregister eingetragen.
Mit Datum vom 26.05.2009 wurde zwischen der Gesellschaft und der mibe Vertrieb GmbH ein Gewinnabführungsvertrag abgeschlossen, der auch zur Verlustübernahme verpflichtet. Die Hauptversammlung der Gesellschaft sowie die Gesellschafterversammlung haben am 26.05.2009 diesem Gewinnabführungsvertrag zugestimmt. Die Eintragung des Gewinnabführungsvertrages ins Handelsregister erfolgte am 28.05.2009.
Mit Datum vom 12.03.2012 wurde zwischen der Gesellschaft und der Hübner Naturarzneimittel GmbH ein Gewinnabführungsvertrag abgeschlossen, der auch zur Verlustübernahme verpflichtet. Die Hauptversammlung der Gesellschaft sowie die Gesellschafterversammlung haben am 12.03.2012 diesem Gewinnabführungsvertrag zugestimmt. Die Eintragung des Gewinnabführungsvertrages im Handelsregister erfolgte am 28.03.2012.
Mit Datum vom 05.09.2018 wurde zwischen der Gesellschaft und der axicorp GmbH ein Gewinnabführungsvertrag abgeschlossen, der auch zur Verlustübernahme verpflichtet. Die Hauptversammlung der Gesellschaft sowie die Gesellschafterversammlung haben am 11.10.2018 diesem Gewinnabführungsvertrag zugestimmt. Die Eintragung des Gewinnabführungsvertrages im Handelsregister erfolgte am 15.11.2018.
Mit Datum vom 05.09.2018 wurde zwischen der Gesellschaft und der Bio-Diät Berlin GmbH ein Gewinnabführungsvertrag abgeschlossen, der auch zur Verlustübernahme verpflichtet. Die Hauptversammlung der Gesellschaft sowie die Gesellschafterversammlung haben am 11.10.2018 diesem Gewinnabführungsvertrag zugestimmt. Die Eintragung des Gewinnabführungsvertrages im Handelsregister erfolgte am 16.11.2018.
5. Organe
Der Vorstand setzte sich 2019 wie folgt zusammen:
| Herr Dr. Hans-Georg Feldmeier, Apotheker, Leipzig (Vorsitzender) | |
| Frau Karin Samusch, Kauffrau, Berg | |
| Herr Stefan Hümer, Kaufmann, Berg | |
| Herr Stefan Grieving, Kaufmann, München (ausgeschieden am 26.09.2019) | |
| Herr Dr. Jürgen Ott, Chemiker, Starnberg (bestellt seit 14.01.2020) |
Der Aufsichtsrat besteht aus:
| Herrn Dr. Erwin Kern, Kaufmann, Iffezheim | |
| Herr Wilhelm Beier, Kaufmann, München (Vorsitzender) | |
| Herr Lothar Lanz, selbständiger Berater, München |
6. Bezüge der Geschäftsführungsorgane und Aufsichtsräte
Die Gesamtbezüge des Vorstands belaufen sich im Geschäftsjahr auf TEUR 0 (Vorjahr: TEUR 530). Die Vorstände bezogen im Januar 2018 Bonuszahlungen für das Geschäftsjahr 2017. Ab 1. Januar 2018 erhielten die Vorstände ihre Bezüge von der Dermapharm Holding SE. Die Aufsichtsratsbezüge belaufen sich auf TEUR 210 (Vorjahr: TEUR 60).
7. Honorar des Abschlussprüfers
Die Angaben zu dem für das Geschäftsjahr berechneten Gesamthonorar des Abschlussprüfers erfolgen im Rahmen des Konzernabschlusses der Dermapharm Holding SE.
8. Anzahl der Mitarbeiter
| Im Jahresmittel des Geschäftsjahres 2019 waren beschäftigt | Personen |
|---|---|
| Angestellte | 81 |
| (Vj. 80) |
9. Konzernzugehörigkeit
Die Gesellschaft wird in den Konzernabschluss der Dermapharm Holding SE, Grünwald, einbezogen, die einen befreienden Konzernabschluss für die Dermapharm AG aufstellt.
Die Themis Beteiligungs-Aktiengesellschaft, Grünwald, stellt als Mutterunternehmen den Konzernabschluss für den größten Kreis von Unternehmen auf.
Die Dermapharm Holding SE, Grünwald, stellt als Mutterunternehmen den Konzernabschluss für den kleinsten Kreis von Unternehmen nach IFRS, wie sie in der EU anwendbar sind, auf.
Der Konzernabschluss der Themis Beteiligungs-Aktiengesellschaft zum 31.12.2019 ist am Sitz der Gesellschaft erhältlich und der Konzernabschluss der Dermapharm Holding SE zum 31.12.2019 im Bundesanzeiger abrufbar.
10. Nachtragsbericht gem. § 285 Nr.33 HGB
Da sich zum Stand der Berichtsveröffentlichung durch die andauernde Corona-Pandemie negative Auswirkungen auf die wirtschaftliche Entwicklung in Europa abzeichnen, können auch mögliche negative finanzielle Effekte auf die Gesellschaft nicht ausgeschlossen werden.
Die wichtigsten Produktionsstätten von Tochtergesellschaften der Dermapharm Aktiengesellschaft sind aber bereits heute entsprechend § 6 der BSI-Kritisverordnung als Unternehmen mit kritischer Infrastruktur für das staatliche Gemeinwesen eingestuft worden und werden daher den Produktionsbetrieb auch in Krisenzeiten durchgängig aufrechterhalten.
Der Chief Financial Officer von Dermapharm, Herr Stefan Hümer wird aus persönlichen Gründen und auf eigenen Wunsch mit Ende seiner Vertragslaufzeit zum 31. Juli 2020 das Unternehmen verlassen. Seine Nachfolge wird zum 1. Juli 2020 Frau Hilde Neumeyer antreten, die aktuell als Abteilungsleiterin das Konzernrechnungswesen verantwortet.
11. Gewinnverwendung
Der Jahresabschluss der Dermapharm AG zum 31.12.2019 schließt mit einem Bilanzgewinn von EUR 163.307.352,30 (Vorjahr: EUR 84.979.169,77). Der Vorstand schlägt vor, diesen Bilanzgewinn auf neue Rechnung vorzutragen.
Grünwald, den 31. März 2020
Dr. Hans-Georg Feldmeier, Chief Executive Officer
Stefan Hümer, Chief Financial Officer
Karin Samusch, Chief Business Development Officer
Dr. Jürgen Ott, Chief Marketing Officer
LAGEBERICHT 2019
1. Grundlagen des Unternehmens
1.1. Geschäftsmodell und Strategie
Geschäftsmodell
Die Dermapharm AG in Grünwald ist zu 100 Prozent Tochtergesellschaft der Dermapharm Holding SE, Grünwald, die als Muttergesellschaft des Konzerns im Wesentlichen die Funktion einer strategischen Holding hat.
Die Dermapharm AG, Grünwald (nachfolgend kurz Dermapharm AG oder Dermapharm) hält Anteile an nationalen und internationalen Tochtergesellschaften, die sich auf die Entwicklung, Zulassung, Herstellung und den Vertrieb von Produkten mit patentfreien, pharmazeutischen Wirkstoffen und andere Gesundheitsprodukte im Gesundheits- und insbesondere Pharmamarkt konzentrieren.
Dermapharm selbst nutzt die Expertise ihrer Tochtergesellschaft mibe GmbH Arzneimittel im Hinblick auf Rezepturen und Entwicklungen, um eine breite Palette von Markenarzneimitteln für spezifisch ausgewählte Nischenmärkte, die nicht mehr patentgeschützt sind, entwickeln und herzustellen zu lassen, sowie selbst zu vermarkten. So verfügt Dermapharm über ein breites Portfolio an Arzneimittelzulassungen für zahlreiche pharmazeutische Wirkstoffe. Daneben bietet Dermapharm ein wachsendes Portfolio weiterer Gesundheitsprodukte wie Kosmetika und Nahrungsergänzungsmittel an. Das Produktportfolio der Dermapharm deckt damit ein breites Spektrum an Wirkstoffgruppen in unterschiedlichsten Stärken und Darreichungsformen ab. Auf diese Weise ist das Unternehmen in der Lage, Ärzten und Apothekern Lösungen für unterschiedliche medizinische Bedürfnisse zur Verfügung zu stellen. Dermapharm ist in Deutschland nach Angaben von INSIGHT Health Marktführer bei verschreibungspflichtigen Dermatika, bezogen auf die Verordnungszahl der niedergelassenen Ärzte.
Der überwiegende Teil der Präparate wird über die zentralen Produktions- und Logistikzentren der mibe GmbH Arzneimittel, sowie der mibe Logistik & Service GmbH & Co. KG in Brehna bezogen. Diese übernehmen auch den zentralen Wirkstoffeinkauf und die Warenversorgung der Großhandlungen und Apotheken.
Die Bewerbung und der Vertrieb aller Markenarzneimittel und OTC-Fertigprodukte erfolgt durch die Tochtergesellschaft mibe Vertriebs GmbH mit einem pharmazeutischen und kaufmännischen Außendienst, der sowohl Apotheken und niedergelassene Ärzte als auch Kliniken aufsucht. Dermapharm nimmt zudem selektiert und in geringem Umfang, an Ausschreibungsverfahren der gesetzlichen Krankenkassen teil.
Strategie
Ausgehend von ihrer starken Position auf dem deutschen Pharmamarkt und einer breiten Kundenbasis, plant Dermapharm den Ausbau des Geschäfts weiter voranzutreiben. Die Dermapharm AG verfolgt das Ziel, sowohl organische als auch externe Wachstumschancen konsequent zu nutzen.
Zur Erweiterung des Produktportfolios ist Dermapharm ständig bestrebt, weitere Arzneimittel und andere Gesundheitsprodukte entwickeln zu lassen oder einzukaufen und in den Markt einzuführen. Für die Einführung neuer Produkte plant Dermapharm, die vorhandenen Entwicklungs-Herstellungs- und Marketingkapazitäten des Konzernverbunds zu nutzen und die Produkte über die gut etablierte Vertriebsorganisation zu vermarkten.
1.2. Mitarbeiter
Qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind die Basis für den langfristigen Unternehmenserfolg von Dermapharm. Im Geschäftsjahr 2019 waren durchschnittlich 81 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (Vorjahr: 80 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter) für die Dermapharm AG tätig.
1.3. Steuerungssystem und Leistungsindikatoren
Finanzielle Leistungsindikatoren:
Die wirtschaftliche Planung und Steuerung der Geschäftsbereiche erfolgt über die vom Vorstand verabschiedeten Zielvorgaben. In der Budgetplanung, die jährlich für einen Zeitraum von drei Jahren erfolgt, werden diese in konkrete, messbare Ziele übersetzt.
Als zentrale Steuerungsgrößen dienen der Unternehmensführung die Umsatzerlöse sowie das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA), um den Erfolg der Geschäftstätigkeit zu messen.
Über die Entwicklung wird der Vorstand mittels regelmäßiger Berichte im Detail informiert, so dass er möglichen Fehlentwicklungen frühzeitig entgegenwirken kann. Das Steuerungssystem trägt somit dazu bei, den profitablen Wachstumskurs der Dermapharm AG sicherzustellen.
Die finanziellen Leistungsindikatoren werden kontinuierlich beobachtet und fließen in die monatliche Berichterstattung an den Vorstand ein. Dazu werden in den definierten Geschäftsbereichen die vorgegebenen Planwerte laufend überprüft und mit der aktuellen Geschäftsentwicklung verglichen (Plan-Ist-Vergleich). Auf Basis der Überprüfung werden bei eventuellen Abweichungen zu den ursprünglichen Umsatz- und EBITDA-Zielen entsprechende Maßnahmen abgeleitet.
1.4. Forschung und Entwicklung
Die Gesellschaft betreibt aufgrund des Geschäftsmodells bewusst keine pharmazeutische Grundlagenforschung. Der Fokus liegt auf dem Kauf von in der Unternehmensgruppe oder von fremden Dritten entwickelten Präparaten mit pharmazeutischen Wirkstoffen, die in der Regel keinen gewerblichen Schutzrechten mehr unterliegen.
Das Fundament für profitables Wachstum und den langfristigen Firmenerfolg liegt in der kontinuierlichen Markteinführung von Markenarzneimitteln, die die Marktkompetenz in den Kerntherapiegebieten erweitern und margenstark, aufgrund bestmöglicher Herstellungskosten angeboten werden. Eine maßgebliche Rolle dabei spielt das zentrale Entwicklungszentrum der Tochterfirma mibe GmbH Arzneimittel in Brehna, ergänzt um Auftragsentwicklungen sowie einer Zusammenarbeit mit externen Entwicklungspartnern.
Die Dermapharm AG überprüft ständig die Zielmärkte, die von ihrem Produktangebot abgedeckt werden. Nach der Identifizierung eines potenziell attraktiven Arzneimittels ist Dermapharm in der Lage, über ihre Tochtergesellschaft mibe GmbH Arzneimittel die wichtigsten Phasen des Entwicklungs- und Zulassungsprozesses zu übernehmen, einschließlich der Entwicklung und dem Sponsoring von klinischen Studien.
Dermapharm wird nach Möglichkeit neu entwickelte Produkte für eine internationale Vermarktung innerhalb des Konzernverbunds nutzen. Deshalb bedienen sich die Gesellschaften nationaler als auch supranationaler, meist EU-weiter Zulassungsverfahren.
2. Wirtschaftsbericht
2.1. Gesamtwirtschaftliches Umfeld und branchenspezifische Rahmenbedingungen
Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen
Die wirtschaftliche Dynamik in den Euro-Staaten schwächte sich im Jahr 2019 weiter ab, so dass die Konjunktur im Euroraum nach Angaben des IWF lediglich um 1,2 % zulegen konnte nach einem Wachstum von 1,9 % im Vorjahr. 2020 soll die Konjunktur im Euroraum nach Angaben des IWF wieder um 1,4 % leicht zulegen. Im Jahr 2019 sind die Wachstumsraten wichtiger Volkswirtschaften des Euroraums, insbesondere von Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien, gesunken. Die globalen Handelskonflikte oder die schwächelnde Automobilindustrie belasteten das Wirtschaftswachstum in Deutschland. Für das Jahr 2020 rechnet der IWF in Deutschland mit einem Anstieg der Konjunktur um 1,2 %.
Angesichts dessen, dass das Geschäftsmodell der Dermapharm AG auf den Gesundheitsmarkt mit einer relativ konjunkturunabhängigen Nachfrage ausgerichtet ist, hat das weltweite wirtschaftliche Umfeld in der Regel weniger direkte Auswirkungen auf die Geschäftsentwicklung der Unternehmung als die jeweiligen regulatorischen Rahmenbedingungen in den einzelnen Marktregionen.
Branchenbezogene Rahmenbedingungen
Der Pharma- und Gesundheitsmarkt wird von wesentlichen Trends getrieben. Zu den Wachstumstreibern zählen die demographische Entwicklung mit einer zunehmenden Alterung der Gesellschaft, der weltweite Anstieg der Bevölkerung, das steigende Gesundheitsbewusstsein und Selbstmedikation sowie der medizinische Fortschritt. Entsprechend zeigte der europäische Pharmamarkt in den vergangenen Jahren ein kontinuierliches Wachstum. Zum Ende des dritten Quartals 2019 erzielte der gesamte europäische Pharmamarkt nach Angaben des Beratungsunternehmens IQVIA (Quelle: IMSVALOTC) einen jährlichen Umsatz von 264,8 Mrd. USD, so dass das Marktvolumen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum leicht um 0,1 % zurückgegangen ist (MAT Q3 2018: 265,1 Mrd. USD). Davon entfielen 230,6 Mrd. USD auf rezeptpflichtige Arzneimittel (MAT Q3 2018: 229,7 Mrd. USD) und 34,2 Mrd. USD (MAT Q3 2018: 35,4 Mrd. USD) auf freiverkäufliche OTC-Arzneimittel.
Deutschland als Dermapharms Primärmarkt verfügt über ein hochentwickeltes Gesundheitssystem mit 148.601 niedergelassenen Ärzten, 19.423 öffentlichen Apotheken sowie 1.942 Krankenhäusern (Stand: 2018). So gibt Deutschland einen größeren Anteil seines Bruttoinlandsprodukts für die Gesundheitsfürsorge aus als jedes andere Land der Europäischen Union, mit den zweithöchsten Gesundheitsausgaben pro Kopf und zugleich dem höchsten Anteil an den Gesundheitsausgaben, die in der Europäischen Union durch öffentliche Mittel gedeckt werden. Nach Angaben von IQVIA konnte der deutsche Pharmamarkt im vergangenen Jahr seinen Wachstumstrend fortsetzen. Zum Ende des dritten Quartals 2019 erhöhte sich der jährliche Umsatz im deutschen Pharmamarkt leicht um 1,1 % auf 47,3 Mrd. USD, nachdem zum Stand Q3 2018 ein jährlicher Umsatz von 46,8 Mrd. USD zu Buche stand. Davon entfielen 41,7 Mrd. USD auf rezeptpflichtige Arzneimittel (MAT Q3 2018: 41,0 Mrd. USD) und 5,6 Mrd. USD (MAT Q3 2018: 5,7 Mrd. USD) auf freiverkäufliche OTC-Arzneimittel.
Der Umsatz mit patentfreien Arzneimitteln ohne Rabatte aus Rabattverträgen erhöhte sich in den ersten neun Monaten 2019 um 10,9 % auf 6,7 Mrd. € (Basis: Herstellerabgabepreise) nach 5,5 Mrd. € im Vorjahreszeitraum (ohne Biosimilars). Allerdings werden Volumengewinne oft durch staatliche Eingriffe in das Preisgefüge wieder neutralisiert. Folglich ist dieser Markt unverändert durch ein kontinuierlich rückläufiges Preisniveau, staatliche Zwangsrabatte und hohe Rabatte an Krankenkassen auf Grund der gesetzlich initiierten Rabattvertragsmöglichkeiten zwischen Herstellern und Krankenkassen geprägt.
Sowohl der Markt für patentfreie Arzneimittel, als auch der OTC-Markt zeichneten sich im Jahr 2019 weltweit durch ein hohes Maß an Konsolidierung aus. Diese erfolgte im Wesentlichen im Rahmen von Akquisitionen oder Unternehmensbeteiligungen. Darüber hinaus tauschten bzw. bündelten einige Gesellschaften auch Geschäftseinheiten, um sich zunehmend auf ihre Kernkompetenzen zu fokussieren bzw. die entsprechenden Sparten zu stärken. Zu den Treibern gehören zudem kontinuierlich ablaufende Patentrechte, aus denen der Sektor sein Wachstum bezieht. Zusätzlich ist die Penetration patentfreier Arzneimittel noch nicht ausgereizt und wird voraussichtlich vor dem Hintergrund der Sparzwänge im Rahmen der Euro-Staatsschuldenkrise weiter ansteigen.
Regulatorisches Umfeld
Festbeträge für Arzneimittel:
Festbeträge sind Höchstbeträge für die Erstattung von Arzneimittelpreisen durch die gesetzlichen Krankenkassen. Diese werden für Gruppen vergleichbarer Arzneimittel festgesetzt. Verordnet der Arzt dennoch ein Arzneimittel, dessen Preis über dem Festbetrag liegt, so muss der Patient diesen Differenzbetrag zusätzlich zur gesetzlichen Zuzahlung entrichten.
Gruppen vergleichbarer Arzneimittel können nach unterschiedlichen Kriterien gebildet werden. Deshalb werden drei Stufen der Vergleichbarkeit unterschieden: Festbetragsgruppen der Stufe 1 werden aus Arzneimitteln mit denselben Wirkstoffen gebildet. Festbetragsgruppen der Stufe 2 werden aus Arzneimitteln gebildet, deren Wirkstoffe pharmakologisch, insbesondere chemisch, und dabei gleichzeitig auch hinsichtlich ihrer therapeutischen Wirkung vergleichbar sind. Festbetragsgruppen der Stufe 3 werden aus Arzneimitteln gebildet, die nicht hinsichtlich ihrer Wirkstoffe, aber hinsichtlich ihrer therapeutischen Wirkung vergleichbar sind.
Die Krankenkassen können zudem mit den Herstellern einen speziellen Rabattvertrag abschließen, damit die Arzneimittel mit Preisen über dem Festbetrag für die Versicherten ohne Mehrkosten verfügbar sind.
Herstellerabschlag:
Pharmazeutische Unternehmen können in Deutschland ihre Preise für Arzneimittel grundsätzlich frei bestimmen. Allerdings müssen die Pharmaunternehmen sowohl den gesetzlichen (GKV) als auch den privaten Krankenversicherungen (PKV) Herstellerabschläge auf erstattungsfähige Arzneimittel einräumen.
Für erstattungsfähige Arzneimittel ohne Festbetrag wird ein Herstellerabschlag in Höhe von 7 % auf den Herstellerabgabepreis (ohne MwSt.) erhoben. Sofern es sich dabei um ein patentfreies, wirkstoffgleiches Arzneimittel handelt, beträgt dieser Abschlag nur 6 % auf den Herstellerabgabepreis (ohne MwSt.).
Darüber hinaus wird ein Abschlag für patentfreie, wirkstoffgleiche Arzneimittel (Generika) in Höhe von 10 % auf den Herstellerabgabepreis (ohne MwSt.) erhoben. Preissenkungen kann der Hersteller mit dem Abschlag verrechnen, sofern er den abgesenkten Preis mindestens drei Jahre stabil hält. Bei einer Preissenkung um 10 % und mehr fällt der Abschlag ganz weg.
Preismoratorium:
Das Preismoratorium trat im August 2010 in Kraft. Durch das Moratorium erhalten die gesetzlichen und privaten Krankenversicherungen dann Preisabschläge, wenn pharmazeutische Hersteller ihren Abgabepreis erstattungsfähiger Arzneimittel über den Preisstand vom 01.08.2009 erhöhen. Diese Regelung gilt nicht für Arzneimittel, die einem Festbetrag unterliegen. Für Arzneimittel, die nach dem 01.08.2010 eingeführt werden, gilt der Preis der Markteinführung.
Der Gesetzgeber hat das Preismoratorium bis Ende 2022 verlängert. Im Juli 2018 wurde eine Preisanpassung in Höhe der Inflationsrate eingeführt.
Zuzahlung:
Bei rezeptpflichtigen Arzneimitteln gilt grundsätzlich: Patientinnen und Patienten müssen auf verordnete Arzneimittel Zuzahlungen leisten. Die Zuzahlung pro Arzneimittel beträgt grundsätzlich zehn Prozent, mindestens jedoch fünf Euro und maximal zehn Euro, allerdings nicht mehr als die Kosten des Arzneimittels.
Es besteht jedoch die Möglichkeit, dass bestimmte Präparate vollständig von der Zuzahlungspflicht befreit werden. Das ist dann der Fall, wenn sich Arzt und Patient gemeinsam für ein besonders günstiges Arzneimittel entscheiden, dessen Preis mindestens 30 % unterhalb des Festbetrags liegt. Eine Halbierung beziehungsweise vollständige Reduktion der Zuzahlung ist auch möglich, wenn das verordnete Arzneimittel Gegenstand eines Rabattvertrages ist, den die Krankenkasse mit einem Arzneimittelhersteller abgeschlossen hat. Von dieser Regelung können Krankenkassen Gebrauch machen, um Einsparungen aus Rabattverträgen ganz oder teilweise an ihre Versicherten weiterzugeben. Verordnet der Arzt ein Arzneimittel, dessen Preis über dem Festbetrag liegt, so muss der Patient diesen Differenzbetrag zusätzlich zur gesetzlichen Zuzahlung entrichten.
Rabattverträge mit gesetzlichen und privaten Krankenkassen:
Seit 2003 besteht die gesetzliche Möglichkeit, individuelle Rabattvereinbarungen seitens der Krankenkassen mit den pharmazeutischen Unternehmen über Arzneimittel abzuschließen.
Sie können außerdem bei Arzneimitteln, deren Preis über dem Festbetrag liegt, mit dem Hersteller spezielle Rabattverträge aushandeln, um ihren Versicherten auch weiterhin die gewohnte Therapie ohne erhebliche Zusatzkosten zu ermöglichen.
Seit 2007 sind zudem die Apotheken verpflichtet, gegen ein eingereichtes Rezept genau das wirkstoffgleiche Präparat herauszugeben, für das die Krankenkasse des Patienten einen Rabattvertrag abgeschlossen hat. Dies gilt nur dann nicht, wenn der Arzt auf dem Rezept vermerkt, dass er „aut idem“ ausschließt. Der Vorteil für die Patientinnen und Patienten: Die Zuzahlung kann sich halbieren oder ganz wegfallen.
Das Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz (AMNOG) ermöglicht im Rahmen der Versorgung mit Arzneimitteln die Kostenerstattung auch im Einzelfall. Das bedeutet: Versicherte können seitdem auch ein anderes als das Rabatt-Präparat ihrer Krankenkasse oder eines der drei preisgünstigsten Arzneimittel wählen. Die Krankenkasse erstattet in diesem Fall die Kosten, jedoch höchstens in der Höhe, die die Krankenkasse bei Erbringung als Sachleistung zu tragen hätte. Das bedeutet: Versicherte müssen etwaige Mehrkosten, die mit der Wahl eines anderen Arzneimittels anfallen, selbst tragen.
2.2. Geschäftsverlauf
Die Dermapharm AG konnte im Geschäftsjahr 2019 die gesetzten Ziele erreichen.
Maßgeblich trugen hierzu folgende Aspekte bei:
| • | die konsequente Nutzung von Synergien im Konzernverbund |
| • | die Erweiterung des Produktportfolios durch die Einführung neuer Produkte in selektierten Nischenmärkten |
| • | stetige Anpassungen an die Markterfordernisse |
| • | erfolgreiche Firmenakquisitionen und internationale Neugründungen von Tochtergesellschaften |
Folgende Akquisitionen, Beteiligungs- und Anteilserwerbe wurden im Berichtszeitraum getätigt:
Erwerb der Euromed-Gruppe:
Mit Wirkung zum 3. Januar 2019 hat Dermapharm alle Anteile an der spanischen Euromed Botanicals S.L. und deren Tochtergesellschaften Euromed S.A. und Euromed USA Inc. erworben. Euromed ist ein führender Produzent von Pflanzenextrakten und natürlichen Wirkstoffen, die als Vorprodukte zur Herstellung von Phytopharmaka (pflanzliche Arzneimittel), Nutrazeutika (sog. funktionelle Nahrungsmittel) und Kosmetikprodukten benötigt werden. Seit Gründung 1971 konnte die Gesellschaft fast 50 Jahre Expertise und Reputation im Bereich von Pflanzenextrakten sammeln. Einzigartig ist dabei die vollständige Rückverfolgbarkeit der Produktion, beginnend mit der Saatgutauswahl bis hin zum fertigen Extrakt. Derzeit betreibt das Unternehmen in Spanien zwei hochmoderne Produktionsstätten in der Nähe von Barcelona und Murcia mit Kapazitäten für zukünftiges Wachstum sowie in den USA eine Trocknungsanlage im Bundesstaat Florida.
Beteiligungserwerb an der FYTA-Gruppe:
Am 4. März 2019 hat Dermapharm 20,0 % der Anteile an den Gesellschaften FYTA Company B.V. und FYTA Tech B.V. (jeweils mit Sitz in Waalwijk, Niederlande) sowie FYTA Company GmbH und FYTA Vermögensverwaltung GmbH (jeweils mit Sitz in Monheim, Deutschland) erworben. Die FYTA-Unternehmensgruppe ist spezialisiert auf die Herstellung von medizinischem Cannabis für pharmazeutische Anwendungsbereiche. Die für die medizinische Cannabisproduktion notwendige Genehmigung wurde bereits am 25. Februar 2019 von der niederländischen Aufsichtsbehörde (CIBG) erteilt. Diese umfasst die Produktion von ca. 12 Tonnen medizinischen Cannabis' pro Jahr und ist erweiterbar. Aktuell verfügt FYTA über eine eigene moderne Indoor-Produktionsanlage in Waalwijk, in der bis zu 25 Tonnen medizinisches Cannabis pro Jahr produziert werden können. Die Transaktion umfasst außerdem die Abtretung von 49,9 % der Anteile an der remedix GmbH (mit Sitz in Friedrichsdorf, Deutschland) an die UWF Beteiligungsgesellschaft mbH (mit Sitz in Monheim, Deutschland). Als Reimporteur im Bereich Pharma ist die remedix GmbH auf EU-Betäubungsmittel spezialisiert und verfügt über die Erlaubnis der Bundesopiumstelle, mit Betäubungsmitteln zu handeln. Die remedix GmbH wird zukünftig als gemeinsame Plattform zwischen der Dermapharm und den FYTA-Unternehmen den Import nach Deutschland und die Vermarktung der medizinischen Cannabisprodukte übernehmen.
Anteilserwerb an der Fitvia GmbH:
Am 6. Juni 2019 hat die Dermapharm AG einen Kaufvertrag über die Mehrheitsbeteiligung von 70,0 % an der Fitvia GmbH, mit Sitz in Wiesbaden, abgeschlossen. Die Zustimmung der Kartellbehörde erfolgte am 5. Juli 2019, wodurch die Dermapharm AG die Beherrschung über die Fitvia GmbH erlangte. Die Fitvia GmbH wurde 2014 gegründet und ist eine junge europaweit ausgerichtete Marke für einen gesunden Lebensstil. Neben Tee vertreibt das Unternehmen Nahrungs- und Nahrungsergänzungsmittel, Snacks und Müslis. Das Angebot ist ausgerichtet auf eine klar definierte weibliche Zielgruppe im Alter von 18 bis 39 Jahren. Diese Käuferinnen stellen eine der größten Benutzergruppen in sozialen Netzwerken weltweit dar. Entsprechend vermarktet die Fitvia GmbH ihre Produkte ausschließlich über Social Media und hat gemeinsam mit Influencern durch reichweitenstarke Plattformen wie Instagram in kürzester Zeit eine sehr starke Marke in diesem Bereich in Europa aufgebaut. Aktuell vertreibt die Fitvia GmbH ihre Produkte in mehreren europäischen Ländern wie z. B. Deutschland, Italien, Frankreich, Spanien und Österreich an mehr als 500.000 Kunden. Mit der Beteiligung an der Fitvia GmbH erweitert Dermapharm gezielt die eigene Wertschöpfungskette und baut die Kompetenzen im Wachstumsmarkt der gesunden Ernährung weiter aus.
Die Entwicklung der finanziellen Leistungsindikatoren der Dermapharm AG stellte sich im Geschäftsjahr 2019 wie folgt dar:
| Finanzielle Leistungsindikatoren in Mio. € | 2019 | 2018 | +/-% |
|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 62,0 | 56,1 | 10,5% |
| EBITDA | 126,0 | 102,2 | 23,3 % |
| EBITDA-Marge | 203,2 % | 182,2% |
Details zu der Entwicklung der finanziellen Leistungsindikatoren sind in den nachfolgenden Erläuterungen der Ertragslage enthalten.
Vergleich zum Ausblick in 2018
Für das Geschäftsjahr 2019 hatte der Vorstand im Prognosebericht des Lageberichts 2018 eine positive Gesamtgeschäftsentwicklung und einen moderat steigenden Umsatz und ein moderat wachsendes EBITDA prognostiziert.
Die Entwicklungen des Geschäftsjahres 2019 entsprechen im Wesentlichen dieser Prognose, bzw. wurden sogar übertroffen.
2.3. Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage
2.3.1. Ertragslage des Unternehmens
Die Umsatzerlöse konnten 2019 erneut gesteigert werden. Die im Geschäftsjahr 2019 ausgewiesenen Umsatzerlöse erhöhten sich gegenüber dem Vorjahr um 10,5 % auf 62,0 Mio. € (Vorjahr: 56,1 Mio. €).
Nach Produktgruppen:
| 01.01. - 31.12.2019 | 01.01. - 31.12.2018 | |
|---|---|---|
| Mio. € | Mio. € | |
| --- | --- | --- |
| BMS-Portfolio | 13,8 | 14,8 |
| Dermapharm-eigenes-Portfolio | 51,0 | 45,7 |
| Konzernerlöse | 3,7 | 1,4 |
| Sonstige Rabatte | -6,5 | -5,8 |
| 62,0 | 56,1 |
Der Anstieg resultierte im Wesentlichen aus einer erfolgreichen Strategie mit Konzentration auf ausgewählte Nischenmärkte, die von „Blockbuster-Produkten", d. h. von einzelnen Produkten mit überproportionalem Umsatzanteil, weitgehend unabhängig sind. Die wesentlichen Wachstumsimpulse gingen von Präparaten aus, die nicht im Fokus von wirkstoffbezogenen Rabattverträgen mit Krankenkassen standen oder durch innovative Alleinstellungsmerkmale geprägt sind. Zudem konnte der Umsatzanteil von margenstarken Produkten, die von Endverbraucher selbst gezahlt werden, weiter gesteigert werden. Ebenso erhöhte sich der Anteil an verschreibungspflichtigen Produkten in diesem Bereich.
Im Geschäftsjahr 2019 wurden, wie auch in den Vorjahren, diverse Produktentwicklungen vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) oder den entsprechenden internationalen Behörden anerkannt und die Produkte erfolgreich zur Marktreife gebracht. Somit konnten weitere neue Präparate in verschiedenen Indikationsgruppen erfolgreich eingeführt, sowie das Sortiment um einzelne Darreichungsformen ergänzt werden.
Um die Erstattungsfähigkeit unseres wichtigen Produkts Solacutan (ein Onkologikum gegen die Vorstufe des weißen Hautkrebses im Gesicht) aufgrund zunehmenden Wettbewerbs zu stärken, sind wir vermehrt in neue „Open-House-Krankenkassenverträge" eingetreten, die zu erhöhten Rabattzahlungen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum geführt haben.
Die sonstigen betrieblichen Erträge lagen im Geschäftsjahr 2019 bei 2,5 Mio. € (Vorjahr: 0,9 Mio. €) und wurden wesentlich durch Weiterbelastungen im Konzern beeinflusst.
Der Materialaufwand erhöhte sich im Geschäftsjahr 2019 auf 13,2 Mio. € (Vorjahr: 12,2 Mio. €) aufgrund der Umsatzsteigerung. Gleichzeitig sank die Materialaufwandsquote auf 21,3 % (Vorjahr: 21,7 %), bezogen auf die Umsatzerlöse der Gesellschaft. Wesentliche Gründe hierfür waren der veränderte Produktmix, Verbesserungen der Einkaufskonditionen sowie die weitere Überführung von Produkten in die Eigenfertigung des Konzerns und der Nutzung von konzerninternen Synergien.
Der Personalaufwand lag im Geschäftsjahr 2019 mit 6,5 Mio. € auf Vorjahresniveau (Vorjahr: 6,3 Mio. €). Die Personalaufwandsquote lag nun im Vergleich zu den Umsatzerlösen bei 10,5 % (Vorjahr: 11,2%).
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beliefen sich im Geschäftsjahr 2019 auf 20,3 Mio. € (Vorjahr: 17,6 Mio. €). Der Anstieg ist im Wesentlichen auf den höheren Umsatz in der Ukraine und dem damit verbundenen Anstieg der Vertriebskosten zurückzuführen. Zudem haben sich die Musterkosten erhöht. Die Quote der sonstigen betrieblichen Aufwendungen im Vergleich zum Umsatz lag bei 32,7 % (Vorjahr: 31,4 %).
Die Erträge aus Beteiligungen stiegen im Geschäftsjahr 2019 auf 43,6 Mio. € (Vorjahr: 18,1 Mio. €). Zurückzuführen ist der Anstieg vor allem auf die erstmalige Ausschüttung langjährig kumulierter Gewinne der Schweizer Unternehmenstochter Dermapharm AG mit Sitz in Hünenberg, Schweiz an die Muttergesellschaft in Höhe von 20,1 Mio. € (Vorjahr: - €). Diese Ausschüttung wurde aber im Wesentlichen gegen ausstehende Forderungen und Darlehen aufgerechnet.
Das EBITDA lag im Geschäftsjahr 2019 bei 126,0 Mio. € (Vorjahr: 102,2 Mio. €). Die EBITDA-Marge konnte entsprechend gesteigert werden und betrug 203,2 % (Vorjahr: 182,2 %). Die Steigerung resultiert zum einen aus der positiven Entwicklung des Geschäftsverlaufs, zum anderen und im Wesentlichen aber aus dem Einmaleffekt der Ausschüttung der oben erwähnten Beteiligungserträge aus der Tochterfirma Dermapharm AG, Schweiz.
Das um diesen Einmaleffekt bereinigte EBITDA lag im Geschäftsjahr 2019 bei 105,9 Mio. €. Die bereinigte EBITDA-Marge betrug somit 170,8 % (Vorjahr: 182,2%).
Die Abschreibungen lagen im Geschäftsjahr 2019 bei 1,5 Mio. € (Vorjahr: 14,6 Mio. €) und beinhalten nahezu ausschließlich planmäßige Abschreibungen. Das Geschäftsjahr 2018 war maßgeblich durch außerplanmäßige Abschreibungen auf ein Darlehen gegenüber der Tochtergesellschaft Farmal d.d., Ludbreg, Kroatien (11,6 Mio. €) beeinflusst.
Die Abschreibungen auf Finanzanlagen lagen im Geschäftsjahr 2019 bei 12,2 Mio. € (Vorjahr: - €), bedingt durch eine außerplanmäßige Abschreibung auf die Beteiligung mibe Pharmaceuticals d.o.o., Zagreb, Kroatien.
Die sonstigen Zinsen und ähnlichen Erträge lagen im Geschäftsjahr 2019 mit 4,4 Mio. € (Vorjahr: 4,3 Mio. €) auf Vorjahresniveau.
Daneben stiegen die Zinsen und ähnlichen Aufwendungen im Geschäftsjahr 2019 auf 13,0 Mio. € (Vorjahr: 7,3 Mio. €), maßgeblich durch die Neuaufnahme eines Konsortialkredits und der damit verbundenen Bankenfees sowie das Emittieren eines neuen Schuldscheindarlehens und den damit verbundenen „Arrangement-Fees" und Vorfälligkeitsentschädigungen für den Umtausch bestehender Tranchen des Altschuldscheins. Nähere Angaben hierzu finden Sie unter Punkt „2.3.3 Finanzlage des Unternehmens".
Das unbereinigte Ergebnis vor Steuern (EBT) lag im Geschäftsjahr 2019 bei 103,7 Mio. € (Vorjahr: 84,7 Mio. €).
2.3.2. Vermögenslage des Unternehmens
Die Vermögenslage der Dermapharm AG entwickelte sich im Geschäftsjahr 2019 wie nachfolgend dargestellt:
Die Bilanzsumme stieg zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2019 auf 802,0 Mio. € (31.12.2018: 499,1 €).
Auf der Aktivseite erhöhten sich die immateriellen Vermögensgegenstände zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2019 um 0,5 Mio. € auf 13,2 Mio. € (31.12.2018: 12,7 Mio. €). Die Steigerung ist maßgeblich durch die Aktivierung eigenentwickelter neuer Zulassungen getrieben.
Die Sachanlagen reduzierten sich leicht zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2019 auf 4,9 Mio. € (31.12.2018: 5,2 Mio. €). Dies ist auf die planmäßige Abschreibung bei den Geschäftsbauten zurückzuführen.
Die Anteile an verbundenen Unternehmen erhöhten sich vor allem durch den Erwerb der Anteile an der Euromed Gruppe sowie an der Fitvia GmbH, siehe dazu auch Akquisitionsbeschreibung oben, auf 469,3 Mio. € (31.12.2018: 208,6 Mio. €). Gegenläufig wirkte sich die außerplanmäßige Abschreibung des Anteilswerts der mibe Pharmaceuticals d.o.o. Zagreb, Kroatien in Höhe von 12,2 Mio. € aus.
Die Ausleihungen an verbundene Unternehmen blieben unverändert zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2019 auf 56,9 Mio. € (31.12.2018: 56,9 Mio. €) im Zug der Übertragung der Marken- und Zulassungsrechte der hyperthermischen Medizinprodukte auf die mibeTec GmbH in 2018.
Die Beteiligungen erhöhten sich durch den Erwerb von Anteilen an der FYTA Gruppe und belaufen sich zum 31. Dezember 2019 auf 61,9 Mio. € (31.12.2018: 0,9 Mio. €).
Die Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen stiegen zum 31. Dezember 2019 auf 170,1 Mio. € (31.12.2018: 140,8 Mio. €). Im Wesentlichen durch die Aufnahme eines Gesellschafterdarlehens seitens der Euromed Botanicals S.L.U in Höhe von 27,7 Mio. €.
Die liquide Mittel sanken zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2019 auf 22,6 Mio. € (31.12.2018: 73,6 Mio. €) trotz der Aufnahme von neuen Finanzierungsmitteln aufgrund der Teilfinanzierung der oben beschriebenen Akquisitionen durch Barguthaben.
Das Eigenkapital erhöhte sich zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2019 auf 164,9 Mio. € (31.12.2018: 86,6 Mio. €).
Die sonstigen Rückstellungen zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2019 stiegen auf 5,1 Mio. € (31.12.2018: 2,4 Mio. €). Sie enthalten im Wesentlichen Rückstellungen für Krankenkassenrabattzahlungen.
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten stiegen im Geschäftsjahr 2019 um 222,1 Mio. € auf 519,9 Mio. € (Vorjahr: 297,8 Mio. €). Maßgeblich hierfür waren die Neuaufnahme eines Konsortialdarlehens und eines neuen Schuldscheindarlehens. Nähere Angaben hierzu finden Sie unter Punkt „2.3.3 Finanzlage des Unternehmens“.
Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen nahmen zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2019 um 0,7 Mio. €, auf 0,6 Mio. € ab (31.12.2018: 1,3 Mio. €). Im Wesentlichen basiert die Reduktion auf stichtagsbezogenen Effekten und den daraus ableitbaren Zahlungsströmen.
Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen sanken auf 90,4 Mio. € (31.12.2018: 95,5 Mio. €). Die Reduktion ergibt sich im Wesentlichen aus einer Aufrechnung von Verbindlichkeiten gegenüber der Tochtergesellschaft Dermapharm AG, Hünenberg Schweiz mit Dividendenansprüchen gegenüber dieser.
Die sonstigen Verbindlichkeiten stiegen im Geschäftsjahr 2019 um 4,2 Mio. € auf 4,4 Mio. € (31.12.2018: 0,2 Mio. €) Die Erhöhung basiert im Wesentlichen auf der aufschiebenden Kaufpreiszahlungsbedingungen in Höhe von 4,2 Mio. € für den Erwerb der Euromed.
2.3.3. Finanzlage des Unternehmens
Die Finanzlage der Dermapharm AG war im Berichtszeitraum unverändert stabil. Entsprechend war die Liquidität des Unternehmens im Geschäftsjahr 2019 jederzeit gewährleistet.
Wesentliche Quellen der Liquiditätsbeschaffung waren Mittelzuflüsse aus der laufenden Geschäftstätigkeit sowie die Aufnahme von kurz-, mittel- und langfristigen Finanzverbindlichkeiten. Einfluss auf den Mittelzufluss aus der laufenden Geschäftstätigkeit hatten die Rentabilität der Geschäftsaktivitäten und das Nettoumlaufvermögen, insbesondere durch den rückläufigen Forderungsbestand.
Bei der Finanzierungsstrategie stehen bei Dermapharm sowohl die Sicherung der finanziellen Flexibilität, als auch die Optimierung der Kapitalkosten im Vordergrund. Um finanziell flexibel zu sein, nutzt die Dermapharm verschiedene Finanzierungsinstrumente.
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten stiegen im Geschäftsjahr 2019 um 222,1 Mio. € auf 519,9 Mio. € (Vorjahr: 297,8 Mio. €). Maßgeblich hierfür waren die Neuaufnahme von Darlehen zur Finanzierung der Neuakquisition von Euromed und der Beteiligungen von FYTA und Fitvia.
Wesentliche neue Finanzierungen im Berichtszeitraum:
Dermapharm hat im Juni 2019 mit fünf namhaften deutschen Kreditinstituten einen Konsortialkreditvertrag über endfällige Kredite in Höhe von 400 Mio. € und revolvierende Kreditlinien in Höhe von 100 Mio. € mit einer Erhöhungsoption und einer revolvierenden Kreditlinie zur Sicherung der Wachstumsstrategie geschlossen. Das Darlehen ist mit einer variablen Verzinsung (3M-EUR-EURIBOR plus einer Marge) in Abhängigkeit der Nettoverschuldungsquote (Leverage Covenant) und einer maximalen laufzeitbedingten Fristigkeit von fünf Jahren ausgestattet. Zu Vertragsbeginn wurden 400 Mio. € des Konsortialkredits in einer Summe ausbezahlt. Zum Bilanzstichtag wurden keine Mittel aus den revolvierenden Kreditlinien in Anspruch genommen und die Erhöhungsoption wurde nicht gezogen. Mit der Auszahlung dieses Konsortialdarlehens wurden die bis dahin bestehenden bilateralen Darlehen dieses Bankenkreises in Höhe von insgesamt 362,2 Mio. € vollständig abgelöst.
Zudem bestand zum Bilanzstichtag ein am 20. November 2019 neu emittiertes und vollständig ausgezahltes Schuldscheindarlehen zum Nominalwert in Höhe von 100 Mio. €, mit laufzeitbedingten Fristigkeiten bis 2024, 2026 und 2029. Dieses dient zur mittel- und langfristigen Finanzierung des Konzerns. Die fix finanzierten Tranchen diese Schuldscheindarlehens III. zum Nominalwert in Höhe von 78,5 Mio. € sind mit einem festen Zinssatz von 0,80 %, 1,00 % und 1,20 % für die jeweilige Laufzeit von 5, 7 und 10 Jahren finanziert. Die variabel finanzierten Tranchen zum Nominalwert in Höhe von 21,5 Mio. € sind mit einem variablen Zinssatz (6M-EUR-EURIBOR) plus einer Marge von 0,80 %, 1,00 % und 1,20 % für die jeweilige Laufzeit von 5, 7 und 10 Jahren finanziert. Der Zinssatz ist bei „Null gefloort". Die Finanzierungsverträge sehen ein Rücknahmerecht der Schuldscheindarlehen durch die Investoren vor, wenn ein Kontrollwechsel erfolgt. Falls der „Financial Covenant - Leverage" nicht eingehalten werden sollte, ist ein „Margen-Step-Up" von 0,40 % vorgesehen.
Wesentliche bestehende Finanzierungen und Rückzahlungen im Berichtszeitraum:
Zur Zwischenfinanzierung des Erwerbs der Anteile der Euromed hatte die Dermapharm AG Anfang 2019 ein Darlehen bei einer deutschen Bank zum Nominalwert von 150 Mio. € aufgenommen. Das Darlehen war mit einer variablen Verzinsung (3M-EUR-EURIBOR plus einer Marge) und einer maximalen laufzeitbedingten Fristigkeit bis 30. Dezember 2019 ausgestattet. Dieses Darlehen wurde mit dem Abschluss des im Juni 2019 aufgenommenen Konsortialkreditvertrags vollständig abgelöst.
Dermapharm hat im November 2014 ein Schuldscheindarlehen (II.) zum Nominalwert in Höhe von 78 Mio. € mit laufzeitbedingten Fristigkeiten von 2019 und 2021 emittiert. Am 20. November 2019 wurden alle fix finanzierten Tranchen, mit einer Laufzeit von 5 Jahren, zum Nominalwert in Höhe von 43,5 Mio. €, nebst den dafür angefallenen Zinsen in Höhe von 770 T €, planmäßig und fristgerecht zurückgezahlt. Die variable Tranche zum Nominalwert in Höhe von 6,5 Mio. € wurde bereits vorzeitig im Jahr 2017 zurückgezahlt. Im Zuge der Neuplatzierung des Schuldscheindarlehens III. konnte ein Teil der fix finanzierten Tranchen des Schuldscheindarlehens II. mit einer Laufzeit von 7 Jahren zum Nominalwert in Höhe von 8,5 Mio. € vorzeitig mittels einer Umtausch- Rückkaufvereinbarung in das neue Schuldscheindarlehen überführt werden. Die Zinsen, auf Basis der Differenz zwischen dem alten und neuen Zinssatz für die Restlaufzeit des Schuldscheindarlehens II. in Höhe von 188 T€, wurde zum Stichtag 20. November 2019 an die Investoren in einer Summe vorzeitig ausgezahlt. Dementsprechend bestand zum Bilanzstichtag noch ein Restnominalwert in Höhe von 19,5 Mio. € mit einer laufzeitbedingten Fristigkeit bis 2021. Diese fix finanzierte Tranche des Schuldscheindarlehens II. ist mit einem festen Zinssatz von 2,20 % für die Laufzeit von 7 Jahren finanziert. Der Finanzierungsvertrag sieht ein Rücknahmerecht der Schuldscheindarlehen durch die Investoren vor, wenn ein Kontrollwechsel erfolgt. Im Zuge der Strukturierung des Schuldscheindarlehens III. konnte mit den Investoren eine Anpassung der „Financial Covenants" vereinbart werden, die nun auch bei Nichteinhaltung einen „Margen-Step-Up" von 0,40 % vorsieht.
2.4. Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage
Im Geschäftsjahr 2019 konnte die Dermapharm AG ihre Strategie weiter erfolgreich umsetzen und zahlreiche Synergieeffekte in der Unternehmensgruppe zur Effizienzsteigerung nutzen. Die Geschäftsentwicklung verlief insgesamt positiv und die veröffentlichte Prognose konnte übererfüllt werden.
Die Umsatzerlöse stiegen im Geschäftsjahr 2019 um 10,5 % auf 62,0 Mio. € (Vorjahr: 56,1 Mio. €).
Das EBITDA stieg um 23,3 % auf 126,0 Mio. (Vorjahr: 102,2 Mio. €).
3. Chancen- und Risikobericht
Das Geschäftsmodell der Dermapharm AG ist auf Märkte mit langfristigen Wachstumspotenzialen und Wachstumschancen im Gesundheits- und Pharmamarkt ausgerichtet. Damit sind auch Herausforderungen und Risiken verbunden, die insbesondere aus geänderten staatlichen Regulierungen und intensivem Wettbewerb resultieren. Angesichts dessen kann es nach Einschätzung des Vorstands auch in der Zukunft immer wieder zu einschneidenden regulatorischen Eingriffen, hohem Wettbewerb, Margendruck und Ausfallrisiken kommen. Um unternehmensweite sowie prozessinhärente Risiken frühzeitig zu erkennen und diese angemessen zu steuern, die Verlässlichkeit der Finanzberichterstattung durch geeignete Kontrollen zu gewährleisten sowie die Einhaltung interner und externen Regelungen und Gesetze sicherzustellen, bedarf es effektiver, aufeinander abgestimmter Management-Systeme der Corporate Governance. Die wesentlichen Merkmale der einzelnen Corporate Governance Elemente (Risikomanagement System, Internes Kontrollsystem und Compliance Management) sind im Folgenden beschrieben.
3.1 Risikomanagementsystem
Das konzernweite Risikomanagement System (RMS) der Dermapharm Holding SE, in welchem die Dermapharm AG als Tochtergesellschaft eingebunden ist, besteht aus folgenden Grundelementen:
Risikokultur
Eine gute Risiko- sowie Compliance-Kultur im Unternehmen ist Grundvoraussetzung für ein erfolgreiches Risikomanagement. Um den richtigen „Tone from the top“ zu setzen, fördert das Management eine offene Risiko-Kommunikation - in allen Tochtergesellschaften, Bereichen und Hierarchieebenen. Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen im Konzern werden ermutigt, über potentielle Risiken nachzudenken, identifizierte Risiken offen anzusprechen und Sofortmaßnahmen zur Risikominimierung vorzuschlagen. Durch die Schulung der gruppenweiten RMS-Methodik in allen relevanten Unternehmensbereichen, im In- und Ausland, wurde eine gemeinsame „Risiko-Sprache“ im Konzern entwickelt. Diese stellt sicher, dass Ergebnisse der Risikoanalyse über Ländergrenzen hinweg vergleichbar sind und erlaubt gleichzeitig den Transfer von gewonnenen Erkenntnissen zwischen einzelnen Tochtergesellschaften und/oder Unternehmensbereichen.
Zielsetzung des RMS
Das Risikomanagement System der Dermapharm Holding SE hat das Ziel, potentielle Risiken, die den Erfolg der Unternehmensgruppe gefährden könnten, frühzeitig zu erkennen und durch die Einsteuerung geeigneter Maßnahmen aktiv zu beeinflussen. Ziel des Risikomanagementsystems ist ebenfalls, eine regelkonforme Erstellung des Jahresabschlusses sowie des Lageberichts durch die Identifikation, Bewertung und Steuerung von Risiken der Finanzberichterstattung zu gewährleisten. Die identifizierten Risiken stellen zudem die Basis für die risikoorientierte Definition von Grundsätzen, Verfahren und Kontrollen im Rahmen des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems, die den regelkonformen Abschlusserstellungsprozess sicherstellen sollen.
Risiken ergeben sich für Dermapharm durch äußere Einflüsse ebenso wie durch unternehmerisches Handeln. Die Auswirkungen von Risiken können dazu führen, dass Ziele nicht erreicht bzw. negativ beeinflusst werden. Im Spannungsfeld zwischen Chancen und Risiken geht das Unternehmen bewusst Risiken ein, die in einem angemessenen Verhältnis zum erwarteten Nutzen aus der entsprechenden Geschäftstätigkeit stehen. Risiken lassen sich somit nicht grundsätzlich vermeiden, werden aber soweit wie möglich minimiert.
RMS Organisation
Das Risikomanagement System wird zentral vom Governance, Risk & Compliance (GRC) Team gesteuert, regelmäßig auf seine Wirksamkeit und Angemessenheit hin überprüft und in seiner Gesamtheit vom Vorstand verantwortet. Die Risikoüberwachung hingegen wird dezentral verantwortet und organisiert. Je nach Risikokategorie und Risikotragweite obliegt diese den Bereichsleitern und Vorständen der Dermapharm AG. Potentielle Risiken werden durch regelmäßige Abfragen in mündlicher oder schriftlicher Form in allen relevanten Geschäftsbereichen der Gesellschaft erfasst.
Organisation des Risikomanagement Systems der Dermapharm Holding SE:
| Aufsichtsrat: Überwachung des RMS | ||
|---|---|---|
| Vorstand: Gesamtverantwortung für das RMS | ||
| --- | --- | --- |
| 1. Verteidigungslinie | 2. Verteidigungslinie | 3. Verteidigungslinie |
| --- | --- | --- |
| Prozessverantwortliche / Risk Owner (operatives Management) | Governance, Risk & Compliance (GRC) | Interne Revisionen |
| Verantwortlichkeiten: | Verantwortlichkeiten: | Verantwortlichkeiten: |
| • Identifikation, Bewertung und Dokumentation der Risiken im jeweiligen Verantwortungsbereich | • Konzeption und Implementierung des RMS | • Unabhängige Prüfung der Angemessenheit und Wirksamkeit des Risikomanagement Systems |
| • Umsetzung von Risikominderungsmaßnahmen und Überwachung der Wirksamkeit von Kontrollen | • Kommunikation und Training hinsichtlich der Inhalte des RMS Konzepts | • Erbringung unabhängiger und objektiver Prüfungs- und Beratungsdienstleistungen, welche darauf ausgerichtet sind, Mehrwerte zu schaffen und die Geschäftsprozesse zu verbessern |
| • Jährliche Überprüfung und bei Bedarf Anpassung der verantworteten Risiken und zugeordneten Maßnahmen/Kontrollen | • Unterstützung bei der jährlichen Risikoinventur (Interviews mit den Prozessverantwortlichen) | |
| • Förderung der Risikokultur im jeweiligen Verantwortungsbereich | • Durchführung von Risikoanalysen | |
| • Regelmäßige Berichterstattung an interne und externe Stakeholder | ||
| • Kontinuierliche Überwachung und Verbesserung des Konzernweiten Risikomanagement System |
Risikomanagement Prozess
Die regelmäßige Identifikation, Analyse und Bewertung der Risiken erfolgt durch einen definierten Kreis von Risikoverantwortlichen und anhand festgelegter Risikokategorien und Bewertungsmethodik. Unter Berücksichtigung bereits implementierter Gegenmaßnahmen werden die potentielle Schadenshöhe sowie die Eintrittswahrscheinlichkeit der Risiken bewertet. Abhängig von der Kombination der Schadenshöhe und Eintrittswahrscheinlichkeit werden identifizierte Risiken als niedrig, mittel oder hoch klassifiziert. Die Risikoklassifizierung dient als Basis für die Priorisierung erforderlicher Maßnahmen zur Risikosteuerung. Vorstand und Aufsichtsrat der Dermapharm Holding SE erhalten in einem regelmäßigen Turnus einen Gesamtbericht mit einer umfassenden Beurteilung der Risikolage. Die Angemessenheit und Effektivität des RMS wird sowohl durch das Governance, Risk & Compliance (GRC) Team kontinuierlich überwacht als auch durch die unabhängige Interne Revision regelmäßig überprüft.

Risikoidentifikation
Die Identifizierung und Handhabung von Risiken ist in den Unternehmensgrundsätzen verankert und als Aufgabe aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Dermapharm Konzern definiert.
In Anlehnung an das anerkannte internationale COSO (Committee of Sponsoring Organizations of the Treadway Commission) ERM-Rahmenwerk (2014, COSO II) unterscheidet das Risikomanagement System der Dermapharm Holding SE zwischen folgenden Risikokategorien:
| Markt & Strategie | Operativ | Finanziell | Compliance |
|---|---|---|---|
| • Bedrohung durch (neue) Wettbewerber/ Hersteller von Originalpräparaten | • Risiken bei der Entwicklung von neuen Präparaten | • Finanzierungs- und Liquiditätsrisiken | • Risiken durch Änderungen des rechtlichen und regulatorischen Umfelds |
| • Abhängigkeit von Schlüsselprodukten | • Beschaffungsrisiken | • Zinsänderungsrisiken | • Verletzung gewerblicher Schutzrechte |
| • Abhängigkeit von Lieferanten/ Geschäftspartnern | • Risiken bei der Produktherstellung | • Währungskursrisiken | • Produkthaftungsrisiken |
| • Abhängigkeit von Kunden | • Qualitätsrisiken | • Steuerliche Risiken | • Verletzung von Umwelt-, Gesundheits- und Arbeitsschutz |
| • Risiken aus M&A-Aktivitäten | • Risiken im Marketing & Vertrieb | • Verletzung der im Compliance Handbuch geregelten Vorgaben | |
| • Politische Risiken | • IT Risiken | ||
| • HR Risiken |
Die Identifikation von Risiken erfolgt durch eine kontinuierliche Überwachung der allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung, des Marktumfelds im Pharmabereich sowie der internen Prozesse. Dabei werden gesamtwirtschaftliche und branchenspezifische Analysen in einem regelmäßigen Zyklus erarbeitet. Auch der Planungsprozess dient dazu, Chancen und Risiken im Unternehmen frühzeitig zu erkennen und die Unternehmenssteuerung darauf auszurichten. Die Planung umfasst einen Planungshorizont von drei Jahren. Ziel der Ausarbeitung und Nutzung verschiedener Planungsszenarien ist es letztlich, den Wert des Unternehmens kontinuierlich und nachhaltig zu steigern, die mittelfristigen finanziellen Ziele zu erreichen und die Existenz des Unternehmens langfristig zu sichern.
Risikobewertung und -steuerung
Die identifizierten Risiken werden hinsichtlich der zwei Dimensionen - Schadenshöhe und Eintrittswahrscheinlichkeit - durch die Risikoverantwortlichen im Rahmen der regelmäßigen Risikoabfragen bewertet. Dabei werden bereits implementierte Gegenmaßnahmen und etablierte Kontrollen berücksichtigt (Netto-Risikobewertung) und, soweit möglich, objektive Kriterien und/oder Erfahrungswerte zu Grunde gelegt. Die Bewertung bezieht sich auf die der Bewertung unmittelbar folgenden 12 Monate (Bewertungshorizont = 1 Jahr).
Bei der Dermapharm wird eine 5x5-Bewertungsskala angewendet, welche in der folgenden Risikomatrix abgebildet ist:

Risikomatrix:
Die Risikoklassifizierung ergibt sich aus einer Kombination der bewerteten Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadenshöhe:
Hoch
Mittel
Niedrig
Im Rahmen der Bewertung der Eintrittswahrscheinlichkeit wird folgende Frage beantwortet: wie wahrscheinlich ist es, dass sich das Risiko in den nächsten 12 Monaten realisiert?
Neben der Eintrittswahrscheinlichkeit wird die potentielle Schadenshöhe bei Risikoeintritt als negative monetäre Auswirkung auf das Betriebsergebnis (EBIT) bewertet. Die Verlustpotentiale werden dabei als Intervalle von Prozent-Werten angegeben.
Aus der Kombination der bewerteten Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadenshöhe ergibt sich die Risikoklassifizierung als niedrig, mittel oder hoch. Somit wird eine Priorisierung der erforderlichen Risikominderungsmaßnahmen ermöglicht.
Abhängig von der jeweiligen Risikostrategie (Akzeptanz, Vermeidung, Minimierung oder Transferierung) werden vom Risiko-/Maßnahmenverantwortlichen angemessene Maßnahmen implementiert und/oder prozessinhärente Kontrollen eingeführt/angepasst. Im Falle der Risikoakzeptanz werden keine (weiteren) Maßnahmen/Kontrollen eingeführt.
Die Risikobewertung hat weder für das Geschäftsjahr 2019 noch für den Prognosezeitraum ein für die Gesellschaft bestandsgefährdendes Risiko ergeben.
Risiko-Berichterstattung und kontinuierliche Überwachung des RMS
Vorstand und Aufsichtsrat der Dermapharm Holding SE erhalten in einem regelmäßigen Turnus einen Gesamtbericht mit einer umfassenden Beurteilung der Risikolage. Dabei wird der Fokus auf die als mittel oder hoch klassifizierten Risiken gesetzt. Bei neu auftretenden signifikanten Risiken wird der Vorstand und ggf. der Aufsichtsrat unmittelbar durch eine Ad-hoc-Berichterstattung informiert.
Der Vorstand der Dermapharm Holding SE erhält zudem regelmäßig Berichte zu den vorgenommenen gesamtwirtschaftlichen und branchenspezifischen Analysen und Planszenarien, um auf Basis dieser Datengrundlage die Risiken auf Unternehmensebene zu bewerten. Daraus werden unternehmerische Entscheidungen zur Vermeidung, Minimierung, Transferierung oder Akzeptanz der Risiken getroffen.
Das Governance, Risk & Compliance (GRC) Team der Dermapharm Holding SE überwacht kontinuierlich die Angemessenheit des Risikomanagement Systems und erarbeitet bei Bedarf Vorschläge zur Verbesserung. Bei wesentlichen Änderungen des RMS wird die Freigabe durch den Vorstand eingeholt.
Eine unabhängige Prüfung der Angemessenheit und Effektivität des RMS wird durch die Interne Revision der Dermapharm Holding SE in regelmäßigen Abständen durchgeführt.
Im Rahmen der Identifikation und Bewertung der unternehmensinternen Risikofaktoren unterliegen insbesondere Geschäftsprozesse, Projekte, Akquisitionen, Personal- und Compliance-Themen einer regelmäßigen Überprüfung. In diesem Bereich unterstützt das Interne Kontrollsystem bei Dermapharm die Risikominimierung und -eliminierung von steuerbaren Risiken in den Geschäftsprozessen. Ziel des Internen Kontrollsystems ist es, die strategischen und operativen Vorgaben des Vorstandes der Dermapharm Holding SE durchgängig umzusetzen, die betrieblichen Effizienzziele zu erreichen und die Compliance-Anforderungen zu gewährleisten.
3.2. Rechnungslegungsbezogenes Internes Kontrollsystem
Das rechnungslegungsbezogene Interne Kontrollsystem der Dermapharm umfasst alle Verfahren und Maßnahmen zur Sicherstellung der Verlässlichkeit und Ordnungsmäßigkeit der Rechnungslegung sowie der Einhaltung der maßgeblichen gesetzlichen und satzungsmäßigen Vorgaben. Die Verantwortung für die Umsetzung des Internen Kontrollsystems im Rechnungslegungsprozess ist klar geregelt und liegt beim Vorstand, den verantwortlichen Führungskräften, der Finanzbuchhaltung und der Controllingabteilung des Konzernverbunds. Das System wird kontinuierlich weiterentwickelt und hinsichtlich der Funktionsfähigkeit regelmäßig geprüft, so dass die Richtigkeit und Vollständigkeit des Rechnungswesens und des Jahresabschlusserstellungsprozesses jederzeit gewährleistet ist.
Neue Bilanzierungsregelungen werden auf ihre Auswirkung auf die Rechnungslegung der Dermapharm beurteilt und bei Bedarf entsprechend umgesetzt. In die Rechnungslegungsprozesse sowie den Prozess zur Erstellung des Jahresabschlusses sowie des Lageberichts sind vielfältige Kontrollen integriert. Die IT-gestützten Prozesse enthalten systemtechnische Kontrollen, die die korrekte und vollständige Erfassung von Geschäftsvorfällen unterstützen. Für sämtliche im Unternehmen eingesetzte Systeme ist die Verfügbarkeit durch die Einrichtung eines IT-Sicherheitskonzeptes sichergestellt. Weitere Kontrollen bestehen in der Umsetzung des 4-Augen-Prinzips, das bei den wesentlichen Geschäftsprozessen angewendet wird, einer klaren Trennung von Verantwortlichkeiten und Funktionen sowie umfangreichen manuellen Abstimmtätigkeiten, die entsprechend dokumentiert und nachgehalten werden.
3.3. Compliance Management
Vertrauen und Integrität zählen zu den wichtigsten Werten in der Unternehmenskultur und sind Voraussetzungen für den unternehmerischen Erfolg des gesamten Dermapharm Konzerns. Ziel der Compliance-Regelungen ist es, das verantwortungsbewusste und ethisch korrekte Handeln jedes Tochterunternehmens, der Führungskräfte und der Mitarbeiter sicherzustellen. Mögliche Verstöße sollen bereits im Vorfeld erkannt und systematisch unterbunden werden.
Die Steuerung und Überwachung der erforderlichen Aktivitäten verantwortet der Chief Compliance Officer auf Konzernebene, der durch weitere Compliance Officer in den einzelnen Gesellschaften unterstützt wird. Dieser berichtet wiederum regelmäßig an den Vorstand der Dermapharm Holding SE, der bei Vorliegen von Verstößen entsprechende Maßnahmen einleitet. Das Compliance Management System umfasst weiterhin ein Compliance Handbuch, das die verbindlichen Compliance Richtlinien der Dermapharm Holding SE enthält. Für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Dermapharm bestehen zudem angemessene Kommunikationsmöglichkeiten, um potenzielle Compliance-Verstöße zu melden.
3.4. Risikobericht
Markt & Strategie
Bedrohung durch (neue) Wettbewerber / Hersteller von Originalpräparaten
Dermapharm könnte negativ von Entwicklungen in den internationalen Märkten für Arzneimittel- und Gesundheitsprodukte betroffen sein. Da Dermapharm in allen Märkten, in denen sie tätig ist, in intensivem Wettbewerb steht, können verschiedene Faktoren die Geschäftstätigkeit der Gesellschaft negativ beeinflussen.
Das Auftreten von neuen Wettbewerbern kann die Marktbedingungen ungünstig beeinflussen. Des Weiteren können einige Wettbewerber die Marktbedingungen aufgrund ihrer finanziellen und/oder organisatorischen Ressourcen, Produktionskapazitäten, Vertriebsstärke und/oder Marktmacht in für Dermapharm negativer Weise beeinflussen. Dies betrifft insbesondere solche Aktivitäten, die die Preisgestaltung bei Ausschreibungen von Rabattverträgen, den Sortiments- und Serviceumfang und/oder die Liefer- und Rabattkonditionen zugunsten der eigenen Wettbewerbsposition beeinflussen.
Hersteller von Originalpräparaten, für die Dermapharm patentfreie Substitutionsmedikamente entwickeln lässt, können Maßnahmen ergreifen, um die Verwendung solcher Substitute zu verhindern. Dies könnte die Kosten von Dermapharm erhöhen und die Einführung neuer Arzneimittel durch Dermapharm verzögern oder ganz verhindern. Darüber hinaus führen die Hersteller von Originalpräparaten zunehmend zugelassene patentfreie Arzneimittel oder auch nicht-pharmazeutische Versionen ihrer Produkte (d.h. Produkte, die außerhalb von Apotheken verkauft werden dürfen) ein, was sich negativ auf den Marktanteil auswirken kann, den Dermapharm mit ihren neuen Produkten erzielt. Die Hersteller von Originalpräparaten sehen sich keinen nennenswerten Hindernissen für den Eintritt in die Märkte für patentfreie Arzneimittel und andere Gesundheitsprodukte ausgesetzt.
Die potentiellen Auswirkungen der beschriebenen Risiken auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage werden unter Berücksichtigung der Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadenshöhe als mittel eingestuft.
Abhängigkeit von Schlüsselprodukten
Ein signifikanter Anteil der Umsatzerlöse und des EBITDA von Dermapharm stammt aus den Verkäufen einer beschränkten Anzahl an Schlüsselprodukten. Es gibt keine Garantie dafür, dass die Umsätze mit diesen Produkten auf dem derzeitigen Niveau weiterwachsen oder nachhaltig konstant bleiben. Gründe hierfür können nachteilige Veränderungen der Marktbedingungen, eine Verringerung der Kaufkraft von Patienten für Selbstzahlerprodukte, Wettbewerb, die Etablierung alternativer Behandlungsformen sowie behördliche Maßnahmen sein.
Die potentiellen Auswirkungen der beschriebenen Risiken auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage werden unter Berücksichtigung der Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadenshöhe als niedrig eingestuft.
Abhängigkeit von Lieferanten/Geschäftspartnern
Dermapharm bezieht ihre Produkte von der Tochtergesellschaft mibe GmbH Arzneimittel. Versorgungsausfälle in der Lieferkette bei mibe können zu einer erheblichen Beeinträchtigung der Geschäftstätigkeit von Dermapharm führen.
Gegen eventuelle Lieferengpässe, beispielsweise aufgrund des Ausfalls eines Lieferanten, sichert sich mibe mit einer angemessenen Bevorratungsstrategie und alternativen Bezugsquellen ab.
Die potentiellen Auswirkungen der beschriebenen Risiken auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage werden unter Berücksichtigung der Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadenshöhe als niedrig eingestuft.
Abhängigkeit von Kunden
Der Geschäftserfolg von Dermapharm ist u.a. von ihrer Fähigkeit abhängig, verschreibungspflichtige Arzneimittel erfolgreich an Ärzte, die ihren Patienten Arzneimittel verschreiben, zu vermarkten. Eine Veränderung der Marktbedingungen durch eine steigende Nachfragemacht von einzelnen Kundengruppen wie beispielsweise Ärzten, Apothekenketten, Krankenkassen, Einkaufsringen und Großhandelsverbänden ist möglich. Dies könnte den Preis-, Konditionen- und/oder Servicewettbewerb verschärfen sowie ungünstigere Rahmenbedingungen bei Ausschreibungen von Rabattverträgen zur Folge haben.
Eine aktive Risikominimierung betreibt Dermapharm, indem sie das Markgeschehen, relevante Teilnehmer und maßgebliche Marktstrukturen umfassend und kontinuierlich beobachtet und auf Basis der Erkenntnisse Handlungsalternativen aufzeigt.
Die potentiellen Auswirkungen der beschriebenen Risiken auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage werden unter Berücksichtigung der Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadenshöhe als niedrig eingestuft.
Risiken aus M&A-Aktivitäten
Die Unternehmensstrategie von Dermapharm ist auf Wachstum und Internationalisierung im Pharmamarkt in den Geschäftsbereichen „Markenarzneimittel und andere Gesundheitsprodukte", „Pflanzliche Extrakte" sowie im „Parallelimportgeschäft“ ausgelegt. Mit der Wachstumsstrategie von Dermapharm ist das Risiko verbunden, dass in der Vergangenheit erworbene oder in Zukunft zu erwerbende Unternehmen und Produkte möglicherweise nur mit höheren Kosten integriert oder beabsichtigte Synergieeffekte nicht in der gewünschten Art und Weise gehoben werden können. Daneben können hinzugewonnene Gesellschaften oder Produkte möglicherweise nicht die erwarteten Resultate am Markt erzielen, da sich Märkte bzw. Therapiegebiete, auf die sich Dermapharm strategisch fokussiert, anders als erwartet entwickeln.
Die angestrebte Expansion des Geschäfts in ausländische Märkte setzt Dermapharm zudem Risiken aus, die mit der Geschäftstätigkeit in unbekannten Ländern einhergeht. Dabei können sich bestehende Konsumgewohnheiten, rechtliche Rahmenbedingungen sowie bestehende Markt- und Vertriebsstrukturen negativ auf den Geschäftserfolg auswirken. Vor diesem Hintergrund besteht für Dermapharm das Risiko, dass attraktive Wachstumspotentiale möglicherweise nicht identifiziert und genutzt werden können. Selbst wenn sich Dermapharm an Unternehmensübernahmen, Joint Ventures oder anderen Unternehmenszusammenschlüssen im In- und Ausland beteiligt, könnten sich solche Transaktionen anders entwickeln als anfänglich erwartet.
Auch wenn Dermapharm alle Anstrengungen unternimmt, diese Risiken durch sorgfältige Analysen zu minimieren, kann jeder der vorgenannten Sachverhalte zu einem wirtschaftlichen Verlust führen.
Die potentiellen Auswirkungen der beschriebenen Risiken auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage werden unter Berücksichtigung der Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadenshöhe als mittel eingestuft.
Politische Risiken
Dermapharm ist international tätig und somit einer Vielzahl von politischen Systemen ausgesetzt. Änderungen in der politischen Lage können die Geschäftstätigkeit von Dermapharm negativ beeinflussen - u.a. durch die Einführung von Zöllen, Export-Bann in den Lieferländern, Änderungen in der Preispolitik (u.a. Änderung der Kassentarife), Einführung neuer Gesetze und Regelungen für das Gesundheitswesen. Die Einflüsse können auch indirekter Natur sein, z.B. durch die Einführung/Änderung von Mindestlöhnen, Erhöhung der Steuersätze, Krieg oder Streiks.
Die politische Unsicherheit in Großbritannien durch den BREXIT zum 31. Januar 2020 kann einen signifikanten negativen Einfluss auf unsere Geschäftstätigkeit in Großbritannien haben. Was die nach dem BREXIT folgende elfmonatige Übergangsphase mit sich bringt und wie das Handelsabkommen zwischen Großbritannien und die Europäische Union konkret aussehen wird, ist aus heutiger Sicht noch unklar. Zudem ist noch unvorhersehbar, ob nicht auch weitere EU-Länder Großbritanniens Beispiel folgen werden.
Dermapharm begegnet diesen Risiken durch eine kontinuierliche Überwachung der relevanten politischen Entwicklungen und Einleitung von angemessenen Maßnahmen, soweit erforderlich.
Die potentiellen Auswirkungen der beschriebenen Risiken auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage werden unter Berücksichtigung der Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadenshöhe als niedrig eingestuft.
Operative Risiken
Risiken bei der Entwicklung von neuen Präparaten
Ein Großteil des Umsatzes erwirtschaftet Dermapharm mit patentfreien Markenarzneimitteln. Die Umsätze, die mit diesen Arzneimitteln erzielt werden, verringern sich in der Regel konstant, umso länger sich diese Produkte im Markt befinden. Das nachhaltige Wachstum von Dermapharm ist daher davon abhängig, dass sie fortlaufend neue Produkte erfolgreich entwickeln lässt, in den Markt einführt und vermarktet.
Es gibt keine Garantie dafür, dass Dermapharm erfolgreich neue Produkte bei der Tochtergesellschaft mibe GmbH Arzneimittel oder durch Auftragsentwicklung entwickeln lassen kann, da sich selbst die Reproduktion etablierter Formeln als schwieriger und kostspieliger erweisen kann als ursprünglich erwartet.
Selbst wenn Dermapharm erfolgreich neue Produkte entwickeln lassen hat, bestimmen verschiedene Faktoren den Erfolg neuer Produkteinführungen, von denen einige außerhalb der Kontrolle von Dermapharm liegen (z. B. Verhalten von Wettbewerbern und Wahrnehmung der Kunden hinsichtlich neuer Produkte). Die Entwicklung patentfreier Pharmazeutika (inklusive Zulassungsverfahren) von Dermapharm dauert durchschnittlich etwa fünf Jahre. Der Zeitraum kann aber je nach Art der regulatorischen Anforderungen, Studiendesigns, Komplexität der Entwicklung der Wirkstoffe oder Art des Zulassungsverfahrens (national oder multinational) stark variieren. Je länger die Entwicklung eines Produkts dauert, desto länger dauert es möglicherweise, bis Dermapharm ihre Entwicklungskosten deckt und Gewinne erzielt. Ein Produkt, das zu Beginn seines Entwicklungszyklus als vielversprechend angesehen wird, kann weniger attraktiv werden, wenn es einem Wettbewerber gelingt, den Markt früher zu besetzen. Darüber hinaus kann es sein, dass Dermapharm den potenziellen Markt für neue Produkte nicht richtig einschätzt. Da sich Dermapharm im Allgemeinen nicht auf großvolumige Pharmamärkte konzentriert, sind solche Bewertungen besonders schwierig, da nur begrenzte Daten verfügbar sind. Darüber hinaus kann der tatsächliche Markt zum Zeitpunkt des Markteintritts wesentlich weniger attraktiv sein als zu Beginn der Entwicklung (z. B. wenn alternative Behandlungsformen entdeckt wurden oder fortgeschrittenere Produkte in Bezug auf dieselben Beschwerden eingeführt wurden).
Die potentiellen Auswirkungen der beschriebenen Risiken auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage werden unter Berücksichtigung der Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadenshöhe als mittel eingestuft.
Beschaffungsrisiken
Auf der Beschaffungsseite der Tochtergesellschaft mibe GmbH Arzneimittel bestehen Risiken aufgrund möglicher Lieferengpässe sowie Preisvolatilität von Rohstoffen und Energien. Ein Preisanstieg bei Einsatzstoffen könnte direkt zu einer erhöhten Kostenbasis in der Produktion führen. Ein Preisverfall in diesem Bereich kann wiederum bilanzielle Wertberichtigungen von Vorräten zur Folge haben.
Dem begegnet mibe mit einer bewussten Vorrats- und Beschaffungspolitik. Wesentliche Teile der Rohstoffversorgung sind durch langfristige Lieferverträge sowie durch Preisgleitklauseln in den Verträgen mit Lieferanten abgedeckt.
Die potentiellen Auswirkungen der beschriebenen Risiken auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage werden unter Berücksichtigung der Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadenshöhe als niedrig eingestuft.
Risiken bei der Produktherstellung
Störungen in den Herstellungsprozessen der Tochtergesellschaft mibe GmbH Arzneimittel und Verspätungen bei der Einführung neuer Produkte könnten sich nachteilig auf die Geschäftstätigkeit von Dermapharm auswirken. Zu diesen Störungen gehören eine fehlende Verfügbarkeit von Produktionsanlagen sowie Störungen in der Arbeits- und Verfahrenssicherheit, die dazu führen können, dass Produktionsziele nicht erreicht sowie eine bestehende Nachfrage nicht ausreichend bedient werden kann und in der Folge Deckungsbeiträge verloren gehen. Viele Produkte von Dermapharm werden in technisch komplexen Prozessen hergestellt, die spezielle Anlagen und Rohstoffe sowie besondere Produktionsbedingungen erfordern. Solche Prozesse sind zunehmend auf den Einsatz produktspezifischer Geräte zur Umsetzung angewiesen, was zu technischen Engpässen führen kann.
Diesen Szenarien wirkt mibe mit umfangreichen Maßnahmen entgegen. Dazu gehören z. B. proaktive Anlagenwartungen, Gefährdungsbeurteilungen und regelmäßige Mitarbeiterschulungen, um die Sicherheitsstandards im Konzern zu verbessern. Zudem optimiert und modernisiert mibe stetig alle Produktionsanlagen und -örtlichkeiten, um optimale Produktionsbedingungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu gewährleisten.
Die potentiellen Auswirkungen der beschriebenen Risiken auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage werden unter Berücksichtigung der Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadenshöhe als niedrig eingestuft.
Qualitätsrisiken
Dermapharm vertreibt ihre Produkte unter bekannten Marken. Daher sind Marktwahrnehmungen für das Geschäft von Dermapharm sehr wichtig, insbesondere Marktwahrnehmungen in Bezug auf die Produktsicherheit und -qualität. Wenn Produkte, die von Dermapharm vertrieben werden, Marktrücknahmen oder Rückrufaktionen unterliegen oder sich als schädlich für die Kunden erweisen bzw. dessen beschuldigt werden, könnte dies die Nachfrage nach solchen Produkten negativ beeinflussen. Eine negative öffentliche Wahrnehmung in Bezug auf die Qualität der Produkte von Dermapharm könnte den gleichen Effekt haben.
Es ist möglich, dass trotz intensiver Tests und Studien eventuelle Nebenwirkungen oder anfänglich verborgene Mängel bei bestehenden Produkten erst nach der Zulassung oder bei der Vermarktung entdeckt werden. Auch können neue wissenschaftliche Erkenntnisse zu einer ungünstigeren Risiko-Nutzen-Analyse führen, wodurch das Präparat ganz oder teilweise vom Markt genommen werden muss. Ein solcher Vertriebsstopp kann durch rechtliche und behördliche Schritte begründet sein oder auch in freiwilliger Selbstverantwortung durchgeführt werden. Zudem könnten Gerichtsverfahren und damit verbundene Schadensersatzforderungen aufgrund dieser Ereignisse das Betriebsergebnis erheblich belasten.
Um die Marken zu schützen und negative Publicity zu vermeiden, kann Dermapharm bestimmte Produkte, die den eigenen hohen Qualitätsstandards nicht entsprechen, zurückrufen, auch wenn keine Gefahr für den Kunden oder die gesetzliche Verpflichtung hierzu besteht.
Die potentiellen Auswirkungen der beschriebenen Risiken auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage werden unter Berücksichtigung der Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadenshöhe als niedrig eingestuft.
Risiken im Marketing & Vertrieb
Im Bereich Marketing und Vertrieb kann insbesondere die Einführung neuer Produkte (bis jetzt unbekannte) Risiken mit sich bringen. Diverse Risikofaktoren wie z.B. die Verzögerung der Zulassungserteilung, medizinische Einwände, ein unerwarteter Produkt-Launch durch Wettbewerber, regulatorische Änderungen oder politische Instabilität können die erarbeitete Produktstrategie als unangemessen oder ineffizient herausstellen. Die sich daraus ergebende Verschiebung der Produkteinführung kann zur Nichterreichung der gesetzten Umsatzziele führen.
Die durch Dermapharm vertriebenen Produkte sind zu einem großen Teil Markenarzneimittel - ein wesentlicher Erfolgsfaktor dabei ist eine starke, geschützte Marke. Ein unzureichender Markenschutz für die vertriebenen Produkte stellt somit ein weiteres Risiko dar.
Die Verwendung risikobehafteter Werbemittel (z.B. fehlerhafte/ unvollständige Referenzen, Nachahmung von Werbung von Wettbewerbern, nicht mit der Zulassung übereinstimmende Werbung) kann zu Abmahnungen seitens der Wettbewerber bis hin zu Gerichtsverfahren führen.
Dermapharm begegnet diesen Risiken durch die kontinuierliche Beobachtung der relevanten Marktlage und eine angemessene Anpassung der Produktstrategie, soweit erforderlich. Die Mitarbeiter im Bereich Marketing und Vertrieb werden zudem in Bezug auf regulatorische Themen (z.B. Heilmittelwerbegesetz (HWG), Markenrecht) zielgerichtet geschult. Sämtliche Werbemittel werden vor der Kommunikation nach außen durch unseren Informationsbeauftragten überprüft und freigegeben.
Die potentiellen Auswirkungen der beschriebenen Risiken auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage werden unter Berücksichtigung der Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadenshöhe als niedrig eingestuft.
IT Risiken
Durch den vermehrten Einsatz von IT-Systemen und -Programmen besteht das erhöhte Risiko digitale Informationen zu verlieren. Dieses Risiko kann auf mangelnder oder unzureichender Datensicherung und schadhafter Angriffe durch Externe erfolgen. Es können auch Risiken aufgrund der heterogenen Systemlandschaft bestehen, die regelmäßigen Wartungen und Updates unterliegt und Eigenentwicklungen, die einem erhöhten Pflegebedarf erfordern, um die ständig wachsenden Sicherheitsanforderungen zu erfüllen. Zudem kann ein Risiko im Rahmen der Produktion durch den Ausfall der IT-Systeme bestehen.
Die Tochtergesellschaft mibe GmbH Arzneimittel, welche die IT von Dermapharm betreibt, begegnet diesen Risiken u.a. mit einem angemessenen Berechtigungskonzept, ausreichenden IT-Sicherungssystemen (z. B. redundante Rechenzentren und zentrale Anti-Viren-Programme), regelmäßigen Software- und Hardware-Wartungen sowie routinemäßigen Backups unternehmenskritischer Daten.
Die potentiellen Auswirkungen der beschriebenen Risiken auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage werden unter Berücksichtigung der Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadenshöhe als niedrig eingestuft.
HR Risiken
Der Erfolg von Dermapharm hängt maßgeblich von der Motivation und den Qualifikationen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ab, die u.a. erfolgsversprechende Produkte entwickeln, diese unter Sicherstellung der Qualität und Unbedenklichkeit produzieren und in diversen internationalen Märkten effektiv vertreiben. Um die kontinuierliche Weiterentwicklung der bestehenden Mitarbeiter sicherzustellen, aber auch um relevante regulatorische Anforderungen (z.B. im Bereich Pharmakovigilanz, Arzneimittelsicherheit, Arbeitssicherheit, etc.) zu erfüllen, werden in fast allen Unternehmensbereichen regelmäßige Schulungen durchgeführt und entsprechend dokumentiert.
Bedingt durch das Unternehmenswachstum, stellt die Fähigkeit von Dermapharm auch in Zukunft qualifizierte Beschäftigte zu gewinnen und langfristig zu binden, ein weiterer kritischer Erfolgsfaktor dar. In einigen Regionen in Deutschland herrscht bereits nahezu Vollbeschäftigung. Der resultierende Fachkräftemangel, welchen demographische Faktoren in Zukunft weiterhin verschärfen können, kann sich negativ auf das Betriebsergebnis von Dermapharm auswirken.
Des Weiteren kann eine hohe Mitarbeiterfluktuation, vor allem bei Schlüsselpositionen, sich negativ auf das Engagement der verbleibenden Mitarbeiter auswirken, zu einem negativen Employer-Branding sowie zu Prozessverzögerung/-behinderungen und Wissensverlust führen. Um diesen Risiken entgegenzuwirken, werden auf Basis der jährlichen Personalplanung angemessene Maßnahmen zur Personalgewinnung und -förderung entwickelt.
Die potentiellen Auswirkungen der beschriebenen Risiken auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage werden unter Berücksichtigung der Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadenshöhe als niedrig eingestuft.
Sonstige operative Risiken
Dermapharm trägt in den jeweiligen Marktregionen weitere allgemeine Geschäftsrisiken wie beispielsweise das Risiko von unerwarteten Störungen der Infrastruktur, Streiks, Sabotage, Naturkatastrophen, kriminellen Aktivitäten, Terrorismus und anderen unvorhersehbaren wesentlich nachteiligen Einflüssen. Soweit möglich und wirtschaftlich sinnvoll sichert sich Dermapharm dagegen durch den Abschluss entsprechender Versicherungen ab. Es ist jedoch nicht auszuschließen, dass diese Versicherungen im Einzelfall nicht ausreichend sein können.
Die potentiellen Auswirkungen der beschriebenen Risiken auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage werden unter Berücksichtigung der Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadenshöhe als niedrig eingestuft.
Finanzielle Risiken
Finanzierungs- und Liquiditätsrisiken
Grundsätzliche Liquiditätsrisiken bestehen, wenn Dermapharm nicht über ausreichende liquide Mittel verfügen sollte. Ein solches Risiko kann beispielsweise durch die mangelnde Verfügbarkeit von Kreditmitteln, den Ausfall bestehender Cash-Positionen, den fehlenden Zugang zu den Finanzierungsmärkten oder starke Schwankungen im operativen Geschäftsverlauf entstehen. Zudem könnten finanzielle Verbindlichkeiten von Dermapharm die Cashflows, die für das operative Geschäft zur Verfügung stehen, beschränken und Zahlungsausfälle im Hinblick auf finanzielle Verbindlichkeiten zur Insolvenz von Dermapharm führen. Eine Erhöhung der Verschuldung könnte sich darüber hinaus nachteilig auf Dermapharms Geschäftstätigkeit auswirken. Entsprechend ist es das Ziel im Rahmen des Liquiditätsmanagements, die jederzeitige Zahlungsfähigkeit und finanzielle Flexibilität durch ausreichende Liquiditätsreserven und freie Kreditlinien sicherzustellen.
Liquiditätsrisiken sind aufgrund der stabilen Liquiditäts- und Eigenkapitalsituation im Konzernverbund und eines sorgfältigen Liquiditätsmanagements derzeit nicht zu erkennen.
Die potentiellen Auswirkungen der beschriebenen Risiken auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage werden unter Berücksichtigung der Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadenshöhe als niedrig eingestuft.
Zinsänderungsrisiken
Zinsänderungsrisiken umfassen potenzielle Verluste durch die Veränderung von Marktzinsen. Das Zinsänderungsrisiko aus Finanzinstrumenten kann innerhalb der Unternehmensgruppe vor allem in Verbindung mit den finanziellen Verbindlichkeiten entstehen.
Dermapharm begegnet Zinsänderungsrisiken durch eine weitgehend fristenkongruente Aufnahme von Refinanzierungsmitteln sowie den Einsatz von Zinsderivaten.
Die potentiellen Auswirkungen der beschriebenen Risiken auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage werden unter Berücksichtigung der Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadenshöhe als niedrig eingestuft.
Währungskursrisiken
Die Bilanz- und Unternehmenswährung von Dermapharm ist der Euro. Da die Geschäftstätigkeit des Unternehmens international ausgerichtet ist, bestehen Risiken aus Wechselkursschwankungen. Insbesondere bei Forderungen und Verbindlichkeiten in anderen Währungen besteht das Risiko einer Wertänderung. Auch das Risiko von Bilanzeffekten kann aufgrund von Wechselkursschwankungen im Jahresabschluss, der Umrechnung der Bilanzposten sowie der Erträge und Aufwendungen der ausländischen Tochtergesellschaften mit einer vom Euro abweichenden lokalen Währung bestehen. In diesem Zusammenhang könnte sich die Aufwertung des Euro im Verhältnis zu anderen Währungen negativ bzw. eine Abwertung positiv auswirken.
Am 21. Dezember 2015 haben die Dermapharm AG und die Themis Beteiligungs-AG eine Entschädigungsvereinbarung abgeschlossen, in deren Rahmen Dermapharm ihre Ansprüche gegen die UniCredit an die Themis Beteiligungs-AG abgetreten hat. Die Themis Beteiligungs-AG hat sich 2015 im Gegenzug bereit erklärt, Zahlungen von Dermapharm an UniCredit im Rahmen der währungsbezogenen Swap-Transaktionen sowie Anwaltskosten im Zusammenhang mit den Gerichten zu übernehmen, es sei denn, die Dermapharm AG hat hierfür eine Rückstellung gebildet. Im Geschäftsjahr 2019 wurden alle Ansprüche, die durch die UniCredit an die Dermapharm AG gestellt wurden, an die Themis Beteiligungs-AG weiterverrechnet. Dementsprechend erwarten wir keine Belastungen im Rahmen dieser Verträge.
Die potentiellen Auswirkungen der beschriebenen Risiken auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage werden unter Berücksichtigung der Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadenshöhe als niedrig eingestuft.
Steuerliche Risiken
Dermapharm ist abhängig von den allgemeinen steuerlichen Rahmenbedingungen in Deutschland. Die Steuerbelastung von Dermapharm hängt von der Anwendung und Auslegung verschiedener Steuergesetze ab. Die Steuerplanung und -optimierung von Dermapharm ist abhängig vom aktuellen und erwarteten steuerlichen Umfeld. Änderungen des allgemeinen steuerlichen Umfelds und zukünftige Steuerprüfungen und -ermittlungen könnten die Steuerlast von Dermapharm erhöhen.
Des Weiteren unterliegen Steuersachverhalte generell gewissen Unsicherheiten hinsichtlich der Beurteilung durch in- oder ausländische Steuerbehörden. Auch wenn Dermapharm der Überzeugung ist, alle Sachverhalte korrekt und gesetzeskonform dargestellt zu haben, ist nicht auszuschließen, dass die Steuerbehörden in Einzelfällen zu anderen Ergebnissen kommen können.
Dermapharm wirkt steuerlichen Risiken durch eine sorgfältige Prüfung und Bearbeitung aller Steuersachverhalte entgegen.
Die potentiellen Auswirkungen der beschriebenen Risiken auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage werden unter Berücksichtigung der Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadenshöhe als mittel eingestuft.
Compliance Risiken
Risiken durch Änderungen des rechtlichen und regulatorischen Umfelds
Der Pharma- und Gesundheitsmarkt ist durch eine Vielzahl von Vorschriften gekennzeichnet. Die Aufhebung oder Änderung bestehender oder der Erlass neuer Vorschriften, beispielsweise im Rahmen einer Gesundheitsreform, könnten erhebliche wirtschaftliche und strategische Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit haben und sich nachteilig auf den Geschäftserfolg von Dermapharm auswirken. Von wesentlicher Bedeutung sind Vorschriften auf nationaler oder multinationaler Ebene, die Marktstrukturen, Preisgestaltung und/oder Produktzulassungen im Rahmen des öffentlichen Gesundheitswesens betreffen. Prinzipiell besteht für alle Produkte im Gesundheitsmarkt, insbesondere jedoch für pharmazeutische Produkte, das Risiko der Ausgrenzung oder Reduzierung der Kostenerstattung durch regulatorische Eingriffe im Rahmen der jeweiligen nationalen Sozialversicherungssysteme. Im Bereich der patentfreien Arzneimittel ist die Bepreisung verschiedener Produkte außerdem dem durch die Rabattvereinbarungen mit gesetzlichen Krankenkassen verursachten Preisdruck ausgesetzt. All dies kann dazu führen, dass die Profitabilität einzelner Produkte geschmälert und im Einzelfall die Markteinführung eines neuen Produkts unrentabel wird.
Daneben unterliegen die Herstellung, die Verarbeitung, die Rezeptur, die Verpackung, die Etikettierung, die Werbung und der Verkauf der Produkte von Dermapharm einer umfangreichen Regulierung, wie zum Beispiel Auflagen zur Erlangung von Marktzulassungen, Preisbeschränkungen, Bestimmungen über die Verpackung von Dermapharm-Produkten und Beschränkungen für den Vertrieb von Arzneimitteln und anderen Gesundheitsprodukten. In der Vergangenheit hat die Einhaltung solcher Vorschriften zu einem erhöhten Aufwand für Dermapharm geführt und der Organisation einen höheren Verwaltungsaufwand auferlegt. Sollten in der Zukunft zusätzliche Anforderungen eingeführt werden, werden diese voraussichtlich erhöhte Aufwendungen erfordern und könnten Dermapharm daran hindern, die Geschäftstätigkeit so fortzusetzen, wie sie derzeit betrieben wird.
Exakte Prognosen zu Einführung und Ausmaß von etwaigen Änderungen können nicht formuliert werden, da solche Regelungen von politischen Prozessen in den jeweiligen Ländern oder von gerichtlichen Entscheidungen abhängen. Eine aktive Risikominimierung betreibt Dermapharm, indem sie relevante Quellen von Vorschriften umfassend beobachtet und auf Basis der Erkenntnisse Handlungsalternativen aufzeigt.
Die potentiellen Auswirkungen der beschriebenen Risiken auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage werden unter Berücksichtigung der Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadenshöhe als mittel eingestuft.
Verletzung gewerblicher Schutzrechte
Bei der Entwicklung, Zulassung und Vermarktung jeden einzelnen Produkts ist die genaue Beachtung einschlägiger rechtlicher Vorschriften, u.a. in Bezug auf gewerbliche Schutzrechte, von großer Bedeutung. Gewerbliche Schutzrechte sind beispielsweise Patente, Marken und Zusammenfassungen der Merkmale von Arzneimitteln. Sollten einzelne rechtliche Vorschriften verletzt werden, kann dies dazu führen, dass sich der Vertrieb eines neuen Produkts verzögert, durch rechtliche Schritte von Mitbewerbern verhindert oder eine Genehmigung durch die Zulassungsbehörden verweigert wird. Sofern Dermapharm unter der Annahme der rechtlichen Unbedenklichkeit Produkte vertrieben hat und sich im Zuge gerichtlicher Entscheidungen herausstellt, dass diese Annahme irrig war, so besteht das Risiko, dass eingeführte Produkte mit erheblichen Kosten vom Markt genommen, wertberichtigt und vernichtet werden müssen. Falls gewerbliche Schutzrechte verletzt werden, besteht zudem das Risiko von Rechtstreitigkeiten und nicht unerheblichen Schadensersatzleistungen.
Eine aktive Risikominimierung betreibt Dermapharm, indem relevante Quellen von Vorschriften und Datenbanken gewerblicher Schutzrechte umfassend beobachtet und auf Basis der Erkenntnisse Handlungsalternativen aufgezeigt werden.
Die potentiellen Auswirkungen der beschriebenen Risiken auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage werden unter Berücksichtigung der Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadenshöhe als mittel eingestuft.
Produkthaftungsrisiken
Für alle vermarkteten Produkte haftet Dermapharm in vollem Maße. Falls trotz umfangreicher Studien und Qualitätsprüfungen unvorhergesehene Nebenwirkungen bei Patienten oder etwaige Qualitätsmängel erst nach der Produkteinführung auftreten, kann dies zu Rückrufaktionen, einem Reputationsverlust für das Unternehmen sowie zu Rechtstreitigkeiten und Zahlung von Schadensersatzleistungen an Patienten/Dritte führen.
Die Produkthaftungsrisiken, die in Ausübung der unternehmerischen Tätigkeit und dem Vertrieb von pharmazeutischen Präparaten auftreten können, sind durch entsprechende Versicherungen, im speziellen durch eine Pharma-Produkt-Haftpflichtversicherung, begrenzt. Darüber hinaus sind umfangreiche Maßnahmen in Form von internen Kontrollen implementiert, die der Sicherstellung der Arzneimittelsicherheit dienen.
Die potentiellen Auswirkungen der beschriebenen Risiken auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage werden unter Berücksichtigung der Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadenshöhe als mittel eingestuft.
Verletzung von Umwelt-, Gesundheits- und Arbeitsschutz
Der Schutz der Umwelt sowie des Lebens und der Gesundheit der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen im Arbeitsalltag hat für Dermapharm hohe Priorität.
Die Nicht-Einhaltung von gesetzlichen Anforderungen oder internen Vorgaben können zu Personen-, Sach- und/oder Umweltschäden führen, Betriebsunterbrechungen verursachen und eine Verpflichtung zu Schadensersatzzahlungen nach sich ziehen. Insbesondere beim Thema „Umweltschutz" ist das hohe öffentliche Engagement und daher die nicht unerheblichen potentiellen Reputationsschäden für das Unternehmen bei einem Verstoß zu erwähnen.
Mit unseren regelmäßigen Arbeitsschutzunterweisungen sowie internen Standards gewährleisten wir die Sicherheit in den Betriebsstätten und den Schutz vor sonstigen Gesundheitsschäden.
Die potentiellen Auswirkungen der beschriebenen Risiken auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage werden unter Berücksichtigung der Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadenshöhe als niedrig eingestuft.
Verletzung der im Compliance Handbuch geregelten Vorgaben
Im Compliance Handbuch des Dermapharm Konzerns werden verbindliche interne Regelungen u.a. zum Thema Menschenrechte, Datenschutz, Interessenskonflikte, Bestechung und Korruption, Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung, fairer Wettbewerb sowie Insiderhandel und Marktmanipulation festgelegt.
Insbesondere Korruptions- und kartellrechtliche Vorwürfe und die oft daraus resultierende negative Publicity könnten sich nachteilig auf die Geschäftstätigkeit von Dermapharm auswirken.
Alle Dermapharm Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sind angehalten, die im Compliance Handbuch definierten Regeln ohne Ausnahme zu befolgen. Dennoch kann es aufgrund von menschlichem Versagen zu einem Verstoß kommen. In einem solchen Fall werden arbeitsrechtliche und - falls erforderlich - strafrechtliche Maßnahmen eingeleitet.
Die Wahrscheinlichkeit für Compliance-Verstöße wird durch die regelmäßige Kommunikation und Beratung seitens der Compliance Officer, Durchführung relevanter Schulungen sowie durch die implementierten Kontrollen in den Unternehmensprozessen reduziert.
Die potentiellen Auswirkungen der beschriebenen Risiken auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage werden unter Berücksichtigung der Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadenshöhe als niedrig eingestuft.
3.5. Chancenbericht
Der Markt für pharmazeutische Produkte wird gemäß dem Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie e.V. (BPI) in den kommenden Jahren, weitgehend unabhängig von Einflüssen der Weltkonjunktur, einer der dynamischsten Wachstumsmärkte sein. Den größten Einfluss auf die Marktentwicklung haben die zunehmende Lebenserwartung in den Industrienationen, das globale Bevölkerungswachstum sowie die zunehmende Chronifizierung lebensstil- und ernährungsbedingter Erkrankungen.
Im ökonomischen Vergleich zu anderen Behandlungswegen gelten pharmazeutische Erzeugnisse weiterhin als besonders effizient. Insbesondere patentfreie Arzneimittel weisen hohe Wachstumspotenziale auf, denn sie erlauben preisgünstigere Therapiekosten bei gleichbleibender Qualität. Sie leisten deshalb einen erheblichen Beitrag dabei, dem steigenden Kostendruck im Gesundheitswesen entgegenzuwirken. Auch in Zukunft werden Patente und Schutzrechte kontinuierlich ablaufen und für eine fortlaufende Ausweitung der für den generischen Wettbewerb verfügbaren Marktpotenziale sorgen. Diese Marktpotenziale beabsichtigt Dermapharm durch die Einführung neuer Produkte sowie die Akquisition bestehender patentfreier Markenarzneimittel zu nutzen.
Dermapharm treibt ihre strategische Weiterentwicklung aktiv voran. Dabei fußt die Unternehmensstrategie auf einem aktiven Portfoliomanagement durch hauseigene Produktneuentwicklungen zur Stärkung der einzelnen Produktkernbereiche. Die sich aus dieser Strategie ergebenden Wachstumschancen beabsichtigt Dermapharm auch in Zukunft aktiv zu nutzen.
Dermapharm verfügt über eine breite Entwicklungspipeline an pharmazeutischen Markenprodukten in ausgewählten Therapiegebieten, die sich durch eine niedrige Anzahl von Mitbewerbern und einer weitestgehend Unabhängigkeit von Ausschreibungen durch gesetzliche Krankenkassen auszeichnet.
Unter Ertragsgesichtspunkten wird weiterhin ein effizientes Kostenmanagement einen hohen Stellenwert einnehmen. Dabei legt Dermapharm den Fokus auch weiterhin darauf, die Herstellung ihrer Produkte bei mibe zu optimieren und alle damit verbundenen Kosten zu reduzieren, da sie die größten Kostenpositionen im Unternehmenshaushalt darstellen. Aus einer Reduzierung der Herstellungskosten durch Produktion im Konzernverbund und einer Beteiligung von Lieferanten am Marktrisiko ergeben sich somit entsprechende Chancen zur Kostensenkung.
Dem Wettbewerb am Markt wird Dermapharm auch in Zukunft mit Erfahrung, neuen Produktzulassungen, Zuverlässigkeit und einem hohen Maß an Qualität begegnen. Die hohen Qualitätsstandards des Unternehmens werden mit Hilfe von internen Ablauf- und Qualitätskontrollen durchgesetzt. Dermapharm produziert so ausschließlich nach den internationalen Good-Manufacturing-Practice-Standards (GMP).
3.6. Gesamtaussage - Beurteilung und Zusammenfassung
Chancen der künftigen Entwicklung sieht Dermapharm besonders in der konjunkturellen Unabhängigkeit des Marktes für pharmazeutische Produkte, dem Wachstumspotenzial im Bereich patentfreier Arzneimittel, einem effizienten Kostenmanagement sowie den hohen Produktstandards. Im Rahmen der Wachstumsstrategie aus konzerninterner Produktentwicklung beabsichtigt Dermapharm diese Wachstumschancen konsequent zu nutzen.
Risiken der künftigen Entwicklung sieht Dermapharm vor allem im schwierigen, staatlich regulierten Wettbewerbsumfeld, in volatilen Rohstoffpreisen und in einem durch ein staatlich initiiertes Preismoratorium stagnierenden Preisniveau.
Angesichts der finanziellen Stabilität sieht sich die Dermapharm AG für die Bewältigung der künftigen Risiken gut gerüstet.
Für die zukünftige Entwicklung der Dermapharm AG bestehen aus heutiger Sicht keine Risiken, die die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich beeinträchtigen könnten.
Auch werden keine nennenswerten Auswirkungen durch die Ausbreitung des Coronavirus auf die Geschäftstätigkeit von Dermapharm erwartet, sehen Sie dazu bitte die Erklärungen im Prognosebericht.
4. Prognosebericht
4.1 Ausblick
Erwartete Entwicklung des Marktumfelds
Der Internationale Währungsfonds hatte im Januar 2020 für das Geschäftsjahr 2019 ein abgeschwächtes Wachstum der Weltwirtschaft von 2,9 % und für das Jahr 2020 ein leicht erhöhtes Wachstum von 3,3 % prognostiziert. Aufgrund der Ausbreitung des Coronavirus hat der IWF im Februar 2020 die globale Wachstumserwartung um 0,1 Prozentpunkte reduziert. Die reduzierte Prognose gelte unter der Voraussetzung, dass sich die wirtschaftliche Lage in China im zweiten Quartal normalisiert und daher die Auswirkungen auf die Weltwirtschaft relativ gering ausfallen sowie von kurzer Dauer sind.
Das reale Bruttoinlandsprodukt in Deutschland wird hingegen voraussichtlich langsamer wachsen: Für 2019 wird ein schwaches Wachstum von 0,5 % erwartet, während die deutsche Wirtschaft nach Schätzung des IWF mit einem Anstieg von 1,1 % im Jahr 2020 wieder an Fahrt gewinnen wird. So lautete auch die Prognose des IfW Kiel im Konjunkturbericht vom Dezember 2019. Da sich durch die weltweiten Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie die Konjunkturaussichten zuletzt deutlich eingetrübt haben, hat das IfW Kiel Mitte März seine Frühjahrsprognose korrigiert und rechnet nun damit, dass 2020 das Bruttoinlandsprodukt in Deutschland zwischen 4,5 und 9 Prozent einbrechen wird. Dabei stellt das IfW zwei Szenarien auf: Sofern die derzeitige Stresssituation bis Ende April andauere und sich ab Mai allmählich entspanne, falle das deutsche BIP dieses Jahr um 4,5 Prozent. Sollte die Erholung jedoch erst drei Monate später im August einsetzen, würde das deutsche BIP um 8,7 Prozent sinken. Anfang März 2020 hatte das IfW kommentiert, dass sich der zwischenzeitliche Einbruch der Produktion in China hierzulande zunächst über wegfallende Exportaufträge bemerkbar machen und in einer zweiten Stufe die Produktion auch durch fehlende Zulieferungen behindert werden dürfte. Das IfW erwartet, dass die deutsche Wirtschaft von den Lieferengpässen aus Asien im Frühjahr belastet werde. Hinzu kämen Beeinträchtigungen der Binnenwirtschaft überall dort, wo vorbeugend menschliche Interaktion beschränkt sei.
Bei den verschreibungspflichtigen Arzneimitteln rechnet Evaluate Ltd. In seinem Bericht „World Preview 2019,- Outlook to 2024" damit, dass der weltweite Markt für verschreibungspflichtige Arzneimittel bis 2024 mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 6,9 % auf USD 1,2 Mrd. wachsen wird. Bei den patentfreien Arzneimitteln erwartet man hingegen ein durchschnittliches jährliches Wachstum von 4,8 % bis 2024.
Erwartete Entwicklung des Unternehmens
Dermapharm wird ihr Geschäft auch zukünftig schwerpunktmäßig auf den Gesundheitsmarkt und dabei insbesondere auf den Bereich Pharma ausrichten. Gezielt werden wir weiterhin unsere Strategie der Ausrichtung auf ausgewählte Nischenmärkte und die weitest gehende Unabhängigkeit von „Blockbuster"-Produkten und stark regulierten Produkten verfolgen. Generell sind wir damit in einer Branche tätig, die weiterhin weltweit wachsen wird und langfristige Wachstumschancen aufweist.
Sich ändernde regulatorische, wettbewerbsrechtliche und konjunkturelle Rahmenbedingungen, können jedoch die Umsatz- und Ertragsentwicklung gegenläufig beeinflussen. Einzelheiten zu diesen Risiken sind im Chancen- und Risikobericht beschrieben.
Angesichts der geplanten Weiterentwicklung des Unternehmens durch konzerninterne Produktentwicklungen und gezielter M&A-Aktivitäten geht der Vorstand insgesamt davon aus, auch künftig Wachstum erzielen zu können. Einzelheiten zu den Chancen und Risiken des Unternehmens werden im Chancen- und Risikobericht näher erläutert.
Im Rahmen einer erfolgreichen konzerninternen Produktentwicklung mit einer gut gefüllten Pipeline sowie seiner aktiven Akquisitionspolitik in den Jahren 2018 und 2019 mit wertschaffenden Zukäufen, wird Dermapharm ihr Portfolio stetig erweitern können.
Grundlegende Annahmen zur Prognose
Die Prognose für das Geschäftsjahr 2020 erfolgte unter Berücksichtigung bekannter Ereignisse, die zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Geschäftsberichts zur Verfügung standen. Zudem wurden der gesamtwirtschaftliche und branchenspezifische Ausblick mit in die Prognose einbezogen.
Ausbreitung des Coronavirus
Die Dermapharm hat innerhalb der Unternehmensgruppe Produktion und Vertrieb schwerpunktmäßig auf den europäischen Markt ausgerichtet; der Hauptproduktionsstandort der Unternehmensgruppe für die Entwicklung, Herstellung und Logistik von Markenarzneimitteln ist nach wie vor bei der Tochterfirma mibe GmbH Arzneimittel in Brehna bei Leipzig. Das Unternehmen überwacht kontinuierlich den Vorrat an Rohstoffen, um eine reibungslose Produktion sicherzustellen. Zum Stand Anfang April 2020 ist Dermapharm nicht von Lieferengpässen betroffen. Die wichtigste Produktionsstätte von Dermapharm, die mibe GmbH Arzneimittel, ist bereits heute entsprechend § 6 der BSI-Kritisverordnung als Unternehmen mit kritischer Infrastruktur für das staatliche Gemeinwesen eingestuft worden und wird daher den Produktionsbetrieb auch in Krisenzeiten durchgängig aufrechterhalten. Daher sind zu diesem Zeitpunkt keine konkreten wirtschaftlichen Beeinträchtigungen durch die Corona-Pandemie auf die Geschäftszahlen von Dermapharm absehbar.
Zudem stützt sich die Prognose auf folgende Annahmen:
| • | Weitgehend unveränderte regulatorische Rahmenbedingungen in den für uns relevanten Märkten |
| • | Optimierung der Herstellkosten durch eine weitere Überführung von Produkten in die Produktion der Tochtergesellschaft mibe GmbH Arzneimittel |
| • | Erfolgreiche Markteinführung der von der mibe GmbH entwickelten Produkte |
| • | Weitgehend unveränderte steuerliche Rahmenbedingungen |
| • | Keine nennenswerten Auswirkungen durch die Ausbereitung des Coronavirus auf die Geschäftstätigkeit von Dermapharm |
4.2 Gesamtaussage zur künftigen Entwicklung
Das Geschäftsmodell von Dermapharm ist aufgrund von allgemeinen und branchenspezifischen Wachstumsmechanismen im Pharma - und Gesundheitsmarkt sowie der Wachstumsprognosen unabhängiger Institute auf Märkte mit langfristigen Wachstumspotentialen ausgerichtet. Damit verbunden sind jedoch auch operative Herausforderungen und Risiken, die zum größten Teil durch geänderte oder zusätzliche staatliche Regulierungsmaßnahmen, wie zum Beispiel Kostensenkungsmaßnahmen und erschwerte zulassungsrelevante Auflagen, bestimmt werden. Dadurch wird die zukünftige Entwicklung von Umsatz und Ertrag des Unternehmens grundsätzlich gleichermaßen von wachstumsfördernden und wachstumshemmenden Rahmenbedingungen gekennzeichnet sein.
Angesichts unserer strategischen Ausrichtung und der bereits konsequent verfolgten Strategieumsetzung, sowie einer gesetzlich stabilen Lage und einem stetig wachsenden Pharmamarkt, sollten zukünftig die positiven Aussichten weiterhin überwiegen.
Der Vorstand geht deshalb für das Geschäftsjahr 2020 im Vergleich zum Vorjahr, bereinigt um den beschriebenen Einmaleffekt der Beteiligungserträge Dermapharm AG, Schweiz, von einem weiteren positiven Wachstum aus.
Basierend auf Volumengewinnen und erfolgreichen Neueinführungen von selbstentwickelten Produkten erwartet der Vorstand ein Wachstum des Umsatzes im mittleren einstelligen Prozentbereich sowie ein deutlich wachsendes EBITDA.
Da sich zum Stand der Berichtsveröffentlichung jedoch durch die andauernde Corona-Pandemie negative Auswirkungen auf die wirtschaftliche Entwicklung in Europa abzeichnen, kann Dermapharm mögliche Negativeffekte auf diese Prognose nicht ausschließen.
5. Schlusserklärung zum Abhängigkeitsbericht
Schlusserklärung zum Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen (Abhängigkeitsbericht), § 312 Abs. 3 Satz 3 AktG
Der Vorstand erklärt, dass die Gesellschaft bei den im Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen im Berichtszeitraum vom 1. Januar 2019 bis 31. Dezember 2019 aufgeführten Rechtsgeschäften und Maßnahmen nach den Umständen, die uns in dem Zeitpunkt bekannt waren, in dem die Rechtsgeschäfte vorgenommen oder die Maßnahmen getroffen oder unterlassen wurden, bei jedem Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung erhalten hat und die Gesellschaft ist dadurch, dass Maßnahmen getroffen oder unterlassen wurden, nicht benachteiligt worden.
Grünwald, den 31. März 2020
Dr. Hans-Georg Feldmeier, Chief Executive Officer
Stefan Hümer, Chief Financial Officer
Karin Samusch, Chief Business Development Officer
Dr. Jürgen Ott, Chief Marketing Officer
Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers
An die Dermapharm AG, Grünwald
Prüfungsurteile
Wir haben den Jahresabschluss der Dermapharm AG, Grünwald, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2019 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2019 bis zum 31. Dezember 2019 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Dermapharm AG, Grünwald, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2019 bis zum 31. Dezember 2019 geprüft.
Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
| • | entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2019 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2019 bis zum 31. Dezember 2019 und |
| • | vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. |
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.
Grundlage für die Prüfungsurteile
Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt „Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts“ unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.
Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.
Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.
Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.
Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.
Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts
Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.
Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.
Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
| • | identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können. |
| • | gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben. |
| • | beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben. |
| • | ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann. |
| • | beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. |
| • | beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft. |
| • | führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen. |
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Düsseldorf, den 6. April 2020
**Warth & Klein Grant Thornton AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft**
Prof. Dr. Thomas Senger, Wirtschaftsprüfer
Martin Feix, Wirtschaftsprüfer
Bericht des Aufsichtsrats zum Geschäftsjahr 2019
Der Aufsichtsrat hat sich im Geschäftsjahr 2019 laufend vom Vorstand der Gesellschaft und in turnusmäßigen Sitzungen über die allgemeine Geschäftsentwicklung und die Entwicklung der Gesellschaft unterrichten lassen. Den Jahresabschluss der Gesellschaft, mit Anhang und Lagebericht, zum 31. Dezember 2019 hat der Aufsichtsrat geprüft und für in Ordnung befunden.
Der Aufsichtsrat billigt den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss. Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2019 ist damit gem. § 172 AktG festgestellt.
Grünwald, den 6. April 2020
Wilhelm Beier