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Commerzbank AG Interim / Quarterly Report 2021

Aug 4, 2021

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Interim / Quarterly Report

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Finanzbericht: 28712695

Commerzbank Aktiengesellschaft

Frankfurt am Main

Zwischenbericht zum 30. Juni 2021

Zwischenbericht zum 30. Juni

2021

Die Bank an Ihrer Seite

Kennzahlen

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Gewinn-und-Verlust-Rechnung 1.1.-30.6.2021 1.1.-30.6.2020 1
Operatives Ergebnis (Mio. €) 570 -74
Operatives Ergebnis je Aktie (€) 0,46 -0,06
Konzernergebnis 2 (Mio. €) -533 -156
Ergebnis je Aktie (€) -0,43 -0,12
Operative Eigenkapitalrendite auf Basis CET1 3 (%) 4,8 -0,6
Eigenkapitalrendite auf das Konzernergebnis 3,8 (%) -3,9 -1,1
Aufwandsquote im operativen Geschäft (exkl. Pflichtbeiträge) (%) 72,9 73,5
Aufwandsquote im operativen Geschäft (inkl. Pflichtbeiträge) (%) 81,5 82,5

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Bilanz 30.6.2021 31.12.2020 1
Bilanzsumme (Mrd. €) 543,6 506,6
Risikoaktiva (Mrd. €) 177,6 178,6
Bilanzielles Eigenkapital (Mrd. €) 29,2 28,6
Bilanzielle Eigenmittel (Mrd. €) 35,8 36,6

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Regulatorische Kennzahlen 30.6.2021 31.12.2020
Kernkapitalquote (%) 15,3 15,0
Harte Kernkapitalquote 4 (%) 13,4 13,2
Gesamtkapitalquote (%) 17,9 17,7
Verschuldungsquote (%) 4,6 4,9

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Vollzeitkräfte 30.6.2021 31.3.2021
Inland 27 591 27 736
Ausland 11 080 11 087
Gesamt 38 671 38 823

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Ratings 5 30.6.2021 31.3.2021
Moody's Investors Service, New York 6 A1/​A1/​P-1 A1/​A1/​P-1
S&P Global, New York 7 A-/​BBB+/​A-2 A-/​BBB+/​A-2

1 Anpassung Vorjahr.

2 Soweit den Commerzbank-Aktionären zurechenbar.

3 Auf das Jahr hochgerechnet.

4 Die harte Kernkapitalquote berechnet sich als Quotient aus dem harten Kernkapital (im Wesentlichen Gezeichnetes Kapital, Rücklagen und Abzugsposten) und der gewichteten Risikoaktiva. In der fully-loaded-Betrachtung wird die vollständige Anwendung der entsprechenden Neuregelungen vorweggenommen.

5 Weitere Informationen finden sich auf der Internetseite unter www.commerzbank.de.

6 Kontrahenten- und Einlagenrating/​Emittentenrating/​kurzfristige Verbindlichkeiten.

7 Kontrahentenrating/​Einlagenrating und Emittentenrating/​kurzfristige Verbindlichkeiten.

8 Quotient aus Commerzbank-Aktionären zurechenbarem Konzernergebnis nach Abzug des potentiellen (komplett diskretionären) AT-1-Kupons und durchschnittlichem IFRS-Eigenkapital nach Abzug Immaterieller Anlagewerte ohne zusätzliche Eigenkapitalbestandteile und Nicht beherrschende Anteile.

Aufgrund von Rundungen können sich im vorliegenden Bericht bei Summenbildungen und bei der Berechnung von Prozentangaben geringfügige Abweichungen ergeben.

Highlights der Geschäftsentwicklung vom 1. Januar bis 30. Juni 2021

Kernaussagen

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Die Geschäftsentwicklung der Commerzbank im ersten Halbjahr 2021 profitierte von einem stabilen Kundengeschäft und einem niedrigen Risikoergebnis. Dem standen hohe Einmalbelastungen im zweiten Quartal gegenüber. Insgesamt hat die Commerzbank in den ersten sechs Monaten 2021 ein Operatives Ergebnis in Höhe von 570 Mio. Euro erzielt, nach - 74 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum.
Das Risikoergebnis im Konzern war mit - 235 Mio. Euro auszuweisen, das ist ein deutlicher Rückgang um 70,4 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die Non-Performing-Exposure-(NPE-)Quote lag bei 0,8 %.
Die Verwaltungsaufwendungen verzeichneten ohne die Belastung aus der Ausbuchung eines immateriellen Vermögenswertes einen Rückgang gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Bedingt durch diese Sonderbelastung in Höhe von 200 Mio. Euro war eine Steigerung um 4,7 % auf 3 173 Mio. Euro auszuweisen. Die separat ausgewiesenen Pflichtbeiträge lagen mit 375 Mio. Euro auf Vorjahresniveau.
Im ersten Halbjahr 2021 hat die Bank im Zusammenhang mit der Umsetzung der "Strategie 2024" Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von insgesamt 976 Mio. Euro gebucht.
Das den Commerzbank-Aktionären und Investoren in zusätzliche Eigenkapitalbestandteile zurechenbare Konzernergebnis betrug - 394 Mio. Euro, nach - 107 Mio. Euro im Vergleichszeitraum des Vorjahres.
Die Common-Equity-Tier-1-Quote ist gegenüber dem Jahresultimo 2020 leicht auf 13,4 % gestiegen, die Leverage Ratio lag bei 4,6 % (unter Anwendung der Übergangsbestimmungen).
Die Operative Eigenkapitalrendite betrug 4,8 %, nach - 0,6 % im Vorjahreszeitraum. Die Eigenkapitalrendite auf das Konzernergebnis (abzüglich immaterieller Vermögenswerte und AT-1-bezogener Posten) lag bei - 3,9 %, nach - 1,1 % im Vorjahr. Die Aufwandsquote ohne Pflichtbeiträge lag bei 72,9 %, inklusive Pflichtbeiträgen betrug die Aufwandsquote 81,5 %. Die entsprechenden Vorjahreswerte lagen bei 73,5 % beziehungsweise bei 82,5 %.

Entwicklung der Commerzbank-Aktie

Das internationale Börsengeschehen war in den ersten sechs Monaten 2021 von einer fortschreitenden wirtschaftlichen Entwicklung geprägt, die von der zunehmenden Eindämmung der Corona-Pandemie profitierte. Zuvor beherrschende geopolitische Ereignisse rückten demgegenüber etwas in den Hintergrund. Während die internationalen Aktienmärkte neue Höchststände erreichten, die von höheren Unternehmensgewinnen und pandemiebedingten Liquiditätshilfen der Notenbanken unterstützt waren, führten steigende Anleiherenditen zu vorübergehenden Kursverlusten. Preistreibend wirkten insbesondere gestiegene Kosten für Energie und Rohstoffe, was einen unmittelbaren Anstieg der Inflationsrate bedingte.

Während die US-Notenbank den Kapitalmarkt bereits dank einer fortgeschrittenen ökonomischen Entwicklung in den Vereinigten Staaten auf eine zu erwartende Zinswende vorbereitete und damit eine globale US-Dollar-Aufwertung veranlasste, gab es demgegenüber aufseiten der Europäischen Zentralbank noch keine Anzeichen für einen möglichen geldpolitischen Kurswechsel. Höhere Kapitalmarktzinsen im ersten Halbjahr 2021 stellen dabei nicht zuletzt für den europäischen Bankensektor eine grundsätzlich positive Entwicklung dar. Während zehnjährige Bundesanleihen zu Jahresbeginn noch bei rund - 70 Basispunkten rentierten, erholte sich deren Rendite in den ersten sechs Monaten auf ein Niveau von - 30 Basispunkten. Nicht zuletzt kommen hierin auch die fiskalpolitischen Impulse zum Ausdruck, die zur Stabilisierung der Wirtschaft unternommen wurden, und die demzufolge auch den Bankensektor in der Pandemie entlasteten.

Der deutsche Leitindex DAX verzeichnete in den ersten sechs Monaten ein Plus von 13,2 %, während der EuroStoxx 50 um 10,5 % zulegte. Weit überdurchschnittlich entwickelte sich dazu der europäische Bankenindex (SX7E) mit einem Zuwachs von 27,0 % seit Jahresanfang. Ein milderer Pandemieverlauf und insbesondere rückläufige Risikokosten in den ersten sechs Monaten 2021 trugen wesentlich dazu bei, dass europäische Banken ihre Erträge gegenüber dem Vorjahr deutlich steigern konnten. Mit der Aussicht auf die Wiederaufnahme von Dividendenzahlungen ab dem dritten Quartal 2021 waren Bankenwerte zunehmend auch unter Dividendenaspekten gesucht. Der Kurs der Commerzbank-Aktie entwickelte sich demgegenüber in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres mit einem Anstieg um 13,6 % unterdurchschnittlich zum europäischen Sektor. Zum einen befindet sich die Bank in einem umfassenden Kosten- und Restrukturierungsprogramm, das die kurzfristige Ertragsperspektive dämpft, zum anderen sieht die Bank für das laufende Geschäftsjahr keine Dividendenzahlungen vor.

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Kennzahlen zur Commerzbank-Aktie 1.1.-30.6.2021 1.1.-30.6.2020
Ausgegebene Aktien in Mio. Stück (30.6.) 1 252,4 1 252,4
Xetra-Intraday-Kurse in €
Hoch 6,87 6,83
Tief 4,70 2,80
Schlusskurs (30.6.) 5,23 3,97
Börsenumsätze pro Tag 1 in Mio. Stück
Hoch 25,5 38,1
Tief 1,8 4,5
Durchschnitt 7,1 15,3
Indexgewicht in % (30.6.)
MDAX 1,4 1,4
EuroStoxx Banken 0,3 0,3
Ergebnis je Aktie in € - 0,43 - 0,12
Buchwert je Aktie 2 in € (30.6.) 19,97 22,56
Net Asset Value je Aktie 3 in € (30.6.) 19,96 21,30
Marktwert/​Net Asset Value (30.6.) 0,26 0,19

1 Deutsche Börsen gesamt.

2 Ohne Nicht beherrschende Anteile.

3 Ohne Nicht beherrschende Anteile und Rücklage aus Cashflow-Hedges sowie abzüglich der Geschäfts- oder Firmenwerte.

Wichtige personelle und geschäftspolitische Ereignisse nach Ende des letzten Berichtszeitraums

Commerzbank-Hauptversammlung: Neue Aufsichtsratsmitglieder gewählt

Bei der virtuellen Hauptversammlung der Commerzbank am 18. Mai 2021 haben die Aktionäre, wie vorgeschlagen, Helmut Gottschalk, Burkhard Keese, Daniela Mattheus, Caroline Seifert und Frank Westhoff mit großer Mehrheit in den Aufsichtsrat der Bank gewählt. Die reguläre Bestellungsperiode der Vertreter der Anteilseigner dauert bis zum Ablauf der Hauptversammlung 2023. In einer Aufsichtsratssitzung unmittelbar im Anschluss an die Hauptversammlung wählten die Mitglieder Helmut Gottschalk erneut zum Vorsitzenden des Gremiums. Er war bereits im April 2021 gerichtlich zum Aufsichtsratsmitglied bestellt und von den Mitgliedern zum Aufsichtsratsvorsitzenden gewählt worden.

Aufsichtsrat der Commerzbank sichert Kontinuität und Stabilität im Vorstand

Der Aufsichtsrat der Commerzbank hat bei seiner Sitzung vom 16. Juni 2021 wichtige Weichen gestellt, um den Vorstand des Instituts weiter zu verstärken und für die mit der "Strategie 2024" eingeleitete tiefgreifende Transformation langfristige Kontinuität und Stabilität in dem Führungsgremium zu sichern. Dr. Bettina Orlopp wurde mit Wirkung vom 17. Juni 2021 zur stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden ernannt, in diesem Zuge hat der Aufsichtsrat die Vorstandsbestellung vorzeitig um fünf Jahre bis Juni 2026 verlängert. Ebenfalls für weitere fünf Jahre wurde die Vorstandsbestellung von Chief Operating Officer Jörg Hessenmüller turnusgemäß bis Ende 2026 verlängert. In seiner Ressortzuständigkeit liegen wesentliche Hebel der Transformation, allen voran die weitere Digitalisierung der Commerzbank. Zudem konzentriert sich Sabine Schmittroth perspektivisch wieder auf ihre Rolle der Arbeitsdirektorin. Das Personalressort ist angesichts der personalwirtschaftlichen Herausforderungen der begonnenen Restrukturierung der Commerzbank wichtiger denn je. Die Verantwortung für das Segment Privat- und Unternehmerkunden, die Sabine Schmittroth im Herbst 2020 mit übernommen hatte, wird sie wieder abgeben. Ein Prozess zur Neubesetzung dieser für den nachhaltigen Erfolg der Bank wichtigen Vorstandsposition wurde eingeleitet.

Commerzbank verschlankt Kapitalmarktgeschäft

Seit dem 11. Mai 2021 kooperiert die Commerzbank im Aktienbereich mit der deutsch-französischen Finanzgruppe ODDO BHF. Mit der Kooperation richtet die Bank ihr Kapitalmarktgeschäft noch konsequenter auf die Bedürfnisse ihrer Kernkunden aus. Zugleich ermöglicht sie der Bank, Kosten und Komplexität zu reduzieren, ohne Kompromisse beim Kundenservice einzugehen. Im Bereich Brokerage unterstützt ODDO BHF die Commerzbank in Zukunft als exklusiver Partner, der eine hohe Expertise im Aktienvertrieb und -handel für die Märkte in Europa und Nordamerika mitbringt. Damit schafft die Commerzbank für ihre Firmenkunden bei Eigenkapitaltransaktionen eine deutlich größere Reichweite und die Möglichkeit, diese noch stärker zu platzieren. Durch die geografisch breiter aufgestellte Plattform erhalten Firmenkunden neben der marktführenden Abdeckung von Aktien in der DACH-Region jetzt zusätzlich eine starke Abdeckung weiterer europäischer Länder und Sektoren mit entsprechend größerer Vertriebskraft. Das institutionelle Aktienresearch, also Research zu Aktien für professionelle Kunden, bietet die Commerzbank nicht mehr selbst an, sondern über ODDO BHF als Kooperationspartner. Die Beratungskompetenz für das Aktiengeschäft, Equity Capital Markets, ist weiterhin ein wichtiger Eckpfeiler des Firmenkundengeschäfts der Commerzbank und steht den Kunden auch künftig uneingeschränkt zur Verfügung. Hier wird die Bank sich weiter auf den relevanten Bedarf für ihre Firmenkunden, auch im mittelständischen Bereich, fokussieren und ihnen auch in Zukunft bei der Emission von neuem Eigenkapital, zum Beispiel bei Börsengängen, Aktienplatzierungen, Kapitalerhöhungen oder Wandelanleihen, zur Seite stehen.

Commerzbank begibt erfolgreich weitere Additional-Tier-1-Anleihe

Mitte Juni 2021 hat die Commerzbank Aktiengesellschaft die dritte AT-1-Anleihe aus ihrem Emissionsprogramm für zusätzliches Kernkapital (Additional-Tier-1-Kapital, AT 1) erfolgreich begeben. Die Anleihe hat ein Volumen von 500 Mio. Euro und einen festen Kupon von 4,25 % pro Jahr. Das Orderbuch war mit mehr als 1,75 Mrd. Euro mehrfach überzeichnet, was das breite Interesse der Investoren widerspiegelt. Die neue AT-1-Anleihe hat eine unbestimmte Laufzeit und einen frühestmöglichen Kündigungstermin im Zeitraum von Oktober 2027 bis April 2028. Die Anleihebedingungen sehen ein zeitweiliges Herabschreiben für den Fall vor, dass die harte Kernkapitalquote (CET-1-Quote) der Bank unter die Marke von 5,125 % fällt. Das Bezugsrecht der Aktionäre war ausgeschlossen. Mit der Ausgabe der AT-1-Anleihe stärkt und optimiert die Commerzbank ihre Kapitalstruktur weiter.

Commerzbank behält Wertpapierabwicklung im eigenen Haus - Projekt zur Auslagerung gestoppt

Am 22. Juli 2021 hat der Vorstand der Commerzbank entschieden, das Projekt zur Auslagerung der Wertpapierabwicklung an die HSBC Transaction Services GmbH mit sofortiger Wirkung zu beenden. Grund für die Entscheidung sind technische Umsetzungsrisiken und veränderte Marktbedingungen. Für das zweite Quartal 2021 ist wegen des Projektstopps eine Belastung aus der Ausbuchung eines immateriellen Vermögenswertes von 200 Mio. Euro angefallen. Diese Ausbuchung belastet weder die Liquidität noch die harte Kernkapitalquote (CET 1) der Bank. Darüber hinaus fielen Rückstellungen in zweistelliger Millionenhöhe an.

Die Commerzbank reduziert mit diesem Schritt die Komplexität in der Transformation und wird zunächst ihre eigene Systemlandschaft weiter modernisieren. Die vor zwei Jahren eingeführte IT-Lieferorganisation der Commerzbank soll dazu einen wichtigen Beitrag leisten. Dort hat die Bank im Zuge der "Strategie 2024" eine eigene Key Area für Securities & Brokerage geschaffen. Seit dem Projektstart für die Auslagerung im Jahr 2017 haben sich das Marktumfeld und die technologischen Möglichkeiten erheblich verändert. Das deutlich gewachsene Handelsvolumen und die technologische Weiterentwicklung ermöglichen es der Commerzbank, die Wertpapierabwicklung profitabel fortzuführen. Der zuletzt für Mitte 2021 geplante Übertrag der Prozesse auf die Systeme der Tochtergesellschaft von HSBC wird damit nicht stattfinden.

Zwischenlagebericht

Wirtschaftliche Rahmenbedingungen

Gesamtwirtschaftliche Situation

Mit den spürbaren Lockerungen der Corona-Beschränkungen hat die Weltwirtschaft wie erwartet merklich an Schwung gewonnen. Doch die rasche Erholung bleibt nicht ohne Folgen. Die Preise für Rohstoffe sind deutlich gestiegen und immer mehr Unternehmen fehlt es an Vorprodukten. In der Automobilindustrie kommt es wegen fehlender Halbleiter bereits zu Produktionsausfällen.

In den USA hat die Wirtschaft im zweiten Quartal bereits wieder das Vorkrisenniveau erreicht. Hiervon ist die Wirtschaft im Euroraum noch ein gutes Stück entfernt. Aber auch hier hat die wirtschaftliche Aktivität im Frühjahr mit der Öffnung der Geschäfte wieder merklich zugenommen. In Deutschland dürfte die Wirtschaft im zweiten Quartal den Rückschlag zu Jahresbeginn wieder wettgemacht haben.

Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage

Eine Beschreibung der zum 30. Juni 2021 angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden finden sich im Zwischenabschluss in Note 5. Informationen zu Anpassungen der Vorjahreszahlen finden sich im Zwischenabschluss in Note 3.

Gewinn-und-Verlust-Rechnung des Commerzbank-Konzerns

Die Commerzbank hatte im ersten Halbjahr 2021 vor dem Hintergrund anhaltend schwieriger Rahmenbedingungen, einer Belastung aus der Ausbuchung eines immateriellen Vermögenswertes und hoher Restrukturierungsaufwendungen ein Konzernergebnis in Höhe von - 394 Mio. Euro auszuweisen. Das Operative Ergebnis lag im Berichtszeitraum 2021 bei 570 Mio. Euro, nach - 74 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum.

Die wesentlichen Posten der Gewinn-und-Verlust-Rechnung haben sich im Berichtszeitraum wie folgt entwickelt:

Der Zinsüberschuss lag im Berichtszeitraum mit 2 427 Mio. Euro um 6,6 % unter dem Niveau des Vorjahres. Im Segment Privat-und Unternehmerkunden reichten Ertragszuwächse infolge fortgesetzter Volumenzuwächse im inländischen Kreditgeschäft, vor allem bei privaten Baufinanzierungen und Individualkrediten, nicht aus, um den unvermindert starken Druck auf die Zinserträge aus dem Einlagengeschäft vollständig auszugleichen. Bei der mBank ergab sich ein ähnliches Bild. Der Ausweitung der Kredit- und der Einlagenbestände standen weiterhin nachteilige Folgewirkungen aus den im Vorjahr erfolgten Zinssenkungen der polnischen Zentralbank gegenüber; vor allem die negative Auswirkung auf das Einlagengeschäft führte per saldo zu einem rückläufigen Zinsüberschuss. Im Segment Firmenkunden lag der Zinsüberschuss ebenfalls leicht unter dem Niveau des Vorjahreszeitraums. Der deutliche Rückgang des Zinsüberschusses im Bereich Sonstige und Konsolidierung beruhte vor allem auf rückläufigen Zinserträgen von Group Treasury mit entsprechend gegenläufigen Effekten im Ergebnis aus erfolgswirksam zum Fair Value bewerteten finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten. Die Vereinnahmung von Zinsvergünstigungen aus gezielten längerfristigen Refinanzierungsgeschäften (Targeted Longer-Term Refinancing Operations) mit der EZB konnte den Rückgang des Zinsüberschusses nur zum Teil kompensieren.

Der Provisionsüberschuss erhöhte sich gegenüber dem ersten Halbjahr 2020 um 8,1 % auf 1 803 Mio. Euro. Im Segment Privat-und Unternehmerkunden war der Provisionsüberschuss stärkster Ertragstreiber. Im Inland profitierte diese Ertragsposition unter anderem von anhaltend sehr lebhaften Kundenaktivitäten im Wertpapiergeschäft, was sich in erheblich gewachsenen Transaktionsvolumina widerspiegelte. Der deutliche Anstieg bei der mBank resultierte ebenfalls aus dem Wertpapiergeschäft, unterstützt durch höhere Einnahmen aus der Einlagen-Jahresendgebühr bei Firmenkunden sowie aus Produktpreisveränderungen bei Privat- und Firmenkunden. Im Segment Firmenkunden lag der Provisionsüberschuss auf dem Niveau der ersten sechs Monate des Vorjahres.

Das Ergebnis aus erfolgswirksam zum Fair Value bewerteten finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten lag im Berichtszeitraum bei 485 Mio. Euro, nach - 141 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Der signifikante Anstieg beruhte im Wesentlichen auf positiven Bewertungseffekten, unter anderem aus Beteiligungen, während der Vorjahreszeitraum durch Bewertungsschwankungen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie belastet war.

Im Sonstigen Ergebnis in Höhe von - 335 Mio. Euro spiegeln sich insbesondere Zuführungen zu Rückstellungen wider. Diese betreffen unter anderem Rückstellungen im Zusammenhang mit dem Urteil des Bundesgerichtshofs zu Preisanpassungen mit Privatkunden, Rückstellungen im Zusammenhang mit Baufinanzierungen in Fremdwährung bei der mBank, zusätzliche Rückstellungen im Hinblick auf mögliche Steuerrückzahlungsansprüche sowie Rückstellungen im Zusammenhang mit dem Projektstopp zur Auslagerung der Wertpapierabwicklung an die HSBC Transaction Services GmbH.

Das Risikoergebnis lag mit - 235 Mio. Euro deutlich unter dem Wert des Vorjahreszeitraums von - 795 Mio. Euro. Im Risikoergebnis der ersten sechs Monate des Vorjahres war ein sogenanntes Top-Level-Adjustment (TLA) in Höhe von - 154 Mio. Euro enthalten, das aufgrund der Corona-Pandemie gebildet wurde. Darüber hinaus belastete der Ausfall eines größeren Einzelengagements das Risikoergebnis des Vorjahres. Sowohl im Segment Privat- und Unternehmerkunden als auch im Segment Firmenkunden blieb die für das erste Halbjahr 2021 erforderliche Risikovorsorge deutlich unter dem Niveau der ersten sechs Monate 2020.

Die Verwaltungsaufwendungen stiegen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum aufgrund der Belastung aus der Ausbuchung eines immateriellen Vermögenswertes im Zusammenhang mit dem Projektstopp zur Auslagerung der Wertpapierabwicklung an die HSBC Transaction Services GmbH um 4,7 % auf 3 173 Mio. Euro. Bei den Personalkosten, die mit 1 716 Mio. Euro auf Vorjahresniveau lagen, kompensierte der Abbau von Vollzeitkräften gegenläufige Effekte, darunter insbesondere Gehaltsanpassungen. Demgegenüber nahmen die Sachaufwendungen einschließlich der Abschreibungen auf Sachanlagen und sonstige immaterielle Vermögenswerte um 11,2 % auf 1 457 Mio. Euro zu. Ohne die Sonderbelastung war ein deutlicher Rückgang zu verzeichnen, der in erster Linie aus geringeren Aufwendungen für Werbung, Reisetätigkeiten und Abschreibungen resultierte.

Die Belastung aus den separat ausgewiesenen Pflichtbeiträgen lag mit 375 Mio. Euro auf dem Niveau des Vorjahreszeitraums.

Im Berichtszeitraum belasteten Restrukturierungsaufwendungen im Zusammenhang mit der Umsetzung des neuen Strategieprogramms in Höhe von 976 Mio. Euro die Ergebnisentwicklung.

Das Ergebnis aus fortzuführenden Geschäftsbereichen vor Steuern betrug - 406 Mio. Euro, nach - 74 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Für den Berichtszeitraum war ein positiver Steuereffekt in Höhe von 43 Mio. Euro auszuweisen. Dieser resultierte im Wesentlichen aus Steuererträgen aus der Nachaktivierung latenter Steuerforderungen auf Verlustvorträge, denen insbesondere laufende Steueraufwendungen des mBank-Teilkonzerns für die Berichtsperiode sowie aperiodische Steueraufwendungen, die sich aus der zusätzlichen Bildung von Rückstellungen für Steuerrisiken ergeben, entgegenstehen. Das Ergebnis aus fortzuführenden Geschäftsbereichen nach Steuern belief sich auf - 363 Mio. Euro, gegenüber - 136 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum.

Nach Berücksichtigung der nicht beherrschenden Anteile war den Commerzbank-Aktionären und Investoren in zusätzliche Eigenkapitalbestandteile für den Berichtszeitraum 2021 ein Konzernergebnis von -394 Mio. Euro zuzurechnen, nach - 107 Mio. Euro im Vorjahr.

Das Operative Ergebnis je Aktie betrug 0,46 Euro, das Ergebnis je Aktie - 0,43 Euro. Für den Vorjahreszeitraum beliefen sich die entsprechenden Kennzahlen auf - 0,06 Euro beziehungsweise auf - 0,12 Euro.

Bilanz des Commerzbank-Konzerns

Die Bilanzsumme des Commerzbank-Konzerns lag zum 30. Juni 2021 bei 543,6 Mrd. Euro und damit um 7,3 % über dem Niveau des Jahresultimos 2020.

Das Volumen des Kassenbestands und der Sichtguthaben ist um 30,5 Mrd. Euro auf 106,1 Mrd. Euro gestiegen. Der kräftige Zuwachs gegenüber dem Jahresultimo 2020 stand insbesondere im Zusammenhang mit einem Anstieg von Sichtguthaben bei Zentralnotenbanken aufgrund der Anlage liquider Mittel aus Einlagenzuflüssen sowie Liquiditätsüberschüssen.

Die Finanziellen Vermögenswerte "Amortised Cost" stiegen gegenüber dem Jahresende 2020 leicht um 2,7 Mrd. Euro auf 294,9 Mrd. Euro an. Während im Kreditgeschäft mit Privatkunden ein Zuwachs vor allem im Baufinanzierungsgeschäft zu verzeichnen war, zeigten sich im Kreditgeschäft mit internationalen Kunden entsprechende Rückgänge.

Die Finanziellen Vermögenswerte "Fair Value OCI" lagen bei 41,4 Mrd. Euro und damit um 1,5 Mrd. Euro niedriger als zum Jahresultimo 2020. Der Rückgang um 3,5 % resultierte aus einem geringeren Volumen an verbrieften Schuldinstrumenten.

Mit 38,5 Mrd. Euro lagen die Finanziellen Vermögenswerte "Mandatorily Fair Value P&L" um 9,8 Mrd. Euro höher als zum Vorjahresultimo. Der Anstieg war vornehmlich verursacht durch gestiegene besicherte Geldmarktgeschäfte in Form von Reverse Repos sowie Cash Collaterals.

Die Finanziellen Vermögenswerte "Held for Trading" lagen zum Berichtsstichtag mit 49,3 Mrd. Euro - insbesondere aufgrund geringerer positiver Marktwerte aus derivativen Finanzinstrumenten - um 2,9 Mrd. Euro niedriger als zum Jahresende 2020. Während die positiven Marktwerte aus zins- und währungsbezogenen Produkten deutlich um insgesamt 8,8 Mrd. Euro zurückgegangen sind, nahmen die verbrieften Schuldinstrumente um 2,8 Mrd. Euro und die sonstigen Handelsbestände um 1,2 Mrd. Euro zu.

Die zur Veräußerung gehaltenen langfristigen Vermögenswerte und Veräußerungsgruppen betrugen 1,8 Mrd. Euro, nach 2,0 Mrd. Euro zum Jahresultimo 2020. Der Rückgang resultierte aus Portfolioübertragungen im Zusammenhang mit dem Verkauf des EMC-Geschäfts an die Société Générale.

Auf der Passivseite lagen die Finanziellen Verbindlichkeiten "Amortised Cost" mit 425,7 Mrd. Euro um 28,0 Mrd. Euro über dem Niveau des Vorjahresultimos. Ursächlich für den Zuwachs im Vergleich zum Jahresende 2020 war ein deutlicher Anstieg der Einlagen und sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten, insbesondere von Kreditinstituten und Zentralbanken sowie hohen Mittelzuflüssen von Firmenkunden und Finanzdienstleister.

Die Finanziellen Verbindlichkeiten "Fair Value Option" lagen mit 35,7 Mrd. Euro um 15,6 Mrd. Euro über dem Niveau des Jahresultimos 2020. Während die begebenen Schuldverschreibungen mit 2,2 Mrd. Euro auf dem Niveau des Vorjahresultimos lagen, erhöhten sich die Einlagen um 15,5 Mrd. Euro. Der Anstieg war im Wesentlichen bedingt durch den Zuwachs der Einlagen von Kunden und Kreditinstituten.

Die Finanziellen Verbindlichkeiten "Held for Trading" lagen mit 35,1 Mrd. Euro um 7,7 Mrd. Euro unter dem Jahresende 2020. Der Rückgang resultierte aus den negativen Marktwerten aus derivativen Finanzinstrumenten, insbesondere aus zinsbezogenen derivativen Geschäften, die um 10,1 Mrd. Euro zurückgegangen sind.

Die Verbindlichkeiten aus Veräußerungsgruppen betrugen 1,8 Mrd. Euro, nach 2,1 Mrd. Euro zum Jahresultimo 2020. Der Rückgang resultierte aus Portfolioübertragungen im Zusammenhang mit dem Verkauf des EMC-Geschäfts an die Société Générale.

Eigenkapital

Das in der Bilanz zum Berichtsstichtag 30. Juni 2021 ausgewiesene den Commerzbank-Aktionären zurechenbare Eigenkapital lag mit 25,0 Mrd. Euro leicht um 0,2 Mrd. Euro über dem Niveau zum Jahresende 2020. Weitere Informationen zur Eigenkapitalveränderung finden sich auf Seite 43 ff.

Die Risikoaktiva per 30. Juni 2021 lagen bei 177,6 Mrd. Euro und damit um 1,0 Mrd. Euro niedriger als zum Jahresende 2020. Diese Entwicklung ist hauptsächlich auf kompensierende Effekte zwischen den risikogewichteten Aktiva aus dem Kreditrisiko und den risikogewichteten Aktiva aus dem Marktrisiko zurückzuführen. Der vergleichsweise geringe Anstieg der risikogewichteten Aktiva aus dem Kreditrisiko resultierte im Wesentlichen aus Anstiegen bei der mBank, aus der Umsetzung der neuen regulatorischen Anforderungen (Capital Requirements Regulation, CRR 2) sowie der Modellanpassung für regulatorische Gegenpartei-Risiken sowie aus Fremdwährungseffekten, die teilweise durch Rückgänge im Unternehmensportfolio kompensiert wurden. Die Reduktion der risikogewichteten Aktiva aus Marktpreisrisiken wird durch das Herausfallen von Corona-Hochrisikoszenarien aus der Berechnung hervorgerufen. Die Risikoaktiva aus operationellen Risiken sind im Vergleich zum Jahresultimo 2020 nahezu unverändert.

Das aufsichtsrechtlich anrechenbare harte Kernkapital (Common Equity Tier 1) betrug zum Berichtsstichtag 23,7 Mrd. Euro, gegenüber 23,6 Mrd. Euro zum 31. Dezember 2020. Ausschlaggebend für den leichten Anstieg waren die versicherungsmathematischen Gewinne der Pensionspläne sowie die Veränderung der Rücklage aus der Währungsumrechnung. Diese wurden teilweise durch den Verlust des Geschäftsjahres sowie durch höhere regulatorische Kapitalabzüge kompensiert. Die harte Kernkapitalquote betrug somit 13,4 %. Die Kernkapitalquote (unter Anwendung der Übergangsbestimmungen) betrug zum Berichtsstichtag 15,3 %, gegenüber 15,0 % zum Jahresende 2020. Ursächlich für den Anstieg der Kernkapitalquote war die Emission einer AT-1-Anleihe im ersten Halbjahr 2021. Die Gesamtkapitalquote (unter Anwendung der Übergangsbestimmungen) betrug zum Berichtsstichtag 17,9 %.

Die Leverage Ratio, die das Verhältnis von Tier-1-Kapital zum Leverage Ratio Exposure zeigt, lag auf Grundlage der zum Berichtsstichtag gültigen Regelung der CRD IV/​CRR bei 4,6 % (unter Anwendung der Übergangsbestimmungen).

Die Bank hält alle aufsichtsrechtlichen Anforderungen ein.

Refinanzierung und Liquidität

Die Commerzbank hatte im Berichtszeitraum jederzeit Zugang zum Geld- und Kapitalmarkt; Liquidität und Zahlungsfähigkeit der Commerzbank waren jederzeit gegeben. Darüber hinaus ist das Liquiditätsmanagement der Commerzbank stets in der Lage, zeitnah auf neue Marktgegebenheiten zu reagieren. Auch vor dem Hintergrund der anhaltenden Unsicherheiten aufgrund der Corona-Pandemie ist die Liquiditätssituation der Bank komfortabel und erfüllt die internen Limite sowie die gültigen regulatorischen Anforderungen.

Refinanzierungsstruktur Kapitalmarkt 1 zum 30. Juni 2021

1 Basierend auf Bilanzwerten.

Im ersten Halbjahr 2021 hat der Commerzbank-Konzern langfristige Refinanzierungsmittel von insgesamt 1,2 Mrd. Euro am Kapitalmarkt aufgenommen.

Im Juni hat die Commerzbank Aktiengesellschaft die dritte AT-1-Anleihe aus ihrem Emissionsprogramm für zusätzliches Kernkapital mit einem Volumen von 500 Mio. Euro und einen festen Kupon von 4,25 % pro Jahr begeben. Das Kapital hat eine unbestimmte Laufzeit und der frühestmögliche Kündigungstermin liegt im Zeitraum von Oktober 2027 bis April 2028. Die Anleihebedingungen der Emission sehen ein zeitweiliges Herabschreiben für den Fall vor, dass die harte Kernkapitalquote (CET-1-Quote) der Bank unter die Marke von 5,125 % fällt. Die Emission war mehrfach überzeichnet und fand mit 90 % der Nachfrage großes Interesse bei ausländischen Investoren. Mit der Ausgabe der Anleihen stärkt und optimiert die Commerzbank ihre Kapitalstruktur weiter.

Bereits im März wurde eine Preferred-Senior-Anleihe mit einem Volumen von 500 Mio. Euro begeben. Die Benchmarkanleihe hat eine Laufzeit von viereinhalb Jahren, der Re-offer Spread lag bei 48 Basispunkten über dem Sechs-Monats-Euribor. Die Emission fand mit einem Anteil von 70 % großes Interesse bei ausländischen Investoren, die Platzierung erfolgte zu rund drei Vierteln bei Fonds, zu 17 % bei Banken sowie zu 5 % bei Zentralbanken. Daneben wurden rund 0,2 Mrd. Euro Preferred-Senior-Anleihen als Privatplatzierungen begeben.

Die durchschnittliche Laufzeit der Senior-unsecured (vorrangig unbesicherten)-Emissionen lag bei mehr als vier Jahren.

Kapitalmarktfunding des Konzerns in den ersten sechs Monaten 2021

Volumen 1,2 Mrd. Euro

Die Geldmärkte der Eurozone waren weiterhin maßgeblich durch die Corona-Pandemie und deren Auswirkungen beeinflusst.

Die Europäische Zentralbank (EZB) befindet sich nach wie vor in der Umsetzung der von ihr im März 2020 beschlossenen umfangreichen Maßnahmen zur Bekämpfung des wirtschaftlichen Einbruchs in der Eurozone und der damit verbundenen Auswirkungen auf den Finanzsektor. Im Rahmen des Targeted-Longer-Term-Refinancing-Operations-III-Programms (TLTRO III) hat die EZB den Banken im Jahr 2020 zusätzliche Liquidität von rund 1 300 Mrd. Euro bereitgestellt. Nachdem die EZB im Dezember angekündigt hat, ab März 2021 die maximale Teilnahme von 50 % auf 55 % des "eligible" Kreditportfolios auszuweiten, hat die Commerzbank davon Gebrauch gemacht und die Teilnahme um weitere 3,6 Mrd. Euro erhöht, sodass das Gesamtvolumen aktuell 35,9 Mrd. Euro beträgt und dem maximal möglichen Volumen entspricht. Die Zinssätze für die Hauptrefinanzierungsgeschäfte, die Spitzenrefinanzierungsfazilität und die Einlagenfazilität blieben unverändert.

Die Bank wies zum Halbjahresultimo 2021 eine Liquiditätsreserve in Form von hochliquiden Aktiva in Höhe von 117,4 Mrd. Euro aus. Das Liquiditätsreserveportfolio gewährleistet die Pufferfunktion im Stressfall. Dieses Liquiditätsreserveportfolio wird gemäß dem Liquiditätsrisikoappetit refinanziert, um eine erforderliche Reservehöhe während der gesamten vom Vorstand festgelegten Reserveperiode sicherzustellen. Ein Teil dieser Liquiditätsreserve wird in einem separierten und von Group Treasury gesteuerten Stress-Liquiditätsreserveportfolio gehalten, um Liquiditätsabflüsse in einem angenommenen Stressfall abdecken zu können und die jederzeitige Zahlungsfähigkeit sicherzustellen.

Darüber hinaus unterhält die Bank ein sogenanntes Intraday-Liquidity-Reserve-Portfolio. Der Gesamtwert dieses Portfolios betrug zum Berichtsstichtag 6,1 Mrd. Euro.

Die Commerzbank hat mit 142,8 % (Durchschnitt der jeweils letzten zwölf Monatsendwerte) die geforderte Mindestquote bei der Liquiditätskennzahl "Liquidity Coverage Ratio" (LCR) in Höhe von 100 % deutlich überschritten. Damit ist die Liquiditätssituation der Commerzbank zum Quartalsultimo aufgrund ihrer konservativen und vorausschauenden Refinanzierungsstrategie komfortabel.

Entwicklung der Segmente

Die Kommentierung der Ergebnisentwicklung der Segmente für die ersten sechs Monate 2021 basiert auf der im Geschäftsbericht 2020 auf den Seiten 89 und 276 ff. beschriebenen Segmentstruktur.

Weitere Informationen sowie Erläuterungen zu den Anpassungen der Vorjahreszahlen finden sich im Zwischenabschluss in Note 40.

Privat- und Unternehmerkunden

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Mio. € 1.1.-30.6.2021 1.1.-30.6.20201 Veränderung

in %/​%-Punkten
Erträge vor Risikoergebnis 2 458 2 492 - 1,4
Risikoergebnis - 126 - 313 - 59,7
Verwaltungsaufwendungen 1 717 1 723 - 0,3
Pflichtbeiträge 227 201 12,8
Operatives Ergebnis 388 254 52,4
Durchschnittlich gebundenes Eigenkapital 5 994 5 661 5,9
Operative Eigenkapitalrendite (%) 12,9 9,0 3,9
Aufwandsquote im operativen Geschäft (%) - ohne Pflichtbeiträge 69,9 69,2 0,7
Aufwandsquote im operativen Geschäft (%) - inkl. Pflichtbeiträgen 79,1 77,2 1,9

1 Anpassung aufgrund von IFRS 8.29 (siehe Zwischenabschluss Note 40).

Das Segment Privat- und Unternehmerkunden hat im ersten Halbjahr 2021 - trotz der unvermindert sehr anspruchsvollen Rahmenbedingungen - ein im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 133 Mio. Euro auf 388 Mio. Euro verbessertes Operatives Ergebnis erzielt. Sowohl die Operativen Erträge als auch die Verwaltungsaufwendungen entwickelten sich im Wesentlichen stabil, während Belastungen aus Pflichtbeiträgen erheblich wuchsen. Haupttreiber der Ergebnisverbesserung war das auf - 126 Mio. Euro um deutlich mehr als die Hälfte verringerte Risikoergebnis.

Mit 2 458 Mio. Euro knüpften die gesamten Segmenterträge vor Risikoergebnis im Berichtshalbjahr nahezu an den Vorjahreswert von 2 492 Mio. Euro an. Der Zinsüberschuss verzeichnete einen Rückgang um 81 Mio. Euro auf 1 229 Mio. Euro. Hier reichten Ertragszuwächse infolge fortgesetzter Volumenzuwächse im inländischen Kreditgeschäft, vor allem bei privaten Baufinanzierungen und Individualkrediten, nicht aus, um den unvermindert starken Druck auf die Zinserträge aus dem Einlagengeschäft vollständig auszugleichen. Bei der mBank ergab sich ein ähnliches Bild. Der Ausweitung der Kredit- und der Einlagenbestände standen weiterhin nachteilige Folgewirkungen aus den im Vorjahr erfolgten Zinssenkungen der polnischen Zentralbank gegenüber; vor allem die negative Auswirkung auf das Einlagengeschäft führte per saldo zu einem rückläufigen Zinsüberschuss.

Stärkster Ertragstreiber blieb im Berichtszeitraum der Provisionsüberschuss mit einem deutlichen Anstieg um 139 Mio. Euro auf 1 228 Mio. Euro. Im Inland profitierte diese Ertragsposition unter anderem von anhaltend sehr lebhaften Kundenaktivitäten im Wertpapiergeschäft, was sich in erheblich gewachsenen Transaktionsvolumina widerspiegelte. Der deutliche Anstieg bei der mBank resultierte ebenfalls aus dem Wertpapiergeschäft, unterstützt durch höhere Einnahmen aus der Einlagen-Jahresendgebühr bei Firmenkunden sowie aus Produktpreisveränderungen bei Privat- und Firmenkunden.

Unter den übrigen Ergebniskomponenten wies das Fair-Value-Ergebnis, das maßgeblich von positiven Bewertungseffekten bei der mBank profitierte, eine signifikante Verbesserung um 30 Mio. Euro auf 128 Mio. Euro aus. Dem stand das in einer Höhe von - 150 Mio. Euro negative Sonstige Ergebnis gegenüber, nach - 30 Mio. Euro im ersten Halbjahr 2020. Hier sind zum einen weitere Rückstellungen im Zusammenhang mit Baufinanzierungen in Fremdwährung bei der mBank sowie Rückstellungen im Zusammenhang mit dem Urteil des Bundesgerichtshofs zu Preisanpassungen mit Privatkunden gebucht.

Das Risikoergebnis sank substanziell von - 313 Mio. Euro im gleichen Zeitraum des Vorjahres auf - 126 Mio. Euro. Während im Vergleichszeitraum des Vorjahres Vorsorgen für Kreditverluste im Zusammenhang mit Effekten aus der Corona-Pandemie angefallen sind, fiel im bisherigen Jahresverlauf nur in einem erheblich verringerten Ausmaß Risikovorsorge für Kreditverluste an.

Der Verwaltungsaufwand lag im Berichtszeitraum mit 1 717 Mio. Euro nahezu auf Vorjahresniveau. Sowohl im Inland als auch bei der mBank - hier insbesondere wechselkursbedingt - sank der operative Aufwand geringfügig. Dagegen verzeichnete der gesamte Aufwand für Pflichtbeiträge, der sich auf 227 Mio. Euro belief, nach 201 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum, einen signifikanten Zuwachs. In Deutschland belasteten insbesondere stark ansteigende Kosten für den Einlagensicherungsfonds, während sich bei der mBank vor allem dank rückläufiger Beiträge für die europäische Bankenabgabe per saldo sogar ein Rückgang ergab.

Insgesamt wies das Segment Privat- und Unternehmerkunden im Berichtszeitraum ein Ergebnis vor Steuern in Höhe von 388 Mio. Euro aus, nach 254 Mio. Euro im Vorjahr.

Firmenkunden

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Mio. € 1.1.-30.6.2021 1.1.-30.6.2020 1 Veränderung

in %/​%-Punkten
Erträge vor Risikoergebnis 1 596 1 524 4,7
Risikoergebnis - 39 - 455 - 91,3
Verwaltungsaufwendungen 1 121 1 158 - 3,2
Pflichtbeiträge 95 106 - 10,2
Operatives Ergebnis 340 - 196 .
Durchschnittlich gebundenes Eigenkapital (aus fortzuführenden Geschäftsbereichen) 10 126 11 488 - 11,9
Operative Eigenkapitalrendite (%) 6,7 - 3,4 10,1
Aufwandsquote im operativen Geschäft (%) - ohne Pflichtbeiträge 70,3 76,0 - 5,8
Aufwandsquote im operativen Geschäft (%) - inkl. Pflichtbeiträgen 76,2 83,0 - 6,8

1 Anpassung aufgrund von IFRS 8.29 (siehe Zwischenabschluss Note 40).

Die Geschäftsentwicklung des Segments Firmenkunden war in den ersten sechs Monaten 2021 von anhaltenden schwierigen Rahmenbedingungen geprägt - insbesondere aufgrund der Unsicherheiten im Zusammenhang mit dem Verlauf der Corona-Pandemie und deren wirtschaftlichen Folgen und Abhängigkeiten. Infolge verbesserter Konjunkturerwartungen und vorhandener Liquidität verzeichneten die Kapitalmärkte demgegenüber Rekordzuflüsse. Gleichwohl belastete das Negativzinsumfeld die Zinsmargen, insbesondere im deutschen Kundengeschäft.

In den ersten sechs Monaten 2021 belief sich das Operative Ergebnis im Segment Firmenkunden auf 340 Mio. Euro, nach - 196 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum, in dem hohe Wertberichtigungen für Kreditrisiken sowie deutlich geringere Bewertungseffekte enthalten waren.

Der Bereich Mittelstand zeigte gegenüber dem Vorjahreszeitraum insgesamt eine stabile Ertragsentwicklung. Während die Erträge sowohl aus dem Kredit- als auch aus dem Cash-Management-Geschäft rückläufig waren, legte das Kapitalmarktgeschäft im Vergleich zu den ersten Monaten des Vorjahres erfreulich zu. Der Bereich International Corporates verzeichnete insgesamt rückläufige Erträge, die aus geringeren Beiträgen des Kredit- und Kapitalmarkgeschäfts resultierten. Der Bereich Institutionals verzeichnete im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sowohl aus dem Kapitalmarktgeschäft als auch aus dem Kreditgeschäft und der Handelsfinanzierung einen Ertragsrückgang. Der Bereich Others, der im Zuge der Corona-Pandemie von einer deutlichen Ausweitung der Credit Spreads und negativen Bewertungseffekten betroffen war, verzeichnete demgegenüber eine deutliche Erholung und erzielte eine signifikante Ertragsverbesserung gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Die Erträge vor Risikoergebnis lagen in den ersten sechs Monaten 2021 mit 1 596 Mio. Euro um 72 Mio. Euro über dem Niveau des Vorjahres. Mit 838 Mio. Euro lag der Zinsüberschuss um 4,2 % unter dem Vorjahresniveau, während der Provisionsüberschuss mit 601 Mio. Euro das Vorjahresniveau von 599 Mio. Euro erreichte. Deutlich verbessert zeigte sich das Ergebnis aus erfolgswirksam zum Fair Value bewerteten finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten, das mit 178 Mio. Euro um 140 Mio. Euro deutlich über dem Wert der ersten sechs Monate des Vorjahres lag.

Das Risikoergebnis des Segments Firmenkunden war im Berichtszeitraum mit - 39 Mio. Euro auszuweisen, nach - 455 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum, der durch die Corona-Pandemie sowie den Ausfall eines größeren Einzelengagements belastet war.

Der Verwaltungsaufwand lag mit 1 121 Mio. Euro um 37 Mio. Euro unter dem Vorjahreswert. Der Rückgang resultierte sowohl aus geringeren Personal- als auch Sachkosten im Zusammenhang mit dem strikten Kostenmanagement. Die ausgewiesenen Pflichtbeiträge in Höhe von 95 Mio. Euro stehen insbesondere in Verbindung mit der Europäischen Bankenabgabe; im Vorjahr beliefen sich die Pflichtbeiträge auf 106 Mio. Euro.

Insgesamt lag das Ergebnis aus fortzuführenden Geschäftsbereichen vor Steuern bei 340 Mio. Euro, gegenüber - 196 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum.

Sonstige und Konsolidierung

Im Bereich Sonstige und Konsolidierung werden Erträge und Aufwendungen ausgewiesen, die nicht in die Verantwortungsbereiche der Geschäftssegmente fallen. Unter Sonstige werden Group Treasury, den Geschäftssegmenten nicht zugeordnete Beteiligungen sowie übergeordnete Sachverhalte, wie zum Beispiel Aufwendungen für Aufsichtsgebühren, eingestellt. Unter Konsolidierung wird von den in der Segmentberichterstattung dargestellten Ergebnisgrößen auf den Konzernabschluss nach Internationalen Rechnungslegungsstandards (IFRS) übergeleitet. Der Bereich Sonstige und Konsolidierung enthält des Weiteren die Unterstützungs-, Stabs- und Steuerungseinheiten, die ebenfalls auf die Segmente verrechnet werden. Für diese Einheiten stellen Restrukturierungsaufwendungen eine Ausnahme in der Verrechnung dar, da diese Kosten im Bereich zentral ausgewiesen werden.

Das Operative Ergebnis des Bereichs Sonstige und Konsolidierung belief sich im ersten Halbjahr 2021 auf -158 Mio. Euro, gegenüber - 132 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum.

Der Rückgang beruht in erster Linie auf Ergebnisbelastungen aus der Beendigung des Projektes zur Auslagerung der Wertpapierabwicklung an die HSBC Transaction Services GmbH. Daneben wirkten sich per Saldo belastende Effekte aus der Bildung und Auflösung von Rückstellungen, aus einer höheren Nettorisikovorsorge für ein Restportfolio des aufgelösten Segments Asset & Capital Recovery sowie aus Konsolidierungssachverhalten ergebnisreduzierend aus. Dies wurde teilweise kompensiert durch die positive Entwicklung des Ergebnisses von Group Treasury, das im Vergleich zum ersten Halbjahr 2020 von gestiegenen Erträgen aus Investitionen in Wertpapiere und aus Bondverkäufen des Liquiditätsportfolios profitierte; hinzu kamen positive Bewertungseffekte sowohl aus Bankbuchbeständen aus der Anwendung des Hedge Accounting als auch aus verbesserten Kontrahentenrisiken im nicht strategischen Altportfolio. Daneben wirkten sich im Bereich Sonstige und Konsolidierung vor allem die Abgrenzung von Erträgen aus gezielten längerfristigen Refinanzierungsgeschäften (Targeted Longer-Term Refinancing Operations) mit der EZB sowie per saldo positive Bewertungseffekte - insbesondere aus Beteiligungen - ergebniserhöhend aus.

Das Ergebnis vor Steuern des Bereichs Sonstige und Konsolidierung im ersten Halbjahr 2021 betrug - 1 133 Mio. Euro. Darin enthalten sind Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von 976 Mio. Euro im Zusammenhang mit der Umsetzung des neuen Strategieprogramms der Commerzbank.

Prognosebericht

Künftige gesamtwirtschaftliche Situation

Der Verlauf der Konjunktur wird auch weiterhin maßgeblich vom Fortgang der Corona-Pandemie bestimmt werden. Die Delta-Variante des Corona-Virus dürfte spätestens im Herbst in Europa und wohl auch in den USA für eine neue Infektionswelle sorgen. Doch nicht zuletzt dank dem fortgeschrittenen Impfprozess dürfte diese deutlich milder ausfallen als im Herbst vergangenen Jahres. Dennoch ist zu erwarten, dass die Corona-Beschränkungen in einigen kontaktintensiven Bereichen wieder verschärft werden. Ein weiterer Bremsklotz für die Konjunktur ist der zunehmende Mangel an Vorprodukten, insbesondere in der Automobilindustrie, der aller Voraussicht nach noch einige Zeit anhalten wird.

Dennoch dürfte die Wirtschaft in den USA dank der umfangreichen Konjunkturprogramme in der zweiten Jahreshälfte weiterhin kräftig wachsen, auch wenn das Tempo wohl nachlassen wird. Im Euroraum dürfte sich die Wirtschaft ebenfalls weiter erholen und zum Jahresende wieder das Vorkrisenniveau erreichen.

Angesichts der fortschreitenden Erholung der US-Konjunktur und einer steigenden Inflationsrate dürfte die US-Notenbank im vierten Quartal 2021 beschließen, ihre Anleihekäufe zu reduzieren. Dagegen wird die EZB wohl das Volumen ihrer Anleihekäufe noch einmal erhöhen.

Künftige Situation der Bankbranche

Unsere Einschätzung der kurz- und mittelfristigen sowie strukturellen Entwicklungstendenzen in der Bankbranche hat sich gegenüber den im Geschäftsbericht 2020 getroffenen Aussagen nicht grundlegend verändert. Insbesondere die Risiken für den kurzfristigen Ausblick auf das bankgeschäftliche Umfeld sind nach wie vor sehr hoch. Immer mehr in den Fokus rücken die zeitverzögert drohenden Belastungen der Banken infolge der Corona-Pandemie. Bislang haben umfangreiche Maßnahmen von Regierungen, Zentralbanken und Aufsichtsbehörden ein Überschwappen der realwirtschaftlichen Krise auf den Finanzsektor verhindert. Doch sobald Moratorien und andere Corona-Hilfsmaßnahmen auslaufen, wird eine Welle von notleidenden Krediten im Bankensektor wahrscheinlicher.

Um in einer solchen Stressphase den Spielraum für die Kreditvergabe zur Stimulierung der Wirtschaft zu erhöhen, hat die Bankenaufsicht den Banken bereits im März 2020 erlaubt, ihre Kapitalpuffer vollständig zu nutzen. Zudem sind wirksame Lösungen zum Abbau notleidender Kredite erforderlich, die in Europa derzeit fehlen.

Die bereits lang anhaltende Niedrigzinsphase dürfte sich infolge der als Reaktion auf die Corona-Pandemie extrem expansive Geldpolitik der EZB weiter verlängern - und damit die Profitabilität der Banken anhaltend beeinträchtigen. Belastend ist vor allem die sinkende Zinsmarge im Kreditgeschäft. Die geringe Profitabilität der Banken wiederum birgt Risiken für deren Widerstandsfähigkeit, weil der Aufbau von Eigenkapital erschwert wird. Der beeinträchtigte Aufbau von Eigenkapital wiegt besonders schwer, weil drohende Kreditausfälle und Wertberichtigungen infolge der Pandemie das Eigenkapital der Banken zusätzlich unter Druck setzen.

Auch Anleger am Kapitalmarkt streben in einer lang anhaltenden Niedrigzinsphase nach höheren Renditen und gehen dabei größere Risiken ein. Aufgrund niedriger Zinsen ziehen zudem die Vermögenspreise an. In den vergangenen sechs Monaten waren im Euroraum anhaltende Kursgewinne an vielen Finanzmärkten zu verzeichnen ebenso wie Preissteigerungen an den Märkten für Wohnimmobilien, was die Bedenken hinsichtlich einer Überbewertung und möglicher abrupter Vermögenspreiskorrekturen verstärkt.

Da wegen der massiven Wertpapierkäufe der EZB eine Sanktionierung stabilitätspolitischen Fehlverhaltens in Form steigender Zinsen nicht mehr in ausreichendem Maße stattfindet, sinkt der Druck auf hoch verschuldete Länder, notwendige Strukturreformen einzuleiten und ihre Staatshaushalte zu konsolidieren. Wenn aber die Tragfähigkeit der Staatsfinanzen nicht mit fiskalpolitischen Mitteln sichergestellt wird, droht die Gefahr, dass die Geldpolitik für diesen Zweck eingespannt wird. Die Zentralbank wäre dann angehalten, die Zinsen länger niedrig zu halten, als es im Hinblick auf die Preisstabilität erforderlich wäre.

Laut Finanzstabilitätsbericht der polnischen Zentralbank stellt die Corona-Pandemie - trotz ihrer erheblichen Auswirkungen auf die Wirtschaft Polens - bisher keine Gefahr für die Stabilität des polnischen Bankensektors dar. Selbst in äußerst pessimistischen makroökonomischen Szenarien ist die überwiegende Mehrheit der Banken (einschließlich aller systemrelevanten Institute) in der Lage, Kreditausfälle zu absorbieren und das Eigenkapital über dem regulatorischen Mindestniveau zu halten. Allerdings bleibt das rechtliche Risiko von Hypothekendarlehen in Fremdwährung aufgrund anhängiger Gerichtsverfahren hoch. Die Höhe der künftig zu bildenden Rückstellungen für diese Risiken hängt zudem maßgeblich von dem erwarteten Urteil des polnischen Obersten Gerichts ab, das einige Grundsatzfragen bezüglich der rechtlichen Behandlung von Fremdwährungskrediten klären will. Dieses Urteil wird auch die Bereitschaft der Banken und ihrer Kunden beeinflussen, auf freiwilliger Basis Vereinbarungen zu treffen. Das Eintreten bestimmter Szenarien könnte bei Banken mit umfangreichen Beständen an Fremdwährungskrediten zu hohen Verlusten führen, die letztlich das gesamte polnische Finanzsystem gefährden könnten.

Erwartete Finanzlage des Commerzbank-Konzerns

Geplante Finanzierungsmaßnahmen

Aufgrund der Teilnahme am TLTRO III (Targeted Longer-Term Refinancing Operations) und der Optimierung der risikogewichteten Aktiva im Rahmen der neuen Geschäftsstrategie wurde der Fundingplan für 2021 von ursprünglich unter 5 Mrd. Euro auf ein Volumen von unter 3 Mrd. Euro reduziert. Die Refinanzierungsmöglichkeit über den TLTRO wird in den kommenden Jahren die Mittelaufnahme der Commerzbank am Kapitalmarkt beeinflussen. Die Commerzbank hat mit einer breiten Produktpalette Zugang zum Kapitalmarkt. Neben den unbesicherten Refinanzierungsmitteln (Preferred- und Non-preferred-Senior-Anleihen, Tier-2-Nachrangkapital sowie Additional-Tier-1-Kapital) verfügt die Commerzbank bei der Refinanzierung auch über die Möglichkeit, besicherte Refinanzierungsinstrumente, insbesondere Hypothe kenpfandbriefe und öffentliche Pfandbriefe, zu emittieren. Pfandbriefe bilden einen festen Bestandteil im Refinanzierungsmix der Commerzbank. Dadurch hat die Commerzbank einen stabilen Zugang zu langfristiger Refinanzierung mit Kostenvorteilen gegenüber unbesicherten Refinanzierungsquellen. Die Emissionsformate reichen von großvolumigen Benchmarkanleihen bis hin zu Privatplatzierungen.

Durch regelmäßige Überprüfung und Anpassung der für das Liquiditätsmanagement und den langfristigen Refinanzierungsbedarf getroffenen Annahmen wird die Commerzbank den Veränderungen des Marktumfeldes und der Geschäftsentwicklung weiterhin Rechnung tragen und eine komfortable Liquiditätsausstattung sowie eine angemessene Refinanzierungsstruktur gewährleisten.

Geplante Investitionen

Bei den Investitionen haben sich in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres keine wesentlichen Änderungen zu den im Geschäftsbericht 2020 auf den Seiten 111 bis 113 aufgeführten Planungen ergeben. Die für das Geschäftsjahr 2021 geplanten Investitionen stehen im Zusammenhang mit zentralen Initiativen im Rahmen der "Strategie 2024". Von den für dieses Jahr geplanten Investitionen in Höhe von 0,6 Mrd. Euro fließt knapp die Hälfte in den Umbau des Geschäftsmodells beziehungsweise die Digitalisierung im Privatkundengeschäft - hierin ist auch die Integration unserer Direktbank-Tochter comdirect enthalten. Die andere Hälfte investieren wir in die weitere Digitalisierung von Prozessen im Firmenkundengeschäft, die IT-Infrastruktur sowie in Maßnahmen im Rahmen der Regulatorik.

Voraussichtliche Entwicklung der Liquidität

Der kurzfristige Repomarkt mit Wertpapieren hoher Qualität wie Staatsanleihen, Agencies sowie Pfandbriefen (High Quality Liquid Assets, HQLA) funktioniert nach wie vor auch während der Corona-Pandemie und spielt eine wichtige Rolle in der Bedienung der Bondmärkte sowie in der Finanzierung von Portfolios. Jedoch gewinnen das Eurosystem und sein Wertpapierleiheprogramm für Bestände unter dem Asset Purchase Programme (APP) und Pandemic Emergency Purchase Programme (PEPP) zunehmend an Bedeutung, um den Collateralbedarf zu bedienen.

Neben der Besicherung des TLTRO ist ein weiterer wichtiger Treiber der HQLA-Collateral-Märkte die Nachfrage aufgrund der verbindlichen Besicherungspflicht für Over-the-Counter-(OTC-) Derivate im Rahmen der Bilateral-Initial-Margin-Anforderungen. Unter Berücksichtigung der TLTRO-Aufstockung im März 2021 bleiben zentralbankfähige Sicherheiten weiterhin gesucht, sodass die Eurorepomärkte in HQLA weiterhin teurer als die EZB-Einlagenfazilität handeln werden. Wir rechnen weiterhin mit einer Entwicklung des Marktes auf diesem Niveau, solange die Unterstützung der EZB durch die geldpolitischen Maßnahmen anhält.

Investoren sind derzeit kaum bereit, ihr Collateral über einen mittelfristigen Zeitraum zur Verfügung zu stellen. Insofern ist der Markt für Term-Repos nach wie vor eingeschränkt liquide.

Die Situation an den Bondmärkten ist ebenso durch das Wertpapierankaufprogramm der EZB sowie die hohe Überschussliquidität geprägt. Die vor diesem Hintergrund bereits deutlich reduzierte Liquidität in den Sekundärmärkten wird somit niedrig bleiben. Wir rechnen trotz der steigenden Staatsverschuldung weiterhin mit sehr niedrigen Bundrenditen auch im langfristigen Bereich (aktuell sind die Bundrenditen bis 15 Jahre negativ), hervorgerufen im Wesentlichen durch die anhaltend hohe Nachfrage seitens der EZB. Die Nachfrage von Finanzinvestoren nach Rendite wird ebenfalls sehr ausgeprägt bleiben mit in der Folge weiterhin engen Credit Spreads.

Voraussichtliche Entwicklung des Commerzbank-Konzerns

An unseren in der Zwischenmitteilung zum 31. März 2021 getroffenen Aussagen zur voraussichtlichen Ergebnisentwicklung des Commerzbank-Konzerns im Geschäftsjahr 2021 halten wir grundsätzlich weiterhin fest.

Für das Gesamtjahr 2021 gehen wir davon aus, dass die Erträge leicht über denen des Geschäftsjahres 2020 liegen und sich die Operativen Kosten auf rund 6,5 Mrd. Euro belaufen werden, zuzüglich des Aufwands für die zum Halbjahr 2021 angefallene Ausbuchung eines immateriellen Vermögenswertes. Basierend auf aktuellen Einschätzungen ist ein Risikoergebnis von weniger als - 1 Mrd. Euro wahrscheinlich. Auf Basis der Ergebnisse des ersten Halbjahres erwartet die Bank eine im Vergleich zu den bisherigen Erwartungen leicht höhere CET-1-Quote von rund 13 %, die damit klar über dem angestrebten Puffer zur regulatorischen Mindestanforderung (MDA-Schwelle) liegt. Insgesamt rechnet die Bank mit einem positiven Operativen Ergebnis. Der Ausblick basiert weiter auf der Annahme, dass es keine substanzielle Veränderung in Bezug auf das Kreditportfolio der mBank in Schweizer Franken gibt.

Zwischenrisikobericht

Der Zwischenrisikobericht ist ein eigenständiger Berichtsteil im Zwischenbericht. Er ist Bestandteil des Zwischenlageberichts.

Zwischenrisikobericht

Risikoorientierte Gesamtbanksteuerung

Als Risiko bezeichnet die Commerzbank die Gefahr möglicher Verluste oder entgangener Gewinne aufgrund interner oder externer Faktoren. Die Risikosteuerung unterscheidet grundsätzlich zwischen quantifizierbaren und nicht quantifizierbaren Risikoarten. Quantifizierbare Risiken sind üblicherweise in der Rechnungslegung oder in der Kapitalbindung bewertbare Risiken, nicht quantifizierbare Risiken sind zum Beispiel Compliance- und Reputationsrisiken.

Organisation des Risikomanagements

Die Commerzbank sieht das Risikomanagement als eine Aufgabe für die gesamte Bank an. Der Chief Risk Officer (CRO) verantwortet konzernweit die Entwicklung und Umsetzung der risikopolitischen Leitlinien für quantifizierbare Risiken, die vom Gesamtvorstand festgelegt werden, sowie die Messung dieser Risiken. Der CRO berichtet dem Gesamtvorstand und dem Risikoausschuss des Aufsichtsrats regelmäßig über die Gesamtrisikolage des Konzerns.

Die Risikomanagement-Organisation bestand bis zum 31. Dezember 2020 aus den Bereichen Group Credit Risk Management, Group Kredit, Group Market Risk Management, Group Risk Controlling & Capital Management sowie Group Cyber Risk & Information Security.

Zum 1. Januar 2021 hat die Commerzbank die Bereiche Group Market Risk Management und Group Risk Controlling & Capital Management zum neuen Bereich Group Risk Control zusammengefasst. Des Weiteren wurde der Bereich Group Big Data & Advanced Analytics in die Risikomanagement-Organisation integriert.

Darüber hinaus hat der CRO die Zuständigkeit für den Bereich Group Compliance übernommen. Die Etablierung angemessener Governance, Verfahren und Systeme, die es der Bank ermöglichen, unerwünschte Gefährdungen durch Compliance-Risiken zu vermeiden, ist Aufgabe von Group Compliance. Group Compliance wird durch den Chief Compliance Officer gesteuert.

Weitere Details zur Organisation des Risikomanagements der Commerzbank sind im Konzernrisikobericht 2020 dargestellt.

Risikotragfähigkeit und Stresstesting

Die Risikotragfähigkeitsanalyse ist ein wesentlicher Bestandteil der Gesamtbanksteuerung und des ICAAP der Commerzbank mit dem Ziel, eine angemessene Kapitalausstattung jederzeit sicherzustellen.

Das Risikotragfähigkeitskonzept basiert im ökonomischen Ansatz entsprechend der aufsichtlichen Vorgaben auf einem Fortführungsansatz.

Die Überwachung und Steuerung der Risikotragfähigkeit erfolgen monatlich auf Ebene des Commerzbank-Konzerns. Der Mindestanspruch an die Risikotragfähigkeit gilt als erfüllt, sofern die RTF-Quote über 100 % liegt. Im ersten Halbjahr 2021 lag die RTF-Quote stets über 100 % und betrug 178 % per 30. Juni 2021. Der Rückgang des ökonomisch erforderlichen Kapitals gegenüber Dezember 2020 ist im Wesentlichen auf den Rückgang des Marktrisikos aufgrund geringerer Marktvolatilitäten zurückzuführen. Die RTF-Quote liegt weiterhin deutlich über dem Mindestanspruch.

Die Risikotragfähigkeit wird zusätzlich anhand makroökonomischer Stressszenarios beurteilt. Die Szenariosimulationen werden grundsätzlich quartalsweise auf Konzernebene mit einem Zeithorizont von zwölf Monaten durchgeführt.

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Risikotragfähigkeit Konzern | Mrd. € 30.6.2021 31.12.2020
Ökonomisches

Risikodeckungspotenzial
22 22
Ökonomisch erforderliches Kapital 1 13 14
davon für Adressenausfallrisiko 9 10
davon für Marktrisiko 2 3 4
davon für operationelles Risiko 1 1
davon Diversifikationseffekte - 2 - 2
RTF-Quote (%) 3 178 159

1 Einschließlich Objektwertänderungsrisiko, Risiko nicht börsennotierter Beteiligungen und Risikopuffer für Reserverisiko und für die Quantifizierung potenzieller Wertschwankungen von Intangibles.

2 Einschließlich Einlagenmodellrisiko.

3 RTF-Quote = ökonomisches Risikodeckungspotenzial/​ökonomisch erforderliches Kapital (inklusive Risikopuffer).

Mit der spürbaren Lockerung der Corona-Beschränkungen hat die Weltwirtschaft merklich an Schwung gewonnen. Doch schon drohen durch die rasante Ausbreitung der Delta-Variante neue Gefahren für die Konjunktur im Euroraum und auch in den USA. Hinzu kommen die Nachschubprobleme in der Industrie und das nachlassende Wachstum der chinesischen Wirtschaft.

Insgesamt haben sich damit die Aussichten für das Winterhalbjahr 2021/​22 eher eingetrübt.

Adressenausfallrisiken

Das Adressenausfallrisiko beinhaltet die Gefahr eines Verlustes oder entgangenen Gewinnes durch den Ausfall eines Geschäftspartners. Es zählt zu den quantifizierbaren, wesentlichen Risiken mit den Unterrisikoarten Kreditausfallrisiko, Emittentenrisiko, Kontrahentenrisiko, Länder- und Transferrisiko, Veritätsrisiko sowie Reserverisiko.

Commerzbank-Konzern

Die Commerzbank fokussiert ihr Geschäft in den zwei Kundensegmenten Privat- und Unternehmerkunden sowie Firmenkunden.

Die Corona-Pandemie hat die Weltwirtschaft in die tiefste Rezession seit Ende des Zweiten Weltkrieges gestürzt. Der Entwicklung der Corona-Pandemie wurde bei den Adressenausfallrisiken im Jahr 2020 insbesondere mit einem Top-Level-Adjustment (TLA) im Risikoergebnis sowie Anpassungen bei den Modellen Rechnung getragen. Der im Jahresabschluss 2020 berücksichtigte TLA-Betrag wurde überprüft und ist weiterhin angemessen.

In den meisten Risikokennzahlen ist die erwartete negative Entwicklung noch nicht ablesbar. Diese erwarten wir zeitverzögert ab dem zweiten Halbjahr 2021, da zwischenzeitlich die meisten staatlichen Unterstützungsmaßnahmen ausgelaufen sind.

Kreditrisikokennzahlen

Zur Steuerung und Limitierung der Adressenausfallrisiken im Commerzbank-Konzern nutzen wir unter anderem die folgenden Risikokennzahlen: Exposure at Default (EaD) - im Folgenden auch als Exposure bezeichnet -, Loss at Default (LaD), Expected Loss (EL), Risikodichte (EL/​EaD), Credit Value at Risk (CVaR = ökonomischer Kapitalbedarf für Kreditrisiken mit einem Konfidenzniveau von 99,90 % und einer Haltedauer von einem Jahr) und Risikoaktiva sowie für Klumpenrisiken den "All-in".

Die Kreditrisikokennzahlen der Ratingklassen 1,0 bis 5,8 stellten sich zum Stichtag 30. Juni 2021 wie folgt dar:

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30.6.2021 31.12.2020
Kreditrisikokennzahlen Exposure at Default Expected Loss Risikodichte CVaR Exposure at Default Expected Loss
--- --- --- --- --- --- ---
Mrd. € Mio. € Bp. Mio. € Mrd. € Mio. €
--- --- --- --- --- --- ---
Privat- und Unternehmerkunden 199 422 21 2 189 190 401
Firmenkunden 177 405 23 4 389 180 430
Sonstige und Konsolidierung 1 99 126 13 2 447 96 141
Konzern 475 953 20 9 024 466 971

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31.12.2020
Kreditrisikokennzahlen Risikodichte CVaR
--- --- ---
Bp. Mio. €
--- --- ---
Privat- und Unternehmerkunden 21 2 025
Firmenkunden 24 4 647
Sonstige und Konsolidierung 1 15 2 721
Konzern 21 9 393

1 Im Wesentlichen handelt es sich um Liquiditätsportfolios des Treasury sowie seit dem 1. Juli 2019 die Restportfolios aus dem geschlossenen Segment ACR.

Das Konzernportfolio zeigt bei der Verteilung auf Basis von PD-Ratings einen Anteil von 85 % in den internen Ratingstufen 1 und 2, die dem Investment-Grade-Bereich zuzuordnen sind.

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30.6.2021 31.12.2020
Ratingverteilung EaD | % 1,0-1,8 2,0-2,8 3,0-3,8 4,0-4,8 5,0-5,8 1,0-1,8
Privat- und Unternehmerkunden 30 54 12 3 1 32
Firmenkunden 19 61 15 4 2 20
Sonstige und Konsolidierung 51 46 3 0 0 56
Konzern 30 55 11 3 1 32

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31.12.2020
Ratingverteilung EaD | % 2,0-2,8 3,0-3,8 4,0-4,8 5,0-5,8
Privat- und Unternehmerkunden 52 13 3 1
Firmenkunden 59 16 4 2
Sonstige und Konsolidierung 41 3 0 0
Konzern 53 12 2 1

Die regionale Verteilung des Exposures entspricht der strategischen Ausrichtung der Bank und spiegelt die Schwerpunkte unserer globalen Geschäftstätigkeit wider. Rund die Hälfte des Engagements entfällt auf Deutschland, ein weiteres Drittel auf andere Länder in Europa, 8 % auf Nordamerika und 4 % auf Asien. Der Rest ist breit diversifiziert und verteilt sich auf eine große Anzahl Länder, in denen insbesondere deutsche Exporteure begleitet werden oder die Commerzbank mit lokalen Einheiten vor Ort präsent ist. Der Expected Loss des Konzernportfolios verteilt sich mehrheitlich auf Deutschland und die restlichen europäischen Länder.

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30.6.2021 31.12.2020
Konzernportfolio nach

Regionen
Exposure at Default Expected Loss Risikodichte Exposure at Default Expected Loss Risikodichte
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Mrd. € Mio. € Bp. Mrd. € Mio. € Bp.
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Deutschland 253 398 16 248 415 17
Westeuropa 100 209 21 102 238 23
Mittel- und Osteuropa 53 227 43 51 207 41
Nordamerika 39 52 13 33 46 14
Asien 20 29 14 24 34 15
Sonstige 11 38 36 10 31 31
Konzern 475 953 20 466 971 21

Risikoergebnis

Das Risikoergebnis im Kreditgeschäft des Konzerns belief sich im ersten Halbjahr 2021 auf - 235 Mio. Euro (Vorjahreszeitraum: - 795 Mio. Euro).

Die nachfolgende Tabelle zeigt die Aufteilung des Risikoergebnisses nach Stages gemäß IFRS 9.

Etwaige Marktwertschwankungen aus Fair Value Krediten sind nicht im Risikoergebnis enthalten. Sie werden ertragswirksam in der Position "Ergebnis aus erfolgswirksam zum Fair Value bewerteten finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten" ausgewiesen.

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1.1.-30.6.2021 1.1.-30.6.2020
Risikoergebnis | Mio. € Stage 1 Stage 21 Stage 31 Gesamt Stage 1 Stage 21
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Privat- und Unternehmerkunden - 16 - 16 - 94 - 126 - 7 - 75
Firmenkunden 4 11 - 55 - 39 - 16 - 63
Sonstige und Konsolidierung 6 1 - 76 - 70 - 4 7
Konzern - 6 - 4 - 225 - 235 - 27 - 130

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1.1.-30.6.2020
Risikoergebnis | Mio. € Stage 31 Gesamt
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Privat- und Unternehmerkunden - 231 - 313
Firmenkunden - 376 - 455
Sonstige und Konsolidierung - 30 - 27
Konzern - 637 - 795

1 Stage 2 und 3 inklusive POCI (POCI - Purchased or Originated Credit-impaired).

Das Risikoergebnis im ersten Halbjahr 2020 war stark belastet durch die Zuführung zum TLA von - 154 Mio. Euro sowie dem Ausfall eines großen Einzelengagements im Segment Firmenkunden. Im Vergleich dazu reduzierte sich das Risikoergebnis im ersten Halbjahr 2021 deutlich, da die Ausfallwahrscheinlichkeiten über alle Portfolios stabil blieben und nur geringe Kreditausfälle zu verzeichnen waren.

Das TLA beläuft sich zum 30. Juni 2021 auf - 495 Mio. Euro (31. Dezember 2020: - 505 Mio. Euro). Der im Jahresabschluss 2020 berücksichtigte TLA-Betrag wurde überprüft und ist weiterhin angemessen. Im Risikoergebnis zum 30. Juni 2021 ist lediglich eine Teilauflösung des TLA in Höhe von 10 Mio. Euro enthalten, da die im TLA berücksichtigte Anpassung der Point-in-time-Parameter nunmehr im Modellergebnis der Bank reflektiert wird.

Die in den Modellen verwendeten Parameter reflektieren unverändert weder die ökonomischen Auswirkungen der weltweiten Lockdowns noch die massiven Stützungs- und Hilfsmaßnahmen der Staaten und Institutionen. Aktuelle Jahresabschlüsse 2020 für das Firmenkundenportfolio liegen zum Berichtsstichtag erst in begrenztem Umfang vor und reflektieren die Krise nur zu Teilen. Tilgungen für die in Anspruch genommenen KfW-Kredite sind überwiegend erst zum Jahresende 2021 erstmals fällig.

Die wirtschaftliche Entwicklung wird auch weiterhin maßgeblich vom Fortgang der Corona-Pandemie bestimmt werden. Die Delta-Variante des Corona-Virus dürfte spätestens im Herbst in Europa und wohl auch in den USA für eine neue Infektionswelle sorgen. Doch nicht zuletzt dank dem fortgeschrittenen Impfprozess dürfte diese deutlich milder ausfallen als im Herbst vergangenen Jahres. Dennoch ist zu erwarten, dass die Corona-Beschränkungen in einigen kontaktintensiven Bereichen wieder verschärft werden, was sich negativ auf die wirtschaftliche Erholung auswirken kann.

Daher sind die im TLA berücksichtigten Aufschläge auf die Ausfallwahrscheinlichkeiten weiterhin angemessen (Erläuterungen zur Angemessenheit des TLAs siehe auch Note 27 des Zwischenabschlusses (Kreditrisiken und Kreditverluste)). Zum nächsten Berichtsstichtag erfolgt eine erneute Überprüfung des TLA.

Weitere Treiber des Risikoergebnisses im Berichtszeitraum finden sich in den nachfolgenden Erläuterungen zu den Segmenten.

Aufgrund der weiterhin bestehenden Unsicherheiten hinsichtlich der Entwicklung der Pandemie und unter Berücksichtigung der Entwicklung im ersten Halbjahr 2021 wird ein Risikoergebnis von unter - 1 Mrd. Euro für das Jahr 2021 erwartet.

Default-Portfolio

Das Default-Portfolio des Konzerns ist im ersten Halbjahr 2021 um 292 Mio. Euro gesunken und lag zum 30. Juni 2021 bei 4 503 Mio. Euro (31. Dezember 2020: 4 795 Mio. Euro). Die Entwicklung im ersten Halbjahr 2021 war geprägt durch größere Abschreibungen auf Einzelengagements im Segment Firmenkunden sowie im Bereich Sonstige und Konsolidierung.

Die nachstehende Darstellung des Default-Portfolios zeigt die ausgefallenen Forderungen der Kategorien Amortised Cost und Fair Value OCI (OCI - Other Comprehensive Income).

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30.6.2021 31.12.2020
Default-Portfolio Konzern | Mio. € Kredite Wertpapiere Gesamt Kredite Wertpapiere Gesamt
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Default-Portfolio 4 500 3 4 503 4 792 3 4 795
LLP 1 2 069 0 2 069 2 272 0 2 272
Coverage Ratio exkl. Sicherheiten (%) 2 46 - 46 47 - 47
Sicherheiten 1 146 0 1 146 1 168 0 1 168
Coverage Ratio inkl. Sicherheiten (%) 2 71 - 71 72 - 72
NPE-Ratio (%) 3 0,8 1,0

1 Loan Loss Provision.

2 Coverage Ratio: LLP (und Sicherheiten) im Verhältnis zum Default-Portfolio.

3 NPE-Ratio: Notleidende Forderungen im Verhältnis zu den Gesamtforderungen gemäß EBA Risk Dashboard.

Segment Privat- und Unternehmerkunden

Das Segment Privat- und Unternehmerkunden (PUK) umfasst die Aktivitäten der Konzernbereiche Private Kunden, Unternehmerkunden, comdirect und Commerz Real. Die mBank wird ebenfalls im Segment Privat- und Unternehmerkunden abgebildet. Im Bereich Private Kunden sind das inländische Filialgeschäft für Privatkunden sowie das Wealth-Management zusammengefasst. Der Bereich Unternehmerkunden bildet die Geschäfts- und kleinen Firmenkunden ab.

Der Schwerpunkt des Portfolios liegt auf der klassischen Eigenheimfinanzierung und der Finanzierung von Immobilienkapitalanlagen (private Baufinanzierung und Renditeobjekte mit einem EaD von insgesamt 99 Mrd. Euro). Die Kreditversorgung unserer Geschäfts- und Unternehmerkunden stellen wir über Individualkredite mit einem Volumen von 27 Mrd. Euro sicher. Daneben decken wir den alltäglichen Kreditbedarf unserer Kunden durch Konsumentenkredite ab (Verfügungskredite, Ratenkredite und Kreditkarten mit insgesamt 16 Mrd. Euro). Der Portfolioanstieg in den vergangenen 6 Monaten resultierte überwiegend aus der Baufinanzierung.

Die Risikodichte des Portfolios ist mit 21 Basispunkten gegenüber Dezember 2020 unverändert. Ein erhöhtes Risiko aufgrund der Corona-Pandemie ist aktuell im Portfolio noch nicht zu sehen, da die Ratings die Auswirkungen der Krise teilweise nachlaufend erfassen.

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30.6.2021 31.12.2020
Kreditrisikokennzahlen Exposure at Default Expected Loss Risikodichte Exposure at Default Expected Loss Risikodichte
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Mrd. € Mio. € Bp. Mrd. € Mio. € Bp.
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Private Kunden 118 148 13 114 149 13
Unternehmerkunden 35 59 17 34 60 18
comdirect 2 7 40 2 8 44
Commerz Real 0 1 76 0 0 16
mBank 45 207 46 41 184 45
PUK 199 422 21 190 401 21

Im Segment Privat- und Unternehmerkunden belief sich das Risikoergebnis im ersten Halbjahr 2021 auf - 126 Mio. Euro (Vorjahr - 313 Mio. Euro). Das erste Halbjahr 2020 war geprägt von Effekten aus der Corona-Pandemie mit einer TLA-Bildung in Höhe von - 70 Mio. Euro sowie der Einführung der neuen Default-Definition. Daraus resultiert eine deutliche Reduzierung des Risikoergebnisses gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Die Risikovorsorge der mBank liegt unter dem Niveau des Vorjahreszeitraus und beläuft sich zum 30. Juni 2021 auf - 83 Mio. Euro (erstes Halbjahr 2020: - 160 Mio. Euro). Der Rückgang ist begründet aus pandemiebedingten Sonderbelastungen im Vorjahr.

Auf das TLA entfallen für das Segment zum 30. Juni 2021 - 129 Mio. Euro.

Das Default-Portfolio des Segments lag zum Berichtszeitpunkt bei 2 024 Mio. Euro und damit leicht unter dem Niveau zum 31. Dezember 2020 mit 2 041 Mio. Euro.

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30.6.2021 31.12.2020
Default-Portfolio Segment PUK | Mio. € Kredite Wertpapiere Gesamt Kredite Wertpapiere Gesamt
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Default-Portfolio 2 024 0 2 024 2 041 0 2 041
LLP 901 0 901 969 0 969
Coverage Ratio exkl. Sicherheiten (%) 45 - 45 47 - 47
Sicherheiten 729 0 729 727 0 727
Coverage Ratio inkl. Sicherheiten (%) 81 - 81 83 - 83

Segment Firmenkunden

Im Segment Firmenkunden (FK) bündelt der Konzern das Geschäft mit mittelständischen Firmenkunden, dem öffentlichen Sektor, institutionellen Kunden und multinationalen Unternehmen. Darüber hinaus verantwortet das Segment die Beziehungen des Konzerns zu in- und ausländischen Banken und Finanzinstituten sowie Zentralbanken. Der regionale Schwerpunkt unserer Aktivitäten liegt in Deutschland und Westeuropa. Weiterhin werden in diesem Segment die kundenorientierten Kapitalmarktaktivitäten des Konzerns gebündelt.

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30.6.2021 31.12.2020
Kreditrisikokennzahlen Exposure at Default Expected Loss Risikodichte Exposure at Default Expected Loss Risikodichte
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Mrd. € Mio. € Bp. Mrd. € Mio. € Bp.
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Mittelstand 77 189 25 80 189 24
International Corporates 61 130 21 64 155 24
Financial Institutions 23 57 25 20 57 28
Sonstige 16 29 18 16 29 18
FK 177 405 23 180 430 24

Der EaD des Segments Firmenkunden ist im Vergleich zum 31. Dezember des Vorjahres von 180 Mrd. Euro auf 177 Mrd. Euro gesunken. Die Risikodichte ist von 24 Basispunkten auf 23 Basispunkte zurückgegangen.

Für Details zur Entwicklung des Financial-Institutions-Portfolios verweisen wir auf Seite 25.

Das Risikoergebnis des Segments Firmenkunden lag im ersten Halbjahr 2021 bei - 39 Mio. Euro (Vergleichszeitraum 2020: - 455 Mio. Euro). Die Reduzierung im Vergleich zum Vorjahreszeitraum resultiert aus der Tatsache, dass das erste Halbjahr 2020 durch Zuführungen zum TLA aus der Corona-Pandemie in Höhe von - 82 Mio. Euro sowie einem großen Einzelfall belastet war. Auf das TLA entfallen für das Segment zum 30. Juni 2021 - 363 Mio. Euro.

Das Default-Portfolio des Segments lag zum Ende des ersten Halbjahres 2021 bei 2 241 Mio. Euro (31. Dezember 2020: 2 334 Mio. Euro). Die Entwicklung im ersten Halbjahr 2021 ist geprägt von der Abschreibung eines größeren Einzelengagements sowie von Effekten aus Rückzahlungen, die die aktuell niedrigen Zuflüsse ins Default-Portfolio aus neuen Ausfällen überkompensieren.

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30.6.2021 31.12.2020
Default-Portfolio Segment FK | Mio. € Kredite Wertpapiere Gesamt Kredite Wertpapiere Gesamt
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Default-Portfolio 2 238 3 2 241 2 331 3 2 334
LLP 1 017 0 1 017 1 106 0 1 106
Coverage Ratio exkl. Sicherheiten (%) 45 - 45 47 - 47
Sicherheiten 406 0 406 402 0 402
Coverage Ratio inkl. Sicherheiten (%) 64 - 64 65 - 65

Im Bereich Sonstige und Konsolidierung lag das Risikoergebnis im ersten Halbjahr 2021 bei - 70 Mio. Euro (Vorjahr: - 27 Mio. Euro). Treiber für die Erhöhung gegenüber dem Vorjahr ist die Risikovorsorgebildung für ein Einzelengagement. Auf das TLA entfallen für den Bereich - 2,5 Mio. Euro.

Weitere Portfolioanalysen

Die folgenden Analysen sind unabhängig von der bestehenden Segmentzugehörigkeit zu verstehen. Die dargestellten Positionen sind bereits vollständig in den vorherigen Konzern- und Segmentdarstellungen enthalten.

Corporates-Portfolio nach Branchen

Insgesamt sind die deutschen Industriesektoren unterschiedlich stark von der Corona-Pandemie und den davon unabhängigen grundlegenden strukturellen Herausforderungen betroffen. In den ersten Monaten des laufenden Jahres ist die negative Krisenbetroffenheit leicht zurückgegangen.

Die insgesamt leicht verbesserte Entwicklung seit Beginn der Pandemie war insbesondere in den Bereichen Verarbeitendes Gewerbe, Bauwirtschaft, Automotive und Logistik zu erkennen. Der stationäre Einzelhandel profitiert seit dem Ende der staatlich vor gegebenen Schließung verstärkt vom ,Nachholbedarf' der Konsumenten; der Online-Handel ist unverändert stark und dürfte auch in Zukunft von den geänderten Einkaufsgewohnheiten der Konsumenten getragen werden. Das Gastgewerbe, die Touristik und die Beförderung von Personen (inklusive Fluggesellschaften) haben erheblich unter den strengen Infektionsschutzmaßnahmen im ersten Halbjahr gelitten. Hier sind zwar deutliche Steigerungsraten seit der Rücknahme der Schutzmaßnahmen zu erkennen, einen Aufholeffekt wie beim Konsum von Gütern bleibt im Dienstleistungsbereich jedoch aus.

Die wirtschaftliche Entwicklung wird auch weiterhin maßgeblich vom Fortgang der Corona-Pandemie bestimmt werden. Die Delta-Variante des Corona-Virus dürfte spätestens im Herbst in Europa und wohl auch in den USA für eine neue Infektionswelle sorgen. Doch nicht zuletzt dank dem fortgeschrittenen Impfprozess dürfte diese deutlich milder ausfallen als im Herbst vergangenen Jahres. Dennoch ist zu erwarten, dass die Corona-Beschränkungen in einigen kontaktintensiven Bereichen wieder verschärft werden. Zudem lasten die steigenden Rohstoffpreise und eine Verknappung einiger Vorprodukte, zum Beispiel Computer-Chips, auf den Konjunkturaussichten.

Das Corporates-Exposure verteilt sich wie nachfolgend dargestellt auf die Branchen:

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30.6.2021 31.12.2020
Corporates-Portfolio nach Branchen Exposure at Default Expected Loss Risikodichte Exposure at Default Expected Loss Risikodichte
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Mrd. € Mio. € Bp. Mrd. € Mio. € Bp.
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Energieversorgung/​Umwelt 22 55 25 22 73 33
Konsum 15 56 38 15 51 34
Technologie/​Elektronik 15 25 17 14 35 25
Transport/​Tourismus 13 52 41 12 56 45
Großhandel 12 38 31 12 43 35
Grundstoffe/​Metall 11 26 23 10 28 27
Dienstleistungen/​Medien 10 41 40 10 34 34
Automobil 9 33 36 10 39 41
Chemie/​Verpackung 9 23 26 9 23 26
Maschinenbau 8 29 37 8 31 37
Pharma/​Gesundheitswesen 6 22 39 5 22 41
Bau 5 16 32 6 17 31
Sonstige 6 6 11 6 7 11
Gesamt 140 424 30 141 460 33

Financial-Institutions-Portfolio

Mit unserem Korrespondenzbankennetz standen weiterhin Trade-Finance-Aktivitäten im Interesse unserer Firmenkunden sowie Kapitalmarktaktivitäten im Vordergrund. Im Derivatebereich werden Transaktionen mit ausgewählten Gegenparteien nach den Standards der European Market Infrastructure Regulation (EMIR) abgeschlossen.

Die Auswirkungen von aufsichtsrechtlichen Vorgaben auf Banken beobachten wir weiterhin eng. In diesem Zusammenhang verfolgen wir unverändert die Strategie, möglichst wenige Exposures zu halten, die im Falle eines Bail-in des betroffenen Instituts Verluste erleiden könnten.

Die Entwicklung diverser Länder bei individuellen Themen wie Rezessionen, Embargos oder wirtschaftlicher Unsicherheit aufgrund politischer Ereignisse (zum Beispiel "Handelskriege") verfolgen wir eng und reagieren mit einer flexiblen, auf die jeweilige Situation des Landes abgestimmten Portfoliosteuerung. Dies gilt insbesondere auch für die Verwerfungen aus der Corona-Pandemie sowie der Ölpreisentwicklung, die sich stark auf das operative Umfeld unserer Korrespondenzbanken sowohl in Industrieländern als auch Entwicklungsländern auswirken wird. Insgesamt richten wir unseren Risikoappetit danach aus, das Portfolio möglichst reagibel zu halten.

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30.6.2021 31.12.2020
FI-Portfolio nach Regionen Exposure at Default Expected Loss Risikodichte Exposure at Default Expected Loss Risikodichte
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Mrd. € Mio. € Bp. Mrd. € Mio. € Bp.
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Deutschland 5 6 11 6 7 11
Westeuropa 16 9 6 16 13 8
Mittel- und Osteuropa 2 11 58 2 12 60
Nordamerika 2 1 2 3 1 2
Asien 6 18 28 7 22 32
Sonstige 5 23 48 5 18 37
Gesamt 36 67 19 39 72 18

Non-Bank-Financial-Institutions-Portfolio

Das Non-Bank-Financial-Institutions-(NBFI-)Portfolio umfasst hauptsächlich Versicherungsgesellschaften, Asset-Manager, regulierte Fonds sowie zentrale Gegenparteien. Die regionalen Schwerpunkte der Geschäftsaktivitäten liegen in Deutschland, Westeuropa sowie den Vereinigten Staaten von Amerika und Asien.

Neugeschäfte mit NBFIs erfolgen einerseits vor dem Hintergrund regulatorischer Anforderungen (Clearing über zentrale Gegenparteien) und andererseits im Interesse unserer institutionellen Kunden, wobei sich die Commerzbank auf attraktive Opportunitäten mit Adressen guter Bonität beziehungsweise werthaltiger Besicherung fokussiert. Unter Portfoliomanagement-Gesichtspunkten verfolgen wir dabei als Ziel die Gewährleistung einer hohen Portfolio qualität und -reagibilität. Risiken aufgrund globaler Ereignisse verfolgen wir eng und reagieren mit einer flexiblen, auf die jeweilige Situation abgestimmten Steuerung. Die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf das operative Umfeld von NBFI-Kunden hat sich reduziert. Insbesondere vor dem Hintergrund der umfangreichen staatlichen Hilfspakete für die Realwirtschaft, gehen wir für die betroffenen Adressen weiterhin davon aus, dass die Auswirkungen bewältigbar sind.

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30.6.2021 31.12.2020
NBFI-Portfolio nach Regionen Exposure at Default Expected Loss Risikodichte Exposure at Default Expected Loss Risikodichte
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Mrd. € Mio. € Bp. Mrd. € Mio. € Bp.
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Deutschland 17 15 9 17 18 10
Westeuropa 14 25 18 12 23 19
Mittel- und Osteuropa 3 18 67 2 12 53
Nordamerika 10 12 12 9 11 11
Asien 2 2 12 2 2 12
Sonstige 1 4 43 1 4 55
Gesamt 46 76 16 44 71 16

Originatorenpositionen

Die Commerzbank hat im Laufe der vergangenen Jahre aus Gründen des Kapitalmanagements Verbriefungen von Kreditforderungen gegenüber Kunden mit einem aktuellen Volumen von 12,0 Mrd. Euro (31. Dezember 2020: 12,3 Mrd. Euro) vorgenommen.

Zum Stichtag 30. Juni 2021 wurden Risikopositionen in Höhe von 10,2 Mrd. Euro (31. Dezember 2020: 10,2 Mrd. Euro) zurückbehalten. Der weitaus größte Teil aller Positionen entfiel mit 10,0 Mrd. Euro (31. Dezember 2020: 10,0 Mrd. Euro) auf Senior-Tranchen, die nahezu vollständig gut bis sehr gut geratet sind.

Wir sehen im Berichtszeitraum keine Auswirkungen aus der Corona-Pandemie.

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Volumen Commerzbank 1
Verbriefungspool

Mrd. €
Fälligkeit Senior Mezzanine First Loss Piece Gesamtvolumen 1
--- --- --- --- --- ---
Corporates 2025 - 2036 10,0 < 0,1 0,2 12,0
Gesamt 30.6.2021 10,0 < 0,1 0,2 12,0
Gesamt 31.12.2020 10,0 < 0,1 0,2 12,3

1 Tranchen/​Rückbehalte (nominal): Anlage- und Handelsbuch.

Conduit Exposure und sonstige Asset-backed Exposures

Die Commerzbank stellt Finanzierungen zur Verbriefung von Forderungen - insbesondere Handels- und Leasingforderungen - von Kunden des Segments Firmenkunden bereit. Hierbei fungiert die Commerzbank im Wesentlichen als Arrangeur von Asset-backed-Securities-Transaktionen über das von der Commerzbank gesponserte Multiseller-Conduit Silver Tower. Das Volumen sowie die Risikowerte für die Verbriefung von Forderungen aus dem Firmenkundensegment sind im ersten Halbjahr 2021 um 0,1 Mrd. Euro auf 3,7 Mrd. Euro gestiegen.

Das Liquiditätsrisiko subsumiert das Risiko, dass die Commerzbank ihren tagesaktuellen Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen kann. Die Liquiditätsrisiken aus Verbriefungen werden im Rahmen des internen Liquiditätsrisikomodells risikoadäquat modelliert. Bei variabel ausnutzbaren Geschäften wird unterstellt, dass die den Zweckgesellschaften gestellten Ankaufsfazilitäten für die Dauer ihrer Laufzeit nahezu vollständig und bis zur Fälligkeit der letzten finanzierten Forderung durch die Commerzbank refinanziert werden müssen. Verbriefungen werden nur dann als liquide Aktiva berücksichtigt, wenn es sich um zentralbankfähige Positionen handelt. Diese Positionen werden nur unter Anwendung von risikoadäquaten Abschlägen in der Liquiditätsrisikorechnung berücksichtigt.

Die sonstigen Asset-backed Exposures umfassen im Wesentlichen staatsgarantierte ABS-Papiere gehalten in der Commerzbank Finance & Covered Bond S.A. sowie der Commerzbank AG Inland. Das Volumen ging im ersten Halbjahr 2021 auf 4,1 Mrd. Euro zurück (Dezember 2020: 4,4 Mrd. Euro), ebenso die Risikowerte 1 mit 4,1 Mrd. Euro (Dezember 2020: 4,4 Mrd. Euro).

Weiterhin bestehen Investitionen im Bereich Structured Credit. Von diesen wurden 7,0 Mrd. Euro seit 2014 als Neuinvestitionen getätigt (Dezember 2020: 5,9 Mrd. Euro). Wir haben in Anleihen von Senior-Tranchen aus Verbriefungstransaktionen der Assetklassen Consumer-(Auto-)ABS, UK-RMBS und CLO investiert, die eine robuste Struktur und ein moderates Risikoprofil aufweisen. Zum 30. Juni 2021 befanden sich (wie zum Jahresabschluss 2020) ausschließlich CLO-Positionen mit AAA-Ratings in diesem Portfolio. Verbleibende Positionen im Volumen von 0,2 Mrd. Euro waren bereits vor 2014 im Bestand (Dezember 2020: 0,3 Mrd. Euro), die Risikowerte dieser Positionen lagen bei 0,2 Mrd. Euro (Dezember 2020: 0,2 Mrd. Euro).

1 Der Risikowert stellt den Balance Sheet Value von Cash-Instrumenten dar, bei Long-CDS-Positionen setzt er sich aus dem Nominalwert des Referenzinstruments abzüglich des Barwertes des Kreditderivats zusammen.

Marktrisiken

Marktrisiken drücken die Gefahr möglicher ökonomischer Wertverluste aus, die durch die Veränderung von Marktpreisen (Zinsen, Rohwaren, Credit Spreads, Währungs- und Aktienkursen) oder sonstiger preisbeeinflussender Parameter (Volatilitäten, Korrelationen) entstehen. Die Wertverluste können unmittelbar erfolgswirksam werden, zum Beispiel bei Handelsbuchpositionen. Im Fall von Anlagebuchpositionen werden sie hingegen in der Regel in der Neubewertungsrücklage beziehungsweise in den Stillen Lasten/​Reserven berücksichtigt.

Risikosteuerung

Das Marktrisiko wird intern durch ein einheitliches Value-at-Risk-Modell (Historische Simulation) gesteuert, in das alle marktrisikorelevanten Positionen einfließen. Für kleinere Einheiten innerhalb der Commerzbank-Gruppe werden im Rahmen eines Partial Use die Standardverfahren verwendet. Der VaR quantifiziert den möglichen Verlust aus Finanzinstrumenten infolge veränderter Marktbedingungen während eines vorgegebenen Zeithorizonts und mit einer festgelegten Wahrscheinlichkeit. Nähere Details zur angewendeten Methodik sind im Konzernrisikobericht 2020 dargestellt.

In der internen Steuerung werden alle marktrisikorelevanten Positionen abgedeckt und Handelsbuch- sowie Anlagebuchpositionen gemeinsam gesteuert. Für regulatorische Zwecke erfolgt zusätzlich eine separate Steuerung des Handelsbuches (gemäß regulatorischen Anforderungen inklusive Währungs- und Rohwarenrisiken des Anlagebuches) sowie eine Steuerung der Zinsrisiken im Anlagebuch auf Stand-alone-Basis. Um eine konsistente Darstellung in diesem Bericht zu gewährleisten, beziehen sich alle Angaben zum VaR auf ein Konfidenzniveau von 99 % und eine Haltedauer von einem Tag bei gleichgewichteten Marktdaten und einer Historie von 254 Tagen.

Die Entwicklung der Zahlen im ersten Halbjahr 2021 ist geprägt von rückläufigen VaR Zahlen, nachdem die Corona-Krisentage aus März 2020 die Berechnungszeitreihe verlassen haben und den VaR somit nicht mehr beeinflussen.

Handelsbuch

Im Folgenden wird die Entwicklung der regulatorischen Marktrisikokennziffern des Handelsbuchportfolios dargestellt. Die Handelsbuchpositionen der Commerzbank liegen im Wesentlichen im Segment Firmenkunden sowie im Bereich Group Treasury. Die VaR-Zahlen beinhalten alle Risiken im internen VaR-Modell. Tochterunternehmen der Commerzbank wenden im Rahmen eines Partial Use das Standardverfahren für die regulatorische Kapitalberechnung an und sind nicht in den dargestellten regulatorischen VaR-Kennziffern enthalten.

Der VaR ging im ersten Halbjahr 2021 von 12 Mio. Euro auf 6 Mio. Euro zurück. Ursache hierfür ist, dass Extremszenarien aus dem März des Vorjahres die Zeitreihen für die VaR Berechnung nicht mehr beeinflussen.

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VaR der Portfolios im Handelsbuch | Mio. € 1.1.-30.6.2021 2020
Minimum 5 5
Mittelwert 10 13
Maximum 20 31
VaR-Endziffer Berichtsperiode 6 12

Das Marktrisikoprofil ist über alle Anlageklassen diversifiziert.

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VaR-Beitrag nach Risikoarten im Handelsbuch | Mio. € 30.6.2021 31.12.2020
Credit Spreads 1 2
Zinsen 1 4
Aktien 0 0
Währung 2 4
Rohwaren 2 3
Gesamt 6 12

Für die regulatorische Kapitalunterlegung werden weitere Risikokennziffern berechnet. Hierzu zählt die Ermittlung des Stressed VaR. Die Berechnung des Stressed VaR basiert auf dem internen Modell und entspricht der oben beschriebenen VaR-Methodik. Der wesentliche Unterschied liegt in den zur Bewertung der Vermögenswerte genutzten Marktdaten. Im Stressed VaR wird das Risiko der aktuellen Positionierung im Handelsbuch mit Marktbewegungen einer festgelegten Krisenperiode aus der Vergangenheit bewertet. Der angesetzte Krisenbeobachtungszeitraum wird im Rahmen der Modellvalidierungs- und Genehmigungsprozesse regelmäßig überprüft und bei Bedarf angepasst. Im Jahresverlauf blieb der Krisenbeobachtungszeitraum unverändert. Der Stressed VaR blieb im Vergleich zum Jahresende 2020 nahezu unverändert bei 28 Mio. Euro.

Das Marktrisikoprofil im Stressed VaR ist ebenfalls über alle Anlageklassen diversifiziert. Der Anstieg im Credit-Spread Risiko sowie der in der Anlageklasse Rohwaren resultiert hauptsächlich aus Positionsveränderungen. Die Rückgänge im VaR durch das Herausfallen von Corona-Krisen-Szenarios aus dem Vorjahr sind im Stressed VaR nicht zu beobachten, da der Stressed VaR auf Marktdaten einer konstanten historischen Krisenperiode berechnet wird.

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Stressed-VaR-Beitrag nach Risikoarten im Handelsbuch | Mio. € 30.6.2021 31.12.2020
Credit Spreads 6 3
Zinsen 6 8
Aktien 1 1
Währung 4 7
Rohwaren 12 9
Gesamt 28 28

Darüber hinaus wird mit den Kennziffern Incremental Risk Charge und Equity-Event-VaR das Risiko von Bonitätsverschlechterungen sowie Event-Risiken bei Handelsbuchpositionen quantifiziert. Die Incremental Risk Charge stieg im ersten Halbjahr 2021 um 4 Mio. Euro auf 24 Mio. Euro an. Dies resultiert hauptsächlich aus Positionsveränderungen im Segment Firmenkunden.

Die Verlässlichkeit des internen Modells (historische Simulation) wird unter anderem durch die Anwendung von Backtesting-Verfahren auf täglicher Basis überprüft. Dem ermittelten VaR werden dabei tatsächlich eingetretene Gewinne und Verluste gegenübergestellt. Dieser im Backtesting verwendete VaR basiert auf dem für die Eigenmittelanforderungen auf Gruppenebene verwendeten internen Modell. Im Prozess wird zwischen den Varianten "Clean P&L"-und "Dirty P&L"-Backtesting unterschieden. Beim Clean P&L-Backtesting werden in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung genau die Positionen berücksichtigt, die der VaR-Berechnung zugrunde lagen. Die Gewinne und Verluste resultieren also ausschließlich aus den am Markt eingetretenen Preisänderungen (hypothetische Änderungen des Portfoliowertes). Demgegenüber werden beim Dirty P&L-Backtesting zusätzlich die Gewinne und Verluste von neu abgeschlossenen sowie ausgelaufenen Geschäften des betrachteten Geschäftstages herangezogen (tatsächliche durch Änderung der Portfoliowerte induzierte Gewinne und Verluste). Gewinne und Verluste aus Bewertungsanpassungen und Modellreserven werden gemäß den regulatorischen Vorgaben in der Dirty und Clean P&L berücksichtigt. Überschreitet der sich ergebende Verlust den VaR, so spricht man von einem negativen Backtesting-Ausreißer.

Die Analyse der Backtesting-Ergebnisse dient der Evaluierung der Angemessenheit des Marktrisikomodells und liefert Anhaltspunkte zur Überprüfung von Parametern und für potenzielle Verbesserungen. Im ersten Halbjahr 2021 wurden keine negativen Clean-P&L- oder Dirty-P&L-Ausreißer gemessen. Auf Basis des Backtestings bewerten auch die Aufsichtsbehörden grundsätzlich die internen Risikomodelle. Negative Ausreißer werden mittels eines von der Aufsicht vorgegebenen Ampelansatzes klassifiziert und können zu Zuschlagsfaktoren in der Kapitalrechnung führen. Alle negativen Backtesting-Ausreißer (Clean P&L und Dirty P&L) auf Gruppenebene müssen unter Angabe von Ausmaß und Ursache den Aufsichtsbehörden gemeldet werden.

Da das VaR-Konzept eine Vorhersage möglicher Verluste unter der Annahme normaler Marktverhältnisse liefert, wird es durch sogenannte Stresstests ergänzt. Mithilfe von Stresstests wird das Risiko gemessen, dem die Commerzbank aufgrund unwahrscheinlicher, aber nicht unmöglicher Ereignisse ausgesetzt ist. Solche Ereignisse können mittels extremer Bewegungen auf den verschiedenen Finanzmärkten simuliert werden. Die wichtigsten Szenarios beziehen sich auf wesentliche Veränderungen von Credit Spreads, Zinssätzen und Zinskurven, Devisenkursen sowie Aktienkursen und Rohwarenpreisen. Beispiele für Stresstests sind Kursverluste aller Aktien um 15 %, eine Parallelverschiebung der Zinskurve oder Änderungen der Steigung dieser Kurve.

Im Rahmen der Risikoüberwachung werden umfangreiche gruppenweite Stresstests und Szenarioanalysen durchgeführt.

Die einzelnen Komponenten des internen Modells werden regelmäßig hinsichtlich ihrer Angemessenheit für die Risikomessung unabhängig validiert. Von besonderer Bedeutung sind dabei die Identifikation und Behebung von Modellschwächen.

Anlagebuch

Die wesentlichen Treiber des Marktrisikos im Anlagebuch sind die Portfolios des Bereichs Group Treasury mit ihren Credit-Spread-, Zins- und Basisrisiken.

In der Marktrisikosteuerung werden die Credit-Spread-Sensitivitäten der Anlage- und Handelsbücher zusammen betrachtet. Die Credit-Spread-Sensitivitäten (1 Basispunkt Downshift) aller Wertpapier- und Derivatepositionen (ohne Kredite) lagen zum Ende des ersten Halbjahres 2021 bei 51 Mio. Euro (31. Dezember 2020: 53 Mio. Euro).

Der überwiegende Teil der Credit-Spread-Sensitivitäten entfiel auf Wertpapierpositionen, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden. Marktpreisänderungen haben für diese Positionen keinen Einfluss auf Neubewertungsrücklage und Gewinn-und-Verlust-Rechnung.

Für die Anlagebücher der Gruppe werden zudem nach aufsichtsrechtlichen Vorgaben monatlich die Auswirkungen von Zinsänderungsschocks auf den ökonomischen Wert simuliert. Entsprechend der Bankenrichtlinie haben die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht und die Europäische Zentralbank für alle Institute zwei Szenarios für einheitliche, plötzliche und unerwartete Zinsänderungen vorgegeben (+/​-200 Basispunkte) und lassen sich über die Ergebnisse vierteljährlich unterrichten. Im Szenario - 200 Basispunkte wird ein Flooring der Zinskurve bei 0 angewendet (bereits negative Abschnitte der Zinskurve werden unverändert belassen).

Als Ergebnis des Szenarios + 200 Basispunkte wurde zum 30. Juni 2021 ein potenzieller ökonomischer Verlust von 2 758 Mio. Euro (31. Dezember 2020: 2 776 Mio. Euro potenzieller ökonomischer Verlust) und im Szenario - 200 Basispunkte ein potenzieller ökonomischer Gewinn von 590 Mio. Euro (31. Dezember 2020: 343 Mio. Euro potenzieller ökonomischer Gewinn) ermittelt. Demnach ist die Commerzbank nicht als Institut mit erhöhtem Zinsänderungsrisiko zu klassifizieren, da die negativen Barwertänderungen jeweils weniger als 20 % der regulatorischen Eigenmittel betragen.

Die Zinssensitivitäten des gesamten Anlagebuches (ohne Pensionsfonds) beliefen sich zum 30. Juni 2021 auf 9,6 Mio. Euro (31. Dezember 2020: 9,0 Mio. Euro) pro Basispunkt rückläufiger Zinsen.

Im Rahmen der Interbank Offered Rates Reform (IBOR-Reform) werden die IBOR-Referenzzinssätze sowie der EONIA durch andere alternativen Referenzzinssätze, genannt Risk-Fee Rates (RFR), abgelöst. Die Commerzbank hat im Rahmen des hierfür aufgesetzten IBOR-Reformprogramms wesentliche Fortschritte erzielt und die technischen und operationalen Voraussetzungen geschaffen, die neuen alternativen Referenzzinssätze anzuwenden. Die Bank orientiert sich dabei an den sich im Markt herausbildenden Standards und berücksichtigt die aus regulatorischer Sicht empfohlene zeitliche Umsetzungsplanung. Über die Vertriebseinheiten steht die Bank im engen Austausch mit ihren Kunden, um diese im Rahmen der Umstellung zu unterstützen. Weitere Ausführungen zur IBOR-Reform sind der Note 2 im Zwischenabschluss (Erstmals anzuwendende, überarbeitete und neue Standards und Interpretationen) zu entnehmen.

Weiterhin ist das Risiko aus Pensionsfonds Teil des Marktrisikos im Anlagebuch. Unser Pensionsfonds-Portfolio besteht aus einem gut diversifizierten Anlageteil und dem Teil der versicherungstechnischen Verbindlichkeiten. Die Duration der Verbindlichkeiten ist extrem lang (Modellierung der Cash-Outflows über fast 90 Jahre) und der Hauptteil der Barwertrisiken des Gesamtportfolios befindet sich in Laufzeiten von 15 und mehr Jahren. Hauptrisikotreiber stellen langfristige Euro-Zinsen, Credit Spreads sowie aufgrund antizipierter Rentendynamik auch die erwartete Euro-Inflation dar. Daneben sind Aktien-, Volatilitäts- und Währungsrisiken zu berücksichtigen. Diversifikationseffekte zwischen den Einzelrisiken führen zu einem verminderten Gesamtrisiko. Die extrem langen Laufzeiten der Verbindlichkeiten stellen die größte Herausforderung speziell bei der Absicherung der Credit-Spread-Risiken dar. Dies liegt in der nicht ausreichenden Marktliquidität entsprechender Absicherungsprodukte begründet.

Während des ersten Halbjahres hatten die Faktoren Credit Spread und Cross-Currency-Basis-Spread keinen signifikanten corona-spezifischen Einfluss auf das Marktrisikoprofil der Commerzbank.

Marktliquiditätsrisiken

Marktliquiditätsrisiko bezeichnet die Gefahr, dass es aufgrund unzureichender Marktliquidität nicht möglich ist, risikobehaftete Positionen zeitgerecht, im gewünschten Umfang und zu vertretbaren Konditionen zu liquidieren oder abzusichern.

Im Risikotragfähigkeitskonzept der Commerzbank werden Marktliquiditätsrisiken einerseits durch die Skalierung des Value at Risk auf den Kapitalhorizont von einem Jahr und der dadurch implizit berücksichtigten Liquidationsperiode berücksichtigt. Andererseits erfolgt die Berücksichtigung von zusätzlichen Bewertungsanpassungen für Marktliquiditätsrisiken in der Berechnung der Risikodeckungsmasse.

Liquiditätsrisiken

Unter Liquiditätsrisiko verstehen wir im engeren Sinne das Risiko, dass die Commerzbank ihren tagesaktuellen Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen kann. Im weiteren Sinne beschreibt das Liquiditätsrisiko das Risiko, dass zukünftige Zahlungen nicht termingerecht, nicht in vollem Umfang, nicht in der richtigen Währung oder nicht zu marktüblichen Konditionen finanziert werden können.

Risikosteuerung

Die Commerzbank nutzt zur Steuerung und Überwachung der Liquiditätsrisiken ein vielfältiges Instrumentarium auf Basis eines bankinternen Liquiditätsrisikomodells. Das der Modellierung zugrunde liegende steuerungsrelevante bankinterne Stressszenario berücksichtigt sowohl Auswirkungen eines institutsspezifischen Stressfalls als auch einer marktweiten Krise. Bindende regulatorische Anforderungen sind integraler Bestandteil des Steuerungsmechanismus.

Der Bereich Group Treasury ist für das operative Liquiditätsmanagement verantwortlich. Group Treasury ist an allen wesentlichen Standorten des Konzerns im In- und Ausland vertreten und verfügt über Berichtslinien in alle Tochtergesellschaften. Die Commerzbank setzt zur zentralen Steuerung der globalen Liquidität den Cash-Pooling-Ansatz ein. Dies stellt eine effiziente Verwendung der Ressource Liquidität sicher, und zwar über alle Zeitzonen, da sich in Frankfurt, London, New York und Singapur Einheiten des Bereichs Group Treasury befinden. Ergänzende Informationen hierzu finden sich im Zwischenlagebericht im Kapitel "Refinanzierung und Liquidität". Die Überwachung der Liquiditätsrisiken erfolgt auf Basis des bankinternen Liquiditätsrisikomodells durch die unabhängige Risikofunktion.

Zur Steuerung des Liquiditätsrisikos hat die Bank Frühwarnindikatoren etabliert. Diese gewährleisten, dass rechtzeitig geeignete Maßnahmen eingeleitet werden, um die finanzielle Solidität nachhaltig sicherzustellen.

Risikokonzentrationen können, insbesondere im Falle einer Stresssituation, zu erhöhten Liquiditätsabflüssen und damit zu einem Anstieg des Liquiditätsrisikos führen. Sie können zum Beispiel hinsichtlich Laufzeiten, großer Einzelgläubiger oder Währungen auftreten. Durch eine kontinuierliche Überwachung und Berichterstattung werden sich andeutende Risikokonzentrationen in der Refinanzierung zeitnah erkannt und durch geeignete Maßnahmen mitigiert.

Dies gilt auch für Zahlungsverpflichtungen in Fremdwährungen. Zusätzlich wirkt die kontinuierliche Nutzung des breit diversifizierten Zugangs der Bank zu Funding-Quellen, insbesondere in Form verschiedener Kundeneinlagen und Kapitalmarktinstrumente, einer Konzentration entgegen.

Darüber hinaus wird sichergestellt, dass Fremdwährungsrisiken überwacht werden und die Commerzbank die Anforderungen an die Währungskongruenz der hochliquiden Aktiva und Nettoliquiditätsabflüsse erfüllt.

Im Falle einer Liquiditätskrise sieht der Notfallplan bestimmte Maßnahmen vor, die entsprechend der Art der Krise vom zentralen ALCO eingeleitet werden können. Der Notfallplan ist integraler Bestandteil des Recovery-Plans der Commerzbank und wird mindestens jährlich aktualisiert, wohingegen die einzelnen Liquiditätsnotfallmaßnahmen regelmäßig unterjährig plausibilisiert werden. Darüber hinaus definiert der Notfallplan eine eindeutige Zuordnung der Verantwortung für den Prozessablauf im Notfall und konkretisiert die gegebenenfalls einzuleitenden Maßnahmen.

Nähere Informationen zu den aktuellen, durch die CoronaPandemie ausgelösten Entwicklungen finden sich im Zwischenlagebericht.

Quantifizierung und Stresstesting

Die Commerzbank nutzt zur Steuerung und Überwachung der Liquiditätsrisiken ein vielfältiges Instrumentarium auf Basis eines bankinternen Liquiditätsrisikomodells. Die Liquiditätsrisikomodellierung bezieht neben internen ökonomischen Erwägungen auch die bindenden regulatorischen Anforderungen der Capital Requirements Regulation (CRR) sowie der Mindestanforderungen an das Risikomanagement (MaRisk) ein. Die Commerzbank berücksichtigt dies in ihrem Liquiditätsrisiko-Rahmenwerk und gestaltet damit den vom Gesamtvorstand artikulierten Liquiditätsrisikoappetit der Bank quantitativ aus.

Die der Modellierung zugrunde liegenden steuerungsrelevanten bankinternen Stressszenarios berücksichtigen sowohl Auswirkungen eines institutsspezifischen Stressfalls als auch einer marktweiten Krise. Das Commerzbank-spezifische idiosynkratische Szenario simuliert dabei eine Stresssituation, die aus einem Rating-Downgrade um zwei Notches resultiert. Das marktweite Szenario hingegen wird aus den Erfahrungen der Subprime-Krise abgeleitet und simuliert einen externen marktweiten Schock. Die wesentlichen Liquiditätsrisikotreiber der beiden Szenarios sind ein stark erhöhter Abfluss von kurzfristigen Kundeneinlagen, eine überdurchschnittliche Ziehung von Kreditlinien, aus geschäftspolitischen Zwecken als notwendig erachtete Prolongationen von Aktivgeschäft, Nachschusspflichten bei besicherten Geschäften sowie die Anwendung von höheren Risikoabschlägen auf den Liquidationswert von Vermögensgegenständen.

Als Ergänzung zu den Einzelszenarios werden die Auswirkungen eines kombinierten Szenarios aus idiosynkratischen und marktspezifischen Effekten auf die Liquiditätsablaufbilanz (Nettoliquiditätsposition) simuliert. Die Liquiditätsablaufbilanz wird für den gesamten Modellierungshorizont durchgehend über das volle Laufzeitspektrum dargestellt und folgt dabei einem mehrstufigen Konzept. Dies gestattet die differenzierte Darstellung deterministischer und modellierter Cashflows des Bestandsgeschäfts auf der einen Seite sowie die Einbeziehung von Prolongationen auf der anderen Seite.

Die nachstehende Tabelle zeigt die Werte der Liquiditätsablaufbilanz bei Anwendung der jeweiligen Stressszenarios für einen Zeitraum von einem beziehungsweise drei Monaten zum Halbjahresultimo. Dabei wird deutlich, dass im Vergleich zu den Einzelszenarios in einem kombinierten Stressszenario signifikant mehr Liquidität abfließt. Im 1-Monats- beziehungsweise 3-Monats-Zeitraum verbleibt für das kombinierte Stressszenario per Halbjahresultimo Juni 2021 eine Nettoliquidität von 20,8 Mrd. Euro beziehungsweise 21,2 Mrd. Euro.

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Nettoliquidität im

Stressszenario | Mrd. €
30.6.2021 31.12.2020
Idiosynkratisches

Szenario
1 Monat 26,5 21,1
3 Monate 28,7 16,8
Marktweites Szenario 1 Monat 32,1 23,3
3 Monate 32,4 16,9
Kombiniertes Szenario 1 Monat 20,8 14,7
3 Monate 21,2 8,4

Die Commerzbank sieht derzeit keine relevanten, coronaspezifischen Liquiditätsveränderungen. Keiner der relevanten Frühwarnindikatoren war im ersten Halbjahr 2021 auffällig.

Die Kreditlinienziehungen bewegten sich im üblichen, erwarteten Rahmen und die Commerzbank verzeichnet weiterhin Einlagenzuwächse. Der Puffer über den Einlagenbodensätzen ist teilweise signifikant, so dass auch verstärkte Abzüge von Einlagen (zunächst) nicht Modell- oder Liquiditätsrelevant sind.

Liquiditätsreserven

Wesentliche Elemente des Liquiditätsrisikoappetits sind die Reserveperiode, die Höhe des Liquiditätsreserveportfolios, das zur Kompensation unerwarteter kurzfristiger Liquiditätsabflüsse gehalten wird, sowie die Limite in den einzelnen Laufzeitbändern. Das Liquiditätsreserveportfolio, bestehend aus hochliquiden Vermögensgegenständen, gewährleistet die Pufferfunktion im Stressfall. Das Liquiditätsreserveportfolio wird gemäß dem Liquiditätsrisikoappetit refinanziert, um eine erforderliche Reservehöhe während der gesamten vom Vorstand festgelegten Reserveperiode sicherzustellen.

Die Bank wies zum Halbjahresultimo 2021 eine Liquiditätsreserve in Form von hochliquiden Aktiva in Höhe von 117,4 Mrd. Euro aus. Dieses Liquiditätsreserveportfolio wird gemäß dem Liquiditätsrisikoappetit refinanziert, um eine erforderliche Reservehöhe während der gesamten vom Vorstand festgelegten Reserveperiode sicherzustellen. Ein Teil dieser Liquiditätsreserve wird in einem separierten und von Group Treasury gesteuerten Stress-Liquiditätsreserve-portfolio gehalten, um Liquiditätsabflüsse in einem angenommenen Stressfall abdecken zu können und die jederzeitige Zahlungsfähigkeit sicherzustellen. Darüber hinaus unterhält die Bank ein sogenanntes Intraday-Liquidity-Reserve-Portfolio. Der Gesamtwert dieses Portfolios betrug zum Halbjahresultimo 6,1 Mrd. Euro.

Die Liquiditätsreserven aus hochliquiden Aktiva setzen sich aus folgenden drei Bestandteilen zusammen:

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Liquiditätsreserven aus hochliquiden Aktiva | Mrd. € 30.6.2021 31.12.2020
Bestand an hochliquiden Aktiva 117,4 94,8
davon Level 1 110,9 85,6
davon Level 2A 5,4 8,6
davon Level 2B 1,1 0,6

Liquiditätskennzahlen

Im gesamten ersten Halbjahr 2021 befanden sich die internen Liquiditätskennzahlen der Commerzbank inklusive der regulatorischen Liquidity Coverage Ratio (LCR) stets oberhalb der vom Vorstand festgelegten Limite. Gleiches gilt für die Erfüllung der von den MaRisk vorgegebenen Berechnung der sogenannten Survival Period.

Die LCR-Kennziffer berechnet sich als Quotient aus dem Bestand an liquiden Aktiva und den Netto-Liquiditätsabflüssen unter Stressbedingungen. Mithilfe dieser Kennziffer wird gemessen, ob ein Institut über ausreichend Liquiditätspuffer verfügt, um ein mögliches Ungleichgewicht zwischen Liquiditätszuflüssen und -abflüssen unter Stressbedingungen über die Dauer von 30 Kalendertagen eigenständig zu überstehen. Im abgelaufenen ersten Halbjahr 2021 wurde die geforderte Mindestquote in Höhe von 100 % durch die Commerzbank zu jedem Stichtag deutlich überschritten. Zum Halbjahresultimo Juni 2021 lag der Durchschnitt der LCR der jeweils letzten 12 Monatsendwerte bei 142,8 % (zum Jahresultimo 2020: 135,7 %).

Die Bank hat entsprechende Limite und Frühwarnindikatoren etabliert, um die Einhaltung der LCR-Mindestanforderungen sicherzustellen.

Operationelle Risiken

Das operationelle Risiko (OpRisk) ist in Anlehnung an die Capital Requirements Regulation (CRR) definiert als das Risiko von Verlusten, die durch die Unangemessenheit oder das Versagen von internen Verfahren, Menschen und Systemen oder durch externe Ereignisse verursacht werden. Rechtsrisiken, Prozess-/​ organisatorische Risiken, IT-Risiken, HR-Risiken, Outsourcing-Risiken, Lieferantenrisiken und Steuerrechtsrisiken werden dabei als Unterrisikoarten des operationellen Risikos gesteuert. Das Compliance-Risiko sowie das Cyber-Risiko werden in der Commerzbank als separate Risikoarten gesteuert. Die Verluste aus Compliance- sowie Cyber-Risiken fließen gemäß CRR in das Modell zur Ermittlung des regulatorischen und ökonomischen Kapitals sowie in die Berichterstattung für operationelle Risiken ein.

Die Commerzbank steuert das operationelle Risiko aktiv. Das OpRisk-Profil wird granular und trennscharf berichtet und systematisch analysiert. Risikokonzentrationen werden identifiziert und Maßnahmen zur Risikomitigation abgeleitet. Im Rahmen der OpRisk-Steuerung findet eine jährliche Bewertung des Internen Kontrollsystems (IKS) der Bank und eine flankierende Szenariobeurteilung (Risk Scenario Assessment) statt. Darüber hinaus werden Indikatoren für Schlüsselrisiken und qualitative Faktoren zur Steuerung genutzt. OpRisk-Schadensfälle werden anlassbezogen einem IKS-Backtesting unterzogen. Bei materiellen Schadensfällen werden Lessons-Learned-Aktivitäten aufgenommen.

Die Commerzbank misst das regulatorische und ökonomische Kapital für operationelle Risiken mittels des Advanced Measurement Approaches (AMA). Die Risikoaktiva aus operationellen Risiken betrugen zum Ende des zweiten Quartals 2021 auf dieser Basis 18,6 Mrd. Euro (31. Dezember 2020: 18,3 Mrd. Euro). Das ökonomisch erforderliche Kapital belief sich auf 1,5 Mrd. Euro (31. Dezember 2020: 1,5 Mrd. Euro).

Aus OpRisk-Ereignissen ergab sich zum Ende des zweiten Quartals 2021 eine Gesamtbelastung in Höhe von rund 211 Mio. Euro (Gesamtjahr 2020: 345 Mio. Euro). Die Ereignisse waren im Wesentlichen durch Schäden in der Kategorie "Produkte und Geschäftspraktiken" geprägt. Hierunter fallen unter anderem das Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) bezüglich der Zustimmung von Kunden zu Änderungen der Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) sowie die Rechtsrisiken der mBank im Zusammenhang mit CHF-Kreditverträgen.

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OpRisk-Ereignisse1| Mio. € 30.6.2021 31.12.2020
Interner Betrug - 1 1
Externer Betrug 6 9
Sachschäden und Systemausfälle 2 29
Produkte und Geschäftspraktiken 163 277
Prozessbezug 32 29
Arbeitsverhältnis 9 0
Konzern 211 345

1 Eingetretene Verluste und Rückstellungen, abzüglich OpRisk-basierter Erträge und Rückzahlungen.

Sonstige Risiken

Zur Erfüllung der Regularien des Baseler Rahmenwerkes fordern die MaRisk eine ganzheitliche Risikobetrachtung und damit auch die Berücksichtigung von nicht quantifizierbaren Risikokategorien. Diese unterliegen in der Commerzbank einem qualitativen Steuerungs- und Controllingprozess. Nachfolgend werden Details zu Rechts-, Compliance-, Cyber-, und Modellrisiken aufgeführt. Bezüglich aller sonstigen Risiken gab es im ersten Halbjahr 2021 keine wesentlichen Veränderungen gegenüber dem im Konzernrisikobericht 2020 dargestellten Stand.

Rechtliche Risiken

Die Commerzbank und ihre Tochtergesellschaften sind mit verschiedenen Gerichts- und Schiedsverfahren, Ansprüchen und behördlichen Untersuchungen (rechtliche Verfahren) konfrontiert, die eine große Bandbreite von Themen betreffen. Diese umfassen zum Beispiel angeblich fehlerhafte Anlageberatungen, Streitigkeiten im Zusammenhang mit Kreditfinanzierungen oder dem Zahlungsverkehrsgeschäft, Ansprüche aus betrieblicher Altersversorgung, angeblich unrichtige Buchführung und Bilanzierung, die Geltendmachung von Forderungen aus steuerlichen Sachverhalten, angeblich fehlerhafte Prospekte im Zusammenhang mit Emissionsgeschäften, angebliche Verstöße gegen wettbewerbsrechtliche Vorschriften sowie Klagen von Aktionären und Fremdkapitalinvestoren sowie Ermittlungen durch Aufsichtsbehörden. Daneben können Änderungen oder Verschärfungen der höchstrichterlichen Rechtsprechung sowie der gesetzlichen Rahmenbedingungen beispielsweise im Privatkundenbereich zur weiteren Inanspruchnahme der Commerzbank oder ihrer Tochtergesellschaften führen. In den gerichtlichen Verfahren werden vor allem Schadensersatzansprüche, bereicherungsrechtliche Ansprüche oder auch die Rückabwicklung geschlossener Verträge geltend gemacht. Sofern einzelnen oder mehreren dieser Klagen stattgegeben würde, könnten daraus zum Teil erhebliche Schadensersatzzahlungen, Rückabwicklungsaufwendungen oder sonstige kostenintensive Maßnahmen folgen. Aufsichtsbehörden und staatliche Institutionen in verschiedenen Ländern, in denen die Commerzbank und ihre Tochtergesellschaften tätig waren oder sind, begannen vor etlichen Jahren mit Untersuchungen zu Unregelmäßigkeiten im Zusammenhang mit Devisenkursfixings und dem Devisengeschäft allgemein. Im Zuge dieser Aktivitäten haben Aufsichtsbehörden und staatliche Institutionen auch Prüfungen in Bezug auf die Commerzbank angestrengt oder haben sich mit Auskunftsersuchen an die Commerzbank gewandt. Die Commerzbank kooperierte vollumfänglich mit diesen Stellen und arbeitete die Sachverhalte auf Grundlage eigener umfassender Untersuchungen auf. Die Vorgänge sind bis auf eine Ausnahme nicht mehr aktiv; in diesem Fall wurde der Vorgang von der untersuchenden Behörde an das nationale Wettbewerbstribunal abgegeben. Finanzielle Konsequenzen sind nicht auszuschließen.

Die Staatsanwaltschaft Frankfurt ermittelt im Zusammenhang mit Aktiengeschäften um den Dividendenstichtag (sogenannte Cum-Ex-Geschäfte) der Commerzbank und der ehemaligen Dresdner Bank. Die Commerzbank hatte bereits Ende 2015 eine forensische Analyse zu Cum-Ex-Geschäften beauftragt, die im Hinblick auf die Aktiengeschäfte der Commerzbank Anfang 2018 und bezüglich der Aktiengeschäfte der ehemaligen Dresdner Bank im September 2019 abgeschlossen wurde. Alle Steuernachforderungen durch die Finanzbehörden wurden beglichen.

Seit September 2019 finden bei der Commerzbank Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Köln in einem separaten Verfahren zu Cum-Ex-Geschäften statt. Die Staatsanwaltschaft Köln ermittelt wegen des Verdachts, dass die Bank (einschließlich Dresdner Bank) in verschiedenen Rollen an Cum-Ex-Geschäften mitgewirkt hat, unter anderem dadurch, dass sie Dritte, die als Leerverkäufer gehandelt haben sollen, mit Aktien beliefert hat. Es geht in diesem Verfahren nach derzeitigem Verständnis nicht um eigene Steueranrechnungsansprüche der Commerzbank im Hinblick auf Kapitalertragsteuer und Solidaritätszuschlag auf Dividenden.

Im Zusammenhang mit Untersuchungen zu "Cum-Ex" kooperiert die Commerzbank vollumfänglich mit den Ermittlungsbehörden. Das Ob und die Höhe einer sich daraus eventuell ergebenden Belastung kann derzeit nicht prognostiziert werden.

Auf Basis des im Jahr 2017 veröffentlichten Schreibens des Bundesministeriums für Finanzen (BMF) zu "Cum-Cum-Geschäften" hat die Betriebsprüfung zur Behandlung dieser Geschäfte in Form von Prüfungsanmerkungen Stellung genommen. Die Anrechnung der Kapitalertragsteuer wurde seitens des Finanzamtes entsprechend gekürzt. Die Commerzbank AG hat daraufhin Wertberichtigungen hinsichtlich bilanzierter Anrechnungsforderungen vorgenommen beziehungsweise zusätzliche Rückstellungen im Hinblick auf mögliche Rückzahlungsansprüche gebildet, um die geänderte Risikosituation vollumfänglich angemessen zu reflektieren. Nunmehr ist das BMF-Schreiben zu "Cum-Cum-Geschäften" mit Datum vom 9. Juli 2021 neu gefasst worden. Im Hinblick auf die potenziellen Auswirkungen des BMF-Schreibens wurde im zweiten Quartal 2021 die Rückstellung angepasst.

Im Hinblick auf das BMF-Schreiben zu "Cum-Cum-Geschäften" vom 9. Juli 2021 kann nicht vollständig ausgeschlossen werden, dass sich daraus über die von der Bank gebildete Rückstellung hinaus weitere Belastungen ergeben.

Im Hinblick auf Cum-Cum-Wertpapierleihegeschäfte sieht sich die Commerzbank Ersatzansprüchen Dritter aufgrund aberkannter Anrechnungsansprüche ausgesetzt. Die Erfolgsaussichten solcher Ansprüche schätzt die Commerzbank auf Basis der durchgeführten Analysen als eher unwahrscheinlich ein, sie sind aber nicht ausgeschlossen. In diesen Fällen könnten sich auf Basis unserer Schätzungen finanzielle Auswirkungen im höheren zweistelligen Millionenbereich zuzüglich Nachzahlungszinsen ergeben. Es kann nicht vollständig ausgeschlossen werden, dass sich im Rahmen der weiteren Entwicklung, zum Beispiel aus der Bewertung durch die Finanzbehörden und der Finanz-/​Zivilgerichte, eine anderslautende Einschätzung ergeben könnte.

Gegen eine Tochtergesellschaft der Commerzbank wurde im Mai 2017 von einem polnischen Gericht eine Sammelklage wegen angeblicher Unwirksamkeit von Indexklauseln in Darlehensverträgen in Schweizer Franken (CHF) zugelassen. Der Sammelklage haben sich insgesamt 1 731 Kläger angeschlossen. Das Berufungsgericht hat das Urteil des erstinstanzlichen Gerichts, mit dem die Sammelklage vollumfänglich abgewiesen worden war, teilweise aufgehoben und zurückverwiesen. Ein erster Verhandlungstermin ist aufgrund der erwarteten Grundsatzentscheidung des Obersten Gerichtshofs noch nicht anberaumt.

Unabhängig davon klagen zahlreiche Darlehensnehmer aus den gleichen Gründen im Wege von Einzelklagen. Neben der Sammelklage sind zum 30. Juni 2021 10 072 weitere Einzelverfahren anhängig (31. Dezember 2020: 6 870). Die Tochtergesellschaft tritt jeder Klage entgegen. Die Rechtsprechung der polnischen Gerichte zu Darlehen mit Indexierungsklauseln insgesamt ist bisher uneinheitlich. Zum 30. Juni 2021 lagen 229 rechtskräftige Urteile in Einzelverfahren gegen die Tochtergesellschaft vor, von denen 79 zugunsten der Tochtergesellschaft und 150 zuungunsten der Tochtergesellschaft entschieden wurden. 367 Verfahren bei Gerichten der zweiten Instanz sind wegen Rechtsfragen, die beim polnischen Obersten Gerichtshof und beim Europäischen Gerichtshof (EuGH) liegen, ausgesetzt.

In nicht-öffentlicher Sitzung vom 7. Mai 2021 hat der Oberste Gerichtshof in Polen in einem aus sieben Richtern bestehenden Gremium zu Vorlagefragen eines Ombudsmannes der polnischen Bankenaufsicht zur Natur der wechselseitigen Ansprüche der Parteien und zur Verjährung entschieden. Nach Einschätzung der Bank ändert das Urteil die aktuelle Risikobewertung nicht.

Eine ursprünglich für den 11. Mai 2021 anberaumte nichtöffentliche Sitzung der Zivilkammer des polnischen Obersten Gerichtshofs wurde verschoben; für den 2. September 2021 ist eine Verhandlung anberaumt. Die Bank wird den Ausgang dieses Verfahrens analysieren, insbesondere im Hinblick auf die Auswirkungen auf die weitere Rechtsprechung und auf die Rückstellung bzw. Bewertung der Forderungen.

Am 29. April 2021 ist ein Urteil des EuGH (C-19/​20) zu fünf Fragen ergangen, die ein polnisches Gericht im Verfahren gegen eine andere Bank zur Vorabentscheidung vorgelegt hatte. Nach Einschätzung der Bank ändert das Urteil die aktuelle Risikobewertung nicht. Beim EuGH sind weitere Vorabentscheidungsverfahren zu Darlehen mit Indexierungsklauseln anhängig, zwei davon betreffen Verfahren gegen die Tochtergesellschaft. Entscheidungen werden erst gegen Anfang 2022 erwartet.

Vor dem Hintergrund der bislang uneinheitlichen Rechtsprechung, der geringen Anzahl von letztinstanzlichen Urteilen sowie der ausstehenden Grundsatzentscheidungen des Obersten Gerichtshofs sowie des EuGH ist die Höhe der Rückstellung für diesen Themenkomplex stark ermessensbehaftet. Bis zum 31. Dezember 2020 wurden Rechtsrisiken im Zusammenhang mit Darlehensverträgen in CHF mit Indexklauseln gesamthaft gemäß IAS 37 berücksichtigt. Für bereits vollständig zurückgeführte Darlehen und damit verbundene Rechtskosten wurde die Bilanzierungsmethode nicht angepasst; diese werden weiterhin gemäß IAS 37 bilanziert. Für nicht vollständig zurückgeführte CHF-Darlehen und damit verbundene Rechtskosten wurde die Bilanzierungsmethode unter Verwendung der Vorgaben des IAS 8.14 rückwirkend auf die Abbildung nach IFRS 9 angepasst. Dabei werden die rechtlichen Risiken unmittelbar bei der Schätzung der Zahlungsströme im Bruttobuchwert der Forderungen berücksichtigt. Die Bilanzierung nach IFRS 9 stellt die Marktpraxis im Inlandsmarkt des Tochterunternehmens dar und erhöht somit die Vergleichbarkeit zu Abschlüssen anderer Marktteilnehmer sowie die Vergleichbarkeit seitens des polnischen Regulators. Durch die Anwendung von IFRS 9 anstelle des IAS 37 werden somit relevantere Informationen vermittelt. Die Bewertungsmethodik, anhand derer der Einfluss auf die aus den Darlehen erwarteten Zahlungsströme geschätzt wird, blieb verglichen zur bisherigen Bewertungsmethodik im Wesentlichen unverändert.

Die Bewertungsanpassung nach IFRS 9 für das zum 30. Juni 2021 bestehende Portfolio mit einem Buchwert in Höhe von 11 Mrd. polnischen Zloty beträgt 325 Mio. Euro. Das bereits zurückgezahlte Portfolio betrug bei Ausreichung 7 Mrd. polnische Zloty. Die Rückstellung zum 30. Juni 2021 für Einzelklagen beläuft sich auf 49 Mio. Euro. Insgesamt wurden im Konzern die aus dem Komplex entstehenden Risiken mit 374 Mio. Euro berücksichtigt.

Die Methodik zur Ermittlung der Rückstellung beziehungsweise der Bewertungsanpassung basiert auf Parametern, welche vielfältig, ermessensbehaftet und zum Teil mit erheblichen Unsicherheiten verbunden sind. Wesentliche Parameter sind die geschätzte Gesamtanzahl von Klägern, die Wahrscheinlichkeit, einen Prozess in letzter Instanz zu verlieren, die Höhe des Verlustes sowie die Entwicklung des Wechselkurses. Schwankungen der Parameter sowie deren Interdependenzen können dazu führen, dass die Rückstellung zukünftig der Höhe nach wesentlich angepasst werden muss.

Zum Stichtag hat die Tochtergesellschaft das Unterliegensrisiko auf Basis von Expertenschätzungen geschätzt, die durch Rechtsgutachten zu künftigen Rechtsprechungstendenzen gestützt werden.

Unter der Annahme ansonsten unveränderter Parameter ergeben sich folgende Sensitivitäten für die wesentlichen Parameter:

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Die Anzahl der künftigen Kläger erhöht sich um 1 % der Darlehensnehmer: Veränderung + 13 Mio. Euro.
Die Wahrscheinlichkeit eines für die Tochtergesellschaft nachteiligen letztinstanzlichen Urteils ändert sich um +/​- 1 Prozentpunkt: Veränderung +/​- 7 Mio. Euro.
Der angenommen gewichtete durchschnittliche Verlust ändert sich um +/​- 1 Prozentpunkt: Veränderung +/​- 6 Mio. Euro.

Im Dezember 2020 ist ein Vorschlag der lokalen Aufsichtsbehörde zur Umwandlung von Fremdwährungsdarlehen in Darlehen in lokaler Währung bekannt geworden. Die weiteren Analysen und Diskussionen unter den betroffenen Banken und mit den zuständigen Behörden hängen vom Ausgang des Verfahrens vor dem Obersten Gerichtshof ab, in dem ein neuer Verhandlungstermin für den 2. September 2021 angesetzt ist.

Im April 2021 hat der Bundesgerichtshof in einem Verfahren gegen eine andere Bank über den sogenannten AGB-Änderungsmechanismus entschieden und die entsprechenden Ziffern der AGB-Banken für unwirksam erklärt. Dieser Mechanismus sah vor, dass die Zustimmung des Kunden zu bestimmten Vertragsänderungen nach einer bestimmten Frist angenommen wurde, wenn der Kunde nicht widersprochen hatte. Die Bank prüft die Auswirkungen dieser Rechtsprechung auf ihre Geschäftsbereiche und Produkte, da aufgrund des AGB-Änderungsmechanismus eingeführte oder erhöhte Entgelte für Verbraucher möglicherweise unwirksam sein können. Die Bank hat hierfür eine Task Force eingerichtet, welche die mit dem Urteil verbundenen Fragestellungen konsolidiert bearbeitet. Dies betrifft sowohl die vergangenheitsbezogene Aufarbeitung etwaiger Rückforderungsansprüche von Kunden als auch die zukunftsgerichtete Neuvereinbarung von Vertragsverhältnissen im Bestands- und Neukundengeschäft. Dazu werden gegenwärtig auch branchenweite Standards über Verbandsgremien entwickelt, die sich insbesondere mit der Frage beschäftigen, ob und in welcher Weise ein Änderungsmechanismus im Lichte der BGH-Entscheidung noch zulässig sein kann. Die Bank sieht sich infolge des Urteils Rückforderungsverlangen von Kunden bezüglich möglicherweise zu Unrecht vereinnahmter Entgelte ausgesetzt. Gerichtliche Rechtsstreitigkeiten dazu liegen derzeit nicht vor.

Einzelne der oben genannten Verfahren können auch Auswirkungen auf die Reputation der Commerzbank und ihrer Tochtergesellschaften haben. Der Konzern bildet Rückstellungen für diese Verfahren, soweit die daraus resultierenden Verpflichtungen wahrscheinlich sind und die Höhe der Verpflichtungen hinreichend genau bestimmbar ist. Da die Entwicklung dieser Verfahren mit erheblichen Unsicherheiten behaftet ist, kann nicht ausgeschlossen werden, dass sich die gebildeten Rückstellungen nach abschließenden Verfahrensentscheidungen teilweise als unzureichend erweisen. Infolgedessen können erhebliche zusätzliche Aufwendungen entstehen. Dies trifft auch auf rechtliche Verfahren zu, für die aus Sicht des Konzerns keine Rückstellungen zu bilden waren. Der endgültige Ausgang einzelner rechtlicher Verfahren kann das Ergebnis und den Cashflow der Commerzbank in einer bestimmten Berichtsperiode beeinflussen, schlimmstenfalls ist nicht völlig auszuschließen, dass die daraus eventuell resultierenden Verpflichtungen auch wesentlichen Einfluss auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage haben.

Weitere Informationen über rechtliche Verfahren können der Note 38 zu den Rückstellungen und der Note 39 zu den Eventualverbindlichkeiten und Kreditzusagen des Zwischenabschlusses entnommen werden.

Compliance-Risiken

In den letzten Jahren hat die Commerzbank einen Großteil der Feststellungen aus den Vergleichen mit verschiedenen US-Behörden bezüglich Verstöße gegen US-Sanktions- sowie Geldwäschepräventionsbestimmungen abgearbeitet. Das Deferred Prosecution Agreement mit dem District Attorney New York sowie das Deferred Prosecution Agreement mit dem US-Justizministerium im März 2018 beziehungsweise im Mai 2018 wurde nach Konsultation mit den jeweiligen Staatsanwaltschaften aufgehoben. Darüber hinaus hat die Bank verschiedene Zwischenberichte sowie am 15. Oktober 2018 den Abschlussbericht des vom New York State Department of Financial Services (DFS) bestellten Monitors erhalten, die die Bank mit entsprechenden Implementierungsplänen beantwortet hat. Bei der Umsetzung der Implementierungspläne hat die Bank weiterhin gute Fortschritte erzielt und den Großteil der Maßnahmen abgearbeitet. Der US-Monitor hat seine Untersuchungshandlungen vor Ort mit dem Abschlussbericht vom 15. Oktober 2018 beendet. Nach den Bestimmungen des Engagement Letters zwischen der Bank und dem Monitor endete das Monitorship am 24. Juni 2019. Die Commerzbank stellt der DFS weiterhin Quartalsberichte zur Verfügung, in denen über den Fortschritt der Implementierungspläne berichtet wird.

Gemäß den Anforderungen des Financial Services and Markets Act 2000 (FSMA) hat die Commerzbank London im Jahr 2017 ein Beratungsunternehmen als sogenannte "Skilled Person" mandatiert. Das Beratungsunternehmen hat eine Überprüfung bestehender Strukturen und Prozesse (insbesondere bezüglich Geldwäsche/​Terrorismusfinanzierung sowie Sanktionen/​Embargos) vorgenommen und einen Bericht an die britische Financial Conduct Authority (FCA) erstellt. Die Commerzbank London hat im Anschluss ein umfassendes Abarbeitungsprojekt aufgesetzt, dessen Umsetzung die "Skilled Person" evaluierte und dazu halbjährlich an die FCA berichtete. Die Bank erzielte am 17. Juni 2020 eine Einigung mit der FCA über eine Strafzahlung in Höhe von 37,8 Mio. britischen Pfund. Die zu dem Zeitpunkt noch ausstehenden Themen wurden zum April 2021 geschlossen.

Die Commerzbank ist seit dem 31. Dezember 2012 vorläufig als Swap Dealer bei der US-Behörde U.S. Commodity Futures Trading Commission (CFTC) registriert. In Übereinstimmung mit einer am 8. November 2018 durch die CFTC eingegangenen Consent Order zum Abschluss eines Ermittlungsverfahrens hat die Commerzbank einen von der CFTC genehmigten externen Berater für einen Zeitraum von zwei Jahren beauftragt. Die CFTC kann diesen Zeitraum nach eigenem Ermessen um ein Jahr verlängern. Während des Überprüfungszeitraums wird der externe Berater jährliche Fortschrittsberichte erstellen. Der externe Berater hat seine Arbeit im April 2019 begonnen und seinen ersten Bericht am 17. Juni 2020 der CFTC zur Verfügung gestellt. Die zweite regelmäßige Prüfung der Bank in ihrer Kapazität als Swap Dealer durch die National Futures Association (NFA) (die erste Prüfung fand 2018 statt) wurde im ersten Quartal 2021 erfolgreich abgeschlossen. Nach Erhalt des offiziellen Prüfungsbericht reichte die Bank am 22. März 2021 ein formales Antwortschreiben bei der NFA ein.

Cyber-Risiken

Cyber-Risiken umfassen Risiken mit einer unmittelbaren Sicherheitsrelevanz oder Risiken, die in eine Sicherheitsrelevanz münden (jeweils im Cyber-Raum). Der für die Commerzbank relevante Teil des Cyber-Raums umfasst hierbei alle vernetzten IT-Umgebungen innerhalb der Bank sowie außerhalb der Bank in Richtung Kunden, Geschäftspartner und Dienstleister. Cyber-Risiken beschäftigen sich demnach mit der digitalen Repräsentation der Bank-Assets (Daten, Informationen) innerhalb des Cyber-Raums.

Für Cyber-Risiken gelten uneingeschränkt die strategischen Leitplanken aus der übergeordneten Gesamtrisikostrategie sowie der Informationssicherheitsstrategie.

In den letzten Jahren gab es außerhalb der Commerzbank in der Finanzbranche eine Reihe von schwerwiegenden Sicherheitsvorfällen, die dazu führten, dass sich eine Reihe der weltweit maßgebenden Regulatoren und Standardsetzer (zum Beispiel DFS500 - Department of Financial Services, Section 500 (Cybersecurity Requirements for Financial Services Companies) und NIST - National Institute of Standards and Technology in den USA und MAS - Monetary Authority of Singapore in Singapur) zunehmend mit dem Thema Cyber-Sicherheit auseinandergesetzt haben und zusätzliche Vorgaben zum Management der Cyber-Risiken veröffentlicht haben. In Europa beziehungsweise Deutschland beschäftigen sich EBA und BaFin ebenfalls intensiv mit dem Thema.

In der Commerzbank erfolgt die Steuerung der Cyber- und Informationssicherheitsrisiken durch den Konzernbereich "Group Risk Management - Cyber Risk & Information Security" (GRM-CRIS) und obliegt der Hoheit des Group Chief Information Security Officers (CISO). Neben bereits etablierten Sicherheitsfunktionen (wie zum Beispiel das Information Security Management System (ISMS) und das Risikoreporting über KRI-Indikatoren) liegt der Fokus von GRM-CRIS auf dem angemessenen Management des Cyber-Risikos sowie der Stärkung der Cyber-Resilienz der Commerzbank (einschließlich der Information Security Incident Management Fähigkeiten). Zusätzlich adressiert GRM-CRIS die Wechselwirkungen der Cyber- und Informationssicherheitsrisiken zu Risiken aus anderen Risikobereichen wie zum Beispiel HR, Procurement, BCM und physische Sicherheit.

Im Rahmen der Corona-Pandemie gibt es aktuell keine konkreten Corona-spezifischen Angriffsmuster oder andere Anomalien gegen unser Institut, andere Finanzdienstleister oder Finanzmarktinfrastrukturen. Darüber hinaus sehen wir derzeit keine zusätzlichen Angriffsmethoden oder eine Ausweitung der Angriffsoberfläche im Zusammenhang mit der verstärkten "remote"-Nutzung von Bankressourcen, etwa im Zusammenhang mit "Split Operations" oder "Homeoffice".

Jedoch gibt es eine Reihe von Angriffsvektoren, die darauf abzielen, die Ängste der Bürger zu nutzen, um kriminelle Aktivitäten durchzuführen (zum Beispiel mutmaßliche E-Mails der WHO über Vorsichtsmaßnahmen). Dieser Ansatz firmiert medial unter der Bezeichnung "Fearware" und meint konkret die häufigste Durchführungsform, nämlich eine Kombination aus Schadsoftware (Malware) und sozialer Manipulation (Social Engineering), die auf die Angst des jeweiligen Betroffenen setzt.

Im Cybercrime Bereich ist neben den oben genannten "Fearware" Aktivitäten noch die zunehmende Verbreitung von "Ransomware" hervorzuheben, auch wenn die Commerzbank davon bislang nicht betroffen ist. Unter "Ransomware" versteht man eine spezielle Art von Schadsoftware, die den Zugriff auf IT-Geräte sperrt oder darauf enthaltene Daten verschlüsselt und anschließend vom Opfer ein Lösegeld für die Wiederherstellung verlangt. Das signifikante Schadenspotential solcher Attacken verdeutlicht eine Reihe von aktuellen Vorfällen, bei denen dadurch Lieferketten gestört wurden. Durch eine enge Verzahnung der 1st und 2nd LoD Aktivitäten im Bereich der Cyber-Bedrohungsanalyse inkl. der entsprechenden Schutzmaßnahmen und Incident Management Prozesse wird die Bank weiterhin angemessenen vor Ransomware Attacken geschützt.

Hinsichtlich unserer Kunden achten wir über das normale Maß hinaus auf transaktionale Anomalien, insbesondere im Kontext betrügerischer Absichten mit Bezug zur Corona-Pandemie.

Modellrisiko

Unter Modellrisiko wird das Risiko von fehlerhaften Steuerungsentscheidungen aufgrund einer nicht sachgerechten Abbildung der Wirklichkeit durch die verwendeten Modelle verstanden. Als Ursachen für Modellrisiken unterscheiden wir zwischen Modellrisiko aus Überschreitungen der Modellgrenzen und Modellrisiko aus Modellfehlern (handwerkliche Fehler bei der Modellentwicklung/​-implementierung). Analog zum Fokus der Gesamtrisikostrategie, eine ausreichende Kapital- und Liquiditätsausstattung der Bank sicherzustellen, stehen für die Risikosteuerung die Modelle zur Beurteilung der Risikotragfähigkeit (Kapitalbedarf nach den Regularien des Baseler Rahmenwerks beziehungsweise ökonomisch gemessener Kapitalbedarf) sowie der Liquiditätsausstattung im Mittelpunkt.

Die Grundprinzipien der Modellrisikosteuerung sind die Identifizierung und Vermeidung von Modellrisiken sowie die angemessene Berücksichtigung bekannter Modellrisiken (zum Beispiel durch konservative Kalibrierung oder Berücksichtigung von Sicherheitsmargen beziehungsweise Modellreserven). Nicht bekannte und daher nicht mitigierbare Modellrisiken werden in Kauf genommen als inhärentes Risiko der Komplexität des Geschäftsmodells der Commerzbank. Hinsichtlich der Governance im Rahmen der Modellrisikosteuerung werden Anforderungen zu Modellvalidierung und Modelländerungen festgelegt.

Die aktuelle Corona-Pandemie mit ihren erheblichen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Auswirkungen sowie der mitigierenden Unterstützung durch die Staaten stellt die eingesetzten Risikomodelle vor große Herausforderungen. Die Commerzbank hat eine Reihe von Maßnahmen eingeleitet, um dem erhöhten Modellrisiko zu begegnen und eine angemessene Steuerung auch in der aktuellen Phase sicherstellen zu können. Dazu wurde unter anderem die laufende Überwachung der Leistungsfähigkeit der Modelle ausgeweitet und es wurden Prozesse zum Einsatz der Modelle teilweise geschärft beziehungsweise angepasst.

Das Management der Modellrisiken wird aktuell weiter gestärkt. Dies betrifft sowohl Aspekte der Governance als auch den Umfang der Monitoring- und Validierungsaktivitäten. Außerdem werden aktuell strategisch relevante Modelle abgelöst (Simulation der Exposure-Profile im Kontrahentenrisiko) oder grundsätzlich überarbeitet (diverse Kreditrisikomodelle). In diesem Zusammenhang spielen hohe Standards bei der Modellentwicklung und der initialen Validierung eine große Rolle.

Disclaimer

Die in der Commerzbank eingesetzten Methoden und Modelle zur internen Risikomessung, die die Grundlage für die Berechnung der im Bericht dargestellten Zahlen bilden, entsprechen dem aktuellen Erkenntnisstand und orientieren sich an der Praxis der Bankenbranche. Die mit den Risikomodellen ermittelten Ergebnisse sind zur Steuerung der Bank geeignet. Die Messkonzepte unterliegen einer regelmäßigen Überprüfung durch das Risikocontrolling und durch die interne Revision sowie durch die deutschen und europäischen Aufsichtsbehörden. Trotz sorgfältiger Modellentwicklung und regelmäßiger Kontrolle können Modelle nicht alle in der Realität wirksamen Einflussfaktoren vollständig erfassen und deren komplexes Verhalten einschließlich Wechselwirkungen abbilden. Diese Grenzen der Risikomodellierung gelten insbesondere für Extremsituationen. Ergänzende Stresstests und Szenarioanalysen können nur beispielhaft zeigen, welchen Risiken ein Portfolio unter extremen Marktsituationen unterliegen kann; eine Untersuchung aller denkbaren Szenarios ist jedoch auch bei Stresstests nicht möglich. Sie können keine endgültige Einschätzung des maximalen Verlusts im Falle eines Extremereignisses geben.

Zwischenabschluss

Gesamtergebnisrechnung

Gewinn-und-Verlust-Rechnung

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Mio. € Notes 1.1.-30.6.2021 1.1.-30.6.2020 1 Veränd. in %
Zinserträge nach der Effektivzinsmethode berechnet (7) 2 977 3 509 -15,2
Zinserträge nicht nach der Effektivzinsmethode berechnet (7) 641 490 30,7
Zinserträge (7) 3 618 3 999 -9,5
Zinsaufwendungen (7) 1 191 1 402 -15,0
Zinsüberschuss (7) 2 427 2 597 -6,6
Dividendenerträge (8) 7 13 -46,5
Risikoergebnis (9) -235 -795 -70,4
Provisionserträge (10) 2 121 1 972 7,6
Provisionsaufwendungen (10) 318 303 4,9
Provisionsüberschuss (10) 1 803 1 668 8,1
Ergebnis aus erfolgswirksam zum Fair Value bewerteten finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten (11) 485 -141 .
Ergebnis aus Sicherungszusammenhängen (12) -52 64 .
Sonstiges übriges Ergebnis aus Finanzinstrumenten 33 28 19,6
Ergebnis aus dem Abgang von finanziellen

Vermögenswerten zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet
-17 -13 26,5
Übriges Ergebnis aus Finanzinstrumenten (13) 17 15 13,3
Laufendes Ergebnis aus at-Equity-bewerteten Unternehmen 2 5 -51,3
Sonstiges Ergebnis (14) -335 -97 .
Verwaltungsaufwendungen (15) 3 173 3 030 4,7
Pflichtbeiträge (16) 375 374 0,4
Restrukturierungsaufwendungen (17) 976 .
Ergebnis aus fortzuführenden Geschäftsbereichen vor Steuern -406 -74 .
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag (18) - 43 62 .
Ergebnis aus fortzuführenden Geschäftsbereichen nach Steuern - 363 -136 .
Ergebnis aus aufgegebenem Geschäftsbereich nach Steuern - 50 .
Konzernergebnis - 363 -86 .
den nicht beherrschenden Anteilen zurechenbares Konzernergebnis 31 21 45,5
den Commerzbank-Aktionären und den Investoren in zusätzliche Eigenkapitalbestandteile zurechenbares Konzernergebnis -394 -107 .

1 Anpassung Vorjahr aufgrund von Restatements (siehe Note 3).

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1.1.-30.6.2021 1.1.-30.6.2020 1 Veränd. in %
Ergebnis je Aktie (19) - 0,43 - 0,12 .

1 Anpassung Vorjahr aufgrund von Restatements (siehe Note 3).

Das nach IAS 33 errechnete Ergebnis je Aktie basiert auf dem den Commerzbank-Aktionären zurechenbaren Konzernergebnis (siehe Note 19). Im laufenden Geschäftsjahr sowie im Vorjahr waren keine Wandel- oder Optionsrechte im Umlauf. Das verwässerte Ergebnis je Aktie war daher mit dem unverwässerten identisch.

Zusammengefasste Gesamtergebnisrechnung

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Mio. € 1.1.-30.6.2021 1.1.-30.6.2020 1 Veränd. in %
Konzernergebnis -363 -86 .
Erfolgsneutrale Veränderung aus der Neubewertung von leistungsorientierten Versorgungsplänen 682 337 .
Veränderung aus der Bewertung von Eigenkapitalinstrumenten (FVOCIoR)
Umbuchung in die Gewinnrücklage - -1 .
Erfolgsneutrale Wertänderung - -3 .
Erfolgsneutrale Veränderung aus Own Credit Spread bei Verbindlichkeiten FVO -32 90 .
Erfolgsneutrale Veränderung aus der Neubewertung von Grundstücken und Gebäuden 3 .
Nicht in die Gewinn-und-Verlust-Rechnung umbuchbare Posten 653 423 54,4
Veränderung aus der Neubewertung von Schuldinstrumenten (FVOCImR)
Umbuchung in die Gewinn-und-Verlust-Rechnung -41 -17 .
Erfolgsneutrale Wertänderung -28 -54 -47,4
Veränderung der Rücklage aus Cashflow-Hedges
Umbuchung in die Gewinn-und-Verlust-Rechnung 1 1 12,7
Erfolgsneutrale Wertänderung -52 77 .
Veränderung der Rücklage aus der

Währungsumrechnung
Umbuchung in die Gewinn-und-Verlust-Rechnung - 1 .
Erfolgsneutrale Wertänderung 140 -225 .
Bewertungseffekt aus Net Investment Hedge - -
Umbuchung in die Gewinn-und-Verlust-Rechnung - -
Erfolgsneutrale Wertänderung -3 -
Veränderung aus zur Veräußerung gehaltenen langfristigen Vermögenswerten oder Veräußerungsgruppen
Umbuchung in die Gewinn-und-Verlust-Rechnung - - .
Erfolgsneutrale Wertänderung - - .
Veränderung bei at-Equity-bewerteten Unternehmen -1 0 .
In die Gewinn-und-Verlust-Rechnung umbuchbare Posten 16 - 218 .
Sonstiges Periodenergebnis 669 205 .
Gesamtergebnis 306 118 .
den nicht beherrschenden Anteilen zurechenbares Gesamtergebnis 11 7 43,1
den Commerzbank-Aktionären und den Investoren in zusätzliche

Eigenkapitalbestandteile zurechenbares Gesamtergebnis
295 111 .

1 Anpassung Vorjahr aufgrund von Restatements (siehe Note 3).

Für die ersten sechs Monate stellte sich das Sonstige Periodenergebnis wie folgt dar:

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Sonstiges Periodenergebnis | Mio. € 1.1.-30.6.2021 1.1.-30.6.2020 1
Vor Steuern Steuern Nach Steuern Vor Steuern Steuern Nach Steuern
--- --- --- --- --- --- ---
Veränderung aus Own Credit Spread bei Verbindlichkeiten FVO -41 10 -32 101 -10 90
Veränderung aus der Bewertung von Eigenkapitalinstrumenten (FVOCIoR) - - - -5 0 -5
Veränderung aus der Neubewertung von leistungsorientierten Versorgungsplänen 996 -314 682 505 -168 337
Veränderung aus der Neubewertung von Grundstücken und Gebäuden 3 -1 3 n.a. n.a. n.a
Veränderung aus der Neubewertung von Schuldinstrumenten (FVOCImR) -81 11 -70 -94 22 -71
Veränderung der Rücklage aus Cashflow-Hedges -63 12 -50 97 -19 78
Veränderung aus Net Investment Hedge -4 2 -3 n.a. n.a. n.a
Veränderung der Rücklage aus der Währungsumrechnung 140 -0 140 -225 0 -225
Veränderung aus zur Veräußerung gehaltenen langfristigen Vermögenswerten oder Veräußerungsgruppen - - - - - -
Veränderung bei at-Equity-bewerteten Unternehmen -1 - -1 -0 - -0
Sonstiges Periodenergebnis 949 -280 669 379 -175 205

1 Anpassung Vorjahr aufgrund von Restatements (siehe Note 3).

Bilanz

Aktiva

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Mio. € Notes 30.6.2021 31.12.2020 1 Veränd. in %
Kassenbestand und Sichtguthaben 106 075 75 603 40,3
Finanzielle Vermögenswerte - Amortised Cost (20) 294 870 292 142 0,9
darunter: als Sicherheit übertragen 1 459 1 037 40,7
Finanzielle Vermögenswerte - Fair Value OCI (22) 41 366 42 862 -3,5
darunter: als Sicherheit übertragen 4 550 2 299 97,9
Finanzielle Vermögenswerte - Mandatorily Fair Value P&L (24) 38 456 28 677 34,1
darunter: als Sicherheit übertragen - - .
Finanzielle Vermögenswerte - Held for Trading (25) 49 250 52 176 -5,6
darunter: als Sicherheit übertragen 2 506 715 .
Wertanpassung aus Portfolio Fair Value Hedges 765 1 752 -56,3
Positive Marktwerte aus derivativen Sicherungsinstrumenten 903 1 878 -51,9
Anteile an at-Equity-bewerteten Unternehmen 170 169 0,4
Immaterielle Vermögenswerte (31) 1 211 1 420 -14,7
Sachanlagen (32) 3 017 3 208 -6,0
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 41 13 .
Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und Vermögenswerte aus Veräußerungsgruppen (34) 1 809 2 040 -11,3
Tatsächliche Ertragsteueransprüche 224 130 71,8
Latente Ertragsteueransprüche 2 715 2 693 0,8
Sonstige Aktiva (36) 2 771 1 851 49,7
Gesamt 543 643 506 613 7,3

1 Anpassung Vorjahr aufgrund von Restatements (siehe Note 3).

Passiva

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Mio. € Notes 30.6.2021 31.12.2020 1 Veränd. in %
Finanzielle Verbindlichkeiten - Amortised Cost (21) 425 695 397 725 7,0
Finanzielle Verbindlichkeiten - Fair Value Option (23) 35 688 20 104 77,5
Finanzielle Verbindlichkeiten - Held for Trading (26) 35 146 42 843 -18,0
Wertanpassung aus Portfolio Fair Value Hedges 852 1 412 -39,7
Negative Marktwerte aus derivativen Sicherungsinstrumenten 5 471 5 893 -7,1
Rückstellungen (38) 3 952 3 119 26,7
Tatsächliche Ertragsteuerschulden 628 448 40,2
Latente Ertragsteuerschulden 27 10 .
Verbindlichkeiten aus Veräußerungsgruppen (35) 1 847 2 051 -9,9
Sonstige Passiva (37) 5 088 4 434 14,7
Eigenkapital 29 249 28 574 2,4
Gezeichnetes Kapital 1 252 1 252
Kapitalrücklage 11 484 11 484
Gewinnrücklagen 12 708 12 576 1,1
Andere Rücklagen (mit Recycling) -439 -476 -7,8
Commerzbank-Aktionären zurechenbares Eigenkapital 25 005 24 836 0,7
Zusätzliche Eigenkapitalbestandteile 3 114 2 619 18,9
Nicht beherrschende Anteile 1 129 1 119 0,9
Gesamt 543 643 506 613 7,3

1 Anpassung Vorjahr aufgrund von Restatements (siehe Note 3).

Eigenkapitalveränderungsrechnung

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Mio. € Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklage Gewinnrücklagen 1 Andere Rücklagen
Neubewertungsrücklage Rücklage aus Cashflow-Hedges Rücklage aus der Währungsumrechnung
--- --- --- --- --- --- ---
Eigenkapital zum 31.12.2019

(vor Anpassungen)
1 252 17 192 10 211 10 -5 -174
Veränderung aufgrund retrospektiver Anpassungen - - -193 - - -
Eigenkapital zum 1.1.2020 1 252 17 192 10 018 10 -5 -174
Gesamtergebnis - - 316 -86 53 -173
Konzernergebnis - - -107 - - -
Veränderung aus Own Credit Spread bei Verbindlichkeiten FVO 90
Veränderung aus der Neubewertung von leistungsorientierten Versorgungsplänen 337
Erfolgsneutrale Veränderung aus der Neubewertung von Grundstücken und Gebäuden
Veränderung aus der Bewertung von Eigenkapitalinstrumenten (FVOCIoR) -4
Veränderung aus der Neubewertung von Schuldinstrumenten (FVOCImR) - - - -86 - -
Veränderung der Rücklage aus Cashflow-Hedges - 53 -
Veränderung der Rücklage aus der Währungsumrechnung - - -173
Veränderung aus zur Veräußerung gehaltenen langfristigen Vermögenswerten oder Veräußerungsgruppen - -
Veränderung bei at-Equity-bewerteten Unternehmen - -0
Dividendenausschüttung - -
Ausschüttungen an

Instrumente des zusätzlichen aufsichtsrechtlichen

Kernkapitals
-48
Veränderungen im

Anteilsbesitz
-112 - -
Sonstige Veränderungen 3 - -
Eigenkapital zum 30.6.2020 1 252 17 192 10 177 -75 48 -347

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Mio. € Commerzbank-Aktionären zurechenbares Eigenkapital 1 Zusätzliche Eigenkapitalbestandteile 2 Nicht beherrschende Anteile Eigenkapital 1
--- --- --- --- ---
Eigenkapital zum 31.12.2019

(vor Anpassungen)
28 487 885 1 296 30 667
Veränderung aufgrund retrospektiver Anpassungen -193 - - -193
Eigenkapital zum 1.1.2020 28 294 885 1 296 30 474
Gesamtergebnis 111 - 7 118
Konzernergebnis -107 - 21 -86
Veränderung aus Own Credit Spread bei Verbindlichkeiten FVO 90 - 90
Veränderung aus der Neubewertung von leistungsorientierten Versorgungsplänen 337 0 337
Erfolgsneutrale Veränderung aus der Neubewertung von Grundstücken und Gebäuden - - -
Veränderung aus der Bewertung von Eigenkapitalinstrumenten (FVOCIoR) -4 -1 -5
Veränderung aus der Neubewertung von Schuldinstrumenten (FVOCImR) -86 - 14 -71
Veränderung der Rücklage aus Cashflow-Hedges 53 - 25 78
Veränderung der Rücklage aus der Währungsumrechnung -173 - -52 -225
Veränderung aus zur Veräußerung gehaltenen langfristigen Vermögenswerten oder Veräußerungsgruppen - - - -
Veränderung bei at-Equity-bewerteten Unternehmen -0 - - -0
Dividendenausschüttung -0 -0
Ausschüttungen an

Instrumente des zusätzlichen aufsichtsrechtlichen

Kernkapitals
-48 - -48
Veränderungen im

Anteilsbesitz
-112 -61 -173
Sonstige Veränderungen 3 1 241 1 1 245
Eigenkapital zum 30.6.2020 28 248 2 126 1 242 31 616

1 Anpassung Vorjahr aufgrund von Restatements (siehe Note 3).

2 Beinhaltet die Zusätzliche Tier-1-Anleihe (AT1-Anleihe), die eine unbesicherte und nachrangige Anleihe darstellt und nach IFRS als Eigenkapital klassifiziert ist.

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Mio. € Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklage Gewinnrücklagen Andere Rücklagen
Neubewertungsrücklage Rücklage aus Cashflow-Hedges Rücklage aus der Währungsumrechnung
--- --- --- --- --- --- ---
Eigenkapital zum

31.12.2020

(vor Anpassungen)
1 252 11 484 12 602 96 42 -614
Veränderung aufgrund retrospektiver Anpassungen -26
Eigenkapital zum 1.1.2021 1 252 11 484 12 576 96 42 -614
Gesamtergebnis 258 -56 -34 127
Konzernergebnis -394
Veränderung aus Own Credit Spread bei Verbindlichkeiten FVO -32
Veränderung aus der Neubewertung von leistungsorientierten Versorgungsplänen 682
Erfolgsneutrale Veränderung aus der Neubewertung von Grundstücken und Gebäuden 2
Veränderung aus der Bewertung von Eigenkapitalinstrumenten (FVOCIoR) - -
Veränderung aus der Neubewertung von Schuldinstrumenten (FVOCImR) -56
Veränderung der Rücklage aus Cashflow-Hedges - - - - -34 -
Veränderung der Rücklage aus der Währungsumrechnung 130
Bewertungseffekt aus Net Investment Hedge -3
Veränderung aus zur Veräußerung gehaltenen langfristigen Vermögenswerten oder Veräußerungsgruppen - -
Veränderung bei at-Equity-bewerteten Unternehmen -1
Dividendenausschüttung -
Ausschüttung an Instrumente des zusätzlichen aufsichtsrechtlichen Kernkapitals -140
Veränderungen im

Anteilsbesitz
-
Sonstige Veränderungen 14
Eigenkapital zum 30.6.2021 1 252 11 484 12 708 40 9 -488

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Mio. € Commerzbank-Aktionären zurechenbares Eigenkapital Zusätzliche Eigenkapitalbestandteile 1 Nicht beherrschende Anteile Eigenkapital
--- --- --- --- ---
Eigenkapital zum

31.12.2020

(vor Anpassungen)
24 862 2 619 1 119 28 600
Veränderung aufgrund retrospektiver Anpassungen -26 -26
Eigenkapital zum 1.1.2021 24 836 2 619 1 119 28 574
Gesamtergebnis 295 - 11 306
Konzernergebnis -394 31 -363
Veränderung aus Own Credit Spread bei Verbindlichkeiten FVO -32 - -32
Veränderung aus der Neubewertung von leistungsorientierten Versorgungsplänen 682 - 682
Erfolgsneutrale Veränderung aus der Neubewertung von Grundstücken und Gebäuden 2 1 3
Veränderung aus der Bewertung von Eigenkapitalinstrumenten (FVOCIoR) - - -
Veränderung aus der Neubewertung von Schuldinstrumenten (FVOCImR) -56 -14 -70
Veränderung der Rücklage aus Cashflow-Hedges -34 - -17 -50
Veränderung der Rücklage aus der Währungsumrechnung 130 10 140
Bewertungseffekt aus Net Investment Hedge -3 - -3
Veränderung aus zur Veräußerung gehaltenen langfristigen Vermögenswerten oder Veräußerungsgruppen - - - -
Veränderung bei at-Equity-bewerteten Unternehmen -1 -1
Dividendenausschüttung - -1 -1
Ausschüttung an Instrumente des zusätzlichen aufsichtsrechtlichen Kernkapitals -140 - -140
Veränderungen im

Anteilsbesitz
- - -
Sonstige Veränderungen 14 496 0 510
Eigenkapital zum 30.6.2021 25 005 3 114 1 129 29 249

1 Beinhaltet die Zusätzliche Tier-1-Anleihe (AT1-Anleihe), die eine unbesicherte und nachrangige Anleihe darstellt und nach IFRS als Eigenkapital klassifiziert ist.

AT1-Anleihe

Im zweiten Quartal 2020 hat die Commerzbank Aktiengesellschaft ein Emissionsprogramm für zusätzliches Kernkapital (Additional-Tier-1-Kapital, AT1) aufgelegt, mit dem sie sukzessive in den nächsten Jahren nachrangige Schuldverschreibungen mit einem Nennbetrag von bis zu 3 Mrd. Euro begeben kann. Die nachrangigen AT1-Anleihen werden gemäß IFRS als Eigenkapital klassifiziert und abzüglich Emissionskosten gesondert im Posten "Zusätzliche Eigenkapitalbestandteile" dargestellt. Die Anleihebedingungen sehen ein zeitweiliges Herabschreiben für den Fall vor, dass die harte Kernkapitalquote (CET-1-Quote) der Bank unter die Marke von 5,125 % fällt.

Im zweiten Quartal 2020 wurde bereits eine AT1-Anleihe mit einem Volumen von 1,25 Mrd. Euro und einem festen Kupon von 6,125 % pro Jahr begeben. Das Instrument hat eine unbestimmte Laufzeit und einen frühestmöglichen Kündigungstermin im Oktober 2025.

Im September 2020 hat die Commerzbank eine zweite AT-1-Anleihe erfolgreich begeben. Die Anleihe hat ein Volumen von 500 Mio. Euro und einen festen Kupon von 6,5 % pro Jahr der bis April 2030 festgesetzt ist. Die Anleihe hat keine feste Endfälligkeit, der frühestmögliche Kündigungstermin liegt im Zeitraum von Oktober 2029 bis April 2030.

Im zweiten Quartal 2021 wurde die dritte AT-1-Anleihe aus dem Emissionsprogramm erfolgreich begeben. Die Anleihe hat ein Volumen von 500 Millionen Euro und einen festen Kupon von 4,25 % pro Jahr. Das Instrument hat eine unbestimmte Laufzeit und einen frühestmöglichen Kündigungstermin im Zeitraum von Oktober 2027 bis April 2028.

Sonstige Veränderungen

Die Hauptversammlung der Commerzbank Aktiengesellschaft hat am 18. Mai 2021 entschieden keine Dividendenzahlung für das Geschäftsjahr 2020 auszuschütten.

Auf die Anderen Rücklagen entfielen zum 30. Juni 2021 keine wesentlichen Effekte aus zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten und Vermögenswerten aus Veräußerungsgruppen.

Die wesentlichen Veränderungen der Rücklage aus der Währungsumrechnung resultierten im laufenden Geschäftsjahr aus den Währungen US-Dollar, polnischer Zloty, britisches Pfund und russischer Rubel. In den Sonstigen Veränderungen sind neben der neu begebenen AT-1-Anleihe im Wesentlichen Veränderungen aus erfolgsneutralen Steuern enthalten.

Kapitalflussrechnung (verkürzte Darstellung)

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Mio. € 2021 2020 Veränd. in %
Zahlungsmittelbestand 1.1. 75 603 41 164 83,7
Cashflow aus operativer Geschäftstätigkeit 31 621 41 035 -22,9
Cashflow aus Investitionstätigkeit -247 - 217 13,7
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit -1 019 1 950 .
Cashflow insgesamt 30 355 42 768 -29,0
Effekte aus Wechselkursänderungen 116 - 89 .
Zahlungsmittelbestand zum 30.6. 106 075 83 843 26,5

Für den Commerzbank-Konzern ist die Aussagefähigkeit der Kapitalflussrechnung als gering anzusehen. Die Kapitalflussrechnung ersetzt für uns weder die Liquiditäts- beziehungsweise Finanzplanung noch wird sie als Steuerungsinstrument eingesetzt.

Anhang (ausgewählte Notes)

Allgemeine Grundlagen

(1) Rechnungslegungsgrundsätze

Der Commerzbank-Konzern hat seinen Sitz in Frankfurt am Main. Das Mutterunternehmen ist die Commerzbank Aktiengesellschaft, die beim Amtsgericht Frankfurt am Main im Handelsregister mit der Nummer HRB 32000 eingetragen ist. Unser Zwischenabschluss zum 30. Juni 2021 wurde im Einklang mit § 315e HGB und der Verordnung (EG) Nr. 1606/​2002 (IAS -Verordnung) des Europäischen Parlaments und des Rats vom 19. Juli 2002 aufgestellt. Ebenso kamen weitere Verordnungen zur Übernahme bestimmter internationaler Rechnungslegungsstandards auf der Grundlage der vom International Accounting Standards Board (IASB) verabschiedeten und veröffentlichten International Financial Reporting Standards (IFRS) und deren Auslegungen durch das IFRS Interpretations Committee zur Anwendung. Der Zwischenabschluss berücksichtigt insbesondere auch die Anforderungen des IAS 34 an die Zwischenberichterstattung.

Alle für das Geschäftsjahr 2021 in der EU verpflichtend anzuwendenden Standards und Interpretationen wurden berücksichtigt. Von der vorzeitigen Anwendung von Standards und Interpretationen, die erst ab dem Geschäftsjahr 2022 oder später umzusetzen sind, haben wir abgesehen.

Der Zwischenlagebericht einschließlich des separaten Zwischenrisikoberichts gemäß § 315 HGB ist auf den Seiten 8 bis 36 unseres Zwischenberichts veröffentlicht.

Die Rechnungslegung im Commerzbank-Konzern erfolgt nach konzerneinheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden. Für die Vollkonsolidierung sowie für die at-Equity-Bewertung verwenden wir im Wesentlichen zum 30. Juni 2021 erstellte Abschlüsse.

Der Konzernabschluss wird in Euro, der Berichtswährung des Konzerns, erstellt. Alle Beträge sind, sofern nicht gesondert darauf hingewiesen wird, in Mio. Euro dargestellt. Alle Beträge unter 500 000,00 Euro werden als Null beziehungsweise Nullsalden mit einem Strich dargestellt. Aufgrund von Rundungen ist es in Einzelfällen möglich, dass sich einzelne Zahlen nicht exakt zur angegebenen Summe addieren.

(2) Erstmals anzuwendende, überarbeitete und neue

Standards und Interpretationen

Erstmals anzuwendende Standards

IBOR-Reform

Im Rahmen der Interbank Offered Rates Reform (IBOR-Reform) werden die IBOR-Referenzzinssätze sowie der EONIA durch andere Referenzzinssätze, genannt Risk-Free Rates (RFR), abgelöst.

Die Commerzbank hat ein IBOR-Reformprogramm implementiert, mit dem Ziel, einen reibungslosen Übergang auf die RFR-Referenzzinssätze sicherzustellen. Im Rahmen dieses Programmes arbeiten alle relevanten Einheiten der Bank an der Umstellung auf die Referenzzinssätze.

Ergänzend zum IBOR-Reformprogramm in der Commerzbank, ist die Bank Teil verschiedener externer Arbeitskreise, die sich mit der IBOR-Reform befassen.

Die Standards IFRS 9, IAS 39 und IFRS 7 wurden in IASB Interest Rate Benchmark Reform Phase 1 überarbeitet und veröffentlicht. Diese Überarbeitungen sind in der EU verpflichtend für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2020 beginnen und betreffen den Zeitraum bis zur eigentlichen Umstellung.

Die Commerzbank hat die für die erste Phase des Projekts IBOR Reform notwendigen Entscheidungen getroffen, um die im Rahmen der Überarbeitungen durch das IASB gewährten Erleichterungen für Sicherungsbeziehungen in Anspruch zu nehmen.

Die nachfolgende Tabelle gibt einen Überblick über die Derivate in Sicherungsbeziehungen zum 30. Juni 2021, die durch die IBOR Reform und Umstellung auf die RFRs berührt werden.

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Währung Referenz Tenorbasis Nominalwerte Mio. €
EUR EONIA OIS 586
EUR Euribor 1 Monat 1 036
EUR Euribor 3 Monate 36 901
EUR Euribor 6 Monate 72 026
EUR Euribor 12 Monate 155
USD Libor 1 Monat 179
USD Libor 3 Monate 7 481
USD Libor 6 Monate 199
GBP Libor 3 Monate 487
GBP Libor 6 Monate 3 475
CHF Libor 3 Monate 1 387
CHF Libor 6 Monate 1 313
Sonstige 1 592
Gesamt 126 817

Die Standards IFRS 9, IAS 39, IFRS 7. IFRS 4 und IFRS 16 wurden in Phase 2 überarbeitet und veröffentlicht.

Die Änderungen dienen der Umsetzung spezifischer Fragestellungen, wenn der Referenzzins durch einen RFR-Referenzzinssatz ersetzt wurde. Die Überarbeitungen aus der IASB Interest Rate Benchmark Reform Phase 2 wurden nicht vorzeitig angewendet, sie sind in der EU verpflichtend für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2021 beginnen.

Die Commerzbank hat das Vorgehen hinsichtlich Methodik und Zeitplanung verankert. Die Umstellung der Verträge und der zugehörigen Transaktionen erfolgt dezentral in den verantwortlichen Geschäftsbereichen und Abwicklungsfunktionen. In 2021 sind davon zunächst Positionen mit Referenz auf EONIA, GBP Libor, CHF Libor und JPY Libor betroffen. Bestände in USD Libor werden sukzessive bis Mitte 2023 umgestellt. Für den Euribor geht die Bank davon aus, dass dieser bis auf Weiteres unverändert eingesetzt werden kann.

Durch die IBOR Reform werden keine grundsätzlich neuen ökonomischen Risikoelemente erzeugt

Aus unseren derzeitigen Analysen erwarten wir keine nennenswerten Auswirkungen auf den Konzernabschluss.

Überarbeitete Standards

Die Corona-Pandemie bedingte Änderung des IFRS 16 soll den Leasingnehmern die Bilanzierung von Zugeständnissen, die in Verbindung mit der Corona-Pandemie stehen, bei Stundung von Mietraten und Mietpreisnachlässen erleichtern. Der Anwendungszeitraum dieser Erleichterungen wurde verlängert. Aus dieser Änderung ergibt sich keine materielle Auswirkung auf den Konzernabschluss. Der überarbeitete Standard inklusive des Verlängerungszeitraums ist für Berichtsperioden anzuwenden, die am oder nach dem 1. April 2021 beginnen. Das Endorsement ist noch nicht erfolgt.

Bei der Überarbeitung der Standards IAS 1 und IAS 8 handelt es sich um Änderungen, welche die Definition von Wesentlichkeit für die Aufnahme von Informationen in den Abschluss schärfen und im Rahmenkonzept und den unterschiedlichen Standards vereinheitlichen. Aus diesen Änderungen ergeben sich keine materiellen Auswirkungen auf den Konzernabschluss. Das Endorsement ist noch nicht erfolgt. Die überarbeiteten Standards sind für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2023 beginnen.

Der überarbeitete Standard IFRS 3 befasst sich mit genaueren Spezifizierungen zur Bestimmung, ob es sich um den Erwerb eines Geschäftsbetriebs oder den Erwerb einer Gruppe von Vermögenswerten handelt. Das EU-Endorsement erfolgte am 2. Juli 2021. Die Änderung ist für alle Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2022 beginnen.

Die Änderungen des IAS 37 Rückstellungen, Eventualverbindlichkeiten und Eventualforderungen beziehen sich auf die Definition und Inhalte der Erfüllungskosten eines Vertrages welche ein Unternehmen bei der Beurteilung einzubeziehen hat. Das EU-Endorsement erfolgte am 2. Juli 2021. Der Überarbeitete Standard ist für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2022 beginnen.

Die jährlichen Verbesserungen 2018-2020 führen zu geringfügigen Änderungen des IFRS 1, Erstmalige Anwendung der International Financial Reporting Standards, IFRS 9 Finanzinstrumente, und IFRS 16 Leasingsverhältnisse. Das EU-Endorsement erfolgte am 2.Juli 2021. Der überarbeitete Standard ist für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2022 beginnen.

Die Änderungen des IAS 12 Income Taxes befasst sich mit der genaueren Spezifizierung der Bilanzierung von Latenten Steuern in Zusammenhang mit Leasingverhältnissen, Entsorgungs- und Wiederherstellungsverpflichtungen. Aus diesen Änderungen ergeben sich keine materiellen Auswirkungen auf den Konzernabschluss. Der überarbeitete Standard ist für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2023 beginnen.

Alle von uns nicht explizit erläuterten Standardänderungen, haben nach jetzigem Stand, keinen wesentlichen Einfluss auf unseren Konzernabschluss.

Neue Standards

Der im Mai 2017 veröffentlichte neue Rechnungslegungsstandard IFRS 17 zu Versicherungsverträgen ("Insurance contracts") wird den Standard IFRS 4 ersetzen. Der neue Standard ist nicht nur für die Versicherungsunternehmen relevant, sondern betrifft alle Unternehmen, die Versicherungsverträge im Anwendungsbereich des Standards begeben. IFRS 17 verfolgt dabei das Ziel einer konsistenten, prinzipienbasierten Bilanzierung für Versicherungsverträge und sieht eine Bewertung von Versicherungsverbindlichkeiten zum aktuellen Erfüllungswert statt historischer Anschaffungskosten vor. Ebenso soll eine einheitliche Grundlage in Bezug auf den Ansatz, die Bewertung, den Ausweis und die Anhangsangaben für Versicherungsverträge geschaffen werden. Weitere Sachverhalte zu versicherungsspezifischen Verträgen wurden durch die zusätzlich veröffentlichten Amendments festgelegt. Der Standard ist in der EU voraussichtlich verpflichtend für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2023 beginnen und bedarf noch der Übernahme in europäisches Recht. Aus unseren derzeitigen Analysen erwarten wir keine nennenswerten Auswirkungen auf den Konzernabschluss.

(3) Anpassungen

Bei einer als Tochterunternehmen in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaft haben sich durch die in Note 38 "Rückstellungen" beschriebene Methodenänderung im Zusammenhang mit Darlehensverträgen in Schweizer Franken (CHF) mit Indexklauseln die Darlehen und Forderungen der Kategorie Amortised Cost und die Rückstellungen zum 31. Dezember 2020 um 277 Mio. Euro verringert. Auswirkungen auf die Gesamtergebnisrechnung und das Ergebnis je Aktie ergaben sich nicht.

Es ergab sich eine Fehlerkorrektur bei den latenten Steuern für eine nachrangige Anleihe. Durch die Anpassungen verminderten sich die Gewinnrücklagen zum 1. Januar 2020 um 69 Mio. Euro.

Eine weitere Fehlerkorrektur ergab sich bei den latenten Steuern aufgrund von Anpassungen des steuerlichen Ausgleichspostens im Zusammenhang mit Drohverlustrückstellungen. Dabei erhöhten sich die Steuern vom Einkommen und Ertrag zum 30. Juni 2020 um 14 Mio. Euro. Korrespondierend dazu verminderte sich das Gesamtergebnis in gleicher Höhe. Das Ergebnis je Aktie verminderte sich zum 30. Juni 2020 um 0,01 Euro. Durch die Anpassungen verminderten sich die Gewinnrücklagen zum 1. Januar 2020 um 106 Mio. Euro. Durch die Anpassungen und die Neukalkulation der Wertberichtigungen verminderten sich auch die erfolgsneutralen latenten Steuern auf die Neubewertung von leistungsorientierten Versorgungsplänen zum 30. Juni 2020 um 14 Mio. Euro.

Darüber hinaus wurde aufgrund von doppelt erfassten Bereitstellungszinsen in den Vorjahren eine retrospektive Anpassung der Gewinnrücklagen vorgenommen. Durch diese Anpassung erhöhten sich die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag um 0 Mio. Euro. Das Konzernergebnis verringerte sich dadurch um 0 Mio. Euro. Durch die Anpassungen verminderten sich die Gewinnrücklagen zum 1. Januar 2020 um 9 Mio. Euro. Durch diese Anpassungen ergaben sich keine wesentlichen Auswirkungen auf das Ergebnis je Aktie.

Bei einer als Investmentfondsgesellschaft in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaft wurde eine retrospektive Anpassung in den latenten Steuern vorgenommen. Durch diese Anpassung verringerten sich die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag zum 30. Juni 2020 um 3 Mio. Euro. Dementsprechend erhöhte sich das Konzernergebnis in gleicher Höhe. Das Ergebnis je Aktie erhöhte sich zum 30. Juni 2020 um 0,01 Euro. Durch die Anpassungen verminderten sich die Gewinnrücklagen zum 1. Januar 2020 um 25 Mio. Euro.

Es ergab sich eine Fehlerkorrektur bei den- Wertberichtigungen für Risiken aus Darlehen und Forderungen - Amortised Cost aufgrund der systematischen Berücksichtigung von zu langen Laufzeiten für Forderungen aus Akkreditiven. Durch diese Anpassung erhöhten sich die Gewinnrücklagen zum 1. Januar 2020 um 42 Mio. Euro. Es ergaben sich keine Auswirkungen auf das Konzernergebnis, die Gesamtergebnisrechnung und auf das Ergebnis je Aktie.

Es wurde eine Fehlerkorrektur im Ausweis von Valutaverschiebungen zwischen Buchungs- und Valutadatum vorgenommen, durch den sich der Saldo auf einem Verrechnungskonto auf 26 Mio. Euro erhöhte. Nach umfangreichen Analysen wurde festgestellt, dass dieser Saldo auf fehlerhafte Initialisierungs- und Buchungsvorgänge in der Vergangenheit zurückzuführen ist und es sich daher um einen nicht werthaltigen Vermögensgegenstand in den Sonstigen Aktiva handelt, der in Zeiträumen vor 2020 aktiviert wurde. Entsprechend wurde eine Wertberichtigung vorgenommen wodurch sich die Gewinnrücklagen zum 1. Januar 2020 um 26 Mio. Euro verminderten. Es ergaben sich keine Auswirkungen auf das Konzernergebnis, die Gesamtergebnisrechnung und auf das Ergebnis je Aktie.

Die gesamte Veränderung der genannten Anpassungen auf unsere veröffentlichte Gewinn-und-Verlust-Rechnung zum 30. Juni 2020 und unsere veröffentlichte Bilanz zum 31. Dezember 2020 sind in den folgenden Tabellen zusammengefasst:

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Mio. € veröffentlichter Konzernzwischenabschluss 1.1.-30.6.2020 Anpassungen gemäß IAS 8 angepasster Konzernzwischenabschluss

1.1.-30.6.2020
Zinserträge 3 999 - 3 999
Zinsaufwendungen 1 402 - 1 402
Zinsüberschuss 2 597 - 2 597
Dividendenerträge 13 - 13
Risikoergebnis - 795 - - 795
Provisionserträge 1 972 - 1 972
Provisionsaufwendungen 303 - 303
Provisionsüberschuss 1 668 - 1 668
Ergebnis aus erfolgswirksam zum Fair Value bewerteten finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten - 141 - - 141
Ergebnis aus Sicherungszusammenhängen 64 - 64
Übriges Ergebnis aus Finanzinstrumenten 15 - 15
Laufendes Ergebnis aus at-Equity-bewerteten Unternehmen 5 - 5
Sonstiges Ergebnis - 97 - - 97
Verwaltungsaufwendungen 3 030 - 3 030
Pflichtbeiträge 374 - 374
Ergebnis aus fortzuführenden Geschäftsbereichen vor Steuern - 74 - - 74
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 51 11 62
Ergebnis aus fortzuführenden Geschäftsbereichen nach Steuern - 125 - 11 - 136
Ergebnis aus aufgegebenen Geschäftsbereichen nach Steuern 50 - 50
Konzernergebnis - 75 - 11 - 86
den nicht beherrschenden Anteilen zurechenbares Konzernergebnis 21 - 21
den Commerzbank-Aktionären und den Investoren in zusätzliche

Eigenkapitalbestandteile zurechenbares Konzernergebnis
- 96 - 11 - 107

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Aktiva | Mio. € veröffentlichter Konzernabschluss 31.12.2020 Anpassungen gemäß IAS 8 angepasster Konzernabschluss 31.12.2020
Kassenbestand und Sichtguthaben 75 603 - 75 603
Finanzielle Vermögenswerte - Amortised Cost 292 420 - 277 292 142
Finanzielle Vermögenswerte - Fair Value OCI 42 862 - 42 862
Finanzielle Vermögenswerte - Mandatorily Fair Value P&L 28 677 - 28 677
Finanzielle Vermögenswerte - Held for Trading 52 176 - 52 176
Wertanpassung aus Portfolio Fair Value Hedges 1 752 - 1 752
Positive Marktwerte aus derivativen Sicherungsinstrumenten 1 878 - 1 878
Anteile an at-Equity-bewerteten Unternehmen 169 - 169
Immaterielle Vermögenswerte 1 420 - 1 420
Sachanlagen 3 208 - 3 208
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 13 - 13
Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und

Vermögenswerte aus Veräußerungsgruppen
2 040 - 2 040
Tatsächliche Ertragsteueransprüche 130 - 130
Latente Ertragsteueransprüche 2 693 - 2 693
Sonstige Aktiva 1 877 - 26 1 851
Gesamt 506 916 - 303 506 613

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Passiva | Mio. € veröffentlichter Konzernabschluss 31.12.2020 Anpassungen gemäß IAS 8 angepasster Konzernabschluss 31.12.2020
Finanzielle Verbindlichkeiten - Amortised Cost 397 725 - 397 725
Finanzielle Verbindlichkeiten - Fair Value Option 20 104 - 20 104
Finanzielle Verbindlichkeiten - Held for Trading 42 843 - 42 843
Wertanpassung aus Portfolio Fair Value Hedges 1 412 - 1 412
Negative Marktwerte aus derivativen Sicherungsinstrumenten 5 893 - 5 893
Rückstellungen 3 396 - 277 3 119
Tatsächliche Ertragsteuerschulden 448 - 448
Latente Ertragsteuerschulden 10 - 10
Verbindlichkeiten aus Veräußerungsgruppen 2 051 - 2 051
Sonstige Passiva 4 434 - 4 434
Eigenkapital 28 600 - 26 28 574
Gezeichnetes Kapital 1 252 - 1 252
Kapitalrücklage 11 484 - 11 484
Gewinnrücklagen 12 602 - 26 12 576
Andere Rücklagen (mit Recycling) - 476 - - 476
Commerzbank-Aktionären zurechenbares Eigenkapital 24 862 - 26 24 836
Zusätzliche Eigenkapitalbestandteile 2 619 2 619
Nicht beherrschende Anteile 1 119 - 1 119
Gesamt 506 916 - 303 506 613

(4) Nachtragsbericht

Geschäftsvorfälle von besonderer Bedeutung sind nach dem Ende des Berichtszeitraums nicht aufgetreten.

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

(5) Änderungen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Corona-Pandemie

Die Corona-Pandemie hat im ersten Halbjahr 2021 sowie im Vorjahr die deutsche Wirtschaft sowie die gesamte Weltwirtschaft stark beeinflusst und hat somit auch Auswirkungen auf den Zwischenabschluss des Commerzbank Konzerns. In verschiedenen Arbeitsgruppen und Projekten wurden die Auswirkungen der Pandemie für die verschiedenen Bereiche des Commerzbank Konzerns geprüft und entsprechende Maßnahmen beschlossen. Neben den Ausführungen im Zwischenlagebericht (siehe Seite 8 ff.) finden sich Beschreibungen zu den aktuellen Auswirkungen der Pandemie im Wesentlichen in unserer Note Kreditrisiken und Kreditverluste (siehe Note 27), sowie in der Note Eigenkapitalveränderungsrechnung, weitere Ausführungen sind in den Notes 9, 27 und 28 zu finden.

Sonstige Änderungen

Das Verfahren zur Ermittlung des Diskontierungszinssatzes für Pensionsverpflichtungen im europäischen Währungsraum wurde zum 31. März 2021 angepasst. Die Auswahl AA-bewerteter Unternehmensanleihen wurde modifiziert. Ferner berücksichtigt das angepasste Verfahren im Rahmen der Extrapolation auch AA-bewertete Anleihen der öffentlichen Hand. Grund hierfür war die geringfügige Anzahl repräsentativer langfristiger Renditen. Der so ermittelte Diskontierungszinssatz belief sich zum Umstellungszeitpunkt auf 1,30%. Unter Beibehaltung des ursprünglichen Verfahrens hätte der Diskontierungszinssatz zum 31. März 2021 1,00% betragen. Die Umstellung hat zu einem um rund 450 Millionen Euro geringeren Barwert der Pensionsverpflichtung geführt. Zum 30. Juni 2021 beläuft sich der Diskontierungszinssatz auf 1,30% für das Inland.

Für Erläuterungen zur Änderung der Bilanzierungsmethode zu Rückstellungen bei Darlehensverträgen in Schweizer Franken (CHF) mit Indexklauseln verweisen wir auf Note 38 und Note 3.

Die Bank hat die für die Stufenzuordnung unter IFRS 9 maßgeblichen Kriterien zum 31. März 2021 dahingehend angepasst, dass zukünftig das Wahlrecht für die Zuordnung von Geschäften mit einem geringen Ausfallrisiko zu Stage 1 (Low Credit Risk Exemption) grundsätzlich nur für Wertpapiere angewendet wird. Die Umsetzung führte zu einer Erhöhung der Risikovorsorge in Höhe von 23 Mio. Euro.

Bei einer als Tochterunternehmen in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaft wurde zum 30. Juni 2021 eine Schätzungsänderung für die Stagezuordnung im Spezialfinanzierungsportfolio vorgenommen, woraus eine Erhöhung der Risikovorsorge von 22 Mio. Euro resultiert.

Davon abgesehen und mit Ausnahme der in Note 2 beschriebenen Änderungen wenden wir in diesem Zwischenabschluss die gleichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wie in unserem Konzernabschluss zum 31. Dezember 2020 an (vergleiche Geschäftsbericht 2020 Seite 178 ff.).

(6) Konsolidierungskreis

Im ersten Halbjahr 2021 sind keine wesentlichen Gesellschaften neu in den Konsolidierungskreis einbezogen worden. Ebenfalls wurden keine Gesellschaften von wesentlicher Bedeutung veräußert, liquidiert oder aufgrund sonstiger Gründe nicht mehr konsolidiert.

Verschmelzung comdirect bank Aktiengesellschaft

Am 5. Mai 2020 hat die Hauptversammlung der comdirect bank Aktiengesellschaft den "umwandlungsrechtlichen Squeeze-out" beschlossen. Durch diesen erhielten die bisherigen Aktionäre der comdirect eine angemessene Barabfindung für ihre Aktien. Am 2. November 2020 erfolgte die Eintragung in das Handelsregister. Die comdirect ging damit grundsätzlich als eigene Organisation in die Commerzbank über.

Erläuterungen zur Gewinn-und-Verlust-Rechnung

(7) Zinsüberschuss

In diesem Posten werden die gesamten Zinserträge und Zinsaufwendungen sowie zinsähnliche Erträge und Aufwendungen ausgewiesen, sofern diese nicht aus dem Held-for-Trading-Bestand resultieren.

Zinserträge sind alle aus dem originären Bankgeschäft oder bankähnlichen Geschäften resultierenden Zinserträge, die primär aus Kapitalüberlassungen resultieren.

Zu den Zinsaufwendungen gehören, analog der Zinserträge, alle Zinsaufwendungen, einschließlich effektivzinsgerechter Auflösungen von (Dis-)Agien oder sonstiger Beträge, sowie zinsähnliche Aufwendungen im Zusammenhang mit dem gewöhnlichen Bankgeschäft.

In den Sonstigen Zinsaufwendungen ist der Saldo aus Zinserträgen und Zinsaufwendungen aus Hedge Accounting enthalten.

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Mio. € 1.1-30.6.2021 1.1.-30.6.2020 Veränd. in %
Zinserträge nach der Effektivzinsmethode berechnet 2 977 3 509 -15,2
Zinserträge - Amortised Cost 2 801 3 323 -15,7
Zinserträge aus dem Kredit- und Geldmarktgeschäft 2 434 2 924 -16,7
Zinserträge aus dem Wertpapiergeschäft 367 399 -8,0
Zinserträge - Fair Value OCI 106 130 -18,5
Zinserträge aus dem Kredit- und Geldmarktgeschäft 3 6 -40,9
Zinserträge aus dem Wertpapiergeschäft 102 124 -17,4
Vorfälligkeitsentschädigung 71 57 24,0
Zinserträge nicht nach der Effektivzinsmethode berechnet 641 490 30,7
Zinserträge - Mandatorily Fair Value P&L 67 227 -70,7
Zinserträge aus dem Kredit- und Geldmarktgeschäft 46 191 -76,0
Zinserträge aus dem Wertpapiergeschäft 20 35 -42,2
Positive Zinsen aus passivischen Finanzinstrumenten 574 263 .
Zinsaufwendungen 1 191 1 402 -15,0
Zinsaufwendungen - Amortised Cost 775 1 049 -26,2
Einlagen 441 630 -30,0
Begebene Schuldverschreibungen 333 419 -20,5
Zinsaufwendungen - Fair Value Option 55 183 -69,8
Einlagen 27 166 -83,8
Begebene Schuldverschreibungen 28 16 72,8
Negative Zinsen aus aktivischen Finanzinstrumenten 303 156 93,9
Zinsaufwand aus Leasingverbindlichkeiten 8 10 -21,4
Sonstige Zinsaufwendungen 50 4 .
Gesamt 2 427 2 597 -6,6

(8) Dividendenerträge

In diesem Posten werden alle Dividenden aus Aktien und ähnlichen Eigenkapitalinstrumenten - mit Ausnahme der Dividenden aus Handelsbeständen - ausgewiesen.

Wir weisen hier außerdem das laufende Ergebnis aus nicht konsolidierten Tochterunternehmen aus, das über Ergebnis abführungsverträge vereinnahmt wird. Die nicht konsolidierten Tochterunternehmen sind der Kategorie Mandatorily Fair Value P&L zugeordnet.

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Mio. € 1.1.-30.6.2021 1.1.-30.6.2020 Veränd. in %
Dividenden aus Eigenkapitalinstrumenten - Fair Value OCI - 1 .
Dividenden aus Eigenkapitalinstrumenten - Mandatorily Fair Value P&L 5 4 34,3
Laufendes Ergebnis aus nicht konsolidierten Tochterunternehmen 2 9 -75,4
Gesamt 7 13 -46,5

(9) Risikoergebnis

Das Risikoergebnis beinhaltet erfolgswirksame Risikovorsorgeveränderungen für bilanzielle und außerbilanzielle Finanzinstrumente, auf die das Impairmentmodell des IFRS 9 anzuwenden ist. Dies umfasst auch Risikovorsorgeauflösungen bei bilanziellen Abgängen aus planmäßigen Rückzahlungen, Zuschreibungen und Eingänge auf bereits abgeschriebene Forderungen sowie Direktabschreibungen, die nicht Ergebnis einer substanziellen Modifikation sind. Darüber hinaus sind erfolgswirksame Risikovorsorgeänderungen für bestimmte außerbilanzielle Geschäfte berücksichtigt, die keine Finanzgarantien im Sinne des IFRS 9 darstellen (bestimmte Avale, Akkreditive, siehe Note 39).

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Mio. € 1.1.-30.6.2021 1.1.-30.6.2020 Veränd. in %
Finanzielle Vermögenswerte - Amortised Cost -220 -759 -71,0
Finanzielle Vermögenswerte - Fair Value OCI 8 -11 .
Finanzgarantien -2 -0 .
Kreditzusagen und sonstige Gewährleistungen -21 -25 -15,8
Gesamt -235 -795 -70,4

Informationen zur Organisation des Risikomanagements und zu relevanten Kennzahlen sowie weitere Analysen und Erläuterungen des erwarteten Kreditverlusts und zum Top Level Adjustment können dem Zwischenlagebericht dieses Zwischenberichts (siehe Seite 8 ff. und Note 27) entnommen werden.

Im ersten Halbjahr 2020 waren im Risikoergebnis Belastungen aufgrund der Corona-Pandemie in Höhe von - 315 Mio. Euro, davon - 154 Mio. Euro Top-Level-Adjustment enthalten. Eine Zuführung zum TLA war im ersten Halbjahr 2021 nicht erforderlich.

(10) Provisionsüberschuss

Im Provisionsüberschuss weisen wir die anfallenden Erträge und Aufwendungen für die Inanspruchnahme von Dienstleistungen aus. Diese Beträge werden dadurch erzielt, dass Kunden betriebstechnische Einrichtungen, besondere Geschäftsverbindungen oder die Kreditwürdigkeit zur Verfügung gestellt werden, ohne dass sich der aktivierte Bestand der bankgeschäftlichen Forderungen verändert.

Dies gilt zudem für Provisionen im Zusammenhang mit der Veräußerung von Devisen, Sorten und Edelmetallen, wenn es sich dabei um Dienstleistungs- und nicht um Eigenhandelsgeschäfte handelt. Gleiches gilt umgekehrt bei der Inanspruchnahme fremder Dienstleistungen durch die Bank.

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Mio. € 1.1.-30.6.2021 1.1.-30.6.2020 Veränd. in %
Provisionserträge 2 121 1 972 7,6
Wertpapiergeschäft 726 650 11,7
Vermögensverwaltung 173 170 1,8
Zahlungsverkehr und Auslandsgeschäft 702 680 3,3
Bürgschaften 120 116 3,9
Ergebnis aus Syndizierungen 120 136 - 11,6
Vermittlungsgeschäft 93 81 14,3
Treuhandgeschäfte 23 7 .
Übrige Erträge 164 132 24,5
Provisionsaufwendungen 318 303 4,9
Wertpapiergeschäft 84 78 8,0
Vermögensverwaltung 17 17 - 1,1
Zahlungsverkehr und Auslandsgeschäft 75 76 - 2,1
Bürgschaften 29 13 .
Ergebnis aus Syndizierungen 0 0 - 55,0
Vermittlungsgeschäft 65 76 - 15,0
Treuhandgeschäfte 17 3 .
Übrige Aufwendungen 32 39 - 18,8
Provisionsüberschuss 1 803 1 668 8,1
Wertpapiergeschäft 642 572 12,2
Vermögensverwaltung 156 153 2,1
Zahlungsverkehr und Auslandsgeschäft 628 603 4,0
Bürgschaften 91 103 - 10,9
Ergebnis aus Syndizierungen 120 136 - 11,5
Vermittlungsgeschäft 28 5 .
Treuhandgeschäfte 6 4 39,7
Übrige Erträge 132 93 42,7
Gesamt 1 803 1 668 8,1

Die Aufteilung der Provisionserträge nach Art der Dienstleistung und Segmenten auf Grundlage des IFRS 15 stellt sich wie folgt dar:

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1.1.-30.6.2021

Mio. €
Privat- und Unternehmerkunden Firmenkunden Sonstige und Konsolidierung Konzern
Wertpapiergeschäft 715 22 - 11 726
Vermögensverwaltung 171 2 0 173
Zahlungsverkehr und Auslandsgeschäft 317 392 - 7 702
Bürgschaften 14 108 - 1 120
Ergebnis aus Syndizierungen 1 119 0 120
Vermittlungsgeschäft 90 20 - 17 93
Treuhandgeschäfte 19 4 0 23
Übrige Erträge 137 52 - 26 164
Gesamt 1 464 719 - 61 2 121

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1.1.-30.6.2020

Mio. €
Privat- und Unternehmerkunden Firmenkunden Sonstige und Konsolidierung Konzern
Wertpapiergeschäft 639 23 - 12 650
Vermögensverwaltung 168 2 0 170
Zahlungsverkehr und Auslandsgeschäft 314 373 - 7 680
Bürgschaften 13 103 - 1 116
Ergebnis aus Syndizierungen 1 135 0 136
Vermittlungsgeschäft 81 35 - 35 81
Treuhandgeschäfte 6 2 0 7
Übrige Erträge 110 32 - 11 132
Gesamt 1 331 705 - 65 1 972

(11) Ergebnis aus erfolgswirksam zum Fair Value bewerteten finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten

In diesem Posten weisen wir die Ergebnisse aus allen erfolgswirksam zum Fair Value bewerteten finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten aus. Dies beinhaltet das Ergebnis aus Finanzinstrumenten der Kategorie Held for Trading, das Ergebnis aus Finanzinstrumenten der Kategorie Mandatorily Fair Value P&L sowie das Ergebnis aus Finanzinstrumenten der Kategorie Fair Value Option.

Das Ergebnis aus Finanzinstrumenten der Kategorie Held for Trading bildet den Handelserfolg der Bank ab und wird als Saldo aus Aufwendungen und Erträgen gezeigt. Dementsprechend fließen in diese Position ein:

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Zinserträge inklusive erhaltene Dividenden sowie Zinsaufwendungen aus zu Handelszwecken gehaltenen Finanzinstrumenten,
realisierte Kursgewinne und -verluste aus dem Verkauf von zu Handelszwecken gehaltenen Wertpapieren, Forderungen, Devisen- und Edelmetallbeständen,
Bewertungsergebnis aus der Fair-Value-Bewertung,
Ergebnis aus derivativen Finanzinstrumenten,
Ergebnis aus Fair Value Adjustments (Credit Valuation Adjustment/​CVA, Debit Valuation Adjustment/​DVA, Funding Valuation Adjustment/​FVA) sowie
Provisionsaufwendungen und -erträge, die im Zusammenhang mit dem Erwerb oder der Veräußerung von zu Handelszwecken gehaltenen Finanzinstrumenten anfallen.

Das Ergebnis aus Finanzinstrumenten der Kategorie Mandatorily Fair Value P&L und das Ergebnis aus Finanzinstrumenten der Kategorie Fair Value Option beinhaltet ausschließlich Bewertungs- und Realisierungsergebnisse. Die Aufwendungen und Erträge werden jeweils als Saldo dargestellt.

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Mio. € 1.1.-30.6.2021 1.1.-30.6.2020 Veränd. in %
Ergebnis aus Finanzinstrumenten - Held for Trading 289 -166 .
Ergebnis aus Finanzinstrumenten - Fair Value Option 62 -34 .
Ergebnis aus Finanzinstrumenten - Mandatorily Fair Value P&L 133 58 .
Gesamt 485 -141 .

(12) Ergebnis aus Sicherungszusammenhängen

Das Ergebnis aus Sicherungszusammenhängen beinhaltet zum einen die Bewertungsergebnisse aus effektiven Sicherungszusammenhängen im Rahmen des Hedge Accountings (Fair Value Hedge).

Zum anderen enthält das Ergebnis aus Sicherungszusammen hängen den ineffektiven Teil aus effektiven Cashflow-Hedges.

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Mio. € 1.1.-30.6.2021 1.1.-30.6.2020 Veränd. in %
Fair Value Hedges
Fair-Value-Änderungen aus Sicherungsinstrumenten 945 -1 563 .
Micro Fair Value Hedges 379 -983 .
Portfolio Fair Value Hedges 566 -580 .
Fair-Value-Änderungen aus Grundgeschäften -996 1 627 .
Micro Fair Value Hedges -425 1 065 .
Portfolio Fair Value Hedges -571 562 .
Cashflow-Hedges
Ergebnis aus effektiv gesicherten Cashflow Hedges (nur ineffektiver Teil) -0 0 .
Net Investment Hedges
Ergebnis aus effektiv gesicherten Net Investment Hedges (nur ineffektiver Teil) - - .
Gesamt -52 64 .

(13) Übriges Ergebnis aus Finanzinstrumenten

In dieser Position weisen wir das Veräußerungsergebnis finanzieller Vermögenswerte der Kategorie Fair Value OCI sowie das Ergebnis aus dem Rückkauf finanzieller Verbindlichkeiten der Kategorie Amortised Cost aus.

Das Ergebnis aus dem Abgang von finanziellen Vermögenswerten der Kategorie Amortised Cost beinhaltet Effekte aus nicht bonitätsinduzierten Verkäufen von zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten Finanzinstrumenten. Außerdem sind die Ergebnisse aus Vertragsanpassungen enthalten, die im Rahmen der Restrukturierung der Kreditverhältnisse mit Kunden aufgrund der Verschlechterung der Bonität vereinbart werden (substanzielle Modifikationen).

Die Differenz zwischen den fortgeführten Anschaffungskosten und dem Marktwert des Finanziellen Vermögenswertes der Kategorie Fair Value OCI (mit Recycling) wird bis zur Veräußerung mit Ausnahme von Wertminderungen (Impairments) erfolgsneutral in der Neubewertungsrücklage und folglich nicht in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung erfasst. Mit Abgang des Vermögenswertes wird die aus verbrieften Schuldinstrumenten resultierende Neubewertungsrücklage ergebniswirksam aufgelöst.

Beim Abgang finanzieller Verbindlichkeiten der Kategorie Amortised Cost ergibt sich das Realisierungsergebnis direkt aus der Differenz aus Kaufpreis und fortgeführten Anschaffungskosten.

Zudem werden in diesem Posten Ergebnisse aus Schätzungsänderungen infolge geänderter Erwartungen hinsichtlich der zukünftigen Cashflows sowie Ergebnisse aus nicht substanziellen Modifikationen von Finanzinstrumenten der Kategorie Amortised Cost ausgewiesen.

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Mio. € 1.1.-30.6.2021 1.1.-30.6.2020 Veränd. in %
Sonstiges übriges Ergebnis aus Finanzinstrumenten 33 28 19,6
Realisierungsergebnis finanzieller Vermögenswerte - Fair Value OCI (mit Recycling) 41 17 .
Realisierungsergebnis finanzieller Verbindlichkeiten - Amortised Cost -5 11 .
Ergebnis aus nicht substanziellen Modifikationen - Amortised Cost -2 -4 -37,5
Ergebnis aus nicht substanziellen Modifikationen - Fair Value OCI (mit Recycling) - - .
Ergebnis aus Schätzungsänderungen - Amortised Cost -0 4 .
Ergebnis aus Schätzungsänderungen - Fair Value OCI (mit Recycling) - - .
Ergebnis aus Abgängen von Finanzinstrumenten (AC-Portfolios) -17 -13 26,5
Gewinne aus Abgängen von Finanzinstrumenten (AC-Portfolios) 1 3 -75,9
Verluste aus Abgängen von Finanzinstrumenten (AC-Portfolios) 18 17 5,4
Gesamt 17 15 13,3

Im Commerzbank-Konzern werden Portfolios von insgesamt 298 Mrd. Euro (Vorjahr: 295 Mrd. Euro) mit fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Voraussetzung hierfür ist, dass die enthaltenen Finanzinstrumente dem Business Model "Halten" zugeordnet werden und dass keine SPPI-schädlichen Nebenabreden vorliegen. Neben Rückzahlungen kann es aus diesen Portfolios heraus auch zu Verkäufen von Vermögenswerten kommen, ohne dass grundsätzlich gegen dieses Business Model verstoßen wird. Dies gilt insbesondere dann, wenn sich die Bonität des Schuldners erheblich verschlechtert hat, beziehungsweise der Vermögenswert nicht mehr den in den internen Richtlinien geforderten Kriterien entspricht oder aber im Rahmen von Portfolioumschichtungen der Verkauf kurz vor Fälligkeit dieser Vermögenswerte erfolgt.

Das Abgangsergebnis aus dem Verkauf von Finanzinstrumenten (AC-Portfolios) resultierte hauptsächlich aus dem Verkauf von Schuldscheindarlehen im Rahmen zulässiger Portfoliomaßnahmen und der Rückzahlung von Krediten.

Die Commerzbank modifiziert teilweise Vertragsbedingungen ausgerichteter Darlehen im Rahmen nicht substanzieller Modifikationen, die nicht zu einer Ausbuchung des bisherigen Finanzinstruments führen. Das Ausfallrisiko dieser Vermögenswerte nach der Änderung wird zum jeweiligen Bilanzstichtag bewertet und mit dem Risiko bei ursprünglichem Ansatz verglichen.

(14) Sonstiges Ergebnis

Im Sonstigen Ergebnis sind vor allem Zuführungen und Auflösungen von Rückstellungen sowie Aufwendungen und Erträge aus Operating-Leasing-Verträgen enthalten.

Des Weiteren wird hier das Realisierungs- und Bewertungsergebnis von assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen ausgewiesen.

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Mio. € 1.1.-30.6.2021 1.1.-30.6.2020 1 Veränd. in %
Wesentliche Sonstige Erträge 215 250 -14,0
Auflösungen von Rückstellungen 12 40 -70,7
Erträge aus Operating-Leasing-Verträgen 69 77 -11,0
Erträge aus Bau- und Architektenleistungen 0 0 -66,3
Mietkauferträge und Zwischenmieterträge 8 6 27,4
Erträge aus als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien 0 0 -42,0
Erträge aus zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten - - .
Erträge aus der Veräußerung von Sachanlagen 1 1 57,6
Erträge aus Wechselkursveränderungen 86 42 .
Übrige sonstige Erträge 39 83 -53,1
Wesentliche Sonstige Aufwendungen 530 328 61,7
Zuführungen zu Rückstellungen 170 98 73,8
Aufwendungen aus Operating-Leasing-Verträgen 53 63 -16,5
Aufwendungen aus Bau- und Architektenleistungen - - .
Mietkaufaufwendungen und Zwischenmietaufwendungen 1 3 -64,3
Aufwendungen aus als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien 0 0 -8,0
Aufwendungen aus als Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten - - .
Aufwendungen aus der Veräußerung von Sachanlagen 1 1 -38,3
Aufwendungen aus Wechselkursveränderungen 79 75 6,2
Übrige sonstige Aufwendungen 226 88 .
Sonstige Steuern (saldiert) -20 -21 -2,4
Realisierungs- und Bewertungsergebnis aus assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen (saldiert) - 2 .
Sonstiges Ergebnis -335 -97 .

1 Angepasste Werte.

Im sonstigen Ergebnis ist der Aufwand aus der Zuführung zu den Rückstellungen für das BGH Urteil zu Preismaßnahmen von 66 Mio. Euro, für die Beendigung des Auslagerungsprojekts und für mögliche Steuerrückzahlungsverpflichtungen enthalten.

(15) Verwaltungsaufwendungen

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Personalaufwendungen | Mio. € 1.1.-30.6.2021 1.1.-30.6.2020 Veränd. in %
Löhne und Gehälter 1 566 1 604 -2,3
Aufwendungen für Altersversorgung und Unterstützung 150 116 28,7
Gesamt 1 716 1 720 -0,2

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Sachaufwendungen | Mio. € 1.1.-30.6.2021 1.1.-30.6.2020 Veränd. in %
Raumaufwendungen 122 119 2,2
IT-Aufwendungen 293 282 4,0
Arbeitsplatz- und Informationsaufwendungen 113 116 -2,5
Beratungs-, Prüfungs- und gesellschaftsrechtliche Aufwendungen 106 111 -4,3
Reise-, Repräsentations- und Werbungskosten 65 85 -22,9
Personalinduzierte Sachaufwendungen 35 41 -15,3
Übrige Sachaufwendungen 79 83 -3,9
Gesamt 814 837 -2,7

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Abschreibungen | Mio. € 1.1.-30.6.2021 1.1.-30.6.2020 Veränd. in %
Betriebs- und Geschäftsausstattung 52 54 -2,6
Grundstücke, Gebäude und übrige Sachanlagen 5 6 -9,8
Immaterielle Vermögenswerte 420 240 75,1
Nutzungsrechte 166 174 -4,6
Gesamt 643 473 35,9

Im aktuellen Geschäftsjahr ist in den Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte eine Ausbuchung von Vermögenswerten in Höhe von 200 Mio. Euro enthalten. Der Grund für die Ausbuchung ist die Entscheidung der Commerzbank das Projekt zur Auslagerung der Wertpapierabwicklung an die HSBC Transaction Services GmbH zu beenden.

(16) Pflichtbeiträge

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Mio. € 1.1.-30.6.2021 1.1.-30.6.2020 Veränd. in %
Einlagensicherungsfonds 92 73 26,0
Polnische Bankensteuer 63 60 6,0
Europäische Bankenabgabe 220 241 -8,7
Gesamt 375 374 0,4

(17) Restrukturierungsaufwendungen

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Mio. € 1.1.-30.6.2021 1.1.-30.6.2020 Veränd. in %
Aufwendungen für eingeleitete Restrukturierungsmaßnahmen 976 - .
Gesamt 976 - .

Die Restrukturierungsaufwendungen resultieren im Wesentlichen aus der Bildung von Restrukturierungsrückstellung für Personalmaßnahmen im In- und Ausland. Der Vorstand hat im ersten Quartal mit dem Gesamtbetriebsrat die Umsetzung eines vorgezogenen Freiwilligenprogramms für den Abbau von rund 1 700 Vollzeitstellen in der AG Inland vereinbart. Des Weiteren wurde ein Freiwilligenprogramm für den Abbau von Führungspositionen beschlossen.

Anfang Mai 2021 hat sich die Bank mit den Arbeitnehmergremien auf einen Rahmeninteressenausgleich zur Umsetzung der Strategie 2024 und einen Rahmensozialplan geeinigt, der die Grundlage für einen möglichst sozialverträglichen Stellenabbau im Inland bildet. Zusätzlich wurden in der Berichtsperiode diverse Restrukturierungsmaßnahmen im Ausland angekündigt.

(18) Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Zum 30. Juni 2021 belief sich der Konzernsteueraufwand auf - 43 Mio. Euro (Vorjahreszeitraum: 62 Mio. Euro). Unter Berücksichtigung des Ergebnisses vor Steuern von - 406 Mio. Euro (Vorjahr: - 74 Mio. Euro; Anpassung Vorjahr aufgrund von Restatements, siehe Note 3) ergab sich eine Konzernsteuerquote von 10,5 % (Vorjahr: - 83,8%) (Konzernertragsteuersatz: 31,5 %, Vorjahr: 31.5 %). Der Konzernsteuerertrag in 2021 resultiert im

Wesentlichen aus Steuererträgen aus der Nachaktivierung latenter Steuerforderungen auf Verlustvorträge. Gegenläufig ergaben sich unter anderem laufende Steueraufwendungen des mBank-Teilkonzerns für die Berichtsperiode sowie aperiodische Steueraufwendungen, die sich aus der zusätzlichen Bildung von Rückstellungen für Steuerrisiken ergeben.

(19) Ergebnis je Aktie

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30.6.2021 30.06.2020 1 Veränd. in %
Operatives Ergebnis (Mio. €) 570 -74 .
Den Commerzbank-Aktionären und den Investoren in

zusätzliche Eigenkapitalbestandteile zurechenbares Konzernergebnis (Mio. €)
-394 -107 .
Ausschüttungen zusätzliche Eigenkapitalbestandteile (Mio.€) 140 48 .
Den Commerzbank-Aktionären zurechenbares Konzernergebnis (Mio. €) -533 -156 .
Durchschnittliche Anzahl ausgegebener Stammaktien (Stück) 1 252 357 634 1 252 357 634
Operatives Ergebnis je Aktie (€) 0,46 - 0,06 .
Ergebnis je Aktie (€) - 0,43 - 0,12 .

1 Anpassung Vorjahr aufgrund von Restatements (siehe Note 3).

Das nach IAS 33 errechnete Ergebnis je Aktie basiert auf dem den Commerzbank-Aktionären zurechenbaren Konzernergebnis und wird als Quotient aus dem Konzernergebnis und dem gewichteten Durchschnitt der während des Geschäftsjahres in Umlauf befindlichen Aktienzahl ermittelt. Im laufenden Geschäftsjahr sowie im Vorjahr waren keine Wandel- und Optionsrechte im Umlauf. Das verwässerte Ergebnis je Aktie war daher mit dem unverwässerten identisch. Die Zusammensetzung des Operativen Ergebnis ist in der Segmentberichterstattung (siehe Note 40) definiert.

Erläuterungen zur Bilanz

Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten

(20) Finanzielle Vermögenswerte - Amortised Cost

Wenn die vertraglich vereinbarten Cashflows eines finanziellen Vermögenswertes lediglich Zins- und Tilgungsleistungen darstellen (also SPPI-konform sind) und dieser dem Business Model "Halten" zugeordnet wurde, erfolgt die Bewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten. Der Buchwert dieser Finanzinstrumente wird um etwaige Risikovorsorge gekürzt (siehe Note 27 Kreditrisiken und Kreditverluste).

Zinszahlungen für diese Finanzinstrumente werden effektivzinsgerecht im Zinsüberschuss vereinnahmt.

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Mio. € 30.6.2021 31.12.2020 1 Veränd. in %
Darlehen und Forderungen 261 668 258178 1,4
Zentralnotenbanken 1 684 1 707 -1,3
Kreditinstitute 18 343 21 097 -13,1
Firmenkunden 89 749 88 195 1,8
Privatkunden 122 093 117 629 3,8
Finanzdienstleister 12 825 12 991 -1,3
Öffentliche Haushalte 16 972 16 560 2,5
Verbriefte Schuldinstrumente 33 202 33 964 -2,2
Kreditinstitute 2 781 2 688 3,5
Firmenkunden 6 199 6 511 -4,8
Finanzdienstleister 5 851 5 362 9,1
Öffentliche Haushalte 18 371 19 403 -5,3
Gesamt 294 870 292 142 0,9

1 Anpassung Vorjahr aufgrund von Restatements (siehe Note 3).

Für ein Portfolio von britischen Körperschaften emittierten Schuldscheindarlehen mit einem Buchwert von 2,8 Mrd. Euro wurde zum 1. Januar 2019 eine Änderung des Business Models vorgenommen. Im Rahmen der Schließung des Segments Asset & Capital Recovery (Abbauportfolio) wurde dieses Portfolio innerhalb des Bereichs Treasury gebündelt und durch das Investment Office gesteuert. Die Vertriebs- und Verkaufsaktivitäten für dieses Portfolio wurden eingestellt. Künftige Verkäufe für dieses Portfolio sind seit dem 1. Januar 2019 nur noch bei signifikanter Bonitätsverschlechterung zulässig. Die Steuerung des Portfolios und Vergütung des Managements erfolgt nicht mehr auf Fair Value Basis. Für dieses Portfolio besteht das Ziel darin, vertraglich vereinbarte Cashflows zu erzielen. Die vertraglich vereinbarten Cashflows stellen ausschließlich Zins- und Tilgungsleistungen im Sinne des IFRS 9 dar.

Die Änderung des Business Models führte zu einer Reklassifizierung aus der Bewertungskategorie mFVPL in die Bewertungskategorie Amortised Cost. Der effektive Zinssatz, der zum Zeitpunkt der Reklassifizierung ermittelt wurde, lag bei 2,8%. Für die ersten sechs Monate des Geschäftsjahres 2021 betragen die Zinserträge für das reklassifizierte Portfolio 44 Mio. Euro (Vorjahreszeitraum: 44 Mio. Euro). Zinsaufwendungen sind weder in den ersten zwei Quartalen 2021 noch im Vorjahreszeitraum angefallen.

Zum Stichtag 30. Juni 2021 lag der Fair Value dieses Portfolios bei 3,1 Mrd. Euro (Vorjahr 3,1 Mrd. Euro). Wäre das Portfolio in der Bewertungskategorie mFVPL geblieben, wäre die Fair Value Änderung seit Jahresbeginn und gegenläufig die Wertänderungen der zur Absicherung des Portfolios vorhandenen Derivate ergebniswirksam in der Gewinn- und Verlust-Rechnung im Ergebnis aus erfolgswirksam zum Fair Value bewerteten finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten erfasst worden. Daraus hätte sich ein Ergebnis von saldiert - 110 Mio. Euro (Vorjahreszeitraum: - 541 Mio. Euro) ergeben, das hauptsächlich aus Credit Spread Effekten resultiert hätte. Seit dem Zeitpunkt der Reklassifizierung ist dieses Portfolio im Portfolio Fair Value Hedge Accounting der Commerzbank designiert.

(21) Finanzielle Verbindlichkeiten - Amortised Cost

Finanzielle Verbindlichkeiten sind im Rahmen der Folgebewertung grundsätzlich zu fortgeführten Anschaffungskosten zu bewerten.

In den Einlagen sind im Wesentlichen täglich fällige Gelder, Termineinlagen und Spareinlagen enthalten.

In den sonstigen emittierten Schuldtiteln weisen wir auch nachrangige verbriefte und unverbriefte Emissionen aus, die im Falle einer Insolvenz oder Liquidation erst nach Befriedigung aller nicht nachrangigen Gläubiger zurückgezahlt werden.

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Mio. € 30.6.2021 31.12.2020 Veränd. in %
Einlagen 386 804 355 745 8,7
Zentralnotenbanken 41 380 36 232 14,2
Kreditinstitute 47 577 38 408 23,9
Firmenkunden 105 267 95 664 10,0
Privatkunden 153 947 152 064 1,2
Finanzdienstleister 31 037 26 170 18,6
Öffentliche Haushalte 7 597 7 206 5,4
Begebene Schuldverschreibungen 38 891 41 980 -7,4
Geldmarktpapiere 211 1 155 -81,7
Pfandbriefe 17 603 18 599 -5,4
Sonstige emittierte Schuldtitel 21 077 22 226 -5,2
Gesamt 425 695 397 725 7,0

Die Commerzbank hat im ersten Halbjahr 2020 an der dritten Reihe gezielter längerfristiger Refinanzierungsgeschäfte der EZB (TLTRO III) mit einem Höchstbetrag von 32,3 Mrd. Euro teilgenommen, Durch eine Anhebung des Höchstbetrages im ersten Quartal 2021 konnte die Commerzbank mit einer weiteren Tranche (TLTRO III.7) über 3,6 Mrd. Euro teilnehmen Die Verzinsung hängt von der Entwicklung des Kreditvolumens in einem Benchmark Portfolio ab, das bei günstiger Entwicklung zu einer Zinsvergünstigung führt. Ein Teil der Zinsvergünstigung war bereits mit Einbuchung hinreichend sicher und wurde als Government Grant nach IAS 20 verbucht und die Verbindlichkeitsposition entsprechend in Höhe von 164 Mio. Euro (TLTRO III.4) beziehungsweise 5 Mio. Euro (TLTRO III.7) gekürzt. Ende des ersten Quartals 2021 wurde der Schwellenwert zur Entwicklung des Benchmark Portfolios erreicht. Die daraus resultierende zusätzliche Zinsvergünstigung führte wiederum zur Kürzung der Verbindlichkeitsposition und Buchung eines Government Grants von 494 Mio. Euro (TLTRO III.4) und 55 Mio. Euro (TLTRO III.7) Die Vereinnahmung des Grants erfolgt grundsätzlich ratierlich im Zinsergebnis. Mit Erfassung der zusätzlichen Zinsvergünstigung wurde ein Einmaleffekt von 126 Mio. Euro im Zinsergebnis erfasst. Insgesamt wurden bisher im Geschäftsjahr 2021 254 Mio. Euro im Zinsergebnis erfasst.

In den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres 2021 wurden neue Emissionen mit einem Volumen von 0,8 Mrd. Euro (Vorjahreszeitraum 4,5 Mrd. Euro) begeben. Im gleichen Zeitraum belief sich das Volumen fälliger Emissionen auf 3,5 Mrd. Euro (Vorjahreszeitraum 2,6 Mrd. Euro) es lagen keine Rückzahlungen im aktuellen Geschäftsjahr vor (Vorjahreszeitraum 0,2 Mrd. Euro).

(22) Finanzielle Vermögenswerte - Fair Value OCI

Die Bewertung zum Fair Value mit Erfassung der Wertschwankung im Eigenkapital mit Recycling (FVOCI mit Recycling) ist vorzunehmen, wenn das Finanzinstrument einem Portfolio mit dem Business Model "Halten & Verkaufen" zugeordnet wird und zusätzlich die vertraglich vereinbarten Cashflows lediglich Zins- und Tilgungsleistungen darstellen, und damit SPPI-konform sind.

Die Änderungen des Fair Values werden erfolgsneutral in der Neubewertungsrücklage (OCI) erfasst, mit Ausnahme von Impairments, die in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung erfasst werden. Die Bildung der Risikovorsorge wird in Note 27 "Kreditrisiken und Kreditverluste" dargestellt. Bei Abgang des Finanzinstruments werden die bislang erfolgsneutral erfassten kumulierten Gewinne oder Verluste vom OCI in die Gewinn-und-Verlust-Rechnung umgegliedert (sogenanntes Recycling) und im Übrigen Ergebnis aus Finanzinstrumenten ausgewiesen. Zinserträge aus diesen finanziellen Vermögenswerten werden effektivzinsgerecht im Zinsüberschuss vereinnahmt.

Darüber hinaus beinhalten die Finanziellen Vermögenswerte - Fair Value OCI auch Eigenkapitalinstrumente, für die wir die Option zur erfolgsneutralen Fair-Value-Bewertung ohne Recycling gewählt haben, wenn diese die Definition von Eigenkapital gemäß IAS 32 erfüllen und nicht zu Handelszwecken gehalten werden. Eine solche Klassifizierung wird je Finanzinstrument freiwillig und unwiderruflich festgelegt. Jegliche Gewinne oder Verluste aus diesen Eigenkapitalinstrumenten werden niemals in die Gewinn-und-Verlust-Rechnung, sondern bei Abgang in die Gewinnrücklage umgebucht (ohne Recycling). Diese Eigenkapitalinstrumente unterliegen keiner Impairmentprüfung. Daraus resultierende Dividendenzahlungen werden als Dividendenerträge in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung erfasst, sofern sie keine Substanzausschüttungen darstellen.

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Mio. € 30.6.2021 31.12.2020 Veränd. in %
Darlehen und Forderungen (mit Recycling) 449 787 -43,0
Zentralnotenbanken - - .
Kreditinstitute 131 132 -0,7
Firmenkunden 92 366 -74,9
Privatkunden - - .
Finanzdienstleister 47 76 -38,9
Öffentliche Haushalte 180 214 -15,9
Verbriefte Schuldinstrumente (mit Recycling) 40 918 42 074 -2,7
Kreditinstitute 15 191 15 025 1,1
Firmenkunden 2 510 1 713 46,5
Finanzdienstleister 7 719 7 259 6,3
Öffentliche Haushalte 15 499 18 077 -14,3
Eigenkapitalinstrumente (ohne Recycling) - - .
Firmenkunden - - .
Finanzdienstleister - - .
Gesamt 41 366 42 862 -3,5

Zum 30. Juni 2021 liegen, analog zum Vorjahr, keine Aktienbestände vor. Aus den bereits veräußerten Aktienbeständen wurden im Vorjahreszeitraum nachträglich Dividendenzahlungen von 1 Mio. Euro im Dividendenergebnis erfolgswirksam vereinnahmt.

Des Weiteren wurden im Vorjahr durch Verkäufe aus einem Portfolio europäischer Standardaktien (Blue Chips) von 1 Mio. Euro erfolgsneutral in den Gewinnrücklagen erfasst.

(23) Finanzielle Verbindlichkeiten - Fair Value Option

Entsprechend den Regelungen des IFRS 9 können bei Vorliegen eines Accounting Mismatchs auf der Passivseite auch die Steuerung finanzieller Verbindlichkeiten auf Fair-Value-Basis sowie das Vorliegen trennungspflichtiger eingebetteter Derivate Voraussetzung für die Anwendung sein.

Wird die Fair Value Option für finanzielle Verbindlichkeiten oder für hybride Verträge angewendet, werden die Fair-Value-Änderungen, die sich aus den Schwankungen des eigenen Bonitätsrisikos (Own Credit Spread) ergeben, nicht erfolgswirksam in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung, sondern erfolgsneutral (ohne Recycling) im Eigenkapital erfasst.

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Mio. € 30.6.2021 31.12.2020 Veränd. in %
Einlagen 33 531 18 015 86,1
Zentralnotenbanken 2 683 769 .
Kreditinstitute 10 461 5 150 .
Firmenkunden 930 909 2,3
Privatkunden 106 127 -16,3
Finanzdienstleister 19 214 10 859 76,9
Öffentliche Haushalte 137 202 -32,2
Begebene Schuldverschreibungen 2 157 2 089 3,3
Sonstige emittierte Schuldtitel 2 157 2 089 3,3
Gesamt 35 688 20 104 77,5

Für Verbindlichkeiten, für die die Fair Value Option angewendet wurde, betrug die in den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres 2021 eingetretene kreditrisikobedingte Änderung der Fair Values 41 Mio. Euro (Vorjahreszeitraum: - 101 Mio. Euro). Kumuliert belief sich die Veränderung auf 119 Mio. Euro (Vorjahreszeitraum: - 88 Mio. Euro).

Durch Abgänge finanzieller Verbindlichkeiten, für die die Fair Value Option angewendet wurde, wurde ein Betrag von 0 Mio. Euro erfolgsneutral in der Gewinnrücklage erfasst. Im Vorjahr wurden keine erfolgsneutralen Umgliederungen in die Gewinnrücklagen vorgenommen.

In den begebenen Schuldverschreibungen ist die Emission eines Green Bonds der Commerzbank mit einem Emissionsvolumen von 500 Mio. Euro enthalten. Diese wurde im September 2020 emittiert. Die kündbare nicht bevorrechtigte nicht-nachrangige Schuldverschreibung (Callable Non-Preferred Senior Bond) hat einen Festzins-Zeitraum bis März 2025 mit einem festen Kupon von 0,75%. Im Anschluss findet ein variabler Kupon Anwendung. Mit dem Erlös finanziert die Bank Projekte im Bereich der erneuerbaren Energien.

In den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres 2021 wurden neue Emissionen mit einem Volumen von 0,1 Mrd. Euro begeben (Vorjahreszeitraum: 2,2 Mrd. Euro). Ein nennenswertes Volumen fälliger Emissionen sowie Rückzahlungen gab es in diesem Zeitraum sowie im Vorjahreszeitraum nicht.

(24) Finanzielle Vermögenswerte - Mandatorily Fair Value P&L

In diesem Posten weisen wir Finanzinstrumente aus, die dem residualen Business Model zugeordnet sind und nicht im Posten Finanzielle Vermögenswerte - Held for Trading ausgewiesen werden. Außerdem sind hier Geschäfte enthalten, die den Business Models "Halten" und "Halten & Verkaufen" zugeordnet und nicht SPPI-konform sind. Beispiele dafür sind Fondsanteile, Genussrechte, stille Einlagen sowie Vermögenswerte, die auf Fair-Value-Basis gesteuert werden.

Unter Eigenkapitalinstrumenten sind ausschließlich Verträge zu verstehen, die einen Residualanspruch an den Vermögenswerten eines Unternehmens nach Abzug aller dazugehörigen Schulden begründen, wie zum Beispiel Aktien oder Anteile an anderen Kapitalgesellschaften.

Eigenkapitalinstrumente sind nicht SPPI-konform, da aus Sicht des Investors kein Anspruch auf Zins- und Tilgungszahlungen besteht, und werden daher in der Regel erfolgswirksam zum Fair Value bewertet. Eine Ausnahme davon besteht für Eigenkapitalinstrumente, für die wir die Option zur erfolgsneutralen Fair-Value-Bewertung ohne Recycling gewählt haben (siehe Note 22).

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Mio. € 30.6.2021 31.12.2020 Veränd. in %
Darlehen und Forderungen 32 776 23 779 37,8
Zentralnotenbanken 6 205 3 902 59,0
Kreditinstitute 7 735 5 953 29,9
Firmenkunden 1 202 927 29,7
Privatkunden 105 119 -12,0
Finanzdienstleister 17 528 12 878 36,1
Öffentliche Haushalte 0 1 -87,5
Verbriefte Schuldinstrumente 4 911 4 192 17,1
Kreditinstitute 181 160 13,3
Firmenkunden 54 124 -56,2
Finanzdienstleister 1 096 1 138 -3,6
Öffentliche Haushalte 3 579 2 770 29,2
Eigenkapitalinstrumente 769 705 9,1
Kreditinstitute 9 9 -
Firmenkunden 629 542 16,0
Finanzdienstleister 130 153 -14,7
Gesamt 38 456 28 677 34,1

(25) Finanzielle Vermögenswerte - Held for Trading

In den finanziellen Vermögenswerten - Held for Trading weisen wir zins- und eigenkapitalbezogene Wertpapiere, Schuldscheindarlehen und sonstige Forderungen, derivative Finanzinstrumente (Derivate, die nicht für Hedge Accounting qualifizieren) sowie sonstige Handelsbestände aus, die dem residualen Business Model zuzuordnen sind und zu Handelszwecken gehalten werden. Diese Finanzinstrumente dienen der Gewinnerzielung aus kurzfristigen Schwankungen der Preise oder Händlermargen.

Die Bewertung dieser finanziellen Vermögenswerte wird unabhängig von der Produktart erfolgswirksam zum Fair Value vorgenommen. Die Fair-Value-Änderungen des jeweiligen Geschäfts werden damit erfolgswirksam in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung ausgewiesen. Kann der Fair Value keinem aktiven Markt entnommen werden, bewerten wir die Bestände grundsätzlich anhand von Vergleichspreisen, indikativer Preise von Preisagenturen beziehungsweise anderen Kreditinstituten (Lead-Managern) oder interner Bewertungsverfahren (Barwert- oder Optionspreismodellen).

Zinserträge und Zinsaufwendungen sowie die Bewertungs- und Veräußerungsergebnisse aus diesen Finanzinstrumenten werden in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung im Ergebnis aus erfolgswirksam zum Fair Value bewerteten finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten erfasst.

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Mio. € 30.6.2021 31.12.2020 Veränd. in %
Darlehen und Forderungen 2 221 2 263 -1,8
Kreditinstitute 986 942 4,6
Firmenkunden 362 445 -18,7
Finanzdienstleister 823 826 -0,3
Öffentliche Haushalte 50 50 -0,1
Verbriefte Schuldinstrumente 4 607 1 806 .
Kreditinstitute 584 184 .
Firmenkunden 587 459 28,0
Finanzdienstleister 873 448 94,8
Öffentliche Haushalte 2 563 716 .
Eigenkapitalinstrumente 2 159 1 059 .
Kreditinstitute 1 1 -56,4
Firmenkunden 1 847 1 058 74,6
Finanzdienstleister 312 0 .
Positive Marktwerte aus derivativen Finanzinstrumenten 37 504 45 524 -17,6
Zinsbezogene Produkte 27 628 33 005 -16,3
Währungsbezogene Produkte 6 454 9 865 -34,6
Aktienbezogene Derivate 979 1 069 -8,4
Kreditbezogene Derivate 274 269 1,7
Übrige derivative Geschäfte 2 169 1 315 64,9
Sonstige Handelsbestände 2 760 1 524 81,1
Gesamt 49 250 52 176 -5,6

(26) Finanzielle Verbindlichkeiten - Held for Trading

In diesem Posten werden derivative Finanzinstrumente (Derivate, die nicht für Hedge Accounting qualifizieren), eigene Emissionen des Handelsbuchs sowie Lieferverbindlichkeiten aus Wertpapierleerverkäufen ausgewiesen.

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Mio. € 30.6.2021 31.12.2020 Veränd. in %
Zertifikate und andere Emissionen 4 3 20,6
Lieferverbindlichkeiten aus Wertpapierleerverkäufen 1 433 412 .
Negative Marktwerte aus derivativen Finanzinstrumenten 33 710 42 429 -20,5
Zinsbezogene derivative Geschäfte 24 901 32 650 -23,7
Währungsbezogene derivative Geschäfte 5 995 8 340 -28,1
Aktienderivate 374 414 -9,8
Kreditderivate 479 430 11,5
Übrige derivative Geschäfte 1 961 596 .
Gesamt 35 146 42 843 -18,0

Kreditrisiken und Kreditverluste

(27) Kreditrisiken und Kreditverluste

Grundsätze und Bewertungen

Unter IFRS 9 werden Wertminderungen für Kreditrisiken bei Kreditgeschäften und Wertpapieren, die nicht erfolgswirksam zum Fair Value zu bewerten sind, anhand eines 3-stufigen Modells auf Basis erwarteter Kreditverluste erfasst. In den Anwendungsbereich dieses Wertminderungsmodells fallen im Commerzbank-Konzern folgende Finanzinstrumente:

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Finanzielle Vermögenswerte in Form von Darlehen und Forderungen sowie verbrieften Schuldinstrumenten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden (Amortised Cost);
Finanzielle Vermögenswerte in Form von Darlehen und Forderungen sowie verbrieften Schuldinstrumenten, die erfolgsneutral zum Fair Value bewertet werden (FVOCI);
Forderungen aus Leasingverhältnissen;
Unwiderrufliche Kreditzusagen, die gemäß IFRS 9 nicht erfolgswirksam zum Fair Value bewertet werden;
Finanzgarantien im Anwendungsbereich des IFRS 9, die nicht erfolgswirksam zum Fair Value bewertet werden.

Die Ermittlung der Wertminderungen erfolgt anhand eines 3-stufigen Modells nach folgenden Vorgaben:

In Stage 1 werden grundsätzlich alle Finanzinstrumente erfasst, deren Risiko eines Kreditausfalls (im Folgenden Ausfallrisiko) sich seit ihrem erstmaligen Bilanzansatz nicht signifikant erhöht hat. Darüber hinaus enthält Stage 1 sämtliche Geschäfte, die am Berichtsstichtag ein geringes Ausfallrisiko aufweisen, bei denen die Commerzbank von dem Wahlrecht des IFRS 9 Gebrauch macht, auf die Beurteilung einer signifikanten Erhöhung des Ausfallrisikos zu verzichten. Dies sind grundsätzlich Wertpapiere, deren internes Bonitätsrating am Berichtsstichtag im Bereich des Investment Grade (entspricht Commerzbank-Rating 2,8 oder besser), liegt. Für Finanzinstrumente in Stage 1 ist eine Wertminderung in Höhe der erwarteten Kreditverluste für die nächsten zwölf Monate ("12-month ECL") zu erfassen.

Stage 2 enthält diejenigen Finanzinstrumente, deren Ausfallrisiko sich nach dem Zeitpunkt ihres erstmaligen Bilanzansatzes signifikant erhöht hat und die zum Berichtsstichtag nicht als Geschäfte mit geringem Ausfallrisiko eingestuft werden. Neben der geschäftsspezifischen PD-Entwicklung definiert die Commerzbank weitere qualitative Kriterien, bei deren Vorliegen eine signifikante Erhöhung des Ausfallrisikos angenommen wird. Die Zuordnung zu Stage 2 erfolgt dann unabhängig von der individuellen PD-Entwicklung. Die Erfassung von Wertminderungen erfolgt in Stage 2 mit den erwarteten Kreditverlusten über die gesamte Restlaufzeit des Finanzinstruments ("Lifetime Expected Credit Loss" beziehungsweise "LECL").

Stage 3 werden Finanzinstrumente zugeordnet, die am Berichtsstichtag als wertgemindert eingestuft werden. Als Kriterium hierfür zieht die Commerzbank die Definition für einen Kreditausfall (Default) gemäß Artikel 178 CRR heran sowie die ergänzende EBA-Leitlinie zur Anwendung der Ausfalldefinition gemäß Artikel 178 der Verordnung (EU) Nr. 575/​2013. Diese Vorgehensweise ist konsistent, da im Rahmen der ECL-Ermittlung ebenfalls aus dem Baseler IRB-Ansatz abgeleitete, statistische Risikoparameter verwendet werden, die an die Anforderungen des IFRS 9 angepasst werden. Für den Default eines Kunden können unter anderem folgende Ereignisse ausschlaggebend sein: • Überziehung größer 90 Tage

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Unwahrscheinlichkeit des Begleichens der Verbindlichkeiten (Unlikely-to-pay)
Sanierung /​ krisenbedingte Restrukturierung mit Zugeständnissen
Die Bank kündigt die Forderungen
Der Kunde ist in Insolvenz.

Für ausgefallene Finanzinstrumente in Stage 3 ist ebenfalls der LECL als Wertminderung zu erfassen. Bei der Ermittlung des LECL wird hier grundsätzlich nach signifikanten und nicht signifikanten Fällen unterschieden. Für nicht signifikante Geschäfte (Volumen bis 5 Mio. Euro) erfolgt die Ermittlung auf Basis statistischer Risikoparameter. Für signifikante Geschäfte (Volumen größer 5 Mio. Euro) wird der LECL als Erwartungswert der Verluste aus individuellen Expertenschätzungen der zukünftigen Cashflows unter Berücksichtigung mehrerer möglicher Szenarien und deren Eintrittswahrscheinlichkeiten ermittelt.

Finanzinstrumente, die bereits im Zeitpunkt ihres erstmaligen Bilanzansatzes als wertgemindert im Sinne der oben beschriebenen Definition einzustufen sind ("Purchased or Originated Credit-Impaired", beziehungsweise "POCI") werden außerhalb des 3-stufigen Wertminderungsmodells behandelt und somit keiner der drei Stages zugeordnet. Der Erstansatz erfolgt zum Fair Value ohne Erfassung einer Wertminderung unter Anwendung eines bonitätsadjustierten Effektivzinssatzes. In den Folgeperioden entspricht die Wertminderung der kumulierten Veränderung des LECL nach dem Bilanzzugang. Auch im Falle einer Gesundung bleibt der LECL Maßstab für die Bewertung.

Forderungen werden bilanzwirksam abgeschrieben, sobald diese uneinbringlich sind. Die Uneinbringlichkeit kann sich zum einen im Abwicklungsprozess aufgrund verschiedener objektiver Kriterien herausstellen. Diese können beispielsweise der Tod des Kreditnehmers ohne verwertbares Nachlassvermögen oder ein abgeschlossenes Insolvenzverfahren ohne weitere Aussicht auf Zahlungen sein. Zum anderen werden Kredite spätestens 720 Tage nach Fälligstellung grundsätzlich als (teilweise) uneinbringlich betrachtet und im Rahmen bestehender Risikovorsorge auf den noch erzielbaren Rückzahlungsbetrag (teil-)abgeschrieben. Die (Teil-)Abschreibung hat dabei keine unmittelbaren Auswirkungen auf laufende Beitreibungsmaßnahmen.

Beurteilung einer signifikanten Erhöhung des Ausfallrisikos

Die Commerzbank verwendet grundsätzlich die Ausfallwahrscheinlichkeit (Probability of Default; PD) als Messgröße für die Beurteilung, ob sich das Ausfallrisiko eines Finanzinstruments gegenüber dem Zugangszeitpunkt signifikant erhöht hat. Durch die Verankerung der Überprüfung des relativen Transferkriteriums in den robusten Verfahren und Prozessen des konzernweiten Kreditrisikomanagement Frameworks der Bank (insbesondere Kreditrisikofrüherkennung, Überziehungscontrolling und Re-Rating-Prozess) wird sichergestellt, dass eine signifikante Erhöhung des Ausfallrisikos zuverlässig und zeitnah nach objektiven Kriterien erkannt wird. Darüber hinaus wendet die Commerzbank für die Zuordnung zu Stage 2 zusätzliche qualitative Kriterien (unter anderem eine Überziehung > 30 Tagen) an, bei deren Vorliegen unabhängig von der PD ein signifikanter Anstieg des Ausfallrisikos angenommen wird.

Die Überprüfung, ob am Berichtsstichtag eine signifikante Erhöhung des Ausfallrisikos gegenüber dem Zugangszeitpunkt des betreffenden Finanzinstruments vorliegt, erfolgt zum Berichtsstichtag grundsätzlich durch einen Vergleich der beobachteten Ausfallwahrscheinlichkeit über die Restlaufzeit des Finanzinstruments ("Lifetime-PD") mit der im Zugangszeitpunkt erwarteten Lifetime-PD über denselben Zeitraum.

Ein Rücktransfer von Finanzinstrumenten aus Stage 2 nach Stage 1 wird vorgenommen, wenn am Berichtsstichtag das Ausfallrisiko gegenüber dem Zugangszeitpunkt nicht mehr signifikant erhöht ist.

Ermittlung Expected Credit Loss

Die Commerzbank ermittelt den ECL als wahrscheinlichkeitsgewichteten, unverzerrten und diskontierten Erwartungswert zukünftiger Kreditausfälle grundsätzlich über die gesamte Restlaufzeit des jeweiligen Finanzinstruments, das heißt die maximale Vertragslaufzeit (einschließlich Verlängerungsoptionen) über die die Commerzbank einem Kreditrisiko ausgesetzt ist. Als "12-month ECL" für die Erfassung von Wertminderungen in Stage 1 wird dabei derjenige Teil des LECL definiert, welcher aus Ausfallereignissen resultiert, die innerhalb von zwölf Monaten nach dem Berichtsstichtag erwartet werden.

Die Ermittlung des ECL erfolgt für Stage 1 und Stage 2 sowie für die nicht signifikanten Finanzinstrumente in Stage 3 einzelgeschäftsbasiert unter Verwendung statistischer Risikoparameter, die aus dem Baseler IRB-Ansatz abgeleitet und an die Anforderungen des IFRS 9 angepasst wurden. Wesentliche Hauptparameter sind dabei:

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die kundenspezifische Ausfallwahrscheinlichkeit (Probability of Default, PD);
die Verlustquote bei Ausfall (Loss Given Default, LGD);
die Forderungshöhe zum Zeitpunkt des Ausfalls (Exposure at Default, EaD).

Alle verwendeten Risikoparameter aus den internen Modellen der Bank werden zur Erfüllung der spezifischen IFRS 9-Anforderungen entsprechend angepasst und der Prognosehorizont wird zur Abdeckung der Gesamtlaufzeit der Finanzinstrumente entsprechend erweitert. So werden beispielsweise bei der Prognose des Exposureverlaufs über die Gesamtlaufzeit der Finanzinstrumente insbesondere auch vertragliche und gesetzliche Kündigungsrechte berücksichtigt.

Bei Kreditprodukten, die aus einem in Anspruch genommenen Kreditbetrag und aus einer offenen Kreditlinie bestehen und bei denen bei üblicher Geschäftspraxis das Kreditrisiko nicht auf die vertragliche Kündigungsfrist beschränkt wird, (in der Commerzbank betrifft dies insbesondere revolvierende Produkte ohne vertraglich vereinbarte Tilgungsstruktur, wie zum Beispiel Kontokorrentkredite und Kreditkartenfazilitäten) ist der LECL über eine verhaltensbezogene Laufzeit zu ermitteln, welche typischerweise die maximale Vertragslaufzeit übersteigt. Um eine empirisch fundierte Abbildung des LECL im Einklang mit den IFRS 9-Anforderungen sicherzustellen, nimmt die Commerzbank bei diesen Produkten eine direkte Ermittlung des LECL auf Basis von realisierten historischen Verlusten vor.

Grundsätzlich werden bei der IFRS 9-spezifischen Schätzung der Risikoparameter neben historischen Ausfallinformationen insbesondere auch das aktuelle wirtschaftliche Umfeld (point-in-time Ausrichtung) sowie zukunftsbezogene Informationen berücksichtigt. Insbesondere werden dabei makroökonomische Prognosen der Bank regelmäßig im Hinblick auf ihre Auswirkungen auf die Höhe des ECL geprüft und in die ECL-Ermittlung einbezogen.

Hierfür wird ein Baseline-Szenario verwendet, welches auf dem jeweils gültigen Konsensus (Prognosen verschiedener Banken zu wesentlichen makroökonomischen Einflussgrößen, wie zum Beispiel BIP-Wachstum und Arbeitslosenquote) beruht und um weitere modellrelevante makroökonomische Parameter ergänzt wird. In der aktuellen Berichtsperiode hat die Commerzbank aufgrund nachfolgend beschriebenen Unsicherheiten beschlossen, auch bei einer aktuell positiveren EZB-Prognose vom 10. Juni 2021 am bisherigen Baseline-Szenario festzuhalten. Für die mBank wurde das der lokalen Risikovorsorgeermittlung zugrundeliegende, Polen-spezifische Szenario entsprechend auf Konsistenz geprüft. Die Beibehaltung des Baseline-Szenario spiegelt die weiterhin bestehenden Unsicherheiten wider. Trotz spürbarer Beschleunigung der Impfkampagne weltweit, gefährden aggressivere Mutationen die positive Entwicklung. Es ist derzeit nicht absehbar, ob und in welchem Umfang nochmals durch schärfere Maßnahmen auf die Pandemie reagiert werden muss und wie sich das auf die wirtschaftliche Erholung auswirkt. Das Baseline Szenario beinhaltet folgende wesentliche Annahmen:

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Baseline Szenario 2021
GDP-Wachstum
Deutschland 3,0%
Eurozone 3,9%
Polen 0,2%
Arbeitslosenquote
Deutschland 6,7%
Eurozone 10,1%
Polen 6,6%

Die Übersetzung des makroökonomischen Baseline-Szenarios in Auswirkungen auf die Risikoparameter basiert auf statistisch abgeleiteten Modellen. Der aktuellen Situation Rechnung tragend, haben wir eine ausreichende Einbindung der relevanten Experten im Rahmen der existierenden Policies sichergestellt. Potenzielle Effekte aus nicht linearen Zusammenhängen zwischen unterschiedlichen makroökonomischen Szenarien und dem ECL werden mithilfe eines separat ermittelten Anpassungsfaktors korrigiert. Der Faktor wurde im zweiten Quartal 2021 anlassbezogen überprüft und unverändert als angemessen bewertet.

Bei der Ermittlung des Expected Credit Loss sind außerdem unter Umständen zusätzliche Effekte über ein separat ermitteltes Adjustment auf das IFRS 9 ECL-Modellergebnis zu berücksichtigen, die aus Szenarien oder Ereignissen resultieren, die nicht im Rahmen der Modellierung des dargestellten IFRS 9 ECL-Parameter-Sets abgebildet werden (dies kann singuläre Ereignisse betreffen, wie zum Beispiel Naturkatastrophen, materielle politische Entscheidungen, militärische Konflikte). Die Prüfung der Notwendigkeit solcher Top Level Adjustments (TLA) unter Einbindung des Senior Managements und die etwaige Umsetzung sind in einer Policy geregelt.

Im Geschäftsjahr 2020 wurde eine solche Anpassung des IFRS 9 ECL-Modellergebnisses aufgrund der Corona Pandemie als notwendig erachtet. Die im Standardmodell verwendeten Parameter reflektierten weder die ökonomischen Auswirkungen der weltweiten Lockdowns noch die massiven Stützungs- und Hilfsmaßnahmen der Staaten und Institutionen. Die Angemessenheit des TLA wurde zum Berichtsstichtag 30. Juni 2021 im Hinblick auf die aktuelle Entwicklung der Pandemie beziehungsweise der ökonomischen Auswirkungen geprüft. Die Überprüfung ergab, dass das TLA weiterhin den bestehenden Unsicherheiten angemessen Rechnung trägt.

Zum 30. Juni 2021 war hier insbesondere relevant, dass die wirtschaftliche Entwicklung auch weiterhin maßgeblich vom Fortgang der Corona-Pandemie bestimmt werden wird. Es ist aktuell bereits ersichtlich, dass die Delta-Variante des Corona-Virus spätestens im Herbst in Europa und wohl auch in den USA für eine neue Infektionswelle sorgen. Nicht zuletzt dank dem fortgeschrittenen Impfprozess dürfte diese deutlich milder ausfallen als im Herbst vergangenen Jahres. Dennoch ist zu erwarten, dass die Corona-Beschränkungen in einigen kontaktintensiven Bereichen wieder verschärft werden, was sich negativ auf die wirtschaftliche Erholung auswirken kann.

Im ersten Halbjahr 2021 waren bisher weder signifikante Migrationen nach Stage 2 noch ein Anstieg der Kreditausfälle zu verzeichnen, Geschäftsvolumina gingen leicht zurück und Ausfallwahrscheinlichkeiten blieben im Gesamtportfolio stabil.

Für das Teilportfolio Corporates liegt erst für lediglich ein Viertel der Unternehmen Abschlüsse für das Bilanzjahr 2020 vor, die die Krise in Teilen reflektieren. Tilgungen für die in großem Umfang von Unternehmen in Anspruch genommene KfW-Kredite setzen erst ab dem Jahresende 2021 ein. Daher betrachtet die Commerzbank weiterhin die im TLA berücksichtigten Aufschläge auf die Ausfallwahrscheinlichkeiten als adäquat. Weitere Informationen zum TLA enthält der Risikobericht (siehe Seite 18 ff.). Insgesamt entwickelten sich die Wertberichtigungen für Risiken aus finanziellen Vermögenswerten und die Rückstellungen für außerbilanzielle Geschäfte wie folgt:

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Mio. € Stand 1.1.2021 Netto-Zuführung /​ Auflösung Verbrauch Veränderung im Konsolidierungskreis Wechselkursänderungen/​ Umbuchungen Stand 30.6.2021
Wertberichtigungen für Risiken aus finanziellen Vermögenswerten 3 111 212 407 - -8 2 909
Finanzielle Vermögenswerte - Amortised Cost 3 093 221 407 - -8 2 898
Darlehen und Forderungen 3 043 225 407 - -9 2 853
Verbriefte Schuldinstrumente 50 -5 - - 1 46
Finanzielle Vermögenswerte - Fair Value OCI 19 -8 - - 0 11
Darlehen und Forderungen 10 -10 - - 0 0
Verbriefte Schuldinstrumente 8 2 - - 0 10
Rückstellungen für Finanzgarantien 11 2 - - 3 16
Rückstellungen für Kreditzusagen 305 34 - - -2 337
Rückstellungen für sonstige Gewährleistungen 183 -13 - - 1 171
Gesamt 3 611 235 407 - -6 3 434

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Mio. € Stand 1.1.2020 Netto-Zuführung /​ Auflösung Verbrauch Veränderung im Konsolidierungskreis Wechselkursänderungen/​ Umbuchungen Stand 31.12.2020
Wertberichtigungen für Risiken aus finanziellen Vermögenswerten 2 175 1 565 569 - -59 3 111
Finanzielle Vermögenswerte - Amortised Cost 2 167 1 550 567 - -58 3 093
Darlehen und Forderungen 2 111 1 556 567 - -57 3 043
Verbriefte Schuldinstrumente 56 -5 - - -1 50
Finanzielle Vermögenswerte - Fair Value OCI 8 14 3 - -0 19
Darlehen und Forderungen 1 9 - - -0 10
Verbriefte Schuldinstrumente 6 5 3 - -0 8
Rückstellungen für Finanzgarantien 9 2 - - -0 11
Rückstellungen für Kreditzusagen 129 178 - - -2 305
Rückstellungen für sonstige Gewährleistungen 182 4 - - -3 183
Gesamt 2 496 1 748 569 - -64 3 611

Die Aufteilung nach Stages stellte sich im laufenden Geschäftsjahr wie folgt dar:

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Mio. € Stage 1 Stage 2 Stage 3 POCI Gesamt
Wertberichtigungen für Risiken aus finanziellen Vermögenswerten 303 720 1 822 64 2 909
Darlehen und Forderungen 266 701 1 822 64 2 853
Verbriefte Schuldinstrumente 36 20 - - 56
Rückstellungen für Finanzgarantien 3 6 3 4 16
Rückstellungen für Kreditzusagen 103 169 30 35 337
Rückstellungen für sonstige Gewährleistungen 2 59 81 29 171
Gesamt 411 955 1 937 131 3 434

Zur Ermittlung der Risikovorsorge ist es erforderlich Annahmen zu treffen, die insbesondere in einem dynamischen Umfeld hohen Schätzunsicherheiten unterliegen. Zum Berichtsstichtag beläuft sich der, auf Grundlage des Baseline-Szenarios unter Berücksichtigung der Veröffentlichung der EZB ermittelte, Expected Credit Loss Stage 1/​2 auf 1,3 Mrd. Euro. In einem Stressszenario, das weitere Maßnahmen inkl. angeordneter umfassender Produktionsstops und eine anhaltende globale Rezession einbezieht, käme es zu stärkeren Ergebnisbelastungen. Neben zusätzlichen Kreditausfällen würde der geschätzte Expected Credit Loss Stage 1/​2 um 0,8 Mrd. Euro steigen.

Zum 31. Dezember 2020 stellte sich die Aufteilung wie folgt dar:

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Mio. € Stage 1 Stage 2 Stage 3 POCI Gesamt
Wertberichtigungen für Risiken aus finanziellen Vermögenswerten 290 707 2 039 75 3 111
Darlehen und Forderungen 253 686 2 039 75 3 053
Verbriefte Schuldinstrumente 38 21 - - 58
Rückstellungen für Finanzgarantien 2 2 4 4 11
Rückstellungen für Kreditzusagen 105 150 22 29 305
Rückstellungen für sonstige Gewährleistungen 2 80 71 31 183
Gesamt 399 939 2 135 139 3 611

Sonstige Erläuterungen zu Finanzinstrumenten

(28) IFRS 13 Bewertungshierarchien und Angabepflichten

Hierarchie der Fair Values

Nach IFRS 13 werden Finanzinstrumente wie folgt in die dreistufige Bewertungshierarchie zum Fair Value eingestuft:

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Level 1: Finanzinstrumente, deren Fair Value auf Basis notierter Preise für identische Finanzinstrumente an aktiven Märkten ermittelt wird.
Level 2: Finanzinstrumente, für die keine notierten Preise für identische Instrumente an einem aktiven Markt verfügbar sind und deren Fair Value unter Einsatz von Bewertungsmethoden ermittelt wird, die auf beobachtbare Marktparameter zurückgreifen.
Level 3: Finanzinstrumente, die unter Anwendung von Bewertungsmethoden bewertet werden, für die bei mindestens einem wesentlichen Eingangswert nicht ausreichend beobachtbare Marktdaten vorhanden sind und bei denen mindestens dieser Eingangswert den Fair Value nicht nur unwesentlich beeinflusst.

Bezüglich der für Kreditinstitute relevanten Methoden der Modellbewertung (Level 2 und 3) unterscheidet IFRS 13 den marktbasierten Ansatz (Market Approach) und den einkommensbasierten Ansatz (Income Approach). Der Market Approach umfasst Bewertungsmethoden, die auf Informationen über identische oder vergleichbare Vermögenswerte und Schulden zurückgreifen.

Der Income Approach spiegelt die heutigen Erwartungen über zukünftige Zahlungsströme, Aufwendungen oder Erträge wider. Zum Income Approach zählen auch Optionspreismodelle. Diese Bewertungen unterliegen in höherem Maße den Einschätzungen des Managements. Dabei werden in größtmöglichem Umfang Marktdaten oder Daten Dritter und in geringem Maße unternehmensspezifische Eingangswerte herangezogen.

Bewertungsmodelle müssen anerkannten betriebswirtschaftlichen Methoden zur Bewertung von Finanzinstrumenten entsprechen und alle Faktoren berücksichtigen, die Marktteilnehmer bei der Festlegung eines Preises als angemessen betrachten würden.

Die realisierbaren Fair Values, die zu einem späteren Zeitpunkt erzielbar sind, können grundsätzlich von den geschätzten Fair Values abweichen.

Alle Fair Values unterliegen den internen Kontrollen und Verfahren des Commerzbank-Konzerns, in denen die Standards für deren unabhängige Prüfung oder Validierung festgelegt sind. Diese Kontrollen und Verfahren werden von der Independent Price Verification Group (IPV) innerhalb der Riskfunktion durchgeführt beziehungsweise koordiniert. Die Modelle, die einfließenden Daten und die daraus resultierenden Fair Values werden regelmäßig vom Senior-Management und der Risikofunktion überprüft.

Angabepflichten

Im Folgenden wird unterschieden in:

a) Zum Fair Value bilanzierte Finanzinstrumente (Fair Value OCI, Fair Value Option, Mandatorily Fair Value P&L und Held for Trading);

b) Zu Amortised Cost bilanzierte Finanzinstrumente.

Die jeweiligen Angabepflichten dieser Finanzinstrumente leiten sich aus IFRS 7 und IFRS 13 ab. Damit sind beispielsweise Bewertungstechniken und verwendete Inputfaktoren für Level 2 und 3 sowie quantitative Angaben über nicht beobachtbare Inputfaktoren (Level 3) zu erläutern. Ebenso sind Angaben, Gründe und der Zeitpunkt für Umgliederungen zwischen den Bewertungshierarchien, die Überleitungen der stichtagsbezogenen Anfangs- und Endbestände für Level-3-Bestände und die unrealisierten Gewinne und Verluste zu nennen. Weiterhin sind Sensitivitäten für die nicht beobachtbaren Inputparameter (Level 3) darzustellen sowie Angaben zum Day-One Profit or Loss erforderlich.

a) Zum Fair Value bilanzierte Finanzinstrumente

Der Fair Value eines Vermögenswertes ist nach IFRS 13 der Betrag, zu dem dieser zwischen sachverständigen, vertragswilligen und voneinander unabhängigen Geschäftspartnern verkauft werden könnte. Der Fair Value entspricht somit einem Veräußerungspreis. Für Verbindlichkeiten ist der Fair Value definiert als der Preis, zu dem die Schuld im Rahmen einer geordneten Transaktion an einen Dritten übertragen werden könnte.

Für die Bewertung von Verbindlichkeiten ist zudem das eigene Bonitätsrisiko (Own Credit Spread) zu berücksichtigen. Sofern Sicherheiten von Dritten für unsere Verbindlichkeiten gestellt werden (zum Beispiel Garantien), sind diese bei der Bewertung grundsätzlich nicht zu berücksichtigen, da die Rückzahlungsverpflichtung seitens der Bank weiterhin bestehen bleibt.

Im Rahmen der Bewertung derivativer Geschäfte wird von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, Nettorisikopositionen für finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten zu bilden. Bei der Bewertung wird neben dem Ausfallrisiko des Kontrahenten auch das eigene Ausfallrisiko berücksichtigt. Die Ermittlung von Credit Valuation Adjustments (CVA) und Debit Valuation Adjustments (DVA) erfolgt durch eine Simulation der zukünftigen Marktwerte der Derivateportfolios mit den jeweiligen Kontrahenten auf Basis beobachtbarer Marktdaten (zum Beispiel CDS-Spreads). Für die refinanzierungsbezogenen Bewertungsanpassungen (Funding Valuation Adjustments; FVA) werden die Refinanzierungsaufwendungen und -erträge von unbesicherten Derivaten und besicherten Derivaten, bei denen nur teilweise Sicherheiten vorliegen oder die Sicherheiten nicht zur Refinanzierung verwendet werden können, im Fair Value berücksichtigt. Wie für CVA/​DVA werden auch FVA über die Erwartungswerte der zukünftigen positiven beziehungsweise negativen Portfoliomarktwerte unter Verwendung beobachtbarer Marktdaten (zum Beispiel CDS-Spreads) bestimmt. Die zur FVA-Berechnung verwendete Fundingkurve wird durch die Commerzbank-Fundingkurve approximiert.

Nach IFRS 9 sind alle Finanzinstrumente beim erstmaligen Ansatz zu ihrem Fair Value zu bewerten. In der Regel ist das der Transaktionspreis. Bezieht sich ein Teil davon auf etwas anderes als das zu bewertende Finanzinstrument, wird der Fair Value unter Anwendung eines Bewertungsverfahrens geschätzt.

Die in der Bilanz zum Fair Value ausgewiesenen Finanzinstrumente werden in nachfolgenden Übersichten nach den IFRS-9-Bewertungskategorien sowie nach Klassen gegliedert dargestellt.

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Finanzielle Vermögenswerte | Mrd. € 30.6.2021 31.12.2020
Level 1 Level 2 Level 3 Gesamt Level 1 Level 2
--- --- --- --- --- --- ---
Finanzielle Vermögenswerte - Fair Value OCI
Darlehen und Forderungen - 0,4 - 0,4 - 0,8
Verbriefte Schuldinstrumente 29,9 10,6 0,4 40,9 30,9 10,8
Eigenkapitalinstrumente - - - - - -
Finanzielle Vermögenswerte -

Mandatorily Fair Value P&L
Darlehen und Forderungen - 31,5 1,3 32,8 - 22,6
Verbriefte Schuldinstrumente 0,8 3,2 0,9 4,9 1,0 2,3
Eigenkapitalinstrumente 0,0 0,0 0,7 0,8 0,0 0,0
Finanzielle Vermögenswerte - Held for Trading
Darlehen und Forderungen 0,9 1,0 0,3 2,2 1,0 0,9
Verbriefte Schuldinstrumente 3,2 1,4 - 4,6 1,1 0,7
Eigenkapitalinstrumente 2,2 0,0 0,0 2,2 1,1 -
Derivate - 36,5 1,0 37,5 - 44,4
Sonstige 2,8 - - 2,8 1,5 -
Positive Marktwerte aus derivativen Finanzinstrumenten
Hedge Accounting - 0,9 - 0,9 - 1,9
Zur Veräußerung gehaltene langfristige

Vermögenswerte und

Veräußerungsgruppen
Darlehen und Forderungen - 0,0 - 0,0 - 0,0
Verbriefte Schuldinstrumente 0,0 0,0 - 0,0 0,0 0,0
Eigenkapitalinstrumente 0,0 - 0,0 0,0 0,0 -
Derivate - 1,8 0,1 1,9 - 1,9
Gesamt 39,9 87,3 4,7 131,8 36,6 86,2

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Finanzielle Vermögenswerte | Mrd. € 31.12.2020
Level 3 Gesamt
--- --- ---
Finanzielle Vermögenswerte - Fair Value OCI
Darlehen und Forderungen - 0,8
Verbriefte Schuldinstrumente 0,4 42,1
Eigenkapitalinstrumente - -
Finanzielle Vermögenswerte -

Mandatorily Fair Value P&L
Darlehen und Forderungen 1,2 23,8
Verbriefte Schuldinstrumente 0,9 4,2
Eigenkapitalinstrumente 0,6 0,7
Finanzielle Vermögenswerte - Held for Trading
Darlehen und Forderungen 0,4 2,3
Verbriefte Schuldinstrumente - 1,8
Eigenkapitalinstrumente 0,0 1,1
Derivate 1,2 45,5
Sonstige - 1,5
Positive Marktwerte aus derivativen Finanzinstrumenten
Hedge Accounting - 1,9
Zur Veräußerung gehaltene langfristige

Vermögenswerte und

Veräußerungsgruppen
Darlehen und Forderungen - 0,0
Verbriefte Schuldinstrumente - 0,0
Eigenkapitalinstrumente 0,0 0,0
Derivate 0,2 2,1
Gesamt 4,8 127,7

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Finanzielle Verbindlichkeiten | Mrd. € 30.6.2021 31.12.2020
Level 1 Level 2 Level 3 Gesamt Level 1 Level 2
--- --- --- --- --- --- ---
Finanzielle Verbindlichkeiten - Fair Value Option
Einlagen - 33,5 - 33,5 - 18,0
Begebene Schuldverschreibungen 2,2 - - 2,2 2,1 -
Finanzielle Verbindlichkeiten - Held for Trading
Derivate - 33,1 0,6 33,7 - 41,8
Zertifikate und andere Emissionen 0,0 - - 0,0 0,0 -
Lieferverbindlichkeiten aus

Wertpapierleerverkäufen
1,3 0,1 - 1,4 0,4 0,0
Negative Marktwerte aus derivativen

Sicherungsinstrumenten
Hedge Accounting - 5,5 - 5,5 - 5,9
Verbindlichkeiten aus

Veräußerungsgruppen
Einlagen - 0,0 - 0,0 - 0,0
Begebene Schuldverschreibungen - - - - - -
Derivate - 1,7 0,1 1,8 - 1,9
Zertifikate und andere Emissionen - - - - 0,0 -
Lieferverbindlichkeiten aus

Wertpapierleerverkäufen
0,0 - - 0,0 0,0 -
Gesamt 3,5 74,0 0,6 78,1 2,5 67,6

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Finanzielle Verbindlichkeiten | Mrd. € 31.12.2020
Level 3 Gesamt
--- --- ---
Finanzielle Verbindlichkeiten - Fair Value Option
Einlagen 0,0 18,0
Begebene Schuldverschreibungen - 2,1
Finanzielle Verbindlichkeiten - Held for Trading
Derivate 0,7 42,4
Zertifikate und andere Emissionen 0,0 0,0
Lieferverbindlichkeiten aus

Wertpapierleerverkäufen
- 0,4
Negative Marktwerte aus derivativen

Sicherungsinstrumenten
Hedge Accounting - 5,9
Verbindlichkeiten aus

Veräußerungsgruppen
Einlagen - 0,0
Begebene Schuldverschreibungen - -
Derivate 0,1 2,0
Zertifikate und andere Emissionen - 0,0
Lieferverbindlichkeiten aus

Wertpapierleerverkäufen
- 0,0
Gesamt 0,8 70,9

Eine Level-Reklassifizierung ist die Umgliederung eines Finanzinstruments innerhalb der dreistufigen Fair-Value-Bewertungshierarchie. Dies kann beispielsweise aus Marktveränderungen resultieren, die Auswirkungen auf die Inputfaktoren zur Bewertung des Finanzinstruments haben.

Die Commerzbank nimmt Umgliederungen zum Ende der Berichtsperiode vor.

In den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres 2021 wurden 1,3 Mrd. Euro verbriefte Schuldinstrumente der Kategorie FVOCI, 0,3 Mrd. Euro verbriefte Schuldinstrumente der Kategorie mFVPL und 0,3 Mrd. Euro verbriefte Schuldinstrumente der Kategorie HFT von Level 2 nach Level 1 zurückgegliedert, da wieder notierte Marktpreise verfügbar waren. Dagegen wurden 0,4 Mrd. Euro verbriefte Schuldinstrumente der Kategorie HFT und 0,3 Mrd. Euro verbriefte Schuldinstrumente der Kategorie FVOCI von Level 1 nach Level 2 umgegliedert, da keine notierten Marktpreise verfügbar waren. Darüber hinaus wurden keine nennenswerten Reklassifizierungen zwischen Level 1 und Level 2 vorgenommen.

Im Geschäftsjahr 2020 wurden 0,1 Mrd. Euro verbriefte Schuldinstrumente der Kategorie HFT und 0,1 Mrd. Euro verbriefte Schuldinstrumente bei zur Veräußerung gehaltenen langfristigen Vermögenswerten und Veräußerungsgruppen von Level 2 nach Level 1 zurückgegliedert, da wieder notierte Marktpreise verfügbar waren. Dagegen wurden 0,1 Mrd. Euro verbriefte Schuldinstrumente bei zur Veräußerung gehaltenen langfristigen Vermögenswerten und Veräußerungsgruppen von Level 1 nach Level 2 umgegliedert, da keine notierten Marktpreise verfügbar waren. Darüber hinaus wurden keine nennenswerten Reklassifizierungen zwischen Level 1 und Level 2 vorgenommen.

Die Level 3 zugeordneten Finanzinstrumente entwickelten sich wie folgt:

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Finanzielle Vermögenswerte | Mio. € Finanzielle

Vermögenswerte - Fair Value OC
Finanzielle

Vermögenswerte - Mandatorily Fair Value P&L
Finanzielle

Vermögenswerte - Held for Trading
Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und Veräußerungsgruppen Gesamt
Fair Value zum 1.1.2021 386 2 746 1 519 157 4 808
Veränderungen im Konsolidierungskreis - - - - -
Erfolgswirksam erfasste

Gewinne/​Verluste der Periode
11 44 -50 17 23
darunter: aus unrealisierten Gewinnen/​Verlusten 11 44 -50 18 23
In der Neubewertungsrücklage erfasste Gewinne/​Verluste - - - - -
Käufe - 167 41 - 208
Verkäufe - -70 -79 - -149
Emissionen - - - - -
Rückzahlungen - - -120 -53 -173
Umbuchungen in Level 3 - 10 0 0 10
Umbuchungen aus Level 3 - -3 -9 -15 -27
IFRS 9 Reklassifizierungen - - - - -
Umbuchungen aus/​in Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und Vermögenswerte aus

Veräußerungsgruppen
- - - - -
Fair Value zum 30.6.2021 397 2 894 1 302 106 4 699

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Finanzielle Vermögenswerte | Mio. € Finanzielle

Vermögenswerte - Fair Value OCI
Finanzielle

Vermögenswerte - Mandatorily Fair Value P&L
Finanzielle

Vermögenswerte - Held for Trading
Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und Veräußerungsgruppen Gesamt
Fair Value zum 1.1.2020 29 3 931 1 625 237 5 822
Veränderungen im Konsolidierungskreis - - - - -
Erfolgswirksam erfasste

Gewinne/​Verluste der Periode
68 - 51 120 - 9 128
darunter: aus unrealisierten Gewinnen/​Verlusten 68 - 51 105 19 141
In der Neubewertungsrücklage erfasste

Gewinne/​Verluste
- - - - -
Käufe 549 454 240 - 1 243
Verkäufe - 28 - 1 184 - 205 - -1 417
Emissionen - - - - -
Rückzahlungen - - - 1 417 - 43 -1 460
Umbuchungen in Level 3 4 615 74 1 296 68 6 053
Umbuchungen aus Level 3 - 4 847 - 478 - 140 - 96 -5 561
IFRS 9 Reklassifizierungen - - - - -
Umbuchungen aus/​in Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und Vermögenswerte aus

Veräußerungsgruppen
- - - - -
Fair Value zum 31.12.2020 386 2 746 1 519 157 4 808

Die unrealisierten Gewinne oder Verluste aus zu Handelszwecken gehaltenen Finanzinstrumenten (Wertpapiere und Derivate) sowie aus erfolgswirksam zum Fair Value bewerteten Forderungen und Wertpapieren sind Bestandteil des Ergebnisses aus erfolgswirksam zum Fair Value bewerteten finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten.

In den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres 2021 wurden bei den finanziellen Vermögenswerten keine wesentlichen Umgliederungen zwischen Level 2 in Level 3 vorgenommen.

Im ersten Quartal 2020 wurde eine Umgliederung für verbriefte Schuldinstrumente, mit Rating AAA besicherte Collaterised Loan Obligations, der Kategorie FVOCI in Höhe von 4,8 Mrd. Euro von Level 2 nach Level 3 vorgenommen. Aufgrund der Corona-Pandemie haben sich im März 2020 verschiedene Marktteilnehmer vom Sekundärmarkt für Collaterised Loan Obligations zurückgezogen. Zusätzlich wurden in diesem Zeitraum nahezu keine Primärmarktemissionen getätigt. Die Bank stufte die nur noch vereinzelt stattgefundenen Transaktionen als nicht geordnet ein und verwendete die Preise dieser Transaktionen entsprechend nicht mehr als Inputparameter zur Fair Value Ermittlung. Die Bewertungstechnik wurde auf einen Mark-to-Model-Ansatz umgestellt, bei dem wesentliche Inputparameter auf Schätzungen basierten. Dieser Bestand wurde im zweiten Quartal 2020 wieder nach Level 2 umgegliedert, da wieder beobachtbare Marktparameter vorlagen.

Zudem wurden im Geschäftsjahr 2020 Umgliederungen von Level 2 in Level 3 von 0,1 Mrd. Euro für Derivate bei zur Veräußerung gehaltenen langfristigen Vermögenswerten und Veräußerungsgruppen, 0,4 Mrd. Euro für Darlehen und Forderungen der Kategorie HFT und 0,8 Mrd. Euro für Derivate in der Aktiva der Kategorie HFT vorgenommen, da keine am Markt beobachtbaren Parameter vorlagen. Dagegen wurden Umgliederungen von 0,1 Mrd. Euro für Derivate bei zur Veräußerung gehaltenen langfristigen Vermögenswerten und Veräußerungsgruppen und 0,4 Mrd. Euro für Darlehen und Forderungen der Kategorie mFVPL von Level 3 in Level 2 vorgenommen, da wieder beobachtbare Marktparameter vorlagen. Darüber hinaus wurden keine nennenswerten Umgliederungen vorgenommen.

Zum 1. Januar 2019 wurde aus Level 3 ein Portfolio für Darlehen und Forderungen der Kategorie mFVPL in Höhe von 2,8 Mrd. Euro in die IFRS-9 Kategorie AC ebenfalls in Level 3 reklassifiziert (siehe Note 20).

Die dem Level 3 zugeordneten finanziellen Verbindlichkeiten entwickelten sich im Geschäftsjahr wie folgt:

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Finanzielle Verbindlichkeiten | Mio. € Finanzielle

Verbindlichkeiten - Fair Value Option
Finanzielle Verbindlichkeiten - Held for Trading Verbindlichkeiten aus Veräußerungsgruppen Gesamt
Fair Value zum 1.1.2021 - 654 100 754
Veränderungen im Konsolidierungskreis - - - -
Erfolgswirksam erfasste Gewinne/​Verluste der Periode - 46 -6 40
darunter: aus unrealisierten Gewinnen/​Verlusten - 46 8 54
Käufe - 278 278
Verkäufe - -413 -0 -414
Emissionen - - - -
Rückzahlungen - - -25 -25
Umbuchungen in Level 3 - - 2 2
Umbuchungen aus Level 3 - -3 -4 -7
Umbuchungen aus/​in Verbindlichkeiten von zur

Veräußerung gehaltenen Veräußerungsgruppen
- - - -
Fair Value zum 30.6.2021 - 562 67 629

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Finanzielle Verbindlichkeiten | Mio. € Finanzielle

Verbindlichkeiten - Fair Value Option
Finanzielle

Verbindlichkeiten - Held for Trading
Verbindlichkeiten aus Veräußerungsgruppen Gesamt
Fair Value zum 1.1.2020 - 1 050 336 1 385
Veränderungen im Konsolidierungskreis - - - -
Erfolgswirksam erfasste Gewinne/​Verluste der Periode -6 -94 17 -83
darunter: aus unrealisierten Gewinnen/​Verlusten -6 -89 16 -79
Käufe 6 327 - 333
Verkäufe - -190 -61 -251
Emissionen - - - -
Rückzahlungen - -660 -62 -722
Umbuchungen in Level 3 - 285 359 644
Umbuchungen aus Level 3 - -64 -489 -553
Umbuchungen aus/​in Verbindlichkeiten von zur Veräußerung gehaltenen Veräußerungsgruppen - - - -
Fair Value zum 31.12.2020 - 654 100 753

Die unrealisierten Gewinne oder Verluste aus zu Handelszwecken gehaltenen Verbindlichkeiten sind Bestandteil des Ergebnisses aus erfolgswirksam zum Fair Value bewerteten finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten.

In den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres 2021 wurden bei den Finanziellen Verbindlichkeiten keine wesentlichen Umgliederungen zwischen Level 2 und Level 3 vorgenommen.

Im Geschäftsjahr 2020 wurden Umgliederungen von 0,2 Mrd. Euro für Derivate Verbindlichkeiten der Kategorie HFT, 0,1 Mrd. Euro für Zertifikate und an deren Emissionen bei Verbindlichkeiten aus Veräußerungsgruppen und 0,1 Mrd. Euro für Derivate bei Verbindlichkeiten aus Veräußerungsgruppen von Level 2 in Level 3 vorgenommen, da keine am Markt beobachtbaren Parameter vorlagen. Dagegen wurden Umgliederungen von Level 3 in Level 2 von 0,3 Mrd. Euro für Derivate bei Verbindlichkeiten aus Veräußerungsgruppen vorgenommen, da wieder beobachtbare Marktparameter vorhanden waren. Darüber hinaus wurden keine nennenswerten Umgliederungen vorgenommen.

Sensitivitätsanalyse

Basiert der Wert von Finanzinstrumenten auf nicht beobachtbaren Eingangsparametern (Level 3), kann der genaue Wert dieser Parameter zum Bilanzstichtag aus einer Bandbreite angemessener möglicher Alternativen abgeleitet werden, die im Ermessen des Managements liegen. Beim Erstellen des Konzernabschlusses werden für diese nicht beobachtbaren Eingangsparameter angemessene Werte ausgewählt, die den herrschenden Marktgegebenheiten und dem Bewertungskontrollansatz des Konzerns entsprechen.

Die vorliegenden Angaben sollen die möglichen Auswirkungen darstellen, die aus der relativen Unsicherheit in den Fair Values von Finanzinstrumenten resultieren, deren Bewertung auf nicht beobachtbaren Eingangsparametern basiert (Level 3). Zwischen den für die Ermittlung von Level-3-Fair-Values verwendeten Parametern bestehen häufig Abhängigkeiten. Beispielsweise kann eine erwartete Verbesserung der gesamtwirtschaftlichen Lage dazu führen, dass Aktienkurse steigen, wohingegen als weniger riskant eingeschätzte Wertpapiere wie zum Beispiel Bundesanleihen im Wert sinken. Derartige Zusammenhänge werden in Form von Korrelationsparametern berücksichtigt, sofern sie einen signifikanten Einfluss auf die betroffenen Fair Values haben. Verwendet ein Bewertungsverfahren mehrere Parameter, so kann die Wahl eines Parameters Einschränkungen hinsichtlich der Spanne möglicher Werte der anderen Parameter bewirken. Per Definition werden dieser Bewertungshierarchie eher illiquide Instrumente, Instrumente mit längerfristigen Laufzeiten oder Instrumente, bei denen unabhängig beobachtbare Marktdaten nicht in ausreichendem Maße oder nur schwer erhältlich sind, zugeordnet. Die vorliegenden Angaben dienen dazu, die wesentlichen, nicht beobachtbaren Eingangsparameter für Level-3-Finanzinstrumente zu erläutern und anschließend verschiedene Eingangswerte darzustellen, die für diese wesentlichen Eingangsparameter zugrunde gelegt wurden.

Die wesentlichen, nicht beobachtbaren Eingangsparameter für Level 3 und ihre Schlüsselfaktoren lassen sich wie folgt zusammenfassen:

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Interner Zinsfuß (Internal Rate of Return, IRR):

Der IRR wird als der Diskontsatz definiert, der einen Barwert von null für alle zukünftigen Zahlungsströme eines Instruments liefert. Bei Schuldtiteln hängt der IRR beispielsweise vom aktuellen Anleihekurs, dem Nennwert und der Duration ab.
Credit Spread:

Der Credit Spread ist der Renditespread (Auf- oder Abschlag) zwischen Wertpapieren, die bis auf ihre jeweilige Bonität in jeder Hinsicht identisch sind. Dieser stellt die Überrendite gegenüber dem Benchmark-Referenzinstrument dar und bildet den Ausgleich für die unterschiedliche Kreditwürdigkeit des Instruments und der Benchmark. Credit Spreads werden an der Zahl der Basispunkte oberhalb (oder unterhalb) der notierten Benchmark gemessen. Je weiter (höher) der Credit Spread im Verhältnis zur Benchmark ist, desto niedriger ist die jeweilige Kreditwürdigkeit. Das Gleiche gilt umgekehrt für engere (niedrigere) Credit Spreads.
Zins-Währungs-Korrelation:

Die Zins-Währungs-Korrelation ist maßgeblich für die Bewertung exotischer Zinsswaps, die den Umtausch von Finanzierungsinstrumenten in einer Währung sowie eine exotisch strukturierte Komponente beinhalten. Diese basiert im Allgemeinen auf der Entwicklung von zwei Staatsanleiherenditen in unterschiedlichen Währungen. Für bestimmte exotische Zinsprodukte sind Konsensus-Marktdaten in längeren Laufzeiten nicht beobachtbar. Beispielsweise sind CMT-Renditen für US-Staatsanleihen mit mehr als zehn Jahren Laufzeit nicht beobachtbar.
Verwertungsquoten, Überlebens- und Ausfallwahrscheinlichkeiten:

Die dominanten Faktoren für die Bewertung von Credit Default Swaps (CDS) sind zumeist Angebot und Nachfrage sowie die Arbitragebeziehung bei Asset Swaps. Für die Bewertung von exotischen Strukturen und Off-Market-Ausfallswaps, bei denen Festzinszahlungen ober- oder unterhalb des Marktzinses vereinbart werden, werden häufiger Bewertungsmodelle für CDS herangezogen. Diese Modelle berechnen die implizite Ausfallwahrscheinlichkeit des Referenzaktivums und nehmen das Ergebnis als Grundlage für die Abzinsung der Zahlungsströme, die für den CDS zu erwarten sind. Das Modell verwendet Eingangswerte wie Credit Spreads und Verwertungsquoten. Sie werden herangezogen, um eine Zeitreihe der Überlebenswahrscheinlichkeiten des Referenzaktivums zu interpolieren (sogenanntes Bootstrapping). Ein typischer Erwartungswert der Verwertungsquote am Default-Swap-Markt für vorrangige unbesicherte Kontrakte ist 40 %. Die Erwartungswerte zu den Verwertungsquoten sind ein Faktor, der die Form der Überlebenswahrscheinlichkeitskurve bestimmt. Unterschiedliche Erwartungswerte für die Verwertungsquote haben unterschiedliche Überlebenswahrscheinlichkeiten zur Folge. Bei einem gegebenen Credit Spread ist ein hoher Erwartungswert bei der Verwertungsquote gleichbedeutend mit einer höheren Ausfallwahrscheinlichkeit (im Vergleich zu einem niedrigen Erwartungswert bei der Verwertungsquote) und die Überlebenswahrscheinlichkeit ist somit geringer. Bei Emittenten von Unternehmensanleihen besteht eine Beziehung zwischen Ausfall- und Verwertungsquoten im Zeitverlauf. Insbesondere besteht eine umgekehrte Korrelation zwischen diesen beiden Faktoren: Ein Anstieg der Ausfallquote (definiert als prozentualer Anteil der ausfallenden Schuldner) geht im Allgemeinen mit einem Rückgang der durchschnittlichen Verwertungsquote einher. In der Praxis werden Marktspreads von Marktteilnehmern genutzt, um implizite Ausfallwahrscheinlichkeiten zu ermitteln. Schätzungen der Ausfallwahrscheinlichkeiten sind zudem von den gemeinsamen Verlustverteilungen der Parteien, die an einem Kreditderivatgeschäft beteiligt sind, abhängig. Die Copula-Funktion wird herangezogen, um die Korrelationsstruktur zwischen zwei oder mehr Variablen zu messen. Sie ergibt eine gemeinsame Verteilung unter Wahrung der Parameter zweier voneinander unabhängiger Randverteilungen.
Repo-Kurve:

Repo-Sätze dienen zur Bewertung von Wertpapier-Pensionsgeschäften (Repos), in der Regel mit Laufzeiten von nicht mehr als einem Jahr. Bei Repos mit längeren Laufzeiten beziehungsweise illiquideren zugrundeliegenden Wertpapieren (zum Beispiel aus Emerging Markets) können die entsprechenden Repo-Sätze näherungsweise bestimmt werden. Werden diese allerdings als unzureichend für eine faire Marktbewertung erachtet, sind sie als unbeobachtbar zu klassifizieren. Eine analoge Vorgehensweise gilt für Repos auf Investmentfonds (Mutual Funds).
Preis:

Für bestimmte Zins- und Kreditinstrumente wird hingegen ein preisbasierter Ansatz zur Bewertung herangezogen. Folglich ist der Preis selbst der unbeobachtbare Parameter, dessen Sensitivität als eine Abweichung des Barwertes der Positionen geschätzt wird.
Investmentfonds-Volatilität:

Grundsätzlich ist der Markt für Optionen auf Investmentfonds illiquider als der Aktienoptionsmarkt. Demnach basiert die Volatilitätsbestimmung für zugrunde liegende Investmentfonds auf der Zusammensetzung der Fonds-Produkte. Es gibt eine indirekte Methode zur Bestimmung der entsprechenden Volatilitätsoberflächen. Diese Methode ist Level 3 zuzuordnen, da die verwendeten Marktdaten nicht liquide genug sind, um als Level 2 klassifiziert zu werden.

Für die Bewertung unserer Level-3-Finanzinstrumente wurden die folgenden Bandbreiten der wesentlichen nicht beobachtbaren Parameter herangezogen:

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Mio. € 30.6.2021 30.6.2021
Bewertungstechniken Aktiva Passiva Wesentliche nicht beobachtbare Parameter Bandbreite
Darlehen und Forderungen 1 581 - - -
Repo-Geschäfte Discounted-Cashflow-Modell 784 - Repo-Kurve (Basispunkte) -32 102
Schiffsfinanzierungen Discounted-Cashflow-Modell - - Credit Spread (Basispunkte) - -
Sonstige Forderungen Discounted-Cashflow-Modell 797 - Credit Spread (Basispunkte) 130 2 150
Verbriefte

Schuldinstrumente
1 336 - - -
Zinsbezogene Geschäfte Spread basiertes

Modell
1 336 - Credit Spread (Basispunkte) 100 500
davon: ABS Discounted-Cashflow-Modell 693 - Credit Spread (Basispunkte) 100 500
Eigenkapitalinstrumente 692 - - -
Aktienbezogene Geschäfte Discounted-

Cashflow-Modell
692 - Preis (%) 90% 110%
Derivate 1 091 629
Aktienbezogene Geschäfte Discounted-Cashflow-Modell 920 349 IRR (%) 5% 20%
Optionspreismodell - - Investmentfonds

Volatilität
1% 40%
Kreditderivate

(inkl. PFI und IRS)
Discounted-Cashflow-Modell 171 280 Credit Spread (Basispunkte) 100 3 300
- - Verwertungsquote (%) 0% 80%
Zinsbezogene Geschäfte Optionspreismodell - - Zins-Währungs-Korrelation (%) - -
Übrige Geschäfte - - - -
Summe 4 699 629

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Mio. € 31.12.2020 31.12.2020
Bewertungstechniken Aktiva Passiva Wesentliche nicht beobachtbare Parameter Bandbreite
--- --- --- --- --- --- ---
Darlehen und Forderungen 1 547 - - -
Repo-Geschäfte Discounted-Cashflow-

Modell
656 - Repo-Kurve (Basispunkte) 26 56
Schiffsfinanzierungen Discounted-Cashflow-

Modell
20 - Credit Spread (Basispunkte) 550 1 900
Sonstige Forderungen Discounted-Cashflow-

Modell
871 - Credit Spread (Basispunkte) 100 3 300
Verbriefte

Schuldinstrumente
1 316 - - -
Zinsbezogene Geschäfte Spread basiertes

Modell
1 316 - Credit Spread (Basispunkte) 100 500
davon: ABS Spread basiertes

Modell
677 - Credit Spread (Basispunkte) 100 500
Eigenkapitalinstrumente 633 - - -
Aktienbezogene Geschäfte Discounted-Cashflow-

Modell
633 - Preis (%) 90% 110%
Derivate 1 312 753
Aktienbezogene Geschäfte Discounted-Cashflow-

Modell
987 339 IRR (%) 5% 20%
Optionspreismodell - - Investmentfonds

Volatilität
1% 40%
Kreditderivate

(inkl. PFI und IRS)
Discounted-Cashflow-

Modell
319 243 Credit Spread (Basispunkte) 100 2 150
- - Verwertungsquote (%) 0% 80%
Zinsbezogene Geschäfte Optionspreismodell 6 171 Zins-Währungs-Korrelation (%) - 30% 68%
Übrige Geschäfte - - - -
Summe 4 808 753

In der folgenden Tabelle werden für Bestände der Bewertungshierarchie Level 3 die Auswirkungen auf die Gewinn-und-Verlust-Rechnung dargestellt, die sich aus der Anwendung ebenfalls vertretbarer Parameterschätzungen jeweils an den Rändern dieser Bandbreiten ergeben. Die Aufgliederung der Sensitivitätsanalyse für Finanzinstrumente der Fair-Value-Hierarchie Level 3 erfolgt nach Arten von Finanzinstrumenten:

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Mio. € 30.6.2021
Positive erfolgswirksame Effekte Negative erfolgswirksame Effekte Geänderte Parameter
--- --- --- ---
Darlehen und Forderungen 16 -16
Repo-Geschäfte 8 -8 Repo-Kurve
Schiffsfinanzierungen - - Credit Spread
Sonstige Forderungen 8 -8 Credit Spread
Verbriefte Schuldinstrumente 31 -31
Zinsbezogene Geschäfte 31 -31 Preis
davon: ABS 18 -18 IRR, Verwertungsquote, Credit Spread
Eigenkapitalinstrumente 7 -7
Aktienbezogene Geschäfte 7 -7 Preis
Derivate 17 -16
Aktienbezogene Geschäfte 16 -15 IRR, Preis basiert, Investmentfonds-Volatilität
Kreditderivate (inkl. PFI und IRS) 1 -1 Credit Spread, Verwertungsquote, Preis
Zinsbezogene Geschäfte - -
Sonstige - -

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Mio. € 31.12.2020
Positive erfolgswirksame

Effekte
Negative erfolgswirksame

Effekte
Geänderte Parameter
--- --- --- ---
Darlehen und Forderungen 16 -16
Repo-Geschäfte 7 -7 Repo-Kurve
Schiffsfinanzierungen - - Credit Spread
Sonstige Forderungen 9 -9 Credit Spread
Verbriefte Schuldinstrumente 31 -31
Zinsbezogene Geschäfte 31 -31 Preis
davon: ABS 18 -18 IRR, Verwertungsquote, Credit Spread
Eigenkapitalinstrumente 7 -7
Aktienbezogene Geschäfte 7 -7 Preis
Derivate 15 -15
Aktienbezogene Geschäfte 12 -11 IRR, Preis basiert, Investmentfonds-Volatilität
Kreditderivate (inkl. PFI und IRS) 3 -4 Credit Spread, Verwertungsquote, Preis
Zinsbezogene Geschäfte - - Preis, Zins-Währungs-Korrelation
Sonstige - -

Die für diese Angaben gewählten Parameter liegen an den äußeren Enden der Bandbreiten von angemessenen möglichen Alternativen. In der Praxis ist es unwahrscheinlich, dass alle nicht beobachtbaren Parameter gleichzeitig am jeweils äußeren Ende ihrer Bandbreite von angemessenen möglichen Alternativen liegen. Aus diesem Grund dürften die angegebenen Schätzwerte die tatsächliche Unsicherheit in den Fair Values dieser Instrumente übertreffen. Die vorliegenden Angaben dienen nicht der Schätzung oder Vorhersage der künftigen Veränderungen des Fair Values. Die am Markt nicht beobachtbaren Parameter wurden hierfür entweder von unabhängigen Bewertungsexperten je nach betroffenem Produkt zwischen 1 und 10 % angepasst oder es wurde ein Standardabweichungsmaß zugrunde gelegt.

Day-One Profit or Loss

Der Commerzbank-Konzern hat Transaktionen getätigt, bei denen der Fair Value zum Transaktionszeitpunkt anhand eines Bewertungsmodells ermittelt wurde, wobei nicht alle wesentlichen Inputparameter auf beobachtbaren Marktparametern basierten. Der Bilanzansatz solcher Transaktionen erfolgt zum Fair Value. Die Differenz zwischen dem Transaktionspreis und dem Fair Value des Bewertungsmodells wird als Day-One Profit or Loss bezeichnet. Der Day-One Profit or Loss wird nicht sofort, sondern über die Laufzeit der Transaktion in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung erfasst. Sobald sich für die Transaktion ein Referenzkurs auf einem aktiven Markt ermitteln lässt oder die wesentlichen Inputparameter auf beobachtbaren Marktdaten basieren, wird der abgegrenzte Day-One Profit or Loss unmittelbar erfolgswirksam im Ergebnis aus erfolgswirksam zum Fair Value bewerteten finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten, erfasst. Eine aggregierte Differenz zwischen Transaktionspreis und mittels Bewertungsmodell berechnetem Fair Value wird für die Level-3-Posten aller Kategorien ermittelt. Wesentliche Effekte ergeben sich aber nur aus zu Handelszwecken gehaltenen Finanzinstrumenten.

Die Beträge entwickelten sich wie folgt:

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Mio. € Day-One Profit or Loss
Finanzielle

Vermögenswerte - Held for Trading
Finanzielle

Verbindlichkeiten - Held for Trading
Gesamt
--- --- --- ---
Bestand am 1.1.2020 - 24 24
Erfolgsneutrale Zuführungen - - -
Erfolgswirksame Auflösungen - -10 -10
Bestand am 31.12.2020 - 14 14
Erfolgsneutrale Zuführungen - 1 1
Erfolgswirksame Auflösungen - -2 -2
Bestand am 30.6.2021 - 13 13

b) Zu Amortised Cost bilanzierte Finanzinstrumente

Für Finanzinstrumente, die in der Bilanz nicht zum Fair Value anzusetzen sind, sind gemäß IFRS 7 zusätzlich Fair Values anzugeben, deren Bewertungsmethodik nachfolgend dargestellt wird.

Der Standard sieht vor, dass bei der Erstbewertung von Vermögenswerten, die im Rahmen der Folgebewertung nicht zum Fair Value bewertet werden, die Transaktionskosten ebenfalls zu berücksichtigen sind. Dabei handelt es sich um zusätzlich entstehende Kosten, die dem Erwerb der Emission oder der Veräußerung eines finanziellen Vermögenswertes oder einer finanziellen Verbindlichkeit zuzuordnen sind. Nicht den Transaktionskosten zugerechnet werden Agien und Disagien, Finanzierungskosten, interne Verwaltungskosten oder Haltekosten.

Der Nominalwert täglich fälliger Finanzinstrumente wird als deren Fair Value angesehen. Zu diesen Instrumenten zählen der Kassenbestand und die Sichtguthaben sowie Kontokorrentkredite beziehungsweise Sichteinlagen. Diese ordnen wir in Level 2 ein. Für Kredite stehen keine unmittelbaren Marktpreise zur Verfügung, da es für diese Finanzinstrumente keine organisierten Märkte gibt, an denen sie gehandelt werden. Bei Krediten kommt daher ein sogenanntes Discounted-Cashflow-Modell zur Anwendung.

Die Diskontierung der Cashflows erfolgt mit dem risikolosen Zins unter Berücksichtigung von Aufschlägen für Risikokosten, Refinanzierungskosten, Verwaltungs- und Eigenkapitalkosten. Der risikolose Zins bestimmt sich aus fristen- und währungskongruenten Swap-Sätzen (Swapkurve). Diese sind in der Regel aus externen Daten ableitbar.

Zusätzlich wird ein Aufschlag in Form einer Kalibrierungskonstante inklusive Gewinnmarge berücksichtigt. Die Gewinnmarge ist bei der Modellbewertung von Krediten so zu berücksichtigen, dass der Fair Value im Zugangszeitpunkt dem Auszahlungsbetrag entspricht.

Für wesentliche Banken und Firmenkunden sind Daten zu deren Kreditrisikokosten in Form von Credit Spreads verfügbar, so dass eine Einordnung in Level 2 zum Tragen kommen kann. Sofern keine beobachtbaren Eingangsparameter verfügbar sind, kann auch eine Einordnung der Fair Values von Krediten in Level 3 angemessen sein.

Für die in der IFRS-9-Kategorie Amortised Cost bilanzierten Wertpapiere wird der Fair Value, sofern ein aktiver Markt vorliegt, auf Basis verfügbarer Marktpreise ermittelt (Level 1). Ist kein aktiver Markt gegeben, sind für die Ermittlung der Fair Values anerkannte Bewertungsmethoden heranzuziehen. Im Wesentlichen wird ein Asset-Swap-Pricing-Modell für die Bewertung genutzt. Die hierfür verwendeten Parameter umfassen Zinsstrukturkurven sowie Asset-Swap-Spreads vergleichbarer Benchmarkinstrumente. In Abhängigkeit von den verwendeten Eingangsparametern (beobachtbar oder nicht beobachtbar) ist eine Einstufung in Level 2 oder Level 3 vorzunehmen.

Bei Einlagen wird für die Fair-Value-Ermittlung grundsätzlich ein Discounted-Cashflow-Modell genutzt, da üblicherweise keine Marktdaten verfügbar sind. Neben der Zinskurve werden zusätzlich das eigene Kreditrisiko (Own Credit Spread) sowie ein Zuschlag für Verwaltungsaufwendungen berücksichtigt. Da für die Bewertung von Verbindlichkeiten keine Credit Spreads zu den jeweiligen Kontrahenten heranzuziehen sind, erfolgt üblicherweise eine Einordnung in Level 2. Bei nicht beobachtbaren Eingangsparametern kann auch eine Einordnung in Level 3 vorgenommen werden.

Den Fair Value für begebene Schuldverschreibungen ermitteln wir auf Basis verfügbarer Marktpreise. Sind keine Preise erhältlich, werden die Fair Values durch das Discounted-Cashflow-Modell ermittelt. Bei der Bewertung werden verschiedene Faktoren, unter anderem die aktuellen Marktzinsen, das eigene

Kreditrating und die Eigenkapitalkosten, berücksichtigt. Bei Verwendung von verfügbaren Marktpreisen ist eine Einordnung in Level 1 vorzunehmen. Ansonsten kommt üblicherweise die Einstufung als Level 2 zur Anwendung, da im Rahmen der Bewertung anhand von Modellen überwiegend beobachtbare Eingangsparameter genutzt werden.

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30.6.2021 | Mrd. € Fair Value Buchwert Differenz Level 1 Level 2 Level 3
Aktiva 402,6 401,7 0,9 10,7 139,3 252,6
Kassenbestand und Sichtguthaben 106,1 106,1 - - 106,1 -
Finanzielle Vermögenswerte - Amortised Cost 296,5 294,9 1,7 10,7 33,2 252,6
Darlehen und Forderungen 265,0 261,7 3,4 - 19,4 245,6
Verbriefte Schuldinstrumente 31,5 33,2 -1,7 10,7 13,8 6,9
Wertanpassung aus Portfolio Fair Value Hedges - 0,8 -0,8 - - -
Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und Vermögenswerte aus

Veräußerungsgruppen
0,0 0,0 - - 0,0 -
Darlehen und Forderungen 0,0 0,0 - - 0,0 -
Verbriefte Schuldinstrumente - - - - - -
Passiva 428,1 426,6 1,5 29,4 396,2 2,4
Finanzielle Verbindlichkeiten - Amortised Cost 428,0 425,7 2,3 29,4 396,2 2,4
Einlagen 386,8 386,8 -0,0 - 385,9 0,9
Begebene Schuldverschreibungen 41,2 38,9 2,4 29,4 10,3 1,5
Wertanpassung aus Portfolio Fair Value Hedges - 0,9 -0,9 - - -
Verbindlichkeiten von zur Veräußerung gehaltenen Veräußerungsgruppen 0,0 0,0 - - 0,0 -
Einlagen 0,0 0,0 - - 0,0 -
Begebene Schuldverschreibungen - - - - - -

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31.12.2020 | Mrd. € 1 Fair Value Buchwert Differenz Level 1 Level 2 Level 3
Aktiva 371,5 369,5 1,9 11,4 113,5 246,5
Kassenbestand und Sichtguthaben 75,6 75,6 - - 75,6 -
Finanzielle Vermögenswerte - Amortised Cost 295,8 292,1 3,7 11,4 37,9 246,5
Darlehen und Forderungen 263,8 258,2 5,6 22,3 241,5
Verbriefte Schuldinstrumente 32,0 34,0 -1,9 11,4 15,6 5,1
Wertanpassung aus Portfolio Fair Value Hedges - 1,8 -1,8 - - -
Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und Vermögenswerte aus

Veräußerungsgruppen
0,0 0,0 - - 0,0 -
Darlehen und Forderungen 0,0 0,0 - - 0,0 -
Verbriefte Schuldinstrumente - - - - - -
Passiva 400,3 399,2 1,1 31,1 366,5 2,6
Finanzielle Verbindlichkeiten - Amortised Cost 400,2 397,7 2,5 31,1 366,5 2,6
Einlagen 356,0 355,7 0,2 0,0 354,9 1,1
Begebene Schuldverschreibungen 44,2 42,0 2,3 31,1 11,6 1,6
Wertanpassung aus Portfolio Fair Value Hedges - 1,4 -1,4 - - -
Verbindlichkeiten von zur Veräußerung gehaltenen Veräußerungsgruppen 0,0 0,0 - - 0,0 -
Einlagen 0,0 0,0 - - 0,0 -
Begebene Schuldverschreibungen - - - - - -

1 Anpassung Vorjahr aufgrund von Restatements (siehe Note 3).

(29) Angaben zur Saldierung von Finanzinstrumenten

Nachfolgend stellen wir die Überleitung der Bruttobeträge vor Saldierung zu den Nettobeträgen nach Saldierung sowie die Beträge für bestehende Saldierungsrechte, die nicht den bilanziellen Saldierungskriterien genügen, getrennt für alle bilanzierten finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten dar, die

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gemäß IAS 32.42 bereits saldiert werden (Finanzinstrumente I), und
die einer durchsetzbaren zweiseitigen Aufrechnungsvereinbarung (Master Netting Agreement) oder einer ähnlichen Vereinbarung unterliegen, jedoch nicht bilanziell verrechnet werden (Finanzinstrumente II).

Für die Aufrechnungsvereinbarungen schließen wir Rahmenverträge mit unseren Geschäftspartnern ab (wie beispielsweise 1992 ISDA Master Agreement Multicurrency Cross Border; deutscher Rahmenvertrag für Finanztermingeschäfte). Durch den Abschluss derartiger Aufrechnungsvereinbarungen können die positiven und negativen Marktwerte der unter einem Rahmenvertrag einbezogenen derivativen Kontrakte miteinander verrechnet werden. Im Rahmen dieses Nettingprozesses reduziert sich das Kreditrisiko auf eine einzige Nettoforderung gegenüber dem Vertragspartner (Close-out-Netting).

Saldierungen nehmen wir für Forderungen und Verbindlichkeiten aus echten Pensionsgeschäften (Reverse Repos und Repos) mit zentralen und bilateralen Kontrahenten vor, sofern sie die gleiche Laufzeit haben. OTC Derivate mit Kunden und Eigenbestände, die gecleared werden, werden ebenso saldiert ausgewiesen.

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Aktiva | Mio. € 30.6.2021 31.12.2020
Reverse Repos Positive Marktwerte aus derivativen Finanzinstrumenten Reverse Repos Positive Marktwerte aus derivativen Finanzinstrumenten
--- --- --- --- ---
Bruttobetrag der Finanzinstrumente 56 229 112 168 39 826 174 699
Nicht nettingfähige Buchwerte 17 160 3 099 10 335 4 172
a) Bruttobetrag der Finanzinstrumente I und II 39 070 109 068 29 491 170 527
b) Bilanziell genetteter Betrag für

Finanzinstrumente I 1
25 033 71 902 16 379 125 221
c) Nettobetrag der Finanzinstrumente I und II = a) - b) 14 037 37 167 13 113 45 306
d) Master Agreements, die nicht bereits in b) berücksichtigt sind
Betrag der Finanzinstrumente II, die die Kriterien nach IAS 32.42 nicht oder nur zum Teil erfüllen 2 2 024 21 693 1 544 27 131
Fair Value der auf Finanzinstrumente I und II entfallenden finanziellen Sicherheiten, die nicht bereits in b) enthalten sind 3
Unbare Sicherheiten 4 7 402 4 7 008 -
Barsicherheiten 44 6 280 2 481 8 241
e) Nettobetrag der Finanzinstrumente I und II = c) - d) 4 567 9 189 2 081 9 934
f) Fair Value der auf Finanzinstrumente I entfallenden Sicherheiten mit zentralen Kontrahenten 1 175 17 1 827 88
g) Nettobetrag der Finanzinstrumente I und II = e) - f) 3 392 9 172 254 9 846

1 Davon entfallen für Positive Marktwerte 4 908 Mio. Euro (Vorjahr: 5 931 Mio. Euro) auf Ausgleichszahlungen.

2 Kleinerer Betrag aus Vermögenswerten und Verbindlichkeiten.

3 Ohne Rückgabeverpflichtungen oder -rechte aus der Übertragung von Sicherheiten.

4 Einschließlich nicht bilanzierter Finanzinstrumente (zum Beispiel Wertpapiersicherheiten aus Repos).

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Passiva | Mio. € 30.6.2021 31.12.2020
Repos Negative Marktwerte

aus derivativen Finanzinstrumenten
Repos Negative Marktwerte

aus derivativen Finanzinstrumenten
--- --- --- --- ---
Bruttobetrag der Finanzinstrumente 56 608 111 556 33 171 173 333
Nicht nettingfähige Buchwerte 13 164 1 238 6 941 1 844
a) Bruttobetrag der Finanzinstrumente I und II 43 444 110 318 26 230 171 489
b) Bilanziell genetteter Betrag für

Finanzinstrumente I 1
25 033 70 585 16 379 123 039
c) Nettobetrag der Finanzinstrumente I und II = a) - b) 18 411 39 733 9 852 48 450
d) Master Agreements, die nicht bereits in b) berücksichtigt sind
Betrag der Finanzinstrumente II, die die Kriterien nach IAS 32.42 nicht oder nur zum Teil erfüllen 2 2 024 21 693 1 544 27 131
Fair Value der auf Finanzinstrumente I und II entfallenden finanziellen Sicherheiten, die nicht bereits in b) enthalten sind 3
Unbare Sicherheiten 4 3 212 8 1 940 7
Barsicherheiten 7 044 8 988 3 871 10 776
e) Nettobetrag der Finanzinstrumente I und II = c) - d) 6 131 9 044 2 497 10 536
f) Fair Value der auf Finanzinstrumente I entfallenden Sicherheiten mit zentralen Kontrahenten 5 115 0 2 493 27
g) Nettobetrag der Finanzinstrumente I und II = e) - f) 1 016 9 044 4 10 509

1 Davon entfallen für Negative Marktwerte 6 225 Mio. Euro (Vorjahr: 8 112 Mio. Euro) auf Ausgleichszahlungen.

2 Kleinerer Betrag aus Vermögenswerten und Verbindlichkeiten.

3 Ohne Rückgabeverpflichtungen oder -rechte aus der Übertragung von Sicherheiten.

4 Einschließlich nicht bilanzierter Finanzinstrumente (zum Beispiel Wertpapiersicherheiten aus Repos).

(30) Derivate

Der Gesamteffekt der Saldierung zum 30. Juni 2021 betrug insgesamt 76 810 Mio. Euro (Vorjahr: 131 151 Mio. Euro). Auf der Aktivseite entfielen davon 71 902 Mio. Euro auf positive Marktwerte (Vorjahr: 125 220 Mio. Euro) und 4 908 Mio. Euro auf Forderungen aus Ausgleichszahlungen (Vorjahr: 5 931 Mio. Euro). Das passivische Netting betraf negative Marktwerte mit 70 585 Mio. Euro (Vorjahr: 123 039 Mio. Euro) und Verbindlichkeiten aus Ausgleichszahlungen mit 6 225 Mio. Euro (Vorjahr: 8 112 Mio. Euro).

Erläuterungen der Bilanzposten - Nicht-Finanzinstrumente

(31) Immaterielle Vermögenswerte

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Mio. € 30.6.2021 31.12.2020 Veränd. in %
Geschäfts- oder Firmenwerte - - .
Sonstige immaterielle Vermögenswerte 1 211 1 420 -14,7
Kundenbeziehungen 12 13 -5,8
Selbst erstellte Software 758 952 -20,3
Erworbene Software und übrige immaterielle Vermögenswerte 440 455 -3,2
Gesamt 1 211 1 420 -14,7

Der Rückgang der Position selbst erstellte Software im aktuellen Geschäftsjahr ist auf eine Ausbuchung von Vermögenswerten in Höhe von 200 Mio. Euro zurückzuführen (siehe Note 15).

(32) Sachanlagen

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Mio. € 30.6.2021 31.12.2020 Veränd. in %
Grundstücke und Gebäude 270 304 -11,0
Nutzungsrechte (Leasing) 1 787 1 923 -7,1
Grundstücke und Gebäude 1 755 1 906 -7,9
Betriebs- und Geschäftsausstattung 33 18 84,4
Betriebs- und Geschäftsausstattung 401 406 -1,1
Leasinggegenstände 558 575 -3,0
Gesamt 3 017 3 208 -6,0

(33) Angaben zum aufgegebenem Geschäftsbereich

Im Vorjahr haben wir im Ergebnis des aufgegebenen Geschäftsbereichs die Erträge und Aufwendungen des ehemaligen Geschäftsbereiches Equity Markets & Commodities (EMC) aus dem Segment Firmenkunden ausgewiesen. Die wirtschaftliche Übertragung dieses Geschäftsbereichs auf die Société Générale Group, Paris, Frankreich, wurde im Vorjahr abgeschlossen.

Die juristische Übertragung einzelner Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die auch deren bilanzielle Ausbuchung bedingt, erfolgt zum Teil nachgelagert in späteren Transaktionsschritten und wird voraussichtlich im Jahr 2021 abgeschlossen. Die betreffenden Vermögenswerte und Verbindlichkeiten weisen wir in den Bilanzpositionen Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und Vermögenswerte aus Veräußerungsgruppen sowie Verbindlichkeiten aus Veräußerungsgruppen gesondert in der Bilanz aus.

Zum 30. Juni 2021 betragen die zunächst verbliebenen Vermögenswerte 1,8 Mrd. Euro (Vorjahr: 2,0 Mrd. Euro) und die Verbindlichkeiten des aufgegebenen Geschäftsbereichs 1,8 Mrd. Euro (Vorjahr: 2,1 Mrd. Euro). Die Bewertung dieser Vermögenswerte und Verbindlichkeiten erfolgt mehrheitlich zum Fair Value.

Detaillierte Informationen zum aufgegebenen Geschäftsbereich sind nachstehend aufgeführt.

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Mio. € 1.1.-30.6.2021 1.1.-30.6.2020 Veränd. in %
Erträge - 98 .
Aufwendungen - 47 .
Ergebnis vor Steuern - 50 .
Steuern vom Einkommen und Ertrag - 0 .
Ergebnis aus aufgegebenem Geschäftsbereich nach Steuern - 50 .
den Commerzbank-Aktionären zurechenbares Ergebnis aus aufgegebenem Geschäftsbereich - 50 .

Das den Commerzbank-Aktionären zurechenbare Ergebnis aus fortzuführenden Geschäftsbereichen liegt bei - 394 Mio. Euro (Vorjahr: - 157 Mio. Euro) (siehe dazu auch Note 3).

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1.1.-30.6.2021 1.1.-30.6.2020 Veränd. in %
Ergebnis je Aktie für den aufgegebenen Geschäftsbereich - 0,04 .

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Mio. € 2021 2020 Veränd. in %
Cashflow aus operativer Geschäftstätigkeit - 50 .
Cashflow aus Investitionstätigkeit - - .
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit - - .

(34) Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und Vermögenswerte aus Veräußerungsgruppen

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Mio. € 30.6.2021 31.12.2020 Veränd. in %
Finanzielle Vermögenswerte - Amortised Cost 21 21 1,2
Darlehen und Forderungen 21 21 1,2
Verbriefte Schuldinstrumente - - .
Finanzielle Vermögenswerte - Fair Value OCI - - .
Darlehen und Forderungen - - .
Verbriefte Schuldinstrumente - - .
Eigenkapitalinstrumente - - .
Finanzielle Vermögenswerte - Mandatorily Fair Value P&L 0 7 -96,8
Darlehen und Forderungen 0 7 -99,7
Verbriefte Schuldinstrumente - - .
Eigenkapitalinstrumente 0 0 -
Finanzielle Vermögenswerte - Held for Trading 1 864 2 088 -10,7
Darlehen und Forderungen - - .
Verbriefte Schuldinstrumente 3 11 -70,1
Eigenkapitalinstrumente 1 1 -0,4
Derivate 1 860 2 076 -10,4
Immaterielle Vermögenswerte - - .
Sachanlagen - - .
Sonstige Aktivposten -77 -76 0,8
Gesamt 1 809 2 040 -11,3

Die Vermögenswerte aus Veräußerungsgruppen des Vorjahres stehen überwiegend in Zusammenhang mit der Aufgabe des Geschäftsbereichs EMC (siehe Note 32).

(35) Verbindlichkeiten aus Veräußerungsgruppen

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Mio. € 30.6.2021 31.12.2020 Veränd. in %
Finanzielle Verbindlichkeiten - Amortised Cost 21 20 5,2
Einlagen 21 20 5,2
Begebene Schuldverschreibungen - - .
Finanzielle Verbindlichkeiten - Fair Value Option 36 50 -27,8
Einlagen 36 50 -27,8
Begebene Schuldverschreibungen - - .
Finanzielle Verbindlichkeiten - Held for Trading 1 789 1 981 -9,7
Zertifikate und andere Emissionen - 8 .
Lieferverbindlichkeiten aus Wertpapierleerverkäufen 0 -0 .
Derivate 1 789 1 972 -9,3
Sonstige Passivposten 1 1 3,3
Gesamt 1 847 2 051 -9,9

Die Verbindlichkeiten aus Veräußerungsgruppen des Vorjahres stehen in Zusammenhang mit der Aufgabe des Geschäftsbereichs EMC (siehe Note 32).

(36) Sonstige Aktiva

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Mio. € 30.6.2021 31.12.20201 Veränd. in %
Edelmetalle 72 82 -12,1
Rechnungsabgrenzungsposten 331 275 20,4
Aktiviertes Planvermögen 423 95 .
Übrige Aktiva 1 944 1 398 39,0
Gesamt 2 771 1 851 49,7

1 Anpassung Vorjahr aufgrund von Restatements (siehe Note 3).

(37) Sonstige Passiva

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Mio. € 30.6.2021 31.12.2020 Veränd. in %
Verbindlichkeiten für Filmfonds 320 320 -
Fremdkapital aus nicht beherrschenden Anteilen 57 56 3,0
Rechnungsabgrenzungsposten 292 273 6,8
Leasingverbindlichkeiten 1 934 2 054 -5,8
Übrige Passiva 2 484 1 732 43,4
Gesamt 5 088 4 434 14,7

(38) Rückstellungen

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Mio. € 30.6.2021 31.12.20201 Veränd. in %
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 201 513 -60,9
Sonstige Rückstellungen 3 752 2 606 44,0
Gesamt 3 952 3 119 26,7

1 Anpassung Vorjahr aufgrund von Restatements (siehe Note 3).

Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen resultieren im Wesentlichen aus unmittelbaren Versorgungszusagen in Deutschland (vergleiche Geschäftsbericht 2020 Seite 263 ff.). Für die versicherungsmathematische Ermittlung dieser Verpflichtungen wurden am 30. Juni 2021 ein Diskontierungszinssatz von 1,3 % (Vorjahr: 0,5 %) und eine erwartete Rentenanpassung von 1,4 % (Vorjahr: 1,4 %) zugrunde gelegt.

Die Sonstigen Rückstellungen setzen sich im Wesentlichen aus Restrukturierungsrückstellungen sowie Rückstellungen aus dem Personalbereich zusammen. Die Erhöhung der sonstigen Rückstellungen resultiert hauptsächlich aus der Zuführung zu den Restrukturierungsrückstellungen. Die gebildeten Restrukturierungsrückstellungen entfallen vorwiegend auf den Personalbereich. Die Zuführung im ersten Halbjahr 2021 stand im Wesentlichen im Zusammenhang mit einem vorgezogenen Freiwilligenprogramm für den Abbau von rund 1700 Vollzeitstellen in der AG Inland sowie mit dem im Mai 2021 mit den Arbeitnehmergremien abgeschlossenen Rahmeninteressenausgleich und Rahmensozialplan zur Umsetzung der Strategie 2024 für einen möglichst sozialverträglichen Stellenbau im Inland.

Rechtsstreitigkeiten

Bei rechtlichen Verfahren oder potenziellen Regressen, für die Rückstellungen von 341 Mio. Euro (Vorjahr 196 Mio. Euro) gebildet wurden und die in den Sonstigen Rückstellungen enthalten sind, kann zum Zeitpunkt der Rückstellungsbildung weder die Dauer des Verfahrens noch die Höhe der Inanspruchnahme abschließend vorhergesagt werden. Die jeweils gebildete Rückstellung deckt den nach unserer Einschätzung zum Bilanzstichtag künftig zu erwartenden Aufwand ab. Von einer Einzeldarstellung der jeweiligen Rückstellungsbeträge und Sensitivitäten wird abgesehen, um den Ausgang der jeweiligen Verfahren nicht zu beeinflussen.

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Die Commerzbank und ihre Tochtergesellschaften sind in einer Vielzahl von Jurisdiktionen mit zum Teil unterschiedlichen rechtlichen und regulatorischen Anforderungen tätig. In der Vergangenheit wurden in einzelnen Fällen Verstöße gegen rechtliche und regulatorische Bestimmungen festgestellt und von staatlichen Behörden und Institutionen verfolgt. Einige Konzerngesellschaften sind auch zurzeit in eine Reihe solcher Verfahren involviert.
Die Commerzbank und ihre Tochtergesellschaften sind insbesondere im Segment Privat- und Unternehmerkunden im Bereich der Anlageberatung tätig. Die vom Gesetzgeber und von der Rechtsprechung gestellten Anforderungen an eine objekt- und anlegergerechte Anlageberatung haben sich insbesondere in den vergangenen Jahren erheblich verschärft. Die Commerzbank und ihre Tochtergesellschaften waren und sind deshalb in eine Reihe von - auch gerichtlichen - Auseinandersetzungen involviert, in denen Anleger eine angeblich mangelhafte Anlageberatung geltend machen und Schadenersatz verlangen oder die Rückabwicklung der Anlagen im Zusammenhang mit fehlenden Angaben zu Vertriebsprovisionen (unter anderem für geschlossene Fonds) fordern.
Die Commerzbank sieht sich Klagen von Verbrauchern zum Thema "Widerrufsjoker" ausgesetzt. Nachdem der Gesetzgeber für im Zeitraum von 2002 bis 2010 abgeschlossene Darlehensverträge eine Regelung eingeführt hat, wonach ein etwaiges Widerrufsrecht spätestens am 21. Juni 2016 erlischt, haben zahlreiche Darlehensnehmer den Widerruf erklärt mit der Behauptung, die ihnen anlässlich des Vertragsabschlusses erteilte Widerrufsbelehrung sei fehlerhaft gewesen. Ein Teil der Kunden hat nach Zurückweisung des Widerrufs durch die Bank Klage erhoben mit dem Ziel, die Darlehen vor Ablauf der vereinbarten Zinsbindung sofort zurückzuzahlen, ohne der Bank den durch die vorzeitige Rückzahlung entstehenden Schaden ersetzen zu müssen. Auch bei nach 2010 abgeschlossenen Verträgen wird versucht, mithilfe des Widerrufsjokers vorzeitig aus den Verträgen auszusteigen. Die Bank tritt den Klagen entgegen.

Mit Urteil vom 26. März 2020 hat der EuGH entschieden, dass ein in der (gesetzlichen) Musterwiderrufsinformation für Verbraucherdarlehensverträge enthaltener Verweis auf andere gesetzliche Vorschriften für den Verbraucher unklar sei und darin einen Verstoß gegen die Vorgaben der europäischen Verbraucherkreditrichtlinie gesehen. Die Bank hat in ihren Verbraucherdarlehensverträgen das gesetzliche Muster verwendet, welches der BGH bereits in mehreren Beschlüssen als ordnungsgemäß angesehen hat. Der BGH hat dies überzeugend damit begründet, dass die deutschen Gerichte sich nicht über eine nach Wortlaut und Sinn eindeutige nationale Norm hinwegsetzen können. Der BGH hat seine bisherige Auffassung unter anderem mit Beschluss vom 31. März 2020 bestätigt. Aufgrund dessen sieht sich die Bank durch die Entscheidung des EuGH für den aktuellen Bestand der Verbraucherdarlehen keinen erhöhten Risiken ausgesetzt.
Eine Tochtergesellschaft der Commerzbank war an einer mittlerweile in der Insolvenz befindlichen südamerikanischen Bank beteiligt. Eine Reihe von Anlegern beziehungsweise Gläubigern dieser Bank hat in verschiedenen Verfahren in Uruguay und Argentinien die Tochtergesellschaft und in einem Teil der Fälle auch die Commerzbank wegen angeblicher Haftung als Gesellschafter sowie wegen angeblicher Pflichtverletzungen der von der Tochtergesellschaft für den Aufsichtsrat der Banken nominierten Personen verklagt. Zudem war die Tochtergesellschaft an zwei Fonds beteiligt, die Gelder einwarben und von Dritten verwalten ließen. Die Liquidatoren dieser Fonds verlangen in einem Gerichtsverfahren in den USA Zahlungen zurück, die die Tochtergesellschaft von den Fonds erhalten hat.
Eine Tochtergesellschaft der Commerzbank wurde im Mai 2014 von einem Kunden auf Schadenersatz wegen angeblicher Falschberatung und Täuschung beim Abschluss von Derivategeschäften verklagt. Die Tochtergesellschaft ist der Klage entgegengetreten.
Gegen eine Tochtergesellschaft der Commerzbank wurde im Mai 2017 von einem polnischen Gericht eine Sammelklage wegen angeblicher Unwirksamkeit von Indexklauseln in Darlehensverträgen in Schweizer Franken (CHF) zugelassen. Der Sammelklage haben sich insgesamt 1 731 Kläger angeschlossen. Das Berufungsgericht hat das Urteil des erstinstanzlichen Gerichts mit dem die Sammelklage vollumfänglich abgewiesen worden war teilweise aufgehoben und zurückverwiesen. Ein erster Verhandlungstermin ist aufgrund der erwarteten Grundsatzentscheidung des Obersten Gerichts noch nicht anberaumt.

Unabhängig davon klagen zahlreiche Darlehensnehmer aus den gleichen Gründen im Wege von Einzelklagen. Neben der Sammelklage sind zum 30. Juni 2021 10 072 weitere Einzelverfahren (31. Dezember 2020: 6 870) anhängig. Die Tochtergesellschaft tritt jeder Klage entgegen.

Die Rechtsprechung der polnischen Gerichte zu Darlehen mit Indexierungsklauseln insgesamt ist bisher uneinheitlich. Zum 30. Juni 2021 lagen 229 rechtskräftige Urteile in Einzelverfahren gegen die Tochtergesellschaft vor, von denen 79 zugunsten der Tochtergesellschaft und 150 zuungunsten der Tochtergesellschaft entschieden wurden. 367 Verfahren bei Gerichten der zweiten Instanz sind wegen Rechtsfragen, die beim polnischen Obersten Gerichtshof und beim Europäischen Gerichtshof (EuGH) liegen, ausgesetzt.

In nicht-öffentlicher Sitzung vom 7. Mai 2021 hat der Oberste Gerichtshof in Polen in einem aus sieben Richtern bestehenden Gremium zu Vorlagefragen eines Ombudsmannes der polnischen Bankenaufsicht zur Natur der wechselseitigen Ansprüche der Parteien und zur Verjährung entschieden. Nach Einschätzung der Bank ändert das Urteil die aktuelle Risikobewertung nicht.

Eine ursprünglich für den 11. Mai 2021 anberaumte nicht-öffentliche Sitzung der Zivilkammer des polnischen Obersten Gerichtshofs wurde verschoben; für den 2. September 2021 ist eine Verhandlung anberaumt. Die Bank wird den Ausgang dieses Verfahrens analysieren, insbesondere im Hinblick auf die Auswirkungen auf die weitere Rechtsprechung und auf die Rückstellung beziehungsweise Bewertung der Forderungen.

Am 29. April 2021 ist ein Urteil des EuGH (C-19/​20) zu fünf Fragen ergangen, die ein polnisches Gericht im Verfahren gegen eine andere Bank zur Vorabentscheidung vorgelegt hatte. Nach Einschätzung der Bank ändert das Urteil die aktuelle Risikobewertung nicht. Beim EuGH sind weitere Vorabentscheidungsverfahren zu Darlehen mit Indexierungsklauseln anhängig, zwei davon betreffen Verfahren gegen die Tochtergesellschaft. Entscheidungen werden erst gegen Anfang 2022 erwartet.

Vor dem Hintergrund der bislang uneinheitlichen Rechtsprechung, der geringen Anzahl von letztinstanzlichen Urteilen sowie der ausstehenden Grundsatzentscheidungen des Obersten Gerichtshofs sowie des EuGH ist die Höhe der Rückstellung für diesen Themenkomplex stark ermessensbehaftet. Bis zum 31. Dezember 2020 wurden Rechtsrisiken im Zusammenhang mit Darlehensverträgen in CHF mit Indexklauseln gesamthaft gemäß IAS 37 berücksichtigt. Für bereits vollständig zurückgeführte Darlehen und damit verbundene Rechtskosten wurde die Bilanzierungsmethode nicht angepasst; diese werden weiterhin gemäß IAS 37 bilanziert. Für nicht vollständig zurückgeführte CHF-Darlehen und damit verbundene Rechtskosten wurde die Bilanzierungsmethode unter Verwendung der Vorgaben des IAS 8.14 rückwirkend auf die Abbildung nach IFRS 9 angepasst. Dabei werden die rechtlichen Risiken unmittelbar bei der Schätzung der Zahlungsströme im Bruttobuchwert der Forderungen berücksichtigt. Die Bilanzierung nach IFRS 9 stellt die Marktpraxis im Inlandsmarkt des Tochterunternehmens dar und erhöht somit die Vergleichbarkeit zu Abschlüssen anderer Marktteilnehmer sowie die Vergleichbarkeit seitens des polnischen Regulators. Durch die Anwendung von IFRS 9 anstelle des IAS 37 werden somit relevantere Informationen vermittelt. Die Bewertungsmethodik, anhand derer der Einfluss auf die aus den Darlehen erwarteten Zahlungsströme geschätzt wird, blieb verglichen zur bisherigen Bewertungsmethodik im Wesentlichen unverändert. Sämtliche Aufwendungen im Zusammenhang mit Darlehensverträgen in Schweizer Franken (CHF) mit Indexklauseln werden in der Gewinn- und Verlustrechnung weiterhin gesamthaft unter Sonstige betriebliche Aufwendungen gezeigt.

Die Bewertungsanpassung nach IFRS 9 für das zum 30. Juni 2021 bestehende Portfolio mit einem Buchwert in Höhe von 11,0 Mrd. polnischen Zloty beträgt 325 Mio. Euro. Das bereits zurückgezahlte Portfolio betrug bei Ausreichung 7,0 Mrd. polnische Zloty. Die Rückstellung zum 30. Juni 2021 für das bereits zurück gezahlte Portfolio beläuft sich auf 49 Mio. Euro. Insgesamt wurden im Konzern die aus dem Komplex entstehenden Risiken mit 374 Mio. Euro berücksichtigt.

Die Methodik zur Ermittlung der Rückstellung beziehungsweise der Bewertungsanpassung basiert auf Parametern, welche vielfältig, ermessensbehaftet und zum Teil mit erheblichen Unsicherheiten verbunden sind. Wesentliche Parameter sind die geschätzte Gesamtanzahl von Klägern, die Wahrscheinlichkeit, einen Prozess in letzter Instanz zu verlieren, die Höhe des Verlustes sowie die Entwicklung des Wechselkurses. Schwankungen der Parameter sowie deren Interdependenzen können dazu führen, dass die Rückstellung beziehungsweise die Bewertung zukünftig der Höhe nach wesentlich angepasst werden muss.

Zum Stichtag hat die Tochtergesellschaft das Unterliegensrisiko auf Basis von Experteneinschätzung geschätzt, die durch Rechtsgutachten zu künftigen Rechtsprechungstendenzen gestützt werden.

Unter der Annahme ansonsten unveränderter Parameter ergeben sich folgende Sensitivitäten für die wesentlichen der

Rückstellungsbildung beziehungsweise der Bewertungsanpassung zugrundeliegenden Parameter:

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Die Anzahl der künftigen Kläger erhöht sich um 1% der Darlehensnehmer: Veränderung + 13 Mio. Euro
Die Wahrscheinlichkeit eines für die Tochtergesellschaft nachteiligen letztinstanzlichen Urteils ändert sich um +/​- 1 Prozentpunkt: Veränderung +/​- 7 Mio. Euro
Der angenommene gewichtete durchschnittliche Verlust ändert sich um +/​- 1 Prozentpunkt: Veränderung +/​-6 Mio. Euro

Im Dezember 2020 ist ein Vorschlag der lokalen Aufsichtsbehörde zur Umwandlung von Fremdwährungsdarlehen in Darlehen in lokaler Währung bekannt geworden. Die weiteren Analysen und Diskussionen unter den betroffenen Banken und mit den zuständigen Behörden hängen vom Ausgang des noch anhängenden Verfahrens vor dem Obersten Gerichtshof ab, in dem ein neuer Verhandlungstermin für den 2. September 2021 angesetzt ist.

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Im Mai 2018 wurde eine Tochtergesellschaft der Commerzbank zusammen mit einer weiteren Bank auf Zahlung von Schadensersatz wegen vermeintlich unlauteren Preisabsprachen im Zusammenhang mit der Erhebung von Abwicklungsgebühren verklagt. Die Tochtergesellschaft verteidigt sich gegen die Klage.
Eine Tochtergesellschaft der Commerzbank ist von einem Kunden auf Schadensersatz wegen angeblich unrechtmäßiger Verwertung von Sicherheiten verklagt worden. Die Tochtergesellschaft ist der Klage entgegengetreten.
Im Juli 2020 ist die Commerzbank von einem Gericht in Indien auf Zahlungen aus Remboursermächtigungen im Zusammenhang mit Akkreditivgeschäften verurteilt worden. Anfang 2021 hat der Kläger die Klage zurückgenommen.
In einem Verfahren um ein konkretes Baufinanzierungsdarlehen hat ein Gericht entgegen der Vorinstanz entschieden, dass die Vertragsklausel zur Berechnung der Vorfälligkeitsentschädigung unzureichend ist und die Bank die erhaltene Vorfälligkeitsentschädigung zurückerstatten muss. Das Urteil ist rechtskräftig. Die Bank hat eine entsprechende Rückstellung gebildet für den Fall, dass in vergleichbaren Fällen eine Rückerstattung erfolgen muss.
Im April 2021 hat der Bundesgerichtshof in einem Verfahren gegen eine andere Bank über den sogenannten AGB-Änderungsmechanismus entschieden und die entsprechenden Ziffern der AGB-Banken für unwirksam erklärt. Dieser Mechanismus sah vor, dass die Zustimmung des Kunden zu bestimmten Vertragsänderungen nach einer bestimmten Frist angenommen wurde, wenn der Kunde nicht widersprochen hatte. Die Bank prüft die Auswirkungen dieser Rechtsprechung auf ihre Geschäftsbereiche und Produkte, da aufgrund des AGB-Änderungsmechanismus eingeführte oder erhöhte Entgelte für Verbraucher möglicherweise unwirksam sein können. Die Bank hat hierfür eine Task Force eingerichtet, welche die mit dem Urteil verbundenen Fragestellungen konsolidiert bearbeitet. Dies betrifft sowohl die vergangenheitsbezogene Aufarbeitung etwaiger Rückforderungsansprüche von Kunden als auch die zukunftsgerichtete Neuvereinbarung von Vertragsverhältnissen im Bestands- und Neukundengeschäft. Dazu werden gegenwärtig auch branchenweite Standards über Verbandsgremien entwickelt, die sich insbesondere mit der Frage beschäftigen, ob und in welcher Weise ein Änderungsmechanismus im Lichte der BGH-Entscheidung noch zulässig sein kann. Die Bank sieht sich infolge des Urteils Rückforderungsverlangen von Kunden bezüglich möglicherweise zu Unrecht vereinnahmter Entgelte ausgesetzt. Gerichtliche Rechtsstreitigkeiten dazu liegen derzeit nicht vor.
Auf Basis des in 2017 veröffentlichten BMF-Schreibens zu Cum-Cum Geschäften hat die Betriebsprüfung zur Behandlung dieser Geschäfte in Form von Prüfungsanmerkungen Stellung genommen. Die Anrechnung der Kapitalertragsteuer wurde seitens des Finanzamtes entsprechend gekürzt. Die Commerzbank Aktiengesellschaft hat daraufhin Wertberichtigungen hinsichtlich bilanzierter Anrechnungsforderungen vorgenommen beziehungsweise zusätzliche Rückstellungen im Hinblick auf mögliche Rückzahlungsansprüche gebildet, um die geänderte Risikosituation vollumfänglich angemessen zu reflektieren. Nunmehr ist das BMF-Schreiben zu Cum-Cum Geschäften mit Datum vom 9. Juli 2021 neu gefasst worden. Im Hinblick auf die potentiellen Auswirkungen des BMF Schreibens wurde im zweiten Quartal 2021 die Rückstellung angepasst.
Die Bank wird ein Auslagerungsprojekt durch Abschluss einer Aufhebungsvereinbarung oder gegebenenfalls durch Ausübung eines im Auslagerungsvertrag eingeräumten Sonderkündigungsrechtes vorzeitig beenden. Bei Ausübung dieses Kündigungsrechtes ist nach den vertraglichen Regelungen eine Entschädigungszahlung, deren Höhe sich anhand von im Vertrag festgelegten Parametern errechnet, an den Vertragspartner zu leisten.

(39) Eventualverbindlichkeiten und Kreditzusagen

Hier weisen wir im Wesentlichen Eventualverbindlichkeiten aus Bürgschaften und Gewährleistungsverträgen sowie Kreditzusagen zum Nominalwert aus.

Die Risikovorsorge für Eventualverbindlichkeiten und Kreditzusagen wird als Rückstellung für Risiken aus dem Kreditgeschäft gezeigt.

In den Eventualverbindlichkeiten ist die unwiderrufliche Zahlungsverpflichtung enthalten, die nach Stattgabe des Antrags der Bank auf Leistung einer Besicherung zur teilweisen Begleichung des Beitrags der Bankenabgabe von der Bundesrepublik Deutschland - Finanzagentur GmbH (Deutsche Finanzagentur) gewährt wurde.

Die in der folgenden Tabelle genannten Zahlen werden ohne Berücksichtigung von Sicherheiten dargestellt und wären nur im Falle der vollständigen Ausnutzung der Fazilitäten durch sämtliche Kunden und den darauffolgenden Zahlungsverzug aller Kunden - unter der Voraussetzung, dass keine Sicherheiten vorhanden sind - abzuschreiben. Tatsächlich verfällt der weitaus größte Teil dieser Verpflichtungen, ohne in Anspruch genommen zu werden. Insofern sind die Beträge nicht repräsentativ für die Risikoeinschätzung, das tatsächliche künftige Kreditengagement oder daraus erwachsende Liquiditätserfordernisse.

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Mio. € 30.6.2021 31.12.2020 Veränd. in %
Eventualverbindlichkeiten 42 631 41 731 2,2
Kreditinstitute 7 866 6 425 22,4
Firmenkunden 31 554 32 081 -1,6
Privatkunden 184 185 -0,7
Finanzdienstleister 2 894 2 968 -2,5
Öffentliche Haushalte 132 71 86,0
Kreditzusagen 86 270 85 476 0,9
Kreditinstitute 1 352 1 339 1,0
Firmenkunden 66 160 65 853 0,5
Privatkunden 14 136 12 291 15,0
Finanzdienstleister 4 197 5 367 -21,8
Öffentliche Haushalte 425 625 -32,1
Gesamt 128 901 127 207 1,3

Über die vorstehend aufgeführten Kreditfazilitäten hinaus können im Commerzbank-Konzern Verluste aus Rechts- und Steuerrisiken entstehen, deren Eintritt nicht überwiegend wahrscheinlich ist, so dass keine Rückstellungen gebildet wurden. Da der Eintritt aber auch nicht gänzlich unwahrscheinlich ist, erfolgt eine Darstellung unter den Eventualverbindlichkeiten. Weder für den Eintrittszeitpunkt noch mögliche Erstattungen kann eine verlässliche Einschätzung vorgenommen werden. Je nach Ausgang der rechtlichen und steuerlichen Verfahren kann sich die Einschätzung unseres Verlustrisikos als zu niedrig oder zu hoch erweisen. Für den weitaus größten Teil der Eventualverbindlichkeiten aus Rechtsrisiken erfolgt jedoch keine Inanspruchnahme und somit sind die Beträge nicht repräsentativ für die tatsächlichen künftigen Verluste. Zum 30. Juni 2021 betrugen die Eventualverbindlichkeiten aus Rechtsrisiken 400 Mio. Euro (Vorjahr: 398 Mio. Euro) und betrafen die folgenden wesentlichen Sachverhalte:

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Gegen eine Tochtergesellschaft der Commerzbank wurden mehrere Klagen von Kunden eines ehemaligen und mittlerweile insolventen Geschäftskunden, der bei dieser Tochter seine Geschäftskonten unterhielt, erhoben. Klageziel ist jeweils die Geltendmachung von Schadenersatzansprüchen wegen angeblicher Unterstützung des Managements des insolventen Geschäftskunden bei dessen unlauteren Machenschaften im Rahmen der Kontoführung. Die Forderungen diverser Kunden wurden im Nachgang von einem Unternehmen erworben und werden von diesem Erwerber gesammelt geltend gemacht. Diese Schadensersatzansprüche wurden im Januar 2021 abgewiesen, der Kläger hat noch eine Beschwerdemöglichkeit.
Die ehemalige Dresdner Bank war Inhaber von Anteilen an einer US-amerikanischen Gesellschaft, die im Rahmen eines sogenannten Leverage Buyouts veräußert wurden. Im Rahmen des Insolvenzverfahrens dieser Gesellschaft wurden in den USA mehrere Klagen unter anderem gegen die Commerzbank als Rechtsnachfolgerin der Dresdner Bank auf Rückgewähr, der im Rahmen der Anteilsveräußerung erhaltenen Erlöse erhoben. Die Klage des Insolvenzverwalters wurde in der ersten Instanz abgewiesen; ein Antrag zur Überprüfung der Entscheidung ist derzeit beim zuständigen Berufungsgericht anhängig. Die Klagen der Pensionäre und der Anleihegläubiger der Gesellschaft sind vom Berufungsgericht unter anderem zu Gunsten der Bank abgewiesen worden; die Kläger haben Rechtsmittel eingelegt.
Im April 2016 wurde der Commerzbank die Zahlungsklage einer Kundin zugestellt. Die Klägerin verlangt unter anderem die Rückzahlung von nach Meinung der Klägerin zu Unrecht an die Commerzbank geleisteten Zinsen. Zudem begehrt sie die Freigabe von Sicherheiten, welche eine Forderung der Commerzbank gegen die Klägerin besichern. Die Commerzbank und die Klägerin streiten über den Bestand der besicherten Forderung. Die Commerzbank setzt sich gegen die Klage zur Wehr.
Mit Klage aus Mai 2019 begehrt ein Kunde der Commerzbank die Feststellung, dass die Bank dem Kläger den materiellen Schaden wegen angeblicher Falschberatung im Zusammenhang mit Derivaten in Form von Swap-Verträgen zu ersetzen hat. Die Commerzbank hält die Klage für unbegründet und ist ihr entgegengetreten.
Im Februar 2020 wurde eine Tochtergesellschaft der Commerzbank zusammen mit einer weiteren Bank auf Zahlung von Schadensersatz wegen angeblich unlauterer Preisabsprachen im Zusammenhang mit der Erhebung von Abwicklungsgebühren verklagt. Die Tochtergesellschaft verteidigt sich gegen die Klage.

Eventualverbindlichkeiten aus Steuerrisiken:

Im Hinblick auf das BMF-Schreiben vom 9. Juli 2021 zu "Cum-Cum-Geschäften" kann nicht vollständig ausgeschlossen werden, dass sich daraus über die von der Bank gebildete Rückstellung (vgl. Tz 38) hinaus weitere Belastungen ergeben.

Im Hinblick auf Cum-Cum-Wertpapierleihegeschäfte sieht sich die Commerzbank Ersatzansprüchen Dritter aufgrund aberkannter Anrechnungsansprüche ausgesetzt. Die Erfolgsaussichten solcher Ansprüche schätzt die Commerzbank auf Basis der durchgeführten Analysen als eher unwahrscheinlich ein, sie sind aber nicht ausgeschlossen. In diesen Fällen könnten sich auf Basis unserer Schätzungen finanzielle Auswirkungen im höheren zweistelligen Millionenbereich zuzüglich Nachzahlungszinsen ergeben. Es kann nicht vollständig ausgeschlossen werden, dass sich im Rahmen der weiteren Entwicklung, zum Beispiel aus der Bewertung durch die Finanzbehörden und der Finanz-/​Zivilgerichte, eine anderslautende Einschätzung ergeben könnte.

Die Staatsanwaltschaft Frankfurt ermittelt im Zusammenhang mit Aktiengeschäften um den Dividendenstichtag (sogenannte Cum-Ex-Geschäfte) der Commerzbank und der ehemaligen Dresdner Bank. Die Commerzbank hatte bereits Ende 2015 eine forensische Analyse zu Cum-Ex-Geschäften beauftragt, die im Hinblick auf die Aktiengeschäfte der Commerzbank Anfang 2018 und bezüglich der Aktiengeschäfte der ehemaligen Dresdner Bank im September 2019 abgeschlossen wurde. Alle Steuernachforderungen durch die Finanzbehörden wurden beglichen.

Seit September 2019 finden bei der Commerzbank Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Köln in einem separaten Verfahren zu Cum-Ex-Geschäften statt. Die Staatsanwaltschaft Köln ermittelt wegen des Verdachts, dass die Bank (einschließlich Dresdner Bank) in verschiedenen Rollen an Cum-Ex-Geschäften mitgewirkt hat, unter anderem dadurch, dass sie Dritte, die als Leerverkäufer gehandelt haben sollen, mit Aktien beliefert hat. Es geht in diesem Verfahren nach derzeitigem Verständnis nicht um eigene Steueranrechnungsansprüche der Commerzbank im Hinblick auf Kapitalertragsteuer und Solidaritätszuschlag auf Dividenden.

Im Zusammenhang mit Untersuchungen zu "Cum-Ex" kooperiert die Bank vollumfänglich mit den Ermittlungsbehörden. Das Ob und die Höhe einer sich daraus eventuell ergebenden Belastung kann derzeit nicht prognostiziert werden.

Segmentberichterstattung

(40) Segmentberichterstattung

In der Segmentberichterstattung spiegeln sich die Ergebnisse der operativen Segmente des Commerzbank-Konzerns wider. Als Grundlage für die nachfolgenden Segmentinformationen dient IFRS 8 "Operating Segments", der dem sogenannten Managementansatz folgt. Die Segmentinformationen werden auf Basis der internen Managementberichterstattung bestimmt, die dem Chief Operating Decision Maker dazu dient, die Leistung der Segmente zu beurteilen und Entscheidungen über die Allokation von Ressourcen auf die Segmente zu treffen. Im Commerzbank-Konzern übt die Funktion des Chief Operating Decision Makers der Vorstand aus.

In unserer Segmentberichterstattung berichten wir in der Segmentstruktur Privat- und Unternehmerkunden, Firmenkunden und dem Bereich Sonstige und Konsolidierung. Dieses Vorgehen folgt der Organisationsstruktur des Commerzbank-Konzerns und ist Grundlage der internen Managementberichterstattung. Die Aufteilung der Geschäftssegmente orientiert sich an der Unterschiedlichkeit der Produkte und Dienstleistungen beziehungsweise an den Kundenzielgruppen. Die Erträge und Aufwendungen des Segments Firmenkunden und des Konzerns sind ohne den aufgegebenen Geschäftsbereich dargestellt (siehe Note 32).

Im dritten Quartal 2020 führte eine verfeinerte Segmentierung des Mobilien-Leasinggeschäfts zu Verschiebungen zwischen den Segmenten Privat- und Unternehmerkunden und Firmenkunden. Im zweiten Quartal 2021 wurde der Bereich Credit Solutions aus dem Segment Firmenkunden in den Bereich Sonstige und Konsolidierung übertragen. Die Vorjahreswerte wurden entsprechend angepasst.

Weitere Angaben zu den Segmenten sind im Zwischenlagebericht dieses Zwischenberichts enthalten. Die für die operativen Segmente unterstellte Kapitalunterlegung der Risikoaktiva beträgt 12 %.

Der Erfolg der einzelnen Segmente wird anhand des Operativen Ergebnisses und des Ergebnisses vor Steuern sowie der Kennziffern Operative Eigenkapitalrendite und Aufwandsquote gemessen. Das Operative Ergebnis ist definiert als die Summe aus Zinsüberschuss, Dividendenerträgen, Risikoergebnis, Provisionsüberschuss, Ergebnis aus erfolgswirksam zum Fair Value bewerteten finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten, Ergebnis aus Sicherungszusammenhängen, Übrigem Ergebnis aus Finanzinstrumenten, Laufendem Ergebnis aus at-Equity-bewerteten Unternehmen und Sonstigem Ergebnis abzüglich der Verwaltungsaufwendungen und der Pflichtbeiträge. Im Operativen Ergebnis sind keine Wertminderungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte und sonstige immaterielle Vermögenswerte und Restrukturierungsaufwendungen enthalten. Durch den Ausweis von Vorsteuerergebnissen sind sowohl im Ergebnis als auch im durchschnittlich gebundenen Eigenkapital die Anteile Dritter enthalten. Alle Erträge, für die ein Segment verantwortlich ist, sind somit im Ergebnis vor Steuern berücksichtigt. Bei der Abbildung der Zwischenergebniseliminierung aus konzerninternen Transaktionen in der Segmentberichterstattung wird das abgebende Segment so gestellt, als wäre die Transaktion konzernextern erfolgt. Die Eliminierung der Zwischengewinne und -verluste erfolgt daher im Bereich Sonstige und Konsolidierung.

Die operative Eigenkapitalrendite errechnet sich aus dem Verhältnis des operativen Ergebnisses zum durchschnittlich gebundenen Eigenkapital. Sie gibt an, wie sich das im Segment eingesetzte Kapital verzinst. Die Aufwandsquote im operativen Geschäft spiegelt die Kosteneffizienz der Segmente wider, sie errechnet sich aus dem Verhältnis der Summe von Verwaltungsaufwendungen und Pflichtbeiträgen zu Erträgen vor Risikoergebnis. Zusätzlich weisen wir eine Aufwandsquote im operativen Geschäft ohne Berücksichtigung der Pflichtbeiträge aus, um der fehlenden Beeinflussungsmöglichkeit auf die Höhe sowie dem periodischen Charakter dieses Postens Rechnung zu tragen.

Erträge und Aufwendungen werden verursachungsgerecht zu Marktpreisen und im Zinsbereich nach der Marktzinsmethode innerhalb der Segmente ausgewiesen. Im Zinsüberschuss werden die tatsächlichen Refinanzierungsaufwendungen für geschäftsspezifische Beteiligungen der Segmente gezeigt. Der im Konzern erwirtschaftete Anlagenutzen aus dem Eigenkapital wird im Verhältnis des durchschnittlich gebundenen Eigenkapitals dem Zinsüberschuss der jeweiligen Segmente zugeordnet. Der Zinssatz entspricht dem Zinssatz einer risikofreien Anlage auf dem langfristigen Kapitalmarkt. Im Zinsüberschuss enthalten sind ebenfalls die Liquiditätskosten. Diese umfassen sowohl die extern gezahlten Fundingkosten als auch die vollständige Allokation der Liquiditätskosten auf die Geschäfte und Segmente auf Basis unseres Liquiditätskosten-Transferpreis-Systems. Auf dieser Grundlage werden die aus dem externen Funding der Bank resultierenden Zinsaufwendungen auf Basis einer zentralen Liquiditätspreiskurve nach dem Verursachungsprinzip auf Einzelgeschäfts- oder Portfolioebene auf die Segmente alloziert. Die Ermittlung des durchschnittlich gebundenen Eigenkapitals der Segmente erfolgt auf Basis der durchschnittlichen segmentierten Risikoaktiva. Für das Segment Firmenkunden erfolgt die Berechnung des durchschnittlich gebundenen Eigenkapitals ohne den aufgegebenen Geschäftsbereich. Auf Konzernebene wird das Common-Equity-Tier-1-Kapital (CET 1) gezeigt, das der Berechnung der operativen Eigenkapitalrendite dient. Die Anpassung zwischen dem durchschnittlich gebundenen Eigenkapital der Segmente und dem CET-1-Kapital des Konzerns erfolgt im Bereich Sonstige und Konsolidierung. Darüber hinaus berichten wir die jeweiligen Aktiva und Passiva der Segmente sowie die Buchwerte der at-Equity-bewerteten Unternehmen. Geschäftsmodellbedingt ist die Segmentbilanz erst auf Konzernebene ausgeglichen.

Die im Operativen Ergebnis ausgewiesenen Verwaltungsaufwendungen beinhalten die Personalaufwendungen, die Sachaufwendungen (ohne Pflichtbeiträge) sowie die Abschreibungen auf Sachanlagen und sonstige immaterielle Vermögenswerte. Restrukturierungsaufwendungen und Wertminderungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte und sonstige immaterielle Vermögenswerte werden unterhalb des Operativen Ergebnisses im Ergebnis vor Steuern ausgewiesen. Die Zuordnung der Verwaltungsaufwendungen und der Pflichtbeiträge zu den einzelnen Segmenten erfolgt nach dem Verursachungsprinzip. Die sich aus den internen Leistungen ergebenden indirekten Aufwendungen werden dem Leistungsempfänger in Rechnung gestellt beziehungsweise führen beim Leistungserbringer zu einer entsprechenden Entlastung. Die Bewertung dieser internen Leistungsbeziehungen erfolgt zu Vollkosten oder Marktpreisen.

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1.1.-30.6.2021 | Mio. € Privat- und Unternehmerkunden Firmenkunden Sonstige und Konsolidierung Konzern
Zinsüberschuss 1 229 838 360 2 427
Dividendenerträge 5 3 - 1 7
Risikoergebnis - 126 - 39 - 70 - 235
Provisionsüberschuss 1 228 601 - 25 1 803
Ergebnis aus erfolgswirksam zum Fair Value bewerteten finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten 128 178 180 485
Ergebnis aus Sicherungszusammenhängen - 1 - 5 - 46 - 52
Übriges Ergebnis aus Finanzinstrumenten 20 - 5 2 17
Laufendes Ergebnis aus at-Equity-bewerteten Unternehmen 0 2 - 0 2
Sonstiges Ergebnis - 150 - 16 - 170 - 335
Erträge vor Risikoergebnis 2 458 1 596 300 4 353
Erträge nach Risikoergebnis 2 332 1 556 230 4 118
Verwaltungsaufwendungen 1 717 1 121 335 3 173
Pflichtbeiträge 227 95 53 375
Operatives Ergebnis 388 340 - 158 570
Restrukturierungsaufwendungen - 0 976 976
Ergebnis aus fortzuführenden Geschäftsbereichen vor Steuern 388 340 - 1 133 - 406
Aktiva 161 641 152 251 229 751 543 643
davon: nicht fortgeführte Aktiva 1 809 - 1 809
Passiva 202 069 179 527 162 047 543 643
davon: nicht fortgeführte Passiva 1 847 - 1 847
Buchwerte der at-Equity-bewerteten Unternehmen 29 141 1 170
Durchschnittlich gebundenes Eigenkapital (aus fortzuführenden Geschäftsbereichen) (auf Basis CETI) 1 5 994 10 126 7 590 23 710
Operative Eigenkapitalrendite (%) 2 12,9 6,7 4,8
Aufwandsquote im operativen Geschäft

(exkl. Pflichtbeiträge) (%)
69,9 70,3 72,9
Aufwandsquote im operativen Geschäft (inkl. Pflichtbeiträge) (%) 79,1 76,2 81,5

1 Durchschnittliches hartes Kernkapital (CET1). Anpassung erfolgt in Sonstige und Konsolidierung.

2 Auf das Jahr hochgerechnet.

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1.1.-30.6.2020 | Mio. €1 Privat- und Unternehmerkunden Firmenkunden Sonstige und Konsolidierung Konzern
Zinsüberschuss 1 310 874 413 2 597
Dividendenerträge 12 3 - 2 13
Risikoergebnis - 313 - 455 - 27 - 795
Provisionsüberschuss 1 088 599 - 19 1 668
Ergebnis aus erfolgswirksam zum Fair Value bewerteten finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten 98 38 - 277 - 141
Ergebnis aus Sicherungszusammenhängen 1 9 54 64
Übriges Ergebnis aus Finanzinstrumenten 11 - 3 7 15
Laufendes Ergebnis aus at-Equity-bewerteten Unternehmen 0 5 - 0 5
Sonstiges Ergebnis - 30 - 1 - 66 - 97
Erträge vor Risikoergebnis 2 492 1 524 109 4 125
Erträge nach Risikoergebnis 2 178 1 069 82 3 329
Verwaltungsaufwendungen 1 723 1 158 148 3 030
Pflichtbeiträge 201 106 67 374
Operatives Ergebnis 254 - 196 - 132 - 74
Restrukturierungsaufwendungen - - - -
Ergebnis vor Steuern aus fortzuführenden Geschäftsbereichen vor Steuern 254 - 196 - 132 - 74
Aktiva 158 780 179 681 211 905 550 366
davon: nicht fortgeführte Aktiva 2 179 2 179
Passiva 194 287 185 377 170 702 550 366
davon: nicht fortgeführte Passiva 3 878 - 3 878
Buchwerte der at-Equity-bewerteten Unternehmen 30 149 1 180
Durchschnittlich gebundenes Eigenkapital (aus fortzuführenden Geschäftsbereichen) (auf Basis CETI) 2 5 661 11 488 7 305 24 453
Operative Eigenkapitalrendite (%) 3 9,0 -3,4 - -0,6
Aufwandsquote im operativen Geschäft

(exkl. Pflichtbeiträge) (%)
69,2 76,0 73,5
Aufwandsquote im operativen Geschäft (inkl. Pflichtbeiträge) (%) 77,2 83,0 82,5

1 Anpassung Vorjahr aufgrund von IFRS 8.29.

2 Durchschnittliches hartes Kernkapital (CET1). Anpassung erfolgt in Sonstige und Konsolidierung.

3 Auf das Jahr hochgerechnet.

Detailangaben Sonstige und Konsolidierung:

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Mio. € 1.1.-30.6.2021
Sonstige Konsolidierung Sonstige und Konsolidierung
--- --- --- ---
Zinsüberschuss 362 - 2 360
Dividendenerträge - 1 - - 1
Risikoergebnis - 70 - - 70
Provisionsüberschuss - 20 - 5 - 25
Ergebnis aus erfolgswirksam zum Fair Value bewerteten finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten 188 - 8 180
Ergebnis aus Sicherungszusammenhängen - 46 - - 46
Übriges Ergebnis aus Finanzinstrumenten - 1 3 2
Laufendes Ergebnis aus at-Equity-bewerteten Unternehmen - - 0 - 0
Sonstiges Ergebnis - 162 - 8 - 170
Verwaltungsaufwendungen 345 - 10 335
Pflichtbeiträge 53 0 53
Operatives Ergebnis - 149 - 9 - 158
Restrukturierungsaufwendungen 976 - 976
Ergebnis aus fortzuführenden Geschäftsbereichen vor Steuern - 1 124 - 9 - 1 133
Aktiva 229 617 134 229 751
Passiva 161 959 88 162 047

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Mio. € 1.1.-30.6.2020 1
Sonstige Konsolidierung Sonstige und Konsolidierung
--- --- --- ---
Zinsüberschuss 415 - 3 413
Dividendenerträge - 2 0 - 2
Risikoergebnis - 27 - - 27
Provisionsüberschuss - 15 - 4 - 19
Ergebnis aus erfolgswirksam zum Fair Value bewerteten finanziellen

Vermögenswerten und Verbindlichkeiten
- 285 8 - 277
Ergebnis aus Sicherungszusammenhängen 54 - 54
Übriges Ergebnis aus Finanzinstrumenten 5 2 7
Laufendes Ergebnis aus at-Equity-bewerteten Unternehmen - - 0 - 0
Sonstiges Ergebnis - 64 - 3 - 66
Verwaltungsaufwendungen 154 - 6 148
Pflichtbeiträge 67 0 67
Operatives Ergebnis - 139 7 - 132
Restrukturierungsaufwendungen - - -
Ergebnis aus fortzuführenden Geschäftsbereichen vor Steuern - 139 7 - 132
Aktiva 211 750 155 211 905
Passiva 170 566 136 170 702

1 Anpassung Vorjahr aufgrund von IFRS 8.29.

Unter Konsolidierung weisen wir Konsolidierungs- und Überleitungssachverhalte vom Ergebnis der Segmente und des Bereichs Sonstige auf den Konzernabschluss aus. Unter anderem werden dort folgende Sachverhalte abgebildet:

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Eliminierung der in den Segmenten angefallenen Bewertungsergebnisse für eigene Schuldverschreibungen.
Effekte aus der Konsolidierung konzerninterner Transaktionen zwischen den Segmenten.
Effekte aus der Konsolidierung von Aufwendungen und Erträgen.
Erträge und Verwaltungsaufwendungen der Stabs- und Steuerungsfunktion, wobei diese auf die Segmente und den Bereich Sonstige verrechnet sind.

Die regionale Aufgliederung, die im Wesentlichen auf dem jeweiligen Sitz der Filiale oder des Konzernunternehmens basiert (geografische Märkte), ergab nachfolgende Verteilung:

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1.1.-30.6.2021

Mio. €
Deutschland Europa ohne Deutschland Amerika Asien Sonstige Gesamt
Erträge vor Risikoergebnis 3 195 1 014 41 104 0 4 353
Risikoaktiva für Kreditrisiken (with transitional provisions) 90 699 47 822 5 592 4 070 148 183

Im Vorjahreszeitraum erzielten wir in den geografischen Märkten folgende Ergebnisse:

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1.1.-30.6.2020 1

Mio. €
Deutschland Europa ohne Deutschland Amerika Asien Sonstige Gesamt
Erträge vor Risikoergebnis 2 999 918 117 90 0 4 125
Risikoaktiva für Kreditrisiken (with transitional provisions) 96 245 49 513 6 618 5 110 157 486

1 Anpassung Vorjahr aufgrund von Restatements (siehe Note 3).

Statt der langfristigen Vermögenswerte weisen wir die Risikoaktiva für Kreditrisiken aus. In Übereinstimmung mit IFRS 8.32 hat die Commerzbank entschieden, auf eine Aufgliederung des Gesamtbetrags der Erträge des Commerzbank-Konzerns nach Produkten und Dienstleistungen zu verzichten. Aus Effizienzgründen wurde von einer Erhebung dieser Daten abgesehen, da sie weder für die interne Steuerung noch für das Managementreporting genutzt werden.

Sonstige Erläuterungen

(41) Ausgewählte regulatorische Angaben

Das folgende Bild zeigt die Zusammensetzung der Eigenmittel und risikogewichteten Aktiva sowie die Eigenmittelquoten im Commerzbank-Konzern gemäß CRR einschließlich angewendeter Übergangsregelungen.

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30.6.2021 31.12.2020 Veränd. in %
Hartes Kernkapital (CET 1) 1 (Mio. €) 23 709 23 611 0,4
Kernkapital (Tier 1) (Mio. €) 27 187 26 790 1,5
Eigenmittel 1 (Mio. €) 31 806 31 603 0,6
Risikogewichtete Aktiva (Mio. €) 177 588 178 581 -0,6
Harte Kernkapitalquote (CET-1-Ratio, %) 13,4 13,2 1,1
Kernkapitalquote (Tier-1-Ratio, %) 15,3 15,0 2,1
Gesamtkapitalquote (%) 17,9 17,7 1,2

1 Die Angaben beinhalten jeweils das den Commerzbank-Aktionären zurechenbare und regulatorisch anrechnungsfähige Konzernergebnis.

Die Leverage Ratio (Verschuldungsquote) setzt das Kernkapital (Tier-1-Kapital) gemäß CRR unter Anwendung der Übergangsbestimmungen ins Verhältnis zum Leverage Ratio Exposure, das aus den nicht risikogewichteten Aktiva und den außerbilanziellen Positionen besteht.

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30.6.2021 31.12.2020 Veränd. in %
Leverage Ratio Exposure (Mio. €) 589 160 541 412 8,8
Leverage Ratio (%) 4,6 4,9 -6,1

Die NPE Ratio wird aus den notleidenden Forderungen im Verhältnis zu den Gesamtforderungen gemäß EBA Risk Dashboard ermittelt.

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30.6.2021 31.12.2020 Veränd. in %
NPE-Ratio (%) 0,8 1,0 -20,0

(42) Beziehungen zu nahestehenden Personen und Unternehmen

Im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit kommt es zwischen der Commerzbank Aktiengesellschaft und/​oder deren konsolidierten Gesellschaften zu Geschäftsbeziehungen mit nahestehenden Unternehmen und Personen. Hierzu gehören:

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beherrschte, aber aus Gründen der Wesentlichkeit nicht konsolidierte Tochterunternehmen,
Gemeinschaftsunternehmen,
assoziierte Unternehmen,
Beteiligungen,
unternehmensexterne Versorgungsträger zur betrieblichen Altersversorgung der Mitarbeiter der Commerzbank Aktiengesellschaft,
Personen in Schlüsselpositionen und deren Angehörige,
sowie von diesem Personenkreis beherrschte Unternehmen.

Die mit nahestehenden Unternehmen und Personen getätigten Bankgeschäfte werden zu marktüblichen Bedingungen und Konditionen abgeschlossen.

Zu den Personen in Schlüsselpositionen zählen ausschließlich die im Berichtszeitraum aktiven Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder der Commerzbank Aktiengesellschaft.

Neben dem Anteilsbesitz der Bundesrepublik Deutschland sind weitere Faktoren zu berücksichtigen (unter anderem Zugehörigkeit zum Aufsichtsrat), die einen maßgeblichen Einfluss auf die Commerzbank Aktiengesellschaft ermöglichen. Demnach zählen der Bund sowie der Kontrolle der Bundesrepublik Deutschland unterliegende Unternehmen (Bundesunternehmen) zum Kreis der nahestehenden Unternehmen und Personen nach IAS 24.

Transaktionen mit nicht konsolidierten Tochterunternehmen

Die Aktivposten gegenüber nicht konsolidierten Tochterunternehmen von 249 Mio. Euro (Vorjahr: 274 Mio. Euro) enthielten zum 30. Juni 2021 im Wesentlichen Darlehen und Forderungen. In den Passivposten waren von den 197 Mio. Euro (Vorjahr: 202 Mio. Euro) im Wesentlichen Einlagen enthalten.

Die Erträge von 15 Mio. Euro (Vorjahreszeitraum: 8 Mio. Euro) resultieren aus Zinserträgen und die Aufwendungen von 31 Mio. Euro (Vorjahreszeitraum: 36 Mio. Euro) vor allem aus Sachaufwendungen.

Im Rahmen des gewöhnlichen Bankgeschäfts wurden Garantien und Sicherheiten von 80 Mio. Euro (Vorjahr: 79 Mio. Euro) gewährt.

Transaktionen mit assoziierten Unternehmen

Die Aktivposten gegenüber assoziierten Unternehmen von 13 Mio. Euro (Vorjahr: 15 Mio. Euro) enthielten zum 30. Juni 2021 im Wesentlichen Darlehen und Forderungen. In den Passivposten waren von den 26 Mio. Euro (Vorjahr: 29 Mio. Euro) im Wesentlichen Einlagen enthalten.

Die Erträge von 2 Mio. Euro (Vorjahreszeitraum 7 Mio. Euro) resultieren vor allem aus Provisionserträgen sowie dem Laufenden Ergebnis aus at-Equity-bewerteten Unternehmen.

Im Rahmen des gewöhnlichen Bankgeschäfts wurden Garantien und Sicherheiten von 5 Mio. Euro (Vorjahr: 12 Mio. Euro) gewährt.

Transaktionen mit sonstigen nahestehenden Unternehmen/​ Personen

Die Aktivposten gegenüber sonstigen nahestehenden Unternehmen/​Personen betrugen zum 30. Juni 2021 0 Mio. Euro (Vorjahr: 0 Mio. Euro) In den Passivposten von 543 Mio. Euro (Vorjahr: 208 Mio. Euro) waren im Wesentlichen Einlagen enthalten. Die Einlagen entfielen vor allem auf unternehmensexterne Versorgungsträger.

Zum 30. Juni 2021 betrugen die Erträge 1 Mio. Euro (Vorjahreszeitraum: 0 Mio. Euro). Die Aufwendungen lagen bei 19 Mio. Euro (Vorjahreszeitraum: 4 Mio. Euro).

Im Rahmen des gewöhnlichen Bankgeschäfts wurden keine Garantien und Sicherheiten gewährt (Vorjahr: 0 Mio. Euro).

Transaktionen mit Schlüsselpersonen

Zum 30. Juni 2021 lagen die Aktivposten gegenüber Schlüsselpersonen bei 0 Mio. Euro (Vorjahr: 4 Mio. Euro) und die Passivposten bei 1 Mio. Euro(Vorjahr: 6 Mio. Euro).

Die Aufwendungen resultieren aus Personalaufwendungen von 10 Mio. Euro (Vorjahreszeitraum: 8 Mio. Euro ) und enthielten Vergütungen für Personen in Schlüsselpositionen und Gehälter der im Commerzbank-Konzern angestellten Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat.

Transaktionen mit Bundesunternehmen

Die Aktivposten gegenüber Bundesunternehmen von 84 271 Mio. Euro (Vorjahr: 56 576 Mio. Euro) enthielten zum 30. Juni 2021 im Wesentlichen Guthaben bei der Deutschen Bundesbank von 79 820 Mio. Euro (Vorjahr: 53 546 Mio. Euro). Von den Passivposten gegenüber Bundesunternehmen von 14 024 Mio. Euro (Vorjahr: 13 755 Mio. Euro) betrafen 14 010 Mio. Euro (Vorjahr: 13 748 Mio. Euro) Einlagen. Zum 30. Juni 2021 wurden Bundesunternehmen Garantien und Sicherheiten von 238 Mio. Euro (Vorjahr: 255 Mio. Euro) gewährt.

Zum 30. Juni 2021 betrugen die Erträge 19 Mio. Euro (Vorjahreszeitraum: 38 Mio. Euro). Die Aufwendungen lagen bei 13 Mio. Euro (Vorjahreszeitraum: 12 Mio. Euro).

Organe der Commerzbank Aktiengesellschaft

Aufsichtsrat

Helmut Gottschalk

Vorsitzender

(seit 14.4.2021)

Hans-Jörg Vetter

Vorsitzender

(bis 16.3.2021)

Uwe Tschäge 1

Stellv. Vorsitzender

Heike Anscheit 1

Alexander Boursanoff 1

Gunnar de Buhr 1

Stefan Burghardt 1

Dr. Frank Czichowski

Sabine U. Dietrich

Dr. Jutta A. Dönges

Monika Fink 1

Dr. Tobias Guldimann

(bis 18.5.2021)

Dr. Rainer Hillebrand

(bis 18.5.2021)

Christian Höhn 1

Kerstin Jerchel 1

Burkhard Keese

(seit 18.5.2021)

Alexandra Krieger 1

Daniela Mattheus

(seit 18.5.2021)

Dr. Victoria Ossadnik

(bis 18.5.2021)

Andreas Schmitz

(von 1.1.2021 bis 24.3.2021)

Caroline Seifert

(seit 18.5.2021)

Robin J. Stalker

Dr. Gertrude Tumpel-Gugerell

Frank Westhoff

(seit 18.5.2021)

Stefan Wittmann 1

Klaus-Peter Müller

Ehrenvorsitzender

1 Von den Arbeitnehmern gewählt.

Vorstand

Dr. Manfred Knof

Vorsitzender

(seit 1.1.2021)

Jörg Hessenmüller

Dr. Bettina Orlopp

Stellv. Vorsitzende

Michael Kotzbauer

(seit 14.1.2021)

Dr. Marcus Chromik

Sabine Schmittroth

Versicherung der gesetzlichen Vertreter

Nach bestem Wissen versichern wir, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen für die Zwischenberichterstattung der Konzernzwischenabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernzwischenlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns im verbleibenden Geschäftsjahr beschrieben sind.

Frankfurt am Main, den 2. August 2021

Der Vorstand

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Manfred Knof Bettina Orlopp Marcus Chromik
Jörg Hessenmüller Michael Kotzbauer Sabine Schmittroth

Bescheinigung nach prüferischer Durchsicht

An die COMMERZBANK Aktiengesellschaft,

Frankfurt am Main

Wir haben den verkürzten Konzernzwischenabschluss - bestehend aus Gesamtergebnisrechnung, Bilanz, Eigenkapitalveränderungsrechnung, verkürzter Kapitalflussrechnung sowie ausgewählten erläuternden Anhangangaben - und den Konzernzwischenlagebericht der COMMERZBANK Aktiengesellschaft, Frankfurt am Main, für den Zeitraum vom 1. Januar bis 30. Juni 2021, die Bestandteile des Halbjahresfinanzberichts nach § 115 WpHG sind, einer prüferischen Durchsicht unterzogen. Die Aufstellung des verkürzten Konzernzwischenabschlusses nach den IFRS für Zwischenberichterstattung, wie sie in der EU anzuwenden sind, und des Konzernzwischenlageberichts nach den für Konzernzwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des WpHG liegt in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, eine Bescheinigung zu dem verkürzten Konzernzwischenabschluss und dem Konzernzwischenlagebericht auf der Grundlage unserer prüferischen Durchsicht abzugeben.

Wir haben die prüferische Durchsicht des verkürzten Konzernzwischenabschlusses und des Konzernzwischenlageberichts unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze für die prüferische Durchsicht von Abschlüssen unter ergänzender Beachtung des International Standard on Review Engagements "Review of Interim Financial Information Performed by the Independent Auditor of the Entity" (ISRE 2410) vorgenommen. Danach ist die prüferische Durchsicht so zu planen und durchzuführen, dass wir bei kritischer Würdigung mit einer gewissen Sicherheit ausschließen können, dass der verkürzte Konzernzwischenabschluss in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den IFRS für Zwischenberichterstattung, wie sie in der EU anzuwenden sind, und der Konzernzwischenlagebericht in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den für Konzernzwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des WpHG aufgestellt worden sind. Eine prüferische Durchsicht beschränkt sich in erster Linie auf Befragungen von Mitarbeitern der Gesellschaft und auf analytische Beurteilungen und bietet deshalb nicht die durch eine Abschlussprüfung erreichbare Sicherheit. Da wir auftragsgemäß keine Abschlussprüfung vorgenommen haben, können wir einen Bestätigungsvermerk nicht erteilen.

Auf der Grundlage unserer prüferischen Durchsicht sind uns keine Sachverhalte bekannt geworden, die uns zu der Annahme veranlassen, dass der verkürzte Konzernzwischenabschluss in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den IFRS für Zwischenberichterstattung, wie sie in der EU anzuwenden sind, oder dass der Konzernzwischenlagebericht in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den für Konzernzwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des WpHG aufgestellt worden ist.

Eschborn/​ Frankfurt am Main, 3. August 2021

Ernst & Young GmbH

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

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Claus-Peter Wagner Marcus Binder
Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüfer

Wesentliche Konzerngesellschaften

Inland

Commerz Real AG, Wiesbade

Ausland

Commerzbank Brasil S.A. - Banco Múltiplo, Säo Paulo

Commerzbank (Eurasija) AO, Moskau

Commerzbank Finance & Covered Bond S.A., Luxemburg

Commerzbank Zrt., Budapest

Commerz Markets LLC, New York

mBank S.A., Warschau

Operative Auslandsniederlassungen

Amsterdam, Barcelona, Bratislava, Brünn (Office), Brüssel, Dubai, Hongkong, London, Luxemburg, Madrid, Mailand, New York, Paris, Peking, Prag, Schanghai, Singapur, Tokio, Wien, Zürich

Repräsentanzen und Financial Institutions Desks

Abidjan, Addis Abeba, Almaty, Aschgabat, Bagdad, Bangkok, Beirut, Belgrad, Brüssel (Verbindungsbüro zur Europäischen Union), Buenos Aires, Caracas, Dhaka, Dubai (FI-Desk), Ho-Chi-Minh-Stadt, Hongkong (FI-Desk), Istanbul, Jakarta, Johannesburg, Kairo, Kiew, Kuala Lumpur, Lagos, Luanda, Mailand (FI-Desk), Melbourne, Minsk, Moskau (FI-Desk), Mumbai, New York (FI-Desk), Panama-Stadt, Peking (FI-Desk), Säo Paulo (FI-Desk), Schanghai (FI-Desk), Seoul, Singapur (FI-Desk), Taipeh, Taschkent, Tiflis, Tokio (FI-Desk), Zagreb

Disclaimer

Vorbehalt bei Zukunftsaussagen

Dieser Zwischenbericht enthält zukunftsgerichtete Aussagen zur Geschäfts- und Ertragsentwicklung der Commerzbank, die auf unseren derzeitigen Plänen, Einschätzungen, Prognosen und Erwartungen beruhen. Die Aussagen beinhalten Risiken und Unsicherheiten. Denn es gibt eine Vielzahl von Faktoren, die auf unser Geschäft einwirken und zu großen Teilen außerhalb unseres Einflussbereichs liegen. Dazu gehören vor allem die konjunkturelle Entwicklung, die Verfassung der Finanzmärkte weltweit und mögliche Kreditausfälle. Die tatsächlichen Ergebnisse und Entwicklungen können also erheblich von unseren heute getroffenen Annahmen abweichen. Sie haben daher nur zum Zeitpunkt der Veröffentlichung Gültigkeit. Wir übernehmen keine Verpflichtung, die zukunftsgerichteten Aussagen angesichts neuer Informationen oder unerwarteter Ereignisse zu aktualisieren.

Finanzkalender 2021/​2022

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4. November 2021 Zwischenmitteilung zum 30. September 2021
17. Februar 2022 Bilanzpressekonferenz
Ende März 2022 Geschäftsbericht 2021
11. Mai 2022 Hauptversammlung
12. Mai 2022 Zwischenmitteilung zum 31. März 2022
3. August 2022 Zwischenbericht zum 30. Juni 2022
9. November 2022 Zwischenmitteilung zum 30. September 2022

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