Skip to main content

AI assistant

Sign in to chat with this filing

The assistant answers questions, extracts KPIs, and summarises risk factors directly from the filing text.

Brockhaus Technologies AG Management Reports 2023

Apr 9, 2024

Preview isn't available for this file type.

Download source file

Brockhaus Technologies AG

Zusammengefasster Lagebericht

Die Brockhaus Technologies AG (BKHT oder die Gesellschaft, zusammen mit ihren Tochterunternehmen Brockhaus Technologies oder der Konzern) hat ihren Sitz im Nextower, Thurn-und-Taxis-Platz 6, 60313 Frankfurt am Main, Deutschland, und ist beim Handelsregister am Amtsgericht Frankfurt am Main unter der Nummer HRB 109637 eingetragen.

Dieser zusammengefasste Lagebericht (Lagebericht) umfasst, neben den Angaben zu dem Konzern, Angaben betreffend die Muttergesellschaft. Die Berichterstattung zur Lage der Gesellschaft entspricht grundsätzlich der Berichterstattung des Konzerns. Ergänzende Angaben zum Jahresabschluss der BKHT nach HGB, sind dem Abschnitt Wirtschaftliche Entwicklung der Brockhaus Technologies AG zu entnehmen.

Dieser zusammengefasste Lagebericht wurde in Übereinstimmung mit den Regelungen des Deutschen
Rechnungslegungsstandard Nr. 20 (DRS 20) erstellt. Der Bericht beschreibt sowohl die Lage des Konzerns als Ganzem, als auch die der Muttergesellschaft als einzelne Gesellschaft.

Die zeitraumbezogenen Angaben in diesem Lagebericht beziehen sich, sofern nicht anders angegeben, auf den Zeitraum vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 (Berichtszeitraum) und
zeitpunktbezogene Angaben auf den 31. Dezember 2023 (Abschlussstichtag).

Quantitative Angaben erfolgen kaufmännisch gerundet. Dieses Rundungsverfahren ist nicht summenerhaltend, so- dass es möglich ist, dass sich Werte in diesem Bericht nicht exakt zur angegebenen Summe aufaddieren. Negative Werte werden in Klammern dargestellt.

Brockhaus Technologies ist seit dem 14. Juli 2020 im regulierten Markt mit zusätzlichen Zulassungsfolgepflichten (Prime Standard) der Frankfurter Wertpapierbörse notiert. Damit folgt die Berichterstattung von Brockhaus Technologies den dort vorgesehenen hohen Anforderungen.

Gleichbehandlung ist uns wichtig. Ausschließlich aus Gründen der
besseren Lesbarkeit wird von der Verwendung männlicher, weibli- cher oder Sprachformen sonstiger Geschlechter abgesehen. Sämt- liche Personenbezeichnungen gelten für alle Geschlechter, sofern
nicht anderweitig spezifiziert.

Grundlagen des Konzerns

Geschäftsmodell

Brockhaus Technologies ist eine Unternehmensgruppe bestehend aus margen- und wachstumsstarken Technologie- und Innovations- führern mit B2B-Geschäftsmodellen des deutschsprachigen Mittel- stands. Die Gesellschaft verfolgt die Strategie, fortlaufend weitere Unternehmen in diesem Fokus zu erwerben und gemeinsam mit den jeweiligen Management Teams weiterzuentwickeln. Mit einem aus- geprägten Plattformansatz und einem grundsätzlich langfristigen Horizont unterstützt Brockhaus Technologies ihre Tochterunterneh- men aktiv und strategisch dabei, langfristig profitables Wachstum über Branchen- und Ländergrenzen hinweg zu erzielen. Zugleich Brockhaus Technologies Kapitalmarktinvestoren einen Zu- gang zu diesen nicht börsennotierten deutschen Technologie- Champions.

Die Durchführung der Geschäftstätigkeit benötigt neben Kapital für künftige Akquisitionen von Unternehmen insbesondere hochqualifi- zierte Fachkräfte aus einer Vielzahl von Hightech-Feldern, wie z.B.
Informatik und Elektronik. Wesentliche immaterielle Vermögens- werte betreffen dabei die umfassende Erfahrung, das technologi- sche und prozessuale Know-how der Mitarbeiter, langjährige Kun- denbeziehungen sowie selbst entwickelte Software und Handels-
marken.

Mit Vollzug am 24. November 2022 wurde der Teilkonzern Palas, welcher bis zum Verkaufszeitpunkt das Segment Environmental Technologies darstellte, an den schwedischen Technologie- und In- dustriekonzern Indutrade AB veräußert. Entsprechend wurde Palas Ende November 2022 entkonsolidiert. Mit dem Verkauf und der Ent- konsolidierung von Palas veränderte sich die Struktur des Konzerns. Für den Vergleichszeitraum sind die Aktivitäten des bisherigen Seg- ments Environmental Technologies bis zum Verkaufsdatum in der Gesamtergebnisrechnung als aufgegebene Aktivität ausgewiesen, während sie in der Kapitalflussrechnung bis zum Zeitpunkt der Ent- konsolidierung enthalten sind. In der Segmentberichterstattung des
Lageberichts wird das ehemalige Segment Environmental Techno- logies für den Vergleichszeitraum nicht mehr dargestellt. Details zur
bilanziellen Behandlung der Entkonsolidierung von Palas finden sich in Angabe 34 des Konzernanhangs für das vorangegangene Ge-
schäftsjahr 2022.

Die Geschäftstätigkeit von Brockhaus Technologies gliedert sich
zum einen in die Geschäftssegmente Financial Technologies und
Security Technologies und zum andern in die Akquisitionstätigkeit in
Form der Identifizierung, der Prüfung, des Erwerbs und der langfris- tigen Weiterentwicklung von Tochterunternehmen. Zum Abschluss-
stichtag umfasste der Konsolidierungskreis 24 Gesellschaften im In-
und Ausland, darunter zwei strukturierte Unternehmen (sog. Special Purpose Vehicle, SPV).

Financial Technologies

Bikeleasing hat ihren Hauptsitz in Vellmar sowie Niederlassungen und Büros in Uslar, Freiburg, Berlin sowie in Innsbruck (Österreich).

Bikeleasing bietet mit ihrer eigens entwickelten Plattform für Desk- top, Tablet und mobile Endgeräte das digitale Ökosystem, über wel- ches ihre Unternehmenskunden, deren Mitarbeiter, Fahrradhändler,
Versicherer sowie Finanzierungsanbieter miteinander verbunden
sind. Die gesamte Vermittlung und das Management, angefangen
beim Onboarding des Arbeitgebers über die Bestellung des Fahr-
rads durch den Mitarbeiter beim Fahrradhändler bis zum Kauf bzw.
die Rückgabe des Fahrrads durch den Mitarbeiter bei Leasingende
sowie die Bearbeitung von Schadensfällen mit der Versicherung, er-
folgt. Für den Fahrradhändler ist dies ebenfalls ein at- traktives Modell, da aufgrund des hohen Preisniveaus auch höhere
Umsätze erzielt werden und bei Bikeleasing – im Gegensatz zu an- deren Anbietern – keine Provisionskosten für den Händler anfallen.

Dieser Trend ist auch in Großstädten anderer europäischer Länder zu beobachten. Auch die EU hat einen 17-Punkte Aktionsplan verab- schiedet, der das Fahrrad als vollwertiges Verkehrsmittel anerkennt
und bei allen Planungen berücksichtigt. Das Fahrrad bietet, neben
der Verwendung im Freizeitbereich, als Transportmittel Lösungen
für aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen wie die Reduzie- rung von Verkehrsstaus und Emissionen und trägt somit aktiv zur
Verbesserung der urbanen Lebensqualität bei.

aufgrund des deutschen Fahrradplans 2030 werden beträchtliche
Investitionen in moderne Fahrradinfrastruktur, wie z.B. geschützte
Radwege, Fahrradautobahnen und Fahrradstellplätze, getätigt. Die-
ser Trend ist auch in Großstädten anderer europäischer Länder zu
beobachten. Auch die EU hat einen 17-Punkte Aktionsplan verab- schiedet, der das Fahrrad als vollwertiges Verkehrsmittel anerkennt
und bei allen Planungen berücksichtigt. Das Fahrrad bietet, neben
der Verwendung im Freizeitbereich, als Transportmittel Lösungen
für aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen wie die Reduzie- rung von Verkehrsstaus und Emissionen und trägt somit aktiv zur
Verbesserung der urbanen Lebensqualität bei.

2
Bikes, angeschafft. Für den Fahrradhändler ist dies ebenfalls ein at-
traktives Modell, da aufgrund des hohen Preisniveaus auch höhere
Umsätze erzielt werden und bei Bikeleasing – im Gegensatz zu an-
deren Anbietern – keine Provisionskosten für den Händler anfallen.
bei Bikeleasing – im Gegensatz zu an-
deren Anbietern – keine Provisionskosten für den Händler anfallen.

Brockhaus Technologies AG

Business Segments

Bikeleasing

The segment comprises digital B2B financial platforms. The segment currently consists of the bike leasing companies (Bikeleasing), in which Brockhaus Technologies acquired a stake of around 52% in November 2021. Of the remaining 48%, 40% are attributable to Bikeleasing and 8% to co-investors.

Bikeleasing competes with other providers for company bike leasing. Due to its holistic platform approach, high degree of automation, and completely digital processing of leasing contracts, Bikeleasing sees itself as a digital disruptor and innovation leader in the industry. Since its founding, Bikeleasing has recorded strong and highly profitable growth and has continuously expanded its market share due to its innovation leadership in Germany and Austria. The established platform, with its nearly 60,000 affiliated corporate customers and their approximately 3.3 million employees as of the reporting date, is agnostic regarding the type of employee benefit brokered. This offers previously untapped potential for connecting further product groups for employee incentives – such as the leasing of smartphones, tablets, or computers.

The current offering of the Bikeleasing platform focuses exclusively on cycling, thus representing an important component of green mobility, which is characterized by continuously increasing usage. People of all age groups are increasingly opting for bicycles as a leisure sport, hobby, or means of transport. The e-bike, in particular, enables longer distances to be covered. Cycling is also becoming increasingly attractive in German cities. The business model allows employers to offer their employees benefits (currently company bikes) through an over-assignment agreement via a salary conversion from cash salary into a benefit-in-kind (salary conversion). Through the conversion, taxes and social security contributions for the employee are reduced, resulting in significant savings on leasing compared to purchasing the bicycle outright. Furthermore, employees can choose from a comprehensive range of insurance options, for example, against damage and wear and tear, and the risk of early termination of the lease due to employee departure is covered by insurance for the employer, as the leaseholder. Due to the savings resulting from salary conversion, high-priced bicycles, particularly e-bikes, are primarily leased through Bikeleasing.

The business of Bikeleasing is generally subject to strong seasonality associated with the warm "cycling season." Accordingly, a significant portion of sales revenue (approx. 60% in 2023) falls in the second and third quarters.

The business model enables employers to offer their employees benefits (today company bikes) and their financing via a salary conversion from cash salary into a benefit-in-kind (salary conversion). Through the conversion, taxes and social security contributions for the employee are reduced, resulting in significant savings on leasing compared to purchasing the bicycle outright. Furthermore, the employee can choose from a comprehensive insurance offering, for example, against damage and wear and tear, and the risk of early termination of the lease due to employee departure is covered by insurance for the employer, as the leaseholder. Due to the savings resulting from salary conversion, high-priced bicycles, particularly e-bikes, are primarily leased through Bikeleasing.

The highly automated digital bike leasing platform is used for the brokerage and management of employee benefits, focusing today on company bicycles in Germany and Austria. Since the founding, Bikeleasing has recorded strong and highly profitable growth and has continuously expanded its market share due to its innovation leadership. The established platform with its nearly 60,000 affiliated corporate customers and their approximately 3.3 million employees as of the reporting date is agnostic regarding the type of employee benefit brokered. This offers previously untapped potential for connecting further product groups for employee incentives – such as the leasing of smartphones, tablets, or computers.

The current offering of the Bikeleasing platform focuses exclusively on cycling, thus representing an important component of green mobility, which is characterized by continuously increasing usage. People of all age groups are increasingly opting for bicycles as a leisure sport, hobby, or means of transport. The e-bike, in particular, enables longer distances to be covered. Cycling is also becoming increasingly attractive in German cities. The business model enables employers to offer their employees benefits (currently company bikes) and their financing via a salary conversion from cash salary into a benefit-in-kind (salary conversion). Through the conversion, taxes and social security contributions for the employee are reduced, resulting in significant savings on leasing compared to purchasing the bicycle outright. Furthermore, the employee can choose from a comprehensive insurance offering, for example, against damage and wear and tear, and the risk of early termination of the lease due to employee departure is covered by insurance for the employer, as the leaseholder. Due to the savings resulting from salary conversion, high-priced bicycles, particularly e-bikes, are primarily leased through Bikeleasing.

Bikeleasing competes with other providers for company bike leasing. Due to its holistic platform approach, high degree of automation, and completely digital processing of leasing contracts, Bikeleasing sees itself as a digital disruptor and innovation leader in the industry. Since its founding, Bikeleasing has recorded strong and highly profitable growth and has continuously expanded its market share due to its innovation leadership in Germany and Austria. The established platform, with its nearly 60,000 affiliated corporate customers and their approximately 3.3 million employees as of the reporting date, is agnostic regarding the type of employee benefit brokered. This offers previously untapped potential for connecting further product groups for employee incentives – such as the leasing of smartphones, tablets, or computers.

The business of Bikeleasing is generally subject to strong seasonality associated with the warm "cycling season." Accordingly, a significant portion of sales revenue (approx. 60% in 2023) falls in the second and third quarters.

The highly automated digital bike leasing platform is used for the brokerage and management of employee benefits, focusing today on company bicycles in Germany and Austria. Since the founding, Bikeleasing has recorded strong and highly profitable growth and has continuously expanded its market share due to its innovation leadership. The established platform with its nearly 60,000 affiliated corporate customers and their approximately 3.3 million employees as of the reporting date is agnostic regarding the type of employee benefit brokered. This offers previously untapped potential for connecting further product groups for employee incentives – such as the leasing of smartphones, tablets, or computers.

# Sie fokussieren sich auf die Identifikation, Detailprüfung und Wert seiner Tochterunternehmen langfristig und nachhaltig zu stei- Neu- und Weiterentwicklung von Technologien, Produkten, Prozes- mehrheitliche Übernahme von margen- und wachstumsstarken gern. Das Management von Brockhaus Technologies erhebt und sen sowie Software. Dies geschieht in den Bereichen der hoch per- Technologieführern mit B2B-Geschäftsmodellen im deutschsprachi- wertet dafür wöchentliche sowie monatliche Berichte der Tochterun- formanten und sicheren Übertragung und Schaltung von Computer- gen Mittelstand. Darüber hinaus umfassen die Central Functions Ak- ternehmen aus. Diese umfassen neben vertrieblichen Updates und signalen und im Zuge der Weiterentwicklung und Automatisierung tivitäten wie Controlling, Investor Relations, Risikomanagement und einer Finanzberichterstattung auch Erläuterungen der jeweiligen der digitalen B2B-Finanzplattform für Mitarbeiter-Benefits. Compliance. Geschäftsführung zu wesentlichen Ereignissen, Chancen und Risi- ken. Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten Neben kompetitiven Bieterprozessen mit mehreren Kaufinteressen- in € Tsd. ten konzentriert sich Brockhaus Technologies darauf, proprietäre 2023 2022
Ausgaben für Forschungs- und Entwicklung 4.240 3.716
Transaktionssituationen zu erzeugen. Durch diese Vorgehensweise sind die Umsatzerlöse sowie die bereinigte EBITDA-Marge. Forschungsintensität (Forschungs- und 2,3%
sollen die in der Regel hohen Kaufpreise in Auktionen vermieden Entwicklungskosten / Umsatzerlöse)
werden. Darüber hinaus soll die Transaktionswahrscheinlichkeit vor Aktivierte Entwicklungsinvestitionen 1.928
Eintreten in die Due Diligence-Phase so hoch wie möglich sein. Ver- Aktivierungsquote 45,5%
kaufsprozesse von M&A-Beratern. Aufwand für Forschungs- und 3.348
kaufsprozesse von M&A-Beratern werden selektiv und mit Augen- Entwicklungsleistungen
maß hinsichtlich des Kosten-Nutzen-Verhältnisses verfolgt. Anzahl Mitarbeiter im Bereich 58
Um Zugang zu attraktiven Beteiligungsmöglichkeiten zu erhalten, Forschung und Entwicklung
betreibt Brockhaus Technologies eine aktive Pflege ihres bestehen-
den Netzwerks und baut dieses fortlaufend aus. Um einen konstan-
ten und hochwertigen Deal Flow von proprietären Akquisitionsmög-
lichkeiten zu gewährleisten, hat Brockhaus Technologies einen
strukturierten und praxiserprobten Prozess implementiert, der die
Identifikation und den proaktiven Aufbau enger Beziehungen zu at-
traktiven Unternehmen, ihren Gründern, Familiengesellschaftern
und Geschäftsführern gewährleisten soll.
Bei der Förderung der nachhaltigen Wertentwicklung der Tochterun-
ternehmen im Anschluss an die Akquisition verfolgt Brockhaus
Technologies einen differenzierten Ansatz mit dem Ziel, das organi-
sche sowie anorganische Wachstum weiter voranzutreiben. Dabei
wird angestrebt, ein enges und partnerschaftliches Verhältnis mit
den Management-Teams der Tochterunternehmen aufzubauen,
ihnen umfassende strategische Unterstützung und den Zugriff auf
das Netzwerk von Brockhaus Technologies zukommen zu lassen
und eine fortlaufende Prüfung strategischer Optionen, wie die wei-
tere Professionalisierung oder die Expansion durch Internationalisie-
rung, zu gewährleisten.

Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten

Die bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikatoren des Konzerns sind die Umsatzerlöse sowie die bereinigte EBITDA-Marge. Die Umsatzerlöse stellen die maßgebliche Kennzahl für den Markterfolg bzw. das Wachstum des Konzerns dar. Anders als im Geschäftsjahr 2022 sieht der Konzern seit Beginn des Geschäftsjahres 2023 von Bereinigungen der Umsatzerlöse ab. Vorher hatte Brockhaus Technologies die Umsatzerlöse um das Minderergebnis aus Value Step-up bereinigt. Die Umsatzerlöse fielen aufgrund der Bereinigung höher aus als die Umsatzerlöse nach IFRS. Um Abweichungen zwischen den wesentlichen Leistungskennzahlen und IFRS bestmöglich zu vermeiden, hat das Management von Brockhaus Technologies ab dem Geschäftsjahr 2023 diese Bereinigungen der Umsatzerlöse beendet. Im Geschäftsjahr 2023 betrug das Minderergebnis aus Value Step-up € 1.384 Tsd. (Vorjahr: € 2.606 Tsd.). Die in diesem Bericht ausgewiesenen Umsatzerlöse für den Vergleichszeitraum wurden ebenfalls nicht um das Minderergebnis aus Value Step-up bereinigt.

Das bereinigte EBITDA bzw. dessen prozentualer Anteil von den Umsatzerlösen (bereinigte EBITDA-Marge) zeigt zum einen die Preissetzungsmacht sowie die Kosteneffizienz des Konzerns. Es handelt sich um das Ergebnis vor Zinsen, Ertragsteuern und Abschreibungen, bereinigt um Kosten des Erwerbs von Tochterunter- nehmen, Personalaufwendungen aus Unternehmenszusammen- schlüssen, anteilsbasierte Vergütungsaufwände sowie um Erträge aus dem Verkauf von Immobilien.

In der Tabelle sind Forschungs- und Entwicklungskosten für das ehemalige Segment Environmental Technologies für den Vergleichszeitraum nicht enthalten.

Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung betrugen im Berichtszeitraum € 4.240 Tsd. (Vorjahr: € 3.716 Tsd.), was einer Forschungsintensität von 2,3% (Vorjahr: 2,6%) entspricht. Im Berichtszeitraum wurden € 1.928 Tsd. (Vorjahr: € 1.385 Tsd.) Entwicklungsinvestitionen aktiviert. Die Aktivierungsquote entspricht damit 45,5% (Vorjahr: 37,3%). Unter Berücksichtigung von € 1.035 Tsd. (Vorjahr: € 533 Tsd.) Abschreibungen auf aktivierte Entwicklungsleistungen betrug der gesamte Aufwand für Forschungs- und Entwicklungsleis- tungen € 3.348 Tsd. (Vorjahr: € 2.863 Tsd.). Der Anstieg ist im We- sentlichen auf die Aktivitäten im Segment Financial Technologies zurückzuführen.

5 Financial Technologies

Im Berichtszeitraum wurden die Entwick-lungsaktivitäten im Segment Financial Technologies inhaltlich und personell maßgeblich erweitert. In der Vergangenheit war diese von einer Lösung entstanden, die proprietäre mit Mitarbeiter einem hohen Grad des Outsourcings geprägt, in Form des Einkaufs von Entwicklungsleistungen von externen Dienstleistern. Zum 31. Dezember 2023 beschäftigte Brockhaus Technologies ins- gesamt 467 Mitarbeiter (Vorjahr: 372 Mitarbeiter). Dies entspricht ei-ner Zunahme der Beschäftigtenzahl um rund 25,5% gegenüber dem Vorjahresstichtag. Die Veränderung der Mitarbeiterzahl resultiert maßgeblich aus dem Anstieg der Mitarbeiterzahl im Segment Finan-cial Technologies um 51,2% von 201 auf 304. Die Abnahme der Mit-arbeiterzahl im Segment Security Technologies betrug -5,0% auf 152 (Vorjahr: 160 Mitarbeiter). In den Central Functions blieb die Zahl der Mitarbeiter konstant auf 11 Mitarbeiter.

Die Anzahl der durchschnittlichen Vollzeitäquivalente (Full Time Equivalents, FTE) betrug im Berichtszeitraum 336 (Vorjahr: 273). In dieser Betrachtung werden Teilzeitstellen entsprechend ihrem jeweiligen Arbeitszeitanteil gewichtet.

Die Anzahl der FTE zum Abschlussstichtag beträgt 385 (Vorjahr: 321).

Die Entwicklungsarbeiten fokussierten sich auf zwei Themen, Nut-zerfreundlichkeit der Front-Ends sowie Automatisierungsgrad der Geschäftsprozesse. Bei den Front-Ends handelt es sich insbeson-dere um die Benutzeroberflächen des Plattformzugangs, d.h. das Browser Interface für die Verwendung auf dem Smartphone sowie dem Desktop Computer, welche Fahrradhändler, Arbeitgeber und Arbeitnehmer nutzen, um mit Bikeleasing und miteinander zu inter-agieren und um ihre Leasing- und Versicherungsverträge zu verwal-ten. Diesbezüglich wurden insbesondere die bestehenden Custo-mer Journeys analysiert und, basierend auf den Ergebnissen der Analysen, optimiert. In diesem Rahmen wurde auch die Anwendung der Systeme durch die Nutzer weiter vereinfacht. Darüber hinaus wurden die bestehenden Datenanalysesysteme erweitert, um auch die fortlaufende Verbesserung der Customer Journeys sicherstellen zu können.

Zur Steigerung des Automatisierungsgrads der Geschäftsprozesse zu einer proprietären KVM-Netzwerklösung dar. Die durch die Ak-quisition der kvm-tec gewonnenen IP-Fähigkeiten wurden zum Aus-bau der modularen IHSE KVM-Plattform zu einer hybriden Lösung mit Mitarbeiter einem hohen Grad des Outsourcings geprägt, in Form des Einkaufs von Entwicklungsleistungen von externen Dienstleistern. Mit dem Ziel, die Weiterentwicklung der digitalen B2B-Plattform der Bikeleasing weitestgehend durch interne Ressourcen abzubilden, wurde auf Ebene der Geschäftsleitung des Segments ein Chief Technology Officer (CTO) eingestellt. Die Anzahl der Mitarbeiter im Bereich Entwicklung wurde im Berichtszeitraum von 7 auf 24 gestei-gert.

Die Entwicklungsarbeiten fokussierten sich auf zwei Themen, Nut-zerfreundlichkeit der Front-Ends sowie Automatisierungsgrad der Geschäftsprozesse. Bei den Front-Ends handelt es sich insbeson-dere um die Benutzeroberflächen des Plattformzugangs, d.h. das Browser Interface für die Verwendung auf dem Smartphone sowie dem Desktop Computer, welche Fahrradhändler, Arbeitgeber und Arbeitnehmer nutzen, um mit Bikeleasing und miteinander zu inter-agieren und um ihre Leasing- und Versicherungsverträge zu verwal-ten. Diesbezüglich wurden insbesondere die bestehenden Custo-mer Journeys analysiert und, basierend auf den Ergebnissen der Analysen, optimiert. In diesem Rahmen wurde auch die Anwendung der Systeme durch die Nutzer weiter vereinfacht. Darüber hinaus wurden die bestehenden Datenanalysesysteme erweitert, um auch die fortlaufende Verbesserung der Customer Journeys sicherstellen zu können.

Vor dem Hintergrund der Knappheit relevanter Bauteile während der vergangenen zwei Jahre, konnte die Abhängigkeit von bestimmten Chips durch Produkt-Re-Designs weiter verringert und die Lieferfä-higkeit des Segments Security Technologies nachhaltig verbessert werden.

Um die steigenden Anforderungen an sicherheitskritische Anwen-dungen zu erfüllen, wurden die laufenden Zertifizierungsprozesse zu für eine Produktfamilie gemäß der internationalen Common Criteria for Information Technology Security Evaluation und der deutschen KRITIS (kritische Infrastruktur gem.

zu einer proprietären KVM-Netzwerklösung dar. Die durch die Ak-quisition der kvm-tec gewonnenen IP-Fähigkeiten wurden zum Aus-bau der modularen IHSE KVM-Plattform zu einer hybriden Lösung mit Mitarbeiter einem hohen Grad des Outsourcings geprägt, in Form des Einkaufs von Entwicklungsleistungen von externen Dienstleistern. Mit dem Ziel, die Weiterentwicklung der digitalen B2B-Plattform der Bikeleasing weitestgehend durch interne Ressourcen abzubilden, wurde auf Ebene der Geschäftsleitung des Segments ein Chief Technology Officer (CTO) eingestellt. Die Anzahl der Mitarbeiter im Bereich Entwicklung wurde im Berichtszeitraum von 7 auf 24 gestei-gert.

Abschlussstichtag beschäftigen IHSE und kvm-tec 34 Mitarbeiter im Bereich Forschung und Entwicklung (31.12.2022: 32).

31.12.2023 31.12.2022
Anzahl Mitarbeiter im Bereich Forschung und Entwicklung 34 32

Das erste der beiden SPVs ist das Compartment B der Debt Marketplace SARL. Unternehmen können über dieses Unternehmen Forderungen verbriefen. Eine Einflussmöglichkeit des Konzerns auf die Geschäftsführung dieses strukturierten Unternehmens besteht nicht. Jedoch übernimmt der Konzern mit dem Servicing der Leasingforderungen sowie deren Verwertung bei Ausfall der Leasingnehmer eine maßgebliche Tätigkeit des strukturierten Unternehmens. Darüber hinaus übernimmt der Konzern über einen Kaufpreisabschlag Bonitätsrisiken der Leasingforderungen und partizipiert über einen Anteil am Excess Spread maßgeblich an den variablen Rückflüssen des strukturierten Unternehmens. In der Gesamtwürdigung besteht damit für den Konzern eine Beherrschung des Compartments B der Debt Marketplace SARL im Sinne des IFRS 10. Damit liegt eine Konsolidierungspflicht nach IFRS vor.

Das zweite strukturierte Unternehmen ist die KVM-TEC MPP GmbH & Co. KG. Im Rahmen einer Managementbeteiligung an der kvm-TEC nutzt der Konzern eine GmbH & Co. KG-Struktur. Der Konzern hält sämtliche Anteile an der Komplementärin, jedoch nicht an der KVM-TEC MPP GmbH & Co. KG selbst. Dennoch beherrscht der Konzern die KVM-TEC MPP GmbH & Co. KG kraft gesonderter separierter Vereinbarungen. In der Gesamtwürdigung übt der Konzern De-facto-Beherrschung über die KVM-TEC MPP GmbH & Co. KG im Sinne des IFRS 10 aus. Somit besteht die Pflicht zur Konsolidierung nach IFRS.

7 Vergleich des tatsächlichen mit dem Prognosen im Jahresverlauf 2023

Im Berichtszeitraum hat der Konzern unterjährig und zu verschiedenen Zeitpunkten vier externe Handelsagenturen des Segments Financial Technologies erworben. Aus diesem Grund ist die Aussagekraft der Gesamtergebnisrechnung des Geschäftsjahres 2023 und insbesondere deren Eignung für die Ableitung von Prognosen eingeschränkt. Daher analysiert der Vorstand Ertragskennzahlen des Konzerns zusätzlich auf pro-forma Basis. Diese stellt die Gesamtergebnisrechnung des Konzerns so dar, als wären die Handelsagenturen zum 1. Januar 2023 bereits erworben gewesen. Bei der Ermittlung der pro-forma Erträge und Aufwendungen hat das Management angenommen, dass die vorläufig ermittelten Anpassungen der Fair Values, die zum Erwerbszeitpunkt der Handelsagenturen vorgenommen wurden, auch im Falle eines Erwerbs am 1. Januar 2023 gültig gewesen wären. Die Darstellung der Ergebnisse im Wirtschaftsbericht bezieht sich, so weit nicht anders erläutert, für den Berichtszeitraum auf pro-forma Werte. Die entsprechenden non-pro-forma Werte sind mit dem Zusatz „as-is“ gekennzeichnet.

Zum Ausweis des Palas-Teilkonzern als aufgegebene Aktivität für den Vergleichszeitraum wird auf die Ausführungen zu Beginn dieses Lageberichts sowie auf Angabe 34 des Konzernanhangs für das vorangegangene Geschäftsjahr 2022 verwiesen.

Erreichung der Prognose

Brockhaus Technologies hat die Umsatzprognose für das Geschäftsjahr 2023 (€ 165 Mio. und € 175 Mio.) mit Umsatzerlösen in Höhe von € 186,6 Mio. deutlich übertroffen. Ausschlaggebend hierfür war hauptsächlich die positive Entwicklung in Bezug auf die Umstellung der Unternehmenskunden auf den variablen Leasingfaktor im Segment Financial Technologies, die bei gleichen Refinanzierungsbedingungen in einem höheren Ertrag je vermitteltem Dienstleister resultieren. Die bereinigte EBITDA-Marge lag dagegen mit 33,3% unter dem prognostizierten Wert von 35%. Wesentlicher Faktor ist, dass viele Fahrradhändler vergleichsweise hohe Lagerbestände führten und somit die Zeit, die es für die Verwertung der Leasingrückläufer benötigt, deutlich angestiegen ist. Entsprechend lagen auch die Lagerbestände bei Bikeleasing zum Periodenstichtag deutlich über dem Vorjahr. Im vierten Quartal 2023 wurde auf die bei Bikeleasing zunächst verbliebenen Bikes aus Rückläufern eine Wertberichtigung durchgeführt, die in den Rohertrag einging.

Die der Prognose der bereinigten EBITDA-Marge zugrundeliegende Erwartung für das bereinigte EBITDA von € 57.750 Tsd. – € 61.250 Tsd. übertraf BKHT hingegen mit € 62.205 Tsd.

Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Geschäftsberichts 2022 am 31. März 2023 erwartete Brockhaus Technologies für das Geschäftsjahr 2023 ein Wachstum der Umsatzerlöse zwischen 16% und 23% auf € 165 Mio. bis € 175 Mio. Die bereinigte EBITDA-Marge wurde mit 35% prognostiziert.

Diese Einschätzung wurde im Halbjahresfinanzbericht H1 2023 am 14. August 2023 bestätigt.

Bei der Brockhaus Technologies kommunizierte in der Quartalsmitteilung 9M 2023 für das Geschäftsjahr 2023 das obere Ende der für die Umsatzerlöse prognostizierten Spanne (€ 165 – 175 Mio.) bei einer unveränderten bereinigten EBITDA-Marge von 35% erreichen zu wollen.

8 Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen

Im Geschäftsjahr 2023 wurde eine wirtschaftliche Erholung in Deutschland weiter ausgebremst. Wesentliche Faktoren hierfür waren die weiterhin hohe Inflationsrate, gestiegene Energiekosten, Zinserhöhungen der Zentralbanken und somit höhere Finanzierungskosten sowie geopolitische Konflikte wie der Angriffskriegs Russlands auf die Ukraine oder der Nahostkonflikt, die den Außenhandel maßgeblich beeinflussten.

Gemäß den Zahlen des statistischen Bundesamtes lag sowohl im ersten als auch zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2023 das Bruttoinlandsprodukt (BIP) unter den Vorjahresquartalen (-0,2% in Q1 und -0,6% in Q2). So war zu Beginn des Berichtsjahres die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland weiterhin verhalten. Nach der Stagnation der Wirtschaftsleistung im zweiten Quartal 2023 befand sich die deutsche Wirtschaft auch im dritten Quartal 2023 in einer wirtschaftlichen Schwächephase. Die Industrieproduktion war vor dem Hintergrund der nachlassenden weltwirtschaftlichen Dynamik und rückläufiger Exporte abwärtsgerichtet. Die Produktion im Baugewerbe war nach positiven Entwicklungen zu Jahresbeginn im Zuge der drastisch gestiegenen Material- und Finanzierungskosten deutlich eingebrochen.

Branchenbezogene Rahmenbedingungen

Aufgrund der Nischenstrategie der Segmente von Brockhaus Technologies liegen nur bedingt zuverlässige Statistiken oder Studien über die Entwicklung in den entsprechenden relevanten Märkten vor. Aus diesem Grund beziehen sich die nachfolgenden Angaben über die Marktentwicklung der jeweiligen Segmente auf Einschätzungen des Managements der Tochtergesellschaften.

Financial Technologies

Die anhaltend hohe Nachfrage nach Diensträdern, insbesondere nach E-Bikes, setzte sich auch im Geschäftsjahr 2023 weiter fort. Damit trotzte der Markt für Diensträder einem generell rückläufigen Fahrradmarkt in Deutschland und blieb einer der wenigen, wachsenden Absatzkanäle für den Fahrradhandel. Nach einem Rekordhoch des deutschen Fahrradmarktes mit 5,0 Mio. verkauften Rädern in 2020, kehrte der Markt im Jahr 2023 auf ein normalisiertes Niveau von 4,0 Mio. und somit weitestgehend zu der Trendlinie der letzten Jahre zurück (4,3 Mio. Räder in 2019). Das Gesamtvolumen an in Deutschland verkauften Fahrrädern reduzierte sich ebenfalls von € 7,4 Mrd. in 2022 auf € 7,1 Mrd. in 2023.

Durch die fortschreitende Steigerung des Bekanntheitsgrades sowie die Vorteile und die weitere Ausbreitung des Dienstradleasings wurde die Plattform insbesondere um neue Funktionen erweitert, wie die Integration in die Onlineshops von Fahrrad-Direktversendern (sog. D2C Brands). Darüber hinaus wurden neue Funktionen im Bereich der Vermarktung von Leasingrückläufern entwickelt.

Security Technologies

Im Geschäftssegment Security Technologies wurde das Portfolio an KVM- und KVMoIP-Produkten im Berichtszeitraum weiterentwickelt. KVMoIP-Lösungen bauen auf dem standardisierten Internet-Protokoll (IP) auf und stellen in bestimmten Anwendungsfeldern eine kosteneffiziente und flexiblere Alternative dar. Es ist ein verstärkter Bedarf von KVM-Technologie in den Märkten Europa und USA festzustellen, wohingegen der asiatische und insbesondere chinesische Markt Zurückhaltung gegenüber westlichen Technologien zeigte.

Beschaffungsmarktseitig führten weiterhin die Auswirkungen der gestörten Zulieferketten zu Verschiebungen der Fertigstellung von Auftragsbeständen, was zu einer verzögerten Ergebnisrealisierung führte und somit direkten Einfluss auf die periodenspezifische Performance der IHSE hatte. Dies hatte zum einen interne Entwicklungsaufwände für Re-Designs, sowie teils höhere Materialkosten zur Folge, um dennoch größtmögliche Lieferfähigkeit sicherstellen zu können.

Im Bereich der Forschung und Entwicklung besteht eine Kooperation mit der Fraunhofer-Gesellschaft sowie mit verschiedenen Unternehmen im Bodenseekreis zum – staatlich geförderten – Aufbau einer Teststrecke für autonome Fahrzeuge mit integrierter Smart-City-Leitstelle, welche unter Führung von IHSE entstanden ist.

Central Functions

Nachdem sich der Markt für M&A-Transaktionen bereits im Jahr 2022 gegenüber dem Vorjahr rückläufig entwickelte, setzte sich dieser Trend auch im Jahr 2023 fort. So fiel der Wert globaler M&A Transaktionen von $ 2,7 Bio. in 2022 um weitere -26% auf $ 2,0 Bio. in 2023. Gleichzeitig sank die Anzahl der M&A Transaktionen um -23%. In Deutschland wurden im Jahr 2023 etwas mehr als 2 Tsd. Deals im Wert von rund 57,6 Milliarden Euro verzeichnet. Während die Anzahl der Deals im Jahresvergleich weitestgehend

Binnenwirtschaftlich

Dämpften zusätzlich die ben immer mehr Arbeitnehmer die Möglichkeit, ein Fahrrad oder gehend konstant blieb, sanken die Transaktionswerte insgesamt um anhaltenden Kaufkraftverluste sowie die Wirkung der geldpoliti- E-Bike kostengünstig über den Arbeitgeber zu leasen, sodass der fast 40 % gegenüber dem Vorjahr und sind somit 57 % unter den im schen Straffung den privaten Konsum. Kalenderbereinigt betrug der Anteil des Dienstradleasings am gesamten Fahrradmarkt weiter an- Jahr 2021 verzeichneten Höchstwerten.
Rückgang der Wirtschaftsleistung gemäß Statistischem Bundesamt stieg. Dieser Anstieg resultierte nicht nur aus dem deutschen Markt, -0,1%.
Die weiterhin hohen Inflationsraten, gestiegenen Energiekosten, ho- weiter deutlich steigende Nachfrage erfuhr.
hen Zinsen der Zentralbanken und somit höheren Finanzierungskos- Nach einer Serie von zehn Zinserhöhungen hatte die Europäische ten sowie geopolitischen Konflikte wie der Angriffskriegs Russlands Zentralbank (EZB) im Oktober des Berichtszeitraums erstmals von Zusätzlichen Rückenwind erfuhr das Dienstradmodell außerdem auf die Ukraine oder der Nahostkonflikt, erhöhten die Risikoaversion einer weiteren Erhöhung abgesehen und auch zum Ende des Ge- durch die anhaltend hohe Inflation und eine damit reduzierte Kauf- von Investoren und hemmten somit die Transaktionsaktivität. schäftsjahres angesichts einer ebbenden Inflation und schwächeln- kraft, die das Interesse an Leasinglösungen stärkt, da bei diesen der Konjunktur die Zinsen nicht geändert. Zum Jahresende lag der keine hohe Einmalzahlung nötig ist, sondern das Wunschfahrrad Ein weiterhin aktiver Sektor blieb die Technologiebranche. Hier er- Leitzins bei 4,5%. über 36 Monatsraten finanziert wird und dabei sogar signifikant höhten sich sogar die Transaktionsmultiplikatoren (EV/EBITDA) im (~34%) günstiger ist als ein Barkauf.
Vergleich zu den Vorjahren leicht. Grund hierfür sind neben der At- traktivität der Unternehmen, die weiterhin hohen Kaufpreiserwartun-

Security Technologies

gen von Verkäufern, die jedoch in vielen Transaktionen durch den In dem Segment Security Technologies entwickelten sich die Absatzmärkte im Berichtszeitraum insgesamt
hohen Wettbewerb an strategischen Käufern sowie Finanzinvesto- positiv. Hingegen beeinflussten die veränderten geopolitischen Rah-
ren in diesem attraktiven Bereich erfüllt worden sind. Angesichts ge- menbedingungen die Nachfrage in erheblichem Maße. So war ein
opolitischer Herausforderungen, der anhaltenden Inflation und den 9
Ertragslage € 51.734 Tsd.). € 8.666 Tsd. resultieren hierbei aus Provisionszah-
Erfahrungen mit Lieferkettenstörungen fokussierten sich viele Markt- Die Umsatzerlöse des Konzerns stiegen in 2023 um +30,8% auf lungen an die gekündigte und erworbenen Handelsagenturen. Der
teilnehmer auf Unternehmen, die eine hohe Resilienz bzw. Planbar- € 186.631 Tsd. Im Berichtszeitraum wurden im Segment Financial Personalaufwand stieg um 24,3% auf € 33.095 Tsd. (Vorjahr:
keit ihrer Geschäftsentwicklung aufweisen. Aufgrund dessen war Technologies zwei neue Verbriefungsstrukturen zur Refinanzierung € 26.625 Tsd.) und die Abschreibungen auf Sachanlagen und imma-
vermehrt zu beobachten, dass eine Vielzahl an Verkaufsprozessen von Leasingforderungen sowie Forderungen aus Lieferungen und terielle Vermögenswerte (ohne PPA Assets) um 40,3% auf
insbesondere in Sektoren außerhalb der Technologiebranche ge- Leistungen betreffend künftiger Versicherungsraten initiiert. Im Be- € 4.552 Tsd. (Vorjahr: € 3.245 Tsd.). Die sonstigen betrieblichen
stoppt wurden, da die Bewertungsdiskrepanz, das sog. „Valuation richtszeitraum wurde ein Ertrag aus der Veräußerung dieser Forde- Aufwendungen stiegen im Geschäftsjahr 2023 um 56,7% auf
Gap“, der Kaufpreiserwartung zu den erhaltenen Angeboten für Ver- rungen von € 13.219 Tsd. (2022: € - Tsd.) realisiert und in den Um- € 30.627 Tsd. (Vorjahr: € 19.542 Tsd.). Wesentliche Treiber dieses
käufer zu groß war. Durch diese immer noch bestehende Diskre- satzerlösen ausgewiesen. Für eine detaillierte Erläuterung zur Ent- Anstiegs sind entstandene Kosten in Verbindung mit dem Erwerb
panz und hohe Unsicherheiten ist die Vorbereitungszeit, Transakti- wicklung der Umsatzerlöse wird auf den Segmentbericht weiter un- der vier akquirierten Handelsagenturen (€ 4.337 Tsd.) sowie einma-
ons- und Strukturierungskomplexität sowie Dauer der Verkaufspro- ten verwiesen. lige Aufwendungen im Zusammenhang mit den eingestellten Rück-
zesse stark angestiegen und hat entsprechend zu einem Rückgang stellungen für potenzielle Entschädigungsansprüche aus der Kündi-
der Zahl durchgeführter Transaktionen geführt. gung einer weiteren Handelsagentur (€ 1.800 Tsd.) im Segment Fi-
Die bereinigte EBITDA-Marge blieb in der as-is Betrachtung mit nancial Technologies. Die Abschreibungen auf im Rahmen der Erst-
33,3% im Geschäftsjahr 2023 auf einem konstant hohen Niveau konsolidierung identifizierte immaterielle Vermögenswerte stiegen
(Vorjahr: 33,2%). In der pro-forma-Betrachtung lag die bereinigte E- um 10,7% auf € 15.707 Tsd. (Vorjahr: € 14.184 Tsd.). Die Finanzie-
BITDA-Marge mit 35,9% deutlich über dem Vorjahreswert von rungsaufwendungen erhöhten sich um 33,9% auf € 19.752 Tsd.
33,2%. Der wesentliche Grund für den Anstieg ist auf das Segment (Vorjahr: € 14.748 Tsd.). Gründe für den Anstieg der Finanzierungs-
Financial Technologies zurückzuführen und resultiert aus positiven aufwendungen sind im Wesentlichen die Effekte aus der Neubewer-
Effekten aus dem Kauf von vier Handelsagenturen, die daraus re- tung der Earn-out-Forderungen aus dem Verkauf der Palas
sultieren, dass die eingesparten Provisionszahlungen höher ausfal- (€ 2.936 Tsd.) sowie der Success-Fee Verbindlichkeit Einhaltung
len als die zusätzlichen Kosten durch die Übernahme von Mitarbei- (€ 3.054 Tsd.). Die Finanzerträge betrugen € 524 Tsd. (Vorjahr:
tern der Handelsagenturen. Eine weitere Handelsagentur wurde € 4.779 Tsd.). Im Vergleichszeitraum führte die Neubewertung der
zum Ende des dritten Quartals gekündigt. Die daraus resultierenden Earn-out-Verbindlichkeit aus dem Kauf der kvm-tec zu einem Ertrag
Rückstellungen für Entschädigungsansprüche sind zum einen kein von € 4.452 Tsd. Unter Berücksichtigung von Ertragsteuern wurde
Bestandteil der pro-forma Anpassungen und werden zum anderen ein Periodenergebnis von € 9.316 Tsd. erzielt (Vorjahr:
nicht vom Konzern bereinigt, sondern sind einmalige Aufwendungen € 10.466 Tsd.).
in Höhe von € 1.800 Tsd. Entsprechend wirken sich diese einmali-
gen Aufwendungen negativ auf das bereinigte EBITDA, sowohl in Mit Vollzug am 24. November 2022 wurde der Teilkonzern Palas, der
der as-is als auch pro-forma-Betrachtung, aus. Details hierzu sind bis zum Verkaufszeitpunkt das Segment Environmental Technologies
dem Segmentbericht zu entnehmen. darstellte, an den schwedischen Technologie- und In-
dustriekonzern Indutrade AB veräußert. Entsprechend wurde Palas
Durch eine umfassende Bearbeitung des dreigliedrigen Sourcing- Ende November 2022 entkonsolidiert. Mit dem Verkauf und der Ent-
Ansatzes, bestehend aus dem Kontakt zu M&A-Beratern, einem pro- konsolidierung von Palas veränderte sich die Struktur des Konzerns.
aktiven Sourcing und dem langjährigen Industrienetzwerk, verfügt Für den Vergleichszeitraum sind die Aktivitäten des ehemaligen
Brockhaus Technologies unverändert über eine attraktive Pipeline Segments Environmental Technologies bis zum Verkaufsdatum in
potenzieller Akquisitionsziele – sowohl für neue Plattformen/ Seg- der Gesamtergebnisrechnung als aufgegebene Aktivität ausgewie-
mente als auch für potenzielle Erweiterungen der bestehenden Seg- sen, während sie in der Kapitalflussrechnung bis zum Zeitpunkt der
mente. Brockhaus Technologies folgte bei den Akquisitionsprozes- Entkonsolidierung enthalten sind. In der Segmentberichterstattung
sen weiterhin dem Grundsatz sehr selektiv zu agieren und hat unter wird das ehemalige Segment Environmental Technologies für den
Einhaltung dieses Grundsatzes im Jahr 2023 lediglich Add-on-Ak- Vergleichszeitraum nicht mehr dargestellt. Details zur bilanziellen
quisitionen durch den Kauf der Handelsagenturen im Segment Fi- Behandlung der Entkonsolidierung von Palas finden sich in Angabe
nancial Technologies durchgeführt. 34 des Konzernanhangs des vorangegangenen Geschäftsjahres stiegen
Vermögenslage
Das Vermögen des Konzerns mit einer Bilanzsumme von € 666.180 Tsd. entfällt zum Abschlussstichtag zu 79,3% auf langfris-
tige Vermögenswerte und zu 20,7% auf kurzfristige Vermögens-

Die wesentlichen Posten der Gesamtergebnisrechnung sind in die-
sem Absatz als as-is Werte dargestellt. Die Anstiege sind haupt-
sächlich auf das fortlaufend sehr starke Wachstum der Bikeleasing
(Segment Financial Technologies), aber auch die positive Entwick-
lung bei der IHSE (Segment Environmental Technologies), zurück-
zuführen. Auf Grund der Akquisitionen der Handelsagenturen im
Segment Financial Technologies im Geschäftsjahr 2023, gehörten
diese im Berichtszeitraum nur für eine bestimmte Zeit zum Konzern.
Der Materialaufwand stieg um 34,0% auf € 69.312 Tsd. (Vorjahr:
bereinigten EBITDA. In Ausnahmefällen, z.B. im Nachgang von
Unternehmenskäufen, kann dieser Wert kurz- bis mittelfristig über-
stiegen werden. Damit soll ein ausgewogenes Verhältnis zwischen
einer hohen Rendite, die durch eine bestimmte Fremdkapitalausstat-
tung erzielt werden kann, und den Vorteilen einer starken Eigenka-
pitalbasis sichergestellt werden.

Ermittlung der Nettofinanzverschuldung
In € Tsd.
Im Rahmen des Erwerbs der Bikeleasing wurden neben Verkäu-
fen
Die Senior-Darlehen haben unterschiedliche Laufzeiten bis ein-
schließlich 2027. Ein Teil der besicherten Kredite trägt einen fixen
Zinssatz, wohingegen der übrige Teil einen Zinssatz in Höhe des
EURIBOR zuzüglich einer Marge trägt. Soweit der EURIBOR nega-
tiv ist, wird er entsprechend den Kreditverträgen für die Ermittlung
des Zinssatzes mit Null angesetzt.# 2023 2022

ferdarlehen in Höhe von € 15.000 Tsd. (100% der BKHT zuzurech- werte. Die wertmäßig größten Posten sind dabei die immateriellen nen), zwei Akquisitionsdarlehen über insgesamt € 78.066 Tsd. (per Senior-Darlehen 58.631 46.501 Vermögenswerte einschließlich Geschäfts- oder Firmenwert 30. November 2021) aufgenommen. Im Vergleichszeitraum wurden Nachrangdarlehen 26.350 38.932 (€ 356.600 Tsd.), Leasingforderungen (€ 167.201 Tsd.), Zahlungs- die Verkäuferdarlehen bereits vollständig zurückgezahlt und zusätz- Immobiliendarlehen 87 5.514 mittel und -äquivalente (€ 53.666 Tsd.), Forderungen aus Lieferun- lich weitere € 20.660 Tsd. freiwillig auf das Akquisitionsdarlehen auf Zahlungsmittel und -äquivalente* (53.666) (70.800) gen und Leistungen (€ 35.720 Tsd.), sonstige finanzielle Vermö- Ebene der BLS Beteiligungs GmbH, welches zu 52,09% der BKHT Nettoverschuldung aus Darlehen 31.402 20.147 genswerte (€ 19.445 Tsd.), Vorräte (€ 17.697 Tsd.) und Sachanla- zuzurechnen ist, vorzeitig getilgt. Im Berichtszeitraum wurden wei- gen (€ 12.868 Tsd.). Die immateriellen Vermögenswerte umfassen tere € 9.340 Tsd. freiwillig auf dieses Akquisitionsdarlehen vorzeitig Sonstige Finanzverbindlichkeiten 17.928 7.934 im Wesentlichen die im Rahmen der Kaufpreisallokation bei dem Er- getilgt. Somit wurde nach den Verkäuferdarlehen im Vorjahr, auch werb der Tochterunternehmen identifizierten Kundenstämme, Ba- dieses Akquisitionsdarlehen innerhalb von 23 Monaten nach dem Leasingrefinanzierung 176.410 153.809 sistechnologien, Vertriebsrechte und Marken (PPA Assets) sowie Erwerb der Bikeleasing vollständig zurückgeführt. Zusätzlich wurden Leasingforderungen (167.201) (144.520) den Geschäfts- oder Firmenwert. weitere € 14.700 Tsd. auf das zweite Akquisitionsdarlehen freiwillig Nettoverschuldung aus Leasinggeschäft 9.209 9.289 vorzeitig getilgt, sowie € 4.299 Tsd. darauf entfallende Zinsen ge- Finanzlage zahlt. Zum Abschlussstichtag betrugen die liquiden Mittel des Konzerns Nettoverschuldung 58.539 37.370 € 53.666 Tsd. Dem standen Finanzverbindlichkeiten von Somit verbleiben zum Abschlussstichtag aus der Finanzierung des * Die Zahlungsmittel und -äquivalente werden in dieser Darstellung € 279.405 Tsd. gegenüber, die neben Darlehen (€ 85.068 Tsd.) und Kaufs der Bikeleasing allein € 26.350 Tsd. nachrangige Akquisiti- zu Analysezwecken von den Darlehen in Abzug gebracht. Eine ent- sonstigen Finanzverbindlichkeiten (€ 17.928 Tsd.) auch die Lea- onsdarlehen auf Ebene der Zwischenholding BCM Erste Beteili- sprechende Zweckbindung liegt nicht vor. singrefinanzierung der Bikeleasing (€ 176.410 Tsd.) beinhalten. Un- gungs GmbH, zu 94,87% der BKHT zuzurech- ter Berücksichtigung der Leasingforderungen (€ 167.201 Tsd.) be- nen. Die Erhöhung der Nettoverschuldung resultiert im Wesentlichen aus trug die Nettoverschuldung des Konzerns € 58.539 Tsd., und damit dem geringeren Bestand an liquiden Mitteln im Vergleich zum Aus dem Kauf der IHSE verbleibt im Konzern ein Senior-Akquisiti- das 0,87-fache des bereinigten EBITDA (Leverage). 31. Dezember 2022. Begründet wird dies hauptsächlich mit den von onsdarlehen in Höhe von € 23.384 Tsd. Mit Verkauf der Immobilie IHSE wurden das zugrundeliegende Immobiliendarlehen in Höhe Auszahlungen im Segment Financial Technologies aus dem Kauf von € 5.409 Tsd. vollständig zurückgeführt. der vier Handelsagenturen in Höhe von € 19.483 Tsd. Weitere Gründe sind erhöhte sonstigen Verbindlichkeiten. Dies wird zum ei-

nen begründet mit der Neubewertung der Success-Fee-Verbindlich- keit, die zu einer Erhöhung der sonstigen Verbindlichkeiten in Höhe von € 3.054 Tsd. führte. Zum anderen erhöhten sich die Leasingver- bindlichkeiten um € 6.513 Tsd. Wesentlicher Treiber ist die 2023 veräußerte Gewerbeimmobilie der IHSE, die fortlaufend weiter von der Gesellschaft angemietet und gemäß IFRS 16 als Verpflichtung aus Miet- und Leasingverträgen bilanziert wird.

Die Darlehensverträge des Konzerns umfassen teilweise Regelun- gen, aufgrund derer umfangreiche vorzeitige Rückzahlungsver- pflichtungen ausgelöst werden können. So werden die betreffenden Darlehen z.B. sofort zur Rückzahlung fällig, sollte seitens des Kon- zerns gegen vertragliche Bestimmungen verstoßen werden. Bei- spielsweise unterliegen die betreffenden Darlehen vertraglichen Kreditkennzahlen (Covenants), die von den Tochterunternehmen, also deren Finanzierung die Darlehen dienen, einzuhalten sind. Es gab im Berichtszeitraum keine Verletzung der Covenants.

Die latenten Steuerschulden von € 56.424 Tsd. beziehen sich zum größten Teil auf die im Rahmen der Kaufpreisallokation bei dem Er- werb der Tochterunternehmen identifizierten Kundenstämme, Ba- sistechnologien, Vertriebsrechte und Marken (PPA Assets) und wer- den künftig mit der fortlaufenden Abschreibung dieser PPA Assets ertragswirksam, jedoch liquiditätsneutral aufgelöst.

Beschränkungen, welche die Verfügbarkeit des Kapitals des Kon- zerns beeinträchtigen, bestehen in Form von Ausschüttungssperren der Tochterunternehmen, die sich aus deren Kreditverträgen erge- ben. Die Zahlungsmittel und -äquivalente werden von den jeweiligen Konzerngesellschaften auf eigenen Konten gehalten. Ein Cash-Poo- ling besteht nicht.

Zum Abschlussstichtag bestanden im Konzern Zahlungsmittel und -äquivalente von € 3.704 Tsd. in verschiedenen Fremdwährun- gen. Über diese Bestände wurden keine Sicherungsgeschäfte ab- geschlossen. Aufgrund der guten Liquiditätsausstattung war der Konzern im Berichtszeitraum jederzeit in der Lage, seine Zahlungs- verpflichtungen zu erfüllen. Es sind keine Liquiditätsengpässe ein- getreten und aufgrund der erwarteten Geschäftsentwicklung sind keine Liquiditätsengpässe absehbar.

Das Eigenkapital des Konzerns betrug zum Abschlussstichtag mit € 297.831 Tsd. 44,7% der Bilanzsumme. Dies entspricht einer Re- duzierung von -3,4%-Punkten, verglichen mit dem 31. Dezember 2022, als das Eigenkapital € 315.337 Tsd. bzw. 48,1% der Bilanz- summe betrug. Das geringere Eigenkapital wird hauptsächlich be- gründet durch den Rückkauf eigener Aktien im Zuge des Aktienrück- kaufprogramms. In diesem Rahmen hat die Gesellschaft 499.971 ei- gene Aktien zu einem Preis von € 22 je Aktie mit einem Volumen von € 10.999 Tsd. erworben.

Die Grundzüge und Ziele des Finanzmanagements des Konzerns legt der Vorstand fest. Oberste Ziele sind dabei die Sicherung der Liquidität und die Begrenzung finanzwirtschaftlicher Risiken. Daher ist es auch unser Ziel keine wesentlichen Risiken aus der Anlage der

In € Tsd. 31.12.2023 31.12.2022
Nettoverschuldung 58.539 37.370
Bereinigtes EBITDA (für 2023 pro- forma) 66.988 47.400
Leverage 0,87x 0,79x

Der Konzern strebt einen Leverage von in der Regel bis zu ca. 2,5x, eine Nettoverschuldung von bis zu ca. dem 2,5-fachen des liquiden Mittel des Konzerns einzugehen. Um dies zu gewährleisten werden diese Mittel auf Bankkonten bei inländischen Kreditinstituten oder in Form von Bundesanleihen gehalten, bis sie benötigt werden, um Unternehmenskäufe zu finanzieren.

Vor dem Hintergrund der guten Liquiditätsausstattung, des sehr er- folgreichen Geschäftsverlaufs 2023 sowie der positiven Zukunfts- aussichten möchten wir unsere Aktionäre künftig an unserem Erfolg durch die Zahlung von Dividenden beteiligen. Somit haben wir den Zielzustand unserer bisherigen Dividendenpolitik deutlich früher er- reicht als geplant. Bisher sah diese vor, erst in mittelfristiger Zukunft eine regelmäßige Dividende zu zahlen. Im Interesse einer attrakti- ven Dividendenpolitik strebt Brockhaus Technologies an, eine grundsätzlich stetig steigende Dividende auszuschütten.

Diese Dividendenpolitik spiegelt die gegenwärtige Zielsetzung der Gesellschaft wider und kann zukünftig angepasst werden. Darüber hinaus setzt die Dividendenzahlung in jedem Jahr entsprechende Dividendenvorschläge des Vorstands und des Aufsichtsrats voraus, wobei jedes dieser Gremien von dieser Dividendenpolitik unter den dann vorherrschenden Umständen abweichen kann. Über die Divi- dende entscheidet die Hauptversammlung.

Der Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit betrug € 34.796 Tsd. (Vorjahr: € 34.914 Tsd.) bzw. vor Ertragsteuerzahlungen € 44.822 Tsd. (Vorjahr: € 42.742 Tsd.) und resultierte im Wesentli- chen aus den operativen Zahlungsüberschüssen der Tochterunter- nehmen.

Der Cashflow aus Investitionstätigkeit lag bei € -9.904 Tsd. und umfasste im Wesentlichen Auszahlungen aus dem Erwerb der vier Handelsagenturen durch Bikeleasing. Zusätzlich flossen dem Kon- zern € 10.000 Tsd. aus dem Verkauf der Immobilie der IHSE zu. Im Vorjahr war der Cashflow aus Investitionstätigkeit, im Wesentlichen getrieben durch die Zuflüsse aus dem Verkauf der Palas, deutlich positiv. Im Geschäftsjahr 2023 entfielen € 2.407 Tsd. auf Sachanla- gen und € 1.315 Tsd. auf den Zugang immaterieller Vermö- genswerte.

Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit betrug € -42.590 Tsd.

Verkürzte Kapitalflussrechnung
(Vorjahr: € 34.914 Tsd.)
Bereinigtes EBITDA (as-is) 62.205 50.006
EBITDA-Bereinigungen (4.322) (3.279)
Effekte aus Veräußerung Palas - (1.180)
(Ertragsteuerzahlungen)/ Ertragsteuererstattungen (10.026) (7.828)
Aufwendungen für anteilsbasierte Vergütung mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente 544 673
(Gewinn)/ Verlust aus dem Verkauf von Sachanlagen (889) (190)
Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen/ (Erträge) 725 5.040
(Zu-)/ Abnahme der Leasingforderungen (22.681) (24.761)
Zu-/ (Abnahme) von Verbindlichkeiten aus Leasingrefinanzierung vor Zinseffekt 17.219 25.630
Erhaltene Zinsen 522 -
(Zu-)/ Abnahme der Vorräte, der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Aktiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind (8.001) (16.118)
Zu-/ (Abnahme) der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Passiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind (545) 4.590
# Zunahme/ (Abnahme) der sonstigen Rückstellungen
2023 2022
Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit 34.796 34.914
Investitionen in Sachanlagen (2.407) (1.250)
Einzahlungen aus dem Verkauf von Sachanlagen 10.045 198
Investitionen in immaterielle Vermögenswerte (1.315) (548)
Aktivierte Entwicklungskosten (1.034) (1.357)
Erwerb von Tochterunternehmen abzgl. erworbener liquider Mittel (15.192) -
Veräußerung von Tochterunternehmen abzgl. veräußerter liquider Mittel - 55.992
Cashflow aus Investitionstätigkeit (9.904) 53.035
Einzahlungen aus der Aufnahme von Darlehen 25.419 10.000
Auszahlungen aus der Tilgung von Darlehen und sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten (33.465) (51.172)
Auszahlungen aus der Tilgung von Leasingverbindlichkeiten (1.293) (1.257)
Zinszahlungen (6.472) (4.273)
Erwerb von eigenen Aktien (10.999) -
Ausschüttungen an nicht beherrschende Anteilseigner (15.780) -
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit (42.590) (46.702)
Zahlungswirksame Änderung des Finanzmittelfonds (17.698) 41.247
Wechselkursbedingte Veränderung des Finanzmittelfonds (114) 202
Finanzmittelfonds am Periodenanfang 70.780 29.331
Finanzmittelfonds am Periodenende 52.969 70.780

13 Geschäftssegmente

Segmentbericht

Berichtspflichtige Segmente
Brockhaus Technologies umfasst die Geschäftssegmente Financial
Technologies und Security Technologies.

Pro-forma 2023 Pro-forma 2022
Financial Technologies
Umsatzerlöse 146.213 106.623
Umsatzwachstum 37,1% 12,1%
Rohertrag 93.123 65.120
Rohertragsmarge 63,7% 61,1%
Bereinigtes EBITDA 63.081 43.938
Bereinigte EBITDA-Marge 43,1% 41,2%
Bereinigtes EBIT 60.070 41.980
Bereinigte EBIT-Marge 41,1% 39,4%
Security Technologies
Umsatzerlöse 40.468 36.086
Rohertrag 30.542 26.331
Rohertragsmarge 75,5% 73,0%
Bereinigtes EBITDA 11.088 8.617
Bereinigte EBITDA-Marge 27,4% 23,9%
Bereinigtes EBIT 9.670 7.485
Bereinigte EBIT-Marge 23,9% 20,7%
Brockhaus Technologies
Umsatzerlöse 186.631 142.712
Rohertrag 124.037 91.721
Rohertragsmarge 66,5% 64,3%
Bereinigtes EBITDA 66.988 47.400
Bereinigte EBITDA-Marge 35,9% 33,2%
Bereinigtes EBIT 62.437 44.155
Bereinigte EBIT-Marge 33,5% 30,9%

Die vier akquirierten Handelsagenturen im Segment Financial Tech-
nologies wurden mit Kontrollerlangung durch Brockhaus Technolo-
gies während des Geschäftsjahres 2023 in den Konzernabschluss
einbezogen und waren somit im Berichtszeitraum, je nach Akquisiti-
onszeitpunkt, lediglich für eine bestimmte Dauer Teil von Brockhaus
Technologies.

Für Zwecke der besseren Aussagekraft der Segmentberichterstat-
tung und in Übereinstimmung mit dem internen Berichtswesen des
Konzerns wird auf eine pro-forma Betrachtung abgestellt. Diese
stellt den Konzern so dar, als hätten die akquirierten Handelsagen-
turen bereits zum 1. Januar 2023 zu Brockhaus Technologies
gehört. Non-pro-forma Werte sind mit dem Zusatz „as-is“ gekennzeich-
net.

Financial Technologies

Die Umsatzerlöse in dem Segment Financial Technologies (Bikelea-
sing) stiegen im Geschäftsjahr 2023 um +37,1% auf € 146.213 Tsd.
(Vorjahr: € 106.623 Tsd.). Im Berichtszeitraum steigerte Bikeleasing
die Anzahl der an ihre Plattform angeschlossenen Unternehmen um
14,1 Tsd. auf insgesamt rund 60 Tsd. Diese Unternehmenskunden
beschäftigen ca. 3,3 Mio. Mitarbeiter. Die Anzahl neu vermittelter
Diensträder belief sich auf 151 Tsd., was einem Wachstum von ca.
+28% gegenüber dem Vorjahr entspricht. Darüber hinaus konnte
auch der durchschnittliche Preis je vermitteltem Dienstrad um +4,6%
auf € 4.081 gesteigert werden.

Nach Regionen betrachtet war die Umsatzentwicklung von Brock-
haus Technologies mit einem Wachstum um +32,3% in EMEA und
um +24,6% in Americas sehr erfolgreich, wohingegen die

Umsatzerlöse in APAC um -4,4% zurückgingen. Der Anstieg in
EMEA ist dabei maßgeblich auf das deutlich gestiegene Umsatzvo-
lumen der Bikeleasing zurückzuführen, während das Wachstum in
Americas durch das stark wachsende Geschäft von IHSE in den
USA begründet wird. Der Rückgang in APAC wird durch das gerin-
gere Geschäft der IHSE in dieser Region begründet.

Die Umsatzerlöse von Brockhaus Technologies sind verglichen mit
dem Vergleichszeitraum um +30,8% angestiegen. Beide Segmente
verzeichneten einen Anstieg des Umsatzvolumens.

Die vier akquirierten Handelsagenturen im Segment Financial Tech-
nologies wurden mit Kontrollerlangung durch Brockhaus Technolo-
gies während des Geschäftsjahres 2023 in den Konzernabschluss
einbezogen und waren somit im Berichtszeitraum, je nach Akquisiti-
onszeitpunkt, lediglich für eine bestimmte Dauer Teil von Brockhaus
Technologies.

Im Berichtszeitraum wurden zwei neue Verbriefungsstrukturen zur
Finanzierung des Aktienrückkaufs verwendet und weitere € 15.780 Tsd. an nicht beherrschende Anteils-
eigner auf Ebene der BLS Beteiligungs GmbH ausgeschüttet. Bi-
keleasing nutzt eine Namensschuldverschreibung für Ihre Finanzie-
rung, die im Berichtszeitraum um € 25.000 Tsd. erhöht wurde. Der
bereinigte Free Cashflow vor Steuern (Cashflow aus betrieb-
licher Tätigkeit und Investitionstätigkeit bereinigt um Akquisitionen,
Veräußerungen von Tochterunternehmen abzüglich veräußerter li-
quider Mittel, Ertragsteuern, Kosten von Eigenkapitalmaßnahmen
und Kosten des Erwerbs von Tochterunternehmen) betrug
€ 44.446 Tsd. (Vorjahr: € 39.785 Tsd.).

Die Rohertragsmarge des Segments lag mit 63,7% deutlich über der
des Vergleichszeitraums (Vorjahr: 61,1%). Im Berichtszeitraum wirk-
ten sich drei Faktoren maßgeblich auf die Rohertragsmarge aus.

Bikeleasing erwarb vier ihrer insgesamt fünf externen Handelsagen-
turen. Der Vertrag mit der fünften Handelsagentur wurde mit Wir-
kung zum Oktober 2023 gekündigt. Diese Handelsagenturen hatten
bisher eine prozentuale Provision je vermitteltem Dienstrad erhalten,
die als Teil des Materialaufwands ausgewiesen wurden. Im Ver-
gleichszeitraum betrugen die Provisionsaufwendungen für sämtliche
Handelsagenturen € 10.928 Tsd. (10,2% der Umsatzerlöse). Ohne
den Erwerb bzw. die Kündigung der Handelsagenturen hätten diese
Aufwendungen im Berichtszeitraum voraussichtlich in einer ähnli-
chen Größenordnung zugenommen wie das Transaktionsvolumen,
welches über die Bikeleasing-Plattform vermittelt und finanziert wurde (+28,0% bzw. rund € 14 Mio.). Aufgrund der Erwerbe und der
Kündigung der verbleibenden Handelsagentur fielen im Berichtszeit-
raum bereits lediglich Provisionsaufwendungen von € 8.666 Tsd.
an. Von diesem Betrag entfielen € 5.651 Tsd. auf die erworbenen
Handelsagenturen und werden somit im pro-forma Rohertrag nicht
berücksichtigt. Der pro-forma Rohertrag enthält im Berichtszeitraum
lediglich die auf die gekündigte Handelsagentur entfallenen
Provisionsaufwendungen von € 3.016 Tsd. (2,1% der Umsatzer-
löse). Seit Wirksamkeit der Kündigung fallen auch diese Aufwendun-
gen nicht weiter an. Da es sich bei der Kündigung jedoch nicht um
einen Unternehmenszusammenschluss handelt, ist eine pro-forma
Anpassung hierfür nicht durchzuführen.

Reduzierend wirkten sich auf die Rohertragsmarge die angestiege-
nen Erlöse aus der Verwertung von Leasingvermögen aus. Am Ende
der Leasinglaufzeit, in der Regel 36 Monate, werden die Bikes aus
den jeweiligen Leasingverhältnissen verwertet, indem sie an die Ar-
beitnehmer, Arbeitgeber, Händler oder an Gebrauchtradplattformen
verkauft werden.

Die Anzahl neu vermittelter Dienst-
räder in Deutschland wesentlich erhöhen, sondern auch an das be-
reits im Geschäftsjahr 2022 stark wachsende Geschäft in Österreich
weiter anknüpfen. Zum Ende des Geschäftsjahres 2023 zählt Bi-
keleasing bereits 2.298 Unternehmen in Österreich zu ihren Kun-
den. Im Berichtszeitraum wurden in Österreich Umsatzerlöse von
€ 2.807 Tsd. (Vorjahr: € 1.066 Tsd.) erzielt.

Die Umsatzerlöse von Brockhaus Technologies sind verglichen mit
dem Vergleichszeitraum um +30,8% angestiegen. Beide Segmente
verzeichneten einen Anstieg des Umsatzvolumens.

In der as-is Betrachtung betrug die Rohertragsmarge 59,8% (-1,3%-
Punkte), die bereinigte EBITDA-Marge 39,9% (-1,3%-Punkte) und
die bereinigte EBIT-Marge 37,8% (-1,6%-Punkte).

Security Technologies

Das Segment Security Technologies (IHSE und kvm-tec) verzeich-
nete einen Anstieg der Umsatzerlöse von +12,1% auf € 40.468 Tsd.
(2022: € 36.086 Tsd.). Haupttreiber war die sehr positive Entwick-
lung in der Region Americas, in welcher die Umsatzerlöse gegen-
über dem Vergleichszeitraum um +24,6% erhöht wurden und sich
auf € 15.549 Tsd. beliefen. In EMEA lag der Umsatz mit lediglich
€ 21.714 Tsd. ebenfalls über dem Niveau des Vorjahres
(2022: € 20.257 Tsd.). Lediglich in APAC lagen die Umsatzerlöse
mit -4,4% unter dem Vergleichszeitraum und betrugen € 3.205 Tsd.
(2022: € 3.354 Tsd.) Ursächlich hierfür sind die generellen Abkopp-
lungstendenzen der chinesischen Wirtschaft. Weitere Faktoren sind
die weiterhin nur unterdurchschnittlich steigende Wirtschaftsleistung
gepaart mit den Krisen im Baugewerbe und den allgemein reduzier-
ten Investitionen der lokalen chinesischen Bezirksregierungen, wel-
che die Vergabe von Neugeschäft weiterhin hemmen.

Diese Effekte spiegelten sich auch in der bereinigten EBIT-Marge
von 41,1% wider (Vorjahr: 39,4%).

Reduzierend wirkten sich hauptsächlich die, aus der Kündigung des
Vertragsverhältnisses für eine der insgesamt fünf externen Handels-
agenturen resultierenden, Aufwendungen für potenzielle Entschädi-
gungsansprüche aus. Diesbezüglich wurde im Berichtszeitraum ein-
malig ein Aufwand von € 1.800 Tsd. für künftige Abstandszahlungen
erfasst. Die zusätzlichen Kosten aus der Akquisition der vier Han-
delsagenturen durch die Übernahme von Mitarbeitern sind mit
€ 868 Tsd. wesentlich geringer als die eingesparten Provisionsauf-
wendungen.

Umsatzerlöse nach Produktgruppen

In € Tsd. 2023 % 2022 %

Umsatzerlöse und Ertragsentwicklung nach Segmenten

Bikeleasing

Die starke Zunahme der Verwertungserlöse im laufenden Geschäftsjahr resultiert aus dem sehr starken Stückzahlen-Wachstum der vergangenen Jahre. Zwar führt diese Umsatzkomponente insgesamt zu einem positiven Ergebnisbeitrag, ihre Rohertragsmarge ist jedoch wesentlich geringer (Rohertrags-marge 2023: 7,7%) als die der übrigen Umsatzkomponenten der Bikeleasing, welche im Berichtszeitraum weiter Anstieg und bei 83,0% (Vorjahr: 78,9%) lag.

Im Berichtszeitraum verzeichnete das Segment Financial Technologies einen Anstieg der Vorräte von € 2.218 Tsd. auf € 7.097 Tsd. resultierend aus Leasingrückläufern. Hintergrund ist, dass viele Fahrradhändler vergleichsweise hohe Lagerbestände führten und somit die Zeit, die es für die Verwertung der Leasingrückläufer benötigt, deutlich angestiegen ist. Im vierten Quartal 2023 wurde auf die bei Bikeleasing zunächst verbliebenen Bikes aus Rückläufern eine größere Wertberichtigung in Höhe von € 6.230 Tsd. durchgeführt, die in den Rohertrag einging.

Die Rohertragsmarge lag mit 75,5% über der des Vergleichszeitraums von 73,0%. Dies ist vor allem auf eine geringere Materialaufwandsquote im Berichtszeitraum zurückzuführen. Leichte Schwankungen der Rohertragsmarge sind bei IHSE regelmäßig zu beobachten. Gründe sind meist unterschiedliche Margen auf einzelne Lieferungen (Kundenmix- und Produktmix-Effekte) sowie bedeutsame stichtagsbezogene Schwankungen in den Bestandsveränderungen.

Die bereinigte EBITDA-Marge lag mit 43,1% über dem Vorjahresniveau von 41,2%. Wesentliche Treiber dieses Zuwachses sind durch

Central Functions (kein Geschäftssegment nach IFRS)

Im Berichtszeitraum verzeichnete das Segment Financial Technologies einen Anstieg der Vorräte von € 2.218 Tsd. auf € 7.097 Tsd. resultierend aus Leasingrückläufern. Hintergrund ist, dass viele Fahrradhändler vergleichsweise hohe Lagerbestände führten und somit die Zeit, die es für die Verwertung der Leasingrückläufer benötigt, deutlich angestiegen ist. Im vierten Quartal 2023 wurde auf die bei Bikeleasing zunächst verbliebenen Bikes aus Rückläufern eine größere Wertberichtigung in Höhe von € 6.230 Tsd. durchgeführt, die in den Rohertrag einging.

Die Rohertragsmarge lag mit 75,5% über der des Vergleichszeitraums von 73,0%. Dies ist vor allem auf eine geringere Materialaufwandsquote im Berichtszeitraum zurückzuführen. Leichte Schwankungen der Rohertragsmarge sind bei IHSE regelmäßig zu beobachten. Gründe sind meist unterschiedliche Margen auf einzelne Lieferungen (Kundenmix- und Produktmix-Effekte) sowie bedeutsame stichtagsbezogene Schwankungen in den Bestandsveränderungen.

Die bereinigte EBITDA-Marge lag mit 43,1% über dem Vorjahresniveau von 41,2%. Wesentliche Treiber dieses Zuwachses sind durch

Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage des Konzerns

Brockhaus Technologies begreift sich als wachstumsstarke Technologiegruppe, die hoch profitable Technologie- und Innovationsführer akquiriert und dabei unterstützt, über Produkt- und Ländergrenzen hinweg organisch sowie anorganisch zu wachsen.

Der Fokus von Brockhaus Technologies liegt auf der Akquisition von margen- und wachstumsstarken Technologie- und Innovationsführern mit B2B-Geschäftsmodellen im deutschsprachigen Mittelstand. Innerhalb dieses Fokus wurden im vergangenen Jahr insbesondere Unternehmen in die engere Auswahl genommen, die Geschäftsmodelle mit „recurring“ bzw. „re-ocurring“ Umsatzerlösen vorweisen. Allerdings ist der Wettbewerb für diese zum Verkauf stehenden Unternehmen nochmals intensiver geworden. Dies spiegelt sich auch in den Kaufpreiserwartungen wider, da Unternehmen, die in den vergangenen Monaten ihre Krisenresistenz belegen konnten, teilweise sogar mit einem Kaufpreis-Premium über dem Vorkrisenniveau bewertet werden.

Der Vorstand von Brockhaus Technologies beurteilt die Geschäftsentwicklung und die wirtschaftliche Lage des Konzerns im Berichtszeitraum als äußerst positiv.

Das Ergebnis des Geschäftsjahres 2023 mit einem Anstieg der Umsatzerlöse von 30,8% auf € 186,6 Mio. und einer bereinigten proforma EBITDA-Marge von 35,9% zeichnet Brockhaus Technologies auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten durch eine nach wie vor margenstarke Performance seiner Segmente aus. Der im Geschäftsjahr 2023 weiterhin angespannten gesamtwirtschaftlichen Lage und den damit verbundenen Verwerfungen im globalen Wirtschaftskreislauf trotzte Brockhaus Technologies erfolgreich. Dies führte dazu, dass Brockhaus Technologies die Obergrenze der Umsatzprognose 2023 mit € 186,6 Mio. um 7% und das bereinigte EBITDA mit € 62,2 Mio. um 2% übertraf und dabei eine bereinigte EBITDA-Marge von 33,3% erzielte.

Brockhaus Technologies AG

Die Konzernmutter Brockhaus Technologies AG (BKHT) wird von einem Vorstand bestehend aus zwei Mitgliedern geleitet. Marco Brockhaus ist CEO und Vorsitzender des Vorstands und Dr. Marcel Wilhelm ist COO und Legal Counsel. Die Anzahl der Mitarbeiter der Konzernmutter, einschließlich der Mitglieder des Vorstands, betrug am Abschlussstichtag 11 (Vorjahr: 11). Die Mitarbeiter berichten unmittelbar an den Vorstand, sind bei der BKHT angestellt und an deren Sitz beschäftigt.

Der Jahresabschluss der BKHT wird gemäß den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung nach HGB aufgestellt. Die nebenstehende Tabelle zeigt die Kurzfassung des Jahresabschlusses.

Gewinn- und Verlustrechnung (HGB)

In € Tsd. 2023 2022
Umsatzerlöse 672 652
Sonstige betriebliche Erträge 69.914 38.752
Personalaufwand (3.951) (4.020)
Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen (39) (76)
Sonstige betriebliche Aufwendungen (29.468) (6.159)
Zinsen und ähnliche Erträge 971 344
Zinsen und ähnliche Aufwendungen (69) (1.400)
Ergebnis nach Steuern 38.031 28.092
Sonstige Steuern (2) (63)
Jahresüberschuss 38.032 28.155

Die Umsatzerlöse im Berichtszeitraum in Höhe von € 672 Tsd. (2022: € 652 Tsd.) umfassen Dienstleistungen gegenüber Tochterunternehmen. Die Personalaufwendungen sanken von € 4.020 Tsd. im Vorjahr auf € 3.951 Tsd. im Berichtszeitraum.

Die sonstigen betrieblichen Erträge von 69.914 Tsd. umfassen einen Ertrag von € 69.596 Tsd. aus einer konzerninternen unentgeltlichen Einbringung. Die Brockhaus Technologies AG hielt zum Beginn des Jahres 2023 94,87% der Anteile an der BCM Erste Beteiligungs GmbH. Im Berichtszeitraum brachte die Gesellschaft 17,89% der Geschäftsanteile an der BCM Erste Beteiligungs GmbH in ihre 100%-Tochter BT Zweite Beteiligungs GmbH unentgeltlich ein. Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2023 betrug die bei der Gesellschaft verbleibende direkte Beteiligung an der BCM Erste Beteiligungs GmbH somit 76,98%. Die unentgeltliche Einbringung erfolgte unter Anwendung der Tauschgrundätze zum beizulegenden Zeitwert, der deutlich über den Anschaffungskosten der Anteile lag. Durch die Transaktion wurden somit stille Reserven im handelsrechtlichen Jahresabschluss der Gesellschaft aufgedeckt. Dies führte dazu, dass die Gesellschaft nun über einen deutlich positiven Bilanzgewinn verfügt, der z.B. für Ausschüttungen an die Aktionäre genutzt werden kann.

Die sonstigen betrieblichen Erträge betrugen im Vorjahr € 38.752 Tsd. und waren maßgeblich geprägt von dem einmaligen Ertrag aus dem Verkauf der Palas Ende November 2022.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen stiegen auf € 29.468 Tsd. an (Vorjahr: € 6.159 Tsd.). Ursächlich waren im We-

Bilanz (HGB)

In € Tsd. 31.12.2023 31.12.2022
Immaterielle Vermögensgegenstände 26 57
Sachanlagen 1 4
Finanzanlagen 264.622 218.117
Anlagevermögen 264.649 218.179
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 674 377
Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 25.112 43.115
Umlaufvermögen 25.786 43.492
Rechnungsabgrenzungsposten 288 255
Aktiva 290.723 261.926
Ausgegebenes Kapital 10.448 10.948
Kapitalrücklage 248.390 248.463
Bilanzgewinn 20.733 (6.873)
Eigenkapital 279.570 252.537
Rückstellungen 10.109 6.851
Verbindlichkeiten 1.044 2.538
Passiva 290.723 261.926

Zum Abschlussstichtag weist die Gesellschaft einen Bilanzgewinn von € 20.733 Tsd. (Vorjahr: Bilanzverlust von € 6.873 Tsd.) nach HGB aus. Dieser setzt sich zusammen aus dem Bilanzverlust des Vorjahres zuzüglich dem handelsrechtlichen Jahresüberschuss 2023 von € 38.032 Tsd.

Die Verwertungserlöse im laufenden Geschäftsjahr

Die starke Zunahme der Verwertungserlöse im laufenden Geschäftsjahr resultiert aus dem sehr starken Stückzahlen-Wachstum der vergangenen Jahre. Zwar führt diese Umsatzkomponente insgesamt zu einem positiven Ergebnisbeitrag, ihre Rohertragsmarge ist jedoch wesentlich geringer (Rohertrags-marge 2023: 7,7%) als die der übrigen Umsatzkomponenten der Bikeleasing, welche im Berichtszeitraum weiter Anstieg und bei 83,0% (Vorjahr: 78,9%) lag.

Die Refinanzierung von Leasingforderungen sowie Forderungen aus Lieferungen und Leistungen betreffend künftiger Versicherungsraten initiert. Diesbezüglich wurde ein maßgeblicher Teil dieser Forderungen an eine nicht konsolidierte Zweckgesellschaft (Special Purpose Vehicle, SPV) auf nicht revolvierender Basis veräußert. Dieses SPV verbriefte die betreffenden Forderungen und gab die daraus entstandenen Notes an Investoren aus. Es wurden insgesamt Forderungen mit einem Buchwert von € 113.763 Tsd. (2022: € - Tsd.) an das SPV verkauft. Im Berichtszeitraum wurde ein Ertrag aus der Veräußerung dieser Forderungen von € 13.219 Tsd. (2022: € - Tsd.) realisiert und in den Umsatzerlösen ausgewiesen. Weitere Details zu den neuen Verbriefungsstrukturen und zu deren bilanziellen Behandlung sind Angabe 22 unseres Konzernanhangs zu entnehmen.

Produktkategorien und Umsatzerlöse

Produktkategorie 2023 (in Tsd. €) Anteil 2023 2022 (in Tsd. €) Anteil 2022
Digitale KVM-Extender 24.462 60,4% 22.290 61,8%
KVM Matrix Switches 8.860 21,9% 6.971 19,3%
Echtzeit IP Extender 4.112 10,2% 3.672 10,2%
Services 1.663 4,1% 629 1,7%
Konverter und Zubehör 737 1,8% 532 1,5%
IP Remote Access 243 0,6% 640 1,8%
Sonstiges 392 1,0% 1.352 3,7%
Umsatzerlöse 40.468 100,0% 36.086 100,0%

Die bereinigte EBIT-Marge lag mit 23,9% deutlich über dem Niveau des Vorjahres von 20,7%. Die höheren Margen gegenüber dem Vergleichszeitraum sind im Wesentlichen auf das stark angestiegene Umsatzvolumen und die daraus resultierende Fixkostendegression zurückzuführen.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen lagen mit € 6.081 Tsd. über dem Vergleichszeitraum (Vorjahr: € 5.490 Tsd.), hauptsächlich durch höhere Messe- und Reiseaktivitäten sowie IT-Kosten für die Implementierung eines neuen ERP-Systems. Im Berichtszeitraum fanden mehrere Messen statt, die maßgeblich sind, um IHSE und deren Produkte zu präsentieren, den Kontakt mit Geschäftspartnern zu pflegen und zukünftige Aufträge zu generieren.

Zum 31. Dezember 2023 lag der Auftragsbestand des Segments bei € 4.6 Mio. Zum Ende des vorangegangenen Geschäftsjahres lag dieser bei € 5.9 Mio. Stichtagsbezogene Schwankungen im Auftragsbestand sind bei IHSE regelmäßig zu beobachten, da die Geschäftsaktivitäten weitestgehend unabhängig von saisonalen Einflüssen sind.# abzüglich der Verrechnung aus den im Zuge sentlichen die Aufwendungen aus der Ausbuchung der Anteile an des Aktienrückkaufs erworbenen eigenen Aktien von € 10.426 Tsd. der BCM Erste Beteiligungs GmbH im Zuge der zuvor erwähnten konzerninternen unentgeltlichen Einbringung in Höhe von

Der Hauptversammlung soll vorgeschlagen werden, eine Dividende € 22.014 Tsd. von € 0,22 je Aktie auszuschütten. Bei der derzeitigen Anzahl ge- winnberechtigter Aktien entspräche dies einer Ausschüttung von Der Jahresüberschuss lag bei € 38.032 Tsd. gegenüber € 2.298 Tsd. (Vorjahr: € - Tsd.). Auf Basis des auf die Aktionäre ent- € 28.155 Tsd. im Vergleichszeitraum. fallenden bereinigten pro-forma Ergebnisses entspricht dies einer Ausschüttungsquote von 17%.

Der verbleibende Bilanzgewinn soll Die Finanzanlagen der Gesellschaft betrugen € 264.622 Tsd. (Vor- auf neue Rechnung vorgetragen werden. jahr: € 218.117 Tsd.) und umfassen im Wesentlichen die Beteiligun- gen an den Tochtergesellschaften. Der Anstieg resultiert hauptsäch- lich aus der zuvor erwähnten konzerninternen Einbringung. Zudem beinhaltet der Posten Finanzanlagen Ausleihungen an Tochterun- ternehmen in Höhe von € 4.625 Tsd. (Vorjahr € 5.527 Tsd.). Zum 31. Dezember 2023 betrugen die liquiden Mittel der BKHT € 25.112 Tsd. (Vorjahr: € 43.115 Tsd.).

Unter Berücksichtigung des Jahresüberschusses erhöhte sich das Eigenkapital von € 252.537 Tsd. auf € 279.570 Tsd. Die Rückstellungen erhöhten sich von € 6.851 Tsd. auf € 10.109 Tsd. Diese Veränderung wird im Wesentlichen durch die Neubewertung der Rückstellung für die Success Fee in Verbindung mit dem Erwerb der Bikeleasing im Geschäftsjahr 2021 begründet, die sich um € 3.272 Tsd. erhöhte. Die Verbindlichkeiten reduzierten sich von € 2.538 Tsd. auf € 1.044 Tsd. Maßgeblicher Faktor für diese Reduzierung sind gerin- gere Verbindlichkeiten für Lohn- und Kirchensteuer in Höhe von € 914 Tsd. im Vergleich zum Vorjahr.

18 Änderung der zentralen Für die Brockhaus Technologies AG auf Ebene der Gesellschaft Ereignisse nach dem Steuerungsgrößen (nach HGB) erwarten wir einen deutlichen Jahresfehlbetrag. Diese Im Berichtszeitraum hatte Brockhaus Technologies noch die Um-

Bilanzstichtag satzerlöse und die bereinigte EBITDA-Marge als zentrale Steue-

Für Angaben zu wesentlichen Ereignissen nach dem 31. Dezember rungsgröße herangezogen. Ab dem Geschäftsjahr 2024 wird das 2023 wird auf Angabe 49 des Konzernanhangs verwiesen. Management von Brockhaus Technologies den Konzern nach Um- satzerlösen und dem bereinigten EBITDA steuern.

Disclaimer Prognosebericht

Umsatz- und Ergebnisprognose Dieser Geschäftsbericht und insbesondere die Prognose enthalten Wirtschaftliche und politische Brockhaus Technologies rechnet im Geschäftsjahr 2024 mit Um- zukunftsgerichtete Aussagen, die auf der aktuellen Einschätzung Rahmenbedingungen satzerlösen zwischen € 220 Mio. und € 240 Mio., was einem des Managements zur künftigen Entwicklung des Marktumfelds und Der Internationale Währungsfonds (IWF) prognostizierte im Januar Wachstum zwischen 18% und 29% gegenüber den Umsatzerlösen des Konzerns beruhen. Diese Einschätzung wurde anhand aller zum 2024 ein Wirtschaftswachstum für Deutschland von 0,5%. Somit im Berichtszeitraum 2023 entspräche. Zeitpunkt der Fertigstellung dieses Geschäftsberichts verfügbaren dürfte Deutschland den Prognosen zufolge erneut das niedrigste

Diese Umsatzprognose unterliegt die Annahme, dass sich im Seg- Informationen getroffen. Zukunftsgerichtete Aussagen unterliegen Wachstum der G7-Staaten verzeichnen. ment Financial Technologies die kontinuierliche Gewinnung weiterer Unsicherheiten – wie im Risiko- und Chancenbericht dieses Lage- Für die Weltwirtschaft wird ein Wachstum von 3,1% erwartet. Entge- Unternehmenskunden und die steigende Nachfrage nach Diensträ- berichts beschrieben – die außerhalb des Einflussbereichs des Kon- gen zum ursprünglichen Annahmen, hatten sich die Volkswirtschaf- dern durch Arbeitnehmer, sowohl in Deutschland als auch in Öster- zerns liegen. Dies betrifft insbesondere den andauernden russi- ten mehrerer Industrie- und Schwellenländer deutlich "widerstands-reich, fortsetzt. Dies geht einher mit dem Trend zu mehr Outdoorak- schen Angriffskrieg auf die Ukraine, den Nahostkonflikt, die weiter fähiger" gezeigt. Erstmals seit Längerem hält der IWF Aufwärts- und tivitäten, einem gesteigerten Umweltbewusstsein und politischer so- anhaltenden Lieferengpässe, Bestrebungen Chinas zur Entkopp- Abwärtsrisiken für gleichverteilt. Eine Erholung wird für das Welthan- wie gewerkschaftlicher Unterstützung in Bezug auf grüne Mobilität. lung vom Westen, einer weiterhin im Umbruch befindlichen Energie- delsvolumen erwartet, von +0,4% im Jahr 2023 auf +3,3% in 2024.

Im Vergleich zum Vorjahr wird für das Geschäftsjahr 2024 eine noch wirtschaft und der hohen Inflation, welche wiederum zu einem deut- deutlicher ausgeprägtere Saisonalität erwartet, wobei der Umsatz-lichen Anstieg des Zinsniveaus führte. Sollten die der Prognose zu- anteil von Q2 und Q3 noch höher erwartet wird als im vorangegan-grunde liegenden Annahmen nicht zutreffend sein oder die beschrie- genen Geschäftsjahr. Im Vorjahr waren aufgrund begrenzter Verfüg-benen Risiken oder Chancen eintreten, können die tatsächlich ein- barkeiten an Dienstfahrrädern Bestellungen vermehrt mit entspre- tretenden Ergebnisse deutlich von den in der Prognose getroffenen chender Vorlaufzeit getätigt worden. Die Verfügbarkeit hat sich mitt- Aussagen abweichen. Sollte sich die Informationsgrundlage dahin- lerweile wieder verbessert, was die Vorlaufzeit für Bestellungen re- gehend ändern, dass ein Abweichen von der Prognose überwiegend
wahrscheinlich wird, so wird Brockhaus Technologies dies im Rah- duziert und die Saisonalität wieder erhöhen dürfte. men der gesetzlichen Veröffentlichungsvorschriften mitteilen.

Für das Segment Security Technologies wird von einer fortgeführten positiven Geschäftsentwicklung ausgegangen und angenommen,
dass kritische Bauteile, insbesondere Halbleiterkomponenten, aus-
reichend verfügbar sind.

Für das bereinigte EBITDA plant der Konzern für das Geschäftsjahr 2024 mit einem Wert zwischen € 80 Mio. und € 90 Mio. Dies ent-
spricht einem Wachstum zwischen 29% und 45% gegenüber dem
bereinigten EBITDA des Berichtszeitraums 2023.

19

Keine Berücksichtigung künftiger Akquisitionen

Der Vorstand geht davon aus, im Geschäftsjahr 2024 einen oder mehrere Unternehmenskäufe durchzuführen. Dennoch wurden die Ertragskennzahlen des Konzerns auf Basis der Prämisse geplant, dass der Konsolidierungskreis unverändert bleibt. Grund für diese Systematik ist die Unwägbarkeit hinsichtlich Art und Umfang künfti- ger Unternehmenskäufe. Jegliche Schätzungen dazu hält der Vor- stand von Brockhaus Technologies für nicht hinreichend belastbar.

Risiko- und Chancenbericht

Risikomanagementsystem

Unter Risiken und Chancen werden mögliche künftige Entwicklun- gen und Ereignisse verstanden, die zu einer wesentlichen für Brock- haus Technologies negativen bzw. positiven Zielabweichung führen können. Brockhaus Technologies ist in ihren Geschäftsaktivitäten zahlreichen Risiken ausgesetzt. Ziel des Konzerns ist es nicht, Risi- ken generell zu vermeiden, sondern die Chancen und Risiken, die mit ihren Entscheidungen und Geschäftsaktivitäten verbunden sind, sorgfältig und auf Grundlage angemessener Informationen abzuwä- gen. Dadurch soll ein optimales Gleichgewicht zwischen Wachstum und Profitabilität einerseits und den damit verbundenen Risiken an- dererseits geschaffen werden. Dementsprechend sollen sich bie- tende Chancen zur Steigerung des Unternehmenswerts genutzt und Risiken nur insoweit eingegangen werden, als sich diese in einem für den Konzern akzeptablen Rahmen bewegen.

Das Risikomanagementsystem umfasst Maßnahmen, die es Brock- haus Technologies ermöglichen, frühzeitig die wesentlichen Risiken für die Erreichung der Unternehmensziele zu identifizieren, zu beur- teilen und zu überwachen. Der Risikokonsolidierungskreis stimmt für den Konzern mit dem Konsolidierungskreis des Konzernabschlusses überein.

Im Geschäftsjahr 2023 wurde das RMS-Handbuch um Leitlinien für die Identifikation von Nachhaltigkeitsrisiken erweitert und werden fortlaufend in die Risikobewertung des Konzerns miteinbezogen.

Die Abteilung Finance der Konzernmutter koordiniert die Umsetzung und Weiterentwicklung des Risikomanagementsystems und der Auf- sichtsrat überwacht dessen Wirksamkeit insbesondere dahinge- hend, ob das Risikofrüherkennungssystem generell geeignet ist, Ri- siken und Entwicklungen, die den Konzern gefährden könnten, früh- zeitig zu erkennen, damit geeignete Gegenmaßnahmen umgehend ergriffen werden können.

Ergebnis des Aggregationsmodells ist eine Verteilung einer Vielzahl von insgesamt möglichen Schadensausmaßen, die jeweils mit einer unterschiedlichen Häufigkeit in einem jeweiligen Ergebnisintervall liegen. Auf Grundlage dieser Datenpunkte können die konzernweit identifizierten Risiken in ihrem Zusammenwirken quantifiziert wer- den. Es lässt sich z.B. anhand von Konfidenzniveaus sagen, mit wel- cher Wahrscheinlichkeit die Summe eintretender Risiken einen be- stimmten Schadenswert nicht überschreiten wird. Risiken nur insoweit

zufälligen Simulation des Eintritts eines Risikos eine ebenfalls zu-
fallsbedingte Schadenshöhe mit dem Erwartungswert des wahr-
scheinlichsten Schadens, jedoch zusätzlich mit der Möglichkeit ei-
nes geringer oder höher ausfallenden Schadens. Soweit Interdepen-
denzen zwischen einzelnen Risiken identifiziert wurden, wurden
diese bei der Aggregation berücksichtigt.

identifiziert wurden.

Risikomanagement

Die Datengrundlage des Aggregationsmodells basiert maßgeblich auf den Eintrittswahrscheinlichkeiten und Schadensausmaßen, welche durch die jeweiligen Konzerngesellschaften berichtet werden. Teilweise basieren diese auf Schätzungen, die nur begrenzt durch vergangenheitsbezogene oder sonstige Daten gestützt werden können. Somit besteht ein hoher Einfluss von individuellem Ermessen auf das Gesamtergebnis der Risikoaggregation.

Das Aggregationsmodell berücksichtigt sämtliche konzernweit gemeldeten quantifizierbaren Risiken. Risiken, die nicht durch das Aggregationsmodell abgedeckt sind, beinhalten z.B. Compliance-Risiken, deren Auswirkungen nicht hinreichend zuverlässig quantifiziert werden können.

Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, wurde ein Maß für die Risikotragfähigkeit des Konzerns definiert. Für die Aggregation von Risiken wurde eine Monte Carlo-Simulation (stochastisches Verfahren) durchgeführt. Grundlage dafür sind die im Rahmen des Konzernrisikoinventars identifizierten und quantifizierten Risiken. Die Quantifizierung von Risiken erfolgte durch die Schätzung der Eintrittswahrscheinlichkeit und des Schadensausmaßes eines wahrscheinlichsten Schadens, sowie des vernünftigerweise zu erwartenden geringsten und höchsten Schadens. Dies erlaubt neben einer belastbaren Aussage dazu, ob ein jeweils identifiziertes Risiko nicht nur sich genommen, sondern auch im Zusammenwirken mit anderen Risiken bestandsgefährdend ist oder nicht.

Trotz der dargelegten Einschränkungen erachten wir die Ergebnisse des Aggregationsmodells insgesamt für geeignet, um eine angemessene Beurteilung der Risiken vorzunehmen.

Das Konzept, die Organisation und die Aufgaben des Risikomanagementsystems von Brockhaus Technologies werden von Vorstand und Aufsichtsrat festgelegt. Eine Dokumentation erfolgt in Form des Handbuchs zum Risikomanagementsystem (RMS-Handbuch). Die Anforderungen an das Risikomanagementsystem werden regelmäßig an veränderte gesetzliche Rahmenbedingungen angepasst und unterliegen einem kontinuierlichen Verbesserungsprozess.

Während die Gesamtverantwortung für das Risikomanagement beim Vorstand liegt, verantworten die Tochterunternehmen die operative Steuerung der für sie relevanten einzelnen Risiken. Dazu gehören die frühzeitige Identifizierung, Bewertung und Festlegung geeigneter Maßnahmen, die Verwaltung und Überwachung solcher Maßnahmen sowie die angemessene Dokumentation und Berichterstattung. Eine konzerneinheitliche Vorgehensweise und Auswirkung Bewertung Auf Grundlage der Bewertung der Eintrittswahrscheinlichkeit und Verbindlichkeit sollen dabei durch das RMS-Handbuch sichergestellt werden.

Die wesentlichen Risiken werden durch die Verwendung von definierten Klassen (1 bis 5) für die Eintrittswahrscheinlichkeit (P) und die Auswirkungen auf die Ziele des Konzerns beurteilt. Die Eintrittswahrscheinlichkeit bezieht sich auf die geschätzte Wahrscheinlichkeit, dass ein Risiko während des betrachteten Zeithorizontes eintritt. Sie wird als Prozentsatz angegeben. Die Zuordnung der Wahrscheinlichkeitsintervalle zu den Klassen 1 bis 5 ist in der nachfolgenden Übersicht dargestellt.

Bewertung der Eintrittswahrscheinlichkeit

Wert Klasse und Wahrscheinlichkeitsintervall
5 75% < P
4 50% < P <= 75%
3 25% < P <= 50%
2 10% < P <= 25%
1 P <= 10%

Um die relative Bedeutung einzelner dargestellter Risikofelder durchgängig erkennen zu lassen und zusätzlich die Risikobeurteilung der Entwicklung des Konzerns anzupassen, hat der Konzern die Schadenshöhen im Eintrittsfall im Geschäftsjahr 2023 angepasst. Dabei wurde die Schadenshöhe für einen „sehr hohen“ und „hohen“ Schaden beibehalten, die Schadenshöhe für einen „mittleren“, „geringen“ und „unwesentlichen“ Schaden aufgrund des wesentlich höheren Umsatzvolumens und Ergebnisses, im Vergleich zum Vergleichszeitraum, hochgestuft.

(In € Tsd.)

Alte Bandbreite Neue Bandbreite
Sehr hoch > 10.000 > 10.000
Hoch <=10.000 <=10.000
Mittel <=1.000 <=5.000
Gering <=100 <=2.000
Unwesentlich <=10 <=500

Während des Geschäftsjahres lagen keine Anhaltspunkte vor, die gegen eine gesamtheitliche Angemessenheit und Wirksamkeit des Risikomanagementsystems sprechen.

Risiken

Brockhaus Technologies ordnet ihre Risiken in die Bereiche Märkte/ Technologie, Neuakquisitionen, operatives Geschäft, Compliance, und Finanzen ein. Diesen Bereichen unterliegen Risikoarten, die im weiteren Verlauf als gering angesehen.

Märkte/Technologie

Das Segment Financial Technologies ist weiterhin getrieben von einer zunehmenden Attraktivität des Fahrrads bzw. E-Bike als Fortbewegungsmittel sowie von der Förderung des Dienstradleasings. Kundenpräferenzen, neue oder substituierende Technologien oder sich unvorteilhaft entwickelnde Industriestandards und Trends können die bestehenden Produkte des Konzerns obsolet oder weniger attraktiv machen. Um dies auszuschließen, investiert der Konzern fokussiert in Forschung und Entwicklung.

Zulieferer

Verschiedene Störfaktoren wie finanzielle, kapazitäts- oder beschaffungsbezogene Engpässe bei Zulieferern des Konzerns können zu Verzögerungen bis hin zum Zusammenbruch der Lieferketten führen.

Auswirkung Bewertung

Auf Grundlage der Bewertung der Eintrittswahrscheinlichkeit und der Auswirkung werden alle identifizierten Risiken mit einem Risk Score versehen. Dieser entspricht der Summe der Klasse für die Eintrittswahrscheinlichkeit und der Klasse für die Auswirkung bei Eintritt des Schadens. Dabei wird die Wahrscheinlichkeits-Klasse mit 30% und die Auswirkungs-Klasse mit 70% gewichtet.

Die Farbkodierung der Risk Scores ist der nachfolgenden Übersicht zu entnehmen. Sie entspricht der Visualisierung in der Risikomatrix.

Farbcode Risk Score Auswirkung
5 Substanzgefährdendes Risiko Substanzgefährdende negative Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit, Ertrags-, Vermögens-, und Finanzlage sowie Reputation >= € 10 Mio. Einzelrisiko
4 Sehr hohes Risiko Beträchtliche negative Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit, Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage sowie Reputation € 5 – 10 Mio. Einzelrisiko
3 Hohes Risiko Einige negative Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit, Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage sowie Reputation € 2 – 5 Mio. Einzelrisiko
2 Moderates Risiko Begrenzte negative Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit, Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage sowie Reputation € 500 Tsd. - 2 Mio. Einzelrisiko
1 Geringes Risiko Unwesentliche negative Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit, Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage sowie Reputation <€ 500 Tsd. Einzelrisiko

Die Risikomatrix stellt die Klassifizierung der identifizierten Risiken grafisch dar und dient der Priorisierung der bedeutsamsten Risiken und einer erhöhten Transparenz über die gesamte Risikosituation des Konzerns. Die hier dargestellte Klassifizierung entspricht den Nettorisiken, das heißt, dass die erwartete Wirkung von bereits effektiv umgesetzten Steuerungsmaßnahmen bei der Quantifizierung berücksichtigt wurde. Die systematische und standardisierte Risikoanalyse und -bewertung erfolgt zwei Mal im Jahr. Es ist Aufgabe der Risikoverantwortlichen alle sich ändernden Risikosituationen innerhalb ihrer Abteilungen oder ihres Unternehmens kontinuierlich zu überwachen. Neben der regelmäßigen Risikoberichterstattung ist ein Prozess für die unverzügliche Meldung neu auftretender Risiken (Ad-hoc-Risikomeldungen) implementiert.

Die Bewertung des Schadens bei Eintritt eines Risikos kann entweder quantitativ erfolgen, was die bevorzugte Methode darstellt, oder qualitativ, falls Risiken nicht quantifiziert werden können oder qualitative Aspekte überwiegen (z.B. für Compliance-Risiken). Die Klassifizierung erfolgt ebenfalls nach Klassen mit den Werten 1 bis 5. Die quantitativen Klassen basieren auf einer Schadensschätzung in Euro, die sich auf die potenziellen Auswirkungen auf die Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage des Konzerns bezieht. Die qualitativen Klassen basieren auf Kriterien, die Reputationsschäden oder Strafverfolgungsauswirkungen mit besonderem Fokus auf Compliance-relevante Risiken berücksichtigen.

Der Konzern stuft die potenzielle Schadenshöhe bei Eintritt eines konjunkturellen Einbruchs entsprechend hoch ein. Aufgrund der Nischenstrategie des Konzerns wird die Wahrscheinlichkeit für ein Eintreten dieses Risikos jedoch weiterhin als gering angesehen.# Dies hätte zur Folge, dass die Produktion und die Identifikation von Nachhaltigkeitsrisken erweitert und entspre-

nachhaltig in die Risikobewertung des Konzerns mitberücksichtigt. Ein Wegfall dieser Begünstigung oder eine Erhöhung des Prozentsatzes (aktuell 0,25%), dessen Anteil vom Bruttopreis angewendet, als geldwerter Vorteil dem steuerpflichtigen Monatsgehalt hinzugerechnet und mit der Lohnabrechnung der Arbeitnehmer zum Steuerabzug gebracht wird, ist vor dem Hintergrund langfristiger Nachhaltigkeitsbestrebungen sehr unwahrscheinlich, würde sich aber substanziell negativ auf den Konzern auswirken.

Für Bikeleasing könnten Lieferengpässe dazu führen, dass die Verfügbarkeit von Fahrrädern stark eingeschränkt ist und die Anzahl von Neuverträgen geringer ausfällt als geplant. Die Eintrittswahrscheinlichkeit dieses Risikos wird zwar als sehr unwahrscheinlich eingestuft, ein Eintreten könnte sich jedoch deutlich negativ auf die Umsatzerlöse auswirken. Für IHSE hat sich das Risiko von Lieferengpässen im Vergleich zum Ende des Geschäftsjahres 2022 leicht reduziert.

Der Risikokonsolidierungskreis von Brockhaus Technologies ist unverändert im Vergleich zum Ende des Geschäftsjahres 2022. Als bedeutsamste Veränderung im Geschäftsjahr 2023 ist hingegen das Risiko des Geschäfts in China in Folge der Bestrebungen zur Markt-/ Technologierisiken Entkoppelung von China anzusehen, welches vor allem das Geschäft der IHSE und deren weitere Entwicklung in dieser Region beeinflussen könnte.

Konjunktur | Das allgemeine Konjunkturumfeld sowie weitere wirtschaftliche und politische Rahmenbedingungen wirken sich maßgeblich auf die Absatzmärkte von Brockhaus Technologies aus.

Die gesamtwirtschaftliche Lage – auf nationaler wie internationaler Ebene – ist geprägt von dem andauernden Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine, dem Nahostkonflikt, teilweise weiter anhaltenden Lieferengpässen, Bestrebungen zur Entkoppelung von China, einer weiterhin im Umbruch befindlichen Energiewirtschaft und der hohen Inflation, welche wiederum zu einem deutlichen Anstieg des Zinsniveaus führte. Einige oder alle dieser Faktoren haben Einfluss auf die Risikosituation des Konzerns und beeinflussen sowohl das inländische als auch das ausländische Geschäft.

Das makroökonomische Umfeld ist entsprechend geprägt von hohen Unsicherheiten und dessen weitere Entwicklung ist ungewiss. In diesem Zusammenhang könnte sich ein fortgeführtes Einbrechen der Konjunktur negativ auf die Umsatzerlöse und damit auf die Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage des Konzerns beeinträchtigen.

Kundenkonzentration | Aufgrund der Nischenstrategie in dem Segment Security Technologies hat dieses signifikante Kundenkonzentrationen.

Der Verlust oder Ausfall eines oder mehrerer Großkunden würde sich negativ auf die Umsatzerlöse und damit auf die Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage von Brockhaus Technologies auswirken. Um dieses Risiko zu verringern, pflegt der Konzern enge und langjährige Kundenbeziehungen und versucht nach Möglichkeit, hohe Kundenkonzentrationen zu vermeiden.

Technologie | Der Erfolg der Konzernunternehmen beruht auf dem Fokus auf Technologien und innovative Produkte, die globalen, nachhaltigen Trends wie Digitalisierung, Automatisierung, Cyber Security oder Nachhaltigkeit folgen sollen.

Akquisitionsfinanzierung | Die Akquisition von Unternehmen ist in vielen Fällen mit einem substanziellen Finanzierungsbedarf verbunden.

Sollte Brockhaus Technologies nicht in der Lage sein, diese durch Eigenkapital oder durch Fremdkapital in angemessener Zeit und zu akzeptablen Konditionen darzustellen, so könnten Transaktionsprozesse scheitern. Um dem vorzubeugen, verfügt der Konzern über zahlreiche potenzielle Finanzierungspartner, die neben Banken auch Debt Fonds und Co-Investoren umfassen. Auch die Börsennotierung in dem Qualitätssegment Prime Standard stellt eine Finanzierungsmöglichkeit über Kapitalerhöhungen dar.

Due Diligence | Es ist möglich, dass der Konzern den Wert und die künftigen Potenziale von Zielunternehmen unzutreffend einschätzt und diese geringere Umsatzerlöse, Erträge und Cashflows generieren als vor dem Kauf angenommen.

Dies kann aufgrund nicht mitgeteilter oder nicht erkannter Risiken betreffend das Zielunternehmen und/oder seiner Absatzmärkte der Fall sein. Um die Eintrittswahrscheinlichkeit dieses Risikos zu reduzieren, führt der Konzern vor jeder Akquisition eine umfassende Due Diligence unter Einbindung erfahrener und spezialisierter Berater durch. Dennoch kann nicht ausgeschlossen werden, dass wesentliche Risiken in der Due Diligence nicht erkannt oder nicht zutreffend bewertet werden.

Key Management | Der wirtschaftliche Erfolg des Konzerns wird maßgeblich getragen und getrieben von seiner Fähigkeit, erfahrene und talentierte Führungskräfte und Mitarbeiter einzustellen, weiterzuentwickeln und zu binden.

Bei der Verbreiterung von Führungsstrukturen zur Ermöglichung der weiteren Expansion besteht das Risiko von Fehlbesetzungen. Sollte es Brockhaus Technologies nicht gelingen, künftige und bestehende Positionen passend zu besetzen und bestehende Manager und Mitarbeiter zu halten, könnte dies den geschäftlichen Erfolg und damit die Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage von Brockhaus Technologies wesentlich nachteilig beeinflussen. Um diesem Risiko entgegenzuwirken, bestehen im Konzern marktgerechte Vergütungsstrukturen in Verbindung mit einem ausgeprägten Fokus auf Eigenkapitalkomponenten und eine langfristige Incentivierung. Dies umfasst sowohl direkte Beteiligungen auf Ebene von Tochterunternehmen als auch Beteiligungen an der BKHT in Form von Aktien und Aktienoptionen.

Wachstumshemmnisse | Die Konzernunternehmen von Brockhaus Technologies sind vergleichsweise kleine Organisationen mit zu ambitionierten Wachstumszielen.

Daher besteht das Risiko, dass deren Management nicht in der Lage ist, vielversprechende Märkte und Kunden erfolgreich zu adressieren, nötige Produktentwicklungen zu realisieren und zeitgerecht wachstumsfähige interne Strukturen aufzubauen. Dieses Risiko steuert der Konzern durch bewährte Instrumente wie den 100-Tage-Plan nach Akquisitionen, in dem die sich aus der Due Diligence ergebenden Erstinitiativen dokumentiert, zeitlich geplant und nachgehalten werden. Darüber hinaus bestehen Prozesse für die strategische Planung bzw. Weiterentwicklung der Gesellschaft und ein stringentes Finanzberichtswesen. Weiterhin haben die Mitglieder des BKHT-Teams umfassende Erfahrung mit dem Aufbau von skalierbaren Strukturen in wachsenden Unternehmen.

Compliance-Risiken | Aufgrund des Umfangs gesetzlicher und ordnungsrechtlicher Regulierungen sowie der Vielzahl von vertraglichen Beziehungen und Vereinbarungen, die der Konzern regelmäßig eingeht, ergeben sich zahlreiche rechtliche Risiken.

Diese beziehen sich insbesondere auf die Bereiche des Patent-, Kapitalmarkt- und Gesellschaftsrechts. Diese Risiken werden durch eine umfangreiche Zusammenarbeit mit erfahrenen und renommierten Anwaltskanzleien auf ein moderates Niveau reduziert. Um Abhängigkeiten aufgrund des Outsourcings von Nachhaltigkeitsrisiken hätte zur Folge, dass die Produktion und die Identifikation von Nachhaltigkeitsrisiken erweitert und entsprechend in die Risikobewertung des Konzerns mitberücksichtigt. Ein Wegfall dieser Begünstigung oder eine Erhöhung des Prozentsatzes (aktuell 0,25%), dessen Anteil vom Bruttopreis angewendet, als geldwerter Vorteil dem steuerpflichtigen Monatsgehalt hinzugerechnet und mit der Lohnabrechnung der Arbeitnehmer zum Steuerabzug gebracht wird, ist vor dem Hintergrund langfristiger Nachhaltigkeitsbestrebungen sehr unwahrscheinlich, würde sich aber substanziell negativ auf den Konzern auswirken.

Für Bikeleasing könnten Lieferengpässe dazu führen, dass die Verfügbarkeit von Fahrrädern stark eingeschränkt ist und die Anzahl von Neuverträgen geringer ausfällt als geplant. Die Eintrittswahrscheinlichkeit dieses Risikos wird zwar als sehr unwahrscheinlich eingestuft, ein Eintreten könnte sich jedoch deutlich negativ auf die Umsatzerlöse auswirken. Für IHSE hat sich das Risiko von Lieferengpässen im Vergleich zum Ende des Geschäftsjahres 2022 leicht reduziert.

Der Risikokonsolidierungskreis von Brockhaus Technologies ist unverändert im Vergleich zum Ende des Geschäftsjahres 2022. Als bedeutsamste Veränderung im Geschäftsjahr 2023 ist hingegen das Risiko des Geschäfts in China in Folge der Bestrebungen zur Markt-/ Technologierisiken Entkoppelung von China anzusehen, welches vor allem das Geschäft der IHSE und deren weitere Entwicklung in dieser Region beeinflussen könnte.

Konjunktur | Das allgemeine Konjunkturumfeld sowie weitere wirtschaftliche und politische Rahmenbedingungen wirken sich maßgeblich auf die Absatzmärkte von Brockhaus Technologies aus.

Die gesamtwirtschaftliche Lage – auf nationaler wie internationaler Ebene – ist geprägt von dem andauernden Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine, dem Nahostkonflikt, teilweise weiter anhaltenden Lieferengpässen, Bestrebungen zur Entkoppelung von China, einer weiterhin im Umbruch befindlichen Energiewirtschaft und der hohen Inflation, welche wiederum zu einem deutlichen Anstieg des Zinsniveaus führte. Einige oder alle dieser Faktoren haben Einfluss auf die Risikosituation des Konzerns und beeinflussen sowohl das inländische als auch das ausländische Geschäft.

Das makroökonomische Umfeld ist entsprechend geprägt von hohen Unsicherheiten und dessen weitere Entwicklung ist ungewiss. In diesem Zusammenhang könnte sich ein fortgeführtes Einbrechen der Konjunktur negativ auf die Umsatzerlöse und damit auf die Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage des Konzerns beeinträchtigen.

Kundenkonzentration | Aufgrund der Nischenstrategie in dem Segment Security Technologies hat dieses signifikante Kundenkonzentrationen.

Der Verlust oder Ausfall eines oder mehrerer Großkunden würde sich negativ auf die Umsatzerlöse und damit auf die Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage von Brockhaus Technologies auswirken. Um dieses Risiko zu verringern, pflegt der Konzern enge und langjährige Kundenbeziehungen und versucht nach Möglichkeit, hohe Kundenkonzentrationen zu vermeiden.

Technologie | Der Erfolg der Konzernunternehmen beruht auf dem Fokus auf Technologien und innovative Produkte, die globalen, nachhaltigen Trends wie Digitalisierung, Automatisierung, Cyber Security oder Nachhaltigkeit folgen sollen.

Akquisitionsfinanzierung | Die Akquisition von Unternehmen ist in vielen Fällen mit einem substanziellen Finanzierungsbedarf verbunden.

Sollte Brockhaus Technologies nicht in der Lage sein, diese durch Eigenkapital oder durch Fremdkapital in angemessener Zeit und zu akzeptablen Konditionen darzustellen, so könnten Transaktionsprozesse scheitern. Um dem vorzubeugen, verfügt der Konzern über zahlreiche potenzielle Finanzierungspartner, die neben Banken auch Debt Fonds und Co-Investoren umfassen. Auch die Börsennotierung in dem Qualitätssegment Prime Standard stellt eine Finanzierungsmöglichkeit über Kapitalerhöhungen dar.

Due Diligence | Es ist möglich, dass der Konzern den Wert und die künftigen Potenziale von Zielunternehmen unzutreffend einschätzt und diese geringere Umsatzerlöse, Erträge und Cashflows generieren als vor dem Kauf angenommen.

Dies kann aufgrund nicht mitgeteilter oder nicht erkannter Risiken betreffend das Zielunternehmen und/oder seiner Absatzmärkte der Fall sein. Um die Eintrittswahrscheinlichkeit dieses Risikos zu reduzieren, führt der Konzern vor jeder Akquisition eine umfassende Due Diligence unter Einbindung erfahrener und spezialisierter Berater durch. Dennoch kann nicht ausgeschlossen werden, dass wesentliche Risiken in der Due Diligence nicht erkannt oder nicht zutreffend bewertet werden.

Key Management | Der wirtschaftliche Erfolg des Konzerns wird maßgeblich getragen und getrieben von seiner Fähigkeit, erfahrene und talentierte Führungskräfte und Mitarbeiter einzustellen, weiterzuentwickeln und zu binden.

Bei der Verbreiterung von Führungsstrukturen zur Ermöglichung der weiteren Expansion besteht das Risiko von Fehlbesetzungen. Sollte es Brockhaus Technologies nicht gelingen, künftige und bestehende Positionen passend zu besetzen und bestehende Manager und Mitarbeiter zu halten, könnte dies den geschäftlichen Erfolg und damit die Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage von Brockhaus Technologies wesentlich nachteilig beeinflussen. Um diesem Risiko entgegenzuwirken, bestehen im Konzern marktgerechte Vergütungsstrukturen in Verbindung mit einem ausgeprägten Fokus auf Eigenkapitalkomponenten und eine langfristige Incentivierung. Dies umfasst sowohl direkte Beteiligungen auf Ebene von Tochterunternehmen als auch Beteiligungen an der BKHT in Form von Aktien und Aktienoptionen.

Wachstumshemmnisse | Die Konzernunternehmen von Brockhaus Technologies sind vergleichsweise kleine Organisationen mit zu ambitionierten Wachstumszielen.

Daher besteht das Risiko, dass deren Management nicht in der Lage ist, vielversprechende Märkte und Kunden erfolgreich zu adressieren, nötige Produktentwicklungen zu realisieren und zeitgerecht wachstumsfähige interne Strukturen aufzubauen. Dieses Risiko steuert der Konzern durch bewährte Instrumente wie den 100-Tage-Plan nach Akquisitionen, in dem die sich aus der Due Diligence ergebenden Erstinitiativen dokumentiert, zeitlich geplant und nachgehalten werden. Darüber hinaus bestehen Prozesse für die strategische Planung bzw. Weiterentwicklung der Gesellschaft und ein stringentes Finanzberichtswesen. Weiterhin haben die Mitglieder des BKHT-Teams umfassende Erfahrung mit dem Aufbau von skalierbaren Strukturen in wachsenden Unternehmen.

Compliance-Risiken | Aufgrund des Umfangs gesetzlicher und ordnungsrechtlicher Regulierungen sowie der Vielzahl von vertraglichen Beziehungen und Vereinbarungen, die der Konzern regelmäßig eingeht, ergeben sich zahlreiche rechtliche Risiken.

Diese beziehen sich insbesondere auf die Bereiche des Patent-, Kapitalmarkt- und Gesellschaftsrechts. Diese Risiken werden durch eine umfangreiche Zusammenarbeit mit erfahrenen und renommierten Anwaltskanzleien auf ein moderates Niveau reduziert. Um Abhängigkeiten aufgrund des Outsourcings von Beratungsleistungen zu vermeiden, werden wichtige Tätigkeitsbereiche durch eigene Mitarbeiter mit entsprechenden Qualifikationen abgedeckt.

IT | Die Geschäftsprozesse des Konzerns hängen maßgeblich von Informationstechnologie ab.

Neben der Chance, operative Effizienzen zu realisieren, birgt dies auch Risiken. Die technische Infrastruktur des Konzerns kann durch Unfälle, Katastrophen, technische Schäden, veraltete Technologie oder Cyberattacken beeinträchtigt werden oder ausfallen. Zudem besteht das Risiko des unbefugten Zugriffs auf vertrauliche geschäfts- oder personenbezogene Daten durch Außenstehende. Um die Verfügbarkeit, Integrität und Vertraulichkeit von Informationen zu gewährleisten, verfügt Brockhaus Technologies über marktübliche Sicherungssysteme.

Finanzplanung |

< € 500 Tsd. <= 10% <= 25% <= 50% <= 75% >75%
Due Diligence
Akquisitionsfinanzierung
Wachstumshemmnisse
Steuern
Key Management
Fremdwährung
Liquidität
Covenants
Wahrscheinlichkeit des Schadenseintritts

Zinssätze | Weitere Anstiege der Zinsen könnten die zukünftige Entwicklung des Konzerns aus unterschiedlichen Gründen beeinträchtigen.

Dies hätte zur Folge, dass die Produktion und die Identifikation von Nachhaltigkeitsrisiken erweitert und entsprechend in die Risikobewertung des Konzerns mitberücksichtigt. Ein Wegfall dieser Begünstigung oder eine Erhöhung des Prozentsatzes (aktuell 0,25%), dessen Anteil vom Bruttopreis angewendet, als geldwerter Vorteil dem steuerpflichtigen Monatsgehalt hinzugerechnet und mit der Lohnabrechnung der Arbeitnehmer zum Steuerabzug gebracht wird, ist vor dem Hintergrund langfristiger Nachhaltigkeitsbestrebungen sehr unwahrscheinlich, würde sich aber substanziell negativ auf den Konzern auswirken.

IT | Die Geschäftsprozesse des Konzerns hängen maßgeblich von Informationstechnologie ab.

Neben der Chance, operative Effizienzen zu realisieren, birgt dies auch Risiken. Die technische Infrastruktur des Konzerns kann durch Unfälle, Katastrophen, technische Schäden, veraltete Technologie oder Cyberattacken beeinträchtigt werden oder ausfallen. Zudem besteht das Risiko des unbefugten Zugriffs auf vertrauliche geschäfts- oder personenbezogene Daten durch Außenstehende. Um die Verfügbarkeit, Integrität und Vertraulichkeit von Informationen zu gewährleisten, verfügt Brockhaus Technologies über marktübliche Sicherungssysteme.

Finanzplanung |

< € 500 Tsd. <= 10% <= 25% <= 50% <= 75% >75%
Due Diligence
Akquisitionsfinanzierung
Wachstumshemmnisse
Steuern
Key Management
Fremdwährung
Liquidität
Covenants
Wahrscheinlichkeit des Schadenseintritts

Zinssätze | Weitere Anstiege der Zinsen könnten die zukünftige Entwicklung des Konzerns aus unterschiedlichen Gründen beeinträchtigen.

Dies hätte zur Folge, dass die Produktion und die Identifikation von Nachhaltigkeitsrisiken erweitert und entsprechend in die Risikobewertung des Konzerns mitberücksichtigt. Ein Wegfall dieser Begünstigung oder eine Erhöhung des Prozentsatzes (aktuell 0,25%), dessen Anteil vom Bruttopreis angewendet, als geldwerter Vorteil dem steuerpflichtigen Monatsgehalt hinzugerechnet und mit der Lohnabrechnung der Arbeitnehmer zum Steuerabzug gebracht wird, ist vor dem Hintergrund langfristiger Nachhaltigkeitsbestrebungen sehr unwahrscheinlich, würde sich aber substanziell negativ auf den Konzern auswirken.

Risiken und Chancen

Dieses Risiko wird cings zu vermeiden und einen angemessenen Grad der fachlichen tigen und nachteilige Auswirkungen auf die Ertrags-, Vermögens- durch einen stringenten Prozess für das Forderungsmanagement Spezialisierung zu gewährleisten, wird mit mehreren Anwaltskanz- und Finanzlage haben. Weiter steigende Zinssätze würden zum ei- sowie durch die teilweise Vereinbarung von Vorauszahlungen ge- leien gearbeitet. nen die bestehenden Finanzierungskosten des Konzerns erhöhen, mindert. Soweit es wirtschaftlich sinnvoll ist, werden Warenkredit- aber auch zu höheren Kosten der Akquisitionsfinanzierung für künf- versicherungen abgeschlossen, um die Höhe möglicher Ausfälle zu tige Unternehmenskäufe führen. reduzieren. Dies kam im Berichtszeitraum nicht zur Anwendung.

Andere Compliance-Risiken, die aus einer Verletzung von Gesetzen und Vorschriften, wie z.B. Kapitalmarkt- oder Datenschutzbestim- mungen, resultieren können, werden von dem Legal Counsel identi-

Nachdem die europäische Zentralbank im Oktober 2023 nach zehn Zinserhöhungen in Folge erstmalig auf eine weitere Erhöhung der Leitzinsen verzichtete, wird dieses Risiko in der Eintrittswahrschein- lichkeit jedoch geringer als zum 31. Dezember 2022 angesehen.

Im operativen Geschäft der Bikeleasing-Gruppe würde ein weiterer Anstieg der Zinsen zu erhöhten Refinanzierungskosten des zukünf- tigen Leasinggeschäfts führen und einen nachteiligen Effekt auf die Ertragslage der Bikeleasing haben. Eine Erhöhung des Leasingfak- tors gegenüber Kunden würde erhöhte Finanzierungszinsen kom- pensieren. Der Leasingfaktor bezeichnet die monatliche Leasingrate im Verhältnis zu den Anschaffungskosten des Leasinggegenstan- des. Für Unternehmenskunden, die derzeit neu gewonnen werden, ist der Leasingfaktor bereits flexibel, d.h. der Leasingfaktor je Dienst- rad fluktuiert entsprechend dem aktuellen Zinsniveau. Zusätzlich wurde ein großer Teil der bestehenden Unternehmenskunden bis zum Ende des Geschäftsjahres 2023 auf einen variablen Leasing- faktor umgestellt. Für die verbleibenden Kunden soll die Umstellung auf den variablen Leasingfaktor im Geschäftsjahr 2024 erfolgen.

Finanzielle Risiken

Finanzplanung

Die Finanzplanung von Brockhaus Technologies basiert auf Annahmen und Rechenlogiken, die von dem Manage- ment der Muttergesellschaft sowie der Tochterunternehmen getrof- fen werden. Diese Annahmen beziehen sich auf die geschäftliche Entwicklung und andere externe Faktoren, die teilweise schwer vor- herzusagen sind oder nicht von dem Konzern beeinflusst werden können, sowie auf teilweise noch umzusetzende Maßnahmen. Da- her besteht ein Risiko, dass die der Planung zugrundeliegenden An- nahmen unvollständig oder inkorrekt sein können und daraus eine Abweichung zwischen geplantem und tatsächlichem Ergebnis ent- stehen kann. Es können sich auch Chancen ergeben, falls die tat- sächliche Entwicklung positiv von der erwarteten abweicht.

Covenants

Die Darlehensverträge von Konzerngesellschaften um- fassen teilweise Regelungen, aufgrund derer umfangreiche vorzei- tige Rückzahlungsverpflichtungen ausgelöst werden können. So werden die betreffenden Darlehen z.B. sofort zur Rückzahlung fällig, sollten Tochterunternehmen gegen vertragliche Kreditkennzahlen (Financial Covenants) verstoßen. Würde einer oder mehrere solche Fälle eintreten, würde sich dies negativ auf die Liquidität des Kon- zerns auswirken. Um dieses Risiko zu steuern, verfügt der Konzern über ein umfassendes finanzielles Berichtswesen.

Steuern

Brockhaus Technologies unterliegt Ertragsteuern und sonstigen Steuern in verschiedenen Jurisdiktionen. Für die Ermitt- lung der Verpflichtungen aus Ertragsteuer, Umsatzsteuer und sons- tigen Steuern, einschließlich Quellensteuern, sind erhebliches Er- messen und wesentliche Schätzungen erforderlich. Bei verschiede- nen Transaktionen und Berechnungen im Rahmen des gewöhnli- chen Geschäftsbetriebs, z.B. bei konzerninternen Transaktionen und Verrechnungspreisen über Rechtsordnungen hinweg sowie bei Transaktionen mit besonderen Dokumentationsvorgaben, sind die letztendliche Steuerermittlung oder der zeitliche Ablauf der steuerli- chen Auswirkungen ungewiss. Brockhaus Technologies unterliegt regelmäßigen Prüfungen durch die Steuerbehörden, die im Hinblick auf die Steuerschätzungen oder das Ermessen des Konzerns zu an- deren Ergebnissen kommen können. Auch wenn Brockhaus Tech- nologies ihre Steuerschätzungen für angemessen hält, kann der endgültige Bescheid solcher Steuerprüfungen von den Rückstellun- gen und abgegrenzten Verbindlichkeiten abweichen. In der Folge können zusätzliche Steuerverbindlichkeiten, Zinsen, Strafzahlungen oder regulatorische, administrative oder sonstige damit im Zusam- menhang stehende Sanktionen anfallen.

Fremdwährungen

Teilweise führt Brockhaus Technologies Trans- aktionen in Fremdwährungen durch, woraus Währungsrisiken ent- stehen. Der Konzern sichert Währungsrisiken aus dem Auftragsbe- stand sowie aus Forderungen und Verbindlichkeiten ab, sofern dies wirtschaftlich sinnvoll erscheint. Solche Absicherungen wurden im Berichtszeitraum nicht angewendet. Die Translationsrisiken aus der Umrechnung der Fremdwährungsabschlüsse der Tochtergesell- schaften aus Ländern außerhalb des Euroraums zur Einbeziehung in den Konzernabschluss sichert der Konzern nicht ab.

Liquidität

Das Liquiditätsrisiko beschreibt die Gefahr, dass Brock- haus Technologies ihren finanziellen Verpflichtungen nicht in ausrei- chendem Maße nachkommen könnte. Um die Liquidität sicherzu- stellen, wird deren Entwicklung im Rahmen einer detaillierten Fi- nanzplanung und Finanzberichterstattung fortlaufend überwacht.

Zur externen Finanzierung werden die sich an den Finanzmärkten bietenden Möglichkeiten fortlaufend verfolgt, um eine hinreichende Flexibilität sicherzustellen.

Nachhaltigkeitsrisiken

Im Berichtszeitraum wurden die internen Leitlinien zum Risikomana- gementsystem um Rahmenwerke zur Identifikation von Nachhaltig- keitsrisiken erweitert. Nachhaltigkeitsrisiken sind Ereignisse oder Bedingungen aus den Bereichen Umwelt, Soziales und Unterneh- mensführung (Environmental, Social and Governance), deren Ein- treten negative Auswirkungen auf die Ertrags-, Vermögens- und Fi- nanzlage sowie auf die Reputation von Brockhaus Technologies ha- ben können. Nachhaltigkeitsrisiken stellen dabei keine neue Kate- gorie von Risiken dar, sondern sind von den bestehenden Risikoka- tegorien umfasst.

Nachhaltigkeitsrisiken in den Bereichen Klima und Umwelt

Physische Ri- siken ergeben sich aus Extremwetterereignissen sowie aus langfris- tigen Veränderungen klimatischer und ökologischer Bedingungen. Transitionsrisiken beziehen sich auf die Umstellung auf eine koh- lenstoffarme Wirtschaft. In diesem Zusammenhang können politi- sche Maßnahmen zu einer Verteuerung und/oder Verknappung fos- siler Energieträger oder von Emissionszertifikaten oder hohen In- vestitionen aufgrund erforderlicher Sanierungen von Gebäuden und Anlagen führen. Neue Technologien können bekannte verdrängen, aus- gelöst durch ESG-Faktoren, sowie gesellschaftliche Erwartungen und veränderte Präferenzen.

Nachhaltigkeitsrisiken im Bereich Governance

Nachhaltigkeitsrisiken im Bereich Governance zielen auf die Art der Unternehmensführung ab. Dahinter steht der Gedanke, dass Brock- haus Technologies Verantwortung für die jeweiligen Auswirkungen übernehmen muss, die ihr unternehmerisches Handeln verursacht. Die Unternehmensführung spielt dabei eine entscheidende Rolle, denn in diesem Faktor kommt zum Ausdruck, wie gut Brockhaus Technologies das eigene Handeln reguliert.

Für Brockhaus Technologies gehen nachhaltiges Unternehmertum und profitables Wachstum Hand in Hand. Dies unterstreicht BKHT mit ihren aktuell im Konzern befindlichen Tochterunternehmen und ihrem Produktportfolio. Diese Faktoren sollen auch eine zentrale Rolle bei der Auswahl potenzieller Akquisitionsziele in der Zukunft spielen.

In Bezug auf ESG-Risiken wurden bisher im Konzern wesentliche Risiken lediglich in Form von Compliance und Key-Mitarbeiter-Risi- ken festgestellt. Die Eintrittswahrscheinlichkeit dieser Risiken, aus- gelöst durch ESG-Faktoren, wird zum jetzigen Zeitpunkt zwar als geringer eingeschätzt als noch im Vorjahr, dies jedoch auf eineverbesserte interne Prozesslandschaft zurückzuführen.

Chancen

Im operativen Geschäft der Bikeleasing-Gruppe kann eine verstärkte Fokussierung auf nachhaltige Mobilitätskonzepte, die nicht auf fossile Brennstoffe – kann zu einer verstärkten Vermeidung von mit dem Auto zurückgelegten Strecken beitragen und damit das Ge- schäftsvolumen der Bikeleasing begünstigen. Zusätzlich könnte die weiterhin hohe Inflation und eine damit reduzierte Kaufkraft das In- teresse an Leasinglösungen stärken und zu einer zusätzlichen Er- höhung des Geschäftsvolumens führen, da diese signifikant günsti- ger sind als ein Barkauf. Auch die Ausweitung des Produktportfolios, z.B. über Smartphones, Tablets etc. hin zu einer Fintech-Plattform für das Management von Mitarbeiter-Benefits kann substanzielle Geschäftschancen erschließen.

Das Segment Security Technologies hat Chancen auf eine besser als geplant verlaufende Geschäftsentwicklung. In dem Segment BKHT wird die Kundennachfrage getrieben von hohen Anforderungen an sichere und schnelle Datenübertragung. Fortlaufend zunehmende Datenvolumina und die Notwendigkeit, diese zu visualisieren sowie das Bedürfnis, diese Daten von unbeabsichtigtem Zugang zu schüt- zen, können künftig substanzielle Geschäftschancen bieten. Letzte- res Bedürfnis wird aktuell durch weltweite Krisensituationen ver- stärkt.

Durch den hohen Bestand an liquiden Mittel und starken Cashflow sowie die Einbeziehung von Nachhaltigkeitskriterien in die strategische Planung in den Tochterunternehmen, um zukünftige Gesetzes- und regulatorische Anforderungen besser erfüllen zu können, sowie die Weiterentwicklung von Produkten und Dienstleistungen unter Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsaspekten bietet sich im Konzern für Brockhaus Technologies eine Reihe von strategischen Chancen.

Die Einhaltung internationaler Standards, sei es im Umweltbereich oder im Hinblick auf die Einhaltung von Sozialstandards und faire Arbeitsbedingungen, wird durch externe Prüfer und Zertifizierungsstellen überprüft. Die Ergebnisse dieser Prüfungen sind für Brockhaus Technologies von großer Bedeutung, da sie Ein- haltspunkte für die Bewertung der allgemeinen Qualitäts- und Risi- kostruktur des Konzerns.# 25 Gesamtbewertung der Risiko- und Chancenposition

Internes Kontrollsystem bezogen auf den Konzernrechnungslegungsprozess

Nach Einschätzung des Vorstands haben das allgemeine Konjunkturumfeld sowie weitere aktuelle wirtschaftliche und politische Rahmenbedingungen maßgebliche Auswirkungen auf das Geschäft von Brockhaus Technologies. Diese Einschätzung beruht insbesondere auf der Unsicherheit hinsichtlich der Entwicklung des Angriffskriegs von Russlands gegen die Ukraine, dem Nahostkonflikts, teilweise weiter anhaltenden Lieferengpässen, Bestrebungen zur Entkoppelung von China, einer weiterhin im Umbruch befindlichen Energiewirtschaft und der hohen Inflation, welche wiederum zu einem deutlichen Anstieg der Zinsen in verschiedenen Wirtschaftsregionen führte. Dies kann sich bedeutend negativ auf die Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage des Konzerns auswirken.

Insgesamt ist Brockhaus Technologies in einem hohen Maß Unsicherheiten ausgesetzt, die der Konzern nur teilweise selbst beeinflussen kann. Es wurden jedoch keine Risiken festgestellt, die sich einzeln oder in Verbindung mit anderen Risiken für den Konzern existenzgefährdend auswirken.

Das interne Kontrollsystem (IKS) ist ein integraler Bestandteil des Risikomanagements von Brockhaus Technologies. Es soll die Ordnungsmäßigkeit, Vollständigkeit und Zuverlässigkeit der Rechnungslegung und der damit verbundenen Finanzberichterstattung sowie die Einhaltung der relevanten Gesetze und Standards sicherstellen. Das IKS umfasst alle organisatorischen Regelungen und Maßnahmen zur Identifizierung, Bewertung und Steuerung aller Risiken, die wesentliche Auswirkungen auf den Konzernabschluss haben können. Allerdings kann auch ein wirksames, angemessenes und funktionierendes internes Kontrollsystem die Vermeidung oder Feststellung aller Unregelmäßigkeiten oder unzutreffenden Angaben nicht garantieren.

Der Konzern betrachtet die folgenden Elemente des IKS hinsichtlich des Konzernrechnungslegungsprozesses als maßgeblich:

  • Interne Monatsberichte bestehend aus Gewinn- und Verlustrechnung, Bilanz und Cashflow-Rechnung einschließlich Darstellung von Abweichungen zum Vorjahr und zum Budget sowie Berichterstattung über wesentliche Ereignisse
  • Konzernweite Bilanzierungsrichtlinie
  • Konzernweites Controlling-Handbuch
  • Dokumentation von Risiken und Kontrollen in einer IKS-Matrix einschließlich Risikobeschreibung, Kontrollbeschreibung, Definition der Dokumentationsanforderungen, Häufigkeit der Kontrolldurchführung und Festlegung der Kontrollverantwortlichen
  • Präventive und aufdeckende Kontrollen wie 4-Augen-Prinzip, Zugangsberechtigungen und Aufgabentrennung
  • Kontinuierliche Analyse neuer oder geänderter Rechnungslegungsstandards, Gesetze und sonstiger Vorschriften und Bewertung ihrer Auswirkungen auf den Abschluss
  • Zentrale Übersichten der quartalsweise, halbjährlich und jährlich vorgesehenen Berichtswerke, Einreichungs- und Veröffentlichungs-erfordernisse sowie deren Fristen
  • Weiterentwicklung von Rechnungslegungsprozessen und -systemen, wie durch die Beratung bei der Konsolidierung, Einführung und Optimierung von ERP-Systemen, die Bereitstellung von Vorlagen und Checklisten
  • Zentralisierte Aufstellung des Konzernabschlusses einschließlich des zusammengefassten Lageberichts

Für die Erstellung des Konzernabschlusses wird auf die Unterstützung von externen Dienstleistern zurückgegriffen. Gleiches gilt bei der Beurteilung von spezifischen Sondersachverhalten wie z.B. komplexen IFRS-Regelungen.

Sofern Kontrollschwächen oder Verbesserungsmöglichkeiten bezogen auf das gesamthafte interne Kontrollsystem identifiziert werden, werden sie bewertet und Gegenmaßnahmen mit den Verantwortlichen entwickelt, um die Wirksamkeit des internen Kontrollsystems fortlaufend zu verbessern. Zur konzernweiten Standardisierung und Weiterentwicklung des IKS wurde ein IKS-Handbuch verabschiedet. Dieses beschreibt die Bedeutung, Relevanz und Bestandteile des IKS von Brockhaus Technologies. Es wird auf Verantwortlichkeiten, den IKS-Regelkreislauf sowie die Wirksamkeitsbeurteilung implementierter Kontrollen eingegangen. Darüber hinaus enthält das IKS-Handbuch eine Reihe von Arbeitshilfen, um die Durchführung und Dokumentation von Kontrollen zu unterstützen und effizient zu gestalten.

Während des Geschäftsjahres lagen keine Anhaltspunkte vor, die gegen eine gesamtheitliche Angemessenheit und Wirksamkeit des internen Kontrollsystems sprechen.

Interne Revision

Wie im Vorjahr wurde auch für das Geschäftsjahr 2023 eine Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft im Rahmen einer ausgelagerten internen Revision zur Sicherstellung der Einhaltung der gesetzlichen Regelungen beauftragt.

Brockhaus Technologies versteht unter der internen Revision eine unternehmenseigene, prozessunabhängige, prüfende, beurteilende und beratende Tätigkeit. Diese soll die Konzernleitung bei der Erreichung ihrer unternehmerischen Ziele unterstützen. Die Auslagerung der internen Revision soll insbesondere ihre Unabhängigkeit stärken. Die interne Revision bewertet mit einem systematischen und zielgerichteten Ansatz die Wirksamkeit des Risikomanagementsystems, des Steuerungs- und Überwachungssystems einschließlich der Kontrollen und hilft, diese zu verbessern.

Grundlage der Arbeit der internen Revision ist ein mehrjähriger und mit dem Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats abgestimmter Revisionsplan. Der Plan orientiert sich zunächst insbesondere an den Erkenntnissen aus der ersten Analyse der Grundelemente des Risikofrüherkennungssystems. Weitere Schwerpunkte ergeben sich aus bedeutsamen Veränderungen in der Organisation der Geschäftstätigkeit des Konzerns bzw. seines wirtschaftlichen und rechtlichen Umfeldes.

Im Zuge der internen Revision wurden im Berichtsjahr folgende Bereiche geprüft:

  • Auf Basis der Analyse und der bisherigen Tätigkeit der internen Revision werden für das Geschäftsjahr 2024 keine über das Übliche hinausgehenden Prüfungsmaßnahmen für das Geschäftsjahr 2024 über die planmäßigen Prüfungshandlungen hinaus empfohlen.
  • Der Vorstand wird über die Prüfungsergebnisse durch die externe interne Revision informiert und bewertet die Ergebnisse.

26

Übernahmerechtliche Angaben

Der nachfolgende Bericht zu den übernahmerechtlichen Angaben gemäß § 289a Abs. 1 und § 315a Abs. 1 HGB.

Das gezeichnete Kapital der BKHT zum 31. Dezember 2023 beträgt € 10.947.637. Es ist in 10.947.637 nennwertlose, auf den Inhaber lautende Stückaktien eingeteilt, die jeweils einen anteiligen Betrag von € 1,00 des Grundkapitals repräsentieren. Das Grundkapital ist vollständig eingezahlt. Jede Aktie gewährt in der Hauptversammlung eine Stimme. Weitere Aktiengattungen existieren nicht.

Nach Kenntnis des Vorstands bestehen keine Beschränkungen, die die Stimmrechte von Aktien betreffen.

Zum Abschlussstichtag hielt Familie Marco Brockhaus (wohnhaft in Deutschland) indirekt 21,4% der Aktien der Gesellschaft.

Die Befugnisse des Vorstands, Aktien auszugeben, sind der Angabe 25 des Anhangs des Konzernabschlusses zu entnehmen.

Die ordentliche Hauptversammlung der Gesellschaft hat am 22 Juni 2022 den Vorstand ermächtigt, bis zu insgesamt 10% des Grundkapitals zum Zeitpunkt der Ermächtigung (entspricht 1.094.763 Aktien) durch die Gesellschaft zu erwerben. Zum Abschlussstichtag besteht diese Ermächtigung in Höhe von 594.792 Aktien fort. Weitere Möglichkeiten des Vorstands Aktien der Gesellschaft zu erwerben sind in § 71 AktG geregelt.

Der Aufsichtsrat zu Satzungsänderungen, die nur die Fassung betreffen, ist der Aufsichtsrat zu Satzungsänderungen, die nur die Fassung betreffen, berechtigt.# Weitere Der Vorstand hat von der Ermächtigung zum Erwerb eigener Aktien Beteiligungen am Kapital, die 10% der Stimmrechte überschreiten, im Berichtszeitraum durch ein freiwilliges öffentliches Aktienrück-  Datenschutz und -sicherheit der Personalprozesse in Tochter- bestehen nach Kenntnis des Vorstands nicht. kaufangebot zum Erwerb von insgesamt bis zu 500.000 Aktien zu unternehmen einem Preis von € 22,00 je Aktie Gebrauch gemacht. Resultierend  Rechnungswesenprozesse in den Tochterunternehmen Gemäß § 9 Abs. 2 der Satzung der Gesellschaft hat die Falkenstein daraus erwarb BKHT im Berichtsjahr insgesamt 499.971 eigene Ak-  Follow-up RMS Konzern Heritage GmbH mit Sitz in Wetzlar (Deutschland) das Recht ein Drit- tien.  Follow-up RMS regulierte Branche Leasing tel der Anteilseignervertreter in den Aufsichtsrat der Gesellschaft zu entsenden. Dieses Recht besteht, solange die Falkenstein Heritage Im Fall eines Kontrollwechsels steht den Vorstandsmitgliedern je- Es wurde für keinen der geprüften Bereiche besonderer Handlungs- GmbH mindestens 10% der Aktien der Gesellschaft hält. Die Mehr- weils ein Sonderkündigungsrecht zu. Ein Kontrollwechsel liegt vor, bedarf festgestellt. heit der Anteile der Falkenstein Heritage GmbH wird von Marco  Brockhaus gehalten. wenn ein Dritter oder mehrere gemeinsam handelnde Dritte, der/ die zum Zeitpunkt des Abschlusses des Vorstandsdienst- Vergütungsbericht Die gesetzlichen Vorschriften über die Ernennung und Abberufung vertrags nicht oder mit weniger als 20% der Stimmrechte an Der Vergütungsbericht ist nicht Bestandteil des zusammengefass- der Mitglieder des Vorstands sind nach § 84 f. AktG geregelt. Die der Gesellschaft beteiligt war/ waren, Stimmrechte an der Ge- ten Lageberichts. Der Vergütungsbericht nach § 162 AktG wird zu- Satzung enthält die folgenden Regelungen zur Ernennung und Ab- sellschaft erwerben, sodass diese insgesamt (bisherige und er- sammen mit dem Vermerk über die formelle und freiwillige inhaltli- berufung der Mitglieder des Vorstands. worbene) mehr als 30% der Stimmrechte der Gesellschaft aus- che Prüfung durch den Abschlussprüfer auf unserer Website machen, unabhängig davon, ob dadurch die Pflicht zu einem (www.brockhaus-technologies.com) öffentlich zugänglich gemacht „Der Vorstand besteht aus einer oder mehreren Personen. Der Auf- Übernahmeangebot entsteht (bei der Berechnung des Stimm- und ist in der Rubrik Investor Relations, Unterrubrik Corporate sichtsrat bestimmt die Zahl der Mitglieder des Vorstands. Der Auf- rechtsanteils sind die einschlägigen Vorschriften des WpÜG, Governance dauerhaft abrufbar. sichtsrat kann einen Vorsitzenden des Vorstands sowie einen Stell- insbesondere §§ 29, 30 WpÜG, heranzuziehen), oder  vertreter ernennen.“ bei der Verschmelzung (§ 2 UmwG), der Übertragung des Ver- mögens der Gesellschaft gemäß § 174 Abs. 1 bzw. Abs. 2 Satz Übernahmerelevante Angaben Die Feststellung der Satzung ist in § 23 AktG festgelegt. Gemäß 1 UmwG oder einer rechtsgeschäftlichen Übertragung des we- Wie in § 176 Abs. 1 Satz 1 AktG vorgesehen, erstattet der Vorstand § 179 Abs. 1 AktG bedarf jede Satzungsänderung eines Beschlus- sentlichen Vermögens auf dritte Rechtsträger, die nicht zum der Brockhaus Technologies AG (BKHT oder die Gesellschaft) ses der Hauptversammlung. Nach § 12 Abs. 2 der Satzung ist der Konzern der Gesellschaft gehören, oder 27  bei Abschluss eines Beherrschungsvertrages und/oder eines Gewinnabführungsvertrages durch die Gesellschaft als abhän- gige Untergesellschaft. Das Vorstandsmitglied hat bei Ausübung dieses Sonderkündigungs- rechts Anspruch auf eine Abfindung, die insgesamt auf die Höhe des Abfindungs-Cap begrenzt ist. Für eine detaillierte Erläuterung des Abfindungs-Cap wird auf den Vergütungsbericht verwiesen. Erklärung zur Unternehmensführung Die Gesellschaft macht für das Geschäftsjahr 2023 von der Möglich- keit Gebrauch, die Erklärung zur Unternehmensführung gemäß §§ 289f und 315d HGB auf ihrer Internetseite öffentlich zugänglich zu machen. Die Erklärung zur Unternehmensführung ist auf unserer Internetseite (www.brockhaus-technologies.com) in der Rubrik In- vestor Relations, Unterrubrik Corporate Governance dauerhaft ab- rufbar. Die Erklärung des Vorstands und des Aufsichtsrats der Brockhaus Technologies AG zum Deutschen Corporate Governance Kodex ge- mäß § 161 AktG ist auf unserer Internetseite (www.brockhaus-tech- nologies.com) unter der Rubrik Investor Relations, Unterrubrik Cor- porate Governance dauerhaft abrufbar. Geschäfte mit nahestehenden Personen Für Angaben zu Geschäften mit nahestehenden Personen wird auf Angabe 42 des Anhangs des Konzernabschlusses verwiesen. 28 Konzernabschluss Brockhaus Technologies AG 2023 Konzern- Konzern-Gesamtergebnisrechnung abschluss In € Tsd. Anhang 2023 2022 Umsatzerlöse 8 186.631 142.712 Erhöhung/ (Verminderung) fertiger und unfertiger Erzeugnisse 60 (243) Andere aktivierte Eigenleistungen 9 1.007 986 Gesamtleistung 187.698 143.455 Materialaufwand 10 (69.312) (51.734) Rohertrag 118.387 91.721 Personalaufwand ohne anteilsbasierte Vergütung 11 (32.392) (25.953) Personalaufwand aus anteilsbasierter Vergütung 40 (704) (673) Sonstige betriebliche Aufwendungen 12 (30.627) (19.542) Wertminderungsaufwand aus Forderungen 21 (860) (301) Sonstige betriebliche Erträge 13 4.079 1.475 Abschreibungen auf im Rahmen der Erstkonsolidierung identifizierte immaterielle Vermögenswerte 14 (15.707) (14.184) Sonstige Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte 14 (4.552) (3.245) Finanzierungsaufwendungen (19.752) (14.748) Finanzerträge 524 4.779 Finanzergebnis 15 (19.229) (9.969) Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten vor Steuern 18.395 19.329 Ertragsteuern 16 (9.080) (8.862) Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten 9.316 10.466 Ergebnis aus aufgegebenen Aktivitäten - 47.995 Periodenergebnis 9.316 58.461 Davon entfallend auf Anteilseigner der BKHT (3.344) 49.019 Davon aus fortgeführten Aktivitäten (3.344) 1.024 Davon aus aufgegebenen Aktivitäten - 47.995 Davon entfallend auf nicht beherrschende Anteile 38 12.660 9.442 2 Konzern-Gesamtergebnisrechnung (Fortsetzung) In € Tsd. Anhang 2023 2022 Anpassungen aus Währungsumrechnung (587) 966 Gesamtergebnis 8.729 59.427 Davon entfallend auf Anteilseigner der BKHT (3.931) 49.985 Davon entfallend auf nicht beherrschende Anteile 12.660 9.442 Ergebnis je Aktie Gewichtete durchschnittliche Anzahl ausstehender Aktien 10.947.637 10.946.519 Ergebnis je Aktie* (€) 17 (0,31) 4,48 Davon aus fortgeführten Aktivitäten (0,31) 0,09 Davon aus aufgegebenen Aktivitäten - 4,38 * Sonstiges Ergebnis, das in Folgeperioden in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden kann ** Das unverwässerte Ergebnis je Aktie stimmt mit dem verwässerten Ergebnis je Aktie überein. 3 Konzern-Bilanz In € Tsd. Anhang 31.12.2023 31.12.2022 In € Tsd. Anhang 31.12.2023 31.12.2022 Aktiva Passiva Sachanlagen 18 12.868 7.629 Gezeichnetes Kapital 25 10.948 10.948 Immaterielle Vermögenswerte und Geschäfts- oder Firmenwert 19 356.600 356.936 Kapitalrücklage 26 240.130 240.130 Langfristige Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 21 18.404 13.883 Eigene Aktien 27 (10.999) - Langfristige Leasingforderungen 22 139.544 130.887 Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung (38) 548 Latente Steueransprüche 16 985 534 Gewinnrücklagen 28 18.275 21.075 Langfristige Vermögenswerte 528.401 509.870 Auf Anteilseigner der BKHT entfallendes Eigenkapital 258.315 272.700 Vorräte 20 17.697 10.914 Nicht beherrschende Anteile 38 39.516 42.636 Kurzfristige Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 21 17.316 15.434 Eigenkapital 297.831 315.337 Vertragsvermögenswerte 21 510 100 Langfristige Finanzverbindlichkeiten ohne Leasingrefinanzierung 29 87.104 93.590 Kurzfristige Leasingforderungen 22 27.657 13.633 Langfristige Finanzverbindlichkeiten aus Leasingrefinanzierung 29 166.649 143.612 Sonstige finanzielle Vermögenswerte 23 19.445 26.165 Sonstige Rückstellungen 32 83 57 Vorauszahlungen 1.488 1.214 Sonstige Verbindlichkeiten 31 603 411 Zahlungsmittel und -äquivalente 24 53.666 70.800 Latente Steuerschulden 16 56.424 52.590 Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte - 7.381 Langfristiges Fremdkapital 310.863 290.261 Kurzfristige Vermögenswerte 137.778 145.640 Steuerschulden 3.879 5.726 Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten ohne Leasingrefinanzierung 29 15.892 5.291 Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten aus Leasingrefinanzierung 29 9.760 10.196 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 30 12.275 14.080 Sonstige Verbindlichkeiten 31 12.671 13.129 Vertragsverbindlichkeiten 8 2.893 1.391 Sonstige Rückstellungen 32 115 98 Kurzfristiges Fremdkapital 57.485 49.912 Fremdkapital 368.348 340.173 Bilanzsumme 666.180 655.509 Bilanzsumme 666.180 655.509 4 Konzern-Kapitalflussrechnung In € Tsd. Anhang 2023 2022 Periodenergebnis 9.316 58.461 (Ertragsteuerzahlungen)/ Ertragsteuererstattungen (10.026) (7.828) Ertragsteueraufwand/ (Ertragsteuerertrag) 16 9.080 9.344 Aufwendungen für anteilsbasierte Vergütung mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente 40 544 673 Abschreibungen 14 20.259 20.065 Finanzergebnis ohne Leasingrefinanzierung 15 14.525 8.944 Erhaltene Zinsen 522 - (Gewinn)/ Verlust aus dem Verkauf von Sachanlagen (889) (190) (Gewinn)/ Verlust aus dem Verkauf aufgegebener Aktivitäten - (48.908) Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen/ (Erträge) 725 5.040 (Zu-)/ Abnahme der Leasingforderungen 22 (22.681) (24.761) Zu-/ (Abnahme) von Finanzverbindlichkeiten aus Leasingrefinanzierung 29 21.923 25.630 (Zu-)/ Abnahme der Vorräte, der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Aktiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind (8.001) (16.118) Zu-/ (Abnahme) der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Passiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind (545) 4.590 Zunahme/ (Abnahme) der sonstigen Rückstellungen 32 43 (28) Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit 34.796 34.914 5 Konzern-Kapitalflussrechnung (Fortsetzung) In€ Tsd. Anhang 2023 2022
Investitionen in Sachanlagen 18 (2.407) (1.250)
Einzahlungen aus dem Verkauf von Sachanlagen 10.045 198
Investitionen in immaterielle Vermögenswerte 19 (1.315) (548)
Aktivierte Entwicklungskosten 9 (1.034) (1.357)
Erwerb von Tochterunternehmen abzgl. erworbener liquider Mittel 36 (15.192) -
Veräußerung von Tochterunternehmen abzgl. veräußerter liquider Mittel - 55.992
Cashflow aus Investitionstätigkeit (9.904) 53.035
Einzahlungen aus der Aufnahme von Darlehen 29 25.419 10.000
Auszahlungen aus der Tilgung von Darlehen und sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten 29 (33.465) (51.172)
Auszahlungen aus der Tilgung von Leasingverbindlichkeiten 29 (1.293) (1.257)
Zinszahlungen 29 (6.472) (4.273)
Erwerb eigener Aktien 27 (10.999) -
Ausschüttungen an nicht beherrschende Anteilseigner 38 (15.780) -
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit (42.590) (46.702)
Zahlungswirksame Änderung des Finanzmittelfonds (17.698) 41.247
Wechselkursbedingte Veränderung des Finanzmittelfonds (114) 202
Finanzmittelfonds am Periodenanfang 24 70.780 29.331
Finanzmittelfonds am Periodenende 24 52.969 70.780
Finanzmittelfonds: Zahlungsmittel und -äquivalente 24 53.666 70.800
Kontokorrentkredite, die für das Cash Management genutzt werden (697) (19)
Summe 24 52.969 70.780

Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung

In € Tsd. Anhang Gezeichnetes Kapital Kapitalerhöhung Kapitalrücklage Eigene Aktien Währungs- umrechnung Gewinn- rücklagen Entfallendes auf nicht beherrschende Anteile Eigenkapital
01.01.2023 10.948 - 240.130 - 548 21.075 272.700 42.636
Transaktionen mit Anteilseignern
Erwerb von eigenen Aktien 27 - - - (10.999) - - (10.999) -
Periodenergebnis - - - - - (3.344) (3.344) 12.660
Sonstiges Ergebnis - - - - (587) - (587) -
Anteilsbasierte Vergütungen mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente 40 - - - - - 544 544 -
Ausschüttungen an nicht beherrschende Anteilseigner 38 - - - - - - (15.780) (15.780)
31.12.2023 10.948 - 240.130 (10.999) (38) 18.275 258.315 39.516
01.01.2022 10.387 13.003 227.688 - (418) (28.617) 222.043 32.878
Transaktionen mit Anteilseignern
Eintragung von Kapitalerhöhungen 561 (13.003) 12.442 - - - - -
Periodenergebnis - - - - - 49.019 49.019 9.442
Sonstiges Ergebnis - - - - 966 - 966 -
Anteilsbasierte Vergütungen mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente - - - - - 672 672 -
Transaktionen mit nicht beherrschenden Anteilen - - - - - - 316 316
31.12.2022 10.948 - 240.130 - 548 21.075 272.700 42.636

Konzernanhang

I. Allgemeine Angaben, Methoden und Grundsätze

1. Informationen zu dem Konzern

Die Brockhaus Technologies AG (BKHT, die Gesellschaft oder die Muttergesellschaft, zusammen mit ihren Tochterunternehmen Brockhaus Technologies oder der Konzern) hat ihren Sitz im Nextower, Thurn-und-Taxis-Platz 6, 60313 Frankfurt am Main, Deutschland, und ist beim Handelsregister am Amtsgericht Frankfurt am Main unter der Nummer HRB 109637 eingetragen. Der Gegenstand der Gesellschaft ist die Gründung von Unternehmen und der Erwerb, das langfristige Halten und Verwalten und Fördern von Beteiligungen an Unternehmen, gegebenenfalls die Veräußerung solcher Beteiligungen sowie das Erbringen von Leistungen im Zusammenhang mit dem Vorstehenden, wie die Unterstützung in Vertriebs-, Marketing-, Finanz- und allgemeinen Organisations- sowie Managementangelegenheiten und bei der Finanzierungsakquisition. Gegenstand ist ferner die Ausübung der Geschäftstätigkeit einer geschäftsleitenden Holding von Beteiligungsunternehmen und die Erbringung von Dienstleistungen für diese (Konzerndienstleistungen), die Gewährung von Fremdkapital an Beteiligungsunternehmen, soweit dies keiner behördlichen Erlaubnis bedarf, und die Entwicklung und Umsetzung neuer Geschäftskonzepte für Beteiligungsunternehmen und Dritte sowie die Erbringung von Dienst- und Beratungsleistungen an Unternehmen, insbesondere zu Geschäfts- ausrichtung, Geschäftskonzept, Kapitalausstattung, Finanzierungsmöglichkeiten und Kapitalanlage (Unternehmensberatung), soweit dies keiner behördlichen Erlaubnis bedarf. Gegenstand der Gesellschaft ist im Rahmen der Geschäftsstrategie auch die Anlage von der Gesellschaft frei zur Verfügung stehenden liquiden Mitteln, die noch nicht in Beteiligungen gebunden sind, unter anderem auch in börsennotierte Wertpapiere wie Aktien, Genussscheine, andere Mezzanine-Instrumente, Schuldverschreibungen, Fonds, Zertifikate oder Derivate. Ziel der Gesellschaft ist, in Bezug auf ihre Beteiligungen, die langfristige Förderung und Wertsteigerung.

2. Rechnungslegungsgrundsätze

Die Aufstellung des Konzernabschlusses erfolgt in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften. Die IFRS umfassen die gültigen International Accounting Standards (IAS), die International Financial Reporting Standards (IFRS) sowie die Interpretationen des Standing Interpretations Committee (SIC) und des International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC).

3. Grundlagen der Aufstellung des Abschlusses

Der Abschluss wurde auf Grundlage der historischen Anschaffungs- oder Herstellungskosten aufgestellt. Davon ausgenommen sind bestimmte Sachverhalte, die zum Neubewertungsbetrag oder zum beizulegenden Zeitwert (Fair Value) am Abschlussstichtag angesetzt wurden. Eine entsprechende Erläuterung erfolgt im Rahmen der jeweiligen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden. Im Interesse der Klarheit sind Posten der Gesamtergebnisrechnung sowie der Bilanz zusammengefasst und im Anhang weiter untergliedert und erläutert. Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sowie die Erläuterungen und weiteren Angaben werden stetig angewandt. Ausgenommen hiervon sind die in Angabe 4.22 dargestellten neuen Rechnungslegungsmethoden. Die Darstellung der Bilanz unterscheidet zwischen kurz- und langfristigen Vermögenswerten und Schulden. Vermögenswerte und Schulden werden als kurzfristig eingestuft, wenn sie innerhalb von zwölf Monaten nach dem Abschlussstichtag fällig sind, beziehungsweise erfüllt werden. Das Geschäftsjahr der Gesellschaft entspricht dem Kalenderjahr. Dieser Konzernabschluss betrifft das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 (Berichtszeitraum) mit dem 31. Dezember 2023 als Abschlussstichtag. Darüber hinaus werden vergleichende Angaben zum vorangegangenen Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 (Vorjahr bzw. Vergleichszeitraum) gemacht mit dem 31. Dezember 2022 als Vorjahresstichtag. Der Konzernabschluss ist in Euro, der funktionalen Währung der Gesellschaft, dargestellt. Die Angaben erfolgen entsprechend in Euro (€), Tausend Euro (€ Tsd.) oder Millionen Euro (€ Mio.) kaufmännisch gerundet. Dieses Rundungsverfahren ist nicht summenerhaltend, sodass es möglich ist, dass sich Werte in diesem Abschluss nicht exakt zu der angegebenen Summe aufaddieren. Negative Werte werden in Klammern und Nullwerte als Strich (-) dargestellt. In der Konzern-Gesamtergebnisrechnung werden bis zum Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten die fortgeführten Aktivitäten dargestellt. Der Ausweis des Ergebnisses der aufgegebenen Aktivitäten, nach Steuern, erfolgt in einer gesonderten Zeile. Soweit nicht gesondert gekennzeichnet, beziehen sich die im Konzernanhang dargestellten Angaben zur Gesamtergebnisrechnung auf die fortgeführten Aktivitäten. Der Vorstand hat diesen Konzernabschluss zum 25. März 2024 aufgestellt und zur Weitergabe an den Aufsichtsrat freigegeben.

4. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Bilanzierung und Bewertung erfolgen unter der Annahme der Fortführung der Unternehmenstätigkeit.

4.1 Konsolidierungsgrundsätze

In den Konzernabschluss sind die Brockhaus Technologies AG sowie alle von ihr beherrschten Tochtergesellschaften einbezogen. Die in den Konzernabschluss einbezogenen Abschlüsse aller Konzernunternehmen werden unter Anwendung einheitlicher Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden zum gleichen Abschlussstichtag aufgestellt. Zum 31. Dezember 2023 werden sämtliche Konzernunternehmen aufgrund der Beherrschung in den Konzernabschluss einbezogen. Für eine Übersicht der konsolidierten Gesellschaften wird auf Angabe 37 dieses Anhangs verwiesen.

4.2 Fremdwährungen

Aus praktischen Erwägungen wird zur Währungsumrechnung der Abschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen ein Durchschnittskurs verwendet. Die hieraus resultierenden Umrechnungsdifferenzen werden als separater Bestandteil des Eigenkapitals erfasst. Für den Konzernabschluss wurden folgende Wechselkurse für die Währungsumrechnung verwendet.

Kurse 2023 2022
Stichtag Durchschnitt
1 Euro
CNY 7,851 7,653
USD 1,105 1,081

4.3 Erlöse aus Verträgen mit Kunden

Umsatzrealisierung

Die folgende Tabelle gibt Auskunft über Art und Zeitpunkt der Erfüllung von Leistungsverpflichtungen aus Verträgen mit Kunden und die damit verbundenen Grundsätze der Erlösrealisierung.

Art des Produktes/ der Dienstleistung Art und Zeitpunkt der Leistungsverpflichtung und wesentliche Zahlungsbedingungen Ertragsrealisierung nach IFRS 15
Verkauf von KVM-Geräten bzw. KVM-Systemen Kunden erlangen nach den standardisierten Vertrags- und Lieferbedingungen Verfügungsgewalt, wenn die Produkte das Firmengelände verlassen (Ex Works) oder dort von diesem abgenommen wurden (Übergang von Chancen und Risiken). In Einzelfällen wird der Übergang der Verfügungsmacht durch andere Incoterm-Klauseln (z.B. DDP Delivery Duty Paid) geregelt. Die Rechnungen werden unter Berücksichtigung der zugrunde liegenden Preisnachlässen und Skonti erfasst. Die Erfassung der Erlöse erfolgt im Zeitpunkt des Übergangs der Verfügungsgewalt.
## 10.1 Revenue Recognition

The Group recognizes revenue from the sale of KVM devices and KVM systems in the Security Technologies business segment. The Financial Technologies business segment includes revenue from commissions, service and insurance, as well as from the sale of bicycles, e-bikes, and other leased assets at the end of the lease term.

Revenue from product sales is recognized at the point in time when the risks and rewards associated with the ownership of the goods sold are transferred to the buyer, provided it is probable that the economic benefits from the sale will flow to the Group. The amount of revenue recognized is based on the fair value of the consideration received or receivable, taking into account bonuses, cash discounts, and rebates. The contracts with customers do not provide a right to return the goods within a specified period. Returns of goods are only permissible within the regular warranty period due to defects.

The Group generally applies the practical expedient for short-term advance payments from customers. This means that the promised consideration is not adjusted for the effects of a significant financing component if the period between the transfer of the promised good or service and the payment is one year or less.

10.1.1 Revenue from the provision of services and other revenue

The following table provides information about the nature and timing of the recognition of revenue from contracts with customers:

| Nature of Product/Service | Nature and Timing of Performance Obligation and Significant Payment Terms | Revenue Recognition according to IFRS 15 |
| :--- | :--- | :---15. As part of the regular business activity, lease agreements are concluded with external leasing companies for the financing of bicycles and e-bikes. The Group acts as an intermediary in the conclusion of these leasing contracts.

  • The external leasing company finances the leasing transactions.
  • The Group mediates the leasing contract between the external leasing company and the lessee (end customer).
  • The Group receives a commission from the external leasing company for its mediation services.

The revenue from these mediation commissions is recognized at the point of contract conclusion, as the service is rendered at that point. The Group's performance obligation is to facilitate the conclusion of the leasing contract between the external leasing company and the lessee. The amount of revenue is based on the agreed commission.

10.1.2 Extended Warranties

In some cases, subsidiaries provide customers with separately agreed-upon extended warranty services (distinct service to the customers). Revenue from these extended warranty services is recognized over the period in which the warranty services are provided. Payments received for future warranty services are recognized as contract liabilities.

10.1.3 Repair Services

The Group provides on-demand repair services for devices. Revenue from repair services is recognized at the point in time when the service is rendered.

10.1.4 Mediation Commissions

In the Financial Technologies segment, the Group earns mediation commissions related to:

  1. Mediation of bicycle leasing contracts: The Group acts as an intermediary for bicycle leasing contracts with an external leasing provider. The Group receives a commission from the leasing provider upon conclusion of the leasing contract. Revenue is recognized at the point of contract conclusion as the service is rendered at that time.
  2. Mediation of insurance contracts: The Group, on behalf of an external insurance company, brokers insurance contracts for bicycle riders to cover various risks. The Group receives a commission from the insurance company upon the conclusion of an insurance contract. In addition to the mediation service, the Group also earns a margin from the premiums paid by customers for the following insurances:
    • ) Unemployment insurance in case of job loss, termination, long-term illness, death, or parental leave of the employee.
    • ) Damage insurance for bicycles and e-bikes.
    • ) Wear and tear insurance for bicycles and e-bikes.
    • ) Liability and legal protection insurance for the employee for private use of bicycles and e-bikes.

The Group acts as an agent in relation to these insurances, facilitating the insurance coverage from the insurance company to the customer.

The total transaction price (commission and customer premium) is recognized as revenue from mediation commissions after deducting the cost of claims service and the insurance premiums paid to the insurance company. Therefore, revenue recognition for all listed insurance contracts is at the net margin.

10.1.5 Customer Service

In connection with the above-mentioned insurances, the Group provides customer service to the external leasing companies. This includes handling claims for damages and wear and tear, and providing support to the users of the bicycles (employees of the lessees). The Group receives a fixed monthly fee from the external leasing companies for these services. This service is considered a "stand-ready" performance obligation and is recognized as revenue continuously over the period in which the services are provided.

10.1.6 Claims Service

In connection with the above-mentioned insurances, the Group provides claims service to the insurance company. This involves processing claims for damage and wear and tear insurance, as well as providing support to the users of the bicycles (employees of the lessees) and suppliers. This also includes preparing, tracking, and reporting cases to the insurance company. The Group does not receive separate compensation for this service; it is integrated into the premium paid by the customer.

The portion of premium payments allocated to the claims service is deferred upon payment and recognized ratably over the term of the leasing contract. The allocation of the total transaction price of the premium payments from customers is based on individual selling prices. This is determined using the "expected cost plus a margin" method. Costs include personnel expenses for employees involved in claims handling and costs for software licenses used.

10.1.7 Inspection Packages

The Group sells inspection services for the maintenance of bicycles and e-bikes. Through an inspection package, employees of the lessees can avail a specified number of inspections during the lease term. The customer pays a fixed monthly premium to the Group for this service. The Group acts as a principal in providing the inspection service and is responsible for carrying out or arranging the inspections by third parties.

Payments received for future inspections are recognized as contract liabilities. When inspections are utilized or a performance obligation ceases to exist, the pro-rata premium payments are recognized as revenue.

The first inspection can be utilized within months 1-18, and the second inspection within months 19-36 of the lease term. A claim for a third inspection is only available for lease terms of 48 months. If the customer does not utilize the inspections within the specified periods, the relevant performance obligation expires without a refund of the paid premiums.

In the event of an inspection claim at the beginning or during the lease term where sufficient contract liabilities have not been established, a contract asset is recognized, which is reduced by subsequent premium payments.

10.1.8 Sale of Previously Leased Bicycles and E-Bikes

At the end of the lease term, users of the leased bicycles and e-bikes are offered the opportunity to purchase the asset. The offer is made by the Group three months before the end of the lease agreement. In the case of a purchase commitment by the user, invoicing takes place in the middle of the last month of the contract term. The invoice amount is debited a few days after the end of the contract term by direct debit.

If a sale to the user does not materialize, the bicycles and e-bikes are offered for purchase to bicycle dealers or sold to third parties for recycling. The sales contracts do not permit the buyer to return the acquired product.

Revenue from the sale of bicycles to third parties is recognized at the point in time when the bicycles are delivered to the bicycle dealer or recycler.

10.1.9 Sale of Operating Lease Assets

At the end of the lease term, the lessor exercises the option to sell the leased asset to the customer. The portfolio of leased assets includes various items such as vehicles, vending machines, equipment, etc.

If the lessor exercises the option to sell, revenue is recognized at the termination of the lease agreement.

10.1.10 Contract Balances

  • Contract Liabilities: These represent payments received from customers for services not yet rendered. This includes advance payments for inspections, extended warranties, and other services. Contract liabilities are recognized as revenue over the period in which the related services are performed.
  • Contract Assets: In the case of inspection claims where sufficient contract liabilities have not been established at the outset, a contract asset is recognized. This asset represents the Group's right to consideration in exchange for goods or services that it has transferred to a customer that is conditional on factors other than the passage of time. The contract asset is reduced as future premium payments are received.

10.1.11 Receivables

Receivables represent amounts due from customers for goods delivered and services rendered. Revenue is recognized when it is probable that the Group will receive the consideration.

10.1.12 Significant Payment Terms

  • Invoicing: Invoices are issued according to the applicable Incoterms at the time of risk transfer. Invoices are typically payable within 14-30 days. For major key accounts, longer payment terms are sometimes granted (30-60 days, up to 90 days in exceptional cases). Discounts and cash discounts are generally granted for equipment/systems. The contracts do not allow the customer to return the purchased product.
  • Advance Payments: Advance payments or partial advance payments are agreed upon for large-volume orders, new customers, or customers not covered by credit insurance.

The Group applies the practical expedient for short-term advance payments from customers. This means that the promised consideration is not adjusted for the effects of a significant financing component if the period between the transfer of the promised good or service and the payment is one year or less.

The Group recognizes contract liabilities for advance payments received from customers for services to be rendered in the future. These liabilities are reduced as the services are performed and revenue is recognized.

The Group recognizes contract assets when it has a right to consideration in exchange for goods or services that it has transferred to a customer that is conditional on factors other than the passage of time. This can occur, for example, when the Group incurs costs related to fulfilling a contract before the customer is obligated to pay.

The Group recognizes contract liabilities for payments received in advance from customers for future services, such as extended warranties and inspection packages. These liabilities are reduced as the services are performed and revenue is recognized over the service period.# 4.4 Erlöse aus Leasingverhältnissen

Neben den Umsatzerlösen aus Verträgen mit Kunden nach IFRS 15 generiert der Konzern verschiedene Erträge aus Leasingverhältnissen nach IFRS 16 und IFRS 9. Diese resultieren direkt aus der originären Geschäftstätigkeit des Konzerns in dem Segment Financial Technologies und werden daher unter den Umsatzerlösen ausgewiesen.

Die folgende Tabelle gibt Auskunft über Art und Zeitpunkt der Erlösrealisierung des Konzerns in seiner Eigenschaft als Leasinggeber.

| Art des Ertrags | Ertragsrealisierung nach IFRS 9 und IFRS 16 Latente Steueransprüche und latente Steuerschulden werden miteinander verrechnet, wenn die Gesellschaft einen einklagbaren Anspruch zur Aufrechnung der tatsächlichen Steuererstattungsansprüche gegen tatsächliche Steuerschulden hat und diese sich auf Ertragsteuern des gleichen Steuersubjekts beziehen, die von der gleichen Steuerbehörde erhoben werden.

4.9 Sachanlagen

Vermögenswerte des Sachanlagevermögens werden über deren voraussichtliche wirtschaftliche Nutzungsdauer linear abgeschrieben. Die angesetzten Nutzungsdauern lauten wie folgt:

Jahre
Mietereinbauten
10
Büroeinrichtung
10 - 13
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung
3 - 10
Technische Anlagen und Maschinen
3 - 10

Die Durchführung von Werthaltigkeitstests sowie die Erfassung von Wertminderungen und Wertaufholungen erfolgt entsprechend der Vorgehensweise für immaterielle Vermögenswerte mit begrenzter Nutzungsdauer. Für weitere Informationen hierzu wird auf Angabe 4.10 dieses Anhangs verwiesen.

4.10 Immaterielle Vermögenswerte und Geschäfts- oder Firmenwert

Ein Werthaltigkeitstest wird bei Geschäfts- oder Firmenwerten mindestens jährlich, bei sonstigen immateriellen Vermögenswerten mit begrenzter Nutzungsdauer sowie bei Sachanlagen nur bei Vorliegen konkreter Anhaltspunkte durchgeführt. Eine Wertminderung wird ergebniswirksam im Aufwandsposten „Sonstige Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte“ in der Gesamtergebnisrechnung erfasst, soweit der erzielbare Betrag des Vermögenswerts den Buchwert unterschreitet. Der erzielbare Betrag ist für jeden einzelnen Vermögenswert zu bestimmen, es sei denn ein Vermögenswert erzeugt keine Cashflows, die weitestgehend unabhängig von denen anderer Vermögenswerte oder anderer Gruppen von Vermögenswerten sind. Der erzielbare Betrag ist der höhere Betrag von Nettoveräußerungswert und Nutzungswert. Der Nettoveräußerungswert entspricht dem aus einem Verkauf eines Vermögenswerts zu marktüblichen Bedingungen erzielbaren Betrag abzüglich Veräußerungskosten. Der Nutzungswert wird auf Basis der geschätzten künftigen Cashflows aus der Nutzung und dem Abgang eines Vermögenswerts mithilfe des Discounted Cashflow-Verfahrens ermittelt. Die Cashflows werden aus der langfristigen Unternehmensplanung abgeleitet, die historische Entwicklungen sowie makroökonomische Trends berücksichtigt. Zur Ermittlung der Werthaltigkeit der Geschäfts- oder Firmenwerte wird grundsätzlich der Nutzungswert der betreffenden Gruppen von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (Cash Generating Unit oder CGU) herangezogen. Der jährliche Werthaltigkeitstest für Geschäfts- oder Firmenwerte wird auf der Ebene unserer Geschäftssegmente durchgeführt, da es keine niedrigeren Ebenen gibt, auf denen Geschäfts- oder Firmenwerte für interne Managementzwecke überwacht werden.

Planmäßige Abschreibung

Immaterielle Vermögenswerte werden über den Zeitraum ihrer geschätzten Nutzungsdauern linear abgeschrieben. Die angesetzten Nutzungsdauern lauten wie folgt:

Jahre
Patente und Marken
10
Aktivierte Entwicklungskosten
5
Software
3
Lizenzen und sonstige Rechte
3 - 10
Basistechnologie
5 - 8
Kundenbeziehungen
10 - 15

Aktivierte Entwicklungsaufwendungen werden abgeschrieben, sobald die Entwicklung abgeschlossen ist und die Serienproduktion anläuft. Abschreibungsmethoden, Nutzungsdauern und Restwerte werden an jedem Abschlussstichtag überprüft und gegebenenfalls angepasst.

4.11 Vorräte

Unfertige und fertige Erzeugnisse sind auf Basis von Einzelkalkulationen, die auf der aktuellen Betriebsabrechnung beruhen, zu Herstellungskosten bzw. zum niedrigeren Nettoveräußerungswert angesetzt.

4.12 Finanzinstrumente

Das Geschäftsmodell des Konzerns zur Steuerung seiner Finanzinstrumente spiegelt wider, wie das Unternehmen seine finanziellen Vermögenswerte steuert, um Cashflows zu generieren. Je nach Geschäftsmodell entstehen die Cashflows durch die Vereinnahmung vertraglicher Zahlungsströme (Geschäftsmodell „Halten“), den Verkauf der finanziellen Vermögenswerte (Geschäftsmodell „Verkaufen“) oder durch beides (Geschäftsmodell „Halten & Verkaufen“). Damit ein finanzieller Vermögenswert zu fortgeführten Anschaffungskosten (Amortized Cost) oder zum beizulegenden Zeitwert ergebnisneutral (Fair Value Through Other Comprehensive Income) klassifiziert und bewertet werden kann, dürfen die Cashflows ausschließlich aus Tilgungs- und Zinszahlungen „Solely Payments of Principal and Interest“ (SPPI) auf den ausstehenden Kapitalbetrag bestehen. Diese Beurteilung wird als SPPI-Test bezeichnet und auf der Ebene des einzelnen Finanzinstruments durchgeführt.

Erstmalige Erfassung und Bewertung

Zum Abschlussstichtag und zum Vorjahresstichtag liegen im Konzern ausschließlich originäre finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten der Kategorie „Amortized Cost“ vor, die dem Geschäftsmodell „Halten“ (Cashflows entstehen durch die Verein nah m ung vertraglicher Zahlungsströme) zuzuordnen sind. Für Informationen zu Zinsrisiken wird auf Angabe 34.4 dieses Anhangs verwiesen.

Folgebewertung

Die finanziellen Finanzinstrumente zu fortgeführten Anschaffungskosten des Konzerns umfassen Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Leasingforderungen, sonstige finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, Zahlungsmittel und -äquivalente sowie Bankdarlehen, Verbindlichkeiten aus Verbriefung und sonstige Darlehen. Eine erfolgswirksame Folgebewertung zum Fair Value erfolgt insbesondere bei bedingten Gegenleistungen, die im Rahmen der Veräußerung von Geschäften mit dem Erwerber bzw. Veräußerer vertraglich vereinbart wurden. Für weitere Informationen wird auf Angabe 23 und 31 dieses Anhangs verwiesen.

Wertminderung

IFRS 9 sieht neben dem allgemeinen Ansatz (3-stufiges Modell) ein vereinfachtes Verfahren für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Vertragsvermögenswerte und Leasingforderungen, die in den Anwendungsbereich von IFRS 16 fallen, vor. Bei Anwendung des vereinfachten Verfahrens (Simplified Approach) wird die Änderung des Kreditrisikos nicht nachverfolgt. Stattdessen erfolgt direkt zum erstmaligen Ansatz sowie zu jedem nachfolgenden Abschlussstichtag die Erfassung einer Risikovorsorge in Höhe der erwarteten Verluste über die Gesamtlaufzeit. Der Konzern wendet dieses Verfahren für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Vertragsvermögenswerte und Leasingforderungen an. Für die Ermittlung der Ausfallwahrscheinlichkeiten werden externe Bonitätsbewertungen von Marktdatenanbietern je Debitor herangezogen. Die LGD-Modelle (Loss Given Default – Verlustquote bei tatsächlichem Ausfall) reflektieren die Erfahrungen mit Schadensfällen der Vergangenheit und bestimmen als Quote, wie hoch der Schaden bei tatsächlichem Ausfall ist. Für die Ermittlung der LGD werden vertragsspezifische Komponenten berücksichtigt.

4.13 Gezeichnetes Kapital

Stammaktien

Die der Emission von Stammaktien unmittelbar zurechenbaren Kosten werden als Abzug vom Eigenkapital erfasst. Ertragsteuern in Bezug auf Transaktionskosten einer Eigenkapitaltransaktion werden in Übereinstimmung mit IAS 12 bilanziert.

4.14 Rückstellungen

Die Höhe der Rückstellungen wird ermittelt, indem die erwarteten künftigen Zahlungsverpflichtungen mit einem Zinssatz vor Steuern abgezinst werden, der die aktuellen Markterwartungen im Hinblick auf den Zinseffekt sowie die für die Schuld spezifischen Risiken widerspiegelt. Die Aufzinsung wird als Finanzierungsaufwand ausgewiesen.

Gewährleistungen

Eine Rückstellung für Gewährleistungen wird erfasst, sobald die zugrunde liegenden Produkte oder Dienstleistungen verkauft werden. Die Rückstellung basiert auf historischen Gewährleistungsdaten und einer Gewichtung aller möglichen Ergebnisse mit den damit verbundenen Wahrscheinlichkeiten.

4.15 Leasingverhältnisse – Konzern als Leasingnehmer

Für Leasinggegenstände von geringem Wert und für kurzfristige Leasingverhältnisse (weniger als zwölf Monate) wird von den Anwendungserleichterungen Gebrauch gemacht und die Zahlungen werden als Aufwand erfasst. Bei Verträgen, die neben Leasingkomponenten auch Nicht-Leasingkomponenten enthalten, wird die Möglichkeit angewandt, auf eine Trennung dieser Komponenten zu verzichten.

4.16 Leasingverhältnisse – Konzern als Leasinggeber

Operating Leases

Bei einem Operating Lease bleibt der Leasinggeber wirtschaftlicher Eigentümer des Leasingobjekts und weist dieses als Vermögenswert zu fortgeführten Anschaffungskosten unter den Sachanlagen aus. Die in der Periode vereinnahmten Leasingraten werden als Umsatzerlöse ausgewiesen.

Finance Leases

Als Finance Lease werden Leasingverhältnisse behandelt, bei denen der Leasingnehmer im Wesentlichen alle mit dem Eigentum eines Vermögenswerts verbundenen Chancen und Risiken trägt. Zahlungswirksame Leasingraten werden nach der Effektivzinsmethode jeweils in einen erfolgswirksamen Zins- und einen erfolgsneutralen Tilgungsteil aufgeteilt, wobei der Zinsanteil in den Umsatzerlösen ausgewiesen wird.

4.17 Bemessung des beizulegenden Zeitwerts (Fair Value)

Der Konzern wendet Bewertungstechniken an, die unter den jeweiligen Umständen sachgerecht sind und für die ausreichend Daten zur Bemessung des Fair Value zur Verfügung stehen. Dabei ist die Verwendung maßgeblicher, beobachtbarer Inputfaktoren möglichst hoch und jene nicht beobachtbarer Inputfaktoren möglichst gering zu halten. Um die Anforderungen an die Anhangangaben über die Fair Values zu erfüllen, hat der Konzern Gruppen von Vermögenswerten und Schulden auf der Grundlage ihrer Art, ihrer Merkmale und ihrer Risiken sowie der Stufen der Fair Value-Hierarchie des IFRS 13 festgelegt.

4.18 Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Verpflichtungen aus Miet- und Leasingverträgen werden gemäß IFRS 16 bilanziert. Die Haftungsverhältnisse werden zum Erfüllungswert bewertet.# 4.19 Aufgegebene Aktivitäten

Der Konzern weist aufgegebene Aktivitäten aus, wenn ein Unternehmensbestandteil als zur Veräußerung bestimmt ist oder bereits abgegangen ist und der Unternehmensbestandteil einen gesonderten wesentlichen Geschäftsbereich darstellt. Der Ausweis von aufgegebenen Aktivitäten erfolgt in der Konzern-Gesamtergebnisrechnung sowohl für den Berichtszeitraum als auch für den Vergleichszeitraum. Der Konzern gibt die Zahlungsströme aus aufgegebenen Aktivitäten nicht gesondert in der Konzern-Kapitalflussrechnung, sondern im Anhang an.

4.20 Zur Veräußerung bestimmte Vermögenswerte

Der Konzern klassifiziert langfristige Vermögenswerte als zur Veräußerung bestimmt, wenn der Buchwert überwiegend durch einen Verkauf und nicht durch eine fortgesetzte Nutzung realisiert wird. In diesem Fall werden die Vermögenswerte nicht mehr planmäßig abgeschrieben, sondern mit dem niedrigeren Betrag aus Buchwert und Fair Value abzüglich Veräußerungskosten bewertet. Unmittelbar vor der Klassifizierung als zur Veräußerung bestimmt werden die Vermögenswerte anhand der jeweils anzuwendenden Einzelregelungen auf einen Wertminderungsbedarf überprüft. Im Falle einer späteren Erhöhung des Fair Value abzüglich Veräußerungskosten erfolgt eine Wertaufholung. Diese ist auf die zuvor für den Vermögenswert erfasste Wertminderung begrenzt. Der Konzern weist die zur Veräußerung bestimmten Vermögenswerte gesondert in der Konzernbilanz aus. Vorjahreswerte werden nicht angepasst und somit unverändert ausgewiesen.

4.21 Zusammenfassung der Bewertungsgrundsätze

Die Bewertungsgrundsätze des Konzerns stellen sich – soweit keine Wertminderungen vorliegen – zusammengefasst und vereinfachend im Wesentlichen wie folgt dar.

Bilanzposten Bewertung
Vermögenswerte
Immaterielle Vermögenswerte mit bestimmter Nutzungsdauer Fortgeführte Anschaffungskosten
mit unbestimmter Nutzungsdauer Impairment only-Ansatz
Sachanlagen (einschließlich Nutzungsrechte) Fortgeführte Anschaffungskosten
Leasingforderungen Fortgeführte Anschaffungskosten
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Fortgeführte Anschaffungskosten
Vorräte Niedrigerer Wert aus Anschaffungs- oder Herstellungskosten und Nettoveräußerungswert
Zahlungsmittel und -äquivalente Fortgeführte Anschaffungskosten
Abgegrenzte Aufwendungen Fortgeführte Anschaffungskosten
Sonstige finanzielle Vermögenswerte Fortgeführte Anschaffungskosten
Vermögenswerte aus bedingten Gegenleistungen Fair Value gem. abgezinster zukünftig erwarteter Zahlungen gewichtet mit der jeweiligen Eintrittswahrscheinlichkeit
Sonstige nicht-finanzielle Vermögenswerte Fortgeführte Anschaffungskosten
Latente Steueransprüche Nicht diskontierte Bewertung mit den Steuersätzen, die in der Periode gültig sind, in der ein Vermögenswert realisiert oder eine Schuld erfüllt wird
Schulden
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten Fortgeführte Anschaffungskosten
Latente Steuerschulden Nicht diskontierte Bewertung mit den Steuersätzen, die in der Periode gültig sind, in der ein Vermögenswert realisiert oder eine Schuld erfüllt wird
Ertragsteuerschulden Erwartete Zahlung an Steuerbehörden, welche auf Steuersätzen basiert, die am Abschlussstichtag gelten oder in Kürze gelten werden
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen Fortgeführte Anschaffungskosten
Abgegrenzte Erlöse Fortgeführte Anschaffungskosten
Sonstige Rückstellungen Erwarteter diskontierter Betrag, der zum Abfluss von Ressourcen führen wird
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten (einschließlich Leasingverbindlichkeiten) Fortgeführte Anschaffungskosten
Verbindlichkeiten aus anteilsbasierter Vergütung mit Ausgleich durch Barmittel Fair Value
Verbindlichkeiten aus bedingten Gegenleistungen Fair Value gem. abgezinster zukünftig erwarteter Zahlungen gewichtet mit der jeweiligen Eintrittswahrscheinlichkeit

4.22 Neue und geänderte Standards

Die im Konzernabschluss angewendeten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden entsprechen grundsätzlich den im Vorjahr angewendeten Methoden. Von der EU übernommene und ab dem 1. Januar 2023 verpflichtend anzuwendende neue und geänderte Standards hatten keinen wesentlichen Einfluss auf die Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage des Konzerns. Weitere neue oder geänderte Standards, die sich wesentlich auf künftige Abschlüsse des Konzerns auswirken würden, bestehen nicht.

5. Wesentliche Ermessensentscheidungen, Schätzungen und Annahmen

Bei der Anwendung der Rechnungslegungsmethoden sind teilweise Ermessensentscheidungen zu treffen, welche die Beträge in diesem Abschluss beeinflussen. Außerdem sind bei der Aufstellung des Abschlusses zukunftsbezogene Annahmen zu treffen und Schätzungen vorzunehmen, durch die die Wertansätze der Bilanzposten sowie die Höhe der Erträge und Aufwendungen beeinflusst werden können. Die sich tatsächlich ergebenden Werte können von diesen Schätzungen abweichen. Die wichtigsten zukunftsbezogenen Annahmen sowie sonstige Quellen von Schätzungsunsicherheiten, aufgrund derer künftig wesentliche Anpassungen erforderlich sein können, werden nachfolgend erläutert.

5.1 Ermessensentscheidungen

Entwicklungskosten

Entwicklungskosten werden entsprechend den dargestellten Rechnungslegungsmethode aktiviert. Die erstmalige Aktivierung der Kosten beruht auf der Einschätzung des Konzerns, dass die technische und wirtschaftliche Realisierbarkeit nachgewiesen ist. Beispielsweise wird die technische Realisierbarkeit anhand der Entwicklung von Prototypen oder Machbarkeitsstudien beurteilt. Die wirtschaftliche Realisierbarkeit wird durch eine Projektplanung, die die notwendigen Material- sowie Personalaufwendungen sowie deren Finanzierung umfasst, beurteilt.

Konsolidierung von strukturierten Unternehmen

Der Konzern nutzt zur Refinanzierung des Leasinggeschäfts unter anderem ein Asset-Backed-Security-Programm („ABS“), bei dem Leasingforderungen unter Nutzung eines strukturierten Unternehmens für Investoren verbrieft werden. Bei dem strukturierten Unternehmen handelt es sich um das Compartment B der Debt Marketplace SARL. Unternehmen können Forderungen über dieses Unternehmen verbriefen, indem Forderungen an verschiedene Compartments der Debt Marketplace SARL verkauft werden. Für die Verbriefung der Leasingforderungen wird das Compartment B der Debt Marketplace SARL genutzt. Investoren des Compartments B sind allein den Bonitätsrisiken der Leasingforderungen des Konzerns ausgesetzt. Es bestehen zudem keine compartmentübergreifenden Credit Enhancements dritter Parteien. Eine Einflussmöglichkeit des Konzerns auf die Geschäftsführung der strukturierten Unternehmen besteht nicht. Jedoch übernimmt der Konzern mit dem Servicing der Leasingforderungen sowie deren Verwertung bei Ausfall der Leasingnehmer eine maßgebliche Tätigkeit des strukturierten Unternehmens. Darüber hinaus übernimmt der Konzern über einen Kaufpreisabschlag Bonitätsrisiken der Leasingforderungen und partizipiert über einen Anteil am Excess Spread maßgeblich an den variablen Rückflüssen des strukturierten Unternehmens. In der Gesamtwürdigung besteht damit für den Konzern eine Beherrschung des Compartments B der Debt Marketplace SARL im Sinne des IFRS 10. Damit liegt eine Konsolidierungspflicht nach IFRS vor.

Im Rahmen einer Managementbeteiligung an der kvm-tec nutzt der Konzern eine GmbH & Co. KG-Struktur. Der Konzern hält sämtliche Anteile an der Komplementärin, jedoch nicht an der KVM-TEC MPP GmbH & Co. KG selbst. Dennoch beherrscht der Konzern die KVM-TEC MPP GmbH & Co. KG kraft gesonderter Vereinbarungen. In der Gesamtwürdigung übt der Konzern De-facto-Beherrschung über die KVM-TEC MPP GmbH & Co. KG im Sinne des IFRS 10 aus. Somit besteht die Pflicht zur Konsolidierung nach IFRS.

Vermögenswerte aus bedingten Gegenleistungen

Die Ermittlung der Fair Values von Vermögenswerten und Schulden aus bedingten Gegenleistungen ist in hohem Maße ermessensbehaftet. Die wertmäßig bedeutsamste bedingte Gegenleistung ist der zukünftige Kaufpreisanspruch aus der Veräußerung der Palas. Das Management hat insbesondere Einschätzungen hinsichtlich verschiedener realistisch erscheinender Planungsszenarien und die daraus jeweils resultierenden Earn-out-Zahlungen sowie betreffend der jeweiligen Eintrittswahrscheinlichkeit der Szenarien getroffen. Weitere Informationen hierzu sind in Angabe 23 dieses Anhangs enthalten.

5.2 Schätzungen und Annahmen

Die wichtigsten zukunftsbezogenen Annahmen sowie sonstige am Abschlussstichtag bestehende wesentliche Quellen von Schätzungsunsicherheiten, aufgrund derer ein beträchtliches Risiko besteht, dass innerhalb des nächsten Geschäftsjahres eine wesentliche Anpassung der Buchwerte von Vermögenswerten und Schulden erforderlich sein wird, werden nachstehend erläutert.

Anteilsbasierte Vergütung mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente

Die vom Konzern ausgegebenen Aktienoptionen unterliegen Bedingungen, unter denen die Aktienoptionen durch die Berechtigten ausgeübt werden dürfen. Dabei existieren zwei Ausgleichsszenarien. Ein Szenario wäre als ein vollständiger Barausgleich anzusehen, während das andere Szenario als ein vollständiger Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente zu betrachten wäre. Angesichts der Absicht des Vorstandes, einen Ausgleich durch die Ausgabe neuer Aktien herbeizuführen, ist der Konzern zum Entschluss gekommen, dass er keine gegenwärtige Verpflichtung zum Barausgleich hat und die anteilsbasierte Vergütung durch Eigenkapitalinstrumente beglichen werden soll. Diese Beurteilung des Managements wird zu jedem Abschlussstichtag erneut vorgenommen. Weitere Informationen hierzu sind in Angabe 40 dieses Anhangs enthalten.

Die Aufwendungen aus der Gewährung von Aktienoptionen der Gesellschaft an Mitarbeiter werden im Konzern mit dem Fair Value dieser Eigenkapitalinstrumente zum Zeitpunkt ihrer Gewährung bewertet. Zur Schätzung des Fair Value anteilsbasierter Vergütungen muss das am besten geeignete Bewertungsverfahren bestimmt werden.Der Konzern nutzt hierzu eine Monte Carlo-Simulation. Diese ist abhängig von den Bedingungen der Gewährung. Für diese Schätzung ist weiterhin die Bestimmung geeigneter in dieses Bewertungsverfahren einfließender Input-Parameter erforderlich, darunter insbesondere die erwartete, von vergleichbaren börsennotierten Unternehmen bzw. der BKHT abgeleitete Volatilität sowie voraussichtliche Optionslaufzeit, Dividendenrendite und risikoloser Zinssatz. Die Annahmen und angewandten Verfahren für die Schätzung des Fair Value werden in Angabe 40 dieses Anhangs dargestellt.

Latente Steuern

Aktive latente Steuern für nicht genutzte steuerliche Verlustvorträge werden derzeit im Konzern nicht erfasst, da künftige besteuerbare Erträge in den jeweils relevanten ertragsteuerlichen Organkreisen zum Abschlussstichtag nicht hinreichend konkret waren. Diese Annahme wird an jedem Abschlussstichtag überprüft.

Unternehmenszusammenschlüsse

Die Bestimmung der Fair Values der erworbenen Vermögenswerte und Schulden zum Erwerbsstichtag unterliegt wesentlichen Schätzungsunsicherheiten. Bei der Identifizierung von immateriellen Vermögenswerten wird, in Abhängigkeit von der Art des immateriellen Vermögenswerts und der Komplexität der Bestimmung des Fair Value, entweder auf Gutachten externer Bewertungsgutachter zurückgegriffen oder der Fair Value wird intern unter Verwendung einer angemessenen Bewertungstechnik für den jeweiligen immateriellen Vermögenswert ermittelt, deren Basis üblicherweise die Prognose der insgesamt erwarteten künftigen generierten Zahlungsmittel ist. Diese Bewertungen sind eng verbunden mit den Annahmen und Schätzungen, die das Management bezüglich der künftigen Entwicklung der jeweiligen Vermögenswerte getroffen hat, sowie des anzuwendenden Diskontierungszinssatzes.

Wertminderungstest der Geschäfts- oder Firmenwerte

Eine Wertminderung besteht, wenn der Buchwert einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit ihren erzielbaren Betrag übersteigt. Der erzielbare Betrag einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit ist der höhere der beiden Beträge aus beizulegendem Zeitwert (Fair Value) abzüglich der Veräußerungskosten und Nutzungswert. Der Nutzungswert der CGU „Bikeleasing“ wird mithilfe der Ertragswert-Methode ermittelt. Die Zahlungsströme werden aus dem Finanzplan der nächsten fünf Jahre abgeleitet. Zur Berechnung des Nutzungswerts der CGU „IHSE“ wird die Discounted Cashflow-Methode verwendet. Die Cashflows werden ebenfalls aus dem Finanzplan der nächsten fünf Jahre abgeleitet. Der erzielbare Betrag ist in beiden Fällen abhängig von dem im Rahmen der Ertragswert- bzw. Discounted Cashflow-Methode verwendeten Abzinsungssatz sowie von den erwarteten künftigen Mittelzuflüssen und der für Zwecke der Extrapolation verwendeten Wachstumsrate. Diese Schätzungen haben maßgeblichen Einfluss auf den Nutzungswert. Die Grundannahmen zur Bestimmung des erzielbaren Betrags für die verschiedenen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten werden in Angabe 19 dieses Anhangs dargestellt und näher erläutert.

Rückstellungen

Eine Rückstellung wird dann gebildet, wenn der Konzern eine rechtliche oder faktische Verpflichtung aufgrund eines vergangenen Ereignisses hat, der Abfluss von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen zur Erfüllung der Verpflichtung wahrscheinlich und eine verlässliche Schätzung der Höhe der Verpflichtung möglich ist (Angabe 4.14 und 32). Solche Schätzungen unterliegen wesentlichen Unsicherheiten.

Berücksichtigung von kalkulierten Restwerten am Ende der Vertragslaufzeit im Rahmen der Ermittlung des Barwerts von Leasingforderungen

Im Fahrradleasing werden nicht garantierte (kalkulierte) Restwerte im Rahmen der Ermittlung des Barwerts der Leasingforderungen gemäß der Definition des IFRS 16 berücksichtigt. Die kalkulierten Restwerte am Ende der Vertragslaufzeit ermitteln sich in Abhängigkeit von den Laufzeitgruppen des jeweiligen Leasingvertrags und beinhalten die erwarteten Verwertungserlöse am Ende der Laufzeit, basierend auf historischen Erfahrungswerten. Für Leasingforderungen aus Finanzierungsleasing aus dem Fahrradleasing ergibt sich auf Basis von Erfahrungswerten ein Restwert im gewichteten Durchschnitt von 9,5% (Vorjahr: 9,5%). Die Restwerte für das Leasinggeschäft außerhalb vom Fahrradleasing betragen im Regelfall 5% und in Ausnahmefällen bis zu 20% der Anschaffungskosten.

Ermittlung der Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Vertragsvermögenswerte und Leasingforderungen

Bezüglich der Annahmen und Schätzungen in Bezug auf die Ermittlung der Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Vertragsvermögenswerte sowie Leasingforderungen wird auf Angabe 4.12 und 34.4 dieses Anhangs verwiesen.

II. Angaben zu der Gesamtergebnisrechnung

6. Alternative Leistungskennzahlen

Neben den Angaben, die im Rahmen der Konzern-Gesamtergebnisrechnung gemacht werden, nutzt das Management zur Steuerung des Konzerns weitere Leistungskennzahlen. Diese umfassen die pro-forma Konzern-Gesamtergebnisrechnung sowie bereinigte alternative Leistungskennzahlen.

Pro-forma Konzern-Gesamtergebnisrechnung

Im Berichtszeitraum wurden die Erträge und Aufwendungen der erworbenen Handelsagenturen der Bikeleasing (Angabe 36) nur für einen Teil des Geschäftsjahres in die Konzern-Gesamtergebnisrechnung einbezogen. Grund ist, dass der Zeitpunkt der Kontrollerlangungen (Vollzug des Unternehmenserwerbs) in den Monaten Mai, Juni und Dezember 2023 lag. Aus diesem Grund ist die Aussagekraft der Gesamtergebnisrechnung des Geschäftsjahres 2023 und insbesondere deren Eignung für die Ableitung von Prognosen maßgeblich eingeschränkt. Daher analysiert der Vorstand Ertragskennzahlen auf pro-forma Basis. Diese stellen die Gesamtergebnisrechnung des Konzerns so dar, als wären die Handelsagenturen bereits zum 1. Januar 2023 erworben worden. Bei der Ermittlung der pro-forma Erträge und Aufwendungen hat das Management angenommen, dass die vorläufig ermittelten Anpassungen der Fair Values, die zum Erwerbszeitpunkt der Handelsagenturen vorgenommen wurden, auch im Falle eines Erwerbs am 1. Januar 2023 gültig gewesen wären.

Pro-forma Konzern-Gesamtergebnisrechnung

In € Tsd. 2023 2022
Umsatzerlöse 186.631 142.712
Erhöhung/ (Verminderung) fertiger und unfertiger Erzeugnisse 60 (243)
Andere aktivierte Eigenleistungen 1.007 986
Gesamtleistung 187.698 143.455
Materialaufwand (63.661) (51.734)
Rohertrag 124.037 91.721
Rohertragsmarge 66,5% 64,3%
Personalaufwand ohne anteilsbasierte Vergütung (33.607) (25.953)
Personalaufwand aus anteilsbasierter Vergütung (989) (673)
Sonstige betriebliche Aufwendungen (30.627) (19.542)
Wertminderungsaufwand aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (860) (301)
Sonstige betriebliche Erträge 4.079 1.475
EBITDA 62.034 46.728
Bereinigtes EBITDA 66.988 47.400
Bereinigte EBITDA-Marge 35,9% 33,2%
Abschreibungen auf im Rahmen der Erstkonsolidierung identifizierte immaterielle Vermögenswerte (18.788) (14.184)
Sonstige Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte (4.552) (3.245)
Finanzierungsaufwendungen (19.752) (14.748)
Finanzerträge 524 4.779
Finanzergebnis (19.229) (9.969)
Ergebnis vor Steuern 19.466 19.329
Ertragsteuern (9.401) (8.862)
Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten 10.065 10.466
Ergebnis aus aufgegebenen Aktivitäten - 47.995
Periodenergebnis 10.065 58.461

Bereinigte alternative Leistungskennzahlen

Der Konzern macht Angaben zum bereinigten Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (bereinigtes EBITDA), zum bereinigten Ergebnis vor Zinsen und Steuern (bereinigtes EBIT) sowie zum bereinigten Ergebnis. Der Prozentsatz, den diese Kennzahlen von den Umsatzerlösen betragen, wird als die jeweilige Marge (bereinigte EBITDA-Marge und bereinigte EBIT-Marge) bezeichnet. Darüber hinaus werden Angaben zum bereinigten Ergebnis je Aktie gemacht. Das Management nutzt diese Leistungskennzahlen zur Unternehmenssteuerung und erachtet sie als wesentlich für das Verständnis der Ertragslage des Konzerns. Die alternativen Leistungskennzahlen sind nach IFRS nicht definiert und die Definitionen des Konzerns sind möglicherweise nicht mit ähnlich bezeichneten Kennzahlen anderer Unternehmen vergleichbar.

Anders als im Vorjahr sieht der Konzern seit 2023 von Bereinigungen des Minderergebnis aus Value Step-up ab. Im Vorjahresbericht hatte Brockhaus Technologies die Umsatzerlöse und den Rohertrag noch um das Minderergebnis aus Value Step-up bereinigt. Die Umsatzerlöse fielen aufgrund der Bereinigung höher aus als die Umsatzerlöse nach IFRS. Um Abweichungen zwischen den wesentlichen Leistungskennzahlen und IFRS bestmöglich zu vermeiden, hat das Management von Brockhaus Technologies ab dem Geschäftsjahr 2023 diese Bereinigungen der Umsatzerlöse beendet. Im Berichtszeitraum betrug das Minderergebnis aus Value Step-up € 1.384 Tsd. (Vorjahr: € 2.606 Tsd.).

Das Management eliminiert Aufwände aus anteilsbasierter Vergütung gemäß IFRS 2.51 (a) aus den für die Unternehmenssteuerung relevanten Kennzahlen. Der Grund dafür ist, dass diese im Regelfall der Bedienung mit Aktien wirtschaftlich nicht bei dem Unternehmen, sondern bei dessen Aktionären anfallen. Die Ausgabe von Optionen und Aktien stellt keinen Ressourcenabfluss des Konzerns dar. Folglich bereinigt das Management entsprechende Aufwendungen aus anteilsbasierter Vergütung bei der Analyse der Ertragskraft des Konzerns. Es wird auf Angabe 40 dieses Anhangs verwiesen.

Ebenso werden die Ertragskennzahlen für die Analyse der Leistungsfähigkeit des Konzerns um Kosten von Unternehmenszusammenschlüssen gemäß IFRS 3.53 bereinigt. Solche Kosten fallen nur bei erfolgreich abgeschlossenen Käufen von Unternehmen an. Sie haben demzufolge, das Geschäftsmodell der BKHT betreffend, einen wiederkehrenden Charakter, betragen jedoch unter Annahme eines gleichbleibenden Konsolidierungskreises (bedeutet: keine Käufe von Unternehmen) jeweils Null.# Anhang

(11) Bereinigte Kennzahlen

Darüber hinaus wären solche Aufwendungen nach Auffassung des Managements als Anschaffungskosten zu erfassen, wenn sie bei Erwerbsvorgängen außerhalb von Unternehmenszusammenschlüssen anfielen. Im Rahmen der Erwerbe der Handelsagenturen des Segments Financial Technologies ging der Konzern im Berichtszeitraum Vereinbarungen ein, aus denen Personalaufwendungen aus Unternehmenszusammenschlüssen zu erfassen sind. Aufgrund der direkten Verursachung dieser Aufwendungen durch Unternehmenskäufe werden diese für die Analyse der Ertragskraft des Konzerns aus den bereinigten Kennzahlen eliminiert (Angabe 11). Im Berichtszeitraum hat der Konzern eine Immobilie veräußert. Die aus diesem Vorgang resultierenden Erträge aus dem Verkauf von Immobilien wurden aus den bereinigten Ertragskennzahlen und der Zufluss liquider Mittel aus dem bereinigten Free Cashflow vor Steuern herausgerechnet.

Abschreibungen auf im Rahmen der Kaufpreisallokation bei Unternehmenskäufen identifizierte immaterielle Vermögenswerte (PPA-Abschreibungen) werden für den Zweck der wertsteigernden Unternehmenssteuerung ebenfalls aus der Zahlengrundlage nach IFRS herausgerechnet. Bei diesen Abschreibungen handelt es sich um Buchungen, die unabhängig von den Geschäftszahlen der einzelnen Konzerngesellschaften sind. Diese Abschreibungen sind im Regelfall nicht in den einzelnen Jahresabschlüssen der Konzerngesellschaften zu finden. Die Aufwandserfassung findet ausschließlich auf Ebene der Konsolidierung statt. Der Aufwand ist nicht liquiditätswirksam, hat keine Relevanz für die Fähigkeit des Konzerns Dividenden auszuschütten und es fallen auch künftig keine entsprechenden Ersatzinvestitionen dafür im Cashflow an. Das aufgrund der PPA-Abschreibung gemäß IFRS deutlich verringerte Ergebnis resultiert ausschließlich aus der Tatsache, dass eine M&A-Transaktion stattgefunden hat. Es findet somit eine erheblich schlechtere Darstellung der Ertragslage, allein aufgrund der Konsolidierung, statt. Auch ist es möglich, dass sich ein Tochterunternehmen deutlich besser als geplant entwickelt und dennoch substanzielle Abschreibungen aus der Kaufpreisallokation in den Konzernabschluss zu buchen sind. Daher weist der Konzern die Kennzahlen ergänzend vor PPA-Abschreibungen aus.

Teil der übertragenen Gegenleistung für den Erwerb der kvm-tec ist eine künftige bedingte Kaufpreiszahlung (Earn-out), welche zum Zeitpunkt der Transaktion als Verbindlichkeit zu erfassen war. Ebenso wurde bei der Veräußerung der Palas die Zahlung bedingter Kaufpreisbestandteile mit dem Erwerber vereinbart (ebenso ein Earn-out), welche als Vermögenswert zu erfassen waren. Die Verbindlichkeiten und Vermögenswerte aus künftig zu erwartenden Earn-out-Zahlungen sind zu jedem Berichtsstichtag neu zu bewerten. Die Veränderung des Wertansatzes wird als Ertrag oder Aufwand in der Konzern-Gesamtergebnisrechnung ausgewiesen. Diese Erträge und Aufwendungen aus Earn-out werden für die Analyse der Leistungsfähigkeit des Konzerns bereinigt.

Im Rahmen des Erwerbs der Bikeleasing hat der Konzern mit dem Vermittler der M&A-Transaktion eine Success Fee vereinbart. Aus dieser Vereinbarung hat der Vermittler einen Anspruch, an einer möglichen künftigen Wertsteigerung der Bikeleasing anteilig zu partizipieren. Dieser Anspruch wird mit Verkauf der Anteile, bzw. bei Ausbleiben eines Verkaufs, 10 Jahre nach Erwerb fällig. Der Anspruch ist als Verbindlichkeit auszuweisen und zu jedem Berichtsstichtag neu zu bewerten. Die Veränderung des Wertansatzes wird als Ertrag oder Aufwand in der Konzern-Gesamtergebnisrechnung ausgewiesen. Diese Erträge und Aufwendungen aus Success Fee werden für die Analyse der Leistungsfähigkeit des Konzerns bereinigt.

Auf bereinigte Sachverhalte entfallen in der Konzern-Gesamtergebnisrechnung teilweise Ertragsteuern auf Bereinigungen. Diese werden bei der Ermittlung der Nachsteuerkennzahlen eliminiert. Neben den bereinigten Ertragskennzahlen macht der Konzern Angaben zu dem bereinigten Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit vor Steuern sowie zum Free Cashflow vor Steuern.

Die bereinigten Ertragskennzahlen umfassen die Zinserträge aus Finance Leases von € 17.396 Tsd. (Vorjahr: € 13.187 Tsd.), welche der Konzern aufgrund der operativen Geschäftsmodellimmanenz in den Umsatzerlösen ausweist. Die bereinigten Ertragskennzahlen vor Finanzierungsaufwendungen (bereinigtes EBITDA und bereinigtes EBIT) umfassen nicht die Aufwendungen der Leasingrefinanzierung. Diese werden im Finanzergebnis dargestellt und betrugen € 4.686 Tsd. (Vorjahr: € 2.620 Tsd.).

Ermittlung des bereinigten EBITDA Pro-forma „As-is“

In € Tsd. 2023 2023 2022
Ergebnis vor Steuern 19.466 18.395 19.329
Finanzergebnis 19.229 19.229 9.969
Abschreibungen 23.340 20.259 17.429
EBITDA 62.034 57.883 46.727
Anteilsbasierte Vergütung 544 544 673
Kosten von Unternehmenszusammenschlüssen 4.337 4.337 -
Personalaufwendungen aus Unternehmenszusammenschlüssen 689 57 -
Erträge aus dem Verkauf von Immobilien (616) (616) -
Bereinigtes EBITDA 66.988 62.205 47.400
Bereinigte EBITDA-Marge 35,9% 33,3% 33,2%

Ermittlung des bereinigten EBIT Pro-forma „As-is“

In € Tsd. 2023 2023 2022
Ergebnis vor Steuern 19.466 18.395 19.329
Finanzergebnis 19.229 19.229 9.969
EBIT 38.694 37.624 29.298
Anteilsbasierte Vergütung 544 544 673
Kosten von Unternehmenszusammenschlüssen 4.337 4.337 -
Personalaufwendungen aus Unternehmenszusammenschlüssen 689 57 -
Erträge aus dem Verkauf von Immobilien (616) (616) -
PPA-Abschreibungen 18.788 15.707 14.184
Bereinigtes EBIT 62.437 57.654 44.155
Bereinigte EBIT-Marge 33,5% 30,9% 30,9%

Ermittlung des bereinigten Ergebnisses und des bereinigten Ergebnisses je Aktie Pro-forma „As-is“

In € Tsd. 2023 2023 2022
Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten 10.065 9.316 10.466
Anteilsbasierte Vergütung 544 544 673
Kosten von Unternehmenszusammenschlüssen 4.337 4.337 -
Personalaufwendungen aus Unternehmenszusammenschlüssen 689 57 -
Erträge aus dem Verkauf von Immobilien (616) (616) -
PPA-Abschreibungen 18.788 15.707 14.184
(Erträge)/ Aufwendungen aus Earn-out 2.936 2.936 (4.452)
(Erträge)/ Aufwendungen aus Success Fee 3.054 3.054 2.353
Ertragsteuern auf Bereinigungen (6.749) (5.635) (4.032)
Bereinigtes Ergebnis 33.049 29.700 19.192
Davon: Anteilseigner der BKHT 14.132 12.332 7.036
Davon: Nicht beherrschende Anteile 18.917 17.368 12.156
Anzahl ausstehende Aktien (Stück) 10.947.637 10.947.637 10.946.519
Bereinigtes Ergebnis je Aktie (€) 1,29 1,13 0,64

Ermittlung des bereinigten Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit vor Steuern und des Free Cash-flow vor Steuern

In € Tsd. 2023 2022
Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit 34.796 34.914
Ertragsteuerzahlungen/ (Ertragsteuererstattungen) 10.026 7.828
Kosten von Unternehmenszusammenschlüssen 4.337 -
Bereinigter Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit vor Steuern 49.158 42.742
Cashflow aus Investitionstätigkeit (9.904) 53.035
Einzahlungen aus dem Verkauf von Immobilien (10.000) -
Erwerb/ (Veräußerung) von Tochterunternehmen 15.192 (55.992)
Free Cashflow vor Steuern 44.446 39.785

7. Geschäftssegmente

Der Konzern verfügt derzeit über zwei strategische Bereiche, welche die berichtspflichtigen Segmente des Konzerns darstellen. Die Segmente bieten unterschiedliche Produkte und Dienstleistungen an und werden getrennt verwaltet, da sie in unterschiedlichen Märkten agieren und unterschiedliche Technologie- und Marketingstrategien erfordern. Für jedes Segment überprüft der Vorstand der BKHT monatlich interne Managementberichte.

Das Geschäftssegment Financial Technologies umfasst Unternehmen im Bereich Entwicklung und Betrieb von digitalen und hochautomatisierten B2B-Finanzplattformen für die Vermittlung, Finanzierung und Verwaltung von Mitarbeiter-Benefits über den Arbeitgeber. Das Segment besteht aus dem Unternehmen Bikeleasing, welches der Konzern Ende November 2021 erwarb.

Das Geschäftssegment Security Technologies umfasst Unternehmen im Bereich Entwicklung, Herstellung und Vertrieb von KVM-Technologie (Keyboard, Video und Mouse) für die hoch sichere, latenzreduzierte und verlustfreie Datenübertragung in „mission-critical“ Anwendungen. Zu dem Segment gehören die Unternehmen IHSE und kvm-tec, welche der Konzern im Dezember 2019 bzw. im November 2021 erwarb.

Die Spalte Überleitung umfasst im Wesentlichen die Eliminierung von Management Service Fees, welche von den Geschäftssegmenten an die Central Functions gezahlt werden, sowie inter-company Darlehen, welche die Central Functions an die Geschäftssegmente begeben hat. Für Informationen zu den hier dargestellten alternativen Leistungskennzahlen, einschließlich den Überleitungsrechnungen auf die Umsatzerlöse und das Ergebnis vor Steuern, wird auf Angabe 6 dieses Anhangs verwiesen.

Die Geschäftstätigkeiten des Konzerns und deren Segmentierung hängen maßgeblich von den weiteren Unternehmenskäufen ab. Daher kann es in Zukunft zu substanziellen Anpassungen sowohl in der Definition der Segmente als auch im regelmäßig berichteten Zahlenmaterial kommen. Die Segmentkennzahlen werden gemäß Management Accounting berichtet, welches im Wesentlichen den IFRS entspricht. Langfristige Vermögenswerte liegen nahezu ausschließlich in Deutschland. Für Informationen zu der Verteilung der Umsatzerlöse auf Gruppen von Produkten und Dienstleistungen wird auf Angabe 8 dieses Anhangs verwiesen. Für die Überleitungsrechnung von der Summe der Segmentergebnisse zum Ergebnis vor Steuern des Konzerns wird auf Angabe 6 dieses Anhangs verwiesen.

Kennzahlen nach Geschäftssegment Berichtspflichtige Segmente Central Functions Überleitung Konzern
Financial Technologies Security Technologies
In € Tsd.

Der Konzern erzielt Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden nach IFRS 15 hauptsächlich aus folgenden Produkten und Dienstleistungen.

  • Financial Technologies: Vermittlung von Versicherungen und Leasingverhältnissen sowie Verkauf von Serviceleistungen und von Fahrrädern und E-Bikes am Ende der Leasinglaufzeit
  • Security Technologies: Verkauf von KVM-Geräten und KVM-Systemen

Darüber hinaus bestehen Umsatzerlöse aus Leasingverhältnissen nach IFRS 16 und IFRS 9.

  • Financial Technologies: Zinserträge aus Finance Leases, Erträge aus dem Abgang von Leasingforderungen sowie Servicing forfaitierter Forderungen.

Vertragssalden

Die nachfolgende Tabelle zeigt Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Vertragsvermögenswerte und Vertragsverbindlichkeiten aus Verträgen mit Kunden.

In € Tsd. 31.12.2023 31.12.2022
Langfristige Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 18.404 13.883
Kurzfristige Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 17.316 15.434
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 35.720 29.317
Vertragsvermögenswerte 510 100
Vertragsverbindlichkeiten (2.893) (1.391)

Die Vertragsvermögenswerte beziehen sich auf Inspektionen von Fahrrädern und E-Bikes, die zum Abschlussstichtag bereits geleistet wurden und für die noch nicht sämtliche dazugehörige Inspektionsraten durch den Kunden bezahlt sind. Die Vertragsverbindlichkeiten umfassen erhaltene Vorauszahlungen für Inspektionspakete in Höhe von € 2.172 Tsd. (Vorjahr: € 967 Tsd.) sowie Vorauszahlungen von Kunden im Rahmen von erweiterten Garantievereinbarungen in Höhe von € 721 Tsd. (Vorjahr: € 424 Tsd.). Der zum Vorjahresstichtag am 31. Dezember 2022 in den Vertragsverbindlichkeiten enthaltene Betrag von € 1.391 Tsd. wurde im Berichtszeitraum in Form von Umsatzerlösen erfasst.

Nicht erfüllte Leistungsverpflichtungen

Der den (nicht erfüllten oder teilweise unerfüllten) verbleibenden Leistungsverpflichtungen der Fahrrad-Inspektionspakete zugeordnete Transaktionspreis gliedert sich wie folgt.

In € Tsd. 31.12.2023 31.12.2022
Innerhalb eines Jahres 2.397 982
In mehr als einem Jahr 4.571 2.034
Summe 6.969 3.015

Bei den übrigen Leistungsverpflichtungen/ Schadensservice erwartet der Konzern eine Erlöserfassung innerhalb eines Jahres oder es wird mit einem festen Stundensatz abgerechnet. Gemäß IFRS 15.B16 verzichtet der Konzern auf die Angabe des Transaktionspreises für die nicht erfüllten Leistungsverpflichtungen.

In der folgenden Tabelle werden die Erlöse aus Verträgen mit Kunden (IFRS 15) nach den wichtigsten Produkt- und Dienstleistungslinien sowie dem Zeitpunkt der Erlösrealisierung aufgeschlüsselt. Darüber hinaus sind in der Tabelle die Erlöse aus Leasingverhältnissen (IFRS 16 und IFRS 9) nach den wichtigsten Erlösbestandteilen dargestellt. Für Informationen zu Umsatzerlösen nach geografischen Hauptmärkten wird auf Angabe 7 dieses Anhangs verwiesen. Im Berichtszeitraum entfielen auf keinen der Kunden mehr als 10% der Umsatzerlöse des Konzerns.

Aufgliederung der Umsatzerlöse

In € Tsd. Financial Technologies Security Technologies Konzern
2023 2022 2023 2022 2023 2022
Externe Kunden
Verkaufte Produkte 44.976 26.926 44.501 39.229 89.477 66.154
Erbrachte Dienstleistungen 591 675 487 582 1.078 1.260
Kunden-/ Schadenservice 593 325 - - 593 325
Inspektionspaket 3.743 1.457 - - 3.743 1.457
Vermittlungsprovisionen 45.596 35.147 - - 45.596 35.147
Externe Bruttoumsätze 95.500 64.529 44.988 39.811 140.487 104.343
Erlösschmälerungen - - (4.520) (3.725) (4.520) (3.725)
Erlöse aus Verträgen mit Kunden (IFRS 15) 95.500 64.529 40.468 36.086 135.968 100.618
Mieterlöse 45 83 - - 45 83
Zinserträge aus Finance Leases 17.396 13.187 - - 17.396 13.187
Raten aus Operating Leases 455 503 - - 455 503
Servicing forfaitierter Forderungen 3.393 1.954 - - 3.393 1.954
Erträge aus Abgang von Leasingforderungen 29.374 26.366 - - 29.374 26.366
Umsatzerlöse aus Leasingverhältnissen (IFRS 16) 50.663 42.094 - - 50.663 42.094
Umsatzerlöse 146.163 106.623 40.468 36.086 186.631 142.712
Zeitpunkt der Erlösrealisierung bei Verträgen mit Kunden
Zu einem Zeitpunkt Über einen Zeitraum
In € Tsd. 2023 2022 2023 2022 2023 2022
Erlöse aus Verträgen mit Kunden (IFRS 15) 94.957 64.205 39.981 35.504 134.938 99.709
543 325 487 582 1.030 909
Erlöse aus Verträgen mit Kunden (IFRS 15) 95.500 64.529 40.468 36.086 135.968 100.618
Umsatzerlöse aus Leasingverhältnissen (IFRS 16) 50.663 42.094 - - 50.663 42.094
Umsatzerlöse 146.163 106.623 40.468 36.086 186.631 142.712

9. Andere aktivierte Eigenleistungen

Von den aktivierten Eigenleistungen entfallen € 1.007 Tsd. (Vorjahr: € 986 Tsd.) auf aktivierungspflichtige Entwicklungskosten nach IAS 38. Bei diesen Entwicklungskosten handelt es sich insbesondere um Investitionen in die Entwicklung von KVM-Lösungen zum Verlängern und Umschalten von Computersignalen sowie in die Weiterentwicklung der digitalen B2B-Plattform für die Verwaltung von Mitarbeiter-Benefits.

10. Materialaufwand

Der Materialaufwand setzt sich wie folgt zusammen.

In € Tsd. 2023 2022
Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 29.192 22.615
Aufwendungen für bezogene Leistungen 40.120 29.119
Materialaufwand 69.312 51.734

Die Aufwendungen für bezogene Leistungen stehen im Wesentlichen im Zusammenhang mit dem Segment Financial Technologies und enthalten Provisionsaufwendungen in Höhe von € 8.740 Tsd. (Vorjahr: € 10.928 Tsd.), durch den Konzern übernommene Pauschalsteuer in Höhe von € 12.444 Tsd. (Vorjahr: € 6.328 Tsd.) sowie Zinsaufwendungen in Höhe von € 3.382 Tsd. (Vorjahr: € 3.029 Tsd.) im Zusammenhang mit der Rücknahmeverpflichtung von Fahrrädern am Ende der Laufzeit von externen Leasinggesellschaften. Des Weiteren sind in den Aufwendungen für Roh-, Hilfs-, und Betriebsstoffe und für bezogene Waren aufwandswirksame Abwertungen von gebrauchten E-Bikes und Fahrräder von € 6.230 Tsd. (Vorjahr: € -Tsd.) enthalten.

11. Personalaufwand

Der Personalaufwand setzt sich wie folgt zusammen.

In € Tsd. 2023 2022
Löhne und Gehälter 28.093 22.333
Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung 4.267 3.620
Personalaufwand aus Unternehmenszusammenschlüssen 32 -
Personalaufwand ohne anteilsbasierte Vergütung 32.392 25.953
Anteilsbasierte Vergütung (Angabe 40) 704 673
Davon: Mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente 544 673
Davon: Mit Ausgleich Barausgleich 159 -
Davon: Aus Unternehmenszusammenschlüssen 26 -
Personalaufwand 33.095 26.625

Der Personalaufwand aus Unternehmenszusammenschlüssen resultierte aus einer von zwei Vereinbarungen mit Verkäufern von Handelsagenturen, welche der Konzern im Segment Financial Technologies im Berichtszeitraum erwarb. Der Verkäufer, mit dem die erste von zwei Vereinbarungen getroffen wurde, ist seit der Akquisition für den Konzern tätig und soll am 30.12. Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen setzen sich wie folgt zu- sammen.

In € Tsd. 2023 2022
Werbe- und Reisekosten 6.173 4.316
Kosten von Unternehmenszusammenschlüssen 4.337 -
Rechts- und Beratungskosten 3.163 2.575
EDV-Kosten 2.937 2.256
Abschlusserstellung und -prüfung 2.384 3.005
Aufwand Kündigung Handelsagentur 1.827 -
Personaldienstleistungen/ -entwicklung 1.579 -
Periodenfremde Aufwendungen 1.116 -
Versicherungen und Beiträge 945 745
Nebenkosten des Geldverkehrs 799 317
Andere Leasingaufwendungen (Nebenkosten, Service-Komponenten) 572 229
Aufsichtsratsvergütung 284 289
Fremdwährungsverluste 109 111
Aufwendungen Leasingverhältnisse über geringwertige Vermögenswerte 20 21
Due Diligence-Kosten 16 2
Aufwendungen für kurzfristige Leasingverhältnisse 7 0
Sonstige Kosten 4.358 5.677
Sonstige betriebliche Aufwendungen 30.627 19.542

Die Kosten von Unternehmenszusammenschlüssen betreffen die Akquisition der Handelsvertretungen der Bikeleasing und umfassen im Wesentlichen Vergütungen für zuvor bestehende Beziehungen. Die Due Diligence-Kosten beziehen sich hingegen auf die Detailprü- fung potenzieller Unternehmenskäufe, die entweder im jeweiligen Berichtszeitraum abgebrochen wurden, oder zum Abschlussstichtag noch in Bearbeitung sind.

30

  1. Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge setzen sich wie folgt zusammen.

In € Tsd. 2023 2022
Periodenfremde Erträge 2.047 263
Erträge aus Abgang Anlagevermögen 871 -
Verrechnete Sachbezüge KFZ 328 316
Erträge aus Währungsumrechnung 113 184
Investitionszuschüsse (IAS 20) 112 307
Andere sonstige betriebliche Erträge 610 405
Sonstige betriebliche Erträge 4.079 1.475

Die Periodenfremden Erträge resultieren hauptsächlich aus der Auf- lösung abgegrenzter Verbindlichkeiten.

  1. Abschreibungen

Die Abschreibungen umfassen planmäßige Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte von € 20.259 Tsd. (Vorjahr: € 17.430 Tsd.). Davon entfallen Abschreibungen in Höhe von € 3.106 Tsd. (Vorjahr: € 2.286 Tsd.) auf Sachanlagen und auf immaterielle Vermögenswerte, die nicht im Rahmen der Kaufpreis- allokation bei Unternehmenserwerben identifiziert wurden. Die Ab- schreibungen auf Nutzungsrechte aus Leasingverhältnissen betra- gen € 1.446 Tsd. (Vorjahr: € 960 Tsd.). Die Abschreibungen beinhalten auch die planmäßigen Abschreibun- gen auf im Rahmen von Unternehmenserwerben aktivierten imma- teriellen Vermögenswerte (PPA Assets). Diese verteilen sich auf die aktivierten Vermögenswerte wie folgt.

In € Tsd. 2023 2022
Basistechnologie 3.122 3.122
Kundenbeziehungen 8.873 8.903
Marken 2.160 2.160
Vertriebsrechte 1.553 -
Summe 15.707 14.184
  1. Finanzergebnis

Die Finanzierungsaufwendungen setzen sich wie folgt zusammen.

In € Tsd. 2023 2022
Zinsen auf Finanzverbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten 13.327 12.246
Davon: Nicht aus Leasingrefinanzierung 8.641 9.626
Davon: Aus Leasingrefinanzierung 4.686 2.620
Aufwandswirksame Veränderung der Success Fee-Verbindlichkeit 3.054 2.353
Aufwendungen aus Neubewertung von Earn-out-Forderungen 2.936 -
Zinsen auf Leasingverbindlichkeiten 424 119
Sonstige 11 30
Finanzierungsaufwendungen 19.752 14.748

Die Finanzerträge betragen € 524 Tsd. (Vorjahr: € 4.779 Tsd.). Im Vorjahr resultierten € 4.743 Tsd. der Erträge aus der Neubewertung der Earn-out-Verbindlichkeit aus dem Unternehmenskauf der kvm- tec.

  1. Ertragsteuern

Die im Periodenergebnis erfassten Ertragsteuern setzen sich wie folgt zusammen.

In € Tsd. 2023 2022
Tatsächlicher Steueraufwand Laufendes Jahr 5.248 6.240
Latenter Steueraufwand Auflösung temporärer Differenzen 3.832 2.622
Summe 9.080 8.862

31

Veränderung der latenten Steuern 31. Dezember

Veränderung des Konsolidierungs- kreises Erfasst im Nettoumrechnungs- periodenergebnis Latente differenzen Latente Steueransprüche Latente Steuerschulden
In € Tsd. 1. Januar 2023
Geschäfts- oder Firmenwert 422 - (43) (13)
Sonstige immaterielle Vermögenswerte (37.988) 395 3.472 68
Sachanlagen 103.865 - 52.642 -
Vorräte 75 - 38 (0)
Forderungen aus Lieferung und Leistungen (3.062) - (2.177) -
Vertragsvermögenswerte (30) - (119) -
Leasingforderungen (43.547) - (6.772) -
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 14.599 - 8.653 -
Vertragsverbindlichkeiten 290 - 357 -
Finanzverbindlichkeiten (86.708) - (59.874) -
Verbindlichkeiten aus Lieferung und Leistungen 28 - (8) -
Steueransprüche (-schulden) vor Verrechnung (55.439) 180.754 (236.193)
Verrechnung der Steuern - (179.769) 179.769
Steueransprüche (-schulden) netto (55.439) 985 (56.424)
2022
Geschäfts- oder Firmenwert 443 - (50) 28
Sonstige immaterielle Vermögenswerte (44.098) 2.063 3.959 87
Sachanlagen 60.535 - 43.330 -
Vorräte 72 - 2 -
Forderungen aus Lieferung und Leistungen (1.365) - (1.702) 5
Vertragsvermögenswerte (46) - 16 -
Leasingforderungen (35.928) - (7.619) -
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 7.715 - 6.885 -
Vertragsverbindlichkeiten 111 - 179 -
Finanzverbindlichkeiten (39.100) - (47.612) 4
Verbindlichkeiten aus Lieferung und Leistungen 15 - (11) 24
Steueransprüche (-schulden) vor Verrechnung (52.056) 119.276 (171.332)
Verrechnung der Steuern - (118.742) 118.742
Steueransprüche (-schulden) netto (52.056) 534 (52.590)

32

Die latenten Steuerschulden beziehen sich hauptsächlich auf die im Rahmen der Kaufpreisallokation bei dem Erwerb der Tochterunter- nehmen identifizierten Kundenstämme, Basistechnologien und Mar- ken (PPA Assets) und werden künftig mit der fortlaufenden Ab- schreibung dieser PPA Assets ertragswirksam, aber liquiditätsneut- ral aufgelöst. Steuerzahlungen sind hiermit nicht verbunden und es kommt dabei nicht zu Abflüssen von liquiden Mitteln.

Überleitung des effektiven Steuersatzes

Die Unterschiede zwischen dem aufgrund des rechnerischen Steu- ersatzes erwarteten Ertragsteueraufwand und dem tatsächlichen Er- tragsteueraufwand sind der nachfolgenden Tabelle zu entnehmen. Dem angewandten Steuersatz liegt der inländische Konzern-Ertrag- steuersatz zugrunde. Der inländische Konzernsteuersatz setzt sich zusammen aus dem Körperschaftsteuersatz von 15% (Vorjahr: 15%) zuzüglich Solidaritätszuschlag von 5,5% (Vorjahr: 5,5%) und einem Gewerbesteuersatz von 14,7% (Vorjahr: 14,7%). Der Steuer- satz für die Gewerbesteuer ergibt sich aus dem durchschnittlichen Gewerbesteuerhebesatz von 420% (Vorjahr: 420%). Die Steuerabgrenzung für die bei Unternehmenskäufen identifizier- ten Vermögensgegenstände wurde auf der Basis folgender Steuers- ätze gebildet.

  • Bikeleasing: 30% (Vorjahr: 30%)
  • IHSE: 17% bis 28% (Vorjahr: 17% bis 28%).

Ertragsteuerliche Überleitungsrechnung

In € Tsd. 2023 % vom Ergebnis 2022 % vom Ergebnis
Ergebnis vor Ertragsteuern 18.395 19.329
Steuern auf Basis des inländischen Steuersatzes des Unternehmens (5.519) 30% (5.799) 30%
Steuerfreie Erträge 181 (1%) 1.366 (7%)
Steuersatzeffekte 146 (1%) (104) 1%
Steuerliche Neubewertung von Vermögenswerten 14 (0%) - -
Permanente Differenzen (1.241) 7% (692) 4%
Nicht abziehbare Betriebsausgaben (2.104) 11% (1.602) 8%
Gewerbesteuerliche Effekte 846 (5%) 1.415 (7%)
Verluste des laufenden Jahres, für die kein latenter Steueranspruch angesetzt wurde (3.142) 17% (3.446) 18%
Erfassung von Steuereffekten bisher nicht berücksichtigter Verlustvorträge 781 (4%) - -
Periodenfremder steuerlicher (Gewinn)/ Verlust 958 (5%) - -
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag (9.080) 49% (8.862) 46%

Nicht erfasste latente Steueransprüche

Die Konzerngesellschaften verfügen zum Abschlussstichtag über steuerliche Verlustvorträge von € 66.764 Tsd. (Vorjahr: € 56.886 Tsd.). Daraus würde sich ein Steuereffekt von € 20.029 Tsd. (Vorjahr: € 17.066 Tsd.) ergeben. Für diese steuerli- chen Verlustvorträge wurden keine aktiven latenten Steuern ange- setzt, da künftige besteuerbare Erträge in den jeweils relevanten er- tragsteuerlichen Organkreisen zum Abschlussstichtag nicht hinrei- chend konkret waren.

33

  1. Ergebnis je Aktie

Die nachfolgende Tabelle stellt die Ermittlungsrechnung des Ergeb- nisses je Aktie bezogen auf das auf die Aktionäre der BKHT entfal- lende Periodenergebnis dar. Das unverwässerte Ergebnis je Aktie stimmt mit dem verwässerten Ergebnis je Aktie überein. Die im Rahmen des Aktienrückkaufs (Angabe 27) erworbenen 499.971 eigenen Aktien wirkten sich im Berichtszeitraum nicht auf die durchschnittliche Anzahl der ausstehenden Aktien aus, da der Erwerb erst am Ende des Geschäftsjahres erfolgte. Seit dem Aktien- rückkauf betragen die ausstehenden Aktien seit dem 28. Dezember 2023 und zum Abschlussstichtag 10.447.666 Stück. Im Vergleichszeitraum war die durchschnittliche Anzahl der ausste- henden Aktien um 1.118 Stück geringer, da das damalige Tochter- unternehmen Palas Aktien an BKHT hielt. Aktien, die innerhalb des Konzerns gehalten werden, sind nicht gewinnbezugsberechtigt und tragen auch keine Stimmrechte auf der Hauptversammlung.Daher waren diese Aktien aus der Anzahl ausstehender Aktien herauszurechnen. Seit Verkauf der Palas Ende des Jahres 2022 gelten diese Aktien nun wieder als ausstehend.

2023 2022
Periodenergebnis in € Tsd. (3.344) 49.019
Davon: Fortgeführte Aktivitäten (3.344) 1.024
Davon: Aufgegebene Aktivitäten - 47.995
Gewichtete durchschnittliche Anzahl ausstehender Aktien 10.947.637 10.946.519
Ergebnis je Aktie (€) (0,31) 4,48
Davon: Fortgeführte Aktivitäten (0,31) 0,09
Davon: Aufgegebene Aktivitäten - 4,38

Das bereinigte pro-forma Ergebnis je Aktie stellt sich wie folgt dar. Für weitere Informationen dazu wird auf Angabe 6 dieses Anhangs verwiesen.

2023 2022
Bereinigtes Ergebnis auf Anteilseigner der BKHT entfallend in € Tsd. 14.132 7.036
Gewichtete durchschnittliche Anzahl ausstehender Aktien 10.947.637 10.946.519
Bereinigtes Ergebnis je Aktie (€) 1,29 0,64

III. Angaben zu der Bilanz

18. Sachanlagen

Im Berichtszeitraum ergaben sich keine Anhaltspunkte für die Notwendigkeit von außerplanmäßigen Abschreibungen auf Sachanlagen. Für Informationen zur Besicherung von Verbindlichkeiten durch das Anlagevermögen wird auf Angabe 29 dieses Anhangs verwiesen. Für weitere Informationen zu Nutzungsrechten aus Leasingverhältnissen wird auf Angabe 41 dieses Anhangs verwiesen.

In € Tsd. Grundstücke und Gebäude Technische Anlagen und Maschinen Geschäfts- ausstattung Geleistete Anzahlungen, Anlagen im Bau Summe
Anschaffungs- und Herstellungskosten
01.01.2022 8.453 5.117 2.485 3 16.058
Zugänge 29 1.533 849 91 2.503
Abgänge - (2.432) (691) - (3.122)
Abgänge durch Entkonsolidierung (29) (1.736) (853) - (2.618)
Umgliederungen (8.046) - 93 (93) (8.046)
Nettoumrechnungsdifferenzen - 12 26 - 38
31.12.2022 407 2.495 1.909 1 4.815
Zugänge 241 1.216 923 28 2.407
Abgänge - - (280) - (280)
Umbuchungen - - 1 (1) -
Nettoumrechnungsdifferenzen - - (1) - (1)
31.12.2023 648 3.711 2.552 27 6.938
Kumulierte Abschreibungen
01.01.2022 450 888 903 - 2.241
Abschreibungen 225 1.127 687 - 2.039
Abgänge - (473) (610) - (1.083)
Abgänge durch Entkonsolidierung - (808) (493) - (1.302)
Umgliederungen (664) - - - (664)
Nettoumrechnungsdifferenzen - 2 22 - 24
31.12.2022 10 735 510 - 1.255
Abschreibungen 38 1.128 606 - 1.772
Abgänge (17) - (253) - (271)
Umgliederungen - - (1) - (1)
Nettoumrechnungsdifferenzen - - 0 - 0
31.12.2023 30 1.863 862 - 2.756
Leasing-Nutzungsrechte
01.01.2022 1.545 - 795 - 2.339
31.12.2022 3.298 - 773 - 4.071
31.12.2023 7.584 - 1.101 - 8.685
Buchwerte
01.01.2022 9.547 4.229 2.377 3 16.156
31.12.2022 3.695 1.760 2.172 1 7.629
31.12.2023 8.202 1.848 2.791 27 12.868

Operating Leases

Die im Rahmen von Operating Leases vermieteten Vermögenswerte beliefen sich zum Abschlussstichtag auf € 1.285 Tsd. (Vorjahr: € 1.086 Tsd.) und werden in den Sachanlagen bei den technischen Anlagen und Maschinen ausgewiesen. Die Mieterträge aus Operating Leases betrugen im Berichtszeitraum € 455 Tsd. (Vorjahr: € 503 Tsd.).

Aus den erwarteten, ausstehenden, nicht abgezinsten Leasingzahlungen aus Operating Leases werden in den nächsten Jahren folgende Zahlungseingänge erwartet.

In € Tsd. 31.12.2023 31.12.2022
Leasingzahlungen nach Fälligkeit
Bis 12 Monate 652 589
1-2 Jahre 291 198
2-3 Jahre 72 42
3-4 Jahre 5 0
4-5 Jahre - -
> 5 Jahre - -
Gesamt 1.020 829

19. Immaterielle Vermögenswerte und Geschäfts- oder Firmenwert

In € Tsd. Sonstige immaterielle Vermögenswerte Aktivierte EDV-Lizenzen, Software Geleistete Anzahlungen Kundenbeziehungen Zurückerworbene Marken Geschäfts- oder Firmenwert Basistechnologie Vertriebsrechte Summe
Anschaffungs- und Herstellungskosten
01.01.2022 243.579 2.573 1.194 10 23.300 28.474 116.743
Zugänge 367 1.357 548 3 - - -
Abgänge - (15) (54) - - - -
Abgänge durch Entkonsolidierung (22.010) (2.418) (225) - (1.700) (3.500) (4.800)
Umbuchungen - - 3 (13) - - -
Nettoumrechnungsdifferenzen - - - - - - 980
31.12.2022 221.936 1.497 1.465 - 21.600 24.974 112.923
Zugänge - 1.034 1.117 198 - - -
Zugänge aus Unternehmenszusammenschlüssen 897 - - - - - 13.900
Abgänge - - (407) - - - -
Umbuchungen - - 198 (198) - - -
Nettoumrechnungsdifferenzen - - - - - - (465)
31.12.2023 222.833 2.531 2.373 - 21.600 24.974 112.458
Kumulierte Abschreibungen
01.01.2022 - 265 281 - 2.403 7.804 6.249
Abschreibungen - 210 595 - 2.316 3.763 9.343
Abgänge - - (47) - - - -
Abgänge durch Entkonsolidierung - (336) (109) - (680) (2.800) (1.920)
Nettoumrechnungsdifferenzen - - - - - - 121
31.12.2022 - 139 721 - 4.039 8.768 13.793
Abschreibungen - 260 1.074 - 2.160 3.122 8.873
Abgänge - - (407) - - - -
Nettoumrechnungsdifferenzen - - - - - - (24)
31.12.2023 - 399 1.388 - 6.199 11.889 22.642
Buchwerte
01.01.2022 243.579 2.309 913 10 20.897 20.670 110.494
31.12.2022 221.936 1.358 744 - 17.561 16.206 99.130
31.12.2023 222.833 2.133 985 - 15.401 13.085 89.816

Die jährlichen Wertminderungstests des Geschäfts- oder Firmenwerts wurden für alle Geschäftssegmente zum 31. Dezember 2023 durchgeführt. Die Unternehmensplanung erstreckt sich jeweils bis zum Ende des Detailplanungszeitraums fünf Jahre nach dem Abschlussstichtag. Wesentliche Annahmen, auf welche die langfristige Unternehmensplanung sensibel reagiert, sind die Entwicklung des Neugeschäfts und der Einkaufspreise des Materialeinsatzes. Im Segment Financial Technologies sind die Parameter der Refinanzierungssituation zusätzliche sensible Annahmen. Die Entwicklungen wurden aufgrund von Erfahrungen aus der Vergangenheit, auf Basis von öffentlich verfügbaren Daten sowie anhand der bestehenden Kundenkohorten, Vertriebspipelines und der Einschätzung des Managements zu künftigen Marktgegebenheiten bewertet und bestimmt. Die künftig geplanten Zahlungsströme werden unter Anwendung risikoäquivalenter Kapitalisierungszinssätze (vor Steuern) auf den Abschlussstichtag abgezinst. Die zur Diskontierung verwendeten Gesamtkapital- kostensätze bzw. Eigenkapitalkostensatz basieren auf dem risiko- freien Zinssatz sowie auf einer Marktrisikoprämie. Darüber hinaus werden der Beta-Faktor, die Fremdkapitalkosten sowie die Kapital- struktur berücksichtigt, die jeweils individuell für die CGUs auf Basis einer entsprechenden Peer-Group abgeleitet wurden. Die getroffe- nen Annahmen unterliegen einer gewissen Sensitivität.

Der Überprüfung der Werthaltigkeit des Geschäfts- oder Firmen- werts des Segments Security Technologies (€ 80.269 Tsd.) liegen die in nachfolgender Tabelle dargestellten Prämissen zugrunde.

31.12.2023 31.12.2022
Bestimmung des erzielbaren Betrags Nutzungswert Nutzungswert
Abzinsungssatz 8,7% 9,1%
Abzinsungssatz vor Steuern 9,1% 9,6%
Nachhaltige Wachstumsrate 1,5% 1,3%
Geplante EBITDA-Wachstumsrate (Durchschnitt kommende fünf Jahre) 15% 19%

Der auf Basis dieser Prämissen ermittelte Nutzungswert des Seg- ments Security Technologies übersteigt den Buchwert des Seg- ments. Aus diesem Grund ergibt sich keine Wertminderung. Um die Belastbarkeit der Nutzungswerte zu testen, werden die für das Bewertungsmodell herangezogenen wesentlichen Annahmen, wie z.B. das Wachstum der Umsatzerlöse, die Entwicklung der Mar- gen sowie der Abzinsungssatz einer Sensitivitätsprüfung unterzo- gen. Das Management ist der Ansicht, dass keine derzeit realisti- schen Änderungen der wesentlichen Annahmen zu einer Wertmin-derung führen können.

Der Überprüfung der Werthaltigkeit des Geschäfts- oder Firmen- werts des Segments Financial Technologies (€ 142.564 Tsd.) liegen die in nachfolgender Tabelle dargestellten Prämissen zugrunde.

31.12.2023 31.12.2022
Bestimmung des erzielbaren Betrags Nutzungswert Nutzungswert
Abzinsungssatz 13,0% 13,3%
Abzinsungssatz vor Steuern 13,0% 13,3%
Nachhaltige Wachstumsrate 1,1% 1,1%
Geplante EBT-Wachstumsrate (Durchschnitt kommende fünf Jahre) 40% 43%

Der auf Basis dieser Prämissen ermittelte Nutzungswert des Seg- ments Financial Technologies übersteigt den Buchwert des Seg- ments. Aus diesem Grund ergibt sich keine Wertminderung. Um die Belastbarkeit der Nutzungswerte zu testen, werden die für das Bewertungsmodell herangezogenen wesentlichen Annahmen, wie z.B. das Wachstum der Umsatzerlöse, die Entwicklung der Mar- gen sowie der Abzinsungssatz einer Sensitivitätsprüfung unterzo- gen. Das Management ist der Ansicht, dass keine derzeit realisti- schen Änderungen der wesentlichen Annahmen zu einer Wertmin-derung führen können.

20. Vorräte

Die Vorräte setzten sich wie folgt zusammen.

31.12.2023 31.12.2022
Rohstoffe und Verbrauchsgüter 8.773 6.932
Unfertige Erzeugnisse 1.171 1.084
Fertigerzeugnisse 979 717
Zur Verwertung bestimmtes Leasingvermögen 6.770 2.180
Geleistete Anzahlungen 4 -
Vorräte 17.697 10.914

Die Vorräte werden vollständig zur Besicherung von Verbindlichkei- ten genutzt. Für weitere Informationen dazu wird auf Angabe 29 die- ses Anhangs verwiesen. Im Berichtszeitraum wurden aufwandswirk- same Abwertungen für gebrauchte E-Bikes und Fahrräder von€ 6.230 Tsd. vorgenommen.

21. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerte

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen setzten sich wie folgt zusammen.

31.12.2023 31.12.2022
Langfristige Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 18.404 13.883
Kurzfristige Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 17.316 15.434
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 35.720 29.317

Im Berichtszeitraum hat der Konzern im Segment Financial Techno- logies Forderungen aus Lieferungen und Leistungen betreffend künftig zu vereinnahmende Versicherungsprämien im Rahmen einer Verbriefungstransaktion veräußert und diese in der Folge teilweise ausgebucht. Für weitere Informationen dazu wird auf Angabe 22.2 dieses Anhangs verwiesen.Ein Wertminderungsbedarf wird erwartet, wenn verschiedene Tatsachen wie Zahlungsverzug über einen bestimmten Zeitraum oder die Einleitung von Zwangsmaßnahmen vorliegen. Die untenstehende Tabelle zeigt die Entwicklung der Wertberichtigungen in Bezug auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie auf Vertragsvermögenswerte. Für weitergehende Informationen wird auf Angabe 4.12 dieses Anhangs verwiesen.

Wertberichtigungen nach Simplified Approach
| In € Tsd. | Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | Vertragsvermögenswerte |
| :-------------------------------- | :---------------------------------------- | :-------------------- |
| 1. Januar 2022 | 583 | - |
| Verbrauch (2) | - | - |
| Direktabschreibung | - | - |
| Zuführung | 183 | - |
| Auflösung (90) | - | - |
| Wechselkursbedingte und sonstige Veränderungen | 19 | - |
| 31. Dezember 2022 | 694 | - |
| Verbrauch (108) | - | - |
| Direktabschreibung | - | - |
| Zuführung | 562 | - |
| Auflösung | - | - |
| Wechselkursbedingte und sonstige Veränderungen | (16) | - |
| 31. Dezember 2023 | 1.131 | 39 |

22. Leasingforderungen

22.1 Allgemeine Angaben zu Leasingforderungen

Der Konzern ist im Segment Financial Technologies Leasinggeber im Rahmen von Finance Leases. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um die Vermietung von Fahrrädern und E-Bikes zur Nutzung durch Mitarbeiter von Kundenunternehmen. Der Konzern setzt eine Forderung in Höhe des Nettoinvestitionswerts aus dem Leasingverhältnis an. Die von den jeweiligen Leasingnehmern gezahlten Leasingraten werden unter Anwendung der Effektivzinsmethode in einen Zins- und Tilgungsanteil aufgeteilt. Die Forderung aus dem Leasingverhältnis wird vermindert um die erhaltenen Tilgungsanteile fortgeschrieben. Der Zinsanteil der Zahlungen wird in den Umsatzerlösen ausgewiesen und im Periodenergebnis erfasst. Im Berichtszeitraum ergaben sich Zinserträge aus der Nettoinvestition in die Leasingverhältnisse in Höhe von € 17.396 Tsd. (Vorjahr: € 13.187 Tsd.).

Etwa 96% der Fahrräder werden am Ende der Leasinglaufzeit an den Mitarbeiter/ Nutzer des Fahrrads verkauft. Die verbleibenden Fahrräder werden von Fachhändlern oder Drittverwertern erworben bzw. von dem Konzern verwertet.

In der folgenden Tabelle ist die Überleitung der ausstehenden Leasingzahlungen aus Finance Leases zum Nettoinvestitionswert dargestellt.

In € Tsd. 31.12.2023 31.12.2022
Leasingzahlungen nach Fälligkeit
Bis 12 Monate 72.879 56.698
1-2 Jahre 44.241 45.998
2-3 Jahre 20.926 15.618
3-4 Jahre 3.150 2.280
4-5 Jahre 306 279
> 5 Jahre 227 117
Gesamt 141.729 120.990
Nicht garantierte Restwerte 51.622 45.963
Bruttoinvestitionen 193.351 166.953
Noch nicht realisierter Zinsertrag (25.822) (22.164)
Nettoinvestitionen 167.529 144.790

Im Berichtszeitraum sind Leasingforderungen in Höhe von € 411.547 Tsd. (Vorjahr: € 286.707 Tsd.) zugegangen. Durch Forfaitierungen sind im Berichtszeitraum € 245.000 Tsd. (Vorjahr: € 212.120 Tsd.) und durch Verbriefung € 73.844 Tsd. (Vorjahr: € - Tsd.) an Leasingforderungen abgegangen. Dies führte zu einem Abgangsergebnis in Höhe von € 32.003 Tsd. (Vorjahr: € 29.631 Tsd.).

Die Zusammensetzung und die Veränderung der Leasingforderungen sind der nachfolgenden Tabelle zu entnehmen.

In € Tsd. 2023 2022
Entwicklung der Leasingforderungen
Leasingforderungen brutto Periodenbeginn 144.790 120.072
Zugänge Bruttoforderungen 411.547 286.707
Abgänge Bruttoforderungen und erhaltene Zahlungen aus Leasingraten (406.204) (275.176)
Zinsen und ähnliche Erträge/ (Aufwendungen) 17.396 13.187
Leasingforderungen brutto Periodenende 167.529 144.790
Entwicklung der Wertminderungen
Wertminderungen Periodenbeginn (270) (314)
Veränderung kumulierte Wertminderung (58) 44
Wertminderungen Periodenende (328) (270)
Bilanzausweis Leasingforderungen
Leasingforderungen Periodenbeginn 144.520 119.759
Davon: Langfristig 130.887 82.142
Davon: Kurzfristig 13.633 37.617
Leasingforderungen Periodenende 167.201 144.520
Davon: Langfristig 139.544 130.887
Davon: Kurzfristig 27.657 13.633

Ausweis der Leasingforderungen in der Kapitalflussrechnung

Die Veränderung der Leasingforderungen in der Kapitalflussrechnung setzt sich wie folgt zusammen.

In € Tsd. 2023 2022
Zugänge von Leasingforderungen (411.547) (286.707)
Zahlungen von Leasingnehmern 68.272 51.098
Abgänge/ Umgliederungen von Leasingforderungen zu Restbuchwerten 332.719 217.811
Zinsen und ähnliche (Erträge)/ Aufwendungen aus dem Leasinggeschäft (17.396) (13.187)
Sonstige zahlungsunwirksame (Erträge)/ Aufwendungen 5.213 6.267
Veränderung der Wertminderungen 58 (44)
(Zu-)/ Abnahme der Leasingforderungen (22.681) (24.761)

22.2 Übertragung von Leasingforderungen

Durch Forfaitierung übertragene und vollständig ausgebuchte Leasingforderungen

Der Konzern veräußerte im Berichtszeitraum regelmäßig und fortlaufend Leasingforderungen und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen betreffend künftig zu vereinnahmende Versicherungsraten regresslos an externe Refinanzierungspartner (sog. Forfaitierung). Der Konzern tritt im Rahmen der Forfaitierung die Ansprüche gegenüber dem Leasingnehmer aus den Leasingverhältnissen mit allen dazugehörigen Rechten ab. Dies umfasst – abhängig von der Ausgestaltung – die Leasingraten, den Restwert, das Kündigungsrecht, Forderungen und Ansprüche aus einer Kündigung. Die Regelungen dieser Veräußerung haben zur Folge, dass im Wesentlichen alle Chancen und Risiken der veräußerten Forderungen auf die Käufer übergingen. Somit waren die Forderungen durch den Konzern auszubuchen.

Die Forfaitierung erfolgte zu einem Abschlag auf den Nominalwert der künftig zu vereinnahmenden Leasing- und Versicherungsraten bzw. auf die nicht garantierten Restwerte. Der Unterschiedsbetrag zwischen dem für die Forderungen erhaltenen Kaufpreis (abzüglich für künftiges Servicing zu bildenden Verbindlichkeiten) und dem Buchwert der Forderungen (zu fortgeführten Anschaffungskosten) wurde als Ertrag aus dem Abgang von Leasingforderungen in den Umsatzerlösen ausgewiesen und im Periodenergebnis erfasst.

Durch Verbriefung übertragene und vollständig ausgebuchte Leasingforderungen

Im Rahmen einer Verbriefungstransaktion hat der Konzern von Oktober bis Dezember 2023 Leasingforderungen sowie Forderungen aus Lieferung und Leistungen betreffend künftig zu vereinnahmende Versicherungsraten an eine nicht konsolidierte Zweckgesellschaft (Special Purpose Vehicle, SPV) auf nicht revidierender Basis veräußert. Die Transaktion wurde mit einem festgelegten Finanzierungsvolumen in Höhe von € 30.000 Tsd. durchgeführt. In diesem Zusammenhang wurden Forderungen mit einem Buchwert von € 25.827 Tsd. ausgebucht und ein Abgangsgewinn von € 3.734 Tsd. realisiert.

Das SPV verbriefte die betreffenden Forderungen und gab die daraus entstehenden Notes an einen Investor aus. Die Beurteilung der aus den verkauften Forderungen resultierenden Risiken basierte auf dem Kreditrisiko (Ausfallrisiko) und dem Risiko verspäteter Zahlung (Spätzahlungsrisiko). Durch die Verbriefung wurden im Wesentlichen alle mit den Forderungen verbundenen Chancen und Risiken übertragen. Der Konzern ist keinen Kreditrisiken aus den Forderungen ausgesetzt, da diese vollständig durch den Investor getragen werden. Somit wurden diese Forderungen ausgebucht. Die Differenz zwischen dem Kaufpreis der Forderungen und deren Buchwert wurde als Ertrag aus dem Abgang von Leasingforderungen in den Umsatzerlösen ausgewiesen und im Periodenergebnis erfasst.

Durch Verbriefung übertragene aber nicht vollständig ausgebuchte Leasingforderungen

Im Rahmen einer weiteren Verbriefungstransaktion hat der Konzern von Juni bis Oktober 2023 Leasingforderungen sowie Forderungen aus Lieferungen und Leistungen betreffend künftig zu vereinnahmende Versicherungsraten an eine nicht konsolidierte Zweckgesellschaft (Special Purpose Vehicle, SPV) auf nicht revidierender Basis veräußert. Die Transaktion wurde mit einem festgelegten Finanzierungsvolumen in Höhe von € 100.000 Tsd. durchgeführt. Das SPV verbriefte die betreffenden Forderungen und gab die daraus entstehenden Notes an einen Investor aus. Der Kaufpreis der Forderungen wurde zu € 94.797 Tsd. sofort bei Verkauf ausbezahlt. Darüber hinaus soll der Konzern am Ende der Laufzeit der Verbriefung eine weitere Zahlung aus den bis dahin nicht verbrauchten Verlustreserven erhalten. Somit wurden die Leasingforderungen mit einem variablen Kaufpreisabschlag veräußert und der Konzern partizipiert über die Verlustreserven an den Bonitätsrisiken des Forderungsportfolios.

Die Beurteilung der aus den verkauften Forderungen resultierenden Risiken basiert auf dem Kreditrisiko (Ausfallrisiko) und dem Risiko verspäteter Zahlung (Spätzahlungsrisiko). Der Konzern trägt in der Transaktion bestimmte Anteile am Kreditrisiko von insgesamt maximal € 4.034 Tsd. Die übrigen kreditrisikobedingten Ausfälle trägt der Käufer. Das Spätzahlungsrisiko wird weiterhin in voller Höhe von dem Konzern getragen, ist allerdings wertmäßig unwesentlich. Die vertragliche Regelung zur Risikoteilung hat zur Folge, dass der Konzern auch nach Veräußerung der Forderungen immer noch einen Teil der Chancen und Risiken aus den übertragenen Forderungen zurückbehält. Somit wurden im Rahmen des Forderungsverkaufs im Wesentlichen alle Chancen und Risiken, die mit den Forderungen verbunden sind, weder an den Käufer übertragen noch zurückbehalten. Daher ist ein Teilabgang mit Einbuchung eines anhaltenden Engagements (Continuing Involvement) zu bilanzieren. Dieses wird weiterhin unter den Leasingforderungen und den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ausgewiesen. Das Continuing Involvement umfasst die maximale Inanspruchnahme des Konzerns aus den Verlustreserven. Dem Continuing Involvement steht eine damit verbundene Verbindlichkeit (Associated Liability) gegenüber. Der Ausweis erfolgt in den Finanzverbindlichkeiten aus Leasingrefinanzierung (Angabe 29). Die Differenz aus dem Continuing Involvement und der Associated Liability spiegelt den beizulegenden Zeitwert (Fair Value) der Associated Liability wider und wurde zum Zeitpunkt des Forderungsverkaufs aufwandswirksam erfasst.## 23. Sonstige finanzielle Vermögenswerte

Im Berichtszeitraum wurde ein Ertrag aus der Veräußerung dieser Forderungen von € 9.485 Tsd. (Vorjahr: € - Tsd.) als Ertrag aus dem Abgang von Leasingforderungen in den Umsatzerlösen ausgewiesen und im Periodenergebnis erfasst.

In € Tsd.
Buchwert der Forderungen vor Übertragung 87.936 -
      Leasingforderungen 73.844 -
      Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 14.092 -
Buchwert des Continuing Involvement 4.034 -
      Leasingforderungen 3.398 -
      Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 636 -
Fortgeführte Anschaffungskosten der ausgebuchten noch nicht beglichenen Forderungen 80.087 -
Fair Value der Associated Liability 6 -
Buchwert der Associated Liability 4.041 -
In % von den ausgebuchten noch nicht beglichenen Forderungen 5,0% -
Buchwert der Verlustreserve 4.034 -

Die sonstigen finanziellen Vermögenswerte betragen € 19.445 Tsd. (Vorjahr: € 26.165 Tsd.) und umfassen hauptsächlich nicht verfügbare Zahlungsmittel des konsolidierten SPV von € 5.039 Tsd. (Vorjahr: € 8.411 Tsd.) in Zusammenhang mit der Verbriefung von Leasingforderungen aus 2021 sowie Ansprüche auf Erstattung von Umsatzsteuer und gezahlte Kautionen. Darüber hinaus enthält der Posten die Earn-out-Forderung aus der Veräußerung der Palas als bedingte Gegenleistung von € 7.880 Tsd. (Vorjahr: € 10.816 Tsd.). Der Konzern erhält von dem Käufer bis zu zwei zusätzliche Kaufpreiszahlungen von insgesamt bis zu € 16.800 Tsd. abhängig von der Erreichung des bereinigten EBIT der Palas in den Jahren 2023 und 2024. Diese Forderung ist zu jedem Abschlussstichtag neu zu bewerten. Im Berichtszeitraum hat der Konzern die Bewertung der Earn-out-Forderung reduziert. Ursache war das schwierige konjunkturelle Umfeld insbesondere im für Palas besonders relevanten Asien- bzw. Chinageschäft.

24. Zahlungsmittel und -äquivalente

Die Zahlungsmittel und -äquivalente setzen sich wie folgt zusammen.

31.12.2023 31.12.2022
Bankguthaben 53.666 70.800
Kassenbestand 0 0
Zahlungsmittel und -äquivalente in der Bilanz 53.666 70.800
Kontokorrentkredite, die für das Cash Management genutzt werden (697) (19)
In der Kapitalflussrechnung dargestellter Finanzmittelfonds 52.969 70.780

Guthaben bei Kreditinstituten werden mit variablen Zinssätzen für kurzfristig kündbare Guthaben verzinst. Der Buchwert dieser Vermögenswerte entspricht annähernd dem Fair Value.

25. Gezeichnetes Kapital

Das Grundkapital der BKHT zum 31. Dezember 2023 beträgt € 10.947.637 (Vorjahr: € 10.947.637) und setzt sich aus 10.947.637 Namensaktien mit einem anteiligen Betrag des Grundkapitals von je € 1,00 zusammen. Die Verteilung der Aktien auf die Anteilseigner war zum Abschlussstichtag gemäß Stimmrechtsmitteilungen wie folgt.

Anteilseigner %-Anteil
Familie Marco Brockhaus (indirekt) 21,4%
DWS Investment GmbH 6,9%
ABACON Invest GmbH 5,7%
SFCMG Beteiligungs- GmbH & Co. KGaA 4,8%
Bastian Krause 3,9%
ORGENTEC Holding GmbH 3,7%
Dr. Liedtke Vermögensverwaltung GmbH 3,3%
Paladin Asset Management Investmentaktiengesellschaft 3,3%
VESTA GmbH 3,1%
Weiterer Streubesitz 39,3%
Brockhaus Technologies AG (eigene Aktien) 4,6%
Summe 100,0%

Infolge des im Berichtszeitraum durchgeführten Aktienrückkaufprogramms betragen die ausstehenden Aktien seit dem 28. Dezember 2023 und zum Abschlussstichtag 10.447.666.

Genehmigte und bedingte Kapitalien

In der Hauptversammlung der Gesellschaft am 27. Juni 2019 wurde das Grundkapital um bis zu € 425.200 bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2019/I). Das bedingte Kapital dient der Gewährung von Rechten an die Inhaber von Aktienoptionsscheinen aus dem Aktienoptionsprogramm. Es wird auf Angabe 40 dieses Anhangs verwiesen. Mit Beschluss vom 9. Juli 2020 ermächtigte die Hauptversammlung den Vorstand das Grundkapital bis zum 8. Juli 2025 mit Zustimmung des Aufsichtsrats um bis zu insgesamt € 4.959.029 gegen Bar- und/oder Sacheinlage einmal oder mehrmals zu erhöhen, wobei das Bezugsrecht der Aktionäre ausgeschlossen werden kann (Genehmigtes Kapital 2020/II). Gleichzeitig wurden die verbleibenden genehmigten Kapitalien 2017/I, 2019/I und 2020/I aufgehoben. Mit Eintragung in das Handelsregister am 10. Februar 2022 wurde das Grundkapital im Rahmen einer Sachkapitalerhöhung um € 560.829 erhöht. Damit verbleiben aus dem Genehmigten Kapital 2020/II zum Abschlussstichtag € 4.398.200. Mit Beschluss vom 9. Juli 2020 wurde durch die Hauptversammlung das Grundkapital um bis zu € 2.000.000 bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2020/I). Im Zusammenhang mit der Schaffung des bedingten Kapitals 2020/I wurde der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats, Options- und/oder Wandelschuldverschreibungen im Gesamtbetrag von bis zu € 75 Mio. zu begeben.

26. Kapitalrücklage

Die Kapitalrücklage enthält die Aufgelder aus der Ausgabe von Aktien abzüglich Kosten für Kapitalerhöhungen.

27. Eigene Aktien

Am 28. Dezember 2023 vollzog die Gesellschaft ein freiwilliges öffentliches Aktienrückkaufangebot. In diesem Rahmen hat die Gesellschaft 499.971 eigene Aktien zu einem Preis von € 22,00 je Aktie mit einem Volumen von € 10.999 Tsd. erworben. Der auf die eigenen Aktien entfallende Betrag des gezeichneten Kapitals beträgt € 499.971, was einem Anteil von 4,6% entspricht. Von dem Konzern gehaltene eigene Aktien tragen keine Stimmrechte im Rahmen von Hauptversammlungen und keine Gewinnbezugsrechte etc.

28. Gewinnrücklagen

Die Gewinnrücklagen enthalten die kumulierten Periodenergebnisse sowie den kumulierten Personalaufwand aus anteilsbasierter Vergütung mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente von € 1.669 Tsd. (31.12.2022: € 1.125 Tsd.) gem. IFRS 2. Es wird auf Angabe 40 dieses Anhangs verwiesen.

29. Finanzverbindlichkeiten

Die Finanzverbindlichkeiten des Konzerns setzen sich wie folgt zusammen.

Senior-Darlehen

Senior-Akquisitionsdarlehen

Die Senior-Akquisitionsdarlehen wurden zum Zeitpunkt der Unternehmenserwerbe der IHSE und der Bikeleasing aufgenommen. Sie dienen der anteiligen Fremdkapitalfinanzierung der Anteilskaufpreise aus den M&A-Transaktionen und sind in voller Höhe durch Sicherungsübereignung von Vermögenswerten des Anlage- und Umlaufvermögens besichert.

Namensschuldverschreibung

Bikeleasing nutzt eine Namensschuldverschreibung für ihre Finanzierung.

Nachrangdarlehen

Nachrangige Akquisitionsdarlehen

Im Rahmen des Erwerbs der Bikeleasing wurde ein nachrangiges Akquisitionsdarlehen auf Ebene der Zwischenholding BCM Erste Beteiligungs GmbH aufgenommen. Zweck des Nachrangdarlehens ist die anteilige Fremdfinanzierung des Anteilskaufpreises des Unternehmenserwerbs.

Immobiliendarlehen

Die Immobiliendarlehen beziehen sich zum Abschlussstichtag auf ein Bürogebäude der Bikeleasing in Vellmar. Zum Vorjahresstichtag umfasste dieser Posten noch die Baufinanzierung des Hauptsitzes der IHSE. Im Nachgang der Veräußerung dieser Immobilie Anfang des Jahres 2023 wurde dieses Darlehen vollständig zurückgeführt.

Sonstige Finanzverbindlichkeiten

Leasingverbindlichkeiten

Im Konzern bestehen Leasingverbindlichkeiten, welche die passivierten Barwerte der auf den Abschlussstichtag abgezinsten künftigen Zahlungen aus Leasingverhältnissen darstellen. Es wurden im Berichtszeitraum Finanzverbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen in Höhe von € 1.292 Tsd. getilgt sowie € 424 Tsd. als Zinsaufwand für Leasing gezahlt. Zum Abschlussstichtag betragen die künftigen Mittelabflüsse € 14.002 Tsd. Mögliche künftige weitere Mittelabflüsse wurden nicht in den Leasingverbindlichkeiten erfasst, da es nicht hinreichend sicher ist, dass die Leasingverträge verlängert oder gekündigt werden. Angaben zu Nutzungsrechten aus Leasingverhältnissen sind der Angabe 41 dieses Anhangs zu entnehmen.

Success Fee-Verbindlichkeit Bikeleasing

Für die Vermittlung der Bikeleasing-Transaktion hat der Makler einen Anspruch, an der künftigen Wertsteigerung der Bikeleasing anteilig zu partizipieren. Dieser Anspruch wird mit Verkauf der Anteile, bzw. bei Ausbleiben eines Verkaufs, 10 Jahre nach Erwerb fällig. Der Anspruch ist als Verbindlichkeit ausgewiesen.

Langfristig Kurzfristig Gesamt
31.12.2023 31.12.2022 31.12.2023
In € Tsd.
Senior-Darlehen 44.538 42.532 14.093
Senior-Akquisitionsdarlehen 19.427 32.532 4.063
Namensschuldverschreibung 25.111 10.000 10.030
Nachrangdarlehen 26.350 38.932 -
Nachrangige Akquisitionsdarlehen 26.350 38.932 -
Immobiliendarlehen 71 5.112 16
Sonstige Finanzverbindlichkeiten 16.145 7.014 1.783
      Leasingverbindlichkeiten 9.353 3.276 1.357
      Success Fee-Verbindlichkeit Bikeleasing 6.792 3.738 -
Sonstige Darlehen - - 426
Finanzverbindlichkeiten ohne Leasingrefinanzierung 87.104 93.590 15.892
Leasingrefinanzierung 166.649 143.612 9.760
Verbindlichkeiten aus Verbriefung 35.526 71.047 64
Darlehen zur Leasingfinanzierung 95.515 46.730 697
Finanzverbindlichkeiten aus Forfaitierung 6.359 3.894 129
Buyback und Servicing externes Leasing 25.207 21.941 8.871
Associated Liability 4.041 - -
Summe Finanzverbindlichkeiten 253.753 237.202 25.652

Leasingrefinanzierung

Verbindlichkeiten aus Verbriefung

Bikeleasing hat zur Finanzierung ihres starken Wachstums parallel zu den bestehenden Refinanzierungsoptionen von August 2021 bis März 2022 ein Verbriefungsprogramm zusammen mit einer großen deutschen Versicherung durchgeführt. Im Rahmen dieser Verbriefungstransaktion wurden Leasingforderungen mit einem Volumen von € 100.000 Tsd. in mehreren Tranchen an eine Zweckgesellschaft (Special Purpose Vehicle, SPV) verkauft. Für den Ankauf der Leasingforderungen emittierte das SPV sukzessive entsprechende Notes an den Investor.# Als Quelle und Sicherheit für die Bedienung der Notes gelten die im Konzern gehaltenen Leasingforderungen von zum Abschlussstichtag € 30.700 Tsd. Die Notes sind mit 1,25% p.a. fest verzinst und jede Tranche ist gleichrangig zueinander. Das SPV ist aufgrund der Vertragsgestaltung im Konzern zu konsolidieren, weshalb sowohl die Leasingforderungen als auch die verbrieften Verbindlichkeiten (Notes) in der Konzernbilanz ausgewiesen werden.

Darlehen zur Leasingrefinanzierung

Eine weitere Form der Refinanzierung des Leasinggeschäfts besteht in der Darlehensfinanzierung, d.h. der Konzern nimmt Darlehen in Höhe des zu finanzierenden Leasingvolumens bei Banken auf. Die Leasingforderungen und Leasingvermögenswerte dienen dabei als Sicherheit für die Darlehensverbindlichkeiten des Konzerns. Leasingforderungen von € 80.525 Tsd. sind darlehensfinanziert.

Finanzverbindlichkeiten aus Forfaitierung

Neben Leasingforderungen und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen betreffend künftig zu vereinnahmende Versicherungsraten, veräußert der Konzern in dem Segment Financial Technologies auch die Rechte an künftig zu vereinnahmenden Raten aus Inspektionspaketen. Im Gegensatz zu den anderen genannten Sachverhalten, bestehen für die Inspektionspakete keine bilanziellen Vermögenswerte, da die entsprechenden Ansprüche erst über die Dauer der Leasingverhältnisse entstehen. Folglich werden die für forfaitierte Inspektionsraten erhaltenen Zahlungen als Verbindlichkeiten ausgewiesen. Diese Verbindlichkeiten werden durch die fortlaufende Weiterleitung der Inspektionsraten an die externen Finanzierungspartner beglichen. Darüber hinaus erbringt der Konzern für forfaitierte Leasingforderungen weiterhin Dienstleistungen wie z.B. Mahnwesen, Verwertung der Leasingobjekte aus gekündigten Verträgen, Aktenverwahrung und Reporting. Für die Verpflichtung betreffend das künftige Servicing der forfaitierten Leasingforderungen bilanziert der Konzern eine Verbindlichkeit. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um die Abgrenzung künftiger Personalaufwendungen.

Buyback und Servicing externes Leasing

Ein Teil des Leasinggeschäfts wird über konzernfremde Leasinggesellschaften dargestellt. Die Fahrräder werden zu diesem Zweck gegen Erhalt einer Provision an externe Leasingpartner verkauft. Gleichzeitig verpflichtet sich der Konzern diese Fahrräder am Ende der Leasinglaufzeit zu einem Preis von 10% des ursprünglichen Nettokaufpreises zurückzukaufen. Bilanziell handelt es sich aufgrund der festen Rückkaufvereinbarung nicht um Verkäufe, sondern um Finance Leases, für welche eine Restwertforderung sowie eine Verbindlichkeit für die Rückkaufsverpflichtung in gleicher Höhe von € 26.443 Tsd. (Vorjahr: € 26.691 Tsd.) ausgewiesen werden. Es handelt sich hierbei um eine Bilanzverlängerung aufgrund spezieller Regelungen des IFRS 16. Etwa 96% der Fahrräder werden am Ende der Leasinglaufzeit an den Mitarbeiter/ Nutzer des Fahrrads verkauft. Die verbleibenden Fahrräder werden von Fachhändlern oder Drittverwertern erworben bzw. von dem Konzern verwertet. Der verbleibende Betrag der Verbindlichkeit entfällt wie bei der Forfaitierung auf künftiges Servicing.

Associated Liability

Die Associated Liability bezieht sich auf das höchstmögliche Ausfallrisiko eines Continuing Involvement aus einer Verbriefungstransaktion. Für weitere Informationen dazu wird auf Angabe 22.2 dieses Anhangs verwiesen. Informationen darüber, inwieweit der Konzern Zinsänderungs- und Liquiditätsrisiken ausgesetzt ist, finden sich in Angabe 34.4 dieses Anhangs.

Ermittlung der Nettoverschuldung

  • Die Zahlungsmittel und -äquivalente werden in dieser Darstellung zu Analysezwecken von den Darlehen in Abzug gebracht. Eine entsprechende Zweckbindung liegt nicht vor.

Ausweis der Finanzverbindlichkeiten aus Leasingrefinanzierung in der Kapitalflussrechnung

Die Veränderung der Finanzverbindlichkeiten aus Leasingrefinanzierung in der Kapitalflussrechnung setzt sich wie folgt zusammen.

In € Tsd. 2023 2022
Zugänge 80.966 67.924
Gezahlte Annuitäten (71.894) (49.342)
Abgänge von Verbindlichkeiten aus Leasingrefinanzierung (3.704) (1.152)
Zinsaufwand für Verbindlichkeiten aus Leasingrefinanzierung 8.068 5.649
Sonstige zahlungsunwirksame (Erträge)/ Aufwendungen 8.486 2.551
Zu-/ (Abnahme) von Finanzverbindlichkeiten aus Leasingrefinanzierung 21.923 25.630

Überleitung der Bewegungen der Schulden auf die Cashflows aus betrieblicher und Finanzierungstätigkeit

2023

In € Tsd. Betriebliche Tätigkeit Finanzierungstätigkeit Summe
Leasingrefinanzierung Verbriefung
01.01.2023 46.749 71.173 4.169
Aufnahme von Darlehen und sonstigen Fremdmitteln 80.964 -
Auszahlungen aus der Tilgung von Leasingverbindlichkeiten - -
Auszahlungen aus der Tilgung von Darlehen und sonstigen Fremdmitteln (32.177) (35.521)
Geleistete Zinszahlungen (3.475) (721)
Gesamtveränderung des Cashflows 45.312 (36.242) 2
Zugang Leasingverhältnisse nach IFRS 16
Auswirkungen von Wechselkursänderungen
Veränderung durch Unternehmenszusammenschlüsse
Veränderung von Kontokorrentkrediten 678 - -
Abgang
Sonstige Veränderungen 2.055 (1.313)
Zinserträge
Zinsaufwendungen 3.473 660 263
31.12.2023 96.211 35.590 6.488

Vergleichszeitraum 2022

In € Tsd. Betriebliche Tätigkeit Finanzierungstätigkeit Summe
Leasingrefinanzierung Verbriefung
01.01.2022 32.919 65.110 6.272
Aufnahme von Darlehen und sonstigen Fremdmitteln 32.924 35.000
Auszahlungen aus der Tilgung von Leasingverbindlichkeiten - -
Auszahlungen aus der Tilgung von Darlehen und sonstigen Fremdmitteln (18.118) (29.063)
Geleistete Zinszahlungen (1.242) (919)
Gesamtveränderung des Cashflows 13.564 5.018 -
Zugang Leasingverhältnisse nach IFRS 16
Auswirkungen von Wechselkursänderungen
Veränderung des Konsolidierungskreises
Veränderung von Kontokorrentkrediten (976) - -
Sonstige Veränderungen (2.331) 4.705
Zinserträge
Zinsaufwendungen 1.242 1.045 228
31.12.2022 46.749 71.173 4.169

30. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen betrugen € 12.275 Tsd. (Vorjahr: € 14.080 Tsd.). Angaben zu den Liquiditätsrisiken des Konzerns hinsichtlich der Verbindlichkeiten aus Lieferungen werden in Angabe 34.4 dieses Anhangs gemacht.

31. Sonstige Verbindlichkeiten

Die sonstigen Verbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen.

Für Informationen zu der Verbindlichkeit aus anteilsbasierter Vergütung mit Barausgleich wird auf Angabe 40 dieses Anhangs verwiesen. Für Informationen zu der Verbindlichkeit aus Personalaufwendungen aus Unternehmenszusammenschlüssen wird auf Angabe 11 dieses Anhangs verwiesen. Auf Ebene der kvm-tec im Segment Security Technologies besteht eine Managementbeteiligung. Aufgrund der vereinbarten Optionen über die Anteile werden diese nicht als nicht beherrschende Anteile im Eigenkapital sondern als Verbindlichkeit ausgewiesen. Die anderen sonstigen Verbindlichkeiten beziehen sich im Wesentlichen auf ausstehende Rechnungen sowie auf personalbezogene und sonstige Aufwandsabgrenzungen. Während des Berichtszeitraums bestand eine sonstige Verbindlichkeit aus einer bedingten Gegenleistung (Earn-out) aus der Akquisition der kvm-tec. Gemäß der Vereinbarung war der Konzern verpflichtet, dem früheren Eigentümer eine zusätzliche Gegenleistung von bis zu € 5.000 Tsd.# IV. Sonstige Angaben

34. Finanzinstrumente

34.1 Einstufungen und beizulegende Zeitwerte (Fair Values)

Die nebenstehende Tabelle zeigt die Buchwerte und beizulegenden Zeitwerte (Fair Value) finanzieller Vermögenswerte und finanzieller Schulden, einschließlich ihrer Stufen in der Fair Value-Hierarchie. Sie enthält keine Informationen zum Fair Value für finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Schulden, die nicht zum Fair Value bewertet wurden, wenn der Buchwert einen angemessenen Näherungswert für den Fair Value darstellt.

Zum Fair Value bewertete Finanzinstrumente

Art Bewertungstechnik
Bedingte Zahlungsströme: Abgezinste Zahlungsströme: Das szenariobasierte Gegen- Bewertungsmodell berücksichtigt den Barwert der erwarteten Zahlungen, abgezinst mit den Weighted Average Cost of Capital (WACC) des Bewertungsobjekts.

Nicht zum Fair Value bewertete Finanzinstrumente

Art Bewertungstechnik
Finanzverbindlichkeit Abgezinste Zahlungsströme: Das Bewertungsmodell berücksichtigt den Barwert der erwarteten Zahlungen, abgezinst mit dem konzernspezifischen aktuellen Zinssatz.

Buchwerte und Fair Values

Finanzielle Vermögenswerte In € Tsd. Zu fortgeführten Anschaffungskosten Sonstige Schulden Gesamt Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3 Gesamt
31.12.2023
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 35.720 35.720 - 33.547 - 33.547
Sonstige Forderungen 11.565 11.565 - - - -
Leasingforderungen (bewertet gem. IFRS 16) 167.201 167.201 - 167.750 - 167.750
Zahlungsmittel und -äquivalente 53.666 53.666 - - - -
Nicht zum Fair Value bewertete Vermögenswerte 268.151 268.151
Bedingte Gegenleistungen 7.880 7.880 - - 7.880 7.880
Zum Fair Value bewertete Vermögenswerte 7.880 7.880
Darlehen 85.068 85.068 - 85.068 - 85.068
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 12.275 12.275 - - - -
Leasingrefinanzierung 176.410 176.410 - 161.623 - 161.623
Success Fee-Verbindlichkeit Bikeleasing 6.792 6.792 - - 6.792 6.792
Sonstige Verbindlichkeiten 13.154 13.154 - - - -
Nicht zum Fair Value bewertete finanzielle Schulden 293.818 293.818
Bedingte Gegenleistungen - -
Zum Fair Value bewertete finanzielle Schulden - -

Buchwerte und Fair Values am Vorjahresstichtag

Finanzielle Vermögenswerte In € Tsd. Zu fortgeführten Anschaffungskosten Sonstige Schulden Gesamt Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3 Gesamt
31.12.2022
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 29.317 29.317 - - - -
Sonstige Forderungen 26.165 26.165 - - - -
Leasingforderungen (bewertet gem. IFRS 16) 144.520 144.520 - 142.852 - 142.852
Zahlungsmittel und -äquivalente 70.800 70.800 - - - -
Nicht zum Fair Value bewertete Vermögenswerte 270.802 270.802
Bedingte Gegenleistungen 10.816 10.816 - - 10.816 10.816
Zum Fair Value bewertete Vermögenswerte 10.816 10.816
Darlehen 90.947 90.947 - 90.947 - 90.947
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 14.080 14.080 - - - -
Leasingrefinanzierung 153.809 153.809 - 153.136 - 153.136
Success Fee-Verbindlichkeit Bikeleasing 3.738 3.738 - - 3.738 3.738
Sonstige Verbindlichkeiten 13.540 13.540 - - - -
Nicht zum Fair Value bewertete finanzielle Schulden 276.114 276.114
Bedingte Gegenleistungen - -
Zum Fair Value bewertete finanzielle Schulden - -

34.2 Nettogewinne und -verluste

Die nachfolgende Tabelle zeigt die Nettogewinne und -verluste aus finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten.

In € Tsd. 2023 2022
Finanzielle Vermögenswerte
Wertberichtigungen (562) (301)
Abgangsergebnis 29.374 26.366
Nettoergebnis 28.812 26.065
Finanzielle Verbindlichkeiten
Zinsen (13.327) (12.246)
Amortisierung 3.393 1.954
Nettoergebnis (9.934) (10.292)

In den Ergebnisbeiträgen der zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Vermögenswerte sind Gewinne aus dem Abgang von forfaitierten und verbrieften Leasingforderungen in Höhe von € 29.374 Tsd. (Vorjahr: € 26.366 Tsd.) enthalten. Die Amortisierung der Verbindlichkeiten aus Verwaltungs- und Abwicklungsverpflichtungen für das Servicing von forfaitierten und verbrieften Leasingforderungen über die Restlaufzeit des jeweiligen Leasingverhältnisses beträgt € 3.393 Tsd. (Vorjahr: € 1.954 Tsd.) und wird unter den Umsatzerlösen ausgewiesen. Die Aufzinsung der Verbindlichkeiten für die Weiterleitungsverpflichtung von zukünftigen Leasing- und Prämienzahlungen aus der Forfaitierung von Operating Leases von € 291 Tsd. (Vorjahr: € 228 Tsd.) wird im Finanzergebnis ausgewiesen.

34.3 Kreditrisikoexponiertheit

Die nachfolgende Übersicht zeigt die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Vertragsvermögenswerte sowie Leasingforderungen nach Ihrer Einordnung gemäß dem 3-stufigen Modell. Für die Ermittlung der Risikovorsorge nach IFRS 9 wurde die Anwendung des vereinfachten Ansatzes (Simplified Approach) für alle Forderungen aus Lieferungen und Leistung, Vertragsvermögensgegenstände sowie Leasingforderungen gewählt. Die Einteilung der Risikoklassen basiert auf externen Ratinginformationen. Ein erhöhtes Risiko liegt annahmegemäß vor, wenn der zugrunde liegende Bonitätsindex einen bestimmten Schwellenwert überschreitet. Ein weiterer Anstieg über eine zweiten Schwellenwert führt dann zu der Einschätzung „notleidend“.

In € Tsd. 31.12.2023 31.12.2022
Geringes Risiko Erhöhtes Risiko Notleidend Geringes Risiko Erhöhtes Risiko Notleidend
Simplified Approach
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 35.703 466 514 31.690 348 495
Vertragsvermögenswerte 510 - - 100 - -
Leasingforderungen 166.085 380 1.064 143.839 357 594

34.4 Finanzielles Risikomanagement

Der Vorstand der Gesellschaft trägt die Verantwortung für den Aufbau und die Kontrolle des Risikomanagements. Auf Ebene der Tochtergesellschaften sind die Geschäftsführer verantwortlich für das Risikomanagement. Hierzu sind sachgerechte Prozesse für das Kreditoren- und Debitorenmanagement, die Liquiditätsplanung, das Monats-Reporting etc. implementiert. Die Grundzüge und Ziele des Finanzmanagements des Konzerns legt der Vorstand fest. Oberste Ziele sind dabei die Sicherung der Liquidität und die Begrenzung finanzwirtschaftlicher Risiken. Daher ist es auch das Ziel des Konzerns keine Risiken aus der Anlage der liquiden Mittel einzugehen. Um dies zu gewährleisten werden diese Mittel auf Bankkonten bei inländischen Kreditinstituten oder in Form von kurzfristigen deutschen Bundesanleihen gehalten, bis sie benötigt werden, um Unternehmenskäufe zu finanzieren.

Vor dem Hintergrund der guten Liquiditätsausstattung, des sehr erfolgreichen Geschäftsverlaufs 2023 sowie der positiven Zukunftsaussichten möchten wir unsere Aktionäre künftig an unserem Erfolg durch die Zahlung von Dividenden beteiligen. Somit haben wir den Zielzustand unserer bisherigen Dividendenpolitik deutlich früher erreicht als geplant. Bisher sah diese vor, erst in mittelfristiger Zukunft eine regelmäßige Dividende zu zahlen. Im Interesse einer attraktiven Dividendenpolitik strebt Brockhaus Technologies an, eine grundsätzlich stetig steigende Dividende auszuschütten. Diese Dividendenpolitik spiegelt die gegenwärtige Zielsetzung der Gesellschaft wider und kann zukünftig angepasst werden. Darüber hinaus setzt die Dividendenzahlung in jedem Jahr entsprechende Dividendenvorschläge des Vorstands und des Aufsichtsrats voraus, wobei jedes dieser Gremien von dieser Dividendenpolitik unter den dann vorherrschenden Umständen abweichen kann. Über die Dividende entscheidet die Hauptversammlung.

Kreditrisiken

Ein Kreditrisiko ist die Gefahr, dass ein Vertragspartner bei einem Geschäft über ein Finanzinstrument bei dem Konzern finanzielle Verluste verursacht, indem er seinen Verpflichtungen nicht nachkommt. Das Kreditrisiko entsteht grundsätzlich aus den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie aus den Leasingforderungen. Die Buchwerte der finanziellen Vermögenswerte entsprechen dem maximalen Ausfallrisiko. Der Konzern hält am 31. Dezember 2023 Zahlungsmittel und -äquivalente von € 53.666 Tsd. (Vorjahr: € 70.800 Tsd.). Diese Summe stellt somit auch das maximale Ausfallrisiko im Hinblick auf diese Vermögenswerte dar. Der Vorstand überwacht fortlaufend die finanzielle Situation der Banken, bei denen Guthaben gehalten werden. Das Ausfallrisiko des Konzerns wird hauptsächlich durch die individuellen Merkmale der Kunden beeinflusst. Allerdings berücksichtigt der Vorstand auch die Merkmale der gesamten Kundenbasis, einschließlich des Ausfallrisikos der Branchen und der Länder, in denen die Kunden ansässig sind, da diese Faktoren das Ausfallrisiko ebenfalls beeinflussen können.# 56. Finanzielle Risiken (Forts.)

Kreditrisiken

Genaue Angaben zur Konzentration der Umsatzerlöse in bestimmten Bereichen sind der Angabe 8 dieses Anhangs zu entnehmen. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen im Inland, in der Eurozone sowie in Asien und Amerika werden intensiv beobachtet. Der Konzern begrenzt sein Ausfallrisiko bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen durch die Vereinbarung von Vorauszahlungen bei Neukunden oder bei größeren Bestellungen. Für das Leasinggeschäft ist das Adressenausfallrisiko dadurch begrenzt, dass der überwiegende Teil des Leasingvertragsbestands über Forderungsverkäufe im Rahmen von Forfaitierungen sowie durch Verbriefungen refinanziert wird, bei denen das Ausfallrisiko an dritte Parteien übertragen wird. Das verbleibende Adressenausfallrisiko von eigenfinanzierten und darlehensfinanzierten Leasingverträgen sowie im Rahmen von Verbriefungen mit Continuing Involvement wird durch eine branchenübergreifende Debitorengruppe mit geringer Exponiertheit je Einzeldebitor diversifiziert. Zur Bestimmung gegebenenfalls notwendiger Wertberichtigungen verwendet der Konzern ein Verfahren, das eine Schätzung bereits erwarteter Verluste aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ermöglicht. Hierzu wird auf Angabe 21 dieses Anhangs verwiesen. Das maximale Ausfallrisiko für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen am Abschlussstichtag stellt sich wie folgt dar.

In € Tsd. 31.12.2023 31.12.2022
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 35.720 29.317
Maximales Ausfallrisiko Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 35.720 29.317
Leasingforderungen 167.201 144.520
Absicherung durch gegenläufige Verbindlichkeiten aus Rückkaufverpflichtungen (26.443) (26.691)
Maximales Ausfallrisiko Leasingforderungen 140.757 117.829

Marktrisiken

Ein Marktrisiko ist das Risiko, dass sich der Fair Value oder die künftigen Zahlungsströme eines Finanzinstruments aufgrund von Schwankungen der Marktpreise verändern. Unterschieden werden die drei Arten von Risiken: Währungsrisiko, Zinsänderungsrisiko und sonstige Marktpreisrisiken.

Währungsrisiko

Aufgrund der weltweiten Geschäftstätigkeit bestehen für den Konzern eine Reihe von Währungsrisiken. Hierbei wird zwischen Transaktions- und Translationsrisiken unterschieden.

Transaktionsrisiken: Transaktionsrisiken entstehen durch wechselkursinduzierte Wertänderungen von originären Finanzinstrumenten und dem Abschluss von Geschäften mit internationalen Vertragspartnern, soweit sich daraus in der Zukunft Zahlungsströme in anderen Währungen als der funktionalen Währung der jeweiligen Konzerngesellschaft ergeben. Im Rahmen der Finanzrisiko-Management-Prozesse innerhalb der Konzernsteuerung werden Währungsrisiken überwacht und bei Bedarf mit entsprechenden Gegenmaßnahmen durch die Finanzabteilungen der jeweiligen Gesellschaften gesteuert. Die Zielsetzung des Risikomanagements ist es, Auswirkungen von Währungsrisiken auf zukünftige Zahlungsströme auf ein vertretbares Maß zu begrenzen. Das Währungsrisiko wird teilweise dadurch gemindert, dass Waren und Dienstleistungen in den entsprechenden Fremdwährungen beschafft werden. Die Konzerngesellschaften sind verantwortlich für Identifizierung, Bewertung und Überwachung ihrer transaktionsbezogenen Fremdwährungsrisiken.

Translationsrisiko: Einige Konzerngesellschaften befinden sich außerhalb der Eurozone. Der Konzernabschluss wird in Euro aufgestellt und die Abschlüsse dieser Gesellschaften in Euro umgerechnet, woraus wechselkursbedingte Differenzen entstehen können. Die Absicherung dieser Differenzen stellt nicht die primäre Zielsetzung im Währungsrisiko-Management dar. Für jede Währung, die ein signifikantes Risiko für das Unternehmen darstellt, wird eine Sensitivitätsanalyse durchgeführt, die auf folgenden Annahmen basiert: Für die Sensitivitätsanalyse kommen alle monetären Finanzinstrumente des Konzerns infrage, die nicht auf die funktionale Währung der jeweiligen Einzelgesellschaften lauten. Damit bleiben Translationsrisiken unberücksichtigt. Die hypothetischen Effekte in der Gewinn- und Verlustrechnung und beim Eigenkapital für jeden originären Einzelposten, der in die Sensitivitätsanalyse eingeht, bestimmen sich durch Vergleich des Buchwerts (ermittelt anhand des Stichtagskurses) mit dem Umrechnungswert, der sich unter Heranziehung eines hypothetischen Wechselkurses ergibt. Wäre der EUR/USD-Kurs um 10% höher, wäre das Ergebnis vor Steuern um € 202 Tsd. (Vorjahr: € 131 Tsd.) geringer. Wäre der EUR/USD-Kurs um 10% geringer, wäre das Ergebnis vor Steuern um € 247 Tsd. (Vorjahr: € 161 Tsd.) höher. Der Konzern hält finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten ausschließlich in der funktionalen Währung.

Zinsrisiko

Zinsrisiken entstehen, wenn aufgrund von Veränderungen des Marktzinssatzes der beizulegende Zeitwert von Finanzinstrumenten schwankt. Zur Beurteilung des Zinsänderungsrisikos sind die Finanzinstrumente gemäß IAS 32 grundsätzlich in solche mit fester und solche mit variabler Zinsbindung zu unterteilen. Zinsänderungsrisiken bestehen bei variabel verzinslichen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten. Die von dem Konzern aufgenommenen Darlehen unterliegen zum Teil Zinssätzen, die von der Entwicklung des EURIBOR abhängig sind. Ein Zinsänderungsrisiko besteht im Rahmen der Verbriefungstransaktion nicht.

Sonstige Marktpreisrisiken

Im Konzern bestehen keine wesentlichen sonstigen Marktpreisrisiken.

57. Liquiditätsrisiken

Ein Liquiditätsrisiko ist das Risiko, dass der Konzern möglicherweise nicht in der Lage ist, die in Zusammenhang mit den finanziellen Verbindlichkeiten eingegangenen Verpflichtungen zu erfüllen. Der Vorstand überwacht die Liquiditätslage sowie laufende und künftig zu erwartende Abflüsse von liquiden Mitteln im Rahmen der Budgetplanung und des fortlaufenden Controllings. Der Konzern verfügt über gesicherte Bankdarlehen, die Auflagen enthalten. Ein künftiger Verstoß gegen die Auflagen kann dazu führen, dass die Darlehen früher zurückzuzahlen sind. Entsprechend der Vereinbarungen werden die Auflagen systematisch durch den Konzern beobachtet und regelmäßig an den Vorstand berichtet, um die Übereinstimmung mit den Kreditverträgen zu gewährleisten. Dem Liquiditätsrisiko aus dem Leasinggeschäft wird mittels einer hohen Forfaitierungs- bzw. Verbriefungsquote entgegengewirkt. Leasingforderungen werden barwertig bzw. mit einem Kaufpreisabschlag auf die künftig zu erwartenden Leasingraten und nicht garantierten Restwerte liquiditätserhöhend i.d.R. bei Leasingvertragsbeginn an Banken bzw. über SPVs verbrieft und an Investoren verkauft. Im Rahmen der Verbriefungstransaktionen wird die Rückführung der verbrieften Verbindlichkeiten aus den Zahlungseingängen der Leasingforderungen geleistet. Ein Liquiditätsrisiko aus den Verbriefungstransaktionen besteht in Höhe des durch Kaufpreisabschläge zurückbehaltenen Kreditrisikos. Den übrigen Finanzverbindlichkeiten in Zusammenhang mit der Leasingrefinanzierung, stehen entsprechende Leasingforderungen gegenüber. Die erwarteten Zahlungsflüsse aus den Leasingforderungen übersteigen dabei die korrespondierenden Verbindlichkeiten. In der folgenden Tabelle werden die vertraglichen Restlaufzeiten der finanziellen Verbindlichkeiten zum Abschlussstichtag einschließlich geschätzter Zinszahlungen dargestellt. Es handelt sich um nicht diskontierte Bruttobeträge inklusive vertraglicher Zinszahlungen, jedoch ohne Darstellung der Auswirkung von Verrechnungen.

Vertragliche Zahlungsströme nicht derivativer Finanzverbindlichkeiten

In € Tsd. Barwert Summe Bis 12 Monate 1-2 Jahre 2-5 Jahre > 5 Jahre
31.12.2023
Senior-Darlehen 58.631 (64.060) (16.625) (32.938) (14.497) -
Nachrangdarlehen 26.350 (44.818) - - (44.818) -
Immobiliendarlehen 87 (91) (18) (18) (54) (1)
Sonstige Finanzverbindlichkeiten 17.928 (23.648) (2.261) (1.515) (3.284) (16.588)
Leasingrefinanzierung 176.410 (201.797) (94.954) (62.486) (40.943) (3.414)
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 12.275 (12.275) (12.275) - - -
Summe 291.680 (346.688) (126.133) (96.957) (103.596) (20.003)

31.12.2022 | | | | | |
Senior-Darlehen | 46.501 | (51.745) | (5.571) | (15.265) | (30.909) | -
Nachrangdarlehen | 38.932 | (69.818) | - | - | - | (69.818)
Immobiliendarlehen | 5.514 | (5.957) | (462) | (457) | (1.339) | (3.700)
Sonstige Finanzverbindlichkeiten | 7.934 | (10.904) | (1.455) | (1.231) | (1.452) | (6.766)
Leasingrefinanzierung | 153.809 | (160.434) | (65.217) | (76.575) | (18.642) | -
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 14.080 | (14.080) | (14.080) | - | - | -
Summe | 266.771 | (312.938) | (86.784) | (93.528) | (52.342) | (80.284)

58. 35. Kapitalmanagement

Ziel des Konzerns ist es, eine starke Kapitalbasis beizubehalten, um das Vertrauen der Anleger, Gläubiger und der Märkte zu wahren und die nachhaltige Entwicklung des Unternehmens sicherzustellen. Der Vorstand überwacht regelmäßig das Kapital mithilfe der Höhe und der Entwicklung des Leverage. Der Leverage ist definiert als Nettoverschuldung (Angabe 29) zum Abschlussstichtag geteilt durch das bereinigte EBITDA (Angabe 6) der zwölf Monate vor dem betreffenden Abschlussstichtag. Sofern im jeweiligen Berichtszeitraum wesentliche Unternehmenszusammenschlüsse stattgefunden haben, wird auf das bereinigte pro-forma EBITDA abgestellt. Der Konzern strebt einen Leverage von in der Regel bis zu ca. 2,5x, also eine Nettoverschuldung von bis zu ca. dem 2,5-fachen des bereinigten EBITDA an. In Ausnahmefällen, z.B. im Nachgang von Unternehmenskäufen, kann dieser Wert kurz- bis mittelfristig überstiegen werden. Damit soll ein ausgewogenes Verhältnis zwischen einer hohen Rendite, die durch eine bestimmte Fremdkapitalausstattung erzielt werden kann, und den Vorteilen einer starken Eigenkapitalbasis sichergestellt werden. Der Leverage stellt sich wie folgt dar.

In € Tsd. 31.12.2023 31.12.2022
Nettoverschuldung 58.539 37.370
Bereinigtes EBITDA (für 2023 pro-forma) 66.988 47.400
Leverage 0,87x 0,79x

59. 36.# Unternehmenszusammenschlüsse

Im Berichtszeitraum erwarb der Konzern die wesentlichen Vermögenswerte und einen Teil der Verbindlichkeiten der Geschäftsbetriebe (sog. Asset Deal) vier externer Handelsagenturen des Segments Financial Technologies. Die erworbenen Betriebe waren seit mehreren Jahren für Bikeleasing als Handelsvertreter tätig. Die Akquisitionen dienten dem strategischen Interesse, die bisher externen Vertriebsplattformen in den Konzern zu integrieren, um künftig den Vertrieb noch gezielter zu steuern und auf das Know-how und Netzwerk der Mitarbeiter zugreifen zu können. Darüber hinaus entfallen durch die Akquisitionen künftig die Provisionsaufwendungen, die an die Handelsagenturen für deren Vertriebsleistung gezahlt wurden. Dies wirkt sich – auch unter Berücksichtigung von hinzukommenden Aufwendungen – erhöhend auf das EBITDA aus. Die für die erworbenen Handelsagenturen bis zu deren Akquisition angefallenen Provisionsaufwendungen betrugen im Berichtszeitraum € 5.650 Tsd.

Die an die Verkäufer übertragenen Gegenleistungen sind mit ihrem beizulegenden Zeitwert (Fair Value) zum Erwerbszeitpunkt der nachfolgenden Tabelle zu entnehmen. Bei dem Konzern sind mit den Unternehmenszusammenschlüssen verbundene Kosten von € 45 Tsd. für Rechtsberatung angefallen. Darüber hinaus waren von den an die Verkäufer gezahlten Beträgen insgesamt € 4.292 Tsd. als Erfüllung zuvor bestehender Beziehungen zu klassifizieren und damit gem. IFRS 3.52(a) und IFRS 3.B51 aufwandswirksam und nicht als Teil der übertragenen Gegenleistung zu erfassen. Hintergrund ist, dass zwischen dem Konzern und den erworbenen Handelsagenturen Provisionsvereinbarungen bestanden. Wären diese ohne einen Kauf der Handelsagenturen beendet worden, wären dafür Entschädigungszahlungen zu leisten gewesen. Diese Beträge sind in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen des Konzerns ausgewiesen.

Die Bewertung der erworbenen Vermögenswerte und übernommenen Schulden steht unter dem Vorbehalt der Vorläufigkeit aufgrund der zeitlichen Nähe der Transaktionen zum Abschlussstichtag. Es kann innerhalb des Bewertungszeitraums von 12 Monaten nach dem jeweiligen Unternehmenskauf zu Anpassungen kommen.

Der Geschäfts- oder Firmenwert umfasst im Wesentlichen den Wert erwarteter Synergieeffekte und wird in voller Höhe der CGU „Bikeleasing“ zugeordnet.

Hätten die erworbenen Handelsagenturen bereits seit dem Beginn des Berichtszeitraums zu dem Konzern gehört, hätte das Periodenergebnis € 10.065 Tsd. betragen. Auf die Umsatzerlöse des Konzerns hätte sich dies nicht ausgewirkt. Bei der Ermittlung dieses Betrags hat das Management angenommen, dass die vorläufig ermittelten Anpassungen der Fair Values, die zum Erwerbszeitpunkt vorgenommen wurden, auch im Falle eines Erwerbs am 1. Januar 2023 gültig gewesen wären.

Gesammelte Angaben zu den Unternehmenszusammenschlüssen

Handelsagentur h.s.h Handelsagentur B2MM Handelsagentur Bolsenkötter Handelsagentur Römer Summe
Erwerbszeitpunkt 08.05.2023 01.06.2023 01.12.2023 07.12.2023
Zeitpunkt der Erstkonsolidierung 01.05.2023 01.06.2023 01.12.2023 01.12.2023
Übertragene Gegenleistung
Zahlungsmittel 3.000 5.483 3.500 7.500 19.483
Erfüllung zuvor bestehender Beziehungen (505) (1.159) (860) (1.767) (4.292)
Übertragene Gegenleistung 2.495 4.324 2.640 5.733 15.192
Erworbene Vermögenswerte und übernommene Schulden
Sachanlagen (einschließlich Nutzungsrechte) 31 21 8 - 60
Immaterielle Vermögenswerte 2.400 4.200 2.000 5.300 13.900
Latente Steueransprüche 28 37 192 138 395
Leasingverbindlichkeiten (31) (21) (8) - (60)
Identifizierbares erworbenes Nettovermögen 2.428 4.237 2.192 5.438 14.295
Geschäfts- oder Firmenwert
Übertragene Gegenleistung 2.495 4.324 2.640 5.733 15.191
Fair Value der identifizierten Nettovermögenswerte 2.428 4.237 2.192 5.438 14.295
Geschäfts- oder Firmenwert 67 87 448 295 897
Davon: Für Steuerzwecke abzugsfähig - - - - -

In € Tsd.

Zwischen dem jeweiligen Erwerb der Vertriebsagenturen und dem Abschlussstichtag haben diese keine Umsatzerlöse zu denen des Konzerns beigetragen. Der Beitrag der erworbenen Geschäftsbetriebe zum Periodenergebnis von der jeweiligen Kontrollerlangung bis zum Abschlussstichtag ist nicht ermittelbar, da die Betriebe vollständig in das Segment Financial Technologies integriert wurden.

Im Rahmen des Erwerbs einer der Handelsagenturen wurde eine anteilsbasierte Vergütungsvereinbarung mit dem Verkäufer getroffen. Dieser soll nach dem Unternehmenserwerb weiterhin für das Segment Financial Technologies des Konzerns tätig sein. Für weitere Informationen dazu wird auf Angabe 40 dieses Anhangs verwiesen.

Im Rahmen des Erwerbs einer anderen Handelsagentur wurde eine anstellungsähnliche Vereinbarung mit dem Verkäufer getroffen. Dieser soll nach dem Unternehmenserwerb weiterhin für das Segment Financial Technologies des Konzerns tätig sein. Für weitere Informationen dazu wird auf Angabe 11 dieses Anhangs verwiesen.

37. Verzeichnis der Tochterunternehmen

In den Konzernabschluss werden neben der Muttergesellschaft 22 mittelbare und unmittelbare Tochtergesellschaften sowie zwei strukturierte Unternehmen einbezogen. Die nachfolgende Tabelle zeigt den Anteilsbesitz und das Eigenkapital zum Abschlussstichtag sowie das Jahresergebnis des Berichtszeitraums der konsolidierten Unternehmen. Die nebenstehenden Angaben zum Eigenkapital sowie zum Jahresergebnis unterlagen keiner gesonderten Abschlussprüfung.

Unternehmen Sitz Anteil am Kapital Eigenkapital (IFRS) Jahresergebnis (IFRS)
IHSE AcquiCo GmbH Oberteuringen 100,00% 144.564 4.626
IHSE Beteiligungs GmbH Oberteuringen 100,00% 23.408 -
IHSE GmbH Oberteuringen 100,00% 14.679 (1.130)
IHSE Immobilien GmbH Oberteuringen 100,00% 147 1.696
IHSE USA LLC Cranbury, NJ, USA 100,00% 4.756 1.222
IHSE GmbH Asia Pacific Pte Ltd Singapur 100,00% 340 (401)
IHSE China, Co. Ltd. Guangzhou, China 100,00% (55) (264)
KVM-TEC Electronic GmbH Tattendorf, Österreich 93,14% 3.441 (289)
KVM-TEC MPP Verwaltungs GmbH Oberteuringen 100,00% 22 (0)
KVM-TEC MPP GmbH & Co. KG* Oberteuringen 0,00% 324 (14)
BT Erste Beteiligungs GmbH Frankfurt am Main 100,00% 16 (4)
BT Zweite Beteiligungs GmbH Frankfurt am Main 100,00% 69.627 (4)
BCM Erste Beteiligungs GmbH Frankfurt am Main 94,87% 111.712 (6.578)
BLS Beteiligungs GmbH Vellmar 52,09% 244.971 15.459
MFK Holding GmbH Vellmar 52,09% 10.666 0
TIROX Holding GmbH Uslar 52,09% 21.410 -
Iragon Grundstücks GmbH & Co. KG Vellmar 52,09% 224 16
BLS Bikeleasing-Service GmbH & Co. KG Vellmar 52,09% 114.865 17.689
Iragon Verwaltungs GmbH Vellmar 52,09% 11 (1)
BLS Bikeleasing-Service Verwaltungsgesellschaft mbH Vellmar 52,09% 7 (2)
BLS Verwaltungsgesellschaft mbH Vellmar 52,09% 0 (3)
BLS Versicherungs GmbH & Co. KG Vellmar 52,09% 3 18.355
Hofmann Leasing GmbH** Freiburg 52,09% 37.888 3.903
Compartment B der Debt Marketplace SARL* Luxemburg, Luxemburg 0,00% (2.073) 4.273

* Strukturierte Unternehmen
** Mit Eintragung im Handelsregister vom 21.02.2024 umfirmiert in Lesora GmbH

38. Nicht beherrschende Anteile

Die nachfolgende Tabelle zeigt Informationen zu jeder Tochtergesellschaft des Konzerns mit wesentlichen nicht beherrschenden Anteilen (NCI) vor konzerninternen Eliminierungen.

BLS Bikeleasing-Service GmbH & Co. KG BLS Versicherungs GmbH & Co. KG Hofmann Leasing GmbH** Compartment B der Debt Marketplace SARL* TIROX Holding GmbH MFK Holding GmbH BLS Beteiligungs GmbH BCM Erste Beteiligungs GmbH Sonstige Konsolidierung Konzern
In € Tsd.
Nicht beherrschender Anteil 45,09% 45,09% 45,09% 45,09% 45,09% 45,09% 45,09% 5,13% 45,09%
Langfristige Vermögenswerte 51.421 3.476 139.909 17.149 3.614 3.017 308.950 138.109 572 (176.949) 489.269
Kurzfristige Vermögenswerte 108.415 21.581 72.881 16.369 32.711 14.903 23.137 543 100 (210.358) 80.282
Langfristige Verbindlichkeiten (2.911) (576) (166.296) (35.526) 0 0 (27.229) (26.350) (75) (7.325) (266.288)
Kurzfristige Verbindlichkeiten (144.651) (22.768) (8.606) (64) (14.915) (7.254) (59.887) (591) (344) 215.498 (43.580)
Nettovermögen 12.275 1.713 37.888 (2.073) 21.410 10.666 244.971 111.712 253 (179.133) 259.683
Nettovermögen der NCI 5.535 773 17.084 (935) 9.654 4.809 110.458 5.731 114 (113.706) 39.516
Umsatzerlöse 112.804 25.547 67.460 4.951 1.138 1.138 1.250 - 78 (68.153) 146.213
Rohertrag 41.598 25.477 14.338 4.888 1.138 1.138 1.250 - 78 (2.433) 87.472
EBITDA 17.694 23.802 7.974 4.933 993 1.075 (1.299) (22) 30 (1.275) 53.904
Bereinigtes EBITDA* 22.088 23.802 7.974 4.933 993 1.075 (1.299) (22) 30 (1.275) 58.298
EBIT 13.538 23.775 6.738 4.933 992 1.047 (1.299) (22) 19 (8.477) 41.242
Bereinigtes EBIT* 27.578 23.775 6.738 4.933 992 1.047 (1.299) (22) 23 (8.477) 55.287
Periodenergebnis 17.689 18.355 3.903 4.273 - 0 15.459 (6.578) 10 (32.788) 20.322
Periodenergebnis der NCI 8.475 8.794 1.870 2.047 - 0 7.406 (337) 5 (15.599) 12.660
Bereinigtes Ergebnis* 28.250 18.355 3.903 4.273 - 0 15.459 (6.578) 10 (32.788) 30.883
Bereinigtes Ergebnis der NCI* 12.738 8.276 1.760 1.927 - 0 6.970 (2.966) 4 (11.341) 17.368
Cashflow betriebliche Tätigkeit 7.790 326 10.272 - (576) 51 (31) (117) 244 37.379
Cashflow Investitionstätigkeit (16.845) (16) (1.365) - - - - - (232) (18.458)
Cashflow Finanzierungstätigkeit (1.046) - - - - - (419) 640 (18) (19.419) (20.263)
Veränderung der Zahlungsmittel und -äquivalente (10.102) 310 8.907 - (576) 51 (450) 523 (6) (1.342)
An NCI gezahlte Ausschüttungen - - - - - - (15.780) - - (15.780)

* Für weitere Informationen wird auf Angabe 6 dieses Anhangs verwiesen.
** Mit Eintragung im Handelsregister vom 21.02.2024 umfirmiert in Lesora GmbH

Ausschüttungen an nicht beherrschende Anteilseigner

Im Berichtszeitraum erfolgte durch die vollkonsolidierte Konzernge- sellschaft BLS Beteiligungs GmbH (Teilkonzern-Mutter der operati- ven Bikeleasing-Gesellschaften im Segment Financial Technolo- gies) eine Ausschüttung an ihre Gesellschafter in Höhe von € 35.000 Tsd.# Von den Geschäftsanteilen der BLS Beteiligungs GmbH werden 45,09% von konzernfremden Co-Investoren gehalten (40% von den Gründer-Geschäftsführern, 5,09% von einem weiteren Co-Investor). Die verbleibenden 54,91% der Anteile werden von der in diesen Konzernabschluss einbezogenen Zwischenholding BCM Erste Beteiligungs GmbH gehalten (zu 94,87% direkt und indirekt im Eigentum der Brockhaus Technologies AG). Somit erhielt diese einen Anteil von € 19.220 Tsd. und die nicht beherrschenden Anteilseigner von € 15.780 Tsd. aus der Ausschüttung. Die Ausschüttung wurde von der BCM Erste Beteiligungs GmbH in Höhe von € 18.999 Tsd. verwendet, um eine vorzeitige freiwillige Tilgung, nebst Zahlung aufgelaufener Zinsen, auf ihr Nachrangdarlehen zu leisten. Nach dieser Tilgung bestand zum Abschlussstichtag im Konzern noch der verbleibende Teil dieses Nachrangdarlehens von € 26.350 Tsd.

39. Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen

Die Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen des Konzerns betrugen im Berichtszeitraum € 2.572 Tsd. (Vorjahr: € 2.459 Tsd.) und entfielen mit € 2.312 Tsd. (Vorjahr: € 2.330 Tsd.) auf Forschungsaufwendungen und nicht aktivierungsfähige Entwicklungsaufwendungen sowie mit € 260 Tsd. (Vorjahr: € 129 Tsd.) auf planmäßige Abschreibungen aktivierter Entwicklungsaufwendungen.

40. Anteilsbasierte Vergütung

Der Aufwand für anteilsbasierte Vergütungen setzte sich wie folgt zusammen.

In € Tsd. 2023 2022
Mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente 544 673
Mit Barausgleich 159 -
Summe 704 673

Anteilsbasierte Vergütung mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente

Mit Beschluss der Hauptversammlung vom 27. Juni 2019 initiierte der Konzern ein Aktienoptionsprogramm für seine Mitarbeiter. Motivation für das Aktienoptionsprogramm ist, dass die Konzernleitung davon ausgeht, dass dieses einen geeigneten Leistungsanreiz für die Optionsberechtigten im Sinne der Wertsteigerung des Konzerns darstellt. Entsprechend den Aktienoptionsbedingungen haben die Inhaber ausübbarer Optionen das Recht, Aktien zu deren Wert am Tag der Optionsgewährung zu erwerben. Die Optionen unterliegen einer Wartezeit von vier Jahren ab Ausgabe und verfallen, wenn das Anstellungsverhältnis des Berechtigten mit dem Konzern endet. Ein Anteil von 1/48 der jeweils zugeteilten Optionen wird monatlich unverfallbar (Vesting). Die Ausübung der Optionen ist bedingt durch ein langfristiges Erfolgsziel, welches voraussetzt, dass die Steigerung des Aktienkurses (inkl. Dividenden) zwischen Ausgabe und Ausübung der Optionen mindestens 15% beträgt. Der Ausgleich erfolgt in Form von neuen Aktien an dem Mutterunternehmen (Eigenkapitalinstrument) gegen Zahlung des Ausübungspreises durch den Optionsberechtigten. Der Konzern hat das Recht, nicht aber die Pflicht, den Optionsberechtigten anstelle der zu liefernden Aktien einen Barausgleich zu leisten. Der Beschluss der Hauptversammlung ermächtigt den Vorstand, unter Genehmigung des Aufsichtsrats, im Rahmen eines genehmigten Kapitals, insgesamt 425.200 Aktienoptionsrechte auszugeben.

Die Entwicklung der ausstehenden Optionen im Berichtszeitraum war wie folgt.

Ausübungs- preis* in € Anzahl
Ausstehende Optionen 01.01.2023 296.146
Im Berichtszeitraum gewährte Optionen 57.354
verwirkte Optionen (3.959)
ausgeübte Optionen -
verfallene Optionen -
Ausstehende Optionen 31.12.2023 349.541
Ausübbarere Optionen 31.12.2023 -
  • Gewichteter durchschnittlicher Ausübungspreis

Die zum Abschlussstichtag ausstehenden Optionen haben Ausübungspreise von € 17,44 bis € 32,00. Die gewichtete durchschnittliche Restlaufzeit beträgt 1,8 Jahre. Die Bewertung der Optionen zum Ausgabezeitpunkt erfolgte unter Verwendung einer Monte Carlo-Simulation. Die zur Optionsbewertung verwendeten Parameter sind der folgenden Darstellung zu entnehmen.

Bewertungsparameter |
------- |
Gewichteter durchschnittlicher Aktienkurs | € 22,36
Gewichteter durchschnittlicher Ausübungspreis | € 22,79
Laufzeit der Optionen | 4 Jahre
Erwartete Volatilität | 19,5% - 41,5%
Erwartete Dividendenrendite | 0,0%
Risikofreier Zinssatz | 0,0% – 2,4%

Für die Dividendenrendite wurde ein Prozentsatz von Null angesetzt, da die Optionsbedingungen einen Anpassungsmechanismus umfassen. Dieser sieht eine Reduzierung des Ausübungspreises in Höhe der über die Laufzeit der Option pro Aktie gezahlten Dividenden vor. Eine frühzeitige Ausübung von Optionen wurde bei der Bewertung nicht berücksichtigt, da eine solche grundsätzlich nicht vorgesehen ist. Die erwartete Volatilität wurde anhand der historischen Volatilität des Aktienkurses von Vergleichsunternehmen sowie von BKHT bestimmt. Insofern beruht die erwartete Volatilität unmittelbar auf einer historischen Volatilität. Bei der Ermittlung des Fair Value der Optionen wurde als weiteres Ausstattungsmerkmal das Performance-Ziel von 15% Aktienkurssteigerung über die Laufzeit der Optionen berücksichtigt, indem im Rahmen des Monte Carlo-Modells, Optionserlöse auf simulierte Kurse unterhalb des Performance-Ziels eliminiert wurden.

Anteilsbasierte Vergütung mit Barausgleich

Die anteilsbasierte Vergütung mit Barausgleich von € 26 Tsd. (Vorjahr: € - Tsd.) resultierte aus einer Vereinbarung mit dem Verkäufer einer Handelsagentur, welche der Konzern im Segment Financial Technologies (Bikeleasing) im Berichtszeitraum erwarb. Der Verkäufer ist seit der Akquisition für den Konzern tätig und soll im Falle einer künftigen Veräußerung der Bikeleasing und unter der Voraussetzung der Fortführung des Arbeitsverhältnisses einen zusätzlichen variablen Kaufpreis erhalten. Die zusätzliche Zahlung soll 0,15% des Betrages entsprechen, um den die Bewertung der Bikeleasing im Rahmen des Verkaufs einen Betrag von € 300 Mio. übersteigt. Diese künftige Zahlung ist an die Bedingung geknüpft, dass der Verkäufer bis Ende des Jahres 2026 noch bei dem Konzern angestellt ist. Somit ist diese künftige Zahlung als Vergütung für eine Arbeitsleistung zu betrachten und nicht als nachgelagerte Kaufpreiszahlung für den Unternehmenserwerb. Die Aufwandserfassung erfolgt mit dem Grant Date Fair Value im Personalaufwand abgezinst über die Laufzeit verteilt. Die daraus resultierende Verpflichtung wird in den sonstigen Verbindlichkeiten (Angabe 31) ausgewiesen. Die Verbindlichkeit ist zu jedem Abschlussstichtag neu zu bewerten. Die Veränderung, die über den Grant Date Fair Value hinaus geht, wird im Finanzergebnis erfasst. Die Vereinbarung wurde im Dezember 2023 geschlossen und somit ist im Berichtszeitraum lediglich ein Zwölftel des jährlichen Betrages als Aufwand erfasst. Die verbleibende anteilsbasierte Vergütung mit Barausgleich von € 133 Tsd. (Vorjahr: € - Tsd.) resultierte aus einem virtuellen Aktienoptionsprogramm.

41. Leasingverhältnisse

Der Konzern mietet im Bereich Grundstücke und Gebäude in erster Linie Büroräume sowie Produktions- und Lagerflächen. Zum Abschlussstichtag bestanden Leasingverträge über Immobilien mit einer Restlaufzeit von bis zu 16 Jahren. Weitere Leasingverhältnisse haben Restlaufzeiten von bis zu 4 Jahren. Leasingverträge können Verlängerungs- und Kündigungsoptionen umfassen. Die Konditionen werden individuell verhandelt und beinhalten eine Vielzahl unterschiedlicher Regelungen. Einige Immobilienleasingverhältnisse enthalten Verlängerungsoptionen, die durch den Konzern ausübbar sind. Die Verlängerungsoptionen sind nur durch den Konzern und nicht durch den Leasinggeber ausübbar. Der Konzern beurteilt am Bereitstellungsdatum, ob die Ausübung von Verlängerungsoptionen hinreichend sicher ist. Der Konzern beurteilt erneut, ob die Ausübung von Verlängerungsoptionen hinreichend sicher ist, wenn signifikante Ereignisse oder signifikante Änderungen von Umständen, die innerhalb seiner Kontrolle liegen, eintreten. Nutzungsrechte über gemietete Immobilien und Kraftfahrzeuge werden im Sachanlagevermögen ausgewiesen (Angabe 18). Die nachfolgende Darstellung zeigt Nutzungsrechte an Vermögenswerten aus Leasingverhältnissen, die im Anlagevermögen ausgewiesen sind. Für Informationen zu den Aktivitäten des Konzerns als Leasinggeber wird auf Angabe 22 dieses Anhangs verwiesen.

Nutzungsrechte Betriebs- und Geschäftsausstattung Summe
In € Tsd. Grundstücke und Gebäude
Stand zum 1. Januar 2022 1.545 795
Zugänge von Nutzungsrechten 2.879 692
Abschreibungen auf Nutzungsrechte (1.096) (402)
Abgänge aus Unternehmensverkauf (26) (311)
Währungsdifferenzen (4) -
Stand zum 31. Dezember 2022 3.298 773
Zugänge von Nutzungsrechten 5.625 386
Zugänge aus Unternehmenszusammenschlüssen - 60
Abschreibungen auf Nutzungsrechte (1.014) (432)
Umbuchungen (314) 314
Währungsdifferenzen (12) -
Stand zum 31. Dezember 2023 7.584 1.101

42. Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen

Mitglieder des Managements in Schlüsselpositionen

Bezogen auf den Konzern umfassen die Mitglieder des Managements in Schlüsselpositionen die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrates der BKHT. Für Informationen zu Bezügen der Organmitglieder wird auf Angabe 46 dieses Anhangs verwiesen.

Sonstige nahestehende Unternehmen und Personen

Die Vorstandsmitglieder nehmen Positionen in anderen Unternehmen ein, infolge derer sie die Beherrschung oder maßgeblichen Einfluss auf die Finanz- und Geschäftspolitik dieser Unternehmen haben. Ein Teil dieser Unternehmen tätigte im Berichtszeitraum Geschäfte mit Brockhaus Technologies. Die Brockhaus Private Equity GmbH, mit Sitz in Frankfurt wird von dem Vorstandsvorsitzenden der BKHT beherrscht und vermietet Geschäftsräume an die Brockhaus Technologies AG im Rahmen eines Untermietvertrags.

Wert der Geschäftsvorfälle Ausstehende Salden
In € Tsd. 2023
Sonstige Nahestehende Untermiete

Das Honorar des Abschlussprüfers zeigt die als Aufwand erfassten Honorare der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft für die an die BKHT sowie an die konsolidierten Tochterunternehmen erbrachten Leistungen. Dieses setzt sich wie folgt zusammen.

In € Tsd. 2023 2022
Abschlussprüfung 609 494
Andere Bestätigungsleistungen 78 61
Sonstige Leistungen - -
Summe 687 555

Die Abschlussprüfungsleistungen betreffen im Berichtszeitraum die Prüfung des Konzernabschlusses und der Jahresabschlüsse sowie alle für die Abschlussprüfungsleistungen erforderlichen Leistungen. Die anderen Bestätigungsleistungen beinhalten im Berichtszeitraum die inhaltliche Prüfung des Vergütungsberichtes sowie die Erteilung von anderen Bestätigungsleistungen (freiwillige Prüfungsleistungen). Die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft prüft die Brockhaus Technologies AG als kapitalmarktorientiertes Unternehmen seit ihrem Börsengang im Jahr 2020.

Mitarbeiter

Die nachfolgende Übersicht zeigt die durchschnittliche Mitarbeiteranzahl des Konzerns.

Durchschnittliche Anzahl 2023 2022
Vollzeit 323 323
Teilzeit 65 71
Sonstige 38 41
Mitarbeiter gesamt 426 435

Die Anzahl der Mitarbeiter zum Abschlussstichtag setzte sich wie folgt zusammen.

Anzahl 31.12.2023 31.12.2022
Vollzeit 350 278
Teilzeit 76 54
Sonstige 41 40
Mitarbeiter gesamt 467 372

Organe der Gesellschaft

Der Vorstand der BKHT setzt sich wie folgt zusammen.

  • Vorstandsvorsitzender (CEO): Herr Marco Brockhaus
  • Mitglied des Vorstands (COO/ Legal Counsel): Herr Dr. Marcel Wilhelm

Der Aufsichtsrat der BKHT besteht laut Satzung aus sechs Mitgliedern, soweit sich nicht aus zwingenden gesetzlichen Vorschriften etwas anderes ergibt und setzte sich im Berichtszeitraum aus den folgenden Mitgliedern zusammen.

  • Vorsitzender: Herr Dr. Othmar Belker, selbstständiger Berater
  • Stellvertretender Vorsitzender: Herr Michael Schuster, selbstständiger Rechtsanwalt
  • Mitglied des Aufsichtsrats: Herr Martin Bestmann, Geschäftsführer einer Beratungsgesellschaft
  • Mitglied des Aufsichtsrats: Herr Prof. Dr. Christoph Hütten, selbstständiger Unternehmensberater
  • Mitglied des Aufsichtsrats: Frau Dr. Natalie Krebs, Aufsichtsrätin
  • Mitglied des Aufsichtsrats: Herr Matthias Memminger, Berater (seit 21. Juni 2023)

Gesamtbezüge der Organmitglieder

Der Vorsitzende des Aufsichtsrats erhält eine jährliche feste Vergütung von € 90 Tsd., der stellvertretende Vorsitzende von € 60 Tsd. und die übrigen Mitglieder des Aufsichtsrats erhalten jeweils eine jährliche feste Vergütung von € 30 Tsd. Die Mitglieder des Aufsichtsrats (nicht jedoch der Vorsitzende oder der stellvertretende Vorsitzende) erhalten für die Mitgliedschaft in einem Ausschuss jährlich zusätzlich € 2 Tsd., für den Vorsitz eines Ausschusses € 20 Tsd. Die Mitglieder des Aufsichtsrats erhalten daneben den Ersatz ihrer Auslagen sowie der ggfs. auf ihre Vergütung zu entrichtenden Umsatzsteuer. Im Berichtszeitraum betrug die Vergütung des Aufsichtsrats € 279 Tsd. (Vorjahr: € 292 Tsd.).

Die Vergütung der Mitglieder des Vorstands nach IAS 24.17 setzt sich wie folgt zusammen.

In € Tsd. 2023 2022
Kurzfristig fällige Leistungen 2.004 1.931
Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses - -
Anteilsbasierte Vergütung 168 -
Andere langfristig fällige Leistungen - -
Summe 2.172 1.931

Zum Abschlussstichtag beträgt die Höhe des ausstehenden Betrags aus kurzfristig fälligen Leistungen € 866 Tsd. (Vorjahr: € 990 Tsd.). Die Vergütung der Mitglieder des Vorstands nach § 314 HGB betrug im Berichtszeitraum € 2.000 Tsd. (Vorjahr: € 1.931 Tsd.). Die Grundzüge des Vergütungssystems und die individualisierte Angabe der Vergütung von Vorstand und Aufsichtsrat sind im Vergütungsbericht dargestellt.

Entsprechenserklärung 2023 zum Deutschen Corporate Governance Kodex

Die Erklärung von Vorstand und Aufsichtsrat der Brockhaus Technologies AG gemäß § 314 Nr. 8 HGB i.V.m § 161 AktG zum Deutschen Corporate Governance Kodex für das Geschäftsjahr 2023 wurde abgegeben. Die Erklärung wurde durch die Veröffentlichung auf der Internetseite www.brockhaus-technologies.com unter der Rubrik Investor Relations, Unterrubrik Corporate Governance dauerhaft öffentlich zugänglich gemacht.

Ergebnisverwendung

Zum Abschlussstichtag weist die Gesellschaft einen Bilanzgewinn von € 20.733 Tsd. (Vorjahr: Bilanzverlust von € 6.873 Tsd.) nach HGB aus. Dieser setzt sich zusammen aus dem Bilanzverlust des Vorjahres zuzüglich dem handelsrechtlichen Jahresüberschuss 2023 von € 38.032 Tsd. abzüglich der Verrechnung aus den im Zuge des Aktienrückkaufs erworbenen eigenen Aktien von € 10.426 Tsd. Der Hauptversammlung soll vorgeschlagen werden, eine Dividende von € 0,22 je Aktie auszuschütten. Bei der derzeitigen Anzahl gewinnberechtigter Aktien entspräche dies einer Ausschüttung von € 2.298 Tsd. (Vorjahr: € - Tsd.). Auf Basis des auf die Aktionäre entfallenden bereinigten Ergebnisses (Angabe 6) entspricht dies einer Ausschüttungsquote von 17%. Der verbleibende Bilanzgewinn soll auf neue Rechnung vorgetragen werden.

Ereignisse nach dem Abschlussstichtag

Zwischen dem Abschlussstichtag und der Veröffentlichung dieses Konzernabschlusses sind keine Ereignisse von besonderer Bedeutung eingetreten.

Frankfurt am Main, den 25. März 2024
Brockhaus Technologies AG
Der Vorstand
Marco Brockhaus
Dr. Marcel Wilhelm

Versicherung der gesetzlichen Vertreter

Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im zusammengefassten Lagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.

Frankfurt am Main, den 25. März 2024
Brockhaus Technologies AG
Der Vorstand
Marco Brockhaus
Dr. Marcel Wilhelm