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Blue Cap AG — Annual Report 2011
Jul 25, 2012
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Annual Report
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Publication
Blue Cap AG
München
Jahresabschluss zum 30. Juni 2011
Bilanz zum 30. Juni 2011
der Blue Cap AG, München
Aktiva
| Stand am 30.6.2011 EUR |
Stand am 30.6.2010 EUR |
|
|---|---|---|
| A. Anlagevermögen | ||
| I. Immaterielle Vermögensgegenstände | ||
| Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte | 1,00 | 1,00 |
| II. Sachanlagen | ||
| Betriebs- und Geschäftsausstattung | 4.991,00 | 2.111,00 |
| III. Finanzanlagen | ||
| 1. Anteile an verbundenen Unternehmen | 3.608.903,00 | 5.100.905,50 |
| 2. Beteiligungen | 1.398.775,55 | 1.899.525,55 |
| 5.007.678,55 | 7.000.431,05 | |
| B. Umlaufvermögen | ||
| I. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände | ||
| 1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 48.249,71 | 65.484,44 |
| 2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen | 605.563,57 | 549.600,91 |
| 3. Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht | 1.488,50 | 94.455,78 |
| 4. Sonstige Vermögensgegenstände | 310.003,61 | 16.198,87 |
| 965.305,39 | 725.740,00 | |
| II. Wertpapiere | 0,00 | 118.872,01 |
| III. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten | 348.792,34 | 122.208,90 |
| C. Rechnungsabgrenzungsposten | 19.117,00 | 19.169,00 |
| 6.345.885,28 | 7.988.532,96 | |
| Passiva | ||
| Stand am 30.6.2011 EUR |
Stand am 30.6.2010 EUR |
|
| A. Eigenkapital | ||
| I. Ausgegebenes Kapital | ||
| 1. Gezeichnetes Kapital | 3.000.000,00 | 2.700.000,00 |
| 2. Nennbetrag eigener Anteile | -25.000,00 | 0,00 |
| 2.975.000,00 | 2.700.000,00 | |
| Bedingtes Kapital: EUR 1.250.000,00 | ||
| II. Kapitalrücklage | 5.394.987,99 | 4.810.487,99 |
| III. Rücklage für eigene Anteile | 0,00 | 118.872,01 |
| IV. Bilanzverlust | -3.520.145,98 | -880.238,64 |
| 4.849.842,01 | 6.749.121,36 | |
| B. Rückstellungen | ||
| Sonstige Rückstellungen | 76.250,00 | 60.950,00 |
| C. Verbindlichkeiten | ||
| 1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 1.000.304,78 | 726.296,44 |
| 2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 3.417,68 | 13.530,04 |
| 3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | 117.773,75 | 360.000,00 |
| 4. Sonstige Verbindlichkeiten | 298.297,06 | 78.635,12 |
| 1.419.793,27 | 1.178.461,60 | |
| 6.345.885,28 | 7.988.532,96 |
Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Juli 2010 bis zum 30. Juni 2011
der Blue Cap AG, München
| 2010/2011 EUR |
2009/2010 EUR |
|
|---|---|---|
| 1. Umsatzerlöse | 899.840,22 | 360.893,46 |
| 2. Sonstige betriebliche Erträge | 763,08 | 105.132,18 |
| 900.603,30 | 466.025,64 | |
| 3. Materialaufwand | ||
| Aufwendungen aus Anteilsverkäufen | 568.325,10 | 0,00 |
| 4. Personalaufwand | ||
| a) Löhne und Gehälter | 442.236,09 | 346.628,41 |
| b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung | 33.942,67 | 28.100,67 |
| 476.178,76 | 374.729,08 | |
| 5. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen | 1.153,97 | 1.471,13 |
| 6. Sonstige betriebliche Aufwendungen | 497.555,42 | 259.288,67 |
| -642.609,95 | -169.463,24 | |
| 7. Erträge aus Beteiligungen | 329.000,00 | 0,00 |
| 8. Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens | 0,00 | 10.500,00 |
| 9. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge | 39.134,18 | 31.017,66 |
| 10. Abschreibungen auf Finanzanlagen | 2.336.399,00 | 0,00 |
| 11. Zinsen und ähnliche Aufwendungen | 71.278,24 | 3.033,40 |
| -2.039.543,06 | 38.484,26 | |
| 12. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit | -2.682.153,01 | -130.978,98 |
| 13. Erstattete Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | -1,55 | -11,48 |
| 14. Erstattete sonstige Steuern (i. V. Sonstige Steuern) | -42.244,12 | 68.049,45 |
| 15. Jahresfehlbetrag | -2.639.907,34 | -199.016,95 |
| 16. Verlustvortrag | -880.238,64 | -681.221,69 |
| 17. Bilanzverlust | -3.520.145,98 | -880.238,64 |
Anhang für das Geschäftsjahr 2010/2011
der Blue Cap AG, München
A. Allgemeine Angaben zu Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
I. Vorbemerkung
Für die Aufstellung des Jahresabschlusses der Gesellschaft finden hinsichtlich der Bilanzierung und der Bewertung die Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) und des Aktiengesetzes (AktG) Anwendung.
Die Gesellschaft ist gemäß § 267 Abs. 1 HGB eine kleine Kapitalgesellschaft und macht von den Erleichterungsvorschriften des § 288 HGB teilweise Gebrauch. Hinsichtlich der Angaben nach § 285 Nr. 11 HGB macht die Gesellschaft von dem Wahlrecht gemäß § 286 Abs. 3 Satz 1 Nr. 1 HGB Gebrauch, soweit die Beteiligungen für die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von untergeordneter Bedeutung sind.
Der Jahresabschluss wurde erstmals nach den Vorschriften des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes (BilMoG) aufgestellt. Die bisherige Form der Darstellung und die bisher angewandten Bewertungsmethoden wurden insoweit angepasst. Eine Durchbrechung der Stetigkeit liegt insoweit nicht vor (Art. 67 Abs. 8 S. 1 EGHGB). Die Vorjahreszahlen wurden entsprechend Art. 67 Abs. 8 5.2 EGHGB nicht angepasst. Durch die Anwendung des BilMoG ergaben sich insbesondere Änderungen bei der Bilanzierung von eigenen Anteilen. Unter Außerachtlassung der Änderungen durch das BilMoG entsprechen Darstellung, Gliederung, Ansatz und Bewertung des Jahresabschlusses den Vorjahresgrundsätzen. Die Postenbezeichnungen der §§ 266 und 275 HGB wurden teilweise an die tatsächlichen Posteninhalte angepasst.
II. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
Die entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögensgegenstände sind zu Anschaffungskosten vermindert um planmäßige kumulierte Abschreibungen bewertet. Die Abschreibungen werden linear über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer vorgenommen.
Das Sachanlagevermögen ist mit den Anschaffungs-/Herstellungskosten angesetzt und, soweit abnutzbar, um planmäßige Abschreibungen vermindert. Die Abschreibungen erfolgen über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer und werden nach der linearen Methode vorgenommen. Für geringwertige abnutzbare bewegliche Gegenstände des Sachanlagevermögens kommen unter Berücksichtigung der Wesentlichkeit Vereinfachungsregelungen (Sofortabschreibung bzw. typisierte Abschreibung im Rahmen der Bildung von Sammelposten) zur Anwendung.
Finanzanlagen sind zu Anschaffungskosten bzw. dem niedrigeren beizulegenden Wert bewertet. Bei den verbundenen Unternehmen war im Geschäftsjahr eine Abschreibung auf den niedrigeren beizulegenden Wert am Abschlussstichtag aufgrund der wirtschaftlichen Situation einer Gesellschaft erforderlich.
Die Forderungen sowie die sonstigen Vermögensgegenstände sind zu Nennwerten bzw. zum niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt. Den in den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen enthaltenen Risiken wird durch die Bildung angemessen dotierter Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen.
Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen und sind mit dem Erfüllungsbetrag bewertet, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist. Zukünftige Preis- und Kostensteigerungen werden berücksichtigt, sofern ausreichend objektive Hinweise für deren Eintritt vorliegen.
Die Verbindlichkeiten sind mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt worden.
B. Erläuterung des Jahresabschlusses
I. Bilanz
1. Anlagevermögen
Die gesondert dargestellte Entwicklung des Anlagevermögens ist integraler Bestandteil des Anhangs.
2. Umlaufvermögen
In den Forderungen gegen verbundene Unternehmen (EUR 605.563,57) sind Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von EUR 36.346,51 (i. V. EUR 53.907,50) enthalten.
Die Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht (EUR 1.488,50), betreffen wie im Vorjahr in voller Höhe Forderungen aus Lieferungen und Leistungen.
Die unter den sonstigen Vermögensgegenständen erfassten Beträge haben Vermögenscharakter und betreffen im Wesentlichen eine Kaufpreisforderung (EUR 199.500,00) sowie Ansprüche aus Steuererstattungen (EUR 88.264,48). Die sonstigen Vermögensgegenstände betreffen in Höhe von EUR 16.720,00 Forderungen gegen Aktionäre.
Sämtliche Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind innerhalb eines Jahres fällig.
3. Gezeichnetes Kapital
Das Grundkapital der Gesellschaft beträgt EUR 3.000.000,00. Es ist eingeteilt in 3.000.000 auf den Inhaber lautende nennwertlose Stückaktien. Der auf die Stückaktien entfallende anteilige Betrag des Grundkapitals im Sinne von § 8 Abs. 3 AktG beträgt EUR 1,00.
Durch Beschluss der Hauptversammlung vom 6. November 2007 wurde die Schaffung eines neuen genehmigten Kapitals (Genehmigtes Kapital 2007/I) beschlossen und der Vorstand bis zum 31. Oktober 2012 ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft mit Zustimmung des Aufsichtsrates durch einmalige oder mehrmalige Ausgabe neuer, auf den Inhaber lautender nennwertloser Stückaktien (Stammaktien) gegen Bareinlagen und/oder Sacheinlagen um bis zu EUR 1.000.000,00 zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2007/I).
Von dem genehmigten Kapital hat der Vorstand mit Beschluss vom 18. April 2008 und Zustimmung des Aufsichtsrats gemäß Beschluss vom 21. April 2008 zum Teil Gebrauch gemacht. Das Grundkapital ist gegen Bareinlage um EUR 200.000,00 durch die Ausgabe von 200.000 neuen, auf den Inhaber lautenden nennwertlosen Stückaktien mit einem rechnerischen Anteil am Grundkapital von je EUR 1,00 erhöht worden. Die Zeichnung der neuen Stammaktien erfolgte zum Ausgabebetrag von EUR 2,50 je Aktie. Die Kapitalerhöhung wurde am 13. Mai 2008 in das Handelsregister beim Amtsgericht München eingetragen.
Der Vorstand hat mit Beschluss vom 30. September 2008 und Zustimmung des Aufsichtsrates vom selben Tag vom genehmigten Kapital (Genehmigtes Kapital 2007/I) zum Teil Gebrauch gemacht. Das Grundkapital ist gegen Bareinlage um EUR 300.000,00 durch die Ausgabe von 300.000 neuen, auf den Inhaber lautenden nennwertlosen Stückaktien mit einem rechnerischen Anteil am Grundkapital von je EUR 1,00 erhöht worden. Die Zeichnung der neuen Stammaktien erfolgte zum Ausgabebetrag von EUR 3,30 je Aktie. Die Kapitalerhöhung wurde am 7. November 2008 in das Handelsregister beim Amtsgericht München eingetragen.
Der Vorstand hat mit Beschluss vom 10. August 2010 und Zustimmung des Aufsichtsrates vom selben Tag aufgrund der von der Hauptversammlung vom 6. November 2007 erteilten Ermächtigung teilweise vom genehmigten Kapital (Genehmigtes Kapital 2007/I) Gebrauch gemacht. Das Grundkapital ist um EUR 300.000,00 durch die Ausgabe von 300.000 neuen, auf den Inhaber lautenden nennwertlosen Stückaktien mit einem rechnerischen Anteil am Grundkapital von je EUR 1,00 gegen Bareinlagen erhöht worden. Die Zeichnung der neuen Stammaktien erfolgte zum Ausgabebetrag von EUR 2,50 je Aktie. Die Kapitalerhöhung wurde am 18. August 2010 in das Handelsregister beim Amtsgericht München eingetragen.
Das Genehmigte Kapital vom 6. November 2007 (Genehmigtes Kapital 2007/I) beträgt nach teilweiser Ausschöpfung noch EUR 200.000,00.
Die Hauptversammlung vom 14. November 2008 hat die Schaffung eines neuen genehmigten Kapitals (Genehmigtes Kapital 2008/I) beschlossen. Demnach wurde der Vorstand bis zum 31. Oktober 2013 ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft mit Zustimmung des Aufsichtsrates durch einmalige oder mehrmalige Ausgabe neuer, auf den Inhaber lautender nennwertloser Stückaktien (Stammaktien) gegen Bareinlagen und/oder Sacheinlagen um bis zu EUR 750.000,00 zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2008/I).
Aufgrund der von der Hauptversammlung vom 14. November 2008 erteilten Ermächtigung hat der Vorstand mit Beschluss vom 10. Juni 2010 und der Zustimmung des Aufsichtsrates vom selben Tag vom genehmigten Kapital (Genehmigtes Kapital 2008/I) teilweise Gebrauch gemacht. Das Grundkapital ist gegen Bareinlage um EUR 200.000,00 durch die Ausgabe von 200.000 neuen, auf den Inhaber lautenden nennwertlosen Stückaktien mit einem rechnerischen Anteil am Grundkapital von je EUR 1,00 erhöht worden. Die Zeichnung der neuen Stammaktien erfolgte zum Ausgabebetrag von EUR 2,50 je Aktie. Die Kapitalerhöhung wurde am 28. Juni 2010 in das Handelsregister beim Amtsgericht München eingetragen.
Das Genehmigte Kapital vom 14. November 2008 (Genehmigtes Kapital 2008/I) beträgt nach teilweiser Ausschöpfung noch EUR 550.000,00.
Die Hauptversammlung vom 12. November 2010 hat die Schaffung eines neuen genehmigten Kapitals (Genehmigtes Kapital 2010/I) beschlossen. Demnach wurde der Vorstand bis zum 31. Oktober 2015 ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft mit Zustimmung des Aufsichtsrates durch einmalige oder mehrmalige Ausgabe neuer, auf den Inhaber lautender nennwertloser Stückaktien (Stammaktien) gegen Bareinlagen und/oder Sacheinlagen um bis zu EUR 750.000,00 zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2010/I).
Das Grundkapital der Gesellschaft ist mit Beschluss der Hauptversammlung vom 13. November 2009 um EUR 1.250.000,00 durch die Ausgabe von bis zu 1.250.000 neuen, auf den Inhaber lautenden nennwertlosen Stückaktien bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2009/I). Das bedingte Kapital dient der Gewährung von Aktien an Inhaber oder Gläubiger von Wandelschuldverschreibungen.
Die Hauptversammlung vom 13. November 2009 hat den Vorstand bis zum 31. Oktober 2014 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrates einmalig oder mehrmals auf den Inhaber lautende Schuldverschreibungen im Gesamtnennbetrag von bis zu EUR 1.250.000,00 zu begeben und den Inhabern von Schuldverschreibungen Umtauschrechte auf insgesamt bis zu 1.250.000 auf den Inhaber lautende Stückaktien der Gesellschaft mit einem anteiligen rechnerischen Betrag am Grundkapital von bis zu EUR 1.250.000,00 nach näherer Maßgabe der jeweiligen Bedingungen der Schuldverschreibungen (Wandelbedingungen) zu gewähren (Wandelschuldverschreibungen).
Die Gesellschaft hat 25.000 eigene Aktien im Bestand. Dabei handelt es sich um auf den Inhaber lautende nennwertlose Stückaktien, deren nomineller Anteil am Grundkapital 0,83 % beträgt. Der auf die Stückaktien entfallende anteilige Betrag des Grundkapitals im Sinne von § 8 Abs. 3 AktG beträgt EUR 25.000,00.
Der Bestand entwickelte sich wie folgt:
| Datum | Anzahl | Betrag des Grundkapitals EUR |
Anteil am Grundkapital % |
Erwerbspreis EUR |
Veräußerungspreis EUR |
|---|---|---|---|---|---|
| Bestand zum 30.06.2010 | 61.500 | 61.500 | * 2,28 | 118.428,10 | |
| 02.07.2010 | 500 | 500 | * 0,00 | 1.300,00 | |
| 23.07.2010 | ./. 5.000 | ./. 5.000 | * 0,00 | 12.300,00 | |
| 19.01.2011 | ./. 30.000 | ./. 30.000 | ** 1,00 | 90.000,00 | |
| 22.02.2011 | ./. 2.000 | ./. 2.000 | ** 0,00 | 8.500,00 | |
| 25.000 | 25.000 | ** 0,83 | |||
| 30.06.2011 | 25.000 | 25.000 | ** 0,83 |
Mit Inkrafttreten des BilMoG ist ein Ausweis der eigenen Anteile auf der Aktivseite mit korrespondierendem Ausweis einer Rücklage für eigene Anteile nicht mehr zulässig. Infolgedessen wurde der Ausweis der eigenen Aktien an die Bestimmungen des § 272 Abs. 1 a HGB angepasst. Der Nennwert der eigenen Anteile (TEUR 25) wurde offen von dem gezeichneten Kapital abgesetzt. Die darüber hinausgehenden Anpassungen wurden mit der Kapitalrücklage verrechnet.
Die eigenen Aktien sind dazu bestimmt, die im Zusammenhang mit Unternehmenszusammenschlüssen oder Unternehmenstransaktionen stehenden Tausch- und/oder Kaufpreisverpflichtungen und sonstigen Zahlungsverpflichtungen zu erfüllen. Sie sind nicht zum Eigenhandel bestimmt.
Der Erlös aus der Veräußerung der eigenen Anteile wurde zur Erfüllung von sonstigen Zahlungsverpflichtungen verwendet.
*) Anteil am Grundkapital bezogen auf EUR 2.700.000,00
**) Anteil am Grundkapital bezogen auf EUR 3.000.000,00
4. Kapitalrücklage
Die Kapitalrücklage entwickelte sich wie folgt:
| EUR | |
|---|---|
| Stand 1. Juli 2010 | 4.810.487,99 |
| Zuführung zur Kapitalrücklage nach § 272 Abs. 2 Nr. 4 HGB infolge der Auflösung der Rücklage für eigene Anteile im Übergangszeitpunkt nach BilMoG | 118.872,01 |
| Verrechnung des Bilanzansatzes der eigenen Anteile, soweit der Ansatz den Nennbetrag der eigenen Anteile übersteigt, mit der Kapitalrücklage nach § 272 Abs. 2 Nr. 4 HGB im Übergangszeitpunkt nach BilMoG | -57.372,01 |
| Zuführung zur Kapitalrücklage nach § 272 Abs. 2 Nr. 1 HGB aus dem Agio aus der Kapitalerhöhung zum 10. August 2010 | 450.000,00 |
| Auflösung der Kapitalrücklage nach § 272 Abs. 2 Nr. 4 HGB infolge des Erwerbs eigener Anteile | -800,00 |
| Zuführung zur Kapitalrücklage nach § 272 Abs. 2 Nr. 1 HGB infolge des Verkaufs eigener Anteile, soweit der Veräußerungspreis den ursprünglichen Kaufpreis der eigenen Anteile übersteigt | 35.817,02 |
| Zuführung zur Kapitalrücklage nach § 272 Abs. 2 Nr. 4 HGB infolge des Verkaufs eigener Anteile | 37.982,98 |
| Stand 30. Juni 2011 | 5.394.987,99 |
In Höhe der vom Gezeichneten Kapital abgesetzten Nennwerte eigener Anteile (EUR 25.000,00) ist in der Kapitalrücklage nach § 272 Abs. 2 Nr. 4 HGB ein Betrag enthalten, der unter Kapitalschutzgesichtspunkten eine Ausschüttungssperre darstellt.
5. Rücklage für eigene Anteile
Im Rahmen der Neuregelungen des BilMoG wurde gem. § 272 Abs. 1 a HGB die Rücklage für eigene Anteile aufgelöst und der Betrag der Kapitalrücklage nach § 272 Abs. 2 Nr. 4 HGB zugeführt.
6. Bilanzverlust
Der Bilanzverlust entwickelte sich wie folgt:
| EUR | |
|---|---|
| Stand 1. Juli 2010 | -880.238,64 |
| Jahresfehlbetrag 2010/2011 | -2.639.907,34 |
| Stand 30. Juni 2011 | -3.520.145,98 |
7. Sonstige Rückstellungen
Die sonstigen Rückstellungen beinhalten im Wesentlichen Rückstellungen für Aufsichtsratsvergütungen (EUR 22.500,00), für die Erstellung und Prüfung des Jahresabschlusses (EUR 24.100,00) sowie für Personalkosten (EUR 25.400,00).
8. Verbindlichkeiten
Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen (EUR 117.773,53) betreffen kurzfristige Ausleihungen.
Die sonstigen Verbindlichkeiten (EUR 298.297,06) beinhalten in Höhe von EUR 32.048,72 (i. V. EUR 78.451,00) Verbindlichkeiten aus Steuern.
In den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind Verbindlichkeiten in Höhe von EUR 333.333,34 mit einer Restlaufzeit von größer einem Jahr und kleiner fünf Jahren enthalten. Die übrigen Verbindlichkeiten haben wie alle Vorjahresverbindlichkeiten eine Restlaufzeit bis zu einem Jahr.
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von EUR 500.000,00 sind besichert durch die Verpfändung von Anteilen an verbundenen Unternehmen sowie der Gewinnbezugsrechte hierauf.
9. Haftungsverhältnisse
Für den Investitionskredit eines verbundenen Unternehmens hat die Gesellschaft eine selbstschuldnerische Bürgschaft bis zum Höchstbetrag von EUR 500.000,00 als Sicherheit gestellt.
Die Gesellschaft hat eine Rückbürgschaft für den Vorstand der Gesellschaft übernommen, der wiederum für den vorgenannten Investitionskredit eine selbstschuldnerische Bürgschaftsverpflichtung in Höhe von EUR 300.000,00 eingegangen ist.
Außerdem hat die Gesellschaft eine Rückbürgschaft für den Vorstand der Gesellschaft übernommen, der für den Kontokorrentkredit der Münchner Bank eG, München, eine selbstschuldnerische Bürgschaft in Höhe von EUR 500.000,00 eingegangen ist.
Die Inanspruchnahme aus Bürgschaften und der Gestellung von Sicherheiten aufgrund der gegenwärtigen Bonität und des bisherigen Zahlungsverhaltens der Begünstigten wird als gering eingeschätzt. Erkennbare Anhaltspunkte, die eine andere Beurteilung erforderlich machen würden, liegen dem Vorstand nicht vor.
II. Gewinn- und Verlustrechnung
Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt und gegliedert.
Die Umsatzerlöse beinhalten Erlöse aus Dienstleistungen und Weiterverrechnungen (EUR 478.660,21) sowie Erlöse aus dem Verkauf von Beteiligungen (EUR 421.180,01).
Unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind im Wesentlichen Betriebsaufwendungen (EUR 59.673,74), Verwaltungsaufwendungen (EUR 227.474,72), Vertriebsaufwendungen (EUR 17.749,68) sowie Wertminderungen des Umlaufvermögens (EUR 192.657,28) erfasst.
Die Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens des Vorjahres betrafen vollständig verbundene Unternehmen.
Die Erträge aus Beteiligungen (EUR 329.000,00) betreffen verbundene Unternehmen.
In den sonstigen Zinsen und ähnlichen Erträgen (EUR 39.134,18) sind Zinserträge aus verbundenen Unternehmen in Höhe von EUR 34.220,25 (i. V. EUR 26.401,26) enthalten.
Die Abschreibungen auf Finanzanlagen betreffen in voller Höhe außerplanmäßige Abschreibungen auf ein verbundenes Unternehmen.
Periodenfremde Erträge sind in Höhe von EUR 48.444,21 unter den sonstigen Steuern enthalten. Periodenfremde Aufwendungen sind in Höhe von EUR 23.440,00 unter den Zinsen und ähnlichen Aufwendungen sowie in Höhe von EUR 4.636,00 unter den sonstigen Steuern enthalten.
C. Sonstige Angaben
1. Organe der Gesellschaft
Aufsichtsrat
Der Aufsichtsrat besteht lt. Satzung aus drei Mitgliedern und setzte sich im Geschäftsjahr 2010/2011 wie folgt zusammen:
| Herr Dr. Hans Seifert (Unternehmensberater), Krailing (Vorsitzender) | |
| Herr Dr. Frank Seidel (Diplom Wirtschaftsingenieur), Neutraubling (Stellvertretender Vorsitzender) | |
| Herr Dr. Stefan Berz (Wirtschaftsprüfer), Gräfelfing |
Vorstand
Im abgelaufenen Geschäftsjahr erfolgte die Geschäftsführung durch den Vorstand, Herrn Dr. Hannspeter Schubert (Unternehmensberater), Grub/Valley.
Er vertritt die Gesellschaft stets einzeln und ist befugt, im Namen der Gesellschaft mit sich als Vertreter eines Dritten Rechtsgeschäfte abzuschließen.
2. Unternehmen, an denen ein Anteilsbesitz von mindestens 20 % besteht
Die Gesellschaft ist am Bilanzstichtag an folgenden Unternehmen mit mindestens 20 % beteiligt:
| Nr. | Name | Sitz | Beteiligungsquote % |
Beteiligt über Nr. |
Eigenkapital TEUR |
Jahresergebnis TEUR |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. | H. Schreiner Verwaltungs GmbH | Ottobrunn | 100,00 | 2.995 | 83 | |
| 2. | H. Schreiner Test- und Sonderanlagen GmbH | Ottobrunn | 100,00 | 1. | 380 | - 1 |
| 3. | H. Schreiner TESTING SYSTEMS INC. | Clawson/USA | 100,00 | 2. | -21 | -12 |
| 4. | SMB-David GmbH | Herrsching | 70,00 | 326 | -2.031 2 | |
| 5. | PLANATOL Holding GmbH | Rohrdorf | 94,00 | 6.181 | 1.023 | |
| 6. | PLANATOL System GmbH | Rohrdorf | 100,00 | 5. | 55 | - 1 |
| 7. | PLANATOL Adhesive GmbH | Rohrdorf | 100,00 | 5. | 533 | - 1 |
| 8. | PLANATOL Coating GmbH (vormals PLANATOL-RECO GmbH) | Rohrdorf | 100,00 | 5. | 40 | -144 |
| 9. | Biolink Gesellschaft für Verbindungstechnologien mbH | Waakirchen | 79,85 | 5. | 604 | 387 |
| 10. | PLANATOL France S.à.r.l. | Bonneuil sur Marne/Frankreich | 100,00 | 7. | 249 | 26 |
| 11. | New Medical Technology GmbH | München | 100,00 | 25 | - 3 | |
| 12. | inheco Industrial Heating and Cooling GmbH | Planegg | 41,96 | 1.104 | 274 |
1 Ergebnisabführungsvertrag
2 Werte lt. vorläufigem Jahresabschluss zum 31.12.2010
3 Die Gesellschaft wurde in 2011 gegründet und hat daher noch keinen Jahresabschluss erstellt; Eigenkapital lt. Eröffnungsbilanz
3. Aktionärsstruktur
Die Southern Blue Beteiligungsgesellschaft mbH, München, besitzt mehr als den vierten Teil aller Aktien, hält aber keine Mehrheitsbeteiligung an der Blue Cap AG, München.
Mit Mitteilung vom 6. September 2010 hat die Seidel knowledge GmbH, Neutraubling, der Blue Cap AG, München, mitgeteilt, dass ihr mehr als der vierte Teil der Aktien an der Gesellschaft gehört.
München, 26. September 2011
Blue Cap AG
Vorstand
Dr. Hannspeter Schubert
Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2010/2011
der Blue Cap AG, München
| Anschaffungs-/Herstellungskosten | ||||
|---|---|---|---|---|
| Stand am 1.7.2010 EUR |
Zugänge EUR |
Abgänge EUR |
Stand am 30.6.2011 EUR |
|
| --- | --- | --- | --- | --- |
| I. Immaterielle Vermögensgegenstände | ||||
| Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte | 3.700,00 | 0,00 | 0,00 | 3.700,00 |
| II. Sachanlagen | ||||
| Betriebs- und Geschäftsausstattung | 4.692,60 | 4.033,97 | 0,00 | 8.726,57 |
| III. Finanzanlagen | ||||
| 1. Anteile an verbundenen Unternehmen | 5.100.905,50 | 866.716,60 | 22.320,10 | 5.945.302,00 |
| 2. Beteiligungen | 2.014.124,55 | 45.255,00 | 546.005,00 | 1.513.374,55 |
| 7.115.030,05 | 911.971,60 | 568.325,10 | 7.458.676,55 | |
| 7.123.422,65 | 916.005,57 | 568.325,10 | 7.471.103,12 |
| Kumulierte Abschreibungen | |||
|---|---|---|---|
| Stand am 1.7.2010 EUR |
Zugänge EUR |
Stand am 30.6.2011 EUR |
|
| --- | --- | --- | --- |
| I. Immaterielle Vermögensgegenstände | |||
| Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte | 3.699,00 | 0,00 | 3.699,00 |
| II. Sachanlagen | |||
| Betriebs- und Geschäftsausstattung | 2.581,60 | 1.153,97 | 3.735,57 |
| III. Finanzanlagen | |||
| 1. Anteile an verbundenen Unternehmen | 0,00 | 2.336.399,00 | 2.336.399,00 |
| 2. Beteiligungen | 114.599,00 | 0,00 | 114.599,00 |
| 114.599,00 | 2.336.399,00 | 2.450.998,00 | |
| 120.879,60 | 2.337.552,97 | 2.458.432,57 |
| Buchwerte | ||
|---|---|---|
| Stand am 30.6.2011 EUR |
Stand am 30.6.2010 EUR |
|
| --- | --- | --- |
| I. Immaterielle Vermögensgegenstände | ||
| Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte | 1,00 | 1,00 |
| II. Sachanlagen | ||
| Betriebs- und Geschäftsausstattung | 4.991,00 | 2.111,00 |
| III. Finanzanlagen | ||
| 1. Anteile an verbundenen Unternehmen | 3.608.903,00 | 5.100.905,50 |
| 2. Beteiligungen | 1.398.775,55 | 1.899.525,55 |
| 5.007.678,55 | 7.000.431,05 | |
| 5.012.670,55 | 7.002.543,05 |
Lagebericht für das Geschäftsjahr 2010/2011
der Blue Cap AG, München
A) Geschäfts- und Rahmenbedingungen
Gesamtwirtschaftliche Entwicklung
Die deutsche Wirtschaft konnte mit dem stärksten Wachstum seit der Wiedervereinigung die Wirtschaftskrise überwinden. Im Gesamtjahr 2010 erhöhte sich das Bruttoinlandsprodukt (BIP) preisbereinigt um 3,6 %. Getragen durch die Verbesserung der globalen Konjunktur und den ansteigenden Außenhandel wurden im Frühjahr 2010 vermehrt inländische Nachfrageeffekte wirksam. Der private Konsum stieg zur Jahresmitte nach drei Quartalen erstmals an; die Investitionen in die Ausrüstungs- und Bauindustrie nahmen kräftig zu, so dass mehr als zwei Drittel der Wachstumsimpulse aus dem Inland kamen. Insgesamt kam die deutsche Volkswirtschaft damit besser und schneller aus der Krise als andere europäische Industrienationen. Im ersten Quartal 2011 hat sich der konjunkturelle Aufschwung in Deutschland spürbar beschleunigt. Das BIP hat im ersten Quartal bereinigt um 1,5 % zugenommen.
Der Arbeitsmarkt hat sich in der Wirtschaftskrise erfreulich robust gezeigt und profitiert im Aufschwung von der Zunahme der gesamtwirtschaftlichen Aktivität und den insgesamt günstigen wirtschaftlichen Aussichten. Dies zeigt sich insbesondere in dem Anstieg der saisonbereinigten Beschäftigung und der nach wie vor hohen Nachfrage nach Arbeitskräften, wenngleich sich der Arbeitsmarkt im zweiten Quartal 2011 nicht mehr so dynamisch wie im wachstumsstarken ersten Quartal entwickelte.
Zu Beginn des zweiten Halbjahrs ist die deutsche Wirtschaft auf einen flacheren Wachstumspfad eingeschwenkt. Die Weltkonjunktur hat sich verlangsamt, die Wachstumsprognosen werden weltweit nach unten korrigiert. Ursachen hierfür sind, dass die konjunkturelle Erholung in USA und Japan kaum vorankommt, dass als Reaktion auf die Überhitzungserscheinungen wichtige Schwellenländer ihre Geldpolitik gestrafft haben, hochverschuldete Länder mit gravierenden Haushaltsproblemen schwere strukturelle Anpassungsprozesse zu bewältigen haben und kaum Konjunkturimpulse für die deutsche Wirtschaft geben können. Außerdem sorgt die Schuldenkrise in Europa für zusätzliche Unsicherheiten, denn eine Eskalation könnte den gesamten Finanzmarkt in Turbulenzen führen. Die weltweit gestiegene Unsicherheit zeigt sich nicht zuletzt in einer hohen Volatilität auf den Aktienmärkten.
Allerdings besteht auch die Chance, dass sich der Welthandel dynamischer entwickelt als erwartet und Deutschland aufgrund seines Exportgütersortiments hiervon besonderes profitiert. Außerdem sind die konjunkturellen Eckdaten der deutschen Wirtschaft als stark zu bewerten. Zudem ist der Aufschwung in Deutschland binnenwirtschaftlich gut verankert.
Beteiligungsmarkt und Branchenumfeld
Die Wirtschafts- und Finanzkrise hat den Beteiligungsmarkt nicht geschont. Die Private-Equity geführten Unternehmen waren von der Krise ebenso betroffen, aber deren Erträge sind während der Krise deutlich weniger gesunken als die vergleichbarer Unternehmen (vgl. Studie der Deutsche Bank Research vom 14. September 2011) - ein Indiz dafür, dass sich Geschäftsmodelle von Private-Equity geführten Gesellschaften bewährt haben. Insbesondere kamen die Stärken dieses Beteiligungssystems zum Tragen: dazu gehören umfangreiche Kapitalreserven, die Stärken in Managementqualität und die Erfahrung mit Restrukturierungen.
Seit Mitte 2009 der Tiefpunkt der Investitionstätigkeit durchschritten wurde, steigt sowohl die Zahl als auch das Volumen der von Private-Equity-Fonds geführten Buyouts - parallel zur allgemeinen wirtschaftlichen Erholung - wieder an. Dabei hat sich das Volumen der Buyouts langsamer erholt als die Zahl der Transaktionen, was insbesondere daran liegt, dass sich die Private-Equity-Fonds den kleineren und mittleren Transaktionen zugewendet haben. Dies zeigt auch eine Studie des Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften (BVK) (vgl. vom BVK veröffentlichte Statistik für den deutschen Private-Equity-Markt 2010 vom 2. März 2011), nach der der deutsche Beteiligungskapitalmarkt deutlich an Stabilität gewonnen hat. Die Investitionen in Deutschland stiegen gegenüber dem Vorjahr um 59 % auf EUR 4,44 Mrd. Dabei wurden rund 1.300 zumeist kleinere und mittlere Unternehmen mit Beteiligungskapital finanziert und bei der Überwindung der Finanz- und Wirtschaftskrise unterstützt.
Das Gros der Investitionen entfiel wie im Vorjahr auf Mehrheitsbeteiligungen. Während 2009 die Zurückhaltung der Banken, die unterschiedlichen Bewertungsvorstellungen von Käufern und Verkäufern sowie die unsicheren Zukunftsaussichten der Unternehmen noch viele Transaktionen scheitern ließen, hat sich die Lage in 2010 zum Teil deutlich entspannt. Gerade die angesichts der Konjunkturerholung optimistischeren Geschäftsperspektiven eröffnen für Beteiligungsgesellschaften zahlreiche Chancen. Optimistisch sind die Beteiligungsgesellschaften auch hinsichtlich der Exit-Möglichkeiten. Es wird eine deutliche Zunahme der Unternehmensverkäufe erwartet. Besonders positiv sind die Gesellschaften hinsichtlich der Verkäufe an strategische Investoren, nachdem dieser Exit-Kanal lange Zeit kaum funktionierte.
Hat sich das Geschäftsklima im deutschen Beteiligungsmarkt zum Ende des Jahres 2010 leicht abgekühlt, wofür eine im Vergleich zum Vorquartal schlechtere Bewertung der aktuellen Geschäftslage verantwortlich war, so hat sich die Stimmung auf dem deutschen Beteiligungsmarkt im Frühsommer 2011 deutlich verbessert. Diese Zuversicht resultiert aus der bisher robusten Entwicklung im Unternehmenssektor, der Entspannung auf der Fremdkapitalseite und den Kapitalrückflüssen aus gelungenen Exits in den letzten Monaten. Seit dem Börseneinbruch Anfang August diesen Jahres werden die allgemeinen Wachstumsaussichten jedoch wieder skeptischer eingeschätzt. Die konjunkturelle Entwicklung ist nach wie vor auf einem brüchigen Pfad. Die Wachstumsprognosen wurden zwischenzeitlich nach unten korrigiert. Außerdem sorgt die Schuldenkrise in Europa für zusätzliche Unsicherheiten, denn eine Eskalation könnte den gesamten Kreditmarkt in Turbulenzen stürzen und zu höheren Aufschlägen für riskante Kredite führen. Gleichwohl bieten schwierige Zeiten -wie die jüngste Vergangenheit gezeigt hat - auch Gelegenheiten für den Private-Equity-Markt.
Die Blue Cap AG, München (kurz: Blue Cap), als Holding für spezialisierte Nischenunternehmen im Mittelstand investiert in Unternehmen, die sich in Umbruchsituationen, Finanzengpässen oder einer ungelösten Nachfolgeproblematik befinden und gleichzeitig über starke, technologiebasierte Produkte oder eine führende Position in einer Marktnische verfügen. Sie ist damit von der dargestellten Marktentwicklung wenig und wenn nur indirekt über die Bewertungsvorstellungen der Marktteilnehmer sowie die unsicheren Zukunftsaussichten der Beteiligungsunternehmen beeinflusst. Zu der Strategie der Blue Cap gehört es, die Wertschöpfungspotentiale beim Einstieg in das jeweilige Unternehmen zu identifizieren und Verbesserungs- und Kosteneinsparungspotentiale zu erschließen. Dabei soll die Umsetzung dieser Potentiale, die sowohl bei einmaligen Restrukturierungsmaßnahmen als auch im operativen Geschäft liegen können, in einem Zeitraum von 6 - 24 Monaten ausgeschöpft werden. Die strategische Unternehmensentwicklung und die notwendigen Unternehmensreorganisationen bei den einzelnen Beteiligungsunternehmen werden dabei aktiv vom Management-Team der Blue Cap begleitet.
B) Wesentliche Geschäftsvorfälle im Geschäftsjahr 2010/2011
Entwicklung des Eigenkapitals - Kapitalerhöhung aus dem genehmigten Kapital
Der Vorstand hat mit Beschluss vom 10. August 2010 und Zustimmung des Aufsichtsrates vom selben Tag aufgrund der von der Hauptversammlung vom 6. November 2007 erteilten Ermächtigung teilweise vom genehmigten Kapital (Genehmigtes Kapital 2007/I) Gebrauch gemacht. Das Grundkapital ist um EUR 300.000,00 durch die Ausgabe von 300.000 neuen, auf den Inhaber lautenden nennwertlosen Stückaktien mit einem rechnerischen Anteil am Grundkapital von je EUR 1,00 gegen Bareinlagen erhöht worden. Die Kapitalerhöhung wurde am 18. August 2010 in das Handelsregister beim Amtsgericht München eingetragen. Das genehmigte Kapital vom 6. November 2007 (Genehmigtes Kapital 2007/I) beträgt nach teilweiser Ausschöpfung noch EUR 200.000,00.
Entwicklung des Beteiligungsportfolios
Die SMB-DAVID GmbH, Herrsching (kurz: SMB-David; Beteiligungsquote: 70,00 %, Beteiligungsbuchwert per 30. Juni 2011: TEUR 0, vorläufiges Jahresergebnis des abgelaufenen Geschäftsjahres 2010: TEUR - 2.031), stellt Bearbeitungszentren für geschäumte Kunststoffe her. Nach dem Ende der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise konnte die SMB-David zunächst durch eingeleitete Kostensenkungs- und Effizienzsteigerungsprogramme sowie durch Kurzarbeit dem Auftrags- und Umsatzrückgang gegensteuern. Infolge des erhöhten Wettbewerbs und veränderter Marktanforderungen hat sich entgegen der positiven Tendenzen im ersten Halbjahr 2010 die Auftragslage des Unternehmens weiter verschlechtert. Die dringend erforderliche Erholung ist unter anderem wegen veränderter Kundenanforderungen und mangelnder Finanzierbarkeit der Aufträge ausgeblieben. Der Substanzverzehr der vorangegangenen Jahre veranlasste die langjährige Hausbank, keine Avalfinanzierungen mehr auszureichen. In der Konsequenz konnten im ersten Halbjahr 2011 zwei Großaufträge nicht angenommen werden. Durch den Abriss der Auftragspipeline befindet sich die Gesellschaft in einer massiven Restrukturierung. Ende September 2011 stellte die Geschäftsführung der SMB-David Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens; angestrebt wird eine Restrukturierung im Rahmen des Insolvenzverfahrens. Aufgrund der im Aufstellungs- und Prüfungszeitraum bestehenden Unsicherheiten über den Fortbestand des Unternehmens wurde unter Beachtung des Vorsichtsprinzips daher eine vollständige Wertberichtigung sämtlicher Aktivwertansätze (TEUR 2.350) vorgenommen. Darüberhinausgehende Verpflichtungen der Blue Cap bestehen derzeit nicht. Der Vorstand arbeitet an der Umsetzung eines Restrukturierungskonzeptes, so dass eine Wertaufholung zu einem späteren Zeitpunkt möglich erscheint.
Die Blue Cap hält mit ihrer Beteiligung an der H. Schreiner Verwaltungs GmbH, Ottobrunn (kurz: SVG; Beteiligungsquote: 100,00 %, Beteiligungsbuchwert zum 30. Juni 2011: TEUR 1.187; Jahresergebnis des abgelaufenen Geschäftsjahres 2010: TEUR 83), indirekt eine 100 %ige Beteiligung an der über Ergebnisabführungsvertrag zur SVG verbundenen H. Schreiner Test und Sonderanlagen GmbH, Ottobrunn (kurz: STS). Die STS beschäftigt sich im Wesentlichen mit der Entwicklung und Erstellung von Anlagen und Geräten zur Dichtheitsprüfung. Zu den Kunden zählen unter anderem die Globalplayer der Automobilindustrie. Nach der umfassenden Umschuldung bei der H. Schreiner-Gruppe und dem Austausch des Managements waren die umfangreichen Restrukturierungsmaßnahmen zu Beginn des Geschäftsjahres 2010 abgeschlossen. Die Gesamtleistung der STS lag trotz des verhaltenen Auftragseingangs im ersten Quartal 2010 infolge der Nachwirkungen der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise mit TEUR 5.994 nahezu auf Vorjahresniveau (TEUR 6.058). Der Umsatzrückgang im Anlagenbau (um TEUR 537 bzw. 14 %) konnte durch Umsatzsteigerungen im Bereich Leckprüfgeräte (um TEUR 352 bzw. 23 %) und Ersatzteile (um TEUR 136 bzw. 49 %) fast vollständig ausgeglichen werden. Die gegenüber dem Vorjahr um TEUR 163 bzw. 10 % angestiegenen Personalkosten, die im Zuge von Nachfolgeregelungen durch die vorübergehende Doppelbesetzung strategischer Positionen und die Anpassung an das gesteigerte Auftragsvolumen bedingt waren, haben das Unternehmensergebnis (TEUR 67) belastet. Das Unternehmen blickt optimistisch in die Zukunft. Das erste Halbjahr 2011 entwickelte sich erfreulich; Umsatz und Ergebnis liegen deutlich über Plan. Infolge des hohen Auftragsbestandes und der überdurchschnittlichen Entwicklung im Bereich Leckprüfgeräte erwartet die Unternehmensgruppe Schreiner für 2011 ein gegenüber dem Vorjahr deutlich verbessertes Jahresergebnis.
Die inheco Industrial Heating and Cooling GmbH, Planegg (kurz: inheco; Beteiligungsquote: 41,96 %, Beteiligungsbuchwert per 30. Juni 2011: TEUR 1.399, Jahresergebnis des abgelaufenen Geschäftsjahres 2010: TEUR 274), entwickelt, produziert und vertreibt technische Geräte und Systeme sowie zugehörige Software und Dienstleistungen zum Kühlen, Heizen und Temperieren von Festkörpern, Gasen und Flüssigkeiten. Die Märkte der inheco sind die Bereiche Laborautomation, insbesondere für Biotechnologie und Medizintechnik und Electronics, Elektronikkühlung für Schaltschränke und elektronische Komponenten. Die inheco hat im Geschäftsjahr 2010 wie auch in Vorjahren den Schwerpunkt auf PCR gesetzt. Neben der intensiven Betreuung von laufenden Produkten und Kunden im Bereich Thermocycler für PCR, wurde zusätzlich die Entwicklung hochinnovativer Komponenten für diese Thermocycler vorangetrieben. Durch die Weiter- und Neuentwicklung - auch mit externen Partnern - werden zum einen bisher verkaufte Produkte und Komponenten abgelöst, deren Leistung gesteigert oder der Produkt-Lebenszyklus verlängert, zum anderen werden innovative Lösungen zur Beatmung von Patienten auf Intensivstationen marktgängig gemacht. Der Absatz von Standard Produkten für den Bereich Laborautomation konnte in 2010 deutlich gesteigert werden, vor allem durch den erstmaligen Einsatz von inheco Produkten für das sogenannte „Next Gen Sequencing" Verfahren. Der Kundenstamm wurde verbreitert, insbesondere im Bereich Standardprodukte für Laborautomation und bei Erstanwendern aus dem Bereich Pharma. Die inheco konnte im Geschäftsjahr 2010 den Umsatz um 8,5 % auf TEUR 8.232 steigern. Der Rückgang des Jahresergebnisses 2010 um TEUR 61 auf TEUR 274 resultiert im Wesentlichen aus höheren Fixkosten, die im Zusammenhang mit den Wachstumsinvestitionen aus den Jahren 2009 und 2010 im abgelaufenen Geschäftsjahr zum Tragen kamen. Das erste Halbjahr 2011 entwickelte sich positiv; Umsatz und Ergebnis liegen deutlich über dem Plan. Durch die gute Auftragslage, die verbesserte Liquidität und die sehr gute Marktresonanz wird eine weitere Ergebnissteigerung erwartet.
Die Blue Cap hat die Beteiligung an der Maxxtec Aktiengesellschaft, Sinsheim (kurz: Maxxtec), einem Entwickler und Hersteller von Komponenten und integrierten Systemen zur effizienten Energiegewinnung aus fester Biomasse, industrieller Abwärme sowie anderen erneuerbaren Energieträgern, im Zusammenhang mit dem Einstieg eines Neuinvestors und den damit verbundenen Kapitalmaßnahmen in einem ersten Schritt von ursprünglich 17,6 % auf 6,3 % reduziert und als Sanierungsbeitrag auf ausgereichte Finanzierungsdarlehen in Höhe von TEUR 175 verzichtet. In einem zweiten Schritt hat die Blue Cap angesichts des anhaltenden Kapitalbedarfs von Maxxtec das verbleibende Aktienpaket von 95.000,00 Stücken an den Neuinvestor veräußert und ist damit konsequent ihrem strategischen Geschäftsansatz gefolgt, sich überwiegend mehrheitlich an Unternehmen zu beteiligen und neben dem Finanzinvestment auch einen operativen Einfluss auf die Unternehmen auszuüben.
Die Blue Cap hat ihre Beteiligung an der PLANATOL Holding GmbH, Rohrdorf (kurz: Planatol), weiter von 49,69 % auf 94,00 % aufgestockt (Beteiligungsbuchwert zum 30. Juni 2011: TEUR 2.397; Jahresergebnis des abgelaufenen Geschäftsjahres 2010: TEUR 1.023). Sie ist damit mittelbar zu 100,00 % an der PLANATOL System GmbH, Rohrdorf, der PLANATOL Adhesive GmbH, Rohrdorf, der PLANATOL Coating GmbH, Rohrdorf, der PLANATOL France S.à.r.l., Bonneuil-sur-Marne/Frankreich und zu 79,85 % an der Biolink Gesellschaft für Verbindungstechnologien mbH, Waakirchen, beteiligt. Zur Unternehmensgruppe gehört neben der Produktion verschiedenster Klebstoffe auch die Fertigung und Entwicklung von speziellen Zusatzaggregaten für Druckmaschinen. Außerdem werden innovative Formen der Klebstoffbeschichtung für den grafischen und industriellen Bereich entwickelt. In dem Tochterunternehmen Biolink Gesellschaft für Verbindungstechnologien mbH, Waakirchen, entwickelt und produziert Planatol lösungsmittelfreie Klebebänder für industrielle Montage- und -fertigungsprozesse. Das Geschäftsjahr 2010 war durch eine insgesamt positive konjunkturelle Entwicklung gekennzeichnet, auch wenn die grafische Industrie und die Druckbranche noch nicht vollständig von der wirtschaftlichen Erholung profitieren konnten. Trotz der uneinheitlichen konjunkturellen Entwicklung lag die PLANATOL-Gruppe im abgelaufenen Jahr sowohl umsatz- als auch ergebnisseitig deutlich über Plan und über dem Vorjahr. Mit einem Gesamtumsatz von EUR 30,9 Mio. konnte infolge der umgesetzten Struktur- und Kostenanpassungsmaßnahmen ein Konzernjahresüberschuss in Höhe von EUR 1,1 Mio. erwirtschaftet werden. Das erste Halbjahr 2011 entwickelte sich positiv; Umsatz und Ergebnis liegen über Plan. Für 2011 wird wiederum ein deutlich positives Konzernjahresergebnis erwartet, das jedoch von den erheblichen Preissteigerungen auf den Rohstoffmärkten geprägt sein wird.
Die Blue Cap hat im letzten Quartal die New Medical Technology GmbH, München (kurz: New Medical), mit einem Stammkapital von TEUR 25 (entspricht dem Beteiligungsbuchwert zum 30. Juni 2011) gegründet. Diese Gesellschaft dient dem Erwerb einer Beteiligung im Bereich Medizintechnik und verwaltet derzeit eine Darlehensforderung.
C) Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage
Die Blue Cap erzielte im Geschäftsjahr 2010/2011 aus erbrachten Dienstleistungen und Weiterbelastungen (TEUR 479) sowie aus dem Verkauf von Finanzanlagen einen Rohertrag in Höhe von TEUR 332; dies entspricht einer Minderung um 8 % bzw. TEUR 29 gegenüber dem Vorjahr. Durch die erstmals ganzjährig angefallenen Gehaltsaufwendungen der im Vorjahr neu eingestellten Mitarbeiter sowie durch erfolgsabhängige Boni erhöhte sich der Personalaufwand von TEUR 375 auf TEUR 476. Der übrige Betriebsaufwand nahm gegenüber dem Vorjahr um TEUR 50 auf TEUR 307 zu. Durch die Abschreibungen auf Anteile an verbundenen Unternehmen (TEUR 2.336) sowie auf Forderungen gegen verbundene Unternehmen (TEUR 14) und Beteiligungsunternehmen (TEUR 178) stellt sich das Beteiligungsergebnis trotz der Gewinnausschüttung eines verbundenen Unternehmens mit TEUR 2.199 negativ dar. Das Finanzergebnis verminderte sich gegenüber dem Vorjahr um TEUR 70 auf TEUR - 32. Ursächlich hierfür sind insbesondere Zinsbelastungen aus der Fremdfinanzierung des Unternehmens. Das neutrale Ergebnis, das im Wesentlichen periodenfremde Erträge und Aufwendungen beinhaltet, stellt sich in Höhe von TEUR 43 gegenüber dem Vorjahr um TEUR 44 günstiger dar. Das im Geschäftsjahr 2010/2011 erzielte Jahresergebnis beläuft sich auf TEUR - 2.640.
Mittelabflüsse aus laufender Geschäftstätigkeit in Höhe von TEUR 85 und aus Investitionstätigkeit in Höhe von TEUR 845 haben zusammen mit den Mittelzuflüssen aus Finanzierungstätigkeit in Höhe von TEUR 1.157 zu einem gegenüber dem Vorjahr um TEUR 227 erhöhten Finanzmittelbestand geführt. Die Gesellschaft verfügt zum Ende des Geschäftsjahres neben zugesagten Kreditlinien über positive, kurzfristig verfügbare Zahlungsmittel in Höhe von TEUR 349.
Das Vermögen der Gesellschaft verminderte sich im Wesentlich bedingt durch Abschreibungen auf das Finanzanlagevermögen gegenüber dem Vorjahr um TEUR 1.643 auf TEUR 6.346 und besteht in Höhe von TEUR 5.008 bzw. zu 79 % aus langfristigen Finanzanlagen, zu TEUR 984 bzw. 16 % aus kurzfristigen Forderungen und zu TEUR 349 bzw. 6 % aus flüssigen Mitteln. Der Anteil des Eigenkapitals (TEUR 4.850) am Gesamtkapital (TEUR 6.346) beträgt 76 %.
D) Risiken und Chancen
Allgemeine wirtschaftliche Risiken und Chancen
Allgemeine wirtschaftliche Risiken sind Umstände, auf deren Auftreten das Unternehmen weder mittelbaren noch unmittelbaren Einfluss nehmen kann.
Die allgemeinen konjunkturellen Rahmenbedingungen können Einfluss auf die Geschäftsentwicklung der einzelnen Beteiligungsgesellschaften und damit der Blue Cap nehmen.
Chancen und Risiken können sich ergeben durch das operative Marktumfeld eines Unternehmens einerseits sowie durch die Risikobetrachtung an den Kapitalmärkten andererseits. Einflüsse, wie die sich gegenwärtig wiederbelebende Konjunktur, können sich hingegen auch positiv auf die Beteiligungsunternehmen auswirken.
Finanzierungsrisiken und -chancen
Die Finanzierung eines Unternehmens ist ein Geflecht aus Eigen- und Fremdkapital, wobei Laufzeiten der Finanzierungen sowie das Sicherheitsbedürfnis der Kapitalgeber und die Synchronisation der Cashflowströme wesentlich sind. Aufgabe eines Risikomanagements ist es unter anderem, dieses Finanzierungsgebilde auf die operativen Belange des Unternehmens abzustimmen und im Fall von Abweichungen anzupassen. Meist können sich unerwartete Soll-/Ist-Abweichungen ergeben.
Die restriktive Kreditvergabe sowie ein steigendes Zinsniveau führen zu einem Anstieg der Finanzierungskosten, ein fallendes Zinsniveau kann sich negativ auf etwaige Finanzanlagen der Blue Cap bzw. der Beteiligungsunternehmen auswirken.
Unternehmensbezogene Risiken und Chancen
Entsprechend dem Geschäftsansatz „private equity for special situations" zur Verfügung zu stellen, fokussiert sich die Blue Cap auf mittelständische Nischen-Player, investiert in Unternehmen mit ungenutzter Wertschöpfung und begleitet ihre Beteiligungen aktiv bei der Realisierung der Optimierungspotentiale. Dieses Geschäftsmodell funktioniert weitgehend unabhängig von den oben beschriebenen Marktbedingungen. Tendenziell gibt es bei schwierigen Marktbedingungen mehr Unternehmen, die in besondere Situationen geraten und damit zum Zielunternehmen werden.
Neben der falschen Einschätzung von Erfolgsfaktoren im Rahmen der Auswahl möglicher Beteiligungsunternehmen können rechtliche und steuerliche Risiken, die sich im Rahmen des Erwerbs wie auch der Veräußerung von Beteiligungsunternehmen typischerweise ergeben, bei ihrer Realisierung nachteilige Auswirkungen auf die Blue Cap haben.
Soweit es nicht gelingt, die strategische Ausrichtung innerhalb der Beteiligungsunternehmen sowie deren organisatorische, personelle und technische Strukturen so anzupassen, dass das jeweilige Beteiligungsunternehmen den Anforderungen des Marktes gerecht wird, können hieraus nachteilige Auswirkungen entstehen. Nachteilige Entwicklungen in den Beteiligungsunternehmen können den Beteiligungsansatz negativ beeinflussen.
Hingegen kann die konsequente Ausnutzung von Potentialen in den Beteiligungsunternehmen zu erheblichen Chancen führen. Dies gilt umso mehr bei Nischenunternehmen mit ausgeprägter Technologie-/Marktpräsenz. Chancen können sich insbesondere auch ergeben durch die Beseitigung von offensichtlichen Schwachstellen innerhalb eines Beteiligungsunternehmens.
E) Risikomanagement
Die Blue Cap betreibt ihr Risikomanagement über ein eigenes Controlling. So verfügt die Blue Cap über ein abgestimmtes, monatliches Reporting aus den Finanzabteilungen der verschiedenen Beteiligungsunternehmen. Durch ein zeitnahes und zielgerichtetes Controlling können Abweichungen rechtzeitig festgestellt, dem Vorstand kommuniziert und Anpassungsmaßnahmen eingeleitet werden.
F) Nachtragsbericht
Mit Ausnahme der in Abschnitt B) dargestellten Entwicklung bei dem Beteiligungsunternehmen SMB-David Ende September 2011 gibt es keine Vorgänge von besonderer Bedeutung nach Schluss des Geschäftsjahres, über die an dieser Stelle zu berichten wäre.
G) Prognosebericht
Neben einer permanenten Weiterentwicklung der bestehenden Beteiligungsunternehmen prüft Blue Cap im laufenden Geschäftsjahr verstärkt Expansionsmöglichkeiten. Diese können zum einen in sogenannten Branchenlösungen in den jeweiligen Beteiligungsunternehmen bestehen als auch in neuen Branchen. Gleichzeitig ergeben sich durch die stabilen Entwicklungen in einigen Beteiligungsunternehmen und der aktuellen Finanzierungspolitik der Kreditinstitute verbesserte Exitmöglichkeiten.
Die Organisationsstruktur der Blue Cap bleibt weiterhin auf die Belange des Geschäftsmodells abgestimmt. Aufgrund zunehmender Managementleistungen in den Beteiligungsunternehmen wurde der Personalbestand aufgestockt, um auch weiterhin Akquisitionen und Exits prüfen und umsetzen zu können. Verstärkte Aufmerksamkeit verlangen dabei auch die sich ständig verändernden Rahmenbedingungen auf den Kapitalmärkten. Der Kapitalmarkt wird unabhängig davon auf weitere Finanzierungsmöglichkeiten hin - börslich sowie außerbörslich - geprüft.
Die aktuelle Konjunkturentwicklung bedeutet Chance und Risiko gleichermaßen. Die Bemühungen von Blue Cap sind deswegen auch in der Gestaltung des Beteiligungsportfolios darauf gerichtet, sowohl eine Diversifizierung als auch eine Teilnahme an Wachstumspotentialen zu ermöglichen. Von Bedeutung ist es dabei, auch auf die immer kürzer werdenden Intervalle von Unternehmensentwicklungen abzustellen. Die Flexibilität von Unternehmen wird zunehmend zu einem wertbildenden Faktor, während langfristige Planungsrechnungen in den Bewertungsmodellen eher in den Hintergrund treten.
Das Geschäftsjahresergebnis der Blue Cap ist insbesondere von der Wertentwicklung in den Beteiligungsunternehmen und von möglichen Beteiligungserträgen oder Anteilsverkäufen abhängig. Das Ergebnis des Geschäftsjahres 2010/2011 war insbesondere von einer Wertberichtigung auf die Beteiligung SMB-David geprägt. Neben der Möglichkeit für eine Wertaufholung bei diesem Engagement sehen wir insbesondere Substanzzuwächse in den bestehenden Beteiligungen SVG, inheco und Planatol, die künftig höhere Beteiligungserträge oder erfolgreiche Exits ermöglichen könnten. Sofern sich im Geschäftsjahr 2011/2012 keine Gelegenheiten für erfolgreiche Exits ergeben oder nennenswerte Beteiligungserträge vereinnahmt werden, ist bei gleichbleibenden Erträgen aus Managementleistungen sowie aufgrund des bestehenden Kostenblocks von einem ausgeglichenen Jahresergebnis auszugehen.
Blue Cap wird das bewährte Geschäftsmodell, sich an technologieorientierten, mittelständischen Nischenunternehmen im süddeutschen Raum zu beteiligen, weiter verfolgen. Blue Cap sieht ihre Geschäftsstrategie, insbesondere im Eingehen von Mehrheitsbeteiligungen, bestätigt und sieht sich mit der derzeitigen Organisation und Struktur sowohl kurz- als auch langfristig gut positioniert. Daher geht die Gesellschaft für das darauf folgende Geschäftsjahr von einer Ergebnisverbesserung aus.
München, 26. September 2011
Blue Cap AG
Vorstand
Dr. Hannspeter Schubert
Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers
An die Blue Cap AG, München:
Wir haben den Jahresabschluss - bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang - unter Einbeziehung der Buchführung und den Lagebericht der Blue Cap AG, München, für das Geschäftsjahr vom 1. Juli 2010 bis zum 30. Juni 2011 geprüft. Die Buchführung und die Aufstellung von Jahresabschluss und Lagebericht nach den deutschen handels- und aktienrechtlichen Vorschriften und den ergänzenden Bestimmungen der Satzung liegen in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung und über den Lagebericht abzugeben.
Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und durch den Lagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld der Gesellschaft sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Buchführung, Jahresabschluss und Lagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.
Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.
Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und den ergänzenden Bestimmungen der Satzung und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft. Der Lagebericht steht in Einklang mit dem Jahresabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.
München, 27. September 2011
**Ebner Stolz Mönning Bachem GmbH & Co. KG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Steuerberatungsgesellschaft**
Bernhard Steffan, Wirtschaftsprüfer
Matthias Walber, Wirtschaftsprüfer
Der vorliegende Jahresabschluss wurde am 27. September 2011 durch den Aufsichtsrat gebilligt und damit festgestellt.
Blue Cap AG
Vorstand
Dr. Hannspeter Schubert