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Biotest AG Interim / Quarterly Report 2016

Nov 10, 2016

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Interim / Quarterly Report

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Biotest AG

Dreieich

9-Monatsbericht zum 30.09.2016

KENNZAHLEN

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BIOTEST GRUPPE Q1 - Q3 2016 Q1 - Q3 2015 Veränderung in %
Umsatzerlöse Mio. € 455,6 417,9 9,0
davon:
Inland Mio. € 83,8 94,3 -11,1
Ausland Mio. € 371,8 323,6 14,9
davon:
Therapie Mio. € 296,3 288,0 2,9
Plasma & Services Mio. € 154,1 123,2 25,1
Andere Segmente Mio. € 5,2 6,7 -22,4
EBITDA Mio. € 44,5 5,4 724,1
Betriebsergebnis (EBIT) Mio. € 26,1 -82,0 131,8
EBIT in % vom Umsatz % 5,7 -19,6
Ergebnis vor Steuern Mio. € 16,1 -85,2 118,9
Ergebnis nach Steuern Mio. € -1,7 -88,0 98,1
Finanzierung
Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit Mio. € 46,9 34,2 37,1
Abschreibungen Mio. € 18,4 87,4 -78,9
30. September 2016 31. Dezember 2015
Eigenkapital Mio. € 407,0 412,3 -1,3
Eigenkapitalquote % 42,3 42,8
Mitarbeiter in Vollzeitstellen Anzahl 2.474 2.271 8,9

AKTIENKENNZAHLEN

Stammaktie

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Ticker / ISIN BIO /DE0005227201
Aktienanzahl 19.785.726
Schlusskurs (30.09.2016)* 16,76 €
Höchst- / Tiefstkurs* 18,00 € / 11,91 €
Kursperformance 9 Monate -6,9 %
Kursperformance SDAX 9 Monate + 3,9 %
Marktkapitalisierung (30.09.2016) 331,6 Mio. €

Vorzugsaktie

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Ticker / ISIN BIO3 / DE0005227235
Aktienanzahl 19.785.726
Schlusskurs (30.9.2016)* 12,82 €
Höchst- / Tiefstkurs* 16,46 € / 10,40 €
Kursperformance 9 Monate -12,3 %
Kursperformance SDAX 9 Monate + 3,9 %
Marktkapitalisierung (30.9.2016) 253,7 Mio. €

* Schlusskurse Xetra-Handelssystem der Deutsche Börse AG

BIOTEST KURSCHART

Sehr geehrte Damen und Herren,

in den ersten neun Monaten 2016 konnten wir sowohl den Umsatz als auch das EBIT im Vergleich zum Vorjahr steigern. Die Biotest AG liegt damit gut im Plan, ihre Ziele für das Gesamtjahr zu erreichen. Für 2016 erwarten wir weiterhin einen Umsatzanstieg im niedrigen einstelligen Prozentbereich und ein EBIT im Bereich von 33 bis 35 Mio. €.

Um Rechtssicherheit im Rahmen des seit 2012 laufenden Ermittlungsverfahrens im Zusammenhang mit dem Russlandgeschäft zu schaffen, haben wir uns mit der Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main und dem Finanzamt Offenbach verständigt. Daher erwarten wir keine weiteren wesentlichen negativen Belastungen aus dem Verfahren für das Unternehmen.

Im Fokus unserer Strategie steht nach wie vor unser Projekt Biotest Next Level. Mit dem Investitionsprogramm werden wir den Rohstoff Plasma in Zukunft sehr viel effektiver einsetzen, die Ausbeute im Produktionsprozess steigern und unsere Profitabilität erhöhen. In Zukunft sollen aus einem Liter Plasma fünf statt bislang drei Produkte gewonnen werden.

Wir fokussieren uns auf Plasmaprotein-Produkte. In diesem Bereich sind unsere Mitarbeiter intensiv mit der Entwicklung neuer Arzneimittel beschäftigt wie IgG Next Generation, IgM Concentrate und Fibrinogen.

Bis spätestens Ende 2020 wollen wir mit Biotest Next Level die gesamte Produktionskapazität mehr als verdoppeln und somit an der weltweit steigenden Nachfrage nach Plasmaproteinen partizipieren. Mit dem Ausbau unserer Plasmasammelzentren schaffen wir dafür die nötige Grundlage, denn wir sammeln in den Zentren den Rohstoff für unsere Arzneimittel, menschliches Blutplasma. In den ersten neun Monaten haben wir insgesamt fünf neue Plasmasammelzentren eröffnet, davon zwei in Ungarn und drei in den USA.

Unsere Pläne für die Zukunft sind ehrgeizig, aber realistisch. Im laufenden Geschäftsjahr sind wir bei unserem wichtigen Investitionsprogramm Biotest Next Level entscheidend vorangekommen. Die Biotest AG ist für die Zukunft stark aufgestellt. Wir schaffen heute die Strukturen und Voraussetzungen, um die Chancen von morgen in einem wachsenden Markt voll auszuschöpfen. Wir freuen uns, den Weg gemeinsam mit Ihnen zu gehen.

Es grüßt Sie herzlichst,

Dr. Bernhard Ehmer

Vorsitzender des Vorstands

GESCHÄFTSVERLAUF

A. AUF EINEN BLICK

Ertragslage

In den ersten neun Monaten 2016 erwirtschaftete die Biotest Gruppe Umsatzerlöse in Höhe von 455,6 Mio. € nach 417,9 Mio. € im Vorjahreszeitraum. Dies entspricht einem prozentualen Anstieg von 9,0 %. Mit einer Erhöhung um 25,1 % verglichen zum Vorjahreszeitraum fiel der Umsatzanstieg im Segment Plasma & Services am stärksten aus.

UMSATZ NACH SEGMENTEN

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in Millionen € Q1 - Q3 2016 Q1 - Q3 2015 Veränderung in %
Therapie 296,3 288,0 2,9
Plasma & Services 154,1 123,2 25,1
Andere Segmente 5,2 6,7 -22,4
Biotest Gruppe 455,6 417,9 9,0

In der regionalen Betrachtung konnte Biotest ein Umsatzwachstum in den Regionen USA, Mittel- und Südamerika, Mittlerer Osten und Afrika sowie Übriges Asien und Pazifik erzielen. Die größte Umsatzsteigerung wurde mit 43,5 % in den USA erzielt. Hier zeigt sich neben deutlich gestiegenen Umsätzen mit Blutplasma die positive Auswirkung des im Januar 2016 geschlossenen Kooperationsvertrags mit Kedrion Biopharma Inc., USA. Die USA sind mit einem Umsatzanteil von 24,6 % bzw. einem Umsatz in Höhe von 112,1 Mio. € in den ersten neun Monaten nach Europa der zweitstärkste Absatzmarkt der Biotest Gruppe. In Europa wurde in den ersten drei Quartalen 2016 ein Umsatzrückgang von 15,6 Mio. € bzw. - 7,1 % gegenüber dem durch einmalige Plasmaverkäufe wesentlich beeinflussten Vorjahreszeitraum verzeichnet. Absolut gesehen erzielte Biotest in den ersten neun Monaten in Europa einen Umsatz in Höhe von 203,0 Mio. €.

UMSATZ NACH REGIONEN

Das EBIT auf Konzernebene belief sich in den ersten neun Monaten 2016 auf 26,1 Mio. € im Vergleich zum Vorjahreswert von - 82,0 Mio €. Die EBIT-Marge betrug 5,7 % nach - 19,6 % im Vorjahreszeitraum. Während Biotest im Kernsegment Therapie im Vorjahreszeitraum noch ein negatives EBIT in Höhe von - 100,0 Mio. € verzeichnete, konnte das operative Ergebnis in den ersten drei Quartalen 2016 mit - 1,4 Mio. € deutlich verbessert werden. Der Vergleichszeitraum des Vorjahres wurde maßgeblich beeinflusst durch außerplanmäßige Abschreibungen auf die Therapie-Aktivitäten in den USA. Im Segment Plasma & Services stieg das EBIT um 42,8 % auf 28,7 Mio. €. Das leicht negative EBIT im Segment Andere Segmente wurde von - 2,1 Mio. € im Vorjahreszeitraum auf - 1,2 Mio. € reduziert.

EBIT NACH SEGMENTEN

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Veränderung
in Millionen € Q1 -Q3 2016 Q1 - Q3 2015 in %
--- --- --- ---
Therapie -1,4 -100,0 98,6
Plasma & Services 28,7 20,1 42,8
Andere Segmente -1,2 -2,1 42,9
Biotest Gruppe 26,1 -82,0 131,8

Das Ergebnis nach Steuern in Höhe von -1,7 Mio. € (Vorjahreszeitraum: -88,0 Mio. €) ist im Geschäftsjahr belastet durch die einmaligen Steuer- und Zinsaufwendungen im Zusammenhang mit der erzielten Einigung mit den deutschen Finanzbehörden.

Finanzlage

In den ersten neun Monaten 2016 verzeichnete die Biotest Gruppe einen positiven operativen Cashflow in Höhe von 46,9 Mio. € (Vorjahreszeitraum: 34,2 Mio. €) trotz einer einmaligen steuerlichen Belastung. Der Cashflow aus Investitionstätigkeit betrug zwischen Januar und September - 15,6 Mio. € (Vorjahreszeitraum: - 125,6 Mio. €). Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit lag mit 3,1 Mio. € über Vorjahresniveau (- 0,7 Mio. €).

Vermögenslage

Auf der Aktivseite der Bilanz stieg das Sachanlagevermögen durch Investitionen im Rahmen des Ausbauprojektes Biotest Next Level von 317,2 Mio. € zum Stichtag 31. Dezember 2015 auf 397,9 Mio. € zum 30. September 2016.

B. FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG

Die Kosten für Forschung und Entwicklung betrugen in den ersten neun Monaten 2016 37,9 Mio. € (Vorjahreszeitraum: 76,9 Mio. €). Hier spiegelt sich die Reduktion der Aktivitäten im Bereich der monoklonalen Antikörper wider. Eine vollständige Auflistung aller Forschungs- und Entwicklungsprojekte ist im Geschäftsbericht 2015 dargestellt (Seiten 16 bis 19). Biotest konnte darüber hinaus bei einigen Forschungs- und Entwicklungsprodukten in den ersten neun Monaten 2016 weitere Fortschritte erzielen:

FORTSCHRITTE FORSCHUNG & ENTWICKLUNG IN DEN ERSTEN 9 MONATEN 2016

Indikationsgebiet Hämatologie

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Indatuximab

Ravtansine

(BT-062)
In der Phase-I/IIa-Studie (Nr. 989) wurde die Dosiseskalation abgeschlossen, die maximal tolerierte Dosis definiert und die Rekrutierung beendet. Es befinden sich aber weiterhin Patienten in laufender Behandlung. Die Studie läuft weiterhin.

Indikationsgebiet Klinische Immunologie

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BT-063 Der Abschluss des ersten Teils der IIa-Studie (Nr. 990) erfogte im zweiten Quartal. Daten aus Teil 1 der Studie werden aktuell in einer Interimsanalyse ausgewertet. Die Ergebnisse dienen als Grundlage für die abschließende Planung des zweiten Studienteils.
IgG Next Generation Zwei Zulassungsstudien wurden zur Genehmigung bei Behörden in mehreren Ländern eingereicht: eine Phase-III-Studie (Nr. 991) zur Behandlung von Patienten mit primären Immundefizienzen (PID) und eine Phase-III-Studie (Nr. 992) zur Behandlung der Immunthrombozytopenie (ITP). Für Studie (Nr. 991) liegen in mehreren Ländern, u. a. USA und Deutschland, bereits Genehmigungen der regulatorischen Behörden zur Durchführung der klinischen Studie vor.

Indikationsgebiet Intensivmedizin

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IgM

Concentrate
• Phase-II-Studie an Patienten mit schwerer ambulant erworbener Lungenentzündung (sCAP) mit guten Ergebnissen beendet: außergewöhnliche relative Reduktion der Mortalität einer Patientenuntergruppe (Patienten mit einer wesentlichen Erhöhung von Entzündungsmarkern) von mehr als 50 %.
• Paul-Ehrlich-Institut (PEI) befürwortet Biotests Konzept für die geplante Phase-III-Studie. Weitere Beratungsgespräche mit der europäischen EMA und der US-amerikanischen Gesundheitsbehörde FDA geplant.
Pentaglobin® • Pentaglobin® zeigt beeindruckende Ergebnisse bei der Behandlung von spenderspezifischen Antikörpern nach Lungentransplantationen: relative Reduktion der Sterblichkeit von über 70 %.
• Retrospektive Analyse der griechischen Sepsisgesellschaft (HSSG) zeigt: Ergänzende Therapie mit Pentaglobin® senkt die relative Mortalität um 33 % bei Infektionen mit einer nachgewiesenen Antibiotikaresistenz.
Fibrinogen Paul-Ehrlich-Institut (PEI) unterstützt Biotests Pläne für die Phase-III-Studie bei erworbenem Fibrinogenmangel.

C. MARKETING UND VERTRIEB

Eine Auflistung wesentlicher Marketing- und Vertriebsaktivitäten im Jahr 2015 ist im Geschäftsbericht 2015 aufgeführt (Seiten 19 bis 20). Die folgende Tabelle fasst die erzielten Fortschritte in den ersten neun Monaten 2016 zusammen:

FORTSCHRITTE MARKETING & VERTRIEB IN DEN ERSTEN 9 MONATEN 2016

Indikationsgebiet Klinische Immunologie

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Fovepta® • Markteintritt in Saudi-Arabien und Libyen im Mai
• Zulassung im dritten Quartal in Brasilien erhalten
Intratect® • Zulassung in Brasilien im ersten Quartal erhalten
50 g/l (5 %ig) • Verkaufsstart in Libyen im Mai
• Erste Umsätze in Slowenien erzielt
• Sehr gute Umsatzentwicklung in Indonesien nach Markteinführung im ersten Quartal
• Markteintritt in Bulgarien im Juli
• Start Zusammenarbeit mit Distributionspartner in Argentinien
Intratect® • Zulassung in Australien und Jordanien erhalten
100 g/l (10 %ig) • Markteinführung in Portugal im Juni
Zutectra® • Die Studienergebnisse der Studie ZEUS (Zutectra Early Use) wurden im März publiziert
• In Deutschland wurde der frühzeitige Einsatz von Zutectra® begonnen
• In Frankreich sind die Absätze mit Zutectra® weiterhin auf Wachstumskurs
• Zulassung in Brasilien im August erhalten
• Preisgenehmigung für den frühzeitigen Einsatz von Zutectra® in Italien im August erhalten
Cytotect® Zulassung in den Niederlanden für prophylaktischen Einsatz von Cytotect® nach Transplantation im zweiten Quartal erhalten.
Hepatect® Zulassung im dritten Quartal in Brasilien erhalten

Indikationsgebiet Intensivmedizin

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Albiomin® Vermarktungsbeginn in der Schweiz
(20 % und 5 %)
Pentaglobin® Markteinführung in Brasilien im ersten Quartal

Indikationsgebiet Hämatologie

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Haemoctin® Die SIPPET-Studie zeigt im Hinblick auf Inhibitorentwicklung einen deutlichen Vorteil der Von-Willebrandthaltigen plasmatischen Faktor VIII-Präparate gegenüber rekombinanten Präparaten.
Haemonine® Erste Umsatzerlöse in Algerien im September

D. NACHTRAGSBERICHT

Das Finanzamt Offenbach am Main hat der Biotest AG am 4. November 2016 geänderte Bescheide über Körperschaftssteuer, Solidaritätszuschlag und Gewerbesteuer für die Jahre 2005 bis 2008 zugestellt. Die Änderungen stehen im Zusammenhang mit dem Russland-Geschäft der Biotest AG. Gegenüber den am 3. August 2016 zugestellten Bescheiden, über die das Unternehmen bereits informiert hat, ergibt sich eine Reduktion der Steuer- und Zinsforderungen von 6,9 Mio. €. Während die ursprüngliche Gesamtforderung des Finanzamtes bei 21,4 Mio. € lag, betragen die Steuer- und Zinsforderungen nun insgesamt 14,5 Mio. €. Die Biotest AG wird diese geänderten Steuerbescheide akzeptieren.

Biotest befindet sich auch in fortgeschrittenen Diskussionen mit den Ermittlungsbehörden über eine Beendigung des Ordnungswidrigkeitenverfahrens. Die Staatsanwaltschaft hat bereits einen Bußgeldbescheid bei dem zuständigen Gericht beantragt. Die daraus resultierende Belastung in Höhe von 1,0 Mio. € ist durch Rückstellung im Ergebnis zum 30. September 2016 bereits berücksichtigt.

Gegen mehrere Beschuldigte der Biotest AG haben die Behörden die Ermittlungen zwischenzeitlich eingestellt. Weitere Einstellungen werden nach Auskunft der Ermittlungsbehörden folgen. Gegen drei Manager des Unternehmens wird noch ermittelt.

Auf Grundlage dieser Entwicklungen geht das Unternehmen davon aus, dass aus dem Russland-Geschäft mit keinen weiteren nennenswerten Belastungen für das Unternehmen zu rechnen ist.

E. PROGNOSE-, RISIKO- UND CHANCENBERICHT

I. PROGNOSEVERÄNDERUNGSBERICHT

Der Vorstand erwartet für das Jahr 2016 weiterhin einen Umsatzanstieg im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Am 23. März 2016 hat Biotest die EBIT-Prognose für das Jahr 2016 um mehr als 10 % angehoben. Das Unternehmen erwartet nun ein EBIT im Bereich von 33 bis 35 Mio. €.

II. RISIKOBERICHT

Die Risikosituation der Biotest Gruppe hat sich gegenüber der Darstellung im Geschäftsbericht 2015 (Seiten 27 bis 33) außer hinsichtlich der im Folgenden dargestellten Sachverhalte nicht wesentlich verändert.

Die bezüglich der Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Frankfurt beschriebenen Risiken sind wie im Nachtragsbericht ausgeführt teilweise eingetreten. Auf Grundlage dieser Entwicklungen geht das Unternehmen davon aus, dass aus dem Ermittlungsverfahren mit keinen weiteren nennenswerten Belastungen für das Unternehmen zu rechnen ist.

Die Produktionsstätte für Immunglobuline der Biotest Pharmaceuticals Corp. in Boca Raton, Florida, USA, hat im vierten Quartal 2014 ein Schreiben ("warning letter") von der U.S. Food and Drug Administration (FDA) erhalten. Das Schreiben enthielt Bedenken hinsichtlich verschiedener Mängel, die während einer Überprüfung in 2014 beobachtet wurden und mit der Einhaltung des Qualitätssicherungsstandards der aktuellen guten Herstellungspraxis (current good manufacturing practice (cGMP)) in der Anlage zusammenhängen. Im ersten Quartal 2016 hat die FDA eine Nachkontrolle durchgeführt und wiederum verschiedene Mängel in Bezug auf die amerikanischen cGMP festgestellt.

Am 26. August 2016 fand eine persönliche Besprechung mit der FDA statt. Bei dieser Besprechung präsentierten Führungskräfte des Unternehmens aktuelle Informationen zum gegenwärtigen Stand in dieser Frage und erörterten die an dem Herstellungsprozess vorgenommenen Verbesserungen sowie die Fortschritte, die in Zusammenhang mit den festgestellten Problemen bei der in 2016 durchgeführten Überprüfung erzielt wurden. Die Informationen wurden von der FDA positiv aufgenommen. Das Unternehmen arbeitet weiterhin eng mit der FDA zusammen, um Lösungen für alle vorgebrachten Beanstandungen zu finden.

Bis jetzt haben die festgestellten Probleme nicht zu einer Herstellungsunterbrechung in der Anlage geführt und die FDA gibt weiterhin dort hergestellte Chargen zum Verkauf frei. Derzeit werden verschiedene Chargen, für die die Freigabe von der FDA noch aussteht, von dieser wegen technischer Abweichungen innerhalb des Herstellungsprozesses geprüft. In der Vergangenheit wurde vergleichbares Material von der FDA freigegeben. Im dritten Quartal 2016 wurden Teile der betroffenen Chargen im Rahmen der internen Qualitätssysteme geprüft und genehmigt. Wenn für die restlichen Chargen keine Freigabe erteilt wird, wird im Jahr 2016 eine Abwertung von bis zu 6,5 Mio. € notwendig werden.

III. CHANCENBERICHT

Die Chancensituation der Biotest Gruppe hat sich gegenüber der Darstellung im Geschäftsbericht 2015 (Seiten 33 und 34) mit Ausnahme der beschriebenen Kooperationsvereinbarung mit Kedrion Biopharma Inc. nicht wesentlich verändert.

GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

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in Millionen € Q3 2016 Q3 2015 Q1 - Q3 2016 Q1 - Q3 2015
Umsatzerlöse 149,5 130,2 455,6 417,9
Herstellungskosten -110,3 -149,4 -322,0 -344,4
Bruttoergebnis vom Umsatz 39,2 -19,2 133,6 73,5
Sonstige betriebliche Erträge 0,7 -0,3 2,1 1,8
Marketing- und Vertriebskosten -11,2 -17,7 -41,3 -51,8
Verwaltungskosten -7,9 -9,8 -28,1 -26,7
Forschungs- und Entwicklungskosten -11,9 -36,8 -37,9 -76,9
Sonstige betriebliche Aufwendungen -1,0 -0,5 -2,3 -1,9
Betriebsergebnis 7,9 -84,3 26,1 -82,0
Finanzergebnis -5,7 -3,0 -10,0 -3,2
Ergebnis vor Steuern 2,2 -87,3 16,1 -85,2
Ertragsteuern -11,6 1,5 -17,8 -2,8
Ergebnis nach Steuern -9,4 -85,8 -1,7 -88,0
davon entfallen auf:
Anteilseigner des Mutterunternehmens -9,4 -85,8 -1,7 -88,0
Anteile ohne beherrschenden Einfluss 0,0 0,0 0,0 0,0
Ergebnis je Aktie in € -0,23 -2,17 -0,04 -2,22

KAPITALFLUSSRECHNUNG

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in Millionen € 2016 2015
Operativer Cashflow vor Veränderung des Working Capital 47,3 6,4
Cashflow aus Veränderung des Working Capital 24,9 43,4
Bezahlte Zinsen und Steuern -25,3 -15,6
Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit 46,9 34,2
Cashflow aus Investitionstätigkeit -15,6 -125,6
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit 3,1 -0,7
Zahlungswirksame Veränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 34,4 -92,1
Wechselkursbedingte Veränderungen der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 0,0 1,0
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zum 1. Januar 53,8 179,4
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zum 30. September 88,2 88,3
davon Cashflow aus Investitionstätigkeit
aus Veränderungen der sonstigen finanziellen Vermögenswerte 79,9 -70,2
Cashflow aus Investitionstätigkeit bereinigt um Finanzmittelanlagen im Rahmen der kurzfristigen Finanzdisposition -95,5 -55,4

BILANZ

AKTIVA

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in Millionen € 30. September 2016 31. Dezember 2015
Langfristige Vermögenswerte
Immaterielle Vermögenswerte 43,9 44,7
Sachanlagen 397,9 317,2
Anteile an assoziierten Unternehmen 2,2 3,5
Sonstige Vermögenswerte 1,0 1,0
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 0,9 0,8
Latente Steueransprüche 13,2 8,7
Summe langfristige Vermögenswerte 459,1 375,9
Kurzfristige Vermögenswerte
Vorratsvermögen 186,8 218,7
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 165,3 173,9
Laufende Ertragsteueransprüche 5,6 5,8
Sonstige Vermögenswerte 15,6 13,8
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 41,8 120,8
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 88,2 53,8
Summe kurzfristige Vermögenswerte 503,3 586,8
Bilanzsumme 962,4 962,7

PASSIVA

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30. September 2016 31. Dezember 2015
Eigenkapital
Gezeichnetes Kapital 39,6 39,6
Kapitalrücklage 219,8 219,8
Gewinnrücklagen 149,2 235,3
Auf Anteilseigner des Mutterunternehmens entfallende Ergebnisanteile -1,7 -82,5
Auf Anteilseigner des Mutterunternehmens entfallendes Eigenkapital 406,9 412,2
Anteile ohne beherrschenden Einfluss 0,1 0,1
Summe Eigenkapital 407,0 412,3
Fremdkapital
Rückstellung für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 75,1 72,6
Sonstige Rückstellungen 7,7 6,6
Finanzverbindlichkeiten 330,6 335,5
Sonstige Verbindlichkeiten 1,8 2,2
Latente Steuerverbindlichkeiten 12,0 7,7
Summe langfristiges Fremdkapital 427,2 424,6
Sonstige Rückstellungen 23,0 27,5
Laufende Ertragsteuerverbindlichkeiten 4,5 4,3
Finanzverbindlichkeiten 17,2 9,1
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 47,5 53,1
Sonstige Verbindlichkeiten 36,0 31,8
Summe kurzfristiges Fremdkapital 128,2 125,8
Summe Fremdkapital 555,4 550,4
Bilanzsumme 962,4 962,7

NETTOVERSCHULDUNG

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in Millionen € 30. September 2016 31. Dezember 2015
Finanzverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 344,2 340,8
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 3,6 3,8
Finanzverbindlichkeiten 347,8 344,6
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 88,2 53,8
Finanzmittelanlagen in sonstigen kurzfristigen finanziellen Vermögenswerten* 40,0 119,9
Flüssige Mittel und Finanzanlagen im Rahmen der kurzfristigen Finanzdisposition 128,2 173,7
Nettoverschuldung 219,6 170,9

* In den sonstigen kurzfristigen finanziellen Vermögenswerten sind die kurzfristigen Anlagen freier liquider Mittel enthalten.

ANLAGESPIEGEL - NETTODARSTELLUNG

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in Millionen € Buchwert am Investitionen Abgänge Abschreibungen Währungsdifferenzen Buchwert am
31. Dez. 2015 netto 30. Sept. 2016
--- --- --- --- --- --- ---
Immaterielle Vermögenswerte 44,7 1,3 0,0 -1,2 -0,9 43,9
Sachanlagevermögen 317,2 99,4 -0,4 -17,2 -1,1 397,9
Summe 361,9 100,7 -0,4 -18,4 -2,0 441,8

Dreieich, den 10. November 2016

Biotest Aktiengesellschaft

Der Vorstand

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Dr. Bernhard Ehmer Dr. Michael Ramroth Dr. Georg Floß
Vorsitzender des Vorstands Mitglied des Vorstands Mitglied des Vorstands

TERMINE

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30. März 2017 Geschäftsbericht 2016 10. Mai 2017 Hauptversammlung
30. März 2017 Bilanzpressekonferenz 2016 14. August 2017 Halbjahresbericht 2017
10. Mai 2017 Quartalsmitteilung zum 31. März 2017 14. November 2017 Quartalsmitteilung zum 30. September 2017

IMPRESSUM

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HERAUSGEBER: Biotest AG, Landsteinerstr. 5, 63303 Dreieich, Deutschland, www.biotest.de
IR KONTAKT: Dr. Monika Buttkereit, Telefon +49-6103-801-4406, [email protected]
PR KONTAKT: Dirk Neumüller, Telefon +49-6103-801-269, [email protected]
GESTALTUNG: Scheufele Hesse Eigler, Kommunikationsagentur GmbH, Frankfurt am Main, Deutschland
REDAKTION: cometis AG, Wiesbaden, Deutschland

BIOTEST AG | Landsteinerstr. 5, 63303 Dreieich, Deutschland, www.biotest.de

Dieser Bericht enthält zukunftsgerichtete Aussagen zur gesamtwirtschaftlichen Entwicklung sowie zur Geschäfts-, Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der Biotest AG und ihrer Tochtergesellschaften. Diese Aussagen beruhen auf den derzeitigen Plänen, Einschätzungen, Prognosen und Erwartungen des Unternehmens und unterliegen insofern Risiken und Unsicherheitsfaktoren, die dazu führen können, dass die tatsächliche wesentlich von der erwarteten Entwicklung abweicht. Die zukunftsgerichteten Aussagen haben nur zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Berichts Gültigkeit. Biotest beabsichtigt nicht, die zukunftsgerichteten Aussagen zu aktualisieren und übernimmt dafür keine Verpflichtung.