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Biotest AG Audit Report / Information 2011

Apr 20, 2012

66_rns_2012-04-20_e2aa647f-da20-4e35-b1e4-cbe70a3979f9.html

Audit Report / Information

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Biotest AG

Dreieich

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2011 bis zum 31.12.2011

Bilanz zum 31. Dezember 2011

Aktiva

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31.12.2011 31.12.2010
EUR EUR EUR EUR
--- --- --- --- ---
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 5.733.437,21 6.968.275,63
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 1.474.652,67 1.549.881,36
2. Technische Anlagen und Maschinen 1.072.458,28 1.069.741,74
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 4.517.783,79 5.824.930,46
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 123.938,89 0,00
III. Finanzanlagen 7.188.833,63 8.444.553,56
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 165.658.195,44 169.154.247,91
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 21.732.394,01 0,00
3. Sonstige Ausleihungen 22.374,00 187.412.963,45 510.760,00 169.665.007,91
200.335.234,29 185.077.837,10
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 43.902.523,12 44.716.018,29
2. Unfertige Erzeugnisse 69.547.456,86 73.847.922,68
3. Fertige Erzeugnisse und Waren 11.297.278,67 15.975.898,71
124.747.258,65 134.539.839,68
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 69.144.767,06 44.708.014,33
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 46.620.659,91 66.756.800,84
3. Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 2.283.450,13 2.855.790,23
4. Sonstige Vermögensgegenstände 3.360.988,51 3.027.696,49
121.409.865,61 117.348.301,89
III. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 77.783.102,68 14.947.134,97
323.940.226,94 266.835.276,54
C. Rechnungsabgrenzungsposten 1.597.156,04 2.395.648,15
525.872.617,27 454.308.761,79
Passiva
31.12.2011 31.12.2010
EUR EUR EUR EUR
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital
1. Stammaktien 16.883.819,52 16.883.819,52
2. Vorzugsaktien 13.141.332,48 13.141.332,48
30.025.152,00 30.025.152,00
II. Kapitalrücklage 154.177.552,28 154.177.552,28
III. Gewinnrücklagen
Andere Gewinnrücklagen 59.900.000,00 35.000.000,00
IV. Bilanzgewinn 42.818.401,54 22.653.652,94
286.921.105,82 241.856.357,22
B. Rückstellungen
1. Rückstellungen für Pensionen 37.955.476,00 38.198.452,00
2. Steuerrückstellungen 11.612.016,13 4.437.036,47
3. Sonstige Rückstellungen 25.642.462,22 26.223.800,37
75.209.954,35 68.859.288,84
C. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 71.991.993,41 85.708.413,32
2. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 8.033.453,68 873.663,07
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 17.811.703,80 21.459.858,26
4. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 8.899.033,37 17.737.462,55
5. Sonstige Verbindlichkeiten 15.366.784,78 17.813.718,53
--davon aus Steuern EUR 906.056,48 (i. Vj. TEUR 3.015)--
--davon im Rahmen der sozialen Sicherheit EUR 272.349,80 (i. Vj. TEUR 99)--
122.102.969,04 143.593.115,73
D. Rechnungsabgrenzungsposten 41.638.588,06 0,00
525.872.617,27 454.308.761,79

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2011

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2011 2010
EUR EUR EUR EUR
--- --- --- --- ---
1. Umsatzerlöse 338.373.500,00 311.675.669,86
2. Veränderung des Bestandes an fertigen und unfertigen Erzeugnissen -6.918.672,74 -26.279.468,89
3. Andere aktivierte Eigenleistungen 297.499,00 311.000,00
4. Sonstige betriebliche Erträge 38.502.270,37 31.237.310,90
5. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 128.021.528,99 107.885.087,91
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 10.319.884,19 10.311.600,03
6. Personalaufwand 138.341.413,18 118.196.687,94
a) Löhne und Gehälter 54.997.960,17 49.556.718,17
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 10.153.407,86 9.741.265,13
--davon für Altersversorgung EUR 1.927.020,27 (i. Vj. TEUR 1.824)--
7. Abschreibungen 65.151.368,03 59.297.983,30
a) auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 3.925.693,79 3.704.473,47
b) auf Vermögensgegenstände des Umlaufvermögens, soweit diese die in der Kapitalgesellschaft üblichen Abschreibungen übersteigen 8.496.250,00 0,00
12.421.943,79 3.704.473,47
8. Sonstige betriebliche Aufwendungen 121.770.380,77 114.594.325,67
9. Erträge aus Beteiligungen
--sämtlich wie im Vorjahr aus verbundenen Unternehmen-- 5.023.195,70 3.812.433,72
10. Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 199,50 538,93
11. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 2.503.141,86 1.349.002,53
--davon aus verbundenen Unternehmen EUR 1.523.292,63 (i. Vj. TEUR 843)--
12. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 7.826.418,20 8.319.546,76
--davon an verbundene Unternehmen EUR 1.235.555,05 (i. Vj. TEUR 923)--
13. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 32.269.609,72 17.993.469,91
14. Außerordentliche Erträge 34.337.923,81 13.290.844,10
15. Außerordentliche Aufwendungen 0,00 7.040.302,00
16. Außerordentliches Ergebnis 34.337.923,81 6.250.542,10
17. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 16.334.973,17 6.428.664,76
18. Sonstige Steuern 442.953,28 -86.033,38
19. Jahresüberschuss 49.829.607,08 17.901.380,63
Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 22.653.652,94 17.047.987,79
Dividendenausschüttung -4.764.858,48 -4.295.715,48
20. Gewinnvortrag 17.888.794,46 12.752.272,31
21. Einstellung in Gewinnrücklagen
a) in andere Gewinnrücklagen 24.900.000,00 8.000.000,00
22. Bilanzgewinn 42.818.401,54 22.653.652,94

Anhang für das Geschäftsjahr 2011

(1) Geschäftsbetrieb der Gesellschaft

Die Biotest AG ist die Obergesellschaft der Biotest Gruppe und als Pharmaunternehmen in der Produktion und im Vertrieb von Medikamenten zur Therapie von Störungen des körpereigenen Abwehrsystems und der blutbildenden Systeme tätig.

Mit Wirkung zum 1. Juni 2004 hat die Biotest AG den Geschäftsbetrieb der Biotest Pharma GmbH, Dreieich, gepachtet und von dieser eine Lizenz zur Nutzung der Zulassungen für die Produkte der Biotest Pharma GmbH erhalten. Im Zusammenhang mit der Verpachtung sind auch die Mitarbeiter der Gesellschaft auf die Biotest AG übergegangen. Darüber hinaus wurden die Vorräte, wesentliche Teile des übrigen Umlaufvermögens sowie Teile der Rückstellungen durch die Biotest AG übernommen. Die Biotest Pharma GmbH bleibt jedoch Eigentümerin der verpachteten Anlagen und Gebäude sowie der Zulassungen und fungiert weiterhin als Verantwortlicher im Sinne des Arzneimittelgesetzes.

Der Geschäftsbereich Mikrobiologisches Monitoring der Biotest AG wurde im August 2011 an die Merck KGaA, Darmstadt, Deutschland, veräußert. Dieses Segment beinhaltete die Entwicklung und den Vertrieb von Produkten zur Hygienekontrolle der Industrie. Die Erzeugnisse umfassten im Wesentlichen Nährböden und Hygienekontrollgeräte. Nach Gesprächen mit potenziellen Erwerbern wurde am 22. März 2011 ein Kaufvertrag mit der Merck KGaA unterzeichnet (signing date). Der Verkauf wurde nach der Zustimmung der verschiedenen Kartellbehörden am 1. August 2011 (closing date) abgeschlossen.

Der Jahresabschluss der Biotest AG zum 31. Dezember 2011 ist nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches und des Aktiengesetzes aufgestellt. Die Biotest AG ist eine große Kapitalgesellschaft im Sinne des § 267 Abs. 3 HGB.

Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren gegliedert.

(2) Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze, Währungsumrechnung

Die immateriellen Vermögensgegenstände und die Sachanlagen werden zu Anschaffungs- und Herstellungskosten angesetzt. Diese werden bei den immateriellen Vermögensgegenständen und den Sachanlagen, sofern sie der Abnutzung unterliegen, um planmäßige Abschreibungen entsprechend der Nutzungsdauer nach der linearen Methode vermindert. Die Abschreibungszeiträume betragen für immaterielle Vermögensgegenstände in der Regel drei bis fünf Jahre, für Einbauten 10 bis 20 Jahre, für technische Anlagen und Maschinen 13 Jahre und für andere Anlagen sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung überwiegend drei bis zehn Jahre.

In die Herstellungskosten selbst erstellter Anlagen werden neben den direkt zurechenbaren Kosten auch anteilige zurechenbare Gemeinkosten einbezogen.

Geringwertige Anlagegüter mit einem Einzelanschaffungswert bis zu EUR 150 werden im Zugangsjahr aufwandswirksam erfasst. Geringwertige Anlagegüter von EUR 150 bis EUR 1.000 werden über fünf Jahre jeweils mit 20 % abgeschrieben, die Abgangsbuchung erfolgt nach fünf Jahren.

Die Abschreibungen auf Zugänge des Sachanlagevermögens werden im Übrigen zeitanteilig vorgenommen.

Bei den Finanzanlagen werden die Anteilsrechte zu Anschaffungskosten und die Ausleihungen grundsätzlich zum Nennwert bewertet. Soweit der Wert, der den Finanzanlagen am Bilanzstichtag beizulegen ist, dauerhaft unter den Anschaffungskosten/dem Nennwert liegt, wird dieser angesetzt. Bestehen die Gründe für die Abschreibungen nicht mehr, werden Zuschreibungen gemäß § 253 Abs. 5 HGB bis maximal zu den fortgeführten Anschaffungskosten vorgenommen. Unverzinsliche oder niedrig verzinsliche Ausleihungen werden auf den Barwert abgezinst.

Die Vorräte werden zu Anschaffungs- und Herstellungskosten bzw. unter Beachtung des Niederstwertprinzips bewertet.

Die Bestände an Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen sind zu durchschnittlichen Einstandspreisen oder zu niedrigeren Tagespreisen am Bilanzstichtag aktiviert.

Die unfertigen und fertigen Erzeugnisse sind auf der Basis von Einzelkalkulationen, die auf der aktuellen Betriebsabrechnung beruhen, zu Herstellungskosten bewertet, wobei neben den direkt zurechenbaren Materialeinzelkosten, Fertigungslöhnen und Sondereinzelkosten auch Fertigungs- und Materialgemeinkosten sowie produktionsbezogene Abschreibungen berücksichtigt werden. Kosten der allgemeinen Verwaltung wurden gemäß der Inanspruchnahme des Wahlrechtes nach § 255 Abs. 2 Satz 3 HGB nicht aktiviert. Fremdkapitalzinsen wurden nicht in die Herstellungskosten einbezogen.

In allen Fällen wurde verlustfrei bewertet, d. h. es wurden von den voraussichtlichen Verkaufspreisen Abschläge für noch anfallende Kosten vorgenommen.

Handelswaren sind zu Anschaffungskosten oder niedrigeren Marktpreisen bilanziert.

Alle erkennbaren Risiken im Vorratsvermögen, die sich aus überdurchschnittlicher Lagerdauer, geminderter Verwertbarkeit und niedrigeren Wiederbeschaffungskosten ergeben, sind durch angemessene Abwertungen berücksichtigt.

Abgesehen von handelsüblichen Eigentumsvorbehalten sind die Vorräte frei von Rechten Dritter.

Zur Auswirkung der Änderung der Bewertungsmethoden im Geschäftsjahr verweisen wir auf Punkt 5 in den Erläuterungen zur Bilanz.

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände werden mit ihrem Nennwert abzüglich Wertberichtigungen bilanziert. Fremdwährungsforderungen mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr werden gemäß § 256a HGB am Abschlussstichtag mit dem Devisenkassamittelkurs umgerechnet. Bei einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurde dabei das Realisationsprinzip (§ 252 Abs. 1 Nr. 4 Halbsatz 2 HGB) und das Anschaffungskostenprinzip (§ 253 Abs. 1 Satz 1 HGB) beachtet.

Im Berichtsjahr wurden Verbundforderungen gegenüber der Biotest Farmaceutica Ltda., Sao Paulo, Brasilien, und der Biotest Pharmaceuticals Corporation, Boca Raton, USA, aufgrund ihres Darlehenscharakters in die sonstigen Ausleihungen des Finanzanlagevermögens umgegliedert. Wir verweisen auf Punkt 8 in den Erläuterungen zur Bilanz.

Die liquiden Mittel wurden mit ihrem Nominalwert angesetzt.

In den aktiven Rechnungsabgrenzungsposten enthaltene Disagien und sonstige Fremdkapitalbeschaffungskosten werden über die Laufzeit der korrespondierenden Verbindlichkeiten abgeschrieben.

Das gezeichnete Kapital ist mit dem Nennbetrag angesetzt.

Gemäß § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB werden die Vermögensgegenstände, die dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogen sind und ausschließlich der Erfüllung von Schulden aus Altersversorgungsverpflichtungen oder vergleichbaren langfristig fälligen Verpflichtungen dienen, mit den entsprechenden Schulden saldiert. Übersteigt der beizulegende Zeitwert dieser Vermögensgegenstände den Schuldbetrag, so wird der übersteigende Betrag als gesonderter Posten aktiviert. Hierbei wird gemäß § 268 Abs. 8 HGB in Höhe des aktivischen Saldos eine Ausschüttungssperre gebildet.

Die Pensionsrückstellungen werden unter Zugrundelegung des entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatzes sowie der "Richttafeln von 2005 G" von Prof. Dr. Heubeck versicherungsmathematisch errechnet; diese Berechnung entspricht dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected Unit Credit Methode). Zukünftig erwartete Entgelt- und Rentensteigerungen werden bei der Ermittlung der Verpflichtungen berücksichtigt. Dabei wird derzeit von jährlichen Anpassungen von 3,4 % bei den Entgelten und von 2,0 % bei den Renten ausgegangen. Die ebenfalls eingerechnete unternehmensspezifische Fluktuationsrate lag bei 3,0 %. Der zugrunde gelegte Rechnungszins für die Abzinsung der Pensionsrückstellungen beläuft sich auf 5,14 %.

Es handelt sich um den von der Deutschen Bundesbank ermittelten und veröffentlichten durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre für eine Restlaufzeit von 15 Jahren.

Zum 1.1.2010 wurde erstmalig die Bewertungsmethode nach dem Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz (BilMoG) angewandt und der sich ergebende Zuführungsbetrag sofort in vollem Umfang aufwandswirksam erfasst. Die Ergebnisauswirkung wurde im Geschäftsjahr 2010 in voller Höhe in den außerordentlichen Aufwendungen ausgewiesen.

Die Steuerrückstellungen und die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verbindlichkeiten. Sie werden jeweils in Höhe des Erfüllungsbetrages (d.h. einschließlich künftiger Kosten- und Preissteigerungen) angesetzt, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung zum Bilanzstichtag erforderlich ist. Soweit die Rückstellungen eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr haben, werden sie mit dem ihrer Laufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre abgezinst.

Die Rückstellung für Altersteilzeit berücksichtigt alle am Bilanzstichtag abgeschlossenen Verträge auf Altersteilzeit. Vorhandenes Deckungsvermögen wird gemäß § 246 Abs. 2 S. 2 HGB mit diesen Rückstellungen saldiert.

Die im Zusammenhang mit den im Juni 2009 aufgelegten Long-Term-Incentive-Programmen gebildeten Rückstellungen für die Tranchen 2010 und 2011 wurden auf Basis externer Gutachten unter Anwendung einer Monte-Carlo-Simulation bewertet. Dabei werden verschiedene Annahmen hinsichtlich der Erfüllung der im Programm vereinbarten Erfolgsziele zu Grunde gelegt: die Kursentwicklung der Biotest-Vorzugsaktie im Vergleich zur Kursentwicklung maßgeblicher SDAX-Unternehmen und die Erreichung der Ziel-EBIT-Marge durch die Gesellschaft. Für die Schätzung der Volatilitäten werden historische Marktdaten herangezogen. Der anzuwendende risikolose Zinssatz wird auf Basis der von der Deutschen Bundesbank veröffentlichten Parameter ermittelt. Das Gutachten unterstellt eine Fluktuation von 4 %. Die Erfolgsziele der Tranche 2009 konnten faktisch nicht erreicht werden. Die Berücksichtigung des sich nach den Berechnungen ergebenden Aufwands erfolgt anteilig über die Laufzeit des Programms.

Die Verbindlichkeiten werden grundsätzlich mit den Erfüllungsbeträgen bilanziert. Fremdwährungsverbindlichkeiten mit einer Laufzeit bis zu einem Jahr werden am Abschlussstichtag zum Devisenkassamittelkurs umgerechnet. Bei einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurde dabei das Realisationsprinzip (§ 252 Abs. 1 Nr. 4 Halbsatz 2 HGB) und das Anschaffungskostenprinzip (§ 253 Abs. 1 Satz 1 HGB) beachtet.

Für die Ermittlung latenter Steuern aufgrund von temporären oder quasi-permanenten Differenzen zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten und ihren steuerlichen Wertansätzen werden die Beträge der sich ergebenden Steuerbe- und -entlastung mit den unternehmensindividuellen Steuersätzen im Zeitpunkt des Abbaus der Differenzen bewertet und nicht abgezinst. Die Ermittlung der latenten Steuern erfolgt auf Basis einer im Zeitpunkt des voraussichtlichen Abbaus von temporären Differenzen geltenden Steuerquote von 28,78 %. Passive Steuerlatenzen resultieren im Wesentlichen aus Bewertungsunterschieden bei immateriellen Vermögensgegenständen. Unterschiedliche Wertansätze vor allem bei Pensionsrückstellungen, Vorräten sowie sonstigen Rückstellungen führen zu aktiven latenten Steuern, die die passive Steuerlatenz übersteigen. Die Aktivierung latenter Steuern unterbleibt in Ausübung des dafür bestehenden Ansatzwahlrechts.

Der passive Rechnungsabgrenzungsposten enthält von einem Vertragspartner geleistete Vorauszahlungen für noch durchzuführende Forschungsaktivitäten. Die Ertragsrealisierung erfolgt zeitanteilig linear über die voraussichtliche Dauer von 2,5 Jahren.

(3) Finanzlage

Über die Liquiditätssituation und die finanzielle Entwicklung gibt folgende Kapitalflussrechnung Aufschluss:

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2011

TEUR
2010

TEUR
Jahresüberschuss vor Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 66.165 24.330
Gezahlte Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -10.101 -7.752
Erhaltene Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 990 406
Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände und auf Sachanlagen 3.926 3.704
Ertrag aus der Veräußerung von aufzugebenden Geschäftsbereichen -34.053 -12.641
Abschreibungen auf Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen 8.496 0
Zuschreibungen auf Finanzanlagen 0 -753
Ertrag aus dem Abgang abgeschriebener Darlehensforderungen -166 0
Zunahme der Pensionsrückstellungen 2.032 9.491
Abnahme der anderen Rückstellungen -109 -10.648
Ertrag (i.Vj. Verlust) aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens (netto) -30 67
Abnahme der Vorräte 7.135 15.695
Zunahme der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Aktiva -7.520 -10.910
Zunahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Passiva 41.444 13.506
Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit 78.209 24.495
Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des Anlagevermögens 32 20
Einzahlungen aus der Veräußerung von aufzugebenden Geschäftsbereichen 39.926 24.847
Einzahlungen aus dem Abgang abgeschriebener Darlehensforderungen 166 0
Veränderungen der sonstigen Ausleihungen 489 1.672
Auszahlungen im Rahmen von Kapitalmaßnahmen bei Beteiligungsunternehmen -308 -185
Sonstige Investitionen in das Anlagevermögen -3.089 -3.811
Mittelzufluss aus der Investitionstätigkeit 37.216 22.543
Dividendenzahlung -4.765 -4.296
Veränderung der konzerninternen Finanzierung -32.390 10.020
Auszahlungen für die Tilgung von Leasingverbindlichkeiten -1.718 -1.644
Einzahlungen aus Darlehensaufnahme 0 9
Auszahlungen für die Tilgung von Bankverbindlichkeiten -13.716 -37.380
Mittelabfluss aus der Finanzierungstätigkeit -52.589 -33.291
Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelbestands 62.836 13.747
Finanzmittelbestand am Anfang der Periode 14.947 1.200
Finanzmittelbestand am Ende der Periode 77.783 14.947

(4) Anlagevermögen

Die Entwicklung des Anlagevermögens für das Geschäftsjahr 2011 der Biotest AG ist in der Anlage zum Anhang dargestellt. Im Geschäftsjahr 2011 hat die Biotest AG die Verkaufsverhandlungen für den Geschäftsbereich Mikrobiologisches Monitoring erfolgreich abgeschlossen. Der Kaufvertrag mit der Merck KGaA, Darmstadt, wurde am 22. März 2011 unterzeichnet (signing date). Nach Zustimmung der Kartellbehörden wurde am 1. August 2011 der Verkauf bestätigt und vollzogen (closing date). Mit Wirkung zum 1. August 2011 hat die Biotest AG damit ihre Anteile an der heipha Dr. Müller GmbH, Eppelheim, an der Biotest S.a.r.l., Frankreich, und an der Biotest K.K., Japan, veräußert. Darüber hinaus wurden die zum Vermögen der Biotest AG gehörenden Gegenstände des Anlagevermögens, die Vorräte und personalbezogene Verpflichtungen des Geschäftsbereiches Mikrobiologisches Monitoring veräußert. Aus der Veräußerung der Anteile und der Vermögensgegenstände und Schulden resultiert ein Ertrag in Höhe von TEUR 33.678. Im Zuge der Veräußerung sind immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen mit einem Buchwert in Höhe von TEUR 1.652 abgegangen.

Des Weiteren hat die Biotest AG ihre Anteile an der Viro-Immun Labor-Diagnostika GmbH, Oberursel, und die an die Gesellschaft gegebenen Darlehen mit Kaufvertrag vom 18. Februar 2011 (signing date) veräußert. Aus der Veräußerung der in Vorjahren abgeschriebenen Beteiligung und Darlehen resultierte ein Ertrag in Höhe von TEUR 660.

Die Biotest AG hat am 18. Januar 2011 100% der Anteile an der Marcos Pedrilson Products Hospitalares Ltda., Sao Paulo, Brasilien (heute firmierend auf Biotest Farmaceutica Ltda.), erworben. Der Kaufpreis laut Vertrag beläuft sich auf TBRL 1,075 und ist beim Eintritt von im Kaufvertrag festgeschriebenen Bedingungen in Höhe von 70% nach 3 Jahren und der Rest nach 5 Jahren zu zahlen.

Die Biotest Hycon GmbH, Dreieich, war ein hundertprozentiges Tochterunternehmen der Biotest AG, Dreieich, und wurde im Geschäftsjahr 2011 auf die Biotest Pharma GmbH, Dreieich, verschmolzen.

Die Zusammensetzung der Anteile an verbundenen Unternehmen ist in der nachfolgenden Tabelle aufgeführt:

Angaben zum Anteilsbesitz

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Anteilsbesitz der Biotest AG (Stand 31. Dezember 2011) Name und Sitz der Gesellschaft Eigenkapital Mio. Euro* Beteiligung %* Umsatz Mio. Euro* Ergebnis n. Steuern Mio. Euro*
Biotest Pharma GmbH, Dreieich / Deutschland 102,4 100,0 19,5 3,6
Biotest Grundstücksverwaltungs GmbH, Dreieich / Deutschland** 4,8 98,0 1,4 0,4
Biotest (UK) Ltd., Birmingham / Großbritannien 1,6 100,0 17,2 0,5
Biotest Italia S.r.l., Mailand / Italien 9,0 100,0 30,3 -0,2
Biotest Austria GmbH, Wien / Österreich 2,2 100,0 16,8 0,6
Biotest (Schweiz) AG, Rupperswil / Schweiz 3,8 100,0 7,7 2,3
Biotest Hungaria Kft., Budapest / Ungarn 3,1 100,0 20,9 0,7
Biotest Farmaceutica Ltda. Sao Paulo / Brasilien -0,4 100,0 0,0 -0,7
Biotest Hellas M.E.P.E., Athen / Griechenland -8,1 100,0 7,4 -8,0
Biotest Medical S.L.U., Barcelona / Spanien 0,1 100,0 1,7 0,0
Plasmadienst Tirol GmbH, Innsbruck / Österreich** 0,4 100,0 1,8 0,0
Plasma Service Europe GmbH, Dreieich / Deutschland** /*** 0,4 100,0 17,0 0,0
Biotest Pharmaceuticals Corporation, Boca Raton / USA** 84,7 100,0 74,6 -1,8
Biotest US Corporation, Boca Raton / USA 78,0 100,0 0,0 -0,1
Plazmaszolgalat Kft., Budapest / Ungarn** 0,2 100,0 1,5 -0,2
BioDarou P.J.S.Co., Teheran / Iran** 3,8 49,0 10,2 1,1
Biotest Immobilien Verwaltungs-GmbH, Dreieich / Deutschland** /**** 0,0 100,0 0,0 0,0
Biotest Immobilien GmbH & Co. KG, Dreieich / Deutschland** /**** 0,0 100,0 0,0 0,0
Biotest Seralc° N.V.,**** Mechelen / Belgien 0,0 100,0 0,0 0,0
Biotest Pharma OOO, Moskau / Russland 0,0 100,0 0,0 0,0

* Alle Zahlenangaben wurden für Zwecke des Konzernabschlusses nach den Vorschriften des IASB ermittelt

** Mittelbare Beteiligung

*** Nach Übernahme des HGB-Ergebnisses durch die Biotest Pharma GmbH

**** Nicht konsolidierte Gesellschaft

(5) Vorräte

Für die Bestandsbewertung der unfertigen und fertigen Erzeugnisse kam im Berichtsjahr erstmals eine Ermittlung der Herstellungskosten zur Anwendung, bei der bislang nicht berücksichtigte Kostenanteile einbezogen wurden. Die Änderung wurde in laufender Rechnung vorgenommen und führte zu einem um TEUR 1.598 höheren Wertansatz der Vorräte. Im Vorjahr hätte sich hieraus ein um TEUR 2.316 höherer Wertansatz ergeben, das Ergebnis des laufenden Jahres wurde somit durch diese Maßnahme um TEUR 718 entlastet.

Im Zuge der Veräußerung des Geschäftsbereiches Mikrobiologisches Monitoring sind Vorräte mit einem Buchwert in Höhe von TEUR 2.659 abgegangen.

Zum Stichtag sind Wertberichtigungen auf die Vorräte in Höhe von insgesamt TEUR 7.101 gebildet worden.

(6) Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände (Restlaufzeit von mehr als einem Jahr)

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben wie im Vorjahr sämtlich eine Restlaufzeit von unter einem Jahr. Sonstige Vermögensgegenstände mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr belaufen sich auf TEUR 0 (i. Vj. TEUR 526). Zum Stichtag sind Wertberichtigungen auf die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von insgesamt TEUR 1.680 gebildet worden.

Die Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, betreffen ausschließlich Lieferungen und Leistungen an die BioDarou P.J.S. Company, Teheran/Iran, und haben eine Restlaufzeit von unter einem Jahr.

(7) Forderungen gegen verbundene Unternehmen

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen betreffen mit TEUR 27.461 (i. Vj. TEUR 28.928) Darlehensforderungen sowie Forderungen aus dem Cash Management und mit TEUR 19.160 (i. Vj. TEUR 37.829) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Von den Forderungen haben TEUR 5.042 (i.Vj. TEUR 5.319) eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr.

Auf die Forderungen gegenüber der Biotest Hellas M.E.P.E., Griechenland, wurde aufgrund zu erwartender Zahlungsausfälle im Geschäftsjahr eine Wertberichtigung vorgenommen. Hieraus entstand ein Aufwand in Höhe von TEUR 8.496, der unter der Position "Abschreibungen auf Vermögensgegenstände des Umlaufvermögens, sowie diese die in der Kapitalgesellschaft üblichen Abschreibungen übersteigen" ausgewiesen wurden.

Die Forderungen gegenüber der Biotest Pharmaceuticals Corporation, Boca Raton, USA, und der Biotest Farmaceutica Ltda., Sao Paulo, Brasilien, in Höhe von TEUR 21.732 wurden im Geschäftsjahr aufgrund ihres langfristigen Charakters in die Ausleihungen an verbundene Unternehmen umgegliedert, da eine Rückzahlung innerhalb des laufenden Geschäftsjahres nicht erwartet wird.

(8) Rechnungsabgrenzung

Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten enthält ein Disagio in Höhe von TEUR 44 (i. Vj. TEUR 93), das eine Restlaufzeit von unter einem Jahr hat, Kreditbeschaffungskosten im Zusammenhang mit dem Abschluss des Konsortialkreditvertrags in 2007 bzw. der Anpassung des Konsortialvertrages in 2009 in Höhe von TEUR 676 (i. Vj. TEUR 945), von denen TEUR 500 eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr haben, abgegrenzte Optionsprämien im Zusammenhang mit Zinsbegrenzungsgeschäften in Höhe von TEUR 491 (i.Vj. TEUR 663), von denen TEUR 319 eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr haben, sowie Vorauszahlungen in Höhe von TEUR 386 (i. Vj. TEUR 74), von denen TEUR 54 eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr haben.

(9) Eigenkapital

Das Grundkapital beträgt unverändert EUR 30.025.152,00 und ist in 6.595.242 Stammaktien und 5.133.333 Vorzugsaktien mit einem rechnerischen Nennwert von EUR 2,56 eingeteilt.

Die Kapitalrücklage beträgt unverändert zum Vorjahr TEUR 154.178.

Den anderen Gewinnrücklagen wird ein Betrag von TEUR 24.900 aus dem Jahresüberschuss des Geschäftsjahres zugeführt. Die Gewinnrücklagen betragen damit TEUR 59.900 (i. Vj. TEUR 35.000).

Der Bilanzgewinn zum 31. Dezember 2010 in Höhe von TEUR 22.654 hat sich im Geschäftsjahr durch die Auszahlung der von der Hauptversammlung am 12. Mai 2011 beschlossenen Dividende in Höhe von TEUR 4.765 auf TEUR 17.889 verringert. Unter Berücksichtigung des Jahresüberschusses in Höhe von TEUR 49.830 und der Einstellung in die anderen Gewinnrücklagen in Höhe von TEUR 24.900 ergibt sich zum 31. Dezember 2011 ein Bilanzgewinn von TEUR 42.819. Der darin enthaltene Gewinnvortrag aus dem Vorjahr beträgt TEUR 22.654 (i. Vj. TEUR 17.048).

(10) Mitteilungen gemäß WpHG

Mit Meldung vom 8. Februar 2008 hat eine durch die Familie Schleussner bevollmächtigte Anwaltskanzlei folgende Stimmrechtsmitteilungen nach § 21 Abs. 1 WpHG abgegeben:

"Hiermit teilen wir im Namen und in Vollmacht für Herrn Dr. Hans Schleussner gemäß § 21 Abs. 1 WpHG mit, dass der Stimmrechtsanteil von Herrn Dr. Hans Schleussner an der Biotest AG die Schwellen von 3, 5, 10, 15, 20, 25, 30 und 50 % am 19. Dezember 2007 unterschritten hat und zu diesem Tag 0,0 % Stimmrechte beträgt.

Hiermit teilen wir im Namen und in Vollmacht für Frau Renate Schleussner gemäß § 21 Abs. 1 WpHG mit, dass der Stimmrechtsanteil von Frau Renate Schleussner an der Biotest AG die Schwellen von 3, 5, 10, 15, 20, 25, 30 und 50 % am 19. Dezember 2007 unterschritten hat und zu diesem Tag 0,0 % Stimmrechte beträgt.

Hiermit teilen wir im Namen und in Vollmacht für Herrn Dr. Martin Schleussner gemäß § 21 Abs. 1 WpHG mit, dass der Stimmrechtsanteil von Herrn Dr. Martin Schleussner an der Biotest AG die Schwellen von 3, 5, 10, 15, 20, 25, 30 und 50 % am 19. Dezember 2007 unterschritten hat und zu diesem Tag 0,0 % Stimmrechte beträgt.

Hiermit teilen wir im Namen und in Vollmacht für Frau Dr. Cathrin Schleussner gemäß § 21 Abs. 1 WpHG mit, dass der Stimmrechtsanteil von Frau Dr. Cathrin Schleussner an der Biotest AG weiterhin die Schwellen von 3, 5, 10, 15, 20, 25, 30 und 50 % überschreitet und zu diesem Tag 50,03 % Stimmrechte aus 3.299.508 Stammaktien der Biotest AG (WPKNR 522720/ISIN DE0005227201) beträgt.

Der gesamte Stimmrechtsanteil von 50,03 % aus 3.299.508 Stammaktien ist Frau Dr. Cathrin Schleussner seit dem 19. Dezember 2007 gemäß § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 WpHG zuzurechnen. Die zugerechneten Stimmrechte werden dabei über folgendes, von Frau Dr. Cathrin Schleussner kontrollierte Unternehmen, gehalten: OGEL GmbH, Waldfriedstraße 4, 60528 Frankfurt am Main.

Hiermit teilen wir im Namen und in Vollmacht für die OGEL GmbH gemäß § 21 Abs. 1 WpHG mit, dass der Stimmrechtsanteil der OGEL GmbH an der Biotest AG die Schwellen von 3, 5, 10, 15, 20, 25, 30 und 50 % am 19. Dezember 2007 überschritten hat und zu diesem Tag 50,03 % Stimmrechte aus 3.299.508 Stammaktien der Biotest AG (WPKNR 522720/ISIN DE0005227201) beträgt."

Auf Grund der zum 1. Februar 2012 in Kraft getretenen Regelungen des § 41 Abs. 4d WpHG haben uns am 22. Februar 2012 Herr Dr. Martin Schleussner, Frau Renate Schleussner und Herr Dr. Hans Schleussner mitgeteilt, dass zum 1. Februar 2012 ein entsprechend § 41 Abs. 4d WpHG mitteilungspflichtiger Stimmrechtsanteil von jeweils 50,27 % an der Biotest AG besteht.

Mit Meldung vom 19. März 2007 hat die Kreissparkasse Biberach, Biberach, gemäß § 41 Abs. 4a Satz 1-4 WpHG der Biotest AG mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Biotest AG am 20. Januar 2007 24,36 % der Stimmrechte beträgt.

Mit Meldung vom 30. Juni 2008 hat die BayernInvest Kapitalanlagegesellschaft mbH, München, gemäß § 21 Abs. 1 WpHG der Biotest AG mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Biotest AG am 19. Juni 2008 die Schwelle von 5 % unterschritten hat und nun 4,63 % beträgt.

Mit Meldung vom 30. Juni 2008 hat die Deka Investment GmbH, gemäß § 21 Abs. 1 WpHG der Biotest AG mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Biotest AG am 30. Juni 2008 die Schwelle von 5 % unterschritten hat und nun 4,47 % beträgt.

Mit Meldung vom 10. Januar 2007 hat die BWInvest Baden-Württembergische Investmentgesellschaft mbH, Stuttgart, gemäß § 21 Abs. 1 WpHG der Biotest AG mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Biotest AG durch die von ihr als Kapitalanlagegesellschaft verwalteten Wertpapier-Spezialfonds am 6. Dezember 2006 die Schwelle von 5 % überschritten hat und nun 7,43 % beträgt. Diese Meldung ergibt sich durch die Fusion der SüdKapitalanlagegesellschaft mbH (SüdKA) und der Baden-Württembergische Kapitalanlagegesellschaft mbH (BWK) und der zeitgleichen Umfirmierung der BWK in die BWInvest, die nunmehr ab dem 6. Dezember 2006 gesellschaftsrechtlich existent ist.

(11) Ermächtigungen zu Kapitalmaßnahmen

Mit Beschluss der Hauptversammlung vom 6. Mai 2010 wurde die Gesellschaft gemäß § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG ermächtigt. bis zum 5. Mai 2015 eigene Stamm- und/oder Vorzugsaktien bis zu 10 % des damaligen Grundkapitals in Höhe von TEUR 30.025 zu erwerben.

Des Weiteren wurde der Vorstand mit dem Beschluss der Hauptversammlung vom 6. Mai 2010 dazu ermächtigt, bis zum 4. Mai 2015 mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital der Gesellschaft durch Ausgabe neuer Vorzugsaktien gegen Bareinlage um bis zu TEUR 3.742 zu erhöhen.

Mit Beschluss der Hauptversammlung vom 8. Juli 2004 wurde der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 7. Juli 2009 Genussrechte im Nennbetrag von bis zu TEUR 50.000 auszugeben. Von dieser Genehmigung wurde im Geschäftsjahr 2005 in Höhe von TEUR 10.000 Gebrauch gemacht. Am 25. November 2005 hat die Gesellschaft eine Genussrechtsvereinbarung mit einer Laufzeit von sieben Jahren über TEUR 10.000 abgeschlossen, die am 5. Dezember 2005 unter Abzug eines Disagios von 3,4 % zur Auszahlung kam. Es handelt sich dabei um ein nachrangiges, endfälliges Darlehen, dessen Verzinsung aus einer variablen und einer fixen Komponente besteht. Die variable Komponente ist abhängig von Finanzkennzahlen des Unternehmens.

(12) Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Die Pensionsrückstellungen betragen TEUR 37.955 (i. Vj. TEUR 38.198).

Vermögensgegenstände, die dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogen sind und die ausschließlich der Erfüllung von Schulden aus Altersversorgungsverpflichtungen dienen, werden mit den entsprechenden Schulden aus den Altersversorgungsverpflichtungen saldiert. Die Vermögensgegenstände entsprechen einem beizulegenden Zeitwert in Höhe von TEUR 58, die entsprechenden Anschaffungskosten belaufen sich auf TEUR 37. Der Erfüllungsbetrag der verrechneten Schulden hat eine Höhe von TEUR 58. Ebenfalls werden in der Gewinn- und Verlustrechnung Aufwendungen in Höhe von TEUR 2 und Erträge in Höhe von TEUR 2 saldiert ausgewiesen.

Im Zuge der Veräußerung des Geschäfsbereiches Mikrobiologisches Monitoring sind Pensionsrückstellungen mit einem Buchwert in Höhe von TEUR 2.275 abgegangen.

(13) Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen in Höhe von TEUR 25.642 (i. Vj. TEUR 26.224) beinhalten im Wesentlichen Rückstellungen für ausstehende Rechnungen, Erfolgsbeteiligungen, Abfindungen, Prozeßrisiken sowie rückständigen Urlaub und sonstige Freizeitguthaben.

Die Rückstellung für Altersteilzeit berücksichtigt alle am Bilanzstichtag abgeschlossenen Verträge. Vermögensgegenstände, die dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogen sind und die ausschließlich der Erfüllung von Schulden aus Altersteilzeitverpflichtungen dienen, entsprechen einem beizulegenden Zeitwert in Höhe von TEUR 1.479, die entsprechenden Anschaffungskosten belaufen sich auf TEUR 1.383. Der Erfüllungsbetrag der verrechneten Schulden hat eine Höhe von TEUR 2.133. Ebenfalls werden in der Gewinn- und Verlustrechnung Aufwendungen in Höhe von TEUR 95 und Erträge in Höhe von TEUR 19 saldiert ausgewiesen.

Im Zuge der Veräußerung des Geschäfsbereiches Mikrobiologisches Monitoring sind sonstige Rückstellungen mit einem Buchwert in Höhe von TEUR 43 abgegangen.

(14) Verbindlichkeiten

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davon mit einer Restlaufzeit
Gesamtbetrag 31.12.2011

TEUR
bis zu einem Jahr

TEUR
von einem bis zu fünf Jahren

TEUR
über fünf Jahre

TEUR
davon gesichert Betrag Art

TEUR
--- --- --- --- --- ---
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 71.992 11.211 60.781 0 50.000
(Vorjahr) (85.708) (13.989) (70.000) (1.719) (67.864)
2. Erhaltene Anzahlungen 8.033 8.033
(Vorjahr) (874) (874
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 17.812 17.812
(Vorjahr) (21.460) (21.460)
4. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 8.899 8.899
(Vorjahr) (17.737) (17.737)
5. Sonstige Verbindlichkeiten 15.367 13.553 1.814
(Vorjahr) (17.814) (14.090) (3.724)
2011 122.103 59.508 62.595 0 50.000
(Vorjahr) (143.593) (68.150) (73.724) (1.719) (67.864)

*) Grundschulden von Tochtergesellschaften

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen betreffen in Höhe von TEUR 7.481 (i. Vj. TEUR 13.342) Darlehensverbindlichkeiten und Verbindlichkeiten aus dem Cash-Management und mit TEUR 1.418 (i. Vj. TEUR 4.395) Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen.

Die Biotest AG ist im Zusammenhang mit der Konsortialkredit-Vereinbarung verpflichtet, bestimmte Finanzrelationen bezogen auf den Konzernabschluss nach IFRS einzuhalten. Diese betreffen sowohl ein bestimmtes Verhältnis der Netto-Finanzverschuldung zu dem EBITDA exklusive Bewertungsergebnissen, ein bestimmtes Verhältnis der Netto-Finanzverschuldung zum haftenden Eigenkapital sowie ein Verhältnis des EBITDA zum Zinsaufwand. Diese Finanzrelationen werden vierteljährlich zum Quartalsende auf Basis der konsolidierten Konzernjahres- beziehungsweise Quartalsabschlüsse ermittelt.

(15) Passive Rechnungsabgrenzungsposten

Die Biotest AG hat im Zusammenhang mit der Vereinbarung über die weltweite Entwicklung und Vermarktung des monoklonalen Antikörpers Tregalizumab (BT-061) am Abschlussstichtag einen passiven Rechungsabgrenzungsposten in Höhe von TEUR 41.639 (i.Vj. TEUR 0) bilanziert. Da sich die im Rahmen der Vereinbarung vom Vertragspartner geleistete Vorauszahlung in Höhe von 85 Mio. US-Dollar wirtschaftlich auf die noch durchzuführenden Forschungsaktivitäten bezieht, wurde der Großteil der Zahlung als passiver Rechnungsabgrenzungsposten bilanziert. Die Ertragsrealisierung erfolgt zeitanteilig linear über die voraussichtliche Dauer des ersten Abschnitts der Kooperationsvereinbarung bis zum 30. Juni 2014.

(16) Umsatzerlöse

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2011 2010
TEUR % TEUR %
--- --- --- --- ---
Aufgliederung nach Märkten
Inland 97.899 28,9 103.620 33,2
Ausland 240.475 71,1 208.056 66,8
338.374 100,0 311.676 100,0

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2011 2010
TEUR % TEUR %
--- --- --- --- ---
Aufgliederung der Auslandsumsätze nach Regionen
Europa 128.379 53,4 110.436 53,1
Asien (inklusive Naher Osten) 76.405 31,8 78.392 37,7
Nord- und Südamerika 24.372 10,1 6.147 2,9
Rest der Welt 11.319 4,7 13.081 6,3
240.475 100,0 208.056 100,0

Die Umsätze betreffen die Geschäftsbereiche Plasmaproteine (TEUR 315.521; i. Vj. TEUR 303.042), Biotherapeutika (TEUR 17.413, i.Vj. TEUR 0) und Mikrobiologisches Monitoring (TEUR 5.440; i. Vj. TEUR 8.634).

(17) Andere aktivierte Eigenleistungen

Die anderen aktivierten Eigenleistungen beinhalten im Wesentlichen eigene Arbeitsleistungen im Zusammenhang mit der Implementierung einer ERP-Software.

(18) Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge enthalten im Wesentlichen Erträge aus Währungskurseffekten (TEUR 10.513; i. Vj. TEUR 3.805), Dienstleistungserträge aus Leistungen an die Biotest Pharma GmbH (TEUR 7.981; i. Vj. TEUR 6.000), Dienstleistungserträge aus Leistungen an die BioRad Medical Diagnostics GmbH (TEUR 2.805; i. Vj. TEUR 3.602), die Merck KGaA (TEUR 1.563; i.Vj. TEUR 0) und die Plasma Service Europe GmbH (TEUR 1.257; i.Vj. TEUR 1.193) sowie Erlöse aus Werkstattleistungen (TEUR 1.523, i. Vj. TEUR 674). Daneben enthalten die sonstigen betrieblichen Erträge u.a. Währungssicherungserträge, Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen sowie Erträge aus Schadensersatzleistungen.

Die periodenfremden sonstigen betrieblichen Erträge betragen TEUR 4.583 (i. Vj. TEUR 7.119) und betreffen im Wesentlichen Auflösungen von Rückstellungen und Ausbuchungen von Verbindlichkeiten sowie Schadensersatzleistungen.

Die Währungsumrechnung führte zu einem sonstigen betrieblichen Ertrag in Höhe von TEUR 784 (i.Vj. TEUR 699).

(19) Sonstige betriebliche Aufwendungen sowie Abschreibungen auf Vermögensgegenstände des Umlaufvermögens

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten allgemeine Verwaltungs- und Vertriebskosten, Aufwendungen für Pachten und Lizenzen im Zusammenhang mit der Anpachtung des Geschäftsbetriebs der Biotest Pharma GmbH (TEUR 19.527; i. Vj. TEUR 19.641), Forschungskosten, Provisionsaufwendungen, Kursverluste und Kurssicherungskosten, Mieten und Leasingaufwendungen, Fremdreparaturen sowie Versicherungsprämien.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind in Höhe von TEUR 1.062 (i. Vj. TEUR 45) periodenfremd. Sie betreffen im Wesentlichen Aufwendungen aus Forderungsverlusten sowie Nachbelastungen aus Dienstleistungsverträgen und öffentlichen Beiträgen.

In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind Aufwendungen aus der Währungsumrechnung in Höhe von TEUR 336 (i. Vj. TEUR 540) enthalten.

Die Abschreibungen auf Vermögensgegenstände des Umlaufvermögen in Höhe von TEUR 8.496, die über das übliche Niveau hinausgehen, betreffen ausschließlich die Wertberichtigungen auf die Forderungen der griechischen Tochtergesellschaft Biotest Hellas M.E.P.E., Athen, Griechenland.

(20) Zinsergebnis

Im Zinsergebnis sind periodenfremde Zinserträge in Höhe von TEUR 36 (i. Vj. TEUR 64) und periodenfremde Zinsaufwendungen in Höhe von TEUR 151 (i. Vj TEUR 202) enthalten.

Aus der Bewertung der Pensionsrückstellungen sind Zinsaufwendungen in Höhe von TEUR 2.007 (i.Vj. TEUR 2.366) entstanden. Die Zinsaufwendungen aus der Bewertung der sonstigen Rückstellungen betragen TEUR 151 (i.Vj. TEUR 151), die Zinserträge TEUR 19 (i.Vj. TEUR 10).

(21) Außerordentliche Erträge

In den außerordentlichen Erträgen des Geschäftsjahres sind die Erträge aus der Veräußerung des Geschäftsbereiches Mikrobiologisches Monitoring in Höhe von TEUR 33.678 sowie aus der Veräußerung der Viro-Immun Labor-Diagnostika GmbH, Oberursel, in Höhe von TEUR 660 enthalten.

Aus der Umstellung auf die durch das BilMoG geänderten handelsrechtlichen Bewertungsvorschriften sind im Vorjahr außerordentliche Erträge in Höhe von TEUR 650 entstanden. Sie resultierten im Wesentlichen aus der Bewertung von Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten zum Stichtagskurs.

In den außerordentlichen Erträgen des Vorjahres ist darüber hinaus der Ertrag aus der Veräußerung der Anteile an der Biotest Diagnostics Corp., USA, und der Biotest Medical Diagnostics GmbH in Höhe von TEUR 12.641 enthalten.

(22) Außerordentliche Aufwendungen

Die außerordentlichen Aufwendungen des Vorjahres, entstanden durch die Umstellung auf die geänderten Bewertungsvorschriften des BilMoG, betrugen TEUR 7.040. Sie entfielen in Höhe von TEUR 6.834 auf Pensionsrückstellungen und in Höhe von TEUR 206 auf sonstige personalbezogene Rückstellungen.

(23) Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

In den Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sind periodenfremde Erträge in Höhe von TEUR 84 (i. Vj. TEUR 750) und periodenfremde Aufwendungen in Höhe von TEUR 561 (i. Vj. TEUR 1.821) enthalten.

Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag entfallen in Höhe von TEUR 2.758 auf das außerordentliche Ergebnis und in Höhe von TEUR 13.577 auf das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit. Für das Geschäftsjahr 2011 weicht der erwartete Steueraufwand bei Anwendung eines nominellen Ertragsteuersatzes von 28,78 % (i.Vj. 28,8 %) wie folgt von den effektiven Werten ab:

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2011

TEUR
2010

TEUR
Jahresüberschuss vor Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 66.165 24.330
Erwarteter Steueraufwand 19.042 7.007
Steuernachzahlungen 476 1.071
Steuereffekt durch gewerbesteuerliche Hinzurechnungen 341 408
Steuereffekt durch nicht abzugsfähige Aufwendungen 280 34
Steuereffekt aus Bewertungsdifferenzen zwischen Handels- und Steuerrecht 3.635 753
Steuereffekt durch steuerfreie Erträge -7.428 -2.834
Sonstige Effekte -11 -10
Ertragsteuern gemäß Gewinn- und Verlustrechnung 16.335 6.429

(24) Sonstige Steuern

In den sonstigen Steuern sind periodenfremde Erträge in Höhe von TEUR 0 (i. Vj. TEUR 162) und periodenfremde Aufwendungen in Höhe von TEUR 365 (i.Vj. TEUR 0) enthalten.

(25) Latente Steuern

Die Ermittlung der latenten Steuern erfolgt auf Basis einer im Zeitpunkt des voraussichtlichen Abbaus von temporären Differenzen geltenden Steuerquote von 28,78 %. Passive Steuerlatenzen resultieren im Wesentlichen aus Bewertungsunterschieden bei immateriellen Vermögensgegenständen. Unterschiedliche Wertansätze vor allem bei Pensionsrückstellungen, Vorräten sowie sonstigen Rückstellungen führen zu aktiven latenten Steuern, die die passive Steuerlatenz übersteigen. Die Gesellschaft macht von ihrem Wahlrecht Gebrauch, einen Überhang von aktiven latenten Steuern nicht anzusetzen.

(26) Aufwand für Abschlussprüfer

Die Hauptversammlung der Biotest AG hat am 12. Mai 2011 die Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Eschborn/Frankfurt am Main, zum Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2011 bestellt. Der Vorjahresabschluss wurde durch die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Frankfurt am Main, geprüft.

Für den Abschlussprüfer Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft wurden im Geschäftsjahr 2011 TEUR 190 (davon für das Vorjahr TEUR 0) für die Abschlussprüfung, TEUR 25 (davon für das Vorjahr TEUR 0) für Steuerberatungsleistungen sowie TEUR 14 für sonstige Leistungen als Aufwand erfasst.

(27) Mitarbeiter

Die durchschnittliche Zahl der während des Geschäftsjahres beschäftigten Mitarbeiter (ermittelt auf Basis der rechnerischen Vollzeitmitarbeiter) beträgt:

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2011 2010
Vertrieb/Verwaltung 239 244
Produktion 379 353
Forschung und Entwicklung 136 143
Auszubildende 25 23
779 763

(28) Long Term Incentive-Programm

Die Gesellschaft hat im August 2005 mit Genehmigung des Aufsichtsrats beschlossen, ein Long Term Incentive-Programm (LTIP) auf Basis eines Aktienoptionsprogramms mit Vorzugsaktien für ausgewählte Mitarbeiter, die durch ihre Stellung innerhalb der Gruppe, ihre Entscheidungen, ihre Führung und ihr Handeln den Erfolg des Unternehmens maßgeblich beeinflussen, aufzusetzen, um auf diese Weise ein Anreizsystem bei diesem wichtigen Mitarbeiterkreis für den langfristigen Erfolg der Gesellschaft zu schaffen. Voraussetzung für die Gewährung von Vorzugsaktien wäre die Schaffung eines bedingten Kapitals gewesen.

Die hierfür notwendige Zustimmung von 75 % der Stimmen der Sonderversammlung der Vorzugsaktionäre wurde jedoch nicht erteilt. Daher ließ sich dieses Programm in der ursprünglichen Form nicht mehr realisieren.

Die Gesellschaft hat mit Zustimmung des Aufsichtsrats in 2006 als Ersatz einen Plan entwickelt, der die Gewährung von Aktien nicht mehr vorsieht, dennoch aber die positiven Elemente des alten Programms beibehält (LTIP 2006). In 2009 wurde mit Zustimmung des Aufsichtsrates entschieden, das Long Term Incentive-Programm mit dem LTIP 2009, 1. Tranche, fortzusetzen.

Die dritte Tranche des Long Term Incentive-Programms 2006 begann am 1. Mai 2008 und lief bis zum 31. Dezember 2010.

Voraussetzung für die Teilnahme ist ein Eigeninvestment des Teilnehmers durch den Kauf von Vorzugsaktien der Biotest AG. Der Erwerb wurde zu 25 % von der Biotest AG unterstützt. Die bereits von den Teilnehmern in 2006 erworbenen Vorzugsaktien konnten als Eigeninvestment beibehalten beziehungsweise eingesetzt werden. Das Eigeninvestment in Vorzugsaktien ist mindestens solange im Depot zu halten, bis die Incentive-Zahlung ausgezahlt wird. Bei den Teilnehmern der Tochtergesellschaft Biotest Pharmaceuticals Corp., Boca Raton, USA, ist aus rechtlichen Gründen ein Eigeninvestment nicht erforderlich.

Nach Ablauf des Programms erhielt jeder Berechtigte nach der Hauptversammlung im Mai 2011 eine Incentive-Zahlung in bar, die abhängig ist vom Eigeninvestment, dem Fixgehalt zum 1. Oktober 2008 sowie der Erreichung zweier Erfolgsziele. Den Erfolgszielen sind Faktoren zugeordnet, die beide mit dem Eigeninvestment multipliziert werden.

Die erste Tranche des Long Term Incentive-Programms 2009 begann am 1. Juni 2009 und läuft bis zum 31. Dezember 2011.

Voraussetzung für die Teilnahme ist ein Eigeninvestment des Teilnehmers durch den Kauf von Vorzugsaktien der Biotest AG. Das Eigeninvestment besteht aus der Addition von neu im Rahmen des LTIP zu erwerbenden Vorzugsaktien ("Neuinvestment") und einer vom Neuinvestment abhängigen Anzahl von zusätzlich einzubringenden Vorzugsaktien ("Zusatzinvestment"). Um an dem LTIP 2009 teilzunehmen, ist jeder berechtigte Teilnehmer verpflichtet, als Zusatzinvestment 50 % der Anzahl der im Rahmen des Neuinvestments erworbenen Vorzugsaktien zusätzlich bereit zu stellen. Hierfür kann der Teilnehmer Vorzugsaktien nutzen, die er im LTIP 2006 in einer der drei Tranchen erworben oder darüber hinaus bereits zugekauft hat, oder eine entsprechende Anzahl an Vorzugsaktien am Markt zukaufen. Ausschließlich das Neuinvestment fließt in die Berechnung der Incentive-Zahlung im Rahmen des LTIP 2009 ein.

Das Eigeninvestment in Vorzugsaktien ist mindestens so lange im Depot zu halten, bis die Incentive-Zahlung ausgezahlt wird. Bei den Teilnehmern der Tochtergesellschaft Biotest Pharmaceuticals Corporation, Boca Raton, USA, ist aus rechtlichen Gründen, die speziell aus dem Recht der USA resultieren, ein Eigeninvestment nicht erforderlich. Nach Ablauf des Programms erhält jeder Berechtigte nach der Hauptversammlung voraussichtlich im Mai 2012 eine Incentive-Zahlung in bar, die abhängig ist vom Neuinvestment, dem Fixgehalt zum 1. Oktober 2009 sowie der Erreichung zweier Erfolgsziele. Den Erfolgszielen sind Faktoren zugeordnet, die beide mit dem Neuinvestment multipliziert werden.

Der erwartete Gesamtaufwand aus der ersten Tranche des Long Term Incentive-Programms 2009 über den Zeitraum 2009 bis 2011 beträgt zum 31. Dezember 2011 insgesamt TEUR 0 (i.Vj. TEUR 258).

Die zweite Tranche des Long Term Incentive-Programms 2009 (LTIP 2010) begann am 1. Juni 2010 und läuft bis zum 31. Dezember 2012.

Voraussetzung für die Teilnahme ist ein Eigeninvestment des Teilnehmers durch den Kauf von Vorzugsaktien der Biotest AG. Das Eigeninvestment besteht aus der Addition von neu im Rahmen des LTIP zu erwerbenden Vorzugsaktien ("Neuinvestment") und einer vom Neuinvestment abhängigen Anzahl von zusätzlich einzubringenden Vorzugsaktien ("Zusatzinvestment"). Um an der Tranche 2010 des LTIP 2009 teilzunehmen, ist jeder berechtigte Teilnehmer verpflichtet, als Zusatzinvestment 50 % der Anzahl der im Rahmen des Neuinvestments erworbenen Vorzugsaktien zusätzlich bereit zu stellen. Die Teilnehmer können Vorzugsaktien, die sie im Rahmen des LTIP 2006 und/oder des LTIP 2009 erworben und/oder eingebracht haben, als Neuinvestment und/oder Zusatzinvestment für die Tranche 2010 des LTIP 2009 einbringen. Ausschließlich das Neuinvestment fließt in die Berechnung der Incentive-Zahlung im Rahmen des LTIP 2010 ein.

Das Eigeninvestment in Vorzugsaktien ist mindestens solange im Depot zu halten, bis die Incentive-Zahlung ausgezahlt wird. Bei den Teilnehmern der Tochtergesellschaft Biotest Pharmaceuticals Corporation, Boca Raton, USA, ist aus rechtlichen Gründen, die speziell aus dem Recht der USA resultieren, ein Eigeninvestment nicht erforderlich. Nach Ablauf des Programms erhält jeder Berechtigte nach der Hauptversammlung voraussichtlich im Mai 2013 eine Incentive-Zahlung in bar, die abhängig ist vom Neuinvestment, dem Fixgehalt zum 1. Oktober 2010 sowie der Erreichung zweier Erfolgsziele. Den Erfolgszielen sind Faktoren zugeordnet, die beide mit dem Neuinvestment multipliziert werden.

Der erwartete Gesamtaufwand aus der zweiten Tranche des Long Term Incentive-Programms 2009 über den Zeitraum 2010 bis 2012 beträgt zum 31. Dezember 2011 insgesamt TEUR 695 (i.Vj. TEUR 883).

Die dritte Tranche des Long Term Incentive-Programms 2009 (LTIP 2011) begann am 1. Juni 2011 und läuft bis zum 31. Dezember 2013.

Voraussetzung für die Teilnahme ist ein Eigeninvestment des Teilnehmers durch den Kauf von Vorzugsaktien der Biotest AG. Das Eigeninvestment besteht aus der Addition von neu im Rahmen des LTIP zu erwerbenden Vorzugsaktien ("Neuinvestment") und einer vom Neuinvestment abhängigen Anzahl von zusätzlich einzubringenden Vorzugsaktien ("Zusatzinvestment"). Um an der Tranche 2011 des LTIP 2009 teilzunehmen, ist jeder berechtigte Teilnehmer verpflichtet, als Zusatzinvestment 50 % der Anzahl der im Rahmen des Neuinvestments erworbenen Vorzugsaktien zusätzlich bereit zu stellen. Die Teilnehmer können Vorzugsaktien, die sie im Rahmen des LTIP 2006 und/oder des LTIP 2009 erworben und/oder eingebracht haben, als Neuinvestement und/oder Zusatzinvestement für die Tranche 2011 des LTIP 2009 einbringen. Ausschließlich das Neuinvestment fließt in die Berechnung der Incentive-Zahlung im Rahmen des LTIP 2011 ein.

Das Eigeninvestment in Vorzugsaktien ist mindestens solange im Depot zu halten, bis die Incentive-Zahlung ausgezahlt wird. Bei den Teilnehmern der Tochtergesellschaft Biotest Pharmaceuticals Corp., Boca Raton, USA, ist aus rechtlichen Gründen, die speziell aus dem Recht der USA resultieren, ein Eigeninvestment nicht erforderlich. Nach Ablauf des Programms erhält jeder Berechtigte nach der Hauptversammlung voraussichtlich im Mai 2014 eine Incentive-Zahlung in bar, die abhängig ist vom Neuinvestment, dem Fixgehalt zum 1. Oktober 2011 sowie der Erreichung zweier Erfolgsziele. Den Erfolgszielen sind Faktoren zugeordnet, die beide mit dem Neuinvestment multipliziert werden.

Der erwartete Gesamtaufwand aus der dritten Tranche des Long Term Incentive-Programm 2009 über den Zeitraum 2011 bis 2013 beträgt zum 31. Dezember 2011 insgesamt TEUR 1.097.

Neben den Vorstandsmitgliedern nehmen über die Biotest AG noch 61 (i. Vj. 77) weitere Personen mit einem Eigeninvestment von insgesamt 21.915 (i. Vj. 22.420) Vorzugsaktien an dem Long Term Incentive-Programms 2009 teil.

(29) Haftungsverhältnisse

Haftungsverhältnisse bestehen in Höhe von TEUR 70.581 (i. Vj. TEUR 72.768) aus der gesamtschuldnerischen Haftung für Bankverbindlichkeiten verbundener Unternehmen sowie aus Bürgschaften für Miet- und Lieferverträge verbundener Unternehmen. Aufgrund der erwarteten positiven Geschäftsentwicklung der betroffenen Gesellschaften wird das Risiko der Inanspruchnahme aus den Haftungsverhältnisse so eingeschätzt, dass es keiner Bilanzierung bedarf.

Die Biotest AG hat sich gegenüber einem Vertragspartner der Biotest Hellas M.E.P.E., Athen, Griechenland, dazu verpflichtet der Gesellschaft zumindest bis zum 31. März 2013 ausreichende finanzielle Mittel zur Verfügung zu stellen, sofern die Mittelzuflüsse der Gesellschaft nicht zur Finanzierung ihres Geschäftsbetriebes ausreichen sollten. Aufgrund der erwarteten über den Finanzierungsbedarf der Gesellschaft hinausgehenden Mittelzuflüsse wird das Risiko der Inanspruchnahme aus der Zusage so eingeschätzt, dass es keiner Bilanzierung bedarf.

(30) Sonstige finanzielle Verpflichtungen

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31.12.2011

TEUR
31.12.2010

TEUR
Ausgaben im Folgejahr 32.421 34.342
Ausgaben in zwei bis fünf Jahren 50.929 45.752
Ausgaben nach fünf Jahren 16.691 25.037
100.041 105.131
Bestellobligo 509 426
100.550 105.557

Von den sonstigen finanziellen Verpflichtungen bestehen TEUR 31.372 (i. Vj. TEUR 33.188) gegenüber verbundenen Unternehmen. Diese resultieren im Wesentlichen in Höhe von TEUR 27.579 (i. Vj. TEUR 27.825) aus der Anpachtung des Geschäftsbetriebs der Biotest Pharma GmbH durch die Biotest AG. Darüber hinaus beinhaltet die Position langfristige Abnahmeverpflichtungen aus zwei Lohnfraktionierungsverträgen für die Jahre 2012 bis 2018 in Höhe von TEUR 67.851. Das Bestellobligo beinhaltet im Wesentlichen Verpflichtungen aus Bestellungen für Sachanlagen.

(31) Nicht in der Bilanz enthaltene Geschäfte

Zum Abschlussstichtag hatte die Gesellschaft Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 9.665 (i.Vj. TEUR 12.893) im Wege des echten Factorings verkauft. Der Verkauf dient der Verbesserung der Liquidität der Gesellschaft und ist als regressloser Verkauf grundsätzlich mit keinen Risiken für die Gesellschaft verbunden.

(32) Finanzinstrumente

Die derivativen Finanzinstrumente werden in die Kategorien Zinssicherungsgeschäfte und Währungssicherungsgeschäfte eingeteilt.

Zinssicherungsgeschäfte:

Im Jahr 2004 wurden zur Absicherung gegen steigende Marktzinsen Zinsbegrenzungsgeschäfte (CAPs) in Höhe von EUR 20 Mio. abgeschlossen. Die Geschäfte haben Laufzeiten zwischen fünf und sieben Jahren. Im Geschäftsjahr 2008 sind hiervon Geschäfte in Höhe von EUR 15 Mio. und im Geschäftsjahr 2011 Geschäfte in Höhe von EUR 5 Mio. ausgelaufen.

Im Geschäftsjahr 2008 wurde zur Absicherung gegen steigende Marktzinsen ein weiteres Zinsbegrenzungsgeschäft in Höhe von EUR 25 Mio abgeschlossen. Das Geschäft hat eine Laufzeit von sieben Jahren. Für den Abschluss des Geschäftes wurde eine Prämie in Höhe von TEUR 347 gezahlt, die in den aktiven Rechnungsabgrenzungsposten ausgewiesen und linear über die Laufzeit des Geschäftes verteilt wird. Der Marktwert des Geschäfts beträgt zum Bilanzstichtag TEUR 50.

Im Geschäftsjahr 2009 wurden zur Absicherung gegen steigende Marktzinsen weitere Zinsbegrenzungsgeschäfte in Höhe von EUR 65 Mio abgeschlossen. Die Geschäfte haben eine Laufzeit von fünf Jahren. Für den Abschluss der Geschäfte wurden Prämien in Höhe von TEUR 622 gezahlt, die in den aktiven Rechnungsabgrenzungsposten ausgewiesen und linear über die Laufzeit der Geschäfte verteilt werden. Der Marktwert der Geschäfte beträgt zum Bilanzstichtag TEUR 5.

Für im Zusammenhang mit Zinssicherungsgeschäften gezahlte Prämien wird unter den aktiven Rechnungsabgrenzungsposten ein Buchwert in Höhe von TEUR 491 (i.Vj. TEUR 663) ausgewiesen. Drohende Verluste aus Zinssicherungsgeschäften sind über Rückstellungen in Höhe von TEUR 23 (i.Vj. TEUR 303) in der Bilanz berücksichtigt.

Währungssicherungsgeschäfte:

Zur Absicherung gegen sinkende HUF-Kurse bestanden am Geschäftsjahresende Devisengeschäfte in Höhe von bis zu HUF 700 Mio. Die Geschäfte haben Laufzeiten von unter einem Jahr. Der Marktwert der Geschäfte beträgt zum Bilanzstichtag TEUR 344.

Zur Absicherung gegen sinkende GBP-Kurse bestanden am Geschäftsjahresende Devisengeschäfte in Höhe von bis zu GBP 11,0 Mio. Die Geschäfte haben Laufzeiten von unter einem Jahr. Der Marktwert der Geschäfte beträgt zum Bilanzstichtag TEUR -359.

Zur Absicherung gegen sinkende RUB-Kurse bestanden am Geschäftsjahresende Devisengeschäfte in Höhe von bis zu RUB 360 Mio. Die Geschäfte haben Laufzeiten von bis zu einem Jahr. Der Marktwert der Geschäfte beträgt zum Bilanzstichtag TEUR 11.

Zur Absicherung gegen sinkende USD-Kurse bestanden am Geschäftsjahresende Devisengeschäfte in Höhe von bis zu USD 35,7 Mio. Die Geschäfte haben eine Laufzeit von unter einem Jahr. Der Marktwert der Geschäfte beträgt zum Bilanzstichtag TEUR -451.

Zur Absicherung gegen steigende JPY-Kurse bestand am Geschäftsjahresende ein Devisengeschäft in Höhe von JPY 276 Mio. Das Geschäft hat eine Laufzeit von unter einem Jahr. Der Marktwert des Geschäftes beträgt zum Bilanzstichtag TEUR 74. Für eine im Zusammenhang mit dem Geschäft gezahlte Optionsprämien wird unter den aktiven Rechnungsabgrenzungsposten ein Betrag von TEUR 42 ausgewiesen.

Zur Absicherung gegen steigende GBP-Kurse bestand am Geschäftsjahresende ein Devisengeschäfte in Höhe von GBP 0,2 Mio. Das Geschäft hat eine Laufzeit von unter einem Jahr. Der Marktwert des Geschäftes beträgt zum Bilanzstichtag TEUR -5.

Für drohende Verluste aus Währungssicherungsgeschäften bestehen Rückstellungen in Höhe von TEUR 874 (i.Vj. TEUR 203).

(33) Aufsichtsrat und Vorstand

Die Bezüge der Mitglieder des Aufsichtsrats im Zusammenhang mit ihrer Aufsichtsratstätigkeit in 2011 betragen in Summe TEUR 229 und teilen sich wie folgt auf die Mitglieder auf:

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Fixe Vergütung

TEUR
Variable Vergütung

TEUR
Gesamtvergütung

TEUR
Barbara Arnold-Schlosser (bis 1. August 2011) 10 6 16
Kerstin Birkhahn 15 10 25
Jürgen Heilmann (ab 22. September 2011) 5 3 8
Thomas Jakob 18 10 28
Prof. Dr. Marbod Muff 23 10 33
Dr. Cathrin Schleussner 28 15 43
Dr. Thorlef Spickschen 51 25 76
150 79 229

Die Gesamtbezüge des in 2011 aktiven Vorstands betrugen insgesamt TEUR 1.141 (i. Vj. TEUR 964).

Auf Herrn Prof. Dr. Gregor Schulz entfielen hiervon ein Festgehalt von TEUR 340 (i. Vj. TEUR 300) zuzüglich Zuschüsse zu beispielsweise Versicherungen sowie Sachbezüge für einen Firmenwagen in Höhe von insgesamt TEUR 42 (i. Vj. TEUR 41) und eine erfolgsabhängige Vergütung in Höhe von TEUR 223 (i. Vj. TEUR 173). Im Rahmen des LTI-Programms sind in 2011 Rückstellungen bewertet mit dem beizulegenden Zeitwert der LTI-Tranchen 2010 und 2011 des LTI-Programmes 2009 in Höhe von TEUR 158 (i. Vj. TEUR 95) gebildet worden, die in den Jahren 2011 bis 2013 bei Erreichen der definierten Erfolgsziele zur Auszahlung gelangen.

Auf Herrn Dr. Michael Ramroth entfielen von der Gesamtsumme ein Festgehalt von TEUR 300 (i. Vj. TEUR 260) zuzüglich Zuschüsse zu beispielsweise Versicherungen sowie Sachbezüge für einen Firmenwagen in Höhe von insgesamt TEUR 33 (i. Vj. TEUR 33) und eine erfolgsabhängige Vergütung in Höhe von TEUR 203 (i. Vj. TEUR 157). Im Rahmen des LTI-Programms sind in 2011 Rückstellungen bewertet mit dem beizulegenden Zeitwert der LTI-Tranchen 2010 und 2011 des LTI-Programmes 2009 in Höhe von TEUR 140 (i. Vj. TEUR 82) gebildet worden, die in den Jahren 2011 bis 2013 bei Erreichen der definierten Erfolgsziele zur Auszahlung gelangen.

Eine Ergänzungsvereinbarung zum Vorstandsvertrag für beide Vorstandsmitglieder enthält eine Abfindungsregelung, die im Fall wirksam wird, dass der Vorstandsvertrag infolge einer näher definierten Change of Control vorzeitig beendet wird. Die Abfindung umfasst die feste Vergütung bis zum Ende der Laufzeit und ist maximal auf das Dreifache der jährlichen Festvergütung begrenzt. Hinzu kommen anteilige Tantiemen, die auf Basis des Durchschnittsbetrags der vorangegangenen zwei Geschäftsjahre zuzüglich einer Vergütung für den Nutzungswert des gewährten Dienstwagens ermittelt werden. Neben diesen Ansprüchen umfasst die Abfindung zusätzlich das Zweifache der jährlichen Festvergütung. Insgesamt beläuft sich die Abfindung jedoch maximal auf das Dreifache der jährlichen Festvergütung.

Der Anspruch entsteht nicht, wenn die Beendigung des Vorstandsvertrags auf Kündigung aus wichtigem Grund, Krankheit oder Arbeitsunfähigkeit beruht oder das Vorstandsmitglied zum Zeitpunkt der Beendigung das 60. respektive 62. Lebensjahr bereits vollendet hat oder im Zusammenhang mit dem Change of Control von dritter Seite Zuwendungen oder Wertvorteile erhält.

Für die aktiven Mitglieder des Vorstands sind Pensionsrückstellungen in Höhe von TEUR 2.809 (i. Vj. TEUR 2.309) gebildet. Davon entfallen auf Entgeltumwandlung TEUR 111 (i. Vj. TEUR 96).

Die Bezüge ehemaliger Vorstandsmitglieder betragen TEUR 304 (i. Vj. TEUR 368).

Für Pensionsverpflichtungen gegenüber früheren Vorstandsmitgliedern und ihren Hinterbliebenen sind TEUR 2.753 (i. Vj. TEUR 2.874) zurückgestellt worden.

Zum Abschlussstichtag bestanden keine Darlehensforderungen gegen Organmitglieder.

Aufsichtsrat und Vorstand

Von den Mitgliedern des Aufsichtsrats und Vorstands bekleidet (Stand 31. Dezember 2011) nur noch Herr Dr. Spickschen die nachstehend genannten folgende Mandate in gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten und vergleichbaren Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen:

Aufsichtsrat

Dr. Thorlef Spickschen

Vorsitzender

Kaufmann

Seeheim

Clovis Oncology, Inc., Boulder, USA

(Mitglied Board of Directors)

Cytos AG, Zürich, Schweiz

(Mitglied Board of Directors)

Dr. Cathrin Schleussner

Stellvertretende Vorsitzende

Geschäftsführerin der OGEL GmbH, Frankfurt am Main

Neu-Isenburg

Barbara Arnold-Schlosser (bis 1. August 2011)

Kaufmännische Angestellte

Leimen

(Arbeitnehmervertreterin)

Kerstin Birkhahn

Ingenieurin

Langen

(Arbeitnehmervertreterin)

Jürgen Heilmann (ab 22. September 2011)

Kaufmännischer Angestellter

Dreieich

(Arbeitnehmervertreter)

Thomas Jakob

Kaufmann

Ulm

Stellvertretender Vorstandsvorsitzender

der Kreissparkasse Biberach

Prof. Dr. Marbod Muff

ehemaliges Mitglied der Unternehmensleitung von

Boehringer Ingelheim

Ingelheim

Vorstand

Prof. Dr. Gregor Schulz

Vorsitzender,

Umkirch

Dr. rer. pol. Michael Ramroth

Finanzvorstand

Mörfelden-Walldorf

(34) Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen

Gemäß § 285 Nr. 21 HGB sind die wesentlichen, nicht zu marktüblichen Bedingungen zustande kommenden Geschäfte mit nahe stehenden Unternehmen und Personen zu erläutern. Die Biotest AG hat im Geschäftsjahr 2011 keine derartigen Geschäfte abgeschlossen.

(35) Corporate Governance

Die nach § 161 Aktiengesetz vorgeschriebene Entsprechenserklärung wurde abgegeben und den Aktionären auf der Internetseite der Gesellschaft dauerhaft zugänglich gemacht.

(36) Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Es haben sich keine wesentlichen Ereignisse nach dem Bilanzstichtag ergeben.

(37) Konzernverhältnisse

Die Biotest AG ist die Obergesellschaft des Biotest-Konzerns und erstellt einen Konzernabschluss nach den Vorschriften der IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, sowie den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften für den kleinsten Konzernkreis. Der Konzernabschluss wird im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlicht.

Die Gruppe wird in den Konzernabschluss der OGEL GmbH, Frankfurt, einbezogen, die gleichzeitig als oberstes Mutterunternehmen der Gruppe den Konzernabschluss für den größten Konsolidierungskreis aufstellt. Der Konzernabschluss wird im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlicht.

(38) Gewinnverwendungsvorschlag

Vorstand und Aufsichtsrat schlagen vor, den Bilanzgewinn der Biotest AG in Höhe von EUR 42.818.401,54 wie folgt zu verwenden:

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EUR
Ausschüttung einer Dividende von EUR 0,50 je Vorzugsaktie auf das dividendenberechtigte Grundkapital der Vorzugsaktien ohne Stimmrecht von 5.133.333 Stück: 2.566.666,50
Ausschüttung einer Dividende von EUR 0,44 je Stammaktie auf das dividendenberechtigte Grundkapital der Stammaktien von 6.595.242 Stück: 2.901.906,48
Einstellung in die Gewinnrücklagen 26.000.000,00
Vortrag auf neue Rechnung 11.349.828,56

Dreieich, 7. März 2012

Biotest Aktiengesellschaft

Der Vorstand

Prof. Dr. Gregor Schulz, Vorsitzender

Dr. Michael Ramroth

Entwicklung des Anlagevermögens für das Geschäftsjahr 2011

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Anschaffungs- und Herstellungskosten
1.1.2011

EUR
Zugänge

EUR
Abgänge

EUR
31.12.2011

EUR
--- --- --- --- ---
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 16.507.870,91 1.388.792,99 482.618,36 17.414.045,54
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 2.027.861,95 2.654,55 27.797,01 2.002.719,49
2. Technische Anlagen und Maschinen 7.426.367,95 282.310,16 4.828.086,27 2.880.591,84
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 14.619.227,64 1.291.755,83 3.756.696,54 12.154.286,93
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 123.938,89 0,00 123.938,89
24.073.457,54 1.700.659,43 8.612.579,82 17.161.537,15
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 171.293.027,91 307.789,97 5.150.505,58 166.450.312,30
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 0,00 21.732.394,01 0,00 21.732.394,01
3. Sonstige Ausleihungen 510.760,00 22.374,00 510.760,00 22.374,00
171.803.787,91 22.062.557,98 5.661.265,58 188.205.080,31
212.385.116,36 25.152.010,40 14.756.463,76 222.780.663,00

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Kumulierte Abschreibungen Kumulierte Abschreibungen Buchwerte
1.1.2011

EUR
Abschreibungen

EUR
Abgänge

EUR
31.12.2011

EUR
31.12.2011

EUR
31.12.2010

EUR
--- --- --- --- --- --- ---
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 9.539.595,28 2.345.392,94 204.379,89 11.680.608,33 5.733.437,21 6.968.275,63
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 477.980,59 77.456,89 27.370,66 528.066,82 1.474.652,67 1.549.881,36
2. Technische Anlagen und Maschinen 6.356.626,21 269.555,08 4.818.047,73 1.808.133,56 1.072.458,28 1.069.741,74
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 8.794.297,18 1.233.288,88 2.391.082,92 7.636.503,14 4.517.783,79 5.824.930,46
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0,00 0,00 0,00 123.938,89 0,00
15.628.903,98 1.580.300,85 7.236.501,31 9.972.703,52 7.188.833,63 8.444.553,56
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 2.138.780,00 0,00 1.346.663,14 792.116,86 165.658.195,44 169.154.247,91
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 0,00 0,00 0,00 0,00 21.732.394,01 0,00
3. Sonstige Ausleihungen 0,00 0,00 0,00 0,00 22.374,00 510.760,00
2.138.780,00 0,00 1.346.663,14 792.116,86 187.412.963,45 169.665.007,91
27.307.279,26 3.925.693,79 8.787.544,34 22.445.428,71 200.335.234,29 185.077.837,10

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2011

1 Allgemein

Die Biotest AG (im Folgenden kurz: "Biotest" oder "Gesellschaft") ist eine Aktiengesellschaft nach deutschem Recht, Sitz des Unternehmens ist Dreieich. Die Biotest-Aktien (Stamm- und Vorzugsaktien) sind im Amtlichen Markt (Prime Standard) der Deutschen Börse notiert, die Vorzugsaktie ist im Auswahlindex SDAX gelistet. Darüber hinaus werden die Papiere an Regionalbörsen gehandelt. Hauptaktionär der Biotest AG mit einem Anteil von 50,27 % am auf die Stammaktien entfallenden Kapital ist die OGEL GmbH mit Sitz in Frankfurt am Main. In dieser Gesellschaft haben die Mitglieder der Familie Dr. Schleussner ihre Anteile zusammengefasst.

Die Biotest AG ist als Obergesellschaft des Biotest Konzerns ein Anbieter biologischer Arzneimittel, die direkt aus menschlichem Plasma gewonnen beziehungsweise biotechnologisch hergestellt werden. Die Produkte kommen in den Therapiegebieten Hämatologie, klinische Immunologie sowie Intensivmedizin zum Einsatz.

Die Forschungs- und Entwicklungstätigkeit der Gesellschaft selbst erstreckt sich auf das Segment Biotherapeutika, und hier auf monoklonale Antikörper (MAK). Strategie von Biotest ist es, Entwicklungskandidaten in einer späteren Entwicklungsphase mit einem starken Partner gemeinsam zu entwickeln und zu vermarkten. Mit der im Juni 2011 mit der Abbott Inc., Illinois, USA, abgeschlossenen Vereinbarung über die gemeinsame Produktentwicklung und Vermarktung des Entwicklungskandidaten Tregalizumab (BT-061) hat die Biotest AG ihre Strategie eines Partnerings erstmals umgesetzt. Die Forschung und Entwicklung von plasmatischen Produkten betreibt die Biotest AG im Auftrag der Tochtergesellschaft Biotest Pharma GmbH, Dreieich.

Die Biotest AG ist in die organisatorische Struktur des Biotest Konzerns eingebunden. Entsprechend der Segment-Struktur des Konzerns ist die Biotest AG zum 31. Dezember 2011 in die operativen Segmente Plasmaproteine und Biotherapeutika gegliedert. Kosten der übergreifenden Konzernführung werden im Segment Corporate ausgewiesen.

Die Leitung und Kontrolle des Unternehmens erfolgen gemäß dem in Deutschland festgeschriebenen dualen Prinzip durch Vorstand und Aufsichtsrat.

Der Vorstand kann satzungsgemäß aus einer oder mehreren Personen bestehen. Er arbeitet eng mit dem Aufsichtsrat zusammen, welcher den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens regelmäßig berät und überwacht.

Zurzeit besteht der Vorstand aus zwei Personen. Die Verträge der Vorstandsmitglieder wurden für eine Laufzeit von fünf Jahren abgeschlossen. Der Vertrag von Herrn Prof. Dr. Gregor Schulz (Vorstandsvorsitzender) läuft bis zum 31. Dezember 2013, der von Herrn Dr. Michael Ramroth (Finanzvorstand) bis zum 31. Dezember 2015. Der Aufsichtsrat besteht aus sechs Personen; vier davon werden von der Hauptversammlung gewählt, zwei vertreten die Arbeitnehmer. Zur Steigerung seiner Effizienz hat der Aufsichtsrat drei Ausschüsse gebildet: Der Präsidialausschuss bereitet inhaltlich und organisatorisch die Aufsichtsratssitzungen vor, der Prüfungsausschuss (Audit Committee) befasst sich mit der Überprüfung der Abschlüsse sowie der Beauftragung und der Prüfung der Unabhängigkeit von Jahresabschluss- und Konzernabschlussprüfern, der Personalausschuss befasst sich mit Fragen der Verträge und der Vergütung des Vorstandes.

Die unternehmerische Steuerung der Gesellschaft erfolgt der Segmentierung folgend nach den Grundsätzen des Biotest Konzerns auf Basis der International Financial Reporting Standards (IFRS). Zur Unternehmenssteuerung eingesetzte finanzielle Kennzahlen sind bezogen auf den Gesamtkonzern die Rendite auf das eingesetzte Kapital (Return on Capital Employed, RoCE) und auf Ebene der Segmente das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT). Eine wichtige Kenngröße im Rahmen der Unternehmensfinanzierung ist der Cashflow.

Für die strategische Steuerung gesellschaftsrechtlicher Strukturen sowie für die Entscheidungen zur steuerlichen Strategie wird das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit nach Abzug sonstiger Steuern gemäß HGB verwendet.

Darüber hinaus analysieren wir unter anderem ständig die Kostenquoten für Herstellung (Costs of goods sold), Marketing und Vertrieb sowie Forschung und Entwicklung, genauso wie das Verhältnis von Ergebnis zu Umsatz und die Struktur des Forderungsbestands sowie darin enthaltene Risiken.

Wichtige nichtfinanzielle Leistungsindikatoren im Gesamtunternehmen sind in der Produktion der Auslastungsgrad der einzelnen Produktionsbereiche, Durchlauf- und Ausfallzeiten sowie die Höhe der Vorräte entlang der Produktionskette. In der PlasmaproteinProduktion beobachten wir zudem die Ausbeute je Mengeneinheit Plasma sowie den Eigenversorgungsgrad bei der Rohstoffversorgung.

Im Vertrieb sind wichtige Indikatoren der jeweilige Anteil Biotests am Gesamtmarkt bzw. im angestrebten Marktsegment, der erzielte Umsatz und Deckungsbeitrag pro Vertriebs-Mitarbeiter sowie Vergleichswerte (Vorjahr, Planzahlen).

Die Projekte in Forschung und Entwicklung werden anhand von Meilenstein-Plänen gesteuert. Organisatorisch ist ein weltweites Projektmanagement implementiert, dessen Leiterin direkt an den Vorstandsvorsitzenden berichtet. Projekte mit dem Partner Abbott werden über gemeinsame Komitees gesteuert. Über den Projektfortschritt aller Projekte werden die Segment-Leitung und der Vorstand regelmäßig informiert.

Es besteht ein Pachtvertrag mit der Biotest Pharma GmbH, die im Wege der Verpachtung und der Lizenzierung das Recht an die Biotest AG übertrug, die Anlagen der Biotest Pharma GmbH ebenso wie die Zulassungen und Verfahren zur Herstellung plasmatischer Produkte zu nutzen. Die Biotest Pharma GmbH bleibt Eigentümerin der Anlagen und Gebäude sowie der arzneimittelrechtlichen Zulassungen und fungiert weiterhin als Verantwortlicher im Sinne des Arzneimittelgesetzes. Für die Durchführung von Investitionen in Produktionsanlagen, für Forschungs- und Entwicklungsarbeiten sowie für die administrative Abdeckung der Biotest Pharma GmbH wurden Verträge zwischen der Biotest Pharma GmbH und der Biotest AG abgeschlossen.

Die Biotest AG ist im Rahmen des Pacht- sowie des Lizenzvertrages Nutznießer der Investitionen der Biotest Pharma GmbH, daher wird auch im Weiteren auf die Investitionen der Biotest Pharma GmbH eingegangen.

Biotest hat im März 2011 einen Vertrag mit der Merck KGaA, Darmstadt, über den Verkauf der weltweiten Aktivitäten des Segments Mikrobiologisches Monitoring, bestehend aus dem Produktbereich HYCON (Hygienemonitoring) und dem Produktbereich heipha (Mikrobiologische Nährmedien, Mikrobiologische Testsysteme) geschlossen. Im Rahmen dieser Veräußerung gingen die Anteile der Biotest AG an folgenden Gesellschaften auf den Erwerber über: heipha Dr. Müller GmbH, Eppelheim, Biotest S.a.r.l., Frankreich, und Biotest K.K., Japan. Darüber hinaus wurden Seitens der Biotest AG auch alle zum Segment gehörigen Vermögensgegenstände und Schulden übertragen. Nach Zustimmung der Kartellbehörden wurde der Vertrag mit Wirkung zum 1. August 2011 vollzogen.

Weiterhin hat die Biotest AG mit Wirkung zum 1. April 2011 die Viro-Immun Labor-Diagnostika GmbH, Oberursel, veräußert.

Bestandteil des Vertrages mit der Merck KGaA sind auch Dienstleistungsverträge, die eine Weiterproduktion des Produktbereiches HYCON für einen Übergangszeitraum in Dreieich und Eppelheim unterstützen, bis der Erwerber die Produktion verlagert und entsprechende Strukturen implementiert hat. Dies betrifft insbesondere die Bereiche Facility Management, Finanzen, Controlling, IT, Einkauf und Logistik.

Auch für die im Vorjahr veräußerte Biotest Medical Diagnostics GmbH - heute unter BioRad Medical Diagnostics GmbH firmierend - erbringt die Gesellschaft Dienstleistungen am Standort Dreieich.

2 Das Geschäftsjahr im Überblick

Die Vergleichbarkeit der Zahlen des aktuellen Geschäftsjahres mit den Vorjahreswerten ist im gewissen Umfang auf Grund des Verkaufs des Segments Mikrobiologisches Monitoring mit Wirkung zum 1. August 2011 nur eingeschränkt möglich.

Der Gesamtumsatz der Gesellschaft lag mit 338,4 Mio. € 8,6 % über Vorjahr.

Die schwierige Preissituation im Geschäft mit Plasmaproteinen setzte sich auch im Geschäftsjahr 2011 fort. Allerdings konnten die Preisrückgänge insbesondere im Exportgeschäft mit konzernfremden Dritten durch deutliche Mengenzuwächse überkompensiert werden. Zur Verbesserung des Umsatzes trugen erstmalige Umsatzbeiträge aus dem Segment Biotherapeutika bei, die aus der im Juni 2011 geschlossenen Vereinbarung mit Abbott über die weltweite Entwicklung und Vermarktung von Tregalizumab (BT-061) resultieren. Dieser Vertrag markiert einen wichtigen Meilenstein in der Entwicklung der monoklonalen Antikörper. Die Zusammenarbeit mit dem Partner ist erfolgreich angelaufen.

Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit erhöhte sich deutlich von 18,0 Mio. € um 79,4 % auf 32,3 Mio. €. Das bessere Ergebnis der gewöhnlichen Tätigkeit resultiert im Wesentlichen aus dem Upfront-Payment von Abbott und dem höheren Finanzergebnis. Dem gegenüber standen höhere Aufwendungen für Forschung und Entwicklung, geringere Margen im Produktgeschäft sowie die Abwertung von Forderungen gegenüber unserer griechischen Tochtergesellschaft Biotest Hellas M.E.P.E., Athen, Griechenland.

Alle wichtigen Entwicklungsprojekte sind im Geschäftsjahr weiter vorangeschritten.

Die Gesellschaft hat die strategischen und operativen Ziele, wie sie im Prognosebericht des vorherigen Geschäftsberichts dargelegt waren, weitgehend erreicht. Die Ziele bezogen sich vor allem auf weitere Meilensteine in den laufenden Entwicklungsprojekten sowie den Abschluss einer Vereinbarung zur weiteren Entwicklung von Tregalizumab (BT-061) im Segment Biotherapeutika.

Das Ziel, den Umsatz ohne das Segment Mikrobiologisches Monitoring um 4 % gegenüber dem Vorjahr zu steigern, wurde auch ohne Berücksichtigung der Umsätze aus dem Segment Biotherapeutika erreicht. Das angestrebte Wachstum des operativen Ergebnisses (EBIT) im Produktgeschäft in der gleichen Größenordnung stellte sich aufgrund der Preissituation bei Plasmaproteinen und der Abwertung der Forderungen gegenüber unserer griechischen Tochtergesellschaft nicht ein. Unter Einbeziehung der dem Jahr 2011 zuzurechnenden Umsätze aus der Vereinbarung bei den Biotherapeutika ergibt sich dagegen ein signifikanter Anstieg des EBIT.

Im Rahmen der Veräußerung des Segmentes Mikrobiologisches Monitoring sowie aus der Veräußerung der restlichen Aktivitäten des Segments Medizinische Diagnostik erzielte die Gesellschaft aus dem Abgang der Tochtergesellschaften heipha Dr. Müller GmbH, Eppelheim, der Biotest S.a.r.l., Frankreich, der Biotest K.K., Japan, aus dem Abgang der mikrobiologischen Vermögensgegenstände und Schulden sowie der Viro-Immun Labordiagnostika GmbH, Oberursel, einen Veräußerungsgewinn in Höhe von 34,3 Mio. €. Die Veräußerungsgewinne wurden unter den außerordentlichen Erträgen ausgewiesen.

Mit der Veräußerung hat die Biotest AG die strategische Fokussierung auf das Geschäft mit biologischen Arzneimitteln erfolgreich abgeschlossen. Der daraus erzielte Mittelzufluss verbessert die bisher schon solide Finanzausstattung der Gesellschaft. Das Unternehmen verfügt über die Mittel, das operative Geschäft sowie die Projekte im Rahmen der strategischen Weiterentwicklung mit den erforderlichen Ressourcen auszustatten.

3 Operative Segmente

Segment Plasmaproteine

Produkte und Märkte

Biotest gewinnt aus menschlichem Blutplasma Proteine, die sich nach den Hauptgruppen Immunglobuline, Gerinnungsfaktoren und Albumin differenzieren lassen. Plasmaproteine dienen der Therapie angeborener und erworbener Erkrankungen und kommen vor allem in den medizinischen Bereichen Hämatologie und klinische Immunologie zum Einsatz. Ein weiteres Anwendungsgebiet ist die Intensiv- und Notfallmedizin. Neben den unter eigenem Markennamen vertriebenen Medikamenten stellt Biotest im Rahmen von Lohnfraktionierungsvereinbarungen Plasmaproteine im Auftrag anderer Unternehmen und staatlicher Institutionen her.

Die Biotest AG vermarktet Plasmaproteine weltweit, mit Ausnahme der USA. Kernmärkte sind Deutschland und das übrige Europa, auf die etwa 67 % des realisierten Umsatzvolumens entfallen.

Produktspektrum

Immunglobuline

Immunglobuline sind zur Abwehr körperfremder Erreger (Antigene) vom Immunsystem gebildete spezifische Antikörper. Biotest produziert und vertreibt folgende Immunglobuline mit den dazugehörigen Indikationen:

Intraglobin® /Intratect® : Polyvalente Immunglobuline, angewandt in der Substitutionstherapie bei Antikörpermangel, bei primären humoralen Immundefekten oder sekundären Antikörpermangelsyndromen.

Pentaglobin® : IgM-angereichertes Immunglobulin zur Therapie schwerer bakterieller Infektionen.

Varitect® : Spezifisches Immunglobulin zur Prophylaxe und Therapie einer Infektion mit dem Zoster-Virus.

Cytotect® / Megalotect® : Spezifisches Immunglobulin, das Infektionen mit dem Cytomegalie-Virus verhindert.

Hepatect® / Zutectra® : vorrangig eingesetzt im Rahmen der Prophylaxe von Hepatitis-B-Reinfektion nach einer Transplantation.

Gerinnungsfaktoren

Gerinnungsfaktoren werden zur Prophylaxe und in der Akut-Behandlung bei Hämophilie, einer Störung der Blutgerinnung ("Bluterkrankheit") eingesetzt. Biotest produziert folgende Präparate:

Haemoctin® : Blutgerinnungsfaktor VIII zur Behandlung der Hämophilie A.

Haemonine® : Blutgerinnungsfaktor IX zur Behandlung der Hämophilie B.

Cofact® : spezielle Blutgerinnungsfaktoren zur Behandlung von Blutungen bei einem Mangel von Vitamin-K-abhängigen Blutgerinnungsfaktoren.

Albumine

Albumin dient dem Volumenausgleich bei Plasma-Eiweiß-Verlusten, zum Beispiel bei Operationen oder als Folge von Verbrennungen. Biotest produziert und vertreibt Human Albumin Biotest® , Albiomin und die Plasmaprotein-Lösung Biseko® .

Wertschöpfung

Das bei Biotest AG verarbeitete Plasma stammt zum Großteil aus Plasmapherese; der Biotest Konzern betreibt 22 eigene Sammelstationen in Europa und den USA, darüber hinaus bezieht die Biotest AG auch Plasma von konzernfremden Lieferanten. Biotest verwendet ausschließlich Plasma sogenannter qualifizierter Spender, die regelmäßig spenden und strengen Gesundheitskontrollen unterliegen.

Die Biotest AG vertreibt die Produkte in Deutschland selbst, den Vertrieb im Ausland übernehmen Tochtergesellschaften oder Partner; sämtliche Vertriebsaktivitäten werden von der Gesellschaft initiiert und gesteuert.

Forschung, Entwicklung und die erforderlichen Aktivitäten im Vorfeld von Medikamentenzulassungen erfolgen durch spezialisierte Abteilungen. Die auf Seiten Biotests notwendigen Aktivitäten im Zuge der Entwicklung und der Zulassung von Plasmaproteinen steuert der Servicebereich Medical/Regulatory Affairs. Als Kompetenzzentrum in der Gruppe übernehmen die Mitarbeiter des Bereichs diese Aufgabe auch für das Segment Biotherapeutika.

Die Preisentwicklung am Weltmarkt für Blutplasma beeinflusst wesentlich die Herstellkosten bei Biotest. Zudem hängen die zu erzielenden Preise für die Fertigprodukte maßgeblich von der verfügbaren Menge an Plasmaproteinen im Verhältnis zur Nachfrage ab. Indikator für die Entwicklung der Angebotsmenge ist die Anzahl und Kapazität der in den USA installierten Plasmapheresestationen sowie das darin gesammelte Blutplasma (US Sourced Plasma).

Regulatorisches Umfeld

Die Produktionsanlagen der Gesellschaft unterliegen der Aufsicht und der Genehmigungspflicht durch das Regierungspräsidium Darmstadt und das Paul-Ehrlich-Institut (PEI).

In den Mitgliedstaaten der Europäischen Union erfolgt die Zulassung von Plasmaproteinen durch das zentralisierte Zulassungsverfahren oder durch die gegenseitige Anerkennung nationaler Zulassungen. In den Vereinigten Staaten von Amerika unterliegen Medikamente den Bestimmungen der Food and Drug Administration (FDA).

Biotest ist Mitglied der Plasma Protein Therapeutics Association (PPTA) und unterwirft sich deren strengen Sicherheitsstandards bei der Gewinnung und Verarbeitung von Blutplasma.

Segment Biotherapeutika

Produkte und Märkte

Biotest hat drei monoklonale Antikörper in der klinischen Entwicklung.

Tabelle: Monoklonale Antikörper in der Entwicklung bei Biotest

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Leitindikation(en) Entwicklungsstand*
BT-061 (Tregalizumab) Rheumatoide Arthritis, Psoriasis Klinische Prüfung (Phase IIb)
BT-062 Multiples Myelom Klinische Prüfung (Phase I/IIa)
BT-063 Systemischer Lupus Erythematodes (SLE) Klinische Prüfung (Phase I)

* bezogen auf die Studie der am weitesten fortgeschrittenen klinischen Phase; es können Studien mehrerer Phasen parallel laufen,

Stand: 31. Dezember 2011

Alle Antikörper zeichnen sich durch einen spezifischen Wirkmechanismus aus, der sie von anderen zugelassenen oder in der Entwicklung befindlichen Therapieansätzen unterscheidet.

Für das Jahr 2011 wurde das Weltmarktvolumen bei Therapien für Rheumatoide Arthritis auf 14,0 Mrd. US-Dollar geschätzt. Bei der Behandlung von Psoriasis lag das weltweite Marktvolumen für Biologika für das Jahr 2011 Schätzungen zufolge bei 3,7 Mrd. US-Dollar. Die Einführung von Biologics hat zu einer erheblichen Verbesserung der Behandlungsmöglichkeiten und Prognose für Patienten geführt; eine kausale Therapie steht zur Zeit allerdings noch nicht zur Verfügung.

Das weltweite Marktvolumen in der Therapie des Multiplen Myeloms betrug im Jahr 2011 geschätzt 5,0 Mrd. US-Dollar. Die weltweit mit Therapien des Systemischen Lupus Erythematodes (SLE) erzielten Umsätze werden für das Jahr 2011 auf 460 Mio. US-Dollar geschätzt. Biotest geht davon aus, dass der Weltmarkt für Biotherapeutika zur Behandlung von SLE durch die Zulassung neuer Präparate in den kommenden Jahren sehr stark wachsen und im Jahr 2015 ein Volumen von über 2 Mrd. US-Dollar erreichen wird.

Wertschöpfung

Biotest hat für alle wesentlichen Glieder der Wertschöpfungskette im Segment Biotherapeutika eigene Ressourcen. Diese Ressourcen ergänzen wir durch die Zusammenarbeit mit Partnern. Alle Aktivitäten der Partner werden durch die Biotest AG kontrolliert und gesteuert.

Regulatorisches Umfeld

Die zuständigen Kontroll- und Genehmigungsbehörden bei monoklonalen Antikörpern in Europa und den USA entsprechen denen, wie sie bei den Plasmaproteinen beschrieben wurden.

4 Strategie

Die Biotest AG als Obergesellschaft des Biotest Konzerns kann ihre Strategie sinnvoll nur als Konzernstrategie definieren, die ihre Tochtergesellschaften ebenfalls umfasst. Deshalb erfolgt die folgende Darstellung der Strategie insgesamt auf der Konzernebene.

Die Konzernstrategie von Biotest ist auf den Ausbau der Position als Anbieter biologischer und biotechnologischer Arzneimittel in den Therapiegebieten Hämatologie, klinische Immunologie und Intensivmedizin ausgerichtet. Die weitere Internationalisierung des Geschäfts und die Stärkung der Position als Qualitätsanbieter sind dabei Kernziele.

Wesentliches Element des Geschäftsmodells ist, die zentralen Teile der Wertschöpfungskette durch eigene Ressourcen abzudecken. Hierzu zählen insbesondere Forschung und Entwicklung, Produktion, Qualitätssicherung und Vertrieb sowie Plasmagewinnung.

In der kontinuierlichen Weiterentwicklung des Produktspektrums in den genannten Therapiebereichen legt Biotest den Schwerpunkt auf Spezialitäten, zum Beispiel hochspezifische Hyperimmunglobuline.

Die klinische Entwicklung monoklonaler Antikörper zum Einsatz in Leitindikationen mit hohem therapeutischen Bedarf und großen Patientenpopulationen ergänzt die Produktpalette um biotechnologisch hergestellte Arzneimittel.

Partnering bei der Entwicklung von Entwicklungskandidaten

Darüber hinaus ist bei Entwicklungskandidaten mit einem hohen Entwicklungsaufwand ein Partnering vorgesehen, diese Entwicklungskandidaten in einer späteren Entwicklungsphase (in der Regel nach der Phase II) mit einem potenten, global agierenden Partner gemeinsam zur Marktreife zu entwickeln und zu vermarkten. Aus den bei Vertragsabschluss sowie während des Fortgangs der Entwicklung erwarteten Einnahmen (Upfront- und Meilensteinzahlungen) soll der Anteil der Biotest AG an den weiteren Entwicklungskosten finanziert werden. Das Konzept sieht vor, dem Partner regionale Vertriebsrechte einzuräumen. Nach Eintritt in die Vermarktungsphase erwartet Biotest umsatzabhängige Lizenzeinnahmen.

5 Das Geschäftsjahr 2011

Marktumfeld

Gesamtwirtschaftliche Entwicklung

Das Jahr 2011 stand ganz im Zeichen der eskalierenden Krise um die Staatsfinanzen in Europa und in den USA. Insbesondere in Griechenland spitzte sich die Situation weiter zu. Im Juli und im Oktober sagten die Euro-Länder und der Internationale Währungsfonds (IWF) dem Land Hilfspakete im Volumen von zusammen mehr als 200 Mrd. € zu. Darüber hinaus nahmen Pläne Form an, private Anleiheinvestoren an einem möglichen Schuldenschnitt zu beteiligen. In der zweiten Jahreshälfte musste zudem Italien eine Herabstufung der Kreditwürdigkeit hinnehmen. Zum Jahresende versah die Rating-Agentur Standard & Poor's die Bonitätseinschätzungen der bislang mit Bestnote bewerteten Euro-Staaten mit einem negativen Ausblick.

Die Bemühungen um eine dauerhafte Stabilisierung der öffentlichen Finanzen gingen in einzelnen Ländern mit drastischen Sparpaketen einher, deren Verabschiedung teilweise zu innenpolitischen Spannungen führte.

Im Zusammenhang mit der Staatschuldenkrise und möglichen negativen Folgen für das Bankensystem wurden seitens der europäischen Bankenaufsicht verschärfte Eigenkapitalanforderungen an Banken implementiert. Um die im Rahmen sogenannter Blitz-Stresstests ermittelten Kapitallücken zu füllen, leiteten betroffene Institute Maßnahmen ein. Diese gingen häufig mit einer Einschränkung des Kreditgeschäfts einher, was die Sorge um die ausreichende Versorgung der Wirtschaft mit Krediten wachsen ließ.

Der Euro gewann im Verlauf des ersten Halbjahres 2011 gegenüber dem US-Dollar an Wert, gab diese Gewinne in der zweiten Jahreshälfte jedoch fast wieder vollständig ab.

Plasmaproteine

Auf Basis eigener Analysen verfügbarer Marktdaten hat Biotest für den Weltmarkt von Immunglobulinen eine Wachstumsrate von ca. 5 bis 6 % im Jahr 2011 ermittelt. Das Wachstum entsprach damit dem langfristigen Trend. Die wesentlichen Wachstumstreiber -weitere Indikationen, Verabreichung höherer Dosierungen je Patient sowie die Erschließung weiterer Absatzmärkte - waren weiterhin intakt.

Bei plasmabasierten Gerinnungsfaktoren war die Nachfrage unseren Informationen nach stabil.

Das im Jahr 2011 realisierte Volumen des Weltmarkts für Immunglobuline von etwa 104 Tonnen verteilt sich regional wie folgt:

Weltmarkt für Immunglobuline*

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Marktvolumen 2011 In t Anteil am Weltmarkt

in %
USA 43,7 42
Europa 29,1 28
Rest der Welt 31,2 30

* Schätzungen, basierend auf Daten von Marketing Research Bureau (MRB), Australia's Plasma Fractionation Arrangements (APFA) und der Biotest AG

Der bereits in den Vorjahren zu beobachtende Druck auf die Preise für Standard-Immunglobuline hielt im Jahr 2011 an. Dies gilt insbesondere für die Märkte außerhalb Europas und der USA, aber auch für einzelne Teilmärkte innerhalb der Europäischen Union. So waren die zu erzielenden Preise im Geschäft mit Kliniken in Deutschland weiter unter hohem Druck.

Bei Hyperimmunglobulinen war das Preisniveau dagegen weitgehend stabil. Biotest verfügt in diesem Produktbereich über besonders hohe Marktanteile.

Die Preise für Gerinnungsfaktoren in Europa waren mit Ausnahme von Russland stabil.

In den USA blieben die Preise für Immunglobuline über den gesamten Verlauf des Jahres 2011 stabil und lagen im Schnitt zwischen 25% und 50% über dem Niveau in Europa.

Das Volumen des in den USA gesammelten Blutplasmas (US Source Plasma) lag in den ersten sieben Monaten des Jahres 2011 (aktuellere Daten lagen zum Zeitpunkt der Aufstellung des Abschlusses nicht vor) um 15 % über dem Niveau des Vergleichszeitraums aus dem Jahr 2010. Das Volumen des US Source Plasma ist wesentlicher Indikator für die Entwicklung des Plasmaangebots am Weltmarkt.

Im Juni 2011 wurden die Immunglobulin-Produkte eines Wettbewerbers, deren Zulassung seit September 2010 ruhte, in der Europäischen Union wieder zur Vermarktung freigegeben. Auf die vorübergehend nicht mehr am Markt befindlichen Immunglobuline entfielen etwa 10 % der jährlich weltweit abgesetzten Menge, was sich beim Wiedereintritt negativ auf das Absatzpotential in Märkten außerhalb der USA ausgewirkt hat.

Biotherapeutika

Informationen zu den relevanten Märkten sind im Kapitel "Operative Segmente" enthalten.

6 Geschäftslage

Die Biotest AG hat im Geschäftsjahr 2011 mit 338,4 Mio. € 8,6 % mehr umgesetzt als im Vorjahr (311,7 Mio. €). Dieses Wachstum resultiert aus dem Segment Plasmaproteine und dem Segment Biotherapeutika, das erstmals Umsatzbeiträge lieferte, die aus der im Juni 2011 geschlossenen Vereinbarung mit Abbott über die weltweite Entwicklung und Vermarktung von Tregalizumab (BT-061) resultieren. Dagegen waren die Umsätze des zum 1. August 2011 veräußerten Segmentes Mikrobiologisches Monitoring auf Grund der Einbeziehung von nur sieben Monaten geringer.

Im Segment Plasmaproteine setzte die Gesellschaft 315,5 Mio. € um, das sind 4,1 % mehr als im Jahr 2010 (303,0 Mio. €). Das Segment Mikrobiologisches Monitoring erzielte in den ersten sieben Monaten des Geschäftsjahres einen Umsatz in Höhe von 5,4 Mio. €, während dieser im gesamten Geschäftsjahr 2010 8,6 Mio. € betrug.

Der Umsatz der Gesellschaft außerhalb Deutschlands lag mit 240,5 Mio. € um 15,6 % deutlich über dem Niveau des Vorjahres (208,1 Mio. €). Im deutschen Markt musste die Gesellschaft dagegen einen Rückgang von 5,5 % auf 97,9 Mio. € (Vorjahr 103,6 Mio. €) hinnehmen.

Segment Plasmaproteine

Die im Geschäftsjahr 2011 erreichte Umsatzsteigerung im Segment geht insgesamt auf ein ausgeweitetes Geschäftsvolumen in der Lohnfraktionierung zurück. In diesem Bereich spielte der Umsatz mit Kunden aus der Vertriebsregion Asien erneut eine wichtige Rolle.

Während die Umsatzentwicklung im deutschen Markt (- 5,0 %) und im Geschäft mit den Tochtergesellschaften im Ausland (- 3,0 %) rückläufig war, konnte der Umsatz mit den Kunden außerhalb des Konzernkreises im Ausland einen erheblichen Zuwachs verzeichnen (+ 8,7 %). Dieser Zuwachs resultiert aus einem stark ausgeweiteten Mengenzuwachs, dem allerdings auf Grund des Preisdrucks auf den Märkten außerhalb Europas erhebliche Preiseinbußen gegenüber standen, die auch die Margen erheblich verringerten.

Segment Biotherapeutika

Im Juni 2011 hat die Biotest AG mit Abbott eine Vereinbarung über die weltweite Entwicklung und Vermarktung des monoklonalen Antikörpers Tregalizumab (BT-061) abgeschlossen. Die Vereinbarung sieht vor, dass Abbott und die Biotest AG den BT-061 im Falle einer Zulassung in den fünf europäischen Kernmärkten (Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien und Spanien) gemeinsam vermarkten; für alle weiteren Märkte erhält Abbott die exklusiven Vermarktungsrechte.

Mit Vertragsabschluss stand der Biotest AG ein Upfront-Payment in Höhe von 85 Mio. US-Dollar zu. Beide Partner haben Meilensteine in der Entwicklung, Zulassung und Vermarktung des Antikörpers definiert, bei deren Erreichen weitere Zahlungen von Abbott an die Biotest AG fällig werden. Das potenzielle Volumen dieser Meilenstein- sowie weiterer umsatzabhängiger Zahlungen beläuft sich auf bis zu 395 Mio. US-Dollar.

Die Biotest AG hat die alleinige Verantwortung für die Herstellung der für die weitere klinische Entwicklung in den Leitindikationen Rheumatoide Arthritis und Psoriasis erforderlichen Chargen von Tregalizumab (BT-061). Die Verantwortung für die Herstellung des Antikörpers nach einer Zulassung wird bei beiden Partnern gemeinsam liegen.

Die Zusammenarbeit mit Abbott ist unmittelbar nach dem Vertragsschluss erfolgreich angelaufen. Unter anderem haben wir gemeinsam mit dem Partner die Projektstrukturen und gemeinsame Teams etabliert. Außerdem haben wir das Konzept für die weitere klinische Entwicklung der Phasen IIb und III sowie die kommerzielle Produktion entwickelt.

Die Gesellschaft hat entsprechend der Entwicklungskosten der Phase IIb aus dem Upfront-Payment und aus der linearen Auflösung dieser Zahlung 17,4 Mio. € ertraglich vereinnahmt. Entsprechend der weiteren Entwicklung wird der Restbetrag linear bis Mitte des Geschäftsjahres 2014 ertraglich vereinnahmt.

Segment Mikrobiologisches Monitoring

Das Geschäft mit mikrobiologischen Produkten und Dienstleistungen ist bezüglich der Aufwendungen und Erträge bis zum 31. Juli 2011 in den Werten des Geschäftsjahres abgebildet.

Die Entwicklung des Geschäftes in dieser Zeit verlief vollkommen zufriedenstellend.

7 Ertragslage

Wesentlich für die Entwicklung der Ertragslage des Geschäftsjahres 2011 im operativen Produktgeschäft mit Plasmaproteinen war der Preisdruck im Geschäft mit Immunglobulinen und Gerinnungsfaktoren. Die Bestimmungen des GKV-Änderungsgesetzes wirkten sich gegenüber dem Vorjahr in der Größenordnung von 3,3 Mio. € weiter ertragsmindernd aus. Der Effekt aus der ausgeweiteten Absatzmenge im Exportgeschäft konnte allerdings die negativen Auswirkungen der Preisentwicklung auf die Margen nicht kompensieren.

Weiterhin belasteten erhöhte Aufwendungen für Wertberichtigungen bei den Forderungen aus dem Liefergeschäft an unsere griechische Tochtergesellschaft mit 8,5 Mio. €, gestiegene Aufwendungen für Forschung und Entwicklung sowie Aufwendungen im Rahmen einer geplanten Neuausrichtung der Gesellschaft für Restrukturierungskosten in Höhe von 2,5 Mio. € das Ergebnis.

Dem entgegen wirkte sich der mit 17,4 Mio. € als Umsatz vereinnahmte Teil des Upfront-Payments aus der Vereinbarung mit Abbott ergebniserhöhend aus.

Die unterschiedlichen Ergebnisauswirkungen führten zu einem Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit von 32,3 Mio. € nach 18,0 Mio. € im Vorjahr.

Einen wesentlichen Einfluss auf den Jahresüberschuss außerhalb des operativen Geschäftes hatte die Veräußerung von Anteilen an Gesellschaften des Segmentes Mikrobiologisches Monitoring sowie der dazugehörigen Assets der Biotest AG, was sich im außerordentlichen Ergebnis mit 34,3 Mio. € (Vorjahr: 6,3 Mio. €) niederschlug.

Dies führte trotz erheblich höherer Steuern zu einem Jahresüberschuss von 49,8 Mio. €, der damit um 31,9 Mio. € deutlich über dem Vorjahr lag.

Entwicklung der Kosten

Der Materialaufwand betrug 138,3 Mio. € (Vorjahr: 118,2 Mio. €).

Der Anstieg resultierte aus dem höheren verkauften Mengenvolumen.

Darüber hinaus führten sowohl die Mengenausweitung beim Verkauf als auch Optimierungen der Produktionsprozesse zu einem weiteren Vorratsabbau an fertigen und unfertigen Erzeugnissen, so dass sich die Position Bestandsveränderungen der Erzeugnisse mit einem Aufwand von -6,9 Mio. € niederschlug (Vorjahr: -26,3 Mio. €).

Der Saldo der sonstigen betrieblichen Erträge und Aufwendungen liegt mit -83,3 Mio. € auf Vorjahresniveau. In dem Saldo enthalten sind die Pacht-, Miet- und Lizenzbelastungen der Biotest Pharma GmbH an die Biotest AG in Höhe von insgesamt 19,5 Mio. € (Vorjahr: 19,6 Mio. €). Zu Erträgen führten die für die Bio-Rad Medical Diagnostics GmbH und für die Merck KGaA erbrachten Serviceleistungen für Infrastruktur wie zum Beispiel für IT und Logistik am Standort Dreieich. An die Biotest Pharma GmbH wurden Forschungs- und Entwicklungsdienstleistungen weiterbelastet. Die sonstigen betrieblichen Erträge sowie die sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten weiterhin Erträge aus Währungskursgewinnen und -verlusten.

Die Abschreibungen auf das Umlaufvermögen, die über die üblichen Abschreibungen hinaus gehen, resultieren ausschließlich aus der Wertberichtigung auf Forderungen gegen die griechische Tochtergesellschaft Biotest Hellas M.E.P.E., Athen, Griechenland. Die Höhe beläuft sich auf 8,5 Mio. € (Vorjahr; 0,0 Mio. €).

Die Personalkosten betrugen 65,2 Mio. € gegenüber 59,3 Mio. € im Vorjahr. Der Anstieg resultiert im Wesentlichen aus den Gehaltssteigerungen im tariflichen und außertariflichen Bereich und den Aufwendungen für Abfindungen im Rahmen der Restrukturierung. Weiterhin wirkten sich eine höhere Erfolgsbeteiligung und Prämien im Rahmen des Verkaufs des Mikrobiologischen Monitorings aus. Der höheren Mitarbeiteranzahl im Produktionsbereich Plasmaproteine standen die Abgänge an Mitarbeitern des Segmentes Mikrobiologisches Monitoring gegenüber.

Der Ertrag aus der Veräußerung von Gesellschaftsanteilen an der heipha Dr. Müller GmbH, Eppelheim, der Biotest S.a.r.l., Frankreich, der Biotest K.K., Japan, der Viro-Immun Labordiagnostika GmbH, Oberursel und der Vermögensgegenstände und Schulden des Mikrobiologischen Monitorings der Biotest AG betrug 34,3 Mio. € und ist unter den außerordentlichen Erträgen ausgewiesen.

Finanzergebnis

Die Biotest AG koordiniert als operative Holding die Finanzierung innerhalb des Konzerns.

Die Ertragskraft der Biotest AG wird in signifikantem Umfang auch durch Beteiligungserträge gestützt. So betrug das Beteiligungsergebnis 5,0 Mio. € nach 3,8 Mio. € im Vorjahr.

Das Zinsergebnis verbesserte sich auf Grund der guten Liquiditätslage von -7,0 Mio. € im Vorjahr auf -5,3 Mio. € im abgelaufenen Geschäftsjahr 2011.

Insgesamt liegt somit das Finanzergebnis der Gesellschaft durch die sich addierenden Effekte mit -0,3 Mio. € um 2,9 Mio. € besser als Vorjahr (-3,2 Mio. €).

Steuern

Der Steueraufwand vom Einkommen und vom Ertrag der Gesellschaft betrug 16,3 Mio. € und lag damit deutlich höher als im Vorjahr mit 6,4 Mio. €. Wesentliche Faktoren im Vergleich zum Vorjahr waren die höheren Erträge aus dem operativen Geschäft, das verbesserte Finanzergebnis sowie auch der Ertrag aus dem Verkauf der Vermögensgegenstände und Schulden des Segments Mikrobiologisches Monitoring.

Die Ergebnisse aus der abgeschlossenen Steuerprüfung der Jahre 2004 - 2008 sind im Steueraufwand des Geschäftsjahres 2011 berücksichtigt.

Gewinnverwendungsvorschlag

Vorstand und Aufsichtsrat stellen gemäß § 58 Abs. 2 Satz 1 AktG aus dem Jahresüberschuss in Höhe von 49.830 T€ vorab einen Betrag in Höhe von 24.900 T€ in die Anderen Gewinnrücklagen ein. Der am 10. Mai 2012 stattfindenden Hauptversammlung wird vorgeschlagen, aus dem Bilanzgewinn der Biotest AG in Höhe von 42.818 T€ eine Dividende von 0,44 € je Stamm- und von 0,50 € je Vorzugsaktie, entsprechend 5.469 T€ als Dividende auszuschütten, einen Betrag von 26.000 T€ in die Anderen Gewinnrücklagen einzustellen und den Rest in Höhe von 11.349 T€ auf neue Rechnung vorzutragen.

8 Investitionen und Abschreibungen

Nach 3,8 Mio. € im Vorjahr hat die Biotest AG im Geschäftsjahr 2011 insgesamt 3,1 Mio. € in immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen investiert.

Auf immaterielle Vermögensgegenstände entfielen davon 1,4 Mio. € - im Wesentlichen ist hier die Aktivierung von zusätzlichen SAP-Anwendungen sowie von SAP-Software-Lizenzen zu nennen.

Beim Sachanlagevermögen standen den Investitionen in Höhe von 1,7 Mio. € Abschreibungen in Höhe von 1,6 Mio. € gegenüber. Die Investitionen betrafen eine Vielzahl kleinerer Investitionen und geringwertiger Wirtschaftsgüter.

Die Biotest AG ist im Rahmen des Verpachtungsvertrages unmittelbarer Nutzer der Investitionen der Biotest Pharma GmbH und partizipiert insofern in bedeutendem Umfang wirtschaftlich daran.

Die Biotest Pharma GmbH investierte 15,2 Mio. € in die Erneuerung und Erweiterung der Sachanlagen und trug damit auch einen erheblichen Teil der Gesamtinvestitionen innerhalb des Biotest Konzerns. Am Standort Dreieich investierte die Biotest Pharma GmbH unter anderem in die Erweiterung der Abfüllung und Verpackung, in die Planung für einen Neubau Plasma-Wareneingang mit den damit verbundenen virologischen Labors sowie für die Erweiterung der Albuminproduktion.

9 Bilanz und Kapitalflussrechnung

Vermögenswerte

Im Anlagevermögen ergaben sich neben den oben beschriebenen Entwicklungen weitere Veränderungen im Finanzanlagevermögen und bei den Vermögenswerten und Schulden größtenteils durch die Veräußerung des Segmentes Mikrobiologisches Monitoring.

Die Zugänge bei den Ausleihungen an verbundene Unternehmen betreffen die Finanzierung unserer Tochtergesellschaft Biotest Pharmaceuticals Corp., USA sowie der brasilianischen Tochtergesellschaft.

Abgänge waren zu verzeichnen im Rahmen der Veräußerung der Anteile an der Viro-Immun Labordiagnostika GmbH, Oberursel, der heipha Dr. Müller GmbH, Eppelheim, der Biotest S.a.r.l., Frankreich und der Biotest K.K., Japan insgesamt in Höhe von 3,8 Mio. €.

Beim Umlaufvermögen gingen die Vorräte von 134,5 Mio. € in 2010 auf 124,7 Mio. € zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2011 zurück, davon auf das Segment Mikrobiologisches Monitoring 2,7 Mio. € entfallend.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen stiegen von 44,7 Mio. € am 31. Dezember 2010 um 24,4 Mio. € auf 69,1 Mio. € zum Bilanzstichtag. Der Anstieg resultiert zum wesentlichen Teil aus den erhöhten Exporten in Länder außerhalb der EU mit längeren Forderungslaufzeiten, im Vorjahr dominierten im letzten Quartal des Geschäftsjahres die Inlandsumsätze mit kurzen Forderungslaufzeiten. Hinzu kommen eine Reduzierung des Factorings auf Grund der hohen Liquidität der Gesellschaft sowie geringere Wertberichtigungen.

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen nahmen von 66,8 Mio. € im Vorjahr auf 46,6 Mio. € ab. Der Rückgang ist im Wesentlichen begründet durch die Veräußerung von Tochtergesellschaften und die Wertberichtigung auf Forderungen gegenüber unserer griechischen Tochtergesellschaft.

Die liquiden Mittel betrugen 77,8 Mio. € nach 14,9 Mio. € im Vorjahr. Der Anstieg resultiert einerseits aus der Veräußerung des Segments Mikrobiologisches Monitoring und andererseits aus dem Zahlungseingang des Upfront-Payments in Höhe von 85 Mio. US-Dollar aus der Vereinbarung mit der Abbott Inc.

Finanzierung

Den Kern der Fremdkapitalfinanzierung des Biotest Konzerns bildet das langfristige Konsortialdarlehen in einer ursprünglichen Höhe von 175,0 Mio. €, das Biotest 2007 im Zusammenhang mit dem Erwerb des US-Plasmaprotein-Geschäfts aufgenommen hatte. Das Konsortialdarlehen setzt sich aus zwei langfristigen Tranchen zusammen: Eine endfällige Tranche mit einem Volumen von 50,0 Mio. € bei einer Laufzeit bis 2015 und einem Tilgungsdarlehen in Höhe von 85 Mio. € bei einer Laufzeit bis 2014. Darüber hinaus wurde eine revolvierende Betriebsmittelfinanzierung in Höhe von 40,0 Mio. € vereinbart. Die Betriebsmittellinie wurde im Jahr 2009 mit einer zweijährigen Betriebsmittellinie um 40,0 Mio. € erweitert. Auf Grund der guten Kapitalausstattung hat Biotest diese Linie im Geschäftsjahr 2011 auslaufen lassen. Die Betriebsmittellinie im Rahmen der Konsortialfinanzierung beträgt zum Jahresende 33,1 Mio. €.

Darüber hinaus wurde im Rahmen der bis 2014 laufenden langfristigen Tranche eine zusätzliche Linie in Höhe von 15,0 Mio. € zur Deckung von Wechselkursänderungen des Euros zum US-Dollar für ein Darlehen der Biotest Pharmaceuticals Corporation, Boca Raton, USA vereinbart. Auf Grund der bisher erfolgten Tilgungen wurde diese Linie im Jahr 2011 auf 5,0 Mio. € reduziert. Dadurch ist gesichert, dass Wechselkursänderungen die freien Kreditlinien nicht einschränken, sofern die Effekte unter 5,0 Mio. € liegen.

Bisher wurden im langfristigen Bereich 35,0 Mio. € plangemäß getilgt. Die Tilgungen wurden durch die Biotest AG und die Biotest Pharmaceuticals Corporation, Boca Raton, USA geleistet. Weiterhin sind der Biotest AG von weiteren Banken Kreditlinien in Höhe von 46,5 Mio. € eingeräumt.

Zum Bilanzstichtag 2011 standen dem Biotest Konzern 87,1 Mio. € freie Kreditlinien zur Verfügung, von denen auf die Biotest AG 75,4 Mio. € entfallen.

In der Konsortialkredit-Vereinbarung sind auch Covenants-Kennzahlen, wie z.B. Netto Finanzverschuldung im Verhältnis zum EBITDA, festgelegt. Am Abschlussstichtag bestand keine Gefahr, dass eine der Kennzahlen nicht eingehalten werden könnte.

Für den Fall eines Wechsels der Mehrheit der stimmberechtigten Aktien sieht der Vertrag mit den Konsortialbanken eine Sonderkündigungsmöglichkeit vor, die dazu führen würde, dass die Finanzierung neu zu verhandeln wäre, gegebenenfalls unter Einbeziehung eines neuen Mehrheitsaktionärs.

Durch den Zufluss an liquiden Mitteln aus dem Abgang der Beteiligungen im Rahmen der Veräußerung des Segments Mikrobiologisches Monitoring und aus dem Upfront-Payment von Abbott konnten die Finanzverbindlichkeiten über die planmäßig zu tilgenden Anteile hinaus reduziert werden, so dass die kurzfristigen Betriebsmittelkredite am Bilanzstichtag nicht in Anspruch genommen wurden.

Die deutlich höhere Liquidität trug auch zu einer Erhöhung der Bilanzsumme um 71,6 Mio. € bei.

Trotz der deutlich höheren Bilanzsumme stieg auf Grund des hohen Jahresüberschusses die Eigenkapitalquote von 53,2 % im Vorjahr auf 54,6 % zum Bilanzstichtag an.

Das langfristig der Gesellschaft zur Verfügung stehende Kapital (Eigenkapital, Pensionsrückstellungen und mittel- bis langfristige Bankverbindlichkeiten) deckt 73 % der gesamten Bilanzsumme ab (Vorjahr: 77 %).

Cashflow

Die Biotest AG als Muttergesellschaft hat auch die wesentliche Finanzierungsfunktion für den Biotest Konzern.

Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit war mit 78,2 Mio. € deutlich höher als im Vorjahr mit 24,5 Mio. €.

Sowohl das gegenüber dem Vorjahr höhere Betriebsergebnis vor Abschreibungen und Wertberichtigungen auf griechische Forderungen von 44,5 Mio. € (Vorjahr: 24,9 Mio. €) als auch das Upfront-Payment aus dem Vertrag mit Abbott, das noch nicht voll ertraglich vereinnahmt wurde, waren die wesentlichen Faktoren der Erhöhung.

Der Cashflow aus Investitionstätigkeit weist maßgeblich auf Grund des Veräußerungserlöses aus dem Verkauf des Segments Mikrobiologisches Monitoring einen positiven Betrag in Höhe von 37,2 Mio. € aus (Vorjahr: Zufluss 22,5 Mio. €). Die sonstige Investitionstätigkeit in das Anlagevermögen führte zu Auszahlungen von 3,4 Mio. € (Vorjahr: 4,0 Mio. €).

Insgesamt konnten die Investitionen des Geschäftsjahres durch die Innenfinanzierung der Gesellschaft abgedeckt werden, so dass für die Abdeckung des Finanzbedarfes für die geleistete Dividendenzahlung und Darlehenstilgungen keine externe Banken-Finanzierung benötigt wurde, vielmehr wurden die Bankverbindlichkeiten auch im Geschäftsjahr 2011 um 13,7 Mio. € (Vorjahr: 37,4 Mio. €) zurückgeführt.

Biotest war im abgelaufenen Geschäftsjahr jederzeit in der Lage, eingegangene Zahlungsverpflichtungen zu erfüllen. Die Liquidität der Gesellschaft war zu keinem Zeitpunkt gefährdet.

Zusammenfassende Aussage des Vorstands zur Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage

Sowohl die Biotest AG als auch der Biotest Konzern haben im Jahr 2011 im Geschäft mit Plasmaproteinen die abgesetzte Menge deutlich steigern können, aufgrund der schwierigen Preissituation stieg der Umsatz jedoch unterproportional. Der starke Preisdruck sowie Mehrkosten im Zusammenhang mit dem verzögerten Wiederanlauf der Produktionsanlage der Biotest Pharmaceuticals Corporation in Boca Raton, USA belasten das Konzernergebnis.

Dem stehen erstmalige Umsatzbeiträge aus dem Segment Biotherapeutika gegenüber, die aus der im Juni 2011 geschlossenen Vereinbarung mit Abbott über die weltweite Entwicklung und Vermarktung von Tregalizumab (BT-061) resultieren. Dieser Vertrag markiert einen wichtigen Meilenstein in der Entwicklung der monoklonalen Antikörper. Die Zusammenarbeit mit dem Partner ist erfolgreich angelaufen.

Mit der Veräußerung sämtlicher Aktivitäten des Segments Mikrobiologisches Monitoring sowie der restlichen Aktivitäten des Segments Medizinische Diagnostik hat Biotest die strategische Fokussierung auf das Geschäft mit biologischen Arzneimitteln erfolgreich abgeschlossen.

Die Veräußerung des Segmentes Mikrobiologisches Monitoring wurde mit einem guten Ertrag und Cashflow abgeschlossen.

Alle wichtigen Entwicklungsprojekte sowohl im Segment Plasmaproteine wie auch im Segment Biotherapeutika sind im Geschäftsjahr weiter vorangeschritten.

Die Gesellschaft ist äußerst solide finanziert. Die Eigenkapitalquote der Gesellschaft von 54,6 % zum Bilanzstichtag ist komfortabel. Auch der Biotest Konzern ist angemessen mit Fremdkapital ausgestattet und verfügt über weiteren Finanzierungsspielraum im Rahmen der zugesagten Kreditlinien. Wir waren und sind in der Lage, das operative Geschäft und die für die Weiterentwicklung des Unternehmens bedeutsamen Projekte jederzeit mit ausreichenden Finanzmitteln zu unterlegen.

10 Forschung und Entwicklung

Innerhalb des Biotest Konzerns wird Forschung und Entwicklung im Wesentlichen von der Biotest Pharma GmbH und der Biotest AG betrieben. Die Biotest Pharma GmbH generiert dabei immaterielle Rechte und Know-how im Rahmen von aus Blutplasma gewonnenen Derivaten. An den neuen und verbesserten Präparaten und Zulassungen von bestehenden Präparaten in zusätzlichen Ländern partizipiert die Biotest AG im Rahmen des Lizenz- und Know-how-Überlassungsvertrages.

Die Biotest AG selbst forscht und entwickelt auf dem Gebiet der in ihrem Eigentum stehenden monoklonalen Antikörper (MAK) (Segment Biotherapeutika).

Aus den oben dargestellten Gründen wird im Folgenden die Forschung und Entwicklung der beiden Gesellschaften insgesamt dargestellt.

Segment Plasmaproteine

Im Jahr 2011 liefen im Segment Plasmaproteine mehrere Projekte zur Entwicklung neuer Präparate beziehungsweise solche mit dem Ziel, bereits zugelassende Medikamente für weitere Indikationen zu entwickeln.

Neuentwicklungen:

IgM Concentrate: Im Jahr 2011 startete eine Phase-II-Studie an Patienten mit schweren erworbenen Lungenentzündungen. Die ersten Patienten wurden in die Studie aufgenommen.

Fovepta® : Das Zulassungsdossier für das subkutan und intramuskulär applizierbare Hepatitis-B-Hyperimmunglobulin für Neugeborene reichte Biotest im April 2011 beim zuständigen Paul-Ehrlich-Institut (PEI) ein.

Fibrinogen: Biotest entwickelt das Fibrinogen-Konzentrat in den Indikationen eines vererbten und erworbenen Fibrinogen-Mangels.

Cytotect 70 (BT-094): Bei der Entwicklung des Hyperimmunglobulins in der Indikation konnatale Cytomegalie-Virus-(CMV)-Infektion wurden bis Jahresende etwa 10.000 Schwangere im Rahmen der Phase-III-Studie untersucht. Erste Untersuchungen geben Hinweise auf die Wirksamkeit von Cytotect® in dieser Indikation.

Weiterentwicklung bestehender Produkte:

Intratect® 10%: Die Phase III Studie mit dem Ziel der Zulassung des Immunglobulins in einer 10%igen Konzentration wurde im Jahr 2011 abgeschlossen.

Zutectra® : Für das subkutan applizierbare Hepatitis-B-Immunglobulin strebt Biotest eine Ausweitung der internationalen Zulassung an. Im Berichtsjahr begannen die Vorbereitungen für eine weitere klinische Studie, die im Jahr 2012 starten soll. Ziel ist es, dass Patienten bereits frühzeitig nach einer Lebertransplantation mit Zutectra® behandelt werden können.

Hepatect® : Hier hat Biotest im Jahr 2011 die Zulassung für eine zusätzliche Abfüllgröße mit 100 ml (5.000 IU) erhalten, und wird diese ergänzende Darreichungsform in wichtigen europäischen Märkten in der ersten Jahreshälfte 2012 einführen. Diese Darreichungsform erleichtert die Applikation hoher Dosen während der akuten Phase der Transplantation.

Haemoctin® : Biotest hat das Ziel, das Faktor-VIII-Präparat mit einer höheren Konzentration auf den Markt zu bringen. Die notwendigen Untersuchungen wurden im Jahr 2011 eingeleitet.

Segment Biotherapeutika

Die Studien zur Entwicklung der monoklonalen Antikörper in ihren jeweiligen Leitindikationen sind im Jahr 2011 weiter vorangeschritten. Die bisher getroffenen Aussagen von Biotest hinsichtlich der Wirksamkeit und Verträglichkeit wurden durch diese Studien untermauert.

Klinische Studien im Segment Biotherapeutika

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Art der Studie Studien-Nummer Dosierung / Studiendesign Zahl der Teilnehmer Status zum 31.12.2011
Tregalizumab (BT-061)
Phase I Anwendung bei Probanden 961 intravenös bis 60 mg, subkutan bis 180 mg, Einfachgabe 57 Studie abgeschlossen
Phase IIa Rheumatoide Arthritis 962 intravenös bis 25 mg, subkutan bis 100 mg, Mehrfachgabe, Behandlungsdauer sechs Wochen, placebokontrolliert 96 Studie abgeschlossen
Phase II Rheumatoide Arthritis (BT-061 + MTX* ) 971 Intravenös 0,5 mg und 2,0 mg, subkutan 50 mg, Mehrfachgabe, Behandlungsdauer acht Wochen, placebokontrolliert 110 Studie abgeschlossen
Phase IIb Rheumatoide Arthritis (BT-061 + MTX* ) 979 subkutan bis 75 mg, Mehrfachgabe, Behandlungsdauer zwölf Wochen, placebokontrolliert 176 Patientenrekrutierung läuft
Phase I/IIa Psoriasis 967 intravenös bis 20 mg, subkutan bis 25 mg, Einfachgabe, placebokontrolliert 56 Studie abgeschlossen
Phase IIa Psoriasis 973 intravenös 0,5 mg und 2,0 mg, subkutan bis 100 mg, Mehrfachgabe, Behandlungsdauer acht Wochen, placebokontrolliert 48 Studie abgeschlossen
Phase I Anwendung bei Probanden Pharmakodynamik/ Pharmakokinetik Studie 985 subkutan bis 200 mg, Einfachgabe 36 Studie zur Genehmigung eingereicht
Phase IIb Rheumatoide Arthritis (BT-061 + MTX* ) 986 subkutan, Mehrfachgabe etwa 350 Vorbereitung der Studie
BT-062
Phase I Multiples Myelom 969 wiederholte Einfachgabe, intravenös alle 21 Tage, 10-200 mg/m2 34 Patientenrekrutierung abgeschlossen, ein Patient weiter in Behandlung
Phase I/IIa 975 wiederholte Mehrfachgabe intravenös Tag 1, 8 und 15; alle 28 Tage, Dosiseskalation ab 40 mg/m2 60 Patientenrekrutierung läuft
Phase I/IIa 983 Kombination mit Lenalidomide und Dexamethason basierend auf 975 Design (wiederholte Mehrfachgabe) 50 Studie zur Genehmigung eingereicht
BT-063
Phase I Anwendung bei Probanden 977 Einfachgabe, intravenös bis zu 100 mg/m2 24 Studie abgeschlossen

* MTX = Methotrexat

Bei BT-061 (Tregalizumab) hat Biotest im Jahr 2011 die Abschlussdaten aus jeweils einer Phase-II-Studie in der Indikation Rheumatoide Arthritis (Studien-Nr. 971) und Psoriasis (Studien-Nr. 973) erhalten. In Studie 971 zeigten die Daten eine Wirksamkeit des Antikörpers in der Kombinationstherapie mit Methotrexat mit guter Verträglichkeit. In der Psoriasis-Studie waren einige Patienten zu beobachten, bei denen sich die Krankheitssymptomatik um mehr als 90 % verbessert hatte.

Im September 2011 veröffentlichte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Tregalizumab als individuelle und weltweit gültige Bezeichnung für den Wirkstoff BT-061 (International non-proprietary name, INN). Biotest und Abbott werden nun gemeinsam die Entwicklung des Antikörpers in der Indikation Rheumatoide Arthritis forcieren.

In der klinischen Studie von BT-062 der Phase I/II in der Indikation Multiples Myelom (Studien-Nr. 969) war bei etwa 50 % der Patienten nach der Behandlung mit BT-062 ein klinischer Nutzen zu erkennen. Bei einem Patienten dauerte die Behandlung zum Jahresende 2011 seit mehr als 18 Monaten an. In die Studie wurden Patienten eingeschlossen, die alle derzeit verfügbaren Therapien bereits durchlaufen hatten. Das Studiendesign sieht vor, dass die Behandlung der in die Studie eingebundenen Patienten mit dem Immunkonjugat weiterläuft, solange der Krankheitszustand stabil ist.

In der laufenden Multi-Dosis-Studie (Studien-Nr. 975) erwies sich BT-062 weiterhin als sehr gut verträglich und es war ein klinischer Nutzen zu erkennen. Gegen Jahresende reichte Biotest die Unterlagen für eine weitere klinische Studie (Studien-Nr. 983) bei der FDA ein. In der Studie soll BT-062 in der Kombinationstherapie mit bereits zugelassenen Mitteln (Revlimid® und Dexamethasone) untersucht werden.

Auf der Biotest-Internetseite sind weitere Informationen zu Präsentationen im Rahmen wissenschaftlicher Fachveranstaltungen abrufbar.

Die im Jahr 2010 eingeleiteten präklinischen Untersuchungen von BT-061 in der Indikation Multiple Sklerose im Rahmen des Konsortiums "Neue Wirkstoffe für neurologische Erkrankungen" (Neu2 Konsortium) liefen im Jahr 2011 weiter.

Biotest hat den internationalen Patentschutz der Antikörper durch entsprechende Einreichungen und Anmeldungen weiter ausgebaut.

11 Mitarbeiter

Zum Bilanzstichtag beschäftigte die Gesellschaft 752 Mitarbeiter in 730 Vollzeitstellen. Damit ergibt sich rein rechnerisch ein Rückgang um 24 Vollzeitstellen, jedoch unter Korrektur der Mitarbeiter, die zu Merck KGaA übergegangen sind, ein Anstieg von 18 Vollzeitstellen bei der Biotest AG, was einem Anstieg von 2,6 % gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Organisation und Arbeitszeiten

Im September 2010 schloss Biotest mit der Vertretung der Arbeitnehmerschaft eine Betriebsvereinbarung über die Einführung von Langzeitkonten. Danach können tariflich beschäftigte Mitarbeiter der Biotest AG Mehrarbeit zum Teil auf ein persönliches Langzeitkonto übertragen. Die dort gesammelten Zeiten können später für unterschiedliche Zwecke als bezahlte Freizeit in Anspruch genommen werden.

Vergütung

Am 1. Juni 2011 startete die nächste Tranche des Long-Termn-Incentive-Programms (LTIP 2011) zur erfolgsorientierten Vergütung von Führungskräften. Details zu Ausgestaltung und zu den Teilnahmekriterien sind im Anhang dargelegt.

Personalentwicklung

Die weitere Verbesserung der Führungskultur sowie der interkulturellen Kompetenz der Mitarbeiter bildete im Jahr 2011 neben fachlichen Themen den Schwerpunkt des Weiterentwicklungsangebots bei Biotest.

Erstmals wurde die Veranstaltung "Führungskräfte-Kompass: Orientierung für neue Führungskräfte bei Biotest" zu internen Personal- und Führungsprozessen angeboten. Sie ermöglicht neuen Führungskräften bei Biotest eine schnelle Orientierung bei der Wahrnehmung ihrer Personalführungsaufgaben.

Das im Jahr 2010 implementierte Workshop-Konzept "Interkulturelles Management" wurde 2011 fortgeführt und auf den Standort Boca Raton in den USA ausgeweitet. Die hierdurch geschaffene stärkere interkulturelle Sensibilität dient vor allem der standortübergreifenden Zusammenarbeit zwischen Kollegen aus Deutschland mit Kollegen und Geschäftspartnern in den USA.

Ausbildung

Biotest hält einen hohen Ausbildungsstandard. Ende 2011 hatten wir 25 Auszubildende in sechs Ausbildungsberufen und eine B.A.-Studentin der Fachrichtung International Business Administration beschäftigt. Mit dem Ziel, Biotest als attraktiven Ausbildungsbetrieb zu positionieren, haben wir im Jahr 2011 das Ausbildungsmarketing intensiviert. Hierzu zählt insbesondere die Teilnahme an vier Ausbildungsmessen in der Rhein-Main-Region.

Gesellschaftliche Verantwortung

Biotest stellt sich seiner Verantwortung und unterstützt mit Spenden und als Sponsor verschiedene medizinisch-wissenschaftliche Initiativen, Forschungsprojekte sowie Maßnahmen von Patientenorganisationen.

Mit verschiedenen medizinischen und anderen wissenschaftlichen Arbeitsgruppen aus Deutschland, die ihren Schwerpunkt in den für unsere Produkte relevanten Indikationen setzen, arbeiten wir intensiv zusammen.

Darüber hinaus ist Biotest mit der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität in Frankfurt am Main vernetzt, zum Beispiel im Zusammenhang mit wissenschaftlichen Arbeiten der Studenten und Doktoranden.

12 Grundzüge der Vorstandsvergütung

Der Aufsichtsrat legt die Vergütung für die Mitglieder des Vorstands fest. Sie setzt sich aus den drei Komponenten Festvergütung, variablen Teilen, die sich am Unternehmenserfolg und der persönlichen Leistung orientieren, sowie einer Komponente mit langfristiger Anreizwirkung und Risikocharakter zusammen. Hinzu kommen Sachbezüge, die unter anderem die Gewährung eines Dienstwagens und Leistungen für die Altersversorgung umfassen. Alle Vergütungsbestandteile sind für sich und in ihrer Gesamtheit angemessen.

Die Komponente mit langfristiger Anreizwirkung wird im Rahmen eines Long Term Incentive Programms (LTIP) festgelegt, an dem neben dem Vorstand zahlreiche weitere Führungskräfte von Biotest teilnehmen. Die Bedingungen des LTIP sind im Personalbericht und ausführlich im Anhang dargestellt.

Die erfolgsunabhängige Festvergütung der Vorstandsmitglieder setzt sich aus dem Festgehalt und Nebenleistungen zusammen. Die Höhe orientiert sich an der wirtschaftlichen Lage und Zukunftsaussicht von Biotest sowie am Vergütungsniveau im Wettbewerbsumfeld. Das jährliche Festgehalt wird für die gesamte Laufzeit des jeweiligen Anstellungsvertrags festgelegt und in 12 Monatsraten ausgezahlt.

Über das Festgehalt hinaus erhalten die Mitglieder des Vorstands Nebenleistungen.

Beide Vorstandsmitglieder sind im Rahmen der kollektiven Unfallversicherung der Biotest AG beruflich und privat mitversichert. Die Vorstandsmitglieder erhalten einen Zuschuss zur Sozialversicherung beziehungsweise auch zur Direktversicherung.

Die Mitglieder von Vorstand und Aufsichtsrat der Biotest AG sind in die konzernübergreifende Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung (D&O-Versicherung mit Selbstbehalt) eingebunden, die der Biotest-Konzern für das gesamte obere Management abgeschlossen hat.

Beiden Vorstandsmitgliedern wird ein Dienstwagen der Oberklasse auch zur privaten Nutzung kostenlos zur Verfügung gestellt.

Der Vorstand der Biotest AG ist darüber hinaus in die betriebliche Altersvorsorge der Biotest AG eingebunden. Die Mitglieder des Vorstandes erhalten eine Einzelzusage im Rahmen der bei der Biotest AG geltenden Altersvorsorge, für die Rückstellungen gebildet werden. Die Höhe der Rückstellungen für diese Art der Altersvorsorge ist von der Anzahl der Dienstjahre, dem anrechnungsfähigen Gehalt und der geltenden Zuschuss-Staffel unter und über der Beitragsbemessungsgrenze abhängig.

Kredite oder Vorschüsse an den Vorstand wurden im Geschäftsjahr 2011 nicht gewährt.

Der erfolgsabhängige Vergütungsanteil (Tantiemen) bemisst sich nach der Erreichung von Unternehmens- sowie persönlichen Zielen. In die Ermittlung gehen das Betriebsergebnis (EBIT), der Return on Capital Employed (RoCE) sowie die Erreichung individuell festgelegter Ziele im vorausgegangenen Geschäftsjahr gewichtet ein. Die individuellen Ziele werden jährlich zwischen den Vorstandsmitgliedern und dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats vereinbart. Dieser legt nach Abschluss des Geschäftsjahres die Höhe der Leistungskomponente fest.

Der Wert des LTIP der Tranchen 2009, 2010 und 2011 über den Gesamtzeitraum beträgt zum Bewertungsstichtag 31. Dezember 2011 für alle Berechtigten der Biotest AG insgesamt 1.792 T€, davon entfallen auf Herrn Prof. Dr. Schulz 280 T€ und auf Herrn Dr. Ramroth 246 T€.

Für frühere Vorstandsmitglieder und ihre Hinterbliebenen werden grundsätzlich vertraglich zugesagte Pensionen gezahlt. Für frühere Vorstandsmitglieder und ihre Hinterbliebenen sind insgesamt 2.753 T€ zurückgestellt.

13 Risiko- und Chancenbericht

Die Geschäftstätigkeit und die Umsatz- und Ergebnisentwicklung der Biotest AG hängen zum Teil von Faktoren ab, deren Eintritt nicht immer vorhersehbar ist und nur bis zu einem gewissen Grad oder überhaupt nicht von uns beeinflusst werden kann. Daraus resultieren Risiken, die bei Eintritt nachteilige Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von Biotest haben können. Zugleich birgt dieser Umstand Chancen auf eine Geschäfts- und Ertragsentwicklung, die besser ist als im Prognosebericht dargelegt.

Im Risikobericht beschreiben wir die Risiken, denen die Biotest AG als solche sowie auf Ebene der Segmente ausgesetzt ist. Wir legen dar, wie das Unternehmen diesen Risiken begegnet, wie sie kontrolliert und gemanagt werden. Des Weiteren geben wir für die dargestellten Einzelrisiken jeweils eine Einschätzung des Vorstands zur Eintrittswahrscheinlichkeit an.

Gesamtaussage zur Risikosituation der Gesellschaft

Sowohl die Biotest AG als auch der Biotest Konzern ist aus Sicht des Vorstands derzeit keinen Risiken ausgesetzt, die über das untrennbar mit dem Geschäft verbundene Maß hinausgehen. Sämtliche wesentlichen Risiken werden kontinuierlich beobachtet; sofern möglich und sinnvoll, wurde eine entsprechende Absicherung eventueller finanzieller Folgen vorgenommen. Es sind derzeit keine Risiken erkennbar, welche die wirtschaftliche Stabilität der Biotest Gruppe gefährden könnten.

Risikostrategie

Die Risikopolitik bei der Biotest AG ist in die Konzernstrategie eingebettet. Vorstand und Aufsichtsrat haben in ihrer gemeinsamen Risikostrategie festgelegt, dass das Unternehmen kontrolliert Risiken eingeht, wenn dadurch die Perspektive auf ein dauerhaft ertragreiches Wachstum geschaffen wird. Die Risikostrategie ist darauf ausgerichtet, den Bestand des Unternehmens zu sichern und seinen Wert dauerhaft und systematisch zu steigern.

Risikomanagement und -controlling

Die Gesellschaft erfasst und bewertet systematisch die operativen und strategischen Risiken. Alle Risiken von wesentlicher Tragweite und hinreichender Eintrittswahrscheinlichkeit werden engmaschig kontrolliert.

Unser EDV-gestütztes Risikomanagement-System erfüllt die Anforderungen des Gesetzes zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich (KonTraG). Die Prozesse im Risikomanagement sind detailliert dokumentiert, die entsprechenden Dokumente sind im Risikomanagement-System hinterlegt.

Wesentliche Gefährdungspotenziale sind Element der monatlichen internen Berichterstattung. Alle sechs Monate erfasst ein Risikomanagement-Komitee den aktuellen Stand der Risikolage in allen Segmenten und erstellt einen detaillierten Risikobericht an den Vorstand. Dieser umfasst folgende Risikofelder: Marktrisiken, Prozess- und Produktionsrisiken, Finanzrisiken, Personalrisiken und Organisationsrisiken.

In der Zeit zwischen den Sitzungen des Risikomanagement-Komitees informieren die Segmentverantwortlichen den Vorstand im Rahmen der Vorstandssitzungen über die aktuelle Risikosituation innerhalb ihres Verantwortungsbereichs. Ändert sich die Risikolage ad hoc, so wird der Vorstand bei Bedarf kurzfristig und direkt darüber in Kenntnis gesetzt.

Jeder Mitarbeiter der Biotest-Gruppe muss sich - im Rahmen der jeweils übertragenen Verantwortung - risikobewusst verhalten. Verantwortlich für Kontrolle und Steuerung der Risiken sind die jeweiligen Führungskräfte. Innerhalb der Gruppe gibt es etwa 57 Risikomelder, die sämtliche potenzielle Risiken abdecken. Für alle Risikomelder gelten verbindliche Grundsätze zum Umgang mit Risiken.

Standards und Abläufe im Risikomanagement und -controlling werden durch die interne Revision regelmäßig auf ihre Angemessenheit und Wirksamkeit geprüft. Das letzte Audit fand 2009 statt. Das Folgeaudit ist im vom Vorstand und Aufsichtsrat verabschiedeten Prüfplan 2012 der internen Revision vorgesehen.

Um die finanziellen Folgen von Haftungsrisiken und Elementarschäden zu begrenzen, hat Biotest Versicherungen abgeschlossen. Wir kontrollieren regelmäßig, ob der Umfang des Versicherungsschutzes angemessen ist und passen ihn gegebenenfalls an.

Internes Kontrollsystem

Die Biotest AG hat ein internes Kontrollsystem etabliert, das alle wesentlichen Geschäftsprozesse in der Biotest AG und sämtlichen Tochtergesellschaften umfasst. Die einschlägigen Richtlinien sind in einem Organisationshandbuch zusammengefasst.

Die Erstellung wichtiger Verträge folgt einem fest definierten Prozess, in dem verschiedene Kontrollstufen enthalten sind. Dazu gehören das Vier-Augen-Prinzip sowie technische Kontrollen.

Die Prozesse bei Biotest sind nach ISO 9001 zertifiziert.

Die Leiter der Konzerngesellschaften können Geschäfte mit einem wesentlichen Einfluss auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage oder die Risikosituation des Konzerns nur mit Zustimmung der Unternehmensleitung abschließen. Die interne Revision von Biotest prüft Geschäftsprozesse in allen Segmenten und Beteiligungsgesellschaften. Ihre Befugnisse, Pflichten und Stellung im Konzern sind in der Revisionsrichtlinie festgelegt. Die Prüfung folgt einem Jahres-Revisionsplan, der durch den Vorstand und den Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats beschlossen wird. Die Revision berichtet dem Vorstand und den Mitgliedern des Prüfungsausschusses ausführlich. Der Wirtschaftsprüfer erhält überdies zeitnah alle Revisonsberichte.

Interne Kontroll- und Risikomanagementsysteme der Rechnungslegungsprozesse

Ziel des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems ist es, durch die Implementierung von Kontrollen eine hinreichende Sicherheit zu gewährleisten, dass trotz identifizierter Risiken ein regelungskonformer Konzernabschluss erstellt wird. Die einschlägigen Richtlinien sind in einem Organisationshandbuch zusammengefasst, das allen Mitarbeitern zugänglich ist.

Ziel des implementierten Risikomanagement-Systems ist die Identifizierung und Bewertung von Risiken, die der Regelkonformität des Jahresabschlusses der Biotest AG sowie des Konzernabschlusses entgegenstehen könnten. Ferner werden erkannte Risiken begrenzt, sofern notwendig durch Hinzuziehung externer Spezialisten. Schließlich dient das Risikomanagement-System der Überprüfung erkannter Risiken hinsichtlich ihres Einflusses auf den Jahresabschluss der Obergesellschaft und auf den Konzernabschluss sowie der Abbildung dieser Risiken.

Die Rechnungslegung der Biotest AG und aller in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften erfolgt nach festen Termin- und Ablaufplänen, in denen alle notwendigen Aktivitäten detailliert festgeschrieben sind.

Die Erstellung des Jahresabschlusses der Biotest AG erfolgt mithilfe auditierter Systeme. Die Gesellschaft ist organisatorisch in einzelne Geschäfts- und Zentralbereiche gegliedert. Die Rechnungslegung bei der Biotest AG erfolgt soweit möglich dezentral durch Nebenbuchhaltungen, die in die Prozesse in den zuständigen Geschäfts- und Zentralbereichen integriert sind. Die finanzspezifischen Nebenbuchhaltungen (Debitoren, Kreditoren, Anlagenbuchhaltung), die Buchführung der Bankkonten sowie die Hauptbuchführung und -organisation sind dem Zentralbereich Finanzen zugeordnet. Die Hauptbuchhaltung nimmt die erforderlichen Abschlussbuchungen und Abschluss-maßnahmen auf Ebene des Hauptbuchs vor.

Die Gesellschaften erfassen die Daten für die Konzernrechnungslegung in einem einheitlichen, detaillierten Berichtswesen (Reporting Package), über die sich die zuständigen Abteilungen für Finanzen und Controlling monatlich abstimmen. Sämtliche Einzelabschlüsse der Konzerngesellschaften werden einer Plausibilitätskontrolle unterzogen, eventuelle Differenzen in Konsolidierungsprozessen werden analysiert und sofern erforderlich korrigiert. Das den Vorgaben der IAS/IFRS (International Accounting Standards/International Financial Reporting Standards) entsprechende Handbuch der Rechnungslegung der Biotest AG ist für alle Gesellschaften der Gruppe verbindlich und deckt alle für Biotest relevanten IFRS ab. Das Handbuch wird ständig an Änderungen der IFRS angepasst. Alle für die Rechnungslegung Verantwortlichen (Finanzleiter) werden hierzu kontinuierlich informiert und geschult.

Als IT-System für die Rechnungslegung nutzt die Biotest AG das System SAP R/3. Die im Rahmen des Erstellungsprozesses für den Jahresabschluss und den Konzernabschluss durchzuführenden Maßnahmen unterliegen systemseitigen sowie manuellen Kontrollen. Soll-Ist-Vergleiche sowie die Analyse von Veränderungen in Bilanz- und GuV-Posten sind weitere Kontrollen auf Ebene der Monatsabschlüsse der Obergesellschaft und des Konzerns.

Vertrauliche Daten und Dokumente sind vor dem Zugriff unberechtigter Personen geschützt. Dies gilt für die rechnungslegungsbezogenen EDV-Systeme (Zugriffsberechtigungen, Passwörter, Verschlüsselungen) sowie für sämtliche Gebäude (Zugangskontrolle, Zugangsrechte).

Die Einzelabschlüsse der Tochtergesellschaften und der Konzernabschluss werden durch externe Prüfer geprüft beziehungsweise einer prüferischen Durchsicht unterzogen.

Die interne Revision prüft Geschäftsprozesse in allen Segmenten und Beteiligungsgesellschaften. Ihre Befugnisse, Pflichten und Stellung im Konzern sind in der Revisionsrichtlinie festgelegt. Die Prüfung folgt einem Jahres-Revisionsplan, der durch den Vorstand und den Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats beschlossen wird. Die einzelnen Prüfungsergebnisse werden dem Vorstand zeitnah vorgelegt. Die Revision berichtet darüber hinaus dem Vorstand und den Mitgliedern des Prüfungsausschusses jeweils einmal jährlich ausführlich.

Risikomanagement-System in Bezug auf Finanzinstrumente

Die Gesellschaft nutzt derivative Finanzinstrumente zur Sicherung von Währungs- und Zinspositionen. Der Abschluss entsprechender Kontrakte erfolgt unter Berücksichtigung der definierten Risikogrenzen.

Darstellung der wesentlichen Risikokategorien

Die nachstehend beschriebenen Risiken sind nicht die einzigen, denen die Gesellschaft ausgesetzt ist. Weitere Risiken und Unsicherheiten, die uns derzeit nicht bekannt sind oder die wir gegenwärtig als unwesentlich betrachten, können den Geschäftsbetrieb beeinträchtigen und nachteilige Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben.

Aus der Reihenfolge, in der die nachfolgenden Risiken aufgeführt sind, lässt sich keine Aussage über die Wahrscheinlichkeit ihres Eintritts ableiten.

Umfeldrisiken und Branchenrisiken

Konjunkturrisiken

Den Folgen einer tief greifenden und lang anhaltenden Rezession könnte sich die Biotest AG nicht dauerhaft entziehen, wenn auch der unmittelbare Effekt begrenzt ist. Das Risiko möglicher Umsatzrückgänge ergibt sich aus einer eventuell geringeren Nachfrage und/oder einem steigenden Druck seitens der Abnehmer, die Preise zu senken. Ein weiterer potenzieller dämpfender Effekt besteht darin, dass Biotest gezwungen sein könnte, die Belieferung einzelner Märkte zu reduzieren oder einzustellen.

Dies könnte der Fall sein, wenn keine ausreichende Absicherung gegen den Ausfall entsprechender Forderungen möglich ist, oder diese nur zu deutlich verschlechterten Konditionen zu erreichen wäre. Wenn die gesamtwirtschaftliche Lage eines Landes sich so sehr verschlechtert, dass gravierende Auswirkungen auf dessen Zahlungsfähigkeit sowie auf das dortige Gesundheitssystem zu befürchten sind, könnte Biotest gezwungen sein, Lieferungen in solche Länder zur Risikoreduzierung einzustellen.

Die Konjunkturrisiken sehen wir angesichts des aktuellen wirtschaftlichen Umfelds unverändert als erhöht an und beobachten die Entwicklung genau.

Absatzmarktrisiken

Absatzmarktrisiken setzen sich aus Preis-, Mengen-, Substitutions- und Forderungsausfallrisiken zusammen. Das Risiko weiterer kräftiger Preisrückgänge bei Plasmaproteinen hat sich aufgrund der Preisentwicklung der vergangenen Jahre, der stabil steigenden Nachfrage sowie der Angebotsentwicklung gegenüber der Vorjahressituation nicht erhöht. Es ist aber nach wie vor als erhöht anzusehen.

Durch die Erschließung weiterer internationaler Märkte und durch den Abschluss längerfristiger Lieferverträge senken wir das Risiko kurzfristiger Schwankungen von Absatzmenge und der Preise. Dennoch bergen insbesondere einzelne Ausschreibungsgeschäfte im Segment Plasmaproteine das Risiko, dass die absetzbare Menge niedriger ist als geplant.

Das Verhältnis zwischen den weltweit eingesetzten plasmatischen und rekombinanten Gerinnungsfaktoren ist nach unseren Beobachtungen stabil, sodass wir die Substitutionsrisiken zurzeit noch für gering erachten.

Das Forderungsausfallrisiko ist angesichts der teilweise in Frage gestellten Zahlungsfähigkeit von Unternehmen und Staaten in einigen Regionen weiterhin erhöht. Biotest beobachtet die Entwicklung der Forderungen und ergreift gegebenenfalls Maßnahmen zur Risikoabsenkung.

Beschaffungsmarktrisiken

Für die Herstellung unserer biologischen und biotechnologischen Arzneimittel benötigen wir spezielle Ausgangs- und Hilfsstoffe. Sollte es hier zu einer Verknappung oder wesentlichen Verteuerung kommen, besteht die Gefahr, dass die Produktions- und Lieferfähigkeit von Biotest eingeschränkt sein könnte. Die Biotest AG bezieht große Teile der benötigten Ausgangsstoffe aus eigenen Quellen und hat für übrige Lieferungen langfristige Verträge geschlossen. Deshalb ist das Beschaffungsmarktrisiko aus unserer Sicht sehr begrenzt.

Politische Risiken

Einen Teil des Umsatzes im Segment Plasmaproteine erzielt die Biotest AG über Ausschreibungsgeschäfte. Diese unterliegen in bestimmten Ländern einer hohen politischen Beeinflussbarkeit, was sich in Einzelfällen zuungunsten von Biotest auswirken könnte. Da Biotest in diesem Marktbereich sehr risikobewusst agiert, ist diese Gefahr überschaubar.

Die Gesellschaft unterhält Beziehungen zu Unternehmen weltweit. Eine Destabilisierung der Lage in einzelnen Ländern kann unter ungünstigen Umständen die Geschäftsbeziehungen und Geschäftsaussichten beeinträchtigen. Im Extremfall kann eine Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage das politische und wirtschaftliche System einzelner Länder destabilisieren. Mögliche Auswirkungen wären Devisenexportbeschränkungen, Import- oder Exportverbote, wodurch die Geschäftsbeziehungen zwischen der Biotest AG und den meist staatlichen Einrichtungen in solchen Ländern gefährdet würden.

Gegenüber dem Jahr 2010 hat sich die Situation in vielen Ländern des Nahen und Mittleren Ostens destabilisiert. Da die Gesellschaft in diesen Ländern seit langer Zeit vertreten ist, zeigt sich hier ein erhöhtes Risiko für die Zukunft. Die Biotest AG verfolgt sämtliche politischen Risiken genau. Die im Falle eines Eintritts möglicherweise resultierenden wirtschaftlichen Folgen werden kontinuierlich beobachtet.

Unternehmensstrategische Risiken

Risiken in Forschung und Entwicklung

Neue Arzneimittel müssen bis zur Zulassung und Markteinführung mehrere klinische Prüfungen durchlaufen, wobei das Risiko besteht, dass sich eine zuvor vermutete therapeutische Wirkung nicht bestätigt oder unerwartete medizinische Risiken die Nutzen/Risiko-Balance nachteilig verändern. Außerdem lässt sich die Höhe der Investitionen in die Entwicklung nicht exakt vorhersagen - es können unerwartet Mehrkosten auftreten. Diese können auch entstehen als Folge der gesetzlichen Neuerung in Deutschland, wonach neue Arzneimittel schon im Rahmen der 2011 eingeführten frühen Nutzenbewertung ihren Zusatznutzen im Vergleich zu bestehenden Produkten nachweisen müssen. Dessen Ausmaß bestimmt maßgeblich den Erstattungspreis.

Anhand von Meilensteinplänen überwachen wir ständig den Entwicklungsfortschritt der Projekte. In regelmäßigen Zwischenanalysen werten wir die aus der präklinischen und klinischen Entwicklung neu gewonnenen Daten aus und schaffen so eine verlässliche Grundlage für Entscheidungen zum weiteren Projektverlauf. Mit dem Abschluss der Kooperationsvereinbarung mit Abbott hat sich die entsprechende Risikosituation im Segment Biotherapeutika deutlich verbessert.

Leistungswirtschaftliche Risiken

Prozess- und Produktionsrisiken

Unter Prozess- und Produktionsrisiken verstehen wir die Beeinträchtigung einer effizienten, umweltfreundlichen Leistungserstellung durch ineffiziente Strukturen und Produktionsabläufe sowie durch Elementarschäden. Personalrisiken in der Produktion resultieren aus einem möglichen beabsichtigten oder unbeabsichtigten Fehlverhalten von Mitarbeitern, das etwa die Effizienz oder die Sicherheit in der Produktion negativ beeinflusst.

Wir beobachten und analysieren die Prozesse in der Produktion ständig, um möglicherweise entstehenden Risiken frühzeitig entgegenzutreten. Die Abläufe in der Produktion sind über Arbeitsanweisungen jedem damit befassten Mitarbeiter bekannt. Durch umfassende und genau dokumentierte Standards und Arbeitsanweisungen sowie die regelmäßige Schulung unserer Mitarbeiter begegnen wir möglichen Risiken. Einen Schwerpunkt legen wir dabei auf den Bereich Hygiene. Aktuell sehen wir in diesem Bereich kein erhöhtes Risiko.

Risiken aus Lieferantenbeziehungen

Es besteht das Risiko, dass einzelne Geschäfts- oder Kooperationspartner ihren Verpflichtungen nicht oder nicht ordnungsgemäß nachkommen oder bestehende Verträge kündigen. Außerdem unterliegen wir dem Risiko, für mögliche Pflichtverletzungen unserer Partner einstehen zu müssen. Aufgrund der in der Regel langjährigen Geschäftsbeziehung und des intensiven Dialogs, den wir mit unseren Zulieferern pflegen, halten wir die Eintrittswahrscheinlichkeit dieser Risiken für sehr gering.

Risiken in Bezug auf den Rohstoff Plasma

Es besteht das Restrisiko, dass Plasma in die Produktion gelangt, das durch derzeit bekannte, aber unentdeckt gebliebene oder bislang unbekannte Bakterien, Viren oder Prionen verunreinigt ist. Das könnte zu einer Belastung der Endprodukte führen. Mögliche Folgen wären, dass Behörden den Rückruf einzelner Chargen aus dem Markt anordnen beziehungsweise die Zulassung einschränken oder aufheben. Daneben könnte eine Verunreinigung mit bislang unbekannten Bakterien, Viren oder Prionen dazu führen, dass die Produktion von Medikamenten auf Plasmabasis durch den Gesetzgeber schärfer reguliert wird.

Die von der Gesellschaft eingesetzten Testverfahren entsprechen dem neuesten Stand der Wissenschaft. Im Herstellungsverfahren sind mehrere Schritte zur Virusinaktivierung beziehungsweise Virusabreicherung enthalten. Eine Belastung der Endprodukte kann daher weitestgehend ausgeschlossen werden.

Compliance

Im Wettbewerb um Lieferaufträge sowie bei der Beschaffung besteht grundsätzlich ein Korruptionsrisiko. Mitarbeiter der Biotest Gruppe könnten durch Vorteilsgewährung oder Vorteilsnahme in unzulässiger Weise Einfluss auf die jeweilige Auftragsvergabe nehmen. Biotest begegnet diesem Risiko durch verschiedene Maßnahmen zur Korruptionsbekämpfung.

Die Leiter der Konzerngesellschaften können Geschäfte mit einem wesentlichen Einfluss auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage oder die Risikosituation des Konzerns nur mit Zustimmung der Unternehmensleitung abschließen.

Weitere Personalrisiken

Weitere Risiken bestehen darin, dass die Biotest AG nicht in der Lage sein könnte, Mitarbeiter in Schlüsselpositionen an sich zu binden, beziehungsweise entsprechende Positionen mit geeigneten Kandidaten zu besetzen. Diesem Risiko begegnen wir durch ständige und gezielte Weiterbildung der Mitarbeiter, attraktive Ausbildungsprogramme sowie eine leistungsorientierte Vergütung von Fach- und Führungskräften.

Informationstechnische Risiken

Ein Großteil der Produktions- und sonstigen Geschäftsprozesse bei der Biotest AG läuft IT-gestützt ab. Die Sicherheit der eingesetzten Technik hat daher für uns höchste Priorität. Das gilt sowohl im Hinblick auf die Stabilität der Systeme und entsprechende Rückfall-Lösungen als auch auf einen möglichen unberechtigten Zugriff Dritter und auf mögliche Angriffe aus dem Internet. Die Produktion und die Verwaltung arbeiten mit voneinander getrennten IT-Netzen. Biotest entwickelt die entsprechenden Sicherheitssysteme kontinuierlich weiter. Der ordnungsgemäße Umgang mit Systemen und Daten ist in Arbeitsanweisungen umfassend geregelt.

Finanzwirtschaftliche Risiken und Währungsrisiken

Finanzwirtschaftliche Risiken können auch aus der unerwarteten Kündigung von Kreditlinien oder aus plötzlich steigenden Darlehenszinsen resultieren. Die Gesellschaft hat für einen großen Teil der Fremdkapitalfinanzierung langfristige Verträge abgeschlossen. Weiterhin stehen den Verkäufen in US$ in erheblichem Umfang Einkäufe in derselben Währung gegenüber.

Die Folgen der Finanzmarkt- und Staatsschuldenkrise haben auch Auswirkungen auf Biotest. Griechenland hat die erste Tranche der Anleihe plangemäß zurückgezahlt, mit der Forderungen gegen Hospitäler aus dem Jahr 2007 beglichen wurden. Auch die im Jahr 2010 neu aufgelaufenen Forderungen wurden im vergangenen Jahr vollständig beglichen. Dennoch besteht weiterhin eine hohe Unsicherheit, ob die noch ausstehenden Tranchen der Anleihe beziehungsweise weitere offene Forderungen vollständig bedient werden. Ein ebenfalls gestiegenes Ausfallrisiko ist für Forderungen in Ungarn zu verzeichnen. Eine erhöhte Wachsamkeit ist bei der Entwicklung der Forderungslaufzeiten in Italien und Spanien erforderlich.

Die Gesellschaft begegnet Währungsrisiken, soweit sinnvoll, durch den Einsatz derivativer Finanzinstrumente. Massive Wertverluste einzelner Währungen würden allerdings trotz dieser Maßnahmen nicht ohne Folgen für das Konzernergebnis bleiben. Aus diesem Grund überwachen wir mögliche Währungsrisiken kontinuierlich und treffen wo möglich weitere Absicherungen.

Sonstige Risiken

Risiken durch Neben- oder Wechselwirkungen

Bei bereits zugelassenen Medikamenten können sich unerwartet stärkere oder bislang unbekannte Nebenwirkungen oder Wechselwirkungen mit anderen Mitteln herausstellen. Nicht sachgerechte Handhabung, Lagerung oder Anwendung unserer Präparate kann ebenfalls erhebliche negative Auswirkungen bei Abnehmern und Patienten zur Folge haben. Die in solchen Fällen in Abstimmung mit Aufsichtsbehörden zu treffenden Maßnahmen reichen von der Anordnung eines Rückrufs einzelner Chargen bis hin zur Einschränkung oder Aufhebung der Zulassung. Insbesondere nicht sachgerechte Handhabung von Verdachtsfällen auf Nebenwirkungen, Wechselwirkungen oder Qualitätsmängel können außerdem die Reputation von der Gesellschaft bei Aufsichts- und Zulassungsbehörden beeinträchtigen. Durch ständig weiterentwickelte transparente Prozesse sowie Trainings der mit diesen Themen befassten Mitarbeiter stellt Biotest eine sehr hohe Zuverlässigkeit in diesem Bereich sicher. Die hohe Zuverlässigkeit wurde in wiederholten Inspektionen durch Behörden bestätigt. Außerdem wird durch einen intensiven Dialog mit Kliniken und den betreffenden Facharztpraxen sichergestellt, frühzeitig über mögliche neu bekannt gewordene Neben- und Wechselwirkungen informiert zu sein.

Risiken aus laufenden Verfahren und Steuerrisiken

Die Steuerbescheide der Biotest AG für die Jahre 2009 bis 2010 unterliegen dem Vorbehalt der steuerlichen Nachprüfung. Die aus der Betriebsprüfung 2004 bis 2008 feststehenden, aber noch nicht mit einem Steuerbescheid unterlegten Nachforderungen sind im Jahresabschluss der Gesellschaft abgebildet.

Chancen

Biotest betrachtet Chancen und Risiken im Rahmen eines ganzheitlichen Managementansatzes. Eine kontinuierliche Beobachtung der Entwicklung von Absatzmärkten und regulatorischer Rahmenbedingungen ermöglicht es uns, frühzeitig Chancen zu erkennen. Dafür verantwortlich sind die Leiter der Segmente, die bei dieser Aufgabe von Mitarbeitern aus dem jeweiligen Segment und den Zentralabteilungen unterstützt werden.

Die jeweilige Chancenlage ist Gegenstand der regelmäßigen Berichterstattung an den Vorstand. Ändert sich die Chancenlage so, dass rasches Handeln sinnvoll wäre, wird der Vorstand bei Bedarf kurzfristig und direkt darüber in Kenntnis gesetzt.

Biotest evaluiert identifizierte Chancen umfassend und entscheidet auf Basis der Ergebnisse über mögliche Investitionen. Zur Prüfung werden unter anderem Discounted-Cashflow-Verfahren sowie der Vergleich mehrerer Szenarien herangezogen. Darüber hinaus berücksichtigen wir mögliche Risiken; außerdem muss das Vorhaben in die strategische Ausrichtung des Segments und der Gruppe passen.

Chancen aus der Entwicklung der Rahmenbedingungen

Erkenntnisse hinsichtlich weiterer Indikationen für Immunglobuline könnten zusätzliche Vermarktungspotenziale für die Produkte von Biotest eröffnen. Erweiterte Indikationsfelder könnten auch aus verbesserten beziehungsweise breiter eingesetzten Diagnoseverfahren resultieren, die dazu führen, dass durch die Verabreichung von Immunglobulinen potenziell therapierbare Erkrankungen besser entdeckt werden.

Chancen aus der Unternehmensstrategie

Die Entwicklung monoklonaler Antikörper bietet die Chance auf Umsatz und Ertrag über das erwartete Maß hinaus. Dazu könnte zum Beispiel der Einsatz in weiteren Indikationen beitragen.

Leistungswirtschaftliche Chancen

Biotest hat in den vergangenen Jahren massiv in den Ausbau von Ressourcen und Know-how in den Bereichen Arzneimittelentwicklung und -zulassung investiert. Gleichzeitig haben wir uns die Vorteile einer überschaubaren Einheit - kurze Wege, schnelle Entscheidungen -bewahrt. Wenn es uns gelingt, die aus dieser Kombination resultierenden Potenziale zu realisieren, könnten wir vor allem Forschungs- und Entwicklungsprojekte schneller und kostengünstiger vorantreiben.

14 Prognosebericht

Zukunftsgerichtete Aussagen

Die Erwartungen und Planungen des Vorstands bezüglich der künftigen wirtschaftlichen Entwicklung der Biotest AG und des Biotest Konzerns basieren auf Annahmen, die aus heutiger Sicht die höchste Wahrscheinlichkeit aufweisen. Die Planungen sind jedoch, ebenso wie sämtliche Aussagen zur zukünftigen Entwicklung, naturgemäß mit Unsicherheiten behaftet. Die tatsächliche Entwicklung des Marktumfelds oder der Segmente von Biotest kann deutlich von den unterstellten Entwicklungen abweichen.

Gesamtaussage des Vorstands zur Entwicklung des Konzerns

Der Vorstand geht für das laufende und das kommende Jahr von einer stabilen Entwicklung der Biotest Gruppe aus. Der Markt für Plasmaproteine wird bezogen auf die Menge weiter wachsen, der Druck auf die Preise dürfte jedoch zumindest 2012 weiter anhalten.

Mit der erfolgreich umgesetzten Fokussierung auf das Geschäft mit Arzneimitteln sowie der Zusammenarbeit mit Abbott bei der weiteren Entwicklung von Tregalizumab sind wichtige Grundlagen für die Weiterentwicklung des Unternehmens gelegt. Von dieser starken Basis aus wird Biotest nach Einschätzung des Vorstands ab dem Jahr 2013 wieder auf einen Wachstumskurs einschwenken.

Die Mittelzuflüsse aus dem Vertrag mit Abbott sowie dem Verkauf des ehemaligen Segments Mikrobiologisches Monitoring haben die finanzielle Situation von Biotest zusätzlich verbessert. Das Unternehmen verfügt über ausreichend freie Finanzierungslinien sowie über liquide Mittel, die strategischen Projekte finanziell ausreichend auszustatten. Das gilt auch für den Fall, dass die Banken in ihrer Kreditvergabe restriktiver werden sollten.

Ausrichtung der Gesellschaft sowie des Biotest Konzerns in den Geschäftsjahren 2012 und 2013

Die grundsätzliche Ausrichtung der Biotest Gruppe wird sich aus heutiger Sicht nicht verändern. Der Fokus wird unverändert darauf liegen, die Position in den Therapiegebieten Klinische Immunologie, Hämatologie sowie Intensivmedizin zu stärken. Die Anforderungen von Anwendern und Patienten an die Arzneimittel von Biotest bilden dabei die Leitlinie.

Entwicklung des Marktumfelds

Allgemein

Die Finanzlage der Staaten und der öffentlich getragenen Gesundheitssysteme wird angespannt bleiben. Weitere Maßnahmen zur Kostensenkung im Gesundheitssektor sind möglich. Je nach weiterem Verlauf der Europäischen Staatsschuldenkrise kann sich das gesamtwirtschaftliche Umfeld für das Geschäft von Biotest weiter verschärfen.

Marktumfeld Plasmaproteine

Die Nachfrage nach Immunglobulinen wird im Jahr 2012 und im darauf folgenden Jahr um etwa 4 bis 6 % p.a. zunehmen. Beim Angebot rechnen wir mit keiner grundlegenden Änderung der Situation, weshalb der Druck auf die Preise außerhalb einiger europäischer Märkte und der USA nach unserer Einschätzung anhalten wird. Wir gehen aber davon aus, dass die im Jahr 2012 im Jahresdurchschnitt zu realisierenden Preise nicht unter dem Niveau des Jahres 2011 liegen werden.

Bei plasmabasierten Gerinnungsfaktoren rechnen wir mit einer Zunahme des Weltmarktvolumens um etwa 2 % pro Jahr. Im Hinblick auf Albumin liegt unserer Planung die Annahme eines weitgehend stabilen Marktvolumens zugrunde.

Marktumfeld Biotherapeutika

Wir gehen unverändert davon aus, dass alle drei monoklonalen Antikörper von Biotest im Falle einer Zulassung in ihrer jeweiligen Leitindikation eine Therapieoption repräsentieren werden, die sich deutlich von anderen zugelassenen Ansätzen unterscheidet.

Erwartete Geschäfts- und Ertragslage der Biotest AG

Die Biotest AG erwartet für die Geschäftsjahre 2012 und 2013 jeweils ein Umsatzwachstum von 1 bis 2 %.

Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit wird nach unseren Erwartungen in der Größenordnung von 38 Mio. € liegen. In 2013 wird das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit mit einem Anstieg von etwa 1 bis 2 % dem Umsatzanstieg folgen.

Die genannten Umsatz- und Ergebniserwartungen stehen unter der Prämisse, dass die Rahmenbedingungen für unsere Geschäfte mit Ländern wie Griechenland, Russland und einzelnen Ländern des Nahen Ostens sich nicht aus finanziellen oder politischen Gründen verschlechtern.

Erwartete Finanz- und Vermögenslage der Biotest AG

Die Gesellschaft ist bestrebt, die ausgewogene Finanzierungstruktur - sowohl im Hinblick auf das Verhältnis von Fremd- zu Eigenkapital als auch von kurzfristiger zu langfristiger Kreditfinanzierung - in den Jahren 2012 und 2013 beizubehalten.

Für das Jahr 2012 sind Investitionen im Biotest Konzern im Volumen von 39 Mio. € vorgesehen, für 2013 ist ein vergleichbares Investitionsvolumen geplant. Größte Einzelprojekte in 2012 und 2013 sind die Erweiterung von Abfüllung und Verpackung der Plasmaproteinprodukte in Dreieich, der Aufbau eines neuen Plasma-Wareneingangs mit der zugehörigen Infrastruktur für Testungen sowie die Erweiterung der Albuminproduktion.

Wir gehen davon aus, diese Investitionen im Konzern zu einem erheblichen Teil aus dem operativen Cashflow des Konzerns sowie aus den hohen verfügbaren liquiden Mitteln zu finanzieren. Die Obergesellschaft Biotest AG wird ihre Investitionen vollständig innenfinanzieren können.

Erwartete Entwicklung in den Segmenten

Plasmaproteine

Für die Jahre 2012 und 2013 erwarten wir eine niedrige Steigerung im Geschäft mit Plasmaproteinen. Der Ausbau der Verpackungskapazitäten in Dreieich wird voraussichtlich 2013 abgeschlossen sein.

Neuentwicklungen bei der Biotest AG und der Biotest Pharma GmbH

IgM Concentrate: Bis Jahresende 2012 liegen die Ergebnisse einer Zwischenanalyse der laufenden klinischen Studie vor. Sie werden klare Aussagen über das Sicherheitsprofil des Arzneimittels beinhalten sowie erste Trendaussagen im Hinblick auf dessen Wirksamkeit.

Fovepta® : Das Hepatitis-B-Immunglobulin zur Behandlung Neugeborener erhält nach unserer Erwartung im ersten Quartal 2012 die Zulassung. Im Anschluss wird Biotest die Dossiers für die Zulassung in mehr als zehn internationalen Märkten außerhalb der EU einreichen.

Fibrinogen: Der Start der ersten klinischen Studie ist für Mitte 2012 geplant.

Erwarteter Fortgang der Weiterentwicklung zugelassener Arzneimittel

Cytotect 70 (BT-094): In die Studie zur Prophylaxe einer konnatalen Cytomegalie-Virus-Infektion werden wir im Jahr 2012 weitere sieben Prüfzentren einbinden.

Intratect® 10%: Wir erwarten die Zulassung in Europa für Ende 2012.

Darüber hinaus erwartet Biotest für die Jahre 2012 und 2013 weitere internationale Zulassungen und Registrierungen für unsere Arzneimittel zu erhalten.

Biotherapeutika

Fortgang der Entwicklung

Im laufenden und im folgenden Geschäftsjahr werden wir die Entwicklungsprojekte im Segment weiter vorantreiben. Im Fokus werden dabei die Leitindikationen stehen. Bei Tregalizumab (BT-061) werden wir zunächst die klinischen Studien in Rheumatoide Arthritis vorantreiben. Im Rahmen der Studie Nr. 979 ist für das Jahr 2012 eine Zwischenauswertung geplant. Außerdem werden Abbott und Biotest die Unterlagen für eine Studie der Phase IIb (Nr. 986) vorbereiten, die in Europa, Kanada, Australien und den USA durchgeführt werden soll.

Bei BT-062 werden wir 2012 die klinische Prüfung in Europa vorbereiten.

15 Wichtige Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Es haben sich keine berichtspflichtigen Ereignisse nach dem Bilanzstichtag ergeben.

16 Erklärung zur Unternehmensführung

Erklärung gemäß § 289a HGB

Die Biotest AG ist eine Aktiengesellschaft nach deutschem Recht. Grundlage für die Führungs-, Entscheidungs- und Kontrollmechanismen bildet - neben den einschlägigen gesetzlichen Bestimmungen - die Satzung der Gesellschaft. Die Erklärung gemäß § 289a HGB steht in ihrer jeweils aktuellen Fassung auf der Internetseite der Gesellschaft (www.biotest.de) zum Download bereit.

Entsprechenserklärung nach § 161 AktG

Erklärung des Vorstands und des Aufsichtsrats der Biotest AG zu den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex gemäß § 161 AktG steht in ihrer jeweils aktuellen Fassung auf der Internetseite der Gesellschaft (www.biotest.de) zum Download bereit. Auf der Biotest-Internetseite können neben dieser aktuellen auch frühere Fassungen der Entsprechungserklärung eingesehen und heruntergeladen werden.

Der Corporate Governance Bericht ist im aktuellen Geschäftsbericht 2011 veröffentlicht.

17 Erläuterungen zu den Angaben nach § 289 Abs. 4 HGB

Das gezeichnete Kapital der Biotest AG beträgt satzungsgemäß 30.025.152 Euro. Es ist eingeteilt in 6.595.242 Stück-Stammaktien sowie 5.133.333 Stück-Vorzugsaktien. Die Aktien lauten auf den Inhaber, Vorzugsaktien gewähren kein Stimmrecht. Die OGEL GmbH hat uns per Mitteilung vom 12. Februar 2008 angezeigt, dass sie 50,03 % der Stammaktien der Biotest AG hält. Die Gesellschaft wird von Dr. Cathrin Schleussner, Mitglied des Aufsichtsrats der Biotest AG, kontrolliert. Aufgrund der zum 1. Februar 2012 in Kraft getretenen Regelungen des § 41 Abs. 4d WpHG haben uns am 22. Februar 2012 Herr Dr. Martin Schleussner, Frau Renate Schleussner, und Herr Dr. Hans Schleussner mitgeteilt, dass zum 1. Februar 2012 ein entsprechend § 41 Abs. 4d WpHG mitteilungspflichtiger Stimmrechtsanteil von jeweils 50,27% an der Biotest AG besteht. Die Kreissparkasse Biberach hat uns per Mitteilung angezeigt, dass der Stimmrechtsanteil am 20. Januar 2007 24,36 % betragen hat.

Darüber hinaus sind dem Vorstand keine direkten oder indirekten Beteiligungen am Kapital bekannt, die 10 % der Stimmrechte überschreiten. Es gibt keine Inhaber von Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen.

Die Mitglieder des Vorstands werden vom Aufsichtsrat nach Maßgabe der §§ 84 und 85 AktG sowie § 7 Abs. 2 der Satzung bestellt und abberufen. Jede Satzungsänderung bedarf gem. § 179 Abs. 1 AktG eines Beschlusses der Hauptversammlung (§ 133 AktG). Die Befugnis zu Änderungen der Satzung, die nur die Fassung betreffen, ist gemäß § 27 der Satzung in Übereinstimmung mit § 179 Abs. 1 Satz 2 AktG auf den Aufsichtsrat übertragen worden.

Nach näherer Maßgabe der Hauptversammlungsbeschlüsse vom 7. Mai 2010 ist die Gesellschaft ermächtigt, gemäß § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG auf den Inhaber lautende Stammaktien und/oder auf den Inhaber lautende Vorzugsaktien bis zu 10 % des zum Zeitpunkt der Hauptversammlung bestehenden Grundkapitals von 30.025.152 Euro zu erwerben. Auf die erworbenen Aktien dürfen zusammen mit anderen eigenen Aktien, die sich im Besitz der Gesellschaft befinden oder ihr nach §§ 71d und 71e AktG zuzurechnen sind, zu keinem Zeitpunkt mehr als 10 % des Grundkapitals entfallen. Die Ermächtigung gilt bis zum 5. Mai 2015, die Gesellschaft hat von ihr bisher keinen Gebrauch gemacht. Eine zuvor bestehende Ermächtigung des Vorstands zum Erwerb eigener Aktien gemäß Hauptversammlungsbeschluss vom 7. Mai 2009 wurde aufgehoben.

Mit Beschluss derselben Hauptversammlung wurde der Vorstand ermächtigt, bis zum 5. Mai 2015 das Grundkapital der Gesellschaft mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch Ausgabe von neuen, auf den Inhaber lautenden Vorzugsaktien ohne Stimmrecht gegen Bareinlagen einmalig oder mehrmalig insgesamt um bis zu 3.742.487,04 Euro (dies entspricht 1.461.909 auf den Inhaber lautenden Vorzugsaktien ohne Stimmrecht) zu erhöhen. Dabei ist den Aktionären ein Bezugsrecht einzuräumen. Von dieser Ermächtigung wurde bisher noch kein Gebrauch gemacht.

Mit Beschluss der Hauptversammlung vom 8. Juli 2004 wurde der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 7. Juli 2009 Genussrechte im Nennbetrag von bis zu 50.000 T€ auszugeben. Von dieser Genehmigung wurde im Geschäftsjahr 2005 in Höhe von 10.000 T€ Gebrauch gemacht. Am 25. November 2005 hat die Gesellschaft eine Genussrechtsvereinbarung mit einer Laufzeit von sieben Jahren über 10.000 T€ abgeschlossen, die am 5. Dezember 2005 unter Abzug eines Disagios von 3,4 % zur Auszahlung kam. Es handelt sich dabei um ein nachrangiges, endfälliges Darlehen, dessen Verzinsung aus einer variablen und einer fixen Komponente besteht. Die variable Komponente ist abhängig von Finanzkennzahlen des Unternehmens.

Wesentliche Vereinbarungen zwischen der Biotest AG und Dritten, die bei einem Kontrollwechsel (Change of Control) wirksam werden, bestehen hinsichtlich der Verträge zur langfristigen Finanzierung des Konzerns. Die Konsortialkreditvereinbarung gesteht den Gläubigerbanken bei einem Kontrollwechsel bei der Biotest AG oder der Biotest Pharmaceuticals Corporation, Boca Raton, USA das Recht auf Kündigung der Vereinbarung zu, sofern ihnen durch den Kontrollwechsel eine Fortsetzung des Vertrages unzumutbar erscheint.

Die Genussrechtsvereinbarung über ein endfälliges Darlehen im Nennbetrag von 10.000 T € sieht die Möglichkeit einer außerordentlichen Kündigung durch die Gläubiger vor. In einem solchen Fall wäre der gesamte Betrag sofort fällig und zudem eine Vorfälligkeitsentschädigung zu leisten.

Eine Ergänzungsvereinbarung zum Vorstandsvertrag für beide Vorstandsmitglieder enthält eine Abfindungsregelung, die im Fall wirksam wird, dass der Vorstandsvertrag infolge einer näher definierten Change of Control vorzeitig beendet wird. Die Abfindung umfasst die feste Vergütung bis zum Ende der Laufzeit und ist maximal auf das Dreifache der jährlichen Festvergütung begrenzt. Hinzu kommen anteilige Tantiemen, die auf Basis des Durchschnittsbetrags der vorangegangenen zwei Geschäftsjahre zuzüglich einer Vergütung für den Nutzungswert des gewährten Dienstwagens ermittelt werden. Neben diesen Ansprüchen umfasst die Abfindung zusätzlich das Zweifache der jährlichen Festvergütung, soweit die Abfindung bezüglich der Festvergütung insgesamt nicht das Dreifache der jährlichen Festvergütung übersteigt.

Der Anspruch entsteht nicht, wenn die Beendigung des Vorstandsvertrags auf Kündigung aus wichtigem Grund, Krankheit oder Arbeitsunfähigkeit beruht oder das Vorstandsmitglied zum Zeitpunkt der Beendigung das 60. respektive 62. Lebensjahr bereits vollendet hat oder im Zusammenhang mit dem Change of Control von dritter Seite Zuwendungen oder Wertvorteile erhält.

Dreieich, den 7. März 2012

Biotest AG

Der Vorstand

Bestätigungsvermerk

Wir haben den Jahresabschluss - bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang - unter Einbeziehung der Buchführung und den Lagebericht der Biotest Aktiengesellschaft, Dreieich, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2011 bis zum 31. Dezember 2011 geprüft. Die Buchführung und die Aufstellung von Jahresabschluss und Lagebericht nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften liegen in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung und über den Lagebericht abzugeben.

Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und durch den Lagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld der Gesellschaft sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Buchführung, Jahresabschluss und Lagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft. Der Lagebericht steht in Einklang mit dem Jahresabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Eschborn/Frankfurt am Main, den 7. März 2012

**Ernst & Young GmbH

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft**

Frey, Wirtschaftsprüfer

Kretschmer, Wirtschaftsprüfer