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Biotest AG — Annual Report 2011
Mar 22, 2012
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Annual Report
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Zahlen 2011 Biotest AG Geschäftsbericht
2011 auf einen Blick
| Veränderung | ||||
|---|---|---|---|---|
| Biotest Gruppe* | 2011 | 2010 | in % | |
| Umsatzerlöse | Mio. € | 422,0 | 412,5 | 2,3 |
| davon: Inland | Mio. € | 96,9 | 101,8 | –4,8 |
| Ausland | Mio. € | 325,1 | 310,7 | 4,6 |
| davon: Plasmaproteine | Mio. € | 404,6 | 412,5 | –1,9 |
| Biotherapeuthika | Mio. € | 17,4 | 0,0 | – |
| EBITDA | Mio. € | 72,4 | 69,8 | 3,7 |
| EBIT | Mio. € | 41,6 | 42,9 | –3,0 |
| EBIT | ||||
| in % vom Umsatz | % | 9,9 | 10,4 | |
| Ergebnis vor Steuern | Mio. € | 28,6 | 28,4 | 0,7 |
| Auf Gesellschafter der Biotest AG | ||||
| entfallende Ergebnisanteile | Mio. € | 18,7 | 19,6 | |
| Aufwandstruktur: | ||||
| – Materialaufwand | Mio. € | 165,1 | 136,7 | 20,8 |
| – Personalaufwand | Mio. € | 106,7 | 98,7 | 8,1 |
| – Forschungs- und Entwicklungsaufwand |
Mio. € | 49,4 | 49,0 | 0,8 |
| davon: Biotherapeutika | Mio. € | 24,0 | 21,1 | 13,7 |
| – Forschungs- und Entwicklungsaufwand in % vom Umsatz |
% | 11,7 | 11,9 | |
| Investitionen in Sachanlagevermögen | ||||
| und immaterielle Vermögenswerte | Mio. € | 26,7 | 31,1 | –14,1 |
| Finanzierung: | ||||
| – Cashflow** | Mio. € | 72,5 | 41,7 | 73,9 |
| – Abschreibungen | Mio. € | 30,8 | 26,9 | 14,5 |
| Eigenkapital | Mio. € | 346,7 | 307,6 | 12,7 |
| Eigenkapital | ||||
| in % der Bilanzsumme | % | 50,8 | 48,6 | |
| Bilanzsumme | Mio. € | 682,8 | 632,3 | 8,0 |
| Zahl der Mitarbeiter (Vollzeitstellen) per 31.12. |
1.661,5 | 1.611,1 | 3,1 | |
| Ergebnis je Aktie | € | 1,57 | 1,64 | –4,3 |
| Ergebnis je Vorzugsaktie | € | 1,63 | 1,70 | –4,1 |
* fortgeführte Geschäftsbereiche (Plasmaproteine, Biotherapeutika, Corporate)
** aus betrieblicher Tätigkeit
Inhaltsverzeichnis
Vorwort 2
Konzernlagebericht
| Wesentliche Entwicklung | 4 |
|---|---|
| Geschäftstätigkeit und Organisationsstruktur | 4 |
| Konzernstrategie | 7 |
| Unternehmenssteuerung | 7 |
| Das Jahr 2011 | 8 |
| Biotest im Jahr 2011 | 10 |
| Unternehmensstrategie und Umsetzung im | |
| Konzern im Geschäftsjahr 2011 | 10 |
| Geschäfts- und Ertragsentwicklung Konzern | 11 |
| Entwicklung in den Segmenten | 13 |
| Finanz- und Vermögenslage | 19 |
| Personal | 22 |
| Gesellschaftliche Verantwortung | 23 |
| Ereignisse nach Ende des Geschäftsjahres | 23 |
| Risikobericht | 23 |
| Prognosebericht | 29 |
| Erläuterungen zu den Angaben nach | |
| § 315 Absatz 4 HGB | 32 |
Konzernabschluss
| Gewinn- und Verlustrechnung | 34 |
|---|---|
| Gesamtergebnisrechnung | 35 |
| Bilanz | 36 |
| Kapitalflussrechnung | 37 |
| Eigenkapitalveränderungsrechnung | 38 |
Konzernanhang
| A | Grundsätzliches | 39 |
|---|---|---|
| B | Wesentliche Bilanzierungs- und | |
| Bewertungsgrundsätze | 43 | |
| C | Segmentberichterstattung | 55 |
| D Erläuterungen zur | ||
| Gewinn- und Verlustrechnung | 57 | |
| E | Erläuterungen zur Bilanz | 64 |
| F | Sonstige Erläuterungen | 84 |
| Versicherung des Vorstands | 112 | |
| Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers | 113 | |
| Bericht des Aufsichtsrats 2011 | 114 | |
| Corporate Governance Bericht | 118 | |
| Glossar | 123 | |
| Finanzkalender, Impressum | 129 |
Vorwort
Prof. Dr. Gregor Schulz, Vorsitzender des Vorstands, und Dr. Michael Ramroth, Finanzvorstand der Biotest AG.
Sehr geehrte Leserinnen und Leser,
das Jahr 2011 war für Biotest ein besonderes Jahr. Wir haben in der strategischen Ausrichtung des Unternehmens wesentliche Weichenstellungen vollzogen und bei der Weiterentwicklung des Geschäftsmodells wichtige Meilensteine erreicht.
Im August 2011 haben wir den Verkauf sämtlicher weltweiter Aktivitäten des Segments Mikrobiologisches Monitoring an die Merck KGaA Gruppe vollzogen. Die Transaktion bildete den erfolgreichen Abschluss der Fokussierung von Biotest auf das Kerngeschäft mit Arzneimitteln. Unser Geschäftsmodell besteht nun aus der Entwicklung, Produktion und Vermarktung biologischer und biotechnologischer Arzneimittel.
Unsere Produkte – Plasmaproteine und die in der klinischen Entwicklung befindlichen monoklonalen Antikörper – kommen in den Therapiegebieten Klinische Immunologie, Hämatologie und in der Intensivmedizin zum Einsatz. Diese klare Ausrichtung und die Konzentration auf Indikationen mit hohem medizinischen Bedarf und großem Umsatzpotential sind die Leitlinien für die strategische und operative Entwicklung von Biotest in den kommenden Jahren.
Aus unserem Kerngeschäft gibt es wichtige Erfolge zu vermelden. An erster Stelle steht hier die Vereinbarung mit Abbott über die weltweite Entwicklung und Vermarktung von Tregalizumab (BT-061 ). Abbott ist einer der Weltmarktführer in der Entwicklung und Vermarktung von biotechnologischen Präparaten für die
Behandlung von immunologischen Erkrankungen. Die hohe Fachkompetenz auf diesem Gebiet sowie die globale Vermarktungspräsenz und damit Vermarktungskraft sind eine starke Grundlage, das therapeutische und kommerzielle Potenzial von Tregalizumab zu maximieren. Wir sind zuversichtlich, mit diesem starken Partner die Entwicklung erfolgreich voran zu treiben.
Aus der mit Vertragsabschluss erhaltenen Vorauszahlung (upfront payment) in Höhe von 85 Mio. US-Dollar sowie aus vereinbarten Meilenstein- und weiteren umsatzabhängigen Zahlungen ergibt sich für Biotest ein attraktiver Umsatz- und Ergebnisbeitrag für die kommenden Jahre.
Die Geschäftsentwicklung bei den Plasmaproteinen war stark durch das anhaltend schwierige Marktumfeld beeinflusst. In den Märkten außerhalb Europas und der USA waren die Preise unter starkem Druck, auch in einzelnen europäischen Ländern war eine ungünstige Preisentwicklung zu verzeichnen. Der durch die Kapazitätsausweitung der vergangenen Jahre ermöglichten höheren Absatzmenge stand daher im Geschäftsjahr 2011 ein in vielen Marktsegmenten negativer Preiseffekt gegenüber.
Hinzu kamen in 2011 einmalige Ergebnisbelastungen, die aus Problemen beim Wiederanfahren der erweiterten Produktionsanlage unserer US-Tochtergesellschaft Biotest Pharmaceuticals Corporation (BPC) resultierten. Die Schwierigkeiten konnten wir in soweit beheben, dass die Anlage in Boca Raton, USA, mittlerweile produzieren kann. Die endgültige Produktionskapazität werden wir in der zweiten Jahreshälfte 2012 aufgebaut haben.
Damit schaffen wir die Grundlage für einen erfolgreichen Eintritt unseres Immunglobulins BivigamTM in den attraktiven US-Markt. Wir erwarten, etwa Mitte 2012 die Zulassung zu erhalten und mit der Vermarktung beginnen zu können.
Insgesamt hat Biotest im Geschäftsjahr 2011 in den fortgeführten Geschäftsbereichen den Umsatz gegenüber dem Vorjahr leicht auf 422,0 Mio. € gesteigert und ein EBIT in Höhe von 41,6 Mio. € (2010: 42,9 Mio. €) erzielt. Dies ist vor allem angesichts des schwierigen Marktumfelds ein zufriedenstellendes Ergebnis, auch wenn wir damit unser ursprüngliches Ergebnisziel für das Geschäftsjahr 2011 nicht erreicht haben.
Substanz und Perspektive von Biotest spiegeln sich auch in der Entwicklung der Biotest-Aktien wider: Die Kurse der Stamm- und Vorzugsaktien von Biotest notierten zum Jahresende 2011 in etwa auf dem Niveau des Schlusskurses von 2010. Angesichts der teilweise dramatischen Einbrüche an den Börsen vor dem Hintergrund der Finanzmarkt- und Schuldenkrise werten wir dies als Beleg für die Wertschätzung, die Investoren dem Geschäftsmodell von Biotest entgegenbringen.
Dafür möchten wir uns an dieser Stelle herzlich bedanken. Unser Dank gilt darüber hinaus den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Biotest Gruppe, die mit ihrem Know-how und ihrem Engagement wesentlich zum Erfolg des Unternehmens beigetragen haben. Wir bedanken uns bei unseren Geschäftspartnern sowie den finanzierenden Banken für die gute Zusammenarbeit.
In den kommenden Jahren werden wir die Entwicklungsprojekte weiter vorantreiben und so die Ertragsbasis der Biotest Gruppe weiter verbreitern. In den kommenden Jahren erwarten wir weitere Produktzulassungen in unterschiedlichen Ländern. Beim Umsatz und beim EBIT streben wir an, das Niveau des Jahres 2011 auch im laufenden Jahr zu erreichen.
Wir danken Ihnen für Ihr Vertrauen und hoffen, auch in Zukunft darauf bauen zu können.
Es grüßen Sie herzlich
Prof. Dr. Gregor Schulz Dr. Michael Ramroth Vorsitzender des Vorstands Finanzvorstand
Konzernlagebericht
Wesentliche Entwicklung
Biotest hat im Geschäftsjahr 2011 den Umsatz gegenüber dem Vorjahr leicht gesteigert. Einer ausgeweiteten Absatzmenge bei Plasmaproteinen standen gegenläufige Preiseffekte gegenüber, die aus der unverändert schwierigen Lage in einzelnen europäischen sowie in Märkten außerhalb Europas und den USA resultierten. In den Vereinigten Staaten von Amerika ist die Preissituation anhaltend stabil. Aufgrund des schwierigen Marktumfelds und erhöhter einmaliger Belastungen im Segment Plasmaproteine reicht das EBIT der fortgeführten Geschäftsbereiche nicht an das Niveau des Vorjahres heran. Einschließlich des Beitrags des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs zeigt sich dagegen ein deutlicher Ergebnisanstieg.
Am Standort der Biotest Pharmaceuticals Corporation (BPC) in Boca Raton, USA, ist die Produktion des für den US-Markt entwickelten Immunglobulins BivigamTM angelaufen. Unsere Entwicklungsprojekte im Segment Plasmaproteine sind weiter vorangeschritten. Darüber hinaus hat Biotest die Pipeline um neue Projekte ergänzt.
Mit dem im Geschäftsjahr 2011 vereinbarten und vollzogenen Verkauf sämtlicher Aktivitäten des Segments Mikrobiologisches Monitoring sowie der Restaktivitäten der Medizinischen Diagnostik hat Biotest die strategische Fokussierung auf das Pharmageschäft erfolgreich umgesetzt.
Die im Juni 2011 mit Abbott geschlossene Vereinbarung über die Produktentwicklung und Vermarktung von BT-061 (Tregalizumab) ist ein wichtiger Meilenstein in der Entwicklung der monoklonalen Antikörper bei Biotest. Das Segment Biotherapeutika trägt im Jahr 2011 erstmals zum Umsatz der Biotest Gruppe bei.
Geschäftstätigkeit und Organisationsstruktur
Biotest ist ein Anbieter und Entwickler biologischer Arzneimittel, die direkt aus menschlichem Plasma gewonnen beziehungsweise biotechnologisch hergestellt werden. Die Produkte kommen in den Therapiegebieten Hämatologie, Klinische Immunologie sowie Intensivmedizin zum Einsatz. Biotest deckt von der präklinischen und klinischen Entwicklung bis zur weltweiten Vermarktung alle wesentlichen Elemente der Wertschöpfungskette ab.
Segmentierung
Das Geschäft ist in die operativen Segmente Plasmaproteine und Biotherapeutika gegliedert. Übergreifende Kosten der Konzernführung und den operativen Segmenten nicht zuzuordnende Aufwendungen werden im Segment Corporate abgebildet. Im Konzernabschluss bilden diese drei Segmente die "Fortgeführten Geschäftsbereiche".
Die Aktivitäten der ehemaligen Segmente Medizinische Diagnostik sowie Mikrobiologisches Monitoring sind als "Nicht fortgeführter Geschäftsbereich" dargestellt. Der Verkauf der Viro-Immun Labor-Diagnostika GmbH, Oberursel, Deutschland, wurde im April 2011 vollzogen. Die Gesellschaft war nach dem Verkauf der Aktivitäten des Transfusions- und Transplantationsdiagnostik-Geschäfts im Jahr 2010 der einzige bei Biotest verbliebene Bestandteil des früheren Segments Medizinische Diagnostik.
Im dritten Quartal 2011 hat Biotest den Verkauf der weltweiten Aktivitäten des Segments Mikrobiologisches Monitoring rechtswirksam vollzogen.
Soweit nicht anders vermerkt, beziehen sich die Angaben und Erläuterungen in diesem Geschäftsbericht auf die fortgeführten Geschäftsbereiche.
Kapitel F10 im Konzernanhang
Gesellschaftsrechtliche Struktur
In den Konzernabschluss sind neben der Muttergesellschaft Biotest AG 15 vollkonsolidierte Gesellschaften einbezogen. Sämtliche Beteiligungen der Biotest Gruppe sind in der Anteilsbesitzliste im Konzernanhang aufgeführt. Die Biotest AG hat Stamm- und Vorzugsaktien ausgegeben, die beide im Prime Standard der Deutschen Börse enthalten sind. Sie werden über die elektronische Handelsplattform XETRA und im Freiverkehr sowie an deutschen Regionalbörsen gehandelt. Die Vorzugsaktien der Biotest AG gehören zum Auswahlindex SDAX der Deutschen Börse.
Detaillierte Angaben zu Struktur, Steuerung und Kontrolle des Unternehmens enthält die "Erklärung zur Unternehmensführung", die auf der Internetseite der Gesellschaft eingesehen werden kann.
Währungen
Als international agierender Konzern entfallen bei Biotest 38,0% des Konzernumsatzes auf andere Währungen als den Euro. Wichtigste Fremdwährung ist der US-Dollar mit einem Anteil der entsprechend fakturierten Umsätze am Konzernumsatz im Jahr 2011 von 24,5%. Wechselkursschwankungen beeinflussen die Marge bei Produkten, die im Euro-Raum produziert, aber in Fremdwährungen fakturiert werden, die in Euro erfassten Aufwendungen für Einkäufe in Fremdwährungen sowie den Umsatz- und Ergebnisbeitrag von Tochtergesellschaften mit Sitz außerhalb des Euro-Raums.
Produktportfolio und Märkte
Die Arzneimittel von Biotest sind biologischen Ursprungs. Sie werden entweder direkt aus menschlichem Plasma gewonnen (Produkte und Projekte des Segments Plasmaproteine) oder biotechnologisch hergestellt (Projekte des Segments Biotherapeutika). Das Produktspektrum gliedert sich in die Therapiegebiete Hämatologie, Klinische Immunologie sowie Intensivmedizin. Während sich das Segment Plasmaproteine aus bereits zugelassenen Arzneimitteln und Entwicklungsprojekten zusammensetzt, befinden sich die Biotherapeutika alle in der klinischen Entwicklung.
| Präparate | Leitindikation |
|---|---|
| Therapiegebiet Hämatologie | |
| BT-062* | Multiples Myelom |
| Haemoctin® | Hämophilie A (Akut-Therapie und Prophylaxe) |
| Haemonine® | Hämophilie B (Akut-Therapie und Prophylaxe) |
| Therapiegebiet Klinische Immunologie | |
| BivigamTM* | Primäre Immundefizienz (PID) |
| BT-061 (Tregalizumab)* | Rheumatoide Arthritis, Psoriasis |
| BT-063* | Systemischer Lupus Erythematodes |
| Cytotect 70 (BT-094)* | Konnatale Cytomegalie-Virus-(CMV)-Infektion |
| Civacir®, * |
Hepatitis-C-Prophylaxe |
| Cytotect® | Cytomegalie-Virus-Infektion (CMV-Prophylaxe) |
| Fovepta®, * |
Hepatitis-B-Prophylaxe bei Neugeborenen |
| Hepatect®, Nabi-HB® | Prophylaxe der Hepatitis-B-(Re-)Infektion |
| Intratect® | Primäre Immundefizienz (PID) oder sekundäre Antikörpermangelsyndrome sowie Autoimmunkrankheiten |
| Varitect® | Zoster-Virus-Infektion (Prophylaxe und Therapie) |
| Zutectra® | Hepatitis-B-Reinfektions-Prophylaxe nach Lebertransplantationen |
| Therapiegebiet Intensivmedizin | |
| Biseko® | Volumen- und Serumprotein-Mangel |
| Cofact | Mangel an Gerinnungsfaktoren |
| Fibrinogen* | Fibrinogen-Mangel |
| Humanalbumin | Volumen-Mangel |
| IgM-Concentrate* | Schwere bakterielle Infektionen |
| Pentaglobin® | Schwere bakterielle Infektionen |
Produkte und Entwicklungsprojekte der Biotest Gruppe
* Präparate in der Entwicklung (Stand: 31.12.2011)
** Markenbezeichnung bezogen auf Deutschland
Segment Plasmaproteine
Die Plasmaproteine lassen sich nach den Hauptgruppen Immunglobuline, Gerinnungsfaktoren und Albumine differenzieren. Sie dienen der Prophylaxe und Therapie angeborener und erworbener Erkrankungen. Neben den unter eigenem Markennamen vertriebenen Medikamenten stellt Biotest im Rahmen von Lohnfraktionierungsvereinbarungen Plasmaproteine im Auftrag anderer Unternehmen und staatlicher Institutionen her.
Biotest vermarktet Plasmaproteine weltweit. Kernmärkte sind Europa und zukünftig die USA, auf die nach unseren Erhebungen im Jahr 2011 etwa 67% Marktanteil des global realisierten Umsatzvolumens entfielen. Der Weltmarkt für Immunglobuline hat ein Volumen von schätzungsweise 104 Tonnen, was einem Umsatzvolumen von etwa 4 Mrd. € entspricht.
Segment Biotherapeutika
Bei den Entwicklungsprojekten des Segments Biotherapeutika handelt es sich um monoklonale Antikörper, die unter Einsatz biotechnologischer Verfahren hergestellt werden. Die Entwicklungsprojekte von Biotest im Bereich monoklonaler Antikörper BT-061 (Tregalizumab), BT-062 und BT-063 zeichnen sich jeweils durch einen spezifischen Wirkmechanismus aus, der sie von anderen zugelassenen oder in der Entwicklung befindlichen Therapieansätzen unterscheidet.
Für das Jahr 2011 wurde das Weltmarktvolumen bei Therapien für Rheumatoide Arthritis auf 14,0 Mrd. US-Dollar geschätzt, bei der Behandlung von Psoriasis lag das weltweite Marktvolumen für Biologika Schätzungen zufolge bei 3,7 Mrd. US-Dollar. Die Einführung der Biologika hat die Behandungsmöglichkeiten und die Prognose für Patienten erheblich verbessert. Es steht allerdings zurzeit nach wie vor keine kausale Thearapie zur Verfügung.
Das weltweite Marktvolumen in der Therapie des Multiplen Myeloms betrug im Jahr 2011 etwa 5 Mrd. US-Dollar, die weltweit mit Therapien des Systemischen Lupus Erythematodes (SLE) erzielten Umsätze werden für 2011 auf 460 Mio. US-Dollar geschätzt. Biotest geht davon aus, dass der Weltmarkt für Biotherapeutika zur Behandlung von SLE durch die Zulassung neuer Präparate in den kommenden Jahren stark wachsen und im Jahr 2015 ein Volumen von über 2 Mrd. US-Dollar erreichen wird.
Wertschöpfung
Segment Plasmapoteine
Biotest deckt im Segment Plasmaproteine die gesamte Wertschöpfungskette ab; die Produktionsstätten liegen in Europa und in den USA. Das bei Biotest verarbeitete Plasma stammt zum Großteil aus der Plasmapherese. Biotest betreibt 22 eigene Sammelstationen in Europa und den USA und verwendet ausschließlich Plasma von qualifizierten Spendern, die regelmäßig spenden und strengen Gesundheitskontrollen unterliegen.
Den Vertrieb der Plasmaproteine übernehmen Unternehmen der Gruppe oder Partner; sämtliche Vertriebsaktivitäten werden von Biotest initiiert und gesteuert. Die Preisentwicklung am Weltmarkt für Blutplasma beeinflusst wesentlich die Herstellkosten. Die zu erzielenden Preise für die Fertigprodukte werden maßgeblich von der verfügbaren Menge an Plasmaproteinen im Verhältnis zur Nachfrage beeinflusst.
Segment Biotherapeutika
Biotest hat für die wesentlichen Glieder der derzeitigen Wertschöpfungskette im Segment Biotherapeutika eigene Ressourcen. Diese Ressourcen ergänzen wir durch die Zusammenarbeit mit Partnern.
Regulatorisches Umfeld
Die Produktionsanlagen für Plasmaproteine von Biotest unterliegen der Aufsicht und der Genehmigungspflicht des Regierungspräsidiums Darmstadt und des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) sowie der US-amerikanischen Zulassungsbehörde Food and Drug Administration (FDA).
In den Mitgliedstaaten der Europäischen Union erfolgt die Zulassung von Plasmaproteinen durch das zentralisierte Zulassungsverfahren oder durch die gegenseitige Anerkennung nationaler Zulassungen. In den Vereinigten Staaten von Amerika unterliegen Medikamente den Bestimmungen der FDA.
Biotest ist Mitglied der Plasma Protein Therapeutics Association (PPTA) und unterwirft sich zusätzlich deren strengen Sicherheitsstandards bei der Gewinnung und Verarbeitung von Blutplasma, die über das gesetzlich vorgeschriebene Maß hinausgehen.
Die zuständigen Kontroll- und Genehmigungsbehörden für monoklonale Antikörper und Plasmaproteine sind jeweils sowohl in Europa als auch den USA identisch.
Konzernstrategie
Die Konzernstrategie von Biotest ist auf den Ausbau der Position als Anbieter und Entwickler biologischer und biotechnologischer Arzneimittel in den Therapiegebieten Hämatologie, Klinische Immunologie und Intensivmedizin ausgerichtet. Die weitere Internationalisierung des Geschäfts und die Stärkung der Position als Qualitätsanbieter sind dabei Kernziele.
Wesentliches Element des Geschäftsmodells ist, als Komplettanbieter die zentralen Teile der Wertschöpfungskette durch eigene Ressourcen abzudecken. Hierzu zählen insbesondere Forschung und Entwicklung, Plasmagewinnung, Produktion, Qualitätssicherung und Vertrieb.
In der kontinuierlichen Weiterentwicklung des Produktspektrums in den genannten Therapiebereichen legt Biotest den Schwerpunkt auf Spezialitäten, zum Beispiel hochspezifische Hyperimmunglobuline.
Die klinische Entwicklung monoklonaler Antikörper zum Einsatz in Leitindikationen mit hohem therapeutischen Bedarf und großen Patientenpopulationen ergänzt die Produktpalette um biotechnologisch hergestellte Arzneimittel.
Unternehmenssteuerung
Biotest wird anhand finanzieller wie nichtfinanzieller Kenngrößen gesteuert, deren Entwicklung den Unternehmenswert in unterschiedlicher Weise beeinflusst. Die finanziellen und nichtfinanziellen Leistungsindikatoren werden kontinuierlich erfasst und fließen in die monatliche Berichterstattung an den Vorstand ein.
Diese Berichterstattung umfasst die Analyse von Ist-Werten und deren Abweichungen gegen Plan- und Vorjahreswerte, ausgewiesen nach Segmenten sowie nach Gesellschaften. Anlassbezogen werden weitere spezifische Analysen vorgenommen.
Finanzielle Steuerungskennzahlen
Die zur Unternehmenssteuerung in Bezug auf den Konzern eingesetzten Kennzahlen sind in folgender Tabelle dargestellt:
Maßgebliche Steuerungskennzahlen auf Konzernebene*
| Kennzahl | Berechnungsmethode | Wert 2011 |
|---|---|---|
| Ertragskennzahlen Konzern | % | |
| Return on Capital Employed (RoCE) | EBIT /gebundenes Kapital | 7,6 |
| EBIT-Marge | EBIT /Umsatz | 9,9 |
| EBT-Marge | EBT /Umsatz | 6,8 |
| Deckungsbeitrag | (Umsatz–Herstellkosten) /Umsatz | 39,8 |
| Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit | siehe Kapitalflussrechnung | 72,5 |
| Herstellkostenquote | Herstellkosten/Umsatz | 60,2 |
| Kostenquote Marketing und Vertrieb | Kosten Marketing und Vertrieb/Umsatz | 11,5 |
* bezogen auf die fortgeführten Geschäftsbereiche
Auf der Ebene der Segmente ist das jeweilige Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) die wesentliche Steuerungsgröße, weitere Größen sind der Umsatz und der Deckungsbeitrag je Produkt sowie im Außendienst je Mitarbeiter.
Darüber hinaus analysieren wir ständig die Struktur der Forderungen und die darin enthaltenen Risiken sowie auf monatlicher Basis das Vorratsvermögen.
Nichtfinanzielle Indikatoren
Für die Steuerung relevante nichtfinanzielle Leistungsindikatoren im Gesamtunternehmen sind in der Produktion der Auslastungsgrad, die Durchlauf- und Ausfallzeiten, die Höhe der Vorräte entlang der Produktionskette, der Eigenversorgungsgrad mit Blutplasma und die Ausbeute je Mengeneinheit Plasma.
Im Vertrieb sind wichtige Indikatoren der jeweilige Anteil Biotests am Gesamtmarkt beziehungsweise im angestrebten Marktsegment, der erzielte Umsatz und Deckungsbeitrag pro Vertriebs-Mitarbeiter sowie Vergleichswerte (Vorjahr, Planzahlen). Die Projekte in der Forschung und Entwicklung werden anhand von Meilensteinplänen gesteuert.
Das Jahr 2011
Gesamtwirtschaftliche Entwicklung
Das Jahr 2011 stand ganz im Zeichen der eskalierenden Krise um die Staatsfinanzen in Europa und in den USA. Insbesondere in Griechenland spitzte sich die Situation weiter zu. Im Juli und im Oktober sagten die Euro-Länder und der Internationale Währungsfonds (IWF) dem Land Hilfspakete im Volumen von zusammen mehr als 200 Mrd. € zu. Darüber hinaus nahmen Pläne Form an, private Anleiheinvestoren an einem möglichen Schuldenschnitt zu beteiligen. In der zweiten Jahreshälfte musste zudem Italien eine Herabstufung der Kreditwürdigkeit hinnehmen. Zum Jahresende versah die Rating-Agentur Standard & Poor's die Bonitätseinschätzungen der bislang mit Bestnote bewerteten Euro-Staaten mit einem negativen Ausblick.
Die Bemühungen um eine dauerhafte Stabilisierung der öffentlichen Finanzen gingen in einzelnen Ländern mit drastischen Sparpaketen einher, deren Verabschiedung teilweise zu innenpolitischen Spannungen führte.
Auch in den USA beherrschte die angespannte Haushaltslage das finanzpolitische Geschehen. Der Streit um eine Anhebung der Grenze für die Staatsverschuldung führten das Land an den Rand der Zahlungsunfähigkeit. Im August stufte Standard & Poor's die Bewertung der langfristigen Bonität der USA zurück; erstmals in seiner Geschichte wurde das Land nicht mehr mit der Bestnote bewertet.
Im Zusammenhang mit der Staatsschuldenkrise und möglichen negativen Folgen für das Bankensystem wurden seitens der Europäischen Bankenaufsicht verschärfte Eigenkapitalanforderungen an Banken implementiert. Um die im Rahmen sogenannter Blitz-Stresstests ermittelten Kapitallücken zu füllen, leiteten betroffene Institute Maßnahmen ein. Diese gingen häufig mit einer Einschränkung des Kreditgeschäfts einher, was die Sorge um die ausreichende Versorgung der Wirtschaft mit Krediten wachsen ließ.
Der Euro gewann im Verlauf des ersten Halbjahres 2011 gegenüber dem US-Dollar an Wert, gab diese Gewinne in der zweiten Jahreshälfte jedoch fast wieder vollständig ab. Im Anhang zum Konzernabschluss sind die für Biotest wesentlichen Wechselkurse im Detail dargestellt.
Entwicklung des Branchenumfelds
Plasmaproteine
Auf Basis eigener Analysen verfügbarer Marktdaten hat Biotest für den Weltmarkt von Immunglobulinen eine Wachstumsrate von ca. 5 bis 6% im Jahr 2011 ermittelt. Das Wachstum entsprach damit dem langfristigen Trend. Die wesentlichen Wachstumstreiber – zusätzliche Indikationen, Verabreichung höherer Dosierungen je Patient sowie die Erschließung weiterer Absatzmärkte – waren unverändert intakt.
Bei plasmabasierten Gerinnungsfaktoren war die Nachfrage unseren Informationen nach stabil.
Das im Jahr 2011 realisierte Volumen des Weltmarkts für Immunglobuline von etwa 104 Tonnen verteilt sich regional wie folgt:
Weltmarkt für Immunglobuline*
| Marktvolumen 2011 in t |
Anteil am Weltmarkt in% |
|
|---|---|---|
| USA | 43,7 | 42 |
| Europa | 29,1 | 28 |
| Rest | 31,2 | 30 |
* Schätzungen, basierend auf Daten von Marketing Research Bureau (MRB), Australia's Plasma Fractionation Arrangements (APFA) und Biotest AG
Der bereits in den Vorjahren zu beobachtende Druck auf die Preise für Standard-Immunglobuline hielt im Jahr 2011 an. Dies gilt insbesondere für die Märkte außerhalb Europas und der USA, aber auch für einzelne Teilmärkte innerhalb der Europäischen Union. So waren beispielweise die zu erzielenden Preise im Geschäft mit Kliniken in Deutschland unter Druck.
Bei Hyperimmunglobulinen war das Preisniveau dagegen weitgehend stabil. Biotest verfügt in diesem Produktbereich über besonders hohe Marktanteile.
Die Preise für plasmatische Gerinnungsfaktoren in Europa waren mit Ausnahme von Russland stabil.
In den USA blieben die Preise für Immunglobuline über den gesamten Verlauf des Jahres 2011 stabil und lagen im Schnitt zwischen 25 und 50% über dem Niveau in Europa.
Das Volumen des in den USA gesammelten Blutplasmas (US Source Plasma) lag in den ersten acht Monaten des Jahres 2011 (aktuellere Daten lagen zum Zeitpunkt der Aufstellung des Abschlusses nicht vor) um 15% über dem Niveau des Vergleichszeitraums aus dem Jahr 2010. Das Volumen des US Source Plasmas ist wesentlicher Indikator für die Entwicklung des Plasmaangebots am Weltmarkt.
Im Juni 2011 wurden die Immunglobulin-Produkte eines Wettbewerbers, deren Zulassung seit September 2010 ruhte, in der Europäischen Union wieder zur Vermarktung freigegeben. Im US-Markt waren die Produkte zum Jahresende 2011 teilweise wieder im Vertrieb. Auf die vorübergehend nicht mehr am Markt befindlichen Immunglobuline entfielen etwa 10% der jährlich weltweit abgesetzten Menge, was sich beim Wiedereintritt negativ auf das Absatzpotential in Märkten außerhalb der USA ausgewirkt hat.
BIOTEST IM JAHR 2011
Ziele 2011: Soll-Ist-Vergleich
Biotest hat die strategischen und operativen Ziele, wie sie im Prognosebericht des vorherigen Geschäftsberichts dargelegt waren, weitgehend erreicht. Die Ziele bezogen sich außer auf Umsatz und Ergebnis auf weitere Meilensteine in den laufenden Entwicklungsprojekten sowie den Abschluss einer Vereinbarung zur weiteren Entwicklung von BT-061 (Tregalizumab) im Segment Biotherapeutika.
Eine Verzögerung ist bei der Zulassung von BivigamTM im US-Markt aufgetreten, die auf zwischenzeitlich behobene Probleme beim Wiederanfahren der erweiterten Produktionsanlage der BPC zurückzuführen ist.
Das Ziel, den Umsatz in den fortgeführten Geschäftsbereichen um 1 bis 2% gegenüber dem Vorjahr zu steigern, konnte nur unter Berücksichtigung der Umsätze aus dem Segment Biotherapeutika erreicht beziehungsweise leicht überschritten werden. Das angestrebte EBIT-Wachstum in der gleichen Größenordnung stellte sich aufgrund der Preissituation bei Plasmaproteinen nicht ein. Einschließlich des Beitrags des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs sowie der dem Jahr 2011 zuzurechnenden Umsätze aus der Vereinbarung bei den Biotherapeutika ergibt sich ein signifikanter Anstieg des EBIT.
UNTERNEHMENSTRATEGIE UND UMSETZUNG IM KONZERN Im GESCHÄFTSJAHR 2011
Die Strategie von Biotest ist darauf ausgerichtet, die Position als Spezialist für Arzneimittel mit den Therapiefeldern Hämatologie, Klinische Immunologie und Intensivmedizin auszubauen. Die Eckpunkte zur Strategie in den Segmenten und deren Umsetzung sind im Bericht zur Entwicklung in den Segmenten dargestellt. Auf Konzernebene bilden die Fokussierung auf das Kerngeschäft und dessen weitere Internationalisierung strategische Eckpunkte.
Fokussierung
Biotest fokussiert sich ganz auf die Entwicklung, die Produktion und die Vermarktung biologischer und biotechnologischer Arzneimittel. Im März 2011 schlossen wir einen Vertrag mit der Merck KGaA Gruppe, Darmstadt, Deutschland, über den Verkauf der weltweiten Aktivitäten des Segments Mikrobiologisches Monitoring, bestehend aus dem Produktbereich HYCON (Hygienemonitoring) und dem Produktbereich heipha (Mikrobiologische Nährmedien, Mikrobiologische Testsysteme) ab.
Nach der Zustimmung sämtlicher zuständiger Kartellbehörden wurde der Verkauf mit Wirkung zum 1. August 2011 vollzogen. Aus der Transaktion entstand für Biotest ein Veräußerungsgewinn nach Steuern in Höhe von 26,4 Mio. €.
Im April 2011 hat Biotest die Anteile an der Viro-Immun Labor-Diagnostika GmbH mit Sitz in Oberursel, Deutschland, veräußert.
Internationalisierung
Biotest hat im Geschäftsjahr weiter daran gearbeitet, die Präsenz in wichtigen internationalen Märkten auszubauen. Im Januar 2011 wurde die Übernahme sämtlicher Anteile an Marcos Pedrilson Produtos Hospitalares Ltda. mit Sitz in Rio de Janeiro, Brasilien, vollzogen. Die Gesellschaft war zuvor ein Vertriebspartner von Biotest und war Inhaber aller Zulassungen von Biotest-Präparaten auf dem brasilianischen Markt. Darüber hinaus erreichten wir Zulassungen für Plasmaproteine in weiteren Märkten in Europa, wie zum Beispiel die europäische Produkteinführung von Zutectra® sowie die Wiedereinführung von Pentaglobin® in Russland.
GESCHÄFTS- UND ERTRAGSENTWICKLUNG KONZERN
Umsatzentwicklung
Der Umsatz lag mit 422,0 Mio. € im Jahr 2011 um 2,3% über dem Wert aus dem Vorjahr.
Im Geschäft mit Plasmaproteinen blieb der Umsatz aufgrund negativer Preiseffekte und weiterer Belastungsfaktoren trotz einer deutlich ausgeweiteten Absatzmenge hinter dem Wert aus dem Jahr 2010 zurück.
Entscheidend für das im Jahr 2011 erzielte Wachstum war der erstmalige Beitrag des Segments Biotherapeutika zum Konzernumsatz.
Umsatzentwicklung der Biotest Gruppe
| Mio. € | 2011 | 2010 | Veränderung in% |
|---|---|---|---|
| Plasmaproteine | 404,6 | 412,5 | –1,9 |
| Biotherapeutika | 17,4 | 0,0 | – |
| Biotest Gruppe | 422,0 | 412,5 | 2,3 |
| Nicht fortgeführter Geschäftsbereich | 30,5 | 51,0 | –40,2 |
| Biotest Gruppe inklusive nicht fortgeführter Geschäftsbereich |
452,5 | 463,5 | –2,4 |
Mit dem Zeitpunkt des Vertragsabschlusses mit Abbott stand Biotest eine Vorabzahlung in Höhe von 85 Mio. US-Dollar zu. Da sich die Summe im Wesentlichen auf noch zu leistende Entwicklungsarbeiten bezieht, wurde der Großteil als Verbindlichkeit aus Umsatzabgrenzung bilanziert.
Für die im Jahr 2011 erbrachten Leistungen realisierte Biotest 17,4 Mio. € erfolgswirksam. Die noch verbleibende Summe in Höhe von 41,7 Mio. € wird linear erfolgswirksam auf den Zeitraum bis zum 30. Juni 2014 verteilt.
Auf Produkte der Biotest Gruppe entfielen mit 368,5 Mio. € 87,3% des Konzernumsatzes (Werte für 2010: 379,9 Mio. €, 92,1%). 53,5 Mio. € oder umgerechnet 12,7% des Umsatzes (2010: 32,6 Mio. €, 7,9%) entfielen auf den Umsatz aus Lohnfraktionierung, Umsatz mit Handelswaren und sonstige Umsätze.
Regional verteilte sich der Umsatz wie folgt:
Biotest Gruppe: Umsatz nach Regionen
| Mio. € | 2011 | 2010 | Veränderung in% |
|---|---|---|---|
| Deutschland | 96,9 | 101,8 | –4,8 |
| Europa (ohne Deutschland) | 161,5 | 138,5 | 16,6 |
| USA | 69,5 | 53,7 | 29,4 |
| Amerika (ohne USA) | 5,4 | 3,9 | 38,5 |
| Asien | 77,6 | 101,1 | –23,2 |
| Rest der Welt | 11,1 | 13,5 | –17,8 |
| Biotest Gruppe | 422,0 | 412,5 | 2,3 |
Im nicht fortgeführten Geschäftsbereich weist Biotest einen Umsatz in Höhe von 30,5 Mio. € (2010: 51,0 Mio. €) aus.
Entwicklung Konzernergebnis
Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) in den fortgeführten Geschäftsbereichen blieb 2011 leicht hinter dem Wert des Jahres 2010 zurück.
Wesentliche Ergebnis- und Renditekennziffern der Biotest Gruppe*
| 2011 | 2010 | Veränderung in% |
|
|---|---|---|---|
| Ergebniskennziffern (Mio. €) | |||
| EBIT | 41,6 | 42,9 | –3,0 |
| Ergebnis vor Steuern | 28,6 | 28,4 | 0,7 |
| Ergebnis nach Steuern | 18,7 | 19,6 | –4,6 |
| Renditekennziffern (%) | |||
| EBIT-Marge | 9,9 | 10,4 | – |
| EBT-Marge | 6,8 | 6,9 | – |
| RoCE | 7,6 | 7,8 | – |
* bezogen auf die fortgeführten Geschäftsbereiche
Die EBIT-Entwicklung in den fortgeführten Geschäftsbereichen war durch die anhaltend schwierige Situation am Markt für Plasmaproteine geprägt. Zudem schlugen sich Einmalaufwendungen nieder, die im Zusammenhang mit dem verzögerten Wiederanfahren der Produktionsanlage der BPC entstanden sind. Näheres dazu im Kapitel "Entwicklung in den Segmenten". Positiv auf das EBIT wirkten sich die Zahlungen aus der Vereinbarung mit Abbott bezüglich BT-061 (Tregalizumab) aus, die für im Jahr 2011 erbrachte Leistungen erfolgswirksam realisiert wurden.
Aufgrund eines gegenüber dem Jahr 2010 verbesserten Finanzergebnisses erreichte Biotest beim Ergebnis vor Steuern im Jahr 2011 einen leichten Zuwachs gegenüber dem Vorjahr. Das Ergebnis nach Steuern blieb aufgrund höherer Ertragssteueraufwendungen hinter dem Wert aus dem Jahr 2010 zurück. Nähere Erläuterungen hierzu im folgenden Kapitel.
Das EBIT des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs in Höhe von 35,7 Mio. € (2010: 24,8 Mio. €) ist maßgeblich durch den Gewinn aus der Veräußerung der Aktivitäten des früheren Segments Mikrobiologisches Monitoring geprägt. Im EBIT des Vorjahres war hier der Gewinn aus der 2010 vollzogenen Veräußerung wesentlicher Aktivitäten des früheren Segments Medizinische Diagnostik enthalten. Einschließlich des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs beträgt das EBIT 2011 der Biotest Gruppe 77,3 Mio. €, was gegenüber dem Vorjahreswert (67,7 Mio. €) ein Plus von 14,2% bedeutet.
Aufwendungen
Die Herstellungskosten stiegen mit 254,2 Mio. € um 2,5% gegenüber dem Vorjahr bei niedrigeren Umsätzen bei den Plasmaproteinen. Wesentlich dafür waren die anhaltend schwierige Preissituation bei den Plasmaproteinen. Ebenfalls in dieser Position enthalten sind die Einmalaufwendungen aufgrund des verzögerten Wiederanfahrens der Plasmaproteinproduktion der BPC. Sie gehen sowohl auf höhere Leerkosten als auch auf die Kosten zur Beseitigung der aufgetretenen Probleme zurück. Nähere Informationen dazu im Kapitel "Entwicklung in den Segmenten".
Die Kosten für Marketing und Vertrieb gingen 2011 abermals zurück, was in geringeren umsatzabhängigen Provisionen begründet liegt, die Biotest zu zahlen hatte.
Der leichte Anstieg der Verwaltungskosten geht auf zusätzliche Anwalts- und Beratungskosten in Zusammenhang mit dem Abschluss des Vertrages mit Abbott zurück.
Die Kosten für Forschung und Entwicklung entsprechen für 2011 in etwa dem Vorjahreswert. Der Anteil der Kosten am Umsatz in den fortgeführten Geschäftsbereichen beläuft sich auf 11,7% (2010: 11,9%).
Die sonstigen betrieblichen Erträge belaufen sich für das Jahr 2011 auf 13,4 Mio. €, nach 12,2 Mio. € im Jahr 2010. Wesentliche Posten in den sonstigen betrieblichen Erträgen des Berichtsjahres sind Erträge für Dienstleistungen für Dritte sowie für Auflösungen von Verbindlichkeiten und Rückstellungen. Die im Vergleich zum Vorjahr (1,6 Mio. €) mit 9,7 Mio. € deutlich erhöhten sonstigen berieblichen Aufwendungen setzten sich zu großen Teilen aus Aufwendungen für Dienstleistungen für Dritte sowie für außerplanmäßige Abschreibungen zusammen.
Das Finanzergebnis verbesserte sich gegenüber dem Vorjahr um 1,2 Mio €.
Die Aufwendungen für Personal und Material sind im Konzernabschluss in den verschiedenen Kostenblöcken enthalten. Die Personalaufwendungen belaufen sich für das Jahr 2011 auf 106,7 Mio. €, nach 98,7 Mio. € im Jahr 2010. Die Materialaufwendungen erhöhten sich mit 165,1 Mio. € gegenüber dem Wert des Jahres 2010 (136,7 Mio. €), was im höheren Produktionsvolumen begründet ist.
Gewinnverwendungsvorschlag
Die Hauptversammlung 2012 der Biotest AG findet am 10. Mai 2012 statt. Der Vorstand schlägt folgende Verwendung des Bilanzgewinns des Jahres 2011 in Höhe von 42,8 Mio. € (2010: 22,7 Mio. €) vor:
- Ausschüttung von 5,5 Mio. € (2010: 4,8 Mio. €) in Form einer Dividende in Höhe von 0,44 € (2010: 0,38 €) je Stamm- und 0,50 € (2010: 0,44 €) je Vorzugsaktie.
- Einstellung in die Gewinnrücklagen 26,0 Mio. €.
- Gewinnvortrag auf neue Rechnung in Höhe von 11,3 Mio. € (2010: 17,9 Mio. €).
Entwicklung in den Segmenten
Plasmaproteine
Eckpunkte der Strategie
Unser Ziel ist, die internationale Absatzbasis unserer Plasmaproteine zu erweitern. Dazu streben wir die Zulassung unserer Arzneimittel in allen wichtigen europäischen und internationalen Märkten an und wollen über die Tochtergesellschaft BPC die Präsenz im attraktiven US-Markt ausbauen. Der für 2012 erwartete Markteintritt mit BivigamTM markiert hier einen wichtigen Meilenstein.
Für den französischen Markt hat unser lokaler Partner das Immunglobulin Tectasim® (entspricht Intratect®) zugelassen; der Vertrieb beginnt, sobald die Preisregistrierung erfolgt ist.
Darüber hinaus haben wir mit den Vorbereitungen begonnen, eine in früheren Zeiten bereits vorhandene Zulassung für ein Albumin-Präparat in China zu erneuern.
Durch die Entwicklung weiterer Wirkstoffe innerhalb der drei Therapiefelder und die kontinuierliche Optimierung zugelassener Arzneimittel, zum Beispiel durch schonendere Herstellungsverfahren sowie für Kunden optimierte Darreichungsformen, verbreitert Biotest die Geschäfts- und Ertragsbasis.
Die Produktionskapazitäten passen wir der Entwicklung der Marktlage an. Der Aufbau einer eigenen Produktionsanlage bei der BPC in Boca Raton schafft die Basis, die Position im US-Markt zu stärken. Die endgültige Produktionskapazität werden wir in der zweiten Jahreshälfte 2012 aufgebaut haben.
Bei der Versorgung mit Blutplasma wollen wir dauerhaft etwa die Hälfte unseres Bedarfs aus eigenen Stationen decken; bei den Hyperimmunplasmen streben wir eine vollständige Eigenversorgung an. Die Anzahl an eigenen Plasmasammelstationen wird entsprechend bedarfsbezogen ergänzt.
Geschäftsentwicklung
Der Umsatz im Geschäft mit Plasmaproteinen lag im Jahr 2011 mit 404,6 Mio. € rund 1,9% unter dem Wert des Jahres 2010 (412,5 Mio. €). Während die Absatzmenge aufgrund der ausgeweiteten Kapazität gegenüber dem Jahr 2010 zulegte, sorgten insbesondere negative Preiseffekte für den Umsatzrückgang. Sie gehen auf den anhaltenden Preisdruck in vielen Absatzmärkten zurück. Zudem wirkten sich der Kursrückgang des US-Dollars gegenüber dem Euro (mit 5,1 Mio. €) sowie die Mehrbelastung aus dem in Deutschland zu gewährenden Zwangsrabatt (mit 3,3 Mio. €) negativ auf den Umsatz aus. Auch das mit Plasmaverkäufen realisierte Umsatzvolumen lag 2011 niedriger als im Jahr zuvor. Grund hierfür waren eine geringere Nachfrage sowie ein höherer Bedarf für die Herstellung eigener Produkte.
Das mit den vorrangig in der Klinischen Immunologie eingesetzten Immunglobulinen erzielte Umsatzvolumen legte gegenüber dem Vorjahreszeitraum deutlich zu. Wesentlich hierfür war ein stark ausgeweitetes Geschäftsvolumen mit Intratect®. Biotest profitierte hier auch vom zeitweisen Ausfall eines Wettbewerbsprodukts.
Die Umsätze mit Hyperimmunglobulinen lagen ebenfalls leicht über dem Vorjahreswert. Bei den Hepatitis-B-Hyperimmunglobulinen trug das im Vorjahr in verschiedenen Märkten zugelassene Zutectra® im Jahr 2011 erstmals über einen vollen Zwölfmonatszeitraum zum Umsatz bei.
Das mit dem in den USA vermarkteten Hepatitis-B-Immunglobulin Nabi-HB® erzielte Umsatzvolumen war indes niedriger als im Jahr 2010. Die Anzahl von Hepatitis-B-bedingten Lebertransplantationen – der Hauptindikation von Nabi-HB® – ist in den USA rückläufig. Zudem setzte sich der Trend zu geringeren Dosierungen im Rahmen veränderter Behandlungsschemata fort.
Ebenfalls hinter den Vorjahreszahlen zurück blieb der Umsatz mit Albumin, während der Umsatz mit Pentaglobin® leicht zulegte. Mit den Gerinnungspräparaten Haemoctin® und Haemonine® erreichte Biotest im Jahr 2011 das Umsatzniveau des Vorjahres.
Umsatz Kernproduktgruppen Plasmaproteine
| Mio. € | 2011 | 2010 | Veränderung in% |
|---|---|---|---|
| Immunglobuline | 165,9 | 158,6 | 4,6 |
| Gerinnungsfaktoren | 88,7 | 89,6 | –1,0 |
| Albumin | 32,5 | 33,3 | –2,4 |
Ertragsentwicklung
Die anhaltend schwierige Preissituation in vielen Absatzmärkten, Mehrbelastungen im Zusammenhang mit den Problemen beim Wiederanfahren der Produktion der BPC sowie aus dem Zwangsrabatt sind wesentliche Gründe dafür, dass das Segmentergebnis hinter dem Vorjahreswert zurückblieb. Im Geschäftsjahr 2011 betrug das EBIT 61,5 Mio. €, was gegenüber dem Segment-EBIT des Jahres 2010 (73,5 Mio. €) einen Rückgang um 16,3% bedeutet. Die Herstellungskostenquote im Segment stieg daher aus den oben genannten Gründen gegenüber dem bereits hohen Niveau des Vorjahres (60,1%) auf 62,8%.
Forschung und Entwicklung
In den wesentlichen Entwicklungsprojekten im Segment Plasmaproteine wurden folgende Fortschritte erzielt:
Neuentwicklungen
BivigamTM: Die Bearbeitung des Ende 2010 eingereichten Zulassungsantrags verlief problemlos. Biotest konnte sämtliche Rückfragen der FDA schnell und umfassend beantworten. Die Verzögerungen beim Anfahren der erweiterten Produktionsanlage wirkten sich allerdings auf den Zeitplan der Produktzulassung aus. Unmittelbar nach der Wiederaufnahme der Produktion von Consistency Chargen wurde das Zulassungverfahren der FDA fortgesetzt.
Cytotect 70 (BT-094): Bei der Entwicklung des Hyperimmunglobulins in der Indikation konnatale Cytomegalie-Virus-(CMV)-Infektion wurden bis zum Jahresende 2011 etwa 10.000 Schwangere im Rahmen der Phase-III-Studie untersucht. Erste Untersuchungen geben Hinweise auf die Wirksamkeit von Cytotect® in dieser Indikation.
Civacir®: In Abstimmung mit internationalen Experten wurde der klinische Entwicklungsplan für das Hepatitis-C-Immunglobulin erstellt. Des Weiteren wurden die notwendigen Testsysteme für das Anti-HCV-Immunglobulin-Screening identifiziert.
Fibrinogen: Biotest entwickelt das Fibrinogen-Konzentrat in den Indikationen eines vererbten und erworbenen Fibrinogen-Mangels.
Fovepta®: Das Zulassungsdossier für das subkutan und intramuskulär applizierbare Hepatitis-B-Hyperimmunglobulin für Neugeborene reichte Biotest im April 2011 beim zuständigen Paul-Ehrlich-Institut (PEI) ein.
IgM-Concentrate: Im Jahr 2011 startete eine Phase-II-Studie an Patienten mit schweren erworbenen Lungenentzündungen. Die ersten Patienten wurden in die Studie aufgenommen.
Weiterentwicklung bereits zugelassener Produkte
Haemoctin®: Biotest hat das Ziel, das Faktor-VIII-Präparat mit einer höheren Konzentration auf den Markt zu bringen. Die notwendigen Untersuchungen wurden im Jahr 2011 eingeleitet.
Hepatect®: Hier hat Biotest im Jahr 2011 die Zulassung für eine zusätzliche Abfüllgröße mit 100ml (5000IU) erhalten und wird diese ergänzende Darreichungsform in wichtigen europäischen Märkten in der ersten Jahreshälfte 2012 einführen. Diese Darreichungsform erleichtert die Applikation hoher Dosen während der akuten Phase der Transplantation.
Intratect®10%: Die Phase-III-Studie mit dem Ziel der Zulassung des Immunglobulins in einer 10%igen Konzentration wurde im Jahr 2011 abgeschlossen.
Zutectra®: Für das subkutan applizierbare Hepatitis-B-Immunglobulin strebt Biotest eine Ausweitung der internationalen Zulassung an. Im Berichtsjahr begannen die Vorbereitungen für eine weitere klinische Studie, die im Jahr 2012 starten soll. Ziel ist es, dass Patienten bereits frühzeitig nach einer Lebertransplantation mit Zutectra® behandelt werden können.
Produktion
Mit der im Jahr 2011 abgeschlossenen Umstellung der Produktion von Cytotect® und Varitect® werden bei Biotest nun alle Hyperimmunglobuline mit dem Filterhilfsmittelverfahren hergestellt. Dies führt zu höheren Ausbeuten und beinhaltet einen zusätzlichen Sicherheitsschritt zur Virusabreicherung mittels 20nm Nanofiltration.
Die Inbetriebnahme der erweiterten Plasmaprotein-Produktion der Biotest Pharmaceuticals Corporation (BPC) in Boca Raton, USA, verzögerte sich aufgrund von Schwierigkeiten in der Automatisierung kritischer Prozessschritte. Korrekturmaßnahmen wurden kurzfristig implementiert; seit August läuft die Produktion von BivigamTM wieder, allerdings noch nicht mit voller Kapazität. Dies wird erst der Fall sein, wenn das endgültige System zur Prozesssteuerung installiert sein wird. Über die endgültige Produktionskapazität werden wir allerdings erst nach einer erneuten Umstellung in der zweiten Jahreshälfte verfügen. Durch den verlängerten Stillstand der Anlage und die notwendigen Nachbesserungsarbeiten waren Leerkosten und außerplanmäßige Abschreibungen bei der Plasmaprotein-Produktion der BPC in Boca Raton, USA, zu verzeichnen. Etwa die Hälfte des bei Biotest in Europa verarbeiteten Plasmas stammte im Jahr 2011 aus eigenen Stationen, bei Hyperimmunplasmen erreichten wir einen Eigenversorgungsgrad von 100%.
Im August 2011 eröffnete die BPC eine weitere Plasmasammelstation in Athens, im US-Bundesstaat Georgia. Damit betreibt Biotest nun in den USA zwölf Plasmasammelstationen und in Europa zehn Plasmasammelstationen.
Biotherapeutika
Eckpunkte der Strategie
Biotest konzentriert sich im Segment Biotherapeutika auf die Entwicklung von drei monoklonalen Antikörpern und dort auf Indikationen mit besonders hohem therapeutischen Bedarf und großem Marktpotenzial. Die Leitindikationen grenzen an die Anwendungsgebiete unserer Plasmaproteine. Biotest verfügt daher bereits über umfangreiche Erfahrung in diesen Indikationen und ist zudem sehr gut mit den in diesem Bereich tätigen Forschungsinstitutionen und Kliniken vernetzt. Fortlaufend prüft Biotest die Antikörper zudem auf eine mögliche Eignung in weiteren Anwendungsgebieten.
Biotest plant grundsätzlich, die Entwicklung bis zum Abschluss der Phase II aus eigener Kraft voranzutreiben. Ab dann möchte Biotest die Entwicklung gemeinsam mit global tätigen Pharma- oder Biotechpartnern weiterführen. Aus den bei Vertragsabschluss sowie während des Fortgangs der Entwicklung erwarteten Einnahmen (Vorab- und Meilensteinzahlungen) wollen wir unseren Anteil an den weiteren Entwicklungskosten finanzieren. Unser Konzept sieht vor, dem Partner regionale Vertriebsrechte einzuräumen. Biotest erwartet nach dem Eintritt in die Vermarktungsphase weitere umsatzabhängige Lizenzeinnahmen.
Operative Entwicklung
Im Juni 2011 hat Biotest mit Abbott eine Vereinbarung über die weltweite Entwicklung und Vermarktung des monoklonalen Antikörpers BT-061 (Tregalizumab) abgeschlossen. Die Vereinbarung sieht vor, dass Abbott und Biotest den BT-061 im Falle einer Zulassung in den fünf europäischen Kernmärkten (Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien und Spanien) gemeinsam vermarkten; für alle weiteren Märkte erhält Abbott die exklusiven Vermarktungsrechte.
Mit Vertragsabschluss stand Biotest eine Vorauszahlung (upfront payment) in Höhe von 85 Mio. US-Dollar zu. Beide Partner haben Meilensteine in der Entwicklung, Zulassung und Vermarktung des Antikörpers definiert, bei deren Erreichen weitere Zahlungen von Abbott an Biotest fällig werden. Das potenzielle Volumen dieser Meilenstein- sowie weiterer umsatzabhängiger Zahlungen beläuft sich auf bis zu 395 Mio. US-Dollar. Ab Phase III wird zudem Abbott den größten Teil der Entwicklungskosten übernehmen.
Biotest hat die alleinige Verantwortung für die Herstellung der für die weitere klinische Entwicklung in den Leitindikationen Rheumatoide Arthritis und Psoriasis erforderlichen Chargen von BT-061 (Tregalizumab). Die Verantwortung für die Herstellung des Antikörpers nach einer Zulassung wird bei beiden Partnern gemeinsam liegen.
Die Zusammenarbeit mit Abbott ist unmittelbar nach dem Vertragsschluss erfolgreich angelaufen. Unter anderem haben wir gemeinsam mit dem Partner die Projektstrukturen und gemeinsame Teams etabliert. Außerdem haben wir das Konzept für die weitere klinische Entwicklung der Phasen IIb und III sowie die kommerzielle Produktion entwickelt.
Ergebnisentwicklung
Das EBIT im Segment Biotherapeutika präsentiert sich mit –7,6 Mio. € (2010: –21,7 Mio. €) gegenüber dem Vorjahr deutlich verbessert. Biotest hat aus der Zahlung von Abbott im Rahmen der Vereinbarung zu Tregalizumab im Jahr 2011 entsprechend der geleisteten Arbeiten 17,4 Mio. € erfolgswirksam realisiert, was sich im EBIT auf Segmentebene niederschlägt. Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung im Segment Biotherapeutika lagen 2011 mit 24,0 Mio. € um 13,7% höher als im Jahr 2010 (21,1 Mio. €). Der Anstieg geht auf den Fortschritt der Projekte und der damit verbundenen weiteren Ausweitung der klinischen Studien zurück.
Forschung und Entwicklung
Die Studien zur Entwicklung der monoklonalen Antikörper in ihren jeweiligen Leitindikationen sind im Jahr 2011 weiter vorangeschritten. Die bisher getroffenen Aussagen von Biotest hinsichtlich der Wirksamkeit und Verträglichkeit wurden durch diese Studien untermauert.
Klinische Studien im Segment Biotherapeutika
| Studien | Zahl der | |||
|---|---|---|---|---|
| Art der Studie | Nummer | Dosierung/ Studiendesign | Teilnehmer | Status zum 31.12.2011 |
| Tregalizumab (BT-061) | ||||
| Phase I Anwendung bei Probanden |
961 | intravenös bis 60 mg, subkutan bis 180 mg, Einfachgabe |
57 | Studie abgeschlossen |
| Phase IIa Rheumatoide Arthritis |
962 | intravenös bis 25 mg, subkutan bis 100 mg, Mehrfachgabe, Behand lungsdauer sechs Wochen, placebokontrolliert |
96 | Studie abgeschlossen |
| Phase II Rheumatoide Arthritis (BT-061 + MTX*) |
971 | intravenös 0,5 mg und 2,0 mg, subkutan 50 mg, Mehrfachgabe, Behand lungsdauer acht Wochen, placebokontrolliert |
110 | Studie abgeschlossen |
| Phase IIb Rheumatoide Arthritis (BT-061 + MTX*) |
979 | subkutan bis 75 mg, Mehrfachgabe, Behand lungsdauer zwölf Wochen, placebokontrolliert |
176 | Patientenrekrutierung läuft |
| Phase I/IIa Psoriasis |
967 | intravenös bis 20 mg, subkutan bis 25 mg, Einfachgabe, placebokontrolliert |
56 | Studie abgeschlossen |
| Phase IIa Psoriasis |
973 | intravenös 0,5 mg und 2,0 mg , subkutan bis 100 mg, Mehrfachgabe, Behandlungsdauer acht Wochen, placebokontrolliert |
48 | Studie abgeschlossen |
| Phase I Anwendung bei Probanden Pharmakodynamik/ Pharmakokinetik Studie |
985 | subkutan bis 200 mg Einfachgabe |
36 | Studie zur Genehmigung eingereicht |
| Phase IIb Rheumatoide Arthritis (BT-061 + MTX*) |
986 | subkutan, Mehrfachgabe | etwa 350 |
Vorbereitung der Studie |
| BT-062 | ||||
| Phase I Multiples Myelom |
969 | wiederholte Einfachgabe, intravenös alle 21 Tage, 10–200 mg/m2 |
34 | Patientenrekrutierung abgeschlossen, ein Patient weiter in Behandlung |
| Phase I/IIa | 975 | wiederholte Mehrfachgabe, intravenös Tag 1, 8 und 15; alle 28 Tage, Dosiseskalation ab 40 mg/m2 |
60 | Patientenrekrutierung läuft |
| Phase I/IIa | 983 | Kombination mit Lenalido mide und Dexamethason basierend auf 975 Design (wiederholte Mehrfachgabe) |
50 | Studie zur Genehmigung eingereicht |
| BT-063 | ||||
| Phase I Anwendung bei Probanden |
977 | Einfachgabe, intravenös bis zu 100 mg/m2 |
24 | Studie abgeschlossen |
*) MTX = Methotrexat
Publikationen
Bei BT-061 (Tregalizumab) hat Biotest im Jahr 2011 die Abschlussdaten aus jeweils einer Phase-II-Studie in der Indikation Rheumatoide Arthritis (Studien-Nr. 971) und Psoriasis (Studien-Nr. 973) erhalten. In Studie 971 zeigten die Daten eine Wirksamkeit des Antikörpers in der Kombinationstherapie mit Methotrexat mit guter Verträglichkeit. In der Psoriasis-Studie waren einige Patienten zu beobachten, bei denen sich die Krankheitssymptomatik um mehr als 90% verbessert hatte.
Im September 2011 veröffentlichte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Tregalizumab als individuelle und weltweit gültige Bezeichnung für den Wirkstoff BT-061 (International non-proprietary name, INN). Biotest und Abbott werden nun gemeinsam die Entwicklung des Antikörpers in der Indikation Rheumatoide Arthritis forcieren.
In der klinischen Studie von BT-062 der Phase I/II in der Indikation Multiples Myelom (Studien-Nr. 969) war bei etwa 50% der Patienten nach der Behandlung mit BT-062 ein klinischer Nutzen zu erkennen. Bei einem Patienten dauerte die Behandlung zum Jahresende 2011 seit mehr als 18 Monaten an. In die Studie wurden Patienten eingeschlossen, die alle derzeit verfügbaren Therapien bereits durchlaufen hatten. Das Studiendesign sieht vor, dass die Behandlung der in die Studie eingebundenen Patienten mit dem Immunkonjugat weiterläuft, solange der Krankheitszustand stabil ist.
In der laufenden Multi-Dosis-Studie (Studien-Nr. 975) erwies sich BT-062 weiterhin als sehr gut verträglich und es war ein klinischer Nutzen zu erkennen. Gegen Jahresende reichte Biotest die Unterlagen für eine weitere klinische Studie (Studien-Nr. 983) bei der FDA ein. In der Studie soll BT-062 in der Kombinationstherapie mit bereits zugelassenen Mitteln (Revlimid® und Dexamethasone) untersucht werden.
Auf der Biotest-Internetseite sind weitere Informationen zu Präsentationen im Rahmen wissenschaftlicher Fachveranstaltungen abrufbar.
Die im Jahr 2010 eingeleiteten präklinischen Untersuchungen von BT-061 in der Indikation Multiple Sklerose im Rahmen des Konsortiums "Neue Wirkstoffe für neurologische Erkrankungen" (Neu² Konsortium) liefen im Jahr 2011 weiter.
Biotest hat den internationalen Patentschutz der Antikörper durch entsprechende Einreichungen und Anmeldungen weiter ausgebaut.
Produktion
Im März 2011 inspizierten Vertreter des Paul-Ehrlich-Instituts und des Regierungspräsidiums Darmstadt die Anlagen zur Produktion monoklonaler Antikörper bei der BPC, Boca Raton, USA. Nach deren erfolgreichem Abschluss wurden dort weitere Chargen von BT-061 für die klinische Prüfung hergestellt.
Entwicklung im nicht fortgeführten Geschäftsbereich
Der Umsatzbeitrag des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs beträgt für das Jahr 2011 30,5 Mio. €. Der Großteil dieser Summe entfällt auf die Aktivitäten des Segments Mikrobiologisches Monitoring bis zum Verkauf an die Merck KGaA Gruppe am 1. August 2011. Der Vorjahresumsatz betrug 51,0 Mio. €. Hierin waren Umsatzerlöse des Segments Mikrobiologisches Monitoring über den vollen Zwölfmonatszeitraum enthalten, die Werte sind somit nicht miteinander vergleichbar.
Das EBIT aus dem zum 1. August 2011 vollzogenen Verkauf der Aktivitäten des Segments Mikrobiologisches Monitoring in Höhe von 26,4 Mio. € wurde unter dem nicht fortgeführten Geschäftsbereich ausgewiesen. Einschließlich des Beitrags aus dem operativen Geschäft der ersten sieben Monate des Jahres und den Erträgen aus dem Segment Medizinische Diagnostik beläuft sich das EBIT für 2011 auf 35,7 Mio. € (2010: 24,8 Mio. €).
Finanz- und Vermögenslage
Finanzierungsstrategie
Die Finanzierungsstrategie der Biotest Gruppe ist darauf ausgerichtet, eine zu jeder Zeit ausreichende Liquidität zu sichern, über ausreichend Spielraum zur Finanzierung des Wachstums im operativen Geschäft zu verfügen und die Investitionen plangemäß umsetzen zu können.
Biotest setzt Eigen- und Fremdkapital zur Finanzierung ein und strebt eine solide und konservativ ausgerichtete Finanzierungsstruktur an; die Zielmarke für die Eigenkapitalquote liegt bei 40,0%. Das Eigenkapital und die langfristige Komponente der Fremdkapitalfinanzierung sollen zusammen das Anlagevermögen abdecken. Für die Finanzierung des operativen Geschäfts schließen wir revolvierende Vereinbarungen über Betriebsmittelkredite ab, die in der Regel ein oder zwei Jahre laufen.
Finanzierung im Geschäftsjahr 2011
Vor dem Hintergrund der Finanzmarktkrise hat die Ausstattung mit hinreichenden liquiden Mitteln weiter an Bedeutung gewonnen. Biotest hat daher die Erlöse aus dem Verkauf des Segments Mikrobiologisches Monitoring und aus dem Vertrag mit Abbott als liquide Mittel zur Verfügung gehalten. So ist das Unternehmen auch mittelfristig in der Lage, das weitere geplante Wachstum unabhängig zu finanzieren.
Im Anhang zum Konzernabschluss (Kapitel E8) legt Biotest die Bedeutung außerbilanzieller Finanzierungsinstrumente für den Konzern dar. Ebenfalls im Anhang enthalten sind Ausführungen zu den eingesetzten Finanzderivaten.
Cashflow
Die Cashflow-Rechnung des Jahres 2011 ist stark durch die vollzogenen Transaktionen sowie den Vertragsschluss mit Abbott geprägt. Der Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit beträgt für die fortgeführten Geschäftsbereiche 72,5 Mio. € nach 41,7 Mio. € im Jahr 2010. Dieses Wachstum um 73,9% geht zu großen Teilen auf den Zufluss aus dem Vertrag mit Abbott zu Tregalizumab zurück. Das Umlaufvermögen weitete sich nach der deutlichen Reduktion im Jahr 2010 im Berichtsjahr wieder aus; ein Grund dafür waren höhere Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die sich aufgrund höherer Umsätze mit längeren Laufzeiten im vierten Quartal erhöhten.
Im Mittelzufluss aus Investitionstätigkeit sind die Erlöse aus dem Verkauf der Aktivitäten des früheren Segments Mikrobiologisches Monitoring sowie der restlichen Aktivitäten des ehemaligen Segments Medizinische Diagnostik enthalten.
Aus der Finanzierungstätigkeit flossen 30,7 Mio. € (2010: 47,3 Mio. €) ab. Biotest hat einen Teil der Einnahmen aus dem Abbott-Vertrag und des Gewinns aus den getätigten Veräußerungen genutzt, um Finanzverbindlichkeiten zurückzuführen.
Einschließlich des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs beträgt der Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit für das Jahr 2011 für die Biotest Gruppe 72,3 Mio. € (2010: 77,8 Mio. €), der Cashflow aus der Investitionstätigkeit beläuft sich für die gesamte Gruppe auf 22,0 Mio. € (2010: –16,8 Mio. €).
Somit stand im Jahr 2011 für die Biotest Gruppe ein Free Cashflow in Höhe von 94,3 Mio. € (2010: 61,0 Mio. €) zur Verfügung. Daraus konnte neben der erwähnten Tilgung von Krediten auch die Dividendenausschüttung des Jahres 2011 sowie die getätigten Investitionen vollständig finanziert werden.
siehe hierzu Kapitel F3 im Konzernanhang
Wesentliche Kenngrößen der Kapitalflussrechnung der Biotest Gruppe*
| Mio. € | 2011 | 2010 |
|---|---|---|
| Operativer Cashflow vor Veränderung des Working Capital | 72,9 | 66,7 |
| Cashflow aus Veränderung des Working Capital | 12,9 | –11,7 |
| Gezahlte Zinsen und Steuern | –13,3 | –13,3 |
| Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit | 72,5 | 41,7 |
| Cashflow aus Investitionstätigkeit | 22,7 | 18,3 |
| Cashflow aus Finanzierungstätigkeit | –30,7 | –47,3 |
| Zahlungswirksame Veränderung der flüssigen Mittel | 64,5 | 12,7 |
* bezogen auf die fortgeführten Geschäftsbereiche
Investitionen und Abschreibungen
Das im Jahr 2011 realisierte Investitionsvolumen beläuft sich für die fortgeführten Geschäftsbereiche auf 26,7 Mio. € (2010: 31,1 Mio. €). Davon entfielen 25,0 Mio. € auf Investitionen in Sachanlagen und 1,7 Mio. € auf Investitionen in immaterielle Vermögenswerte.
Die wesentlichen Einzelposten bei den Investitionen in Sachanlagen waren Investitionen in die Erweiterung der Abfüllungs- und Verpackungsanlage für Plasmaproteine in Dreieich sowie weitere Investitionen in die Fertigungsanlage bei der BPC.
Das Volumen der Abschreibungen beläuft sich für 2011 auf 30,8 Mio. € (2010: 26,9 Mio. €), davon waren 28,0 Mio. € (2010: 26,9 Mio. €) planmäßige Abschreibungen.
Erläuterungen zur Bilanz
Die Bilanzsumme der Biotest Gruppe ist zum 31. Dezember 2011 auf 682,8 Mio. € (2010: 632,3 Mio. €) gestiegen. Nach dem 2011 final vollzogenen Verkauf der Aktivitäten der früheren Segmente Mikrobiologisches Monitoring und Medizinische Diagnostik waren zum Bilanzstichtag 2011 keine Aktiva und Passiva mehr dem nicht fortgeführten Geschäftsbereich zugeordnet.
Aktiva
Die Summe der bilanzierten langfristigen Vermögenswerte ist im Abschluss des Jahres 2011 mit 312,8 Mio. € um 10,6 Mio € niedriger als in der Bilanz des Vorjahres (2010: 323,4 Mio. €). In dieser Bilanzposition ist unter anderem das Portfolio griechischer Staatsanleihen enthalten, die Biotest im Jahr 2010 im Tausch gegen offene Forderungen aus Griechenland aus den Jahren 2007–2009 erhalten hatte.
Das gesamte Griechenland-Portfolio wurde zum Bilanzstichtag 2011 entsprechend der Marktentwicklung auf 28% des Nominalwerts wertberichtigt. Die erste Tranche dieser Bonds – Anleihen, die Forderungen aus dem Jahr 2007 abdecken – wurde im Dezember 2011 planmäßig vom griechischen Staat zurückgezahlt. Darüber hinaus haben wir im Geschäftsjahr Anleihen im Nominalwert von 4,8 Mio. € verkauft.
Am 31. Dezember 2011 hielt Biotest noch Griechenland-Bonds im Nominalwert von 15,8 Mio. €, die auf einen Bilanzwert von 4,5 Mio. € wertberichtigt waren.
Bei den kurzfristigen Vermögenswerten weitete sich das Volumen der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegenüber dem Vorjahr deutlich aus. Grund hierfür sind höhere Umsätze mit längeren Laufzeiten im vierten Quartal.
Von den bilanzierten Forderungen in Höhe von 121,0 Mio. € waren 80,7 Mio. € (66,7%) zum Bilanzstichtag nicht wertgemindert und nicht überfällig. Im Vorjahr hatten die nicht wertgeminderten oder überfälligen Forderungen 61,7% aller Forderungen entsprochen.
Die Ausweitung der flüssigen Mittel geht auf den Zufluss aus der Vereinbarung mit Abbott sowie aus dem Verkauf der Aktiviäten des früheren Segments Mikrobiologisches Monitoring zurück.
Wesentliche Aktiva-Positionen der Konzern-Bilanz der Biotest Gruppe
| Mio. € | 2011 | 2010 | Veränderung in% |
|---|---|---|---|
| Immaterielle Vermögenswerte | 62,8 | 64,9 | –3,2 |
| Sachanlagevermögen | 234,9 | 230,8 | 1,8 |
| Sonstige Finanzanlagen | 4,7 | 19,3 | –75,6 |
| Vorratsvermögen | 153,0 | 148,7 | 2,9 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen |
121,0 | 98,3 | 23,1 |
| Zahlungsmittel | 83,2 | 18,5 | 349,7 |
Passiva
Auf der Passivseite schlugen sich beim Eigenkapital das hohe Ergebnis nach Steuern nieder. Die Finanzverbindlichkeiten führte Biotest im langfristigen Bereich deutlich zurück, während sie im Kurzfrist-Bereich leicht höher waren als im Abschluss des Jahres 2010. Im Zusammenhang mit dem Abbott-Vertrag erforderliche Umsatzabgrenzungen führten zu einer entsprechenden Bilanzposition von 25,0 Mio. € beim langfristigen und 16,7 Mio € beim kurzfristigen Fremdkapital.
Wesentliche Passiva-Positionen der Konzern-Bilanz der Biotest Gruppe
| Veränderung | |||
|---|---|---|---|
| Mio. € | 2011 | 2010 | in% |
| Eigenkapital | 346,7 | 307,6 | 12,7 |
| Langfristige Verbindlichkeiten | 188,3 | 193,4 | –2,6 |
| Langfristige Finanzverbindlichkeiten | 101,3 | 132,2 | –23,4 |
| Rückstellungen | 54,2 | 52,8 | 2,7 |
| Kurzfristige Verbindlichkeiten | 147,8 | 131,3 | 12,6 |
| Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten | 37,7 | 28,9 | 30,4 |
| Rückstellungen | 19,3 | 16,5 | 17,0 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferung und Leistung |
34,7 | 42,8 | –18,9 |
Die Eigenkapitalquote der Biotest Gruppe (einschließlich nicht fortgeführtem Geschäftsbereich) betrug zum Bilanzstichtag 50,8% (2010: 48,6%). Sie lag damit erneut klar über der langfristigen Zielmarke von 40 %. Von der Bilanzsumme waren 78,4% (2010: 79,2%) durch Eigenkapital und langfristiges Fremdkapital abgedeckt.
Zusammenfassende Beurteilung durch den Vorstand
Biotest hat im Jahr 2011 im Geschäft mit Plasmaproteinen die abgesetzte Menge deutlich steigern können. Aufgrund der schwierigen Preissituation, negativer Währungskurseffekte sowie Mehrbelastungen aufgrund des in Deutschland zu gewährenden Zwangsrabatts blieb der erzielte Umsatz dennoch leicht hinter dem Wert des Vorjahres zurück.
Diese Faktoren sowie einmalige Mehrkosten im Zusammenhang mit dem verzögerten Wiederanlauf der Produktionsanlage der BPC in Boca Raton, USA, belasten das Ergebnis des Jahres 2011.
Dem stehen erstmalige Umsatzbeiträge aus dem Segment Biotherapeutika gegenüber, die aus der im Juni 2011 geschlossenen Vereinbarung mit Abbott über die weltweite Entwicklung und Vermarktung von BT-061 (Tregalizumab) resultieren. Dieser Vertrag markiert einen wichtigen Meilenstein in der Entwicklung der monoklonalen Antikörper. Die Zusammenarbeit mit Abbott ist erfolgreich angelaufen.
Alle wichtigen Entwicklungsprojekte sowohl im Segment Plasmaproteine als auch im Segment Biotherapeutika sind im Geschäftsjahr weiter vorangeschritten.
Mit der Veräußerung der restlichen Aktivitäten des Segments Medizinische Diagnostik sowie sämtlicher Aktivitäten des Segments Mikrobiologisches Monitoring hat Biotest die strategische Fokussierung auf das Geschäft mit biologischen Arzneimitteln erfolgreich abgeschlossen.
Der daraus erzielte Mittelzufluss verbessert die bisher schon solide Finanzausstattung von Biotest. Das Unternehmen verfügt über die Mittel, das operative Geschäft sowie die Projekte im Rahmen der strategischen Weiterentwicklung mit den erforderlichen Ressourcen auszustatten.
Personal
Entwicklung des Personalbestands
Am 31. Dezember 2011 beschäftigte Biotest in den fortgeführten Geschäftsbereichen 1.774 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf 1.662 Vollzeitstellen. Die Zahl der Vollzeitstellen legte damit im Vergleich zum Jahresende 2010 um 3,2% zu (2010: 1.611 Stellen).
Der Anstieg geht im Wesentlichen auf neu geschaffene Stellen in der Plasmaprotein-Produktion, den Aufbau zusätzlicher Plasmazentren in den USA sowie auf die Akquisition einer Vertriebsgesellschaft in Brasilien zurück. Die Mitarbeiter des Segments Mikrobiologisches Monitoring gingen mit Wirkung zum 1. August 2011 auf die aufnehmenden Gesellschaften der Merck KGaA Gruppe über.
Am 31. Dezember 2011 waren 730 Vollzeitstellen (43,9%) der Biotest AG zugeordnet, weitere 639 Vollzeitstellen (38,4%) der BPC. Rund die Hälfte aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (963) hatte den Arbeitsplatz in Deutschland, 683 in den USA.
Vergütung
Am 1. Juni 2011 startete die nächste Tranche des Long-Term-Incentive-Programms (LTIP 2011) zur erfolgsorientierten Vergütung von Führungskräften. Das Programm ist im Konzernanhang detailliert beschrieben.
Personalentwicklung
Die weitere Verbesserung der Führungskultur sowie der interkulturellen Kompetenz der Mitarbeiter bildete im Jahr 2011 neben fachlichen Themen den Schwerpunkt des Weiterentwicklungsangebots bei Biotest.
Erstmals wurde die Veranstaltung "Führungskräfte-Kompass: Orientierung für neue Führungskräfte bei Biotest" zu internen Personal- und Führungsprozessen angeboten. Sie ermöglicht neuen Führungskräften bei Biotest eine schnelle Orientierung bei der Wahrnehmung ihrer Personalführungsaufgaben.
Das im Jahr 2010 implementierte Workshop-Konzept "Interkulturelles Management" wurde 2011 fortgeführt und auf den Standort Boca Raton in den USA ausgeweitet. Die hierdurch geschaffene stärkere interkulturelle Sensibilität dient vor allem der standortübergreifenden Zusammenarbeit zwischen Kollegen aus Deutschland mit Kollegen und Geschäftspartnern in den USA.
Eine von Biotest organisierte Vortragsveranstaltung "Führung ist – auch – Frauensache" führte zu einer regen Diskussion darüber, was Frauen in Führungspositionen kennzeichnet beziehungsweise auch von Männern unterscheidet. Ziel ist eine verstärkte Auseinandersetzung mit der beruflichen Förderung und Entwicklung von weiblichen Führungskräften im Unternehmen.
Ausbildung
Biotest hält den hohen Ausbildungsstandard bei. Ende 2011 beschäftigten wir 25 Auszubildende in sechs Ausbildungsberufen und eine B.A.-Studentin der Fachrichtung International Business Administration. Mit dem Ziel, Biotest als attraktiven Ausbildungsbetrieb zu positionieren, haben wir im Jahr 2011 das Ausbildungsmarketing intensiviert. Hierzu zählt insbesondere die Teilnahme an vier Ausbildungsmessen in der Rhein-Main-Region.
siehe hierzu Kapitel F1 im Konzernanhang
Mehr im Internet: Informationen zur Ausbildung bei Biotest in der Rubrik Karriere auf www.biotest.de
Gesellschaftliche Verantwortung
Biotest stellt sich seiner Verantwortung und unterstützt mit Spenden und als Sponsor verschiedene medizinisch-wissenschaftliche Initiativen, Forschungsprojekte sowie Maßnahmen von Patientenorganisationen.
Mit verschiedenen medizinischen und wissenschaftlichen Arbeitsgruppen aus Deutschland, die ihren Schwerpunkt in den für unsere Produkte relevanten Indikationen setzen, arbeiten wir intensiv zusammen.
Darüber ist Biotest mit der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität in Frankfurt am Main vernetzt, zum Beispiel im Zusammenhang mit wissenschaftlichen Arbeiten der Studenten und Doktoranden.
Ereignisse nach Ende des Geschäftsjahres
Es haben sich keine berichtspflichtigen Ereignisse nach dem Bilanzstichtag ergeben.
Risikobericht
Die Geschäftstätigkeit und die Umsatz- und Ergebnisentwicklung von Biotest hängen zum Teil von Faktoren ab, deren Eintritt nicht immer vorhersehbar ist und nur bis zu einem gewissen Grad oder überhaupt nicht von uns beeinflusst werden kann. Daraus resultieren Risiken, die bei Eintritt nachteilige Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben können. Zugleich birgt dieser Umstand Chancen auf eine Geschäfts- und Ertragsentwicklung, die besser ist als im Prognosebericht dargelegt.
Im Risikobericht beschreiben wir die Risiken, denen Biotest als Konzern sowie auf Ebene der Segmente ausgesetzt ist. Wir legen dar, wie das Unternehmen diesen Risiken begegnet, wie sie kontrolliert und gemanagt werden. Im Folgenden geben wir für die dargestellten Einzelrisiken jeweils eine Einschätzung des Vorstands zur Eintrittswahrscheinlichkeit an.
Gesamtaussage zur Risikosituation des Konzerns
Biotest ist aus Sicht des Vorstands derzeit keinen Risiken ausgesetzt, die über das untrennbar mit dem Geschäft verbundene Maß hinausgehen. Sämtliche wesentlichen Risiken werden kontinuierlich beobachtet; sofern möglich und sinnvoll, wurde eine entsprechende Absicherung eventueller finanzieller Folgen vorgenommen. Es sind derzeit keine Risiken erkennbar, welche die wirtschaftliche Stabilität der Biotest Gruppe gefährden könnten.
Risikostrategie
Vorstand und Aufsichtsrat haben in ihrer gemeinsamen Risikostrategie festgelegt, dass das Unternehmen kontrolliert Risiken eingeht, wenn dadurch die Perspektive auf ein dauerhaft ertragreiches Wachstum geschaffen wird. Die Risikostrategie ist darauf ausgerichtet, den Bestand des Unternehmens zu sichern und seinen Wert dauerhaft und systematisch zu steigern.
Risikomanagement und -controlling
Biotest erfasst und bewertet systematisch die operativen und strategischen Risiken. Alle Risiken von wesentlicher Tragweite und hinreichender Eintrittswahrscheinlichkeit werden engmaschig kontrolliert.
Unser EDV-gestütztes Risikomanagement-System erfüllt die Anforderungen des Gesetzes zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich (KonTraG). Die Prozesse im Risikomanagement sind detailliert dokumentiert, die entsprechenden Dokumente sind im Risikomanagement-System hinterlegt.
Wesentliche Gefährdungspotenziale sind Element der monatlichen internen Berichterstattung. Alle sechs Monate erfasst ein Risikomanagement-Komitee den aktuellen Stand der Risikolage in allen Segmenten und erstellt einen detaillierten Risikobericht an den Vorstand. Dieser umfasst folgende Risikofelder: Marktrisiken, Prozess- und Produktionsrisiken, Finanzrisiken, Personalrisiken und Organisationsrisiken.
In der Zeit zwischen den Sitzungen des Risikomanagement-Komitees informieren die Segmentverantwortlichen den Vorstand im Rahmen der regelmäßig stattfindenden Vorstandssitzungen über die aktuelle Risikosituation innerhalb ihres Verantwortungsbereichs. Ändert sich die Risikolage ad hoc, so wird der Vorstand bei Bedarf kurzfristig und direkt darüber in Kenntnis gesetzt.
Jeder Mitarbeiter bei Biotest muss sich – im Rahmen der jeweils übertragenen Verantwortung – risikobewusst verhalten. Verantwortlich für Kontrolle und Steuerung der Risiken sind die jeweiligen Führungskräfte. Innerhalb der Gruppe gibt es etwa 60 Risikomelder, die sämtliche potenziellen Risiken abdecken. Für alle Risikomelder gelten verbindliche Grundsätze zum Umgang mit Risiken.
Standards und Abläufe im Risikomanagement und -controlling werden durch die Interne Revision regelmäßig auf ihre Angemessenheit und Wirksamkeit geprüft. Das letzte Audit fand 2009 statt.
Um die finanziellen Folgen von Haftungsrisiken und Elementarschäden zu begrenzen, hat Biotest Versicherungen abgeschlossen. Wir kontrollieren regelmäßig, ob der Umfang des Versicherungsschutzes angemessen ist und passen ihn gegebenenfalls an.
Interne Kontrollsysteme der Rechnungslegungsprozesse
Biotest hat ein rechnungslegungsbezogenes internes Kontrollsystem etabliert, das alle wesentlichen Geschäftsprozesse in der Biotest AG und in sämtlichen Tochtergesellschaften umfasst. Ziel des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems ist es, durch die Implementierung von Kontrollen eine hinreichende Sicherheit zu gewährleisten, dass trotz identifizierter Risiken ein regelungskonformer Konzernabschluss erstellt wird. Die einschlägigen Richtlinien sind in einem Organisationshandbuch zusammengefasst, das allen Mitarbeitern zugänglich ist.
Ziel des implementierten Risikomanagement-Systems ist die Identifizierung und Bewertung von Risiken, die der Regelkonformität des Konzernabschlusses entgegenstehen könnten. Ferner werden erkannte Risiken begrenzt, sofern notwendig durch Hinzuziehung externer Spezialisten. Schließlich dient das Risikomanagement-System der Überprüfung erkannter Risiken hinsichtlich ihres Einflusses auf den Konzernabschluss sowie der Abbildung dieser Risiken.
Das den Vorgaben der IAS/ IFRS (International Accounting Standards / International Financial Reporting Standards) entsprechende Handbuch der Rechnungslegung der Biotest AG ist für alle Gesellschaften der Gruppe verbindlich und deckt alle für Biotest relevanten IFRS ab. Das Handbuch wird ständig an Änderungen der IFRS angepasst. Alle für die Rechnungslegung Verantwortlichen werden hierzu kontinuierlich informiert und geschult.
Die Rechnungslegung der Biotest AG und aller in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften erfolgt nach festen Termin- und Ablaufplänen, in denen alle notwendigen Aktivitäten detailliert festgeschrieben sind.
Die Einzelabschlüsse und der Konzernabschluss werden mithilfe anerkannter Systeme erstellt. In den Konzerngesellschaften sind durch Organisationsanweisungen und klare Zuständigkeiten interne Kontrollprozesse etabliert, die unter anderem die Funktionstrennung durch ein Vier-Augen-Prinzip beinhalten.
Die Gesellschaften erfassen die Daten für die Konzernrechnungslegung in einem einheitlichen, detaillierten Berichtswesen über dessen Inhalt sich die zuständigen Abteilungen für Finanzen und Controlling monatlich abstimmen. Sämtliche Einzelabschlüsse der Konzerngesellschaften werden einer Plausibilitätskontrolle unterzogen, eventuelle Differenzen in Konsolidierungsprozessen werden analysiert und sofern erforderlich korrigiert.
Die im Rahmen des Konzernabschluss-Erstellungsprozesses durchzuführenden Maßnahmen unterliegen systemseitigen sowie manuellen Kontrollen. Soll-Ist-Vergleiche sowie die Analyse von Veränderungen in Bilanz- und GuV-Posten sind weitere Kontrollen auf Ebene des Konzernabschlusses.
Vertrauliche Daten und Dokumente sind vor dem Zugriff unberechtigter Personen geschützt. Dies gilt für die rechnungslegungsbezogenen EDV-Systeme (Zugriffsberechtigungen, Passwörter, Verschlüsselungen) sowie für sämtliche Gebäude (Zugangskontrolle, Zugangsrechte).
Die Einzel- und Konzernabschlüsse der Tochtergesellschaften werden durch externe Prüfer geprüft beziehungsweise einer prüferischen Durchsicht unterzogen.
Die Interne Revision prüft Geschäftsprozesse in allen Segmenten und Beteiligungsgesellschaften. Ihre Befugnisse, Pflichten und Stellung im Konzern sind in der Revisionsrichtlinie festgelegt. Die Prüfung folgt einem Jahres-Revisionsplan, der durch den Vorstand und den Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats beschlossen wird. Die einzelnen Prüfungsergebnisse werden dem Vorstand zeitnah vorgelegt. Die Revision berichtet darüber hinaus dem Vorstand und den Mitgliedern des Prüfungsausschusses jeweils einmal jährlich ausführlich.
Risikomanagement-System in Bezug auf Finanzinstrumente
Biotest nutzt derivative Finanzinstrumente zur Sicherung von Währungs- und Zinspositionen. Der Abschluss entsprechender Kontrakte erfolgt unter Berücksichtigung der definierten Risikogrenzen. Eine umfassende Darstellung des Risikomanagement-Systems in Bezug auf Finanzinstrumente enthält der Anhang zum Konzernabschluss.
Darstellung der wesentlichen Risikokategorien
Die nachstehend beschriebenen Risiken sind nicht die einzigen, denen Biotest ausgesetzt ist. Weitere Risiken und Unsicherheiten, die uns derzeit nicht bekannt sind oder, die wir gegenwärtig als unwesentlich betrachten, können den Geschäftsbetrieb beeinträchtigen und nachteilige Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben. Aus der Reihenfolge, in der die nachfolgenden Risiken aufgeführt sind, lässt sich keine Aussage über die Wahrscheinlichkeit ihres Eintretens ableiten.
Umfeldrisiken und Branchenrisiken
Konjunkturrisiken
Den Folgen einer tief greifenden und lang anhaltenden Rezession könnte sich Biotest nicht dauerhaft entziehen, wenn auch der unmittelbare Effekt begrenzt ist. Das Risiko möglicher Umsatzrückgänge ergibt sich aus einer eventuell geringeren Nachfrage und/oder einem steigenden Druck seitens der Abnehmer, die Preise zu senken.
Ein weiterer potenziell dämpfender Effekt besteht darin, dass Biotest gezwungen sein könnte, die Belieferung einzelner Märkte zu reduzieren oder einzustellen. Dies könnte der Fall sein, wenn keine ausreichende Absicherung gegen den Ausfall entsprechender Forderungen möglich ist, oder diese nur zu deutlich verschlechterten Konditionen zu erreichen wäre.
Wenn die gesamtwirtschaftliche Lage eines Landes sich so sehr verschlechtert, dass gravierende Auswirkungen auf dessen Zahlungsfähigkeit sowie auf das dortige Gesundheitssystem zu befürchten sind, könnte Biotest gezwungen sein, Lieferungen in solche Länder zur Risikoreduzierung einzustellen.
Die Konjunkturrisiken sehen wir als erhöht an und beobachten die Entwicklung genau.
Absatzmarktrisiken
Absatzmarktrisiken setzen sich aus Preis-, Mengen-, Substitutions- und Forderungsausfallrisiken zusammen. Das Risiko weiterer kräftiger Preisrückgänge bei Plasmaproteinen hat sich aufgrund der Preisentwicklung der vergangenen Jahre, der stabil steigenden Nachfrage sowie der Angebotsentwicklung gegenüber der Vorjahressituation nicht erhöht. Es ist aber nach wie vor als erhöht anzusehen.
Durch die Erschließung weiterer internationaler Märkte und durch den Abschluss längerfristiger Lieferverträge senken wir das Risiko kurzfristiger Schwankungen von Absatzmenge und Preisen. Dennoch bergen
insbesondere einzelne Ausschreibungsgeschäfte im Segment Plasmaproteine das Risiko, dass die absetzbare Menge niedriger ist als geplant.
Das Verhältnis zwischen den weltweit eingesetzten plasmatischen und rekombinanten Gerinnungsfaktoren ist nach unseren Beobachtungen stabil, so dass wir die Substitutionsrisiken für gering erachten.
Das Forderungsausfallrisiko ist angesichts der teilweise in Frage gestellten Zahlungsfähigkeit von Unternehmen und Staaten in einigen Regionen erhöht. Biotest beobachtet die Entwicklung der Forderungen und ergreift gegebenenfalls Maßnahmen zur Risikominimierung.
Beschaffungsmarktrisiken
Für die Herstellung unserer biologischen und biotechnologischen Arzneimittel benötigen wir spezielle Ausgangs- und Hilfsstoffe. Sollte es hier zu einer Verknappung oder wesentlichen Verteuerung kommen, besteht die Gefahr, dass die Produktions- und Lieferfähigkeit von Biotest eingeschränkt sein könnte. Biotest bezieht große Teile der benötigten Ausgangsstoffe aus eigenen Quellen und hat für übrige Lieferungen langfristige Verträge geschlossen. Deshalb ist das Beschaffungsmarktrisiko aus unserer Sicht sehr begrenzt.
Politische Risiken
Einen Teil des Umsatzes im Segment Plasmaproteine erzielt Biotest über Ausschreibungsgeschäfte. Diese unterliegen in bestimmten Ländern einer hohen politischen Beeinflussbarkeit, was sich in Einzelfällen zu Ungunsten von Biotest auswirken könnte. Da Biotest in diesem Marktbereich sehr risikobewusst agiert, ist diese Gefahr überschaubar.
Biotest unterhält Beziehungen zu Unternehmen weltweit. Eine Destabilisierung der Lage in einzelnen Ländern kann unter ungünstigen Umständen die Geschäftsbeziehungen und Geschäftsaussichten beeinträchtigen. Im Extremfall kann eine Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage das politische und wirtschaftliche System einzelner Länder destabilisieren. Mögliche Auswirkungen wären Devisenexportbeschränkungen, Import- oder Exportverbote, wodurch die Geschäftsbeziehungen zwischen Biotest und den meist staatlichen Einrichtungen in solchen Ländern gefährdet würden.
Gegenüber dem Jahr 2010 hat sich die Situation in vielen Ländern des Nahen und Mittleren Ostens destabilisiert. Da Biotest in diesen Ländern seit langer Zeit vertreten ist, zeigt sich hier ein erhöhtes Risiko für die Zukunft. Biotest beobachtet sämtliche politischen Risiken kontinuierlich. Die im Falle eines Eintritts möglicherweise resultierenden wirtschaftlichen Folgen werden genau verfolgt.
Unternehmensstrategische Risiken
Risiken in Forschung und Entwicklung
Neue Arzneimittel müssen bis zur Zulassung und Markteinführung mehrere klinische Prüfungen durchlaufen, wobei das Risiko besteht, dass sich eine zuvor vermutete therapeutische Wirkung nicht bestätigt oder unerwartete medizinische Risiken die Nutzen/Risiko-Balance nachteilig verändern. Außerdem lässt sich die Höhe der Investitionen in die Entwicklung nicht exakt vorhersagen – es können unerwartet Mehrkosten auftreten. Diese können auch entstehen als Folge der gesetzlichen Neuerung in Deutschland, wonach neue Arzneimittel schon im Rahmen der 2011 eingeführten frühen Nutzenbewertung ihren Zusatznutzen im Vergleich zu bestehenden Produkten nachweisen müssen. Dessen Ausmaß bestimmt maßgeblich den Erstattungspreis.
Anhand von Meilensteinplänen überwachen wir ständig den Entwicklungsfortschritt der Projekte. In regelmäßigen Zwischenanalysen werten wir die aus der präklinischen und klinischen Entwicklung neu gewonnenen Daten aus und schaffen so eine verlässliche Grundlage für Entscheidungen zum weiteren Projektverlauf. Mit dem Abschluss der Kooperationsvereinbarung mit Abbott hat sich die entsprechende Risikosituation im Segment Biotherapeutika deutlich verbessert.
Leistungswirtschaftliche Risiken
Prozess- und Produktionsrisiken
Unter Prozess- und Produktionsrisiken verstehen wir die Beeinträchtigung einer effizienten, umweltfreundlichen Leistungserstellung durch ineffiziente Strukturen und Produktionsabläufe sowie durch Elementarschäden. Personalrisiken in der Produktion resultieren aus einem möglichen beabsichtigten oder unbeabsichtigten Fehlverhalten von Mitarbeitern, das etwa die Effizienz oder die Sicherheit in der Produktion negativ beeinflusst.
Wir beobachten und analysieren die Prozesse in der Produktion ständig, um möglicherweise entstehenden Risiken frühzeitig entgegenzutreten. Die Abläufe in der Produktion sind über Arbeitsanweisungen jedem damit befassten Mitarbeiter bekannt. Durch umfassende und genau dokumentierte Standards und Arbeitsanweisungen sowie die regelmäßige Schulung unserer Mitarbeiter begegnen wir möglichen Risiken. Einen Schwerpunkt legen wir dabei auf den Bereich Hygiene. Aktuell sehen wir in diesem Bereich kein erhöhtes Risiko.
Risiken aus Lieferantenbeziehungen
Es besteht das Risiko, dass einzelne Geschäfts- oder Kooperationspartner ihren Verpflichtungen nicht oder nicht ordnungsgemäß nachkommen oder bestehende Verträge kündigen. Außerdem unterliegen wir dem Risiko, für mögliche Pflichtverletzungen unserer Partner einstehen zu müssen. Aufgrund der in der Regel langjährigen Geschäftsbeziehung und des intensiven Dialogs, den wir mit unseren Zulieferern pflegen, halten wir die Eintrittswahrscheinlichkeit dieser Risiken für sehr gering.
Risiken in Bezug auf den Rohstoff Plasma
Es besteht das Restrisiko, dass Plasma in die Produktion gelangt, das durch derzeit bekannte, aber unentdeckt gebliebene oder bislang unbekannte Bakterien, Viren oder Prionen verunreinigt ist. Das könnte zu einer Belastung der Endprodukte führen. Mögliche Folgen wären, dass Behörden den Rückruf einzelner Chargen aus dem Markt anordnen beziehungsweise die Zulassung einschränken oder aufheben. Daneben könnte eine Verunreinigung mit bislang unbekannten Bakterien, Viren oder Prionen dazu führen, dass die Produktion von Medikamenten auf Plasmabasis durch den Gesetzgeber schärfer reguliert wird.
Die von Biotest eingesetzten Testverfahren entsprechen dem neuesten Stand der Wissenschaft. Im Herstellungsverfahren sind mehrere Schritte zur Virusinaktivierung beziehungsweise Virusabreicherung enthalten. Eine Belastung der Endprodukte kann daher weitestgehend ausgeschlossen werden.
Compliance
Im Wettbewerb um Lieferaufträge sowie bei der Beschaffung besteht grundsätzlich ein Korruptionsrisiko. Mitarbeiter der Biotest Gruppe könnten durch Vorteilsgewährung oder Vorteilsnahme in unzulässiger Weise Einfluss auf die jeweilige Auftragsvergabe nehmen. Biotest begegnet diesem Risiko durch verschiedene Maßnahmen zur Korruptionsbekämpfung.
Die Leiter der Konzerngesellschaften können Geschäfte mit einem wesentlichen Einfluss auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage oder die Risikosituation des Konzerns nur mit Zustimmung der Unternehmensleitung des Konzerns abschließen.
Weitere Personalrisiken
Weitere Risiken bestehen darin, dass Biotest nicht in der Lage sein könnte, Mitarbeiter in Schlüsselpositionen an sich zu binden beziehungsweise entsprechende Positionen mit geeigneten Kandidaten zu besetzen. Diesem Risiko begegnen wir durch ständige und gezielte Weiterbildung der Mitarbeiter, attraktive Ausbildungsprogramme sowie eine leistungsorientierte Vergütung von Fach- und Führungskräften.
Informationstechnische Risiken
Ein Großteil der Produktions- und sonstigen Geschäftsprozesse bei Biotest läuft IT-gestützt ab. Die Sicherheit der eingesetzten Technik hat daher für uns höchste Priorität. Das gilt sowohl im Hinblick auf die Stabilität der Systeme und entsprechende Rückfall-Lösungen als auch auf einen möglichen unberechtigten Zugriff Dritter und auf mögliche Angriffe aus dem Internet. Die Produktion und die Verwaltung arbeiten mit voneinander getrennten IT-Netzen.
Biotest entwickelt die entsprechenden Sicherheitssysteme kontinuierlich weiter. Der ordnungsgemäße Umgang mit Systemen und Daten ist in Arbeitsanweisungen umfassend geregelt.
Finanzwirtschaftliche Risiken und Währungsrisiken
Finanzwirtschaftliche Risiken können aus der unerwarteten Kündigung von Kreditlinien oder aus plötzlich steigenden Darlehenszinsen resultieren. Biotest hat für einen großen Teil der Fremdkapitalfinanzierung langfristige Verträge abgeschlossen. Weiterhin stehen den Verkäufen in US-Dollar in erheblichem Umfang Einkäufe in derselben Währung gegenüber.
Die Folgen der Finanzmarkt- und Staatsschuldenkrise haben auch Auswirkungen auf Biotest. Griechenland hat die erste Tranche der Anleihe plangemäß zurückgezahlt, mit der Forderungen gegen Hospitäler aus dem Jahr 2007 beglichen wurden. Auch die im Jahr 2010 neu aufgelaufenen Forderungen wurden im vergangenen Jahr vollständig beglichen. Dennoch besteht weiterhin eine hohe Unsicherheit, ob die noch ausstehenden Tranchen der Anleihe beziehungsweise weitere offene Forderungen vollständig bedient werden. Ein ebenfalls gestiegenes Ausfallrisiko ist für Forderungen in Ungarn zu verzeichnen. Eine erhöhte Wachsamkeit ist bei der Entwicklung der Forderungslaufzeiten in Italien und Spanien erforderlich.
Biotest begegnet Währungsrisiken soweit sinnvoll durch den Einsatz derivativer Finanzinstrumente. Massive Wertverluste einzelner Währungen würden allerdings trotz dieser Maßnahmen nicht ohne Folgen für das Konzernergebnis bleiben. Aus diesem Grund überwachen wir mögliche Währungsrisiken kontinuierlich und nehmen entsprechende Absicherungen vor.
Sonstige Risiken
Risiken durch Neben- oder Wechselwirkungen
Bei bereits zugelassenen Medikamenten können sich unerwartet stärkere oder bislang unbekannte Nebenwirkungen oder Wechselwirkungen mit anderen Mitteln herausstellen. Nicht sachgerechte Handhabung, Lagerung oder Anwendung unserer Präparate kann ebenfalls erhebliche negative Auswirkungen bei Abnehmern und Patienten zur Folge haben. Die in solchen Fällen in Abstimmung mit Aufsichtsbehörden zu treffenden Maßnahmen reichen von der Anordnung eines Rückrufs einzelner Chargen bis hin zur Einschränkung oder Aufhebung der Zulassung. Insbesondere nicht sachgerechte Handhabung von Verdachtsfällen auf Nebenwirkungen, Wechselwirkungen oder Qualitätsmängel können außerdem die Reputation von Biotest bei Aufsichts- und Zulassungsbehörden beeinträchtigen. Durch ständig weiterentwickelte transparente Prozesse sowie Trainings der mit diesen Themen befassten Mitarbeiter stellt Biotest eine sehr hohe Zuverlässigkeit in diesem Bereich sicher. Die hohe Zuverlässigkeit wurde in wiederholten Inspektionen durch Behörden bestätigt. Außerdem wird durch einen intensiven Dialog mit Kliniken und den betreffenden Facharztpraxen sichergestellt, frühzeitig über mögliche neu bekannt gewordene Neben- und Wechselwirkungen informiert zu sein.
Risiken aus laufenden Verfahren und Steuerrisiken
Die Steuerbescheide der Biotest AG für die Jahre 2009 und 2010 unterliegen dem Vorbehalt der steuerlichen Nachprüfung. Die aus der Betriebsprüfung für die Jahre 2004 bis 2008 feststehenden, aber noch nicht mit einem Steuerbescheid unterlegten Nachforderungen sind im Konzernabschluss abgebildet.
siehe hierzu auch Punkt F4 im Konzernanhang
Prognosebericht
Die Erwartungen und Planungen des Vorstands bezüglich der künftigen wirtschaftlichen Entwicklung der Biotest Gruppe basieren auf Annahmen, die aus heutiger Sicht die höchste Wahrscheinlichkeit aufweisen. Die Planungen sind jedoch, ebenso wie sämtliche Aussagen zur zukünftigen Entwicklung, naturgemäß mit Unsicherheiten behaftet. Die tatsächliche Entwicklung des Marktumfelds oder der Segmente von Biotest kann deutlich von den unterstellten Entwicklungen abweichen.
Gesamtaussage des Vorstands zur Entwicklung des Konzerns
Der Vorstand geht für das laufende und das kommende Jahr von einer stabilen Entwicklung der Biotest Gruppe aus. Der Markt für Plasmaproteine wird bezogen auf die Menge weiter wachsen, der Druck auf die Preise dürfte jedoch zumindest 2012 weiter anhalten.
Mit der erfolgreich umgesetzten Fokussierung auf das Geschäft mit Arzneimitteln sowie der Zusammenarbeit mit Abbott bei der weiteren Entwicklung von Tregalizumab sind wichtige Grundlagen für die Weiterentwicklung des Unternehmens gelegt. Von dieser starken Basis aus wird Biotest nach Einschätzung des Vorstands ab dem Jahr 2013 wieder auf einen Wachstumskurs einschwenken.
Die Mittelzuflüsse aus dem Vertrag mit Abbott sowie dem Verkauf des ehemaligen Segments Mikrobiologisches Monitoring haben die finanzielle Situation von Biotest zusätzlich verbessert. Das Unternehmen verfügt über ausreichend freie Finanzierungslinien sowie über liquide Mittel, die strategischen Projekte finanziell ausreichend auszustatten. Das gilt auch für den Fall, dass die Banken in ihrer Kreditvergabe restriktiver werden sollten.
Ausrichtung des Konzerns in den Geschäftsjahren 2012 und 2013
Die grundsätzliche Ausrichtung der Biotest Gruppe wird sich aus heutiger Sicht nicht verändern. Der Fokus wird unverändert darauf liegen, die Position in den Therapiegebieten Klinische Immunologie, Hämatologie sowie Intensivmedizin zu stärken. Die Anforderungen von Anwendern und Patienten an die Arzneimittel von Biotest bilden dabei die Leitlinie.
Entwicklung des Marktumfelds
Allgemein
Die Finanzlage der Staaten und der öffentlich getragenen Gesundheitssysteme wird angespannt bleiben. Weitere Maßnahmen zur Kostensenkung im Gesundheitssektor sind möglich. Je nach weiterem Verlauf der Europäischen Staatsschuldenkrise kann sich das gesamtwirtschaftliche Umfeld für das Geschäft von Biotest weiter verschärfen.
Marktumfeld Plasmaproteine
Die Nachfrage nach Immunglobulinen wird im Jahr 2012 und im darauf folgenden Jahr um etwa 4 bis 6% p.a. zunehmen. Beim Angebot rechnen wir mit keiner grundlegenden Änderung der Situation, weshalb der Druck auf die Preise außerhalb einiger europäischer Märkte und der USA nach unserer Einschätzung anhalten wird. Wir gehen aber davon aus, dass die im Jahr 2012 im Jahresdurchschnitt zu realisierenden Preise leicht über dem Niveau des Jahres 2011 liegen werden.
Bei plasmabasierten Gerinnungsfaktoren rechnen wir mit einer Zunahme des Weltmarktvolumens um etwa 2% pro Jahr. Im Hinblick auf Albumin liegt unserer Planung die Annahme eines weitgehend stabilen Marktvolumens zugrunde.
Marktumfeld Biotherapeutika
Wir gehen unverändert davon aus, dass alle drei monoklonalen Antikörper von Biotest im Falle einer Zulassung in ihrer jeweiligen Leitindikation eine Therapieoption repräsentieren werden, die sich deutlich von anderen zugelassenen Ansätzen unterscheidet.
Erwartete Geschäfts- und Ertragslage der Biotest Gruppe
Biotest erwartet für das Geschäftsjahr 2012 ein Umsatzwachstum von 3 bis 5% und für das Geschäftsjahr 2013 ein Umsatzwachstum von 8 bis 10% jeweils gegenüber dem Vorjahreswert.
Für das operative Ergebnis (EBIT) erwarten wir im Geschäftsjahr 2012 nur einen geringfügigen Anstieg gegenüber dem EBIT des Jahres 2011. Im Geschäftsjahr 2013 wird das Wachstum des EBIT nach unseren Erwartungen in etwa dem Anstieg des Umsatzes von 8 bis 10% entsprechen.
Die genannten Umsatz- und Ergebniserwartungen stehen unter der Prämisse, dass die Rahmenbedingungen für unsere Geschäfte mit Ländern wie Griechenland, Russland und einzelnen Ländern des Nahen Ostens sich nicht aus finanziellen oder politischen Gründen verschlechtern. Eine weitere Voraussetzung für die Umsatz- und Ergebnisprognose ist, dass Bivigam™ die Zulassung im US-Markt erwartungsgemäß Mitte des Jahres 2012 erhält.
Erwartete Finanz- und Vermögenslage der Biotest Gruppe
Biotest ist bestrebt, die ausgewogene Finanzierungsstruktur – sowohl im Hinblick auf das Verhältnis von Fremd- zu Eigenkapital als auch von kurzfristiger zu langfristiger Kreditfinanzierung – im Jahr 2012 und im darauffolgenden Jahr zu erhalten. Einen erheblichen Teil unserer flüssigen Mittel werden wir einsetzen, um die erforderliche Ausweitung des Umlaufvermögens zu finanzieren. Diese ergibt sich aus dem Vermarktungsbeginn von Bivigam™, in dessen Vorfeld entsprechende Bestände des Endprodukts als Vorräte aufzubauen sind.
Erwartete Entwicklung in den Segmenten
Plasmaproteine
Für die Jahre 2012 und 2013 erwarten wir im Hinblick auf die Entwicklung von Umsatz und Ergebnis in etwa jeweils das gleiche Niveau wie für den Gesamtkonzern.
Im zweiten Halbjahr 2012 wird in der Anlage der BPC das endgültige Prozesssteuerungs-System implementiert. Nach Abschluss der Arbeiten wird die Anlage ihre volle Leistungsfähigkeit erreichen.
Der Ausbau der Verpackungskapazitäten in Dreieich wird voraussichtlich 2013 abgeschlossen sein.
Neuentwicklungen
BivigamTM: Nachdem wir im Oktober 2011 die letzten Unterlagen zum Zulassungsprozess bei der FDA eingereicht haben, erwarten wir deren Rückmeldung bis Q2 2012. Die Zulassung des Immunglobulins erfolgt nach unserer Einschätzung daher gegen Jahresmitte 2012. Biotest wird dann unverzüglich mit der Vermarktung beginnen.
Civacir®: Die Herstellung der für die klinische Prüfung erforderlichen Produktchargen bei der BPC wird voraussichtlich gegen Jahresmitte 2012 abgeschlossen sein. Wir gehen davon aus, im vierten Quartal die klinische Prüfung zu beginnen.
Fovepta®: Das Hepatitis-B-Immunglobulin zur Behandlung Neugeborener erhält nach unserer Erwartung im ersten Quartal 2012 die Zulassung für die EU. Im Anschluss wird Biotest die Dossiers für die Zulassung in mehr als zehn internationalen Märkten außerhalb der EU einreichen.
Fibrinogen: Der Start der ersten klinischen Studie ist für das Jahr 2012 geplant.
IgM-Concentrate: Bis Jahresmitte 2012 liegen die Ergebnisse einer Zwischenanalyse der laufenden klinischen Studie vor. Sie werden klare Aussagen über das Sicherheitsprofil des Arzneimittels beinhalten sowie erste Trendaussagen im Hinblick auf dessen Wirksamkeit.
Weiterentwicklung zugelassener Arzneimittel
Cytotect 70 (BT-094): In die Studie zur Prophylaxe einer konnatalen Cytomegalie-Virus-Infektion werden wir im Jahr 2012 weitere sieben Prüfzentren einbinden.
Intratect®10%: Wir erwarten die Zulassung in Europa für Ende 2012.
Darüber hinaus erwartet Biotest für die Jahre 2012 und 2013 weitere internationale Zulassungen und Registrierungen für Arzneimittel zu erhalten.
Biotherapeutika
Fortgang der Entwicklung
Im laufenden und im folgenden Geschäftsjahr werden wir die Entwicklungsprojekte im Segment weiter vorantreiben. Im Fokus werden dabei die Leitindikationen stehen. Bei BT-061 (Tregalizumab) werden wir zunächst die klinischen Studien in Rheumatoide Arthritis vorantreiben. Im Rahmen der Studie Nr. 979 ist für das Jahr 2012 eine Zwischenauswertung geplant. Außerdem werden Abbott und Biotest voraussichtlich die Unterlagen für eine weitere Studie der Phase IIb (Studien-Nr. 986) einreichen, die in Europa, Kanada, Australien und den USA durchgeführt werden soll.
Für den BT-062 werden wir im Jahr 2012 die klinische Prüfung in Europa vorbereiten. Die bisherigen Studien laufen ausnahmslos in den USA.
Chancen
Biotest betrachtet Chancen und Risiken im Rahmen eines ganzheitlichen Managementansatzes. Eine kontinuierliche Beobachtung der Entwicklung von Absatzmärkten und regulatorischer Rahmenbedingungen ermöglicht es uns, frühzeitig Chancen zu erkennen. Dafür verantwortlich sind die Leiter der Segmente, die bei dieser Aufgabe von Mitarbeitern aus dem jeweiligen Segment und den Zentralabteilungen unterstützt werden.
Die jeweilige Chancenlage ist Gegenstand der regelmäßigen Berichterstattung an den Vorstand. Ändert sich die Chancenlage so, dass rasches Handeln sinnvoll wäre, wird der Vorstand bei Bedarf kurzfristig und direkt darüber in Kenntnis gesetzt.
Biotest evaluiert identifizierte Chancen umfassend und entscheidet auf Basis der Ergebnisse über mögliche Investitionen. Zur Prüfung werden unter anderem Discounted-Cashflow-Verfahren sowie der Vergleich mehrerer Szenarien herangezogen. Darüber hinaus berücksichtigen wir mögliche Risiken; außerdem muss das Vorhaben in die strategische Ausrichtung des Segments und der Gruppe passen.
Chancen aus der Entwicklung der Rahmenbedingungen
Erkenntnisse hinsichtlich weiterer Indikationen für Immunglobuline könnten zusätzliche Vermarktungspotenziale für die Produkte von Biotest eröffnen. Erweiterte Indikationsfelder könnten auch aus verbesserten beziehungsweise breiter eingesetzten Diagnoseverfahren resultieren, die dazu führen, dass durch die Gabe von Immunglobulinen potenziell therapierbare Erkrankungen besser entdeckt werden.
Chancen aus der Unternehmensstrategie
Die Entwicklung monoklonaler Antikörper bietet die Chance auf Umsatz und Ergebnis über das erwartete Maß hinaus. Dazu könnte zum Beispiel der Einsatz in weiteren Indikationen beitragen.
Leistungswirtschaftliche Chancen
Biotest hat in den vergangenen Jahren massiv in den Ausbau von Ressourcen und Know-how in den Bereichen Arzneimittelentwicklung und -zulassung investiert. Gleichzeitig haben wir uns die Vorteile einer überschaubaren Einheit – kurze Wege, schnelle Entscheidungen – bewahrt. Wenn es uns gelingt, die aus dieser Kombination resultierenden Potenziale zu realisieren, könnten wir vor allem Forschungs- und Entwicklungsprojekte schneller und kostengünstiger vorantreiben.
ERLÄUTERUNG ZU DEN ANGABEN NACH § 315 ABSATZ 4 HGB
Das gezeichnete Kapital der Biotest AG beträgt satzungsgemäß 30.025.152 €. Es ist eingeteilt in 6.595.242 Stück-Stammaktien sowie 5.133.333 Stück-Vorzugsaktien. Die Aktien lauten auf den Inhaber, Vorzugsaktien gewähren kein Stimmrecht. Die OGEL GmbH hat uns per Mitteilung vom 12. Februar 2008 angezeigt, dass sie 50,03% der Stammaktien der Biotest AG hält. Die Gesellschaft wird von Dr. Cathrin Schleussner, Mitglied des Aufsichtsrats der Biotest AG, kontrolliert. Die Kreissparkasse Biberach hat uns per Mitteilung angezeigt, dass der Stimmrechtsanteil am 20. Januar 2007 24,36% betragen hat. Aufgrund der zum 1. Februar 2012 in Kraft getretenen Regelungen des § 41 Abs. 4d WpHG haben uns am 22. Februar 2012 Herr Dr. Martin Schleussner, Frau Renate Schleussner und Herr Dr. Hans Schleussner mitgeteilt, dass zum 1. Februar 2012 ein entsprechend § 41 Abs. 4d WpHG mitteilungspflichtiger Stimmrechtsanteil von jeweils 50,27% an der Biotest AG besteht.
Darüber hinaus sind dem Vorstand keine direkten oder indirekten Beteiligungen am Kapital bekannt, die 10% der Stimmrechte überschreiten. Es gibt keine Inhaber von Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen.
Die Mitglieder des Vorstands werden vom Aufsichtsrat nach Maßgabe der §§ 84 und 85 AktG sowie § 7 Abs. 2 der Satzung bestellt und abberufen. Jede Satzungsänderung bedarf gem. § 179 Abs. 1 AktG eines Beschlusses der Hauptversammlung (§ 133 AktG). Die Befugnis zu Änderungen der Satzung, die nur die Fassung betreffen, ist gemäß § 27 der Satzung in Übereinstimmung mit § 179 Abs. 1 Satz 2 AktG auf den Aufsichtsrat übertragen worden.
Nach näherer Maßgabe der Hauptversammlungsbeschlüsse vom 6. Mai 2010 ist die Gesellschaft ermächtigt, gemäß § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG auf den Inhaber lautende Stammaktien und/oder auf den Inhaber lautende Vorzugsaktien bis zu 10% des zum Zeitpunkt der Hauptversammlung bestehenden Grundkapitals von 30.025.152,00 € zu erwerben. Auf die erworbenen Aktien dürfen zusammen mit anderen eigenen Aktien, die sich im Besitz der Gesellschaft befinden oder ihr nach §§ 71d und 71e AktG zuzurechnen sind, zu keinem Zeitpunkt mehr als 10% des Grundkapitals entfallen. Die Ermächtigung gilt bis zum 5. Mai 2015, die Gesellschaft hat von ihr bisher keinen Gebrauch gemacht. Eine zuvor bestehende Ermächtigung des Vorstands zum Erwerb eigener Aktien gemäß Hauptversammlungsbeschluss vom 7. Mai 2009 wurde aufgehoben.
Mit Beschluss derselben Hauptversammlung wurde der Vorstand ermächtigt, bis zum 5. Mai 2015 das Grundkapital der Gesellschaft mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch Ausgabe von neuen, auf den Inhaber lautenden Vorzugsaktien ohne Stimmrecht gegen Bareinlagen einmalig oder mehrmalig insgesamt um bis zu 3.742.487,04 € (dies entspricht 1.461.909 auf den Inhaber lautenden Vorzugsaktien ohne Stimmrecht) zu erhöhen. Dabei ist den Aktionären ein Bezugsrecht einzuräumen. Von dieser Ermächtigung wurde bisher noch kein Gebrauch gemacht.
Mit Beschluss der Hauptversammlung vom 8. Juli 2004 wurde der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 7. Juli 2009 Genussrechte im Nennbetrag von bis zu 50 Mio. € auszugeben. Von dieser Genehmigung wurde im Geschäftsjahr 2005 in Höhe von 10 Mio. € Gebrauch gemacht. Am 25. November 2005 hat die Gesellschaft eine Genussrechtsvereinbarung mit einer Laufzeit von sieben Jahren über 10 Mio. € abgeschlossen, die am 5. Dezember 2005 unter Abzug eines Disagios von 3,4% zur Auszahlung kam. Es handelt sich dabei um ein nachrangiges, endfälliges Darlehen, dessen Verzinsung aus einer variablen und einer fixen Komponente besteht. Die variable Komponente ist abhängig von Finanzkennzahlen des Unternehmens.
Wesentliche Vereinbarungen zwischen der Biotest AG und Dritten, die bei einem Kontrollwechsel (Change of Control) wirksam werden, bestehen hinsichtlich der Verträge zur langfristigen Finanzierung des Konzerns. Die Konsortialkreditvereinbarung gesteht den Gläubigerbanken bei einem Kontrollwechsel bei der Biotest AG oder der Biotest Pharmaceuticals Corporation das Recht auf Kündigung der Vereinbarung zu, sofern ihnen durch den Kontrollwechsel eine Fortsetzung des Vertrags unzumutbar erscheint.
Die Genussrechtsvereinbarung über ein endfälliges Darlehen im Nennbetrag von 10 Mio. € sieht die Möglichkeit einer außerordentlichen Kündigung durch die Gläubiger vor. In einem solchen Fall wäre der gesamte Betrag sofort fällig und zudem eine Vorfälligkeitsentschädigung zu leisten.
Eine Ergänzungsvereinbarung zum Vorstandsvertrag für beide Vorstandsmitglieder enthält eine Abfindungsregelung, die im Fall wirksam wird, dass der Vorstandsvertrag infolge einer näher definierten Change of Control vorzeitig beendet wird. Die Abfindung umfasst die feste Vergütung bis zum Ende der Laufzeit zuzüglich anteiliger Tantiemen, die auf Basis des Durchschnittsbetrags der vorangegangenen zwei Geschäftsjahre zuzüglich einer Vergütung für den Nutzungswert des gewährten Dienstwagens ermittelt werden. Neben diesen Ansprüchen umfasst die Abfindung zusätzlich das Zweifache der jährlichen Festvergütung. Insgesamt beläuft sich die Abfindung jedoch maximal auf das Dreifache der jährlichen Festvergütung.
Der Anspruch entsteht nicht, wenn die Beendigung des Vorstandsvertrags auf Kündigung aus wichtigem Grund, Krankheit oder Arbeitsunfähigkeit beruht oder das Vorstandsmitglied zum Zeitpunkt der Beendigung das 60. respektive 62. Lebensjahr bereits vollendet hat oder im Zusammenhang mit dem Change of Control von dritter Seite Zuwendungen oder Wertvorteile erhält.
Gewinn- und Verlustrechnung
der Biotest Gruppe für den Zeitraum vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2011
| Tausend € | Anhang | 2011 | 2010 |
|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | D1 | 422.027 | 412.482 |
| Herstellungskosten | –254.266 | –247.999 | |
| Bruttoergebnis vom Umsatz | 167.761 | 164.483 | |
| Sonstige betriebliche Erträge | D5 | 13.430 | 12.142 |
| Marketing- und Vertriebskosten | –48.517 | –52.456 | |
| Verwaltungskosten | –31.958 | –30.729 | |
| Forschungs- und Entwicklungskosten | D4 | –49.406 | –48.968 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | D6 | –9.750 | –1.578 |
| Betriebsergebnis | 41.560 | 42.894 | |
| Finanzerträge | D7 | 21.052 | 11.698 |
| Finanzaufwendungen | D8 | –34.571 | –26.438 |
| Finanzergebnis | –13.519 | –14.740 | |
| Erträge aus assoziierten Unternehmen | D9 | 539 | 299 |
| Ergebnis vor Steuern | 28.580 | 28.453 | |
| Ertragsteuern | D10 | –9.850 | –8.826 |
| Ergebnis nach Steuern der fortgeführten Geschäftsbereiche |
18.730 | 19.627 | |
| Ergebnis nach Steuern des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs |
D11 | 29.419 | 19.858 |
| Ergebnis nach Steuern | 48.149 | 39.485 | |
| davon: | |||
| auf die Gesellschafter des | |||
| Mutterunternehmens entfallende Ergebnisanteile | 46.353 | 36.947 | |
| davon aus fortgeführten Geschäftsbereichen | 18.722 | 19.615 | |
| davon aus nicht fortgeführtem Geschäftsbereich | 27.631 | 17.332 | |
| auf die Minderheiten entfallende Ergebnisanteile | 1.796 | 2.538 | |
| davon aus fortgeführten Geschäftsbereichen | 8 | 12 | |
| davon aus nicht fortgeführtem Geschäftsbereich | 1.788 | 2.526 | |
| Ergebnis je Aktie in € | E12 | 3,93 | 3,12 |
| davon aus fortgeführten Geschäftsbereichen | 1,57 | 1,64 | |
| davon aus nicht fortgeführtem Geschäftsbereich | 2,36 | 1,48 | |
| Mehrdividendenanspruch je Vorzugsaktie in € | E12 | 0,06 | 0,06 |
| davon aus fortgeführten Geschäftsbereichen | 0,06 | 0,06 | |
| davon aus nicht fortgeführtem Geschäftsbereich | – | – | |
| Ergebnis je Vorzugsaktie in € | E12 | 3,99 | 3,18 |
| davon aus fortgeführten Geschäftsbereichen | 1,63 | 1,70 | |
| davon aus nicht fortgeführtem Geschäftsbereich | 2,36 | 1,48 |
Gesamtergebnisrechnung
der Biotest Gruppe für den Zeitraum vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2011
| Tausend € | 2011 | 2010 |
|---|---|---|
| Periodenergebnis | 48.149 | 39.485 |
| Versicherungsmathematische Gewinne /Verluste | ||
| aus leistungsorientierten Pensionsplänen | 888 | –2.766 |
| darauf entfallende latente Steuern | –263 | 801 |
| Sonstige erfolgsneutrale Erträge/Aufwendungen | – | –53 |
| Versicherungsmathematische Gewinne aus leistungsorientierten Pensionsplänen des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs |
452 | – |
| darauf entfallende latente Steuern | –78 | – |
| Währungsumrechnung ausländischer Tochterunternehmen | 2.421 | 6.170 |
| Summe latenter Steuern auf im Eigenkapital erfasste Erträge und Aufwendungen |
–341 | 801 |
| Direkt im Eigenkapital erfasste Erträge und Aufwendungen | 3.420 | 4.152 |
| Gesamtergebnis | 51.569 | 43.637 |
| Direkt im Eigenkapital erfasste Erträge und Aufwendungen | 3.420 | 4.152 |
| davon aus fortgeführten Geschäftsbereichen | 3.046 | 4.139 |
| davon aus nicht fortgeführtem Geschäftsbereich | 374 | 13 |
| Periodenergebnis | 48.149 | 39.485 |
| davon aus fortgeführten Geschäftsbereichen | 18.730 | 19.627 |
| davon aus nicht fortgeführtem Geschäftsbereich | 29.419 | 19.858 |
| Gesamtergebnis | 51.569 | 43.637 |
| davon aus fortgeführten Geschäftsbereichen | 21.776 | 23.766 |
| davon aus nicht fortgeführtem Geschäftsbereich | 29.763 | 19.871 |
| davon: | ||
| auf die Gesellschafter des Mutterunternehmens | ||
| entfallende Ergebnisanteile | 49.773 | 41.099 |
| davon aus fortgeführten Geschäftsbereichen | 21.768 | 23.754 |
| davon aus nicht fortgeführtem Geschäftsbereich | 28.005 | 17.345 |
| auf die Minderheiten entfallende Ergebnisanteile | 1.796 | 2.538 |
| davon aus fortgeführten Geschäftsbereichen | 8 | 12 |
| davon aus nicht fortgeführtem Geschäftsbereich | 1.788 | 2.526 |
| Gesamtergebnis | 51.569 | 43.637 |
| davon aus fortgeführten Geschäftsbereichen | 21.776 | 23.766 |
| davon aus nicht fortgeführtem Geschäftsbereich | 29.793 | 19.871 |
Bilanz der Biotest Gruppe zum 31. Dezember 2011
| Tausend € | Anhang | 31. Dezember 2011 | 31. Dezember 2010 |
|---|---|---|---|
| AKTIVA | |||
| Immaterielle Vermögenswerte | E1 | 62.833 | 64.941 |
| Sachanlagen | E2 | 234.857 | 230.749 |
| Anteile an verbundenen Unternehmen | E3 | 81 | 100 |
| Anteile an assoziierten Unternehmen | E4 | 2.042 | 1.050 |
| Sonstige Finanzanlagen | E5 | 4.652 | 19.341 |
| Sonstige Vermögenswerte | E9 | 618 | 1.735 |
| Latente Steueransprüche | E6 | 7.729 | 5.479 |
| Langfristige Vermögenswerte | 312.812 | 323.395 | |
| Vorratsvermögen | E7 | 152.983 | 148.711 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | E8 | 120.961 | 98.300 |
| Laufende Ertragsteueransprüche | 3.493 | 2.436 | |
| Sonstige Vermögenswerte | E9 | 9.314 | 9.814 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | E10 | 83.199 | 18.541 |
| 369.950 | 277.802 | ||
| Vermögenswerte des nicht fortgeführten | |||
| Geschäftsbereichs | E11 | – | 31.142 |
| Summe kurzfristige Vermögenswerte | 369.950 | 308.944 | |
| BILANZSUMME | 682.762 | 632.339 | |
| PASSIVA | |||
| Gezeichnetes Kapital | 30.025 | 30.025 | |
| Kapitalrücklage | 153.332 | 153.332 | |
| Gewinnrücklagen | 116.862 | 81.260 | |
| Auf die Gesellschafter des Mutterunternehmens entfallende Ergebnisanteile |
46.353 | 36.947 | |
| Eigenkapital, das den Eigentümern des Mutterunternehmens zuzuordnen ist |
E12 | 346.572 | 301.564 |
| Minderheitsanteile am Eigenkapital | 96 | 6.044 | |
| Summe Eigenkapital | E12 | 346.668 | 307.608 |
| Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | E13 | 51.049 | 49.672 |
| Sonstige Rückstellungen | E14 | 3.192 | 3.111 |
| Finanzverbindlichkeiten | E15 | 101.343 | 132.176 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | E16 | 194 | 255 |
| Latente Steuerverbindlichkeiten | E6 | 7.598 | 8.169 |
| Verbindlichkeiten aus Umsatzabgrenzung | E17 | 24.983 | 0 |
| Summe langfristiges Fremdkapital | 188.359 | 193.383 | |
| Sonstige Rückstellungen | E14 | 19.340 | 16.454 |
| Laufende Ertragsteuerverbindlichkeiten | 13.074 | 7.047 | |
| Finanzverbindlichkeiten | E15 | 37.690 | 28.889 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 34.678 | 42.779 | |
| Sonstige Verbindlichkeiten | E16 | 26.298 | 22.431 |
| Verbindlichkeiten aus Umsatzabrechnungen | E17 | 16.655 | 0 |
| 147.735 | 117.600 | ||
| Schulden des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs | E11 | – | 13.748 |
| Summe kurzfristiges Fremdkapital | 147.735 | 131.348 | |
| Summe Fremdkapital | 336.094 | 324.731 | |
| BILANZSUMME | 682.762 | 632.339 |
Kapitalflussrechnung
der Biotest Gruppe für den Zeitraum vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2011
| Tausend € | Anhang | 2011 | 2010 |
|---|---|---|---|
| Ergebnis vor Steuern | 28.580 | 28.453 | |
| Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen | E1; E2 | 30.828 | 26.891 |
| Erträge aus assoziierten Unternehmen | –539 | –299 | |
| Abschreibungen auf Wertpapiere des Finanzanlagevermögens |
– | 17 | |
| Gewinne aus dem Abgang von Anlagevermögen | 47 | –406 | |
| Veränderungen der Pensionsrückstellungen | E13 | 429 | –2.654 |
| Finanzergebnis | 13.519 | 14.740 | |
| Operativer Cashflow vor Veränderung des Working Capital | 72.864 | 66.742 | |
| Veränderungen der sonstigen Rückstellungen | E14 | 1.487 | –3.550 |
| Veränderungen des Vorratsvermögens, der Forderungen sowie anderer Aktiva | –24.035 | –8.899 | |
| Veränderungen der Verbindlichkeiten aus Umsatzabgrenzung | 41.638 | – | |
| Veränderungen der Verbindlichkeiten und anderer Passiva | –6.138 | 774 | |
| Cashflow aus der Veränderung des Working Capital | 12.952 | –11.675 | |
| Gezahlte Zinsen | –4.930 | –5.753 | |
| Gezahlte Steuern | –8.371 | –7.569 | |
| Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit der fortgeführten Geschäftsbereiche |
72.515 | 41.745 | |
| Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs |
–237 | 36.083 | |
| Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit gesamt | 72.278 | 77.828 | |
| Einzahlungen aus Abgängen des Anlagevermögens | 217 | 2.526 | |
| Auszahlungen für Investitionen in das Anlagevermögen | E1; E2 | –26.716 | –29.373 |
| Einzahlung aus dem Verkauf des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs | 41.770 | 45.000 | |
| Veränderung der sonstigen Finanzanlagen | 6.623 | 34 | |
| Erhaltene Zinsen | 737 | 114 | |
| Cashflow aus der Investitionstätigkeit der fortgeführten Geschäftsbereiche |
22.631 | 18.301 | |
| Cashflow aus der Investitionstätigkeit des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs |
–635 | –35.144 | |
| Cashflow aus der Investitionstätigkeit gesamt | 21.996 | –16.843 | |
| Dividendenzahlung für das Vorjahr | E12 | –4.765 | –4.296 |
| Dividendenzahlungen an Minderheitsgesellschafter | E12 | –1.722 | –1.595 |
| Einzahlungen aus der Aufnahme von Finanzverbindlichkeiten | E15 | 4.261 | 9.398 |
| Auszahlungen für die Tilgung von Finanzverbindlichkeiten | E15 | –28.424 | –50.783 |
| Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit der fortgeführten Geschäftsbereiche |
–30.650 | –47.276 | |
| Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs |
– | –1.020 | |
| Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit gesamt | –30.650 | –48.296 | |
| Zahlungswirksame Veränderung der Zahlungsmittel | |||
| und Zahlungsmitteläquivalente | 63.624 | 12.689 | |
| Wechselkursbedingte Wertänderungen | 162 | –20 | |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Anfang der Periode | E10 | 19.413 | 6.744 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Ende der Periode gesamt | E10 | 83.199 | 19.413 |
| Abzüglich Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Ende der Periode des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs |
E10 | – | 872 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Ende der Periode der fortgeführten Geschäftsbereiche |
E10 | 83.199 | 18.541 |
Eigenkapitalveränderungsrechnung
der Biotest Gruppe für den Zeitraum vom 1. Januar 2010 bis zum 31. Dezember 2011
| Tausend € | Gezeich netes Kapital |
Kapital rücklage |
Kumulierte Unterschiede aus Wäh rungsum rechnung |
Ergebnis und Gewinn rücklagen |
Eigen kapital ohne Anteile Dritter |
Anteile Dritter |
Summe Eigen kapital |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Stand zum 1. Januar 2010 |
30.025 | 153.332 | –449 | 81.853 | 264.761 | 5.101 | 269.862 |
| Erfolgsneutrale Veränderung |
– | – | 6.170 | –2.018 | 4.152 | – | 4.152 |
| Periodenergebnis | – | – | – | 36.947 | 36.947 | 2.538 | 39.485 |
| Gesamtergebnis | – | – | 6.170 | 34.929 | 41.099 | 2.538 | 43.637 |
| Dividendenzahlungen für 2009 |
– | – | – | –4.296 | –4.296 | –1.595 | –5.891 |
| Stand zum 31. Dezember 2010 |
30.025 | 153.332 | 5.721 | 112.486 | 301.564 | 6.044 | 307.608 |
| Erfolgsneutrale Veränderung |
– | – | 2.421 | 999 | 3.420 | – | 3.420 |
| Periodenergebnis | – | – | – | 46.353 | 46.353 | 1.796 | 48.149 |
| Gesamtergebnis | – | – | 2.421 | 47.352 | 49.773 | 1.796 | 51.569 |
| Abgang Anteile Dritter |
– | – | – | – | – | –6.022 | –6.022 |
| Dividendenzahlungen für 2010 |
– | – | – | –4.765 | –4.765 | –1.722 | –6.487 |
| Stand zum 31. Dezember 2011 |
30.025 | 153.332 | 8.142 | 155.073 | 346.572 | 96 | 346.668 |
A Grundsätzliches
Die Biotest Gruppe umfasst die Biotest Aktiengesellschaft (Biotest AG) mit Sitz in Dreieich/Deutschland als Konzernobergesellschaft sowie ihre in- und ausländischen Tochterunternehmen. Die Konzernzentrale befindet sich in der Landsteinerstraße 5, 63303 Dreieich. Die Biotest AG ist im Handelsregister des Amtsgerichts Offenbach am Main unter der Nummer HRB 42396 eingetragen. Biotest ist ein Anbieter und Entwickler biologischer und biotechnologischer Arzneimittel. Mit einer Wertschöpfungskette, die von der vorklinischen und klinischen Entwicklung bis zur weltweiten Vermarktung reicht, hat sich Biotest vorrangig auf die Anwendungsgebiete Immunologie und Hämatologie spezialisiert.
Die Biotest Gruppe berichtet zum 31. Dezember 2011 zwei operativ tätige Segmente.
Im Segment Plasmaproteine entwickelt Biotest auf Basis menschlichen Blutplasmas Immunglobuline, Gerinnungsfaktoren und Albumine, die bei Erkrankungen des Immunsystems oder der blutbildenden Systeme zum Einsatz kommen. Die Erzeugnisse werden auf Basis von Blutplasma hergestellt. Die Plasma Service Europe GmbH, Dreieich, Deutschland, und ihre Tochtergesellschaft Plazmaszolgálat Kft., Budapest, Ungarn, sowie die Plasmadienst Tirol GmbH, Innsbruck, Österreich, und die Biotest Pharmaceuticals Corporation, Boca Raton, USA, unterstützen die konzerneigene Versorgung mit Blutplasma.
Darüber hinaus treibt Biotest im Segment Biotherapeutika die klinische Entwicklung von monoklonalen Antikörpern, unter anderem in den Indikationen Rheuma und Blutkrebs, voran. Am 21. Juni 2011 ist Biotest eine Partnerschaft mit Abbott, Abbott Park, Illinois, USA, eingegangen; in dieser Kooperationsvereinbarung ist die gemeinsame Forschung und Entwicklung des monoklonalen Antikörpers BT-061 sowie dessen spätere weltweite Vermarktung geregelt.
Der Geschäftsbereich Mikrobiologisches Monitoring wurde im August 2011 an die Merck KGaA Gruppe, Darmstadt/Deutschland, veräußert. Dieses Segment beinhaltete die Entwicklung und den Vertrieb von Produkten zur Hygienekontrolle der Industrie. Die Erzeugnisse umfassten im Wesentlichen Nährböden und Hygienekontrollgeräte. Die Biotest Gruppe stellt den Veräußerungsgewinn in dem separaten Bereich des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs dar, in den das Mikrobiologische Monitoring bereits letztes Jahr mit der Entscheidung zur Veräußerung des Geschäftsbereichs umgegliedert wurde. Nach Gesprächen mit potenziellen Erwerbern wurde am 22. März 2011 ein Kaufvertrag mit der Merck KGaA Gruppe unterzeichnet (signing date). Der Verkauf wurde nach der Zustimmung der verschiedenen Kartellbehörden am 1. August 2011 (closing date) abgeschlossen. Aus dem veräußerten Geschäftsbereich erhält Biotest derzeit Erträge aus Dienstleistungs- und Mietverträgen mit der Merck KGaA Gruppe.
Das ehemalige Segment Medizinische Diagnostik wird ebenfalls in dem nicht fortgeführten Geschäftsbereich dargestellt. Der Geschäftsbereich umfasste Produkte zur Blutgruppen- und Gewebetypisierung. Das Produktprogramm beinhaltete vor allem Reagenzien, Testseren sowie Testsysteme. Aus dem am 6. Januar 2010 an die Bio-Rad Gruppe, USA, verkauften Geschäftsbereich erhält Biotest derzeit Erträge aus Dienstleistungs- und Mietverträgen mit der Bio-Rad Medical Diagnostics GmbH, Dreieich/Deutschland.
Die Aufwendungen und Erträge aus den oben genannten Dienstleistungs- und Mietverträgen sind in den fortgeführten Geschäftsbereichen ausgewiesen.
Die Biotest Gruppe beschäftigt weltweit zum Bilanztag 1.774 Mitarbeiter.
Der Abschluss der Biotest AG und ihrer Tochtergesellschaften wird in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS) aufgestellt, wie sie in der Europäischen Union verpflichtend anzuwenden sind. Die IFRS umfassen sowohl die International Financial Reporting Standards (IFRS) und die International Accounting Standards (IAS) als auch die Interpretationen des International Financial Reporting Interpretation Committee (IFRIC) sowie die Interpretationen des Standing Interpretation Committee (SIC). Die Rechnungslegung der Biotest Gruppe basiert auf den IFRS, die auf Geschäftsjahre, die am 1. Januar 2011 beginnen, verpflichtend anzuwenden sind.
Der Konzernabschluss entspricht in der vorliegenden Fassung der Vorschrift des § 315a des Handelsgesetzbuchs (HGB). Sie bildet die Rechtsgrundlage für die Konzernrechnungslegung nach internationalen Standards in Deutschland zusammen mit der Verordnung (EG) Nr. 1606/2002 des Europäischen Parlaments und des Rats vom 19. Juli 2002, betreffend die Anwendung internationaler Rechnungslegungsstandards.
Soweit nicht anders vermerkt, sind alle Beträge in Tausend Euro (T €) angegeben. Der Abschluss wurde in Euro aufgestellt.
Die angegebenen Beträge im Konzernabschluss beziehen sich, soweit nicht anders vermerkt, ausschließlich auf die fortgeführten Geschäftsbereiche.
Der nicht fortgeführte Geschäftsbereich umfasst in der Bilanz im Geschäftsjahr 2011 den Geschäftsbereich Mikrobiologisches Monitoring und 2010 die Geschäftsbereiche Medizinische Diagnostik und Mikrobiologisches Monitoring. In der Gewinn- und Verlustrechnung umfasst der nicht fortgeführte Geschäftsbereich im aktuellen Geschäftsjahr sowie im Vorjahr die veräußerten Geschäftsbereiche Medizinische Diagnostik und Mikrobiologisches Monitoring.
In den Überleitungsrechnungen vom 31. Dezember 2010 auf den 31. Dezember 2011 sind keine Werte des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs enthalten. Die Überleitungsrechnungen vom 31. Dezember 2009 auf den 31. Dezember 2010 stellen die Vorjahreswerte des Geschäftsbereiches Mikrobiologisches Monitoring als Umgliederung in den nicht fortgeführten Geschäftsbereich dar. Die Ausnahme hiervon bildet die Eigenkapitalveränderungsrechnung; diese bezieht sich grundsätzlich auf alle Geschäftsbereiche.
Der Vorstand der Biotest AG wird den Konzernabschluss am 9. März 2012 an den Aufsichtsrat weitergeben. Der Aufsichtsrat entscheidet am 20. März 2012 über die Freigabe zur Veröffentlichung des Konzernabschlusses.
Änderungen von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
In diesem Abschluss werden alle am Bilanzstichtag gültigen und verpflichtend anzuwendenden International Financial Reporting Standards und Interpretationen des International Financial Reporting Interpretation Committee (IFRIC) - soweit sie für die Biotest Gruppe von Bedeutung sind - berücksichtigt. Die angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden entsprechen grundsätzlich den im Vorjahr angewandten Methoden mit folgenden Ausnahmen:
IAS 24 Angaben über Beziehungen zu nahe stehenden Unternehmen und Personen (geändert)
Der geänderte Standard ist für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2011 beginnen, anzuwenden. Durch die Änderung wird die Definition von nahe stehenden Unternehmen und Personen verdeutlicht, um die Feststellung solcher Beziehungen zu vereinfachen und Inkonsistenzen bei der Anwendung zu beseitigen. Der geänderte Standard führt eine teilweise Befreiung von den Angabepflichten für einer öffentlichen Stelle nahe stehende Unternehmen ein. Eine vorzeitige Anwendung ist sowohl für die Befreiungsvorschriften für einer öffentlichen Stelle nahe stehende Unternehmen als auch für den gesamten Standard zulässig. Diese Klarstellung hatte im Geschäftsjahr 2011 keine Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanzund Ertragslage sowie die Anhangsangaben der Biotest Gruppe.
IAS 32 Finanzinstrumente: Darstellung – Klassifizierung von Bezugsrechten (geändert)
Der geänderte IAS 32 ist für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Februar 2010 beginnen, anzuwenden. Dabei wird die Definition einer finanziellen Verbindlichkeit insofern geändert, als Bezugsrechte (und bestimmte Optionen oder Optionsscheine) dann als Eigenkapitalinstrumente zu klassifizieren sind, wenn solche Rechte zum Erwerb einer festen Anzahl von Eigenkapitalinstrumenten des Unternehmens zu einem festen Betrag in beliebiger Währung berechtigen und das Unternehmen sie anteilig allen gegenwärtigen Eigentümern derselben Klasse seiner nicht-derivativen Eigenkapitalinstrumente anbietet. Diese Klarstellung hatte im Geschäftsjahr 2011 keine Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Biotest Gruppe.
IFRIC 19 Ablösung finanzieller Verbindlichkeiten mit Eigenkapitalinstrumenten
IFRIC 19 ist für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Juli 2010 beginnen, anzuwenden. Die Interpretation stellt klar, dass die zur Tilgung einer finanziellen Verbindlichkeit an einen Gläubiger ausgegebenen Eigenkapitalinstrumente als gezahltes Entgelt eingestuft werden. Die ausgegebenen Eigenkapitalinstrumente werden zu ihrem beizulegenden Zeitwert bewertet. Falls dieser nicht verlässlich ermittelt werden kann, ist der Bewertung der beizulegende Zeitwert der getilgten Verbindlichkeit zugrunde zu legen. Gewinne und Verluste werden sofort erfolgswirksam erfasst. Diese Klarstellung hatte im Geschäftsjahr 2011 keine Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Biotest Gruppe.
IFRIC 14 Vorauszahlungen im Rahmen von Mindestdotierungsverpflichtungen (geändert)
Der geänderte IFRIC 14 ist für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2011 beginnen, rückwirkend anzuwenden. Die Änderung enthält Leitlinien zur Bestimmung des erzielbaren Betrags eines Nettopensionsvermögenswerts. Die Änderung erlaubt es Unternehmen, die Vorauszahlungen im Rahmen von Mindestdotierungsverpflichtungen als einen Vermögenswert zu behandeln. Diese Klarstellung hatte im Geschäftsjahr 2011 keine Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Biotest Gruppe.
Verbesserungen zu IFRS 2010
Der IASB veröffentlichte Verbesserungen zu IFRS, einen Sammelstandard zur Änderung insbesondere folgender Standards beziehungsweise Interpretationen:
- IFRS 3 Unternehmenszusammenschlüsse
- IFRS 7 Finanzinstrumente: Angaben
- IAS 1 Darstellung des Abschlusses
- IAS 27 Konzern- und Einzelabschlüsse
- IFRIC 13 Kundenbindungsprogramme
Die Änderungen aus den Verbesserungen zu IFRS 2010 sind in Geschäftsjahren anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2011 beginnen. Die Anwendung hatte im Geschäftsjahr 2011 keine Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Biotest Gruppe.
Kürzlich veröffentlichte Rechnungslegungsverlautbarungen – Noch nicht umgesetzt
Bis zum Datum der Veröffentlichung des Konzernabschlusses veröffentlichte, jedoch noch nicht verpflichtend anzuwendende Standards werden nachfolgend aufgeführt. Diese Aufzählung bezieht sich auf veröffentlichte Standards und Interpretationen, bei denen der Konzern nach vernünftigem Ermessen von einer künftigen Anwendbarkeit ausgeht. Die Biotest Gruppe beabsichtigt, diese Standards anzuwenden, wenn sie verpflichtend in Kraft treten.
IAS 19 Leistungen an Arbeitnehmer (geändert)
Der geänderte Standard ist für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2013 beginnen, anzuwenden. Der geänderte IAS 19 schafft den Korridor-Ansatz ab und verlangt eine Erfassung der Versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste im Sonstigen Ergebnis. Darüber hinaus werden der erwartete Ertrag aus dem Planvermögen und der Zinsaufwand auf die Pensionsverpflichtung durch eine einheitliche Nettozinskomponente ersetzt. Der nachzuverrechnende Dienstzeitaufwand wird künftig vollständig in der Periode der zugehörigen Planänderung zu erfassen sein. Die Überarbeitung des IAS 19 ändert die Vorgaben für Leistungen aus Anlass der Beendigung des Arbeitsverhältnisses und erweitert die Angabe- und Erläuterungspflichten. Derzeit prüft das Unternehmen die Auswirkungen des geänderten IAS 19 auf den Konzernabschluss und wird den Zeitpunkt der Erstanwendung festlegen. Auswirkungen ergeben sich definitiv hinsichtlich der Altersteilzeitvereinbarungen, da nach der Neuregelung die Aufstockungsbeträge nicht mehr als Abfindung sondern vielmehr als Vergütung der laufenden Tätigkeit angesehen werden. Insofern ist eine Rückstellung zukünftig erst ratierlich und nicht wie bisher bereits bei Vertragsabschluss zu bilden.
IFRS 9 Finanzinstrumente: Klassifizierung und Bewertung
Im November 2009 veröffentlichte das IASB IFRS 9, Finanzinstrumente. Dieser Standard beinhaltet die erste von drei Phasen des IASB-Projekts, den bestehenden IAS 39, Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung, zu ersetzen. IFRS 9 ändert die Ansatz- und Bewertungsvorschriften von finanziellen Vermögenswerten, einschließlich verschiedener hybrider Verträge. Er verwendet einen einheitlichen Ansatz, einen finanziellen Vermögenswert zu fortgeführten Anschaffungskosten oder zum beizulegenden Zeitwert zu bilanzieren, der die verschiedenen Regelungen des IAS 39 ersetzt. Der Ansatz in IFRS 9 basiert darauf, wie ein Unternehmen seine Finanzinstrumente steuert (sein Geschäftsmodell), und auf der Art der vertraglich vereinbarten Zahlungsströme der finanziellen Vermögenswerte. Der neue Standard verlangt außerdem eine einheitlich zu verwendende Wertminderungsmethode, die die unterschiedlichen Methoden innerhalb des IAS 39 ersetzt.
Der neue Standard ist noch immer verpflichtend für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2015 beginnen, wobei eine frühere Anwendung gestattet ist. Das Unternehmen prüft derzeit die Auswirkungen der Anwendung auf den Konzernabschluss.
IFRS 10 Konsolidierte Abschlüsse
IFRS 10 ersetzt die Regelungen zu konsolidierten Abschlüssen in IAS 27, Konzern- und Einzelabschlüsse (geändert 2008) und außerdem SIC-12, Konsolidierung – Zweckgesellschaften. Ausgehend von den derzeit anzuwendenden Grundsätzen, regelt IFRS 10 anhand eines umfassenden Beherrschungskonzepts, welche Unternehmen in den Konzernabschluss einzubeziehen sind. Die Verlautbarung bietet zusätzlich Leitlinien zur Auslegung des Beherrschungsbegriffs in Zweifelsfällen. Ein Investor beherrscht ein anderes Unternehmen, wenn er aufgrund seiner Beteiligung an variablen Ergebnissen teilhat und über Möglichkeiten verfügt, die für den wirtschaftlichen Erfolg wesentlichen Geschäftsaktivitäten des Unternehmens zu beeinflussen. Erhebliche Änderungen zur heutigen Regelungslage können in Situationen vorliegen, in denen ein Investor weniger als die Hälfte der Stimmrechte an einem Unternehmen hält, aber mittels anderer Wege die Möglichkeit hat, die wesentlichen Geschäftsaktivitäten des anderen Unternehmens zu bestimmen.
IFRS 11 Gemeinschaftliche Vereinbarungen
IFRS 11 ersetzt IAS 31, Anteil an Gemeinschaftsunternehmen (geändert 2008), und SIC-13, Gemeinschaftlich geführte Unternehmen – nicht monetäre Einlagen durch Partnerunternehmen. IFRS 11 regelt die Bilanzierung von gemeinschaftlichen Vereinbarungen und knüpft dabei an die Art der sich aus der Vereinbarung ergebenden Rechte und Verpflichtungen statt an ihren rechtlichen Formen an. IFRS 11 klassifiziert gemeinschaftliche Vereinbarungen in zwei Gruppen: gemeinschaftliche Tätigkeiten und Gemeinschaftsunternehmen. Mit IFRS 11 wird das bisherige Wahlrecht zur Anwendung der Quotenkonsolidierung bei Gemeinschaftsunternehmen aufgehoben. Diese Unternehmen werden künftig allein nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen.
IFRS 12 Angaben zu Anteilen an anderen Unternehmen
IFRS 12 regelt als neue und umfassende Verlautbarung die Angabepflichten für sämtliche Arten von Beteiligungen an anderen Unternehmen, einschließlich gemeinschaftlicher Vereinbarungen, assoziierter Unternehmen, strukturierter Unternehmen und außerbilanziellen Einheiten. Es sind Angaben zu machen, die es den Abschlussadressaten ermöglichen, das Wesen der Beteiligung an anderen Unternehmen, die damit verbundenen Risiken und die Auswirkungen dieser Beteiligungen auf seine Vermögens-, Finanz- und Ertragslage zu beurteilen.
IFRS 10, 11, 12 und die Folgeänderungen zu IAS 27 und IAS 28 treten für am oder nach dem 1. Januar 2013 beginnende Geschäftsjahre in Kraft. Die neuen oder geänderten Verlautbarungen können früher angewendet werden, wobei in diesem Fall ein einheitlicher Anwendungszeitpunkt für die Gesamtheit der genannten Neuregelungen gilt. Ausgenommen hiervon ist lediglich IFRS 12, dessen Angabevorschriften unabhängig von den anderen Verlautbarungen vorzeitig angewendet werden dürfen. Die Verlautbarungen gelten rückwirkend. IFRS 10, 11, 12 und die Folgeänderungen zu IAS 27 und IAS 28 wurden noch nicht durch die EU in europäisches Recht übernommen. Das Unternehmen prüft derzeit die Auswirkungen auf den Konzernabschluss und wird den Zeitpunkt der Erstanwendung festlegen.
IFRS 13 Bewertung zum beizulegenden Zeitwert
Im Mai 2011 veröffentlichte das IASB IFRS 13, Bewertung zum beizulegenden Zeitwert. Die neue Verlautbarung regelt nicht, inwieweit bestimmte Vermögenswerte und Schulden zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten sind, sondern definiert lediglich den Begriff beizulegender Zeitwert und vereinheitlicht die Angabepflicht für Bewertungen zum beizulegenden Zeitwert, die neue Verlautbarung tritt für am oder nach dem 1. Januar 2013 beginnende Geschäftsjahre in Kraft. Eine vorzeitige Anwendung ist zulässig. IFRS 13 ist noch nicht durch die EU in europäisches Recht übernommen. Die meisten aus IFRS 13 resultierenden Änderungen im Bezug auf Finanzinstrumente wurden bereits eingeführt, vor allem durch Änderungen zu IFRS 7, Finanzinstrumente: Angaben. Das Unternehmen prüft derzeit die Auswirkungen hinsichtlich nicht finanzieller Vermögenswerte und Schulden im Konzernabschluss und wird den Zeitpunkt der Erstanwendung festlegen.
B Wesentliche Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze
B1 Konsolidierungskreis
In den Konzernabschluss der Biotest AG werden mit drei (i.Vj. fünf) inländischen und mit zwölf (i.Vj. fünfzehn) ausländischen Unternehmen, an denen die Biotest AG direkt oder indirekt die Mehrheit der Stimmrechte hält, alle wesentlichen Tochtergesellschaften einbezogen.
Im Geschäftsjahr 2011 hat sich der Konsolidierungskreis der Biotest Gruppe im Vergleich zum Vorjahr geändert. Im Geschäftsjahr 2011 wurden sechs Gesellschaften entkonsolidiert.
Die Biotest Gruppe hat den Geschäftsbereich Mikrobiologisches Monitoring in 2011 an die Merck KGaA Gruppe veräußert. Daher wurden die im Geschäftsjahr 2010 als zur Veräußerung gehalten klassifizierten Gesellschaften, die deutsche Gesellschaft heipha Dr. Müller GmbH, die amerikanische Gesellschaft Biotest Microbiology Corporation, die japanische Gesellschaft Biotest K.K. und die französische Gesellschaft Biotest S.a.r.l. im Geschäftsjahr 2011 entkonsolidiert.
Des Weiteren hat die Biotest Gruppe im Februar 2011 ihre Anteile an der Gesellschaft Viro-Immun Labor-Diagnostika GmbH mit Kaufvertrag vom 18. Februar 2011 (signing date) veräußert. Die Gesellschaft wurde zum 1. April 2011 entkonsolidiert.
Mit dem Verkauf der Medizinischen Diagnostik war das verbleibende Geschäft der belgischen Gesellschaft Biotest Seralc° N.V. nicht ausreichend, um die dafür notwendige Struktur aufrechterhalten zu können. Aus diesem Grund wurde das verbleibende Geschäft an externe Distributoren übertragen. Die Gesellschaft bestand zum 31. Dezember 2010 nur noch als Rechtsmantel und wurde in 2011 entkonsolidiert.
Mit dem Vertrag vom 18. Januar 2011 hat die Biotest AG 100 % der Anteile an der Biotest Farmaceutica Ltda., São Paulo, Brasilien (vormals: Marcos Pedrilson Produtos Hospitalares Ltda.) erworben. Die Gesellschaft wurde zum Erwerbszeitpunkt erstkonsolidiert. Nähere Informationen finden sich in den Angaben im Kapitel F2 Unternehmenszusammenschlüsse.
Wie im Vorjahr wird die BioDarou P.J.S. Co. mit Sitz in Teheran, Iran als assoziiertes Unternehmen at equity in den Konzernabschluss einbezogen.
Eine Übersicht der Beteiligungen der Biotest AG im Sinne des § 313 Abs. 2 HGB ist in Kapitel F10 Anteilsbesitzliste aufgeführt.
B2 Konsolidierungsmethoden
Der Abschlussstichtag der Biotest AG sowie aller in den Abschluss einbezogenen Unternehmen ist der 31. Dezember 2011. Die Abschlüsse der einbezogenen Unternehmen werden unter Anwendung einheitlicher, von der Biotest AG vorgegebener Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden erstellt.
Konzerninterne Umsätze, Aufwendungen und Erträge sowie alle Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen den konsolidierten Gesellschaften werden eliminiert.
Tochtergesellschaften werden ab dem Erwerbszeitpunkt, d.h. ab dem Zeitpunkt, an dem die Gesellschaft die Beherrschung erlangt, voll konsolidiert. Beherrschung besteht dann, wenn das Mutterunternehmen über mehr als die Hälfte der Stimmrechte einer Gesellschaft verfügt oder auf andere Weise die Möglichkeit besitzt, die Finanz- und Geschäftspolitik einer Gesellschaft zu bestimmen, um aus deren Tätigkeit Nutzen zu ziehen. Die Einbeziehung in den Konzernabschluss endet, sobald die Beherrschung durch das Mutterunternehmen nicht mehr besteht.
Bei Unternehmenszusammenschlüssen ab dem 1. Januar 2010 erfolgt die Einbeziehung unter Anwendung der Erwerbsmethode gem. IFRS 3 (überarbeitet 2008). Danach bemessen sich die Anschaffungskosten eines Unternehmenserwerbs als Summe der übertragenen Gegenleistung, bewertet mit dem beizulegenden Zeitwert zum Erwerbszeitpunkt, und der Anteile ohne beherrschenden Einfluss am erworbenen Unternehmen. Bei jedem Unternehmenszusammenschluss bewertet der Erwerber die Anteile ohne beherrschenden Einfluss am erworbenen Unternehmen entweder zum beizulegenden Zeitwert oder zum entsprechenden Anteil des identifizierbaren Nettovermögens des erworbenen Unternehmens. Im Rahmen des Unternehmenszusammenschlusses angefallene Kosten werden als Aufwand erfasst. Die vereinbarte bedingte Gegenleistung wird am Erwerbszeitpunkt zum beizulegenden Zeitwert erfasst. Nachträgliche Änderungen des beizulegenden Zeitwertes einer bedingten Gegenleistung, die einen Vermögenswert oder eine Schuld darstellt, werden entweder ergebniswirksam oder in den kumulierten erfolgsneutralen Eigenkapitalveränderungen erfasst. Eine bedingte Gegenleistung, die als Eigenkapital eingestuft ist, wird nicht neu bewertet und ihre spätere Abgeltung wird im Eigenkapital bilanziert. Bei sukzessiven Unternehmenszusammenschlüssen wird der vom Erwerber zuvor an dem erworbenen Unternehmen gehaltene Eigenkapitalanteil zum beizulegenden Zeitwert am Erwerbszeitpunkt neu bestimmt und der daraus resultierende Gewinn oder Verlust erfolgswirksam erfasst.
Bei der Bilanzierung von Unternehmenserwerben vor dem 1. Januar 2010 galten im Vergleich zu den oben bezeichneten Anforderungen folgende abweichende Grundsätze:
- Direkt dem Unternehmenserwerb zuordenbare Transaktionskosten stellten einen Teil der Anschaffungskosten dar.
- Der Anteil ohne beherrschenden Einfluss (früher als Minderheitsanteil bezeichnet) wurde zum entsprechenden Anteil des identifizierbaren Nettovermögens des erworbenen Unternehmens bewertet.
- Eine bedingte Gegenleistung wurde nur dann erfasst, wenn der Konzern eine gegenwärtige Verpflichtung hatte, wenn mehr für einen Abfluss von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen als dagegen sprach und eine verlässliche Schätzung möglich war. Nachträgliche Anpassungen der bedingten Gegenleistung wirkten sich auf den Geschäfts- oder Firmenwert aus.
- Bei sukzessiven Unternehmenszusammenschlüssen erfolgte eine gesonderte Erfassung einzelner Erwerbsvorgänge. Ein zusätzlich erworbener Anteil wirkte sich nicht auf den Geschäfts- oder Firmenwert aus dem vorangegangenen Erwerbsvorgang aus.
Anteile ohne beherrschenden Einfluss sind die Teile des Periodenergebnisses und des Reinvermögens der Biotest Grundstücksverwaltungs GmbH, die auf Anteile entfallen, die nicht zu 100 % von der Biotest Gruppe gehalten werden. Die Minderheitsanteile werden in der Gewinn- und Verlustrechnung und innerhalb der Bilanz gesondert ausgewiesen.
Anteile an assoziierten Unternehmen werden in Übereinstimmung mit IAS 28 nach der Equity-Methode einbezogen. Nach der Equity-Methode werden Anteile an assoziierten Unternehmen in der Bilanz zu Anschaffungskosten zuzüglich der nach dem Erwerb eingetretenen Änderungen des Anteils des Konzerns am Reinvermögen des nach der Equity-Methode bilanzierten Unternehmens erfasst.
Im Periodenergebnis wird der Anteil des Konzerns am Erfolg des assoziierten Unternehmens gesondert ausgewiesen. Unmittelbar im Eigenkapital des assoziierten Unternehmens ausgewiesene Änderungen werden vom Konzern in Höhe seines Anteils erfasst und gegebenenfalls in der Eigenkapitalveränderungsrechnung dargestellt. Firmenwerte, die aus dem Erwerb eines assoziierten Unternehmens entstehen, sind in den fortgeführten Beteiligungsbuchwerten der assoziierten beziehungsweise gemeinschaftlich geführten Unternehmen enthalten und werden weder planmäßig abgeschrieben noch separat auf Werthaltigkeit getestet.
Nach Anwendung der Equity-Methode stellt der Konzern fest, ob es notwendig ist, eine zusätzliche Wertminderung für die Anteile an assoziierten Unternehmen zu erfassen. Der Konzern ermittelt an jedem Bilanzstichtag, ob objektive Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass die Anteile an einem assoziierten Unternehmen wertgemindert sein könnten. Ist dies der Fall, so wird die Differenz zwischen dem beizulegenden Zeitwert des Anteils und dem Buchwert für diesen Anteil als Wertminderungsaufwand erfolgswirksam erfasst.
Nach IAS 28 "Anteile an assoziierten Unternehmen" sind in den Beteiligungsansatz neben den Anschaffungskosten der Beteiligung auch sonstige finanzielle Engagements (zum Beispiel Darlehen) einzubeziehen.
B3 Währungsumrechnung
Die Währungsumrechnung erfolgt nach dem Konzept der funktionalen Währung. Die in die Biotest Gruppe einbezogenen Tochtergesellschaften betreiben ihr Geschäft selbständig, so dass die funktionale Währung die jeweilige Landeswährung ist. Bei der Umrechnung der Jahresabschlüsse der Tochtergesellschaften, deren funktionale Währung nicht der Euro ist, werden Vermögenswerte und Verbindlichkeiten zum Mittelkurs am Bilanzstichtag und die Aufwendungen und Erträge zum Jahresdurchschnittskurs umgerechnet. Die sich hieraus ergebenden kumulierten Unterschiedsbeträge werden erfolgsneutral in einem separaten Eigenkapitalposten erfasst, der unter den Gewinnrücklagen in der Bilanz ausgewiesen ist.
Nach IAS 21 "Auswirkungen von Änderungen der Wechselkurse" werden die Firmenwerte als Vermögenswerte der wirtschaftlich selbständigen ausländischen Tochtergesellschaften mit dem Stichtagskurs umgerechnet.
| Durchschnittskurse | Stichtagskurse | |||
|---|---|---|---|---|
| 1 Euro entspricht | 2011 | 2010 | 31.12.2011 | 31.12.2010 |
| US-Dollar (USD) | 1,3917 | 1,3268 | 1,2939 | 1,3362 |
| Britisches Pfund (GBP) | 0,8678 | 0,8582 | 0,8353 | 0,8608 |
| Russischer Rubel (RUB) | – | – | 41,765 | 40,820 |
| Schweizer Franken (CHF) | 1,2340 | 1,3823 | 1,2156 | 1,2504 |
| Ungarischer Forint (HUF) | 279,31 | 275,36 | 314,58 | 277,95 |
| Brasilianischer Real (BRL) | 2,3259 | – | 2,4159 | – |
Für die Währungsumrechnung innerhalb der Biotest Gruppe wurden folgende Wechselkurse zugrunde gelegt:
In den in lokaler Währung aufgestellten Einzelbilanzen der konsolidierten Gesellschaften werden monetäre Posten (Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, Forderungen und Verbindlichkeiten) in fremder Währung zum Stichtagskurs bewertet. Entstehende Erträge und Aufwendungen aus Währungsumrechnungen werden in den Finanzaufwendungen beziehungsweise Finanzerträgen ausgewiesen.
Nichtmonetäre Posten in fremder Währung werden mit ihren historischen Werten angesetzt.
B4 Immaterielle Vermögenswerte des Anlagevermögens
a) Geschäfts- oder Firmenwerte
Geschäfts- oder Firmenwerte ergeben sich beim Erwerb von Unternehmen, beziehungsweise Anteilen an Unternehmen, aus den Unterschieden zwischen Anschaffungskosten (Kaufpreis) und den Zeitwerten der erworbenen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten. Geschäfts- oder Firmenwerte werden zu Anschaffungskosten angesetzt. Die ausgewiesenen Geschäfts- oder Firmenwerte werden mindestens einmal jährlich auf ihre Werthaltigkeit geprüft und gegebenenfalls in Übereinstimmung mit IAS 36 "Wertminderungen von Vermögenswerten" abgeschrieben. Wann immer darüber hinaus konkrete Anhaltspunkte auf eine Wertminderung vorliegen, erfolgt eine zusätzliche Überprüfung der Werthaltigkeit.
Die Geschäfts- oder Firmenwerte werden einer Gruppe von Cash Generating Units (zahlungsmittelgenerierende Einheiten) zugeordnet. Diese Gruppen von Cash Generating Units entsprechen in der Biotest Gruppe den Segmenten. In den Fällen, in denen der Firmenwert einen Teil der zahlungsmittelgenerierenden Einheit darstellt und ein Teil des Geschäftsbereichs dieser Einheit veräußert wird, wird der dem veräußerten Geschäftsbereich zuzurechnende Firmenwert als Bestandteil des Buchwertes des Geschäftsbereichs bei der Ermittlung des Ergebnisses aus der Veräußerung des Geschäftsbereichs berücksichtigt. Der Wert des veräußerten Anteils des Firmenwertes wird auf der Grundlage der relativen Werte des veräußerten Geschäftsbereichs und des verbleibenden Teils der zahlungsmittelgenerierenden Einheit ermittelt.
Eine Wertminderung wird ergebniswirksam erfasst, soweit der erzielbare Betrag des Vermögenswertes beziehungsweise der zahlungsmittelgenerierenden Einheit den Buchwert unterschreitet. Der erzielbare Betrag ist der höhere Betrag aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und Nutzungswert. Auf Basis der den Cash Generating Units zuzurechnenden zukünftigen Zahlungsströme wird deren Nutzungswert für die Überprüfung der Werthaltigkeit mit Hilfe der Discounted Cashflow-Methode ermittelt. Bei dieser Methode werden auf Basis einer mehrjährigen Geschäftsplanung sowie einer prognostizierten langfristigen Wachstumsrate Cashflows diskontiert. Die Wachstumsrate ist abhängig vom betrachteten Geschäft. Die nach Steuern verwendeten Diskontierungssätze richten sich nach dem relevanten WACC (Weighted Average Cost of Capital). Zur Bestimmung eines Wertberichtigungsbedarfs wird der erzielbare Betrag der Cash Generating Unit ihrem Buchwert gegenübergestellt. Zur Bestimmung des beizulegenden Zeitwertes abzüglich der Veräußerungskosten wird ein angemessenes Bewertungsmodell angewandt, das auf der Diskontierung künftiger Cashflows beruht. Zur Objektivierung der Ergebnisse werden Bewertungsmultiplikatoren, Börsenkurse, börsengehandelter Anteile an Unternehmen oder andere zur Verfügung stehende Indikatoren für den beizulegenden Zeitwert herangezogen.
b) Sonstige immaterielle Vermögenswerte des Anlagevermögens
Sonstige entgeltlich erworbene immaterielle Vermögenswerte werden zu Anschaffungskosten angesetzt und in Vermögenswerte mit begrenzter und unbestimmbarer Nutzungsdauer unterteilt. Vermögenswerte mit begrenzter Nutzungsdauer werden linear über die geschätzte Nutzungsdauer abgeschrieben. Soweit notwendig, werden nach IAS 36 außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen. Die angesetzten Nutzungsdauern liegen zwischen 3 und 10 Jahren.
Die Abschreibungsperiode und die Abschreibungsmethode werden für einen immateriellen Vermögenswert, dem eine begrenzte Nutzungsdauer unterstellt wird, mindestens zum Ende eines jeden Geschäftsjahres überprüft. Hat sich die erwartete Nutzungsdauer des Vermögenswerts oder der erwartete Abschreibungsverlauf des Vermögenswerts geändert, so ist ein anderer Abschreibungszeitraum beziehungsweise eine andere Abschreibungsmethode zu wählen. Derartige Änderungen werden als Änderungen einer Schätzung behandelt. Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte mit begrenzter Nutzungsdauer werden in der Gewinn- und Verlustrechnung unter der Aufwandskategorie, die der Funktion des immateriellen Vermögenswerts entspricht, erfasst.
Immaterielle Vermögenswerte mit einer unbestimmbaren Nutzungsdauer beziehungsweise immaterielle Vermögenswerte, deren Abschreibungsdauer noch nicht begonnen hat, werden mindestens einmal jährlich, auf Ebene der zahlungsmittelgenerierenden Einheit, einem Werthaltigkeitstest unterzogen. Wann immer darüber hinaus konkrete Anhaltspunkte auf eine Wertminderung vorliegen, erfolgt eine zusätzliche Überprüfung der Werthaltigkeit. Es erfolgen hierbei keine planmäßigen Abschreibungen. Die Nutzungsdauer dieser immateriellen Vermögenswerte ist mindestens einmal jährlich daraufhin zu überprüfen, ob die Einschätzung der unbestimmbaren Nutzungsdauer weiterhin gerechtfertigt ist. Ist dies nicht der Fall, wird die Änderung der Einschätzung von einer unbestimmbaren Nutzungsdauer zur bestimmbaren Nutzungsdauer auf prospektiver Basis vorgenommen.
Der Werthaltigkeitstest erfolgt auf Basis der Cash Generating Unit zugerechneten zukünftigen Zahlungsströme; hierbei wird der erzielbare Betrag für die Überprüfung der Werthaltigkeit als Nutzungswert mit Hilfe der Discounted Cashflow-Methode ermittelt. Bei dieser Methode werden auf Basis einer mehrjährigen Geschäftsplanung sowie einer prognostizierten langfristigen Wachstumsrate Cashflows diskontiert. Die Wachstumsrate ist abhängig vom betrachteten Geschäft. Die nach Steuern verwendeten Diskontierungssätze richten sich nach dem relevanten WACC (Weighted Average Cost of Capital). Zur Bestimmung eines Wertberichtigungsbedarfs wird der erzielbare Betrag der Cash Generating Unit ihrem Buchwert gegenübergestellt.
B5 Sachanlagevermögen
Sachanlagen werden gemäß dem Anschaffungskostenmodell zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um kumulierte planmäßige und außerplanmäßige Abschreibungen, angesetzt. Die Abschreibungen erfolgen linear über die erwarteten wirtschaftlichen Nutzungsdauern, die wie folgt geschätzt werden:
| Gebäude | bis zu 50 Jahre |
|---|---|
| Technische Anlagen und Maschinen | 5 – 12 Jahre |
| Betriebs- und Geschäftsausstattung | 3 – 10 Jahre |
Soweit erforderlich, werden gemäß IAS 36 außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen. Hierbei werden die Buchwerte der Sachanlagen, sobald Hinweise für eine Wertminderung vorliegen, den jeweiligen erzielbaren Beträgen gegenübergestellt.
Bei selbst erstellten Sachanlagen enthalten die Herstellungskosten neben Material- und Personalaufwand auch angemessene anteilige Gemeinkosten. Laufende Reparatur- und Instandhaltungsaufwendungen werden zum Entstehungszeitpunkt aufwandswirksam erfasst. Erweiterungen und wesentliche Verbesserungen werden aktiviert. Fremdkapitalzinsen werden als Aufwand erfasst, soweit sie gemäß IAS 23 nicht auf die Herstellung von qualifizierten Vermögenswerten entfallen. Staatliche Zuschüsse mindern die Anschaffungs- oder Herstellungskosten.
B6 Leasing
Die Feststellung, ob eine Vereinbarung ein Leasingverhältnis ist oder enthält, wird auf Basis des wirtschaftlichen Gehalts der Vereinbarung getroffen. Hierfür ist eine Einschätzung darüber erforderlich, ob die Erfüllung der vertraglichen Vereinbarung von der Nutzung eines bestimmten Vermögenswerts oder bestimmter Vermögenswerte abhängig ist und ob die Vereinbarung ein Recht auf die Nutzung des Vermögenswerts einräumt (IFRIC 4).
Sind Anlagevermögenswerte gemietet beziehungsweise geleast und trägt die Biotest Gruppe im Wesentlichen alle Chancen und Risiken im Zusammenhang mit den Leasinggegenständen, werden solche Verträge als Finanzierungsleasingverträge (finance lease) klassifiziert. Diese werden mit dem geringeren Wert aus dem beizulegenden Zeitwert (fair value) und dem Barwert der Mindestleasingraten zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses gemäß IAS 17 "Leasingverhältnisse" aktiviert. Die Abschreibung erfolgt über die voraussichtliche Nutzungsdauer oder die kürzere Vertragslaufzeit. Soweit notwendig, werden außerplanmäßige Abschreibungen gemäß IAS 36 vorgenommen. Die entsprechenden Zahlungsverpflichtungen aus den künftigen Leasingraten werden korrespondierend als Verbindlichkeiten passiviert. Der Zinsanteil der Leasingraten wird über die Laufzeit des Leasingvertrags erfolgswirksam als Zinsaufwand erfasst.
Bei den im Rahmen von Finanzierungsleasingverträgen aktivierten Vermögenswerten handelt es sich im Wesentlichen um Produktionsanlagen sowie Software.
Soweit bei Leasingverträgen im Wesentlichen nicht alle Chancen und Risiken des Leasinggegenstands auf die Biotest Gruppe übergehen, erfolgt die Bilanzierung beim Leasinggeber (operate lease). In diesem Fall werden die Leasingzahlungen linear über die Laufzeit des Leasingverhältnisses ergebniswirksam erfasst.
B7 Wertminderungen
Ergeben sich aufgrund von Tatsachen oder Umständen Anhaltspunkte für eine Wertminderung von langlebigen Vermögenswerten oder ist eine jährliche Überprüfung eines Vermögenswerts auf Wertminderung erforderlich, wird der erzielbare Betrag (recoverable amount), der den höheren Wert aus Nettoveräußerungswert und Nutzungswert repräsentiert, ermittelt.
Der erzielbare Betrag wird für jeden einzelnen Vermögenswert bestimmt, es sei denn, ein Vermögenswert erzeugt keine Mittelzuflüsse, die weitestgehend unabhängig von denen anderer Vermögenswerte oder anderer Gruppen von Vermögenswerten sind.
Zur Ermittlung des Nutzungswerts werden die geschätzten künftigen Cashflows unter Zugrundelegung eines Abzinsungssatzes vor Steuern, der die aktuellen Markterwartungen hinsichtlich des Zinseffektes und der spezifischen Risiken des Vermögenswerts widerspiegelt, auf ihren Barwert abgezinst.
Liegt der erzielbare Betrag unter dem Buchwert, wird der Vermögenswert als wertgemindert betrachtet und auf seinen erzielbaren Betrag abgeschrieben.
Wertminderungsaufwendungen der fortzuführenden Geschäftsbereiche werden in den Aufwandskategorien erfasst, die der Funktion des wertgeminderten Vermögenswerts entsprechen. In Übereinstimmung mit IAS 1 werden wesentliche Beträge in der Gewinn- und Verlustrechnung in einem gesonderten Posten ausgewiesen.
Zuschreibungen bis maximal zu den fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten werden, außer bei den Geschäfts- oder Firmenwerten, vorgenommen, wenn Schätzungen für den erzielbaren Betrag über dem Buchwert liegen.
B8 Vorratsvermögen
Das Vorratsvermögen wird zu Anschaffungs- beziehungsweise Herstellungskosten oder zu dem niedrigeren erzielbaren Nettoveräußerungswert am Bilanzstichtag bewertet. Letzterer entspricht dem geschätzten Verkaufspreis, der im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit erzielt werden kann, vermindert um erwartete Fertigstellungs- und Verkaufskosten. Die Herstellungskosten werden auf Basis der "first in first out"- Methode beziehungsweise des gewogenen Durchschnitts ermittelt. Die Herstellungskosten beinhalten gemäß IAS 2 "Vorräte" neben den direkt zurechenbaren Einzelkosten auch angemessene Teile der dem Produktionsprozess zuzurechnenden Gemeinkosten. Diese basieren auf der normalen Kapazität der Produktionsanlagen ohne Berücksichtigung von Fremdkapitalkosten.
B9 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Vermögenswerte
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Vermögenswerte sind zum Nennwert bilanziert. Auf Fremdwährung lautende Forderungen werden mit dem Stichtagskurs umgerechnet. Ein entstehender Währungskursverlust beziehungsweise -gewinn wird aufwands- beziehungsweise ertragswirksam erfasst. Ausfall- und Transferrisiken werden durch Wertberichtigungen berücksichtigt. Die Wertberichtigungen werden aufgrund von Erfahrungswerten und individuellen Risikoeinschätzungen ermittelt. Eine Wertberichtigung wird vorgenommen, wenn ein objektiver substanzieller Hinweis vorliegt, dass der Konzern nicht in der Lage sein wird, die Forderungen einzuziehen. Forderungen werden ausgebucht, sobald sie uneinbringlich sind.
Forderungen, die durch die Anwendung der Teilgewinnrealisierung (Percentage of Completion-Methode) entstehen, werden abzüglich erhaltener Anzahlungen ausgewiesen, wenn die bereits angefallenen Herstellungskosten einschließlich des Gewinnanteils die erhaltenen Anzahlungen übersteigen.
B10 Sonstige finanzielle Vermögenswerte
Finanzielle Vermögenswerte werden zum Zeitpunkt des erstmaligen Ansatzes mit ihrem beizulegenden Zeitwert oder zu Anschaffungskosten bewertet. Dabei werden bei allen finanziellen Vermögenswerten, die in der Folgebewertung nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, die dem Erwerb zurechenbaren Transaktionskosten berücksichtigt. Die in der Bilanz angesetzten beizulegenden Zeitwerte entsprechen in der Regel den Marktpreisen der finanziellen Vermögenswerte. Falls diese nicht unmittelbar zur Verfügung stehen, werden die beizulegenden Zeitwerte unter Anwendung anerkannter Bewertungsmodelle und unter Rückgriff auf aktuelle Marktparameter berechnet. Dazu werden die bereits fixierten oder unter Anwendung der aktuellen Zinsstrukturkurve über Forward Rates ermittelten Cashflows mit den aus der am Stichtag gültigen Zinsstrukturkurve bestimmten Diskontierungsfaktoren auf den Bewertungsstichtag diskontiert. Zur Anwendung kommen die Mittelkurse.
B11 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente umfassen Bar- und Kontokorrentbestände, Schecks sowie kurzfristig liquidierbare Finanzanlagen mit Fälligkeiten von weniger als drei Monaten und sind zu ihrem Nominalwert angesetzt.
B12 Pensionsrückstellungen
In der Biotest Gruppe existieren verschiedene beitragsorientierte und leistungsorientierte Pensionspläne.
Die Verpflichtungen aus beitragsorientierten Plänen sind durch die für die Periode zu entrichtenden Beiträge bestimmt, so dass hier keine versicherungsmathematischen Annahmen erforderlich sind.
Die Bewertung der leistungsorientierten Pläne erfolgt anhand versicherungsmathematischer Gutachten nach der projected unit credit method. Dabei wird zu Beginn des Geschäftsjahres auf Basis der zu diesem Zeitpunkt ermittelten Ansätze der Pensionsaufwand für das Geschäftsjahr prognostiziert. Die einfließenden Parameter (Zinssatz, Fluktuationsrate, Gehaltssteigerungen etc.) sind Erwartungswerte.
Gemäß IAS 19.93A – 19.93D werden sämtliche versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste direkt erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst.
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand, der sich in einem Geschäftsjahr aufgrund einer rückwirkenden Änderung von Versorgungszusagen ergibt, wird separat ermittelt und über die Zeitdauer bis zur Unverfallbarkeit der Ansprüche verteilt. Sind die Ansprüche bereits zum Zeitpunkt der Änderung unverfallbar, so wird der Pensionsaufwand in dieser Periode erfolgswirksam erfasst.
B13 Sonstige Rückstellungen
Rückstellungen werden gemäß IAS 37 gebildet, wenn aufgrund eines Ereignisses in der Vergangenheit eine gegenwärtige – rechtliche oder faktische – Verpflichtung besteht, aus der wahrscheinlich ein Abfluss von Ressourcen zur Erfüllung dieser Verpflichtung resultieren wird, und der Abfluss der Ressourcen zuverlässig geschätzt werden kann. Die Bewertung erfolgt mit dem wahrscheinlichsten Betrag. Rückstellungen mit einem erwarteten Erfüllungszeitpunkt von mehr als zwölf Monaten nach dem Bilanzierungszeitpunkt werden mit ihrem Barwert angesetzt.
Die Rückstellungen werden mit einem Zinssatz vor Steuern abgezinst, der die für die Schuld spezifischen Risiken widerspiegelt. Hierbei wird die durch den Zeitablauf bedingte Erhöhung der Rückstellung als Zinsaufwand erfasst.
Wesentliche Gesellschaften der Biotest Gruppe unterliegen den Tarifverträgen der Chemischen Industrie und damit auch der Rahmenvereinbarung der Chemischen Industrie zur Altersteilzeit. Rückstellungen für Altersteilzeitverpflichtungen werden für alle Mitarbeiter berücksichtigt, die voraussichtlich während der Laufzeit der Rahmenvereinbarung in Altersteilzeit gehen können. Hierbei sind die im Tarifvertrag genannten Obergrenzen der Verpflichtung des Arbeitgebers berücksichtigt. Die Bewertung erfolgt zum Barwert der wahrscheinlichen Verpflichtungen. Die bisherige Erfahrung zeigt, dass die im Tarifvertrag genannten Grenzen ausgeschöpft werden.
Des Weiteren weist die Biotest Gruppe in den sonstigen Rückstellungen ein aktienbasiertes Vergütungssystem aus, welches nach IFRS 2 bilanziert wird. Die Kosten, die aufgrund von Transaktionen mit Barausgleich entstehen, werden zunächst unter Anwendung einer Monte-Carlo Simulation mit dem beizulegenden Zeitwert zum Zeitpunkt ihrer Gewährung bewertet. Der beizulegende Zeitwert wird über den Zeitraum bis zum Tag der ersten Ausübungsmöglichkeit erfolgswirksam unter Erfassung einer korrespondierenden Schuld verteilt. Die Schuld wird zu jedem Bilanzstichtag und am Erfüllungstag neu bemessen. Änderungen des beizulegenden Zeitwerts werden den Kosten der Funktionsbereiche zugeordnet.
B14 Finanzverbindlichkeiten
Finanzverbindlichkeiten werden in Höhe des Darlehensbetrages abzüglich der Transaktionskosten erfasst und anschließend nach der Effektivzinsmethode zu fortgeführten Anschaffungskosten ausgewiesen. Jede Differenz zwischen dem Nettodarlehensbetrag und dem Tilgungswert wird über die Laufzeit der Finanzverbindlichkeit in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen.
B15 Finanzinstrumente
Ein Finanzinstrument ist ein Vertrag, der bei einem Unternehmen zu einem finanziellen Vermögenswert und bei einem anderen Unternehmen zu einer finanziellen Verbindlichkeit oder zu einem Eigenkapitalinstrument führt.
Finanzielle Vermögenswerte umfassen Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige ausgereichte Kredite und Forderungen, bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen und zu Handelszwecken gehaltene originäre und derivative finanzielle Vermögenswerte.
Finanzielle Verbindlichkeiten begründen regelmäßig einen Rückgabeanspruch in Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten oder einem sonstigen finanziellen Vermögenswert. Darunter fallen insbesondere Anleihen und sonstige verbriefte Verbindlichkeiten, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasingverhältnissen, Schuldscheindarlehen und derivative Finanzinstrumente.
Die Biotest Gruppe setzt zur Absicherung der Zins- und Währungsrisiken derivative Finanzinstrumente wie Devisenoptions- und Devisentermingeschäfte, Zinscaps und Payerswaps ein. Zu Handelszwecken werden keine derivativen Finanzinstrumente erworben.
Derivative Finanzinstrumente werden zum Marktwert bewertet. Der Marktwert der Devisenoptionsgeschäfte, Zinscaps und Payerswaps wird von den Finanzinstituten auf Basis der Marktbedingungen am Bilanzstichtag ermittelt.
Da die strengen formalen Voraussetzungen für ein Hedge Accounting in der Biotest Gruppe nicht erfüllt werden, obwohl aus wirtschaftlicher Sicht eine Absicherung vorliegt, erfolgt die Bilanzierung sämtlicher derivativen Finanzinstrumente entsprechend den Regeln für Handelsderivate. Hierbei werden die derivativen Finanzinstrumente zunächst zu Anschaffungskosten und danach zu Marktwerten erfasst. Die Bewertungsänderungen gehen dabei ergebniswirksam in die Gewinn- und Verlustrechnung ein.
Ein finanzieller Vermögenswert wird ausgebucht, wenn eine der folgenden Voraussetzungen erfüllt ist:
- Die vertraglichen Rechte auf den Bezug von Cashflows aus einem finanziellen Vermögenswert sind erloschen.
- Der Konzern hat seine vertraglichen Rechte auf den Bezug von Cashflows aus dem finanziellen Vermögenswert an Dritte übertagen oder eine vertragliche Verpflichtung zur sofortigen Zahlung des Cashflows an eine dritte Partei im Rahmen einer sog. Durchleitungsvereinbarung übernommen und dabei entweder (a) im Wesentlichen alle Chancen und Risiken, die mit dem Eigentum am finanziellen Vermögenswert verbunden sind, übertragen oder (b) zwar im Wesentlichen alle Chancen und Risiken, die mit dem Eigentum am finanziellen Vermögenswert verbunden sind, weder übertragen noch zurückbehalten, jedoch die Verfügungsmacht an dem Vermögenswert übertragen.
Wenn der Konzern seine vertraglichen Rechte auf Cashflows aus einem Vermögenswert überträgt oder eine Durchleitungsvereinbarung eingeht und dabei im Wesentlich alle Chancen und Risiken, die mit dem Eigentum an diesem Vermögenswert verbunden sind, weder überträgt noch zurückbehält, jedoch die Verfügungsmacht an dem übertragenen Vermögenswert behält, erfasst der Konzern einen Vermögenswert im Umfang des anhaltenden Engagements.
B16 Nicht fortgeführter Geschäftsbereich
Gemäß IFRS 5 "Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und aufgegebene Geschäftsbereiche" werden langfristige Vermögenswerte in kurzfristige Vermögenswerte umgruppiert, wenn der Vermögenswert als zur Veräußerung vorgesehen eingestuft wurde und somit der Buchwert durch die Veräußerung und nicht durch die fortgesetzte Nutzung realisiert werden soll. Als Bedingung für diese Eingruppierung nennt IFRS 5, dass der Verkauf innerhalb der nächsten zwölf Monate geplant und durchführbar sein muss.
Im Geschäftsjahr 2010 hat die Biotest Gruppe bezüglich der Veräußerung des Geschäftsbereichs Mikrobiologisches Monitoring Gespräche mit potenziellen Erwerbern aufgenommen. Am 22. März 2011 wurde der Verkauf des Geschäftsbereichs Mikrobiologisches Monitoring an die Merck KGaA Gruppe vereinbart und konnte nach Zustimmung sämtlicher Kartellbehörden am 1. August 2011 (closing date) vollzogen werden.
Im Vorjahr hatte die Biotest Gruppe nach Zustimmung der Kartellbehörden mit Vertragsabschluss am 6. Januar 2010 (closing date) den Geschäftsbereich Medizinische Diagnostik an die Bio-Rad Group, USA, veräußert.
Gemäß den Vorgaben des IFRS 5 wurden die zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerte und Schulden im Vorjahr als nicht fortgeführter Geschäftsbereich angesehen. In der Bilanz zum 31. Dezember 2010 wurden diese Posten unter den Posten Vermögenswerte des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs und Schulden des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs ausgewiesen. Sämtliche betroffenen Vermögenswerte und Schulden galten seit der Umgliederung als kurzfristig. Im Geschäftsjahr 2010 waren in diesen Posten Vermögenswerte und Schulden der Geschäftsbereiche Medizinische Diagnostik und Mikrobiologisches Monitoring enthalten. In der Bilanz zum 31. Dezember 2011 sind diese Posten nicht mehr vorhanden.
Mit dem Verkauf des Geschäftsbereichs Medizinische Diagnostik gab es für die Gesellschaft Viro-Immun Labor-Diagnostika GmbH innerhalb der Biotest Gruppe keine strategische Option mehr. Die Viro-Immun Labor-Diagnostika GmbH wurde Anfang des Geschäftsjahres 2010 in den nicht fortgeführten Geschäftsbereich umklassifiziert, da sich im Geschäftsjahr 2010 für die Gesellschaft Verkaufsmöglichkeiten ergaben. Die Verkaufsverhandlungen wurden mit Vertrag vom 18. Februar 2011 abgeschlossen.
Die als zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerte werden mit dem niedrigeren Wert aus Buchwert und beizulegendem Zeitwert abzüglich der Veräußerungskosten bewertet. Die Abschreibungen für diese Vermögenswerte werden ausgesetzt. In der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung sind diese Vermögenswerte beziehungsweise die Ergebnisse der aufgegebenen Geschäftsbereiche als gesonderte Posten ausgewiesen.
Der nicht fortgeführte Geschäftsbereich wird in der Bilanz, der Gewinn- und Verlustrechnung, der Kapitalflussrechnung und der Segmentberichterstattung gesondert dargestellt und im Anhang erläutert.
Die Entkonsolidierung des Geschäftsbereichs Medizinische Diagnostik wurde im Geschäftsjahr 2010 durchgeführt. Der Geschäftsbereich Mikrobiologisches Monitoring sowie die Gesellschaften Viro-Immun Labor-Diagnostika GmbH und Biotest Seralc° N.V. wurden im Geschäftsjahr 2011 entkonsolidiert.
B17 Umsätze
Verkauf von Gütern:
Umsätze aus dem Verkauf von Produkten werden zum Zeitpunkt des Übergangs des wirtschaftlichen Eigentums, d.h. zum Zeitpunkt des Übergangs von Nutzen, Lasten und Gefahr auf den Erwerber, basierend auf den jeweiligen vertraglichen Vereinbarungen, abzüglich etwaiger Rabatte und der Umsatzsteuer, erfasst.
Erbringung von Dienstleistungen:
Die Umsätze im Dienstleistungsgeschäft erfasst die Biotest Gruppe, sobald die Dienstleistungen erbracht worden sind. Dienstleistungsgeschäfte, bei denen das Ergebnis verlässlich geschätzt werden kann, werden nach Maßgabe des Fertigstellungsgrads gemäß der Teilgewinnrealisierung (Percentage of Completion-Methode) gemäß IAS 18 "Erträge" bilanziert. Die erbrachte Leistung einschließlich des anteiligen Ergebnisses wird entsprechend dem Fertigstellungsgrad unter den Umsatzerlösen ausgewiesen. Der anzusetzende Fertigstellungsgrad wird entsprechend den angefallenen Aufwendungen (Cost-to-Cost-Methode) ermittelt. Der Ausweis der Aufträge erfolgt unter den Forderungen beziehungsweise Verbindlichkeiten aus Teilgewinnrealisierung.
Soweit die kumulierte Leistung (Auftragskosten und Auftragsergebnis) die erhaltenen Anzahlungen im Einzelfall übersteigt, erfolgt der Ausweis der Fertigstellungsaufträge aktivisch unter den Forderungen aus Teilgewinnrealisierung. Verbleibt nach Abzug der Anzahlungen ein negativer Saldo, so wird dieser als Verpflichtung aus Fertigungsaufträgen passivisch unter den Verbindlichkeiten aus Teilgewinnrealisierung ausgewiesen. Zu erwartende Auftragsverluste, die unter Berücksichtigung der erkennbaren Risiken ermittelt werden, werden durch Abwertungen beziehungsweise Rückstellungen gedeckt.
Umsatzerlöse aus nicht rückzahlbaren Gebühren für das Bereitstellen von Technologien, Gebühren für die Nutzung von Technologien und Lizenzgebühren werden – solange keine geeignetere Methode der Umsatzrealisierung verfügbar ist – über die jeweilige Vertragslaufzeit abgegrenzt und linear erfasst. Diese Vertragslaufzeit entspricht in der Regel der vertraglich vereinbarten Forschungsdauer oder bei Verträgen ohne vertraglich vereinbarte Forschungsdauer der geschätzten Kooperationsdauer. Die Einschätzung der Nutzungsdauer der Kooperation erfolgt zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses und basiert auf aktuellen Budgets sowie Plandaten. Es erfolgt eine jährliche Überprüfung der geschätzten Kooperationsdauer.
Umsatzlegung bei Mehrkomponentenverträgen:
Die Verkäufe von Produkten und Dienstleistungen können mehrere Liefer- und Leistungskomponenten enthalten. In diesen Fällen stellt das Unternehmen fest, ob mehr als eine Bilanzierungseinheit vorliegt. Ein Geschäft wird separiert, sofern (1) die gelieferte(n) Komponente(n) einen selbstständigen Nutzen für den Kunden hat (haben), (2) der beizulegende Zeitwert der noch ausstehenden Komponente(n) zuverlässig ermittelt werden kann und (3) bei einem generellen Rückgaberecht der gelieferten Komponente(n) die Lieferung oder Leistungserbringung der noch ausstehenden Komponente(n) wahrscheinlich und im Wesentlichen durch das Unternehmen kontrollierbar ist. Sofern alle drei Kriterien erfüllt sind, wendet Biotest die für die jeweilige separate Bilanzierungseinheit maßgebliche Umsatzlegungsvorschrift an.
B18 Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen
Forschungskosten werden zum Zeitpunkt der Entstehung als Aufwand erfasst. Entwicklungskosten werden in der Regel ebenfalls zum Zeitpunkt ihrer Entstehung als Aufwand erfasst, da bis zum Zeitpunkt der behördlichen Zulassung von neuen Produkten und Produktionsverfahren, die typischerweise am Ende des Entwicklungsprozesses steht, nicht mit hinreichender Sicherheit von der Vermarktungsfähigkeit der Produkte beziehungsweise von dem Einsatz der Produktionsverfahren ausgegangen werden kann. Die Aktivierungsvoraussetzungen nach IAS 38 "Immaterielle Vermögenswerte" sind nicht gänzlich erfüllt. Die nach den behördlichen Genehmigungen noch anfallenden Entwicklungskosten sind nicht wesentlich.
B19 Staatliche Forschungs- und Entwicklungszuschüsse
Staatliche Forschungs- und Entwicklungszuschüsse werden zum Zeitpunkt der Gewährung beziehungsweise entsprechend den anfallenden Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen erfolgswirksam vereinnahmt. Sie werden innerhalb der sonstigen betrieblichen Erträge ausgewiesen und nicht mit den Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen saldiert.
B20 Finanzerträge und Finanzaufwendungen
Zinsen werden im Entstehungszeitpunkt als Aufwand beziehungsweise Ertrag erfasst. Der bei Finanzierungsleasingverträgen in den Leasingraten enthaltene Zinsanteil wird nach der effektiven Zinsmethode ermittelt und als Zinsaufwand erfasst. Die Effektivzinsmethode verwendet einen Kalkulationszinssatz, mit dem geschätzte künftige Zahlungsmittelzuflüsse über die erwartete Laufzeit des Finanzinstruments auf den Nettobuchwert des finanziellen Vermögenswerts abgezinst werden. Sämtliche Erträge und Aufwendungen aus Währungsumrechnungen werden im Finanzergebnis ausgewiesen.
Gemäß IFRS 7 werden die Zinsen aus Finanzinstrumenten separat ausgewiesen.
B21 Steuern
Die tatsächlichen Steueransprüche und Steuerverbindlichkeiten für die laufende Periode und für frühere Perioden sind mit dem Betrag zu bewerten, in dessen Höhe eine Erstattung von den Steuerbehörden beziehungsweise eine Zahlung an die Steuerbehörden erwartet wird. Für die Berechnung des Betrags werden die Steuersätze und Steuergesetze zugrunde gelegt, welche die jeweiligen landesrechtlichen Steuerregelungen der Länder, in denen die Unternehmen der Biotest Gruppe tätig sind, widerspiegeln.
Aktive latente Steuern werden für alle abzugsfähigen temporären Unterschiede, noch nicht genutzte steuerliche Verlustvorträge und nicht genutzte Steuergutschriften in dem Maße erfasst, in dem es wahrscheinlich ist, dass zu versteuerndes Einkommen verfügbar sein wird, gegen das die abzugsfähigen temporären Differenzen und die noch nicht genutzten steuerlichen Verlustvorträge und Steuergutschriften verwendet werden können.
Der Buchwert der latenten Steueransprüche wird an jedem Bilanzstichtag überprüft und in dem Umfang reduziert, in dem es nicht mehr wahrscheinlich ist, dass ein ausreichendes zu versteuerndes Ergebnis zur Verfügung stehen wird, gegen das der latente Steueranspruch zumindest teilweise verwendet werden kann. Ebenfalls werden nicht angesetzte latente Steueransprüche an jedem Bilanzstichtag überprüft und in dem Umfang angesetzt, in dem es wahrscheinlich geworden ist, dass ein künftiges zu versteuerndes Ergebnis die Realisierung des latenten Steueranspruchs ermöglicht.
Sowohl für die Ermittlung des laufenden Steueraufwands als auch zur Ermittlung der latenten Steuern werden die derzeit jeweils gültigen beziehungsweise die bereits parlamentarisch verabschiedeten Steuersätze herangezogen.
Latente Steueransprüche und latente Steuerverbindlichkeiten werden miteinander verrechnet, wenn einklagbare Ansprüche auf Aufrechnung der tatsächlichen Steuererstattungsansprüche gegen tatsächliche Steuerverbindlichkeiten bestehen und diese sich auf Ertragsteuern des gleichen Steuersubjekts beziehen, die von derselben Steuerbehörde erhoben werden.
B22 Schätzunsicherheiten und Ermessensentscheidungen
Die Aufstellung des Abschlusses erfordert es, bei der Bilanzierung und Bewertung der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten nach IFRS Schätzungen vorzunehmen, die sich auf Höhe und Ausweis der bilanzierten Vermögenswerte und Verbindlichkeiten sowie der Erträge und Aufwendungen der Berichtsperiode ausgewirkt haben. Bei den Schätzungen und Annahmen handelt es sich um Ermessensentscheidungen des Managements. Diese werden kontinuierlich überprüft. Änderungen werden prospektiv in der Berichtsperiode beziehungsweise in künftigen Perioden erfasst. Annahmen und Schätzungen erfolgen insbesondere im Zusammenhang mit der Bewertung von Firmenwerten, Rückstellungen, Wertberichtigungen auf Forderungen und Vorräte, der Bewertung von anteilsbasierten Vergütungen sowie bei der Ermittlung von beizulegenden Zeitwerten. Die wesentlichen Ermessensentscheidungen betreffen die Umsatzrealisierung aus der Abbott-Vereinbarung und die Ausbuchung der verkauften Forderungen. Solche schätz- und prämissensensitiven Bilanzierungsgrundsätze können sich im Zeitablauf verändern und einen erheblichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft haben.
Bei seinen Ermessensentscheidungen orientiert sich das Management an Erfahrungswerten der Vergangenheit, Einschätzungen von Experten (Juristen, Ratingagenturen, Verbänden) und dem Ergebnis sorgfältiger Abwägung verschiedener Szenarien. Durch von den Annahmen abweichende und außerhalb des Einflussbereichs des Managements liegende Entwicklungen dieser Rahmenbedingungen können die sich einstellenden Beträge von den ursprünglich erwarteten Schätzwerten abweichen. Wenn die tatsächliche Entwicklung von der erwarteten abweicht, werden die Prämissen und, falls erforderlich, die Buchwerte der betreffenden Vermögenswerte und Verbindlichkeiten entsprechend angepasst. Die Unternehmensleitung weist darauf hin, dass künftige Ereignisse häufig von Prognosen abweichen und Schätzungen routinemäßige Anpassungen erfordern.
Die wesentlichen Annahmen und Parameter für die vorgenommenen Schätzungen und Ermessensentscheidungen sind im Anhang bei den einzelnen Sachverhalten erläutert.
C Segmentberichterstattung
Die im Segmentbericht dargestellten Informationen werden gemäß IFRS 8 "Operating Segments" erstellt.
Die Biotest Gruppe segmentiert sich in Übereinstimmung mit der internen Berichterstattung nach Produkten. Der Hauptentscheidungsträger (chief operation decision maker) im Sinne des IFRS 8 ist bei der Biotest AG der Vorstand als Organ. Für jedes Segment gibt es darüber hinaus einen verantwortlichen Segmentmanager, der dem Hauptentscheidungsträger unterstellt ist und am Ergebnis seines Segments und nicht am Gesamterfolg der Biotest Gruppe gemessen wird.
Die unterjährig dem Hauptentscheidungsträger zur Verfügung gestellten Segmentinformationen basieren auf den IFRS-Werten und umfassen im Wesentlichen die Informationen bis hin zum Betriebsergebnis (EBIT). Das Betriebsergebnis (EBIT) wird als Messgröße für die Beurteilung des Erfolgs der Segmente herangezogen.
Die Biotest Gruppe hat mit Datum vom 6. Januar 2010 den Geschäftsbereich Medizinische Diagnostik veräußert. Hierbei wurde mit Ausnahme der Gesellschaft Viro-Immun Labor-Diagnostika GmbH der gesamte Geschäftsbereich veräußert. Nach IFRS 5 ist diese Veräußerung in der Segmentberichterstattung separat als nicht fortgeführter Geschäftsbereich darzustellen. Aus diesem Grund wurden das ehemalige Segment Medizinische Diagnostik, die Viro-Immun Labor-Diagnostika GmbH und die Aufwendungen für die Schließung der Biotest Seralc° N.V. unter dem nicht fortgeführten Geschäftsbereich dargestellt.
Mit der Entscheidung zur Veräußerung des Segments Mikrobiologisches Monitoring wurde im Geschäftsjahr 2010 der Geschäftsbereich gemäß IFRS 5 in der Segmentberichterstattung als nicht fortgeführter Geschäftsbereich dargestellt. Der Veräußerungsgegenstand des Geschäftsbereichs Mikrobiologisches Monitoring umfasste neben der Beteiligung an der heipha Dr. Müller GmbH, der Biotest Microbiology Corporation, der Biotest K.K. und der Biotest S.a.r.l. den Produktbereich Biotest HYCON der Biotest AG sowie die entsprechenden Vertriebsaktivitäten in fünf Tochtergesellschaften. Der Geschäftsbereich wurde mit dem Vertrag vom 22. März 2011 an die Merck KGaA Gruppe verkauft und ist seit dem 1. August 2011 nach Zustimmung sämtlicher Kartellbehörden rechtskräftig.
Die Gesellschaft Viro-Immun Labor-Diagnostika GmbH, die seit 2010 als nicht fortgeführter Geschäftsbereich dargestellt wurde, wurde im Februar 2011 veräußert.
Die Geschäftssegmente der Biotest Gruppe stellen sich wie folgt dar:
- Plasmaproteine: Das Segment Plasmaproteine erforscht, entwickelt, produziert und vertreibt Medikamente auf Basis des humanen Blutplasmas. Die Präparate kommen bei Erkrankung des Immunsystems oder der blutbildenden Systeme zum Einsatz.
- Biotherapeutika: Das Segment Biotherapeutika forscht, entwickelt und produziert monoklonale Antikörper unter anderem zur Behandlung der rheumatoiden Arthritis und des multiplen Myeloms. Das Segment Biotherapeutika erwirtschaftet seit diesem Geschäftsjahr erstmals Umsatzerlöse.
- Corporate: Im Segment Corporate werden Aufwendungen der übergreifenden Konzernführung sowie sonstige Aufwendungen und Erträge ausgewiesen, die den übrigen Segmenten aufgrund ihrer Eigenart nicht zugeordnet werden können. Bei diesem Segment handelt es sich um kein operatives Segment im Sinne von IFRS 8; aus diesem Grund ist dieses Segment in der Überleitung enthalten.
Unter dem nicht fortgeführten Geschäftsbereich werden die zur Veräußerung umgegliederten Geschäftsbereiche Medizinische Diagnostik und Mikrobiologisches Monitoring gezeigt. Das ehemalige Segment Medizinische Diagnostik erforschte, entwickelte, produzierte und vertrieb Produkte zur Blutgruppen- und Gewebetypisierung für das medizinische Labor. Das ehemalige Segment Mikrobiologisches Monitoring erforschte, entwickelte, produzierte und vertrieb Produkte zur Reinheitsüberwachung von Luft und Oberflächen für die Hygienekontrolle in der Industrie.
In Anlehnung an die Klarstellung des IASB im Rahmen des sogenannten Annual Improvement Project 2009 (AIP 2009) verzichtet die Biotest Gruppe auf die Angaben zum Segmentvermögen und zu den Segmentschulden.
Segmentdaten nach Geschäftssegmenten
| Tausend € | Plasma proteine |
Biothera peutika |
Über leitung |
Summe der fort geführten Geschäfts bereiche |
Nicht fort geführter Geschäfts bereich |
Gesamt | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse mit Dritten | 2011 | 404.614 | 17.413 | – | 422.027 | 30.469 | 452.496 |
| 2010 | 412.482 | – | – | 412.482 | 51.005 | 463.487 | |
| Betriebsergebnis (EBIT) | 2011 | 61.489 | –7.636 | –12.293 | 41.560 | 35.774 | 77.334 |
| 2010 | 73.448 | –21.681 | –8.873 | 42.894 | 24.772 | 67.666 | |
| Anteile an assoziierten | 2011 | 2.042 | – | – | 2.042 | – | 2.042 |
| Unternehmen | 2010 | 1.050 | – | – | 1.050 | – | 1.050 |
| Investitionen | 2011 | 23.750 | 2.368 | 598 | 26.716 | 635 | 27.351 |
| 2010 | 27.524 | 924 | 2.612 | 31.060 | 2.517 | 33.577 | |
| Planmäßige | 2011 | 24.901 | 1.056 | 2.078 | 28.035 | 1.634 | 29.669 |
| Abschreibungen | 2010 | 24.489 | 403 | 1.999 | 26.891 | 1.504 | 28.395 |
| Außerplanmäßige | 2011 | 2.793 | – | – | 2.793 | – | 2.793 |
| Abschreibungen | 2010 | – | – | – | – | – | – |
Die Umsatzerlöse sind neben der Segmentierung nach Geschäftssegmenten zusätzlich nach Regionen segmentiert. Diese Segmentierung der Umsatzerlöse nach Regionen erfolgt nach dem geographischen Standort des Kunden und nach dem Sitz der Gesellschaft.
Die Angaben in der Spalte Überleitung entsprechen ausnahmslos dem Segment Corporate.
Segmentdaten nach geographischer Aufgliederung
| Umsatzerlöse mit Dritten nach Sitz des Kunden |
Umsatzerlöse mit Dritten nach Sitz der Gesellschaft |
||||
|---|---|---|---|---|---|
| Tausend € | 2011 | 2010 | 2011 | 2010 | |
| Europa | 258.347 | 240.351 | 349.605 | 326.186 | |
| Amerika | 74.955 | 57.527 | 72.422 | 86.296 | |
| Asien | 77.583 | 101.072 | – | – | |
| Rest der Welt | 11.142 | 13.532 | – | – | |
| Biotest Gruppe | 422.027 | 412.482 | 422.027 | 412.482 | |
| davon: | |||||
| Deutschland | 96.892 | 101.816 | 262.613 | 242.063 | |
| Ausland | 325.135 | 310.666 | 159.414 | 170.419 | |
| darin USA | 69.542 | 53.658 | 72.422 | 86.296 |
Zwischen den einzelnen Segmenten finden keine wesentlichen Lieferungen statt.
D Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung
D1 Umsatzerlöse
| Tausend € | 2011 | 2010 |
|---|---|---|
| Produkte der Biotest Gruppe | 368.459 | 379.897 |
| Handelsware | 10.388 | 8.099 |
| Lohnfraktionierung | 25.730 | 24.469 |
| Umsatzerlöse aus Kooperationsvereinbarungen | 17.413 | – |
| Sonstige | 37 | 17 |
| 422.027 | 412.482 |
Die Biotest Gruppe hat im Geschäftsjahr 2011 erstmals, neben den Umsatzerlösen des Segments Plasmaproteinen, Umsatzerlöse im Segment Biotherapeutika erzielt. Diese Umsatzerlöse stammen aus einer Vorauszahlung aus der Vereinbarung über die weltweite Entwicklung und Vermarktung des monoklonalen Antikörpers BT-061 mit Abbott. Da sich die Vorauszahlung in Höhe von 85 Millionen US-Dollar im Wesentlichen auf noch durchzuführende Forschungsaktivitäten bezieht, wurde der Großteil als Verbindlichkeit aus Umsatzabgrenzung bilanziert. Die Ertragsrealisierung erfolgt linear über die voraussichtliche Dauer des ersten Abschnitts der Kooperationsvereinbarung bis zum 30. Juni 2014. Für die im Geschäftsjahr 2011 bereits erbrachten Forschungsleistungen realisierte die Biotest Gruppe 17.413 T € erfolgswirksam.
In den Umsatzerlösen aus Produkten der Biotest Gruppe sind auch Umsatzerlöse aus dem Verkauf von Plasma enthalten.
D2 Materialaufwendungen
| Tausend € | 2011 | 2010 |
|---|---|---|
| Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe | 148.432 | 119.376 |
| Bezogene Leistungen | 16.645 | 17.307 |
| 165.077 | 136.683 |
D3 Personalaufwendungen
| Tausend € | 2011 | 2010 |
|---|---|---|
| Löhne und Gehälter | 88.053 | 82.445 |
| Soziale Abgaben | 15.649 | 13.990 |
| Aufwendungen für Altersversorgung | 2.962 | 2.270 |
| 106.664 | 98.705 |
In den Personalaufwendungen sind Aufwendungen aus Anlass der Beendigung des Arbeitsverhältnisses in Höhe von 3.103 T € (i.Vj. 1.493 T €) enthalten.
Die durchschnittliche Mitarbeiterzahl, umgerechnet auf Vollzeitstellen, beträgt im Geschäftsjahr 2011 in den fortgeführten Geschäftsbereichen 1.652 (i.Vj. 1.580). Am 31. Dezember 2011 sind in den fortgeführten Geschäftsbereichen 1.662 (i.Vj. 1.611) Mitarbeiter, umgerechnet auf Vollzeitstellen, in der Biotest Gruppe beschäftigt.
In dem nicht fortgeführten Geschäftsbereich beträgt die durchschnittliche Mitarbeiterzahl in den ersten sieben Monaten des Geschäftsjahres 2011 umgerechnet auf Vollzeitstellen 284 (im gesamten Vorjahr 293). Am 31. Dezember 2011 sind in dem nicht fortgeführten Geschäftsbereich keine (i.Vj. 293) Mitarbeiter, umgerechnet auf Vollzeitstellen, beschäftigt.
Die Mitarbeiter werden den Funktionsbereichen wie folgt zugeordnet:
| Vollzeitstellen | 2011 | 2010 |
|---|---|---|
| Produktion | 1.097 | 1.027 |
| Vertrieb | 202 | 197 |
| Verwaltung | 206 | 226 |
| Forschung und Entwicklung | 157 | 161 |
| 1.662 | 1.611 |
Am 31. Dezember 2011 beschäftigt die Biotest Gruppe 1.774 (i.Vj. 2.050) Mitarbeiter, davon entfallen auf die fortgeführten Geschäftsbereiche 1.774 (i.Vj. 1.721) Mitarbeiter.
D4 Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen
Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung in Höhe von 49.406 T € (i.Vj. 48.968 T €) werden vollständig in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.
D5 Sonstige betriebliche Erträge
| Tausend € | 2011 | 2010 |
|---|---|---|
| Erträge aus Dienstleistungsverträgen | 4.120 | – |
| Ausbuchung von Verbindlichkeiten | 3.388 | 4.534 |
| Auflösung von sonstigen Rückstellungen | 2.227 | 3.075 |
| Versicherungserträge und sonstige Erstattungen | 1.603 | 3.426 |
| Steuererstattungen | 219 | – |
| Lieferantenboni | 202 | 373 |
| Auflösung von Wertberichtigungen | 79 | 13 |
| Gewinne aus Abgängen des Anlagevermögens | 66 | 442 |
| Erstattungen des Arbeitsamts bei Neubesetzung von Stellen wegen Altersteilzeit |
98 | 4 |
| Sonstige | 1.428 | 275 |
| 13.430 | 12.142 |
Die Erträge aus Dienstleistungsverträgen beziehen sich im Wesentlichen auf nach den Veräußerungen der ehemaligen Geschäftsbereiche Medizinische Diagnostik und Mikrobiologisches Monitoring geschlossene Verträge, die im Geschäftsjahr 2010 dem nicht fortgeführten Geschäftsbereich zugeordnet waren.
Im Geschäftsjahr 2011 hat die Biotest Gruppe 524 T € (i.Vj. 30 T €) staatliche Zuschüsse erfolgswirksam erfasst; hiervon betreffen 328 T € (i.Vj. 14 T €) Zuschüsse zu Forschungs- und Entwicklungsprojekten sowie 98 T € (i.Vj. 12 T €) Lohnkostenzuschüsse und Lohnersatzleistungen und 98 T € (i.Vj. 4 T €) betreffen Erstattungen des Arbeitsamts bei Neubesetzung von Stellen wegen Altersteilzeit.
Im Geschäftsjahr 2011 erzielte die Biotest Gruppe als Leasinggeber Erträge aus Operating-Leasingverträgen in Höhe von 719 T € (i.Vj. 511 T €). Aus den am Bilanzstichtag geltenden Leasingverträgen, mit einer Laufzeit bis 2016, ergeben sich für das Geschäftsjahr 2012 zukünftige Leasingerträge in Höhe von 830 T € sowie für die darauf folgenden vier Geschäftsjahre (Jahre 2013 bis 2016) Leasingerträge in Höhe von 752 T €. Ab dem Geschäftsjahr 2017 werden sich keine weiteren kumulierten Leasingerträge ergeben. Die Erträge aus Operating-Leasingverträgen resultieren im Wesentlichen aus der vorübergehenden Vermietung von derzeit nicht betrieblich genutzten Grundstücken und Gebäuden.
D6 Sonstige betriebliche Aufwendungen
| Tausend € | 2011 | 2010 |
|---|---|---|
| Aufwendungen für die Erbringung von Dienstleistungen |
3.881 | – |
| Außerplanmäßige Abschreibungen | 2.793 | 78 |
| Zuführungen zu Rückstellungen | 985 | 326 |
| Abschreibungen auf Forderungen | 730 | 310 |
| Spenden | 314 | 331 |
| Verluste aus Abgängen des Anlagevermögens | 113 | 36 |
| Entschädigungen | 38 | 21 |
| Sonstige | 896 | 476 |
| 9.750 | 1.578 |
Im vergangenen Geschäftsjahr waren die Aufwendungen für die Erbringung von Dienstleistungen dem nicht fortgeführten Geschäftsbereich zugeordnet, so dass hier kein Vorjahreswert ausgewiesen ist.
Die außerplanmäßigen Abschreibungen betreffen im Wesentlichen Abschreibungen auf Anlagen im Bau bei der Biotest Pharmaceutical Corporation, USA. Hinsichtlich weiterer Erläuterungen verweisen wir auf die Angaben zu den Sachanlagen und den immateriellen Vermögenswerten.
Die Zuführungen zu Rückstellungen betreffen in diesem Geschäftsjahr im Wesentlichen Rückstellungen für die Belastungen aus einer Umsatzsteuerprüfung sowie für die Sanierung eines Betriebsgrundstückes.
Die Abschreibungen auf Forderungen in Höhe von 730 T € (i.Vj. 310 T €) betreffen Forderungen, die nicht mehr als einbringlich erachtet werden.
| Tausend € | 2011 | 2010 |
|---|---|---|
| Erträge aus Währungsumrechnungen | 16.424 | 10.713 |
| Gewinn aus dem Abgang von Finanzinstrumenten |
1.146 | – |
| Zinserträge | 771 | 460 |
| Zuschreibungen auf Anteile an assoziierten Unternehmen |
453 | – |
| Sonstige | 2.258 | 525 |
| 21.052 | 11.698 | |
| davon aus Finanzinstrumenten der Bewertungskategorien gemäß IAS 39: |
||
| Kredite und Forderungen (LaR) | 1.680 | 757 |
| bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen (HtM) |
1 | 1 |
| zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte (FAFVtPL) |
985 | 4 |
| zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten (FLAC) |
141 | 54 |
| zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte (FAHfT) |
1.377 | 160 |
| zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Verbindlichkeiten (FLHfT) |
1.785 | 258 |
D7 Finanzerträge
Die bisherige Wertberichtigung von 50 % auf das anteilige Eigenkapital der BioDarou P.J.S. Co. wurde im Geschäftsjahr 2011 aufgelöst, da die Gründe für die Wertminderungen nicht weiter bestehen. Hieraus resultieren Finanzerträge in Höhe von 453 T €. Diese sind als Zuschreibungen auf Anteile an assoziierten Unternehmen ausgewiesen.
Die Erträge aus Währungsumrechnungen beinhalten Erträge aus realisierten Kursgewinnen im Zusammenhang mit Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten, Erträge aus der Währungskursabsicherung sowie Erträge aus der Stichtagsbewertung von Fremdwährungspositionen.
D8 Finanzaufwendungen
| 2011 | 2010 |
|---|---|
| 16.498 | 10.753 |
| 8.335 | 5.566 |
| 5.218 | 5.946 |
| 2.328 | 2.255 |
| 785 | – |
| 693 | 942 |
| 238 | 202 |
| 476 | 774 |
| 34.571 | 26.438 |
| 7.987 | 5.566 |
| 4.967 | 5.726 |
| 1.139 | 493 |
| 2.734 | 203 |
Die Aufwendungen aus Währungsumrechnungen beinhalten Aufwendungen aus realisierten Kursverlusten im Zusammenhang mit Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten, Aufwendungen aus der Währungskursabsicherung sowie Aufwendungen aus der Stichtagsbewertung von Fremdwährungspositionen.
Die ausgewiesenen Zinssicherungskosten beinhalten Aufwendungen aus der Bewertung von Zinssicherungsgeschäften zum beizulegenden Zeitwert, Zahlungen aus Zinssicherungsgeschäften sowie angefallene Gebühren.
Die Aufwendungen aus Fair Value Bewertung betreffen im Wesentlichen die Bewertung der in den Finanzanlagen ausgewiesenen griechischen Staatsanleihen und die Ansprüche auf die Herausgabe von griechischen Staatsanleihen als Gegenleistung für Forderungen gegen griechische Krankenhäuser.
Im Jahr 2011 wurden griechische Staatsanleihen im Nominalvolumen von 4.846 T € veräußert. Daraus resultieren in der Periode Finanzaufwendungen in Höhe von 329 T €. Die Anleihen waren zum Stichtag 31. Dezember 2010 mit einem Marktwert in Höhe von 3.951 T € bilanziert. Durch die Marktbewertung der griechischen Staatsanleihen entstanden im Geschäftsjahr 2011 Finanzaufwendungen in Höhe von 7.987 T €. Entgegen stehen Finanzerträge in Höhe von 980 T €, die überwiegend aus der Aufwertung des Bonds mit Laufzeit bis Dezember 2011 durch die Bezahlung zum Laufzeitende zu 100 % resultieren.
D9 Erträge aus assoziierten Unternehmen
Im Geschäftsjahr 2011 wurden Erträge aus assoziierten Unternehmen in Höhe von 539 T € (i.Vj. 299 T €) erwirtschaftet.
D10 Ertragsteuern
| Tausend € | 2011 | 2010 |
|---|---|---|
| Steuern des Geschäftsjahres | 14.161 | 6.595 |
| Periodenfremder laufender Steuerertrag (i.Vj -aufwand) |
–527 | 1.254 |
| Laufende Steuern | 13.634 | 7.849 |
| Latente Steuern | –3.784 | 977 |
| Ertragsteueraufwand | 9.850 | 8.826 |
Der latente Steueraufwand aus Posten, die direkt im Eigenkapital belastet oder gutgeschrieben wurden, beträgt –263 T € (i.Vj. Ertrag 801 T €).
Für das Geschäftsjahr 2011 weicht der erwartete Steueraufwand bei Anwendung eines nominellen Ertragsteuersatzes von 28,8 % (i.Vj. 28,8 %) wie folgt von den effektiven Werten ab:
| Tausend € | 2011 | 2010 |
|---|---|---|
| Ergebnis vor Steuern | 28.580 | 28.453 |
| Erwarteter Steueraufwand | 8.231 | 8.194 |
| Nicht bewertete Verluste des Geschäftsjahres | 283 | 35 |
| Nutzung nicht bewerteter Verlustvorträge der Vorjahre |
– | –858 |
| Latente Steuern auf Verlustvorträge der Vorjahre | – | –237 |
| Abschreibungen auf latente Steuern | 1.281 | 42 |
| Steuererstattungen (i.Vj. -nachzahlungen) | –527 | 1.254 |
| Steuereffekt aus der Anpassung latenter Steuern der Vorjahre |
–480 | –109 |
| Steuereffekt aus Aktivierung von Steuerguthaben | –668 | –546 |
| Steuereffekt durch nicht abzugsfähige Aufwendungen |
1.908 | 1.039 |
| Steuereffekt aus der Änderung inländischer Steuersätze |
71 | 18 |
| Steuereffekt aus der Anwendung ausländischer Steuersätze und Verbrauch ausländischer Verlustvorträge |
417 | 289 |
| Steuereffekt durch steuerfreie Erträge | –607 | –189 |
| Sonstige Effekte | –59 | –106 |
| Ertragsteuern gemäß Gewinn- und Verlustrechnung |
9.850 | 8.826 |
Die Berechnung des Steuersatzes von 28,8 % basiert auf einem Körperschaftsteuersatz von 15 %, einem Solidaritätszuschlag von 5,5 % und dem gewerbesteuerlichen Hebesatz der Gemeinde Dreieich (Sitz der Muttergesellschaft).
D11 Nicht fortgeführter Geschäftsbereich
Die im Geschäftsjahr 2010 getroffene Entscheidung zum Verkauf des Geschäftsbereichs Mikrobiologisches Monitoring wurde mit Vollzug des Kaufvertrags mit der Merck KGaA Gruppe am 1. August 2011 umgesetzt.
Aufgrund der Veräußerungsentscheidung wurden im Jahr 2010 alle betroffenen Vermögenswerte und Schulden des Geschäftsbereichs Mikrobiologisches Monitoring und der geringe noch verbliebene Teil des veräußerten Geschäftsbereichs Medizinische Diagnostik gemäß IFRS 5 als nicht fortgeführter Geschäftsbereich behandelt. Sowohl in der Gewinn- und Verlustrechnung als auch in der Segmentberichterstattung und der Kapitalflussrechnung werden die Werte des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs von den weiterhin bestehenden Geschäftsbereichen getrennt ausgewiesen. Bilanziell wurden die zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerte und Schulden im Vorjahr in den Posten Vermögenswerte des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs und Schulden des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs dargestellt. Zum Bilanzstichtag 2011 sind diese Posten in der Bilanz nicht mehr vorhanden.
Als Konsequenz der Darstellung nach IFRS 5 wurde in 2010 das laufende Ergebnis des Geschäftsbereichs Mikrobiologisches Monitoring in das laufende Ergebnis des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs umgegliedert.
Das Ergebnis des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs stellt sich wie folgt dar:
| Tausend € | 2011 | 2010 |
|---|---|---|
| Erträge des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs | 30.693 | 54.349 |
| Aufwendungen des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs |
–26.761 | –49.593 |
| Ergebnis vor Steuern des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs |
3.932 | 4.756 |
| Ertragsteuern des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs |
–1.269 | –2.395 |
| Ergebnis nach Steuern des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs |
2.663 | 2.361 |
| Bewertungs- /Veräußerungsergebnis des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs vor Steuern |
30.340 | 19.576 |
| Steuern auf das Bewertungs-/Veräußerungsergebnis | –3.584 | –2.079 |
| Bewertungs- /Veräußerungsergebnis des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs nach Steuern |
26.756 | 17.497 |
| Ergebnis des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs |
29.419 | 19.858 |
Das Veräußerungsergebnis des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs stellt sich wie folgt dar:
| Tausend € | 2011 | 2010 |
|---|---|---|
| Veräußerungserlös abzgl. Verkaufsnebenkosten | 41.770 | 45.000 |
| abzgl. Steuern auf das Veräußerungsergebnis | –3.585 | –2.079 |
| abzgl. abgehender Vermögenswerte und Schulden | –17.451 | –25.424 |
| zuzgl. abgehende Minderheitenanteile am EK | 6.022 | – |
| Veräußerungsergebnis des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs |
26.756 | 17.497 |
Der Vertrag zum Verkauf der Aktivitäten des Mikrobiologischen Monitoring vom 22. März 2011 sieht einen bedingten Kaufpreisanspruch vor, dessen Realisierung von dem Eintritt bestimmter im Vertrag geregelter zukünftiger Ereignisse abhängt. Zum Bilanzstichtag wurden aus diesem Sachverhalt keine zusätzlichen Erlöse im Konzernabschluss angesetzt.
D12 Aufwendungen für den Abschlussprüfer
Die Hauptversammlung der Biotest AG hat am 12. Mai 2011 die Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft zum Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2011 bestellt. Der Vorjahresabschluss wurde durch die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft geprüft.
Der diesjährige Abschlussprüfer, die Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, berechnete im Geschäftsjahr 2011 der Biotest Gruppe ein Honorar in Höhe von 273 T €. Dieses gliedert sich in 234 T € Honoraraufwendungen für die Abschlussprüfung (davon keine Aufwendungen für das Vorjahr), 25 T € für Steuerberatungsleistungen (davon keine Aufwendungen für das Vorjahr) sowie 14 T € für sonstige prüfungsnahe Dienstleistungen. Weitere Honorare für sonstige Leistungen wurden nicht berechnet.
Mit dem Zusammenschluss der KPMG Europe LLP sind die KPMG LLP (UK), die KPMG Schweiz, die KPMG Spanien (ohne den Bereich Audit), die KPMG Belgien (ohne den Bereich Audit) sowie die KPMG Niederlande verbundene Unternehmen der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft i.S.d. § 271 Abs. 2 HGB.
Für die Prüfung des Vorjahresabschlusses berechnete der damalige Abschlussprüfer, die KPMG Europe LLP, im Geschäftsjahr 2010 der Biotest Gruppe ein Honorar in Höhe von 745 T €. Dieses gliederte sich in 397 T € für Steuerberatungsleistungen (davon für das Vorjahr 74 T €), 304 T € Honoraraufwendungen für die Abschlussprüfung (davon für das Vorjahr 17 T €) sowie 40 T € für sonstige prüfungsnahe Dienstleistungen. Des Weiteren wurde ein Honorar in Höhe von 4 T € für sonstige Leistungen berechnet. Im Geschäftsjahr 2011 entstanden der Biotest Gruppe keine weiteren Aufwendungen durch Honorare der KPMG Europe LLP für die Abschlussprüfung des Geschäftsjahres 2010.
E Erläuterungen zur Bilanz
E1 Immaterielle Vermögenswerte
Die gesamten immateriellen Vermögenswerte sind dem langfristigen Vermögen zugeordnet.
| Tausend € | Geschäfts wert |
Patente, Lizenzen und ähnliche Rechte |
Geleaste Vermögens werte |
Anlagen im Bau |
Gesamt |
|---|---|---|---|---|---|
| Anschaffungskosten | |||||
| Stand zum 31. Dezember 2009 |
27.653 | 53.199 | 9.626 | 15 | 90.493 |
| Umgliederung in den nicht fortgeführten Geschäftsbereich |
–218 | –449 | – | –15 | –682 |
| Zugänge | – | 1.636 | – | – | 1.636 |
| Abgänge | – | –148 | – | – | –148 |
| Umbuchung | – | – | – | – | – |
| Währungsumrechnungsdifferenzen | 1.549 | 3.022 | – | – | 4.571 |
| Stand zum 31. Dezember 2010 |
28.984 | 57.260 | 9.626 | – | 95.870 |
| Zugänge | – | 1.668 | – | – | 1.668 |
| Zugänge zum Konsolidierungskreis | 1.571 | 937 | – | – | 2.508 |
| Abgänge | – | –268 | –15 | – | –283 |
| Währungsumrechnungsdifferenzen | 583 | 1.271 | – | – | 1.854 |
| Stand zum 31. Dezember 2011 |
31.138 | 60.868 | 9.611 | – | 101.617 |
| Kumulierte Abschreibungen | |||||
| Stand zum 31. Dezember 2009 |
– | 20.358 | 3.455 | – | 23.813 |
| Umgliederung in den nicht fortgeführten Geschäftsbereich |
– | – 351 | – | – | –351 |
| Abschreibungen des Geschäftsjahres | – | 5.424 | 1.543 | – | 6.967 |
| Abgänge | – | – 148 | – | – | –148 |
| Umbuchungen | – | – | – | – | – |
| Währungsumrechnungsdifferenzen | – | 648 | – | – | 648 |
| Stand zum 31. Dezember 2010 |
– | 25.931 | 4.998 | – | 30.929 |
| Abschreibungen des Geschäftsjahres | – | 5.453 | 1.542 | – | 6.995 |
| Außerplanmäßige Abschreibungen | – | 388 | – | – | 388 |
| Abgänge | – | –268 | –15 | – | – 283 |
| Währungsumrechnungsdifferenzen | – | 755 | – | – | 755 |
| Stand zum 31. Dezember 2011 |
– | 32.259 | 6.525 | – | 38.784 |
| Buchwert zum | |||||
| 31. Dezember 2010 | 28.984 | 31.329 | 4.628 | – | 64.941 |
| 31. Dezember 2011 | 31.138 | 28.609 | 3.086 | – | 62.833 |
Der Zugang zum Konsolidierungskreis des Geschäftswerts in Höhe von 1.571 T € sowie der Patente, Lizenzen und ähnlichen Rechte in Höhe von 937 T € resultiert aus dem Erwerb von 100 % der Anteile an der Marcos Pedrilson Produtos Hospitalares Ltda., Brasilien, (heute: Biotest Farmaceutica Ltda.), dem ehemaligen Distributeur der Biotest AG in Brasilien. Hinsichtlich weiterer Erläuterungen verweisen wir auf die Angaben zu Unternehmenszusammenschlüssen in Kapitel F2.
Für den Erwerb von immateriellen Vermögenswerten bestehen vertragliche Verpflichtungen in Höhe von 12 T € (i.Vj. 196 T €).
Die Zugänge zu den Patenten, Lizenzen und ähnlichen Rechten im Geschäftsjahr 2011 in Höhe von 1.668 T € (i.Vj. 1.636 T €) betreffen mit 495 T € (i.Vj. 827 T €) Kosten für SAP-Software.
Im Geschäftsjahr 2009 hat die Biotest Gruppe die in 2008 erworbene ERP-Software an eine Leasinggesellschaft veräußert und im Rahmen eines Miet-Kauf-Vertrags zurück erworben.
Die außerplanmäßigen Abschreibungen in Höhe von 388 T € beinhalten Wertminderungen von Kundenlisten der Biotest Hellas MEPE, Griechenland, aufgrund der negativen wirtschaftlichen Entwicklungen in Griechenland.
Die im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen erworbenen Geschäfts- oder Firmenwerte wurden zur Überprüfung ihrer Werthaltigkeit einer Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten, die dem Segment Plasmaproteine entsprechen, zugeordnet. Im Zuge der jährlichen Überprüfung der Werthaltigkeit ergab sich kein Wertminderungsbedarf für die Cash Generating Unit.
Mit dem Erwerb des Plasmaproteinbereichs der Nabi Biopharmaceuticals im Geschäftsjahr 2007 wurden zwei Entwicklungsprojekte erworben und im Konzernabschluss als immaterielle Vermögenswerte angesetzt. Hierbei handelt es sich um das intravenös zu verabreichende Immunglobulin Bivigam™, das sich derzeit in der Zulassungsphase befindet, sowie um Civacir®, das bei durch Infektionen mit Hepatitis-C erforderlich gewordenen Lebertransplantationen eine Reinfektion mit dem Virus verhindern soll. Beide IPR&D-Projekte wurden im Geschäftsjahr 2011 nicht abgeschrieben, da sie sich noch in der Entwicklungsphase befinden und keine Zulassungen vorliegen. Mit Beginn der Vermarktung werden die Projektwerte über zehn Jahre linear abgeschrieben. Der Beginn der Vermarktung von Bivigam™ wird im Geschäftsjahr 2012 und für Civacir® im Geschäftsjahr 2015 erwartet. Der Beginn der Vermarktung hängt von der Zulassung durch die verantwortlichen Behörden ab.
Für diese Entwicklungsprojekte wurde ebenfalls ein Impairmenttest durchgeführt, der wie im Vorjahr zu keinen Wertminderungen führte.
Der erzielbare Betrag der zahlungsmittelgenerierenden Einheit wird über die Berechnung eines Nutzungswerts unter Verwendung von Cashflow-Prognosen ermittelt. Letztlich wird zur Bestimmung eines Wertminderungsbedarfs der erzielbare Betrag der jeweiligen Cash Generating Unit ihrem Buchwert gegenübergestellt.
Für den Wertminderungstest des Geschäftswerts des Segments Plasmaproteine wurde ein Diskontierungssatz vor Steuern in Höhe von 11,23 % (i.Vj. 8,14 %), der sich nach dem relevanten WACC (Weighted Average Cost of Capital) richtet, verwendet. Die Ermittlung der erwarteten Cash Flows erfolgte auf Basis der von der Unternehmensleitung erstellten fünfjährigen Finanzplanung. Für den Wertbeitrag ab dem Jahre 2017 wird sie ergänzt durch die ewige Rente. Basis für die Ermittlung der ewigen Rente ist das angenommene langfristig nachhaltig erzielbare Ergebnis. Es wurde keine Wachstumsrate in der ewigen Rente angesetzt.
Die beiden Entwicklungsprojekte wurden ebenfalls einem Wertminderungstest unterzogen. Hierbei beträgt der verwendete Diskontierungssatz nach Steuern für das Bivigam™-Projekt 9,67 % (i.Vj. 6,76 %) und für das Civacir®-Projekt 9,67 % (i.Vj. 6,76 %). Sie richten sich ebenfalls an dem relevanten WACC (Weighted Average Cost of Capital) aus. Die Ermittlung der erwarteten Cash Flows erfolgte für die Jahre 2012 bis 2022 auf Basis einer detaillierten Finanzplanung. Für die Jahre 2023 bis 2028 wurde eine Wachstumsrate in Höhe von 2 % unterstellt.
Im Rahmen von Sensitivitätsanalysen wurden die Auswirkungen von Änderungen des verwendeten Abzinsungsfaktor sowie eine Änderung der zugrunde gelegten Wachstumsrate bei den Entwicklungsprojekten ermittelt. Bei einer Erhöhung des Abzinsungsfaktors um 100 Basispunkte würde sich keine Wertminderung der Entwicklungsprojekte oder des Geschäftswerts des Segments Plasmaproteine ergeben. Bei einer Umkehrung der zugrunde gelegten Wachstumsrate von einem Zuwachs von zwei Prozent auf eine negative Entwicklung von zwei Prozent würde sich ebenfalls kein Wertminderungsbedarf bei den Entwicklungsprojekten ergeben.
Die Buchwerte der immateriellen Vermögenswerte, die einem Impairmenttest unterzogen wurden, beziehen sich auf die folgenden Cash Generating Units:
| Gesellschaften der Biotest Gruppe |
Cash Generating Unit | Immaterieller Vermögenswert |
Buchwert zum 31. Dezember 2011 Tausend € |
Buchwert zum 31. Dezember 2010 Tausend € |
|---|---|---|---|---|
| Biotest Pharmaceuticals Corporation |
Segment Plasmaproteine |
Geschäftswert | 29.682 | 28.984 |
| Biotest Farmaceutica Ltda. |
Segment Plasmaproteine |
Geschäftswert | 1.456 | – |
| Biotest Pharmaceuticals Corporation |
Projekt | Patente, Lizenzen und ähnliche Rechte |
10.717 | 10.378 |
| 41.855 | 39.362 |
Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte des Geschäftsjahres sind in folgenden Posten der Gewinn- und Verlustrechnung enthalten:
| Tausend € | 2011 | 2010 |
|---|---|---|
| Herstellungskosten | 4.136 | 4.353 |
| Marketing- und Vertriebskosten | 211 | 215 |
| Verwaltungskosten | 2.571 | 2.268 |
| Forschungs- und Entwicklungskosten | 77 | 86 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | 388 | 45 |
| 7.383 | 6.967 |
E2 Sachanlagen
Alle nachstehend aufgeführten Vermögenswerte sind dem langfristigen Vermögen zuzurechnen.
| Andere Anlagen, | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Technische | Betriebs- und | Geleaste | ||||
| Tausend € | Grundstücke und Bauten |
Anlagen und Maschinen |
Geschäfts ausstattung |
Vermögens werte |
Anlagen im Bau |
Gesamt |
| Anschaffungskosten/ Herstellungskosten |
||||||
| Stand zum | ||||||
| 31. Dezember 2009 | 151.523 | 112.744 | 79.184 | 38.535 | 7.379 | 389.365 |
| Umgliederung in den nicht fortgeführten Geschäftsbereich |
–10.095 | –7.552 | –5.251 | –3.370 | –746 | –27.014 |
| Zugänge | 5.084 | 2.531 | 2.946 | – | 18.863 | 29.424 |
| Umbuchungen | 10.659 | 34.954 | 5.483 | –33.002 | –18.094 | – |
| Abgänge | –1.265 | –308 | –1.870 | –538 | –20 | –4.001 |
| Währungs | ||||||
| umrechnungsdifferenzen | 3.313 | 2.584 | 268 | – | 330 | 6.495 |
| Stand zum 31. Dezember 2010 |
159.219 | 144.953 | 80.760 | 1.625 | 7.712 | 394.269 |
| Zugänge | 743 | 1.113 | 4.289 | – | 18.903 | 25.048 |
| Zugänge zum | ||||||
| Konsolidierungskreis | 446 | – | 28 | – | – | 474 |
| Umbuchungen | 599 | 798 | 1.160 | –22 | –2.535 | – |
| Abgänge | –192 | –1.920 | –740 | –203 | –60 | –3.115 |
| Währungs | ||||||
| umrechnungsdifferenzen | 1.616 | 1.314 | 60 | – | 95 | 3.085 |
| Stand zum 31. Dezember 2011 |
162.431 | 146.258 | 85.557 | 1.400 | 24.115 | 419.761 |
| Kumulierte Abschreibungen | ||||||
| Stand zum | ||||||
| 31. Dezember 2009 | 41.408 | 44.768 | 50.494 | 20.740 | – | 157.410 |
| Umgliederung in den nicht fortgeführten Geschäftsbereich |
–1.231 | –6.128 | –3.132 | –1.951 | – | –12.442 |
| Abschreibungen | ||||||
| des Geschäftsjahres | 3.498 | 10.008 | 4.932 | 1.486 | – | 19.924 |
| Umbuchungen | 1.947 | 13.707 | 2.908 | –18.562 | – | – |
| Abgänge | –1 | –142 | –1.256 | –533 | – | –1.932 |
| Währungs umrechnungsdifferenzen |
62 | 427 | 71 | – | – | 560 |
| Stand zum | ||||||
| 31. Dezember 2010 | 45.683 | 62.640 | 54.017 | 1.180 | – | 163.520 |
| Abschreibungen | ||||||
| des Geschäftsjahres | 3.913 | 11.570 | 5.358 | 199 | – | 21.040 |
| Außerplanmäßige | ||||||
| Abschreibungen Umbuchungen |
– – |
– 15 |
– 4 |
– –19 |
2.405 – |
2.405 – |
| Abgänge Währungs |
–192 | –1.779 | –676 | –201 | – | –2.848 |
| umrechnungsdifferenzen | 116 | 640 | 31 | – | – | 787 |
| Stand zum | ||||||
| 31. Dezember 2011 | 49.520 | 73.086 | 58.734 | 1.159 | 2.405 | 184.904 |
| Buchwert zum | ||||||
| 31. Dezember 2010 | 113.536 | 82.313 | 26.743 | 445 | 7.712 | 230.749 |
| 31. Dezember 2011 | 112.911 | 73.172 | 26.823 | 241 | 21.710 | 234.857 |
Die Zugänge zum Konsolidierungskreis in den Grundstücken und Bauten betreffen im Geschäftsjahr 2011 in Höhe von 446 T € die im Rahmen des Unternehmenszusammenschluss erworbenen Immobilien der Biotest Farmaceutica Ltda. Im Vorjahr beinhalteten die Zugänge einen nicht zahlungswirksamen Grundstückstausch in Höhe von 1.687 T €.
In den Anlagen im Bau ist im Geschäftsjahr 2011 im Wesentlichen wie im Vorjahr die Erweiterung der Abfüllungs- und Verpackungsanlage der Biotest Pharma GmbH sowie der Ausbau der Produktionsanlagen in Boca Raton, Florida, USA, ausgewiesen.
Die außerplanmäßigen Abschreibungen in Höhe von 2.405 T € beinhalten eine Abschreibung der Steuerungssoftware im Zusammenhang mit dem Ausbau der Produktion in Boca Raton, Florida, USA.
Für die Produktionsanlagen der BPC in den USA wurde aufgrund der zeitlichen Verzögerungen zur Erlangung der vollen Kapazität der Anlage ein Wertminderungstest auf Ebene der Cash Generating Unit Produktionsanlage USA vorgenommen. Dieser Test ergab keinen Wertminderungsbedarf.
Staatliche Zuschüsse für die Anschaffung oder Herstellung von Vermögenswerten mindern die Anschaffungsbeziehungsweise Herstellungskosten. Im Geschäftsjahr 2011 ergibt sich eine kumulierte Minderung in Höhe von 595 T € (i.Vj. 595 T €).
Die im Geschäftsjahr 2009 als Finanzierungsleasing ausgewiesenen Produktionsanlagen der Biotest AG zur Plasmafraktionierung und sterilen Endabfüllung wurden im Geschäftsjahr 2010 nach Ablauf der Grundmietzeit zu deren Verkehrswert erworben. Die Vermögenswerte wurden in die entsprechenden Kategorien des Sachanlagevermögens in 2010 umgegliedert.
Als Sicherheit für die seit dem Geschäftsjahr 2007 bestehende und im Geschäftsjahr ergänzte Konsortialkredit-Vereinbarung wurde eine Grundschuld über 95 Mio. € für Grundstücke der Biotest Pharma GmbH und der Biotest Grundstücksverwaltungs GmbH als Drittsicherungsgeber als Sicherheiten begeben. Die Bestellung einer Globalgrundschuld an den Grundstücken der Gesellschaft und ihrer Tochtergesellschaften in Höhe von 100 Mio. € wurde am 18. März 2003 im Rahmen der früheren Sicherheiten-Treuhandvereinbarung notariell beglaubigt. Des Weiteren wurden die Geschäftsanteile der Biotest Pharmaceuticals Corporation als Sicherheit verpfändet.
Die Abschreibungen auf Sachanlagen des Geschäftsjahres sind in folgenden Posten der Gewinn- und Verlustrechnung enthalten:
| Tausend € | 2011 | 2010 |
|---|---|---|
| Herstellungskosten | 14.005 | 12.968 |
| Marketing- und Vertriebskosten | 427 | 427 |
| Verwaltungskosten | 4.764 | 4.605 |
| Forschungs- und Entwicklungskosten | 1.844 | 1.891 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | 2.405 | 33 |
| 23.445 | 19.924 |
E3 Anteile an verbundenen Unternehmen
Die Anteile an verbundenen Unternehmen in Höhe von 81 T € (i.Vj. 100 T €) gliedern sich wie folgt auf:
| Tausend € | 2011 | 2010 |
|---|---|---|
| Biotest Pharma OOO | 31 | – |
| Biotest Immobilien Verwaltungs-GmbH | 25 | 25 |
| Biotest Immobilien GmbH & Co. KG | 25 | 25 |
| Biotest Hycon GmbH | – | 50 |
| 81 | 100 |
Die Biotest Pharma OOO ist eine hunderprozentige Tochtergesellschaft der Biotest AG. Die Biotest Immobilien Verwaltungs GmbH sowie die Biotest Immobilien GmbH & Co. KG sind hundertprozentige Tochtergesellschaften der Biotest Pharma GmbH. Die Biotest Hycon GmbH war ein hundertprozentiges Tochterunternehmen der Biotest AG und wurde im Geschäftsjahr 2011 auf die Biotest Pharma GmbH verschmolzen. Diese Gesellschaften sind beziehungsweise waren nicht operativ tätig und werden daher aus Wesentlichkeitsgründen nicht konsolidiert. Die beizulegenden Zeitwerte der Anteile an verbundenen Unternehmen entsprechen annähernd den in der Bilanz ausgewiesenen Buchwerten.
E4 Anteile an assoziierten Unternehmen
Bei den Anteilen an assoziierten Unternehmen handelt es sich um einen 49%-Anteil der Biotest Pharma GmbH an der BioDarou P.J.S. Co. mit Sitz in Teheran/Iran, der nach der Equity-Methode bewertet wird.
Zweck der Gesellschaft ist die Sammlung von Plasma, die Verarbeitung zu Immunglobulinen, Faktoren und Humanalbumin bei der Biotest AG und der Verkauf der Fertigprodukte im Iran.
Die Investoren haben vorgesehen, dass die Gesellschaft in einer ersten Stufe schrittweise mit einem Eigenkapital von bis zu 4.000 T € ausgestattet wird. Die hierzu notwendigen Gesellschafterbeschlüsse werden entsprechend dem Finanzbedarf jeweils separat gefasst. Die Biotest Pharma GmbH hat bisher Einlagen in Höhe von 1.593 T € geleistet. Das Kapital der BioDarou P.J.S. Co. beträgt zum 31. Dezember 2011 37,5 Mrd. Rial (i.Vj. 30 Mrd. Rial) und ist voll eingezahlt.
Da kein testierter Abschluss der BioDarou P.J.S. Co. zum Erstellungszeitpunkt des Konzernabschlusses vorliegt, werden die Vorjahreszahlen der BioDarou P.J.S. Co. zum 31. Dezember 2010 berichtet.
Die Ergebnisvorschau der BioDarou P.J.S. Co. für das Geschäftsjahr 2011 zeigt ein deutlich positives Ergebnis, was daraus resultiert, dass die Gesellschaft über ein hohes Plasmasammelvolumen verfügt, das effizient im industriellen Maßstab bei der Biotest AG zu Fertigprodukten verarbeitet und anschließend im Iran verkauft werden kann.
Das Joint Venture verfügte am Bilanzstichtag 2010 über folgende Vermögenswerte und Verbindlichkeiten:
Am 31. Dezember 2010 betrug der Wert der langfristigen Vermögenswerte 2.706 T € (i.Vj. 2.932 T €) und der Wert der kurzfristigen Vermögenswerte 8.593 T € (i.Vj. 6.146 T €).
Die langfristigen Verbindlichkeiten wurden am 31. Dezember 2010 mit 401 T € (i.Vj. 1.851 T €) und die kurzfristigen Verbindlichkeiten mit 6.811 T € (i.Vj. 4.860 T €) bewertet.
Im Geschäftsjahr 2010 betrugen die Umsatzerlöse 10.989 T € (i.Vj. 4.327 T €) sowie der Jahresüberschuss der Gesellschaft 1.100 T € (i.Vj. 611 T €).
Die Gesellschaft hat im Geschäftsjahr 2011 eine zweite Plasmapheresestation errichtet, die von deutschen Behörden inspiziert und lizensiert wurde. Darüber hinaus wurde seitens der Gesellschaft im Geschäftsjahr 2011 mit dem Aufbau eines dritten Plasmapheresezentrums im Iran begonnen, das in der ersten Jahreshälfte 2012 nach der Inspektion und Lizensierung durch deutsche Behörden in Betrieb gehen soll.
Die BioDarou P.J.S. Co. hat im Geschäftsjahr 2011 mit anderen Partnern die Gesellschaft Plasma Gostar Pars (PJS) mit Sitz in Teheran/Iran gegründet, um das Toll Manufacturing von Blutplasma zu poolen. Die BioDarou P.J.S. Co. besitzt an der Plasma Gostar Pars (PJS) einen Anteil von 60 %.
Die politische Situation des Iran war auch in 2011 weiterhin angespannt. Die beschriebene sehr erfreuliche Entwicklung der Gesellschaft selbst sowie die stabile Abwicklung des Zahlungsverkehrs mit den iranischen Kunden im Rahmen der EU Sanktionen führten zu der Einschätzung aufgrund derer die bisherige Wertberichtigung von 50 % auf das anteilige Eigenkapital aufgelöst wurde. Hieraus resultiert ein Ertrag in Höhe von 453 T €, der im Finanzergebnis ausgewiesen ist.
Die schwieriger werdende Situation im Zahlungsverkehr aufgrund der weiteren Sanktionen im ersten Quartal 2012 wird genau beobachtet. Die Biotest Gruppe geht jedoch nicht von einer dauerhaften Einschränkung des Geschäfts mit pharmazeutischen Produkten mit dem Iran aus.
E5 Sonstige Finanzanlagen
| Tausend € | 2011 | 2010 |
|---|---|---|
| Griechische Staatsanleihen (i.Vj. Herausgabe ansprüche auf griechische Staatsanleihen) (Financial Assets at Fair Value through Profit and Loss) |
4.453 | 19.160 |
| Rentenfonds (Financial Assets at Fair Value through Profit and Loss) |
151 | 136 |
| Festverzinsliche Anlagen (Held to Maturity) | 26 | 45 |
| Ausleihungen an assoziierte Unternehmen (Loans and Receivables) |
22 | – |
| 4.652 | 19.341 |
Die Biotest Gruppe hat im September 2010 in Griechenland von der gesetzlichen Möglichkeit Gebrauch gemacht, Forderungen gegen staatliche Krankenhäuser aus den Jahren 2007 bis 2009 gegen damals noch zu liefernde zinslose staatliche Bonds mit abgestuften Laufzeiten zu tauschen. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegen griechische staatliche Krankenhäuser der betroffenen Jahre wurden ausgebucht und die Ansprüche auf die Herausgabe der griechischen Staatsanleihen in den sonstigen Finanzanlagen eingebucht. Die Neubewertung der griechischen Staatsanleihen führte im Geschäftsjahr 2011 und im Vorjahr zu erheblichen Belastungen des Finanzergebnisses. Die Biotest Gruppe hat im Geschäftsjahr 2011 griechische Staatsanleihen in Höhe von nominal 4.846 T€ veräußert.
Die zinslosen griechischen Staatsanleihen sowie im Vorjahr die Herausgabeansprüche auf dieselbigen sind der Kategorie Financial Assets at Fair Value through Profit and Loss zugeordnet. Die Einstufung als "Financial Assets at Fair Value through Profit and Loss" erfolgte aufgrund der Tatsache, dass die finanziellen Vermögenswerte anhand des beizulegenden Zeitwerts beurteilt und gesteuert werden. Die beizulegenden Zeitwerte dieser Bonds wurden von der Biotest Gruppe ermittelt, indem der Wert der unverzinslichen Anleihen anhand notierter Marktpreise dieser unverzinslichen Staatsanleihen abgeleitet wurde (Stufe 1 der Fair Value-Ermittlung). Die Anleihen mit einer Laufzeit bis zum 22. Dezember 2012 sind mit einem Abschlag in Höhe von 70,2 % (i.Vj. 22,2 %) und die Anleihen mit einer Laufzeit bis zum 22. Dezember 2013 mit einem Abschlag von 73,9 % (i.Vj. 32,1 %) bewertet. Der Anstieg des Abschlags auf ca. 70 % berücksichtigt die Auswirkungen der Bestrebungen zur Rettung der griechischen Wirtschaft. Die im Dezember 2011 fällig gewordenen Staatsanleihen wurden zu 100 % zurückgezahlt. Des Weiteren sind in dieser Kategorie Fondsanteile enthalten, deren Marktwerte von der depotführenden Bank schriftlich zum Bilanzstichtag mitgeteilt wurden.
Der beizulegende Zeitwert der Kategorie Held to Maturity, in die Termingeldanlagen eingegangen sind, entspricht dem Nominalwert.
In der Kategorie Loans and Receivables sind Darlehen an assoziierte Unternehmen enthalten, deren beizulegender Zeitwert mit dem Nominalbetrag gleichgesetzt wurde.
E6 Aktive und passive latente Steuern
Die bilanzierten aktiven und passiven latenten Steuern betreffen folgende Bilanzposten:
| Aktiva | Passiva | Ergebniswirksam | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Tausend € | 2011 | 2010 | 2011 | 2010 | 2011 | 2010 | |
| Immaterielle Vermögenswerte | 97 | 28 | 579 | 404 | –184 | 263 | |
| Sachanlagen | 12 | 21 | 16.181 | 17.369 | –1.416 | –240 | |
| Sonstige Finanzanlagen | 444 | 516 | 3 | 4.407 | –4.329 | 4.431 | |
| Vorratsvermögen | 6.424 | 7.117 | 51 | 39 | 577 | 716 | |
| Forderungen | 103 | 5.724 | 2.568 | 5.574 | 2.615 | –4.699 | |
| Rückstellungen | 1.653 | 842 | 154 | 76 | –651 | 539 | |
| Finanzverbindlichkeiten | – | 8 | 258 | 344 | –81 | 905 | |
| Pensionsrückstellungen | 4.232 | 4.363 | – | – | –226 | 144 | |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 1.356 | 2.019 | 17 | 105 | 565 | –322 | |
| Sonstige Bilanzposten | 381 | 914 | 1 | 53 | 256 | –148 | |
| Steueranrechnungsansprüche | 3.967 | 2.325 | – | – | –1.456 | –926 | |
| Steuerwert des berücksichtigten Verlustvortrags |
1.274 | 1.804 | – | – | 546 | 314 | |
| Summe latente Steuern | 19.943 | 25.681 | 19.812 | 28.371 | –3.784 | 977 | |
| abzüglich Verrechnung aktiver und passiver latenter Steuern |
–12.214 | –20.202 | –12.214 | –20.202 | |||
| Aktive /passive latente Steuern | 7.729 | 5.479 | 7.598 | 8.169 |
Im Konzern existieren steuerliche Verlustvorträge in Höhe von 9.800 T € (i.Vj. 11.590 T €), welche begrenzt und unbegrenzt in verschiedenen Konzerngesellschaften zur Verfügung stehen und dort mit zukünftig anfallenden zu versteuernden Einkommen bei der jeweiligen Gesellschaft oder anderen Konzerngesellschaften verrechnet werden können. Für steuerliche Verlustvorträge werden latente Steuern in Höhe von 461 T € (i.Vj. 255 T €) nicht gebildet, da derzeit nicht mit der erforderlichen Sicherheit mit einer Nutzung dieser Verlustvorträge gerechnet werden kann. Die nicht angesetzten steuerlichen Verlustvorträge betreffen mit 0 T € (i.Vj. 0 T €) inländische und mit 461 T € (i.Vj. 255 T €) ausländische Gesellschaften. Verlustvorträge sind in Deutschland derzeit unbegrenzt vortragsfähig. Die ausländischen Verlustvorträge entfallen mit 267 T € ebenfalls auf eine unbegrenzte Vortragsfähigkeit. Des Weiteren sind 107 T € bis zu zehn Jahren und 87 T € bis zu fünf Jahren vortragsfähig.
Im Unternehmen sind in einigen Ländern mehrere Jahre noch nicht endgültig durch die Betriebsprüfung veranlagt. Hierfür sind adäquate Vorsorgen für die offenen Veranlagungsjahre gebildet worden.
Die temporären Differenzen im Zusammenhang mit Anteilen an Tochterunternehmen und assoziierten Unternehmen, für die keine latenten Steuern bilanziert sind, belaufen sich auf 47 T € (i.Vj. 80 T €).
E7 Vorratsvermögen
| Tausend € | 2011 | 2010 |
|---|---|---|
| Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe | 45.689 | 45.725 |
| Unfertige Erzeugnisse | 73.034 | 66.579 |
| Fertige Erzeugnisse und Waren | 34.260 | 36.407 |
| 152.983 | 148.711 |
Die Wertminderungen des Vorratsvermögens betragen zum Bilanzstichtag 9.693 T € (i.Vj. 9.370 T €); die entsprechenden Bestände haben nach Abwertung auf den realisierbaren Nettoverkaufswert einen Restbuchwert in Höhe von 46.409 T € (i.Vj. 42.248 T €).
Zum Bilanzstichtag hat die Biotest Gruppe wie im Vorjahr keine Vorräte mit einer Reichweite von über einem Jahr.
Die Wertminderungen des Vorratsvermögens stellen sich wie folgt dar:
| Tausend € | 2011 | 2010 |
|---|---|---|
| Stand zum 1. Januar | 9.370 | 12.935 |
| Umgliederung in den nicht fortgeführten Geschäftsbereich |
– | –634 |
| Verbrauch | –4.606 | –7.291 |
| Auflösungen | –1.715 | –2.731 |
| Zuführungen | 6.556 | 6.815 |
| Währungsdifferenzen | 88 | 276 |
| Stand zum 31. Dezember | 9.693 | 9.370 |
Die Auflösungen der Wertberichtigungen des Vorratsvermögens begründen sich im Geschäftsjahr 2011 zum einen durch den in die Produktion eingeflossenen Anteil der ursprünglich für die klinische Forschung bestimmten Vorräte und zum anderen haben Tests ergeben, dass ein Teil der wertberichtigten Vorräte doch innerhalb der Spezifikationen lag und in die Produktion einfließen kann.
E8 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind in der Regel innerhalb eines Jahres fällig. In diesem Geschäftsjahr sind von insgesamt 120.961 T € (i.Vj. 98.300 T €) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wie im Vorjahr keine als langfristig eingestuft. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind der Kategorie Kredite und Forderungen (LaR) zugeordnet. Sie setzen sich wie folgt zusammen:
| Tausend € | 2011 | 2010 |
|---|---|---|
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (brutto) |
144.701 | 124.172 |
| Verkauf von Forderungen | –21.912 | –21.749 |
| Wertberichtigungen auf Forderungen | –1.828 | –4.123 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (netto) |
120.961 | 98.300 |
Die Wertberichtigungen auf zweifelhafte Forderungen werden als Differenz zwischen dem Nennbetrag der Forderungen und dem geschätzten einbringlichen Nettobetrag ermittelt. Die Biotest Gruppe verwendet für diese Einschätzung sowohl Erfahrungswerte über das Zahlungsverhalten bestimmter Kunden als auch Kenntnisse über Besonderheiten einzelner Länder. Bei der Bestimmung der Werthaltigkeit von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wird jeder Änderung der Bonität seit Einräumung des Zahlungsziels bis zum Bilanzstichtag Rechnung getragen. Dies betrifft sowohl Änderungen des Länder- als auch des Einzelkundenrisikos. Die Biotest Gruppe verwendet bei den Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ausschließlich Einzelwertberichtigungen. Pauschalwertberichtigungen werden nicht vorgenommen.
Wie bereits in dem Kapitel E5 Sonstige Finanzanlagen beschrieben, wurden im Geschäftsjahr 2011 und 2010 Forderungen gegen griechische staatliche Krankenhäuser in zinslose staatliche Bonds getauscht.
Die Biotest AG hat Forderungen in einem Volumen von insgesamt 9.665 T € (i.Vj. 12.893 T €) zum Bilanzstichtag im Rahmen von Factoring-Verträgen veräußert. Das Factoring-Programm sieht für die Biotest AG den Verkauf von inländischen und ausländischen Forderungen vor, bei dem für jeden Kunden ein individuelles Kreditlimit vorliegt. Den rechtlichen Bestand der Forderungen vorausgesetzt, trägt der Factor für die von ihm angekauften Forderungen das Risiko der Zahlungsunfähigkeit des Kunden.
Des Weiteren bestand bis zum dritten Quartal 2011 für die Biotest Hellas MEPE wie im Vorjahr die Möglichkeit eines Verkaufs von Forderungen gegen öffentliche Krankenhäuser in Griechenland. In diesem Zusammenhang sind am Bilanzstichtag Forderungen in Höhe von 458 T € (i.Vj. 1.072 T €) verkauft und als Forderungen gegen Factoringgesellschaften in den sonstigen Vermögenswerten ausgewiesen. Im Rahmen der Inanspruchnahme der gesetzlichen Möglichkeit zum Tausch der griechischen Forderungen gegen staatliche Krankenhäuser in griechische Staatanleihen sind die noch bestehenden, bereits verkauften Forderungen aus den Jahren 2008 und 2009 ebenfalls in den sonstigen Finanzanlagen ausgewiesen.
Die Biotest Italia S.r.l. verkauft teilweise Forderungen gegen italienische Kunden. Den rechtlichen Bestand der Forderungen vorausgesetzt, trägt der Factor für die von ihm angekauften Forderungen das Risiko der Zahlungsunfähigkeit des Kunden (Delkredere). Zum Bilanzstichtag waren Forderungen der italienischen Gesellschaft mit einem Volumen in Höhe von 11.789 T € (i.Vj. 7.784 T €) verkauft. Diese Forderungen wurden wie im Vorjahr in voller Höhe in Übereinstimmung mit IAS 39 ausgebucht.
In den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind Forderungen aus Teilgewinnrealisierung in Höhe von 5.059 T € (i.Vj. 13.353 T €) enthalten. Hierbei handelt es sich um kundenspezifische Fertigungsaufträge, die den entsprechend angefallenen Herstellungskosten zuzüglich Gewinnanteilen, sofern zuverlässig schätzbar, bewertet wurden. Der Rückgang im Vergleich zum Vorjahr resultiert im Wesentlichen aus unterjährigen Abverkäufen sowie der Tatsache, dass bei Verträgen mit iranischen Kunden in Übereinstimmung mit IAS 18.26 die Umsatzrealisierung lediglich in Höhe der erstattungsfähigen angefallenen Kosten angesetzt wurde, weil der Gewinn aus dem Dienstleistungsgeschäft nicht mehr verlässlich ermittelt werden kann. Die Gründe hierfür liegen in einer Erhöhung der Komplexität der Leistungserstellung, Veränderungen des Produktmixes sowie der sich zuspitzenden politischen Situation im Iran.
Die Wertberichtigungen auf zweifelhafte Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben sich wie folgt entwickelt:
| Tausend € | 2011 | 2010 |
|---|---|---|
| Stand zum 1. Januar | 4.123 | 3.921 |
| Umgliederung in den nicht fortgeführten Geschäftsbereich |
– | –57 |
| Zuführungen | 263 | 348 |
| Verbrauch | –2.433 | –2 |
| Auflösungen | –79 | –63 |
| Währungsdifferenzen | –46 | –24 |
| Stand zum 31. Dezember | 1.828 | 4.123 |
Aus der Analyse der Altersstruktur der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ergibt sich folgendes Bild:
| Tausend € | 2011 | 2010 |
|---|---|---|
| Buchwert | 120.961 | 98.300 |
| davon zum Abschlussstichtag nicht wertgemindert und nicht überfällig |
80.741 | 60.687 |
| davon zum Abschlussstichtag nicht wertgemindert und in den folgenden Zeitbändern überfällig |
||
| < 90 Tage überfällig | 16.239 | 12.759 |
| 91 – 180 Tage überfällig | 7.305 | 4.935 |
| 181 – 365 Tage überfällig | 5.387 | 4.790 |
| > 1 Jahr überfällig | 5.516 | 859 |
Im Vorjahr waren in den nicht wertgeminderten und nicht überfälligen Forderungen der Biotest Gruppe griechische Forderungen in Höhe von 5.687 T € enthalten, deren Konditionen zum Bilanzstichtag vom griechischen Staat neu verhandelt wurden. Aktuell beträgt die Forderungslaufzeit der griechischen Forderungen durchschnittlich elf Monate.
Von den überfälligen Forderungen der Biotest Gruppe im Geschäftsjahr 2011 betreffen Forderungen in Höhe von 14.207 T € (i.Vj. 12.782 T €) Forderungen der Biotest Italia S.r.l., Italien, Forderungen in Höhe von 3.730 T € (i.Vj. 0 T € wegen Neuverhandlungen der Konditionen) die Forderungen der Biotest Hellas MEPE, Griechenland, und Forderungen in Höhe von 1.889 T € (i.Vj. 997 T €) die Forderungen der Biotest Medical S.L.U., Spanien. Aufgrund des landesspezifischen Zahlungsverhaltens ist hier eine Überfälligkeit der Forderungen üblich. Im Wesentlichen ist die Kreditwürdigkeit der Schuldner dadurch sichergestellt, dass es sich um Forderungen gegen staatliche Krankenhäuser handelt und somit mit einer Tilgung der ausstehenden Beträge gerechnet werden kann. Darüber hinaus wurden mehrere Maßnahmen eingeleitet, um die überfälligen Forderungen insbesondere der Biotest Italia S.r.l. zu reduzieren.
Die Nettoforderungen aus Lieferungen und Leistungen setzen sich aus den folgenden Währungen zusammen:
| Tausend € | 2011 | 2010 |
|---|---|---|
| EUR | 84.472 | 76.495 |
| USD | 24.239 | 16.753 |
| RUB | 8.700 | 65 |
| GBP | 1.412 | 2.041 |
| HUF | 1.426 | 1.894 |
| Sonstige Währungen | 712 | 1.052 |
| Forderungen aus Lieferungen | ||
| und Leistungen (netto) | 120.961 | 98.300 |
E9 Sonstige Vermögenswerte
| 2011 | 2010 | |||
|---|---|---|---|---|
| Tausend € | Gesamt | Davon langfristig |
Gesamt | Davon langfristig |
| Vorsteuer- und sonstige Steuerforderungen |
2.379 | – | 2.054 | – |
| Forderungen gegen assoziierte Unternehmen |
2.347 | – | 2.856 | – |
| Rechnungsabgrenzungen | 2.199 | 80 | 2.728 | – |
| Derivate | 567 | 79 | 651 | 491 |
| Forderungen gegen Factoring-Gesellschaften |
458 | – | 1.073 | – |
| Geleistete Anzahlungen | 249 | 17 | 186 | – |
| Kaufpreisforderung Vertriebsrecht | 243 | – | 781 | 526 |
| Sonstige Vermögenswerte | 1.490 | 442 | 1.220 | 718 |
| 9.932 | 618 | 11.549 | 1.735 |
Die Wertberichtigungen auf sonstige Vermögenswerte haben sich wie folgt entwickelt:
| Tausend € | 2011 | 2010 |
|---|---|---|
| Stand zum 1. Januar | 964 | 997 |
| Umgliederung in den nicht fortgeführten Geschäftsbereich |
– | –4 |
| Zuführungen | – | – |
| Verbrauch | – | –22 |
| Auflösungen | – | – |
| Währungsumrechnungsdifferenzen | – | –7 |
| Stand zum 31. Dezember | 964 | 964 |
Aus der Analyse der Altersstruktur der sonstigen Vermögenswerte ergibt sich folgendes Bild:
| Tausend € | 2011 | 2010 |
|---|---|---|
| Buchwert | 9.932 | 11.549 |
| davon zum Abschlussstichtag nicht wertgemindert und nicht überfällig |
9.867 | 11.499 |
| davon zum Abschlussstichtag nicht wertgemindert und in den folgenden Zeitbändern überfällig |
||
| < 90 Tage überfällig | 34 | – |
| 91 – 180 Tage überfällig | – | – |
| 181 – 365 Tage überfällig | – | – |
| > 1 Jahr überfällig | 31 | 50 |
Die sonstigen Vermögenswerte setzen sich aus den folgenden Währungen zusammen:
| Tausend € | 2011 | 2010 |
|---|---|---|
| EUR | 6.389 | 7.528 |
| USD | 2.117 | 2.195 |
| GBP | 43 | 155 |
| HUF | 1.171 | 1.648 |
| Sonstige Währungen | 212 | 23 |
| 9.932 | 11.549 |
E10 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
| Tausend € | 2011 | 2010 |
|---|---|---|
| Kurzfristige Einlagen | 67.986 | – |
| Bankguthaben | 14.960 | 17.495 |
| Kassenbestand | 253 | 1.046 |
| 83.199 | 18.541 |
Bei den kurzfristigen Einlagen handelt es sich um Termingelder mit einer Laufzeit von bis zu drei Monaten.
Die Entwicklung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente ist der Kapitalflussrechnung der Biotest Gruppe zu entnehmen.
E11 Vermögenswerte und Schulden des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs
In diesen Posten werden gemäß IFRS 5 die zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerte und Schulden der ehemaligen Geschäftsbereiche Medizinische Diagnostik und Mikrobiologisches Monitoring ausgewiesen.
Für die Wertanpassung der Vermögenswerte des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs wurden keine außerplanmäßigen Abschreibungen vorgenommen.
| Tausend € | 2011 | 2010 |
|---|---|---|
| Immaterielle Vermögenswerte | – | 466 |
| Sachanlagen | – | 15.184 |
| Vorratsvermögen | – | 9.543 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | – | 4.401 |
| Laufende Ertragsteueransprüche | – | 25 |
| Latente Steueransprüche | – | 195 |
| Sonstige Vermögenswerte | – | 456 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | – | 872 |
| Vermögenswerte des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs |
– | 31.142 |
| Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen |
– | 3.021 |
| Laufende Ertragsteuerverbindlichkeiten | – | 84 |
| Latente Steuerverbindlichkeiten | – | 428 |
| Sonstige Rückstellungen | – | 1.874 |
| Finanzverbindlichkeiten | – | 6.201 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | – | 1.095 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | – | 1.045 |
| Schulden des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs |
– | 13.748 |
E12 Eigenkapital
Das gezeichnete Kapital ist voll eingezahlt und beträgt am 31. Dezember 2011 unverändert zum Vorjahr 30.025.152,00 € (Stammaktien: 16.883.819,52 €; Vorzugsaktien: 13.141.332,48 €). Das gezeichnete Kapital ist zum 31. Dezember 2011 in 6.595.242 Stück nennwertlose Stammaktien und 5.133.333 Stück nennwertlose Vorzugsaktien ohne Stimmrecht eingeteilt. Eine Verbriefung ist ausgeschlossen. Der rechnerische Nennwert der Aktien beträgt daher je Gattung 2,56 €. Die Basis für die Gewinnausschüttung eines Geschäftsjahres ist der jeweilige handelsrechtliche Bilanzgewinn der Biotest AG.
Mit Schreiben vom 8. Februar 2008 teilte Frau Dr. Cathrin Schleussner der Biotest Gruppe mit, dass ihr Stimmrechtsanteil zu diesem Tag 50,03 % der Stimmrechte beträgt. Die Stimmrechte werden dabei über die OGEL GmbH, Frankfurt am Main, gehalten. Die OGEL GmbH wird als Unternehmen von Frau Dr. Cathrin Schleussner kontrolliert. Auf Grund der zum 1. Februar 2012 in Kraft getretenen Regelung des § 41 Abs. 4d WpHG haben der Biotest Gruppe am 22. Februar 2012 Herr Dr. Martin Schleussner, Frau Renate Schleussner und Herr Dr. Hans Schleussner mitgeteilt, das zum 1. Februar 2012 ein entsprechend § 41 Abs. 4d WpHG mitteilungspflichtiger Stimmrechtsanteil von jeweils 50,27 % an der Biotest AG besteht. Zum Stichtag 31. Dezember 2011 hält die Kreissparkasse Biberach laut ihrer letzten Mitteilung 24,36 % der Stammaktien.
Die Kapitalrücklage in Höhe von 153.332 T € ist zum Vorjahr unverändert und enthält Beträge, bei der Ausgabe von Aktien als Agio über den Nennbetrag hinaus erzielt wurden.
Der Gewinnverwendungsvorschlag sieht für das Jahr 2011 die Ausschüttung einer Dividende in Höhe von 5.469 T € (i.Vj. 4.765 T €) vor. Die Stammaktien erhalten eine Dividende in Höhe von 0,44 €/Aktie (i.Vj. 0,38 €/ Aktie) und die Vorzugsaktien erhalten eine Dividende in Höhe von 0,50 €/Aktie (i.Vj. 0,44 €/Aktie). Die Vorzugsaktien sind derart ausgestaltet, dass auf sie nach Ausschüttungsbeschluss der Hauptversammlung eine Vorzugsdividende von 0,11 €/Aktie entfällt. Ferner erhalten die Vorzugsaktionäre eine Mehrdividende von 0,06 €/Aktie, sobald an die Stammaktionäre eine Dividende von mehr als 0,11 €/Aktie gezahlt wird. Erhalten die Vorzüge in einem Jahr keine Dividende, ist diese im Folgejahr nachzuholen. Fällt die Dividendenzahlung auch im zweiten Jahr aus, erhalten die Vorzugsaktien Stimmrecht (vgl. § 140 Abs. 2 AktG).
Der Vorstand der Biotest AG wurde durch die Hauptversammlung vom 6. Mai 2010 gemäß § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG ermächtigt, bis zum 5. Mai 2015 eigene Stamm- und/oder Vorzugsaktien bis zu 10 % des damaligen Grundkapitals in Höhe von 30.025 T € zu erwerben.
Des Weiteren wurde der Vorstand mit dem Beschluss der Hauptversammlung vom 6. Mai 2010 ermächtigt, bis zum 5. Mai 2015 das Grundkapital der Gesellschaft mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch Ausgabe von neuen, auf den Inhaber lautenden Vorzugsaktien ohne Stimmrecht gegen Bareinlagen einmalig oder mehrmalig insgesamt um bis zu 3.742 T € zu erhöhen. Dabei ist den Aktionären ein Bezugsrecht einzuräumen; das gesetzliche Bezugsrecht kann auch in der Weise eingeräumt werden, dass die neuen Vorzugsaktien ohne Stimmrecht von einem oder mehreren Kreditinstituten mit der Verpflichtung übernommen werden, sie den Aktionären der Biotest AG zum Bezug anzubieten. Die Ermächtigung umfasst die Befugnis, weitere Vorzugsaktien auszugeben, die den früher ausgegebenen Vorzugsaktien ohne Stimmrecht bei der Verteilung des Gewinns oder des Gesellschaftsvermögens gleichstehen. § 139 Abs. 2 AktG bleibt unberührt. Der Vorstand wird ferner ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats den weiteren Inhalt der Aktienrechte und die Bedingungen der Aktienausgabe festzulegen.
Das unverwässerte und verwässerte Ergebnis je Aktie (aus den fortgeführten Geschäftsbereichen) ermittelt sich, indem der auf Gesellschafter des Mutterunternehmens entfallende Gewinn durch den gewichteten Durchschnitt der Anzahl der im Umlauf befindlichen Aktien dividiert wird. Da es bei der Biotest AG in den letzten beiden Geschäftsjahren keine Veränderung der Stamm- oder Vorzugsaktien gab, entspricht das verwässerte jeweils dem unverwässerten Ergebnis.
| Tausend € | 2011 | 2010 |
|---|---|---|
| Ergebnis nach Steuern | 18.722 | 19.615 |
| Mehrdividende auf Vorzugsaktien | –308 | –308 |
| Um Mehrdividendenansprüche bereinigtes Ergebnis |
18.414 | 19.307 |
| Anzahl der im Umlauf befindlichen Aktien (entspricht gewichtetem Durchschnitt) |
11.728.575 | 11.728.575 |
| Unverwässertes und verwässertes Ergebnis je Aktie in € |
1,57 | 1,64 |
| Mehrdividendenanspruch je Vorzugsaktie in € | 0,06 | 0,06 |
| Unverwässertes und verwässertes Ergebnis je Vorzugsaktie in € |
1,63 | 1,70 |
Im Zeitraum zwischen dem Bilanzstichtag und der Genehmigung des Konzernabschlusses haben keine weiteren Transaktionen mit Stammaktien oder potenziellen Stammaktien stattgefunden.
E13 Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen
Die Zusagen basieren auf der Beschäftigungsdauer und dem Entgelt der Mitarbeiter. Die Pensionsverpflichtungen betreffen im Wesentlichen Mitarbeiter der deutschen Gesellschaften. Bei den ähnlichen Verpflichtungen handelt es sich um ausländische Verpflichtungen, die beim Eintritt in den Ruhestand als Einmalzahlung fällig werden.
Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen setzen sich wie folgt zusammen:
| Tausend € | 2011 | 2010 |
|---|---|---|
| Pensionen | 48.902 | 47.877 |
| Ähnliche Verpflichtungen | 2.147 | 1.795 |
| 51.049 | 49.672 |
Der Nettowert der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen lässt sich wie folgt herleiten:
| Tausend € | 2011 | 2010 |
|---|---|---|
| Barwert der rückstellungsfinanzierten Versorgungszusagen |
51.009 | 49.635 |
| Barwert der rückgedeckten Versorgungszusagen | 93 | 179 |
| Zeitwert des Planvermögens (Rückdeckungsversicherung) |
–53 | –142 |
| Barwert der Versorgungszusagen | 51.049 | 49.672 |
Während der Berichtsperiode hat sich der Wert der Pensionsrückstellungen auf Konzernebene wie nachfolgend dargestellt verändert:
| Tausend € | 2011 | 2010 |
|---|---|---|
| Pensionsrückstellung am 1. Januar | 49.672 | 48.287 |
| Umgliederung in den nicht fortgeführten Geschäftsbereich |
– | –2.992 |
| Pensionszahlungen der Berichtsperiode | –2.784 | –2.772 |
| Pensionsaufwand | 5.069 | 4.513 |
| Auflösung von Pensionsrückstellungen nicht mehr anspruchsberechtigter Personen |
–20 | – |
| Erfolgsneutral im Eigenkapital erfasste versicherungsmathematische Verluste (i.Vj. Verluste) |
–888 | 2.636 |
| Pensionsrückstellung am 31. Dezember | 51.049 | 49.672 |
Aus den leistungsorientierten Versorgungssystemen ergibt sich im Berichtsjahr ein Gesamtaufwand in Höhe von 5.069 T € (i.Vj. 4.746 T €). Auf den nicht fortgeführten Geschäftsbereich entfiel im Geschäftsjahr ein Gesamtaufwand in Höhe von 0 T € (i.Vj. 233 T €). Der Gesamtaufwand der fortgeführten Geschäftsbereiche setzt sich aus folgenden Komponenten zusammen:
| Tausend € | 2011 | 2010 |
|---|---|---|
| Laufender Dienstzeitaufwand | 2.355 | 2.258 |
| Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand | 386 | – |
| Änderung des Zeitwerts des Planvermögens (Rückdeckungsversicherung) |
–2 | –12 |
| Zinsaufwand | 2.330 | 2.267 |
| 5.069 | 4.513 |
Im Geschäftsjahr 2011 werden versicherungsmathematische Gewinne (i.Vj. Verluste) in Höhe von 888 T € (i.Vj. –2.636 T €) erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst.
Die Pensionsaufwendungen sind in den folgenden Posten der Gewinn- und Verlustrechnung enthalten:
| Tausend € | 2011 | 2010 |
|---|---|---|
| Herstellungskosten | 1.371 | 1.106 |
| Marketing- und Vertriebskosten | 362 | 366 |
| Verwaltungskosten | 496 | 405 |
| Forschungs- und Entwicklungskosten | 512 | 381 |
| Finanzaufwendungen | 2.328 | 2.255 |
| 5.069 | 4.513 |
Der Berechnung liegen folgende versicherungsmathematische Annahmen zugrunde:
| Prozent | 2011 | 2010 |
|---|---|---|
| Abzinsungssatz am 31. Dezember | 4,6% | 4,6 – 4,8% |
| Erwartete Rendite auf das Planvermögen | 2,0 – 4,2% | 2,0 – 6,0% |
| Steigerungsrate für Lohn und Gehalt | 3,4% | 3,3% |
| Rentensteigerungssatz | 2,0% | 2,0% |
| Fluktuationsrate | 3,0 – 6,9% | 3,0 – 6,9% |
Mit Ausnahme des Abzinsungssatzes basieren die versicherungsmathematischen Annahmen auf historischen Erfahrungswerten.
Die folgende Tabelle zeigt die Überleitungsrechnung des Barwerts der leistungsorientierten Verpflichtung (DBO):
| Tausend € | 2011 | 2010 |
|---|---|---|
| Leistungsorientierte Verpflichtung zum 1. Januar |
49.814 | 49.007 |
| Laufender Dienstzeitaufwand | 2.355 | 2.258 |
| Zinsaufwand | 2.330 | 2.267 |
| Versicherungsmathematische Verluste | –887 | 2.636 |
| Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand | 386 | – |
| Gezahlte Versorgungsleistungen | –2.876 | –2.864 |
| Planabgeltungen | –20 | – |
| Umgliederung in den nicht fortgeführten Geschäftsbereich |
– | –3.490 |
| Leistungsorientierte Verpflichtung zum 31. Dezember |
51.102 | 49.814 |
In der folgenden Tabelle ist die Überleitungsrechnung des beizulegenden Zeitwerts des Planvermögens dargestellt:
| Tausend € | 2011 | 2010 |
|---|---|---|
| Beizulegender Zeitwert des Planvermögens zum 1. Januar |
142 | 720 |
| Umgliederung in den nicht fortgeführten Geschäftsbereich |
– | –497 |
| Erwartete Erträge aus Planvermögen | 2 | 12 |
| Versicherungsmathematische Verluste | 1 | –5 |
| Beiträge des Arbeitgebers | – | – |
| Gezahlte Versorgungsbeiträge | –92 | –88 |
| Beizulegender Zeitwert des Planvermögens zum 31. Dezember |
53 | 142 |
Die tatsächlichen Erträge aus Planvermögen betragen in diesem Geschäftsjahr 3 T € (i.Vj. 7 T €).
Die Biotest Gruppe erwartet für das Geschäftsjahr 2012 Zahlungen zu leistungsorientierten Pensionsplänen in Höhe von insgesamt 2.703 T € zu leisten.
Das Planvermögen besteht wie im Vorjahr ausschließlich aus Versicherungsverträgen.
Nach IAS 19.120A p) ist eine Übersicht des aktuellen Jahres und der letzten vier Jahre anzugeben:
| Tausend € | 2011 | 2010 | 2009 | 2008 | 2007 |
|---|---|---|---|---|---|
| Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung (DBO) |
51.102 | 49.814 | 49.007 | 44.127 | 43.780 |
| Beizulegender Zeitwert des Planvermögens |
53 | 142 | 720 | 739 | 677 |
| Unterdeckung | 51.049 | 49.672 | 48.287 | 43.388 | 43.103 |
| Erwartungsbedingte Anpassungen: | |||||
| a) der Planschulden | –979 | 2.632 | 4.771 | 1.273 | 861 |
| b) des Planvermögens | –3 | –2 | –8 | –2 | –8 |
Im Geschäftsjahr wurden 6.533 T € (i.Vj. 6.391 T €) als Aufwand für beitragsorientierte Versorgungspläne erfasst.
Die Aufwendungen aus beitragsorientierten Pensionsplänen gliedern sich wie folgt auf:
| Tausend € | 2011 | 2010 |
|---|---|---|
| Beitragsorientierte Pläne des Unternehmens | 721 | 874 |
| Arbeitgeberbeiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung |
5.812 | 5.517 |
| 6.533 | 6.391 |
E14 Sonstige Rückstellungen
| Sonstige personal |
|||||
|---|---|---|---|---|---|
| Alters | bezogene Verpflich |
Davon | |||
| Tausend € | teilzeit | tungen | Übrige | Gesamt | kurzfristig |
| Stand zum 31. Dezember 2009 | 1.556 | 9.581 | 12.144 | 23.281 | 19.622 |
| Umgliederung in den nicht fort geführten Geschäftsbereich |
– | –805 | –24 | –829 | |
| Zuführungen | 603 | 6.261 | 4.552 | 11.416 | |
| Inanspruchnahme | –1.114 | –5.742 | –4.540 | –11.396 | |
| Auflösungen | – | –905 | –2.170 | –3.075 | |
| Umbuchungen | – | –843 | 843 | – | |
| Währungsumrechnungsdifferenzen | – | 162 | 124 | 286 | |
| Aufzinsung | –37 | 26 | –107 | –118 | |
| Stand zum 31. Dezember 2010 | 1.008 | 7.735 | 10.822 | 19.565 | 16.454 |
| Zugänge zum Konsolidierungskreis | – | – | 1.375 | 1.375 | |
| Zuführungen | 777 | 9.351 | 6.975 | 17.103 | |
| Inanspruchnahme | –1.046 | –6.287 | –6.291 | –13.624 | |
| Auflösungen | – | –255 | –1.972 | –2.227 | |
| Währungsumrechnungsdifferenzen | – | 62 | –3 | 59 | |
| Aufzinsung | –55 | 31 | 305 | 281 | |
| Stand zum 31. Dezember 2011 | 684 | 10.637 | 11.211 | 22.532 | 19.340 |
Gemäß dem Tarifvertrag zur Förderung der Altersteilzeit des Bundesarbeitgeberverbandes Chemie e.V., der eine Laufzeit bis zum 31. Dezember 2009 hatte, ist eine entsprechende Rückstellung gebildet worden. In der Rückstellung sind nur noch Verpflichtungen für laufende Altersteilzeitverhältnisse (Erfüllungsrückstand, Aufstockungsbeträge und gegebenenfalls Abfindungen) enthalten, da nach Auslaufen des Tarifvertrags zukünftig keine gesetzliche Verpflichtung zum Abschluss neuer Altersteilzeitverträge mehr besteht.
Die sonstigen personalbezogenen Rückstellungen umfassen im Wesentlichen Rückstellungen für Erfolgsbeteiligungen, Jubiläen, Abfindungen und Beiträge zur Berufsgenossenschaft.
Die übrigen Rückstellungen beinhalten Rückstellungen für das Long Term Incentive-Programm sowie für Garantien, Prozessrisiken und ähnliche Sachverhalte.
In den Zuführungen des Geschäftsjahres 2011 sind im Wesentlichen Zuführungen zu Erfolgsbeteiligungen der Mitarbeiter in Höhe von 6.266 T € (i.Vj. 5.380 T €), Abfindungen in Höhe von 2.583 T € (i.Vj. 433 T €), Prozessrisiken in Höhe von 1.429 (i.Vj. 15 T €) sowie zu Verpflichtungen aus dem Beitragssatzsicherungsgesetz in Höhe von 995 T € (i.Vj. 708 T €) enthalten.
Im Vorjahr wurden gemäß IFRS 5 sonstige Rückstellungen in Höhe von 1.874 T € dem nicht fortgeführten Geschäftsbereich zugeordnet. Im Rückstellungsspiegel ist die Umgliederung der Vorträge des ehemaligen Geschäftsbereichs Mikrobiologisches Monitoring in Höhe von 829 T € aus dem Geschäftsjahr 2009 ausgewiesen.
Die Auflösungen der sonstigen Rückstellungen betreffen im Wesentlichen mit einem Betrag in Höhe von 1.556 T € (i.Vj. 18 T €) Prozessrisiken.
Die Auswirkungen von Änderungen des Abzinsungssatzes auf den Barwert des Vorjahres betragen –24 T € (i.Vj. –16 T €).
| Tausend € | 2011 | 2010 |
|---|---|---|
| Langfristige Verbindlichkeiten | ||
| Besicherte Bankverbindlichkeiten | 90.283 | 109.667 |
| Unbesicherte nachrangige Darlehensverbindlichkeiten |
7.500 | 17.406 |
| Unbesicherte sonstige Darlehen | 1.779 | 1.612 |
| Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing | 1.781 | 3.491 |
| 101.343 | 132.176 | |
| Kurzfristige Verbindlichkeiten | ||
| Besicherte Bankverbindlichkeiten | 23.449 | 21.927 |
| Unbesicherte nachrangige Darlehensverbindlichkeiten |
9.955 | 345 |
| Unbesicherte sonstige Darlehen | 2.576 | 4.950 |
| Kurzfristiger Anteil der Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing |
1.710 | 1.667 |
| 37.690 | 28.889 |
E15 Finanzverbindlichkeiten
Mit Ausnahme des kurzfristigen Anteils der Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing entsprechen die Bilanzwerte der kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten wegen deren kurzen Laufzeiten näherungsweise dem Marktwert.
Die Konsortialkredit-Vereinbarung beinhaltet eine kurzfristige Tranche in Höhe von 33 Mio. €, eine verbleibende langfristige Tranche in Höhe von 49 Mio. € mit einer Vollamortisation bis 2014 sowie eine im Jahr 2015 endfällige Tranche von 50 Mio. €.
Mit Wirkung zum 4. November 2011 wurde die kurzfristige Tranche in Höhe von 33 Mio. € um ein Jahr verlängert. Desweiteren wurde die zusätzliche Linie in Höhe von 5 Mio. € zur Deckung von Wechselkursrisiken des Euros zum US-Dollar für ein Darlehen der Biotest Pharmaceuticals Corporation verlängert. Dadurch ist gesichert, dass Wechselkursänderungen die freie Kreditlinie nicht einschränken, sofern die Effekte unter 5 Mio. € liegen.
Von den im Konsortial-Kreditvertrag zugesagten Kreditlinien bleiben zum 31. Dezember 2011 28.345 T € (i.Vj. 76.685 T €) ungenutzt. Des Weiteren sind ungenutzte bilaterale Kreditlinien in Höhe von 58.745 T € (i.Vj. 42.466 T €) vorhanden.
Informationen über die Absicherung der Währungskurs- und Zinsrisiken sind in Kapitel F4 Finanzrisikomanagement zu finden.
Die unbesicherten nachrangigen Darlehensverbindlichkeiten enthalten im Wesentlichen ein durch Genussrechtsvereinbarung vom 25. November 2005 aufgenommenes endfälliges Darlehen (Nennbetrag 10.000T €) in Höhe von 9.955 T € (i.Vj. 9.906 T €), für das ein Rangrücktritt vereinbart wurde. Mit Beschluss der Hauptversammlung vom 8. Juli 2004 wurde der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung das Aufsichtsrats bis zum 7. Juli 2009 Genussrechte im Nennbetrag von bis zu 50 Mio. € auszugeben. Von dieser Genehmigung wurde im Geschäftsjahr 2005 in Höhe von 10 Mio. € Gebrauch gemacht. Am 25. November 2005 hat die Gesellschaft eine Genussrechtsvereinbarung mit einer Laufzeit von sieben Jahren über 10 Mio. € abgeschlossen, die am 5. Dezember 2005 unter Abzug eines Disagios von 3,4 % zur Auszahlung kam. Es handelt sich dabei um ein nachrangiges, endfälliges Darlehen, dessen Verzinsung aus einer variablen und einer fixen Komponenten besteht. Die variable Komponente ist abhängig von Finanzkennzahlen des Unternehmens.
Die Biotest AG ist im Zusammenhang mit der Konsortialkredit-Vereinbarung verpflichtet, bestimmte Finanzrelationen einzuhalten. Diese betreffen ein bestimmtes Verhältnis der Netto-Finanzverschuldung zum EBITDA, der Netto-Finanzverschuldung zum haftenden Eigenkapital sowie des EBITDA zum Zinsaufwand. Diese Finanzrelationen werden vierteljährlich zum Quartalsende auf Basis der konsolidierten Konzernjahres- beziehungsweise Quartalsabschlüsse ermittelt. Im Geschäftsjahr 2011 wurden die Finanzrelationen wie im Vorjahr eingehalten.
Die Konditionen und Tilgungsmodalitäten der Finanzverbindlichkeiten sowie ihre Fälligkeitsstruktur sind im Folgenden dargestellt:
| Tausend € | ||||
|---|---|---|---|---|
| 2011 | Gesamt | Restlaufzeit < 1 Jahr |
Restlaufzeit 1 bis 5 Jahre |
Restlaufzeit > 5 Jahre |
| Besicherte Bankverbindlichkeiten: | ||||
| USD – variabel zu 1,1 bis 2,3% | 59.660 | 22.126 | 37.534 | – |
| Euro – variabel zu 2,2 bis 3,2% | 49.741 | 273 | 49.468 | – |
| Euro – fest zu 3,8% | 4.331 | 1.050 | 3.281 | – |
| Sonstige Darlehen: | ||||
| USD – fest zu 2,4 bis 3,5% | 2.717 | 1.084 | 1.633 | – |
| Euro – variabel zu 4,3 bis 4,6% | 1.076 | 1.025 | 51 | – |
| Euro – fest zu 6,0% | 545 | 450 | 95 | – |
| BRL – fest zu 0,0% | 17 | 17 | – | – |
| Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing: | ||||
| Euro – fest zu 4,6% | 3.491 | 1.710 | 1.781 | – |
| Unbesicherte Darlehensverbindlichkeiten: | ||||
| Euro – variabel zu 1,4 bis 6,9% | 9.955 | 9.955 | – | – |
| Euro – fest zu 3,6% | 7.500 | – | 7.500 | – |
| 139.033 | 37.690 | 101.343 | – |
| Tausend € | ||||
|---|---|---|---|---|
| 2010 | Gesamt | Restlaufzeit < 1 Jahr |
Restlaufzeit 1 bis 5 Jahre |
Restlaufzeit > 5 Jahre |
| Besicherte Bankverbindlichkeiten: | ||||
| USD – variabel zu 0,9 bis 2,4% | 64.070 | 7.766 | 56.304 | – |
| EUR – variabel zu 1,1 bis 2,9% | 61.646 | 12.502 | 49.144 | – |
| EUR – fest zu 3,8 bis 6,4% | 5.672 | 1.453 | 3.750 | 469 |
| USD – variabel zu 2,8% | 206 | 206 | – | – |
| Sonstige Darlehen: | ||||
| EUR – variabel zu 4,0 bis 4,6% | 3.999 | 3.948 | 51 | – |
| USD – fest zu 2,1 bis 3,5% | 2.178 | 617 | 1.561 | – |
| EUR – fest zu 6,0% | 385 | 385 | – | – |
| Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing: | ||||
| EUR – fest zu 4,0 bis 5,4% | 5.158 | 1.667 | 3.491 | – |
| Unbesicherte Darlehensverbindlichkeiten: | ||||
| EUR – variabel zu 1,3 bis 3,6% | 10.069 | 163 | 9.906 | – |
| EUR – fest zu 3,1 bis 3,6% | 7.682 | 182 | 6.250 | 1.250 |
| 161.065 | 28.889 | 130.457 | 1.719 |
Die Konditionen und Tilgungsmodalitäten der Finanzverbindlichkeiten des Vorjahres sowie ihre Fälligkeitsstruktur gliedern sich wie folgt:
Die Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing werden wie folgt getilgt:
| Tausend € | Zahlung | Zinsen | Tilgung |
|---|---|---|---|
| 2011 | |||
| Fällig in < 1 Jahr | 1.825 | 115 | 1.710 |
| Fällig in 1 bis 5 Jahren | 1.821 | 40 | 1.781 |
| Fällig in > 5 Jahren | – | – | – |
| 3.646 | 155 | 3.491 | |
| 2010 | |||
| Fällig in < 1 Jahr | 1.935 | 268 | 1.667 |
| Fällig in 1 bis 5 Jahren | 3.814 | 323 | 3.491 |
| Fällig in > 5 Jahren | – | – | – |
| 5.749 | 591 | 5.158 |
Die Summe der künftigen Mindestleasingzahlungen zum Abschlussstichtag in Höhe von 3.646 T € (i.Vj. 5.749 T €) entspricht einem Barwert in Höhe von 3.491 T € (i.Vj. 5.158 T €).
Im Geschäftsjahr 2011 hat die Biotest Gruppe keine Eventualmietzahlungen als Aufwand erfasst.
Im Zuge der Konsortialkredit-Vereinbarung wurde eine Grundschuld über 95 Mio. € für Grundstücke der der Biotest Pharma GmbH und der Biotest Grundstücksverwaltungs GmbH als Drittsicherungsgeber als Sicherheiten begeben. Des Weiteren wurden die Geschäftsanteile der Biotest Pharmaceuticals Corporation als Sicherheit verpfändet.
E16 Sonstige Verbindlichkeiten
| Tausend € | 2011 | 2010 |
|---|---|---|
| Provisionsverbindlichkeiten | 9.323 | 11.289 |
| Erhaltene Anzahlungen | 8.033 | 874 |
| Abgegrenzte Verbindlichkeiten | 3.547 | 1.395 |
| Verbindlichkeiten im Rahmen sozialer Sicherheit | 1.465 | 1.097 |
| Verbindlichkeiten aus Lohnsteuern | 1.238 | 1.001 |
| Verbindlichkeiten aus Umsatzsteuern | 1.020 | 4.070 |
| Verbindlichkeiten aus derivativen Finanzinstrumenten |
897 | – |
| Verbindlichkeiten gegenüber nicht konsolidierten verbundenen Unternehmen |
359 | – |
| Rechnungsabgrenzungen | 169 | 1.011 |
| Verbindlichkeiten aus sonstigen Steuern | 92 | 73 |
| Übrige sonstige Verbindlichkeiten | 349 | 1.876 |
| 26.492 | 22.686 |
In diesem Geschäftsjahr bestehen sonstige Verbindlichkeiten in Höhe von 194 T € (i.Vj. 255 T €) mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr.
E17 Verbindlichkeiten aus Umsatzabgrenzung
Die Biotest Gruppe hat im Zusammenhang mit der Vereinbarung über die weltweite Entwicklung und Vermarktung des monoklonalen Antikörpers BT-061 mit Abbott am Abschlussstichtag Verbindlichkeiten aus Umsatzabgrenzungen in Höhe von 41.638 T € (i.Vj. keine) bilanziert. Da sich die Vorauszahlung in Höhe von 85 Millionen US-Dollar im Wesentlichen auf noch durchzuführende Forschungsaktivitäten bezieht, wurde der Großteil als Verbindlichkeit aus Umsatzabgrenzung bilanziert. Die Ertragsrealisierung erfolgt linear über die voraussichtliche Dauer des ersten Abschnitts der Kooperationsvereinbarung bis zum 30. Juni 2014.
F Sonstige Erläuterungen
F1 Long Term Incentive-Programm
Die Biotest AG verfolgt eine an den Interessen der Aktionäre ausgerichtete Geschäftspolitik im Sinne des Shareholder Value-Prinzips, die die langfristige Wertsteigerung der Biotest Gruppe fördert. Die Gesellschaft hat deshalb in 2006 mit Zustimmung des Aufsichtsrats entschieden, ein Long Term Incentive-Programm (LTIP) einzuführen, das mit der Zustimmung des Aufsichtsrats jährlich fortgesetzt werden kann.
Das bisherige LTIP 2006 mit den Tranchen 2006, 2007 und 2008 bildet hinsichtlich der Bedingung eines Eigeninvestments seitens des berechtigten Teilnehmers eine Einheit: Das Eigeninvestment musste nicht jeweils zusätzlich bei jeder neuen Tranche erbracht werden, sondern konnte aus der ersten Tranche angerechnet werden. Die Tranchen des LTIP 2006 sind bereits zur Auszahlung gelangt, die Tranche 2008 wurde im Mai 2011 ausgezahlt.
2009 wurde mit Zustimmung des Aufsichtsrats entschieden, das Long Term Incentive-Programm mit dem LTIP 2009 in 2009 fortzusetzen. 2010 und 2011 wurde das in 2009 aufgesetzte LTIP um jeweils eine Tranche erweitert. Für das LTIP 2009 muss allerdings ein weiteres Eigeninvestment seitens der berechtigten Teilnehmer erbracht werden. Wie bereits bei dem LTIP 2006 kann das Eigeninvestment aus der ersten Tranche 2009 auf jede neue Tranche angerechnet werden.
Die Werte in der Darstellung der Tranchen 2009, 2010 und 2011 beziehen sich auf alle Mitarbeiter, die berechtigt sind, an dem Programm teilzunehmen.
Long Term Incentive-Programm 2009/Tranche 2011 (LTIP 2011)
Das Programm begann am 1. Juni 2011 und läuft bis zum 31. Dezember 2013. Die Ausgestaltung der Tranche 2011 ist angelehnt an die Tranchen 2009 und 2010 und ist mit diesen identisch strukturiert.
Voraussetzung für die Teilnahme ist ein Eigeninvestment des Teilnehmers durch den Kauf von Vorzugsaktien der Biotest AG. Das Eigeninvestment besteht aus der Addition von neu im Rahmen vom LTIP zu erwerbenden Vorzugsaktien ("Neuinvestment") und einer vom Neuinvestment abhängigen Anzahl von zusätzlich einzubringenden Vorzugsaktien ("Zusatzinvestment").
Um an dem LTIP 2011 teilzunehmen, ist jeder berechtigte Teilnehmer verpflichtet, als Zusatzinvestment 50 % der Anzahl der im Rahmen des Neuinvestments erworbenen Vorzugsaktien zusätzlich bereitzustellen. Die Berechtigten können Vorzugsaktien, die sie im Rahmen des LTIP 2009 und/oder des LTIP 2010 erworben und/oder eingebracht haben, als Neuinvestment und/oder Zusatzinvestment für das LTIP 2011 einbringen. Ausschließlich das Neuinvestment fließt in die Berechnung der Incentive-Zahlung im Rahmen des LTIP 2011 ein.
Das gesamte Eigeninvestment in Vorzugsaktien ist mindestens solange im Depot zu halten, bis die Incentive-Zahlung geleistet wird. Bei den Teilnehmern der Tochtergesellschaft Biotest Pharmaceuticals Corporation ist aus rechtlichen Gründen, die speziell aus dem Recht der USA resultieren, ein Eigeninvestment nicht erforderlich, die Incentive-Zahlung wurde dabei um 15 % niedriger angesetzt als bei Berechtigten der Biotest AG.
Nach Ablauf des Programms erhält jeder Berechtigte nach der Hauptversammlung voraussichtlich im Mai 2013 eine Incentive-Zahlung in bar, die abhängig ist vom Neuinvestment, dem Fixgehalt zum 1. Oktober 2011 sowie der Erreichung zweier Erfolgsziele. Den Erfolgszielen sind Faktoren zugeordnet, die beide mit dem Neuinvestment multipliziert werden.
Die Höhe der Incentive-Zahlung berechnet sich nach folgender Formel:
| Neuinvestment x Erfolgsfaktor 1 | ||
|---|---|---|
| + Neuinvestment x Erfolgsfaktor 2 ----------------------------------------------- x Jahresfixgehalt |
||
| 100 | zum 1. Oktober 2011 = Zahlung |
Die Höhe der Erfolgsfaktoren ergibt sich daraus, in welchem Umfang das Unternehmen vereinbarte Erfolgsziele erreicht hat.
Das Erfolgsziel 1 umfasst die Entwicklung des Aktienkurses im Vergleich zu einem relevanten Vergleichs parameter. Hierzu wird die Performance der Vorzugsaktie der Biotest AG mit der Kursentwicklung der im Börsensegment SDAX gelisteten Aktien verglichen.
| Position zur Benchmark (Aktien SDAX) | Erfolgsfaktor 1 |
|---|---|
| gleich oder besser als 3. Quartil und mindestens 15% absolute Kurssteigerung auf den Vergleichsparameter |
maximal 0,05 |
| gleich oder besser als 3. Quartil | 0,04 |
| gleich Median | 0,02 |
| gleich 1. Quartil | 0,01 |
| schlechter als 1. Quartil | 0,00 |
Grundvoraussetzung für das Erfolgsziel 1 ist, dass im Geschäftsjahr 2013 ein Konzernergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) in Höhe von mindestens 15.000 T € erreicht wird. Bleibt das EBIT im Jahr 2013 unter 15.000 T €, ist der Faktor auf jeden Fall 0.
Das Erfolgsziel 2 bezieht sich auf die durchschnittlich erreichte EBIT-Marge auf Konzernebene in den Jahren 2011, 2012 und 2013. Hierzu wird aus den jährlichen EBIT-Margen die Summe gebildet und diese durch drei geteilt.
Auch der Erfolgsfaktor 2 ist an eine weitere Grundvoraussetzung geknüpft. Der Faktor wird nur wirksam, wenn sich der Kurs der Biotest-Vorzugsaktie während der Laufzeit besser entwickelt hat als das 1. Quartil der SDAX-Aktien. Die Berechnung erfolgt analog zum Erfolgsfaktor 1.
| Durchschnittliche EBIT-Marge 2011 – 2013 | Erfolgsfaktor 2 |
|---|---|
| besser als 14,8% | maximal 0,05 |
| gleich 14,3% | 0,04 |
| gleich 12,3% | 0,02 |
| gleich 11,3% | 0,01 |
| unter 10,3% | 0,00 |
Bei einer Zielerreichung zwischen den angegebenen Werten wird der jeweilige Faktor durch lineare Interpolation bestimmt.
Sind beide Performance-Kriterien erfüllt, so werden nach Ablauf des Performance-Zeitraums mindestens 1 % und maximal 10 % des Jahresfixgehalts per 1. Oktober 2011 bei einem Neuinvestment von 100 Aktien ausgezahlt.
Neben den Vorstandsmitgliedern nehmen noch 89 weitere Personen der Biotest Gruppe mit einem Neuinvestment von insgesamt 25.015 Vorzugsaktien am Long Term Incentive-Programm 2011 teil. Den Mitarbeitern der Biotest Pharmaceuticals Corporation wurden 3.100 Vorzugsaktien virtuell zugeordnet.
Die Bewertung wurde mit Hilfe der Monte Carlo-Simulation durch externe Gutachter (Towers Watson, Frankfurt am Main) durchgeführt. In der Bewertung der Market Conditions sowie der Non-Market Conditions nach IFRS 2 "Aktienbasierte Vergütung" werden Bedingungen, die die Incentive-Zahlung beeinflussen, am Markt aber nicht zu beobachten sind, von den beobachtbaren Marktkonditionen getrennt. Die Ermittlung für die Market Conditions wird in einer Bewertung des Fair Value vorgenommen. Der Fair Value der Gewährung der Incentive-Zahlung bezüglich der Outperformance des SDAX beträgt zum 31. Dezember 2011 2,664 € pro 100 Vorzugsaktien und 100 € Fixum; zum Zeitpunkt der Gewährung am 1. Juni 2011 betrug der Fair Value 1,939 €. Die Berücksichtigung der Non-Market Conditions erfolgt durch Addition des Erfolgsfaktors 2, der auf Basis von Planungsrechnungen ermittelt wird. Die Summe der Faktoren ergibt zum 31. Dezember 2011 einen Wert von 3,2156 %.
Alle nicht direkt beobachtbaren Marktparameter werden durch statistische Schätzungen ermittelt. Für die Schätzung der Volatilitäten werden historische Marktdaten für die Bewertung herangezogen. Der anzusetzende risikolose Marktzinssatz wird auf der Grundlage der von der Deutschen Bundesbank veröffentlichten Parameter nach der Svensson-Methode ermittelt. Zur Ermittlung der Anzahl der voraussichtlich während des Zeitraums aus dem Programm ausscheidenden Personen wurde die Fluktuationsrate der begünstigten Mitarbeiter mit 4 % angenommen.
Als Rückstellung zum 31. Dezember 2011 wurde entsprechend der Verteilung über den Gesamtzeitraum bis zum 31. Dezember 2013 ein anteiliger Wert in Höhe von 260 T € angesetzt, der auch dem Periodenaufwand in 2011 entspricht.
Long Term Incentive-Programm 2009/Tranche 2010 (LTIP 2010)
Das Programm begann am 1. Juni 2010 und läuft bis zum 31. Dezember 2012. Die Ausgestaltung der Tranche 2010 ist angelehnt an das bisherige LTIP 2009 und ist weitgehend identisch mit dem LTIP 2011 und dem LTIP 2009 strukturiert. Die inhaltliche Beschreibung ist mit dem LTIP 2011 identisch. Die unterschiedlichen Parameter werden im Folgenden aufgeführt.
Der Erfolgsfaktor 1 des LTIP 2010 ist zum Erfolgsfaktor 1 des LTIP 2011 identisch und stellt sich wie folgt dar:
| Position zur Benchmark (Aktien SDAX) | Erfolgsfaktor 1 |
|---|---|
| gleich oder besser als 3. Quartil und mindestens 15% absolute Kurssteigerung auf den Vergleichsparameter |
maximal 0,05 |
| gleich oder besser als 3. Quartil | 0,04 |
| gleich Median | 0,02 |
| gleich 1. Quartil | 0,01 |
| schlechter als 1. Quartil | 0,00 |
Grundvoraussetzung für das Erfolgsziel 1 ist, dass im Geschäftsjahr 2012 ein Konzernergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) in Höhe von mindestens 15.000 T € erreicht wird. Bleibt das EBIT im Jahr 2012 unter 15.000 T €, ist der Faktor auf jeden Fall 0.
Auch der Erfolgsfaktor 2 ist an eine weitere Grundvoraussetzung geknüpft. Der Faktor wird nur wirksam, wenn sich der Kurs der Biotest-Vorzugsaktie während der Laufzeit besser entwickelt hat als das 1. Quartil der SDAX-Aktien. Die Berechnung erfolgt analog zum Erfolgsfaktor 1.
Der Erfolgsfaktor 2 des LTIP 2010 hat zum Erfolgsfaktor 2 des LTIP 2011 leicht veränderte Intervalle und stellt sich wie folgt dar:
| Durchschnittliche EBIT-Marge 2010 – 2012 | Erfolgsfaktor 2 |
|---|---|
| besser als 16,4% | maximal 0,05 |
| gleich 16,4% | 0,04 |
| gleich 14,2% | 0,02 |
| gleich 13,2% | 0,01 |
| unter 12,2% | 0,00 |
Die Höhe der Incentive-Zahlung berechnet sich nach folgender Formel:
| Neuinvestment x Erfolgsfaktor 1 | ||
|---|---|---|
| + Neuinvestment x Erfolgsfaktor 2 ----------------------------------------------- x Jahresfixgehalt |
||
| 100 | zum 1. Oktober 2010 = Zahlung |
Neben den Vorstandsmitgliedern nehmen noch 91 weitere Personen der Biotest Gruppe mit einem Neuinvestment von insgesamt 24.360 Vorzugsaktien am Long Term Incentive-Programm 2010 teil. Den Mitarbeitern der Biotest Pharmaceuticals Corporation wurden 5.800 Vorzugsaktien virtuell zugeordnet.
Als Rückstellung zum 31. Dezember 2011 wurde entsprechend der Verteilung über den Gesamtzeitraum bis zum 31. Dezember 2012 ein anteiliger Wert in Höhe von 519 T € angesetzt.
Der Periodenaufwand in 2011 beträgt 301 T €.
Dabei veränderte sich die Summe der Faktoren zum 31. Dezember 2011 von 3,0090 % am 31. Dezember 2010 auf 2,7530 %.
Long Term Incentive-Programm 2009/Tranche 2009 (LTIP 2009)
Das Programm begann am 1. Juni 2009 und läuft bis zum 31. Dezember 2011. Die Ausgestaltung der Tranche 2009 ist weitgehend identisch mit dem LTIP 2011 und dem LTIP 2010 strukturiert. Die inhaltliche Beschreibung ist mit dem LTIP 2011 und LTIP 2010 identisch. Die unterschiedlichen Parameter werden im Folgenden aufgeführt.
Der Erfolgsfaktor 1 des LTIP 2009 ist zum Erfolgsfaktor 1 des LTIP 2010 und des LTIP 2011 identisch und stellt sich wie folgt dar:
| Position zur Benchmark (Aktien SDAX) | Erfolgsfaktor 1 |
|---|---|
| besser als 3. Quartil und mindestens 15 % absolute Kurssteigerung auf den Vergleichsparameter |
maximal 0,05 |
| gleich oder besser als 3. Quartil | 0,04 |
| gleich Median | 0,02 |
| gleich 1. Quartil | 0,01 |
| schlechter als 1. Quartil | 0,00 |
Grundvoraussetzung für das Erfolgsziel 1 ist allerdings, dass im Geschäftsjahr 2011 ein Konzernergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) vor Berücksichtigung des LTIP in Höhe von mindestens 15.000 T € erreicht wird. Bleibt das EBIT im Jahr 2011 unter 15.000 T €, ist der Faktor auf jeden Fall 0.
Auch der Erfolgsfaktor 2 ist an eine weitere Grundvoraussetzung geknüpft. Der Faktor wird nur wirksam, wenn sich der Kurs der Biotest-Vorzugsaktie während der Laufzeit besser entwickelt hat als das 1. Quartil der SDAX-Aktien. Die Berechnung erfolgt analog zum Erfolgsfaktor 1.
Der Erfolgsfaktor 2 des LTIP 2009 hat zum Erfolgsfaktor 2 des LTIP 2010 und LTIP 2011 leicht veränderte Intervalle und stellt sich wie folgt dar:
| Durchschnittliche EBIT-Marge 2009 – 2011 | Erfolgsfaktor 2 |
|---|---|
| besser als 16,3% | 0,05 |
| gleich 16,3% | 0,04 |
| gleich 14,0% | 0,02 |
| gleich 13,0% | 0,01 |
| unter 11,9% | 0,00 |
Die Höhe der Incentive-Zahlung berechnet sich nach folgender Formel:
| Eigeninvestment x Erfolgsfaktor 1 | ||
|---|---|---|
| + Eigeninvestment x Erfolgsfaktor 2 ------------------------------------------------- x Jahresfixgehalt |
||
| 100 | zum 1. Oktober 2009 = Zahlung |
Neben den Vorstandsmitgliedern nehmen noch 79 weitere Personen der Biotest Gruppe mit einem Investment von insgesamt 21.030 Vorzugsaktien am Long Term Incentive-Programm 2009 teil. Den Mitarbeitern der Biotest Pharmaceuticals Corporation wurden 5.850 Vorzugsaktien virtuell zugeordnet.
In der Bilanz zum 31. Dezember 2011 wurde für das LTIP 2009 keine Rückstellung gebildet.
Der Periodenertrag aus der Auflösung von in den Vorjahren gebildeten Rückstellungen beträgt in im Geschäftsjahr 2011 261 T €.
Dabei veränderte sich die Summe der Faktoren zum 31. Dezember 2011 von 1,0220 % am 31. Dezember 2010 auf 0,0 %.
Long Term Incentive-Programm 2006 / Tranche 2008 (LTIP 2008)
Die Tranche 2008 des Long Term Incentive-Programms wurde im Jahresabschluss zum 31. Dezember 2008 ausführlich beschrieben.
Die Tranche 2008 kam im Mai 2011 mit einem Betrag von 1.646 T € zur Auszahlung. Die Aktienperformance betrug dabei 4,0 % je 100 Vorzugsaktien, die durchschnittlich erreichte EBIT-Marge über die Jahre 2008 bis 2010 1,889 %. Die Summe der Faktoren erreichte dabei 5,889 %. Das zur Anrechnung herangezogene Eigeninvestment in Vorzugsaktien lag bei 18.000 Stück.
Auswirkungen der Veräußerung des aufgegebenen Geschäftsbereichs Medizinische Diagnostik auf das LTIP
Die berechtigten Teilnehmer, die im Rahmen der Veräußerung des Geschäftsbereichs Medizinische Diagnostik nicht mehr Mitarbeiter der Biotest Gruppe sind, sondern deren Arbeitsverhältnisse im Rahmen der Veräußerung auf die Bio-Rad Gruppe, USA, zum 6. Januar 2010 übergingen, schieden aus dem LTIP aus. Sie erhielten eine anteilige Incentive-Zahlung, die sich am Stichtag der Ad-Hoc-Meldung der Veräußerung, dem 23. Oktober 2009, orientiert hat.
Insgesamt ist hierfür ein Betrag in Höhe von 379 T € im Januar 2010 zur Auszahlung gekommen, der im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2009 zurückgestellt war.
Auswirkung des aufzugebenden Geschäftsbereichs Mikrobiologisches Monitoring auf das LTIP
Die berechtigten Teilnehmer, die im Rahmen der Veräußerung des Segments Mikrobiologisches Monitoring nicht mehr Mitarbeiter der Biotest Gruppe sind, sondern deren Arbeitsverhältnisse im Rahmen der Veräußerung auf die Merck KGaA Gruppe, Deutschland, zum 1. August 2011 übergingen schieden aus dem LTIP aus. Sie erhielten eine anteilige Incentive-Zahlung, die sich am Stichtag der Ad-Hoc- Meldung der Veräußerung, dem 22. März 2011 orientiert hat.
Insgesamt ist hierfür ein Betrag in Höhe von 22 T € im September 2011 zur Auszahlung gekommen, der im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2010 zurückgestellt war.
Weitere allgemeine Angaben zum LTIP
Der Anspruch auf eine Incentive-Zahlung verfällt bei beiden Programmen und allen Tranchen, wenn das Beschäftigungsverhältnis – gleich aus welchem Grunde – innerhalb der Biotest Gruppe endet (außer bei Ruhestand, Vorruhestand, Altersteilzeit, Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit).
Der Teilnehmer erhält eine anteilige Incentive-Zahlung bei einem Kontrollwechsel, bei dem mindestens 30 % der Stimmrechte auf einen Aktionär übergehen, der vorher noch nicht über diese Stimmrechte verfügen konnte, bei Delisting vom amtlichen Markt, bei einer Verschmelzung oder einem Formwechsel der Obergesellschaft oder einem Ausscheiden des Unternehmens, in dem der Teilnehmer beschäftigt ist, aus dem Beteiligungskreis der Obergesellschaft.
F2 Unternehmenszusammenschlüsse
Am 18. Januar 2011 hat die Biotest AG 100 % der Anteile an der Marcos Pedrilson Produtos Hospitalares Ltda., Brasilien, (heute: Biotest Farmaceutica Ltda.), den ehemaligen Distributeur der Biotest AG in Brasilien, erworben. Damit bedient die Biotest Gruppe nun das größte Land Lateinamerikas über eine eigene Gesellschaft. Es ist geplant, das Portfolio der in Brasilien vermarkteten Produkte sukzessive zu erweitern.
Zum Erwerbszeitpunkt stellten sich die beizulegenden Zeitwerte der identifizierten Vermögenswerte und Schulden der Biotest Farmaceutica Ltda. wie folgt dar:
| Tausend € | 2011 |
|---|---|
| Immaterielle Vermögenswerte | 937 |
| Sachanlagen | 474 |
| Vorratsvermögen | – |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | – |
| Sonstige kurzfristige Vermögenswerte | 30 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | – |
| Vermögenswerte | 1.441 |
| Latente Steuerverbindlichkeiten | 352 |
| Verzinsliche Darlehen und Ausleihungen – kurzfristig | 391 |
| Sonstige Rückstellungen – kurzfristig | 1.375 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 197 |
| Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten – kurzfristig | 697 |
| Schulden | 3.012 |
| Summe des identifizierten Nettovermögens zum beizulegenden Zeitwert |
–1.571 |
| Firmenwert aus dem Unternehmenserwerb | 1.571 |
| Gesamte Gegenleistung | – |
Der Firmenwert in Höhe von 1.571 T € umfasst den Wert des schnelleren Eintritts in den brasilianischen Markt. Der Firmenwert wird in voller Höhe der Zahlungsmittel generierenden Einheit Plasmaproteine zugeordnet. Es wird davon ausgegangen, dass der erfasste Firmenwert steuerlich nicht abzugsfähig ist.
Die Biotest Farmaceutica Ltda. hat seit dem Erwerbszeitpunkt noch keine Umsatzerlösen und einem Periodenergebnis vor Steuern aus fortgeführten Geschäftsbereichen in Höhe von –744 T € beigetragen. Hätte der Unternehmenszusammenschluss bereits zu Jahresbeginn stattgefunden, hätte sich das Periodenergebnis aus fortgeführten Geschäftsbereichen nicht wesentlichen geändert.
Der Mittelabfluss aufgrund des Unternehmenserwerbs stellt sich wie folgt dar:
| Tausend € | 2011 |
|---|---|
| Analyse des Zahlungsmittelabflusses aufgrund des Unternehmenserwerbs | |
| Gesamte Gegenleistung | – |
| Kaufpreisminderung gemäß Anteilsübertragungsvertrag | – |
| Zahlungswirksame Gegenleistung | – |
| Nettozahlungsmittel des erworbenen Unternehmens | – |
| Transaktionskosten des Unternehmenserwerbs | –186 |
| Tatsächlicher Zahlungsmittelabfluss aufgrund des Unternehmenserwerbs | –186 |
Die Verbindlichkeiten aus Ertragsteuern beinhalten Steuerrückstellungen, die für Risiken auf Basis der durchgeführten Due Dilligence und einer Einschätzung einer Steuerkanzlei gebildet wurden.
F3 Finanzinstrumente
F3.1 Klassifikation der Finanzinstrumente
Die Biotest Gruppe klassifiziert die Finanzinstrumente entsprechend ihrer Bilanzierung. Die Unterscheidung basiert auf dem Wertansatz, dementsprechend werden die finanziellen Vermögenswerte und die finanziellen Verbindlichkeiten unterteilt in zu fortgeführten Anschaffungskosten und zum beizulegenden Zeitwert bilanzierte Vermögenswerte und Verbindlichkeiten. Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sowie die Derivate bilden eine eigenständige Klasse.
In eine Klasse können verschiedene Bilanzposten einfließen. Die Biotest Gruppe klassifiziert die Finanzinstrumente wie folgt:
| Klasse der Finanzinstrumente | Bilanzposten | Bewertungs kategorie |
|---|---|---|
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | keine |
| Zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanzierte Vermögenswerte |
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Sonstige Finanzanlagen Sonstige Vermögenswerte |
LaR HtM LaR |
| Zum beizulegenden Zeitwert bilanzierte Vermögenswerte |
Sonstige Finanzanlagen | FAFVtPL |
| Zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanzierte Verbindlichkeiten |
Finanzverbindlichkeiten Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen Sonstige Verbindlichkeiten |
FLAC FLAC FLAC |
| Zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanzierte Verbindlichkeiten |
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing | keine |
| Derivate | Sonstige Vermögenswerte Sonstige Verbindlichkeiten |
FAHfT FLHfT |
Die Bewertungskategorien nach IAS 39 werden wie folgt abgekürzt: Kredite und Forderungen/ Loans and Receivables (LaR), bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen/Held to Maturity (HtM), zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte/ Financial Assets at Fair Value through Profit and Loss (FAFVtPL), zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte/ Financial Assets Held for Trading (FAHfT), zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Verbindlichkeiten/ Financial Liabilities Held for Trading (FLHfT) und zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten/ Financial Liabilities at Amortised Cost (FLAC).
Im Geschäftsjahr 2011 wurde wie im Vorjahr keine Reklassifizierung der Finanzinstrumente vorgenommen.
F3.2 Überleitung Bilanzposten zu Bewertungskategorien sowie deren Wertansätze und beizulegende Zeitwerte
| Tausend € | Wertansatz in der Bilanz nach IAS 39 | |||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Bilanzposten | Bewertungs kategorie nach IAS 39 |
Buchwert zum 31.12.2011 |
Fortge führte Anschaf fungs kosten |
Anschaf fungs kosten |
Erfolgs neutral zum beizu legenden Zeitwert |
Erfolgs wirksam zum beizu legenden Zeitwert |
Wertansatz in der Bilanz nach IAS 17 |
Beizu legender Zeitwert zum 31.12.2011 |
| Aktiva | ||||||||
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen |
LaR | 120.961 | 120.961 | – | – | – | – | 120.961 |
| Sonstige Vermögenswerte | ||||||||
| Sonstige Forderungen | LaR | 9.365 | 9.365 | – | – | – | – | 9.365 |
| Derivate ohne Hedge-Beziehung |
FAHfT | 567 | – | – | – | 567 | – | 567 |
| Sonstige Finanzanlagen | ||||||||
| Griechische Staats anleihen (i.Vj. Heraus gabeansprüche auf griechische Staatsan leihen/Rentenfonds |
FAFVtPL | 4.604 | – | – | – | 4.604 | – | 4.604 |
| Festverzinsliche Anlagen | HtM | 26 | 26 | – | – | – | – | 26 |
| Ausleihungen an assoziierte Unternehmen |
LaR | 22 | 22 | – | – | – | – | 22 |
| Passiva | ||||||||
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen |
FLAC | 34.678 | 34.678 | – | – | – | – | 34.678 |
| Finanzverbindlichkeiten | ||||||||
| Besicherte Bankverbindlichkeiten |
FLAC | 113.731 | 113.731 | – | – | – | – | 113.935 |
| Unbesicherte Bankverbindlichkeiten |
FLAC | 17.456 | 17.456 | – | – | – | – | 18.238 |
| Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing |
n.a. | 3.491 | – | – | – | – | 3.491 | 3.743 |
| Sonstige unbesicherte Darlehen |
FLAC | 4.355 | 4.355 | – | – | – | – | 4.355 |
| Verbindlichkeiten aus Umsatzabgrenzung |
FLAC | 41.638 | 41.638 | – | – | – | – | 41.638 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | ||||||||
| Originäre finanzielle Verbindlichkeiten |
FLAC | 25.595 | 25.595 | – | – | – | – | 25.595 |
| Derivate ohne Hedge-Beziehung |
FLHfT | 897 | – | – | – | 897 | – | 897 |
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente mit einem Buchwert in Höhe von 83.199 T € (i.Vj. 18.541T €) sind in der obigen Tabelle nicht enthalten, da diese Finanzinstrumente keiner Bewertungskategorie von IAS 39 zugeordnet sind.
| Wertansatz in der Bilanz nach IAS 39 | ||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| kategorie nach IAS 39 |
Bewertungs | Buchwert zum 31.12.2010 |
Fortge führte Anschaf fungs kosten |
Anschaf fungs kosten |
Erfolgs neutral zum beizu legenden Zeitwert |
Erfolgs wirksam zum beizu legenden Zeitwert |
Wertansatz in der Bilanz nach IAS 17 |
Beizu legender Zeitwert zum 31.12.2010 |
| LaR | 98.300 | 98.300 | – | – | – | – | 98.300 | |
| LaR | 10.898 | 10.898 | – | – | – | – | 10.898 | |
| FAHfT | 651 | – | – | – | 651 | – | 651 | |
| FAFVtPL | 19.296 | – | – | – | 19.296 | – | 19.296 | |
| HtM | 45 | 45 | – | – | – | – | 45 | |
| LaR | – | – | – | – | – | – | – | |
| FLAC | 42.779 | 42.779 | – | – | – | – | 42.779 | |
| FLAC | 67.524 | 67.524 | – | – | – | – | 67.728 | |
| FLAC | 81.822 | 81.822 | – | – | – | – | 82.859 | |
| n.a. | 5.158 | – | – | – | – | 5.158 | 5.110 | |
| FLAC | 6.561 | 6.561 | – | – | – | – | 6.561 | |
| FLAC | – | – | – | – | – | – | – | |
| FLAC | 22.686 | 22.686 | – | – | – | – | 22.686 | |
| FLHfT | 334 | – | – | – | 334 | – | 334 |
F3.3 Aggregation der Bewertungskategorien samt Wertansätzen und beizulegender Zeitwerte
| Tausend € | Wertansatz in der Bilanz nach IAS 39 | |||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Kategorien | Bewertungs kategorie nach IAS 39 |
Buchwert zum 31.12.2011 |
Fortge führte Anschaf fungs kosten |
Anschaf fungs kosten |
Erfolgs neutral zum beizu legenden Zeitwert |
Erfolgs wirksam zum beizu legenden Zeitwert |
Wertansatz in der Bilanz nach IAS 17 |
Beizu legender Zeitwert zum 31.12.2011 |
| Kredite und Forderungen |
LaR | 130.348 | 130.348 | – | – | – | – | 130.348 |
| Bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestionen |
HtM | 26 | 26 | – | – | – | – | 26 |
| Zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte |
FAFVtPL | 4.604 | – | – | – | 4.604 | – | 4.604 |
| Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte |
FAHfT | 567 | – | – | – | 567 | – | 567 |
| Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten |
FLAC | 237.453 | 237.453 | – | – | – | – | 238.439 |
| Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Verbindlichkeiten |
FLHfT | 897 | – | – | – | 897 | – | 897 |
| Tausend € | Wertansatz in der Bilanz nach IAS 39 | |||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Kategorien | Bewertungs kategorie nach IAS 39 |
Buchwert zum 31.12.2010 |
Fortge führte Anschaf fungs kosten |
Anschaf fungs kosten |
Erfolgs neutral zum beizu legenden Zeitwert |
Erfolgs wirksam zum beizu legenden Zeitwert |
Wertansatz in der Bilanz nach IAS 17 |
Beizu legender Zeitwert zum 31.12.2010 |
| Kredite und Forderungen |
LaR | 109.198 | 109.198 | – | – | – | – | 109.849 |
| Bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestionen |
HtM | 45 | 45 | – | – | – | – | 45 |
| Zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte |
FAFVtPL | 19.296 | – | – | – | 19.296 | – | 19.296 |
| Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte |
FAHfT | 651 | – | – | – | 651 | – | 651 |
| Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten |
FLAC | 221.372 | 221.372 | – | – | – | – | 221.613 |
| Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Verbindlichkeiten |
FLHfT | 334 | – | – | – | 334 | – | 334 |
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Forderungen haben überwiegend Restlaufzeiten von unter einem Jahr. Aus diesem Grund entsprechen die Buchwerte zum Abschlussstichtag näherungsweise den beizulegenden Zeitwerten.
Bei sonstigen langfristigen Forderungen sowie bei Finanzinvestitionen, die bis zur Endfälligkeit gehalten werden und die somit Restlaufzeiten von über einem Jahr aufweisen, entsprechen die beizulegenden Zeitwerte den Barwerten der mit den Vermögenswerten verbundenen Zahlungen unter Berücksichtigung der jeweils aktuellen Zinsparameter, welche markt- und partnerbezogene Veränderungen der Konditionen und Erwartungen reflektieren.
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Verbindlichkeiten weisen regelmäßig Restlaufzeiten von unter einem Jahr auf. Daher stellen auch hier die Buchwerte näherungsweise die entsprechenden beizulegenden Zeitwerte dar.
Die beizulegenden Zeitwerte der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und der sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten werden als Barwerte der mit den Schulden verbundenen Zahlungen unter Zugrundelegung der jeweils gültigen Zinsstrukturkurve sowie der nach den einzelnen Währungen betrachteten Credit-Spread-Kurve bestimmt.
Zum 31. Dezember 2011 hat die Biotest Gruppe keine wesentliche als zur Veräußerung verfügbar kategorisierte Beteiligung im Bestand.
Die Finanzinstrumente, die in der Bilanz zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, sind gemäß IFRS 7.27A in eine dreistufige Hierarchie der Zeitwertermittlung einzuordnen. Die Stufe spiegelt jeweils die Marktnähe der bei der Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts einbezogenen Daten wider. Die Stufen der Fair-Value-Hierarchie sind im Folgenden beschrieben:
- Stufe 1: notierte Marktpreise für identische Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten an aktiven Märkten,
- Stufe 2: andere Informationen als notierte Marktpreise, die direkt (zum Beispiel Preise) oder indirekt (zum Beispiel abgeleitet aus Preisen) beobachtbar sind, und
- Stufe 3: Informationen für Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die nicht auf beobachtbaren Marktdaten basieren.
Die Bewertung der originären finanziellen Vermögenswerte (griechische Staatsanleihen sowie Rentenfonds-Anteile) wird in Kapitel E5 Sonstige Finanzanlagen näher erläutert. Diese Vorgehensweise der Zeitwertermittlung entspricht einer Zuordnung der Stufe 1. Im Vorjahr erfolgte die Zeitwertermittlung der Herausgabeansprüche auf griechische Staatsanleihen nach der Stufe 2.
Bei den derivativen finanziellen Vermögenswerten beziehungsweise Verbindlichkeiten (Zinscaps, Zinsswaps und Devisengeschäften) wird eine Mark-to-Market-Bewertung auf Basis notierter Devisenkurse und am Markt erhältlicher Zinsstrukturkurven vorgenommen. Die Zuordnung des beizulegenden Zeitwerts erfolgt in der Hierarchiestufe 2.
F3.4 Nettoergebnisse nach Bewertungskategorien
Im Folgenden ist das Nettoergebnis nach Bewertungskategorien für das Geschäftsjahr 2011 dargestellt:
| Tausend € | Aus der Folgebewertung | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Kategorien | Aus Zinsen |
Zum bei zulegenden Zeitwert |
Währungs umrechung |
Wertbe richtigung |
Aus Abgang |
Netto ergebnis 2011 |
| Kredite und Forderungen | 770 | – | 587 | –184 | –415 | 758 |
| Bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestionen |
1 | – | – | – | – | 1 |
| Zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte |
5 | –7.987 | – | – | 980 | –7.002 |
| Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte |
– | 238 | – | – | – | 238 |
| Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Verbindlichkeiten |
– | –949 | – | – | – | –949 |
| Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten |
–4.709 | – | –117 | – | – | –4.826 |
| Gesamt | –3.933 | –8.698 | 470 | –184 | 565 | –11.780 |
| Tausend € | Aus der Folgebewertung | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Kategorien | Aus Zinsen |
Zum bei zulegenden Zeitwert |
Währungs umrech nung |
Wertbe richtigung |
Aus Abgang |
Netto ergebnis 2010 |
| Kredite und Forderungen | 494 | – | 12 | –389 | – | 117 |
| Bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen |
1 | – | – | – | – | 1 |
| Zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte |
4 | –5.566 | – | – | – | –5.562 |
| Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte |
– | –333 | – | – | – | –333 |
| Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Verbindlichkeiten |
– | 55 | – | – | – | 55 |
| Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten |
–5.108 | – | –564 | – | – | –5.672 |
| Gesamt | –4.609 | –5.844 | –552 | –389 | – | –11.394 |
Im Folgenden ist das Nettoergebnis nach Bewertungskategorien für das Vorjahr dargestellt:
Alle Komponenten des Nettoergebnisses werden in den sonstigen Finanzaufwendungen beziehungsweise sonstigen Finanzerträgen erfasst. Ausnahme hierbei sind die Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, diese werden in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen.
In dem Ergebnis aus der Folgebewertung der Finanzinstrumente, die der Bewertungskategorie zu Handelszwecken gehaltene Vermögenswerte und Verbindlichkeiten zugeordnet sind, ist ein Verlust in Höhe von 711 T € (i.Vj. 278 T €) enthalten, der sowohl Zins- als auch Währungseffekte beinhaltet.
F3.5 Cashflow in Zeitbändern
Aus den nachfolgenden Tabellen sind die vertraglich vereinbarten, undiskontierten Zins- und Tilgungszahlungen der originären finanziellen Verbindlichkeiten sowie der derivativen Finanzinstrumente mit positivem und negativem beizulegenden Zeitwert ersichtlich. Die zweite Tabelle enthält die Vergleichswerte für den Cashflow in Zeitbändern aus Sicht des vorigen Geschäftsjahres.
In dieser Darstellung werden alle Instrumente, die am Bilanzstichtag im Bestand sind und für die bereits Zahlungen vertraglich vereinbart sind, einbezogen. Planzahlen für zukünftige neue Verbindlichkeiten gehen nicht ein. Fremdwährungsbeträge werden jeweils mit dem entsprechenden Stichtagskurs umgerechnet. Die variablen Zinszahlungen aus den Finanzinstrumenten werden unter Zugrundelegung der zuletzt vor dem 31. Dezember 2011 gefixten Zinssätze ermittelt. Jederzeit rückzahlbare finanzielle Verbindlichkeiten sind immer dem frühesten Zeitraster zugeordnet.
| Cashflow in 2012 | Cashflow in 2013 | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Tausend € | Buchwert per 31.12.2011 |
Fixierte Zinsen |
Variable Zinsen |
Tilgung | Fixierte Zinsen |
Variable Zinsen |
Tilgung |
| Originäre finanzielle Verbindlichkeiten: | |||||||
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | –131.187 | –411 | –2.307 | –33.449 | –364 | –1.653 | –27.188 |
| Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing | –3.491 | –115 | – | –1.710 | –40 | – | –1.781 |
| Sonstige verzinsliche Verbindlichkeiten | –4.355 | –41 | –44 | –2.576 | –66 | – | –1.127 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen |
–34.678 | – | – | –34.678 | – | – | – |
| Verbindlichkeiten aus Umsatzabgrenzung | –41.638 | – | – | – | – | – | – |
| Sonstige unverzinsliche Verbindlichkeiten | –25.595 | – | – | –25.401 | – | – | –171 |
| Derivative finanzielle Verbindlichkeiten: | |||||||
| Devisenderivate ohne Hedge-Beziehung | –874 | – | – | –874 | – | – | – |
| Zinsderivate ohne Hedge-Beziehung | –23 | – | – | – | – | – | – |
| Derivative finanzielle Vermögenswerte: | |||||||
| Devisenderivate ohne Hedge-Beziehung | 488 | – | – | 488 | – | – | – |
| Zinsderivate ohne Hedge-Beziehung | 79 | – | – | – | – | – | – |
| Cashflow in 2011 Cashflow in 2012 |
|||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Tausend € | Buchwert per 31.12.2010 |
Fixierte Zinsen |
Variable Zinsen |
Tilgung | Fixierte Zinsen |
Variable Zinsen |
Tilgung |
| Originäre finanzielle Verbindlichkeiten: | |||||||
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | –149.346 | –460 | –2.328 | –22.272 | –411 | –2.056 | –30.937 |
| Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing | –5.158 | –269 | – | –1.667 | –197 | – | –1.710 |
| Sonstige verzinsliche Verbindlichkeiten | –6.561 | –30 | –158 | –4.949 | –28 | – | –533 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen |
–42.779 | – | – | –42.779 | – | – | – |
| Sonstige unverzinsliche Verbindlichkeiten | –22.686 | – | – | –22.431 | –2 | – | –126 |
| Derivative finanzielle Verbindlichkeiten: | |||||||
| Devisenderivate ohne Hedge-Beziehung | –199 | – | – | –199 | – | – | – |
| Zinsderivate ohne Hedge-Beziehung | –135 | – | – | – | – | – | – |
| Derivative finanzielle Vermögenswerte: | |||||||
| Devisenderivate ohne Hedge-Beziehung | 160 | – | – | 160 | – | – | – |
| Zinsderivate ohne Hedge-Beziehung | 491 | – | – | – | – | – | – |
| Cashflow in 2014 | Cashflow in 2015 | Cashflow in 2016 | Cashflow nach 2016 | |||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Variable Zinsen |
Tilgung | Fixierte Zinsen |
Variable Zinsen |
Tilgung | Fixierte Zinsen |
Variable Zinsen |
Tilgung | Fixierte Zinsen |
Variable Zinsen |
Tilgung |
| –1.230 | –15.971 | –124 | –1.120 | –53.438 | –16 | – | –1.719 | – | – | – |
| – | – | – | – | – | – | – | – | – | – | – |
| – | –617 | –1 | – | –35 | – | – | – | – | – | – |
| – | – | – | – | – | – | – | – | – | – | |
| – | – | – | – | – | – | – | – | – | – | – |
| – | –17 | – | – | –6 | – | – | – | – | – | – |
| – | – | – | ||||||||
| – | – | – | ||||||||
| – | – | |||||||||
| – | – | – – |
||||||||
| – – – – |
– – – – |
– – – – |
– – – – |
– – – – |
– – – – – |
– – – – |
– – – – |
| Cashflow in 2013 | Cashflow in 2014 | Cashflow in 2015 | Cashflow nach 2015 | |||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Fixierte Zinsen |
Variable Zinsen |
Tilgung | Fixierte Zinsen |
Variable Zinsen |
Tilgung | Fixierte Zinsen |
Variable Zinsen |
Tilgung | Fixierte Zinsen |
Variable Zinsen |
Tilgung | |
| –364 | –1.171 | –27.187 | –250 | –958 | –14.742 | –125 | –722 | –53.438 | –16 | – | –770 | |
| –126 | – | –1.781 | – | – | – | – | – | – | – | – | – | |
| –45 | – | –517 | –50 | – | –562 | – | – | – | – | – | – | |
| – | – | – | – | – | – | – | – | – | – | – | – | |
| –3 | – | –129 | – | – | – | – | – | – | – | – | – | |
| – | – | – | – | – | – | – | – | – | – | – | – | |
| – | – | – | – | –160 | – | – | – | – | – | – | – | |
| – | – | – | – | – | – | – | – | – | – | – | – | |
| – | – | – | – | – | – | – | – | – | – | – | – |
F4 Finanzrisikomanagement
Biotest ist im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit und den bestehenden internationalen Lieferund Leistungsbeziehungen erheblichen Währungs- und Zinsrisiken ausgesetzt.
Biotest nutzt derivative Finanzinstrumente zur Sicherung von Währungs- und Zinspositionen, um durch Wechselkurs- beziehungsweise Zinsschwankungen bedingte Risiken zu minimieren. Derivative Finanzinstrumente sind grundsätzlich dem Risiko sich ändernder Marktpreise ausgesetzt.
Biotest erfüllt die formalen Voraussetzungen nach IAS 39 für ein Hedge Accounting nicht vollumfänglich. Folglich wurden alle Gewinne und Verluste aus den Marktbewertungen der zur Absicherung von Zins- und Währungsrisiken eingesetzten derivativen Finanzinstrumente ergebniswirksam berücksichtigt.
Die Bilanzierung der Finanzinstrumente erfolgt mit dem Abschluss der entsprechenden Verträge. Die Finanzinstrumente werden ursprünglich zu Anschaffungskosten bilanziert und zum Bilanzstichtag zu den jeweiligen aktuellen Marktwerten bewertet. Die Ausbuchung der Finanzinstrumente erfolgt, wenn die aus dem Vertrag resultierenden Verpflichtungen beider Parteien erfüllt wurden oder bei Glattstellung des Instruments.
Der Ausweis der Marktwerte der derivativen Finanzinstrumente erfolgt in der Bilanz unter den sonstigen Vermögenswerten beziehungsweise unter den sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten. Zum 31. Dezember 2011 sind 567 T € (i.Vj. 651 T €) unter den sonstigen Vermögenswerten und 897 T € (i.Vj. 334 T €) unter den sonstigen Verbindlichkeiten ausgewiesen.
Kreditrisiken
Das Kreditrisiko stellt das finanzielle Risiko dar, dass ein Vertragspartner seinen Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommt. Durch ein fortlaufendes Forderungsmanagement wird dem Forderungsausfallrisiko begegnet. Die Bonität der Kunden wird bewertet, woraufhin das Zahlungsziel und die weiteren Konditionen festgelegt werden. Darüber hinaus werden Teile der Inlands- und ausgewählte Auslandsforderungen an Factoringunternehmen beziehungsweise Banken verkauft.
Zum Stichtag gibt es keine wesentlichen Kundengruppen, die ein besonderes Forderungsrisiko darstellen.
Für bestimmte Kunden in ausgewählten Ländern bestehen Kreditversicherungen mit verschiedenen Gesellschaften. Der im Rahmen der bestehenden Kreditversicherungen vereinbarte Selbstbehalt beläuft sich auf bis zu 10 %.
Mögliche Ausfallrisiken für originäre Finanzinstrumente sind durch Einzelwertberichtigungen berücksichtigt. Darüber hinaus besteht für die Biotest Gruppe aufgrund der breit angelegten Geschäftsstruktur weder hinsichtlich einzelner Kunden noch für einzelne Länder eine besondere Konzentration von Kreditrisiken.
Für die Darstellung des maximalen Ausfallrisikos der finanziellen Vermögenswerte wird der jeweilige Buchwert als Äquivalent für das maximale Ausfallrisiko herangezogen:
| Tausend € | 2011 | 2010 |
|---|---|---|
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 120.961 | 98.300 |
| Sonstige Vermögenswerte | 9.932 | 11.549 |
| Sonstige Finanzanlagen | 4.652 | 19.341 |
In den sonstigen Finanzanlagen sind griechische Staatsanleihen sowie im Vorjahr Ansprüche auf die Herausgabe von griechischen Staatsanleihen in Höhe von 4.453 T € (i.Vj. 19.160 T €) enthalten.
Marktrisiken
Marktpreisrisiken resultieren aus der Veränderung von Marktpreisen. Diese führen dazu, dass der beizulegende Zeitwert oder die künftigen Cashflows der Finanzinstrumente schwanken. Marktrisiken umfassen Währungsrisiken, Zinsrisiken und andere Preisrisiken.
Währungsrisiken
Die Biotest Gruppe ist Währungsrisiken, die hauptsächlich aufgrund eines Ungleichgewichts der weltweiten Cashflows entstehen, ausgesetzt. Dieses Ungleichgewicht resultiert primär aus höheren Verkäufen in USD, denen geringere Einkäufe in USD gegenüberstehen. Gegen identifizierbare zukünftige Währungsrisiken schützt sich die Biotest Gruppe grundsätzlich, wenn sie sich diesen ausgesetzt sieht. Des Weiteren sichert sich die Biotest Gruppe selektiv gegen Risiken in der Bilanz ab. Die Biotest Gruppe nutzt Möglichkeiten zum natürlichen Ausgleich von Währungsrisiken sowie Devisentermingeschäfte für das Management von Währungsrisiken.
Die Biotest Gruppe hat in den für den Konzern wesentlichen Fremdwährungen folgende Fremdwährungspositionen:
| Fremdwährungsrisiko | USD | GBP | HUF | RUB | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Tausend € | 2011 | 2010 | 2011 | 2010 | 2011 | 2010 | 2011 | 2010 | |
| Barreserve | 1.586 | 2.357 | 465 | 730 | 520 | 398 | 1.225 | – | |
| Forderungen aus Lieferun gen und Leistungen |
24.239 | 16.753 | 1.412 | 2.041 | 1.426 | 1.894 | 8.700 | 65 | |
| Sonstige originäre finan zielle Vermögenswerte |
2.117 | 2.195 | 40 | 155 | 827 | 1.648 | – | – | |
| Sonstige derivative finan zielle Vermögenswerte |
– | – | 3 | 112 | 344 | 18 | 66 | – | |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen |
–6.532 | –8.158 | –199 | –737 | –84 | –66 | – | – | |
| Verbindlichkeiten gegen über Kreditinstituten |
–62.377 | –66.454 | – | – | – | – | – | – | |
| Sonstige originäre finan zielle Verbindlichkeiten |
–4.760 | –2.351 | –28 | –68 | –235 | –344 | –25 | – | |
| Sonstige derivative finan zielle Verbindlichkeiten |
–451 | – 47 | –366 | –25 | – | – | –56 | –119 | |
| Netto-Exposure | –46.178 | –55.705 | 1.327 | 2.208 | 2.798 | 3.548 | 9.910 | –54 |
Zum Stichtag bestanden folgende Devisenoptions- und Devisentermingeschäfte:
| Nominalvolumen | Marktwerte | ||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Tausend € | 2011 | 2010 | 2011 | 2010 | |||||
| Devisenoptionsgeschäfte | 2.500 | – | 74 | – | |||||
| Devisentermingeschäfte | 51.309 | 20.181 | –460 | –43 |
Für die Devisenoptionsgeschäfte und Devisentermingeschäfte (Nominalvolumen: 35.700 TUSD, 11.200 TGBP, 700.000 THUF, 257.500 TJPY, 360.000 TRUB) bestehen zum Stichtag folgende Restlaufzeiten:
| Tausend € | Gesamt | Restlaufzeit < 1 Jahr |
|---|---|---|
| 31. Dezember 2011 | 53.809 | 53.809 |
| 31. Dezember 2010 | 20.181 | 20.181 |
Die wesentlichen Wechselkurse während der Berichtsperiode sind im Kapitel B3 dargestellt.
Zinsrisiken
Durch die Veränderung der Zinsstrukturkurve ändert sich der Barwert der Zahlungsströme infolge eines sich ändernden Diskontierungssatzes. Die Barwertänderung kann zum einen bei den einzelnen Finanzinstrumenten aufgrund einer Verschiebung der risikolosen Zinskurve (Swapkurve) und zum anderen aufgrund einer Veränderung der in die Finanzinstrumente eingepreisten Bonitätsaufschläge (Spreadrisiken) entstehen.
Aufgrund der bestehenden Darlehensbeziehungen (siehe auch Ausführungen unter E15 Finanzverbindlichkeiten) ist die Biotest Gruppe Zinsänderungsrisiken ausgesetzt. Zur Minimierung dieser Risiken wurden Zinssicherungsgeschäfte abgeschlossen.
Zum Stichtag bestehen folgende Zinssicherungsgeschäfte:
| Nominalvolumen | Marktwerte | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Tausend € | 2011 | 2010 | 2011 | 2010 | ||
| Zinscaps | 70.000 | 75.000 | 79 | 478 | ||
| Zinsswaps | 20.000 | 20.313 | –23 | –122 | ||
| 90.000 | 95.313 | 56 | 356 |
Das Nominalvolumen ist die Summe aller Kauf- und Verkaufsbeträge derivativer Finanzgeschäfte. Die Marktwerte der Zinssicherungsgeschäfte werden von den jeweiligen beauftragten Banken ermittelt. Sie ergeben sich aus der Bewertung der ausstehenden Positionen zu Marktpreisen ohne Berücksichtigung gegenläufiger Wertentwicklungen aus den Grundgeschäften. Sie entsprechen den Aufwendungen beziehungsweise Erträgen bei einer Glattstellung der Derivatkontrakte zum Bilanzstichtag.
Für die Sicherungsgeschäfte (Nominalvolumen) bestehen zum Stichtag folgende Restlaufzeiten:
| Tausend € | Gesamt | Restlaufzeit < 1 Jahr |
Restlaufzeit 1 bis 5 Jahre |
Restlaufzeit > 5 Jahre |
|---|---|---|---|---|
| 2011 | ||||
| Zinscaps | 70.000 | – | 70.000 | – |
| Zinsswaps | 20.000 | – | 20.000 | – |
| 90.000 | – | 90.000 | – | |
| 2010 | ||||
| Zinscaps | 75.000 | 5.000 | 70.000 | – |
| Zinsswaps | 20.313 | 313 | 20.000 | – |
| 95.313 | 5.313 | 90.000 | – |
Zur Absicherung der Zinsänderungsrisiken wurden variabel verzinsliche Finanzverbindlichkeiten mit einem Volumen von 0,0 Mio. € (i.Vj. 0,3 Mio. €) in fest verzinsliche Positionen getauscht.
Zusätzlich sind Finanzverbindlichkeiten mit einem Volumen von 90 Mio. € (i.Vj. 95 Mio. €) gegen einen Anstieg der variablen Zinsen über kontrahierte Schwellenwerte zwischen 3,5 % und 5,0 % im Rahmen von Zinscaps und Zinsswaps gesichert.
Liquiditätsrisiken
Das Liquiditätsrisiko beschreibt das Risiko, dass ein Unternehmen seine eigenen finanziellen Verpflichtungen nicht in ausreichendem Maße erfüllen kann. Durch finanzielle Engpässe können sich die Finanzierungskosten erhöhen.
Die Biotest Gruppe steuert ihre Liquidität, indem sie neben dem Zahlungsmittelzufluss aus dem operativen Geschäft in ausreichendem Umfang liquide Mittel vorhält und Kreditlinien bei Banken unterhält.
| Tausend € | 2011 | Davon in Anspruch genommen |
2010 | Davon in Anspruch genommen |
|---|---|---|---|---|
| Eingeräumte Kreditlinien (frei abrufbar) |
218.533 | 134.518 | 270.958 | 151.959 |
| Erhaltene feste Kreditzusagen (an bestimmte Bedingungen gebunden) |
5.268 | 1.025 | 14.894 | 3.948 |
| 223.801 | 135.543 | 285.852 | 155.907 |
Zum 31. Dezember 2011 hatte die Biotest Gruppe folgende vertraglich vereinbarte Kreditlinien:
Das zentrale Treasury wird von den einzelnen Unternehmensbereichen mit Informationen versorgt, so dass ein Liquiditätsprofil erstellt werden kann. Einbezogen werden hierbei sämtliche finanzielle Vermögenswerte, finanzielle Verbindlichkeiten und erwartete Zahlungsströme aus geplanten Transaktionen.
Eine Fälligkeitsübersicht, die zeigt, wie die Cashflows der Verbindlichkeiten per 31. Dezember 2011 die Liquiditätssituation der Biotest Gruppe beeinflussen, ist in Kapitel F3.5 dargestellt.
Die vorgehaltene Liquidität, kurz- und langfristige Kreditlinien sowie die Möglichkeit, durch Verbriefungen von Forderungen Mittelzuflüsse zu generieren, geben der Biotest Gruppe eine ausreichende Flexibilität, um den Refinanzierungsbedarf des Konzerns zu decken. Aufgrund der Diversifizierung der Finanzierungsquellen wie auch der liquiden Mittel unterliegt die Biotest Gruppe keinem Konzentrationsrisiko im Bereich der Liquidität.
F5 Sensitivitätsanalyse gemäß IFRS 7.40
Die Biotest Gruppe ist Marktrisiken, bestehend aus Währungsrisiken und Zinsrisiken, ausgesetzt.
Durch eine Anwendung von Sensitivitätsanalysen wird für jede Risikoart ermittelt, welche Auswirkungen eine Änderung der jeweiligen Risikovariablen auf die Gewinne und Verluste sowie auf das Eigenkapital zum Bilanzstichtag nehmen würde.
Währungsrisiken
Für die Analyse der Währungsrisiken wird für bestimmte Fremdwährungen mit für die Biotest Gruppe signifikantem Risiko eine Sensitivitätsanalyse berechnet. Hierbei werden die folgenden wesentlichen Währungen betrachtet: USD, GBP, HUF und RUB.
Wenn der Euro gegenüber sämtlichen Währungen zum 31. Dezember 2011 um 10 % aufgewertet gewesen wäre, wäre das Finanzergebnis um 2.995 T € höher (i.Vj. 1.020 T € höher) gewesen.
Wenn der Euro gegenüber sämtlichen Währungen zum 31. Dezember 2011 um 10 % abgewertet gewesen wäre, wäre das Finanzergebnis um 2.854 T € niedriger (i.Vj. 800 T € niedriger) gewesen.
Die hypothetische Ergebnisauswirkung von 2.995 T € beziehungsweise –2.854 T € ergibt sich im Einzelnen aus den Währungssensitivitäten:
| Tausend € | Aufwertung des € um 10% |
Abwertung des € um 10% |
|---|---|---|
| EUR zu USD | 1.718 | –1.694 |
| EUR zu GBP | 1.017 | –1.366 |
| EUR zu HUF | 218 | –218 |
| EUR zu RUB | –48 | 249 |
| EUR zu übrigen Währungen | 90 | 175 |
| 2.995 | –2.854 |
Zu beachten ist, dass in der Sensitivitätsanalyse nach IFRS 7 nur das Wechselkursrisiko bezogen auf finanzielle Vermögenswerte und Schulden, nicht aber das Translationsrisiko berücksichtigt wird. Unter Berücksichtigung des Translationsrisikos würden sich entsprechend andere Auswirkungen ergeben.
Zinsrisiken
Für das Zinsrisiko wird durch eine Sensitivitätsanalyse der Effekt einer Änderung der Marktzinssätze auf die Zinserträge und -aufwendungen, andere Ergebnisteile sowie gegebenenfalls auf das Eigenkapital dargestellt.
Marktzinssatzänderungen von originären Finanzinstrumenten mit fester Verzinsung wirken sich nur dann auf das Ergebnis aus, wenn diese zum beizulegenden Zeitwert bewertet sind. Demnach unterliegen alle zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten Finanzinstrumente mit fester Verzinsung keinen Zinsänderungsrisiken im Sinne von IFRS 7.
Marktzinssatzänderungen von Zinsderivaten (Zinsswaps, Zins-/Währungsswaps und Zinscaps), die nicht in eine Sicherungsbeziehung nach IAS 39 eingebunden sind, haben Auswirkungen auf das sonstige Finanzergebnis (Bewertungsergebnis aus der Anpassung der finanziellen Vermögenswerte an den beizulegenden Zeitwert) und werden daher bei den ergebnisbezogenen Sensitivitätsberechnungen berücksichtigt.
Währungsderivate und deren Wertänderungen aufgrund von Zinsänderungen wurden für die Berechnung der Zinssensitivitäten nicht berücksichtigt.
Wenn das Marktzinsniveau zum 31. Dezember 2011 um 100 Basispunkte höher gewesen wäre, wäre der Fair Value der Finanzinstrumente um 1.392 T € (i.Vj. 1.421 T €) höher gewesen. Die hypothetische Ergebnisauswirkung von 669 T € (i.Vj. 824 T €) ergibt sich aus den potenziellen Effekten aus Zinsderivaten von 945 T € (i.Vj. 669 T €) und originären finanziellen Verbindlichkeiten von 276 T € (i.Vj. 1.493 T €).
Vor dem Hintergrund der zum Bilanzstichtag niedrigen Referenzzinssätze beziehen sich hier die Angaben auf 70 Basispunkte. Wenn das Marktzinsniveau zum 31. Dezember 2011 um 70 Basispunkte niedriger gewesen wäre, wäre der Fair Value der Finanzinstrumente um 791 T € (i.Vj. 806 T €) niedriger gewesen. Die hypothetische Ergebnisauswirkung von –273 T € (i.Vj. 784 T €) ergibt sich aus den potenziellen Effekten aus Zinsderivaten von –469 T € (i.Vj. –260 T €) und originären finanziellen Verbindlichkeiten von 193 T € (i.Vj. 1.044 T €).
Wenn das Marktzinsniveau zum 31. Dezember 2011 um 100 Basispunkte höher beziehungsweise um 70 Basispunkte niedriger gewesen wäre, wäre das Eigenkapital unverändert geblieben.
Sonstige Preisrisiken
IFRS 7 verlangt im Rahmen der Darstellung zu Marktrisiken auch Angaben darüber, wie sich hypothetische Änderungen von Risikovariablen auf Preise von Finanzinstrumenten auswirken. Als Risikovariablen kommen insbesondere Börsenkurse oder Indizes in Frage.
Die Sonstige Preisrisiken haben keinen wesentlichen Einfluss auf die Preise von Finanzinstrumenten der Biotest Gruppe.
F6 Kapitalmanagement
Die primäre Zielsetzung für das Kapitalmanagement besteht darin, ein für Kapitalgeber attraktives Rating im Allgemeinen zu sichern und Kapitalrelationen einzuhalten, die die strategische Geschäftsentwicklung der Biotest Gruppe absichern.
Das Eigenkapital der Biotest Gruppe, das im Fokus der Optimierung der Kapitalstruktur steht, ist das in der Bilanz ausgewiesene Eigenkapital, das den Eigentümern der Biotest AG als Mutterunternehmen zuzuordnen ist. Das Stammkapital besteht aus 6,6 Mio. Stück stimmberechtigten Stammaktien und 5,1 Mio. Stück stimmrechtslosen Vorzugsaktien. Minderheitsanteile am Eigenkapital spielen beim Kapitalmanagement nach der Veräußerung des Geschäftsbereichs Mikrobiologisches Monitoring nur noch eine untergeordnete Rolle.
Erhaltene endfällige nachrangige Darlehen stärken die langfristige Kapitalkraft mit Haftungscharakter insgesamt, werden aber im Rahmen des Fremdkapitals gesteuert.
Die Basis für die Analyse des strategischen Kapitalmanagements bilden Rechnungen zur langfristigen Unternehmensplanung, aus denen die entsprechenden zukünftigen Wertgrößen und Kennzahlen abgeleitet werden. Im kurzfristigen Bereich liefert die Budget-Planung für das Folgejahr die Basis für die Kennzahlen.
In der strategischen Ausrichtung verfolgt die Biotest Gruppe das Ziel, eine Eigenkapitalquote von mindestens 40 % zu halten. Die Eigenkapitalquote der Biotest Gruppe beträgt zum 31. Dezember 2011 50,8 % (i.Vj. 48,6 %). Daneben werden sowohl langfristig als auch quartalsweise spezielle Finanzkennzahlen, wie sie von den Konsortialbanken definiert sind, zur Analyse und Steuerung herangezogen. Hier ist als wesentliche Kennzahl der Verschuldungsfaktor als Verhältnis der Nettoschulden zum EBITDA zu nennen.
Im Geschäftsjahr 2011 wurden keine Veränderungen bei der Zielsetzung oder den Prozessen für das Management des Kapitals vorgenommen.
Die Biotest Gruppe hat unterschiedliche Maßnahmenmöglichkeiten, um die Ziele des Kapitalmanagements zu erreichen. Diese bestehen aus Kapitalerhöhungen durch die Ausgabe neuer Aktien mit und ohne Bezugsrecht, aus Dividendenpolitik und aus dem Rückkauf von Aktien. Die Optimierung der Kapitalstruktur wird ebenfalls durch die Reduzierung von Schulden und durch ein aktives Working-Capital-Management unterstützt.
F7 Eventualforderungen und Eventualverpflichtungen
Eine Eventualforderung ist ein möglicher Vermögenswert, der aus vergangenen Ereignissen resultiert und dessen Existenz durch das Eintreten oder Nichteintreten eines oder mehrerer unsicherer künftiger Ereignisse erst noch bestätigt wird, die nicht vollständig unter der Kontrolle des Unternehmens stehen.
Die Biotest Gruppe hat aus der Veräußerung des Geschäftsbereiches Mikrobiologisches Monitoring einen Anspruch auf eine bedingte Kaufpreiszahlung von der Merck KGaA Gruppe. Der Anspruch ist von dem Ausgang eines derzeit schwebenden Rechtsstreits abhängig und liegt im hohen einstelligen Millionenbereich. Mit einer Beilegung des Rechtsstreits wird Ende des Jahres 2012 gerechnet.
Eventualverpflichtungen sind mögliche Verpflichtungen, die aus vergangenen Ereignissen resultieren und deren Existenz durch das Eintreten oder Nichteintreten eines oder mehrerer unsicherer künftiger Ereignisse, die nicht vollständig unter der Kontrolle des Unternehmens stehen, erst noch bestätigt werden muss. Eventualverpflichtungen können auch aus gegenwärtigen Verpflichtungen, die aus vergangenen Ereignissen resultieren, beruhen, die jedoch nicht erfasst sind, entweder weil der Ressourcenabfluss samt wirtschaftlichen Nutzeneinbußen nicht wahrscheinlich ist oder die Höhe der Verpflichtung nicht ausreichend verlässlich geschätzt werden kann.
Die Biotest Gruppe hat Eventualverbindlichkeiten durch Bürgschaften in Höhe von 13.464 T € (i.Vj. 19.942 T €). Hierbei handelt es sich im Wesentlichen um Lieferungs- und Leistungsgarantien, bei denen die Wahrscheinlichkeit einer Inanspruchnahme von der Biotest Gruppe als gering eingeschätzt wird. Sonstige Eventualverpflichtungen sind wie im Vorjahr nicht vorhanden.
| F8 | Sonstige finanzielle Verpflichtungen | |||
|---|---|---|---|---|
| ---- | -- | -- | -------------------------------------- | -- |
| Tausend € | 2012 | 2013–2016 | ab 2017 | Gesamt |
|---|---|---|---|---|
| Verpflichtungen aus langfristigen Dienstleistungsverträgen |
10.938 | 40.222 | 16.691 | 67.851 |
| Verpflichtungen zum Erwerb von Sachanlagen |
13.624 | – | – | 13.624 |
| Künftige Zahlungen aus Miet-, Pacht und Operating-Leasingverträgen |
3.455 | 5.864 | 1.393 | 10.712 |
| Verpflichtungen zum Erwerb von immateriellen Vermögenswerten |
12 | – | – | 12 |
| 28.029 | 46.086 | 18.084 | 92.199 |
Die Zahlungen für die genehmigten Investitionen im Anlagevermögen erfolgen innerhalb eines Jahres.
Bei den Verpflichtungen aus langfristigen Dienstleistungsverträgen handelt es sich um Abnahmeverpflichtungen aus zwei Lohnfraktionierungsverträgen für die Jahre 2010 bis 2018 in Höhe von 67.851 T € (i.Vj. 72.162 T €).
Die Biotest Gruppe als Leasingnehmer mietet beziehungsweise least Betriebsausrüstung. Das Operating-Leasing umfasst Fahrzeuge und Bürogeräte, deren Verträge eine Basismietzeit von zwei bis fünf Jahren haben. Im Geschäftsjahr 2011 beträgt der Aufwand aus den Miet-, Pacht- und Operating-Leasingverträgen 5.051 T € (i.Vj. 4.619 T €).
Die Biotest Gruppe erwartet aus zum Abschlussstichtag geltenden unkündbaren Untermietverhältnissen keine wesentlichen künftigen Mindestleasingzahlungen.
Die Miet-, Pacht- und Operating-Leasingverträgen in Bezug auf die Plasmastationen der Plasma Service Europe GmbH sind zum Teil mit Preisanpassungsklauseln versehen, die sich nach dem Verbrauchsindex der BRD richten.
F9 Beziehungen zu nahe stehenden Unternehmen und Personen
Die Biotest Gruppe unterhält zu berichtende Beziehungen zu den assoziierten Unternehmen BioDarou P.J.S. Co., Teheran/Iran, sowie zu dessen Tochterunternehmen Plasma Gostar Pars P.J.S, Teheran/Iran, zu den Mitgliedern des Vorstands und des Aufsichtsrats und ihnen nahe stehenden Personen sowie zu Aktionären mit wesentlichem Einfluss auf die Biotest AG.
a) Assoziierte Unternehmen
Im Geschäftsjahr 2011 hat die Biotest Gruppe bei dem assoziierten Unternehmen BioDarou P.J.S. Co. wie im Vorjahr keine Einkäufe getätigt. Die Verbindlichkeiten der Biotest Gruppe gegenüber der BioDarou P.J.S. Co. betragen am Stichtag wie im Vorjahr 0 T €.
Die BioDarou P.J.S. Co. erwarb im Geschäftsjahr von Unternehmen der Biotest Gruppe Waren und Dienstleistungen in Höhe von 4.677 T € (i.Vj. 4.526 T €). Die daraus resultierenden Forderungen gegen assoziierten Unternehmen betragen am Stichtag 2.527 T € (i.Vj. 2.856 T €).
b) Andere nahe stehenden Unternehmen und Personen
Frau Dr. Cathrin Schleussner informierte die Biotest Gruppe darüber, dass seit dem 19. Dezember 2007 ihr Stimmrechtsanteil 50,03 % der Stimmrechte beträgt. Die Stimmrechte werden dabei über die OGEL GmbH, Frankfurt am Main, gehalten. Die OGEL GmbH wird als Unternehmen von Frau Dr. Cathrin Schleussner kontrolliert.
Die Mitglieder der Familie von Herrn Dr. Hans Schleussner gelten ebenfalls als nahe stehende Personen im Sinne des IAS 24. Die Aufwendungen für andere nahe stehende Personen der Familie Schleussner betragen 18 T € (i.Vj. 18 T €). Durch Aktionärsdarlehen entstanden in den Geschäftsjahren 2011 und 2010 keine Zinsaufwendungen.
Die Kreissparkasse Biberach führt als nahe stehende Person der Biotest Gruppe im Rahmen des Long Term Incentive-Programms die Depots der Mitarbeiter. Des Weiteren hat die Biotest Gruppe Forderungen aus einer Festgeldanlage in Höhe von 20.000 T € (i.Vj. 0 T €), die Zinserträge hieraus belaufen sich auf 504 T € (i.Vj. 0 T €).
Im Geschäftsjahr 2011 hat die Biotest Gruppe bei dem Tochterunternehmen des assoziierten Unternehmen BioDarou P.J.S. Co., der Plasma Gostar Pars P.J.S., Einkäufe in Höhe von 0 T € (i.Vj. 0 T €) getätigt. Die Verbindlichkeiten der Biotest Gruppe gegenüber der Plasma Gostar Pars P.J.S betragen am Stichtag 0 T € T € (i.Vj. 0 T €).
Die Plasma Gostar Pars P.J.S erwarb im Geschäftsjahr von Unternehmen der Biotest Gruppe Waren und Dienstleistungen in Höhe von 3.644 T € (i.Vj. 0 T €). Die daraus resultierenden Forderungen gegen das Tochterunternehmen des assoziierten Unternehmen betragen am Stichtag 3.644 T € (i.Vj. keine).
c) Aufsichtsrat und Vorstand
Zusammensetzung der Gremien
Die Mitglieder des Aufsichtsrats und des Vorstands bekleiden per 31. Dezember 2011 noch folgende Mandate in gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten und vergleichbaren Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen:
Aufsichtsrat
Dr. Thorlef Spickschen, Kaufmann, Seeheim Aufsichtsratsvorsitzender Clovis Oncology, Inc., Boulder, USA Cytos AG, Zürich, Schweiz
Dr. Cathrin Schleussner, Geschäftsführerin der OGEL GmbH, Neu-Isenburg Stellvertretende Vorsitzende
Barbara Arnold-Schlosser, Kaufmännische Angestellte, Leimen (Aufsichtsratsmitglied bis zum 1. August 2011)
Kerstin Birkhahn, Ingenieurin, Langen
Thomas Jakob, Kaufmann, Ulm Stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Biberach
Jürgen Heilmann, Kaufmännischer Angestellter, Dreieich (Aufsichtsratsmitglied seit dem 22. September 2011)
Prof. Dr. Marbod Muff, ehemaliges Mitglied der Unternehmensleitung von Boehringer Ingelheim, Ingelheim Die Aufsichtsratsmitglieder erhalten für Ihre Tätigkeit im Geschäftsjahr 2011 die im Folgenden aufgeführte Vergütung:
| Tausend € 2011 |
Fixe Vergütung |
Variable Vergütung |
Gesamt vergütung |
|---|---|---|---|
| Dr. Thorlef Spickschen (Vorsitzender) |
51 | 25 | 76 |
| Dr. Cathrin Schleussner (stellvertretende Vorsitzende) |
28 | 15 | 43 |
| Barbara Arnold-Schlosser (bis zum 1. August 2011) |
10 | 6 | 16 |
| Kerstin Birkhahn | 15 | 10 | 25 |
| Thomas Jakob | 18 | 10 | 28 |
| Jürgen Heilmann (seit dem 22. September 2011) |
5 | 3 | 8 |
| Prof. Dr. Marbod Muff | 23 | 10 | 33 |
| 150 | 79 | 229 |
Für das Geschäftsjahr 2010 wurde an die Mitglieder des Aufsichtsrats die folgende Vergütung ausgezahlt:
| Tausend € 2010 |
Fixe Vergütung |
Variable Vergütung |
Gesamt vergütung |
|---|---|---|---|
| Dr. Thorlef Spickschen (Vorsitzender) |
51 | 25 | 76 |
| Dr. Cathrin Schleussner (stellvertretende Vorsitzende) |
29 | 15 | 44 |
| Barbara Arnold-Schlosser | 18 | 10 | 28 |
| Kerstin Birkhahn (seit 28. April 2010) | 10 | 7 | 17 |
| Thomas Jakob | 18 | 10 | 28 |
| Prof. Dr. Marbod Muff | 23 | 10 | 33 |
| Astrid Paluch (bis 6. Januar 2010) | – | – | – |
| 149 | 77 | 226 |
Neben den aufgeführten Aufsichtsratsvergütungen wurden im Geschäftsjahr 2011 sowie 2010 für die Arbeitnehmervertreter des Aufsichtsrats weitere Leistungen im Rahmen Ihres Arbeitnehmerverhältnisses aufwandswirksam erfasst. Die Höhe der Bezüge richtet sich nach tarifvertraglichen Regelungen beziehungsweise den in der Gesellschaft geltenden Gehaltsstufen für außertarifliche Mitarbeiter.
Vorstand
Prof. Dr. Gregor Schulz, Umkirch Vorstandsvorsitzender
Dr. rer. pol. Michael Ramroth, Mörfelden-Walldorf Finanzvorstand
Die Gesamtbezüge des im Geschäftsjahr 2011 aktiven Vorstands betragen 1.141 T € (i.Vj. 964 T €).
Auf Herrn Prof. Dr. Gregor Schulz entfallen hiervon ein Festgehalt von 340 T €, zuzüglich Zuschüsse, zum Beispiel zu Versicherungen, sowie Sachbezüge für einen Firmenwagen in Höhe von insgesamt 42 T €. Die erfolgsabhängige Vergütung beträgt 223 T €.
Auf Herrn Dr. Michael Ramroth entfallen von der Gesamtsumme ein Festgehalt von 300 T €, zuzüglich Zuschüsse, zum Beispiel zu Versicherungen, sowie Sachbezüge für einen Firmenwagen in Höhe von insgesamt 33 T €. Die erfolgsabhängige Vergütung beträgt 203 T €.
Eine Ergänzungsvereinbarung zum Vorstandsvertrag für beide Vorstandsmitglieder enthält eine Abfindungsregelung, die im Fall wirksam wird, dass der Vorstandsvertrag infolge einer näher definierten Change of Control vorzeitig beendet wird. Die Abfindung umfasst die feste Vergütung bis zum Ende der Laufzeit und ist maximal auf das Dreifache der jährlichen Festvergütung begrenzt. Hinzu kommen anteilige Tantiemen, die auf Basis des Durchschnittsbetrags der vorangegangenen zwei Geschäftsjahre zuzüglich einer Vergütung für den Nutzungswert des gewährten Dienstwagens ermittelt werden. Neben diesen Ansprüchen umfasst die Abfindung zusätzlich das Zweifache der jährlichen Festvergütung. Insgesamt beläuft sich die Abfindung jedoch maximal auf das Dreifache der jährlichen Festvergütung.
Der Anspruch entsteht nicht, wenn die Beendigung des Vorstandsvertrags auf Kündigung aus wichtigem Grund, Krankheit oder Arbeitsunfähigkeit beruht oder das Vorstandsmitglied zum Zeitpunkt der Beendigung das 60. respektive 62. Lebensjahr bereits vollendet hat oder im Zusammenhang mit dem Change of Control von dritter Seite Zuwendungen oder Wertvorteile erhält.
Andere einmalige oder wiederkehrende Zusagen für den Fall der Beendigung der Vorstandstätigkeit bestehen nicht.
| Tausend € | Eigeninvestment in Vorzugsaktien (in Stück) |
Beizulegender Zeitwert der Optionen zum 31. Dezember |
Aufwand aus dem Optionsprogramm im Geschäftsjahr |
|---|---|---|---|
| 2011 (Tranchen 2009, 2010 und 2011) |
|||
| Prof. Dr. Gregor Schulz | 1.800 | 280 | 55 |
| Dr. Michael Ramroth | 1.800 | 246 | 49 |
| 3.600 | 526 | 104 | |
| 2010 (Tranchen 2008, 2009 und 2010) |
|||
| Prof. Dr. Gregor Schulz | 2.000 | 298 | 95 |
| Dr. Michael Ramroth | 2.000 | 258 | 82 |
| 4.000 | 556 | 177 |
Die Teilnahme der Vorstände am Long Term Incentive-Programm ist in den Gesamtbezügen nicht enthalten und stellt sich wie folgt dar:
Das Long Term Incentive-Programm/Tranche 2008 kam im Geschäftsjahr 2011 zur Auszahlung; Herr Prof. Dr. Gregor Schulz erhielt 169 T € und Herr Dr. Michael Ramroth erhielt 146 T €.
Für den aktiven Vorstand sind Pensionsrückstellungen in Höhe von 3.005 T € (i.Vj. 2.487 T €) gebildet. Hiervon entfallen 1.908 T € (i.Vj. 1.649 T €) auf Herrn Prof. Dr. Gregor Schulz und 1.097 T € (i.Vj. 838 T €) auf Herrn Dr. Michael Ramroth.
Für Pensionsverpflichtungen gegenüber früheren Vorstandsmitgliedern sind 3.975 T € (i.Vj. 4.155 T €) zurückgestellt. Zum Abschlussstichtag bestanden keine Darlehensforderungen gegen Organmitglieder.
Für ehemalige Vorstandsmitglieder wurden im Geschäftsjahr 2011 Pensionszahlungen in Höhe von 415 T € (i.Vj. 417 T €) geleistet.
F10 Anteilsbesitzliste
Nachfolgend sind die Gesellschaften aufgeführt, die durch eine unmittelbare oder mittelbare Beteiligung zu dem Anteilsbesitz der Biotest AG gemäß § 313 Abs. 2 HGB gehören. Alle Zahlenangaben wurden für Zwecke des Konzernabschlusses nach den Vorschriften des IASB ermittelt.
| Name der Gesellschaft | Sitz der Gesellschaft | Eigenkapital Mio. € |
Anteil am Kapital in % |
Umsatz Mio. € |
Ergebnis nach Steuern Mio. € |
|---|---|---|---|---|---|
| Biotest Pharma GmbH | Dreieich/Deutschland | 102,4 | 100,00 | 19,5 | 3,6 |
| Biotest Grundstücksverwaltungs GmbH* | Dreieich/Deutschland | 4,8 | 98,00 | 1,4 | 0,4 |
| Biotest (UK) Ltd. | Birmingham/Großbritannien | 1,6 | 100,00 | 17,2 | 0,5 |
| Biotest Italia S.r.l. | Mailand/ Italien | 9,0 | 100,00 | 30,3 | –0,2 |
| Biotest Austria GmbH | Wien/Österreich | 2,2 | 100,00 | 16,8 | 0,6 |
| Biotest (Schweiz) AG | Rupperswil / Schweiz | 3,8 | 100,00 | 7,7 | 2,3 |
| Biotest Hungaria Kft. | Budapest /Ungarn | 3,1 | 100,00 | 20,9 | 0,7 |
| Biotest Farmaceutica Ltda. | São Paulo/Brasilien | –0,4 | 100,00 | 0,0 | –0,7 |
| Biotest Hellas MEPE | Athen/Griechenland | –8,1 | 100,00 | 7,4 | –8,0 |
| Biotest Medical S.L.U. | Barcelona / Spanien | 0,1 | 100,00 | 1,7 | 0,0 |
| Plasmadienst Tirol GmbH* | Innsbruck /Österreich | 0,4 | 100,00 | 1,8 | 0,0 |
| Plasma Service Europe GmbH* / ** | Dreieich/Deutschland | 0,4 | 100,00 | 17,0 | 0,0 |
| Biotest Pharmaceutical Corporation* | Boca Raton/USA | 84,7 | 100,00 | 74,6 | –1,8 |
| Biotest US Corporation | Boca Raton/USA | 78,0 | 100,00 | 0,0 | –0,1 |
| Plazmaszolgálat Kft.* | Budapest /Ungarn | 0,2 | 100,00 | 1,5 | –0,2 |
| BioDarou P.J.S. Co.* | Teheran/ Iran | 4,1 | 49,00 | 11,0 | 1,1 |
| Biotest Immobilien Verwaltungs-GmbH* / *** | Dreieich/Deutschland | 0,0 | 100,00 | 0,0 | 0,0 |
| Biotest Immobilien GmbH & Co. KG* / *** | Dreieich/Deutschland | 0,0 | 100,00 | 0,0 | 0,0 |
| Biotest Pharma OOO | Moskau/Russland | 0,0 | 100,00 | 0,0 | 0,0 |
| Biotest Seralc° N.V.*** | Mechelen/Belgien | 0,0 | 100,00 | 0,0 | 0,0 |
* Mittelbare Beteiligung
** Nach Übernahme des HGB-Ergebnisses durch die Biotest Pharma GmbH
*** Nicht konsolidierte Gesellschaft
F11 Anhängige und drohende Gerichtsverfahren
Für die zum Bilanzstichtag anhängigen und drohenden Gerichtsverfahren wurden Rückstellungen in Höhe von 1.429 T € (i.Vj. 2.119 T €) gebildet.
F12 Ereignisse nach dem Bilanzstichtag
Nach dem Bilanzstichtag haben sich keine wesentlichen Ereignisse ergeben.
F13 Corporate Governance
Vorstand und Aufsichtsrat der Biotest AG haben die nach § 161 AktG vorgeschriebene Entsprechenserklärung abgegeben und den Aktionären auf der Internetseite der Gesellschaft dauerhaft zugänglich gemacht.
Dreieich, den 7. März 2012
Prof. Dr. Gregor Schulz Dr. Michael Ramroth
Versicherung des Vorstands entsprechend §37y Nr. 1 WpHG i.V.m. §§297 Abs. 2 Satz 4 und 315 Abs. 1 Satz 6 HGB
"Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind."
Dreieich, 7. März 2012
Biotest Aktiengesellschaft
Der Vorstand
Prof. Dr. Gregor Schulz Dr. Michael Ramroth Vorsitzender des Vorstands Finanzvorstand
Bestätigungsvermerk des abschlussprüfers
Wir haben den von der Biotest Aktiengesellschaft, Dreieich, aufgestellten Konzernabschluss – bestehend aus Bilanz, Konzerngewinn- und Verlustrechnung, Konzerngesamtergebnisrechnung, Konzernanhang, Konzernkapitalflussrechnung und Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung – und den Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2011 bis zum 31. Dezember 2011 geprüft. Die Aufstellung von Konzernabschluss und Konzernlagebericht nach den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzenden nach § 315a Abs. 1 HGB handelsrechtlichen Vorschriften liegt in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Konzernabschluss und über den Konzernlagebericht abzugeben.
Wir haben unsere Konzernabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Konzernabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und durch den Konzernlagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld des Konzerns sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Konzernabschluss und Konzernlagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, der Abgrenzung des Konsolidierungskreises, der angewandten Bilanzierungs- und Konsolidierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.
Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.
Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Konzernabschluss den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzenden nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. Der Konzernlagebericht steht in Einklang mit dem Konzernabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.
Eschborn/ Frankfurt am Main, 7. März 2012
Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Frey Kretschmer Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüfer
Bericht des Aufsichtsrats 2011
Der Aufsichtsrat hat im abgelaufenen Geschäftsjahr die ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben wahrgenommen. Er hat die Geschäftsführung des Vorstands regelmäßig und sorgfältig überwacht sowie beratend begleitet. Der Vorstand informierte den Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah und umfassend durch schriftliche und mündliche Berichte über alle Fragen, die für das Unternehmen von grundlegender Bedeutung waren. Hierzu zählen insbesondere Fragen der Planung, der Geschäftsentwicklung, der Weiterentwicklung, der Risikolage und des Risikomanagements. Der Vorstand hat, soweit der Geschäftsverlauf von der Planung abwich, diese Abweichungen umfassend erläutert und den Aufsichtsrat in die Abstimmung über die Strategie und den Stand der Umsetzung der Strategie im Unternehmen stets eingebunden.
Der Aufsichtsrat trat im Geschäftsjahr 2011 zu fünf regulären Sitzungen zusammen. Ein Beschluss des Aufsichtsrats wurde im schriftlichen Umlaufverfahren gefasst. Auch außerhalb der Aufsichtsratssitzungen ließ sich der Vorsitzende des Aufsichtsrats regelmäßig vom Vorstandsvorsitzenden über die aktuelle Entwicklung der Geschäftslage und wesentliche Geschäftsvorfälle informieren. Die für das Unternehmen bedeutenden Geschäftsvorgänge wurden auf der Basis von Berichten des Vorstands ausführlich erörtert; in Entscheidungen war der Aufsichtsrat frühzeitig eingebunden. Zustimmungspflichtige Geschäftsvorfälle legte der Vorstand anhand ausführlicher Unterlagen jeweils ordnungsgemäß zur Beschlussfassung vor. Neben der Erörterung der unten genannten Themen in den Sitzungen des Aufsichtsrats und der Ausschüsse sowie schriftlichen und mündlichen Erläuterungen durch den Vorstand wurde der Aufsichtsrat monatlich schriftlich über die Geschäftslage und den Geschäftsgang informiert. In diesen Informationsschreiben wurden auch Abweichungen von laufenden oder geplanten Entwicklungen erläutert. Darüber hinaus erhält der Vorsitzende des Aufsichtsrats sowie auf Verlangen Kopien der Protokolle der Vorstandssitzungen. Alle Berichte der internen Revision gehen dem Vorsitzenden des Aufsichtsrates und dem Vorsitzenden des Prüfungsausschusses automatisch zu. Interessenkonflikte von Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern, die dem Aufsichtsrat gegenüber unverzüglich offen zu legen sind und über die die Hauptversammlung zu informieren ist, traten im Berichtsjahr nicht auf.
Schwerpunkte der Beratungen im Aufsichtsrat
Gegenstand der regelmäßigen Beratungen im Aufsichtsrat waren die Planung und die aktuelle Geschäftsentwicklung des Unternehmens, die strategische Ausrichtung, verschiedene Transaktionen sowie die finanzielle Lage.
In der Sitzung vom 17. März 2011 beriet der Aufsichtsrat neben der aktuellen Geschäftsentwicklung als Schwerpunkt den Jahresabschluss der Biotest AG sowie den Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2010 gemeinsam mit den Wirtschaftsprüfern der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Frankfurt am Main ("KPMG"), und erörterte einzelne Bilanzpositionen eingehend. Der Jahresabschluss der Biotest AG und der Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2010 wurden im Anschluss an die Erörterung gebilligt. Der Jahresabschluss war damit festgestellt. Weitere Tagesordnungspunkte umfassten u.a. die Beschlussfassung über die Gewinnverwendung, die Verabschiedung des Berichts des Aufsichtsrats und des Corporate Governance Berichts sowie den einstimmigen Vorschlag an die Hauptversammlung, die Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Frankfurt am Main ("Ernst & Young"), als Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2011 zu wählen. Der Abschlussprüfer soll allein aus Corporate Governance Überlegungen gewechselt werden. Außerdem wurde eine neue Tranche des Long Term Incentive Programms 2011 genehmigt und die Beschlussvorschläge für die Tagesordnung der ordentlichen Hauptversammlung 2011 verabschiedet. Außerdem stimmte der Aufsichtsrat der Veräußerung der weltweiten Aktivitäten des Segments "Mikrobiologisches Monitoring" an die Merck KGaA Gruppe zu. Er beschloss über die Zielerreichung der Vorstandsmitglieder im Geschäftsjahr 2010 und stellte die für den Vorstand für das Geschäftsjahr 2011 vereinbarten Ziele vor. Darüber hinaus hat der Aufsichtsrat aufgrund Zeitablauf die Satzung bezüglich der Ermächtigung zur Ausnutzung des genehmigten Kapitals angepasst.
Im Umlaufverfahren hat der Aufsichtsrat durch Beschluss vom 21. März 2011 seine Zustimmung zu einer Vertragsanpassung im Rahmen der Veräußerung der Aktivitäten des Segments "Mikrobiologisches Monitoring" erteilt.
In der Aufsichtsratssitzung vor der Hauptversammlung am 12. Mai 2011 bereitete sich der Aufsichtsrat auf die Hauptversammlung vor und erörterte die aktuelle Geschäftslage sowie technische Probleme bei der Inbetriebnahme der Anlage in Boca Raton, USA.
In der Aufsichtsratssitzung vom 8. Juni 2011 diskutierte der Aufsichtsrat erneut die aktuelle Geschäftslage und die verbesserte Situation der Anlage in Boca Raton, USA. Darüber hinaus informierte der Vorstand über den Stand der Verhandlungen für die weitere Entwicklung des monoklonalen Antikörpers BT-061 mit Abbott. Der Aufsichtsrat stimmte einstimmig dem Abschluss eines Vertrags mit Abbott über die weltweite Entwicklung und Vermarktung des monoklonalen Antikörpers BT-061 zu. Der Aufsichtsrat stimmte zudem der Gründung einer Tochtergesellschaft in den Vereinigten Arabischen Emiraten zum Zwecke der Erleichterung der Zahlungsabwicklung mit Ländern im arabischen Raum zu. Der Leiter der Plasmabeschaffung der Biotest Gruppe führte sodann die Strategie für eine günstige und zugleich sichere und zuverlässige Versorgung mit Plasma aus. Der Vorstand berichtete auch über den Stand der Strategieentwicklung. Aufsichtsrat und Vorstand waren sich einig, dass die beschlossene Wertsteigerungsstrategie weiterentwickelt werden sollte.
Der Vorstand informierte den Aufsichtsrat in der Aufsichtsratssitzung vom 23. September 2011 über die aktuelle Geschäftslage und insbesondere über die Geschäftsentwicklung im Bereich Plasmaproteine. Sodann berichtete der CEO der Biotest Pharmaceuticals Corporation, Boca Raton, USA ("BPC"), über den aktuellen Stand der Erweiterungsarbeiten an der Anlage vor Ort. Der Direktor für Marketing und Sales bei BPC beschrieb sodann den US-Markt. Der Vorstand stellte die Strategie der Biotest Gruppe bis 2020 vor. Hiernach soll sich Biotest auf die Entwicklung, Herstellung und den Verkauf biologischer Pharmazeutika in den drei Therapiegebieten Hämatologie, Klinische Immunologie und Notfallmedizin konzentrieren. Der Aufsichtsrat stimmte mit einer Enthaltung zu. Der Vorstand führte aus, dass die Entwicklungspipeline sehr gut gefüllt sei und eine funktionale Organisationsstruktur für die Biotest Gruppe eingeführt werden sollte. So sollen in Zukunft die bisher getrennten Aktivitäten von Plasmaproteinen und Biotherapeutika funktional zusammengeführt und dadurch Synergiepotenziale genutzt werden. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats informierte darüber, dass die Gesellschaft jedem Vorstandsmitglied im Rahmen der vertraglich vereinbarten Ermessenstantieme für den erfolgreichen Verkauf der Aktivitäten des Segments "Mikrobiologisches Monitoring" und den Abschluss des Vertrags mit Abbott einen einmaligen Betrag in Höhe von 50.000 € auszahlen werde.
In der Aufsichtsratssitzung vom 6. Dezember 2011 berichtete der Vorstand über die aktuelle Geschäftslage, insbesondere über die Umsatzentwicklung nach Produkten bei den Plasmaproteinen sowie über den aktuellen Stand der Zulassung bei BPC. Schließlich wurde das Budget für das Geschäftsjahr 2012 erörtert. Der Aufsichtsrat stimmte dem Budget 2012 wie vom Vorstand vorgelegt zu. Der Vorstand führte ferner die Strategie bis 2020 weiter aus und stellte die "Center of Excellence" für die drei Therapiegebiete vor. Aufgabe dieser Expertenteams sei, die zukünftigen Anforderungen für diese Therapiegebiete zu ermitteln, neue Produkte einzulizenzieren sowie passende Unternehmenskäufe zu initiieren. Der Vorstand erläuterte ferner die geplante Umsatzentwicklung für bestehende und in der Entwicklungspipeline befindliche Produkte für den Zeitraum von 2012 bis 2020 sowie die überprüfte Vorrats- und Forderungsentwicklung bis zum Jahr 2020.
Darüber hinaus wurden die Schwerpunkte für die Jahresabschlussprüfung 2011 mit Ernst & Young einvernehmlich festgelegt. Der Vorstand erläuterte das Risikomanagement und die zehn größten Risiken.
Ausschüsse
Der Aufsichtsrat wurde in seiner Arbeit durch die von ihm gebildeten Ausschüsse, dem Personal- und Präsidialausschuss und dem Prüfungsausschuss, unterstützt.
Der Personal- und Präsidialausschuss traf sich gemeinsam mit dem Vorstand zu vier Sitzungen. In der ersten Sitzung am 17. März 2011 wurde der Verkauf der Aktivitäten des Segments "Mikrobiologisches Monitoring", die Situation bei BPC, die Suche nach einem F&E-Leiter sowie die Zielerreichung des Vorstands 2010 und die neuen Ziele für den Vorstand für 2011 erörtert. In der zweiten Sitzung am 12. Mai 2011 wurde über den Fortgang der Diskussionen mit Abbott und mögliche Alternativen diskutiert. In der dritten Sitzung am 8. Juni 2011 berichtete der Vorstand über die Suche nach einem F&E-Leiter, den Stand der Suche nach Kandidaten für den Aufsichtsrat, den Stand der Vereinbarung mit Abbott zur Auslizenzierung des monoklonalen Antikörpers BT-061 sowie über den Stand der Strategiediskussion zur Weiterentwicklung der Biotest Gruppe. In der vierten Sitzung am 6. Dezember 2011 wurde über Gespräche mit möglichen Kandidaten für den Aufsichtsrat berichtet sowie eine Erhöhung der Vergütung für die Mitglieder des Aufsichtsrats diskutiert. Der Vorstand berichtete über das Budget 2012 und die strategische Neuausrichtung der Biotest Gruppe mit der Konzentration auf drei Therapiegebiete unter Schaffung der so genannten "Centers of Excellence".
Der Prüfungsausschuss traf sich im Jahr 2011 zu zwei Sitzungen. In der ersten Sitzung am 16. März 2011 erörterte er den Jahresabschluss und den Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2010 sowie die Feststellungen des Abschlussprüfers. Die zweite Sitzung am 23. November 2011 hatte u. a. die Erörterung und Festlegung der Prüfungsschwerpunkte für die Jahresabschlussprüfung 2011, den Bericht der internen Revision und den Beschluss über den Prüfungsplan 2012 sowie die Darstellung der zehn größten Risiken zum Gegenstand. Darüber hinaus bereitete der Prüfungsausschuss auch maßgeblich den Wechsel der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft vor.
Corporate Governance
Der Aufsichtsrat hat auch im Jahr 2011 die Weiterentwicklung der Corporate Governance Standards im Unternehmen fortlaufend beobachtet. Über die Corporate Governance des Unternehmens berichten Vorstand und Aufsichtsrat gemäß Ziffer 3.10 des Deutschen Corporate Governance Kodex auf den Seiten 118 bis 122. Vorstand und Aufsichtsrat der Biotest AG haben im März 2012 eine Entsprechenserklärung zu den Empfehlungen der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex gemäß § 161 AktG abgegeben.
Änderungen im Vorstand und Aufsichtsrat
Im Vorstand hat es keine personellen Veränderungen gegeben.
Frau Barbara Arnold-Schlosser ist mit dem Vollzug des Verkaufs des Geschäftsbereichs Mikrobiologie am 1. August 2011 aus dem Aufsichtsrat ausgeschieden. Die Gesellschaft hat beim Amtsgericht Offenbach einen Antrag auf gerichtliche Bestellung eines neuen Aufsichtsratsmitglieds gestellt. Am 22.09.2011 wurde Herr Jürgen Heilmann als neuer Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat gerichtlich bestellt.
Der Vorsitzende des Aufsichtsrats dankt Frau Arnold-Schlosser für die langjährige vertrauensvolle Zusammenarbeit.
Jahres- und Konzernabschluss
Die Ernst & Young hat den Jahresabschluss der Biotest AG und den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2011 sowie den Lagebericht und den Konzernlagebericht geprüft und mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Die genannten Abschlussunterlagen, der Prüfungsbericht des Abschlussprüfers sowie der Vorschlag des Vorstands zur Verwendung des Bilanzgewinns haben allen Aufsichtsratsmitgliedern rechtzeitig vorgelegen. Sie wurden in der Sitzung des Prüfungsausschusses am 15. März 2012 sowie in der Sitzung des Aufsichtsrats am 20. März 2012 eingehend behandelt. In beiden Sitzungen berichtete der Abschlussprüfer über die wesentlichen Ergebnisse der Prüfung und stand für Fragen und ergänzende Auskünfte zur Verfügung.
Nach eigener Prüfung und Erörterung des Jahres- und des Konzernabschlusses, des Lageberichts und des Konzernlageberichts sowie des Vorschlags des Vorstands zur Verwendung des Bilanzgewinns hat der Aufsichtsrat festgestellt, dass er keine Einwendungen erhebt und dem Ergebnis der Prüfung durch den Abschlussprüfer zustimmt. Der Aufsichtsrat hat den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss und den Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2011 gebilligt. Der Jahresabschluss ist damit festgestellt. Dem Vorschlag des Vorstands für die Verwendung des Bilanzgewinns hat der Aufsichtsrat zugestimmt.
Der Aufsichtsrat dankt dem Vorstand und allen Mitarbeitern für ihr Engagement und die erfolgreiche Arbeit im Geschäftsjahr 2011.
Dreieich, im März 2012
Der Aufsichtsrat Dr. Thorlef Spickschen, Vorsitzender
Corporate Governance Bericht
Gemeinsamer Bericht von Vorstand und Aufsichtsrat der Biotest AG gemäSS Ziffer 3.10 des Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK)
Corporate Governance Grundsätze
Unternehmensführung und -kontrolle der Biotest AG sind auf den langfristigen Erfolg des Unternehmens ausgerichtet. Vorstand und Aufsichtsrat arbeiten eng zusammen und orientieren sich an den international akzeptierten Standards guter Corporate Governance. Die Führung des Unternehmens und deren Kontrolle entsprechen den jeweils gültigen rechtlichen Rahmenbedingungen und – soweit nicht im Rahmen der Entsprechenserklärung ausdrücklich ausgenommen – den Empfehlungen ("Soll"-Vorschriften) des Deutschen Corporate Governance Kodex. Der in den zurückliegenden Jahren mehrfach geänderte und erweiterte Katalog der Empfehlungen und Anregungen stellt nach unserer Ansicht einen auch im internationalen Maßstab hohen Standard dar.
Erläuterungen zum DCGK
Die Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex hat im Mai 2011 mitgeteilt, dass sie vorerst keine Notwendigkeit für Änderungen oder Ergänzungen des DCGK sieht. Somit gilt der Kodex unverändert in der zum 26. Mai 2010 letztmals aktualisierten Fassung.
Entsprechenserklärung
Vorstand und Aufsichtsrat haben zuletzt am 17. März 2011 eine Erklärung zu den Empfehlungen des DCGK gemäß § 161 Aktiengesetz ("Entsprechenserklärung") abgegeben, deren Wortlaut nachfolgend wiedergegeben ist.
ENTSPRECHENSERKLÄRUNG
Erklärung des Vorstands und des Aufsichtsrats der Biotest AG zu den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex gemäß § 161 AktG
Seit der letzten Entsprechenserklärung vom 17. März 2011, die sich auf den Deutschen Corporate Governance Kodex vom 26. Mai 2010 bezog, hat die Biotest AG allen Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex in der damals geltenden Fassung mit folgenden Ausnahmen entsprochen:
- Der Empfehlung in Ziffer 5.3.3 des Deutschen Corporate Governance Kodex, einen Nominierungsausschuss des Aufsichtsrats zu bilden, folgt die Biotest AG nicht. Dem Aufsichtsrat der Biotest AG gehören nur vier Aktionärsvertreter an. Die Biotest AG hält die Bildung eines Ausschusses aus dem kleinen Kreis der Aktionärsvertreter nicht für erforderlich. Die durch die Empfehlung angestrebte Verbesserung der Transparenz im Auswahlverfahren ist bei der Biotest AG auch im Aufsichtsratsplenum gewährleistet.
- Der Empfehlung in Ziffer 3.8 Absatz 3 des Deutschen Corporate Governance Kodex, einen Selbstbehalt in der D&O-Versicherung für die Mitglieder des Aufsichtsrats in der Höhe, wie er in § 93 Abs. 2 Satz 3 AktG für die Mitglieder des Vorstands vorgeschrieben ist, zu vereinbaren, folgt die Biotest AG derzeit nicht. Die Biotest AG hat für ihre Aufsichtsratsmitglieder einen nach ihrer Ansicht angemessenen Selbstbehalt vereinbart. Dieser erreicht allerdings nicht die gesetzlich geforderte Höhe eines Selbstbehalts für Vorstandsmitglieder. Eine Erhöhung des vereinbarten Selbstbehalts steht nach Ansicht der Biotest AG außer Verhältnis zur derzeitigen Vergütung für die Aufsichtsratstätigkeit.
Vorstand und Aufsichtsrat erklären außerdem, dass allen anderen Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 26. Mai 2010 entsprochen wird, mit folgenden Ausnahmen:
• Seit der Neufassung des Deutschen Corporate Governance Kodex vom 26. Mai 2010 gelten gemäß Ziffer 5.4.1 des Deutschen Corporate Governance Kodex Empfehlungen, wonach der Aufsichtsrat für seine Zusammensetzung konkrete Ziele benennen soll, die unter Beachtung der unternehmensspezifischen Situation die internationale Tätigkeit des Unternehmens, potenzielle Interessenkonflikte, eine festzulegende Altersgrenze für Aufsichtsratsmitglieder und Vielfalt (Diversity) berücksichtigen. Diese konkreten Ziele sollen insbesondere eine angemessene Beteiligung von Frauen vorsehen. Vorschläge des Aufsichtsrats an die zuständigen Wahlgremien sollen diese Ziele berücksichtigen. Die Zielsetzung und der Stand der Umsetzung sollen im Corporate Governance Bericht veröffentlicht werden. Der Aufsichtsrat der Biotest AG hat bereits in der Vergangenheit ein konkretes Ziel hinsichtlich des maximalen Alters seiner Mitglieder vorgegeben. Zudem besteht der Aufsichtsrat bereits zu einem Drittel aus weiblichen Mitgliedern. Die interne Analyse hat ergeben, dass im Fall der Biotest AG wegen der bisherigen und auch künftig zu erwartenden überdurchschnittlichen Beteiligung von Frauen im Aufsichtsrat keine ausdrückliche Zielformulierung erforderlich ist. Insofern wird eine Abweichung von Ziffer 5.4.1 Abs. 2 des Deutschen Corporate Governance Kodex erklärt. So kann auch keine entsprechende Berichterstattung im Corporate Governance Bericht erfolgen. Von Ziffer 5.4.1 Abs. 3 des Deutschen Corporate Governance Kodex wird deshalb ebenfalls eine Abweichung erklärt.
Dreieich, den 20. März 2012
Prof. Dr. Gregor Schulz Dr. Michael Ramroth Dr. Thorlef Spickschen
Für den Vorstand Für den Aufsichtsrat
Auf der Biotest-Internetseite können neben dieser aktuellen auch frühere Fassungen der Entsprechenserklärung eingesehen und heruntergeladen werden.
Corporate Governance im Geschäftsjahr
Die Hauptversammlung der Biotest AG fand am 12. Mai 2011 in Frankfurt am Main statt. Dabei waren 84,06% des stimmberechtigten Kapitals (Stammaktienkapital) vertreten. Die Beschlussvorlagen (Verwendung Bilanzgewinn, Entlastung der Mitglieder von Vorstand und Aufsichtsrat sowie Wahl des Abschlussprüfers) wurden jeweils mit deutlicher Mehrheit angenommen.
Directors' Dealings
Im Geschäftsjahr 2011 fanden folgende mitteilungspflichtige Erwerbs- und Veräußerungsgeschäfte von Organmitgliedern und sonstigen Führungskräften der Biotest AG statt:
| Name | Funktion | WKN / ISIN |
Wertpapier Bez. |
Geschäfts art |
Handels tag |
Anzahl | Kurs in € |
Summe in € |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| OGEL GmbH | Gesellschaft in enger Beziehung |
DE0005227201 | Biotest Stammaktie |
Kauf | 16.05.2011 | 2.000 | 44,9411 | 89.882,20 |
| OGEL GmbH | Gesellschaft in enger Beziehung |
DE0005227201 | Biotest Stammaktie |
Kauf | 11.08.2011 | 7.500 | 42,5000 | 318.750,00 |
| Dr. Martin Reinecke |
Leiter GB Plasma Allianzen und Protein Supply |
DE0005227235 | Biotest Vorzugsaktie |
Kauf | 25.08.2011 | 150 | 37,5000 | 5.625,00 |
| OGEL GmbH | Gesellschaft in enger Beziehung |
DE0005227201 | Biotest Stammaktie |
Kauf | 17.11.2011 | 3.500 | 41,2829 | 144.490,15 |
Vergütung von Vorstand und Aufsichtsrat
Erläuterung zur Ausgestaltung des Vergütungssystems und zur Vergütung der Mitglieder der Organe im Rahmen des Corporate Governance Berichts
Der Vergütungsbericht ist auch Bestandteil des Konzernlageberichts.
Vergütung des Vorstands
Der Aufsichtsrat legt die Vergütung für die Mitglieder des Vorstands fest. Sie besteht aus einer Festvergütung, einer Tantieme sowie einer Komponente mit langfristiger Anreizwirkung und Risikocharakter. Hinzu kommen Sachbezüge.
Kriterien für die Angemessenheit der Vergütung bilden sowohl die Aufgaben des einzelnen Vorstandsmitglieds, seine persönliche Leistung, die wirtschaftliche Lage, der Erfolg und die Zukunftsaussichten des Unternehmens als auch die Üblichkeit der Vergütung unter Berücksichtigung des Vergleichsumfelds und der Vergütungsstruktur, die ansonsten in der Gesellschaft gilt. Entsprechend Ziffer 4.2.3 des DCGK wird im Folgenden die Vergütung des Vorstands einschließlich der nicht monetären Bestandteile dargestellt.
Festvergütung
Die erfolgsunabhängige Festvergütung der Vorstandsmitglieder besteht aus einem Festgehalt und Nebenleistungen. Die Höhe orientiert sich an der wirtschaftlichen Lage und Zukunftsaussicht von Biotest sowie am Vergütungsniveau im Wettbewerbsumfeld. Das jährliche Festgehalt wird für die gesamte Laufzeit des jeweiligen Anstellungsvertrags festgelegt und in zwölf Monatsraten ausgezahlt.
Nebenleistungen
Über das Festgehalt hinaus erhalten die Mitglieder des Vorstands Nebenleistungen. Beide Vorstandsmitglieder sind im Rahmen der kollektiven Unfallversicherung der Biotest AG beruflich und privat versichert. Daneben erhalten sie über die bestehende Betriebshaftpflichtversicherung einen Privathaftpflichtschutz. Die Vorstandsmitglieder erhalten ferner einen Zuschuss zur Sozialversicherung beziehungsweise auch zur Direktversicherung.
Die Biotest AG hat für die Mitglieder des Vorstands unter Berücksichtigung der gesetzlichen Vorgaben eine Vermögensschadenhaftpflicht-Gruppenversicherung (so genannte D&O-Versicherung) mit einem angemessenen Selbstbehalt abgeschlossen. Der Selbstbehalt beläuft sich auf 10% des Versicherungsfalls, begrenzt auf 150% der festen jährlichen Vergütung des jeweiligen Vorstandsmitglieds und entspricht damit den Anforderungen des § 93 Absatz 2 Satz 3 AktG. Beiden Vorstandsmitgliedern wird ein Dienstwagen der Oberklasse kostenlos zur Verfügung gestellt, der auch privat genutzt werden darf.
Tantiemen
Der erfolgsabhängige Vergütungsanteil (Tantieme) bemisst sich nach der Erreichung von Unternehmenssowie persönlichen Zielen. In die Ermittlung gehen das EBIT und der Return on Capital Employed (RoCE) zu jeweils 30% sowie die Erreichung individuell festgelegter Ziele im vorausgegangenen Geschäftsjahr zu 40% ein. Darüber hinaus kann für die Erreichung von Zielen mit besonderer Tragweite eine gesonderte Prämie durch den Präsidialausschuss des Aufsichtsrats festgelegt werden.
Vergütungskomponente mit langfristiger Anreizwirkung und Risikocharakter
Die Vergütungskomponente mit langfristiger Anreizwirkung und Risikocharakter beruht auf dem Long Term Incentive-Programm (LTIP) der Biotest AG. Darin sind neben den Mitgliedern des Vorstands auch ausgewählte Führungskräfte eingebunden, die durch ihre Stellung innerhalb der Gruppe, ihre Entscheidungen, ihre Führung und ihr Handeln den Erfolg des Unternehmens maßgeblich beeinflussen.
Die Konstruktion des Programms orientiert sich an den gängigen Kriterien, die der Kapitalmarkt an solche Systeme anlegt, und entspricht den Anforderungen des DCGK. Voraussetzung für die Teilnahme ist ein Eigeninvestment des Teilnehmers durch den Kauf von Vorzugsaktien der Biotest AG. In Kapitel F1 des Anhangs zum Konzernabschluss ist das Programm einschließlich des Verfahrens zur Errechnung der jeweiligen Incentive-Zahlung detailliert dargestellt. Die Incentive-Komponente wird den Teilnehmern voraussichtlich jeweils im Mai des Folgejahres ausgezahlt, nachdem die Tranche ausgelaufen ist.
Gesamtvergütung des Vorstands
Für die Tätigkeit im Geschäftsjahr 2011 betrug die Gesamtvergütung der derzeitigen Mitglieder des Vorstands 1.141 T € (2010: 964 T €). Von diesem Betrag entfielen 606 T € auf Prof. Dr. Gregor Schulz und 535 T € auf Dr. Michael Ramroth.
Das Festgehalt von Herrn Prof. Schulz belief sich im Jahr 2011 auf 340 T €, der Wert der gewährten Nebenleistungen auf 42 T €, die gewährte Tantieme auf 223 T €. Herr Dr. Ramroth erhielt im Geschäftsjahr 2011 ein Festgehalt von 300 T € sowie Nebenleistungen im Wert von 33 T €. Die Tantieme belief sich auf 203 T €.
Zusätzlich betrug der Wert des noch nicht zur Auszahlung gekommenen LTIP über den Gesamtzeitraum zum Bewertungsstichtag 31. Dezember 2011 für Herrn Prof. Schulz 158 T € und für Herrn Dr. Ramroth 140 T €. Kredite oder Vorschüsse wurden den Mitgliedern des Vorstands im Geschäftsjahr 2011 nicht gewährt. Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat kein Mitglied des Vorstands Leistungen oder entsprechende Zusagen von einem Dritten im Hinblick auf seine Tätigkeit als Vorstandsmitglied erhalten.
Pensionsansprüche
Der Vorstand ist in die betriebliche Altersvorsorge der Biotest AG eingebunden. Für die Mitglieder besteht eine Einzelzusage im Rahmen der bei der Biotest AG geltenden Altersvorsorge. Hierfür werden gemäß IFRS Rückstellungen gebildet, die sich am Bilanzstichtag auf 2.901 T € beliefen. Deren Höhe ist von der Anzahl der Dienstjahre, dem anrechnungsfähigen Gehalt und der geltenden Zuschuss-Staffel unter und über der Beitragsbemessungsgrenze der gesetzlichen deutschen Rentenversicherung abhängig.
Im Rahmen des bei Biotest bestehenden Entgeltumwandlungsprogramms sind 104 T € zurückgestellt.
Die Bewertung beruht auf versicherungsmathematischen Gutachten nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren, die durch einen unabhängigen Versicherungsmathematiker ausgefertigt werden. Eine genauere Erläuterung enthält der Anhang zum Konzernabschluss in Punkt B12.
Change of Control
Für den Fall, dass der Vorstandsvertrag infolge eines näher definierten Kontrollwechsels (Change of Control) vorzeitig beendet wird, enthalten beide Verträge eine Abfindungsregelung. Diese ist in den Erläuterungen nach § 315 Absatz 4 HGB beschrieben (siehe Seite 32f).
Vergütungssystem für ehemalige Vorstandsmitglieder und ihre Hinterbliebenen
Für frühere Vorstandsmitglieder und ihre Hinterbliebenen werden vertraglich zugesagte Pensionen gezahlt. Dafür sind insgesamt 3.974 T € zurückgestellt. Die Wertermittlung bei Pensionsrückstellungen erfolgte jeweils gemäß IAS 26.
Vergütung des Aufsichtsrats
Die Vergütung des Aufsichtsrats ist in der Satzung geregelt. Die Mitglieder erhalten eine jährliche feste Vergütung in Höhe von jeweils 15 T €. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats erhält den zweieinhalbfachen, sein Stellvertreter den anderthalbfachen Betrag. Die Tätigkeit in einem Ausschuss wird zusätzlich mit 3 T € vergütet, der Ausschussvorsitzende erhält 5 T € zusätzlich. Die Biotest AG erstattet die auf die Aufsichtsratsvergütung zu zahlende Umsatzsteuer. Die Aufsichtsratsmitglieder erhalten außerdem eine variable Vergütung in Höhe von 1.000 € für jeden 0,01 Euro, mit dem die für das Geschäftsjahr ausgeschüttete Dividende den Betrag von 0,24 Euro übersteigt. Die variable Vergütung ist auf einen Höchstbetrag von 10.000 € begrenzt.
Die Mitglieder des Aufsichtsrats der Biotest AG sind wie die Mitglieder des Vorstands in die konzernübergreifende Vermögensschadenhaftpflicht-Gruppenversicherung (D&O-Versicherung) eingebunden.
Die Biotest AG übernahm die hierfür fälligen Versicherungsprämien für alle Mitglieder des Aufsichtsrats. Die Mitglieder des Aufsichtsrats sind über die bestehende Betriebshaftpflichtversicherung privathaftpflichtversichert. Weitere Sachleistungen wurden nicht gewährt. Die Vergütung des Aufsichtsrats ist – einschließlich der Erstattung der auf die Aufsichtsratsvergütung teilweise zu zahlenden Umsatzsteuern – in der nachstehenden Tabelle individualisiert ausgewiesen.
Die Bezüge der Mitglieder des Aufsichtsrats im Zusammenhang mit ihrer Aufsichtsratstätigkeit im Jahr 2011 belaufen sich in Summe auf 229 T € und teilen sich wie folgt auf die Mitglieder auf:
| Fixe Vergütung |
Variable Vergütung |
Gesamt vergütung |
|
|---|---|---|---|
| Tausend € | 2011 | 2011 | 2011 |
| Barbara Arnold-Schlosser (bis zum 01. August 2011) | 10 | 6 | 16 |
| Kerstin Birkhahn | 15 | 10 | 25 |
| Jürgen Heilmann ( seit dem 22. September 2011) | 5 | 3 | 8 |
| Thomas Jakob | 18 | 10 | 28 |
| Prof. Dr. Marbod Muff | 23 | 10 | 33 |
| Dr. Cathrin Schleussner (stellvertretende Vorsitzende) | 28 | 15 | 43 |
| Dr. Thorlef Spickschen (Vorsitzender) | 51 | 25 | 76 |
| Summe | 150 | 79 | 229 |
Glossar Fachbegriffe
Albumin (auch Humanalbumin)
In der Leber gebildetes Protein, das zur Aufrechterhaltung des kolloidosmotischen Drucks des Blutes und als Transportvehikel für viele physiologische und pharmakologische Substanzen dient.
Antikörper
Proteine (Eiweiße) im Blutplasma, die von speziellen Zellen des Immunsystems als Abwehrreaktion gegen verschiedene Krankheitserreger gebildet werden.
Antikörpermangelsyndrom
Unfähigkeit des Körpers auf einen Antigenreiz mit einer ausreichenden Bildung von Antikörpern zu reagieren. Es wird zwischen primären (angeborenen) und sekundären (erworbenen) Antikörpermangelsyndromen unterschieden.
Autoimmunerkrankung
Gegen Gewebe und Zellen des eigenen Organismus gerichtete Aktivität des Immunsystems.
B-Zellen
Eine Unterklasse der weißen Blutkörperchen, haben eine Schlüsselrolle bei der Bekämpfung fremder Erreger durch das Immunsystem.
Biotherapeutikum/Biotherapeutika
Biotechnologisch hergestellte Arzneimittel.
Cytomegalie/ Cytomegalie-Virus (CMV)
Zumeist harmlos verlaufende, durch den Cytomegalie-Virus (CMV) verursachte Infektion. Tritt sie während der Schwangerschaft auf, kann sie schwerwiegende Schäden beim Ungeborenen verursachen. In der Organtransplantation eine der häufigsten Virusinfektionen, die zum Verlust des Transplantats führen kann.
Fibromyalgie
Chronische, nicht entzündliche Erkrankung, die durch Schmerzen in der Muskulatur und den Sehnenansätzen charakterisiert wird.
Fibrinogen
In der Leber gebildetes Protein, das zentral für die Blutgerinnung ist. Es wird während der Blutgerinnung in Fibrin umgewandelt, das als sogenannter Blutklebstoff eine Schlüsselrolle für den Verschluss von Wunden hat. Ein Mangel an Fibrinogen ist eine mögliche Ursache für Störungen der Blutgerinnung.
Gerinnungsfaktoren
Proteine, die für die Blutgerinnung sorgen. Die 13 verschiedenen Faktoren des Gerinnungssystems werden mit den römischen Ziffern I bis XIII gekennzeichnet.
Hämatologie
Blut und Blutkrankheiten betreffendes medizinisches Teilgebiet.
Hämophilie
Störung der Blutgerinnung (Bluterkrankheit), die aus defekten oder fehlenden Faktoren VIII oder IX (Hämophilie A beziehungsweise B) resultiert.
Hyperimmunglobuline
Immunglobulin-(Antikörper-)Präparate, die eine definierte Antikörperspezifität in höherer und standardisierter Konzentration enthalten.
Immunglobuline
Gleichbedeutend mit Antikörper. Diese erkennen und binden Krankheitserreger und vermitteln deren Elimination durch Zellen des Immunsystems.
Immunglobulin M (IgM)
Größtes Antikörpermolekül im Blutplasma. Es zerstört in Verbindung mit dem Komplementsystem Bakterien und neutralisiert bakterielle Toxine.
Immunologie
Lehre über die Immunabwehr und Immunregulation zur Bewahrung der körperlichen Integrität, d.h. das Unterscheiden von Selbst und Nicht-Selbst.
Immunsystem
Gesamtheit aller Faktoren, die für das Erkennen und die Abwehr von Infektionserregern im Körper verantwortlich sind und die eine Kontrolle gegen selbstzerstörende Prozesse ausüben.
Immunkonjugat
Bindung eines Antikörpers mit einem zweiten funktionalen Molekül. Im Falle von BT-062 besteht das Immunkonjugat aus dem monoklonalen Antikörper und einem hochwirksamen Toxin.
Indikation
Bereich einer therapeutischen Anwendung, für die ein Wirkstoff oder Medikament entwickelt und zugelassen werden kann.
Intramuskuläre Applikation
Verabreichung eines Medikaments durch Injektion in einen Muskel.
Intravenös
Verabreichung eines Medikaments durch Injektion in eine Vene.
Monoklonale Antikörper (MAK)
Antikörper, deren Produktion sich auf eine einzelne Ursprungszelle zurückführen lässt, die jeweils nur ein bestimmtes Antigen spezifisch erkennen und binden.
Multiples Myelom
Bösartige Wucherung von Plasmazellen im Knochenmark.
Multiple Sklerose
Chronisch-entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems, die zu Ausfallserscheinungen des Nervensystems, wie zum Beispiel Gehstörungen oder Sehstörungen führen kann.
Paul-Ehrlich-Institut (PEI)
Bundesamt für Seren und Impfstoffe. Das PEI ist unter anderem zuständig für die Genehmigung klinischer Prüfungen, die Zulassung von Impfstoffen und Präparaten aus humanem Plasma sowie für die Verkaufsfreigabe von Produktionschargen.
Pharmakokinetik
Gesamtheit aller Prozesse, denen ein Arzneistoff im Körper unterliegt, von der Absorption des Arzneistoffes über die Verteilung im Körper, den biochemischen Um- und Abbau bis hin zur Ausscheidung des Stoffes. (Freisetzung, Aufnahme in die Blutbahn, Verteilung im Organismus, Verstoffwechselung, Ausscheidung).
Plasma Protein Therapeutics Association (PPTA)
Vereinigung der weltweit führenden Hersteller von Plasmaproteinen.
Plasmapherese
Gewinnung von Plasma aus Blutspenden. Die zellulären Bestandteile werden dem Spender wieder zurückgeführt. Es verbleibt das Blutplasma, eine gelblich-klare Flüssigkeit, welche die löslichen Eiweißbestandteile (Proteine) des Bluts enthält.
Placebo
Scheinmedikament. Medizinisch unwirksame Substanz, die verwandt wird, um einem subjektiven Bedürfnis nach medikamentöser Therapie nachzukommen. In vielen klinischen Studien wird eine Kontrollgruppe mit Placebo behandelt. Die Ergebnisse werden mit denen der Teilnehmer verglichen, die das zu testende Präparat (Verum) erhalten haben.
Prione
Proteine, die im menschlichen oder tierischen Organismus sowohl in normalen als auch krank machenden (pathogenen) Strukturen vorkommen können.
Primäre Immundefizienz
Kurz PID. Angeborener Defekt des Immunsystems, der zu einem Mangel an Antikörpern führt.
Psoriasis
Schuppenflechte. Chronische Hauterkrankung.
Pyrogene
Als pyrogen bezeichnet man Stoffe, die bei parenteraler Gabe Fieber erzeugen können.
Rekombinant
Mithilfe von gentechnisch veränderten Mikroorganismen oder Zelllinien hergestellt.
Remission
Bedeutet in der Medizin das temporäre oder dauerhafte Nachlassen von Krankheitssymptomen körperlicher beziehungsweise psychischer Natur, jedoch ohne Erreichen der Genesung.
Rheumatoide Arthritis
Chronisch entzündliche Erkrankung der Gelenke.
Sepsis
Generalisierte Entzündungsreaktion des Organismus auf eine Infektion durch Krankheitserreger.
Serumproteine
Bezeichnung für die im Blutserum enthaltenen Proteine (Eiweiße).
Subkutane Applikation (SC)
Verabreichung eines Medikaments durch Injektion unter die Haut.
Substitutionstherapie
Medikamentöser Einsatz eines vom Körper selbst nicht mehr ausreichend gebildeten Stoffes.
Systemischer Lupus Erythematodes (SLE)
Autoimmunkrankheit, die oft mit Fieber beginnt; Betroffene haben meist Rheuma-ähnliche Gelenkschmerzen. Auf der Haut bilden sich Erytheme (Hautrötungen aufgrund von Gefäßerweiterungen). Auch andere Organe können von dieser Erkrankung betroffen sein.
Zoster-Virus (Varicella-Zoster-Virus)
Zur Familie der Herpesviren gehörendes Virus. Eine Erstinfektion führt i.d.R. zur Erkrankung Windpocken. Eine Reaktivierung, zum Beispiel im Rahmen einer Schwächung des Immunsystems kann zur Erkrankung Gürtelrose führen.
Glossar Finanzbegriffe
Assoziiertes Unternehmen
Nicht vollkonsolidierte Konzerngesellschaft (Beteiligung < 50%), die unter maßgeblichem Einfluss der Muttergesellschaft steht.
Cashflow
Tatsächliche Geldflüsse (Einzahlungen und Auszahlungen) in einer Periode. Indikator für die Innenfinanzierungskraft eines Unternehmens.
D&O-Versicherung
Directors-and-Officers-Versicherung (auch: Organoder Manager-Haftpflichtversicherung). Vermögensschadenhaftpflichtversicherung, die ein Unternehmen für seine Organe (zum Beispiel Vorstand und Aufsichtsrat) und leitenden Angestellten abschließt.
Deckungsbeitrag
Kategorie der Kosten- und Leistungsrechnung. Differenz zwischen Umsatz und den variablen Kosten.
Derivat
Finanzinstrument, dessen Preisbildung im Allgemeinen auf einer marktabhängigen Bezugsgröße basiert. Unter anderem eingesetzt zur Absicherung gegen Wertschwankungen.
Devisenoptionsgeschäft
Geschäft, das die Risiken von Devisenkursschwankungen absichert. Der Käufer einer Devisenoption erwirbt das Recht, jedoch nicht die Pflicht, eine Währung zu einem bestimmten Wechselkurs an einem bestimmten Termin zu kaufen oder zu verkaufen.
Devisentermingeschäft
Verbindliche Vereinbarung, eine Währung gegen eine andere Währung zu einem bestimmten Termin und festgelegten Kurs zu tauschen.
Directors' Dealings
Geschäfte mit Wertpapieren eines börsennotierten Unternehmens, die vom Management oder von dem Management nahestehenden Gesellschaften oder Personen getätigt werden.
Disagio
Abschlag vom Nennwert, Gegenteil von Agio (Aufpreis).
EBT (earnings before tax) Ergebnis vor Steuern.
EBIT (earnings before interest and tax) Gewinn vor Zinsen und Steuern.
Factoring
Finanzdienstleistung. Der Faktor erwirbt die Forderungen seines Kunden gegen dessen Abnehmer (Debitor).
Fair Value
Beizulegender Zeitwert.
Financial Assets at Fair Value through Profit and Loss (FAFVtPL)
Zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte (Kategorie gemäß IFRS 7).
Genussrecht
Regelung, die die Verpflichtungen zwischen Genussrechtinhaber und -emittenten beschreibt. Der Genussrechtinhaber muss dem Genussrechtemittenten das Genussrechtkapital zur Verfügung stellen. Im Gegenzug werden ihm Vermögensrechte gewährt, die in der Regel auch Gesellschaftern des Emittenten zustehen (zum Beispiel gewinnabhängige Vergütung, Beteiligung am Liquidationserlös oder Optionsrechte).
Hedge Accounting
Bilanzierungstechnik. Schafft Sicherungszusammenhänge zwischen Grundgeschäften und den zur Absicherung eingesetzten derivativen Finanzinstrumenten.
Held to Maturity (HtM)
Bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen (Kategorie gemäß IFRS 7).
Konsortialkredit
Kredit, der einem einzelnen Kreditnehmer durch eine Gruppe von Banken zur Verfügung gestellt wird.
Latente Steuern
Zukünftig zu zahlende oder zu erhaltende Ertragsteuern, die zum Zeitpunkt der Bilanzierung noch keine tatsächlichen Forderungen oder Verbindlichkeiten darstellen.
Loans and Receivables (LaR)
Kredite und Forderungen (Kategorie gemäß IFRS 7).
Long Term Incentive-Programm
System zur erfolgsorientierten variablen Vergütung.
Return on Capital Employed (RoCE)
Rendite auf das eingesetzte Eigenkapital.
Sensitivitätsanalyse
Untersuchung des Einflusses bestimmter Faktoren auf bestimmte Ergebnisgrößen.
Swap
Tauschgeschäft. Die Parteien verpflichten sich, jeweils entweder einen fixen oder einen variablen Zinssatz auf einen bestimmten Nennwert an die jeweils andere Vertragspartei zu zahlen.
Working capital
Kurzfristig gebundenes Betriebskapital.
Zinscap
Finanzinstrument, das eine Zinsunter- und/oder -obergrenze bei ansonsten variabler Verzinsung fixiert.
Impressum
Biotest AG
Landsteinerstr. 5, D-63303 Dreieich Postfach 10 20 40, D-63266 Dreieich Telefon +49 (0) 6103 801-4406 Telefax +49 (0) 6103 801-347 E-mail: [email protected] Internet: www.biotest.de
Konzeption, Redaktion und Gestaltung: ergo Kommunikation, Köln, Frankfurt am Main, Berlin, München, Hamburg www.ergo-komm.de
Fotografie: M. Moog, Hamburg
Druck: abc druck, Kronberg
Dieser Geschäftsbericht enthält zukunftsgerichtete Aussagen zur gesamtwirtschaftlichen Entwicklung sowie zur Geschäfts-, Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der Biotest AG und ihrer Tochtergesellschaften. Diese Aussagen beruhen auf den derzeitigen Plänen, Einschätzungen, Prognosen und Erwartungen des Unternehmens und unterliegen insofern Risiken und Unsicherheitsfaktoren, die dazu führen können, dass die tatsächliche wesentlich von der erwarteten Entwicklung abweicht. Die zukunftsgerichteten Aussagen haben nur zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Geschäftsberichts Gültigkeit. Biotest beabsichtigt nicht, die zukunftsgerichteten Aussagen zu aktualisieren und übernimmt dafür keine Verpflichtung.
Finanzkalender
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- Mai 2012 Hauptversammlung
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- Mai 2012 I. Quartalsbericht 2012
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- August 2012 II. Quartalsbericht 2012
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- November 2012 III. Quartalsbericht 2012
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- November 2012 Analystenkonferenz
Biotest AG, Landsteinerstr. 5, D-63303 Dreieich, Postfach 10 20 40, D-63266 Dreieich Telefon +49 (0) 6103 801 4406, Telefax +49 (0) 6103 801 347 E-Mail: [email protected], www.biotest.de