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AXA Annual Report 2010

Jul 29, 2011

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Annual Report

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Publication

AXA Konzern Aktiengesellschaft

Köln

Konzernabschluss zum 31. Dezember 2010

Inhaltsverzeichnis

Vorstand

Mitglieder des Vorstandes

Aufsichtsrat

Bericht des Aufsichtsrates

Mitglieder des Aufsichtsrates

Konzernlagebericht

AXA – ein führender Versicherer in Deutschland

Aktuelle Entwicklungen im Konzern 2010

Veränderungen im Konsolidierungskreis

Wirtschaft und Versicherungsmarkt 2010

Geschäftsentwicklung des AXA Konzerns

Geschäftsentwicklung in den Segmenten

Vermögenslage: Kapitalanlagenbestand wächst um 2,5 Mrd. Euro

Finanzlage: Eigenkapitalbasis unverändert stark

Mitarbeiter: Stabile Beschäftigungszahlen und Investitionen in die Zukunft

Nicht finanzielle Leistungsindikatoren

Risiken der zukünftigen Entwicklung

Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Von uns betriebene Versicherungszweige

Ausblick

Konzernjahresabschluss

Konzern-Bilanz zum 31. Dezember 2010

Konzerngesamtergebnisrechnung

Konzern-Kapitalflussrechnung

Konzerneigenkapital

Konzern-Anhang

Bestätigung des Konzernabschlussprüfers

Vorstand

Mitglieder des Vorstandes

Dr. Frank Keuper

Vorsitzender

Konzernkommunikation, Konzernrevision, Konzernstrategie und Portfoliosteuerung

Dr. Patrick Dahmen

Rechnungswesen, Planung, Controlling, Steuern, Risikomanagement

Thomas Gerber

Vorsorge, Produktmanagement, Aktuariat

Wolfgang Hanssmann

Vertrieb, Marketing

Dr. Markus Hofmann

Industrie- und Firmenkundengeschäft, Schaden, Rückversicherung

Ulrich C. Nießen

Personal, Recht & Compliance, Zentrale Dienste

Dr. Heinz-Jürgen Schwering

Kapitalanlagen, Asset Liability Management

Jens Wieland

Informationstechnologie, Organisation und Prozesse

Aufsichtsrat

Bericht des Aufsichtsrates

Der Aufsichtsrat hat die Geschäftsführung des Vorstandes entsprechend den ihm nach Gesetz und Satzung zugewiesenen Aufgaben überwacht und sich während des gesamten Jahres 2010 fortlaufend von der Ordnungsmäßigkeit der Geschäftsführung überzeugt. Durch vierteljährliche Berichte und in drei Sitzungen sowie zwei schriftlichen Abstimmungen wurde er eingehend mündlich und schriftlich gemäß § 90 des Aktiengesetzes über die allgemeine Geschäftsentwicklung, über grundlegende Angelegenheiten sowie die strategischen Ziele der Geschäftsführung unterrichtet. Die vom Vorstand beabsichtigte Geschäftspolitik sowie die Lage und Entwicklung der Gesellschaft wurden ausführlich besprochen. Geschäfte und Maßnahmen des Vorstandes, die der Zustimmung des Aufsichtsrates bedurften, sind in den Sitzungen vor der Beschlussfassung vom Vorstand eingehend erläutert worden.

Der Aufsichtsrat hat in seiner außerordentlichen Sitzung am 11. März 2010 der Tagesordnung einer außerordentlichen Hauptversammlung zugestimmt, um den Unternehmensgegenstand der Gesellschaft – nach der Verschmelzung der AXA Service AG – um die Funktion als Dienstleistungsgesellschaft zu erweitern. Des Weiteren befasste sich der Aufsichtsrat in dieser Sitzung mit dem BAFin-Rundschreiben 23/2009 betreffend Vergütungssysteme im Versicherungsbereich. In dieser Sitzung beschloss der Aufsichtsrat ferner die Tantiemezahlungen für 2009, die Equity Grant Zuteilung 2009 sowie anstehende Anpassungen der Vorstandsvergütung.

In seiner Sitzung am 20. Mai 2010 befasste sich der Aufsichtsrat intensiv mit dem Bericht des Vorstandes über den Geschäftsverlauf 2009 und dem vorgelegten Jahresabschluss. In der gleichen Sitzung stellte der Vorstand die endgültige Planung für 2010 vor, die vertiefend erörtert wurde. Im Rahmen einer schriftlichen Beschlussfassung im Juni 2010 stimmte der Aufsichtsrat dem Verkauf der Anteile an der RW Holding AG von der AXA Lebensversicherung AG an die AXA Versicherung AG zu. In seiner Sitzung am 18. November 2010 informierte der Vorstand den Aufsichtsrat über den bisherigen Geschäftsverlauf im laufenden Jahr und gab einen Kurzbericht über die vorläufige Planung 2011. Ferner billigte der Aufsichtsrat in dieser Sitzung den Konzernabschluss für das Geschäftjahr 2009.

Der Vorstand informierte den Aufsichtsrat zeitnah und ausführlich über die Auswirkungen der Finanzkrise auf die Gesellschaft und über die damit verbundenen Maßnahmen. In allen Sitzungen wurde der Aufsichtsrat ausführlich über besondere Projekte und Entwicklungen der Gesellschaft informiert. Der Aufsichtsrat wurde ebenfalls ausführlich über die Sitzungen des Audit Committee informiert.

Darüber hinaus hat der Vorsitzende des Aufsichtsrates mit dem Vorstand in zahlreichen Einzelgesprächen geschäftspolitische Fragen sowie die Lage und Entwicklung der Gesellschaft behandelt. Über hierdurch zur Kenntnis des Vorsitzenden gelangte wichtige Angelegenheiten wurde der Aufsichtsrat jeweils unterrichtet.

Der Aufsichtsrat hat neben dem gemäß § 27 Abs. 3 Mitbestimmungsgesetz vorgeschriebenen Vermittlungsausschuss zwei weitere Ausschüsse eingerichtet. Das aus drei Mitgliedern bestehende Präsidium befasst sich vornehmlich mit den dienstvertraglichen Angelegenheiten der Mitglieder des Vorstandes und ist aufgrund der Änderungen des Vorstandsvergütungsangemessenheitsgesetzes nun ein vorbereitender Ausschuss. Das aus fünf Mitgliedern bestehende Audit Committee widmet sich im Wesentlichen der Überwachung des Risikomanagements des Vorstandes und der Kontrollmechanismen der Gesellschaft, der Behandlung des Jahresabschlusses, Fragen zur Abschlussprüfung, dem Bericht des Vorstandes über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen und legt die Prüfungsschwerpunkte des Geschäftsjahres fest. Das Präsidium tagte in 2010 zweimal. Das Audit Committee hat in 2010 viermal getagt. Hierüber hat es den Aufsichtsrat umfassend unterrichtet. Der Vermittlungsausschuss musste nicht einberufen werden.

Der vom Vorstand aufgestellte Jahresabschluss und Lagebericht, der Konzernabschluss sowie der Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2010 sind durch die von der Hauptversammlung gewählten PricewaterhouseCoopers AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Düsseldorf, geprüft worden. Der Abschlussprüfer hat den uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt. Die Abschlüsse und Lageberichte lagen dem Aufsichtsrat unverzüglich nach der Aufstellung vor. Ebenso wurden die Berichte des Abschlussprüfers allen Mitgliedern des Aufsichtsrates fristgerecht vorgelegt. Der Abschlussprüfer hat den Prüfungsbericht und das Prüfungsergebnis zum Jahresabschluss und Lagebericht dem Aufsichtsrat in der bilanzfeststellenden Sitzung zusätzlich mündlich erläutert und Fragen des Aufsichtsrates beantwortet. Der Aufsichtsrat hat die Berichte und die weiteren Erläuterungen des Abschlussprüfers zustimmend zur Kenntnis genommen.

Der Aufsichtsrat hat den Jahresabschluss, den Lagebericht sowie den Vorschlag des Vorstandes zur Verwendung des Bilanzgewinns geprüft. Die Prüfung hat keine Beanstandungen ergeben. Der Aufsichtsrat billigt den Jahresabschluss, der damit gemäß § 172 AktG festgestellt ist, und schließt sich dem Vorschlag für die Gewinnverwendung an. Der Aufsichtsrat hat den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht ebenfalls geprüft. Es sind keine Beanstandungen erfolgt. Der Aufsichtsrat billigt den Konzernabschluss.

Der Aufsichtsrat hat den vom Vorstand gemäß § 312 AktG aufgestellten Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen, der allen Mitgliedern rechtzeitig vorgelegen hat, ebenfalls geprüft und hat keinerlei Beanstandungen erhoben.

Der Abschlussprüfer hat nach Prüfung des Berichts des Vorstandes über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen im Geschäftsjahr 2010 den folgenden Bestätigungsvermerk erteilt:

„Nach unserer pflichtmäßigen Prüfung und Beurteilung bestätigen wir, dass

1. die tatsächlichen Angaben des Berichts richtig sind,
2. bei den im Bericht aufgeführten Rechtsgeschäften die Leistung der Gesellschaften nicht unangemessen hoch war oder Nachteile ausgeglichen worden sind,
3. bei den im Bericht aufgeführten Maßnahmen keine Umstände für eine wesentlich andere Beurteilung als die durch den Vorstand sprechen.“

Der Aufsichtsrat schließt sich dem Urteil des Abschlussprüfers an und erhebt nach dem abschließenden Ergebnis seiner Prüfung keine Einwendungen gegen die Erklärungen des Vorstandes am Schluss des Berichtes über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen.

Im Aufsichtsrat der Gesellschaft gab es im vergangenen Jahr personelle Veränderungen.

Herr Alfred Bouckaert hat sein Mandat als Mitglied des Aufsichtsrats mit Ablauf der ordentlichen Hauptversammlung am 20. Mai 2010 niedergelegt, um in den Ruhestand zu gehen. In der ordentlichen Hauptversammlung vom 20. Mai 2010 wurde Herr Jacques de Vaucleroy zum Mitglied des Aufsichtsrats gewählt. Der Aufsichtsrat wählte Herrn de Vaucleroy in seiner Sitzung vom 20. Mai 2010 zum Vorsitzenden des Aufsichtsrats der Gesellschaft.

Ferner trat Herr Peter Freyaldenhoven, in Nachfolge für Herrn Manfred Weyrich, zum 1. Juli 2010 in den Aufsichtsrat der Gesellschaft ein.

Der Aufsichtsrat spricht Herrn Bouckaert und Herrn Weyrich seinen Dank für ihre jahrelange Tätigkeit im Aufsichtsrat der Gesellschaft aus.

Für die im Berichtsjahr geleistete Arbeit spricht der Aufsichtsrat dem Vorstand sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die durch ihre tatkräftige Unterstützung mit zum Erfolg der Gesellschaft beigetragen haben, seinen Dank aus.

Unser Dank gilt auch den betriebsrätlichen Gremien sowie dem Unternehmens-Sprecherausschuss der Leitenden Angestellten für die sehr engagierte und vertrauensvolle Zusammenarbeit.

Köln, den 24. Mai 2011

Für den Aufsichtsrat

Jacques de Vaucleroy, Vorsitzender

Mitglieder des Aufsichtsrates

Claas Kleyboldt

Ehrenvorsitzender des Aufsichtsrates

Vorsitzender des Vorstandes i.R. der AXA Konzern AG

Köln

Alfred Bouckaert (bis 20. Mai 2010)

Vorsitzender

Mitglied des Management Board der AXA und Chief Executive Officer for Northern, Central and Eastern Europe der AXA (bis 14. März 2010)

Brüssel, Belgien

Jacques de Vaucleroy (seit 20. Mai 2010)

Vorsitzender (seit 20. Mai 2010)

Chief Executive Officer for Northern, Central and Eastern Europe der AXA (seit 15. März 2010)

Brüssel, Belgien

Herbert Mayer *)

stellv. Vorsitzender

Angestellter

Pfinztal

Uwe Beckmann *)

Angestellter

Sarstedt

Harry Clemens *)

Leitender Angestellter

Köln

Kurt Döhmel

Vorsitzender der Geschäftsführung i.R. Deutsche Shell Holding GmbH

Hamburg

Leonhard Fischer

Geschäftsführer RHJI Swiss Management LLC

Zürich, Schweiz

Dr. Michael Frenzel

Vorsitzender des Vorstandes TUI AG

Hannover

Peter Freyaldenhoven *) (seit 01. Juli 2010)

Mitglied des Betriebsrates der Hauptverwaltung

Bergisch Gladbach

Michael Garrecht *)

Angestellter

Maikammer

Peter Heesen

Bundesvorsitzender dbb beamtenbund und tarifunion

Berlin

Patrick Lemoine (seit 8. Januar 2010)

Chief Financial Officer for Northern, Central and Eastern Europe der AXA (seit 1. September 2010)

Brüssel, Belgien

Hans-Peter Lenssen *)

Gewerkschaftssekretär ver.di Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft

Berlin

Friedrich Merz

Rechtsanwalt Mayer Brown LLP

Arnsberg

Frank D. Meyer *)

Angestellter

Saulheim

Dr. Eckkehard D. Schulz

ehem. Vorsitzender des Vorstands ThyssenKrupp AG

Düsseldorf

Klaus Weber *)

Gewerkschaftssekretär ver.di Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft

Berlin

Manfred Weyrich *) (bis 30. Juni 2010)

Angestellter

Overath

*) Vertreter der Arbeitnehmer

Konzernlagebericht

AXA – ein führender Versicherer in Deutschland

Der AXA Konzern gehört zu den führenden Versicherern in Deutschland und ist ein bedeutender Teil der internationalen AXA Gruppe. Mit einem Marktanteil von 5,9 % belegt der Konzern Rang vier unter den deutschen Erstversicherern. Weit mehr als 8 Millionen Kunden vertrauen hierzulande auf die Leistungen der AXA. Mit ihrem Beitragsvolumen von 10,4 Mrd. Euro steht die AXA Deutschland für mehr als 11 % des Umsatzes der AXA Gruppe.

In allen Geschäftsbereichen zählt der Konzern zu den größten Anbietern im deutschen Markt. So kommt die AXA Deutschland in der Schaden- und Unfallversicherung auf einen Marktanteil von 5,5 % und belegt damit Rang 4. In der Krankenversicherung ist der Konzern mit einem Marktanteil von 6,8 % ebenfalls die Nummer 4. Im Geschäftsfeld Vorsorge nimmt AXA mit einem Marktanteil von 5,3 % Platz 6 ein.

Die AXA Deutschland bietet sowohl im Segment Privatkunden als auch im Segment Firmenkunden eine breite Produktpalette an. Seit 2007 gehört die DBV Deutsche Beamtenversicherung zum Konzern, ein Spezialversicherer für Beamte und Arbeitnehmer des Öffentlichen Dienstes. Mit 1,2 Millionen Kunden stellt das Kundensegment Öffentlicher Dienst mit der Marke DBV einen großen Erfolgsfaktor für den Konzern dar. Eine weitere wichtige Zielgruppe ist das Kundensegment Ärzte/Heilwesen, repräsentiert durch die Deutsche Ärzteversicherung. Mit rund 150.000 Kunden ist sie der führende Versicherer für die akademischen Heilberufe in Deutschland.

Ursprung als Feuerversicherer

Die Geschichte des AXA Konzerns in Deutschland begann vor mehr als 170 Jahren. 1839 gründeten Kaufleute und Bankiers die Kölnische Feuer-Versicherungs-Gesellschaft, genannt Colonia. Als erstes Unternehmen versicherte die Colonia in ihren Policen auch Schäden, die durch Löscharbeiten verursacht wurden. Die junge Versicherung konnte sich schnell auf dem Markt behaupten, ein Jahr nach der Gründung arbeiteten bereits 42 Hauptagenturen für die Colonia.

Nicht nur die Feuerversicherung entwickelte sich positiv. Auch in anderen Sparten entstanden Versicherungsgesellschaften, die im Laufe der Geschichte mit der Colonia fusionierten. So wurde im Jahr 1853 die Lebensversicherung Condordia in Köln gegründet. In Berlin enstand 1866 die Nordstern Lebensversicherungs-AG. In Hamburg wurde 1901 die Albingia Versicherungs-AG gegründet, ein Transport- und Unfallversicherer. Diese drei Gesellschaften spielten eine wichtige Rolle bei der Entwicklung der Colonia von einer lokalen Feuerversicherung zu einem großen deutschen Versicherungsunternehmen.

Eine ähnlich lange Tradition hat auch die DBV-Winterthur, die ab 2007 in den deutschen AXA Konzern integriert wurde. Seit ihrer Gründung im Jahr 1871 war die DBV-Winterthur ein Lebensversicherer für die Armee und die Marine. Bis heute ist das Unternehmen dem Öffentlichen Dienst verbunden. Das Kerngeschäft führt AXA unter der Marke DBV Deutsche Beamtenversicherung fort.

Teil einer starken Gruppe

Die AXA Deutschland ist seit 1997 Teil der globalen AXA Gruppe, der Nummer 2 unter den europäischen Erstversicherern und einer der führenden Versicherer und Vermögensverwalter weltweit. Die AXA Gruppe erzielte 2010 einen Umsatz von 91,0 Mrd. Euro, ein operatives Ergebnis (Underlying Earnings) von 3,9 Mrd. Euro sowie ein Nettoergebnis von 2,7 Mrd. Euro. Die Schwerpunkte der AXA Gruppe liegen in Europa, Nordamerika und dem asiatisch-pazifischen Raum. Das verwaltete Vermögen (Assets under Management) der Gruppe hatte Ende 2010 ein Volumen von 1,1 Billion Euro. Insgesamt betreut die Gruppe 80 Millionen Kunden in 56 Ländern.

AXA ist der erste Versicherungskonzern, der sich weltweit einen einheitlichen Markennamen gab. Damit unterstreicht das Unternehmen nicht nur seine Größe und Stärke, sondern gibt den Mitarbeitern und Kunden auch ein Zeichen zur Identifikation. Denn wo immer AXA vertreten ist, verfolgt die Gruppe ein ehrgeiziges Ziel: Maßstab der Branche werden.

Aktuelle Entwicklungen im Konzern 2010

Konsequente Umsetzung unserer Strategie: Unternehmen erster Wahl werden

Der AXA Konzern hat auch im Jahr 2010 konsequent an der Umsetzung der Unternehmensstrategie „AXA – erste Wahl“ gearbeitet. Im Zentrum stand dabei, die Bedürfnisse der Kunden weiter zum Maßstab unserer geschäftlichen Aktivitäten zu machen und ihnen immer wieder durch unsere Leistung und unser Handeln zu bestätigen, dass sie sich mit AXA richtig entschieden haben. Um diesem Anspruch genüge zu tun, investiert der AXA Konzern weiter in den Ausbau von ganzheitlichen Lösungsangeboten und einen innovativen Beratungs- und Betreuungsansatz. Diese Entwicklung baut auf strukturierter Marktforschung, den guten Erfahrungen mit dem Beratungsansatz plan360° Ruhestand und der organisatorischen Ausrichtung auf Kundensegmenten auf. AXA profitiert dabei vom stetig wachsenden Endkunden-know-how in den Kundensegmenten, starken Vertriebspartnern und motivierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

Ausrichtung nach Kundensegmenten und Entwicklung von ganzheitlichen Kundenlösungen in Produkt, Beratung und Service

Nach Einführung der Kundensegmentorganisation 2009 hat der Konzern im vergangenen Jahr in den vier Zielgruppen Privatkunden, Firmenkunden, Öffentlicher Dienst sowie Ärzte/Heilwesen weitere spezifische Lösungen entwickelt. Zusätzlich wurde der Ausbau eines ganzheitlichen Beratungs- und Servicesystems für AXA und DBV Kunden vorangetrieben. Hiermit wird eine übergreifende Klammer über Beratungsansätze und kundenzentrierte Serviceleistungen geschaffen – entlang der „Kundenreise“, also von der ersten Kontaktaufnahme bis zu einem möglichen Schaden- oder Leistungsfall.

Neben diesen Verbesserungen erfolgte ein weiterer Ausbau des ganzheitlichen Beratungsansatzes plan360° Ruhestand für die Segmente Privat und Öffe ntlicher Dienst. So wurde alleine 2010 über 1 Mrd. Euro Einmalbeitrag generiert. Dieser Erfolg gab Anstoß zur Entwicklung von plan360° Beratungskonzepten für weitere Zielgruppen in den Segmenten.

Im Segment Firmenkunden wird ebenso ein spezifischer Beratungsansatz, der plan360° Firmenkunden entwickelt. Schwerpunkte liegen auf der Absicherung von firmenspezifischem und privatem Bedarf des Arbeitgebers. Des Weiteren entsteht die Pilotierung neuer, spezifischer Beratungsansätze in interessanten Branchen.

Der Kunde steht Pate bei der Entwicklung der Produkte

Für möglichst homogene Kundengruppen optimierte Produkte sind die zentrale Leitlinie bei der Produktentwicklung. Dies führte 2010 zur Entwicklung und Einführung von zielgruppenspezifischen Produkten wie beispielsweise dem Kinderschutzpaket im Rahmen von plan360°. Das Kinderschutzpaket genießt schon kurz nach der Einführung hohe Wertschätzung und wird unter anderem von der Deutschen Familienstiftung empfohlen.

Im Hinblick auf den zunehmenden Pflegebedarf in der Bevölkerung hat der AXA Konzern im Mai 2010 neue Pflegeprodukte mit maßgeschneiderten Lösungen zur Pflegevorsorge eingeführt. Hier stehen je nach Kundenwunsch und -bedürfnis unterschiedliche Tarife („Flex“, „Akut“ und „Family Fit“) zur Verfügung, die bereits im Einführungsjahr etwa 7 Mio. Euro Neugeschäftsvolumen erreichten. Auch bei dieser Produktentwicklung ist der Wunsch des Kunden der Maßstab: So wurde zum Beispiel der Tarif „Family Fit“ für eine generationenübergreifende Pflegeversicherung in der Familie entwickelt, der Tarif „Akut“ schließt für den Kunden Servicelücken im Bereich der Pflegevorsorge.

In der Kraftfahrtversicherung richtete sich der AXA Konzern mit der Einführung der Tarife mobil komfort und mobil kompakt neu aus. Die Neuausrichtung wurde mit mehr als 98.000 zusätzlichen Verträgen alleine im Jahreswechselgeschäft honoriert.

Auch im Schadenmanagement und Service entwickelte der AXA Konzern Bausteine für ganzheitliche Kundenbetreuung. So können sich AXA Kunden umfassend und rund um die Uhr über Schadenthemen informieren, Schäden melden und Partner-Werkstätten in ihrer Nähe finden (www.axa.de/Schadenservice). Zusätzlich haben Kunden die Möglichkeit, über das Smartphone Kfz-Unfälle aufzunehmen und direkt zu melden. Des Weiteren erhalten sie wertvolle Informationen zur Ersten Hilfe. Langfristiges Ziel ist die ganzheitliche Betreuung des Kunden, von der Beratung bis zum Schadenfall.

Multikanal und Mitarbeiterengagement

Bei der Strategieumsetzung kann der AXA Konzern auf starke Vertriebspartner und motivierte Mitarbeiter bauen.

AXA zählt auf einen der größten Exklusivvertriebe Deutschlands, aber auch auf eine gute Position bei Maklern und Drittvertrieben. Im Rahmen der strategischen Ausrichtung ist es das Ziel des Konzerns, Vertriebspartner exzellent zu bedienen, so dass diese den Kunden ebenfalls beste Leistungen bieten können.

Ein weiterer Stützpfeiler der Strategie ist das Mitarbeiterengagement und kultureller Wandel. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter machen AXA erlebbar. Kunden haben feste Vorstellungen davon, wie sie von ihrem Versicherer behandelt werden möchten. Aus diesem Grund setzt AXA auf die Kerneigenschaften „erreichbar“, „aufmerksam“ und „zuverlässig“ und will damit im Verhältnis zu den Kunden. Maßstäbe neu definieren.

Effizienz als Erfolgsfaktor im Wettbewerb um die Kunden

Der AXA Konzern setzte auch im Jahr 2010 auf stetige Effizienzverbesserung als einen wichtigen Erfolgsfaktor im Wettbewerb um Kunden. Daher wurde auch im vergangenen Jahr in erheblichem Umfang in Produktivitätsverbesserung und Servicequalität investiert. Ziel ist es, dem Kunden weiterhin Spitzenleistung zu einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis bieten zu können.

Veränderungen im Konsolidierungskreis

Der Konsolidierungskreis hat sich in 2010 im Vergleich zum Vorjahr aufgrund von Verschmelzungen reduziert.

Auf die AXA Konzern AG wurde mit Wirkung zum 1. Januar 2010 die Gesellschaft AXA Service AG, Köln, verschmolzen. Weiter wurde mit Wirkung zum 1. Januar 2010 die BVS Beteiligungsgesellschaft mbH, Köln auf die DBV Holding AG, Wiesbaden und diese wiederum auf die WinCom Versicherungs-Holding AG, Wiesbaden verschmolzen. Die IRS Consult AG, München wurde auf die AVS Allgemeine Verwaltungs- und Service GmbH, Bayreuth, verschmolzen und die Konzept Felicitas Beteiligungs GmbH, Wiesbaden auf die ConConcept Dialog GmbH, Bayreuth. Die Lies- und Spiel Verlag und Vertrieb GmbH & Co. KG, Wiesbaden wurde liquidiert. Des Weiteren wurde die AXA Art d'Assurances S.A., Paris auf die AXA Nordstern France S.A., Paris verschmolzen.

Wirtschaft und Versicherungsmarkt 2010

Deutsche Wirtschaft: Rasanter Aufschwung nach der Finanzmarktkrise

Im Jahr 2010 verbesserte sich die wirtschaftliche Lage weltweit. Schneller als erwartet folgte der Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise ein rasanter Aufschwung. Besonders die deutsche Wirtschaft wuchs kräftig und erholte sich überraschend schnell von der stärksten Rezession der Nachkriegszeit. Während das Bruttoinlandsprodukt (BIP) 2009 um 4,7 % gesunken war, konnte es im vergangenen Jahr wieder deutlich zulegen – nach ersten Berechnungen des Statistischen Bundesamtes preisbereinigt um 3,6 %. Auch wenn die Kalendereffekte herausgerechnet werden – 2010 hatte mehr Arbeitstage als das Vorjahr –, fiel das Wirtschaftswachstum mit 3,5 % ähnlich stark aus.

Die wichtigste Stütze für den deutschen Wirtschaftsaufschwung war der Außenhandel. Die Exporte nahmen preisbereinigt um 14,2 % zu. Wichtigstes deutsches Exportgut waren erneut Fahrzeuge und Fahrzeugteile. Sie allein machten 16,6 % der Exporte aus und brachten Einnahmen in Höhe von rund 160 Mrd. Euro. Auch die Importe nahmen zu, preisbereinigt um insgesamt 13 %. Deutliche Impulse für das Wachstum kamen zudem aus dem Inland. Insbesondere in Ausrüstungen wurde 2010 mit 9,4 % deutlich mehr investiert als im Vorjahr. Die privaten Konsumausgaben stiegen preisbereinigt um 0,5 %, die staatlichen sogar um 2,2 %.

Aufschwung machte sich auch auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar

Der Arbeitsmarkt konnte von dem Aufschwung des vergangenen Jahres profitieren. Rund 40,5 Millionen Erwerbstätige zählte die Bundesagentur für Arbeit, das waren 212.000 Personen oder 0,5 % mehr als im Jahr zuvor. Die Zahl der Erwerbstätigen erreichte damit einen neuen Höchststand. Die Zahl der Erwerbslosen ging demgegenüber weiter zurück. 2010 waren 2,9 Millionen Menschen erwerbslos im Sinne der internationalen Arbeitsorganisation (ILO), rund 9,2 % weniger als im Jahr zuvor. Erwerbslos im Sinne der ILO ist nur, wer gänzlich ohne Arbeit ist. Bereits eine einstündige Beschäftigung führt dazu, dass die Person nicht mehr zu den Arbeitslosen zählt.

Hingegen war die Entwicklung auf den Finanzmärkten erneut von Turbulenzen geprägt. Besonders die hohen Staatsdefizite von Griechenland, Portugal, Irland, Italien und Spanien sorgten auf den Finanzmärkten für Unruhe. Das Vertrauen in die Staatsanleihen dieser Länder sank spürbar. Börsenspekulanten begannen sogar, auf den baldigen Staatsbankrott der so genannten PIIGS-Länder zu wetten. Deutsche Staatsanleihen gelten hingegen weiterhin als sichere Anlage und genießen großes Vertrauen auf den Finanzmärkten. Sie wurden 2010 weltweit verstärkt nachgefragt. Die hohe Nachfrage nach den Zinspapieren hat jedoch eine Kehrseite: historisch niedrige Zinssätze, die der Versicherungswirtschaft die Kapitalanlage zu attraktiven Renditen erschweren.

Das gesamte Volkseinkommen stieg im vergangenen Jahr um 6,0 % auf 1,9 Billion Euro und verzeichnete damit den größten Zuwachs seit 1992. Dabei entfielen 1,3 Billion Euro auf die Arbeitnehmerentgelte (+ 2,6 %) und rund 641 Mrd. Euro auf Unternehmens- und Vermögenseinkünfte (+ 13,2 %). Das verfügbare Einkommen der privaten Haushalte erhöhte sich ebenfalls um 2,6 %, auch die Sparquote lag mit 11,4 % etwas höher als im Vorjahr (11,1 %).

Gleichzeitig stiegen die Verbraucherpreise im Jahresdurchschnitt um 1,1 %. Damit lag die Inflationsrate zwar deutlich höher als im Vorjahr, als die Preise um nur 0,4 % gestiegen waren. Im langfristigen Vergleich blieb die Inflation jedoch weit unter dem Niveau der meisten vergangenen Jahre.

Versicherungswirtschaft erneut mit Beitragswachstum

Die deutsche Versicherungswirtschaft wies in einem unverändert labilen gesamtwirtschaftlichen Umfeld einen sehr robusten Geschäftsverlauf auf. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) geht davon aus, dass die Beiträge um 4,3 % auf 178,8 Mrd. Euro gestiegen sind. Gleichzeitig war 2010 durch zahlreiche Naturereignisse und strenge Wintermonate ein außergewöhnliches Schadenjahr.

Am Beitragswachstum der Branche hatte die Lebensversicherung den größten Anteil. Ihr Geschäft legte einschließlich der Pensionskassen und Pensionsfonds um 6,0 % auf 90,4 Mrd. Euro zu. Grund war erneut das starke Einmalbeitragsgeschäft. Rund 27 Mrd. Euro der Beitragseinnahmen und damit mehr als ein Viertel stammten aus Einmalbeiträgen. Über die Hälfte der Einmalbeiträge entfielen auf sofort beginnende und aufgeschobene Rentenversicherungen.

Die Unternehmen der privaten Krankenversicherung erzielten im vergangenen Jahr Beitragseinnahmen von insgesamt 33,3 Mrd. Euro, 5,8 % mehr als im Vorjahr. Von den Einnahmen entfielen 31,2 Mrd. Euro auf die Krankenversicherung (+ 6,1 %) und 2,1 Mrd. Euro auf die Pflegeversicherung (+ 1,7 %).

In der Schaden- und Unfallversicherung gab es 2010 nur ein leichtes Wachstum. Das Beitragsvolumen lag bei 55,1 Mrd. Euro und damit nur um 0,7 % höher als im Vorjahr. Für das Wachstum war die Kraftfahrtversicherung entscheidend, die erstmals seit sechs Jahren wieder höhere Beitragseinnahmen erzielte. Mit Aufwendungen von 43,2 Mrd. Euro war 2010 für die Schaden- und Unfallversicherer allerdings auch das schadenträchtigste Jahr seit dem Elbe-Hochwasser im Jahr 2002.

Themen, die im vergangenen Jahr die Diskussionen in der Branche beherrschten, waren vor allem die Reform des europäischen Versicherungsaufsichtsrechts Solvency II und das niedrige Zinsniveau. Bei der Umsetzung von Solvency II sehen die Versicherer noch Verbesserungsbedarf. Sie fordern unter anderem eine Vereinfachung bei der Berichterstattung sowie bei den Risikomodellen und dem Risikomanagement. Im Interesse ihrer Kunden fordern die Versicherer eine Rückkehr zu normalen Zinsen, da die anhaltende Niedrigzinspolitik der Notenbanken die Erträge aus festverzinslichen Kapitalanlagen und damit die Rendite von Altersvorsorgeprodukten schmälert.

Die Versicherungsbranche hat 2010 an einem besseren Verbraucherschutz gearbeitet. So hat sie unter anderem einen Verhaltenskodex entwickelt, um die hohe Qualität beim Vertrieb von Versicherungsprodukten zu sichern. Diesen Kodex haben auch die Versicherungsgesellschaften und Pensionskassen des AXA Konzerns unterzeichnet.

Geschäftsentwicklung des AXA Konzerns

Konzernergebnis erneut deutlich gestiegen

AXA Konzern

in Mio. Euro
2010 2009
Gebuchte Bruttobeiträge 10.101 10.002
Verdiente Beiträge f.e.R. 9.213 9.125
Kapitalanlageergebnis 3.190 2.560
Versicherungsleistungen f.e.R. -10.131 -9.585
Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb f.e.R. -1.624 -1.577
Sonstige Aufwendungen / Erträge -159 -216
Finanzierungsaufwendungen 0 0
Steuern -98 -101
Konzernergebnis 391 206

Der deutliche Anstieg des Konzernergebnisses des AXA Konzerns aus dem Vorjahr setzt sich auch im Geschäftsjahr 2010 fort. Mit rund 391 Mio. Euro konnte eine Steigerung von zirka 90 % oder 185 Mio. Euro erreicht werden. Dieser Anstieg ist insbesondere auf das Kapitalanlageergebnis zurückzuführen, das sich aufgrund steigender Kapitalanlagebestände und weniger außerplanmäßigen Abschreibungen bei vielen Anlagekategorien deutlich erholen konnte.

Getragen wird die Ergebnisverbesserung insbesondere von der Lebensversicherung, die ihr Segmentergebnis von rund 125 Mio. Euro (2009: 20 Mio. Euro) gegenüber dem Vorjahr um 105 Mio. Euro steigern konnte, was trotz höherer Versicherungsleistungen vor allem auf das gestiegene Kapitalanlageergebnis zurückzuführen ist. Die Krankenversicherung konnte ihr Vorjahresergebnis von 23 Mio. Euro um ca. 48% steigern und damit in Höhe von 34 Mio. Euro zum Gesamterfolg beitragen. Zudem konnte die Schaden- und Unfallversicherung ihr Ergebnis mit 214 Mio. Euro gegenüber dem Vorjahr mit 229 Mio. Euro nahezu konstant halten. Eliminierungspflichtige konzerninterne Transaktionen, die nicht den einzelnen Segmenten zuzuordnen sind, minderten im Geschäftsjahr die Summe der Segmentergebnisse nur noch um 1 Mio. Euro (2009: 81 Mio. Euro).

Neben dem Konzernergebnis beinhaltet das Gesamtperiodenergebnis gemäß IAS 1 (siehe Seite 81 im Anhang) die aus der Veränderung der Neubewertungsrücklage resultierenden erfolgsneutral im Eigenkapital erfassten Erträge und Aufwendungen - insbesondere aus jederzeit veräußerbaren Wertpapieren sowie ebenfalls erfolgsneutral erfasste versicherungsmathematische Verluste aus Pensionsverpflichtungen, resultierend aus einer deutlichen Absenkung des Rechnungszinssatzes.

Beitragsentwicklung: Einnahmen wieder über der 10-Mrd.-Euro-Grenze

Erfreulich ist, dass die Beitragseinnahmen um 1,0 % auf 10,1 Mrd. Euro leicht gestiegen sind (2009: 10,0 Mrd. Euro). Allerdings lag der Konzern damit unter dem Marktdurchschnitt von 4,3 %. Unter Berücksichtigung der aus dem TwinStar-Geschäft resultierenden Beitragseinnahmen wuchs das in Deutschland insgesamt erzielte Beitragsaufkommen stärker, wie die folgende Tabelle zeigt:

Konzernbeiträge

in Mio. Euro
2010 2009 +/- (%)
Gebuchte Bruttobeiträge gesamt Inland direkt 10.101 10.002 1,0
- Schaden- und Unfallversicherung 3.236 3.285 -1,5
- Lebensversicherung 4.288 4.231 1,3
- Krankenversicherung 2.279 2.196 3,8
Ausland direkt 112 108 3,7
Indirekt (Inland und Ausland) 186 182 2,2
TwinStar-Geschäft 299 267 12,0
Gebuchte Bruttobeiträge gesamt (inklusive TwinStar) 10.400 10.269 1,3

Damit ist AXA Deutschland zum fünften Mal in Folge gewachsen. Vor dem Hintergrund der Finanzmarktkrise und des wirtschaftlichen Umfeldes ist das eine hervorragende Leistung. Zusammen mit dem deutlich gestiegenen Konzernergebnis gibt dies die Möglichkeit, weiter zuversichtlich nach vorne zu schauen.

Den stärksten Beitragszuwachs erzielte AXA Deutschland im Segment Krankenversicherung. Hier stiegen die Einnahmen um 3,8 % auf 2,3 Mrd. Euro (2009: 2,2 Mrd. Euro). Die gebuchten Brutto-Beitragseinnahmen erhöhten sich im Berichtsjahr vornehmlich durch eine moderate Beitragsanpassung in der in der Voll- und Zusatzversicherung, während in der Pflegepflichtversicherung die Beiträge 2010 ein weiteres Mal stabil blieben. Zudem trugen die Neugeschäftsentwicklung und die hohe Bestandsfestigkeit zum Beitragswachstum bei.

Im Segment Lebensversicherung ist das Beitragswachstum erneut auf das starke Einmalbeitragsgeschäft zurückzuführen. In dem wachsenden Einmalbeitragsgeschäft spiegelt sich wider, dass sich der AXA Konzern frühzeitig auf die veränderten Kundenbedürfnisse eingestellt hat. So ist seit 1990 die Zahl der 21- bis 40-Jährigen – die Hauptnachfrager nach Vorsorgeprodukten gegen laufenden Beitrag – um fast ein Fünftel gesunken. Gleichzeitig nahm die Zahl der Bürger, die stärker an Rentenversicherungen oder anderen Vorsorgeprodukten gegen Einmalbeitrag interessiert sind, deutlich zu: bei den 40- bis 60-Jährigen um fast 20 % und bei den über 60-Jährigen sogar um rund 28 %. Neben der demographischen Entwicklung spielt außerdem eine große Rolle, dass die Menschen häufiger wechselvolle Erwerbsbiographien haben, für vermehrt auslaufende Lebensversicherungsverträge nach Wiederanlagemöglichkeiten suchen und in wirtschaftlich unsicheren Zeiten eher einmalige Anlagemöglichkeiten statt langfristiger regelmäßiger Verpflichtungen bevorzugen. Auf dieses veränderte Kundenverhalten reagieren wir mit entsprechenden Produkten – ganz nach dem neuen Beratungskonzept plan360°, das ganzheitliche Lösungen für verschiede ne Lebensphasen und für unterschiedliche Bedürfnisse nach Absicherung und Vorsorge beinhaltet.

Im Segment Schaden- und Unfallversicherung verringerte sich das Beitragsvolumen im direkten Inlandsgeschäft um -1,5 % auf 3,2 Mrd. Euro (2009: 3,3 Mrd. Euro). Der Rückgang betraf vor allem die Haftpflichtversicherung mit -7,2 %. Dieser ist bedingt durch die nachlaufende konjunkturelle Entwicklung bei umsatzabhängigen Policen, den hohen Wettbewerbsdruck im Markt sowie die Neuordnung von Bestandsverträgen auf der Grundlage eines neuen Tarifs in der Arzt-Haftpflichtversicherung. Daneben kam es aufgrund der rückläufigen Konjunktur in der Transportversicherung zu Beitragsrückgängen. In der Kraftfahrtversicherung, einer besonders wettbewerbsintensiven Sparte, stellt der AXA Konzern weiterhin Ertrag vor Wachstum. Aufgrund dieser Strategie ging das Beitragsaufkommen dort um -2,1 % auf 1,2 Mrd. Euro zurück. Insgesamt wurde die Geschäftspolitik, über profitable Vertragsbestände zu verfügen, konsequent weiterverfolgt. Erfreuliche Beitragssteigerungen erzielten wir hingegen in der Verbundenen Wohngebäude-, der Kredit- und Kautions- sowie erneut in den Verbundenen Sach-Gewerbe-Versicherungen.

Im direkten Auslandsgeschäft stieg das Beitragsvolumen um 3,7 %, was auf die erfreulichen Wachstumsraten der ausländischen Tochtergesellschaften und Zweigniederlassungen des Kunstversicherers AXA Art Versicherung zurück zu führen ist.

Verbesserung des Kapitalanlageergebnisses um 640 Mio. Euro

Nach einem deutlichen Anstieg um 2.122 Mio. Euro (484 %) im Vorjahr verzeichnete der AXA Konzern im Berichtsjahr einen weiteren Anstieg des gesamten Kapitalanlageergebnisses um 630 Mio. Euro (25 %) von 2.560 Mio. Euro auf 3.190 Mio. Euro.

Das ordentliche Kapitalanlageergebnis, bestehend aus laufenden Erträgen abzüglich Verwaltungsaufwendungen und planmäßigen Abschreibungen auf fremdgenutzten Grundbesitz, erhöhte sich im Wesentlichen begründet durch einen entsprechenden Anstieg der Kapitalanlagebestände um 3,7 % auf 2.613 Mio. Euro (2009: 2.531 Mio. Euro).

Der AXA Konzern weist im Geschäftsjahr erstmals nach der Kapitalmarktkrise im Kapitalanlageergebnis wieder einen positiven Saldo aus Zu-/Abschreibungen, Abgangsgewinnen/-verlusten und erfolgswirksam erfassten Marktwertänderungen aus.

Im Vorjahresvergleich ergab sich eine Erhöhung um 601 Mio. Euro auf 349 Mio. Euro. Die positive Entwicklung resultiert im Wesentlichen aus 532 Mio. Euro weniger außerplanmäßigen Abschreibungen. Insbesondere waren im Geschäftsjahr deutlich weniger Abschreibungen auf strukturierte Kreditprodukte (Asset Backed Securities und Collateralized Debt Obligations) und Genussrechte notwendig. Zudem erhöhten sich die Zuschreibungen um 93 Mio Euro. Dieser Anstieg resultiert im Wesentlichen aus der periodengerechten erfolgswirksamen Zuschreibung von Genussrechten und stillen Einlagen auf den erwarteten Rückzahlungsbetrag. Der Saldo von Abgangsgewinnen/-verlusten erhöhte sich im Vorjahresvergleich um 186 Mio. Euro. Kompensierend wirkten die im Vorjahresvergleich um 306 Mio. Euro geringeren Marktwertänderungen von erfolgswirksam zum Fair Value bewerteten Finanzinstrumenten.

Aus Kapitalanlagen der fondsgebundenen Lebensversicherung erzielten wir im Geschäftsjahr 2010 ein nicht realisiertes Ergebnis von 227 Mio. Euro (2009: 281 Mio. Euro), das vollständig den Versicherungsnehmern zugerechnet wurde.

Kosten: Dank unserer Initiativen zu Effizienzsteigerung setzt sich im Geschäftsjahr der Trend rückläufiger Kosten fort

Die Gesamtkosten des AXA Konzerns belaufen sich im Geschäftsjahr 2010 auf 2,2 Mrd. Euro (2009: 2,3 Mrd. Euro). Mit einem Rückgang um 4,5 % liegen sie damit zum wiederholten Male unter dem jeweiligen Vorjahreswert. Die hierin enthaltenen Provisionen bleiben mit 957 Mio. Euro leicht unter Vorjahresniveau. Die Kosten ohne Provisionen liegen mit 1,22 Mrd. Euro (2009: 1,31 Mrd. Euro) um 6,4 % unter dem Vorjahreswert. Diese günstige Kostenentwicklung ist im Wesentlichen auf den Wegfall der Kosten für die DBV-Integration (2009: 68 Mio. Euro) zurückzuführen. Darüber hinaus konnten Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen für Grunderwerbsteuer erzielt werden (13 Mio. Euro).

Doch auch um Sondereffekte bereinigt liegen die Kosten (ohne Provisionen) mit 1,23 Mrd. Euro (2009: 1,24 Mrd. Euro) noch um 0,6 % unter denen des Vorjahres. In 2010 waren wir also erneut in der Lage, inflations- und tarifbedingte Kostensteigerungen durch höhere Effizienz in unseren Prozessen und durch ein striktes Kosten-Management zu kompensieren und folglich unser Kostenziel 2010 leicht zu unterschreiten.

Ertragsteuern: Aufwand von 104,2 Mio. Euro

Bei einem Konzernjahresüberschuss vor Steuern von 495,5 Mio. Euro ergibt sich ein tatsächlicher Ertragsteueraufwand von 104,2 Mio. Euro.

Im Bereich der sonstigen Steuern konnte ein Ertrag von 6,4 Mio. Euro erzielt werden, der im Wesentlichen aus der Erstattung von Grunderwerbsteuer aufgrund einer gewonnenen Klage beim Bundesfinanzhof resultiert. Damit beträgt der Gesamtsteueraufwand 97,8 Mio. Euro.

Der tatsächliche Ertragsteueraufwand liegt unter dem zu erwartenden Ertragsteueraufwand von rund 158,6 Mio. Euro. Aus der entsprechenden Überleitungsrechnung im Anhang auf den Seiten 141 – 142 geht hervor, dass der geringere tatsächliche Ertragsteueraufwand insbesondere aus Erträgen im Zusammenhang mit Vorjahressteuern von rund 51,5 Mio. Euro und aus positiven Effekten aus dem Kapitalanlageergebnis von rund 21,6 Mio. Euro resultiert. Negative gegenläufige Effekte resultieren im Wesentlichen aus steuerlich nicht abziehbaren Betriebsausgaben und latenten Steuern auf Bewertungsunterschiede.

Im Vergleich zum Vorjahr (2009: 94,1 Mio. Euro) erhöhte sich der Ertragsteueraufwand bei deutlich höherem Vorsteuerergebnis aufgrund der vorgenannten Effekte nur vergleichweise gering, so dass eine deutliche Verbesserung der Steuerquote erreicht werden konnte.

Geschäftsentwicklung in den Segmenten

Schaden- und Unfallversicherung: Segmentergebnis nahezu auf Vorjahresniveau

Segment Schaden- und Unfallversicherung

in Mio. Euro
2010 2009
Gebuchte Bruttobeiträge 3.518 3.551
Verdiente Beiträge f.e.R. 2.712 2.699
Kapitalanlageergebnis 431 362
Versicherungsleistungen f.e.R. -1.878 -1.734
Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb f.e.R. -941 -873
Sonstige Aufwendungen / Erträge -45 -70
Finanzierungsaufwendungen 0 0
Steuern -65 -156
Segmentergebnis 214 229
Kapitalanlagebestand 9.031 9.807
Schaden-Kostenquote (Net Combined Ratio) 104,7 % 98,7 %
Brutto-Schadenquote 65,4 % 62,5 %
Brutto-Kostenquote 31,4 % 31,4 %

Im Geschäftsfeld Schaden- und Unfallversicherung verringert sich das Segmentergebnis im Geschäftsjahr 2010 von 229 Mio. Euro auf 214 Mio. Euro. Der leichte Rückgang beruht im Wesentlichen auf den gestiegenen Aufwendungen für Versicherungsfälle. Ein wiederum stark verbessertes Kapitalanlageergebnis konnte diese Entwicklung nicht gänzlich kompensieren.

Die Bruttobeitragseinnahmen erreichten zum Jahresende 2010 ein nahezu stabiles Niveau von 3.518 Mio. Euro (-33 Mio. Euro). Wesentliche Treiber waren vor allem die fortgesetzte Sanierung des Arzt-Haftpflicht-Geschäftes, sowie eine niedrige Produktion in der Kraftfahrtversicherung und im Unfall-Geschäft. In Kraftfahrt resultiert der Rückgang im Wesentlichen aus unserer ertragsorientierten Preispositionierung in diesem hart umkämpften Markt. Außerdem führte die Wirtschaftskrise zu einem Beitragsrückgang bei umsatzabhängigen Verträgen im Industrie-Geschäft. Eine deutlich positive Entwicklung ist weiterhin bei dem in 2009 auch in der AXA Versicherung eingeführten Bündelprodukt BOXplus zu verzeichnen.

Das Kapitalanlageergebnis des Segmentes konnte im Berichtsjahr von 362 Mio. Euro im Vorjahr auf 431 Mio. Euro deutlich verbessert werden. Im Laufe des Jahres 2010 hat sich die Situation an den internationalen Kapitalmärkten zunehmend entspannt. Das Geschäftsjahr war jedoch geprägt von den Sorgen um die Zahlungsfähigkeit einiger europäischer Länder, die sich vor allem in einem deutlich gesunkenen Zinsniveau und der entsprechenden Wertsteigerung der festverzinslichen Wertpapiere widerspiegelt. Dem entgegen stiegen die Risikoaufschläge vereinzelter Rentenpapiere und glichen zum Teil die genannte Wertsteigerung aus. Die Aktienmärkte entwickelten sich unterschiedlich. Während der DAX einen leicht positiven Trend aufweist, sank der EURO STOXX geringfügig. Diese Entwicklung hatte jedoch keinen signifikanten Einfluss auf die AXA. Zusätzlich wurde das verbesserte Kapitalanlageergebnis durch höhere Dividendenausschüttungen begründet.

Die Schadenquote (brutto) für das laufende Geschäftsjahr erhöhte sich im Segment Schaden- und Unfallversicherung um 2,9 Prozentpunkte auf 65,4 %. Diese Veränderung war im Wesentlichen durch bedingt durch einen erhöhten Schadenaufwand durch Anhäufung von Großschäden im Sach-Industrie/Firmen Geschäft sowie die Auswirkung der Sturmereignisse “Xytnhia” und “Norina” in 2010. Der strenge Winter verursachte zahlreiche Leitungswasser-(Sach) und Glatteisschäden (Kraftfahrt und Unfall).

Die Kostenquote (brutto) veränderte sich im Geschäftsjahr 2010 gegenüber dem Vorjahr nicht und beläuft sich auf 31,4%.

Insgesamt lag die Schaden-Kostenquote (Net Combined Ratio) mit 104,7 % um 6,0 Prozentpunkte über dem Vorjahresniveau von 98,7 %. Der Anstieg ist im Wesentlichen auf eine gegenüber dem Vorjahr verschlechterte Schadenquote (+2,9 Prozentpunkte) bei einer konstanten Kostenentwicklung zurückzuführen.

Starke Ergebnisverbesserung in der Lebensversicherung

Segment Lebensversicherung

in Mio. Euro
2010 2009
Gebuchte Bruttobeiträge 4.305 4.262
Verdiente Beiträge f.e.R. 4.222 4.231
Kapitalanlageergebnis 2.225 1.865
Versicherungsleistungen f.e.R. -5.798 -5.569
Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb f.e.R. -466 -466
Sonstige Aufwendungen / Erträge -22 -50
Finanzierungsaufwendungen 0 0
Steuern -36 9
Segmentergebnis 125 20
Neugeschäft (Annual Premium Equivalent) 311 296
Kapitalanlagebestand 42.164 41.139
Stornoquote 2,7 2,8
Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb in % der Bruttobeiträge 10,8% 10,9 %

Der Gewinn des Geschäftsbereiches Lebensversicherung ist im Jahr 2010 mit einem Segmentergebnis von 125 Mio. um +105 Mio. Euro erheblich gegenüber 2009 gestiegen. Dieser Anstieg resultiert trotz höherer Versicherungsleistungen für eigene Rechnung aus dem deutlich gestiegenen Kapitalanlageergebnis.

Die Beitragseinnahmen erhöhten sich leicht um 1,0 % auf 4,31 Mrd. Euro, was auf den spürbaren Anstieg der Einmalbeiträge im Geschäftsjahr um 142 Mio. Euro auf 1.018 Mio. Euro. zurückzuführen ist. Die laufenden Beiträge hingegen verringerten sich um 99 Mio. Euro auf 3,3 Mrd. Euro vor allem aufgrund der Abläufe in der Kapital-Lebensversicherung.

Das Neugeschäft, gemessen in Annual Premium Equivalent (APE = Neugeschäft an laufenden Beiträgen plus 10 % der Einmalbeiträge), stieg im Jahr 2010 auf 311 Mio. Euro an (+5,0 %). Der Zuwachs war insbesondere getrieben durch den Erfolg im Einmalbeitragsgeschäft (+14 Mio. Euro) und hier vor allem mit den konventionellen Rentenprodukten und der „Portfolio Plus Police“, während das Volumen im Geschäft mit Kapitalisierungsprodukten gegenüber dem Vorjahr zurückging. Das über die Vertriebswege des AXA Konzerns generierte Neugeschäft im Bereich Lebensversicherung (einschließlich TwinStar mit einem Volumen von 54 Mio. Euro) zeigte einen Anstieg um 4 Mio. Euro (+1,1 %).

Das Kapitalanlageergebnis des Segmentes stieg im Berichtsjahr deutlich um 360 Mio. Euro auf 2,2 Mrd. Euro an. Die Verbesserung resultiert in erster Linie aus Veräußerungsgewinnen aus Aktien und Beteiligungen sowie im Vergleich zum Vorjahr geringeren Abschreibungen auf den Aktien- und Rentenbestand.

Der Bestand an Kapitalanlagen stieg im Jahr 2010 merklich um 2,4 % auf 42,1 Mrd. Euro. Dies ist hauptsächlich auf den Erfolg im Geschäft mit Versicherungen gegen Einmalbeitrag zurückzuführen.

Die gesamten Versicherungsleistungen für eigene Rechnung, die sich im Wesentlichen aus Zahlungen für Abläufe, Rückkäufe, Todesfall- und Rentenleistungen an unsere Kunden sowie den dafür zu bildenden Rückstellungen zusammensetzen, beliefen sich im Jahr 2010 auf 5,8 Mrd. Euro. Dies entspricht einem Anstieg von 4,1 %. Hier machten sich unter anderem die Auswirkungen des verbesserten Kapitalanlageergebnisses auf die entsprechend höher werdenden Leistungsverpflichtungen an unsere Kunden sowie die höhere Zuführung zur Deckungsrückstellung aufgrund des Beitragsanstiegs im Einmalbeitragsgeschäft bemerkbar. Die Zuführung zur Rückstellung für Beitragsrückerstattung gegenüber unseren Kunden stieg ebenfalls bedingt durch das verbesserte Kapitalanlageergebnis an.

Die Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb liegen gegenüber dem Vorjahr unverändert bei 466 Mio. Euro. Durch den leichten Anstieg der gebuchten Bruttobeiträge ging die Kostenquote von 10,9 % im Vorjahr auf 10,8 % im Geschäftsjahr 2010 geringfügig zurück.

Die Finanzierungsaufwendungen sanken im Berichtsjahr infolge der Entwicklung der Marktzinsen von 0,4 Mio. Euro auf 0,3 Mio. Euro.

Die Steuern stiegen nach einem Ertrag im Vorjahr von 9 Mio. Euro um 45 Mio. Euro auf 36 Mio. Euro. Von diesem Anstieg resultiert der überwiegende Teil Euro aus dem deutlich verbesserten Ergebnis vor Steuern.

Krankenversicherung: Deutlicher Ergebnisanstieg und verbesserte Kostenposition

Segment Krankenversicherung

in Mio. Euro
2010 2009
Gebuchte Bruttobeiträge 2.280 2.196
Verdiente Beiträge f.e.R. 2.279 2.195
Kapitalanlageergebnis 462 382
Versicherungsleistungen f.e.R. -2.455 -2.283
Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb f.e.R. -218 -239
Sonstige Aufwendungen / Erträge -6 -24
Finanzierungsaufwendungen 0 -1
Steuern -29 -7
Segmentergebnis 34 23
Neugeschäft (Annual Premium Equivalent) 117 126
Kapitalanlagebestand 11.207 10.209
Schadenquote 81,8% 82,1 %
Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb in % der Bruttobeiträge 9,6% 10,9 %

Der deutliche Anstieg des Kapitalanlageergebnisses, sowie geringere Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb und sonstige Aufwendungen konnten das Geschäftsergebnis positiv beeinflussen. Das Segmentergebnis betrug 34 Mio. Euro nach 23 Mio. Euro im Vorjahr.

Das Neugeschäft gemessen in APE ging 2010 um 7,1 % auf 117 Mio. Euro Jahresbeitrag zurück und folgte damit dem marktweit rückläufigen Trend. Dieser war nach dem Neugeschäftsboom zum Jahresanfang 2009 in Zusammenhang mit dem Wettbewerbsstärkungsgesetz allerdings erwartet worden. Viele Kunden entschieden sich seinerzeit noch für die preisgünstigere alte Tarifgeneration, die allerdings nicht die Portabilität von Teilen der Alterungsrückstellung beinhaltet, mit Versicherungsbeginn im Jahr 2009. Zudem war der Maklervertrieb von dem Wegfall einer Großverbindung betroffen.

Positiv wurden bei unseren Vertriebspartnern und Kunden die neuen ergänzenden Pflege-Produkte aufgenommen, die seit der Markteinführung einen kontinuierlich steigenden Anteil am Neugeschäft verzeichneten und damit den Neugeschäftsrückgang in der Vollversicherung teilweise kompensieren konnten. Rund 36.000 Kunden konnten bis zum Jahresende 2010 bereits für diese neue Produktreihe gewonnen werden.

Die gebuchten Bruttobeitragseinnahmen wuchsen im Berichtsjahr um 3,8 % auf 2,28 Mrd. Euro. Neben den moderaten Beitragsanpassungen in der Voll- und Zusatzversicherung – in der Pflegepflichtversicherung blieben die Beiträge 2010 ein weiteres Mal stabil – trugen auch die Neugeschäftsentwicklung und die hohe Bestandsfestigkeit zum Beitragswachstum bei. In den gebuchten Bruttobeiträgen sind 170,7 Mio. Euro (2009: 164,1 Mio. Euro) aus der Pflegepflichtversicherung enthalten. Das vergleichbare Wachstum des Marktes liegt nach Verbandsschätzungen bei rund 5,4 % und ist im Wesentlichen getrieben durch Beitragsanpassungen.

Das Kapitalanlageergebnis erhöhte sich unter anderem durch den Bestandsanstieg um 80 Mio. Euro auf 462 Mio. Euro. Der Bestand an Kapitalanlagen stieg im Jahr 2010 um 9,6 % auf 11,2 Mrd. Euro.

Die Versicherungsleistungen für eigene Rechnung erhöhten sich um 7,6 % auf 2,5 Mrd. Euro insbesondere durch die Entwicklung des Kapitalanlageergebnisses und der dadurch gestiegenen Zuführung zur Rückstellung für Beitragsrückerstattung. Zudem stiegen versicherungstechnischen Rückstellungen aufgrund des Bestandsanstieges gegenüber dem Vorjahr an.

Die Schadenquote – berechnet nach der Formel des Verbandes der Privaten Krankenversicherung – ging durch eine unter dem Vorjahreswert liegende Erhöhung der Deckungsrückstellung um 0,3 Prozentpunkte auf 81,8 % zurück.

Die Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb nahmen um -8,9 % auf 218 Mio. Euro ab. Ebenso wie die Abschlussaufwendungen, die sich der Neugeschäftsentwicklung folgend rückläufig entwickelten, verringerten sich auch die Verwaltungsaufwendungen. Bei einem Beitragswachstum von 3,8 % konnten wir somit unsere Kostenposition deutlich verbessern.

Die Steuern lagen aufgrund der Ergebnisentwicklung mit 29 Mio. Euro um 22 Mio. Euro über dem Vorjahreswert.

AXA Bank: Positive Entwicklung der finanziellen Verhältnisse durch konsequentes Kostenmanagement

AXA Bank

in Mio. Euro
2010 2009
Kapitalanlageergebnis 37 59
Sonstige Erträge 26 24
Sonstige Aufwendungen -66 -90
Steuern 2 2
Segmentergebnis -1 -5
Cost-Income Ratio 104,2 % 131,7 %
Forderungen an Kunden 417 440
Kundeneinlagen 1.064 690
Vermögensmanagement 73 87
Depotverwaltung 165 207

Die AXA Bank ihre Ertragssituation im Jahr 2010 durch eine deutliche Reduktion der administrativen Kosten im Rahmen eines konsequenten Kostenmanagements wesentlich verbessern können. Aus der normalen Geschäftstätigkeit erzielte die AXA Bank aufgrund des rückläufigen Zinsergebnisses noch ein leicht negatives Segmentergebnis von 1 Mio. Euro. Die AXA Bank ist Bestandteil des Vorsorge- und Vermögensmanagements des AXA Konzerns und Plattform für die vom deutschen AXA Konzern angebotenen Bankprodukte. Im Berichtsjahr hat die Bank ihre Strategie hin zu der Gewinnung von vermögenden Privatkunden und der damit verbundenen Beratung der Kunden in Anlageprodukten weiterverfolgt.

Das Kapitalanlageergebnis lag mit 37 Mio. Euro deutlich unter dem Vorjahresniveau. Der Rückgang ergibt sich im Wesentlichen durch ein rückläufiges Zinsergebnis im Baufinanzierungs- und Privatdarlehensgeschäft aufgrund der Einstellung des Neugeschäftes sowie durch rückläufige Erträge aus dem Geld- und Wertpapiergeschäft. Der leichte Anstieg in den sonstigen Erträgen resultiert im Wesentlichen aus den gestiegenen Provisionen im Investmentgeschäft. Die sonstigen Aufwendungen lagen mit 66 Mio. Euro deutlich unter dem Vorjahresniveau. Der Rückgang resultiert überwiegend aus niedrigeren Zinsaufwendungen bedingt durch durchschnittlich geringere Kundeneinlagen in 2010 sowie aus niedrigeren Verwaltungsaufwendungen. Insgesamt verbesserte sich dadurch die Cost-Income Ratio gegenüber dem Vorjahr von 131,7% auf 104,2 %. Mit der Cost-Income Ratio messen wir unseren operativen Erfolg aus dem Bankgeschäft. Dabei wird insbesondere der im Geschäftsjahr angefallene Verwaltungsaufwand ins Verhältnis zu den wesentlichen Ertragsgrößen der AXA Bank wie dem Zins- und Provisionsüberschuss gesetzt.

Zum Jahresende 2010 beliefen sich die Forderungen an Kunden auf 417 Mio. Euro (2009: 440 Mio. Euro). Die Forderungen bestehen im Wesentlichen mit 242 Mio. Euro (2009: 254 Mio. Euro) aus Immobilienkrediten und aus Privatdarlehen mit 49 Mio. Euro (2009: 57 Mio. Euro). Der Rückgang gegenüber dem Vorjahr ist auf die Einstellung des Neugeschäftes zurückzuführen. Der Bestand der von der Bank angekauften Policendarlehen war mit 133 Mio. Euro (2009: 137 Mio. Euro) leicht rückläufig.

Die Kundeneinlagen haben fast ausschließlich kurzfristigen Charakter und lagen zum Jahresende mit 1.064 Mio. Euro deutlich über dem Vorjahreswert von 690 Mio. Euro. Wesentliche Steigerungen waren dabei vor allem im Bereich der täglich fälligen Kundeneinlagen in Höhe von 533 Mio. Euro zu verzeichnen, die teilweise durch die Rückgänge im Bereich der Festgelder in Höhe von 157 Mio. Euro kompensiert wurden. Der Bestand der fondsgebundenen Vermögensverwaltung sank um 16,4 % auf 73 Mio. Euro; im klassischen Depotgeschäft ermäßigten sich die verwalteten Bestände um 20,6 % auf 165 Mio. Euro.

Holding Gesellschaften

Holding Gesellschaften

in Mio. Euro
2010 2009
Kapitalanlageergebnis 37 40
Sonstige Erträge / Aufwendungen -48 -72
Steuern 30 51
Segmentergebnis 19 19

Das Segmentergebnis der Holding Gesellschaften hat sich bei 19 Mio. Euro. stabilisiert.

Zu diesem Ergebnis gehört ein um -3 Mio. Euro auf 37 Mio. Euro gesunkenes Kapitalanlageergebnis. Während die ordentlichen Kapitalerträge aus Aktien um rund 4 Mio. Euro rückläufig waren, gingen insbesondere die Veräußerungsgewinne und -verluste sowie außerplanmäßigen Abschreibungen auf Aktien und Beteiligungen zurück. Hinzu kamen Zuschreibungen auf Wertpapiere.

Der Saldo der sonstigen Erträge und Aufwendungen einschließlich Zinsaufwendungen reduzierte sich nochmals sich um -24 Mio. Euro. auf -48 Mio. Euro. Zu dieser Verbesserung trugen insbesondere die rückläufigen Zinsaufwendungen für Pensionsrückstellungen mit rund 12 Mio. Euro bei.

Allerdings ging der Steuerertrag deutlich um 21 Mio. Euro auf 30 Mio. Euro zurück. Im Wesentlichen ergibt sich die Abweichung zum Vorjahr aus der in 2009 erfolgten Aktivierung steuerlicher Verlustvorträge in Höhe von 45 Mio. Euro. Diese konnten wegen der Erweiterung des steuerlichen Organkreises der AXA Beteiligungsgesellschaft mbH um den Organkreis der DBV Holding AG und bei entsprechender Werthaltigkeit in 2009 erfolgserhöhend gebucht werden. Stattdessen konnten in 2010 Steuererstattungen aus Vorjahren verzeichnet werden.

Vermögenslage: Kapitalanlagenbestand wächst um 2,5 Mrd. Euro

Im Laufe des Jahres 2010 hat sich die Situation auf den internationalen Kapitalmärkten zunehmend entspannt. Das vergangene Jahr war jedoch geprägt von den Sorgen um die Zahlungsfähigkeit einiger europäischer Länder. Die Schuldenkrise in der Eurozone spiegelte sich vor allem in einem deutlich gesunkenen Zinsniveau für deutsche Staatsanleihen und der entsprechenden Wertsteigerung der festverzinslichen Wertpapiere wider. Dem entgegen stiegen die Risikoaufschläge vereinzelter Unternehmens- und ausländischer Staatsanleihen und glichen zum Teil die genannte Wertsteigerung aus.

Die Aktienmärkte entwickelten sich im vergangenen Geschäftsjahr unterschiedlich. Während der Deutsche Aktienindex (DAX) einen positiven Trend aufwies, sank der für den europäischen Aktienmarkt maßgebliche EuroStoxx geringfügig. Der DAX notierte im Dezember 2010 mit 6.914 Punkten und verzeichnete somit im Vergleich zum Jahresanfang einen Zuwachs von 16,1 %. Der europäische Aktienmarkt hingegen sank zum Jahresende gemessen am EuroStoxx 50 um 6,2 % auf 2.793 Punkte. Der für den amerikanischen Aktienmarkt repräsentative S&P 500 Index notierte um 12,6 % höher als zu Jahresbeginn. Die unterschiedliche Entwicklung hatte jedoch im Gegensatz zu der Zinsentwicklung keinen signifikanten Einfluss auf die Gesellschaften des AXA Konzerns.

Im vergangenen Geschäftsjahr blieben die Leitzinsen im US-Raum wie im Vorjahr unverändert bei null bis 0,25 %. Im Euro-Raum blieb der Leitzinssatz der Europäischen Zentralbank ebenfalls unverändert bei 1 %. Der Zinssatz für 10-jährige Bundesanleihen erreichte im August mit 2,1 % seinen historischen Tiefstand und stieg bis Ende Dezember wieder auf ein Niveau von rund 3 % an.

Die Gesellschaften des AXA Konzerns haben auf die Erholung der Kapitalmärkte entsprechend reagiert und durch ein ausgewogenes Kapitalanlagenportfolio die an ihre Kunden gegebenen Leistungsversprechen erfüllt. Zudem nutzten die Gesellschaften des AXA Konzerns die Vorteile als Unternehmen eines internationalen Versicherungskonzerns, um die zur Verfügung stehenden Mittel in Kapitalanlagen mit attraktiven Konditionen zu investieren.

Im Geschäftsjahr 2010 wurden verstärkt Investitionen in Hypothekenpfandbriefe, Staatsanleihen der Euro-Kernländer und Unternehmensanleihen in Euro und US-Dollar vorgenommen. Darüber hinaus wurden Anlagen getätigt, die die Verwerfungen am Kapitalmarkt nutzen, um annähernd risikofrei zusätzliche Erträge zu erzielen.

Der Buchwert der Kapitalanlagen des AXA Konzerns – einschließlich der gesondert ausgewiesenen Kapitalanlagen aus den fondsgebundenen Lebensversicherungen in Höhe von 2,4 Mrd. Euro (2009: 1,8 Mrd. Euro) – belief sich Ende 2010 auf 66,4 Mrd. Euro gegenüber 63,6 Mrd. Euro zum vergleichbaren Vorjahreszeitpunkt. Insgesamt dominieren im Kapitalanlagebestand weiter die Rentenpapiere (Renten und Rentenfonds) mit einem Anteil von 76,6 % (2009: 75,2 %).

Kapitalanlagen: Anteile (IFRS-Buchwerte) (in %) 2010 2009
Renten 76,6 75,2
Darlehen/Ausleihungen 10,7 11,7
Aktien und Beteiligungen 4,5 4,5
Fremdgenutzter Grundbesitz 2,0 2,1
Sonstige 6,2 6,5

Moderater Anstieg der Neubewertungsrücklage

Der Saldo der unrealisierten Gewinne und Verluste der jederzeit veräußerbaren Wertpapiere betrug zum Jahresende 835 Mio. Euro (2009: 749 Mio. Euro). Damit ist ein Anstieg im Vergleich zum Vorjahr in Höhe von 110 Mio. Euro zu verzeichnen. Die unrealisierten Gewinne/Verluste bei den Rentenpapieren erhöhten sich um 157 Mio. Euro auf 405 Mio. Euro per Ende 2010. Bei Aktien und Publikumsfonds wurde ein Rückgang der unrealisierten Gewinne um 9 Mio. Euro auf 435 Mio. Euro verzeichnet. Bei den Derivaten (Cashflow Hedge) sind die unrealisierten Gewinne/Verluste von 58 Mio. Euro im Vorjahr auf 20 Mio. Euro im Jahr 2010 gesunken.

Gewinne und Verluste aus jederzeit veräußerbaren Wertpapieren, assoziierten Unternehmen und Sicherungsinstrumenten (Cashflow Hedges) wurden als Bestandteil des Eigenkapitals in der Neubewertungsrücklage erfasst. Unter Berücksichtigung von latenten Rückstellungen für Beitragsrückerstattung und latenten Steuern führte die Veränderung der unrealisierten Gewinne und Verluste im Berichtsjahr insgesamt zu einem leichten Anstieg der Neubewertungsrücklage von 6 Mio. Euro auf 344 Mio. Euro.

Finanzlage: Eigenkapitalbasis unverändert stark

Das Konzerneigenkapital (inklusive Minderheitenanteile) betrug zum 31. Dezember 2010 knapp 4,0 Mrd. Euro. Dabei konnten in 2010 für das Geschäftsjahr 2009 rund 205 Mio. Euro an die Anteilseigner der AXA Konzern AG als Dividende ausgeschüttet werden. Aufgrund versicherungsmathematischer Verluste bei Pensionsverpflichtungen verminderten sich die Gewinnrücklagen um 66 Mio. Euro. Die Neubewertungsrücklage erhöhte sich hingegen aufgrund gestiegener Marktwerte von jederzeit veräußerbaren Wertpapieren. Das im Vergleich zum Vorjahr mit 391 Mio. Euro (2009: 206 Mio. Euro) deutlich gesteigerte Konzernergebnis wirkte sich entsprechend positiv auf das Konzerneigenkapital aus. Aus dem Ergebnis der AXA Konzern AG 2010 wird für 2011 eine Dividendenzahlung in Höhe von 150,2 Mio. Euro vorgeschlagen.

Seit Jahren bringen die führenden Ratingagenturen das stabile finanzielle Fundament des AXA Konzerns in konstant guten Ratings im Bereich AA (sehr stark) zum Ausdruck. Standard & Poor's führt seit dem 30. März 2010 das Insurance Financial Strength Rating für die AXA- und DBV-Gesellschaften mit AA- und dem Ausblick „stabil“. Die Ratingagentur Fitch bestätigte am 16. Dezember 2010 das Rating AA-, verbesserte jedoch den Ausblick von "negativ" auf "stabil". Das Insurance Financial Strength Rating der Ratingagentur Moody's Investors Service vom 20. Februar 2009 Aa3 (sehr stark) mit stabilem Ausblick hat nach wie vor seine Gültigkeit.

Für die Solo-Solvabilität der Einzelgesellschaften wurden alle aufsichtsrechtlichen Anforderungen erfüllt. Die Solvabilitätskennziffern - das Verhältnis der vorhandenen Eigenmittel zu den für den Geschäftbetrieb und den Risiken als mindestens erforderlichen Eigenmitteln - der einzelnen Gesellschaften liegen über den Mindestanforderungen. Die Bedeckungssätze für 2010 betragen zwischen 109,4 % und 375,4 % (2009: 138,7 % und 431,4 %); dabei wurden Bewertungsreserven nicht berücksichtigt.

Die auf Basis des konsolidierten Abschlusses ermittelte so genannte bereinigte Solvabilität 2010 (Gruppensolvabilität) zeigt gemäß den vorläufigen Berechnungen wiederum eine deutliche Überdekkung. Diese beruht im Wesentlichen auf der Anerkennung der Teile des Eigenkapitals, die insbesondere aus der Schwankungsrückstellung resultieren. Nach internationalen Rechnungslegungsgrundsätzen besitzt die Schwankungsrückstellung im Gegensatz zu den Rechnungslegungsgrundsätzen nach dem Handelsgesetzbuch (HGB) den Charakter von Eigenkapital, da die bilanzglättende Funktion von Schwankungsrückstellungen der Darstellung neutraler Informationen widerspricht. Im Unterschied zu der Summe der Eigenmittel aus den Solvabilitätsberechnungen der Einzelgesellschaften ist bei der Berechnung zur Gruppensolvabilität zu berücksichtigen, dass auf Konzernebene gebildete Firmenwerte als immaterielle Vermögensgegenstände vom Konzerneigenkapital abgezogen werden müssen.

Ziel des Projektes Solvency II der EU-Kommission ist es, das Versicherungsaufsichtsrecht auf europäischer Ebene neu und einheitlich zu regeln. Hierzu gehört zum einen die Neuregelung der Solvenzanforderungen auf Basis risikoorientierter Kapitalmodelle (Säule I). Zum anderen wird ein prinzipienbasierter Anforderungskatalog an das Risikomanagement der Versicherungsunternehmen definiert, sodass die neuen Regelungen zur risikobasierten Eigenmittelvorschrift durch qualitative Anforderungen ergänzt werden (Säule II). Darüber hinaus werden Veröffentlichungspflichten definiert (Säule III). Die Solvency II Regelungen sollen voraussichtlich 2013 in Kraft treten. Die nationale Umsetzung von Solvency II wurde bereits durch die zum Jahresbeginn 2008 in Kraft getretene VAG Novelle (§ 64a VAG und § 55c VAG) vorangetrieben. Innerhalb § 64a VAG werden die Komponenten eines angemessenen Risikomanagements definiert. Das Rundschreiben „Mindestanforderungen an das Risikomanagement VA (MaRisk VA)“ der BaFin stellt die Durchführungsverordnung des § 64a VAG dar. Mit dem Inkraftsetzen des § 55c VAG haben Versicherungsunternehmen den an den Vorstand gerichteten Risikobericht in gleicher Form und Inhalt der Aufsichtsbehörde vorzulegen.

Derzeit entwickelt die AXA Gruppe ihr internes Modell der ökonomischen Risikokapitalberechnung derart weiter, damit dieses den Anforderung unter Solvency II genügt und als internes Modell zertifiziert werden kann. Neben den Anforderungen aus Säule I bereitet sich die AXA Deutschland derzeit ebenfalls intensiv auf die Anforderung aus Säule II und Säule III vor. Zur Umsetzung der Anforderungen durch Solvency II wurde bereits in 2008 ein Projekt gestartet, welches zum Ziel hat, ab 2013 als AXA-Gruppe sowie als AXA Deutschland durch die Aufsichtsbehörden zur Verwendung des internen Modells zertifiziert zu sein.

Die Liquiditätsplanung ist in unserem Konzern fest etabliert und spielt eine bedeutende Rolle bei der Liquiditätssteuerung innerhalb des Unternehmens. Zweimal jährlich findet eine mittelfristige Drei-Jahres-Liquiditätsplanung statt, die die Basis für die zugehörige Kapitalanlagenplanung darstellt. Die laufende Liquiditätsprognose findet zum jeweiligen Monatsende für die nächsten zwölf Monate statt. Eventuell auftretender Liquiditätsbedarf wird konzernintern zur Verfügung gestellt.

Bezüglich der Analyse der Kapitalflussrechnung verweisen wir auf die Seiten 83 und 84.

Die Ertrags-, Vermögens,- und Finanzlage des AXA Konzerns kann somit für das Geschäftsjahr 2010 im Ergebnis als sehr zufriedenstellend bezeichnet werden. Welche Ziele und Erwartungen mit den beiden kommenden Geschäftsjahren verbunden sind, beschreiben wir im Ausblick ab Seite 71.

Mitarbeiter: Stabile Beschäftigungszahlen und Investitionen in die Zukunft

Per 31. Dezember 2010 waren insgesamt 11.209Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (2009: 11.483) für den AXA Konzern tätig. Die natürliche Fluktuationsrate lag mit 2,9 % (2009: 3 %) erneut wieder leicht unter dem Wert der Vorjahre.

Zum Jahresende beschäftigte der AXA Konzern darüber hinaus 616 Auszubildende (2009: 581). Allein im abgelaufenen Jahr 2010 wurden 201 Azubis eingestellt; im Jahresdurchschnitt waren 522 Auszubildende für das Unternehmen tätig. Die Übernahmequote nach Abschluss der Ausbildung betrug 76%. Zudem bot der AXA Konzern 233 Praktikanten und 83 Stipendiaten die Möglichkeit, wertvolle praktische Erfahrungen zu sammeln.

Mit Rückwirkung zum 1. Januar 2010 wurde die AXA Service AG auf die AXA Konzern AG verschmolzen. Seit diesem Datum existiert die AXA Service AG als Gesellschaft nicht mehr, und alle Mitarbeiter der AXA Service AG sind nunmehr Mitarbeiter der AXA Konzern AG. Allen an diesem erfolgreich verlaufenden Projekt Beteiligten gilt ein großer Dank.

Der AXA Konzern betrachtet seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als wertvollste Ressource und legt daher großen Wert auf deren kontinuierliche Weiterbildung und Entwicklung. Im Bereich der Personalentwicklung sind beispielsweise die sogenannten Förderkreise hervorzuheben, deren Ziel nicht nur die Förderung einzelner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist, sondern auch der Austausch zwischen den Teilnehmerinnen und Teilnehmern sowie die Bearbeitung strategisch wichtiger Fragestellungen.

Die 13 am Konzernförderkreis (KFK) 2010-2012 teilnehmenden Führungskräfte bearbeiten aktuell im Auftrag des Vorstandes das Projektthema „Spartenübergreifende Bündelprodukte und ihre Konsequenzen". Mit dieser Untersuchung tragen die Teilnehmer zur Weiterentwicklung der Produkt- und IT-Strategie bei und leisten damit einen wertvollen Beitrag zur Unternehmensentwicklung des AXA Konzerns. Der Projektabschluss ist für das erste Quartal 2012 geplant.

Die Zielgruppe des Nachwuchsförderkreises (NFK) sind leistungsstarke Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die noch nicht über Führungserfahrung verfügen und sich persönlich wie beruflich weiterentwickeln möchten. Im NFK 2010-2012 arbeiten aktuell 14 Teilnehmerinnen und Teilnehmer an der Entwicklung einer Social Media Strategie für AXA Deutschland. Damit leisten sie einen wichtigen Beitrag dazu, die Potenziale, die soziale Netzwerke im Internet heute für Unternehmen bieten, für den AXA Konzern wertschöpfend und im Sinne eines positiven Imageaufbaus zu nutzen. Das Projekt soll im ersten Quartal 2012 abgeschlossen werden.

Neben der Projektarbeit werden für die Teilnehmer des NFK und des KFK individuell konzipierte Seminare und Trainings durchgeführt sowie Treffen mit Vorstandsmitgliedern und externen Referenten zu aktuellen Konzernthemen organisiert. Darüber hinaus erhalten die Teilnehmer regelmäßig individuelles Feedback. Bei der generellen Auswertung aller bisher durchgeführten Nachwuchs- und Konzernförderkreise lässt sich erfreulicherweise feststellen, dass etwa die Hälfte aller KFK-Teilnehmer und rund zwei Drittel der NFK-Teilnehmer eine weiterführende Aufgabe übernommen haben.

Nach der erfolgreichen Premiere 2009/2010 ergänzte der Potenzialkreis Hauptverwaltung (PTK HVw) weiterhin das bestehende Förderkreisangebot: Im November 2010 startete der zweite Durchgang dieses Kreises, der sich – ähnlich wie die Regionen-Potenzialkreise – an Potenzialträger richtet, die noch am Anfang ihrer Karriere bei AXA stehen. Ziel dieses ressortübergreifenden, einjährigen Programms ist es, die Teilnehmer durch Trainings, Projektarbeit und individuelle Feedbacks früh beim Ausbau ihrer persönlichen, methodischen, unternehmerischen und sozialen Kompetenzen zu unterstützen und Projektmanagementskills zu entwickeln. Die 14 Teilnehmer des PTK HVw 2010-2011 bearbeiten derzeit das Thema ""Online-Offensive ÖD im Zugangsweg ver.di Mitgliederservice" und unterstützen so wichtige strategische Konzerninitiativen.

Zusammenfassend betrachtet bewähren sich die Förderkreise nicht nur als effektive Entwicklungsmaßnahme, sondern auch als kreativer Produktentwicklungspool.

Neben den Förderkreisen bietet der AXA Konzern mit dem Vorstandsassistenten-Programm zwölf jungen Nachwuchsführungskräften die Möglichkeit, während der zweijährigen Assistenzzeit den jeweiligen Vorstand bei seinen Aufgaben zu unterstützen. Ergänzt wird diese Tätigkeit durch zahlreiche Informationsveranstaltungen und Seminare sowie einer Vertriebshospitation. So soll den Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Möglichkeit gegeben werden, über das eigene Ressort hinaus unterschiedliche Konzernbereiche und Ressorts näher kennenzulernen.

Die Förderkreise sowie das Vorstandsassistenten-Programm ermöglichen also die gezielte Förderung von Management-Potenzial und sichern somit den langfristigen Erfolg der AXA.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind, wie bereits erwähnt, die wertvollste Ressource der AXA. Daher ist es uns unverändert wichtig, solche Rahmenbedingungen zu bieten, die es unseren Mitarbeitern ermöglichen, Familie und Beruf zu vereinbaren. Nachdem AXA im Jahr 2009 eine Reihe von Maßnahmen und Programmen gestartet hatte, um in diesem Zusammenhang Erleichterungen anzubieten, wurde das Angebot im vergangenen Jahr weiter ausgebaut: So gibt es in der Hauptverwaltung seit 2008 ein Büro, das einen Arbeitsplatz und Spielmöglichkeiten für (Klein-)Kinder kombiniert. Sollte also die Betreuung für den Nachwuchs kurzfristig ausfallen, ist es durch dieses besondere Büro möglich, die Aufsicht über das Kind mit der eigenen Arbeit zu kombinieren.

Für den Fall, dass nicht die Betreuung ausfällt, sondern das Kind erkrankt, wurde bereits in 2008 in der Kölner Hauptverwaltung ein Laptop-Pool eingerichtet, so dass Eltern ihre Aufgaben in Telearbeit zu Hause erledigen können. Dieses Angebot wurde im vergangenen Jahr auf die Region Nord an den Standorten Berlin, Hamburg, Bremen und Hannover ausgeweitet.

AXA bietet außerdem für Mitarbeiter-Kinder in Kooperation mit externen Anbietern Plätze für ein Ferienprogramm während der Schulferien an. Das Ferienprogramm für Mitarbeiter-Kinder (Kids@AXA) konnte 2010 deutlich ausgeweitet werden: 70 Kinder haben an verschiedenen Standorten insgesamt 300 hochwertig organisierte Ferientage erlebt.

AXA bietet in Kooperation mit dem ElternService AWO darüber hinaus konzernweit nicht nur schnelle und professionelle Unterstützung und Beratung bei der Organisation qualifizierter Kinderbetreuung an (z. B. Tagesmütter, Au-Pairs, Kindernotfallbetreuung), sondern hilft auch bei der Organisation von Familien- und Pflegeleistungen für ältere und pflegebedürftige Angehörige. Hierbei können Beratungs- und Vermittlungsleistungen von den Mitarbeitern kostenlos in Anspruch genommen werden. Bei der Kindernotfallbetreuung übernimmt AXA sogar die Betreuungskosten für maximal fünf Tage pro Jahr und Kind.

AXA trägt nicht nur dafür Sorge, dass die Belegschaft Familie und Beruf miteinander vereinbaren kann. Auch in puncto ‚Diversity' setzt sich AXA ambitionierte Ziele. Um z. B. die Anzahl der Frauen in Führungspositionen langfristig zu erhöhen, wurde im vergangenen Jahr ein sog. ‚Gender Mentoring Programm' ins Leben gerufen. Um die persönliche und insbes. berufliche Entwicklung sowie das Netzwerken von ambitionierten Frauen zu unterstützen, wurden insgesamt 19 Tandems von männlichen Vorständen und aufstiegsorientierten Abteilungsleiterinnen gebildet. Mentor und Mentee treffen sich hierbei in regelmäßigen Abständen und tauschen sich im Rahmen eines hierarchie-, generationen- und geschlechterübergreifenden Dialogs aus.

Im Abstand von zwei bis drei Jahren findet eine Standortrundreise statt, in deren Rahmen Vorstandsmitglieder alle AXA Standorte besuchen. In einer Plenumsveranstaltung mit allen Mitarbeitern werden dabei die Unternehmensentwicklung, die strategische Ausrichtung sowie aktuelle Themen vorgestellt. Im Jahr 2010 haben die Herren Dr. Keuper, Ulrich C. Nießen und Jens Hasselbächer innerhalb von zwei Monaten insgesamt 17 Standorte besucht, an denen sie den Mitarbeitern Rede und Antwort standen. In anschließenden Gesprächsrunden mit Führungskräften wurden einzelne Themen und Punkte nochmals vertieft. Anschließend standen die Vorstände im Rahmen eines Fests auch zum informellen Austausch zur Verfügung.

Im Rahmen der Konzernstrategie ‚AXA erste Wahl' ist es das erklärte Ziel der AXA Deutschland, als sog. Lösungsversicherer erste Wahl für Kunden, Aktionäre, Vermittler und Mitarbeiter zu werden. Um mit diesem Konzept im Markt erfolgreich zu sein, ist eine veränderte Verhaltenskultur erforderlich, die dazu ermutigt, in allen Bereichen neue Wege zu gehen. Eine Voraussetzung hierfür ist das konsequente Leben der sog. Kerneigenschaften erreichbar, aufmerksam und zuverlässig, was interne und externe Kundenorientierung gleichermaßen erlebbar werden lässt. Von den Führungskräften wird darüber hinaus erwartet, mögliche Ängste der Mitarbeiter (z. B. davor, einen Fehler zu machen) abbauen und Entscheidungsfreiheiten zu schaffen, um so alle vorhandenen Potenziale freizusetzen: Dies wird in den drei sog. Führungserwartungen Vertrauen, Nachhaltigkeit und Empowerment ausgedrückt. Nach einer Workshop-Reihe im Jahr 2009 gab es auch im vergangenen Jahr wieder eine Reihe von Maßnahmen und Initiativen, um die Begeisterung und das Engagement der Mitarbeiter für diese Veränderung wach zu halten.

Die Umsetzung dieser Strategie lebt von der Begeisterung und dem Engagement der Mitarbeiter.

Um dies wirkungsvoll zu unterstützen und im Unternehmen ein gemeinsames Führungsverständnis zu entwickeln, hat der Präsident der weltweiten AXA Gruppe, Henri de Castries, das internationale Programm „2012 & Beyond“ ins Leben gerufen. Es soll alle Führungskräfte dabei unterstützen, eine leistungsstarke, kundenorientierte Kultur zu entwickeln; Mitarbeiter zu motivieren und einen konstruktiven Führungsstil zu entwickeln, der auf Verantwortung, Offenheit und Respekt beruht (sog. konstruktiver Führungsstil).

In Deutschland startete der durch die Abteilung Management Development begleitete Roll-Out von „2012 & Beyond“ im Herbst 2009 und endete Anfang Juni 2010. Den rund 550 leitenden Angestellten des angestellten Innen- und Außendienstes vermittelte das Programm in mehreren Stufen hilfreiche und zielführende Instrumente und Methoden. Neben zwei Seminaren hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, in drei individuellen Telefon-Coachings ihren Führungsstil und Situationen aus dem Führungsalltag mit einem Coach zu reflektieren. Mit dem Programm „2012 & Beyond“ ist ein weiterer Schritt hin zu AXA erste Wahl vollzogen und der Weg für eine nachhaltige Veränderung der Unternehmenskultur bereitet.

In diesem Zusammenhang wird die sog. „Maßstab“-Befragung durchgeführt. Während im Verlauf des Integrationsprozesses der DBV-Winterthur der sogenannte „Puls Check“ die Stimmungslage der Mitarbeiter wiedergab, misst nun die halbjährlich anonym durchgeführte „Maßstab“-Befragung die Zufriedenheit mit dem Umsetzungsstand der Strategie „AXA erste Wahl“. Die Ergebnisse liefern wertvolle Hinweise, wie weit AXA in den Augen ihrer Mitarbeiter bereits auf dem Weg zum Lösungsversicherer und zum Unternehmen erster Wahl in Bezug auf die Umsetzung der definierten Kerneigenschaften „Erreichbarkeit“, „Aufmerksamkeit“ und „Zuverlässigkeit“ ist.

Dass Mitarbeiterbefragungen bei AXA prinzipiell einen hohen Stellenwert haben, kommt auch in der jährlich – weltweit durchgeführten – Mitarbeiterbefragung „Scope“ zum Ausdruck. Im Rahmen dieser Befragung bittet AXA einmal im Jahr alle Mitarbeiter um ein offenes Feedback zu Themen wie Arbeitszufriedenheit, Mitarbeiterengagement und Unternehmenskultur. Neben der Abfrage des Status Quo zielt Scope auch darauf ab, Verbesserungspotenziale zu identifizieren und Impulse für die weitere Entwicklung zu geben. Die Ergebnisse für das erneut anspruchsvolle und sehr arbeitsintensive Jahr 2010 sind wieder überwiegend positiv: Der wichtige Indikator ‚Mitarbeiter-Engagement' liegt mit 76% ähnlich wie im Vorjahr wiederum über dem Durchschnitt anderer in Deutschland befragter Unternehmen. Dies gilt insbesondere für die Bereitschaft der Mitarbeiter, sich überdurchschnittlich für den Erfolg des Unternehmens einzusetzen und AXA als guten Arbeitgeber zu empfehlen. Deutliche Steigerungen im Vergleich zum Vorjahr gab es u. a. bei der Zufriedenheit mit der Entlohnung und den Sozialleistungen sowie bei der Beurteilung der unternehmerischen Verantwortung: 81% der Mitarbeiter sind der Meinung, dass sich AXA in der Gesellschaft sozial verantwortlich verhält. Ein mit Blick auf die Unternehmensstrategie erfreuliches Ergebnis ist die Rückmeldung von 73% der Mitarbeiter, dass ihre Abteilung wichtige Schritte für mehr Kundenorientierung unternommen hat.

Im Rahmen des AXA Shareplans können Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bereits seit 1998 jedes Jahr zu günstigen Konditionen AXA Aktien erwerben und profitieren auf diese Weise direkt vom Unternehmenserfolg. In 2010 war die Beteiligung zwar konzernweit mit 2.729 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern etwas geringer als im Vorjahr (2.964), jedoch steigerte sich die durchschnittliche Investition der Mitarbeiter nochmals von 1.510 auf 1.575 Euro. Die Teilnehmer investierten damit insgesamt 4.299.043 Euro in den AXA Shareplan und drückten somit ihr Vertrauen in den künftigen Unternehmenserfolg aus. Dies ist angesichts der noch immer anhaltenden Finanzmarktkrise und der volatilen Kapitalmärkte ein hervorragendes Ergebnis und ein unverändertes Zeichen, dass die Belegschaft auch in schwierigen Zeiten an den Erfolg der AXA glaubt.

Der AXA Konzern hat in 2010 seine Beitragseinnahmen erhöhen und das Konzernergebnis deutlich steigern können. Wichtige Projekte wurden sehr erfolgreich abgeschlossen; daneben erhielt AXA zahlreiche Auszeichnungen für Produkte und Service.

Dieses vor allem in Anbetracht des schwierigen wirtschaftlichen Umfelds hervorragende Ergebnis wäre ohne das große Engagement und die hohe Leistungsfähigkeit der Belegschaft nicht möglich gewesen. Daher gilt unser besonderer Dank all unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die sich durch Flexibilität, Kollegialität und hohen Arbeitseinsatz auszeichnen, und die nicht nur, wie Scope zeigt, stolz sind, für AXA zu arbeiten, sondern auf die auch AXA sehr stolz ist.

Der Dank gilt ferner den betriebsrätlichen Gremien sowie dem Unternehmens-Sprecherausschuss der Leitenden Angestellten für ihre unverändert engagierte und vertrauensvolle Zusammenarbeit, die sich auch in diesem Jahr erneut als sehr konstruktiv erwiesen hat. Wir sind daher fest überzeugt, dass wir die zukünftigen Herausforderungen gemeinsam erfolgreich meistern werden.

Nicht finanzielle Leistungsindikatoren

Ruhestandbarometer – AXA untersucht Erwartungen und Meinungen

Seit Jahren spiegelt AXA durch die europaweite Studie AXA Ruhestandbarometer ein länderübergreifendes Stimmungsbild zum Thema Ruhestand wider. Im Jahr 2010 wurde die repräsentative Studie in insgesamt 13 Ländern an über 13.000 Personen durchgeführt. Dabei zeigte sich, dass über 60 % der befragten Deutschen und Schweizer – und diese damit im Ländervergleich am besten – über die Höhe ihrer Rente informiert sind. Im Gegensatz dazu haben über 70 Prozent der Spanier, Franzosen oder Briten keine Vorstellung davon, wie hoch ihre Rente ausfallen wird. Dem Wissen über vorhandene Rentenlücken lassen jedoch nur wenige Bundesbürger Taten folgen. Der Beginn der privaten Altersvorsorge verlagerte sich nach hinten – weniger als die Hälfte der Bürger hat sich mit Anfang 30 bereits um private Vorsorge bemüht. Etwa ein Drittel gab an, sich erst im Alter von durchschnittlich 48 Jahren damit auseinandersetzen zu wollen.

Gesellschaftliche Verantwortung im Fokus: neues Online-Pflegeportal

Eigenverantwortliche Vorsorge beinhaltet nicht nur Alterssicherung, sondern auch Vorsorge zu treffen für eine eventuelle Pflege. Durch die stetig wachsende Zahl der Pflegebedürftigen in Deutschland steigt auch der Informationsbedarf zu diesem Thema. AXA hat deshalb im Jahr 2010 den Online-Auftritt www.axa-pflegewelt.de entwickelt. Als integrierte Informationsplattform rund um das Thema Pflegebedürftigkeit bietet das Portal umfassende Informationen, Expertentipps sowie Links zu weiterführenden Webseiten. Das Informationsangebot kann nicht nur von Kunden genutzt werden, sondern steht auch Betroffenen und deren Angehörigen sowie allen anderen Interessierten zur Verfügung. Mit dieser Initiative nimmt AXA seine gesellschaftliche Verantwortung wahr und schafft als Lösungsversicherer ein ganzheitliches Angebot von der umfassenden Information über die bedarfsgerechte Beratung bis hin zum passenden Pflegevorsorgeprodukt.

Auszeichnungen und Zertifizierungen für AXA Produkte und Services

Ein Beweis für das bedarfsorientierte Angebot von AXA zum Thema Pflege ist das Pflegevorsorgeprodukt FamilyFit. Das Fachmagazin Cash. zeichnete FamilyFit in diesem Jahr mit einem Financial Advisory Award aus. In der Kategorie „Private Krankenversicherung/ Berufsunfähigkeit“ sicherte sich AXA den ersten Platz. Die Jury wertete die Idee des Produktes, in einem Tarif mehrerer Generationen absichern zu können, als innovativ. Darüber hinaus wurde die Lösung, dass Erwerbstätige ihre Eltern absichern können, als besonders bedarfsgerecht gelobt.

Das Beratungskonzept plan360° Ruhestand wurde durch seinen Rundum-Lösungsansatz bereits zum dritten Mal in Folge zur Verbraucherempfehlung der Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen (BAGSO). Vor zwei Jahren war AXA als erster Versicherungs- und Finanzdienstleister für seinen Beratungsansatz ausgezeichnet worden. Die BAGSO bewertet das Konzept als „umfassend und verständlich“ und als „exakt auf die Bedürfnisse der Generation 55plus zugeschnitten.“ Im Rahmen der Untersuchung attestiert die BAGSO 87 % der getesteten Berater eine sehr gute oder gute Beratungsleistung. Damit wurde das Ergebnis des Vorjahres noch übertroffen.

Auch mehrere Serviceinitiativen von AXA wurden ausgezeichnet und zertifiziert. Um Vertriebspartner noch besser zu unterstützen, hat AXA den Firmen- und Industriekundenservice geschaffen. Diese Einheit unterstützt Vermittler dabei, Interessenten kompetent und bedarfsgerecht zu beraten. Als erstes Versicherungsunternehmen hat AXA 2010 die Servicequalität des Firmen- und Industriekundengeschäfts erfolgreich durch den TÜV zertifizieren lassen.

Das Wirtschaftsmagazin Focus money ermittelt alljährlich unter anderem die besten Versicherer aus Maklersicht. Über 400 Makler wählten die AXA Krankenversicherung zum zweiten Mal in Folge in der Kategorie „Bester Maklerversicherer in der Privaten Krankenversicherung“ auf den ersten Platz. Vor allem die schnelle Antragsbearbeitung sowie der kompetente Service im Neugeschäft sprechen aus Maklersicht für die AXA Krankenversicherung.

Das Deutsche Institut für Service-Qualität (DISQ) nahm im Herbst 2010 im Auftrag des Fernsehsenders n-tv die Kraftfahrzeug-Versicherer unter die Lupe. Hauptuntersuchungsmerkmal waren der Kundenservice bei der Erstellung von Angeboten und die Vertragsleistungen. AXA bot dabei den besten Service unter den Filialversicherungen und glänzte unter anderem mit der besten E-Mail-Bearbeitung.

Schnelle Hilfe nach der Tragödie – Fonds für Loveparade-Opfer eingerichtet

Die Klärung der Schuldfrage ist nach einem Unglück, wie es im Juli 2010 während der Loveparade in Duisburg geschah, in der Regel ein längerer Prozess. Dennoch ist gerade unmittelbar nach einem Unglück die Not am größten. Aus diesem Grund stellten AXA und der Loveparade-Veranstalter schon wenige Tage nach der Tragödie 1 Mio. Euro in Form eines Soforthilfe-Fonds zur Verfügung. Er unterstützt schnell und unbürokratisch Menschen, die durch das Unglück in eine finanzielle Notlage geraten waren.

Risiken der zukünftigen Entwicklung

Einschätzungen der zukünftigen Entwicklung unseres Konzerns beruhen in erster Linie auf Planungen, Prognosen und Erwartungen. Dementsprechend kommen insbesondere in der Berichterstattung über die Risiken und die künftige Entwicklung des AXA Konzerns allein unsere Annahmen und subjektiven Ansichten zum Ausdruck.

Wie durch § 64a des Versicherungsaufsichtsgesetzes (VAG) gefordert, verfügen wir über ein der Größe unserer Gesellschaft angemessenes Risikomanagementsystem.

Als Risiko wird gemäß den Mindestanforderungen an das Risikomanagement für Versicherungsunternehmen (MaRisk VA) die Möglichkeit des Nichterreichens eines explizit formulierten oder sich implizit ergebenden Zieles verstanden. Dies schließt die Risikodefinition des Deutschen Rechnungslegungs-Standards zur Risikoberichterstattung (DRS 5) ein, innerhalb dessen Risiken als negative künftige Entwicklung der wirtschaftlichen Lage im Vergleich zur Situation am Bilanzstichtag definiert sind. Für alle wesentlichen Risiken wird ein überschaubarer Zeitraum (in der Regel zwei Jahre) zugrunde gelegt.

Grundsätzlich kann zwischen folgenden Risiken unterschieden werden:

versicherungstechnische Risiken,
Risiken aus dem Ausfall von Forderungen aus dem Versicherungsgeschäft,
Risiken aus Kapitalanlagen,
operationale und sonstige Risiken.

Im Folgenden werden unsere Organisationseinheiten des Risikomanagements und der Risikomanagementprozess aufgezeigt. Darüber hinaus wird unsere Risikosituation insbesondere entsprechend dem Deutschen Rechnungslegungsstandard zur Risikoberichterstattung von Versicherungsunternehmen (DRS 5-20) dargestellt.

Organisationseinheiten des Risikomanagements

Aufgrund der Komplexität des Versicherungsgeschäfts ist die Risikomanagement-Funktion unseres Konzerns auf verschiedene Organisationseinheiten und Gremien verteilt. Kontrollgremien sind der Aufsichtsrat und das Audit Committee als den Vorstand überwachende Organe. Das Risikokomitee als Gremium des Gruppenvorstandes ist zuständig für die risikopolitische Ausrichtung unseres Konzerns sowie die Implementierung eines funktionierenden angemessenen Risikomanagements und dessen Weiterentwicklung. Darüber hinaus existiert die Risikorunde als zentrales Kommunikationsgremium für Risikothemen auf Geschäftsbereichsebene und das Compliance and Operational Risk Committee als zentrales Kommunikationsgremium für Themen zu Compliance- und operationalen Risiken. Zusätzlich werden risikorelevante Themen in diversen Spezialgremien, wie z. B. dem Business Continuity Management Committee und Asset Liability Committee, besprochen.

Zur Risikomanagement-Funktion gehörende Organisationseinheiten sind

der Bereich Value & Risk Management (zentrales Risikomanagement),
die Risikoverantwortlichen für die Steuerung und Kontrolle der Risiken in ihrem jeweiligen Unternehmensbereich (dezentrales Risikomanagement),
der dezentrale Risikomanager pro Ressort für die Koordination aller risikorelevanten Themen innerhalb des Ressorts und
die Verantwortlichen Aktuare sowie
die Interne Revision als unabhängige Prüfinstanz.

Der Chief Risk Officer der AXA Deutschland stellt die zeitnahe Kommunikation risikorelevanter Themen durch regelmäßige Berichterstattung an das Risikokomitee innerhalb der Gremiensitzungen bzw. ad-hoc sicher.

Risikomanagementprozess

Das Risikomanagement unseres Konzerns erfolgt unter Beachtung gesetzlicher, aufsichtsrechtlicher und innerbetrieblicher Vorgaben. Der Risikomanagementprozess des AXA Konzerns setzt sich aus Risikoidentifikation, Analyse und Bewertung, Risikosteuerung sowie Risikoüberwachung und Kommunikation/Berichterstattung zusammen.

Risikoidentifikation: Die vollständige Erfassung aller Risiken erfolgt in Form von Risikopolicen. Hierbei werden die identifizierten wesentlichen Risiken inklusive deren aufbau- und ablauforganisatorischen Regelungen dokumentiert. Die regelmäßige Risikoidentifikation erfolgt innerhalb der mindestens quartalsweise stattfindenden Risikogremiensitzungen, durch die Aktualisierung der Risikopolicen und im Rahmen der strategischen Planung. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit der Ad-hoc-Berichterstattung direkt an das zentrale Risikomanagement. Risiken neuer Kapitalmarkt- und Versicherungsprodukte werden im Rahmen des standardisierten Product Approval Process (PAP) von dem Bereich Value & Risk Management unabhängig auf alle wesentlichen internen und externen Risikoeinflussfaktoren untersucht sowie deren Auswirkungen auf das Gesamtrisikoprofil bewertet. Des Weiteren gibt es zur Identifikation operationaler Risiken einen jährlichen Risikoerhebungsprozess auf Basis einer Befragung der Vorstandsmitglieder und des Top Managements und einer Bewertung von den jeweiligen operativen Ansprechpartnern.

Risikoanalyse und Bewertung: Alle wesentlichen quantifizierbaren Risiken im Sinne des Solvency II Ansatzes werden mit Hilfe der Methodik des ökonomischen Risikokapitalmodells bewertet. Für alle anderen wesentlichen Risiken erfolgt eine qualitative Einschätzung und zum Teil eine quantitative Bewertung außerhalb des Risikokapitalmodells.

Risikosteuerung: Unter Risikosteuerung wird die Umsetzung von konkreten Maßnahmen zur Bewältigung der Risikosituation unseres Konzerns zusammengefasst. Dazu zählen Risikovermeidung, Risikominderung, Risikoabsicherung und Risikoweitergabe sowie das Tragen beziehungsweise die bewusste Inkaufnahme von Risiko. Die Entscheidung, welche Maßnahme im speziellen Fall durchgeführt wird, erfolgt durch Abwägung des Risiko-/Ertragsprofils sowie durch Beachtung der Risikotragfähigkeit beziehungsweise der Bereitschaft des Vorstandes, bestimmte Risiken zu übernehmen.

Risikoüberwachung und Kommunikation/Berichterstattung: Die Risikoüberwachung erfolgt im Rahmen des Risikomanagements, zum Beispiel durch Nachverfolgung von Frühwarnindikatoren. Neben der Ergebnisberichterstattung zum ökonomischen Risikokapital wird auf Konzernebene regelmäßig ein Risikobericht verfasst, der den Vorständen der Versicherungsgesellschaften vorgelegt und an das dezentrale Risikomanagement, das Audit Committee und die Aufsichtsbehörde übermittelt wird. Zusätzlich sind sofortige Berichterstattungspflichten, beispielsweise bei Erreichen definierter Schwellenwerte, implementiert. Risikorelevante Themen werden darüber hinaus im Rahmen des quartalsweise zusammenkommenden Risikokomitees besprochen, die zuvor innerhalb der ebenfalls quartalsweise stattfindenden Risikogremiensitzungen „Risikorunde" und „Compliance and Operational Risk Committee" diskutiert worden sind.

Versicherungstechnische Risiken

Schaden- und Unfallversicherung

Der AXA Konzern betreibt im Schaden- und Unfallversicherungsgeschäft insbesondere die Sparten Kraftfahrt-, Haftpflicht-, Unfall-, Sach-, Transport- und Luftfahrtversicherung. Diese werden im direkten wie auch teilweise im indirekten Geschäft gezeichnet.

Die primären Risiken aus der Schaden- und Unfallversicherung mit Beitragsrückgewähr sind das Prämien- und Schadenrisiko sowie das Reserverisiko. Ferner besteht in der Unfallversicherung noch das Zinsgarantierisiko.

Prämien- und Schadenrisiko

Unter dem Prämien-/Schadenrisiko wird das Risiko verstanden, dass die tatsächlichen endgültigen Schadenzahlungen des Versicherungsbestandes die erwarteten, in der Prämie berücksichtigten Zahlungen übersteigen können. Es wird somit durch die zufällige Schadenanzahl und die zufällige Schadenhöhe der einzelnen Schäden bestimmt. Für eine risikoadäquate Tarifierung werden versicherungsmathematische Modelle auf Basis empirischer Schadendaten verwendet. Die regelmäßige Überwachung des Schadenverlaufs gewährleistet eine zeitnahe Anpassung der Tarifierungs- und Annahmepolitik an signifikante Veränderungen. Daher ist die AXA in der Lage, im Neugeschäft die Beiträge an eine geänderte Schadensituation kurzfristig anzugleichen. Das Bestandsgeschäft wird durch Beitragsanpassung der Einjahresverträge mit Verlängerungsoption und durch vertraglich festgelegte Beitragsanpassungsklauseln risikoadäquat gehalten.

Die Risikosteuerung unseres Konzerns erfolgt durch eine gezielte Risikoselektion, Produktgestaltung und risikogerechte Kalkulation sowie ertragsorientierte Zeichnungsrichtlinien. Durch Zeichnungsrichtlinien können bereits bei Abschluss Deckungszusagen für unerwünschte Risiken und Risikokonzentrationen vermieden werden. Darüber hinaus werden bestehende Versicherungsverträge unter bestimmten Umständen aufgrund des Schadenverlaufs der Vergangenheit gar nicht oder nur unter Erhöhung der Selbstbeteiligung oder der Beiträge verlängert. Im Rahmen der Steuerung von Versicherungsrisiken werden außerdem die Mechanismen der Rückversicherungspolitik sowie des aktiven Schadenmanagements eingesetzt. Die Rückversicherung orientiert sich an den unterschiedlichen Brutto-Kapazitäten der Sparten. Großrisiken und Kumulexposure werden auf vertraglicher Basis rückversichert. Ausnahmeakzepte innerhalb der Zeichnungskapazitäten der Sparten, die außerhalb der obligatorischen Rückversicherungskapazitäten liegen, werden durch Einzelrückversicherung rückgedeckt. Im Rahmen eines in 2007 neu eingeführten Rückversicherungskonzepts hat die AXA Versicherung einen Quoten-Rückversicherungsvertrag über ihr Privat-Kraftfahrt-Versicherungsgeschäft abgeschlossen. Das übernommene Risiko wurde vom Rückversicherer anschließend über eine Verbriefung am Kapitalmarkt platziert. Zur Analyse von Trends, Streuungen und Zyklen sowie deren Treibern werden stochastische Szenarien verwendet.

Einen besonderen Stellenwert innerhalb des Prämien-/Schadenrisikos nimmt das Groß- und Katastrophenschadenrisiko ein. Hierbei handelt es sich um das unerwartete Eintreten von einzelnen Großschäden, aber auch durch Ereignisse wie z. B. Naturkatastrophen, die zu einer großen Anzahl von Schäden führen. Neben Naturkatastrophen können auch durch Menschen verursachte Schadenereignisse, wie zum Beispiel Terroranschläge, hohe Großschäden hervorrufen. Zusätzlich könnte der Trend zu höheren Schadenersatzansprüchen in der Haftpflichtversicherung, zum Beispiel bei neu aufkommenden Risiken, Veränderungen der Rechtslage bzw. im Verhalten der Marktteilnehmer oder Umweltschäden, den durchschnittlichen Schadenaufwand erhöhen.

Zur Bewertung dieser Risiken führen wir eine Kumulkontrolle durch, in der durch regelmäßige Erhebungen aus den Datenbankbeständen die genauen Kumulwerte (pro Sparte wie auch spartenübergreifend) ermittelt werden. Diese Werte werden unter Berücksichtigung echter Schadenszenarien der Vergangenheit zu möglichen künftigen Szenarien modelliert (z. B. Sturm, Flut, Erdbeben). Zur Reduktion des Großschadenrisikos wird der entsprechende Rückversicherungsbedarf ermittelt und eingekauft. Durch gute geografische Diversifikation und Zeichnungsverbote für bestimmte Risiken bzw. Regionen wird das Risiko weiter minimiert. Insgesamt ist somit sichergestellt, dass Einzelrisiken sowie Kumulrisiken gleichermaßen beherrscht werden.

Selbstverständlich wird auch die Entwicklung in Untersegmenten analysiert. Beispielsweise liegt ein besonderes Augenmerk auf der Entwicklung der Schadenquoten in der Arzt-Haftpflichtversicherung. Die hier vorliegenden Erkenntnisse ergeben, dass sehr wahrscheinlich ein trendartiger Schadenanstieg infolge der Veränderung der Rechtslage beziehungsweise des Verhaltens der Marktteilnehmer unterstellt werden kann. Die AXA Versicherung hat den Tarif entsprechend angepasst und stellt die betroffenen Versicherungsverträge konsequent auf die neuen Bedingungen und Prämien um. In Abhängigkeit der Reaktion der Mitbewerber am Markt rechnet die AXA Versicherung in diesem Segment mit einem weiteren signifikanten Bestandsrückgang.

Zu unserer Risikosteuerungsstrategie gehört die ausgewogene Verteilung von Versicherungsrisiken in unseren Geschäftsfeldern. Es zeigt sich in der Übersicht der gebuchten Beiträge, dass in keiner der von uns betriebenen Sparten eine auffällige Risikokonzentration besteht. Geographisch ist unser Schaden- und Unfallversicherungsgeschäft auf Deutschland konzentriert.

Gebuchte Beiträge *
Versicherungszweige

in Mio. Euro
Privatkunden Industrie- und Firmenkunden Insgesamt 2010 Insgesamt 2009
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Unfall Brutto 223,1 36,2 259,3 267,5
Netto 219,1 35,8 254,9 258,9
Haftpflicht Brutto 191,2 416,7 607,8 654,9
Netto 190,9 393,3 584,3 632,5
Kraftfahrt Brutto 964,7 221,7 1.186,4 1.186,7
Netto 338,9 197,1 536,0 499,5
Sach/Feuer Brutto 483,1 391,6 874,7 874,8
Netto 461,1 365,1 826,1 824,7
Transport/Luftfahrt Brutto 0,0 113,3 113,3 118,0
Netto 0,0 109,8 109,8 114,0
Kredit und Kaution Brutto 0,0 29,2 29,2 26,8
Netto 0,0 26,3 26,3 24,2
Sonstige Brutto 148,7 128,3 277,0 264,9
Netto 99,5 112,3 211,9 213,6
Selbst abgeschlossenes Geschäft Brutto 2.010,8 1.337,1 3.347,9 3.393,6
Netto 1.309,6 1.239,8 2.549,4 2.567,4
In Rückdeckung übernommenes Geschäft Brutto 187,7 178,2
Netto 155,2 151,7
Insgesamt Brutto 3.535,6 3.571,8
Netto 2.704,6 2.719,1

* Einbezogene Gesellschaften: AXA Versicherung AG, AXA Art Versicherung AG inklusiver Tochtergesellschaften, DBV Deutsche Beamten-Versicherung AG

Die Schadenquoten nach Rückversicherung haben sich in den vergangenen zehn Jahren wie folgt entwickelt:

Schadenquote Geschäftsjahr in % der verdienten Beiträge
2001 * 2002 * 2003 * 2004 * 2005 *
--- --- --- --- ---
89,8 86,0 74,4 76,5 72,1
Schadenquote Geschäftsjahr in % der verdienten Beiträge
2006 * 2007 * 2008 ** 2009 ** 2010 **
--- --- --- --- ---
75,8 80,9 77,4 77,8 77,0

Die Darstellung zeigt die Beiträge vor Konsolidierung.

* bis 2003: AXA Versicherung AG ohne AXA "die Alternative".

ab 2007: AXA Versicherung AG, DBV-Winterthur Versicherung AG, DBV Deutsche Beamten-Versicherung AG und DBV WinSelect Versicherung AG.

** 2008: AXA Versicherung AG, DBV-Winterthur Versicherung AG, DBV Deutsche Beamten-Versicherung AG und DBV-WinSelect Versicherung AG sowie Deutsche Ärzteversicherung Allgemeine Versicherungs-AG und AXA Art Versicherung AG inklusive Tochtergesellschaften. Die Werte für das Geschäftsjahr 2008 sind an jene des Geschäftsjahres 2009 angepasst. In 2008 waren die Tochtergesellschaften der AXA Art Versicherung AG in der Darstellung nicht berücksichtigt.

*** ab 2009: AXA Versicherung AG, AXA Art Versicherung AG inklusiver Tochtergesellschaften, DBV Deutsche Beamten-Versicherung AG

Bei der AXA Versicherung sind die Schadenstückzahlen zu Beginn und Ende des Jahres 2010 aufgrund der besonders winterlichen Bedingungen durch Blitzeis- und Leitungswasserschäden gestiegen. Die fortgeführten Sanierungsmaßnahmen sowie die Optimierung der Schadenregulierung zeigen dennoch ihre Effekte und bewirken einen leichten Rückgang der Geschäftsjahres-Schadenquote der AXA Versicherung. Die AXA ART Versicherung hatte im zurückliegenden Jahr erfreulicherweise keine außergewöhnlichen Schadenereignisse oder Naturkatastrophen zu verkraften. Hingegen verschlechterte sich die Schadenquote der DBV Deutsche Beamtenversicherung in 2010 sowohl infolge höherer Spätschäden (Kraftfahrtversicherung und Verbundene Gebäudeversicherung) als auch infolge von Abwicklungsverlusten (Unfall- und Haftpflichtversicherung). Insgesamt ergibt sich auf Konzernebene ein leichter Rückgang der Schadenquote.

Der Schadenaufwand vor Rückversicherung für das selbst abgeschlossene Geschäft hat sich in den letzten zehn Jahren wie folgt entwickelt:

Eintrittsjahr * 2000+früher 2001 2002 2003 2004
in Mio. Euro
--- --- --- --- --- ---
1 Jahr später 4049,2 4174,7 3712,2 3472,2 3510,1
2 Jahre später 3938,6 3801,7 3490,5 3308,8 3777,5
3 Jahre später 3754,8 3733,2 3404,1 3634,0 3751,8
4 Jahre später 3696,3 3671,9 3699,7 3592,0 3640,5
5 Jahre später 3647,2 3912,1 3666,9 3515,5 3027,5
6 Jahre später 3861,8 3885,6 3601,9 3014,7 2983,5
7 Jahre später 3830,2 3829,0 3182,4 2978,7
8 Jahre später 3791,1 3489,1 3153,3
9 Jahre später 3497,2 3471,2
10 Jahre später 3480,6
Aktueller Aufwand 3480,6 3471,2 3153,3 2978,7 2983,5
Kumulierte Zahlungen 2850,2 2713,5 2292,2 2003,4 1872,4
Aktuelle Rückstellungen 630,4 757,7 861,1 975,4 1111,1
Eintrittsjahr * 2005 2006 2007 2008 2009
in Mio. Euro
--- --- --- --- --- ---
1 Jahr später 4211,9 4425,6 4436,0 4500,5 4754,0
2 Jahre später 3995,4 4083,0 4065,9 4148,7
3 Jahre später 3880,3 3891,1 3895,3
4 Jahre später 3154,6 3745,7
5 Jahre später 3087,1
6 Jahre später
7 Jahre später
8 Jahre später
9 Jahre später
10 Jahre später
Aktueller Aufwand 3087,1 3745,7 3895,3 4148,7 4754,0
Kumulierte Zahlungen 1799,2 1679,1 1457,9 1242,4 943,7
Aktuelle Rückstellungen 1287,9 2066,6 2437,3 2906,4 3810,3

* Einbezogene Gesellschaften: AXA Versicherung AG, AXA Art Versicherung AG und DBV Deutsche Beamten-Versicherung AG

Reserverisiko

Zur Abdeckung zukünftiger Schadenzahlungen sind von der AXA Schadenreserven zu bilden. Die Höhe der Schadenzahlungen ist jedoch mit Unsicherheit behaftet. Das so genannte Reserverisiko entsteht durch die unbekannte Schadenhöhe gemeldeter und noch nicht abgewickelter Schäden sowie bereits eingetretener, aber von den Versicherungsnehmern noch nicht gemeldeten Schäden (Spätschäden). Die Bewertung der künftigen Schadenzahlungen erfolgt anhand einer aktuariellen Schätztechnik, bei der der in der Vergangenheit beobachtete Schadenverlauf herangezogen wird. Großschäden werden separat geschätzt. Mit Hilfe von stochastischen Szenarien erfolgt eine Analyse von Trends, Streuungen und Zyklen sowie deren Treibern.

In der Sparte Arzt-Haftpflichtversicherung haben wir die Schadenreserven in den vergangenen Jahren gestärkt, da vorliegende Erkenntnisse ergaben, dass ein trendartiger Schadenanstieg aufgrund der Veränderung der Rechtslage beziehungsweise im Verhalten der Marktteilnehmer unterstellt werden kann. Gegebenenfalls kann eine weitere zusätzliche Dotierung der Schadenreserven in den Folgejahren erforderlich werden.

Die Abwicklungsergebnisse nach Rückversicherung haben sich in den vergangenen zehn Jahren wie folgt entwickelt:

Abwicklungsergebnis in % der Rückstellung am 1. Januar
2001 * 2002 * 2003 * 2004 * 2005 *
--- --- --- --- ---
3,1 7,9 6,0 4,1 4,4
Abwicklungsergebnis in % der Rückstellung am 1. Januar
2006 * 2007 * 2008 ** 2009 ** 2010 **
--- --- --- --- ---
5,0 3,7 3,6 6,8 3,7

Die Darstellung zeigt die Beiträge vor Konsolidierung.

* bis 2003: AXA Versicherung AG ohne AXA "die Alternative".

ab 2007: AXA Versicherung AG, DBV-Winterthur Versicherung AG, DBV Deutsche Beamten-Versicherung AG und DBV WinSelect Versicherung AG.

** 2008: AXA Versicherung AG, DBV-Winterthur Versicherung AG, DBV Deutsche Beamten-Versicherung AG und DBV-WinSelect Versicherung AG sowie Deutsche Ärzteversicherung Allgemeine Versicherungs-AG und AXA Art Versicherung AG inklusive Tochtergesellschaften. Die Werte für das Geschäftsjahr 2008 sind an jene des Geschäftsjahres 2009 angepasst. In 2008 waren die Tochtergesellschaften der AXA Art Versicherung AG in der Darstellung nicht berücksichtigt.

*** ab 2009: AXA Versicherung AG, AXA Art Versicherung AG inklusiver Tochtergesellschaften, DBV Deutsche Beamten-Versicherung AG

Zinsgarantierisiko

In der Unfallversicherung mit Beitragsrückgewähr wird für den Sparanteil der Beiträge eine garantierte Zinsleistung zwischen 2,25 % und 3,50 % vereinbart, wobei in der Kundenerwartung keine besondere Verzinsung, sondern alleine die Rückgewähr der gezahlten Beiträge liegt. Dies führt zwar zu einem Zinsgarantierisiko getrieben durch die unbekannte Entwicklung der Marktzinsen. Aufgrund des vergleichsweise geringen Beitragsvolumens und der geringen Erwartung an die Verzinsung dieser Versicherungsart ist das Zinsgarantierisiko jedoch von eher untergeordneter Bedeutung.

Lebensversicherung

Der AXA Konzern betreibt im Lebensversicherungsgeschäft hauptsächlich konventionelle und fondsgebundene Kapital-, Risikolebens- und Rentenversicherungen sowie Sterbegeld-, Berufsunfähigkeits- und Berufsunfähigkeitszusatzversicherungen.

Die spezifischen Risiken aus dem Lebensversicherungsgeschäft sind aus Unternehmenssicht biometrische Risiken, Risiken aus Kundenverhalten sowie Kosten- und Zinsgarantierisiken. Ferner bestehen noch spartenspezifische Risiken aus Rechtssprechung und Gesetzgebung.

Biometrische Risiken

Biometrische Risiken entstehen aus Abweichungen des tatsächlich beobachteten Risikoverlaufs zu den Annahmen der Kalkulation wie Sterblichkeit und Berufsunfähigkeit. Sinkende Sterblichkeit, bewirkt zum Beispiel durch verbesserte medizinische Versorgung, führen bei Kapital- und Risikoversicherungen zu einer Erhöhung der Marge, andererseits erzwingt dieser Trend bei Rentenversicherungen zusätzliche Leistungen. Eine Erhöhung der Sterblichkeit, etwa hervorgerufen durch Epidemien, hätte wiederum einen gegenläufigen Effekt. In der Berufsunfähigkeits(zusatz)versicherung führen Abweichungen von den eingerechneten zu den tatsächlichen Versicherungsereignissen zu Risiken. Diese gehen neben medizinischen und juristischen Veränderungen oft auch auf soziale und konjunkturelle Ursachen zurück.

Die AXA steuert biometrische Risiken durch ihre Produktgestaltung, Zeichnungspolitik und Rückversicherungsverträge. Im Rahmen des Prozesses zur Gestaltung neuer bzw. Anpassung bestehender Produkte werden Risiken identifiziert, bewertet und es wird, sofern notwendig, eine Anpassung der Produktkalkulation vorgenommen. Durch die Zeichnungspolitik wird eine risikogerechte Tarifierung sichergestellt. Je nach Ergebnis der medizinischen und finanziellen Risikoprüfungen wird dem Kunden nur unter Akzeptanz eines Beitragszuschlages bzw. eines Risikoausschlusses ein Versicherungsvertrag angeboten. Zusätzlich werden bei hohen Einzel- und Kumulrisiken sowie konzernübergreifend bei Katastrophenrisiken Rückversicherungsverträge zur Beschränkung der Leistungsbelastung abgeschlossen. Bei Berufsunfähigkeitsversicherungen wird das biometrische Risiko durch die Leistungsprüfung auf die vertraglichen Zusagen beschränkt. Hierbei wird zum einen ausführlich geprüft, ob der Leistungsfall eingetreten ist, zum anderen werden Hilfestellungen für eine schnelle Rückkehr des Versicherungsnehmers in das Berufsleben erteilt.

Für die Berechnung der versicherungstechnischen Rückstellungen werden im Wesentlichen die bei Vertragsabschluss aktuellen von der Aufsichtsbehörde beziehungsweise der Deutschen Aktuarvereinigung (DAV) empfohlenen Sterbetafeln sowie Invalidisierungs- und Reaktivierungstafeln verwendet. Alle in den Versicherungsverträgen zugesagten Leistungen werden dem Grundsatz der Vorsicht entsprechend berücksichtigt. Durch regelmäßige aktuarielle Analysen wird ein möglicher Anpassungsbedarf der Deckungsrückstellungen frühzeitig erkannt. Mit Ausnahme folgender Teilbestände werden die verwendeten Wahrscheinlichkeitstafeln von der Aufsichtsbehörde und der DAV als ausreichend für die Berechnung der Deckungsrückstellung angesehen und enthalten nach Einschätzung des verantwortlichen Aktuars für die Gesellschaft angemessene Sicherheitsspannen. Für den Bestand an Rentenversicherungen, die nicht nach der aktuellen Sterbetafel DAV 2004 R kalkuliert sind, wurde unter Berücksichtigung der aktuellen Empfehlungen der DAV im Jahr 2010 die Deckungsrückstellung weiter verstärkt. Die Deckungsrückstellung des Bestands an Berufsunfähigkeits(zusatz)versicherungen, die nicht nach den aktuellen Tafeln DAV 1997 I, TI und RI kalkuliert wurden, musste nicht weiter gestärkt werden. Die Entwicklung der Sterblichkeit und Invalidisierungswahrscheinlichkeiten wird auch weiterhin laufend analysiert.

Risiken aus Kundenverhalten

Risiken aus dem Verhalten von Versicherungsnehmern resultieren vor allem aus dem Stornorisiko und dem Risiko aufgrund des Kapitalwahlrechts bei Rentenversicherungen.

Das Stornorisiko wird vom Verhalten der Versicherungsnehmer beeinflusst, da sie zum Beispiel ihre Beitragszahlung einstellen oder den Vertrag kündigen können. Rationales Verhalten vorausgesetzt, werden Lebensversicherungskunden mit einer Kapital- oder Risikoversicherung, deren Gesundheit sich während der Vertragslaufzeit verschlechtert, mit einer geringeren Wahrscheinlichkeit kündigen. Hierdurch könnte die Gefahr einer negativen Risikoselektion entstehen. Andererseits kann eine Kapitalmarktentwicklung zu verstärkten Rückkäufen führen, um den ausgezahlten Betrag mit einer höheren Rendite zu reinvestieren. Das sich bei unerwartet hohen Storni ergebende Risiko von Mittelabflüssen kann bei großem Volumen zu Liquiditätsengpässen, einer Beeinträchtigung der Kapitalanlagenstruktur und der Erträge aus den Kapitalanlagen führen.

Die Stornoquoten in der AXA Gruppe und in der Branche werden permanent beobachtet. Die Veränderung der Stornoquoten war selbst während der Kapitalmarktkrise begrenzt, so dass das resultierende Risiko als niedrig einzuschätzen ist. Jedoch kann ein höheres oder niedrigeres Storno in realistischem Ausmaß bei den fondsgebundenen Lebens- und Rentenversicherungen einen Einfluss auf die Jahresergebnisse haben. So erzielen die Lebensversicherungsunternehmen bei fondsgebundenen Lebens- und Rentenversicherungen Kostendeckungsbeiträge und Gewinnmargen auch aus der Vergütung von Verwaltungsgebühren der Fondsgesellschaften. Diese sind nur dann ausreichend, wenn sich die Fondsvermögen entsprechend der kalkulierten Bestandsfestigkeit entwickeln. Im Falle eines deutlich erhöhten Stornos könnten sich die Fondsguthaben so verringern, dass die angestrebten Gewinnmargen und Kostendeckungsbeiträge nicht mehr erreicht werden.

Bei anwartschaftlichen Rentenversicherungen hat der Kunde zum Zeitpunkt der Verrentung ein Kapitalwahlrecht. Dieses Risiko wird durch die Produktgestaltung beschränkt. Das angenommene Kundenverhalten wird bei der Verstärkung der Deckungsrückstellung bei Rentenversicherungen mit älteren Rechnungsgrundlagen berücksichtigt. Derzeit wird das Risiko aufgrund des Kapitalwahlrechtes als gering betrachtet. Es könnte aber steigen, falls sich herausstellt, dass sich das Kundenverhalten systematisch ändert. Aus diesem Grund erfolgt eine regelmäßige Überwachung des Kundenverhaltens.

Kostenrisiko

Das Kostenrisiko besteht darin, dass die tatsächlichen Kosten durch die einkalkulierten Kosten dauerhaft nicht finanziert werden können. Die Überwachung des Kostenrisikos erfolgt durch ein umfassendes Kostencontrolling.

Zinsgarantierisiko

Das professionelle Management der Zinsgarantien stellt eine Kernherausforderung im Rahmen des Asset Liability Managements dar. Zwar liegen für alle Lebensgesellschaften sowohl die derzeitige Nettoverzinsung der Kapitalanlagen als auch die im Rahmen der Unternehmensplanung erwartete durchschnittliche Rendite für die Folgejahre im Sinne von § 5 Abs. 3 der Deckungsrückstellungsverordnung (DeckRV) über dem durchschnittlichen Rechnungszins des Bestandes, jedoch würde das längere Anhalten eines Niedrigzinsszenarios wie in den Sommermonaten des Jahres 2010 dazu führen, dass in den nächsten Jahren der Referenzzins gemäß § 5 Abs. 3 der Deckungsrückstellungsverordnung (DeckRV) unter dem durchschnittlichen Rechnungszins des Bestandes liegen würde. Dann wäre für die jeweilige Lebensgesellschaft die Deckungsrückstellung sofort unter Berücksichtigung dieses Referenzzinses aufzufüllen. Das Bundesministerium für Finanzen (BMF) hat im März eine Anpassung der DeckRV verkündet, die in Abhängigkeit von der Zinsentwicklung im Prinzip diese Verstärkung der Deckungsrückstellung über mehrere Jahre, frühestens beginnend Ende 2011, zur Folge hat

Bei fondsgebundenen Versicherungen ohne Garantieteile bemisst sich die Versicherungsleistung an der Entwicklung des zugrundeliegenden Fonds. Hieraus ergibt sich für die Lebensversicherer kein Kapitalanlagerisiko, da die Höhe der Verpflichtung gegenüber den Versicherungsnehmern stets mit dem Wert des Fondsvermögens übereinstimmt. Soweit unsererseits Garantien bei Fondsgebundenen Produkten ausgesprochen wurden, gelten die Aussagen zu Zinsgarantien konventioneller Produkte.

Die folgende Tabelle stellt die Konzentration von versicherungstechnischen Risiken nach Versicherungsarten in Bezug auf Versicherungssummen und Brutto-Deckungsrückstellung dar:

Versicherungssummen * Brutto-Deckungsrückstellung
in Mio. Euro ** 31.12.2010 31.12.2009 31.12.2010 31.12.2009
--- --- --- --- ---
Kapitalversicherungen 40.322 42.821 18.691 19.126
Risikoversicherungen 6.877 7.134 72 69
Rentenversicherungen 36.498 35.159 7.977 7.701
Sonstige Einzelversicherungen 13.372 12.951 2.712 2.067
Kollektivversicherungen 24.985 25.432 6.750 6.293
Zusatzversicherungen 89.191 90.692 1.832 1.758
Selbst abgeschlossene Versicherungen 211.245 214.189 38.034 37.014

* bei Rentenversicherungen: zwölffache Jahresrente.

** dargestellte Gesellschaften: AXA Lebensversicherung AG, Deutsche Ärzteversicherung AG und Pro bAV Pensionskasse AG sowie DBV Deutsche Beamtenversicherung Lebensversicherung AG, Winsecura Pensionskasse AG und Rheinisch-Westfälische Sterbekasse AG.

Risiken aus Gesetzesänderungen

Die Deckungsrückstellung eines Versicherungsvertrages muss mindestens der Höhe des Rückkaufswertes entsprechen. Änderungen in Gesetzgebung und Rechtsprechung, die eine Erhöhung des Rückkaufswertes bewirken, führen daher auch zu einer Erhöhung der Deckungsrückstellung für den betroffenen (Teil-)Bestand. So ist nicht auszuschließen, dass sich aus Gesetzgebung und Rechtsprechung eine extensive Interpretation der vom Bundesgerichtshof zu den Rückkaufswerten am 12. Oktober 2005 und 26. September 2007 ergangenen Urteile entwickeln könnte, woraus zusätzliche, bisher nicht berücksichtigte Leistungen resultieren würden. Das Erfordernis, eine gesonderte Rückstellung zu bilden, wird für die Deutsche Ärzteversicherung, die AXA Lebensversicherung, die DBV Deutsche Beamtenversicherung Lebensversicherung, die winsecura Pensionskasse sowie der Pro bAV Pensionskasse regelmäßig überprüft.

Durch eine Entscheidung des Landesarbeitsgerichtes München vom 15. März 2007 wurde eine Diskussion über die in der Kalkulation betrieblicher Altersvorsorgeprodukte angewandten marktüblichen Verrechnungsverfahren von Abschlusskosten ausgelöst. Das Landesarbeitsgericht Köln hat am 13. August 2008 gegenteilig entschieden. Gegen dieses Urteil wurde Revision eingelegt. Vor diesem Hintergrund sowie unter Berücksichtigung unserer ohnehin vorhandenen Produkthaftung hatten wir in den Jahren 2007 und 2008 eine Garantieerklärung für die jeweils aktuelle Produktpalette abgegeben. Durch diese Erklärung werden die Arbeitgeber von allen Zahlungen freigestellt, falls sie aufgrund einer Entgeltumwandlung im Rahmen unserer Produkte der aktuellen Tarifgeneration im Wege der Klage eines/einer ausgeschiedenen Arbeitnehmers/Arbeitnehmerin zur Auffüllung des Rückkaufswertes gerichtlich verurteilt werden. Dies erfolgt jedoch nur unter der Voraussetzung, dass die aktuellen Antragsformulare und Entgeltumwandlungsvereinbarungen verwendet werden, die den/die Arbeitnehmer/Arbeitnehmerin umfassend darüber aufklärt, welche Auswirkungen die in seiner/ihrer Lebensversicherung vorgesehene Abschlusskostenverrechnung auf die Höhe des Rückkaufswertes hat, und diese Beratung entsprechend protokolliert wird. Das Bundesarbeitsgericht (BAG) hat nun mit dem Urteil vom 15. September 2009 abschließend festgestellt, dass die Verteilung von Abschlusskosten über fünf Jahre zulässig ist. Eine Haftung könnte sich daher für uns nur aus den in 2007 abgegebenen Freistellungserklärungen bis längstens 2011 ergeben. Auch bei Verwendung voll gezillmerter Tarife liegt kein Verstoß gegen die Wertgleichheit vor. Es kann jedoch eine unangemessene Benachteiligung i.S.d. § 307 BGB vorliegen. Hieraus käme ein Anspruch des Arbeitnehmers gegen den Arbeitgeber auf eine höhere Versorgung in Betracht.

Mögliche anderslautende gerichtliche Einschätzungen unserer Umsetzung der VVG Reform könnten rückwirkende Auswirkungen auf unsere Leistungsverpflichtungen haben.

Der Bundesgerichtshof (BGH) hatte am 29. Juli 2009 in einem Verbandsprozess gegen ein Lebensversicherungsunternehmen ein Anerkenntnisurteil erlassen. Es handelte sich dabei um ein wettbewerbsrechtliches Verfahren zu der Frage, ob der Versicherer sich im Falle unechter unterjähriger Beitragszahlung auf eine bestimmte Klausel zu Ratenzahlungszuschlägen berufen darf, ohne dass hierbei der effektive Jahreszins gemäß der Preisangabenverordnung ausgewiesen wird. Das Urteil ließ die relevanten Fragen offen, da es sich lediglich um ein Anerkenntnisurteil und damit nicht um eine Grundsatzentscheidung handelte. Darüber hinaus liegen keine Urteilsgründe vor. In der Folge gab es im Jahr 2010 zu diesem Sachverhalt mehrere erst- sowie zweitinstanzliche Verfahren mit unterschiedlich ausgefallenen Urteilen. Wie die aufgeworfenen Fragen letztendlich zu beurteilen sind, kann nur ein weiteres höchstrichterliches Urteil zeigen. Welche Entscheidung zu erwarten ist, kann nicht vorhergesagt werden.

Krankenversicherung

Die AXA Krankenversicherung betreibt insbesondere die Krankenvollversicherung sowie die Pflegeversicherung und verschiedene Arten der Zusatzversicherung. Die primären versicherungstechnischen Risiken aus dem Krankenversicherungsgeschäft sind Krankheitskosten-/Leistungsrisiken, biometrische Risiken, Risiken aus Kundenverhalten und Reserverisiken. Ferner bestehen noch Zinsgarantierisiken sowie Risiken aus der Gesundheitsreform (siehe Kapitel „Gesundheitsreform“).

Versicherungstechnische Risiken können dazu führen, dass die zu zahlenden Leistungen und Kosten nicht mehr aus den Beitragseinnahmen, den Anlageerträgen und der planmäßigen Auflösung der Alterungsrückstellung finanziert werden können. Ein mindestens jährlich durchzuführender, gesetzlich vorgeschriebener Vergleich der erforderlichen mit den kalkulierten Leistungen ermöglicht jedoch ein zeitnahes Erkennen von Abweichungen in den erwarteten Leistungen. Bei Bedarf erfolgt eine Beitragsanpassung. Bei der hierfür notwendigen Neukalkulation werden sämtliche Rechnungsgrundlagen überprüft und gegebenenfalls angepasst. Zusätzlich bestehen für den Versicherungsbestand der Krankenversicherung Zeichnungsrichtlinien, um Deckungszusagen nur zu risikogerechten Beiträgen zu geben. Darüber hinaus enthalten viele Tarife Selbstbehalte zur Steuerung der Leistungsinanspruchnahme. Trotz aller Maßnahmen lassen sich versicherungstechnische Risiken jedoch nicht vollständig vermeiden.

Krankheitskosten-/Leistungsrisiken

Unter dem Krankheitskosten-/Leistungsrisiko wird das Risiko verstanden, dass die tatsächlichen Krankheits- und Pflegekosten die erwarteten, in dem Beitrag berücksichtigten Zahlungen übersteigen können. Im Falle eines kurzfristigen Anstiegs der Krankheits- und Pflegekosten über den kalkulierten Rahmen oder einer Pandemie kann auf die unerwartete Leistungserhöhung gegebenenfalls erst mit einer zeitlichen Verzögerung durch eine Beitragsanpassung reagiert werden. Ursachen für solche Leistungsanstiege können nach unserer Erfahrung weitere medizinische Fortschritte in Verbindung mit kostspieligeren medizinischen Einrichtungen oder die Entwicklung neuer teurerer Medikamente verbunden mit einer Kosteninflation im Gesundheitswesen sein.

Biometrische Risiken

Biometrische Risiken entstehen in der Krankenversicherung aus einer sinkenden Sterblichkeit, wodurch mit einer verlängerten Inanspruchnahme und somit einer Erhöhung der Versicherungsleistungen zu rechnen ist. Die Sterbetafeln werden jährlich von der Deutschen Aktuarvereinigung auf ausreichende Sicherheit überprüft. Soweit sich ein Aktualisierungsbedarf ergibt, verwenden wir die neuen Werte unverzüglich bei der Kalkulation neuer Tarife beziehungsweise von Beitragsanpassungen.

Risiken aus Kundenverhalten

Ein Risiko aus dem Verhalten von Versicherungsnehmern stellt insbesondere das Stornorisiko dar. Die in der Tarifierung angesetzten Stornowahrscheinlichkeiten basieren sowohl auf eigenen als auch auf Verbandserfahrungen und sind aktuariell ausreichend vorsichtig bemessen. Die Stornoquoten bei der AXA Krankenversicherung und in der Branche werden permanent beobachtet, sodass frühzeitig eine Veränderung erkannt und gegebenenfalls in Beitragsanpassungen und Neukalkulationen berücksichtigt wird. Darüber hinaus treten Risiken im Kundenverhalten derzeit in Zusammenhang mit der Gesundheitsreform auf (siehe Kapitel „Gesundheitsreform“).

Reserverisiken

Zur Abdeckung zukünftiger Krankheitskosten-/Leistungszahlungen sind Alterungsrückstellungen zu bilden. Die Höhe der Zahlungen ist jedoch mit Unsicherheit behaftet, insbesondere aufgrund steigender Krankheitskosten-/ Leistungszahlungen und einer sinkenden Sterblichkeit, deren Veränderung aufgrund der regelmäßigen Überprüfung jedoch in den vergangenen Jahren nicht mehr so gravierend war wie in früheren Jahren. Definitiv schon feststehende medizinische Entwicklungen sind jedoch in der Alterungsrückstellung schon in dem Augenblick eingepreist, in dem sie in den Beiträgen berücksichtigt sind (Kalkulationsverordnung). Insgesamt ist das Reserverisiko als gering einzuschätzen, da durch regelmäßige Beitragsanpassungen der Leistungsbedarf aktualisiert wird. Zusätzlich zum bestehenden Verfahren der jährlichen Leistungsüberprüfung hat der Gesetzgeber eine gesonderte Überprüfung der verwendeten Sterbetafeln vorgeschrieben, wodurch eine vollständige Überprüfung aller Rechnungsgrundlagen ausgelöst wird, wenn die eingerechneten Sterbetafeln keine ausreichende Sicherheit mehr bieten. Als Berechnungsgrundlagen für die Alterungsrückstellung dienten die Sterbetafeln PKV 2001, PKV 2004, PKV 2007, PKV 2008, PKV 2009, PKV 2010 und PKV 2011. Die Alterungsrückstellung wurde entsprechend den Vorschriften in den technischen Berechnungsgrundlagen ermittelt. Diese wurden für alle Tarife von einem unabhängigen Treuhänder geprüft und der Aufsichtsbehörde vorgelegt.

Zinsgarantierisiko

Der Alterungsrückstellung werden jährlich Zinserträge zugeführt, wobei der Zinssatz gesetzlich auf 3,5 % begrenzt ist. Mit diesem Zinssatz erfolgt die Verzinsung der gesamten Alterungsrückstellung der AXA Krankenversicherung. Die aktuelle Nettoverzinsung der AXA Krankenversicherung von 4,1 % liegt deutlich über dem Rechnungszins. Diese Überzinsen werden fast vollständig zur Beitragsermäßigung im Alter verwandt. Die zukünftige Zinserwartung, die mithilfe des aktuariellen Unternehmenszinses (AUZ) nach einem brancheneinheitlichen Verfahren unternehmensindividuell ermittelt wird, zeigt, dass wir den Höchstrechnungszinssatz von 3,5 % in den kommenden Jahren mit hoher Wahrscheinlichkeit erwirtschaften können. Bei dem AUZ handelt es sich um ein mit der Deutschen Aktuarvereinigung und der Aufsichtsbehörde abgestimmtes Verfahren zur Zinsprojektion, das auf Basis der Vorjahresergebnisse und offiziellen, durch die Bundesbank veröffentlichten Zinskurven für Neuanlagen die Zinserwartungen für das übernächste Jahr schätzt. Dieses Verfahren wurde aktuell überarbeitet und liefert bei einem Ergebnis über 3,5 % die Berechtigung, diesen Wert auch zukünftig für die Verzinsung der Alterungsrückstellung zu verwenden. Zwar sind aktuell die Zinsen auf den Kapitalmärkten niedrig, doch zielen unsere nachhaltige Kapitalanlagepolitik sowie Absicherungsmaßnahmen darauf ab, auch zukünftig die Einhaltung des AUZ-Kriteriums sicherzustellen.

Risikoverteilung nach Versicherungsarten

Die folgende Tabelle zeigt die Verteilung der Beiträge und der Anzahl der Versicherten nach Versicherungsarten:

Gebuchte Bruttobeiträge

(in Mio. Euro)
Anzahl der versicherten natürlichen Personen

(in Tausend)
31.12.2010 31.12.2009 31.12.2010 31.12.2009
--- --- --- --- ---
Krankheitskostenvollversicherungen 1.834,1 1745,8 737,6 724,7
Krankentagegeldversicherungen 78,6 79,9 209,3 212,1
Krankenhaustagegeldversicherungen 36,7 38,6 457,9 462,0
Krankheitskostenteilversicherungen 122,8 121,9 490,1 478,5
Pflegepflichtversicherungen 170,7 164,2 798,1 784,8
Ergänzende Pflegezusatzversicherung 36,9 34 136,4 113,6
Sonstige Versicherungen 15,2 14,3 0,9 0,8
Selbst abgeschlossene Versicherungen 2.295,0 2.198,7 1.458,8 1.439,6

Gesundheitsreform

Die aus der als Wettbewerbsstärkungsgesetz bezeichneten Gesundheitsreform resultierenden Risiken für die Private Krankenversicherung haben weiterhin Bestand. Als Hauptrisiken sind hier der Basistarif sowie die fehlende Kündigungsmöglichkeit und die damit einhergehende (eingeschränkte) Leistungspflicht für Nichtzahler zu nennen.

Der Basistarif beinhaltet versicherungsfremde Elemente wie Kontrahierungszwang, Verbot von Risikozuschlägen und Höchstbeiträge, die eine Subventionierung durch die PKV-Kunden der anderen Vollversicherungstarife erfordern und somit zu einer erhöhten Belastung dieser Personen führen. Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass sich überwiegend Personen mit vorhandenen oder akuten Erkrankungen und überdurchschnittlich schlechter Zahlungsmoral im Basistarif versichert haben. Dies trifft insbesondere auf die Versicherten zu, die aufgrund der Versicherungspflicht ins PKV-System zurückgekehrt sind.

Mit der Einführung der Versicherungspflicht wurde zudem gesetzlich eine Notfallversorgung auch für die Versicherten festgelegt, die ihre Beiträge nicht mehr zahlen. Diese Leistungen können nicht durch Beiträge gedeckt werden und schmälern den Rohüberschuss der Gesellschaften und damit auch die Zuführung zur Rückstellung für Beitragsrückerstattung. Letztlich fehlen somit Mittel, um notwendige Beitragsanpassungen stärker abzumildern.

EuGH-Verfahren zur Gender Directive / Unisex-Tarife (spartenübergreifende Thematik)

Das belgische Verfassungsgericht hat dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) im Juni 2009 die Frage zur Entscheidung vorgelegt, ob Artikel 5 (2) der Gender-Richtlinie (2004/113/EG) mit Europäischem Primärrecht (EG-Vertrag, Europäische Menschenrechtskonvention) vereinbar ist. In diesem Artikel ist ein Wahlrecht für die Mitgliedstaaten verankert. Danach dürfen die Versicherer bei der Tarifierung zwischen Frauen und Männern differenzieren, wenn der Mitgliedstaat es zulässt. Die unterschiedliche Behandlung muss sachlich begründet sein, die Begründung statistisch belegt werden. Deutschland hat dieses Wahlrecht durch die Regelung in § 20 (2) AGG (Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz) genutzt. Mit Urteil vom 01.03.2011 hat der EuGH festgestellt, dass die Berücksichtigung des Geschlechts als Risikofaktor in Versicherungsverträgen eine Diskriminierung darstellt. Da die Ausnahmevorschrift des Art. 5 (2) der Richtlinie zudem unbefristet gilt, hat der EuGH diese ab dem 21.12.2012 für ungültig erklärt. Da das Urteil und die sich daraus ergebenden Konsequenzen vom deutschen und europäischen Gesetzgeber zunächst umgesetzt werden müssen, wird eine Aussage über die wirtschaftlichen Auswirkungen erst nach dieser Umsetzung möglich sein.

Risiken aus dem Ausfall von Forderungen aus dem Versicherungsgeschäft

Die fälligen Forderungen gegenüber Versicherungsnehmern (insbesondere Beitragsforderungen) sowie die Ansprüche gegenüber Versicherungsvermittlern (vor allem aus Provisionsrückforderungen) betrugen zum Bilanzstichtag 651 Mio. Euro (2009: 388 Mio. Euro, jeweils ohne noch nicht verdiente Provisionen aus dem Geschäft mit fondsgebundenen Lebens- und Rentenversicherungen). Davon entfielen 61 Mio. Euro (2009: 45 Mio. Euro) auf Forderungen, die älter als 90 Tage sind. Zur Risikovorsorge wurden die in der Bilanz ausgewiesenen Forderungen an Kunden und Vermittler um Wertberichtigungen von 8 Mio. Euro (2009: 27 Mio. Euro) vermindert. Diese wurden anhand der Mahnstufen ermittelt.

Die Risiken aus dem Ausfall von Forderungen gegenüber Versicherungsnehmern werden durch ein IT-unterstütztes Inkasso- und Mahnsystem gesteuert. Zeitnahe Provisionsabrechnungen stellen sicher, dass Provisionsrückforderungen an Versicherungsvermittler kurzfristig ausgeglichen werden.

Der Rückversicherer für unsere wichtigsten obligatorischen Rückversicherungsverträge ist die AXA Versicherung AG, die diese Verträge wiederum komplett in ihre eigenen Rückversicherungsverträge implementiert und anschließend an die französische Gruppengesellschaft AXA Global P&C retrozediert. Die AXA Global P&C platziert diese Verträge teilweise am internationalen Rückversicherungsmarkt und teilweise innerhalb der AXA Gruppe. Sowohl bei der über die AXA Global P&C retrozedierten Vertragsrückversicherung als auch bei der direkt von uns abgegebenen fakultativen und vertraglichen Rückversicherung wird nur mit erstklassigen Rückversicherern zusammengearbeitet. Grundlage hierfür sind Richtlinien für die Auswahl der Rückversicherer sowie eine von der AXA Global P&C permanent aktualisierte Bonitätsliste, basierend auf den Ratings renommierter Ratingagenturen. Bei der Rückversicherung von langfristigen Verbindlichkeiten gelten dabei besonders hohe Anforderungen an die finanzielle Ausstattung der Rückversicherungspartner. Zusätzlich wird das Ausfallrisiko durch regelmäßige Überwachung der Kreditqualität der Rückversicherer und ein zeitnahes Inkasso reduziert.

Risiken aus Kapitalanlagen

Der AXA Konzern verwaltet rund 64 Mrd. Euro (2009: 61,8 Mrd. Euro) Kapitalanlagen. Diese werden unter strikter Beachtung der gesetzlichen, aufsichtsrechtlichen und innerbetrieblichen Richtlinien in einem strukturierten Prozess angelegt. Unter Gesamtrisikobetrachtung soll eine gleichzeitige Sicherstellung der Anlageziele Sicherheit, Rentabilität und Liquidität der Kapitalanlagen erreicht werden, um die Verpflichtungen aus dem Versicherungsbestand erfüllen zu können. Dieses wird unter anderem durch die angemessene Mischung und Streuung des Portfolios gewährleistet.

Mit der Kapitalanlage sind unvermeidbar signifikante Risiken verbunden, die trotz der im Anlageprozess eingebauten Kontrollen und anderer risikomindernder Maßnahmen bewusst eingegangen werden. Zum Erhalt bzw. Ausbau der notwendigen Risikotragfähigkeit werden die Risiken der Kapitalanlagen aktiv gesteuert und an das jeweilige Kapitalmarktumfeld angepasst.

Die Kapitalanlagerisiken werden in Markt-, Kredit-, Konzentrations- und Liquiditätsrisiken unterteilt:

Marktrisiken

Die Marktrisiken unseres Konzerns beruhen fast ausschließlich auf potenziellen Aktienkurs- und Zins- und Spreadänderungen sowie Änderungen im Wert des Immobilienbestandes.

Die Auswirkungen auf die Marktwerte der Kapitalanlagen sowie des Embedded Values bzw. des marktwertbasierten Eigenkapitals werden in möglichen Risikoszenarien analysiert. Hierfür werden die Marktwertschwankungen von Aktien (ohne Beteiligungen und verbundene Unternehmen), Zinsprodukten und Währungen unter Berücksichtigung der bestehenden Währungssicherungen und anderer derivativer Absicherungsmechanismen simuliert. Somit werden die tatsächlichen Sensitivitäten unserer Kapitalanlagen verdeutlicht.

Bei den größeren Lebens- und Krankenversicherungsgesellschaften (AXA Lebens- und Krankenversicherung, DBV Deutsche Beamtenversicherung Lebensversicherung, Deutsche Ärzteversicherung sowie Pro bAV Pensionskasse) würde sich der Marktwert der Kapitalanlagen sowie der European Embedded Value (EEV) um die nachstehend angegebenen Werte verändern, wenn sich die Preise von Aktien und Renten im dort angeführten Ausmaß langfristig nach oben oder unten bewegen:

in Mio. Euro bzw. Veränderung des Marktwertes der Kapitalanlagen Veränderung des European Embedded Value (EEV)
in % des Embedded Value am 31.12. des Geschäftsjahres 2010 2009 2010 2009
--- --- --- --- --- --- ---
Änderung Aktien:
Anstieg um 10 % 140,4 144,0 31,1 1,2% 21,1 0,8%
Sinken um 10 % -140,4 -144,0 -40,2 -1,6% -20,1 -0,8%
Änderung risikofreier Zins:
Anstieg um 100 Basispunkte -3.445,9 -3.158,4 296,9 11,9% 330,8 13,1%
Sinken um 100 Basispunkte 3.878,0 3.610,0 -233,2 -9,3% -276,2 -10,9%
Anstieg um 50 Basispunkte -1.722,9 -1.579,2 140,5 5,6% 154,0 6,1%
Sinken um 50 Basispunkte 1.939,0 1.805,0 -124,6 -5,0% -149,5 -5,9%
Änderung Aktienvolatilität +25% 0 0 -43,8 -1,8% -60,0 -2,4%
Änderung Zinsvolatilität +25% 0 0 -92,1 -3,7% -127,8 -5,0%

Der Embedded Value setzt sich zusammen aus dem Barwert der erwarteten künftigen Netto-Erträge aus dem Versicherungsbestand einschließlich der Kapitalerträge, dem Eigenkapital und Bewertungsreserven (Stillen Reserven) abzüglich der Kapitalkosten (Cost of Capital).

Bei den übrigen Gesellschaften unseres Konzerns (insbesondere den Schaden- und Unfallversicherungsgesellschaften AXA Versicherung, DBV Deutsche Beamtenversicherung, AXA Art Versicherung) werden die Marktwertrisiken anhand von Sensitivitätsanalysen überwacht. Die folgende Übersicht zeigt auf, wie sich bei diesen Gesellschaften eine Änderung der Aktienkurse bzw. der Marktzinsen kurzfristig auswirken würde:

Veränderung des Marktwertes der Kapitalanlagen
vor Steuern nach Steuern
--- --- --- --- ---
in Mio. Euro 2010 2009 2010 2009
--- --- --- --- ---
Änderung Aktien:
Anstieg um 10 % 126,47 81,6 103,94 67,2
Sinken um 10 % -126,42 -78,9 -103,90 -65,4
Änderung risikofreier Zins:
Anstieg um 100 Basispunkte -389,18 -414,5 -266,52 -274,4
Sinken um 100 Basispunkte 404,02 424,0 276,97 288,3

Ein großer Teil des Aktienexposures des AXA Konzerns ist über Optionen gegen Marktwertverluste abgesichert. Gleichwohl können bei anhaltend schwachen Aktienmärkten außerplanmäßige Abschreibungen nicht ausgeschlossen werden. Im Bereich Private Equity können bei einer zukünftigen Verschlechterung des Marktumfeldes Wertrückgänge der Beteiligungen nicht ausgeschlossen werden.

Währungsrisiken bestehen in einem begrenzten Umfang, da der AXA Konzern hauptsächlich im europäischen Raum investiert und Fremdwährungsinvestitionen begrenzt und kontrolliert werden. Dies erfolgt durch den Einsatz von Fremdwährungsderivaten (z. B. Devisentermingeschäfte). Darüber hinaus bedecken die in Fremdwährung gehaltenen Vermögenswerte entsprechende Fremdwährungsverbindlichkeiten, so dass sich potentielle Wertänderungen gegenseitig aufheben (kongruente Bedeckung).

Der Immobilienbestand des AXA Konzerns besteht zum großen Teil aus deutschen Büro- und Gewerbeimmobilien. Die Wertentwicklung ist deshalb abhängig von der Konjunkturlage in Deutschland.

Der AXA Konzern verfolgt die Entwicklung der Kapitalmärkte sehr genau. Sollten sich die zuvor gezeigten negativen Szenarien im laufenden Geschäftsjahr ganz oder teilweise einstellen oder an künftigen Bilanzstichtagen vorliegen, werden wir entsprechende Maßnahmen ergreifen. Diese beinhalten unter anderen mögliche Abschreibungen auf die nachhaltigen Werte einzelner Kapitalanlagen, den selektiven Verkauf einzelner Titel und den optionalen Einsatz von Wertsicherungsmaßnahmen, um die Portfolios kurzfristig gegen weitere Wertverluste abzusichern.

Kreditrisiken

Das Kreditrisiko umfasst die Insolvenz, den Zahlungsverzug und die Bonitätsverschlechterung des Schuldners bzw. Emittenten von festverzinslichen Wertpapieren, Darlehen und Derivaten.

Das maximale Kreditrisiko der Kapitalanlagen wird durch die Buchwerte der in der Bilanz angesetzten festverzinslichen Wertpapiere, Derivate, Darlehen und Ausleihungen wiedergegeben (58,4 Mrd. Euro (2009: 55,9 Mrd. Euro)). Des Weiteren bestehen Kreditrisiken aus der Gewährung finanzieller Garantien (siehe Seite 117 ff. des Anhangs).

Zur Reduktion des Kreditrisikos werden hauptsächlich Investitionen bzw. Darlehensvergaben bei Emittenten und Schuldnern mit einer guten bis sehr guten Bonität getätigt. Die Einstufung der Bonität von Emittenten festverzinslicher Wertpapiere erfolgt entweder mit Hilfe von Ratingagenturen oder nach einheitlichen internen Maßstäben und wird mit kontinuierlichen Kontrollprozessen überprüft.

Zusätzlich zur Überwachung der Ratings nimmt der AXA Konzern in Zusammenarbeit mit den von ihm mandatierten Vermögensverwaltern Detailanalysen zu potenziell ausfallgefährdeten Wertpapieren vor, auf deren Basis dann über risikomindernde Maßnahmen entschieden wird. Für diese Analysen werden alle im Markt vorhandenen Informationen herangezogen.

Für die Vergabe von Hypotheken- und Refinanzierungsdarlehen gelten Vergaberichtlinien und strenge Vorschriften bezüglich der Bonität. Als Sicherheit von Hypothekendarlehen bestehen Pfandrechte an Grundstücken und/oder Versicherungsverträgen. Die Vergaberichtlinien knüpfen eine Finanzierung im Regelfall an private Nutzung und erstrangige Absicherung. Einlagen bei Kreditinstituten erfolgen ausnahmslos bei Banken, die über ein Investment Grade Rating verfügen.

Das Einzelengagement unterliegt der regelmäßigen Überwachung. Mit Hilfe unserer Kontrollverfahren für den Zins- und Tilgungsdienst sowie unseres Mahnverfahrens erhalten wir einen detaillierten Überblick über ausstehende Zahlungen.

Die jederzeit veräußerbaren Wertpapiere bzw. erfolgswirksam zum Zeitwert bewerteten Finanzinstrumente verteilen sich auf die Ratingklassen wie folgt:

jederzeit veräußerbare Wertpapiere
Ratingklassen

in Tsd. Euro
AAA AA A BBB
--- --- --- --- ---
2010 21.277.631 10.677.450 8.482.318 2.365.412
2009 19.755.463 10.857.056 8.026.720 2.381.945
jederzeit veräußerbare Wertpapiere
Ratingklassen

in Tsd. Euro
BB und niedriger Kein Rating Gesamtbetrag (Beizulegender Zeitwert)
--- --- --- ---
2010 1.602.270 452.543 44.857.624
2009 1.156.359 102.232 42.279.775
erfolgswirksam zum Zeitwert bewertete Finanzinstrumente
Ratingklassen

in Tsd. Euro
AAA AA A BBB
--- --- --- --- ---
2010 306.802 874.609 2.037.803 1.142.676
2009 159.213 1.039.795 2.060.955 934.696
erfolgswirksam zum Zeitwert bewertete Finanzinstrumente
Ratingklassen

in Tsd. Euro
BB und niedriger Kein Rating Gesamtbetrag (Beizulegender Zeitwert)
--- --- --- ---
2010 724.015 891.908 5.977.813
2009 737.377 625.181 5.557.217

Es entfallen circa 13 % (2009: 14 %) dieser Rentenpapiere auf Staatsanleihen.

Die Kontrahenten der Derivatepositionen verfügen ausnahmslos über ein Investment Grade Rating, sofern die Geschäfte nicht über die Terminbörse Eurex abgewickelt wurden. Das Gegenparteirisiko der Derivategeschäfte wird fortlaufend durch die Stellung von Sicherheiten (Collateral) abgesichert.

Durch die Krise an den Finanzmärkten und die Verschlechterung der allgemeinen Wirtschaftslage hat sich das Kreditrisiko signifikant erhöht. Auch der AXA Konzern hält Kapitalanlagen, deren Bonität vor dem Hintergrund der Finanzmarktkrise in der Öffentlichkeit diskutiert wurde und die teilweise von signifikanten Spreadausweitungen betroffen waren.

Der AXA Konzern hat zu einem Anteil (auf Marktwertbasis) von 4 % der Kapitalanlagen in Staatsanleihen von Spanien, Italien, Portugal, Irland und Griechenland investiert, deren Risiko zur Zeit diskutiert wird und deren Spreads sich im vergangenen Jahr teilweise deutlich ausgeweitet haben. Auch wenn wir zurzeit einen Ausfall aufgrund der verschiedenen Stützungsmaßnahmen nicht für ein wahrscheinliches Szenario halten, können wir zukünftige Abschreibungen auch vor dem Hintergrund politischer Unwägbarkeiten nicht ausschließen.

Der AXA Konzern hält über Spezialfonds ein ungesichertes Exposure im Marktwert von 516 Mio. Euro (2009: 389 Mio. Euro) in US-RMBS (Residential Mortgage Backed Securities), die mit Krediten aus dem sogenannten „Subprime-Segment“ besichert sind. Neben dem US-RMBS Exposure enthalten die Spezialfonds ein synthetisches CDO (Collateralized Debt Obligation), das durch die Entwicklungen an den Kreditmärkten bezüglich der für die Bewertung relevanten Annahmen und durch konkrete Ausfälle im Referenzportfolio deutliche Marktwertverluste erlitten hat. Der Nominalwert beträgt wie im Vorjahr 510 Mio. Euro bei einem Marktwert des Kreditderivats von -197 Mio. Euro (2009: -215 Mio. Euro). Im IFRS-Abschluss ist diese Wertminderung vollständig erfolgswirksam berücksichtigt. Ein Verlust des Nominalbetrags kann aber nur im Fall von mehreren weiteren Ausfällen in signifikanter Höhe innerhalb des CDO-Portfolios eintreten. Ferner enthalten die Spezialfonds ein Portfolio von CLO's (Collateralized Loan Obligations) mit einem Nominalwert von 965 Mio. Euro (2009: 939 Mio. Euro) und einem Zeitwert von 713 Mio. Euro (2009: 612 Mio. Euro).

Ebenso hält der AXA Konzern ein größeres Volumen von Fremdkapitalinstrumenten, die von nationalen und internationalen Banken sowie sonstigen privatwirtschaftlichen Unternehmen emittiert wurden. Dieses Exposure wird entweder direkt oder über Fonds, Derivate und strukturierte Produkte gehalten und enthält auch Instrumente von niedriger Seniorität wie nachrangige Darlehen, Genussscheine und stille Beteiligungen.

Das Portfolio der Genussscheine und stillen Beteiligungen (Nominalwert von 1,7 Mrd. Euro) enthält zu einem großen Teil Papiere von Sparkassen und Landesbanken. Aufgrund der schwierigen Situation einiger Landesbanken besteht bei deren Genussscheinen das Risiko, dass ergebnisabhängige Kupons nicht ausgezahlt werden und gegebenenfalls das Kapital herabgesetzt werden kann. Aus diesem Grunde wurden im Geschäftsjahr 2010 entsprechende Abschreibungen vorgenommen, die jedoch durch planmäßige Zuschreibungen auf den erwarteten Rückzahlungsbetrag von in Vorjahren abgeschriebenen Beständen überkompensiert wurden.

Der größte Teil unserer Rentenbestände ist besichert bzw. von öffentlichen Emittenten ausgegeben und daher nur einem minimalen Ausfallrisiko ausgesetzt. Es kann jedoch nicht ausgeschlossen werden, dass sich in der Zukunft die Bonität einzelner Emittenten verschlechtert und damit wesentlicher Abschreibungsbedarf entstehen könnte.

Konzentrationsrisiken

Durch Konzentrationsrisiken wird die Diversifizierung des Portfolios vermindert, wodurch das Risiko hoher Verluste aufgrund von Einzelpositionen steigt. Sie stehen daher im engen Zusammenhang mit Markt- und Kreditrisiken. Konzentrationsrisiken werden durch Definition von Limiten auf Einzelpositionen und den Einsatz von Derivaten gesteuert und regelmäßig überwacht.

Liquiditätsrisiken

Aufgrund der vorab vereinnahmten sowie verzinslich und liquide angelegten Beiträge ist das Liquiditätsrisiko für Versicherungsunternehmen grundsätzlich gut steuerbar. Wir tragen dem Risiko unzureichender Liquidität durch eine mehrjährige Planung der Zahlungsströme Rechnung. Zusätzlich erfolgt für einen rollierenden Zwölfmonatszeitraum eine Prognose auf Monatsbasis. Für die Überwachung des Liquiditätsrisikos wird darüber hinaus ein Liquiditätsstresstest durchgeführt.

Insgesamt wird bei der Kapitalanlage auf einen hohen Anteil liquider und fungibler Kapitalanlagen geachtet, damit wir trotz der Kapitalmarktskrise den Verpflichtungen gegenüber unseren Versicherungskunden jederzeit nachkommen können. Ein eventuell auftretender unvorhergesehener Liquiditätsbedarf wird konzernintern ausgeglichen.

Risikosteuerung der Kapitalanlagen

Innerhalb unseres Konzerns sind umfassende Governance-Strukturen, Steuerungsmaßnahmen und Richtlinien zur Risikosteuerung der Kapitalanlagen implementiert. Das Asset Liability Management Komitee schlägt die Kapitalanlagestrategie vor, der Vorstand entscheidet hierüber. Der Kapitalanlageausschuss implementiert und überwacht die strategische Aufteilung der Kapitalanlagen nach Kapitalanlagearten (Asset Allocation) und die Einhaltung vorgegebener Limits und Limitsysteme. Darüber hinaus gilt eine umfassende interne Richtlinie (Investment Guidelines) für alle Kapitalanlagen. Die aufsichtsrechtlichen Vorschriften zur Mischung und Streuung werden eingehalten. Darüber hinaus werden Konzentrationsrisiken durch das gruppenweite Risikomanagement monatlich ausgewertet und überwacht.

Ziel des strukturierten Anlageprozesses ist es, die Risiken in den Portfolios durch systematische und kontrollierte Abläufe zu steuern. Anlageentscheidungen werden auf Basis von Asset Liability Management (ALM)-Analysen vor dem Hintergrund der versicherungstechnischen Verpflichtungen, der Bewertungsreserven und der Eigenkapitalausstattung getätigt. Im Rahmen der strategischen und taktischen Asset-Allocation bestehen prozentuale Begrenzungen für die einzelnen Anlageklassen. Zusätzlich werden Limite für Bonität, Einzelemittenten und die Duration des festverzinslichen Portfolios definiert und überwacht. Bei der Risikoeinschätzung wird dabei von einem dem jeweiligen Risiko adäquaten Prognosezeitraum ausgegangen. Zur Bewertung der Anlagerisiken steht eine Vielzahl von Risikomanagementinstrumenten zur Verfügung.

Zum Zwecke der effizienten Portfolioverwaltung und -steuerung wird der Einsatz derivativer Finanzinstrumente regelmäßig geprüft. Mit diesen Instrumenten werden verschiedene Motive der Portfoliosteuerung umgesetzt: Absicherung, Erwerbsvorbereitung und Ertragssteigerung. Das Hauptmotiv beim Einsatz von derivativen Instrumenten der Kapitalanlagen ist die Absicherung, wodurch das im Portfolio liegende wirtschaftliche Risiko reduziert wird (Hedging). Die Motive Erwerbsvorbereitung und Ertragssteigerung werden aktuell nur begrenzt verfolgt.

Im Kreditkomitee wird auf Vorstandsebene das Kreditrisiko des Gesamtportfolios sowie einzelner Anlageklassen und kritischer Emittenten besprochen.

Das Audit Committee wird regelmäßig über die aktuellen Entwicklungen und die Risikosituation des Konzerns und der Einzelgesellschaften informiert.

AXA Bank

Für die AXA Bank gehen wir für die kommenden Geschäftsjahre wegen der risikoaversen Strategie von einer stabilen Risikosituation aus. Da die Bank auf spekulativen Geldhandel verzichtet und kein Handelsbuch führt, stellen das Kreditrisiko und das Counterparty Risiko das überwiegende Adressenausfallrisiko dar. Das Marktpreisrisiko beinhaltete bisher im Wesentlichen das Zinsänderungsrisiko im Anlagebuch, das Spreadrisiko und das Marktliquiditätsrisiko aus der Bewertung von Wertpapieren.

Im Rahmen der Finanzmarktkrise haben wir dem Liquiditätsrisiko besondere Beachtung geschenkt. Hier steuern wir die dispositiven und strukturellen Liquiditätsrisiken. Zur Sicherstellung der jederzeitigen Zahlungsfähigkeit führt die Bank regelmäßig Liquiditätsanalysen durch.

Die neuen Anforderungen aus den MaRisk (BA) werden im Rahmen der Übergangsfrist bis zum Jahresende 2011 umgesetzt.

Operationale und sonstige Risiken

Operationale Risiken beinhalten Verluste aufgrund von unzulänglichen oder fehlgeschlagenen internen Prozessen sowie aus mitarbeiter-, systembedingten oder externen Vorfällen.

Die Steuerung von Betrugsrisiken erfolgt durch den gezielten Einsatz von Vollmachtenregelungen inkl. entsprechender Kontrollmechanismen. Identifizierte Betrugsdelikte werden systematisch nachverfolgt und etwaige Schwächen in den Prozessen und Systemen beseitigt.

Risiken aus Beschäftigungsverhältnissen und der Arbeitssicherheit werden zum einen durch Richtlinien zur Umsetzung rechtlicher Anforderungen und zum anderen durch systematische Personalmanagement-Konzepte und Mitarbeiterbefragungen gesteuert.

Die Steuerung von Risiken aus der Kunden- und Geschäftspraxis erfolgt durch regelmäßige Überprüfungen möglicher Wettbewerbsverstöße und rechtlich relevanter Fachbereichsaktivitäten. Risiken beim direkten Kundenkontakt werden durch regelmäßige Überprüfung der Fehlerraten bei der Abwicklung und bei Beratungstätigkeiten sowie durch produktbezogene und gesetzesbezogene Spezialtrainings im Beratungsumfeld gesteuert.

Unternehmensgefährdende Risiken aus Schäden an der Betriebs- und Geschäftsausstattung werden im Rahmen des Business Continuity Managements gesteuert, insbesondere durch die Erstellung von Notfallplänen und Durchführung von Katastrophenübungen.

Das Risiko einer Betriebsunterbrechung oder eines Versagens von Systemen wird durch regelmäßige Datensicherung mit brandsicherer Lagerung der Sicherungsbänder sowie durch systematische Überwachung der System-Funktionalitäten und der Produktionsstabilität gesteuert. Darüber hinaus werden durch das Information Risk Management (IRM) Schwachstellen von Anwendungssystemen erkannt und Business Kritikalitäten herausgearbeitet. Im Falle von unternehmensgefährdenden Risiken werden auch hier entsprechende Notfallpläne im Rahmen des Business Continuity Managements erstellt. Darüber hinaus ist ein gezieltes IT Risk Management wie auch ein IT Security Management implementiert.

Prozessrisiken werden auf Basis einer umfänglichen Prozessdokumentation durch regelmäßige Identifikation und Bewertung sowie Implementierung von Schlüsselkontrollen gesteuert. Zur Erfüllung der Anforderungen aus dem Sarbanes-Oxley-Act (SOX) ist ein entsprechendes Kontroll- und Dokumentationssystem etabliert, das nunmehr – aufgrund des Delistings in New York – in ein Internal Financial Controls (IFC) –System überführt wird. Hierbei wird eine Ausdehnung auf Solvency II – relevante Kontrollen im Vergleich zu rein abschlussrelevanten SOX-Kontrollen diskutiert.

Risiken aus Projekten oberhalb einer definierten Budgethöhe werden im Rahmen eines strukturierten Projektinitiierungsprozesses identifiziert und im Vorfeld durch strukturierte Risk Assessments bewertet.

Die Identifikation, Analyse und Steuerung von Risiken im Zusammenhang mit Outsourcingverhältnissen ist in einer Richtlinie definiert, welche vorsieht, dass im Vorfeld jeder Auslagerung auf Basis einer Risikoanalyse bewertet wird, ob Aktivitäten und Prozesse ausgelagert werden können und sollen.

Die strategischen Risiken werden durch einen regelmäßigen systematischen Strategieentwicklungs- und Umsetzungsprozess gesteuert, in dem bereits zum Zeitpunkt der Definition von strategischen Initiativen Chancen und Risiken identifiziert und abgewogen werden.

Zur Steuerung des Reputationsrisikos existieren Vorgaben hinsichtlich der Informationspolitik gegenüber Dritten. Des Weiteren wird die Medienberichterstattung kontinuierlich verfolgt, um auf die Gefahr eines Reputationsverlustes aufgrund negativer Berichterstattung zeitnah reagieren zu können. Gleichzeitig werden wesentliche Geschäftsentscheidungen auch auf mögliche Reputationsrisiken hin geprüft.

Die Steuerung von Rechtsrisiken erfolgt durch eine kontinuierliche Beobachtung der aktuellen Rechtssetzungsverfahren und der aufsichtsrechtlichen Entwicklungen auf nationaler wie europäischer Ebene sowie der relevanten Gerichtsentscheide. Die Beobachtung wird sowohl durch die einzelnen Fachbereiche als auch fachbereichsübergreifend durch den Bereich Recht und Compliance durchgeführt. Im Bedarfsfall werden von den betroffenen Fachbereichen frühzeitig Analysen durchgeführt, um zu gewährleisten, dass das Unternehmen auf die möglichen rechtlichen Veränderungen vorbereitet ist.

Rechtliche Risiken und Garantierisiken

Als Mitglied der Pharma-Rückversicherungsgemeinschaft haben wir uns für den Fall, dass eines der übrigen Poolmitglieder ausfällt, verpflichtet, dessen Leistungsverpflichtungen im Rahmen der quotenmäßigen Beteiligung zu übernehmen.

Bei den beendeten Mitgliedschaften der Deutschen Kernreaktor-Versicherungsgemeinschaft, beim Deutschen Luftpool und bei der Continentale Valoren-Versicherungs-Gemeinschaft trifft dies nur noch für die Abwicklung früherer Jahre zu.

Zum Schutz der Ansprüche aus Versicherungsverträgen im Fall einer Unternehmenskrise sind Lebens- und Krankenversicherer zur Mitgliedschaft in einem Sicherungsfonds gesetzlich verpflichtet.

Für die Lebensversicherer erhebt der Sicherungsfonds auf der Grundlage der Sicherungsfonds-Finanzierungs-Verordnung (Leben) jährliche Beiträge von maximal 0,2 ‰ der Summe der versicherungstechnischen Netto-Rückstellungen, bis ein Sicherungsvermögen von 1 ‰ der Summe der versicherungstechnischen Netto-Rückstellungen aufgebaut ist. Für die Lebensversicherer des Konzerns und die Pensionskasse des Konzerns ergeben sich hieraus keine zukünftigen Verpflichtungen.

Der Sicherungsfonds kann darüber hinaus Sonderbeiträge in Höhe von weiteren 1 ‰ der Summe der versicherungstechnischen Netto-Rückstellungen erheben; dies entspricht einer Verpflichtung von 47 Mio. Euro (2009: 46 Mio. Euro).

Sofern die Mittel des Sicherungsfonds bei einem Sanierungsfall nicht ausreichen, haben sich die teilnehmenden Versicherungsunternehmen verpflichtet, dem Sicherungsfond oder alternativ der Protektor Lebensversicherungs-AG weitere finanzielle Mittel zur Verfügung zu stellen. Die Verpflichtung beträgt 1 % der Summe der versicherungstechnischen Netto-Rückstellungen unter Anrechnung der zu diesem Zeitpunkt bereits an den Sicherungsfonds geleisteten Beiträge. Unter Einschluss der oben genannten Einzahlungsverpflichtungen aus den Beitragszahlungen an den Sicherungsfonds beträgt die Gesamtverpflichtung zum Bilanzstichtag 425 Mio. Euro (2009: 415 Mio. Euro).

Die AXA Krankenversicherung AG ist nach §§ 124 ff. VAG – über die Mitgliedschaft im Verband der privaten Krankenversicherung e.V. – dem gesetzlichen Sicherungsfonds für Krankenversicherungsunternehmen angeschlossen. Inzwischen wurde die Auffanggesellschaft Medicator AG gegründet, der das Bundesministerium für Finanzen mit Verordnung vom 11. Mai 2006 die Aufgaben und Befugnisse eines Sicherungsfonds für Krankenversicherungsunternehmen übertragen hat. Im Krisenfall ist die AXA Krankenversicherung AG verpflichtet, der Medicator AG die erforderlichen Mittel bis zur Höhe von maximal 2 ‰ der versicherungstechnischen Netto-Rückstellungen zur Erfüllung ihrer Aufgaben zur Verfügung zu stellen. Im Geschäftjahr würde das einem Betrag in Höhe von 22 Mio. EUR (2009: 20 Mio. Euro) entsprechen.

Für die AXA Bank AG wurde gemäß § 5 Abs. 10 des Statuts des Einlagensicherungsfonds seitens der AXA Konzern AG sowie der AXA, Paris, eine so genannte Freistellungserklärung gegenüber dem Bundesverband deutscher Banken e.V., Berlin, abgegeben. Die Freistellungserklärung dient zur vorsorglichen Absicherung für den eventuellen Fall einer zugunsten der Bank erfolgten Hilfestellung, falls diese wegen entstandener Verluste erforderlich sein sollte. Die Freistellung ist auf die Einlagen der Kunden bei der AXA Bank AG begrenzt, die zum Bilanzstichtag 1.224 Mio Euro (2009: 863 Mio. Euro) betrugen.

Zum 31.12.2010 waren die in nachstehender Übersicht aufgeführten Spruchverfahren gem. § 306 AktG a.F. bzw. dem Spruchverfahrensgesetz anhängig, die von ehemaligen aussenstehenden Aktionären der betreffenden Gesellschaften eingeleitet wurden.

Spruchverfahren Zweck zuständiges Gericht Einleitung Spruchverfahren Antragsgegner
Beherrschungsvertrag zwischen AXA Konzern AG und Nordstern Allgemeine Versicherungs-AG v. 1994 Überprüfung der Angemessenheit von Barabfindungsangebot und Ausgleich OLG Düseldorf 1994 AXA Konzern AG
Verschmelzung AXA Versicherung AG (übernehmender Rechtsträger) mit Nordstern Allgemeine Versicherungs-AG in 1999 Überprüfung der Angemessenheit des Umtauschverhältnisses LG Köln 1999 AXA Versicherung AG
Verschmelzung AXA Lebensversicherung AG (übernehmender Rechtsträger) mit Nordstern Lebensversicherungs-AG in 1999 Überprüfung der Angemessenheit des Umtauschverhältnisses LG Köln 1999 AXA Lebensversicherung AG
Beherrschungsvertrag zwischen AXA Konzern AG und Albingia Versicherungs-AG Überprüfung der Angemessenheit von Barabfindungsangebot und Ausgleich LG Hamburg 1999 AXA Konzern AG /AXA Versicherung AG
Verschmelzung AXA Versicherung AG (übernehmender Rechtsträger) mit Albingia Versicherungs-AG in 2000 Überprüfung der Angemessenheit des Umtauschverhältnisses LG Hamburg 2000 AXA Versicherung AG
Beherrschungsvertrag zwischen AXA Konzern AG und AXA Versicherung AG in 2000 Überprüfung der Angemessenheit von Barabfindungsangebot und Ausgleich LG Köln 2000 AXA Konzern AG
Ergebnisabführungsvertrag zwischen AXA Konzern AG und AXA Versicherung AG in 2005 Überprüfung der Angemessenheit von Barabfindungsangebot und Ausgleich LG Köln 2005 AXA Konzern AG
Übertragung der Aktien der Minderheitsaktionäre der AXA Versicherung AG auf die AXA Konzern AG ("Squeeze-out") in 2005 Überprüfung der angemessenen Barabfindung LG Köln 2005 AXA Konzern AG
Übertragung der Aktien der Minderheitsaktionäre der AXA Lebensversicherung AG auf die AXA Konzern AG ("Squeeze-out") in 2007 Überprüfung der angemessenen Barabfindung LG Köln 2007 AXA Konzern AG
Übertragung der Aktien der Minderheitsaktionäre der Deutsche Ärzteversicherung AG auf die AXA Konzern AG ("Squeeze-out") in 2007 Überprüfung der angemessenen Barabfindung LG Köln 2007 AXA Konzern AG
Beherrschungsvertrag zwischen WinCom Versicherungs-Holding AG und DBV (Winterthur) Holding AG in 2008 Überprüfung der Angemessenheit von Barabfindungsangebot und Ausgleich OLG Frankfurt 2008 WinCom Versicherungs- Holding AG
Übertragung der Aktien der Minderheitsaktionäre der DBV (Winterthur) Holding AG auf die AXA Konzern AG ("Squeeze-out") in 2009 Überprüfung der angemessenen Barabfindung LG Frankfurt 2009 AXA Konzern AG

Die auf die AXA Lebensversicherung AG verschmolzene Nordstern Lebensversicherung AG wurde zusammen mit zahlreichen anderen europäischen Versicherungsgesellschaften vor einem Bundesgericht in New York von Opfern des Holocaust und ihren Erben verklagt. Mit diesen Sammelklagen fordern die Kläger Entschädigungen für angeblich nicht ausgezahlte Versicherungsleistungen. Das Gericht hat diese Klagen am 8. Dezember 2000 abgewiesen. Eine Entschädigung von moralischen Ansprüchen der Opfer und ihrer Erben erfolgt über die Stiftungsinitiative der deutschen Wirtschaft, der der AXA-Konzern beigetreten ist.

Das Landesarbeitsgericht München hat am 15. März 2007 rechtskräftig entschieden, Entgeltumwandlungsvereinbarungen seien wegen Verletzung des gesetzlichen Wertgleichheitsgebotes unwirksam, wenn der Arbeitslohn in gezillmerte Tarife der betrieblichen Altersversorgung investiert wird. Das Bundesarbeitsgericht hat diese Ansicht in seinem Urteil vom 15. September 2009 (Az. 3 AZR 17/09) nicht bestätigt. Danach verstoßen gezillmerte Tarife bei Entgeltumwandlung nicht gegen das Wertgleichheitsgebot. Ein vollständiger Ausschluss der Haftung des Arbeitgebers bei Verwendung voll gezillmerter Verträge kann aber laut Urteilsbegründung des BAG nicht gewährleistet werden, da der Einsatz solcher Tarife eine unangemessene Benachteiligung darstellen kann. Es wird aber als angemessen erachtet, wenn die Abschluss- und Vertriebskosten auf die ersten fünf Jahre verteilt werden, da dieses Vorgehen auch im Gesetz über die Zertifizierung von Altersvorsorgeverträgen (AltZertG) und seit 2008 auch im VVG vorgeschrieben wird. Aufgrund der zuvor unklaren Rechtslage hatten wir in den Jahren 2007 und 2008 eine Garantieerklärung für die jeweils aktuelle Produktpalette abgegeben. Hierdurch werden die Arbeitgeber unter bestimmten Voraussetzungen von Zahlungen freigestellt, zu denen sie aufgrund der Klage eines ausgeschiedenen Arbeitnehmers zur Auffüllung des Rückkaufwertes gerichtlich verurteilt werden sollten. Da wir ab 2008 aufgrund neuer gesetzlicher Vorschriften ohnehin eine Abschlusskostenverteilung auf 5 Jahre vorgenommen haben, könnte sich eine Haftung für uns nur aus den in 2007 abgegebenen Freistellungserklärungen bis längstens 2011 ergeben.

Von der Bildung einer Rückstellung konnten wir Abstand nehmen, weil es aufgrund der im Geschäftsverlauf zu beobachtenden Stornowahrscheinlichkeiten, der nun oberstgerichtlich festgestellten Rechtslage und der die Haftungsübernahme erheblich konditionierenden Voraussetzungen unwahrscheinlich ist, dass wir aus dieser Haftungsfreistellung in Anspruch genommen werden. Bisher wurden wir nicht in Anspruch genommen.

Es bestehen wie im Vorjahr Verpflichtungen aus gesamtschuldnerischer Haftung der Konzerngesellschaften für einen Barkredit in Höhe von 25 Mio. Euro sowie für einen Avalkredit in Höhe von 1 Mio. Euro.

Zugunsten der Deutsche Ärzteversicherung AG waren Wertpapiere mit einem Nominalwert von 0,4 Mio. Euro (2009: 6 Mio. Euro) verpfändet.

Weiter bestanden Bankbürgschaften in Höhe von 2 Mio. Euro (2009: 2 Mio. Euro) und Patronatserklärungen über 2,5 Mio. Euro (2009:7,5 Mio. Euro) im Zusammenhang mit der Gewährung von Schuldscheindarlehen.

Staatsanleihen in Höhe von 212 Mio. Euro (2009: 227 Mio. Euro) wurden zugunsten des Kontrahenten als Sicherheit für die negativen Marktwerte von derivativen Finanzinstrumenten verpfändet.

Zusammenfassende Darstellung der Risikolage

In der Schaden- und Unfallversicherung werden die Risiken insbesondere in einer Häufung nicht rückversicherter mittelgroßer Schäden, einem Anstieg von Groß- und Katastrophenschäden, z.B. aus Naturkatastrophen, sowie einem Rückgang des Beitragsniveaus gesehen. Ein besonderes Augenmerk liegt auf dem Untersegment Arzthaftpflichtversicherung, da die hier vorliegenden neuen Erkenntnisse ergeben, dass sehr wahrscheinlich ein trendartiger Schadenanstieg infolge der Veränderung der Rechtslage beziehungsweise des Verhaltens der Marktteilnehmer unterstellt werden kann. In der Lebens- und Krankenversicherung stellen das Zinsgarantierisiko und die biometrischen sowie die Schaden-/Leistungsrisiken die größten versicherungstechnischen Risiken dar. Neben den versicherungstechnischen Risiken beinhalten die Markt- und Bonitätsrisiken der Kapitalanlagen das größte Risikopotenzial.

Für die Solo-Solvabilität der Einzelgesellschaften wurden alle aufsichtsrechtlichen Anforderungen erfüllt. Die Solvabilitätskennziffern - das Verhältnis der vorhandenen Eigenmittel zu den für den Geschäftbetrieb und den Risiken als mindestens erforderlichen Eigenmitteln - der einzelnen Gesellschaften liegen über den Mindestanforderungen. Die Bedeckungssätze für 2010 betragen zwischen 109,4 % und 375,4 % (2009: 138,7 % und 431,4 %); dabei wurden Bewertungsreserven nicht berücksichtigt.

Zum jetzigen Zeitpunkt sind keine Risiken bekannt, die den Fortbestand des deutschen AXA Konzerns gefährden.

Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Es sind keine wesentlichen Ereignisse nach dem Bilanzstichtag eingetreten.

Von uns betriebene Versicherungszweige

Lebensversicherung

Krankenversicherung

Schaden- und Unfallversicherung

Allgemeine Unfallversicherung

Haftpflichtversicherung

Kraftfahrtversicherung

Rechtsschutzversicherung

Feuerversicherung

Einbruchdiebstahlversicherung

Leitungswasserversicherung

Glasversicherung

Sturmversicherung

Verbundene Hausratversicherung

Verbundene Gebäudeversicherung

Hagelversicherung (nur in Rückdeckung übernommen)

Technische Versicherungen

Einheitsversicherung

Transportversicherung

Kredit- und Kautionsversicherung

Versicherung zusätzlicher Gefahren zur Feuer- bzw. Feuer-Betriebsunterbrechungs-Versicherung (Extended Coverage)

Betriebsunterbrechungsversicherung

Beistandsleistungsversicherung

Sonstige Sachschadenversicherungen

Sonstige Vermögensschadenversicherungen

Vertrauensschadenversicherung

Ausblick

Gesamtwirtschaftliches Umfeld

Nachdem bereits in 2010 ein reales BIP-Wachstum von 3,6 % verzeichnet werden konnte, wird für 2011 mit einem Wachstum von 2,75 % gerechnet, welches bereits Ende dieses Jahres die Wachstumseinbußen aus 2009 kompensieren könnte. Dabei sind die Wachstumstreiber wie auch schon in 2010 vor allem die Exporte, aber auch Ausrüstungs- und Bauinvestitionen sowie der private Konsum.

Die Wirtschaftskrise hat die Unternehmen und privaten Haushalte unterschiedlich hart getroffen. Während auf Seite der Unternehmen in 2008 und insbesondere 2009 ein Anstieg der Insolvenzen zu beobachten war, sind diese 2010 mit -2,1 % wieder leicht zurückgegangen. Dagegen waren die privaten Haushalte nur durch einen leichten Rückgang ihrer verfügbaren Einkommen in 2009 betroffen, der bereits in 2010 mit einer Steigerung um 2,6 % wieder mehr als ausgeglichen werden konnte. Zudem deuten erste Tarifabschlüsse auf eine weiterhin positive Entwicklung in 2011, sodass eine nominale Steigerung der verfügbaren Einkommen um 3 % erwartet wird. Die Sparquote wird weiterhin bei etwa 11,5 % liegen während der private Konsum real um 1 % steigen wird.

Auch der Arbeitsmarkt ist weiterhin stabil. Zwar stieg die Arbeitslosenquote im Winter saisonbedingt wieder leicht an; allerdings konnte bereits im Februar wieder ein Rückgang der Quote auf 7,9 % beobachtet werden. Aufgrund der weiterhin bestehenden großen Arbeitskräftenachfrage ist im Verlauf von 2011 mit einem neuerlichen Unterschreiten der Grenze von 3 Mio. Arbeitslosen zu rechnen. Derweil ist die Inflationsrate nach durchschnittlich 1,1 % in 2010 zu Beginn des Jahres 2011 auf 2 % gestiegen, was vor allem auf die steigenden Rohstoffpreise aber auch auf eine besser ausgelastete gesamtwirtschaftliche Produktion zurückzuführen ist. Insgesamt wird für 2011 mit einer Inflationsrate von ca. 2,5 % gerechnet.

Die EZB hat auf diese Entwicklungen zu Beginn von 2011 reagiert und ihren Leitzins um 25 Basispunkte auf nun 1,25 % erhöht. Im Verlauf des Jahres ist allerdings nur mit moderaten Erhöhungen zu rechnen; ein weiterer Anstieg der Inflationsrate scheint daher wahrscheinlich. Finanzpolitisch steht nach wie vor die Konsolidierung der Staatshaushalte im Vordergrund. Dabei geht es neben der Beseitigung struktureller Defizite vor allem um die Schaffung eines Rahmens, der die Durchsetzung der Zielgrößen des Stabilitäts- und Wachstumspakts erlaubt.

In diesem Zusammenhang ist auch auf Faktoren einzugehen, die die weitere konjunkturelle Erholung gefährden. So bieten die derzeitigen wirtschaftlichen Ungleichgewichte in den EU-Mitgliedsstaaten Anreize zur Spekulation für Finanzmarktteilnehmer. Zudem ist Deutschland als Exportland auf die positive Entwicklung der globalen Konjunktur angewiesen. Für deren weitere Entwicklung sind der Zeitpunkt des Ausstiegs aus der expansiven Geldpolitik sowie das mögliche Nachlassen der Wirkung der weltweiten Konjunkturprogramme von Bedeutung.

Insgesamt, unter Berücksichtigung aller derzeit bekannten Einflussfaktoren, gehen wir von einer weiterhin positiven Entwicklung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung in 2011 und 2012 aus.

Versicherungswirtschaft

Nach einem Wachstum der Beitragseinnahmen um 4,3 % im Jahr 2010 wird für 2011 in der Versicherungswirtschaft eine weiterhin positive, wenn auch abgeschwächte Entwicklung erwartet. Diese Abschwächung beruht dabei ausschließlich auf der Erwartung, dass das in 2010 extrem wachsende Einmalbeitragsgeschäft diese Dynamik in 2011 nicht fortführen wird.

Der Bereich der Lebensversicherung stand in 2010, wie bereits im Jahr zuvor unter dem Eindruck des stark wachsenden Einmalbeitragsgeschäfts. Für 2011 wird wahrscheinlich entscheidend sein, ob im Geschäft mit laufendem Beitrag nach mehreren Jahren des Rückgangs eine stabile Beitragseinnahme erreicht werden kann. Demgegenüber könnte für die Einmalbeiträge in 2011 ein leichter Rückgang gegenüber dem starken Wachstum im vergangenen Jahr eintreten. Der prognostizierten positiven Entwicklung der wirtschaftlichen Lage der privaten Haushalte und dem weiterhin bestehenden privaten Altersvorsorgebedarf der Bevölkerung stehen eine unverändert abwartende Haltung gegenüber langfristiger Geldanlage sowie hohe Abläufe gegenüber.

Die private Krankenversicherung sollte von der positiven Entwicklung der wirtschaftlichen Lage der privaten Haushalte profitieren. Für 2011 wird ein positiver Nettoneuzugang Vollversicherter erwartet, wozu auch der Wegfall der dreijährigen Wartefrist für gesetzlich Krankenversicherte in 2010 beiträgt. Das Zusatzversicherungsgeschäft wird vermutlich nicht mehr so stark expandieren wie bis 2009, wobei infolge der niedrigen mittleren Prämien der Einfluss auf die Gesamtbeiträge der PKV geringer ist. Insgesamt wird für das Jahr 2011 ein ähnliches Beitragswachstum in der PKV wie in 2010 mit 5,8% erwartet.

In der Schaden- und Unfallversicherung wird für die Kraftfahrtversicherung trotz merklicher Preisanhebungen im Neugeschäft und im Bestand zu Jahresbeginn nur ein leichtes Beitragswachstum erwartet, da z. B. weiterhin Wanderungen in günstigere Schadenfreiheitsklassen stattfinden. Im Geschäft mit Firmen- und Industriekunden wird aufgrund der wirtschaftlichen Erholung eine positive Beitragseinnahmenentwicklung antizipiert. Im privaten Bereich außerhalb der Kraftfahrtversicherung wird ebenfalls eine positive Beitragsentwicklung gesehen, wenn auch in geringerem Umfang als im gewerblichen Bereich. Sowohl im privaten als auch nicht-privaten Bereich steht der positiven wirtschaftlichen Entwicklung der Kunden eine sehr hohe Wettbewerbsdichte mit verbundenem Preiswettbewerb gegenüber. Insgesamt wird aber von einem geringen Beitragswachstum in der Schaden- und Unfallversicherung ausgegangen.

Aussichten und Chancen des AXA Konzerns

Die globale Unsicherheit über die künftige real- und finanzwirtschaftliche Entwicklung sowie das anhaltend niedrige Zinsniveau stellen die Lebensversicherung vor weiterhin große Herausforderungen. Darüber hinaus hat das Bundesfinanzministerium im Februar 2011 entschieden, die garantierte Mindestverzinsung ab 2012 von 2,25 % auf 1,75 % zu senken, welches zusätzlich die Chancen der Lebensversicherung in Deutschland negativ beinträchtigen kann. Insoweit ist die Entwicklung der Branche insgesamt nur schwer vorherzusagen. Die Verunsicherung bei den Verbrauchern und eine damit einhergehende Zurückhaltung beim Abschluss langfristiger Altersvorsorgeverträge bestehen weiterhin.

Bislang erweist sich jedoch das Modell der Lebensversicherung nach der Finanzmarktkrise als ein wesentlicher Stabilitätsfaktor im Finanzdienstleistungsmarkt. Die gesellschaftliche Alterung schreitet voran und allein nach dem Umlageprinzip wird sich eine nachhaltig wirksame Altersvorsorge nicht aufbauen lassen. Die langfristig wirkenden Grundlagen und Aussichten des Lebensversicherungsgeschäftes bleiben also intakt. Entscheidend ist, das Vertrauen der Kunden in eine zuverlässige und langfristige Partnerschaft zu gewinnen und zu erhalten.

Mit einer stabilen Überschussbeteiligung für bestehende klassische Renten- und Lebensversicherungen für 2011 beweisen die AXA Lebensversicherung sowie die DBV Deutsche Beamtenversicherung Lebensversicherung Solidität und Kontinuität in diesem schwierigen Marktumfeld. Ferner hat die AXA Gruppe eine weit über dem Marktdurchschnitt liegende Kapitalkraft und Stabilität. Wir sehen das Marktumfeld als Chance, uns bei unseren Kunden und am Markt als aufmerksamer und zuverlässiger Partner zu positionieren.

Im Bereich des Öffentlichen Dienstes sind wir mit unserem Spezialversicherer, der DBV Deutsche Lebensversicherung Beamtenversicherung, am Markt vertreten. Der kontinuierliche Dialog und die enge Verbundenheit mit den Kunden des Öffentlichen Dienstes sind die Treiber für das maßgeschneiderte Angebot der DBV. Zahlreiche Auszeichnungen belegen die Qualität der transparenten und verbraucherfreundlichen Produkte nicht nur im Bereich der Lebensversicherung. Es gibt wohl keinen anderen Anbieter in unserer Branche, der so tief mit den besonderen Bedürfnissen des Öffentlichen Dienstes an Vorsorge und Absicherung vertraut ist wie wir. Diese Nähe zur Zielgruppe, unsere langjährig aufgebauten Zugangswege und unsere hohe Akzeptanz bei den Beamten und Angestellten des Öffentlichen Dienstes sind starke Pluspunkte für die DBV. Diese machen die Marke auch für Vertriebspartner aus dem Feld der freien Vertriebe interessant, die im Öffentlichen Dienst schon heute etabliert sind oder sich in dieser Zielgruppe mit bedarfsgerechten Lösungen neu positionieren wollen.

Für 2011 sind wir im Markt mit unserer breiten Produktpalette hervorragend als Komplettanbieter aufgestellt, sodass wir die Wünsche der Kunden optimal bedienen können. Wir haben konventionelle Produkte mit hohen Sicherheiten, aber auch fondsgebundene Produkte mit oder ohne Garantien. Ferner haben wir die hervorragend positionierte Berufs- und Dienstunfähigkeitsversicherung überarbeitet und bieten seit Jahresbeginn eine neue, deutlich verbesserte Risikolebensversicherung an.

Der Ausbau des zertifizierten und vom Markt sehr positiv aufgenommenen Beratungsansatzes „plan360°“ steht auch im Jahr 2011 im Fokus. Neben der Ausweitung dieses Beratungsansatzes für das wachsende und profitable Kundensegment der Privatkunden ab 50 Jahre werden sukzessive weitere Kundensegmente erschlossen. Die Altersstruktur im Öffentlichen Dienst führt in den nächsten Jahren zu einem hohen Einstellungsbedarf. Diese Zielgruppe der Dienst- und Berufsanfänger wird mehr denn je eines unserer Fokussegmente bilden.

Neben der einzigartigen Kombination aus Ansprache, Vertriebszugang und Service wird der Beratungsansatz durch zielgruppenspezifische Produktlösungen, wie zum Beispiel die weiter entwickelten Dienstanfängerpolice, begleitet, die in diesen Segmenten große Wachstumschancen eröffnen. Besondere Bedeutung wird in Zukunft dem Einmalbeitragsgeschäft zukommen. Der Fokus auf die Wiederanlage fälliger Lebensversicherungen und die Schließung der Rentenlücke unserer Kunden durch Rentenversicherungen gegen Einmalbeitrag wird ausgebaut.

Mit ihren attraktiven Produkten sind unsere beiden Pensionskassen Pro bAV und winsecura im Markt der betrieblichen Altersversorgung nach wie vor außerordentlich gut positioniert. Die neuen Annahmerichtlinien für das Kollektivgeschäft haben sich bewährt. Und auch 2011 und 2012 gehen wir davon aus, dass unsere Annahmerichtlinien wettbewerbsfähig sind. Laufend weiteroptimierte Geschäftsprozesse bieten unseren Kunden, Vermittlern und Partnern eine zügige und serviceorientierte Vertragsbearbeitung. Das aktuelle Marktumfeld und die positive Beurteilung der künftigen Entwicklung der deutschen Wirtschaft geben der betrieblichen Altersversorgung und damit auch den Pensionskassen die notwendigen Impulse, weiterhin wachsen zu können. Wir gehen davon aus, dass auch in 2011 mischfinanzierte betriebliche Altersversorgungen, die partnerschaftlich von Arbeitgeber und Arbeitnehmer finanziert werden, weiter an Bedeutung gewinnen werden. Möglicherweise gewinnt auch die rein arbeitgeberfinanzierte Form als modernes Instrument der Mitarbeiterbindung und der Marktdifferenzierung wieder an Attraktivität. Der in einzelnen Branchen existierende Fachkräftemangel wird eine arbeitgeberfinanzierte Finanzierung der betrieblichen Altersversorgung entsprechend forcieren. Unabhängig von der wirtschaftlichen Entwicklung wird die anhaltende Diskussion zur Stabilisierung des gesetzlichen Rentenversicherungssystems die Nachfrage nach zusätzlicher Altersversorgung weiter verstärken. Das Bewusstsein vieler Verbraucher, dass die gesetzliche Rente allein nicht ausreichen wird, um den Lebensstandard im Alter zu sichern, wächst weiter. Diese Tendenz wird noch verstärkt durch die praktischen Auswirkungen der Anhebung des gesetzlichen Rentenbeginnalters von 65 auf 67 Jahre. Daher betrachten wir im Bereich der betrieblichen Altersvorsorge das Geschäftjahr 2011 mit Zuversicht. Der strategische Ansatz, mit eigenen Pensionskassen am Markt aufzutreten, wird weiter verfolgt.

In Summe erwarten wir für die beiden kommenden Jahre in der Lebensversicherung weiterhin eine stabile Entwicklung innerhalb des Marktes sowohl hinsichtlich des Neugeschäftes als auch bei den Beitragseinnahmen, mit wiederkehrender Dynamik bei den laufenden Beiträgen. Insbesondere im Bereich des Öffentlichen Dienstes sehen wir große Chancen, den Marktanteil in unserer Zielgruppe weiter zu steigern.

Die Rahmenbedingungen für die private Krankenversicherung insgesamt werden neben der erfreulichen Konjunkturlage und dem positiven Konsumklima, stark vom politischen Umfeld geprägt, das angesichts einer Reihe von Landtagswahlen schwerer vorhersehbar ist. Im wichtigsten Segment der PKV, den Vollversicherungen, erwarten wir auf Basis unserer erfolgreichen Produkte und moderater Beitragsanpassungen die Fortsetzung unserer Erfolgsgeschichte, jedes Jahr mehr Menschen bei uns zu versichern. Unsere Maßnahmen, den Kunden als Patienten Unterstützung zu bieten, werden wir verstärkt fortsetzen, um innerhalb des aktuellen rechtlichen Rahmens unsere Möglichkeiten zur Verbesserung der Beitragsstabilität auszuschöpfen. Durch die enge Abstimmung mit Kunden und Vertriebspartnern sowie der Ärzteschaft sind wir zuversichtlich, dabei auch die Kundenzufriedenheit weiter zu steigern. Die erleichterte Absetzbarkeit der Versicherungsbeiträge von der Steuer und die Abschaffung der Drei-Jahres-Regel für Angestellte dürften auch dieses Jahr für ein marktweit starkes Ansteigen der Beitragseinnahmen von etwa 6 % sorgen.

Ferner hoffen wir auf die Bundesregierung und ihre Bereitschaft, den gesundheitspolitischen Kurs der Fairness fortzusetzen. Je mehr Einfluss die PKV auf Qualität, Menge und Preise medizinischer Dienstleistungen bekommt, umso innovativer und damit zukunftsfähiger wird das deutsche Gesundheitssystem werden. In der Zusatzversicherung erwarten wir die Fortsetzung des großen Erfolgs unserer innovativen neuen Pflege-Ergänzungsprodukte.

2011 will die Bundesregierung die nächste Pflegereform in Angriff nehmen. Die Diskussionen darüber werden erneut deutlich machen, dass die Leistungen der gesetzlichen Pflichtversicherung nur eine Teildeckung sind. Unsere flexiblen und umfassenden Angebote belegen auch unsere gesellschaftliche Verantwortung, Menschen die Möglichkeit zur individuellen Absicherung ihrer finanziellen Lebensrisiken zu geben. Der Pflichtteil der Pflegeversicherung ist ein deutliches Beispiel für die Überlegenheit der Kapitaldeckung gegenüber dem Umlageverfahren. Folgerichtig haben die Regierungsparteien die Einführung einer Pflege-Kapitaldeckung im Koalitionsvertrag vereinbart. Im Rahmen der diesjährigen Pflegereform hat die Bundesregierung die Chance zur Umsetzung dieses Versprechens. Zusammenfassend erwarten wir für 2011 und 2012 ein ertragreiches Wachstum.

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) erwartet für das Jahr 2011 in der Schaden- und Unfallversicherung ein Beitragswachstum von 1 %. Als Grund für dieses moderate Wachstum wurde neben der verbesserten wirtschaftlichen Lage der privaten Haushalte, auf die etwa zwei Drittel der Nachfrage der Schaden- und Unfallversicherung entfallen, vor allem auch die wirtschaftliche Erholung im Unternehmenssektor genannt. In der Kraftfahrtversicherung wird für 2011 überwiegend ein Ende des Preissenkungszyklus im Neugeschäft erwartet. Gleichwohl dämpfen aber auch im laufenden Jahr Wanderungen in höhere Schadenfreiheitsklassen und günstigere Tarifsegmente das Beitragsaufkommen in der Kraftfahrtversicherung. Bei einem weiteren Anstieg der Anzahl von Kraftfahrzeugen um 1 % wird für 2011 für die Kraftfahrtversicherung ein Beitragswachstum von 0,5 % erwartet.

Unser Industrie- und Firmenkundengeschäft sehen wir auf profitablem Wachstumskurs. Grund für die insgesamt positive Prognose sind unser gut diversifiziertes Portfolio sowie die vielen innovativen und lösungsorientierten Konzepte in Verbindung mit unserer Lösungs- und Beratungskompetenz. Neben internationalen Deckungskonzepten bieten wir Versicherungslösungen für neue wachstumsstarke Branchen, wie zum Beispiel den Markt für regenerative Energien, an. Auf der Grundlage einer konsequenten Ausrichtung unserer Produktkonzepte und Services an den Bedürfnissen unserer Kunden und Vermittler rechnen wir auch in den beiden kommenden Jahren mit einer weiteren Stärkung unserer Position als einer der führenden Industrie- und Firmenversicherer in Deutschland.

Aus der verbesserten wirtschaftlichen Lage der privaten Haushalte wird für 2011 und 2012 ein Anstieg der Konsumausgaben um 1,5 % erwartet. Ebenso wie der GDV rechnen wir daher für das Privatkundengeschäft in der Kraftfahrtversicherung sowie den Sach-, Haftpflicht- und Unfallversicherungen mit einem moderaten Marktwachstum. Für unsere Gesellschaften erwarten wir im Privatkundengeschäft einen Beitrags- und Marktanteilszugewinn. Maßgeblich gestützt wird das erwartete Wachstum durch die sehr erfolgreiche Einführung unserer neuen Kraftfahrtversicherungstarife im Jahr 2010, auf deren Basis wir zum Jahreswechsel 2010/2011 einen Bestandszuwachs von rund 100.000 Kraftfahrtversicherungsverträgen erzielen konnten. In der Sach-, Haftpflicht- und Unfallversicherung stützen sich unsere Wachstumsprognosen auf den sehr erfolgreichen Absatz unseres innovativen Bündelproduktes BOXplus sowie auf die Mitte 2010 eingeführte Existenzschutzversicherung. Deutlich positive Beitrags- und Marktanteils-Effekte für das Privatkundengeschäft werden aus der gezielten Förderung der Marke DBV als Spezialist für den Öffentlichen Dienst erwartet. Mit speziellen Ansprachekonzepten, kombiniert mit besonders auf den Öffentlichen Dienst zugeschnittenen Produktangeboten, sind wir gut aufgestellt. Wir werden auch in dem weiterhin schwierigen Wettbewerbsumfeld unsere ertragsorientierte Zeichnungspolitik unverändert fortsetzen und zugleich die Qualität und Effizienz unserer Prozesse weiter nachhaltig verbessern.

Im Bereich der Kunstversicherung gehen wir für das Jahr 2011 davon aus, dass sich der internationale Kunstmarkt weiter stabilisiert und wieder wachsen wird. Insbesondere das Privatsegment wird von dieser Entwicklung profitieren, speziell Käufer aus den sogenannten „Emerging Markets“ sorgen für ein gesundes Wachstum, wobei in diesen Ländern die Versicherungskultur häufig noch unterentwickelt ist. AXA ART akquiriert in diesen Märkten sehr selektiv und zurückhaltend.

Im Privatsegment rechnen wir trotz der stetig zunehmenden Wettbewerbsintensität mit einem weiteren Wachstum. Der zunehmenden Preissensitivität begegnen wir mit einer überarbeiteten Produktpalette, hochwertigen Dienstleistungen und wettbewerbsfähigen Preisen. Nach den Turbulenzen der zurückliegenden Finanz- und Wirtschaftskrise gehen wir für das Jahr 2011 davon aus, dass sich der internationale Kunstmarkt weiter stabilisiert und wieder wachsen wird. Insbesondere das Privatsegment wird von dieser Entwicklung profitieren, wenn auch das Preisbewusstsein von Kunden und Maklern weiterhin hoch ist. Das Segment für professionelle Dienstleistungen der Kunstindustrie (kommerzieller Bereich) wird vor allem bei kleineren und mittleren Unternehmen zu einer Marktbereinigung und - konsolidierung führen, da hier der Marktdruck zunimmt. Diese Entwicklung berücksichtigen wir im Rahmen der Einzelrisikoanalyse und Zeichnung.

In Summe rechnen wir für die beiden kommenden Jahre mit einem moderaten Wachstum, wobei die Profitabilität des Portfolios stets im Vordergrund steht. Zum Wachstum werden auch verbesserte Qualität und Effizienz beitragen die wir sukzessive bei den jeweiligen AXA-Gesellschaften erhöhen werden. Wir sind auch darauf vorbereitet, dass die Wettbewerbsintensität und der hohe Preisdruck anhalten. Hier ergeben sich aber auch immer wieder Chancen, wo Wettbewerber aufgrund einer überhitzten Zeichnungspraxis sanieren oder sogar den Markt verlassen müssen.

Für den AXA Konzern insgesamt sind die Aussichten für 2011 und 2012 somit durchaus vielversprechend. Neben dem Ausbau unseres Geschäftsvolumens wird der Fokus insbesondere auf der Verbesserung unserer Prozeß- und Kostenstrukturen liegen. Allerdings sind insbesondere hinsichtlich Kapitalanlagen die Auswirkungen der Umwälzungen in der arabischen Welt derzeit kaum abschätzbar. Kurzfristig überwiegen wohl die Risiken, da die Energieversorgung Europas bedroht ist. Auch Deutschland könnte konjunkturell in Mitleidenschaft gezogen werden. Ferner sind als Ölimporteure insbesondere diejenigen südeuropäischen Länder betroffen, deren Staatsanleihen ohnehin schon unter Druck stehen. Insofern ist nicht auszuschliessen, dass diese oder auch andere Gründe sich auf die Ergebnissituation der AXA deutlich negativ auswirken können. Mittelfristig besteht allerdings die Chance, dass Freiheit, Demokratie und letztlich breiter Wohlstand der gesamten Region ein bisher nicht gekanntes Niveau an Stabilität bescheren werden. Neben diesen enormen politischen Gewinnen entstünden völlig neue Wachstumspotenziale für die Weltwirtschaft und damit Anlagealternativen für unsere Kapitalanlagen.

Köln, den 10. Mai 2011

Der Vorstand

Konzern-Bilanz zum 31. Dezember 2010

Aktiva

in Tsd. Euro Anhang 2010 2009
A. Immaterielle Vermögensgegenstände 1
I. Geschäfts- oder Firmenwert 1.002.768 973.768
II. Sonstige immaterielle Vermögensgegenstände 535.280 527.330
1.538.048 1.501.098
B. Kapitalanlagen
I. Fremdgenutzte Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten 2 1.299.869 1.323.846
II. Beteiligungen an assoziierten Unternehmen 3 51.404 49.449
III. Finanzinstrumente 4
1. Darlehen und Ausleihungen 7.131.977 7.425.040
2. Jederzeit veräußerbare Wertpapiere 46.899.282 44.297.539
3. Erfolgswirksam zum Fair Value bewertete Finanzinstrumente 7.169.629 6.632.827
IV. Einlagen bei Kreditinstituten 1.393.078 1.964.287
V. Depotforderungen aus dem in Rückdeckung übernommenen Versicherungsgeschäft 108.800 82.338
64.054.039 61.775.326
C. Kapitalanlagen für Rechnung und Risiko von Inhabern von Lebensversicherungspolicen 2.365.147 1.798.361
D. Forderungen
I. Forderungen aus dem selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft 5 567.990 543.285
II. Abrechnungsforderungen aus dem Rückversicherungsgeschäft 65.959 41.295
III. Steuerforderungen 6 229.155 214.785
IV. Sonstige Forderungen 7 624.680 517.740
1.487.784 1.317.105
E. Anteile der Rückversicherer an den versicherungstechnischen Rückstellungen 13 997.399 1.238.304
F. Sonstige Vermögensgegenstände
I. Eigengenutzter Grundbesitz 8 32.006 32.174
II. Sachanlagen und Vorräte 9 54.651 53.351
III. Laufende Guthaben bei Kreditinstituten, Schecks und Kassenbestand 10 242.750 276.712
IV. Andere Vermögensgegenstände 136.528 118.522
465.935 480.759
G. Rechnungsabgrenzungsposten 11 416.703 339.081
H. Steuerabgrenzung 20 359.044 372.094
I. Zur Veräußerung gehaltene Vermögensgegenstände 0 0
71.684.099 68.822.128
Passiva
in Tsd. Euro Anhang 2010 2009
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 79.840 79.840
II. Kapitalrücklage 1.269.376 1.263.385
III. Gewinnrücklagen 1.894.127 1.961.910
IV. Neubewertungsrücklage 344.015 338.299
V. Rücklage aus der Währungsumrechnung -8.670 -12.944
VI. Konzernergebnis, den Anteilseignern des Mutterunternehmens zustehend 391.151 199.493
VII. Anteile anderer Gesellschafter 21.266 26.622
3.991.105 3.856.605
B. Nachrangige Verbindlichkeiten 12 0 0
C. Versicherungstechnische Rückstellungen 13
I. Beitragsüberträge 698.190 718.629
II. Deckungsrückstellung 46.231.570 44.854.745
III. Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle 6.323.048 6.092.907
IV. Rückstellung für Beitragsrückerstattung 3.268.452 2.912.808
V. Sonstige versicherungstechnische Rückstellungen 33.824 34.139
56.555.084 54.613.228
D. Versicherungstechnische Rückstellungen im Bereich der fondsgebundenen Lebensversicherung 2.365.147 1.798.361
E. Andere Rückstellungen
I. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 14 1.852.963 1.722.017
II. Steuerrückstellungen 15 437.721 400.327
III. Sonstige Rückstellungen 16 501.847 528.029
2.792.531 2.650.373
F. Andere Verbindlichkeiten
I. Verbindlichkeiten aus dem selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft 17 2.491.694 2.640.276
II. Depotverbindlichkeiten aus dem in Rückdeckung gegebenen Versicherungsgeschäft 654.518 707.773
III. Abrechnungsverbindlichkeiten aus dem Rückversicherungsgeschäft 51.782 219.990
IV. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 18 103.301 182.002
V. Sonstige Verbindlichkeiten* 19 2.369.631 1.789.694
5.670.926 5.539.735
G. Rechnungsabgrenzungsposten 3.679 3.563
H. Steuerabgrenzung 20 305.627 360.263
71.684.099 68.822.128

Konzerngesamtergebnisrechnung

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung 1. Januar bis 31. Dezember 2010

in Tsd. Euro Anhang 2010 2009
1. Gebuchte Bruttobeiträge 21
a) Leben/Kranken 6.585.250 6.452.713
b) Schaden/Unfall 3.515.641 3.548.890
10.100.891 10.001.603
2. Verdiente Beiträge für eigene Rechnung
a) Leben/Kranken 6.503.446 6.428.263
b) Schaden/Unfall 2.709.852 2.696.354
9.213.298 9.124.617
3. Kapitalanlageergebnis 22
a) Leben/Kranken 2.784.930 2.155.215
b) Schaden/Unfall/Übrige 404.696 404.696
3.189.626 2.559.911
davon: Ergebnis aus assoziierten Unternehmen 5.504 -2.010
4. Versicherungsleistungen für eigene Rechnung 23
a) Leben/Kranken 8.255.840 7.856.186
b) Schaden/Unfall 1.874.905 1.729.274
10.130.745 9.585.460
5. Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb für eigene Rechnung 24
a) Leben/Kranken 683.271 704.505
b) Schaden/Unfall 941.135 872.753
1.624.406 1.577.258
6. Sonstige Erträge 25 714.346 688.731
7. Sonstige Aufwendungen 26 873.063 904.086
8. Finanzierungsaufwendungen 27 0 0
9. Steuern 28
a) Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 104.207 94.094
b) Sonstige Steuern -6.443 6.761
97.764 100.855
10. Ergebnis aus aufgegebenen Geschäftsbereichen nach Steuern 0 0
11. Konzernergebnis 29 391.292 205.600
davon den Anteilseignern des Mutterunternehmens zustehend 391.150 199.493
davon Anteile anderer Gesellschafter 142 6.107

Verkürzte Gesamtergebnisrechnung

in Tsd. Euro 2010 2009
Konzernergebnis 391.292 205.600
Währungsschwankungen 4.274 678
Unrealisierte Gewinne/Verluste 33.712 161.200
- aus jederzeit veräußerbaren Wertpapieren 37.498 149.852
- aus assoziierten Unternehmen -3.786 11.348
Realisierte Gewinne/Verluste -21.527 -30.894
- aus jederzeit veräußerbaren Wertpapieren -21.527 -30.894
- aus assoziierten Unternehmen 0 0
Unrealisierte Gewinne/Verluste aus Sicherungsinstrumenten -6.467 9.574
Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste aus Pensionsplänen -65.587 -132.974
Gesamtergebnis der Periode 335.697 213.184
davon den Anteilseignern des Mutterunternehmens zustehend 335.571 207.342
davon Anteile anderer Gesellschafter 126 5.842

Konzern-Kapitalflussrechnung

in Mio. Euro Bilanz, GuV 2010 2009
1 Betriebliche Geschäftstätigkeit
Konzernergebnis 27 391 206
Veränderung der versicherungstechnischen Rückstellungen (netto) 2.523 922
Reduzierung des Rückdeckungsvertrages mit der Hamburger / Berliner Ärztekammer 0 294
Veränderung von Depotforderungen/-verbindlichkeiten -80 -106
Veränderung von Abrechnungsforderungen/-verbindlichkeiten -193 27
Marktwertänderungen der erfolgswirksam zum Fair Value bewerteten Finanzinstrumente -197 -504
Veränderung der sonstigen Forderungen und Verbindlichkeiten 203 -625
Ergebnis aus dem Abgang von Kapitalanlagen -102 84
Veränderung sonstiger Bilanzposten -72 233
Sonstige zahlungsunwirksame Erträge und Aufwendungen -3 717
Kapitalfluss aus betrieblicher Geschäftstätigkeit 2.470 1.248
2 Investitionstätigkeit
Reduzierung des Rückdeckungsvertrages mit der Hamburger Ärztekammer 0 -294
Einzahlungen aus dem Verkauf von Kapitalanlagen für Rechnung und Risiko von Inhabern von Lebensversicherungspolicen 56 47
Auszahlungen aus dem Erwerb von Kapitalanlagen für Rechnung und Risiko von Inhabern von Lebensversicherungspolicen -403 -400
Einzahlungen aus dem Verkauf von übrigen Kapitalanlagen 8.399 8.904
Auszahlungen aus dem Erwerb von übrigen Kapitalanlagen -10.289 -9.367
Sonstige Einzahlungen 1 16
Sonstige Auszahlungen -62 -96
Kapitalfluss aus der Investitionstätigkeit -2.298 -1.190
3 Finanzierungstätigkeit
Dividendenzahlungen
der AXA Konzern AG -206 -155
der Tochterunternehmen an Gesellschafter außerhalb des Konzerns 0 0
Einzahlungen aus sonstiger Finanzierungstätigkeit 0 0
Auszahlungen aus sonstiger Finanzierungstätigkeit 0 0
Kapitalfluss aus Finanzierungstätigkeit -206 -155
4 Zahlungsmittel und -äquivalente zu Beginn des Geschäftsjahres 9 277 374
5 Liquiditätswirksame Veränderung der Zahlungsmittel und -äquivalente -34 -97
6 Währungskursbedingte Veränderungen der Zahlungsmittel 0 0
7 Zahlungsmittel und -äquivalente zum Ende des Geschäftsjahres 9 243 277

Die Kapitalflussrechnung des AXA Konzerns erläutert den Stand der Zahlungsmittel und -äquivalente (laufende Guthaben bei Kreditinstituten, Schecks und Kassenbestände) zu Beginn und zum Ende des Geschäftsjahres; die Ermittlung erfolgt somit wie in den Vorjahren nach der indirekten Methode.

Im Geschäftsjahr 2010 verminderte sich der Finanzmittelfonds um 34 Mio. Euro auf 243 Mio. Euro. Der Kapitalfluss aus betrieblicher Geschäftstätigkeit (1) erhöhte sich auf 2.470 Mio. Euro. Der mit der Inverstitionstätigkeit verbundene Zahlungsmittelabfluss beträgt 2.298 Mio. Euro. Da keine Darlehen getilgt wurden erfolgte in 2010 kein Zahlungsmittelabfluss aus der Finanzierungstätigkeit. Neue Darlehen wurden nicht aufgenommen. Von den unter dem Finanzmittelfonds ausgewiesenen liquiden Mitteln sind zum Bilanzstichtag 1,4 Mio. Euro dem Sicherungsvermögen zugeordnet, so dass eine Verfügung über diesen Teil des Finanzmittelfonds einer Zustimmung des Treuhänders bedarf.

Die erhaltenen Zins- und Dividendenzahlungen sowie die bezahlten Zinsen und Ertragssteuern sind unverändert zum Vorjahr vollständig dem Cash flow aus betrieblicher Tätigkeit zugeordnet.

Die erhaltenen Zinsen betragen 2.154 Mio. Euro (2009: 2.099 Mio. Euro).

Die gezahlten Zinsen belaufen sich auf 48 Mio. Euro (2009: 66 Mio. Euro). 25 Mio. Euro (2009: 46 Mio. Euro) betreffen zu Refinanzierungszwecken und zur Liquiditätssteuerung aufgenommene Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten seitens der AXA Bank AG.

Die erhaltenen Dividenden betragen 180 Mio. Euro (2009: 190 Mio. Euro). Die gezahlten Dividenden beliefen sich auf 206 Mio. Euro (2009: 155 Mio. Euro).

Die gezahlten Ertragsteuern betragen 70 Mio. Euro (2009: 108 Mio. Euro).

Konzerneigenkapital

Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung

Gewinnrücklage Neubewertungsrücklage
in Tsd. Euro Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklage Versichrungs-

mathmatische Gewinne und Verluste
Sonstige Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte und assoziierte Unternehmene Unrealisierte Gewinne und Verluste aus Sicherungs-

geschäften
--- --- --- --- --- --- ---
Stand 01. Januar 2009 79.840 1.295.720 35.177 2.100.595 193.690 5.043
Einstellung in die Rücklagen 112.801
Veränderung Konsolidierungskreis -38.455
Gezahlte Dividende -154.268
Anteilsbasierte Vergütung 6.120
Konzernergebnis
Bewertungsgewinne- und Verluste, davon 129.939 9.627
- aus jederzeit veräußerbaren Wertpapieren 118.591
- aus assoziierten Unternehmen 11.348
- aus Sicherungsinstrumenten 9.627
Währungsschwankungen
Versicherungsmathematische
Gewinne/Verluste aus Pensionsplänen -132.395
Gesamtergebnis der Periode -132.395 129.939 9.627
Stand 31. Dezember 2009 79.840 1.263.385 -97.218 2.059.128 323.629 14.670
Änderung Bilanzierungs- und Bewertungsmethode (insb. Finanzrückversicherung)* 1.050
Einstellung in die Rücklagen 199.493
Erwerb eigener Anteile** 2.417
Kapitalrückzahlung***
Gezahlte Dividende -205.174
Anteilsbasierte Vergütung 5.991
Konzernergebnis
Bewertungsgewinne- und Verluste, davon
- aus jederzeit veräußerbaren Wertpapieren 15.968
- aus assoziierten Unternehmen -3.786
- aus Sicherungsinstrumenten -6.466
Währungsschwankungen
Versicherungsmathematische
Gewinne/Verluste aus Pensionsplänen -65.569
Gesamtergebnis der Periode -65.569 12.182 -6.466
Stand 31. Dezember 2010 79.840 1.269.376 -162.787 2.056.914 335.811 8.204
in Tsd. Euro Rücklage aus der Währungsumrechnung Konzernergebnis Anteile anderer Gesellschafter Eigenkapital gesamt
Stand 01. Januar 2009 -13.622 112.801 57.601 3.866.845
Einstellung in die Rücklagen -112.801
Veränderung Konsolidierungskreis -30.863 -69.318
Gezahlte Dividende -5.958 -160.226
Anteilsbasierte Vergütung 6.120
Konzernergebnis 199.493 6.107 205.600
Bewertungsgewinne- und Verluste 314 139.880
- aus jederzeit veräußerbaren Wertpapieren 367 118.958
- aus assoziierten und Unternehmen 0 11.348
- aus Sicherungsinstrumenten -53 9.574
Währungsschwankungen 678 678
Versicherungsmathematische
Gewinne/Verluste aus Pensionsplänen -579 -132.974
Gesamtergebnis der Periode 678 199.493 5.842 213.184
Stand 31. Dezember 2009 -12.944 199.493 26.622 3.856.605
Änderung Bilanzierungs- und Bewertungsmethode (insb. Finanzrückversicherung)* -119 931
Einstellung in die Rücklagen -199.493
Erwerb eigener Anteile** -3.417 -1.000
Kapitalrückzahlung*** -1.275 -1.275
Gezahlte Dividende -671 -205.845
Anteilsbasierte Vergütung 5.991
Konzernergebnis 391.151 142 391.293
Bewertungsgewinne- und Verluste, davon
- aus jederzeit veräußerbaren Werpapieren 3 15.971
- aus assoziierten Unternehmen -3.786
- aus Sicherungsinstrumenten -1 -6.467
Währungsschwankungen 4.274 4.274
Versicherungsmathematische
Gewinne/Verluste aus Pensionsplänen -18 -65.587
Gesamtergebnis der Periode 4.274 391.151 126 335.698
Stand 31. Dezember 2010 -8.670 391.151 21.266 3.991.105

* Im Geschäftsjahr 2010 wurde die Bilanzierungs- und Bewertungsmethode gem. IAS 8 angepasst. Der Sachverhalt wurde über eine Anpassung der Gewinnrücklagen in 2010 verarbeitet (siehe Seite 97).

** Im Geschäftsjahr 2010 hat eine Konzerneinheit ihre eigenen Anteile im Nennwert von 1.275 Tsd. Euro erworben. Zum einen hat dies zu einem Tausch zwischen den Anteilseignern des Mutterunternehmens zustehende Eigenkapitalanteile sowie den „anderen Gesellschaftern zustehende Eigenkapitalanteile“ geführt. Zum anderen hat sich im Ergebnis aufgrund des reduzierten Grundkapitals der Konzerneinheit des Konzerneigenkapitals entsprechend vermindert.

*** Im Geschäftsjahr 2010 haben mehrere kleine Konzerneinheiten einen Teil ihres Kapitals an ihre Anteilseigner zurückgezahlt. Da es sich bei den Anteilseignern auch um andere Gesellschafter ausserhalb des AXA-Konsolidierungskreises handelte, verringern sich deren Eigenkapitalanteile entsprechend.

Die Aktien haben einen Nennwert von 2,56 Euro. Die Vorzugsaktien sind ohne Stimmrecht ausgestattet. Im Gegenzug dafür erhalten die Inhaber dieser Aktiengattung gegenüber den Stammaktien eine um 0,06 Euro höhere Dividende pro Stück, mindestens jedoch eine Dividende von 0,11 Euro pro Stück. Die Aktien sind voll einbezahlt. Bezüglich Erläuterungen zum Kapitalmanagement wird auf Seite 55 ff. im Lagebericht verwiesen.

Anzahl der Aktien Dividende je Aktie Ausschüttungssumme
in Tsd. Stück 2010 2009 2010 2009 2010 2009
--- --- --- --- --- --- ---
Stammaktien 26.231 26.231 4,80 6,56 125.908 172.074
Vorzugsaktien 5.000 5.000 4,86 6,62 24.300 33.100
Gesamt 31.231 31.231 150.208 205.174

Für das Geschäftsjahr 2010 handelt es sich um einen Gewinnverwendungsvorschlag.

Direkt mit dem Eigenkapital verrechnete Beträge

Unrealisierte Gewinne/Verluste aus jederzeit veräußerbaren Wertpapieren

in Tsd. Euro
kumuliert 31.12.2010 kumuliert 31.12.2009 Geschäftsjahresänderung
Brutto 814.944 685.699 129.245
Latente Rückstellung für Beitragsrückerstattung -439.997 -331.154 -108.843
Latente Steuern -40.444 -36.013 -4.431
Minderheitsanteile -608 -605 -3
Netto 333.895 317.927 15.968
Unrealisierte Gewinne/Verluste aus assoziierten Unternehmen

in Tsd. Euro
kumuliert 31.12.2010 kumuliert 31.12.2009 Geschäftsjahresänderung
Brutto 1.916 5.707 -3.791
Latente Rückstellung für Beitragsrückerstattung 0 0
Latente Steuern 0 -5 5
Minderheitsanteile 0 0
Netto 1.916 5.702 -3.786
Unrealisiserte Gewinne/Verluste aus Sicherungsinstrumenten

in Tsd. Euro
kumuliert 31.12.2010 kumuliert 31.12.2009 Geschäftsjahresänderung
Brutto 19.796 58.037 -38.259
Latente Rückstellung für Beitragsrückerstattung -11.099 -40.527 29.428
Latente Steuern -500 -2.846 2.346
Minderheitsanteile 7 6 1
Netto 8.204 14.670 -6.466
Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste aus Pensionsplänen

in Tsd. Euro
kumuliert 31.12.2010 kumuliert 31.12.2009 Geschäftsjahresänderung
Brutto -220.455 -114.141 -106.314
Latente Rückstellung für Beitragsrückerstattung -18.788 -28.683 9.895
Latente Steuern 76.557 45.725 30.832
Minderheitsanteile -101 -119 18
Netto -162.787 -97.218 -65.569

Konzern-Anhang

Aufstellungsgrundsätze und Rechtsvorschriften

Die AXA Konzern AG und ihre Konzernunternehmen betreiben Geschäfte in den Bereichen Schaden- und Unfallversicherung, Lebens- und Krankenversicherung, Pensionskassengeschäft, Bankgeschäft, Asset Management. Die Hauptverwaltung des AXA Konzerns befindet sich in Köln, Deutschland. Der Sitz der AXA Konzern AG ist Colonia-Allee 10–20, 51067 Köln, eingetragen im Handelsregister des Amtsgerichts Köln unter HRB 672. Muttergesellschaft des Konzerns ist die AXA S.A., Paris. Die AXA S.A., Paris, ist direkt und über die Vinci B.V., Utrecht, sowie die Kölnische Verwaltungs-Aktiengesellschaft für Versicherungswerte, Köln, indirekt mit Mehrheit am Grundkapital der AXA Konzern AG beteiligt. Die Kölnische Verwaltungs-Aktiengesellschaft für Versicherungswerte, Köln ist mit 25,63 Prozent an der AXA Konzern AG beteiligt.

Der Konzernabschluss wird von der AXA Konzern AG gemäß der Verordnung (EG) 1606/2002 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 19. Juli 2002 betreffend die Anwendungen internationaler Rechnungslegungsstandards in Verbindung mit § 315 a HGB nach den Bestimmungen der International Financial Reporting Standards (IFRS), so wie sie in der EU anzuwenden sind, erstellt. Der Vorstand der AXA Konzern AG hat am 10. Mai 2011 den Konzernabschluss zur Veröffentlichung freigegeben. Es ist vorgesehen, dass der Aufsichtsrat der AXA Konzern AG mit Datum vom 24. Mai 2011 den Konzernabschluss billigt. Die Möglichkeit der Änderung des Konzernabschlusses durch die Hauptversammlung besteht nicht.

Seit 2002 gilt die Bezeichnung IFRS für das Gesamtkonzept der vom IASB verabschiedeten Standards. Die bisher vorhandenen Standards werden weiterhin als International Accounting Standards (IAS) bezeichnet. Bei der Erstellung des Konzernabschlusses werden alle Standards und Interpretationen angewendet, deren Anwendung für das Geschäftsjahr verpflichtend ist und wie sie von der Europäischen Union (EU) übernommen wurden.

Am 31. März 2004 hat das IASB IFRS 4 (Versicherungsverträge) veröffentlicht, welcher erstmals die Bilanzierung und Bewertung von Versicherungsverträgen regelt. Die AXA hat diesen Standard wie vorgeschrieben ab dem 1. Januar 2005 angewendet. Nach IFRS 4.13 besteht für Versicherungsunternehmen während der so genannten Phase I übergangsweise das Recht, die versicherungstechnischen Posten grundsätzlich nach den vorher angewandten Rechnungslegungsvorschriften zu bilanzieren und zu bewerten. Die AXA hat von diesem Recht Gebrauch gemacht und im Einklang mit IFRS 4.25 die unter Bestimmungen des Handelsgesetzbuches (HGB) zum 31. Dezember 2004 entwickelten Bilanzierungsmethoden angewandt. Daneben gelten die Bestimmungen des Aktiengesetzes (AktG), des Gesetzes über die Beaufsichtigung der Versicherungsunternehmen (VAG), der auf dieser Grundlage erlassenen Verordnungen und der Verordnung über die Rechnungslegung von Versicherungsunternehmen (RechVersV). Gemäß IFRS 4.14 gelten jedoch Ausnahmevorschriften für die unter IFRS nicht erlaubten Schwankungs- und Großrisikorückstellungen sowie für Rückversicherungsbeziehungen, die im Abschluss brutto darzustellen sind. Die Schwankungsrückstellungen wurden demnach in der IFRS-Eröffnungsbilanz unter Berücksichtigung latenter Steuern aufgelöst. Rückversicherungsbeziehungen sind in der Bilanz und im Anhang separat ausgewiesen.

Der Konzernabschluss wird in Euro aufgestellt.

Der Risikobericht im Konzernlagebericht auf den Seiten 40 bis 68 enthält auch die gemäß IFRS 7 und IFRS 4 zu machenden Risikoangaben.

Folgende neu erlassene bzw. überarbeitete Standards und Interpretationen sind erst für zukünftige Geschäftsjahre anzuwenden und wurden daher noch nicht berücksichtigt. Teilweise bedarf es noch der Übernahme durch die EU.

IAS 12 – Income Taxes
IAS 24 – Related Party Disclosures
IAS 32 – Financial Instruments: Presentation
IFRS 7 – Financial Instruments: Disclosures
IFRS 9 – Financial Instruments
IFRIC 14 – Prepayments of a Minimum funding Requirement
IFRIC 19 – Extinguishing Financial Liabilities with Equity Instruments
Annual Improvements to IFRS (2010)

Am 21. Dezember 2010 hat das IASB eine überarbeitete Fassung des IAS 12 (Income Taxes) veröffentlicht. In diesem Zusammenhang wurde SIC 21 (Income Taxes—Recovery of Revalued Non-Depreciable Assets) aufgehoben. Im Zusammenhang mit der Anwendung des Zeitwertmodells von IAS 40 wird klargestellt, dass sich bestehende Differenzen in der Regel im Zuge einer Veräußerung umkehren und weniger durch die fortgeführte Nutzung. Die Änderung ist für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2012 beginnen, retrospektiv anzuwenden. Da die AXA das Zeitwertmodell des IAS 40 nicht anwendet, wird diese Änderung keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss der AXA haben.

Am 4. November 2009 hat das IASB eine überarbeitete Fassung des IAS 24 (Related Party Disclosures) veröffentlicht. Durch die neue Regelung werden Inkonsistenzen und unpräzise Formulierungen beseitigt. Weiter wurde die Begriffsbestimmung von nahe stehenden Unternehmen und Personen überarbeitet. Der geänderte Standard tritt für Berichtsperioden in Kraft, die am oder nach dem 1. Januar 2011 beginnen. Eine frühere Anwendung ist zulässig. Die Änderungen werden keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss der AXA haben.

Das IASB hat am 8. Oktober 2009 Änderungen zu IAS 32 (Financial Instruments: Presentation) veröffentlicht, die insbesondere die Klassifizierung von Bezugsrechten regelt. Demnach sind bestimmte Bezugsrechte, Optionen oder Optionsscheine auf eine feste Anzahl eigener Anteile, die in einer anderen Währung als der funktionalen Währung des Emittenten denominiert sind, als Eigenkapital und nicht wie bisher als derivative Verbindlichkeit zu bilanzieren. Die Änderungen sind anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Februar 2010 beginnen. Eine frühere Anwendung ist zulässig. Für die AXA ergeben sich aus diesen Änderungen keine Anwendungsfälle für den Konzernabschluss, da die Bezugrechte bzw. Optionen auf eigene Anteile der AXA S.A., Paris nicht in einer anderen Währung als der funktionalen Währung der AXA S.A., Paris denominiert sind.

Am 7. Oktober 2010 hat das IASB Änderungen zu IFRS 7 veröffentlicht. Gegenstand der Änderungen sind die Angabepflichten im Zusammenhang mit dem Transfer von finanziellen Vemögenswerten. Mit der Änderung des Standards sind umfassende Angaben zu möglicherweise zurückbehaltenen bzw. im Rahmen der Transaktion übernommenen Rechten und Pflichten erforderlich. Die Änderungen zu IFRS 7 sind für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Juli 2011 beginnen, verpflichtend anzuwenden. Im ersten Jahr der Anwendung sind Vergleichszahlen nicht erforderlich. Die Auswirkungen auf den Konzernabschluss der AXA Konzern AG werden derzeit geprüft.

Der IASB hat am 12. November 2009 IFRS 9 (Financial Instruments) veröffentlicht. Der neue Standard, der für ab dem 1. Januar 2013 beginnende Geschäftsjahre gelten soll, sieht künftig nur noch zwei Kategorien zur Einordnung finanzieller Vermögenswerte vor. Dabei handelt es sich um die Kategorien der Bewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten und der Bewertung zum beizulegenden Zeitwert. Das bisherige Bewertungs- und Klassifizierungsmodell des IAS 39 soll wegfallen.

Die Option, Vermögenswerte zum beizulegenden Zeitwert und nicht wie gefordert zu fortgeführten Anschaffungskosten zu bewerten, besteht nur um ein accounting Mismatch zu vermeiden.

Hinsichtlich eingebetteter Derivate enthält der Standard die Neuregelung, daß der Vertrag als Ganzes nach den neuen Kriterien zu klassifizieren ist, wenn es sich um finanzielle Basisverträge innerhalb des Anwendungsbereichs des IFRS 9 handelt und somit eine Trennung nicht mehr vorzunehmen ist. Weiter sieht der Standard für Eigenkapitalinvestments, die nicht zu Handelszwecken gehalten werden, bei der Ersterfassung ein nicht revidierbares Wahlrecht vor, die Wertänderungen aufgrund der Bilanzierung zum beizulegenden Zeitwert nicht in der Gewinn- und Verlustrechnung sondern im Eigenkapital zu erfassen. Dividenden aus diesem Eigenkapitalinvestment werden erfolgswirksam erfasst. Die Anwendung des Standards ist retrospektiv, wobei Erleichterungen durch verschiedene Übergangsregelungen geschaffen wurden.

Der Standard ist noch nicht von der EU übernommen worden und es werden weitere Änderungen erwartet. Die Einführung des Standards wird nach dem jetzigen Stand wesentliche Auswirkungen auf die Klassifizierung und Bewertung der finanziellen Vermögenswerte der AXA haben, die aufgrund der zur Zeit noch offenen Anwendungsfragen allerdings noch nicht näher quantifiziert werden können.

Am 26. November 2009 wurden Änderungen des IFRIC 14 (Prepayments of a Minimum Funding Requirement) und IFRIC 19 (Extinguishing Financial Liabilities with Equity Instruments) seitens des International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC) veröffentlicht. Die EU übernahm die entsprechenden Vorschriften im Jahr 2008. Die Änderung des IFRIC 14 hat dann Auswirkungen, wenn ein Unternehmen Vorauszahlungen im Zusammenhang mit Mindestdotierungsverpflichtungen bei seinen Pensionsplänen leistet. Die Änderung der Interpretation ermöglicht es den Unternehmen, den Nutzen aus diesen Vorauszahlungen als Vermögenswert anzusetzen.

IFRIC 19 enthält Leitlinien zur Behandlung der vollständigen oder teilweisen Tilgung finanzieller Verbindlichkeiten mit Eigenkapitalinstrumenten. IFRIC 14 ist für Geschäftsjahre anwendbar, die am oder nach dem 1. Januar 2011 beginnen, IFRIC 19 ist für Geschäftsjahre anwendbar, die am oder nach dem 1. Juli 2010 beginnen. Beide Interpretationen werden voraussichtlich keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss der AXA haben.

Das International Accounting Standards Board (IASB) hat am 6. Mai 2010 den Sammelstandard zur Vornahme kleinerer Änderungen an den IFRS für 2010 herausgegeben (Improvements to IFRS 2010).

Dieser Standard enthält kleinere Änderungen an sechs Standards (IFRS 1, IFRS 3, IFRS 7, IAS 1, Änderungen infolge IAS 27 rev., IAS 34) und einer Interpretation (IFRIC 13), die in einem Entwurf veröffentlicht wurden, wobei diese mit Ausnahme der Änderungen infolge IAS 27 rev. erst für das Geschäftsjahr 2011 anzuwenden sind. Nach IFRS 3 rev. sind bedingte Kaufpreiszahlungen nicht weiter vom Anwendungsbereich des IFRS 7, IAS 32, IAS 39 ausgenommen. In den Übergangsregelungen wurde klargestellt, daß dies nicht gilt für Unternehmenszusammenschlüsse, deren Erwerbsstichtag vor der erstmaligen Anwendung des IFRS 3 rev gilt. Änderungen zu IFRS 7 betreffen die quantitativen und qualitativen Angaben zu Risiken aus Finanzinstrumenten, insbesondere sind auch quantitative Angaben erforderlich für nicht wesentliche Sachverhalte. Weiter wurden Ergänzungen zu Angaben bezüglich des Ausfallrisikos ergänzt. Bezüglich IAS 1 wurde klargestellt, daß die Aufgliederung des sonstigen Ergebnisses in seine einzelnen Posten bei der Überleitung der Ergebnisbestandteile auch im Anhang erfolgen kann. Die Änderungen bezüglich IAS 34, IFRS 1 sowie IFRIC 13 betreffen die AXA nicht.

Konsolidierungsgrundsätze und Konsolidierungskreis

Die in den Konzernabschluss einbezogenen Jahresabschlüsse der in- und ausländischen Tochterunternehmen, Investmentfonds und Zweckgesellschaften sind einheitlich auf den Stichtag des Jahresabschlusses der AXA Konzern AG (31. Dezember) erstellt und in Abschlüsse transformiert worden, die dem konzerneinheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsrahmen gemäß den Bestimmungen der International Financial Reporting Standards (IFRS), so wie sie in der EU anzuwenden sind, entsprechen.

Die im Rahmen von IFRS 1 zulässigen Befreiungsvorschriften bezüglich Unternehmenszusammenschlüssen wurden angewendet. Demnach erfolgte die Kapitalkonsolidierung bis zum 31. Dezember 2003 nach der Buchwertmethode durch Verrechnung der Anschaffungskosten mit dem anteiligen Eigenkapital der Tochterunternehmen zum Zeitpunkt des Erwerbes oder zum Zeitpunkt der Erstkonsolidierung. Um das Eigenkapital zu ermitteln, werden die Vermögensgegenstände und Schulden des Tochterunternehmens mit ihren Zeitwerten angesetzt.

Die für die 1999 erworbene ehemalige Albingia-Gruppe ermittelten Unterschiedsbeträge wurden wegen ihrer erheblichen Größenordnung als Geschäfts- oder Firmenwert aktiviert und bis zum 31. Dezember 2003 nach HGB ratierlich über 30 Jahre erfolgsneutral mit den Gewinnrücklagen verrechnet. Ab dem 1. Januar 2004 wird der Geschäfts- oder Firmenwert nach IFRS jährlich auf seine Werthaltigkeit geprüft und falls erforderlich außerplanmäßig abgeschrieben.

Der den anderen Gesellschaftern zustehende Gewinn bzw. der auf sie entfallende Verlust wird grundsätzlich von dem jeweiligen Ergebnis der konsolidierten IFRS-Bilanz entsprechend ihrer Beteiligungsquote ermittelt.

Forderungen und Verbindlichkeiten, konzerninterne Zwischenergebnisse sowie Erträge und Aufwendungen wurden eliminiert.

Die Währungsumrechnung in Euro erfolgte für die in den Konzernabschluss einbezogenen ausländischen Tochterunternehmen grundsätzlich mit den Kursen zum Bilanzstichtag.

In den Konzernabschluss sind neben der AXA Konzern AG verbundene Tochterunternehmen, Investmentfonds und Zweckgesellschaften einbezogen worden, über die eine Beherrschungsmöglichkeit besteht. Unternehmen, auf die die AXA Konzern AG oder ein verbundenes konsolidiertes Tochterunternehmen maßgeblichen Einfluss ausübt (assoziierte Unternehmen), wurden mittels der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen.

Neben der AXA Konzern AG wurden 38 (2008: 47) Tochtergesellschaften voll konsolidiert.

Der Konsolidierungskreis hat sich in 2010 im Vergleich zum Vorjahr im Wesentlichen aufgrund von Verschmelzungen reduziert.

Auf die AXA Konzern AG wurde mit Wirkung zum 1. Januar 2010 die Gesellschaft AXA Service AG, Köln, verschmolzen. Weiter wurde mit Wirkung zum 1. Januar 2010 die BVS Beteiligungsgesellschaft mbH, Köln auf die DBV Holding AG, Wiesbaden und diese wiederum auf die WinCom Versicherungs-Holding AG, Wiesbaden verschmolzen. Die IRS Consult AG, München wurde auf die AVS Allgemeine Verwaltungs- und Service GmbH, Bayreuth, verschmolzen und die Konzept Felicitas Beteiligungs GmbH, Wiesbaden auf die ConConcept Dialog GmbH, Bayreuth. Die Lies- und Spiel Verlag und Vertrieb GmbH & Co. KG, Wiesbaden wurde liquidiert. Des Weiteren wurde die AXA Art d'Assurances S.A., Paris auf die AXA Nordstern France S.A., Paris verschmolzen.

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Änderungen der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

In den Jahren 2009 und 2010 veröffentlichte das IASB neue Standards, Interpretationen sowie Änderungen zu bestehenden Standards, deren Anwendung für das Geschäftsjahr 2010 verpflichtend ist. Die aus Sicht des AXA Konzerns wichtigsten Neuerungen betreffen die Änderungen aufgrund des Improvement Standards 2009.

IAS 39 – Financial Instruments: Recognition and Measurement
IFRS 1 – First-time Adoption of International Financial Reporting Standards
IFRS 2 – Share-based Payment
IFRIC 12 – Service Concession Arrangements
IFRIC 15 – Agreements for the Construction of Real Estate
IFRIC 16 – Hedges of a Net Investment in a Foreign Operation
IFRIC 17 – Distruibutions of Non-Cash Assets to Owners
IFRIC 18– Transfers of Assets from Customers
Improvements to IFRS 2009
Improvements to IFRS 2010

Am 31. Juli 2008 hat das IASB Änderungen von IAS 39 (Financial Instruments: Recognition and Measurement) veröffentlicht, die verpflichtend für Geschäftsjahre anzuwenden sind, die am oder nach dem 1. Juli 2009 beginnen. Die Übernahme erfolgte durch Verordnung (EG) der Kommission vom 15. September 2009. Die Änderungen betreffen die Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen im Rahmen der Regelungen zum so genannten „Hedge Accounting“. Im Einzelnen beinhalten die Änderungen die Bilanzierung der Absicherung von Inflationsrisiken eines finanziellen Grundgeschäftes sowie die Eignung von bedingten Termingeschäften als Sicherungsinstrumente im Rahmen des Hedge Accountings. Die Änderungen haben für die AXA keine wesentliche Relevanz.

Am 27. November 2008 veröffentlichte das IASB eine geänderte Version des IFRS 1 (First-time Adoption of International Financial Reporting Standards) um die Anwendung dieses Standards zu vereinfachen.

Die Änderungen sind für Geschäftsjahre verpflichtend, die am oder nach dem 31. Dezember 2009 beginnen. Die Übernahme in europäisches Recht ist durch die EU erfolgt.

Weitere Änderungen des Standards, die im Juli 2009 sowie Januar 2010 veröffentlicht wurden, enthalten Erleichterungen bei der Anwendung des Standards für bestimmte Sachverhalte. Die Änderungen sind für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2010 beginnen und sind von der EU in europäisches Recht übernommen worden. Die AXA stellt den Konzernabschluss bereits nach den IFRS auf, so daß die Neufassung dieses Standards sowie dessen Änderungen nicht relevant sind.

Das IASB hat am 18. Juni 2009 die geänderte Fassung von IFRS 2 (share based payments) veröffentlicht. Die Übernahme in europäisches Recht ist durch die EU erfolgt. Die Änderungen betreffen vor allem die Einarbeitung von IFRIC 8 (scope of IFRS 2) und IFRIC 11 (IFRS 2—Group and Treasury Share Transactions) in den Standard. Der überarbeitete Standard ist erstmals auf Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2010 beginnen. Die Änderungen haben für die AXA keine wesentliche Relevanz, da diese bereits im Vorjahr IFRIC 11 angewendet hat.

Im November 2006 wurde IFRIC 12 (Service Concession Arrangements) durch das IASB veröffentlicht und im März 2009 in europäisches Recht übernommen. Die Interpretation ist laut europäischem Recht für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 29. März 2009 beginnen, anzuwenden. IFRIC 12 enthält Klarstellungen zur Unterscheidung zwischen den verschiedenen Phasen einer Dienstleistungskonzessionsvereinbarung und zur Erfassung der darauf entfallenden Aufwendungen und Umsatzerlöse. Aus der Anwendung von IFRIC 12 ergaben sich im Konzernabschluss der AXA keine wesentlichen Auswirkungen.

Am 3. Juli 2008 wurde IFRIC 15 (Agreements for the Construction of Real Estate) durch das IASB veröffentlicht und am 22. Juli 2009 durch das Europäische Parlament übernommen. Die Interpretation ist erstmals für Geschäftsjahre anzuwenden, die nach dem 31. Dezember 2009 beginnen. Die grundsätzliche Fragestellung des IFRIC 15 ist, ob ein Vertrag so ausgestaltet ist, dass er unter den Anwendungsbereich des IAS 11 „Fertigungsaufträge“ fällt, oder die Merkmale überwiegen, die eine Anwendung von IAS 18 „Erträge“ zur Folge haben. Aus der Interpretation ergaben sich keine wesentlichen Auswirkungen für den Konzernabschluss der AXA.

Ebenfalls im Juli 2008 wurde IFRIC 16 (Hedges of a Net Investment in a Foreign Operation) durch das IASB veröffentlicht und im Juni 2009 in europäisches Recht übernommen. Die Interpretation ist erstmals für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 30. Juni 2009 beginnen. Aus IFRIC 16 ergeben sich präzise Bestimmungen zur Qualifikation der abgesicherten Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb. Durch die Änderungen ergaben sich keine Auswirkungen für den Konzernabschluss der AXA.

Das IFRIC hat am 27. November 2008 IFRIC 17 (Distributions of Non-cash Assets to Owners) veröffentlicht und im November 2009 in europäisches Recht übernommen. Die Anwendung ist prospektiv verpflichtend für Geschäftsjahre die am oder nach dem 1. Juli 2009 beginnen. IFRIC 17 behandelt die Bilanzierung von Sachausschüttungen. Aus der Anwendung von IFRIC 17 ergeben sich im Konzernabschluss der AXA keine wesentlichen Auswirkungen.

Im Januar 2009 veröffentlichte das IASB IFRIC 18 (Transfers of Assets from Customers). Die Übernahme in europäisches Recht erfolgte am 27. November 2009. Die Interpretation ist prospektiv für Übertragungen von Vermögenswerten, die nach dem 31. Oktober 2009 erfolgen, anzuwenden. In IFRIC 18 wird klargestellt, wie die Übertragung von Sachanlagen oder von Zahlungsmitteln für den Bau oder den Erwerb einer Sachanlage durch einen Kunden zu bilanzieren ist. Aus der Anwendung von IFRIC 18 ergeben sich im Konzernabschluss der AXA keine wesentlichen Auswirkungen.

Am 16. April 2009 hat das IASB den für 2009 jährlich erscheinenden Sammelstandard zur Vornahme kleinerer Änderungen an den IFRS herausgegeben (Improvements to IFRS 2009). Die Übernahme in europäisches Recht ist durch die EU erfolgt. Die Änderungen an zehn Standards und zwei Interpretationen sind bis auf eine Ausnahme auf Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Juli 2009 bzw. 1. Januar 2010 beginnen. Bezüglich IFRS 5 gab es die klarstellende Überarbeitung, dass eine Erläuterungspflicht über den Standard hinaus nur zum Tragen kommt, wenn andere Standards zu den in IFRS 5 genannten Anwendungsfällen expilzit weitere Erläuterungspflichten vorsehen oder für den Fall der Erläuterungspflichten bezüglich einer Abgangsgruppe nach anderen Standards entsprechende Erläuterungen nicht im Anhang angegeben werden. Gemäß IAS 1 gab es eine Klarstellung, dass etwaig bestehende Optionen einer Gegenpartei, einen Ausgleich in Verbindlichkeiten durch die Ausgabe von Eigenkapitalinstrumenten zu verlangen, keinen Einfluss auf die Einstufung dieser Verbindlichkeiten als kurz- oder langfristig haben. Nach IAS 7 sollen klarstellend nur solche Ausgaben im Rahmen der Kapitalflussrechnung als Cashflows aus der Investitionstätigkeit ausgewiesen werden, die zu einem in der Bilanz erfassten Vermögenswert führen. IAS 36 wurde dahingehend geändert, daß der Test auf Wertminderung des Geschäfts oder Firmenwerts sich auf die niedrigste Ebene eines Geschäftssegments zu beziehen hat. Eine ggf. zulässige Zusammenfassung einzelner Geschäftssegmente zu einem berichtspflichtigen Segment wäre somit keine zulässige Ebene; diese Änderung ist prospektiv anzuwenden. Die Behandlung von Vorfälligkeitsentschädigungen als eng mit einem Basisschuldvertrag verbundene eingebettete Derivate wurde in IAS 39 dahingehend ergänzt, dass eine variable Vorfälligkeitsentschädigung in Höhe der Differenz zwischen dem ursprünglichen Effektivzins und dem bei Wideranlage erzielbaren Effektivzins, einer engen Verbindung zwischen Rückzahlungsoption und Schuldvertrag nicht entgegen steht.

Die Änderungen zu IAS 1, IAS 7 und IAS 36 werden bei der AXA im Rahmen der Bilanzierung der betroffenen Sachverhalte beachtet. Die Änderungen zu IAS 39 und IFRS 5 finden derzeit keine Anwendung, da die AXA im Geschäftsjahr keine von diesen Änderungen betroffenen Sachverhalte bilanziert. Die übrigen Änderungen zu IFRS 2, IFRS 8, IAS 17, IAS 18, IAS 38, IFRIC 16, IAS 39 bzw. IFRIC 9 hatten im Geschäftsjahr keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss der AXA.

Das International Accounting Standards Board (IASB) hat am 6. Mai 2010 den Sammelstandard zur Vornahme kleinerer Änderungen an den IFRS für 2010 herausgegeben (Improvements to IFRS 2010).

Die Übernahme in europäisches Recht ist durch die EU erfolgt. Dieser Standard enthält kleinere Änderungen an sechs Standards (IFRS 1, IFRS 3, IFRS 7, IAS 1, Änderungen infolge IAS 27 rev., IAS 34) und einer Interpretation (IFRIC 13), die in einem Entwurf veröffentlicht wurden, wobei diese mit Ausnahme einer Änderung erst für das Geschäftsjahr 2011 anzuwenden sind. Die Änderung für das Geschäftsjahr 2010 betrifft die Konkretisierung der zeitlichen Anwendungsbestimmungen, die sich aufgrund der Änderungen der IAS 21, IAS 28 und IAS 31 als Folge der Änderungen zu IFRS 3 rev. und als weiterer Folge der Änderungen zu IAS 27 ergaben. Nach den zeiltlichen Anwendungsbestimmungen sind diese Folgeänderungen der IAS 21, IAS 28 und IAS 31 prospektiv für das Geschäftsjahr 2010 anzuwenden. Diese betreffen die AXA derzeit jedoch nicht.

Im Zusammenhang mit der Anwendung der FinRVV wurde Änderungsbedarf bei der Klassifizierung von Finanzrückversicherungsverträgen identifiziert. Durch die Neuklassifizierung von Finanzrückversicherungsverträgen haben sich Auswirkungen gem. IAS 8 ergeben. Da eine rückwirkende Anwendung für frühere Perioden nicht durchführbar war, wurde der Sachverhalt über eine Anpassung der Gewinnrücklagen im Geschäftsjahr 2010 verarbeitet. Die Anpassungen wirkten sich auf die Konzernbilanz des Geschäftsjahres 2010 wie folgt aus:

in Tsd. Euro 2010
Aktiva
D. Forderungen
IV. Sonstige Forderungen 23.544
E. Anteile der Rückversicherer an den versicherungstechnischen Rückstellungen 18.769
Passiva
A. Eigenkapital
III. Gewinnrücklagen 1.440
C. Versicherungstechnische Rückstellungen
IV. Rückstellung für Beitragsrückerstattung 21.425
F. Andere Verbindlichkeiten
II. Depotverbindlichkeiten aus dem in Rückdeckung gegebenen Versicherungsgeschäft 18.769
H. Steuerabgrenzung 678

Annahmen, Schätzungen und Ermessensausübungen

Im Rahmen der Erstellung des Konzernabschlusses sind Annahmen, Schätzungen und Ermessensausübungen bei der Bewertung bestimmter Posten der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung sowie bei der Beurteilung von Eventualverbindlichkeiten zu treffen. Die Schätzungen beruhen auf Erfahrungswerten und Erwartungen hinsichtlich zukünftiger Ereignisse, die anhand vernünftiger kaufmännischer Beurteilung gebildet wurden. Dabei können die tatsächlichen Ergebnisse von den Schätzungen abweichen.

Posten, die unter Berücksichtigung von Annahmen und Schätzungen bewertet werden, sind:

Beizulegende Zeitwerte bestimmter Finanzinstrumente

Zur Bestimmung des beizulegenden Zeitwertes werden entweder öffentliche Marktpreise (z. B. Börsenkurse) oder interne Berechnungen herangezogen. Interne Berechnungen werden unter Anwendung anerkannter finanzmathematischer Bewertungsverfahren erstellt. Die ermittelten Werte werden maßgeblich von den Bewertungsannahmen beeinflusst.
erzielbare Beträge zur Bestimmung von Wertminderungen von Vermögenswerten (soweit nicht öffentlich festgestellte Marktpreise zur Verfügung stehen)

Bestimmt Vermögenswerte werden regelmäßig auf Hinweise für mögliche Wertminderungen untersucht. Es bestehen Schätzunsicherheiten bezüglich der Höhe und des zeilichen Anfalls des wertmindernden Ereignisses.
versicherungstechnische Rückstellungen

Unsicherheiten bei der Bemessung der Deckungsrückstellung basieren auf Annahmen über den Rechnungszins, Sterblichkeit und sonstige biometrische Grundlagen. Bei der Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle bestehen Schätzunsicherheiten bezüglich der Höhe und des Zeitpunkts der zukünftigen Schadenzahlungen.

latente Steuern

Bei der Bilanzierung von latenten Steuern werden Annahmen über die zeitliche Umkehrung der Differenzen zwischen unterschiedlichen Wertansätzen eines bilanzierten Vermögenswerts oder einer Verpflichtung und dem jeweiligen steuerlichen Wertansatz sowie Annahmen über den erwarteten Steuersatz getroffen.
Rückstellungen für Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen

Bei der Ermittlung der Werte für die Rückstellungen für Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen werden Schätzannahmen bezüglich der Bewertungsparameter wie z.B. Sterblichkeit, Gehaltssteiegrungen und Rechnungszins getroffen.
Sonstige Rückstellungen (z. B. Restrukturierungsrückstellungen, Prozesskostenrückstellungen) und Eventualverbindlichkeiten

Der Wertansatz der Sonstigen Rückstellungen erfolgt zur bestmöglichen Schätzung der zur Erfüllung der gegenwärtigen Verpflichtung erforderlichen Ausgaben; bei Wesentlichkeit wird in Höhe des Barwertes der erwarteten Inanspruchnahme diskontiert. Sofern die Kriterien für die Bildung einer Rückstellung nicht erfüllt sind, erfolgt eine Überprüfung, ob die Kreiterien für den Ausweis einer entsprechenden Eventualverbindlichkeit Anwendung finden.

Die der Bewertung zu Grunde liegenden Annahmen und Schätzungen sind in den nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden bzw. direkt in den Erläuterungen zu den Werten dargestellt. Die Schätzungen und die zugrunde liegenden Annahmen werden kontinuierlich überprüft und die Auswirkungen von Schätzungsänderungen werden in derjenigen Periode erfasst, in der die Änderung der Schätzung erfolgt.

Aktiva

Die immateriellen Vermögensgegenstände setzen sich aus dem Geschäfts- oder Firmenwert und den sonstigen immateriellen Vermögensgegenständen zusammen.

Bei dem Geschäfts- oder Firmenwert (Goodwill) handelt es sich zum einen um den Unterschiedsbetrag aus der Kapitalkonsolidierung der 1999 erworbenen ehemaligen Albingia-Gruppe. Nach dem HGB wurde der Unterschiedsbetrag ratierlich über 30 Jahre erfolgsneutral mit den Gewinnrücklagen verrechnet. Der hieraus zum 31. Dezember 2003 entstandene Buchwert wurde in der IFRS-Eröffnungsbilanz übernommen. Zum anderen wurde der Buchwert des Geschäfts- oder Firmenwerts der DBV-Winterthur im Rahmen der Erstkonsolidierung übernommen (Buchwertfortführung). Beide Geschäfts- oder Firmenwerte werden nach IFRS nicht planmäßig abgeschrieben, sondern jährlich pro zahlungsmittelgenerierende Einheit auf ihre Werthaltigkeit geprüft und falls notwendig erfolgswirksam wertberichtigt. Die einzelnen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten entsprechen dabei den Segmenten, da diese jeweils weitgehend unabhängig voneinander Zahlungsmittel erwirtschaften. Für jedes Segment, dem ein Geschäfts- oder Firmenwert zugeordnet ist, wird der Nutzungswert bestimmt. Der Nutzungswert entspricht dabei den diskontierten Zahlungsströmen, die dem Anteilseigner aus dem Betrieb des Versicherungsgeschäftes verbleiben. Die Berechnungen des Nutzungswertes basieren auf internen, langfristigen Annahmen. Der gesamte Projektionszeitraum beträgt je nach Segment zwischen 45 und 10 Jahren, wobei die erwartete Abwicklung des Versicherungsbestandes berücksichtigt wird. Wachstum durch Neugeschäft wird nicht angenommen. Die verwendete Diskontrate sowie Kapitalanlagerendite wird für das jeweils modellierte Geschäft je nach Laufzeit festgelegt und entspricht dem risikofreien Zins (Swapsätze zwischen 1,49% und 4,93%). Risiken werden stochastisch und deterministisch simuliert. Liegt der Nutzungswert über dem Wert des bilanzierten Eigenkapitals des Segments, liegt keine Wertminderung vor.

Bei den sonstigen immateriellen Vermögensgegenständen handelt es sich um selbst erstellte und erworbene EDV-Software sowie um erworbene Versicherungsbestände. Sie werden zu Anschaffungskosten / Herstellungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und außerplanmäßiger Wertminderungen aufwandswirksam angesetzt. Die Abschreibungen der EDV-Software erfolgen entsprechend der wirtschaftlichen Nutzungsdauer über maximal zehn Jahre linear. Bei erworbenen Versicherungsbeständen handelt es sich um den Barwert der künftigen Überschüsse des erworbenen Versicherungsbestandes nach Abzug von Überschußbeteiligung für die Versicherungsnehmer. Hier erfolgt die Abschreibung auf Basis der zukünftig erwarteten Gewinne über die nächsten 50 Jahre bei regelmäßiger Überprüfung der getroffenen Annahmen. Fremdgenutzte Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten, die als langfristige Kapitalanlagen zu Investitionszwecken gehalten werden, sind zu fortgeführten Anschaffungskosten, vermindert um Abschreibungen, angesetzt. Die planmäßige Abschreibung erfolgt linear über die erwartete Nutzungsdauer von maximal 50 Jahren. Außerplanmäßige Abschreibungen werden vorgenommen, wenn eine Wertminderung vorliegt. Zur Bestimmung der Wertminderung werden externe Gutachten auf Basis von Ertragswertverfahren herangezogen, die anhand von nachhaltig erwarteten Miet- und Pachterträgen den Zeitwert der Grundstücke und Gebäude ermitteln, der dem erzielbaren Betrag entspricht. Kurzfristige Verkaufsabsichten werden bei der Wertermittlung berücksichtigt.

Eine Zuordnung zum fremdgenutzten bzw. eigengenutzten Grundbesitz erfolgt gemäß dem überwiegenden Grad der Nutzung. Erbbaurechte werden unter Rechnungsabgrenzungsposten ausgewiesen und über die Laufzeit des Rechts amortisiert.

Beteiligungen an assoziierten Unternehmen werden nach der Equity-Methode bilanziert.

Die Finanzinstrumente umfassen Darlehen und Ausleihungen, jederzeit veräußerbare Wertpapiere sowie erfolgswirksam zum Fair Value bewertete Finanzinstrumente. Bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinstrumente sind nicht im Bestand.

Darlehen und Ausleihungen werden zum Erfüllungstag erfasst und mit den fortgeführten Anschaffungskosten (at amortized cost) bilanziert. Agien und Disagien werden laufzeitanteilig nach der Effektivzinsmethode amortisiert. Bei einem dauerhaften Absinken des Marktwertes unter die fortgeführten Anschaffungskosten (z. B. bei einer wesentlichen Verschlechterung der Kreditwürdigkeit des Emittenten) wird außerplanmäßig erfolgswirksam abgeschrieben. Entfallen die Gründe für die dauerhafte Wertminderung, wird die Wertaufholung erfolgswirksam erfasst, allerdings höchstens bis zu dem Wert der fortgeführten Anschaffungskosten.

Die Darlehen und Ausleihungen beinhalten ein umgekehrtes Wertpapierpensionsgeschäft. Hierbei wurden Wertpapiere erworben und gleichzeitig vereinbart, die Wertpapiere zu einem bestimmten Termin und Kurs an den ursprünglichen Veräußerer zurückzuveräußern. Da die Chancen und Risiken aus einer Marktpreisänderung der Wertpapiere beim ursprünglichen Veräußerer verbleiben, weist der AXA Konzern die erworbenen Wertpapiere nicht auf der Konzern-Bilanz aus. Der gezahlte Kaufpreis wird unter Darlehen und Ausleihungen ausgewiesen. Zinsen aus dem umgekehrten Wertpapierpensionsgeschäft werden ertragswirksam abgegrenzt.

Jederzeit veräußerbare Wertpapiere (Aktien, sonstige nicht festverzinsliche Wertpapiere, festverzinsliche Wertpapiere und Publikumsfonds) werden grundsätzlich zum Erfüllungstag erfasst. Die Folgebewertung der Wertpapiere erfolgt zum beizulegenden Zeitwert (Fair Value). Nicht realisierte Gewinne oder Verluste, die sich aus dem Vergleich zwischen Zeitwert und Anschaffungskosten bzw. fortgeführten Anschaffungskosten ergeben, werden nach Abzug von latenten Steuern und ggf. latenter Beitragsrückerstattung erfolgsneutral mit dem Eigenkapital (Neubewertungsrücklage Finanzinstrumente) verrechnet. Agien und Disagien werden bei festverzinslichen Wertpapieren laufzeitanteilig nach der Effektivzinsmethode amortisiert.

Wenn Wertminderungen von jederzeit veräußerbaren Wertpapieren als nicht vorübergehend betrachtet werden, erfolgen erfolgswirksame Abschreibungen auf den beizulegenden Zeitwert. Festverzinsliche Wertpapiere werden als nicht vorübergehend wertgemindert betrachtet, wenn der Gesamtbetrag der aus den Vertragsbedingungen des Wertpapiers hervorgehenden Ansprüche als ganz oder teilweise uneinbringlich betrachtet werden muss, gewöhnlich aufgrund einer wesentlichen Verschlechterung der Kreditwürdigkeit des Emittenten. Bei Genussrechten und stillen Einlagen gehen wir von einer nicht vorübergehenden Wertminderung aus, soweit die Herabsetzung des Nominalbetrages erfolgt ist bzw. auf Grundlage unserer Erwartung wahrscheinlich ist und unserer Einschätzung nach der Kapitalnehmer den Nominalbetrag nicht bis zur Endfälligkeit wieder auffüllen wird. Solange die Gründe für die nicht vorübergehende Wertminderung fortbestehen, erfolgt eine periodengerechte erfolgswirksame Amortisation auf den erwarteten Rückzahlungsbetrag (sog. Unwinding). Darüberhinausgehende Wertänderungen werden grundsätzlich erfolgsneutral im Eigenkapital (Neubewertungsrücklage Finanzinstrumente) erfasst. Weitere Wertminderungen, die auf eine Verschlechterung der Kreditwürdigkeit des Emittenten zurückzuführen sind, werden hingegen erfolgswirksam als zusätzliche Abschreibungen erfasst. In Vorjahren wurden negative Wertänderungen von abgeschriebenen festverzinslichen Wertpapieren hingegen stets erfolgswirksam als zusätzliche Abschreibungen erfasst. Entfallen die Gründe für die dauerhafte Wertminderung, wird der Betrag der Wertaufholung erfolgswirksam erfasst. Aktien und andere Eigenkapitalinstrumente werden als wertgemindert betrachtet, wenn ihr Zeitwert am Bilanzstichtag signifikant (i.d.R. 20 %) oder länger (i.d.R. sechs Monate) anhaltend unter den durchschnittlichen Anschaffungskosten liegt. Reduziert sich der Betrag der Wertminderung in künftigen Berichtsperioden, wird die Wertaufholung erfolgsneutral im Eigenkapital (Neubewertungsrücklage Finanzinstrumente) erfasst. Erhöht sich der Betrag der Wertminderung in künftigen Berichtsperioden, wird die Wertminderung erfolgswirksam als zusätzliche Abschreibungen erfasst.

Die erfolgswirksam zum Fair Value bewerteten Finanzinstrumente umfassen Kapitalanlagen, die durch Ausübung der Fair-Value-Option des IAS 39 in diese Kategorie eingestuft wurden oder zum Zwecke des Handels und der kurzfristigen Gewinnerzielung erworben wurden, sowie derivative Finanzinstrumente, die nicht die Kriterien der Bilanzierung als anerkannte Sicherungsinstrumente (Hedge Accounting) erfüllen. Die im Rahmen der Fair-Value-Option zugeordneten Finanzinstrumente umfassen insbesondere Kapitalanlagen, die im Rahmen unserer Investmentstrategie auf Total Return Basis gesteuert werden. Bei diesen Investments stehen die Marktwertveränderungen und weniger die realisierten Kapitalanlageerträge im Vordergrund. Des Weiteren wurde die Fair-Value-Option für strukturierte (zusammengesetzte) Finanzinstrumente ausgeübt, deren eingebettete Derivate aus diesem Grund nicht von den nicht derivativen Basisverträgen getrennt wurden. Die Wertpapiere werden grundsätzlich zum Erfüllungstag bilanziert. Die Folgebewertung erfolgt zum beizulegenden Zeitwert (Fair Value). Nicht realisierte Gewinne und Verluste aus den Marktwertschwankungen werden erfolgswirksam erfasst.

Zur Ertragsmehrung werden Wertpapierleihgeschäfte und echte Wertpapierpensionsgeschäfte abgeschlossen. Bei Wertpapierleihgeschäften werden Wertpapiere an einen Dritten auf bestimmte oder unbestimmte Zeit gegen Zahlung einer Gebühr übertragen. Nach Ablauf der vereinbarten Frist ist der Leihnehmer zur Rückgabe von Wertpapieren gleicher Art, Güte und Menge verpflichtet. Das Marktpreisrisiko verbleibt beim AXA Konzern als Leihgeber. Da kein Übergang von Chancen und Risiken erfolgt, werden die verliehenen Wertpapiere unverändert in der Bilanz des AXA Konzerns erfaßt und nach IAS 39 bewertet. Die dem AXA Konzern als Sicherheit gestellten Wertpapiere werden weiterhin vom Leihnehmer bilanziert.

Im Rahmen von echten Wertpapierpensionsgeschäften (Repo-Geschäfte) werden Wertpapiere an einen Dritten veräußert. Gleichzeitig wird vereinbart, diese Wertpapiere zu einem bestimmten Termin und Kurs zurückzuerwerben, so dass die Chancen und Risiken aus einer Martkpreisänderung der Wertpapiere beim AXA Konzern verbleiben. Somit sind die Wertpapiere nicht aus der Bilanz des AXA Konzerns auszubuchen und weiterhin nach IAS 39 zu bilanzieren. Die erhaltenen Geldzahlungen werden als sonstige Verbindlichkeiten ausgewiesen.

Einlagen bei Kreditinstituten sowie Depotforderungen aus dem in Rückdeckung übernommenen Versicherungsgeschäft werden mit ihrem Nominalwert angesetzt, der den fortgeführten Anschaffungskosten entspricht.

Kapitalanlagen für Rechnung und Risiko von Inhabern von Lebensversicherungspolicen (fondsgebundene Lebensversicherung) werden mit dem beizulegenden Zeitwert (Fair Value) bilanziert. Die nicht realisierten Gewinne und Verluste aus der Zeitwertermittlung werden erfolgswirksam vereinnahmt und über die Veränderung der entsprechenden Deckungsrückstellung ausgeglichen.

Forderungen aus dem selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft, Abrechnungsforderungen aus dem Rückversicherungsgeschäft, Steuerforderungen sowie sonstige Forderungen werden zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Berücksichtigung von Tilgungen und notwendigen Wertberichtigungen angesetzt. Der Wertminderungsaufwand wird erfolgswirksam erfasst.

Die Anteile der Rückversicherer an den versicherungstechnischen Rückstellungen wurden den vertraglichen Vereinbarungen entsprechend ermittelt.

Eigengenutzter Grundbesitz wird wie fremdgenutzter Grundbesitz bewertet. Eine Zuordnung zum eigengenutzten bzw. fremdgenutzten Grundbesitz erfolgt gemäß dem überwiegenden Grad der Nutzung.

Sachanlagen und Vorräte umfassen technische Anlagen und Maschinen (EDV), Betriebs- und Geschäftsausstattung, Vorräte und Büromaterial. Die Sachanlagen sind mit ihren Anschaffungskosten, vermindert um Abschreibungen entsprechend ihrer wirtschaftlichen Nutzungsdauer, bewertet. Finanzleasinggeschäfte existieren nicht. Vorräte werden mit den Anschaffungskosten, vermindert um notwendige Abschreibungen, aktiviert.

Laufende Guthaben bei Kreditinstituten, Schecks und Kassenbestand, Treuhandvermögen, andere Vermögensgegenstände und Rechnungsabgrenzungsposten werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet.

Die aktive Steuerabgrenzung beinhaltet latente Steuern aus temporären unterschiedlichen Wertansätzen eines bilanzierten Vermögenswerts oder einer Verpflichtung und dem jeweiligen steuerlichen Wertansatz. Die Berechnung der Steuerabgrenzung erfolgt mit dem zum Zeitpunkt der Auflösung wahrscheinlich gültigen Steuersatz. Die Werthaltigkeit wir jährlich anhand eines Werthaltigkeitstests nachgewiesen.

Passiva

Das gezeichnete Kapital und die Kapitalrücklage beinhalten die von den Aktionären der AXA Konzern AG eingezahlten Beträge für die ausgegebenen Stamm- und Vorzugsaktien. Das gezeichnete Kapital entspricht dem rechnerischen Nennwert pro Aktie; die Kapitalrücklage enthält die darüber hinaus erhaltenen Beträge (Agien), insbesondere den Gegenwert der zum 1. Januar 2007 in die AXA Konzern AG eingelegten AXA Beteiligungsgesellschaft mbH (AMBH), ehemals Winterthur Beteiligungsgesellschaft mbH (WMBH).

Seit dem Geschäftsjahr 2008 werden in der Kapitalrücklage auch die Aufwendungen aus anteilsbasierten Vergütungen erfasst.

Die Gewinnrücklagen beinhalten die bisher nicht ausgeschütteten Gewinne des Konzerns. Darüber hinaus wurden bis auf die Neubewertungsrücklage von Finanzinstrumenten die im Rahmen der Umstellung von HGB auf IFRS zum 1. Januar 2004 entstandenen Unterschiedsbeträge sowie die im Rahmen der Einbringung der WMBH entstandenen Unterschiedsbeträge auf die Anpassung der versicherungstechnischen Positionen der DBV-Winterthur in dieser Position ausgewiesen. Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste, die aus der jährlichen Überprüfung der aktuariellen Annahmen der Pensionsverpflichtungen resultieren (Sterblichkeit, Zins), werden ebenfalls direkt in den Gewinnrücklagen verbucht. Der Ausweis erfolgt nach Berücksichtigung von latenter Steuer und ggf. latenter Beitragsrückerstattung.

In der Neubewertungsrücklage werden die Unterschiedsbeträge ausgewiesen, die sich aus dem Vergleich zwischen beizulegenden Zeitwert und Anschaffungskosten bzw. fortgeführten Anschaffungskosten der jederzeit veräußerbaren Wertpapiere ergeben. Darüber hinaus werden Wertveränderungen aus Cashflow Hedges in dieser Position erfasst. Der Ausweis erfolgt nach Berücksichtigung von latenter Steuer und ggf. latenter Beitragsrückerstattung.

Die Rücklage aus der Währungsumrechnung beinhaltet die im Rahmen der Umrechnung von ausländischen Tochtergesellschaften seit dem 1. Januar 2004 angefallenen Währungskursdifferenzen. Die zum Zeitpunkt der Erstanwendung von IFRS vorhandene Rücklage aus der Währungsumrechnung wurde erfolgsneutral mit den Gewinnrücklagen verrechnet.

Nachrangige Verbindlichkeiten werden zu fortgeführten Anschaffungskosten passiviert. Agien und Disagien werden laufzeitanteilig nach der Effektivzinsmethode amortisiert.

Die Verpflichtungen aus Versicherungsverträgen werden gemäß IFRS 4.13 i.V.m. IAS 8.10-12 nach bisher angewendetem Recht berücksichtigt. Alle Verträge erfüllen die Definition von Versicherungsverträgen oder Investmentverträgen mit ermessensabhängiger Überschussbeteiligung nach IFRS 4. Aus diesem Grunde gelten für die Ermittlung der versicherungstechnischen Rückstellungen die bis Ende 2004 im Konzernabschluss nach HGB angewendeten Grundsätze weiter. Abweichend von der HGB-Rechnungslegung ist gemäß IFRS 4.14 (a) der Ansatz einer Schwankungs- oder Großrisikenrückstellung nicht zulässig. Darüber hinaus wird zu jedem Bilanzstichtag die Angemessenheit der bilanzierten versicherungstechnischen Verpflichtungen unter Verwendung aktueller Schätzungen der künftigen Cashflows überprüft (Liability Adequacy Test). Ein Anpassungsbedarf hat sich daraus für den Berichtszeitraum nicht ergeben. In der Krankenversicherung kann auf eine explizite Überprüfung der Angemessenheit verzichtet werden, da gemäß der Vorsichtsprinzipien unter HGB die bilanzierten versicherungstechnischen Verpflichtungen über ausreichende Sicherheiten verfügen. Im Gegensatz zur Lebensversicherung werden die Rechnungsgrundlagen, welche gemäß Kalkulationsverordnung gleichermaßen für Prämienkalkulation und Ermittlung der Alterungsrückstellung zu verwenden sind, im Rahmen von Beitragsanpassungen aktualisiert und dadurch jeweils immer wieder aufs neue mit entsprechenden Sicherheiten versehen.

Anteile der Rückversicherer an den versicherungstechnischen Rückstellungen werden separat auf der Aktivseite der Bilanz ausgewiesen. Der Bilanzausweis auf der Passivseite erfolgt somit brutto, das heißt vor Abzug der Anteile der Rückversicherer. Des Weiteren siehe Angaben im Lagebericht Seite 42 ff.

Im in Rückdeckung übernommenen Versicherungsgeschäft folgten wir grundsätzlich den Aufgaben der Zedenten.

Die Beitragsüberträge für das selbst abgeschlossene Versicherungsgeschäft wurden periodengerecht ermittelt. Bei dem in Rückdeckung übernommenen Geschäft wurden die Brutto-Beitragsüberträge anhand der Aufgaben der Vorversicherer unter Berücksichtigung eines Abzuges für nicht übertragsfähige Beitragsteile gestellt. Die Anteile der Rückversicherer an den Beitragsüberträgen wurden aus den Bruttowerten ermittelt.

Die Deckungsrückstellungen für die Lebens-, Kranken- und Unfallversicherungen wurden nach versicherungsmathematischen Grundsätzen einzelvertraglich, mit Ausnahme der fondsgebundenen Lebens- und Rentenversicherung, nach der prospektiven Methode und für beitragspflichtige Lebensversicherungen mit implizierter Berücksichtigung der künftigen Kosten ermittelt. Für die fondsgebundene Lebens- und Rentenversicherung erfolgte die Berechnung nach der retrospektiven Methode. In der Lebensversicherung wurden bei Einmalbeitragsversicherungen, tariflich beitragsfreien und beitragsfreigestellten Versicherungen die künftigen Kosten explizit berücksichtigt. Die sich daraus ergebende Verwaltungskostenrückstellung für beitragsfreie Versicherungsjahre wurde ebenfalls in die Deckungsrückstellung eingestellt.

Im Einzelnen wurde für den Altbestand die Deckungsrückstellung nach dem von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht genehmigten Geschäftsplan in der geltenden Fassung bestimmt. Für den Neubestand wurde die Deckungsrückstellung nach den Grundsätzen bestimmt, die der Bundesanstalt mitgeteilt worden sind. Dabei wurden die BGH-Urteile vom 12. Oktober 2005 zu den Mindestrückkaufswerten in der Lebensversicherung berücksichtigt. Zur Berücksichtigung der gestiegenen Lebenserwartung wird für den Bestand an Rentenversicherungen, die nicht nach der aktuellen Sterbetafel DAV 2004 R kalkuliert wurden, die Deckungsrückstellung jährlich überprüft und soweit notwendig verstärkt, um der veränderten Lebenserwartung Rechnung zu tragen. Zur Ermittlung dieser zusätzlichen Deckungsrückstellung erfolgt für die Unternehmen des ehemaligen AXA-Konzerns einzelvertraglich eine Vergleichsrechnung mit dem Wert, der sich aus einer aktuariell angemessenen Interpolation der Deckungsrückstellungen entsprechend der Sterbetafel für Rentenversicherungen „DAV 2004 R – Bestand“ und „DAV 2004 R - B20“ ergibt, für die Unternehmen des ehemaligen DBV-Winterthur-Konzerns über eine einzelvertragliche Vergleichsrechnung entsprechend der Sterbetafel „DAV 2004 R-Bestand“ und angepasstem Sterblichkeitstrend. Positive Differenzen zwischen Vergleichsreserve und ursprünglicher Reserve wurden unter Verwendung unternehmensindividueller Storno- und Kapitalwahlrechtsquoten sowie der unternehmensunabhängigen Storno- und Kapitalwahlrechtsquoten gemäß DAV-Richtlinie aufgefüllt. Für den Bestand an Berufsunfähigkeits- und Berufsunfähigkeitszusatzversicherungen der deutschen Lebensversicherungsgesellschaften, die nicht nach den aktuellen Tafeln DAV 1997 I, TI und RI kalkuliert werden, erfolgte seit dem Jahr 1997 für die Deckungsrückstellung ebenfalls eine Vergleichsrechnung. Eine über die in den Vorjahren hinausgehende Auffüllung der Deckungsrückstellung erwies sich jedoch auch für das Jahr 2010 als nicht notwendig. Bei fremdgeführten Konsortialverträgen sind die anteiligen Deckungsrückstellungen von den Konsortialführern nach deren Geschäftsplänen bzw. deren Grundsätzen berechnet worden. Für die Reservierung von Pflegerenten(zusatz)versicherungen hat die DAV Ende 2008 neue Rechnungsgrundlagen veröffentlicht. Seit dem Jahr 2008 erfolgt auch hier für die Deckungsrückstellung eine Vergleichsrechnung. Der Auffüllungsbedarf im Jahr 2010 hat sich gegenüber dem Vorjahr nur geringfügig erhöht.

Die noch nicht getilgten rechnungsmäßigen Abschlusskosten sind in den einzelnen Deckungsrückstellungen nur insoweit verrechnet worden, als sich dadurch keine negativen Werte bei den Lebensversicherungsunternehmen ergaben bzw. die geschäftsplanmäßige Deckungsrückstellung nicht unterschritten wurde. Soweit eine Verrechnung zulässig, aber noch nicht möglich war, wurden die noch nicht getilgten Abschlusskosten als Forderungen an Versicherungsnehmer aktiviert.

In der Krankenversicherung wurde für die vor 1997 abgeschlossenen Tarife der alten AXA die Alterungsrückstellung aus dem Einzelabschluss nach HGB übernommen, welche unter Beachtung von § 341f HGB und der von einem unabhängigen Treuhänder geprüften und der Aufsichtsbehörde vorgelegten technischen Berechnungsgrundlagen errechnet wurde. Als Berechnungsgrundlagen dienten die Sterbetafeln PKV 2001, PKV 2004, PKV 2007, PKV 2008, PKV 2009, PKV 2010 und PKV 2011 jeweils mit einem Rechnungszins von 3,5 %, und die dem einzelnen Risiko entsprechenden Schadentafeln, Schadenparameter und Grundkopfschäden. Die Errechnung der Reserve erfolgte jeweils nach der prospektiven Methode.

Bestandteil der Deckungsrückstellung ist auch die Alterungsrückstellung, die bei Kündigung eines Vertrages für die Krankheitskostenversicherung sowie die Pflegepflichtversicherung zum 31.12. des Geschäftsjahres und dem gleichzeitigen Abschluss eines entsprechenden neuen Vertrages bei einem anderen privaten Krankenversicherer an den neuen Versicherer übertragen wird (Übertragungswert).

Die Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle enthält die Rückstellung für bekannte Versicherungsfälle, die Spätschadenrückstellung, die Rentendeckungsrückstellung und die Rückstellung für Schadenregulierungsaufwendungen sowie für Rückkäufe und Rückgewährbeträge aus der Unfallversicherung mit Beitragsrückgewähr. Unter Wahrung der Grundsätze der Vorsicht werden diese Rückstellungen möglichst realitätsnah bewertet. Die Auskömmlichkeit wird durch regelmäßige aktuarielle Untersuchungen überprüft. Bei der Ermittlung wurden Ansprüche aus Regressen und Provenues abgesetzt, soweit ihre Realisierbarkeit feststand oder zweifelsfrei bestimmbar war.

Die Spätschadenrückstellung für eingetretene, bis zur Schließung des Schadenregisters nicht gemeldete Versicherungsfälle wurde nach den Erfahrungswerten der Vorjahre ermittelt.

Die Ermittlung der Rentendeckungsrückstellung erfolgte nach versicherungsmathematischen Grundsätzen. Bei der Rückstellung für Beitragsrückerstattung handelt es sich um erzielte Überschüsse, die vertraglich für die Überschussbeteiligung der Versicherungsnehmer bestimmt, aber den einzelnen Versicherungsverträgen noch nicht zugeteilt worden sind. In der Lebensversicherung wurden die innerhalb dieser Rückstellung gebundenen Mittel für Schlussüberschussanteile entsprechend den Bestimmungen des § 28 Abs. 7 RechVersV ermittelt. Die Zuführung der Rückstellung für Beitragsrückerstattung in der Krankenversicherung richtet sich nach der auf Basis des § 12 c Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 VAG erlassenen Rechtsverordnung (Überschussverordnung). Der Verwendung dieser Mittel hat der unabhängige Treuhänder zugestimmt und sie erfolgte nach den vertraglichen Vereinbarungen. In der Unfallversicherung wurde die Rückstellung für Beitragsrückerstattung entsprechend den vertraglichen Vereinbarungen gebildet. Resultierend aus den temporären Bewertungsunterschieden zwischen HGB und IFRS wird darüber hinaus eine Rückstellung für latente Beitragsrückerstattung in Höhe der zukünftig erwarteten Überschussbeteiligung gebildet.

Die sonstigen versicherungstechnischen Rückstellungen wurden entsprechend den gesetzlichen Vorschriften, den vertraglichen Vereinbarungen und den Erfahrungswerten der Vergangenheit gebildet. Die Berechnung der Rückstellung für drohende Verluste im Versicherungsgeschäft erfolgte auf Basis der durchschnittlichen technischen Verluste in einem Dreijahreszeitraum unter Berücksichtigung von Zinserträgen und Restlaufzeiten.

Bei den versicherungstechnischen Rückstellungen im Bereich der fondsgebundenen Lebensversicherung wird das Deckungskapital jeder einzelnen fondsgebundenen Lebensversicherung nach den Grundsätzen bestimmt, die der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht mitgeteilt worden sind.

Die versicherungstechnischen Rückstellungen der ausländischen Tochterunternehmen wurden, soweit diese auf lokalen versicherungsspezifischen Wertansätzen beruhen, unverändert übernommen.

Die Berechnung der Pensionsrückstellungen für leistungsorientierte Pensionszusagen erfolgt nach der Projected-Unit-Credit-Methode (Anwartschaftsbarwertverfahren) unter Berücksichtigung aktueller Sterblichkeits- und Fluktuationswahrscheinlichkeiten, zukünftiger Gehalts- und Lohnsteigerungen und Inflationsraten sowie eines laufzeitkongruenten Marktzinses für Anleihen bester Bonität. Als Rechnungsgrundlage für die Sterblichkeits- und Invalidisierungssannahmen dienen die Richttafeln 2005 G der Heubeck-Richttafeln GmbH.

Die Anpassungen aus der jährlichen Überprüfung der versicherungsmathematischen Annahmen werden erfolgsneutral mit dem Eigenkapital verrechnet.

Für die ehemaligen Mitarbeiter der DBV-Winterthur-Gesellschaften bestehen Vermögenswerte in Form von konzerninternen Rückdeckungsversicherungen und liquiden Mittel gehalten durch die DBV-Winterthur Vorsorge e.V., die ausschließlich zur Bedeckung der erteilten Pensionszusagen verwendet werden dürfen und dem Zugriff etwaiger Gläubiger entzogen sind (sogenanntes Planvermögen). Daher sind die Pensionsverpflichtungen unter Abzug der Vermögenswerte auszuweisen.

Der Zinssatz, mit dem die Pensionsrückstellungen abgezinst werden, orientiert sich an Renditen, die am Bilanzstichtag für erstrangige, festverzinsliche Industrieanleihen am Markt erzielt werden.

Die Gesamtaufwendungen für die Altersversorgung werden vermindert um die erwarteten Erträge aus dem Planvermögen ausgewiesen. Der erwartete Ertrag aus der Rückdeckungsversicherung wurde gemäß dem Langfristzins für die Bewertung der Deckungsrückstellung bei der Lebensversicherung angenommen.

Für Pensionszusagen gegen Entgeltumwandlung wurden Rückdeckungsversicherungen bei konzerninternen Lebensversicherungsgesellschaften abgeschlossen. Da die Erstattungsansprüche gegenüber diesen Gesellschaften nicht von einer rechtlich eigenständigen Einheit gehalten werden, handelt es sich bei diesen Rückdeckungsversicherungen um nicht saldierbares Planvermögen. Daher werden sowohl eine Verpflichtung als auch ein Vermögenswert in gleicher Höhe ausgewiesen.

Der Wertansatz der Steuerrückstellungen und sonstigen Rückstellungen erfolgt zur bestmöglichen Schätzung der zur Erfüllung der gegenwärtigen Verpflichtung erforderlichen Ausgaben; bei Wesentlichkeit wird diskontiert. Bei der Ermittlung der zurückzustellenden Beträge werden, sofern erforderlich, interne und externe Rechtsgutachten berücksichtigt. Die Restrukturierungsrückstellung wird für Maßnahmen des Managements gebildet, die zu erheblichen Änderungen in der strategischen Aufstellung des Unternehmens führen. Die entsprechenden Restrukturierungspläne müssen verbindlich beschlossen, umgesetzt und überwacht werden. Die Bewertung basiert auf Annahmen über den zukünftigen Personalbedarf sowie auf den mit den Arbeitnehmervertretern vereinbarten Sozialplänen. Die Jubiläumsrückstellung beinhaltet u. a. Ansprüche, die sich nach dem Aktienkurs der AXA S.A., Paris, bemessen. Ehemaligen Mitarbeitern der Winterthur Versicherung wurde für je fünf abgeleistete Dienstjahre ein Anspruch in Höhe des Wertes von 3, 5 bzw. 10 Namensaktien der Winterthur zugesagt. An die Stelle einer Winterthur-Namensaktie sind 50,35 AXA-Aktien getreten. Die Vergütung dieser Ansprüche erfolgt in bar und wird entsprechend dem erreichten Dienstalter als Rückstellung erfasst.

Die Depotverbindlichkeiten wurden mit fortgeführten Anschaffungskosten angesetzt. Diesen Depotverbindlichkeiten stehen Bardepots in entsprechender Höhe gegenüber, welche in Kapitalanlagen investiert wurden. Verfügugungsbeschränkungen für die Barpedepots bestehen nicht.

Alle übrigen Verbindlichkeiten umfassen neben den Verbindlichkeiten aus dem selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft, den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und den sonstigen Verbindlichkeiten auch die Abrechnungsverbindlichkeiten aus dem Rückversicherungsgeschäft sowie Derivate mit negativen Marktwerten. Diese Beträge sowie die Rechnungsabgrenzungsposten wurden mit Ausnahme der Derivate mit negativen Marktwerten zu fortgeführten Anschaffungskosten passiviert.

Die passive Steuerabgrenzung beinhaltet latente Steuern aus temporären unterschiedlichen Wertansätzen eines bilanzierten Vermögenswerts oder einer Verpflichtung und dem jeweiligen steuerlichen Wertansatz. Die Berechnung der Steuerabgrenzung erfolgt mit dem zum Zeitpunkt der Auflösung wahrscheinlich gültigen Steuersatz.

Konzern-Gesamtergebnisrechnung

Unter gebuchte Bruttobeiträge werden insbesondere die für das selbst abgeschlossene und in Rückdeckung übernommene Versicherungsgeschäft im Geschäftsjahr fällig gewordenen Beiträge und Beitragsraten (einschließlich der Ratenzuschläge) sowie die Einmalbeiträge ausgewiesen.

Die verdienten Beiträge für eigene Rechnung entsprechen den gebuchten Beiträgen unter Berücksichtigung der Veränderung der Beitragsüberträge abzüglich der Anteile der Rückversicherer.

Das Kapitalanlageergebnis enthält die unter den Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung aufgeführten Erträge und Aufwendungen aus Kapitalanlagen.

Als Versicherungsleistungen für eigene Rechnung werden für das selbst abgeschlossene und übernommene Versicherungsgeschäft Zahlungen für Versicherungsfälle inklusive Regulierungsaufwendungen sowie die Veränderung der versicherungstechnischen Rückstellungen ausgewiesen. Der Ausweis erfolgt nach Anteilen der Rückversicherer.

Die Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb für eigene Rechnung umfassen im Wesentlichen die durch den Abschluss von Versicherungsverträgen unmittelbar und mittelbar anfallenden Aufwendungen sowie die Aufwendungen für den Beitragseinzug, die Bestandsverwaltung und die Bearbeitung der passiven Rückversicherung. Von den Rückversicherern erhaltene Provisionen und Gewinnbeteiligungen werden hiervon abgesetzt.

Unter aufgegebene Geschäftsbereiche nach Steuern wird das Geschäftsjahresergebnis von aufgegeben Geschäftsbereichen ausgewiesen.

Sonstige Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Der beizulegende Zeitwert (Fair Value) ist der Betrag, zu dem zwischen sachverständigen, vertragswilligen und voneinander unabhängigen Geschäftspartnern ein Vermögenswert veräußert werden könnte. Zur Bewertung werden entweder öffentliche Marktpreise (z. B. Börsenkurse) oder interne Berechnungen herangezogen. Interne Berechnungen werden unter Anwendung anerkannter finanzmathematischer Bewertungsverfahren erstellt. Der AXA Konzern nutzt bei der Feststellung der Zeitwerte der einzelnen Bilanzposten die folgenden Methoden, Bezugsgrößen und Annahmen:

Bei fremdgenutzten Grundstücke, grundstücksgleichen Rechten und Bauten wird der beizulegende Zeitwert anhand von nachhaltig erwarteten Miet- und Pachtverträgen mittels eines internen Bewertungsverfahrens, das auf der Discounted-Cashflow-Methode basiert, bestimmt. Zur Ermittlung des Zeitwerts werden zudem externe Gutachten herangezogen.

Bei Finanzinstrumenten werden öffentlich gehandelte Wertpapiere aus den Kategorien „jederzeit veräußerbare Wertpapiere“ und „erfolgswirksam zum Fair Value bewertete Finanzinstrumente“ soweit möglich mit an aktiven Märkten notierten Preisen bewertet. Für Wertpapiere besteht ein aktiver Markt, falls der zum Beispiel von einer Börse oder einem Broker zur Verfügung gestellte Preis repräsentativ für regelmäßig stattfindende Transaktionen unter fremden Dritten ist. Bei Wertpapieren aus den genannten Kategorien, für die kein aktiver Markt existiert, sowie bei Wertpapieren der Kategorie „Darlehen und Ausleihungen“ werden die Zeitwerte grundsätzlich unter Zuhilfenahme von anerkannten Bewertungsverfahren mit aktuellen Marktparametern (z.B. Zinsstrukturkurven) ermittelt.

Die Liquidität von strukturierte Kreditprodukten (Asset Backed Securities, Collateralized Debt Obligations) ist unverändert zum Vorjahr gering. In Ermangelung eines aktiven Marktes erfolgt die Bewertung des überwiegenden Teils der strukturierten Kreditprodukte auf der Grundlage von Barwertverfahren (Discounted Cash Flow Verfahren). Die aus den einzelnen strukturierten Kreditprodukten zu erwartenden Zahlungsströme sind mit laufzeit- und risikoäquivalenten Zinssätzen abgezinst. Eine Liquiditätskomponente ist angemessen berücksichtigt. In die Bewertung einfließende Schätzungen beruhen auf allgemein verfügbaren Kapitalmarktdaten. In die Bewertung der strukturierten Kreditprodukte fließen zudem die Preisindikationen externer unabhängiger Dritter ein. Je unsicherer die Einschätzung der zukünftigen Zahlungsströme, desto höher ist der Anteil der niedrigeren externen Preisindikationen an den Zeitwerten der einzelnen strukturierten Kreditprodukte.

Der Zeitwert von Derivaten ergibt sich aus dem Wert der zu Grunde liegenden Vermögenswerte und aus anderen Marktparametern. Öffentlich gehandelte Derivate werden auf Grundlage öffentlich festgestellter Marktpreise bewertet. Außerbörslich gehandelte Derivate werden mit anerkannten Bewertungsmodellen (z.B. Optionspreismodell) auf Grundlage von aktuellen Marktparametern (z.B. Zinsstrukturkurve, Volatilitäten, etc.) bewertet. Der Zeitwert entspricht den finanziellen Mitteln, die zur vollen Abdeckung zukünftiger Rechte und Verpflichtungen aus den betreffenden Finanzverträgen notwendig sind. Die Bewertung eines Kreditderivats, das zur Abbildung einer synthetischen Collateralized-Debt-Obligation abgeschlossen wurde, erfolgt auf Grundlage von Modellberechnungen der emittierenden Bank.

Als derivative Finanzinstrumente, die die Kriterien der Bilanzierung als anerkannte Sicherungsinstrumente (Hedge Accounting) erfüllen, wird der Cash Flow Hedge ausgewiesen. Beim Cashflow Hedge – Absicherung von zukünftigen Zahlungsströmen aus einem Vermögensgegenstand oder einer Verbindlichkeit – werden die effektiven Wertänderungen erfolgsneutral mit dem Eigenkapital (Neubewertungsrücklage Finanzinstrumente) verrechnet und erst bei Realisierung des Gewinnes oder Verlustes des abgesicherten Instrumentes erfolgswirksam berücksichtigt. Erfolgswirksam berücksichtigt wird auch der ineffektive Teil des einzelnen Sicherungsgeschäfts; bei den einzelnen Sicherungsbeziehungen lagen keine Ineffektivitäten vor.

Die Währungsumrechnung bei den in Fremdwährung gehaltenen Kapitalanlagen erfolgt in Abhängigkeit von der Zuordnung der Kapitalanlagen zu monetären oder nicht monetären Positionen.

Monetäre Positionen sind Geldmittel, Vermögenswerte und Schulden, für die das Unternehmen einen festen oder bestimmbaren Betrag erhält oder Geld bezahlen muss. Hierzu zählen die Darlehen und Ausleihungen sowie die festverzinslichen Wertpapiere. Bei nicht monetären Positionen handelt es sich um Realwerte wie Anteile an Unternehmen.

Bei den monetären Positionen werden die aus dem Stichtagskurs ermittelten Währungskursschwankungen erfolgswirksam verbucht soweit sie auf die Anschaffungskosten entfallen; Währungskursschwankungen die auf die erfolgsneutrale Bewertung zum Zeitwert entfallen werden in der Neubewertungsrücklage erfasst. Bei den nicht monetären Positionen, die zum beizulegenden Zeitwert (Fair Value) bewertet werden, wird nach der Klassifizierung der Wertpapiere unterschieden. Die gemäß Stichtagskurs ermittelten Währungsunterschiede werden bei einer Klassifizierung als Handelsbestand erfolgswirksam verbucht und bei einer Klassifizierung als jederzeit veräußerbare Wertpapiere in die Neubewertungsrücklage eingestellt.

Erläuterungen zu den Konzern-Aktiva

(1) A. Immaterielle Vermögensgegenstände

A.I. Geschäfts- oder Firmenwert

in Tsd. Euro 2010 2009
Bruttobuchwert 1. Januar 1.102.916 1.102.916
Kumulierte Abschreibungen 1. Januar 129.148 129.148
Bilanzwert 1. Januar 973.768 973.768
Zugänge 29.000 0
Bilanzwert 31. Dezember 1.002.768 973.768
Bruttobuchwert 31. Dezember 1.131.916 1.102.916
Kumulierte Abschreibungen 31. Dezember 129.148 129.148

Im Zusammenhang mit dem Verkauf der Aktien der Nordstern Allgemeine Versicherung AG von der Rechtsvorgängerin der AXA S.A., Paris, an die AXA Konzern AG im Jahr 1994 schlossen die beiden Gesellschaften eine Prepayment-Vereinbarung, wonach die AXA Konzern AG an AXA S.A., Paris, eine Abschlagszahlung von 50,5 Mio Euro (davon 29 Mio. EUR Kaufpreis und 21,5 Mio. Euro Zinsen) leistet. In der Folge hat sich der Geschäfts- und Firmenwert um die nachträgliche Kaufpreiszahlung erhöht.

Der Geschäfts- oder Firmenwert entfällt wie folgt auf die Segmente: Schaden/Unfall 855,2 Mio Euro, Leben 86,8 Mio. Euro, Kranken 60,8 Mio. Euro.

A.II. Sonstige immaterielle Vermögensgegenstände

in Tsd. Euro Selbst erstellte Software Entgeltlich erworbene Software Entgeltlich erworbene Versicherungsbestände 2009 Insgesamt
Bruttobuchwert 1. Januar 94.718 26.898 536.832 658.448
Kumulierte Abschreibungen 1. Januar 90.398 16.519 15.808 122.725
Bilanzwert 1. Januar 4.320 10.379 521.024 535.723
Zugänge 4.131 4.131
Zuschreibungen 6.454 6.454
Abgänge -606 -606
Planmäßige Abschreibungen -2.550 -4.579 -12.374 -19.503
Außerplanmäßige Abschreibungen 0
Umbuchungen/ Währungskursdifferenzen 1.131 1.131
Bilanzwert 31. Dezember 1.770 10.456 515.104 527.330
Bruttobuchwert 31. Dezember 94.718 31.554 543.286 669.558
Kumulierte Abschreibungen 31. Dezember 92.948 21.098 28.182 142.228
in Tsd. Euro Selbst erstellte Software Entgeltlich erworbene Software Entgeltlich erworbene Versicherungsbestände 2010 Insgesamt
Bruttobuchwert 1. Januar 94.718 31.554 543.286 669.558
Kumulierte Abschreibungen 1. Januar 92.948 21.098 28.182 142.228
Bilanzwert 1. Januar 1.770 10.456 515.104 527.330
Zugänge 18.323 18.323
Aufzinsung Versicherungsbestand 6.730 6.730
Abgänge -544 -544
Planmäßige Abschreibungen -70 -17.023 -17.093
Außerplanmäßige Abschreibungen 520 520
Umbuchungen/ Währungskursdifferenzen 14 14
Bilanzwert 31. Dezember 1.770 28.699 504.811 535.280
Bruttobuchwert 31. Dezember 94.718 49.347 550.016 694.601
Kumulierte Abschreibungen 31. Dezember 92.948 20.648 45.205 159.321

B. Kapitalanlagen

(2) B.I. Fremdgenutzte Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten

in Tsd. Euro 2010 2009
Bruttobuchwert 1. Januar 1.559.550 1.801.611
Kumulierte Abschreibungen 1. Januar 235.704 501.455
Bilanzwert 1. Januar 1.323.846 1.300.156
Zugänge 31.918 147.962
Abgänge -44.672 -63.762
Planmäßige Abschreibungen -15.000 -15.209
Außerplanmäßige Abschreibungen -893 -15.955
Zuschreibungen 629 56
Erfolgswirksame „At Equity“- Bewertung von Grundstücksgesellschaften 4.041 1.914
Umbuchungen 0 -31.316
Bilanzwert 31. Dezember 1.299.869 1.323.846
Bruttobuchwert 31. Dezember 1.537.549 1.559.550
Kumulierte Abschreibungen 31. Dezember 237.680 235.704
Zeitwert 31. Dezember 1.531.106 1.522.347

Die Grundschulden auf fremdgenutzen Grundbesitz betragen auch in 2010 61 Mio. Euro (2009: 61 Mio. Euro).

Die Umbuchung von fremdgenutzen zu eigengenutzten Grundbesitz aus dem Jahr 2009 resultiert aus dem Bezug und erstmaliger Eigennutzung einer Immobilie durch AXA. In der Bilanzposition enthalten sind Grundstückbeteiligungsgesellschaften in Höhe von 122.831 Tsd. Euro (2009: 127.050 Tsd. Euro), auf die AXA einen maßgeblichen Einfluss ausübt und daher wie assoziierte Unternehmen nach der Equity-Methode bewertet werden. In 2010 betrug die ausschließlich erfolgwirksame Veränderung des Buchwerts 4.041 Tsd. Euro (2009: 1914 Tsd. Euro).

In 2010 sind 231 Tsd. Euro (2009: 2.200 Tsd. Euro) nachträglich erfasste Anschaffungs-/Herstellungskosten enthalten, die auf Umbaumaßnahmen entfallen, die den zukünftigen wirtschaftlichen Nutzen der Gebäude erhöhen.

(3) B.II. Beteiligungen an assoziierten Unternehmen

in Tsd. Euro 2010 2009
Bilanzwert 1. Januar 49.449 84.184
Zugänge 0 3.040
Abgänge -446 -16.291
Erfolgswirksame Veränderung des anteiligen Eigenkapitals 5.088 -15.232
Erfolgsneutrale Veränderung des anteiligen Eigenkapitals -2.687 5.868
Außerplanmäßige Abschreibung 0 -12.120
Bilanzwert 31. Dezember 51.404 49.449
Zeitwert 31. Dezember 70.425 78.790

Bei den Beteiligungen an assoziierten Unternehmen handelt es sich hauptsächlich um Anteile an der Roland Rechtschutz-Versicherungs-AG sowie an der Aragon AG.

Die Roland Rechtschutz-Versicherungs-AG erzielte 2010 gebuchte Bruttobeiträge in Höhe von 159.035 Tsd. Euro (2009:152.895 Tsd. Euro) und ein Konzernergebnis von 12.106 Tsd. Euro (2009: 4.553 Tsd. Euro). Die Bilanzsumme des Roland Konzerns zum 31. Dezember 2010 beträgt 660.035 Tsd. Euro (2009: 637.799 Tsd. Euro), das Eigenkapital beläuft sich auf 124.777 Tsd. Euro (2009: 123.347 Tsd. Euro).

Die Aragon AG erzielte 2010 Umsatzerlöse in Höhe von 109.179 Tsd. Euro (2009: 69.391 Tsd. Euro) und ein Konzernergebnis von -249 Tsd. Euro (2009: -8.324 Tsd. Euro). Die Bilanzsumme des Aragon Konzerns zum 31. Dezember 2010 beträgt 100.974 Tsd. Euro (2009: 98.700 Tsd. Euro), das Eigenkapital beläuft sich auf 52.789 Tsd. Euro (2009: 52.914 Tsd. Euro).

(4) B.III. Finanzinstrumente

B.III.1. Darlehen und Ausleihungen

2010 2009
in Tsd. Euro Bilanzwert Zeitwert Nicht realisierter Gewinn/Verlust Bilanzwert Zeitwert Nicht realisierter Gewinn/Verlust
--- --- --- --- --- --- ---
Hypotheken 5.484.785 5.782.832 298.047 5.787.110 6.246.620 459.510
Darlehen und Vorauszahlungen auf Versicherungsscheine 105.500 122.573 17.073 113.641 114.953 1.312
Umgekehrtes - Wertpapierpensionsgeschäft 0 0 0 200.000 211.780 11.780
Übrige Ausleihungen 1.541.692 1.561.727 20.035 1.324.289 1.131.122 -193.167
Gesamt 7.131.977 7.467.132 335.155 7.425.040 7.704.475 279.435

B.III.2. Jederzeit veräußerbare Wertpapiere

2010 2009
in Tsd. Euro Fortgeführte Anschaffungs-

kosten
Zeitwert Nicht realisierter Gewinn/Verlust Fortgeführte Anschaffungs-

kosten
Zeitwert Nicht realisierter Gewinn/Verlust
--- --- --- --- --- --- ---
Aktien und sonstige Eigenkapitalinstrumente 1.092.634 1.501.819 409.185 1.052.171 1.474.423 422.252
Renten 44.477.730 44.857.624 379.894 42.032.620 42.279.775 247.155
Publikumsfonds 479.486 505.351 25.865 418.591 440.368 21.777
Derivate (Cashflow Hedge) 14.692 34.488 19.796 44.935 102.973 58.038
Gesamt 46.064.542 46.899.282 834.740 43.548.317 44.297.539 749.222

Nicht realisierte Gewinne und Verluste, die aus der Differenz von Zeitwert und fortgeführten Anschaffungskosten der jederzeit veräußerbaren Wertpapiere entstehen, werden nach Abzug von latenten Steuern und in der Lebens- und Krankenversicherung zusätzlich nach Abzug von latenter Beitragsrückerstattung im Eigenkapital erfasst. Die latente Rückstellung für Beitragsrückerstattung beträgt 440 Mio. Euro (2009: 372 Mio. Euro), die passiven latenten Steuern betragen -40 Mio. Euro (2009: -39 Mio. Euro).

Bei den hier ausgewiesenen Derivaten (Cashflow Hedge) handelt es sich um Zinsswaps zur Absicherung von Zinsänderungsrisiken aus variablen Zinszahlungen von Wertpapieren, Währungsswaps zur Absicherung von Zinsänderungs- und Währungsrisiken aus variablen Zinszahlungen von Wertpapieren in fremder Währung sowie um Forward-Zinsswaps zur Absicherung von Zinsänderungsrisiken der zukünftigen Wiederanlage. Der effektive Teil der Wertänderung dieser Swaps wird erfolgsneutral mit dem Eigenkapital verrechnet und erst bei Eingang der abgesicherten Zinszahlung erfolgswirksam berücksichigt. Die abgesicherten Zinszahlungen werden voraussichtlich in den Geschäftsjahren 2011 bis 2026 zufließen und sich in diesem Zeitraum auch auf das Periodenergebnis auswirken. Bei den einzelnen Sicherungsbeziehungen lagen keine Ineffektivitäten vor.

B.III.3. Erfolgswirksam zum Fair Value bewertete Finanzinstrumente

in Tsd. Euro Bilanzwert 2010 Bilanzwert 2009
Aktien und sonstige Eigenkapitalinstrumente 944.503 868.346
Renten 4.440.684 4.196.557
Asset Backed Securities / Strukturierte Produkte 1.537.129 1.360.661
Derivate (Handelsbestand) 247.313 207.263
Gesamt 7.169.629 6.632.827

Zusatzangaben Finanzinstrumente

Derivate (Cashflow Hedge) und erfolgswirksam zum Fair Value bewertete Derivate

2010 2009
in Tsd. Euro Nominalwert Positive Marktwerte Negative Marktwerte Nominalwert Positive Marktwerte Negative Marktwerte
--- --- --- --- --- --- ---
Zinsgeschäfte
Swaps 715.265 31.956 0 533.077 29.618 0
Futures/Forwards 1.145.000 152 47.359
Swaption 4.400.000 123.226 11.167 4.400.000 123.362 -11.981
Devisengeschäfte
Swaps 523.526 39.033 16.731 758.661 133.424 -9.538
Futures/Forwards 3.165.847 10.397 106.963 2.688.723 1.073 -38.727
Aktien-/Indexgeschäfte
Optionen 2.296.999 51.894 0 1.411.000 9.659 -3
Futures/Forwards 2 0 21 292.945 5.106 -1.143
Total return swaps 54.822 32 0 0 0 0
Inflation swaps 825.579 783 5.260 0 0 0
Kreditderivate 4.082.917 24.328 214.977 4.013.688 7.994 -236.482
Gesamt 17.209.957 281.801 402.478 14.098.094 310.236 -297.874

Fremdwährungsrisiko

In Fremdwährung gehaltene Finanzinstrumente

in Tsd. Euro
Währungskurs

in Euro
Bilanzwert 2010 Währungskurs

in Euro
Bilanzwert 2009
USD 1,34 4.590.527 4,43 4.092.075
GBP 0,87 259.266 0,90 414.751
JPY 109,31 50.748 132,28 75.088
AUD 1,32 15.639 1,60 0
Übrige - 175.096 - 203.745
Gesamt 5.091.276 4.785.659

Zinsänderungsrisiko

Vertragliche Restlaufzeit zum 31.12. 2010 2009
Bilanzwerte

in Tsd. Euro
bis zu 1 Jahr 1 bis 5 Jahre mehr als 5 Jahre bis zu 1Jahr 1 bis 5 Jahre mehr als 5 Jahre
--- --- --- --- --- --- ---
Festverzinsliche Instrumente:
Darlehen und Ausleihungen 165.164 568.455 5.981.644 435.486 945.375 6.044.179
Jederzeit veräußerbare Wertpapiere 2.098.893 9.690.064 31.216.953 2.006.461 9.348.181 29.338.292
Erfolgswirksam zum Fair Value bewertete Finanzinstrumente 249.004 1.979.944 2.613.489 291.948 2.568.124 1.771.447
Variabel verzinsliche Instrumente:
Darlehen und Ausleihungen 83.687 89.530 243.497 0 0 0
Jederzeit veräußerbare Wertpapiere 3.251 330.945 1.517.518 0 64.481 1.522.360
Erfolgswirksam zum Fair Value bewertete Finanzinstrumente 266.985 16.931 851.499 39.890 7.589 878.219
Gesamt 2.866.984 12.675.869 42.424.600 2.773.785 12.933.750 39.554.497

Die vertraglichen Restlaufzeiten beziehen sich auf alle Finanzinstrumente mit vertraglich vereinbarter fester Laufzeit. Bei den variabel verzinslichen Instrumenten können die Zinsanpassungstermine vor dem Fälligkeitstermin liegen.

Im Portfolio befinden sich zum 31.12.2010 Rentenpapiere mit einem Marktwert von 2.395 Mio. Euro (2009: 2.224 Mio. Euro), die ein vorzeitiges Kündigungsrecht seitens des Schuldners einräumen.

Kreditrisiko

Rentenpapiere nach Ratingklassen Jederzeit veräußerbare Wertpapiere Erfolgswirksam zum Fair Value bewertete Finanzinstrumente
Bilanzwerte

in Tsd. Euro
2010 2009 2010 2009
--- --- --- --- ---
AAA 21.277.631 19.755.463 306.802 159.213
AA+ 4.564.366 3.903.191 37.637 184.930
AA 1.656.689 3.007.638 129.911 154.439
AA- 4.456.395 3.946.227 707.061 700.426
A+ 2.682.950 3.901.725 883.833 877.494
A 3.124.656 2.124.370 566.549 695.625
A- 2.674.712 2.000.625 587.376 487.836
BBB+ 1.451.290 1.060.810 527.684 432.680
BBB 557.690 894.485 374.537 381.657
BBB- 356.432 426.650 240.451 120.359
BB+ 275.021 216.200 76.906 105.568
BB 35.246 127.497 96.139 91.139
BB- 464.215 257.417 161.882 174.337
B+ 156.510 320.869 129.710 93.269
B 199.278 53.860 98.954 89.047
B- 55.760 22.675 88.538 91.938
CCC+ 16.057 0 33.202 49.518
CCC 31.834 15.747 23.079 25.905
CCC- 364.911 125.848 4.965 13.376
CC 900 16.246 9.972 1.711
C 2.538 0 0 1.568
D 0 0 713 0
Übrige 452.543 102.232 891.908 625.181
Gesamt 44.857.624 42.279.775 5.977.813 5.557.216

Es entfallen circa 13 % (2009: 14 %) dieser Rentenpapiere auf Staatsanleihen

Hierarchie der zum Zeitwert bilanzierten Finanzinstrumente

2010 2009
Bilanzwerte

in Tsd. Euro
Level 1 Level 2 Level 3 Level 1 Level 2 Level 3
--- --- --- --- --- --- ---
Jederzeit veräußerbare Wertpapiere
Aktien und sonstige Eigenkapitalinstrumente 1.063.261 126.990 311.568 1.128.822 22.001 323.600
Renten 13.717.454 31.140.170 0 12.197.564 30.082.211 0
Publikumsfonds 3.463 493.009 8.879 8.988 421.321 10.059
Derivate (Cash Flow Hedge) 0 34.488 0 0 102.973 0
Erfolgswirksam zum Fair Value bewertete Finanzinstrumente
Aktien und sonstige Eigenkapitalinstrumente 120.946 68.139 755.419 139.957 136.725 591.664
Renten 3.260.584 963.881 216.219 2.802.454 1.179.082 215.021
Asset Backed Securities/Strukturierte Produkte 93.940 1.443.189 0 171.975 1.188.686 0
Derivate* -99.553 -55.612 0 -52.270 -38.340 0
Gesamt 18.160.095 34.214.254 1.292.084 16.397.490 33.094.659 1.140.344

* Inklusive Derivate mit negativem Marktwert (Bilanzausweis unter „Sonstige Verbindlichkeiten“.

Die Tabelle enthält eine Aufstellung der Zeitwerte der Finanzinstrumente, die zum beizulegenden Zeitwert bilanziert werden je Bewertungshierarchie (Level 1, 2 oder 3). Für die Einteilung der Finanzinstrumente in die einzelnen Level wurden die zu Grunde liegenden Bewertungsparameter für die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte herangezogen. Die Kategorisierung in Level 1 erfolgt für Finanzinstrumente, deren beizulegende Zeitwerte durch originäre Preise an aktiven Märkten für identische Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten ermittelt werden können. Werden die beizulegenden Zeitwerte durch anerkannte Bewertungsmethoden, deren signifikante Bewertungsparameter direkt oder indirekt am Markt beobachtet werden können, ermittelt, so erfolgt die Kategorisierung in Level 2. Die Finanzinstrumente des Levels 3 beinhalten Vermögenswerte, deren beizulegende Zeitwerte auf Grundlage anerkannter Bewertungsmethoden ermittelt werden. Die hierfür herangezogenen Grundlagen basieren jedoch auf nicht direkt beobachtbaren Marktdaten.

Im Geschäftsjahr wurden vor dem Hintergrund der rückläufigen Liquidität an den Märkten für Staatsanleihen der Länder Spanien, Portugal, Irland und Griechenland Umgliederungen dieser Wertpapiere von Level 1 in Level 2 durchgeführt.

Zum beizulegenden Zeitwert bewertete Finanzinstrumente Level 3

Jederzeit veräußerbare Wertpapiere Erfolgswirksam zum Fair Value bewertete Finanzinstrumente
in Tsd. Euro 2010 2009 2010 2009
--- --- --- --- ---
Anfangsbestand 01.01. 333.659 576.579 806.685 911.265
Erfolgswirksam erfasste Erträge und Aufwendungen -3.881 -11.127 66.674 -117.455
Erfolgsneutral im Eigenkapital erfasste Erträge und
Aufwendungen 7.421 -111.178 0 0
Käufe 2.430 2.131 122.223 70.440
Verkäufe -22.182 -82.346 -29.866 -15.918
Emissionen 0 0 0 0
Glattstellungen 0 0 0 0
Umgliederungen in und aus Level 3 3.000 -40.400 5.922 -41.647
Endbestand 31.12. 320.447 333.659 971.638 806.685

Der Ausweis der erfolgswirksam erfassten Erträge und Aufwendungen für die in Level 3 kategorisierten Finanzinstrumente erfolgt in der Konzern-Gewinn-und-Verlustrechnung im Posten „Kapitalanlageergebnis“. Der Ausweis der erfolgsneutral im Eigenkapital erfassten Erträge und Aufwendungen für die in Level 3 kategorisierten Finanzinstrumente erfolgt in der verkürzten Gesamtergebnisrechnung in den Posten „unrealisierte Gewinne/Verluste“ und „realisierte Gewinne/Verluste“.

D. Forderungen

(5) D. I. Forderungen aus dem selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft

in Tsd. Euro 2010 2009
Versicherungsnehmer 374.380 346.395
Versicherungsvermittler 193.610 196.890
Gesamt 567.990 543.285

Auf die Forderungen aus dem selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft wurden Wertberichtigungen in Höhe von 68.806 Tsd. Euro (2009: 55.568 Tsd. Euro) vorgenommen. Die Forderungen haben Restlaufzeiten von unter einem Jahr. Bei den Forderungen aus dem selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft sind 60.532 Tsd. Euro (2009: 45.327 Tsd. Euro) seit über 90 Tagen fällig.

(6) D. III. Steuerforderungen

Die Steuerforderungen resultieren im Wesentlichen aus Erstattungsansprüchen gegenüber der Finanzbehörde.

(7) D. IV. Sonstige Forderungen

in Tsd. Euro 2010 2009
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 85.286 381.401
Zins- und Mietforderungen 17.083 13.969
Übrige 522.311 122.886*
Gesamt 624.680 518.256

* siehe Anhangangabe Bilanzierte Nettoverbindlichkeit und erfahrungsbedingte Anpassungen

Auf die sonstigen Forderungen wurden Wertberichtigungen in Höhe von 10.386 Tsd. Euro (2009: 10.504 Tsd. Euro) vorgenommen. 78.651 Tsd. Euro (2009: 44.329 Tsd. Euro) der sonstigen Forderungen haben eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr.

F. Sonstige Vermögensgegenstände

(8) F.I. Eigengenutzter Grundbesitz

in Tsd. Euro 2010 2009
Bruttobuchwert 1. Januar 67.747 944
Kumulierte Abschreibungen 1. Januar 35.573 49
Bilanzwert 1. Januar 32.174 895
Zugänge 117 576
Abgänge 0 0
Planmäßige Abschreibungen -285 -613
Außerplanmäßige Abschreibungen 0 0
Umbuchungen 0 31.316
Bilanzwert 31. Dezember 32.006 32.174
Bruttobuchwert 31. Dezember Vorjahr 67.745 67.747
Kumulierte Abschreibungen 31. Dezember 35.740 35.573
Zeitwert 31. Dezember 39.749 39.756

Die Umbuchung von fremdgenutzen zu eigengenutzten Grundbesitz in 2009 resultiert aus dem Bezug und erstmaliger Eigennutzung einer Immobilie durch AXA.

(9) F.II. Sachanlagen und Vorräte

in Tsd. Euro 2010 2009
Bruttobuchwert 1. Januar 198.872 187.933
Kumulierte Abschreibungen 1. Januar 145.521 136.625
Bilanzwert 1. Januar 53.351 51.308
Veränderung Konsolidierungskreis 0 0
Zugänge 12.772 12.757
Abgänge -756 -522
Planmäßige Abschreibungen -7.348 -9.671
Außerplanmäßige Abschreibung 0 0
Umbuchungen -3.368 -521
Bilanzwert 31. Dezember 54.651 53.351
Bruttobuchwert 31. Dezember 206.745 198.872
Kumulierte Abschreibungen 31. Dezember 152.094 145.521

(10) F.III. Laufende Guthaben bei Kreditinstituten, Schecks und Kassenbestand

Die Veränderung des Zahlungsmittelbestandes wird in der Kapitalflussrechnung erläutert.

(11) G. Rechnungsabgrenzungsposten

In den aktiven Rechnungsabgrenzungsposten sind aus dem Lebensversicherungsgeschäft 326.443 Tsd. Euro (2009: 291.456 Tsd. Euro) enthalten. Diese sind im Wesentlichen auf vorausgezahlte Versicherungsleistungen zurückzuführen.

Erläuterungen zu den Konzern-Passiva

(12) B. Nachrangige Verbindlichkeiten

Nachrangige Verbindlichkeiten des AXA Konzerns bestehen zum Abschlussstichtag wie im Vorjahr nicht.

(13) C. Versicherungstechnische Rückstellungen

in Tsd. Euro Selbst abgeschlossenes Geschäft Übernommenes Geschäft Insgesamt 2010 Selbst abgeschlossenes Geschäft Übernommenes Geschäft Insgesamt 2009
I. Beitragsüberträge
Brutto 675.582 22.608 698.190 695.688 22.941 718.629
Rückversicherungsanteil 47.401 597 47.998 47.007 586 47.593
Gesamt 628.181 22.011 650.192 648.681 22.355 671.036
II. Deckungsrückstellung
Brutto 46.190.045 41.525 46.231.570 44.825.351 29.394 44.854.745
Rückversicherungsanteil 573.944 20.462 594.406 624.862 22.343 647.205
Gesamt 45.616.101 21.063 45.637.164 44.200.489 7.051 44.207.540
III. Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle
Brutto 5.826.653 496.395 6.323.048 5.627.595 465.312 6.092.907
Rückversicherungsanteil 299.595 55.800 355.395 473.353 70.153 543.506
Gesamt 5.527.058 440.595 5.967.653 5.153.492 395.159 5.549.401
IV. Rückstellung für Beitragsrückerstattung
Brutto 3.268.452 0 3.268.452 2.912.808 0 2.912.808
Rückversicherungsanteil 0 0 0 0 0
Gesamt 3.268.452 0 3.268.452 2.912.808 0 2.912.808
V. Sonstige versicherungstechnische Rückstellungen
Brutto 33.824 0 33.824 34.139 0 34.139
Rückversicherungsanteil -400 0 -400 0 0 0
Gesamt 34.224 0 34.224 34.139 0 34.139
Summe versicherungstechnische Rückstellungen
Brutto 55.994.556 560.528 56.555.084 54.095.581 517.647 54.613.228
Rückversicherungsanteil 920.540 76.859 997.399 1.145.222 93.082 1.238.304
Gesamt 55.074.016 483.669 55.557.685 52.950.359 424.565 53.374.924

Im Segment Leben sind im Jahr 2010 Investmentverträge mit ermessensabhängiger Überschußbeteiligung in Höhe von 545.657 Tsd. Euro (2009: 432.796 Tsd. Euro) enthalten.

Entwicklung der Deckungsrückstellung

in Tsd. Euro 2010 2009
Deckungsrückstellung Stand 1. Januar
Brutto 44.854.745 43.865.475
Anteil der Rückversicherer 647.206 742.897
Netto 44.207.539 43.122.578
Veränderung Konsolidierungskreis
Brutto 0 0
Anteil der Rückversicherer 0 0
Netto 0 0
Veränderung Geschäftsjahr selbst abgeschlossenes Geschäft
Brutto 1.364.694 984.554
Anteil der Rückversicherer -50.918 -94.650
Netto 1.415.612 1.079.204
Veränderung Geschäftsjahr übernommenes Geschäft
Brutto 12.131 4.716
Anteil der Rückversicherer -1.882 -1.041
Netto 14.013 5.757
Deckungsrückstellung Stand 31. Dezember
Brutto 46.231.570 44.854.745
Anteil der Rückversicherer 594.406 647.206
Netto 45.637.164 44.207.539

Aus der Bruttodeckungsrückstellung zum 31. Dezember 2010 ist für die Segmente Leben und Kranken mit folgenden undiskontierten Zahlungen zu rechnen: weniger als ein Jahr 642 Mio. Euro (2009: 618 Mio. Euro), ein bis fünf Jahre 3.479 Mio. Euro (2009: 3.737 Mio. Euro), mehr als fünf Jahre 72.617 Mio. Euro (2009: 77.271 Mio. Euro).

Entwicklung der Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle (Schadenrückstellung)

in Tsd. Euro 2010 2009
Schadenrückstellung Stand 1. Januar
Brutto 6.092.907 6.116.358
Anteil der Rückversicherer 544.256 598.944
Netto 5.548.652 5.517.414
Zuzüglich Veränderung nicht abgewickelte Versicherungsfälle
Brutto 1.750.941 1.391.467
Anteil der Rückversicherer 51.882 158.564
Netto 1.699.059 1.232.903
Abzüglich Zahlungen für Schäden der Vorjahre
Brutto -1.522.508 -1.415.269
Anteil der Rückversicherer -241.168 -213.266
Netto -1.281.340 -1.202.003
Währungsumrechnung
Brutto 1.708 351
Anteil der Rückversicherer 426 13
Netto 1.282 338
Schadenrückstellung Stand 31.Dezember
Brutto 6.323.048 6.092.907
Anteil der Rückversicherer 355.395 544.256
Netto 5.967.654 5.548.652

Aus der Schadenrückstellung zum 31. Dezember 2010 ist für das Segment Schaden/Unfall mit folgenden undiskontierten Zahlungen zu rechnen: weniger als ein Jahr 1.863 Mio. Euro (2009: 1.851 Mio. Euro), ein bis fünf Jahre 1.987 Mio. Euro (2009: 1.957 Mio. Euro), mehr als fünf Jahre 1.502 Mio. Euro (2009: 1.359 Mio. Euro).

In der Lebens- und Krankenversicherung werden Leistungen aus der Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle überwiegend innerhalb eines Jahres ausgezahlt.

Entwicklung der Rückstellung für Beitragsrückerstattung (RfB)

in Tsd. Euro 2010 2009
Rückstellung für erfolgsabhängige und erfolgsunabhängige Beitragsrückerstattung
Stand 1. Januar 2.912.798 2.954.267
Veränderung Konsolidierungskreis 0
Geschäftsjahresänderung 108.750 41.469
Stand 31. Dezember 2.804.048 2.912.798
Rückstellung für latente Beitragsrückerstattung
Stand 1. Januar 10 -244.401
Veränderung aufgrund von erfolgsneutralen Zeitwertschwankungen der jederzeit veräußerbaren Wertpapiere 109.454 101.835
Veränderung aufgrund von erfolgsneutralen Zeitwertschwankungen von Sicherungsinstrumenten -29.454 22.342
Veränderung aufgrund von versicherungsmathematischen Gewinnen/ Verlusten aus Pensionsverpflichtungen -9.812 -21.380
Veränderungen aufgrund ergebniswirksamer Umbewertungen 394.206 141.614
Stand 31. Dezember 464.404 10
Gesamt 3.268.452 2.912.808

(14) E.I. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Bei leistungsorientierten Pensionsplänen wird dem Begünstigten durch das Unternehmen oder die Versorgungseinrichtung eine bestimmte Leistung zugesagt; dagegen sind die zu zahlenden Beiträge des Unternehmens nicht im Vorhinein festgelegt. Bei beitragsorientierten Pensionsplänen dagegen zahlt der Arbeitgeber festgelegte Beiträge an eine Kasse oder in eine Direktversicherung ein. Die Verpflichtung des Arbeitgebers ist mit der Zahlung der Beiträge abgegolten.

Aufgrund der Einbringung der DBV-Winterthur Gesellschaften in den AXA Konzern ist ab 2007 hinsichtlich Pensionszusagen zwischen AXA- und DBV-Winterthur Versorgungsmodellen zu unterscheiden:

Für AXA-Mitarbeiter haben wir vom Grundsatz her zwei betriebliche Versorgungsmodelle. Das eine Modell umfasst die Altzusagen, die im Allgemeinen auf Dienstzeit und Entgelt der Mitarbeiter basieren und als unmittelbare Pensionszusagen erteilt wurden. Für diese Pensionszusagen werden Pensionsrückstellungenen gebildet; separates Planvermögen im Sinne von IAS 19 ist nicht vorhanden. Die Neuzusagen sind beitragsorientierte Zusagen, bei denen der Arbeitgeber lediglich den Beitrag definiert, den er ins Versorgungswerk einzahlt. Die Leistung wird durch die Wertentwicklung der eingezahlten Beiträge definiert. Eigenständige Rückstellungen werden für beitragsorientierte Versorgungsmodelle nicht gebildet. Im Geschäftsjahr wurden Aufwendungen in Höhe 9,0 Mio. Euro (2009: 8,6 Mio. Euro) für die beitragsorientierten Pensionspläne getätigt.

Für (ehemalige) DBV-Winterthur Mitarbeiter bestehen leistungsorientierte Pensionszusagen der Unternehmen der DBV-Winterthur Gruppe, welche im Allgemeinen auf Dienstzeit und Entgelt der Mitarbeiter basieren. 2001 gründeten die Unternehmen der (ehemaligen) DBV-Winterthur Gruppe gemeinsam den DBV-Winterthur Vorsorge e.V., Wiesbaden, zur Sicherung der Pensionsansprüche der Mitarbeiter aus leistungsorientierten Pensionszusagen. Die durch die Unternehmen unwiderruflich auf den Trust übertragenen Finanzmittel werden ausschließlich zur Bedeckung der von den Mitgliedsunternehmen an deren Mitarbeiter erteilten Pensionszusagen verwendet und sind durch Verpfändung der Ansprüche aus den Vermögenswerten an die Versorgungsberechtigten dem Zugriff etwaiger Gläubiger entzogen.

Neben diesen arbeitgeberfinanzierten Versorgungsmodellen bestehen darüber hinaus sowohl bei AXA als auch DBV-Winterthur Pensionszusagen gegen Entgeltumwandlung. Diesen Pensionsverpflichtungen stehen Erstattungsansprüche aus konzerninternen Rückdeckungsversicherungen in gleicher Höhe gegenüber. Der Anspruch daraus wurde an den Versorgungsberechtigten verpfändet. Der Aufwand für diese Pensionszusagen ist gleich dem Beitragsaufwand zu den Rückdeckungsversicherungen und wird von den Arbeitnehmern getragen. 2010 wurden hierfür 2,9 Mio. Euro (2009: 2,6 Mio. Euro) aufgewendet.

Der Arbeitgeberaufwand zur gesetzlichen Rentenversicherung (beitragsorientierter Pensionsplan) betrug im Geschäftsjahr 56,2 Mio. Euro (2009: 56,2 Mio. Euro).

Entwicklung des Barwerts der leistungsorientierten Pensionspläne

in Tsd. Euro 2010 2009
Barwert 1. Januar 1.981.915 1.734.718
Veränderung Konsolidierungskreis 238 2.282
Entnahme für Pensionszahlungen -101.529 -97.776
Laufender Dienstzeitaufwand 28.927 24.911
Kalkulatorischer Zinsaufwand 94.255 96.983
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand 0 34
Erträge/Aufwendungen aus Plankürzungen oder Übertragungen 0 180
Bewertungsänderungen 0 6.215
Erfasste versicherungsmathematische Gewinne/Verluste 103.346 214.988
Sonstige Veränderungen -1.372 -620
Barwert 31. Dezember 2.105.780 1.981.915

Vom Barwert am Jahresende 2010 entfallen 595,9 Mio. Euro (2009: 552,1 Mio. Euro) auf Pensionspläne mit Planvermögen. Darüber hinaus sind im Barwert zum 31.12.2010 47,8 Mio. Euro (2009: 45,3 Mio. Euro) für Verpflichtungen aus Entgeltumwandlung enthalten, für die der zugehörige Erstattungsanspruch in gleicher Höhe als Vermögenswert ausgewiesen wird. Der restliche Betrag in Höhe von 1.462,1 Mio. Euro (2009: 1.384,5 Mio. Euro) ist nicht mit Planvermögen bedeckt.

Die Übertragung der Verpflichtungen bzw. Planvermögen durch Betriebsübergänge auf die entsprechenden AXA-Gesellschaften wurde unter Veränderung Konsolidierungskreis berücksichtigt.

Für das kommende Geschäftsjahr werden Pensionszahlungen in Höhe von 105,3 Mio. Euro (2009: 102,6 Mio. Euro) erwartet.

Entwicklung des Zeitwerts des Planvermögens

in Tsd. Euro 2010 2009
Zeitwert 1. Januar 259.899 264.159
Veränderung Konsolidierungskreis 0 1.460
Entnahme für Pensionszahlungen -15.170 -14.177
Beiträge des Arbeitgebers 129 4
Erwartete Erträge des Planvermögens 11.470 11.724
Erfasste versicherungsmathematische Gewinne/Verluste -2.963 -3.271
Zeitwert 31. Dezember 253.365 259.899

Zum 31.12.2010 setzte sich das Planvermögen wie folgt zusammen: 235,8 Mio. Euro (2009: 240,4 Mio. Euro) Rückdeckungsversicherungen und 17,6 Mio Euro (2009: 19,5 Mio.) Euro flüssige Mittel. Der erwartete Ertrag aus der Rückdeckungsversicherung wurde gemäß dem Langfristzins für die Bewertung der Deckungsrückstellung bei der Lebensversicherung angenommen. Die tatsächlichen Erträge aus Planvermögen betrugen im Geschäftsjahr 8,5 Mio. Euro (2009: 8,5 Mio. Euro).

Die versicherungsmathematischen Gewinne/Verluste aus den Pensionsrückstellungen und dem Planvermögen in Höhe von 106,3 Tsd. Euro (2009: 218,3 Tsd. Euro) wurden im erfolgsneutral in der Gesamtergebnisrechnung erfasst. Die zum Jahresende im Konzerneigenkapital erfassten versicherungsmathematischen Gewinne/Verluste betragen kumuliert 220,4 Mio Euro (2009: 114,1 Mio. Euro).

Bilanzierte Nettoverbindlichkeit und erfahrungsbedingte Anpassungen

in Tsd. Euro 2010 2009 2008 2007 2006
Barwert der Pensionsverpflichtungen 31.12. 2.105.780 1.981.915 1.734.718 1.706.328 1.393.476
Zeitwert des Planvermögens 31.12. -253.365 -259.899 -264.159 -266.880 0
Bilanzierte Nettoverbindlichkeit 31.12. 1.852.954 1.722.532 1.471.071 1.439.119 1.393.476
Anderer in der Bilanz angesetzter Betrag (Überdeckung) -539 -516 -512 -329
Erstattungsansprüche 31.12. 47.801 45.269 41.779 38.936 12.782
Erfahrungsbedingte Anpassungen der Pensionsverpflichtungen 31.12. -4.322 4.204 12.794 3.716 5.113
Erfahrungsbedingte Anpassungen des Planvermögens 31.12. -2.963 -3.271 -1.568 -5.174 0

Angewandte Berechnungsfaktoren

2010 2009
Rechnungszinsfuß 4,6 % 5,0 %
Rentenanpassung 2,0 % 2,0 %
Gehaltsdynamik 2,5 % 2,5 %
Inflationsrate 2,0 % 2,0 %
Erwartete Erträge aus Planvermögen 4,5 % 4,5 %

Gesamtaufwendungen für die Altersversorgung

in Tsd. Euro 2010 2009
Laufender Dienstzeitaufwand 28.927 24.926
Kalkulatorischer Zinsaufwand 94.255 96.949
Erwartete Erträge aus Planvermögen -11.470 -11.724
Erträge/Aufwendungen aus Plankürzungen oder Übertragungen 0 180
Realisierung von
Nachzuverrechnendem Dienstzeitaufwand 0 34
Bewertungsänderung 0 6.215
Gesamt (Geschäftsjahresaufwand) 111.712 116.580

Der laufende Dienstzeitaufwand für die Altersversorgung wird im Rahmen der Kostenverteilung den einzelenen Funktionsbereichen zugeordnet und damit als Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb für eigene Rechnung und als Versicherungsleistungen für eigene Rechnung ausgewiesen. Der Zinsaufwand ist hingegen Bestandteil der sonstigen Aufwendungen.

(15) E.II. Steuerrückstellungen

Die Steuerrückstellungen resultieren aus wahrscheinlichen Verpflichtungen gegenüber der Finanzbehörde. Es handelt sich im Wesentlichen um Verpflichtungen aus Körperschaftsteuer und aus Gewerbesteuer.

(16) E.III. Sonstige Rückstellungen

in Tsd. Euro 2010 2009
Urlaubsabgeltung, Tantiemen, Ertragsbeteiligung 61.822 59.379
Jubiläumsrückstellungen 25.342 24.900
Restrukturierungsrückstellungen 30.933 66.177
Sonderrisiken aus anhängigen bzw. bevorstehenden Rechtsstreitigkeiten 62.739 51.582
Zinsen gemäß § 233a AO 124.674 95.814
Übrige 196.337 230.177
Gesamt 501.847 528.029

Der Rechnungszinsatz der Restrukturierungsrückstellungen wurde von 5,0 % auf 3,97 % abgesenkt. Die erwartete Inanspruchnahme erfolgte im Wesentlichen im Geschäftsjahr und erstreckt sich voraussichtlich bis zum Jahr 2014. Der Zinsaufwand aus der Rückstellung betrug 1.500 Tsd. Euro (2009: 2.268 Tsd. Euro). Für die Rückstellung für Prozessrisiken aus anhängigen Rechtsstreitigkeiten wurden Rechnungszinssätze von 3,97 % bis 4,95 % verwendet. Die erwartete Inanspruchnahme erstreckt sich bis zum Jahr 2019.

Der für die Berechnung der Jubiläumsrückstellung angewandte Rechnungszins wurde von 5,5 % auf 5,16 % abgesenkt. Der Zinsaufwand beträgt 1.064 Tsd. Euro (2009: 1.165 Tsd. Euro).

Die Jubiläumsrückstellung beinhaltet u.a. Ansprüche, die sich nach dem Aktienkurs der AXA S.A., Paris, bemessen; zum Bilanzstichtag sind 350 Mitarbeiter (2009: 387 Mitarbeiter) bezugsberechtigt. Die Vergütung dieser Ansprüche erfolgt in bar und wird entsprechend dem erreichten Dienstalter als Rückstellung erfasst. Die Rückstellung beläuft sich zum Bilanzstichtag auf 3.667 Tsd. Euro (2009: 4.873 Tsd. Euro).

Entwicklung der sonstigen Rückstellungen

in Tsd. Euro 2010 2009
Bilanzwert 1. Januar 528.029 610.543
Währungsänderungen 170 4
Inanspruchnahme -155.584 -145.899
Auflösungen -148.378 -122.979
Zuführungen 277.610 186.360
Bilanzwert 31. Dezember 501.847 528.029

(17) F. I. Verbindlichkeiten aus dem selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft

in Tsd. Euro 2010 2009
Versicherungsnehmer 2.437.064 2.586.901
Versicherungsvermittler 54.630 53.375
Gesamt 2.491.694 2.640.276

Im Wesentlichen sind bei den Verbindlichkeiten aus dem selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft gegenüber Versicherungsnehmern gutgeschriebene Überschussanteile in Höhe von 2.248 Mio. Euro (2009: 2.255 Mio. Euro) enthalten.

Zum 31. Dezember 2010 ist aus diesen Verpflichtungen für das Segment Leben mit folgenden undiskontierten Zahlungen zu rechnen: bis zu einem Jahr 209 Mio. Euro (2009: 203 Mio. Euro), ein bis fünf Jahre 721 Mio. Euro (2009: 721 Mio. Euro), mehr als fünf Jahre 1.318 Mio. Euro (2009: 1.331 Mio. Euro).

(18) F. IV. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten

Bei der AXA Bank bestehen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von 83,1 Mio. Euro (2009: 88,8 Mio. Euro). Diese Verbindlichkeiten haben eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr und bis fünf Jahre in Höhe von 25,3 Mio. Euro (2009: 28,6 Mio. Euro) und von mehr als fünf Jahren in Höhe von 33,4 Mio. Euro (2009: 51,0 Mio. Euro). Der beizulegende Zeitwert dieser Verbindlichkeiten beträgt 87,0 Mio. Euro (2009: 92,4 Mio. Euro).

Die restlichen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von 20,2 Mio. Euro (2009: 93,2 Mio. Euro) entfallen insbesondere auf Versicherungsunternehmen und haben Restlaufzeiten von unter einem Jahr.

(19) F.V. Sonstige Verbindlichkeiten

in Tsd. Euro 2010 2009
Verbindlichkeiten aus Kapitalanlagen/Spareinlagen 5.850 5.727
Darlehens- und Hypothekenverbindlichkeiten 1.253.357 929.453
Noch abzuführende Steuern 153.922 102.670
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 25.276 27.927
Derivate mit negativem Marktwert 402.478 297.874
Übrige 528.748 426.043
Gesamt 2.369.631 1.789.694

Die sonstigen Verbindlichkeiten exklusive Verbindlichkeiten aus Derivaten enthalten Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr in Höhe von 1.848 Mio. Euro (2009: 1.305 Mio. Euro) sowie Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren in Höhe von 12 Mio. Euro (2009: 17 Mio. Euro). Die sonstigen Verbindlichkeiten aus Derivaten mit negativem Marktwert enthalten Verbindlichkeiten in Höhe von 125 Mio. Euro (2009: 41 Mio. Euro) mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr und in Höhe von 95 Mio. Euro (2009: 23 Mio. Euro) mit einer Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren.

(20) H. Steuerabgrenzung

in Tsd. Euro
(+) = Aktivisch, (-) = Passivisch Aktivisch Passivisch 2010 Aktivisch Passivisch 2009
--- --- --- --- --- --- ---
Latente Steuern auf erfolgswirksame Umbewertungen 366.080 -348.276 17.804 350.732 -345.767 4.965
Unrealisierte Gewinne/Verluste aus jederzeit veräußerbaren Wertpapieren und aus assoziierten Unternehmen 0 -40.444 -40.444 0 -36.013 -36.013
Versicherungsmathematische Gewinne/ Verluste aus Pensionsplänen 76.557 0 76.557 45.725 0 45.725
Unrealisierte Gewinne/Verluste aus Sicherungsinstrumenten 0 -500 -500 0 -2.846 -2.846
Gesamt 442.637 -389.220 53.417 396.457 -384.626 11.831

Die Aufteilung der latenten Steuern nach Sachverhalten erfolgt unsaldiert und ist daher nur in Summe mit den Bilanzwerten abstimmbar. Auf die Bildung von latenten Steuern auf Verlustvorträge in Höhe von 11,8 Mio. Euro (2009: 9,9 Mio. Euro) wurde verzichtet, da ihre Realisierung nicht mit hinreichender Wahrscheinlichkeit gewährleistet ist.

Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

(21) 1. Gebuchte Bruttobeiträge

a. nach Art des Versicherungsgeschäft

in Tsd. Euro 2010 2009
Selbst abgeschlossenes Geschäft
Leben 4.287.565 4.230.733
Kranken 2.279.275 2.195.112
Schaden und Unfall
Kraftfahrt 1.186.439 1.186.693
Unfall 259.304 267.499
Haftpflicht 607.840 654.850
Transport und Luftfahrt 113.332 118.034
Sach/Feuer 874.717 874.819
Kredit und Kaution 29.245 26.794
Sonstige 276.987 264.880
Summe selbst abgeschlossenes Geschäft 9.914.704 9.819.414
Übernommenes Geschäft 186.187 182.189
Gesamtgeschäft 10.100.891 10.001.603

b. nach der Herkunft

Selbst abgeschlossenes Geschäft Übernommenes
in Tsd. Euro Inland Übrige EWR-Staaten Drittländer Geschäft Insgesamt 2009
--- --- --- --- --- ---
Leben 4.230.733 0 0 26.198 4.256.931
Kranken 2.195.112 0 0 669 2.195.781
Schaden/Unfall 3.285.269 67.831 40.469 155.322 3.548.891
Gesamtgeschäft 9.711.114 67.831 40.469 182.189 10.001.603
Selbst abgeschlossenes Geschäft Übernommenes
in Tsd. Euro Inland Übrige EWR-Staaten Drittländer Geschäft Insgesamt 2010
--- --- --- --- --- ---
Leben 4.287.565 0 0 17.606 4.305.171
Kranken 2.279.275 0 0 804 2.280.079
Schaden/Unfall 3.235.449 48.797 63.618 167.777 3.515.641
Gesamtgeschäft 9.802.289 48.797 63.618 186.187 10.100.891

2. Verdiente Beiträge für eigene Rechnung

in Tsd. Euro 2010 2009
Gebuchte Bruttobeiträge 10.100.891 10.001.603
Abgegebene Rückversicherungsbeiträge -909.626 -912.068
Gebuchte Beiträge für eigene Rechnung 9.191.265 9.089.536
Beitragsüberträge, abzgl. abgegebene Rückversicherungsbeiträge 22.033 35.082
Verdiente Beiträge für eigene Rechnung 9.213.298 9.124.618

(22) 3. Kapitalanlageergebnis

in Tsd. Euro 2010 2009
Laufende Erträge 2.784.240 2.712.695
- aus fremdgenutzten Grundstücken 108.337 122.289
- aus Beteiligungen an assoziierten Unternehmen 5.504 -2.010
- aus Darlehen und Ausleihungen 343.974 329.126
- aus jederzeit veräußerbaren Wertpapieren 1.961.231 1.885.539
- aus erfolgswirksam zum Fair Value bewerteten Finanzinstrumenten 352.696 329.550
- aus übrigen Kapitalanlagen 12.498 48.200
Laufende Aufwendungen 170.961 181.883
Aufwendungen für die Verwaltung von Kapitalanlagen, Zinsaufwendungen
- und sonstige Aufwendungen für Kapitalanlagen 124.109 131.033
- Grundbesitzaufwendungen 31.852 35.640
- Planmäßige Abschreibungen von Gebäuden 15.000 15.209
- der versicherungstechnischen Rechnung zugeordneter Zins 0 0
Ordentliches Kapitalanlageergebnis 2.613.279 2.530.812
Zuschreibungen 95.790 2.199
- auf fremdgenutzte Grundstücke 629 56
- auf Darlehen und Ausleihungen 0 0
- auf jederzeit veräußerbare Wertpapiere 95.161 2.142
Gewinne aus dem Abgang 168.726 295.700
- aus fremdgenutzten Grundstücken 8.078 2.987
- aus Darlehen und Ausleihungen 0 289
- aus jederzeit veräußerbaren Wertpapieren 158.341 88.328
- aus erfolgswirksam zum Fair Value bewerteten Finanzinstrumenten 2.307 204.097
Außerplanmäßige Abschreibungen 109.431 641.089
- auf fremdgenutzte Grundstücke 893 15.955
auf Beteiligungen an assoziierten Unternehmen 0 12.120
- auf Darlehen und Ausleihungen 4.295 7.823
- auf jederzeit veräußerbare Wertpapiere 104.243 605.191
Verluste aus dem Abgang 66.948 379.733
- aus verbundenen Unternehmen 3.053 0
- aus fremdgenutzten Grundstücken 2.161 1.039
- aus Darlehen und Ausleihungen 3 36
- aus jederzeit veräußerbaren Wertpapieren 28.972 195.099
- aus erfolgswirksam zum Fair Value bewerteten Finanzinstrumenten 32.759 183.558
Marktwertänderungen der erfolgswirksam zum Fair Value bewerteten Finanzinstrumente 197.362 503.558
Währungskursgewinne/-verluste 63.696 -32.184
Nicht realisierte Gewinne/Verluste aus Kapitalanlagen für Rechnung und Risiko von Inhabern von Lebensversicherungspolicen 227.152 280.649
Kapitalanlageergebnis 3.189.626 2.559.911

Die Aufwendungen aus Zuführungen zu Rückstellungen für nicht vermietete Grundstücke und Bauten betragen 954 Tsd. Euro (2009: 2.373 Tsd. Euro). Die unrealisierten Währungskursgewinne und -verluste auf monetäre Positionen betragen 148.999 Tsd. Euro (2009: -39.518 Tsd. Euro). Der (nach der Effektivzinsmethode berechnete) gesamte Zinsertrag für finanzielle Vermögenswerte, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, beträgt 2.165 Mio. Euro (2009: 2.126 Mio. Euro).

Die Zuschreibungen auf jederzeit veräußerbare Wertpapier betreffen mit 90.815 Tsd. Euro (Vorjahr 0 Tsd. Euro) die periodengerechte Amortisation auf den erwarteten Rückzahlungsbetrag von in Vorjahren abgeschriebenen Wertpapieren (sog. Unwinding).

(23) 4. Versicherungsleistungen für eigene Rechnung

Versicherungsleistungen Leben / Kranken*

in Tsd. Euro (+) = Aufwand, (-) = Ertrag 2010 2009
BRUTTO
Zahlungen 5.369.661 5.272.526
Veränderung der Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle 96.667 -6.333
Veränderung der Deckungsrückstellung 1.980.001 1.929.905
Veränderung der übrigen versicherungstechnischen Rückstellungen -570 -336
Aufwendungen für Beitragsrückerstattung 635.313 534.591
Gesamtleistung 8.081.072 7.730.353
ANTEIL DER RÜCKVERSICHERER
Zahlungen -140.497 -139.286
Veränderung der Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle 2.297 3.843
Veränderung der Deckungsrückstellung 69.065 94.479
Gesamtleistung -69.135 -40.964
NETTO
Zahlungen 5.229.164 5.133.240
Veränderung der Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle 98.964 -2.490
Veränderung der Deckungsrückstellung 2.049.066 2.024.384
Veränderung der übrigen versicherungstechnischen Rückstellungen -570 -336
Aufwendungen für Beitragsrückerstattung 635.313 534.591
Gesamtleistung 8.011.937 7.689.389
Sonstige versicherungstechnische Aufwendungen/Erträge (netto) 243.903 166.797
Gesamt 8.255.840 7.856.186

* Vollkonsolidierte Werte

Versicherungsleistungen Schaden / Unfall*

in Tsd. Euro (+) = Aufwand, (-) = Ertrag 2010 2009
BRUTTO
Zahlungen 2.357.930 2.255.025
Veränderung der Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle 101.279 27.214
Veränderung der Deckungsrückstellung -10.086 -8.242
Veränderung der übrigen versicherungstechnischen Rückstellungen -260 -1.579
Aufwendungen für Beitragsrückerstattung 19.643 19.472
Gesamtleistung 2.468.506 2.291.890
ANTEIL DER RÜCKVERSICHERER
Zahlungen -774.696 -542.174
Veränderung der Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle 190.251 -5.662
Veränderung der Deckungsrückstellung 1.117 -28
Gesamtleistung -583.328 -547.864
NETTO
Zahlungen 1.583.234 1.712.851
Veränderung der Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle 291.530 21.552
Veränderung der Deckungsrückstellung -8.969 -8.270
Veränderung der übrigen versicherungstechnischen Rückstellungen -260 -1.579
Aufwendungen für Beitragsrückerstattung 19.643 19.472
Gesamtleistung 1.885.178 1.744.026
Sonstige versicherungstechnische Aufwendungen / Erträge (netto) 20.882 18.197
Technischer Zinsertrag für eigene Rechnung -31.155 -32.949
Gesamt 1.874.905 1.729.274

* Vollkonsolidierte Werte

(24) 5. Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb für eigene Rechnung

in Tsd. Euro 2010 2009
Abschlussaufwendungen 1.053.662 1.010.885
Verwaltungsaufwendungen 748.292 812.210
davon ab: erhaltene Provisionen und Gewinnbeteiligungen
aus dem in Rückdeckung gegebenen Versicherungsgeschäft 177.548 245.837
Gesamt 1.624.406 1.577.258

(25) 6. Sonstige Erträge

in Tsd. Euro 2010 2009
Erträge aus Dienstleistungen für andere Unternehmen 302.912 291.963
Provisionen für Versicherungsvermittlung 237.288 210.961
Provisionserträge Finanzdienstleister 23.201
Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 61.051 30.792
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge, soweit diese nicht aus Kapitalanlagen herrühren 33.630 35.533
Übrige 72.712 118.337
Gesamt 714.346 688.731

(26) 7. Sonstige Aufwendungen

in Tsd. Euro 2010 2009
Sonstige Aufwendungen u.a. im Rahmen der Erbringung von Dienstleistungen 554.346 492.734
Zinszuführungen zu Altersversorgungs- und vergleichbaren Verpflichtungen 115.156 133.687
Zinsen und ähnliche Aufwendungen 55..706 100.357
Sonstige Abschreibungen und Pauschalwertberichtigungen 29.612 29.926
Aufwendungen aus dem Bankgeschäft 24.858 43.885
Anteilsbasierte Vergütung 5.991 6.120
Aufwendungen aus eigengenutzten Grundstücken 587 587
Übrige 86.807 96.790
Gesamt 873.063 904.086

Aktienbasierte Vergütungen mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente

Im Rahmen der Anwendung des IFRIC 11, der in den IFRS 2 –Anteilsbasierte Vergütung - eingearbeitet wurde, wurden die Aufwendungen der folgenden Vergütungstransaktionen mit Eigenkapitalinstrumenten im Konzernabschluss erfasst.

AXA S.A. Stock Options

Im Rahmen des Stock Option Plans des Jahres 2010 der AXA S.A., Paris, wird eine Anzahl von Aktienoptionen an die Begünstigten zum beizulegenden Zeitwert zugeteilt mit einer Laufzeit von zehn Jahren. Die Optionen gewähren das Recht, nach Ablauf einer zwei- bis vierjährigen Sperrfrist AXA Aktien zu einem festgelegten Kurs (Ausübungspreis) zu erwerben bzw. sich die Differenz zwischen Ausübungspreis und aktuellem Aktienkurs in bar auszahlen zu lassen. Bei den Begünstigten handelt es sich in der Regel um Vorstände und Leitende Angestellte; der Kreis der Begünstigten wird vom Gruppenvorstand der AXA S.A., Paris festgelegt.

Die Optionen werden während des ersten Quartals eines Geschäftsjahres ausgegeben, normalerweise 20 Arbeitstage nachdem das Konzernergebnis der AXA S.A., Paris, veröffentlicht wird.

Der Bezugspreis entspricht dem durchschnittlichen Schlusskurs der AXA Aktie an der Pariser Börse für den Zeitraum von 20 Handelstagen vor dem Zeitpunkt der Gewährung der Optionen.

Der beizulegende Zeitwert der Aktienoptionen wird auf Grundlage des Optionspreismodells Black & Scholes ermittelt. Hierbei wird die Möglichkeit der vorzeitigen Ausübung berücksichtigt, indem man die erwartete Laufzeit basierend auf historischen Daten heranzieht. Die Preisvolatilität der Aktie in Höhe von 36,48 % (2009: 56,98 %), wird anhand der implizierten Volatilität geschätzt, was mit einer Analyse von historischen Daten verifiziert wird. Die erwartete Rendite der AXA S.A., Paris Aktie in Höhe von 7,35 % (2009: 10,84 %) ermittelt sich aufgrund von Marktannahmen. Der risikolose Zinssatz in Höhe von 2,84 % (2009: 3,04 %) basiert auf der Euro Swap Kurve für den betreffenden Zeitraum. Aus dem Optionsprogramm 2010 wurden im Berichtsjahr 307 Tsd. (2009: 320 Tsd. Stück) Aktienoptionen an Führungskräfte des AXA Konzerns ausgegeben. Am Bilanzstichtag waren noch Optionen aus den ähnlich ausgestalteten Aktienoptionsprogrammen der Vorjahre ausstehend.

Anzahl und Durchschnittsausübungspreise aller noch ausstehender Aktienoptionen ergeben sich aus folgender Tabelle:

2010 2009
Aktienoptionen Anzahl der Optionen Stück Durchnitts-

ausübungspreis

Euro
Anzahl der Optionen Stück Durchnitts-

ausübungspreis

Euro
--- --- --- --- ---
Ausstehend zum 1.1. 2.615.823 24,32 2.576.034 24,53
Zugeteilte Optionen 306.960 10,47 320.181 9,76
Verwirkte Optionen -301.478 38,96 -108.746 22,37
Verfallene Optionen -5.882 18,81 -166.389 26,86
Ausgeübte Optionen -4.031 10,47 -5.257 10,47
Ausstehend zum 31.12. 2.611.392 21,34 2.615.823 24,32
Ausübbar zum 31.12. 1.629.174 23,89 1.622.046 26,53

Für die am Ende der Berichtsperiode insgesamt noch ausstehenden Optionen ergibt sich eine Bandbreite an Ausübungspreisen von 9,76 Euro bis 32,95 Euro (2009: 9,76 Euro bis 38,96 Euro). Die einzelnen Pläne aus den Vorjahren sowie der aktuelle Plan des Geschäftsjahres haben jeweils eine Vertragslaufzeit von 10 Jahren. Die gewichtete durchschnittliche Rest-Vertragslaufzeit der noch ausstehenden Optionen zum 31. Dezember 2010 beträgt 5,8 Jahre (2009: 5,6 Jahre).

AXA Performance Units (Equity Komponente und Barkomponente)

Performance Units werden im Rahmen des Performance Units Plans der AXA Gruppe an bestimmte Begünstigte (überwiegend Vorstände und Leitende Angestellte) der AXA Deutschland erteilt, die vom Gruppenvorstand der AXA S.A., Paris festgelegt werden.

Hierbei handelt es sich um eine mittelfristig orientierte Vergütungskomponente, deren Werthaltigkeit vom Erfolg der AXA in Deutschland, der AXA Gruppe weltweit sowie der AXA Aktie in den nächsten Jahren abhängt. Jedem Begünstigten wird hierbei anfänglich eine Basisanzahl an Performance Units gewährt. Während der zweijährigen Laufzeit werden jeweils 50 % dieser anfänglich gewährten Anteile, gewichtet mit der Erreichung bestimmter Unternehmensziele der AXA Gruppe (ein Drittel) und der AXA Deutschland (zwei Drittel) des jeweiligen Jahres, tatsächlich gutgeschrieben. Ab dem Jahr 2010 wird die Zielerfüllung für alle gewährten Rechte erst nach Ablauf des zweiten Jahres festgelegt.

Für die Performance Units, welche in 2010 gewährt wurden, wurden als Unternehmensziele für die AXA Gruppe das Ergebnis pro Aktie festgelegt.

Sollten mehr als 1.000 Performance Units an einen Begünstigten vergeben werden, werden für die Pläne bis 2009 30 % der abzurechnenden Performance Units in Aktien der AXA S.A., Paris, investiert, die durch die Begünstigten frühestens nach Ablauf von 2 Jahren veräußert werden können. Dieser Teil stellt den equity Teil dar. Für den Plan 2010 hat sich diese Bedingung geändert. Bei der zweiten Hälfte können die Begünstigten nun ihre Performance Units auf Wunsch ganz oder teilweise in AXA Aktien umwandeln. Aufgrund dessen wird der gesamte Plan ab 2010 als cash settled angesehen und somit bei der AXA Deutschland bilanziert.

Die Abrechnung der ersten Hälfte der Performance Units des Plans 2010 erfolgt am 19. März 2012, die der zweiten Hälfte am 19. März 2013, wobei an die Begünstigten ein Betrag ausgezahlt wird, der sich aus der Anzahl der zugeteilten Performance Units multipliziert mit dem durchschnittlichen Eröffnungskurs der Aktie der AXA S.A., Paris, während der letzten 20 Handelstage vor dem 19. März 2012 (bzw. 20 Handelstage vor dem 19.03.2013 für die zweite Hälfte) an der Pariser Börse ergibt.

Voraussetzung für die Ausübung ist, dass der Begünstigte im Zeitpunkt der Ausübung Mitarbeiter der AXA ist.

Im Geschäftsjahr wurden 273 Tsd. Stück Performance Units (2009: 252 Tsd. Stück) zugeteilt.

Für die in 2010 auslaufenden Performance Units des Jahres 2008 wurden insgesamt 2.062 Tsd. Euro ausgezahlt, was 129 Tsd. Rechten an Performance Units (Barkomponente) entspricht. Darüber hinaus wurden 22 Tsd. Stück Performance Shares (Equities) gewandelt, was einen Wert von 352 Tsd. Euro entspricht. Die Auszahlungen im Geschäftsjahr 2010 bezüglich der Performance Units erfolgten vollständig, so dass hieraus zum Bilanzstichtag keine Verbindlichkeiten bilanziert waren. Aus den noch bestehenden Verpflichtungen der Pläne nachfolgender Geschäftsjahre wurden Rückstellungen von insgesamt 3.082 Tsd. Euro gebildet.

AXA Shareplan Classic

Bei dem Shareplan Classic kann der berechtigte Mitarbeiter des AXA Konzerns Anteile an Aktien der AXA S.A., Paris, mit einem Nachlass von 20 % und einer Mindestlaufzeit von fünf Jahren erwerben. Maßgeblich für den Zeichnungspreis ist der Referenzkurs der AXA Aktie. Der Mitarbeiter kann bis zu 25 % seines Bruttojahreseinkommens investieren, die Mindestinvestition beträgt 500 Euro. Während der Laufzeit anfallende Dividenden werden an den Mitarbeiter ausgezahlt.

In 2010 wurden 43 Tsd. Stück Aktiengezeichnet (2009: 21 Tsd. Stück Aktienfondsanteile).

AXA Shareplan Leveraged

Bei dem Shareplan Leveraged können berechtigte Mitarbeiter des AXA Konzerns Fondsanteile, die ausschließlich in AXA Aktien investieren, erwerben. Ab dem Shareplan 2009 werden die Fondsanteile mit einem Rabatt gewährt. Der Mitarbeiter zeichnet dabei einen bestimmten Betrag an Fondsanteilen, von denen er selbst einen geringen Teil finanziert. Der verbleibende Teil wird von einer konzernfremden Bank finanziert. Die Fondsanteile haben eine Sperrfrist von fünf Jahren, innerhalb derer keine Dividenden an den Mitarbeiter gezahlt werden. Nach Ablauf der Sperrfrist werden die Anteile des Mitarbeiters an den Fonds verkauft. Der Mitarbeiter erhält dann mindestens den von ihm investierten Betrag zurück, falls der Kurs der Aktie gleich geblieben oder gefallen sein sollte. Wenn der Kurs gestiegen ist, erhält der Mitarbeiter ein Vielfaches der Wertsteigerung der Investition bezogen auf den ursprünglich investierten Betrag. Alternativ kann der Mitarbeiter nach Ablauf der Sperrfrist das Investment auch in den Shareplan Classic einlegen. In 2010 wurden 298 Tsd. Fondsanteile gezeichnet (2009: 241 Tsd. Stück).

Die Kosten der Pläne Shareplan Leveraged sowie Shareplan Classic werden unter Berücksichtigung der fünfjährigen Sperrfrist ermittelt, wie es vom CNC (Conseil National de la Comptabilité) empfohlen wird. Der CNC Ansatz ermittelt den Wert dieser innerhalb der Sperrfrist nicht frei verfügbaren Aktie durch einen Replikationsansatz. Demnach würde der Mitarbeiter ein Darlehen aufnehmen, um frei verfügbare Aktien zu erwerben. Das Darlehen und die Zinsen des Darlehens würde er dann mit dem Erlös aus dem Verkauf der gesperrten Aktien am Ende der Sperrfrist und der erhaltenen Dividendenrendite innerhalb der Sperrfrist zurück zahlen. Bei dem Leveraged Plan enthalten die Kosten auch Opportunitätsgewinne, die indirekt durch die AXA gewährt werden, da für die in dem Fond enthaltenen Derivate anstatt eines Preises für kleinvolumige Transaktionen (retail price) ein entsprechend günstigerer institutioneller Preis für entsprechend großvolumige Transaktionen gezahlt wird.

Die folgende Tabelle zeigt weitere Details der beiden Pläne Share Plan Classic und Share Plan Leveraged:

2010 2009
Bewertungsparameter Classic Leveraged Classic Leveraged
--- --- --- --- ---
Laufzeit (in Jahren) 5 5 5 5
Preisnachlass auf den Referenzkurs 20% 16,71% 20 % 20 %
Referenzkurs 13,22 13,22 18,65 18,65
Zeichnungspreis 10,58 11,01 14,92 14,92
Summe gezeichneter Betrag durch die Mit- arbeiter (in Tsd. Euro) 458 3.283 377 4.099
Summe gezeichneter Betrag insgesamt 458 32.830 377 40.099
Risikoloser Zinssatz (5 Jahres Durchschnitt Euro Zone) 1,75% 1,75% 2,50 % 2,50 %
Dividendenrendite 7,22% 7,22% 5,10 % 5,10 %
Zinssatz bei vorzeitiger Kündigung 1,10% 1,10% 4,61 % 4,61 %
Zinssatz für Repo Geschäfte 0,35% 0,35% 0,45 % 0,45 %
Retail / institutioneller Volatilitätsspread N/A 5,41% N/A 6,49 %
Kosten der Sperrfrist für den Mitarbeiter 19,71% 16,53% 17,31 % 17,30 %
Opportunitätsgewinne N/A 3,16% N/A 2,07 %

AXA Miles

Durch das Programm AXA Miles wurden jedem berechtigten Mitarbeiter im Juli 2007 50 AXA Miles zugeteilt. Nach Ablauf einer Wartefrist von vier Jahren werden die AXA Miles im Juli 2011 eins zu eins in AXA Aktien umgewandelt.

Der Wert der freien Aktien wurde anhand des CNC Ansatzes, der oben beschrieben wurde, ermittelt. Dabei wurden die Besonderheiten des Plans, basierend auf einem Marktpreis von 32 Euro pro Aktie am 1. Juli 2007 und einer Ausfallrate vor Ablauf der Wartefrist in Höhe von 5 Prozent berücksichtigt.

Insgesamt wurden 611.850 AXA Miles an 12.237 Mitarbeiter ausgegeben.

Berechtigte Mitarbeiter umfassen bei den Plänen AXA Shareplan Classic und Leveraged sowie AXA Miles alle Mitarbeiter, die zu einem bestimmten Stichtag bei einem Unternehmen des deutschen AXA Konzerns beschäftigt sind und weitere Kriterien wie bspw. eine bestimmte Betriebszugehörigkeit erfüllen.

Sonstiger Aufwand

Die auf die obengenannten Vergütungskomponenten entfallenden Aufwendungen werden im IFRS-Konzernabschluss mit den Beträgen erfasst, so wie sie auch in dem übergeordneten IFRS-Konzernabschluss der AXA S.A., Paris, enthalten sind. Für die gesamten Pläne erfasst die AXA im Geschäftsjahr 2010 Aufwendungen in Höhe von 5,9 Mio Euro (2009: 6,1 Mio. Euro), die als Zuführung zur Kapitalrücklage gezeigt werden.

(27) 8. Finanzierungsaufwendungen

Wie im Vorjahr sind im Geschäftsjahr keine Finanzierungsaufwendungen angefallen.

(28) 9. Steuern

Steueraufwand

Steueraufwand
in Tsd. Euro 2010 2009
--- --- ---
Tatsächliche Steuern 116.519 173.152
davon für Geschäftsjahr 142.077 139.057
davon für Vorjahre -25.558 34.095
Latente Steuern -12.312 -79.058
Ertragsteuern 104.207 94.094
Sonstige Steuern -6.443 6.761
davon für Geschäftsjahr 931 3.370
davon für Vorjahre -7.374 3.391
Gesamt 97.764 100.855

Überleitungsrechnung

Überleitungsrechnung
in Tsd. Euro 2010 2009
--- --- ---
Konzernergebnis vor Steuern 495.500 299.694
Erwarteter Ertragsteuersatz 32 % 32 %
Erwarteter Ertragsteueraufwand 158.560 95.902
Korrigiert um Steuereffekte:
+ nicht abzugsfähige Betriebsausgaben 11.632 3.353
+ nichtabzugsfähige Verluste aus Kapitalanlagen / - steuerfreie Erträge aus Kapitalanlagen -21.595 50.650
- Nutzung steuerlicher Verlustvorträge -4.709 -11.427
- Zuschreibung aktiver latenter Steuer 4.396 -41.865
+ Eliminierung konzerninterner Transaktionen 423 31.219
+ / -Anpassung Steuer Vorjahre -51.539 -8.246
+ / - Steuersatzänderung 11.257 0
- sonstige Auswirkungen -4.219 -25.492
Effektiver Ertragsteueraufwand 104.207 94.094

Die gezahlten Ertragsteuern beliefen sich in 2010 auf 70.434 Tsd. Euro (2009: 107.805 Tsd. Euro).

Der tatsächliche Ertragsteueraufwand von 104.207 Tsd. Euro liegt unter dem zu erwartenden Ertragsteueraufwand von rund 158,6 Mio. Euro. Aus der Überleitungsrechnung geht hervor, dass der geringere tatsächliche Ertragsteueraufwand insbesondere aus Erträgen im Zusammenhang mit Vorjahressteuern von rund 51,5 Mio. Euro und aus positiven Effekten aus dem Kapitalanlageergebnis von rund 21,6 Mio. Euro resultiert. Negative gegenläufige Effekte resultieren im Wesentlichen aus steuerlich nicht abziehbaren Betriebsausgaben und latenten Steuern auf Bewertungsunterschiede.

Im Vergleich zum Vorjahr (2009: 94,1 Mio. Euro) erhöhte sich der Ertragsteueraufwand bei deutlich höherem Vorsteuerergebnis aufgrund der vorgenannten Effekte nur vergleichweise gering, so dass eine deutliche Verbesserung der Steuerquote erreicht werden konnte.

Der als Basis fur die Uberleitungsrechnung gewahlte anzuwendende Ertragsteuersatz von 32% setzt sich zusammen aus dem Körperschaftsteuersatz von 15% zuzüglich Solidaritätszuschlag von 5,5% auf die Körperschaftsteuer und einem durchschnittlichen Steuersatz fur die Gewerbeertragsteuer von 15,8%. Die Steuersätze entsprechen somit denen des vorangegangenen Jahres. Der in der Überleitungsrechnung dargestellte Effekt aus Steuersatzänderung resultiert aus der Umklassifizierung eines Mischfonds von Renten- in Aktienfonds und der damit verbundenen Steuersatzänderung für die Bewertung der Steuerlatenzen.

(29) 11. Konzernergebnis

Die Überleitung vom Konzernergebnis zur Veränderung des Zahlungsmittelbestandes wird in der Konzernkapitalflussrechnung dargestellt.

Sonstige Erläuterungen und Angaben

Durchschnittliche Zahl der angestellten Mitarbeiter

2010 2009
Durchschnittliche Zahl der angestellten Mitarbeiter 11.339 11.453
davon:
im Innendienst 10.259 10.322
im angestellten Außendienst 1.080 1.131
Durchschnittliche Mitarbeiterzahl der assoziierten Unternehmen 1.115 1.049

Personalaufwand

in Tsd. Euro 2010 2009
Löhne und Gehälter 662.171 622.592
Soziale Abgaben 103.740 99.761
Aufwendungen für Altersversorgung und Unterstützung 116.067 144.103
Insgesamt 881.978 866.456

Honorar des Konzernabschlussprüfers gemäß § 314 Nr. 9 HGB

in Tsd. Euro 2010 2009
für Abschlussprüfungen 2.457 3.449
für andere Bestätigungsleistungen 174 788
für Steuerberatungsleistungen 269 0
für sonstige Leistungen 13 32
Insgesamt 2.913 4.270
(Beträge ohne Umsatzsteuer inclusive Auslagen)

Nicht ausgebuchte Wertpapiere

Marktwert
in Tsd. Euro 2010 2009
--- --- ---
Wertpapierleihgeschäfte
festverzinsliche Wertpapiere 1.466.506 1.401.534
nicht festverzinsliche Wertpapiere 37.165 2.977
Insgesamt 1.503.671 1.404.511

Zur Ertragsmehrung werden Werpapierleihgeschäfte und echte Wertpapierpensionsgeschäfte (Repo-Geschäfte) abgeschlossen. Letztere wurden 2009 vollständig aufgelöst. Bei Wertpapierleihgeschäften werden Wertpapiere an einen Dritten auf bestimmte oder unbestimmte Zeit gegen Zahlung einer Entleihgebühr übertragen. Nach Ablauf der vereinbarten Frist ist der Leihnehmer zur Rückgabe von Wertpapieren gleicher Art, Güte und Menge verpflichtet. Die Tabelle gibt eine Übersicht über die bestehenden Geschäfte.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

in Mio. Euro 2010 2009
Miet-, und Leasingverträge
Bis zu 1 Jahr 61 60
1 bis 5 Jahre 173 155
Über 5 Jahre 272 273
Kreditzusagen Bis zu 1 Jahr 959 516
1 bis 5 Jahre 0 0
Über 5 Jahre 0 0
Investitionsverpflichtungen Bis zu 1 Jahr 653 211
1 bis 5 Jahre 568 877
Über 5 Jahre 565 705
Sonstige finanzielle Verpflichtungen insgesamt 3.251 2.797

Für operative Leasingverhältnisse (insbesondere Immobilien, Kraftfahrzeuge und EDV) wurden im Geschäftsjahr 67 Mio. Euro (2009: 69 Mio. Euro) aufwandswirksam erfasst. Es besteht im Wesentlichen ein Untermietverhältnis für ein Gebäude in München. Die Mindestleasingzahlungen hierfür betragen 20,2 Mio. Euro; im Geschäftsjahr wurden Erträge aus dem Untermietverhältnis in Höhe von 259 Tsd. Euro erzielt.

Im Geschäftsjahr und im Vorjahr lagen keine bedingten Mietzahlungen sowie keine durch Leasingvereinbarungen auferlegten Beschränkungen vor.

Anteilsbesitzliste AXA Konzern AG zum 31. Dezember 2010

Name und Sitz des Unternehmens Anteil

in %
Eigenkapital des Beteiligungsunternehmens

in Währung
Geschäftsjahr
Apo Asset Management GmbH, Düsseldorf 30,00% 3.734.717 EURO 2009
ARA GmbH Auto und Reise Assistance, Bad Windsheim 66,68% 862.747 EURO 2010
Aragon AG, Wiesbaden 27,17% 52.913.000 EURO 2009
Askuma AG, Zweibrücken 25,00% 90.804 EURO 2009
Assistance Partner Services s.r.l., Brixen, Italien 25,70% 14.651 EURO 2010
AVS Allgemeine Verwaltungs- und Service GmbH, Bayreuth 100,00% 3.026.797 EURO 2010
AXA Alternative Financing FCP - Subfonds Private Equity, Luxemburg 100,00% 9.391.837 EURO 2009
AXA Alternative Participations SICAV I, Luxemburg 100,00% 166.373.796 EURO 2009
AXA Alternative Participations SICAV II, Luxemburg 100,00% 413.327.555 EURO 2009
AXA Art Holdings Inc., New York 100,00% 32.519.837 24.487.829 USD EURO 2010
AXA Art Insurance Corporation, New York 100,00% 31.026.957 23.363.672 USD EURO 2010
AXA Art Insurance Ltd. London 100,00% 15.229.000 17.704.022 GBP EURO 2010
AXA Art Services Ltd. London 100,00% 146.986 170.874 GBP EURO 2010
AXA Art Versicherung AG, Köln 100,00% 78.895.124 EURO 2010
AXA ART Versicherung AG, Zürich 100,00% 16.391.045 13.139.114 CHF EURO 2010
AXA Bank AG, Köln 100,00% 64.599.867 EURO 2010
AXA Beteiligungsgesellschaft mbH, Köln 100,00% 1.500.788.597 EURO 2010
AXA Customer Care GmbH, Köln 100,00% 733.333 EURO 2010
AXA Finanz Service GmbH, Köln 100,00% 144.589 EURO 2010
AXA GmbH & Co. Immobilienbeteiligungs-KG "Merkens XXV", Köln 33,33% 15.262.706 EURO 2009
AXA Immoselect HVWG Objekt Düsseldorf GmbH & Co KG 42,71% 221.743.327 EURO 2010
AXA Infrastructure Investissement SAS 20,00% 223.550.053 EURO 2009
AXA Krankenversicherung AG, Köln 100,00% 158.719.018 EURO 2010
AXA Krankenversicherung Ges. für die Betreuung von Maklern u. Mehrfachagenten mbH, Köln 100,00% 693.293 EURO 2009
AXA Lebensversicherung AG, Köln 100,00% 273.696.037 EURO 2010
AXA Logistic Services GmbH, Köln 100,00% 155.768 EURO 2010
AXA Nordstern France S.A. Paris 100,00% 31.756.989 EURO 2010
AXA Republique S.A., Courbevoie 25,00% 199.880.811 EURO 2009
AXA Risk & Claims Services GmbH, Köln 100,00% 161.187 EURO 2010
AXA Schaden Experten GmbH, Köln 100,00% 1.218.929 EURO 2010
AXA Unterstützungskasse für die leiten- den Angestellten der AXA Gesellschaften mbH, Köln 100,00% 36.160 EURO 2010
AXA Vermittlungs - Service GmbH, Köln 100,00% 1.112.803 EURO 2010
AXA Versicherung AG, Köln 100,00% 873.008.985 EURO 2010
BBD Beteiligungsgesellschaft mbH & Co. Finanzdienstvermittlungs-KG, Norderfriedrichskoog 25,00% -249.729 EURO 2009
Bruckner GmbH & Co. Projektentwicklungs - KG 94,90% 45.428.766 EURO 2010
BSC Bruderhilfe-Service-Card GmbH, Kassel 50,00% 204.751 EURO 2010
BSW Verbraucher-Service Beamten- Selbsthilfewerk GmbH, Bayreuth 100,00% 800.000 EURO 2010
CKA Unternehmensverwaltungs und Beteiligungs-GmbH, Köln 100,00% 1.512.704 EURO 2010
ConCept-Dialog GmbH, Bayreuth 100,00% 1.919.242 EURO 2010
Core Italian Property Fund, Mailand 21,43% 47.721.280 EURO 2009
DBV Deutsche Beamtenversicherung AG, Wiesbaden 100,00% 39.459.775 EURO 2010
DBV Advisory Company S.A., Luxembourg 100,00% 896.438 EURO 2010
DBV-Winterthur Holding AG & Co. Beteiligungsgesellschaft KG, Wiesbaden 94,90% 14.368.766 EURO 2010
DBV Deutsche Beamtenversicherung Lebensversicherung AG, Wiesbaden 100,00% 217.464.622 EURO 2010
Dein Plus GmbH, Frankfurt a.M. 40,00% 106.000 EURO 2009
Deutsche Ärzteversicherung AG, Köln 100,00% 51.888.631 EURO 2010
Deutsche Ärzte Finanz Beratungs- und Vermittlungs-AG, Köln 75,00% 8.800.771 EURO 2010
Deutsche Bestattungsfürsorge Verwaltungs GmbH, Köln 25,70% 56.753 EURO 2010
DURENDAL AG, Köln 39,88% 101.055 EURO 2010
DW Versicherungs Service GmbH, Wiesbaden 100,00% 410.328 EURO 2009
DWK AG & Co. Grundstücksgesellschaft K1 KG, Wiesbaden 94,90% 5.486.324 EURO 2010
DWK AG & Co. Grundstücksgesellschaft K2 KG, Wiesbaden 94,90% 36.775.836 EURO 2010
DWK AG & Co. Grundstücksgesellschaft K3 KG, Wiesbaden 94,90% 24.818.362 EURO 2010
DWS AG & Co. Grundstücksgesellschaft S1 KG, Wiesbaden 94,90% 41.384.600 EURO 2010
DWS AG & Co. Grundstücksgesellschaft S2 KG, Wiesabaden 94,90% 22.942.941 EURO 2010
DWS AG & Co. Grundstücksgesellschaft S3 KG, Wiesbaden 94,90% 29.661.393 EURO 2010
DWS AG & Co. Grundstücksgesellschaft S4 KG, Wiesbaden 94,90% 1.337.077 EURO 2010
FamilienClub-FC Betriebsgesellschaft mbH, Köln 100,00% 12.403 EURO 2010
Felicitas Direktswerbungs GmbH, Wiesbaden 100,00% 959.632 EURO 2010
FINANCELIFE Gesellschaft für den Bankenvertrieb mbH, Frankfurt am Main 40,00% 19.915 EURO 2009
Finanz-Service GmbH der APO Bank, Düsseldorf 50,00% 1.968.822 EURO 2010
Fine Art Services International Inc., New York 100,00% 230.640 160.924 USD EURO 2009
GANYMED Beteiligungsgesellschaft mbH, Köln 100,00% 299.943 EURO 2010
GANYMED Erste Beteiligungsgesellschaft mbH & Co.KG, Köln 100,00% 87.114.000 EURO 2010
GANYMED Zweite Beteiligungsgesellschaft mbH & Co.KG, Köln 100,00% 60.025.000 EURO 2010
INREKA GmbH Investment-Renten- Kapitalanlagen, Cloppenburg 100,00% 427.956 EURO 2009
JALANDA Grundstücksgesellschaft mbH & Co.KG, Grünwald 49,99% 38.271.102 EURO 2009
JALANDA Grundstücks- Verwaltungsgesellschaft mbH, Grünwald 47,20% 32.795 EURO 2009
Jara Grundstücksgesellschaft mbH& Co.KG, Grünwald 20,00% 195.471.458 EURO 2009
Jurpartner Rechtsschutz-Versicherung AG, Köln 39,88% 4.806.144 EURO 2010
Jurpartner Services Gesellschaft für Rechtsschutz-Schadenregulierung mbH, Köln 39,88% 2.040.000 EURO 2010
Kölner Spezial Beratungs-GmbH für betriebliche Altersversorgung, Köln 100,00% 1.946.134 EURO 2010
Kölnische Verwaltungs-AG für Versicherungswerte, Köln 23,01% 65.067.401 EURO 2010
K.Rerup & Co. A/S, Kopenhagen 100,00% 500.000 67.193 DKK EURO 2009
Lefac Leasing-Finanz-GmbH, Köln 100,00% 2.575.982 EURO 2009
Lies- und Spiel Verlag und Vertrieb Verwaltungs GmbH, Wiesbaden 100,00% 30.885 EURO 2010
Lucramount AG für Finanzdienstleistungen, Köln 100,00% 1.837.618 EURO 2010
Merkur Gesellschaft für Beteiligungswerte mbH, Köln 100,00% 21.760.908 EURO 2010
MilesTec AG, Zweibrücken 25,00% 1.895.616 EURO 2009
Neue Düsseldorfer Stadtquartier Grundstücks-GmbH & Co. KG, Düsseldorf 94,90% 21.123.301 EURO 2010
PGV Maklerservice GmbH, Hamburg 49,00%
Pluto Beteiligungswerte AG, Köln 90,00% 80.116.650 EURO 2010
Pro bAV Pensionskasse AG, Köln 100,00% 59.685.095 EURO 2010
Pugnator GmbH, Köln 39,88% 83.858 EURO 2010
Rheinisch-Westfälische Sterbekasse Lebensversicherung AG, Essen 100,00% 3.190.000 EURO 2010
ROLAND Assistance GmbH, Köln** 25,70% 4.919.772 EURO 2010
ROLAND Assistance Partner GmbH** 25,70% 402.469 EURO 2010
ROLAND Beteiligungsverwaltung GmbH, Köln** 39,88% 21.320.869 EURO 2010
ROLAND Risk Consulting srl, Mailand** 39,88% 168.494 EURO 2010
ROLAND ProzessFinanz AG, Köln** 39,88% 2.860.000 EURO 2010
ROLAND Rechtsschutz-Versicherungs- Aktiengesellschaft, Köln 39,88% 76.977.821 EURO 2010
ROLAND Schutzbrief-Versicherung AG, Köln** 39,88% 5.083.848 EURO 2010
Schroder EuroLogistik Fonds GmbH & Co. KG, Wiesbaden 22,88% 162.137.886 EURO 2009
Technisches Kontor für die BU- Versicherung GmbH, Düsseldorf 48,00% 47.912 EURO 2009
TERTIA Handelsbeteiligungsgesellschaft mbH, Köln 20,00% 19.769.798 EURO 2010
urbia.com AG, Köln 100,00% 1.768.398 EURO 2010
Venus Beteiligungsgesellschaft mbH, Köln 100,00% 49.767.601 EURO 2010
ver.di Service GmbH, Berlin 50,00% 20.509,42 EURO 2009
VVS Holding Vertriebs-, Verwaltungs- und Service GmbH, Bayreuth*** 61,30% 10.438.471 EURO 2010
WIN EXPERTISA Gesellschaft zur Förderung beruflicher Vorsorge mbH, Wiesbaden 100,00% 860.688 EURO 2010
WinCom Versicherungs-Holding AG, Wiesbaden 100,00% 996.040.191 EURO 2010
win Health Consulting GmbH, Wiesbaden 100,00% 1.228.625 EURO 2010
winsecura Pensionskasse AG, Wiesbaden 100,00% 20.899.564 EURO 2010
WVV GmbH Wirtschaftsberatungs- und Versicherungsvermittlung, Neunkirchen 40,00% 3.927 EURO 2010
Schiffsbeteiligungen
Partenreederei MT "Badenia", Hamburg 30,00% -882.714 EURO 2009
Partenreederei MT "Multitanker Bolognia", Hamburg 30,00% 2.384.280 EURO 2009
Partenreederei MS "Elbegas", Hamburg 25,00% 298.574 EURO 2009
Name und Sitz des Unternehmens Ergebnis des Beteiligungsunternehmens in Währung Unmittelbare prozentuale Höhe der Beteiligung Mittelbare prozentuale Höhe der Beteiligung
Apo Asset Management GmbH, Düsseldorf 1.786.687 EURO 0,00% 30,00%
ARA GmbH Auto und Reise Assistance, Bad Windsheim 116.235 EURO 0,00% 66,68%
Aragon AG, Wiesbaden -8.352.000 EURO 0,00% 27,17%
Askuma AG, Zweibrücken 318.014 EURO 0,00% 25,00%
Assistance Partner Services s.r.l., Brixen, Italien -15.331 EURO 0,00% 25,70%
AVS Allgemeine Verwaltungs- und Service GmbH, Bayreuth -902.739 EURO 0,00% 100,00%
AXA Alternative Financing FCP - Subfonds Private Equity, Luxemburg 1.030.715 EURO 0,00% 100,00%
AXA Alternative Participations SICAV I, Luxemburg -16.987.853 EURO 0,01% 99,99%
AXA Alternative Participations SICAV II, Luxemburg -36.190.592 EURO 0,01% 99,99%
AXA Art Holdings Inc., New York 0 0 USD EURO 0,00% 100,00%
AXA Art Insurance Corporation, New York 800.300 602.636 USD EURO 0,00% 100,00%
AXA Art Insurance Ltd. London 2.996.000 3.482.911 GBP EURO 0,00% 100,00%
AXA Art Services Ltd. London 13.763 16.000 GBP EURO 0,00% 100,00%
AXA Art Versicherung AG, Köln 19.303.742 EURO 88,80% 11,20%
AXA ART Versicherung AG, Zürich 3.384.206 2.712.791 CHF EURO 0,00% 100,00%
AXA Bank AG, Köln 0 EURO 100,00% 0,00%
AXA Beteiligungsgesellschaft mbH, Köln 21.216.440 EURO 100,00% 0,00%
AXA Customer Care GmbH, Köln -67.184 EURO 0,00% 100,00%
AXA Finanz Service GmbH, Köln 0 EURO 100,00% 0,00%
AXA GmbH & Co. Immobilienbeteiligungs-KG "Merkens XXV", Köln -401.627 EURO 0,00% 33,33%
AXA Immoselect HVWG Objekt Düsseldorf GmbH & Co KG 6.800.738 EURO 0,00% 42,71%
AXA Infrastructure Investissement SAS -10.434.303 EURO 0,00% 20,00%
AXA Krankenversicherung AG, Köln 0 EURO 43,67% 56,33%
AXA Krankenversicherung Ges. für die Betreuung von Maklern u. Mehrfach- agenten mbH, Köln -66.060 EURO 0,00% 100,00%
AXA Lebensversicherung AG, Köln * 50.000.000 EURO 100,00% 0,00%
AXA Logistic Services GmbH, Köln 0 EURO 100,00% 0,00%
AXA Nordstern France S.A. Paris 29.120.776 EURO 0,00% 100,00%
AXA Republique S.A., Courbevoie 13.326.095 EURO 0,00% 25,00%
AXA Risk & Claims Services GmbH, Köln 8.436 EURO 0,00% 100,00%
AXA Schaden Experten GmbH, Köln 989.654 EURO 100,00% 0,00%
AXA Unterstützungskasse für die leitenden Angestellten der AXA Gesellschaften mbH, Köln 5.595 EURO 0,00% 100,00%
AXA Vermittlungs - Service GmbH, Köln 163.351 EURO 0,00% 100,00%
AXA Versicherung AG, Köln 0 EURO 81,99% 18,01%
BBD Beteiligungsgesellschaft mbH & Co. Finanzdienstvermittlungs-KG, Norderfriedrichskoog -153.255 EURO 0,00% 25,00%
Bruckner GmbH & Co. Projektentwicklungs - KG 1.787.465 EURO 0,00% 94,90%
BSC Bruderhilfe-Service-Card GmbH, Kassel 27.000 EURO 0,00% 50,00%
BSW Verbraucher-Service Beamten- Selbsthilfewerk GmbH, Bayreuth 0 EURO 0,00% 100,00%
CKA Unternehmensverwaltungs und Beteiligungs-GmbH, Köln -4.256 EURO 0,00% 100,00%
ConCept-Dialog GmbH, Bayreuth 514.491 EURO 0,00% 100,00%
Core Italian Property Fund, Mailand 2.324.939 EURO 0,00% 21,43%
DBV Deutsche Beamtenversicherung AG, Wiesbaden 0 EURO 0,00% 100,00%
DBV Advisory Company S.A., Luxembourg 591.531 EURO 0,00% 100,00%
DBV-Winterthur Holding AG & Co. Beteiligungsgesellschaft KG, Wiesbaden 18.543 EURO 0,00% 94,90%
DBV Deutsche Beamtenversicherung Lebensversicherung AG, Wiesbaden 28.000.000 EURO 0,00% 100,00%
Dein Plus GmbH, Frankfurt a.M. 14.000 EURO 0,00% 40,00%
Deutsche Ärzteversicherung AG, Köln * 3.500.000 EURO 100,00% 0,00%
Deutsche Ärzte Finanz Beratungs- und Vermittlungs-AG, Köln 5.034.401 EURO 75,00% 0,00%
Deutsche Bestattungsfürsorge Verwaltungs GmbH, Köln 4.768 EURO 0,00% 25,70%
DURENDAL AG, Köln -1.035 EURO 0,00% 39,88%
DW Versicherungs Service GmbH, Wiesbaden 3.364 EURO 0,00% 100,00%
DWK AG & Co. Grundstücksgesellschaft K1 KG, Wiesbaden 132.736 EURO 0,00% 94,90%
DWK AG & Co. Grundstücksgesellschaft K2 KG, Wiesbaden 951.158 EURO 0,00% 94,90%
DWK AG & Co. Grundstücksgesellschaft K3 KG, Wiesbaden 555.222 EURO 0,00% 94,90%
DWS AG & Co. Grundstücksgesellschaft S1 KG, Wiesbaden 669.375 EURO 0,00% 94,90%
DWS AG & Co. Grundstücksgesellschaft S2 KG, Wiesabaden 1.153.183 EURO 0,00% 94,90%
DWS AG & Co. Grundstücksgesellschaft S3 KG, Wiesbaden 3.458.317 EURO 0,00% 94,90%
DWS AG & Co. Grundstücksgesellschaft S4 KG, Wiesbaden 456.655 EURO 0,00% 94,90%
FamilienClub-FC Betriebsgesellschaft mbH, Köln 447.610 EURO 0,00% 100,00%
Felicitas Direktswerbungs GmbH, Wies- baden 14.172 EURO 0,00% 100,00%
FINANCELIFE Gesellschaft für den Bankenvertrieb mbH, Frankfurt am Main 14.077 EURO 40,00% 0,00%
Finanz-Service GmbH der APO Bank, Düsseldorf 447.476 EURO 0,00% 50,00%
Fine Art Services International Inc., New York 4.624 3.226 USD EURO 0,00% 100,00%
GANYMED Beteiligungsgesellschaft mbH, Köln -3.397 EURO 0,00% 100,00%
GANYMED Erste Beteiligungsgesellschaft mbH & Co.KG, Köln 3.984.156 EURO 0,00% 100,00%
GANYMED Zweite Beteiligungsgesellschaft mbH & Co.KG, Köln 13.469.431 EURO 0,00% 100,00%
INREKA GmbH Investment-Renten- Kapitalanlagen, Cloppenburg 154.822 EURO 100,00% 0,00%
JALANDA Grundstücksgesellschaft mbH & Co.KG, Grünwald 611.338 EURO 0,00% 49,99%
JALANDA Grundstücks- Verwaltungsgesellschaft mbH, Grünwald 2.715 EURO 0,00% 47,20%
Jara Grundstücksgesellschaft mbH& Co.KG, Grünwald 11.300.000 EURO 0,00% 20,00%
Jurpartner Rechtsschutz-Versicherung AG, Köln 0 EURO 0,00% 39,88%
Jurpartner Services Gesellschaft für Rechtsschutz-Schadenregulierung mbH, Köln 0 EURO 0,00% 39,88%
Kölner Spezial Beratungs-GmbH für betriebliche Altersversorgung, Köln 238.655 EURO 0,00% 100,00%
Kölnische Verwaltungs-AG für Versicherungswerte, Köln -624.068 EURO 23,01% 0,00%
K.Rerup & Co. A/S, Kopenhagen 2.803.336 376.729 DKK EURO 0,00% 100,00%
Lefac Leasing-Finanz-GmbH, Köln 3.981 EURO 0,00% 100,00%
Lies- und Spiel Verlag und Vertrieb Verwaltungs GmbH, Wiesbaden 1.000 EURO 0,00% 100,00%
Lucramount AG für Finanzdienstleistun- gen, Köln 133.529 EURO 0,00% 100,00%
Merkur Gesellschaft für Beteiligungswerte mbH, Köln 1.001.006 EURO 0,00% 100,00%
MilesTec AG, Zweibrücken 26.687 EURO 0,00% 25,00%
Neue Düsseldorfer Stadtquartier Grundstücks-GmbH & Co. KG, Düsseldorf -423.585 EURO 0,00% 94,90%
PGV Maklerservice GmbH, Hamburg 0,00% 49,00%
Pluto Beteiligungswerte AG, Köln 0 EURO 0,00% 90,00%
Pro bAV Pensionskasse AG, Köln 40.095 EURO 100,00% 0,00%
Pugnator GmbH, Köln -90 EURO 0,00% 39,88%
Rheinisch-Westfälische Sterbekasse Lebensversicherung AG, Essen * 100.000 EURO 0,00% 100,00%
ROLAND Assistance GmbH, Köln** 506.904 EURO 0,00% 25,70%
ROLAND Assistance Partner GmbH** 21.368 EURO 0,00% 25,70%
ROLAND Beteiligungsverwaltung GmbH, Köln** 86.133 EURO 0,00% 39,88%
ROLAND Risk Consulting srl, Mailand** -6.943 EURO 0,00% 39,88%
ROLAND ProzessFinanz AG, Köln** 0 EURO 0,00% 39,88%
ROLAND Rechtsschutz-Versicherungs- Aktiengesellschaft, Köln 6.075.807 EURO 0,00% 39,88%
ROLAND Schutzbrief-Versicherung AG, Köln** 0 EURO 0,00% 39,88%
Schroder EuroLogistik Fonds GmbH & Co. KG, Wiesbaden -31.537.211 EURO 0,00% 22,88%
Technisches Kontor für die BU- Versicherung GmbH, Düsseldorf 22.347 EURO 0,00% 48,00%
TERTIA Handelsbeteiligungsgesellschaft mbH, Köln 12.312.717 EURO 0,00% 20,00%
urbia.com AG, Köln 572.146 EURO 0,00% 100,00%
Venus Beteiligungsgesellschaft mbH, Köln 4.822.082 EURO 100,00% 0,00%
ver.di Service GmbH, Berlin -13.281 EURO 0,00% 50,00%
VVS Holding Vertriebs-, Verwaltungs- und Service GmbH, Bayreuth*** -2.075.318 EURO 0,00% 82,28%
WIN EXPERTISA Gesellschaft zur Förderung beruflicher Vorsorge mbH, Wiesbaden 145.837 EURO 0,00% 100,00%
WinCom Versicherungs-Holding AG, Wiesbaden 0 EURO 0,00% 100,00%
win Health Consulting GmbH, Wiesbaden 304.017 EURO 0,00% 100,00%
winsecura Pensionskasse AG, Wiesbaden 79.829 EURO 0,00% 100,00%
WVV GmbH Wirtschaftsberatungs- und Versicherungsvermittlung, Neunkirchen -18.224 EURO 0,00% 40,00%
Schiffsbeteiligungen
Partenreederei MT "Badenia", Hamburg -152.042 EURO 0,00% 30,00%
Partenreederei MT "Multitanker Bolognia", Hamburg -38.192.180 EURO 0,00% 30,00%
Partenreederei MS "Elbegas", Hamburg 37.851 EURO 0,00% 25,00%

* vor Gewinnabführung

** Tochterunternehmen des assoziierten Unternehmens "Roland Rechtsschutz-Versicherung-Aktiengesellschaft, Köln"

*** Die wirtschaftliche Beteiligungsquote beträgt 82,28% aufgrund von der VVS im Geschäftsjahr 2010 erworbener eigener Anteile.

Vergütung von Vorstand, Aufsichtsrat und Beirat

Vorstandsvergütung

Vergütungsaufwand 2010

Für das Geschäftsjahr 2010 belief sich der Vergütungsaufwand für die Mitglieder des Gruppenvorstands für ihre Tätigkeiten im Mutterunternehmen sowie in den Tochtergesellschaften insgesamt auf 8.111 Tsd. Euro (2009: 6.213 Tsd. Euro), davon entfielen 3.980 Tsd. Euro (2009: 3.409 Tsd. Euro) auf feste und 4.131 Tsd. Euro (2009: 2.804 Tsd. Euro) auf variable Vergütungsbestandteile für das Vorjahr. In den festen Vergütungsbestandteilen sind 276 Tsd. Euro (2009: 0 Tsd. Euro) an Abfindungszahlungen enthalten.

AXA Options Plan und Performance Units

Die im Rahmen des gruppenweiten Aktienoptionsprogramms der AXA S.A., Paris in 2010 ausgegebenen 182.250 (2009: 146.491) Optionen sehen einen Bezugspreis von 15,43 pro Anteil vor (Aktienkurs zum Bilanzstichtag 31.12.2010 Euro 12,51). Die Optionen sind mit einer Haltefrist versehen, jeweils ein Drittel der an den Begünstigten vergebenen Optionen ist ab dem 20. März 2012, 20. März 2013, 20. März 2014 ausübbar. Begünstige mit einer Zuteilung von mindestens 5.000 Stock Options können frühestens ab 2014 ihr letztes Drittel an Stock Options ausüben, wenn die Performance der AXA Aktie seit dem Gewährungstag oder den vergangenen drei Jahren die Performance des Euro Stoxx Insurance Index erreicht oder übersteigt; bleibt die Sperrfrist bestehen, erfolgt jährlich eine erneute Überprüfung der Performance und ggf. eine Freigabe des letzten Drittels. Die Optionen verfallen, sofern sie nicht bis zum 19. März 2020 ausgeübt werden.

Die Zuteilung der 101.100 (2009: 80.728) Performance Units erfolgt anhand des Ergebnisses der AXA S.A., Paris (zu einem Drittel) sowie der jeweiligen Landesgesellschaft (AXA Konzern AG zu zwei Drittel) bis zum 19. März 2012. Die Performance Units werden am 19.03.2012 abgerechnet und tatsächlich zugeteilt. Die Auszahlung der ersten Hälfte erfolgt im März 2012, wobei an die Begünstigten ein Betrag in bar ausgezahlt wird, der sich aus der Anzahl der Hälfte der zugeteilten Performance Units multipliziert mit dem durchschnittlichen Eröffnungskurs der Aktie der AXA S.A., Paris, während der letzten 20 Handelstage vor dem 19.03.2012 an der Pariser Börse ergibt. Die zweite Hälfte der tatsächlich gewährten Performance Units wird im März 2013 ausgezahlt, wobei an den Begünstigten ein Betrag in bar gezahlt wird, der sich aus der Anzahl der zweiten Hälfte der tatsächlich zugeteilten Performance Units multipliziert mit dem durchschnittlichen Eröffnungskurs der Aktie der AXA S.A., Paris, während der letzten 20 Handelstage vor dem 19.03.2013 an der Pariser Börse ergibt. Bei der zweiten Hälfte können die Begünstigten ihre Performance Units alternativ ganz oder teilweise in AXA Aktien umwandeln.

Infolge einer Kapitalerhöhung der AXA S.A., Paris im Geschäftsjahr 2009 wurden die ausgegebenen Rechte der Vorjahre entsprechend angepasst. Die Aktienoptionen sowie die ggf. im Rahmen des Performance Unit Programms erworbenen Aktien werden durch die AXA S.A., Paris ausgegeben; wobei die Kosten der finalen Zuteilung für die im Rahmen des Performance Unit Programms erworbenen Aktien an die AXA Konzern AG aufwandswirksam verrechnet werden. Für die ausgegebenen Stock Options entstehen der AXA Konzern AG keine Kosten. Ab 2008 wird der beizulegende Zeitwert dieser Rechte am Tag der Gewährung nach anerkannten Optionspreismodellen ermittelt und gemäß IFRIC 11 (IFRS 2 – Geschäfte mit eigenen Aktien und Aktien von Konzernunternehmen) zeitanteilig über den Erdienungszeitraum als Aufwand erfasst.

Der Aufwand für die Barkomponente der Performance Units wird unmittelbar von der AXA Konzern AG getragen. Dieser Aufwand wird auf Basis des Börsenkurses der AXA S.A., Paris zum Bilanzstichtag ermittelt und zeitanteilig über den Erdienungszeitraum erfaßt.

Der auf das Geschäftsjahr 2010 entfallende beizulegende Zeitwert der im Geschäftsjahr und in früheren Jahren ausgegebenen Aktienoptionen und Performance Units beträgt 1.206 Tsd. Euro (2009: 1.297 Tsd. Euro). Im Berichtszeitraum erhielten die Mitglieder des Vorstandes der Gesellschaft 549 Tsd. Euro (2009: 174 Tsd. Euro) aus der Abrechnung von Performance Unit Plänen sowie 14.685 Stück (2009: 6.335 Stück) Aktien der AXA S.A., Paris. Diese Vergütungsbestandteile sind in den aufgezeigten Gesamtvergütungsangaben als variable Vergütungsbestandteile mit enthalten. Erlöse aus der Ausübung von Aktienoptionen im Rahmen des AXA Options Plans fielen in 2010 nicht an (2009: 1,6 Tsd. Euro).

Einzelheiten zu den Plänen des AXA Options Plans sowie Performance Units sind auf den Seiten 137-141 dargestellt.

Versorgungszusage

Den Mitgliedern des Gruppenvorstandes wird eine Versorgungszusage gewährt. Diese umfasst nach entsprechender Dienstzeit Ansprüche auf Altersrente (ab Vollendung des 65. Lebensjahres), Invaliditätsrente, Witwen-/Witwerrente, Waisenrente und unter bestimmten Bedingungen Übergangsgeldzahlungen.

Die Höhe der Leistungen ist an das Festgehalt vor Ausscheiden gekoppelt und beträgt je nach Vorstandsdienstzeit 40 bis 60 % des Festgehaltes quotiert in analoger oder direkter Anwendung des § 2 BetrAVG. Mit Beginn der zweiten Bestellungsperiode werden entsprechende Ansprüche unverfallbar, sofern das Dienstverhältnis auf Veranlassung der Gesellschaft beendet wird.

Ab dem Beginn der dritten Bestellungsperiode erwerben die Vorstandsmitglieder zusätzlich einen Anspruch auf Übergangsgeld in Höhe von 40 % der Festbezüge für den Fall, dass die Gesellschaft den Dienstvertrag nicht verlängert, ohne dass ein wichtiger Grund vorliegt. Die Zahlung von Übergangsgeld endet mit dem Eintritt eines Versorgungsfalles (Erreichen der Altersgrenze oder Tod). Anderweitige aus selbstständiger oder nicht selbstständiger Tätigkeit für ein anderes Unternehmen erzielte Einkünfte werden in voller Höhe auf das Übergangsgeld angerechnet.

Mit Beginn der dritten Bestellungsperiode beläuft sich der unverfallbare Anspruch auf Altersrente auf mindestens 40% der Festbezüge.

Die Zuführungen zu den Pensionsrückstellungen der am 31. Dezember 2010 aktiven Gruppenvorstandsmitglieder beliefen sich in 2010 auf 2.754 Tsd. Euro (2009: 3.068 Tsd. Euro).

Bezüge früherer Vorstandsmitglieder und deren Hinterbliebene

Die Gesamtbezüge früherer Vorstandsmitglieder der AXA Konzern AG und ihrer Hinterbliebenen beliefen sich auf 2.119 Tsd. Euro (2009: 2.174 Tsd. Euro). Für diese Personengruppe sind zum 31. Dezember 2010 Rückstellungen für laufende Pensionen und Anwartschaften auf Pensionen in Höhe von 33.729 Tsd. Euro (2009: 33.037 Tsd. Euro) passiviert.

Aufsichtsratsvergütung

Die Vergütungen an die Mitglieder des Aufsichtsrates für die Tätigkeit im Aufsichtsrat der AXA Konzern AG sowie in Aufsichtsräten konsolidierter Unternehmen betrugen im Geschäftsjahr 2010 insgesamt 2.331 Tsd. Euro (2009: 2.559 Tsd. Euro), davon 1.394 Tsd. Euro (2009: 1.280 Tsd. Euro) erfolgsunabhängig und 937 Tsd. Euro (2009: 1.279 Tsd. Euro) erfolgsabhängig.

Beiratsvergütung

Für das Geschäftsjahr 2010 belief sich die Gesamtvergütung für die Mitglieder der Beiräte für Ihre Tätigkeit im Mutterunternehmen und deren Tochtergesellschaften auf 377 Tsd. Euro (2009: 385 Tsd. Euro).

Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen

Die AXA S.A., Paris, ist direkt und über die Vinci B.V., Utrecht, sowie die Kölnische Verwaltungs-Aktiengesellschaft für Versicherungswerte, Köln, indirekt zu 100 Prozent am Grundkapital der AXA Konzern AG beteiligt. Die AXA Konzern AG und ihre Tochtergesellschaften werden in den Konzernabschluss der AXA S.A., Paris, einbezogen, der bei der französischen Finanzaufsichtsbehörde in Paris (Autorités des Marchés Financiers) unter R.C.S. (Registre du Commerce et des Sociétés) 572 093 920 hinterlegt wird.

Die Unternehmen des AXA Konzerns unterhalten diverse geschäftliche Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen. Nahestehende Unternehmen und Personen für die AXA Konzern AG sind ihre Muttergesellschaft AXA S.A., Paris, sowie deren verbundene Unternehmen, verbundene und assoziierte Unternehmen der AXA Konzern AG, im Rahmen der betrieblichen Altersvorsorge dotierte Versorgungskassen sowie Personen in Schlüsselpositionen und deren nahe Familienangehörige. Als Personen in Schlüsselpositionen gelten die Mitglieder des Gruppenvorstandes sowie des Aufsichtsrates der AXA Konzern AG aufgrund ihrer Verantwortung für die Planung, Leitung und Überwachung des Konzerns. Der Gruppenvorstand umfasst neben den Vorstandsmitgliedern der AXA Konzern AG Vorstandsmitglieder wesentlicher Tochtergesellschaften. Die Gruppenvorstandsmitglieder gehören somit auch den Organen der wesentlichen Tochterunternehmen an.

Bei den Geschäftsbeziehungen handelt es sich im Wesentlichen um Kooperationsverträge, Dienstleistungs- bzw. Funktionsausgliederungsverträge, Darlehens- und Rückversicherungsverträge. Die bestehenden Verträge sind zu marktüblichen Konditionen abgeschlossen.

Innerhalb des deutschen AXA Konzerns nimmt die AXA Konzern AG die Leitungsfunktion wahr auf Grundlage der Beherrschungs- und Ergebnisabführungsverträge, die mit den operativen Konzerngesellschaften geschlossen wurden.

In diesem Abschluss nicht erläutert werden Geschäftsvorfälle zwischen der AXA Konzern AG und ihren konsolidierten verbundenen Unternehmen, da diese durch die Konsolidierung entfallen sind.

Dienstleistungsverträge

Aufgrund von Dienstleistungs- und Funktionsausgliederungsverträgen mit nahe stehenden Unternehmen hat die AXA Konzern AG Erträge in Höhe von 109,7 Mio Euro erwirtschaftet (2009: 120,5 Mio. Euro).

Die deutsche Niederlassung der AXA Coporate Solution SA, Paris, (AXA Corporate Solution) betreibt kein Kraftfahrtversicherungsgeschäft. Um Ihre Kunden dennoch zu bedienen, bietet sie Ihren Kunden die Versicherung der Fahrzeugflotten durch die AXA Versicherung AG, Köln (AXA Versicherung) an. Für die Vertrags- und Schadenbarbeitung erhält die AXA Versicherung AG eine Fronting Fee in einer Höhe, die sich nach dem jeweilgen Zeichnungsmodell richtet. Das Gesamtentgelt für 2010 betrug 2,9 Mio. Euro und entsprach marktüblichen Konditionen.

Der Vorstand der AXA Konzern AG hat im November 2006 beschlossen, dass die Deutsche Ärzte Finanz Beratungs- und Vermittlungs-AG, Köln (DÄF) für die DBV Deutsche Beamtenversicherung Lebensversicherung AG, Wiesbaden (DBVL) ab Januar 2008 die Führung, Betreuung und Vergütung der DBV-Winterthur-Agenturen mit überwiegend Ärztegeschäft übernehmen solle.

Die DÄF übernimmt dabei sämtliche Kosten der Vergütung und Betreuung der Agenturen. Im Gegenzug erhält die DÄF von der DBVL neben den bereits gezahlten Bestands- und Abschlussprovisionen eine Overrider-Vergütung. Hierfür wird eine Pauschalvergütung in Höhe von 500 Tsd. Euro für Corporate und Privatgeschäft ohne Präjudiz für die Gesamtvergütung 2009 und späteren Jahren vereinbart. Es handelt es sich dabei um eine marktübliche Vergütung unter Berücksichtigung der Ertragsstärke des Geschäftes.

Weiterhin erhält die DÄF von DBVL eine Gesamtvergütung für Abschlussprovisionen und Bestandspflegegeld für die von diesen Vermittlern vermittelten Verträge. Diese Gesamtvergütung beinhaltet die an die Vermittler gezahlten Provisionen und Zuschüsse.

Im Dezember 2009 hat die AXA Krankenversicherung AG, Köln, (AXA Kranken) einen Generalagenturvertrag mit der DÄF geschlossen. Hiernach übernimmt die DÄF die Generalagentur und vermittelt über ihre Vertriebswege die Versicherungsverträge der AXA Kranken. Als Vergütung erhält die DÄF Abschluss- und Bestandspflegeprovisionen, die nach den jeweiligen Tarifen aufgeschlüsselt sind.

Der Vertrag ist mit Wirkung zum 1. Januar 2009 in Kraft getreten und auf unbestimmte Zeit geschlossen; er kann nach Maßgabe der gesetzlichen Kündigungsfristen gekündigt werden.

Für Dienstleistungen im Rahmen der Anlage und Verwaltung von Kapitalanlagen hat der AXA Konzern 32 Mio. Euro (2009: 28 Mio. Euro) aufgewendet.

Aus weiteren Dienstleistungsverträgen, bestehend mit der AXA S.A., Paris, sowie der AXA Cessions S.A., Paris, ergaben sich für den AXA Konzern 2010 Aufwendungen von insgesamt 13,1 Mio. Euro (2009: 12,5 Mio. Euro). Hierbei handelt es sich um Lizenzgebühren für die Nutzung der Marke AXA in Höhe von 1 Mio. Euro (2009: 1 Mio. Euro), Prämien für die D&O-Versicherung und für eine Fraud and Professional Indemnity-Versicherung für die deutsche AXA Gruppe in Höhe von 1,3 Mio. Euro (2009: 1 Mio. Euro) sowie um angeforderte Beratungs-, Unterstützungs- und Serviceleistungen in Höhe von 10,9 Mio. Euro (2009: 10,5 Mio. Euro). Vertragsgemäß werden für die Dienstleistungen die Kosten einschließlich Auslagen vergütet, maximal jedoch die Marktpreise für vergleichbare Dienstleistungen.

Die von der AXA Technology Services SAS, Paris, im Geschäftsjahr 2010 erwirtschafteten Erträge aus Dienstleistungen - im wesentlichen Rechenzentrums-, Telekommunikations- und PC-Serviceleistungen- für die AXA Konzern AG betrugen insgesamt 103 Mio. Euro (2009: 115 Mio. Euro).

Der AXA Konzern bewirbt seit Herbst 1998 kontinuierlich die Marke "AXA". Die AXA S.A., Paris, sichert mit einem Zuschuss von 4,0 Mio. Euro (2009: 5,7 Mio. Euro) eine aktuelle Mindestpräsenz in den deutschen Medien. Der Zuschuss ist in 2010 komplett in Anspruch genommen worden und wurde von der führenden Media-Agentur direkt mit AXA S.A., Paris, abgerechnet.

Beteiligungen

Die DBVL hat mit Valuta 14. Januar 2010 ihren Anteil von 24,39 % am Winterthur US Fund L.P. an die AXA Life Ltd verkauft. Der Kaufpreis von 20 Mio USD wurde basierend auf dem letzten verfügbaren Net Asset Value Report des General Partners vom 31. Dezember 2009 ermittelt. Mit der Veräußerung des Winterthur US Funds L.P. wurde der letzte direkt auf der Bilanz gehaltene Private Equity Fond aus dem Altbestand der DBVL veräußert.

Im September 2007 hat die DBV Holding AG (DBH) zusammen mit fünf weiteren Gesellschaften der AXA Gruppe aus Belgien, Luxemburg und der Schweiz das niederländische Geschäft an die REAAL Verzekeringen N.V. und SNS REAAL N.V. in den Niederlanden veräußert. Der Kaufvertrag enthielt marktübliche Garantien zugunsten der Erwerber, aus denen diese mit einer Summe von 34 Mio. EUR in Anspruch genommen wurden. Die AXA S.A., Paris, schloss ein Settlement-Agreement mit den Erwerbern und zahlte den Betrag von 34 Mio. EUR. Diese Kosten wurden anschließend intern auf Grundlage eines Allocation Agreements auf die veräußernden AXA-Gesellschaften umgelegt. Auf die DBH entfiel insoweit ein Anteil von 3 Mio. Euro (8,82% des Vergleichsbetrages).

Darlehensverträge

Die AXA Lebensversicherung AG (AXA Leben) hat ein ursprünglich von der AXA S.A., Paris, zugunsten der AXA UK PLC, UK gewährtes Nachrangdarlehen in Höhe von 176 Mio. Euro Ende Dezember 2002 übernommen. Zur Absicherung des Währungsrisikos aus der Zins- und Rückzahlung hat die AXA Leben mit der AXA S.A., Paris, einen Währungsswap vereinbart, so dass die AXA Leben aus diesem Vertrag den 3-Monats-Euribor plus 1,09 % (anstatt den 6-Monats Libor GBP plus 1,15 % auf 113 Mio. GBP) sowie eine Rückzahlung von 176 Mio. Euro bei Fälligkeit des Darlehens erhält.

Zur Absicherung des Kreditrisikos aus dem Darlehen hat die AXA S.A., Paris, zusammen mit dem Forderungsübertragungsvertrag eine Zins- sowie die Rückzahlungsgarantie gegeben, so dass das eigentliche Kreditrisiko aus diesem übernommenen Darlehen dem eines Seniordarlehens zugunsten der AXA S.A., Paris, entspricht. Für diese Garantie zahlt die AXA Leben der AXA S.A., Paris, eine Gebühr von 0,36 % auf den Betrag von 176 Mio. Euro jährlich. Das Darlehen wurde am 30. September 2010 getilgt und es wurden Zinsen in Höhe von 2,2 Mio. Euro gezahlt (2009: 6,2 Mio. Euro).

Im März 2008 gewährte die AXA Versicherung der AXA S.A., Paris, ein Darlehen in Höhe von 200 Mio. Euro mit einer Laufzeit bis Ende September 2008. Die Verzinsung betrug EONIA OIS plus einer Marge von 0,4% p.a.. Die Darlehensvereinbarung wurde um anderthalb Jahre verlängert und endete am 22. September 2010. Ab Anfang 2010 bis Ende März 2010 wurde als Zinssatz der 3-Monats-Euribor und eine Marge von 0,35% p.a. festgelegt. In 2010 wurden Zinsen in Höhe von 1,6 Mio. EUR (2009: 8,7 Mio Euro) gezahlt.

In Höhe von 130 Mio. Euro gewährte die AXA Konzern AG ein Darlehen an die AXA S.A., Paris. Für den Zeitraum vom 15. Juli 2008 bis zum 15. Januar 2009 betrug der Zinssatz 5,7% p.a., ab dem 15. Januar 2009 5,9% p.a.. Der Vertrag endet am 15. Juli 2013. Im Jahr 2010 wurden Zinsen in Höhe von 7,6 Mio. Euro (2009: 7,8 Mio. Euro) gezahlt.

Mit Darlehensvertrag vom 2. Dezember 2010 gewährte die AXA Lebensversicherung der AXA S.A., Paris, ein Darlehen in Höhe von 377 Mio. Euro. Die Laufzeit beträgt 10 Jahre vom 6. Dezember 2010 bis zum 6. Dezember 2020. Das Darlehen wird mit 4,2% p.a. verzinst und die Zinsen werden am letzten Tag jeder Zinsperiode gezahlt. Für das Jahr 2010 sind Zinsen in Höhe von 1,1 Mio. Euro angefallen.

Die AXA Konzern AG hat der Kölnische Verwaltungs-AG für Versicherungswerte, Köln, zur Liquiditätsbeschaffung ein kurzfristiges Darlehen gegeben in Höhe 3 Mio. Euro mit einer Laufzeit von Novermber 2009 bis April 2010 und einer Verzinsung in Höhe von 1,26 % p.a.. Das Darlehen wurde vorzeitig am 1. März 2010 getilgt. Für 2010 wurden Zinsen in Höhe von 6 Tsd. Euro (2009: 6 Tsd. Euro ) gezahlt.

Zur Liquiditätsbeschaffung hat die AXA Bank Europe ein Hypothekenportfolio über eine Zweckgesellschaft verbrieft, in der der AXA Konzern 30 Mio. Euro in die AAA-geratete Tranche (Class A-Notes) investiert hat. Fälligkeitstermin ist Ende 2040, die Verzinsung beträgt 3-Monats-Euribor plus einer Marge von 100 Basispunkten. Aufgrund von Teilrückzahlungen beträgt der Buchwert zum Geschäftsjahresende 23,7 Mio. EUR. Im Jahr 2010 erfolgten Teilrückzahlungen in Höhe von 2,9 Mio. EUR. Es wurden Zinsen in Höhe von 0,5 Mio. Euro (2009: 0,8 Mio. Euro) gezahlt.

Die AXA Bank hat bei der AXA Bank Europe S.A., Belgien (AXA Bank Europe) zu Refinanzierungszwecken Schuldscheindarlehen in einer Gesamthöhe von 25 Mio. Euro bestehend aus drei verschiedenen Verträgen aufgenommen.

Mit Vertrag vom Februar 2005 wurden zwei Tranchen zu jeweils 5 Mio. Euro aufgenommen mit einer Laufzeit bis Februar 2014 und einer Verzinsung in Höhe von 3,75 % p.a. bzw. mit einer Laufzeit bis Februar 2015 und einer Verzinsung in Höhe von 3,83 % p.a.. Weitere 10 Mio. Euro mit einer Laufzeit bis April 2015 und einer Verzinsung in Höhe von 3,92 % p.a. wurden im April 2005 und mit Vertrag vom November 2005 wurden 5 Mio. Euro mit einer Laufzeit bis November 2015 und einer Verzinsung in Höhe von 3,82 % p.a. aufgenommen. Für 2010 wurden Zinsen in Höhe von 1 Mio. Euro (2009: 1 Mio. Euro) gezahlt.

Im Dezember 2008 haben Gesellschaften des AXA Konzerns eine Anleihe der AXA S.A., Paris, in Höhe von insgesamt 750 Mio. Euro gezeichnet, eine zweite Tranche in Höhe von 250 Mio. Euro wurde im Januar 2009 mit denselben Konditionen bzw. Laufzeiten gezeichnet. Die AXA S.A., Paris, greift zur Absicherung der Konzernliquiditätsposition regelmäßig auf die Emission von Unternehmensanleihen zurück. Dabei wird eine Diversifizierung der Finanzierungsquellen bei stärkerer Gewichtung der Innenfinanzierung angestrebt. Als Teil der vorsorgenden Sicherungsstrategie zur nachhaltigen Absicherung der Liquiditätssituation hat die AXA S.A., Paris, daher seit 2007 damit begonnen, sich Liquidität aus operativen Einheiten zur Verfügung stellen zu lassen. Die Anleihe läuft bis zum Jahr 2013 und ist mit 5,65% p.a. verzinst. Die Verzinsung erfolgt zu marktüblichen Konditionen, die auf Basis des zu diesem Zeitpunkt bestehenden Credit Default Swap-Werts der AXA S.A., Paris, als auch anhand einer Benchmark-Anleihe der AXA S.A., Paris, bestimmt wurden. In 2010 sind 56,5 Mio. Euro Zinsen angefallen (2009: 55,9 Mio. Euro).

Seit April 2001 besteht zwischen der AXA S.A., Paris, und den Gesellschaften des AXA Konzerns ein Cash-Pooling System. Dieses System wird für die Abwicklung des Zahlungsverkehrs mit AXA S.A., Paris, bzw. deren Tochtergesellschaften genutzt, soweit diese dem System angeschlossen sind. Die Verzinsung hierfür richtet sich nach dem EONIA-Zinssatz.

Sicherungsgeschäfte

Verschiedene AXA Gesellschaften der deutschen Gruppe haben mit der AXA S.A., Paris, Credit Default Swaps (CDS) abgeschlossen. Die Laufzeit beginnt jeweils Mitte September. Die AXA Kranken hat einen CDS in Höhe von nominal 93,8 Mio. Euro mit einer Laufzeit bis Mitte Juni 2015, die AXA Lebensversicherung AG von nominal 156,3 Mio. Euro mit einer Laufzeit bis Mitte Juni 2015 und die AXA Versicherung AG von nominal 162,5 Mio. Euro mit einer Laufzeit bis Mitte Juni 2017 abgeschlossen.

Die CDS dienen der Absicherung des Ausfallrisikos aus einer im Geschäftsjahr erworbenen strukturienden Schuldverschreibung.

Die AXA Versicherung hat im Januar 2009 als Sicherungsgeschäft verschiedene Zins Swaps mit der AXA S.A., Paris, abgeschlossen für in 2008 ausgegebene variable verzinste Anleihen in US-Dollar und Euro. Bei den Zins Swaps wird der variable Euro Coupon in einen festen Euro Coupon getauscht.

Rückversicherungsbeziehungen

Im Rahmen von Rückversicherungsbeziehungen, welche der AXA Konzern mit konzernfremden Gesellschaften unterhält, wurden für aktives Rückversicherungsgeschäft Beiträge in Höhe von 26 Mio. Euro (2009: 35 Mio. Euro) und für passives Rückversicherungsgeschäft Beiträge inklusive Erstattungen in Höhe von 117 Mio. Euro (2009: 105 Mio. Euro) abgerechnet.

Sonstige Transaktionen

Im Zusammenhang mit dem Verkauf der Aktien der Nordstern Allgemeine Versicherung AG von der Rechtsvorgängerin der AXA S.A., Paris, an die AXA Konzern AG im Jahr 1994 schlossen die beiden Gesellschaften eine Prepayment-Vereinbarung, wonach die AXA Konzern AG an die AXA S.A., Paris, eine Abschlagszahlung von 50,5 Mio Euro (davon 29 Mio. EUR Kaufpreis und 21,5 Mio. Euro Zinsen) leistet.

Die AXA Bank hat am 21. Juni 2010 ein Kreditlimit von max. 200 Mio. EUR für Geldhandelsgeschäfte mit der AXA Bank Europe beschlossen. Das Limit wird für Geldhandelsgeschäfte in Anspruch genommen.

Die AXA Bank hat bei der AXA Bank Europe Tagesgeld in Höhe von 40 Mio. Euro mit einer Laufzeit vom 31. Dezember 2010 bis zum 3. Januar 2011 und einer Verzinsung von 0,45 % sowie eine Festgeld /Termingeld in Höhe von 20 Mio. Euro mit einer Laufzeit vom 20. Oktober 2010 bis zum 31. Dezember 2011 sowie einer Verzinsung von 1,06 % angelegt.

Für 2010 sind aus den Geschäften mit AXA Bank Europe Gesamtzinserträge in Höhe von 0,5 Mio. Euro angefallen. Dies betrifft jedoch auch zeitlich frühere Geschäfte, die nicht im Jahresendbestand enthalten sind.

Die Lucramount AG hat bei der AXA Bank im Rahmen einer Termingeldanlage 1,4 Mio. Euro mit einer Laufzeit vom 22. Juli 2010 bis zum 21. Januar 2011 zu einem Zinssatz von 0,94 % angelegt. Im Jahr 2010 wurden 7 Tsd. Euro Zinsen von der AXA Bank gezahlt.

Bezüglich der Haftungsverhältnisse zu nahestehenden Unternehmen und der Vergütung von Vorstand und Aufsichtsrat verweisen wir auf unsere Ausführungen in den Sonstigen Erläuterungen und Angaben.

Übliche Versicherungsverträge bezüglich Personen in Schlüsselpositionen wurden zu marktüblichen Konditionen abgeschlossen.

Kapitalmanagement und Solvabilität

Das Konzerneigenkapital (inklusive Minderheitenanteile) betrug zum 31. Dezember 2010 knapp 4,0 Mrd. Euro. Dabei konnten in 2010 für das Geschäftsjahr 2009 rund 205 Mio. Euro Euro an die Anteilseigner der AXA Konzern AG als Dividende ausgeschüttet werden. Aufgrund versicherungsmathematischer Verluste bei Pensionsverpflichtungen verminderten sich die Gewinnrücklagen um 66 Mio. Euro. Die Neubewertungsrücklage erhöhte sich hingegen aufgrund gestiegener Marktwerte von jederzeit veräußerbaren Wertpapieren. Das im Vergleich zum Vorjahr mit 391 Mio. Euro (2009: 206 Mio. Euro) deutlich gesteigerte Konzernergebnis wirkte sich entsprechend positiv auf das Konzerneigenkapital aus. Aus dem Ergebnis der AXA Konzern AG 2010 wird für 2011 eine Dividendenzahlung in Höhe von 150,2 Mio. Euro vorgeschlagen.

Seit Jahren bringen die führenden Ratingagenturen das stabile finanzielle Fundament des AXA Konzerns in konstant guten Ratings im Bereich AA (sehr stark) zum Ausdruck. Standard & Poor's führt seit dem 30. März 2010 das Insurance Financial Strength Rating für die AXA- und DBV-Gesellschaften mit AA- und dem Ausblick „stabil“. Die Ratingagentur Fitch bestätigte am 16. Dezember 2010 das Rating AA-, verbesserte jedoch den Ausblick von "negativ" auf "stabil". Das Insurance Financial Strength Rating der Ratingagentur Moody's Investors Service vom 20. Februar 2009 Aa3 (sehr stark) mit stabilem Ausblick hat nach wie vor seine Gültigkeit.

Für die Solo-Solvabilität der Einzelgesellschaften wurden alle aufsichtsrechtlichen Anforderungen erfüllt. Die Solvabilitätskennziffern - das Verhältnis der vorhandenen Eigenmittel zu den für den Geschäftbetrieb und den Risiken als mindestens erforderlichen Eigenmitteln - der einzelnen Gesellschaften liegen weit über den Mindestanforderungen. Die Bedeckungssätze für 2010 betragen zwischen 109,4 % und 375,4 % (2009: 138,7 % und 431,4 %); dabei wurden Bewertungsreserven nicht berücksichtigt.

Die auf Basis des konsolidierten Abschlusses ermittelte so genannte bereinigte Solvabilität 2010 (Gruppensolvabilität) zeigt gemäß den vorläufigen Berechnungen wiederum eine deutliche Überdeckung. Diese beruht im Wesentlichen auf der Anerkennung der Teile des Eigenkapitals, die insbesondere aus der Schwankungsrückstellung resultieren. Nach internationalen Rechnungslegungsgrundsätzen besitzt die Schwankungsrückstellung im Gegensatz zu den Rechnungslegungsgrundsätzen nach dem Handelsgesetzbuch (HGB) den Charakter von Eigenkapital, da die bilanzglättende Funktion von Schwankungsrückstellungen der Darstellung neutraler Informationen widerspricht. Im Unterschied zu der Summe der Eigenmittel aus den Solvabilitätsberechnungen der Einzelgesellschaften ist bei der Berechnung zur Gruppensolvabilität zu berücksichtigen, dass auf Konzernebene gebildete Firmenwerte als immaterielle Vermögensgegenstände vom Konzerneigenkapital abgezogen werden müssen.

Ziel des Projektes Solvency II der EU-Kommission ist es, das Versicherungsaufsichtsrecht auf europäischer Ebene neu und einheitlich zu regeln. Hierzu gehört zum einen die Neuregelung der Solvenzanforderungen auf Basis risikoorientierter Kapitalmodelle (Säule I). Zum anderen wird ein prinzipienbasierter Anforderungskatalog an das Risikomanagement der Versicherungsunternehmen definiert, so dass die neuen Regelungen zur risikobasierten Eigenmittelvorschrift durch qualitative Anforderungen ergänzt werden (Säule II). Darüber hinaus werden Veröffentlichungspflichten definiert (Säule III). Die Solvency II Regelungen sollen voraussichtlich 2013 in Kraft treten. Die nationale Umsetzung von Solvency II wurde bereits durch die zum Jahresbeginn 2008 in Kraft getretene VAG Novelle (§ 64a VAG und § 55c VAG) vorangetrieben. Innerhalb § 64a VAG werden die Komponenten eines angemessenen Risikomanagements definiert. Das Rundschreiben „Mindestanforderungen an das Risikomanagement VA (MaRisk VA)“ der BaFin stellt die Durchführungsverordnung des § 64a VAG dar. Mit dem Inkraftsetzen des § 55c VAG haben Versicherungsunternehmen den an den Vorstand gerichteten Risikobericht in gleicher Form und Inhalt der Aufsichtsbehörde vorzulegen.

Derzeit entwickelt die AXA Gruppe ihr internes Modell der ökonomischen Risikokapitalberechnung derart weiter, damit dieses den Anforderung unter Solvency II genügt und als internes Modell zertifiziert werden kann. Neben den Anforderungen aus Säule I bereitet sich die AXA Deutschland derzeit ebenfalls intensiv auf die Anforderung aus Säule II und Säule III vor. Zur Umsetzung der Anforderungen durch Solvency II wurde bereits in 2008 ein Projekt gestartet, welches zum Ziel hat, ab 2013 als AXA-Gruppe sowie als AXA Deutschland durch die Aufsichtsbehörden zur Verwendung des internen Modells zertifiziert zu sein.

Versicherungstechnische Risiken

Schaden- und Unfallversicherung

Der AXA Konzern betreibt im Schaden- und Unfallversicherungsgeschäft insbesondere die Sparten Kraftfahrt-, Haftpflicht-, Unfall-, Sach-, Transport- und Luftfahrtversicherung. Diese werden im direkten wie auch teilweise im indirekten Geschäft gezeichnet.

Die primären Risiken aus der Schaden- und Unfallversicherung mit Beitragsrückgewähr sind das Prämien- und Schadenrisiko sowie das Reserverisiko. Ferner besteht in der Unfallversicherung noch das Zinsgarantierisiko.

Prämien- und Schadenrisiko

Unter dem Prämien-/Schadenrisiko wird das Risiko verstanden, dass die tatsächlichen endgültigen Schadenzahlungen des Versicherungsbestandes die erwarteten, in der Prämie berücksichtigten Zahlungen übersteigen können. Es wird somit durch die zufällige Schadenanzahl und die zufällige Schadenhöhe der einzelnen Schäden bestimmt. Für eine risikoadäquate Tarifierung werden versicherungsmathematische Modelle auf Basis empirischer Schadendaten verwendet. Die regelmäßige Überwachung des Schadenverlaufs gewährleistet eine zeitnahe Anpassung der Tarifierungs- und Annahmepolitik an signifikante Veränderungen. Daher ist die AXA in der Lage, im Neugeschäft die Beiträge an eine geänderte Schadensituation kurzfristig anzugleichen. Das Bestandsgeschäft wird durch Beitragsanpassung der Einjahresverträge mit Verlängerungsoption und durch vertraglich festgelegte Beitragsanpassungsklauseln risikoadäquat gehalten.

Die Risikosteuerung unseres Konzerns erfolgt durch eine gezielte Risikoselektion, Produktgestaltung und risikogerechte Kalkulation sowie ertragsorientierte Zeichnungsrichtlinien. Durch Zeichnungsrichtlinien können bereits bei Abschluss Deckungszusagen für unerwünschte Risiken und Risikokonzentrationen vermieden werden. Darüber hinaus werden bestehende Versicherungsverträge unter bestimmten Umständen aufgrund des Schadenverlaufs der Vergangenheit gar nicht oder nur unter Erhöhung der Selbstbeteiligung oder der Beiträge verlängert. Im Rahmen der Steuerung von Versicherungsrisiken werden außerdem die Mechanismen der Rückversicherungspolitik sowie des aktiven Schadenmanagements eingesetzt. Die Rückversicherung orientiert sich an den unterschiedlichen Brutto-Kapazitäten der Sparten. Großrisiken und Kumulexposure werden auf vertraglicher Basis rückversichert. Ausnahmeakzepte innerhalb der Zeichnungskapazitäten der Sparten, die außerhalb der obligatorischen Rückversicherungskapazitäten liegen, werden durch Einzelrückversicherung rückgedeckt. Im Rahmen eines in 2007 neu eingeführten Rückversicherungskonzepts hat die AXA Versicherung einen Quoten-Rückversicherungsvertrag über ihr Privat-Kraftfahrt-Versicherungsgeschäft abgeschlossen. Das übernommene Risiko wurde vom Rückversicherer anschließend über eine Verbriefung am Kapitalmarkt platziert. Zur Analyse von Trends, Streuungen und Zyklen sowie deren Treibern werden stochastische Szenarien verwendet.

Einen besonderen Stellenwert innerhalb des Prämien-/Schadenrisikos nimmt das Groß- und Katastrophenschadenrisiko ein. Hierbei handelt es sich um das unerwartete Eintreten von einzelnen Großschäden, aber auch durch Ereignisse wie z. B. Naturkatastrophen, die zu einer großen Anzahl von Schäden führen. Neben Naturkatastrophen können auch durch Menschen verursachte Schadenereignisse, wie zum Beispiel Terroranschläge, hohe Großschäden hervorrufen. Zusätzlich könnte der Trend zu höheren Schadenersatzansprüchen in der Haftpflichtversicherung, zum Beispiel bei neu aufkommenden Risiken, Veränderungen der Rechtslage bzw. im Verhalten der Marktteilnehmer oder Umweltschäden, den durchschnittlichen Schadenaufwand erhöhen.

Zur Bewertung dieser Risiken führen wir eine Kumulkontrolle durch, in der durch regelmäßige Erhebungen aus den Datenbankbeständen die genauen Kumulwerte (pro Sparte wie auch spartenübergreifend) ermittelt werden. Diese Werte werden unter Berücksichtigung echter Schadenszenarien der Vergangenheit zu möglichen künftigen Szenarien modelliert (z. B. Sturm, Flut, Erdbeben). Zur Reduktion des Großschadenrisikos wird der entsprechende Rückversicherungsbedarf ermittelt und eingekauft. Durch gute geografische Diversifikation und Zeichnungsverbote für bestimmte Risiken bzw. Regionen wird das Risiko weiter minimiert. Insgesamt ist somit sichergestellt, dass Einzelrisiken sowie Kumulrisiken gleichermaßen beherrscht werden.

Selbstverständlich wird auch die Entwicklung in Untersegmenten analysiert. Beispielsweise liegt ein besonderes Augenmerk auf der Entwicklung der Schadenquoten in der Arzt-Haftpflichtversicherung. Die hier vorliegenden Erkenntnisse ergeben, dass sehr wahrscheinlich ein trendartiger Schadenanstieg infolge der Veränderung der Rechtslage beziehungsweise des Verhaltens der Marktteilnehmer unterstellt werden kann. Die AXA Versicherung hat den Tarif entsprechend angepasst und stellt die betroffenen Versicherungsverträge konsequent auf die neuen Bedingungen und Prämien um. In Abhängigkeit der Reaktion der Mitbewerber am Markt rechnet die AXA Versicherung in diesem Segment mit einem weiteren signifikanten Bestandsrückgang.

Zu unserer Risikosteuerungsstrategie gehört die ausgewogene Verteilung von Versicherungsrisiken in unseren Geschäftsfeldern. Es zeigt sich in der Übersicht der gebuchten Beiträge, dass in keiner der von uns betriebenen Sparten eine auffällige Risikokonzentration besteht. Geographisch ist unser Schaden- und Unfallversicherungsgeschäft auf Deutschland konzentriert.

Gebuchte Beiträge *
Versicherungszweige

in Mio. Euro
Privatkunden Industrie- und Firmenkunden Insgesamt 2010 Insgesamt 2009
--- --- --- --- --- ---
Unfall Brutto Netto 223,1 219,1 36,2 35,8 259,3 254,9 267,5 258,9
Haftpflicht Brutto Netto 191,2 190,9 416,7 393,3 607,8 584,3 654,9 632,5
Kraftfahrt Brutto Netto 964,7 338,9 221,7 197,1 1.186,4 536,0 1.186,7 499,5
Sach/Feuer Brutto Netto 483,1 461,1 391,6 365,1 874,7 826,1 874,8 824,7
Transport/Luftfahrt Brutto Netto 0,0 0,0 113,3 109,8 113,3 109,8 118,0 114,0
Kredit und Kaution Brutto Netto 0,0 0,0 29,2 26,3 29,2 26,3 26,8 24,2
Sonstige Brutto Netto 148,7 99,5 128,3 112,3 277,0 211,9 264,9 213,6
Selbst abgeschlossenes Geschäft Brutto Netto 2.010,8 1.309,6 1.337,1 1.239,8 3.347,9 2.549,4 3.393,6 2.567,4
In Rückdeckung übernommenes Geschäft Brutto Netto 187,7 155,2 178,2 151,7
Insgesamt Brutto Netto 3.535,6 2.704,6 3.571,8 2.719,1

* Einbezogene Gesellschaften: AXA Versicherung AG, AXA Art Versicherung AG inklusiver Tochtergesellschaften, DBV Deutsche Beamten-Versicherung AG

Die Schadenquoten nach Rückversicherung haben sich in den vergangenen zehn Jahren wie folgt entwickelt:

Schadenquote Geschäftsjahr in % der verdienten Beiträge
2001 * 2002 * 2003 * 2004 * 2005 * 2006 * 2007 *
--- --- --- --- --- --- ---
89,8 86,0 74,4 76,5 72,1 75,8 80,9
Schadenquote Geschäftsjahr in % der verdienten Beiträge
2008 ** 2009 ** 2010 **
--- --- ---
77,4 77,8 77,0

Die Darstellung zeigt die Beiträge vor Konsolidierung.

* bis 2003: AXA Versicherung AG ohne AXA "die Alternative".

ab 2007: AXA Versicherung AG, DBV-Winterthur Versicherung AG, DBV Deutsche Beamten-Versicherung AG und DBV WinSelect Versicherung AG.

** 2008: AXA Versicherung AG, DBV-Winterthur Versicherung AG, DBV Deutsche Beamten-Versicherung AG und DBV-WinSelect

Versicherung AG sowie Deutsche Ärzteversicherung Allgemeine Versicherungs-AG und AXA Art Versicherung AG inklusive Tochtergesellschaften. Die Werte für das Geschäftsjahr 2008 sind an jene des Geschäftsjahres 2009 angepasst. In 2008 waren die Tochtergesellschaften der AXA Art Versicherung AG in der Darstellung nicht berücksichtigt.

*** ab 2009: AXA Versicherung AG, AXA Art Versicherung AG inklusiver Tochtergesellschaften, DBV Deutsche Beamten-Versicherung AG

Bei der AXA Versicherung sind die Schadenstückzahlen zu Beginn und Ende des Jahres 2010 aufgrund der besonders winterlichen Bedingungen durch Blitzeis- und Leitungswasserschäden gestiegen. Die fortgeführten Sanierungsmaßnahmen sowie die Optimierung der Schadenregulierung zeigen dennoch ihre Effekte und bewirken einen leichten Rückgang der Geschäftsjahres-Schadenquote der AXA Versicherung. Die AXA ART Versicherung hatte im zurückliegenden Jahr erfreulicherweise keine außergewöhnlichen Schadenereignisse oder Naturkatastrophen zu verkraften. Hingegen verschlechterte sich die Schadenquote der DBV Deutsche Beamtenversicherung in 2010 sowohl infolge höherer Spätschäden (Kraftfahrtversicherung und Verbundene Gebäudeversicherung) als auch geringerer Abwicklungsgewinne (Unfall- und Haftpflichtversicherung). Insgesamt ergibt sich auf Konzernebene ein leichter Rückgang der Schadenquote.

Der Schadenaufwand vor Rückversicherung für das selbst abgeschlossene Geschäft hat sich in den letzten zehn Jahren wie folgt entwickelt:

Eintrittsjahr *

in Mio. Euro
2000+früher 2001 2002 2003 2004
1 Jahr später 4049,2 4174,7 3712,2 3472,2 3510,1
2 Jahre später 3938,6 3801,7 3490,5 3308,8 3777,5
3 Jahre später 3754,8 3733,2 3404,1 3634,0 3751,8
4 Jahre später 3696,3 3671,9 3699,7 3592,0 3640,5
5 Jahre später 3647,2 3912,1 3666,9 3515,5 3027,5
6 Jahre später 3861,8 3885,6 3601,9 3014,7 2983,5
7 Jahre später 3830,2 3829,0 3182,4 2978,7
8 Jahre später 3791,1 3489,1 3153,3
9 Jahre später 3497,2 3471,2
10 Jahre später 3480,6
Aktueller Aufwand 3480,6 3471,2 3153,3 2978,7 2983,5
Kumulierte Zahlungen 2850,2 2713,5 2292,2 2003,4 1872,4
Aktuelle Rückstellungen 630,4 757,7 861,1 975,4 1111,1
Eintrittsjahr *

in Mio. Euro
2005 2006 2007 2008 2009
1 Jahr später 4211,9 4425,6 4436,0 4500,5 4754,0
2 Jahre später 3995,4 4083,0 4065,9 4148,7
3 Jahre später 3880,3 3891,1 3895,3
4 Jahre später 3154,6 3745,7
5 Jahre später 3087,1
6 Jahre später
7 Jahre später
8 Jahre später
9 Jahre später
10 Jahre später
Aktueller Aufwand 3087,1 3745,7 3895,3 4148,7 4754,0
Kumulierte Zahlungen 1799,2 1679,1 1457,9 1242,4 943,7
Aktuelle Rückstellungen 1287,9 2066,6 2437,3 2906,4 3810,3

* Einbezogene Gesellschaften: AXA Versicherung AG, AXA Art Versicherung AG und DBV Deutsche Beamten-Versicherung AG

Reserverisiko

Zur Abdeckung zukünftiger Schadenzahlungen sind von der AXA Schadenreserven zu bilden. Die Höhe der Schadenzahlungen ist jedoch mit Unsicherheit behaftet. Das so genannte Reserverisiko entsteht durch die unbekannte Schadenhöhe gemeldeter und noch nicht abgewickelter Schäden sowie bereits eingetretener, aber von den Versicherungsnehmern noch nicht gemeldeten Schäden (Spätschäden). Die Bewertung der künftigen Schadenzahlungen erfolgt anhand einer aktuariellen Schätztechnik, bei der der in der Vergangenheit beobachtete Schadenverlauf herangezogen wird. Großschäden werden separat geschätzt. Mit Hilfe von stochastischen Szenarien erfolgt eine Analyse von Trends, Streuungen und Zyklen sowie deren Treibern.

In der Sparte Arzt-Haftpflichtversicherung haben wir die Schadenreserven in den vergangenen Jahren gestärkt, da vorliegende Erkenntnisse ergaben, dass ein trendartiger Schadenanstieg aufgrund der Veränderung der Rechtslage beziehungsweise im Verhalten der Marktteilnehmer unterstellt werden kann. Gegebenenfalls kann eine weitere zusätzliche Dotierung der Schadenreserven in den Folgejahren erforderlich werden.

Die Abwicklungsergebnisse nach Rückversicherung haben sich in den vergangenen zehn Jahren wie folgt entwickelt:

Abwicklungsergebnis in % der Rückstellung am 1. Januar
2001 * 2002 * 2003 * 2004 * 2005 *
--- --- --- --- ---
3,1 7,9 6,0 4,1 4,4
Abwicklungsergebnis in % der Rückstellung am 1. Januar
2006 * 2007 * 2008 ** 2009 ** 2010 **
--- --- --- --- ---
5,0 3,7 3,6 6,8 3,7

Die Darstellung zeigt die Beiträge vor Konsolidierung.

* bis 2003: AXA Versicherung AG ohne AXA "die Alternative".

ab 2007: AXA Versicherung AG, DBV-Winterthur Versicherung AG, DBV Deutsche Beamten-Versicherung AG und DBV WinSelect Versicherung AG.

** 2008: AXA Versicherung AG, DBV-Winterthur Versicherung AG, DBV Deutsche Beamten-Versicherung AG und DBV-WinSelect Versicherung AG sowie Deutsche Ärzteversicherung Allgemeine Versicherungs-AG und AXA Art Versicherung AG inklusive Tochtergesellschaften. Die Werte für das Geschäftsjahr 2008 sind an jene des Geschäftsjahres 2009 angepasst. In 2008 waren die Tochtergesellschaften der AXA Art Versicherung AG in der Darstellung nicht berücksichtigt.

*** ab 2009: AXA Versicherung AG, AXA Art Versicherung AG inklusiver Tochtergesellschaften, DBV Deutsche Beamten-Versicherung AG

Zinsgarantierisiko

In der Unfallversicherung mit Beitragsrückgewähr wird für den Sparanteil der Beiträge eine garantierte Zinsleistung zwischen 2,25 % und 3,50 % vereinbart, wobei in der Kundenerwartung keine besondere Verzinsung, sondern alleine die Rückgewähr der gezahlten Beiträge liegt. Dies führt zwar zu einem Zinsgarantierisiko getrieben durch die unbekannte Entwicklung der Marktzinsen. Aufgrund des vergleichsweise geringen Beitragsvolumens und der geringen Erwartung an die Verzinsung dieser Versicherungsart ist das Zinsgarantierisiko jedoch von eher untergeordneter Bedeutung.

Lebensversicherung

Der AXA Konzern betreibt im Lebensversicherungsgeschäft hauptsächlich konventionelle und fondsgebundene Kapital-, Risikolebens- und Rentenversicherungen sowie Sterbegeld-, Berufsunfähigkeits- und Berufsunfähigkeitszusatzversicherungen.

Die spezifischen Risiken aus dem Lebensversicherungsgeschäft sind aus Unternehmenssicht biometrische Risiken, Risiken aus Kundenverhalten sowie Kosten- und Zinsgarantierisiken. Ferner bestehen noch spartenspezifische Risiken aus Rechtssprechung und Gesetzgebung.

Biometrische Risiken

Biometrische Risiken entstehen aus Abweichungen des tatsächlich beobachteten Risikoverlaufs zu den Annahmen der Kalkulation wie Sterblichkeit und Berufsunfähigkeit. Sinkende Sterblichkeit, bewirkt zum Beispiel durch verbesserte medizinische Versorgung, führen bei Kapital- und Risikoversicherungen zu einer Erhöhung der Marge, andererseits erzwingt dieser Trend bei Rentenversicherungen zusätzliche Leistungen. Eine Erhöhung der Sterblichkeit, etwa hervorgerufen durch Epidemien, hätte wiederum einen gegenläufigen Effekt. In der Berufsunfähigkeits(zusatz)versicherung führen Abweichungen von den eingerechneten zu den tatsächlichen Versicherungsereignissen zu Risiken. Diese gehen neben medizinischen und juristischen Veränderungen oft auch auf soziale und konjunkturelle Ursachen zurück.

Die AXA steuert biometrische Risiken durch ihre Produktgestaltung, Zeichnungspolitik und Rückversicherungsverträge. Im Rahmen des Prozesses zur Gestaltung neuer bzw. Anpassung bestehender Produkte werden Risiken identifiziert, bewertet und es wird, sofern notwendig, eine Anpassung der Produktkalkulation vorgenommen. Durch die Zeichnungspolitik wird eine risikogerechte Tarifierung sichergestellt. Je nach Ergebnis der medizinischen und finanziellen Risikoprüfungen wird dem Kunden nur unter Akzeptanz eines Beitragszuschlages bzw. eines Risikoausschlusses ein Versicherungsvertrag angeboten. Zusätzlich werden bei hohen Einzel- und Kumulrisiken sowie konzernübergreifend bei Katastrophenrisiken Rückversicherungsverträge zur Beschränkung der Leistungsbelastung abgeschlossen. Bei Berufsunfähigkeitsversicherungen wird das biometrische Risiko durch die Leistungsprüfung auf die vertraglichen Zusagen beschränkt. Hierbei wird zum einen ausführlich geprüft, ob der Leistungsfall eingetreten ist, zum anderen werden Hilfestellungen für eine schnelle Rückkehr des Versicherungsnehmers in das Berufsleben erteilt.

Für die Berechnung der versicherungstechnischen Rückstellungen werden im Wesentlichen die bei Vertragsabschluss aktuellen von der Aufsichtsbehörde beziehungsweise der Deutschen Aktuarvereinigung (DAV) empfohlenen Sterbetafeln sowie Invalidisierungs- und Reaktivierungstafeln verwendet. Alle in den Versicherungsverträgen zugesagten Leistungen werden dem Grundsatz der Vorsicht entsprechend berücksichtigt. Durch regelmäßige aktuarielle Analysen wird ein möglicher Anpassungsbedarf der Deckungsrückstellungen frühzeitig erkannt. Mit Ausnahme folgender Teilbestände werden die verwendeten Wahrscheinlichkeitstafeln von der Aufsichtsbehörde und der DAV als ausreichend für die Berechnung der Deckungsrückstellung angesehen und enthalten nach Einschätzung des verantwortlichen Aktuars für die Gesellschaft angemessene Sicherheitsspannen. Für den Bestand an Rentenversicherungen, die nicht nach der aktuellen Sterbetafel DAV 2004 R kalkuliert sind, wurde unter Berücksichtigung der aktuellen Empfehlungen der DAV im Jahr 2010 die Deckungsrückstellung weiter verstärkt. Die Deckungsrückstellung des Bestands an Berufsunfähigkeits(zusatz)versicherungen, die nicht nach den aktuellen Tafeln DAV 1997 I, TI und RI kalkuliert wurden, musste nicht weiter gestärkt werden. Die Entwicklung der Sterblichkeit und Invalidisierungswahrscheinlichkeiten wird auch weiterhin laufend analysiert.

Risiken aus Kundenverhalten

Risiken aus dem Verhalten von Versicherungsnehmern resultieren vor allem aus dem Stornorisiko und dem Risiko aufgrund des Kapitalwahlrechts bei Rentenversicherungen.

Das Stornorisiko wird vom Verhalten der Versicherungsnehmer beeinflusst, da sie zum Beispiel ihre Beitragszahlung einstellen oder den Vertrag kündigen können. Rationales Verhalten vorausgesetzt, werden Lebensversicherungskunden mit einer Kapital- oder Risikoversicherung, deren Gesundheit sich während der Vertragslaufzeit verschlechtert, mit einer geringeren Wahrscheinlichkeit kündigen. Hierdurch könnte die Gefahr einer negativen Risikoselektion entstehen. Andererseits kann eine Kapitalmarktentwicklung zu verstärkten Rückkäufen führen, um den ausgezahlten Betrag mit einer höheren Rendite zu reinvestieren. Das sich bei unerwartet hohen Storni ergebende Risiko von Mittelabflüssen kann bei großem Volumen zu Liquiditätsengpässen, einer Beeinträchtigung der Kapitalanlagenstruktur und der Erträge aus den Kapitalanlagen führen.

Die Stornoquoten in der AXA Gruppe und in der Branche werden permanent beobachtet. Die Veränderung der Stornoquoten war selbst während der Kapitalmarktkrise begrenzt, so dass das resultierende Risiko als niedrig einzuschätzen ist. Jedoch kann ein höheres oder niedrigeres Storno in realistischem Ausmaß bei den fondsgebundenen Lebens- und Rentenversicherungen einen Einfluss auf die Jahresergebnisse haben. So erzielen die Lebensversicherungsunternehmen bei fondsgebundenen Lebens- und Rentenversicherungen Kostendeckungsbeiträge und Gewinnmargen auch aus der Vergütung von Verwaltungsgebühren der Fondsgesellschaften. Diese sind nur dann ausreichend, wenn sich die Fondsvermögen entsprechend der kalkulierten Bestandsfestigkeit entwickeln. Im Falle eines deutlich erhöhten Stornos könnten sich die Fondsguthaben so verringern, dass die angestrebten Gewinnmargen und Kostendeckungsbeiträge nicht mehr erreicht werden.

Bei anwartschaftlichen Rentenversicherungen hat der Kunde zum Zeitpunkt der Verrentung ein Kapitalwahlrecht. Dieses Risiko wird durch die Produktgestaltung beschränkt. Das angenommene Kundenverhalten wird bei der Verstärkung der Deckungsrückstellung bei Rentenversicherungen mit älteren Rechnungsgrundlagen berücksichtigt. Derzeit wird das Risiko aufgrund des Kapitalwahlrechtes als gering betrachtet. Es könnte aber steigen, falls sich herausstellt, dass sich das Kundenverhalten systematisch ändert. Aus diesem Grund erfolgt eine regelmäßige Überwachung des Kundenverhaltens.

Kostenrisiko

Das Kostenrisiko besteht darin, dass die tatsächlichen Kosten durch die einkalkulierten Kosten dauerhaft nicht finanziert werden können. Die Überwachung des Kostenrisikos erfolgt durch ein umfassendes Kostencontrolling.

Zinsgarantierisiko

Das professionelle Management der Zinsgarantien stellt eine Kernherausforderung im Rahmen des Asset Liability Managements dar. Zwar liegen für alle Lebensgesellschaften sowohl die derzeitige Nettoverzinsung der Kapitalanlagen als auch die im Rahmen der Unternehmensplanung erwartete durchschnittliche Rendite für die Folgejahre im Sinne von § 5 Abs. 3 der Deckungsrückstellungsverordnung (DeckRV) über dem durchschnittlichen Rechnungszins des Bestandes, jedoch würde das längere Anhalten eines Niedrigzinsszenarios wie in den Sommermonaten des Jahres 2010 dazu führen, dass in den nächsten Jahren der Referenzzins gemäß § 5 Abs. 3 der Deckungsrückstellungsverordnung (DeckRV) unter dem durchschnittlichen Rechnungszins des Bestandes liegen würde. Dann wäre für die jeweilige Lebensgesellschaft die Deckungsrückstellung sofort unter Berücksichtigung dieses Referenzzinses aufzufüllen. Das Bundesministerium für Finanzen (BMF) hat im März eine Anpassung der DeckRV verkündet, die in Abhängigkeit von der Zinsentwicklung im Prinzip diese Verstärkung der Deckungsrückstellung über mehrere Jahre, frühestens beginnend Ende 2011, zur Folge hat

Bei fondsgebundenen Versicherungen ohne Garantieteile bemisst sich die Versicherungsleistung an der Entwicklung des zugrundeliegenden Fonds. Hieraus ergibt sich für die Lebensversicherer kein Kapitalanlagerisiko, da die Höhe der Verpflichtung gegenüber den Versicherungsnehmern stets mit dem Wert des Fondsvermögens übereinstimmt. Soweit unsererseits Garantien bei Fondsgebundenen Produkten ausgesprochen wurden, gelten die Aussagen zu Zinsgarantien konventioneller Produkte.

Die folgende Tabelle stellt die Konzentration von versicherungstechnischen Risiken nach Versicherungsarten in Bezug auf Versicherungssummen und Brutto-Deckungsrückstellung dar:

Versicherungssummen * Brutto-Deckungsrückstellung
in Mio. Euro ** 31.12.2010 31.12.2009 31.12.2010 31.12.2009
--- --- --- --- ---
Kapitalversicherungen 40.322 42.821 18.691 19.126
Risikoversicherungen 6.877 7.134 72 69
Rentenversicherungen 36.498 35.159 7.977 7.701
Sonstige Einzelversicherungen 13.372 12.951 2.712 2.067
Kollektivversicherungen 24.985 25.432 6.750 6.293
Zusatzversicherungen 89.191 90.692 1.832 1.758
Selbst abgeschlossene Versicherungen 211.245 214.189 38.034 37.014

* bei Rentenversicherungen: zwölffache Jahresrente.

** dargestellte Gesellschaften: AXA Lebensversicherung AG, Deutsche Ärzteversicherung AG und Pro bAV Pensionskasse AG sowie DBV Deutsche Beamtenversicherung Lebensversicherung AG, Winsecura Pensionskasse AG und Rheinisch-Westfälische Sterbekasse AG.

Risiken aus Gesetzesänderungen

Die Deckungsrückstellung eines Versicherungsvertrages muss mindestens der Höhe des Rückkaufswertes entsprechen. Änderungen in Gesetzgebung und Rechtsprechung, die eine Erhöhung des Rückkaufswertes bewirken, führen daher auch zu einer Erhöhung der Deckungsrückstellung für den betroffenen (Teil-) Bestand. So ist nicht auszuschließen, dass sich aus Gesetzgebung und Rechtsprechung eine extensive Interpretation der vom Bundesgerichtshof zu den Rückkaufswerten am 12. Oktober 2005 und 26. September 2007 ergangenen Urteile entwickeln könnte, woraus zusätzliche, bisher nicht berücksichtigte Leistungen resultieren würden Das Erfordernis, eine gesonderte Rückstellung zu bilden, wird für die Deutsche Ärzteversicherung, die AXA Lebensversicherung, die DBV Deutsche Beamtenversicherung Lebensversicherung, die winsecura Pensionskasse sowie der Pro bAV Pensionskasse regelmäßig überprüft.

Durch eine Entscheidung des Landesarbeitsgerichtes München vom 15. März 2007 wurde eine Diskussion über die in der Kalkulation betrieblicher Altersvorsorgeprodukte angewandten marktüblichen Verrechnungsverfahren von Abschlusskosten ausgelöst. Das Landesarbeitsgericht Köln hat am 13. August 2008 gegenteilig entschieden. Gegen dieses Urteil wurde Revision eingelegt. Vor diesem Hintergrund sowie unter Berücksichtigung unserer ohnehin vorhandenen Produkthaftung hatten wir in den Jahren 2007 und 2008 eine Garantieerklärung für die jeweils aktuelle Produktpalette abgegeben. Durch diese Erklärung werden die Arbeitgeber von allen Zahlungen freigestellt, falls sie aufgrund einer Entgeltumwandlung im Rahmen unserer Produkte der aktuellen Tarifgeneration im Wege der Klage eines/einer ausgeschiedenen Arbeitnehmers/Arbeitnehmerin zur Auffüllung des Rückkaufswertes gerichtlich verurteilt werden. Dies erfolgt jedoch nur unter der Voraussetzung, dass die aktuellen Antragsformulare und Entgeltumwandlungsvereinbarungen verwendet werden, die den/die Arbeitnehmer/Arbeitnehmerin umfassend darüber aufklärt, welche Auswirkungen die in seiner/ihrer Lebensversicherung vorgesehene Abschlusskostenverrechnung auf die Höhe des Rückkaufswertes hat, und diese Beratung entsprechend protokolliert wird. Das Bundesarbeitsgericht (BAG) hat nun mit dem Urteil vom 15. September 2009 abschließend festgestellt, dass die Verteilung von Abschlusskosten über fünf Jahre zulässig ist. Eine Haftung könnte sich daher für uns nur aus den in 2007 abgegebenen Freistellungserklärungen bis längstens 2011 ergeben. Auch bei Verwendung voll gezillmerter Tarife liegt kein Verstoß gegen die Wertgleichheit vor. Es kann jedoch eine unangemessene Benachteiligung i.S.d. § 307 BGB vorliegen. Hieraus käme ein Anspruch des Arbeitnehmers gegen den Arbeitgeber auf eine höhere Versorgung in Betracht.

Mögliche anderslautende gerichtliche Einschätzungen unserer Umsetzung der VVG Reform könnten rückwirkende Auswirkungen auf unsere Leistungsverpflichtungen haben.

Der Bundesgerichtshof (BGH) hatte am 29. Juli 2009 in einem Verbandsprozess gegen ein Lebensversicherungsunternehmen ein Anerkenntnisurteil erlassen. Es handelte sich dabei um ein wettbewerbsrechtliches Verfahren zu der Frage, ob der Versicherer sich im Falle unechter unterjähriger Beitragszahlung auf eine bestimmte Klausel zu Ratenzahlungszuschlägen berufen darf, ohne dass hierbei der effektive Jahreszins gemäß der Preisangabenverordnung ausgewiesen wird. Das Urteil ließ die relevanten Fragen offen, da es sich lediglich um ein Anerkenntnisurteil und damit nicht um eine Grundsatzentscheidung handelte. Darüber hinaus liegen keine Urteilsgründe vor. In der Folge gab es im Jahr 2010 zu diesem Sachverhalt mehrere erst- sowie zweitinstanzliche Verfahren mit unterschiedlich ausgefallenen Urteilen. Wie die aufgeworfenen Fragen letztendlich zu beurteilen sind, kann nur ein weiteres höchstrichterliches Urteil zeigen. Welche Entscheidung zu erwarten ist, kann nicht vorhergesagt werden.

Krankenversicherung

Die AXA Krankenversicherung betreibt insbesondere die Krankenvollversicherung sowie die Pflegeversicherung und verschiedene Arten der Zusatzversicherung. Die primären versicherungstechnischen Risiken aus dem Krankenversicherungsgeschäft sind Krankheitskosten-/Leistungsrisiken, biometrische Risiken, Risiken aus Kundenverhalten und Reserverisiken. Ferner bestehen noch Zinsgarantierisiken sowie Risiken aus der Gesundheitsreform (siehe Kapitel „Gesundheitsreform“).

Versicherungstechnische Risiken können dazu führen, dass die zu zahlenden Leistungen und Kosten nicht mehr aus den Beitragseinnahmen, den Anlageerträgen und der planmäßigen Auflösung der Alterungsrückstellung finanziert werden können. Ein mindestens jährlich durchzuführender, gesetzlich vorgeschriebener Vergleich der erforderlichen mit den kalkulierten Leistungen ermöglicht jedoch ein zeitnahes Erkennen von Abweichungen in den erwarteten Leistungen. Bei Bedarf erfolgt eine Beitragsanpassung. Bei der hierfür notwendigen Neukalkulation werden sämtliche Rechnungsgrundlagen überprüft und gegebenenfalls angepasst. Zusätzlich bestehen für den Versicherungsbestand der Krankenversicherung Zeichnungsrichtlinien, um Deckungszusagen nur zu risikogerechten Beiträgen zu geben. Darüber hinaus enthalten viele Tarife Selbstbehalte zur Steuerung der Leistungsinanspruchnahme. Trotz aller Maßnahmen lassen sich versicherungstechnische Risiken jedoch nicht vollständig vermeiden.

Krankheitskosten-/Leistungsrisiken

Unter dem Krankheitskosten-/Leistungsrisiko wird das Risiko verstanden, dass die tatsächlichen Krankheits- und Pflegekosten die erwarteten, in dem Beitrag berücksichtigten Zahlungen übersteigen können. Im Falle eines kurzfristigen Anstiegs der Krankheits- und Pflegekosten über den kalkulierten Rahmen oder einer Pandemie kann auf die unerwartete Leistungserhöhung gegebenenfalls erst mit einer zeitlichen Verzögerung durch eine Beitragsanpassung reagiert werden. Ursachen für solche Leistungsanstiege können nach unserer Erfahrung weitere medizinische Fortschritte in Verbindung mit kostspieligeren medizinischen Einrichtungen oder die Entwicklung neuer teurerer Medikamente verbunden mit einer Kosteninflation im Gesundheitswesen sein.

Biometrische Risiken

Biometrische Risiken entstehen in der Krankenversicherung aus einer sinkenden Sterblichkeit, wodurch mit einer verlängerten Inanspruchnahme und somit einer Erhöhung der Versicherungsleistungen zu rechnen ist. Die Sterbetafeln werden jährlich von der Deutschen Aktuarvereinigung auf ausreichende Sicherheit überprüft. Soweit sich ein Aktualisierungsbedarf ergibt, verwenden wir die neuen Werte unverzüglich bei der Kalkulation neuer Tarife beziehungsweise von Beitragsanpassungen.

Risiken aus Kundenverhalten

Ein Risiko aus dem Verhalten von Versicherungsnehmern stellt insbesondere das Stornorisiko dar. Die in der Tarifierung angesetzten Stornowahrscheinlichkeiten basieren sowohl auf eigenen als auch auf Verbandserfahrungen und sind aktuariell ausreichend vorsichtig bemessen. Die Stornoquoten bei der AXA Krankenversicherung und in der Branche werden permanent beobachtet, sodass frühzeitig eine Veränderung erkannt und gegebenenfalls in Beitragsanpassungen und Neukalkulationen berücksichtigt wird. Darüber hinaus treten Risiken im Kundenverhalten derzeit in Zusammenhang mit der Gesundheitsreform auf (siehe Kapitel „Gesundheitsreform“).

Reserverisiken

Zur Abdeckung zukünftiger Krankheitskosten-/Leistungszahlungen sind Alterungsrückstellungen zu bilden. Die Höhe der Zahlungen ist jedoch mit Unsicherheit behaftet, insbesondere aufgrund steigender Krankheitskosten-/ Leistungszahlungen und einer sinkenden Sterblichkeit, deren Veränderung aufgrund der regelmäßigen Überprüfung jedoch in den vergangenen Jahren nicht mehr so gravierend war wie in früheren Jahren. Definitiv schon feststehende medizinische Entwicklungen sind jedoch in der Alterungsrückstellung schon in dem Augenblick eingepreist, in dem sie in den Beiträgen berücksichtigt sind (Kalkulationsverordnung). Insgesamt ist das Reserverisiko als gering einzuschätzen, da durch regelmäßige Beitragsanpassungen der Leistungsbedarf aktualisiert wird. Zusätzlich zum bestehenden Verfahren der jährlichen Leistungsüberprüfung hat der Gesetzgeber eine gesonderte Überprüfung der verwendeten Sterbetafeln vorgeschrieben, wodurch eine vollständige Überprüfung aller Rechnungsgrundlagen ausgelöst wird, wenn die eingerechneten Sterbetafeln keine ausreichende Sicherheit mehr bieten. Als Berechnungsgrundlagen für die Alterungsrückstellung dienten die Sterbetafeln PKV 2001, PKV 2004, PKV 2007, PKV 2008, PKV 2009, PKV 2010 und PKV 2011. Die Alterungsrückstellung wurde entsprechend den Vorschriften in den technischen Berechnungsgrundlagen ermittelt. Diese wurden für alle Tarife von einem unabhängigen Treuhänder geprüft und der Aufsichtsbehörde vorgelegt.

Zinsgarantierisiko

Der Alterungsrückstellung werden jährlich Zinserträge zugeführt, wobei der Zinssatz gesetzlich auf 3,5 % begrenzt ist. Mit diesem Zinssatz erfolgt die Verzinsung der gesamten Alterungsrückstellung der AXA Krankenversicherung. Die aktuelle Nettoverzinsung der AXA Krankenversicherung von 4,1 % liegt deutlich über dem Rechnungszins. Diese Überzinsen werden fast vollständig zur Beitragsermäßigung im Alter verwandt. Die zukünftige Zinserwartung, die mithilfe des aktuariellen Unternehmenszinses (AUZ) nach einem brancheneinheitlichen Verfahren unternehmensindividuell ermittelt wird, zeigt, dass wir den Höchstrechnungszinssatz von 3,5 % in den kommenden Jahren mit hoher Wahrscheinlichkeit erwirtschaften können. Bei dem AUZ handelt es sich um ein mit der Deutschen Aktuarvereinigung und der Aufsichtsbehörde abgestimmtes Verfahren zur Zinsprojektion, das auf Basis der Vorjahresergebnisse und offiziellen, durch die Bundesbank veröffentlichten Zinskurven für Neuanlagen die Zinserwartungen für das übernächste Jahr schätzt. Dieses Verfahren wurde aktuell überarbeitet und liefert bei einem Ergebnis über 3,5 % die Berechtigung, diesen Wert auch zukünftig für die Verzinsung der Alterungsrückstellung zu verwenden. Zwar sind aktuell die Zinsen auf den Kapitalmärkten niedrig, doch zielen unsere nachhaltige Kapitalanlagepolitik sowie Absicherungsmaßnahmen darauf ab, auch zukünftig die Einhaltung des AUZ-Kriteriums sicherzustellen.

Risikoverteilung nach Versicherungsarten

Die folgende Tabelle zeigt die Verteilung der Beiträge und der Anzahl der Versicherten nach Versicherungsarten:

Gebuchte Bruttobeiträge

(in Mio. Euro)
Anzahl der versicherten natürlichen Personen

(in Tausend)
31.12.2010 31.12.2009 31.12.2010 31.12.2009
--- --- --- --- ---
Krankheitskostenvollversicherungen 1.834,1 1745,8 737,6 724,7
Krankentagegeldversicherungen 78,6 79,9 209,3 212,1
Krankenhaustagegeldversicherungen 36,7 38,6 457,9 462,0
Krankheitskostenteilversicherungen 122,8 121,9 490,1 478,5
Pflegepflichtversicherungen 170,7 164,2 798,1 784,8
Ergänzende Pflegezusatzversicherung 36,9 34 136,4 113,6
Sonstige Versicherungen 15,2 14,3 0,9 0,8
Selbst abgeschlossene Versicherungen 2.295,0 2.198,7 1.458,8 1.439,6

Gesundheitsreform

Die aus der als Wettbewerbsstärkungsgesetz bezeichneten Gesundheitsreform resultierenden Risiken für die Private Krankenversicherung haben weiterhin Bestand. Als Hauptrisiken sind hier der Basistarif sowie die fehlende Kündigungsmöglichkeit und die damit einhergehende (eingeschränkte) Leistungspflicht für Nichtzahler zu nennen.

Der Basistarif beinhaltet versicherungsfremde Elemente wie Kontrahierungszwang, Verbot von Risikozuschlägen und Höchstbeiträge, die eine Subventionierung durch die PKV-Kunden der anderen Vollversicherungstarife erfordern und somit zu einer erhöhten Belastung dieser Personen führen. Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass sich überwiegend Personen mit vorhandenen oder akuten Erkrankungen und überdurchschnittlich schlechter Zahlungsmoral im Basistarif versichert haben. Dies trifft insbesondere auf die Versicherten zu, die aufgrund der Versicherungspflicht ins PKV-System zurückgekehrt sind.

Mit der Einführung der Versicherungspflicht wurde zudem gesetzlich eine Notfallversorgung auch für die Versicherten festgelegt, die ihre Beiträge nicht mehr zahlen. Diese Leistungen können nicht durch Beiträge gedeckt werden und schmälern den Rohüberschuss der Gesellschaften und damit auch die Zuführung zur Rückstellung für Beitragsrückerstattung. Letztlich fehlen somit Mittel, um notwendige Beitragsanpassungen stärker abzumildern.

EuGH-Verfahren zur Gender Directive / Unisex-Tarife (spartenübergreifende Thematik)

Das belgische Verfassungsgericht hat dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) im Juni 2009 die Frage zur Entscheidung vorgelegt, ob Artikel 5 (2) der Gender-Richtlinie (2004/113/EG) mit Europäischem Primärrecht (EG-Vertrag, Europäische Menschenrechtskonvention) vereinbar ist. In diesem Artikel ist ein Wahlrecht für die Mitgliedstaaten verankert. Danach dürfen die Versicherer bei der Tarifierung zwischen Frauen und Männern differenzieren, wenn der Mitgliedstaat es zulässt. Die unterschiedliche Behandlung muss sachlich begründet sein, die Begründung statistisch belegt werden. Deutschland hat dieses Wahlrecht durch die Regelung in § 20 (2) AGG (Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz) genutzt. Mit Urteil vom 01.03.2011 hat der EuGH festgestellt, dass die Berücksichtigung des Geschlechts als Risikofaktor in Versicherungsverträgen eine Diskriminierung darstellt. Da die Ausnahmevorschrift des Art. 5 (2) der Richtlinie zudem unbefristet gilt, hat der EuGH diese ab dem 21.12.2012 für ungültig erklärt. Da das Urteil und die sich daraus ergebenden Konsequenzen vom deutschen und europäischen Gesetzgeber zunächst umgesetzt werden müssen, wird eine Aussage über die wirtschaftlichen Auswirkungen erst nach dieser Umsetzung möglich sein.

Risiken aus dem Ausfall von Forderungen aus dem Versicherungsgeschäft

Die fälligen Forderungen gegenüber Versicherungsnehmern (insbesondere Beitragsforderungen) sowie die Ansprüche gegenüber Versicherungsvermittlern (vor allem aus Provisionsrückforderungen) betrugen zum Bilanzstichtag 651 Mio. Euro (2009: 388 Mio. Euro, jeweils ohne noch nicht verdiente Provisionen aus dem Geschäft mit fondsgebundenen Lebens- und Rentenversicherungen). Davon entfielen 61 Mio. Euro (2009: 45 Mio. Euro) auf Forderungen, die älter als 90 Tage sind. Zur Risikovorsorge wurden die in der Bilanz ausgewiesenen Forderungen an Kunden und Vermittler um Wertberichtigungen von 8 Mio. Euro (2009: 27 Mio. Euro) vermindert. Diese wurden anhand der Mahnstufen ermittelt.

Die Risiken aus dem Ausfall von Forderungen gegenüber Versicherungsnehmern werden durch ein ITunterstütztes Inkasso- und Mahnsystem gesteuert. Zeitnahe Provisionsabrechnungen stellen sicher, dass Provisionsrückforderungen an Versicherungsvermittler kurzfristig ausgeglichen werden.

Der Rückversicherer für unsere wichtigsten obligatorischen Rückversicherungsverträge ist die AXA Versicherung AG, die diese Verträge wiederum komplett in ihre eigenen Rückversicherungsverträge implementiert und anschließend an die französische Gruppengesellschaft AXA Global P&C retrozediert. Die AXA Global P&C platziert diese Verträge teilweise am internationalen Rückversicherungsmarkt und teilweise innerhalb der AXA Gruppe. Sowohl bei der über die AXA Global P&C retrozedierten Vertragsrückversicherung als auch bei der direkt von uns abgegebenen fakultativen und vertraglichen Rückversicherung wird nur mit erstklassigen Rückversicherern zusammengearbeitet. Grundlage hierfür sind Richtlinien für die Auswahl der Rückversicherer sowie eine von der AXA Global P&C permanent aktualisierte Bonitätsliste, basierend auf den Ratings renommierter Ratingagenturen. Bei der Rückversicherung von langfristigen Verbindlichkeiten gelten dabei besonders hohe Anforderungen an die finanzielle Ausstattung der Rückversicherungspartner. Zusätzlich wird das Ausfallrisiko durch regelmäßige Überwachung der Kreditqualität der Rückversicherer und ein zeitnahes Inkasso reduziert.

Rechtliche Risiken und Garantierisiken

Als Mitglied der Pharma-Rückversicherungsgemeinschaft haben wir uns für den Fall, dass eines der übrigen Poolmitglieder ausfällt, verpflichtet, dessen Leistungsverpflichtungen im Rahmen der quotenmäßigen Beteiligung zu übernehmen. Bei den beendeten Mitgliedschaften der Deutschen Kernreaktor-Versicherungsgemeinschaft, beim Deutschen Luftpool und bei der Continentale Valoren-Versicherungs-Gemeinschaft trifft dies nur noch für die Abwicklung früherer Jahre zu.

Zum Schutz der Ansprüche aus Versicherungsverträgen im Fall einer Unternehmenskrise sind Lebens- und Krankenversicherer zur Mitgliedschaft in einem Sicherungsfonds gesetzlich verpflichtet.

Für die Lebensversicherer erhebt der Sicherungsfonds auf der Grundlage der Sicherungsfonds-Finanzierungs-Verordnung (Leben) jährliche Beiträge von maximal 0,2 ‰ der Summe der versicherungstechnischen Netto-Rückstellungen, bis ein Sicherungsvermögen von 1 ‰ der Summe der versicherungstechnischen Netto-Rückstellungen aufgebaut ist. Für die Lebensversicherer des Konzerns und die Pensionskasse des Konzerns ergeben sich hieraus keine zukünftigen Verpflichtungen.

Der Sicherungsfonds kann darüber hinaus Sonderbeiträge in Höhe von weiteren 1 ‰ der Summe der versicherungstechnischen Netto-Rückstellungen erheben; dies entspricht einer Verpflichtung von 47 Mio. Euro (2009: 46 Mio. Euro). Sofern die Mittel des Sicherungsfonds bei einem Sanierungsfall nicht ausreichen, haben sich die teilnehmenden Versicherungsunternehmen verpflichtet, dem Sicherungsfond oder alternativ der Protektor Lebensversicherungs-AG weitere finanzielle Mittel zur Verfügung zu stellen. Die Verpflichtung beträgt 1 % der Summe der versicherungstechnischen Netto-Rückstellungen unter Anrechnung der zu diesem Zeitpunkt bereits an den Sicherungsfonds geleisteten Beiträge. Unter Einschluss der oben genannten Einzahlungsverpflichtungen aus den Beitragszahlungen an den Sicherungsfonds beträgt die Gesamtverpflichtung zum Bilanzstichtag 425 Mio. Euro (2009: 415 Mio. Euro).

Die AXA Krankenversicherung AG ist nach den §§ 124 ff. VAG – über die Mitgliedschaft im Verband der privaten Krankenversicherung e.V. – dem gesetzlichen Sicherungsfonds für Krankenversicherungsunternehmen angeschlossen. Inzwischen wurde die Auffanggesellschaft Medicator AG gegründet, der das Bundesministerium für Finanzen mit Verordnung vom 11. Mai 2006 die Aufgaben und Befugnisse eines Sicherungsfonds für Krankenversicherungsunternehmen übertragen hat. Im Krisenfall ist die AXA Krankenversicherung AG verpflichtet, der Medicator AG die erforderlichen Mittel bis zur Höhe von maximal 2 ‰ der versicherungstechnischen Netto-Rückstellungen zur Erfüllung ihrer Aufgaben zur Verfügung zu stellen. Im Geschäftjahr würde das einem Betrag in Höhe von 22 Mio. EUR (2009: 20 Mio. Euro) entsprechen.

Für die AXA Bank AG wurde gemäß § 5 Abs. 10 des Statuts des Einlagensicherungsfonds seitens der AXA Konzern AG sowie der AXA S.A., Paris, eine so genannte Freistellungserklärung gegenüber dem Bundesverband deutscher Banken e.V., Berlin, abgegeben. Die Freistellungserklärung dient zur vorsorglichen Absicherung für den eventuellen Fall einer zugunsten der Bank erfolgten Hilfestellung, falls diese wegen entstandener Verluste erforderlich sein sollte. Die Freistellung ist auf die Einlagen der Kunden bei der AXA Bank AG begrenzt, die zum Bilanzstichtag 1.224 Mio Euro (2009: 863 Mio. Euro) betrugen.

Zum 31.12.2010 waren die in nachstehender Übersicht aufgeführten Spruchverfahren gem. § 306 AktG a.F. bzw. dem Spruchverfahrensgesetz anhängig, die von ehemaligen aussenstehenden Aktionären der betreffenden Gesellschaften eingeleitet wurden.

Spruchverfahren Zweck zuständiges Gericht Einleitung Spruch-

verfahren
Antragsgegner
Beherrschungsvertrag zwischen AXA Konzern AG und Nordstern Allgemeine Versicherungs-AG v. 1994 Überprüfung der Angemessenheit von Barabfindungsangebot und Ausgleich OLG Düsseldorf 1994 AXA Konzern AG
Verschmelzung AXA Versicherung AG (übernehmender Rechtsträger) mit Nordstern Allgemeine Versicherungs-AG in 1999 Überprüfung der Angemessenheit des Umtauschverhältnisses LG Köln 1999 AXA Versicherung AG
Verschmelzung AXA Lebensversicherung AG (übernehmender Rechtsträger) mit Nordstern Lebensversicherungs-AG in 1999 Überprüfung der Angemessenheit des Umtauschverhältnisses LG Köln 1999 AXA Lebensversicherung AG
Beherrschungsvertrag zwischen AXA Konzern AG und Albingia Versicherungs-AG Überprüfung der Angemessenheit von Barabfindungsangebot und Ausgleich LG Hamburg 1999 AXA Konzern AG /AXA Versicherung AG
Verschmelzung AXA Versicherung AG (übernehmender Rechtsträger) mit Albingia Versicherungs-AG in 2000 Überprüfung der Angemessenheit des Umtauschverhältnisses LG Hamburg 2000 AXA Versicherung AG
Beherrschungsvertrag zwischen AXA Konzern AG und AXA Versicherung AG in 2000 Überprüfung der Angemessenheit von Barabfindungsangebot und Ausgleich LG Köln 2000 AXA Konzern AG
Ergebnisabführungsvertrag zwischen AXA Konzern AG und AXA Versicherung AG in 2005 Überprüfung der Angemessenheit von Barabfindungsangebot und Ausgleich LG Köln 2005 AXA Konzern AG
Übertragung der Aktien der Minderheitsaktionäre der AXA Versicherung AG auf die AXA Konzern AG ("Squeeze-out") in 2005 Überprüfung der angemessenen Barabfindung LG Köln 2005 AXA Konzern AG
Übertragung der Aktien der Minderheitsaktionäre der AXA Lebensversicherung AG auf die AXA Konzern AG ("Squeeze-out") in 2007 Überprüfung der angemessenen Barabfindung LG Köln 2007 AXA Konzern AG
Übertragung der Aktien der Minderheitsaktionäre der Deutsche Ärzteversicherung AG auf die AXA Konzern AG ("Squeeze-out") in 2007 Überprüfung der angemessenen Barabfindung LG Köln 2007 AXA Konzern AG
Beherrschungsvertrag zwischen WinCom Versicherungs-Holding AG und DBV (Winterthur) Holding AG in 2008 Überprüfung der Angemessenheit von Barabfindungsangebot und Ausgleich OLG Frankfurt 2008 WinCom Versicherungs- Holding AG
Übertragung der Aktien der Minderheitsaktionäre der DBV (Winterthur) Holding AG auf die AXA Konzern AG ("Squeeze-out") in 2009 Überprüfung der angemessenen Barabfindung LG Frankfurt 2009 AXA Konzern AG

Die auf die AXA Lebensversicherung AG verschmolzene Nordstern Lebensversicherung AG wurde zusammen mit zahlreichen anderen europäischen Versicherungsgesellschaften vor einem Bundesgericht in New York von Opfern des Holocaust und ihren Erben verklagt. Mit diesen Sammelklagen fordern die Kläger Entschädigungen für angeblich nicht ausgezahlte Versicherungsleistungen. Das Gericht hat diese Klagen am 8. Dezember 2000 abgewiesen. Eine Entschädigung von moralischen Ansprüchen der Opfer und ihrer Erben erfolgt über die Stiftungsinitiative der deutschen Wirtschaft, der der AXA-Konzern beigetreten ist.

Das Landesarbeitsgericht München hat am 15. März 2007 rechtskräftig entschieden, Entgeltumwandlungsvereinbarungen seien wegen Verletzung des gesetzlichen Wertgleichheitsgebotes unwirksam, wenn der Arbeitslohn in gezillmerte Tarife der betrieblichen Altersversorgung investiert wird. Das Bundesarbeitsgericht hat diese Ansicht in seinem Urteil vom 15. September 2009 (Az. 3 AZR 17/09) nicht bestätigt. Danach verstoßen gezillmerte Tarife bei Entgeltumwandlung nicht gegen das Wertgleichheitsgebot. Ein vollständiger Ausschluss der Haftung des Arbeitgebers bei Verwendung voll gezillmerter Verträge kann aber laut Urteilsbegründung des BAG nicht gewährleistet werden, da der Einsatz solcher Tarife eine unangemessene Benachteiligung darstellen kann. Es wird aber als angemessen erachtet, wenn die Abschluss- und Vertriebskosten auf die ersten fünf Jahre verteilt werden, da dieses Vorgehen auch im Gesetz über die Zertifizierung von Altersvorsorgeverträgen (AltZertG) und seit 2008 auch im VVG vorgeschrieben wird. Aufgrund der zuvor unklaren Rechtslage hatten wir in den Jahren 2007 und 2008 eine Garantieerklärung für die jeweils aktuelle Produktpalette abgegeben. Hierdurch werden die Arbeitgeber unter bestimmten Voraussetzungen von Zahlungen freigestellt, zu denen sie aufgrund der Klage eines ausgeschiedenen Arbeitnehmers zur Auffüllung des Rückkaufwertes gerichtlich verurteilt werden sollten. Da wir ab 2008 aufgrund neuer gesetzlicher Vorschriften ohnehin eine Abschlusskostenverteilung auf 5 Jahre vorgenommen haben, könnte sich eine Haftung für uns nur aus den in 2007 abgegebenen Freistellungserklärungen bis längstens 2011 ergeben.

Von der Bildung einer Rückstellung konnten wir Abstand nehmen, weil es aufgrund der im Geschäftsverlauf zu beobachtenden Stornowahrscheinlichkeiten, der nun oberstgerichtlich festgestellten Rechtslage und der die Haftungsübernahme erheblich konditionierenden Voraussetzungen unwahrscheinlich ist, dass wir aus dieser Haftungsfreistellung in Anspruch genommen werden. Bisher wurden wir nicht in Anspruch genommen.

Es bestehen wie im Vorjahr Verpflichtungen aus gesamtschuldnerischer Haftung der Konzerngesellschaften für einen Barkredit in Höhe von 25 Mio. Euro sowie für einen Avalkredit in Höhe von 1 Mio. Euro.

Zugunsten der Deutsche Ärzteversicherung AG waren Wertpapiere mit einem Nominalwert von 0,4 Mio. Euro (2009: 6 Mio. Euro) verpfändet.

Weiter bestanden Bankbürgschaften in Höhe von 2 Mio. Euro (2009: 2 Mio. Euro) und Patronatserklärungen über 2,5 Mio. Euro (2009:7,5 Mio. Euro) im Zusammenhang mit der Gewährung von Schuldscheindarlehen.

Staatsanleihen in Höhe von 212 Mio. Euro (2009: 227 Mio. Euro) wurden zugunsten des Kontrahenten als Sicherheit für die negativen Marktwerte von derivativen Finanzinstrumenten verpfändet.

Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Es sind keine wesentlichen Ereignisse nach dem Bilanzstichtag eingetreten.

10. Mai 2011

AXA Konzern AG

Der Vorstand

Dr. Keuper

Hanssmann

Dr. Hofmann

Nießen

Dr. Dahmen

Gerber

Dr. Schwering

Wieland

Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers

Wir haben den von der AXA Konzern Aktiengesellschaft, Köln, aufgestellten Konzernabschluss - bestehend aus Bilanz, Gesamtergebnisrechnung, Eigenkapitalveränderungsrechnung, Kapitalflussrechnung und Anhang - sowie den Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2010 geprüft. Die Aufstellung von Konzernabschluss und Konzernlagebericht nach den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften liegt in der Verantwortung des Vorstands der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht abzugeben.

Wir haben unsere Konzernabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Konzernabschluss unter Beachtung der anzuwendenden Rechnungslegungsvorschriften und durch den Konzernlagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld des Konzerns sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben im Konzernabschluss und Konzernlagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, der Abgrenzung des Konsolidierungskreises, der angewandten Bilanzierungs- und Konsolidierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen des Vorstands sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Konzernabschluss den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. Der Konzernlagebericht steht in Einklang mit dem Konzernabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Düsseldorf, den 11. Mai 2011

**PricewaterhouseCoopers

Aktiengesellschaft

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft**

Alexander Hofmann, Wirtschaftsprüfer

ppa. Elisabeth zu Waldeck und Pyrmont, Wirtschaftsprüferin