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Aurubis AG Audit Report / Information 2017

Feb 8, 2018

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Audit Report / Information

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Publication

Aurubis AG

Hamburg

Jahresabschluss der Aurubis AG 2016/17

Zusammengefasster Lagebericht

Grundlagen des Konzerns

Geschäftsmodell des Konzerns

Geschäftstätigkeit

Die Aurubis AG ist ein integrierter Kupferkonzern und hat ihre Kernaktivitäten in der Verarbeitung von Kupferkonzentraten, dem Recycling von Metallen und der Erzeugung einer Vielzahl von Kupferprodukten. Die Herstellung von Edelmetallen und Spezialprodukten rundet das Produktionsspektrum ab.

Der Sitz des Unternehmens, an dem auch wesentliche Produktionsanlagen vorhanden sind, befindet sich in Hamburg (Deutschland). Die Standorte des Konzerns liegen überwiegend in Westeuropa mit größeren Produktionszentren in Deutschland, Belgien und Bulgarien. Außerhalb Europas verfügt Aurubis über einen Produktionsstandort in den USA und über ein weltweites Vertriebs- und Servicenetz.

Rund 6.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind für Aurubis weltweit tätig.

Geschäftsmodell

Das bisherige Geschäftsmodell des Aurubis-Konzerns, das auch für das Geschäftsjahr 2016/17 relevant war, verknüpft die Erzeugung und Verarbeitung von Kupfer. Die benötigten Rohstoffe werden eingekauft, eigene Minen oder Beteiligungen an Minen sind nicht vorhanden. Im Wesentlichen werden Kupferkonzentrate verarbeitet, die aus Erzen gewonnen und am Weltmarkt beschafft werden. Auch die Verarbeitung von zugekauften Zwischenprodukten, Altkupfer und weiteren metallhaltigen Recyclingmaterialien spielt eine bedeutende Rolle.

Das Produktangebot beinhaltet im Wesentlichen Standard- und Spezialprodukte aus Kupfer und Kupferlegierungen. Zu ihnen gehören Kupferkathoden, die das Produktformat des Kupferhandels an den internationalen Metallbörsen darstellen. Sie sind das Ausgangsprodukt für die Herstellung weiterer Kupferprodukte, können aber auch direkt verkauft werden. In der Weiterverarbeitung verfügt Aurubis über Herstellungskapazitäten für Kupfergießwalzdraht, Stranggussformate, Walzprodukte, Bänder sowie Spezialdrähte und Profile.

Weitere Produkte resultieren aus der Verarbeitung der in den Rohstoffen enthaltenen Begleitelemente von Kupfer. Dazu zählen insbesondere Edelmetalle, Schwefelsäure und Eisensilikat.

Zum direkten Kundenkreis von Aurubis gehören Unternehmen der Kupferhalbzeugindustrie, der Elektro-, Elektronik- und der Chemieindustrie sowie Zulieferer der Branchen Erneuerbare Energien, Bau- und Automobilindustrie.

In einem umfassenden Entwicklungsprozess ist im Geschäftsjahr 2016/17 unsere Vision 2025 entstanden, die auf der Hauptversammlung vom 02.03.2017 vorgestellt wurde. Daraus hat sich ein Geschäftsmodell ergeben, das das bisherige Modell erweitert. Aurubis stellt sich hierbei weiterhin entlang der Wertschöpfungskette auf, erweitert jedoch die Fokussierung auf Kupfer um einen breiteren Multi-Metall-Ansatz. Dies heißt, dass zukünftig neben Kupfer auch verstärkt andere Metalle aus zielgerichtet eingekauften Rohstoffen und Zwischenprodukten extrahiert und mit Wertzuwachs zu verkaufsfähigen Produkten verarbeitet werden.

Konzernstruktur

Die Organisationsstruktur des Aurubis-Konzerns hat sich im Geschäftsjahr 2016/17 am zugrunde liegenden kupferbasierten Geschäftsmodell orientiert. Dabei haben zwei operative Business Units (BUs) das organisatorische Grundgerüst des Konzerns gebildet, auf deren Basis auch die Segmentberichterstattung gemäß IFRS 8 für das Geschäftsjahr 2016/17 erfolgt ist: die BU Primärkupfererzeugung und die BU Kupferprodukte.

Die BU Primärkupfererzeugung fasst im Wesentlichen die Produktionsanlagen zur Verarbeitung von Kupferkonzentraten und Altkupfer sowie die Produktion von Kupferkathoden zusammen. Darüber hinaus sind der BU auch die Erzeugung und Vermarktung von Edelmetallen, Schwefelsäure und Eisensilikat zugeordnet.

Geschäftsmodell im Geschäftsjahr 2016/17: Integration von Kupfererzeugung und Kupferverarbeitung

G 14

In der BU Kupferprodukte werden Gießwalzdraht, Stranggussformate, Vorwalz- und Fertigbänder sowie Spezialprofile hergestellt und vermarktet. Organisatorisch gliedert sich das Produktgeschäft in die Business Lines (BL) Rod & Shapes, Flat Rolled Products, Bars & Profiles und Marketing Cathodes. Zudem ist das Recycling der BU organisatorisch zugeordnet.

Die wesentlichen Standorte sind weiterhin Hamburg, Lünen, Stolberg (Deutschland), Olen (Belgien), Zutphen (Niederlande), Pori (Finnland), Avellino (Italien) und Buffalo (USA) gewesen. In Emmerich besitzen wir außerdem einen 60 %-Anteil an der Deutsche Giessdraht GmbH, in Stolberg einen 50 %-Anteil an der Schwermetall Halbzeugwerk GmbH & Co. KG. Verarbeitungszentren in Großbritannien, der Slowakei und Italien sowie ein weltweites Vertriebsnetz haben das Produktgeschäft ergänzt.

Konzernübergreifende Funktionen unterstützten die operativen Business Units. Besonders nennenswert ist hierbei der Bereich Supply Chain Management, dessen Aufgabe das konzernweite Rohstoffmanagement und der Verkauf von Schwefelsäure und sonstigen Spezialprodukten ist.

Der Anteilsbesitz gemäß § 313 (2) HGB am 30.09.2017 ist im Konzernanhang aufgelistet.

Seit dem 01.10.2017 gilt für Aurubis eine neue Organisationsstruktur, die sich auch in der Berichterstattung des Geschäftsjahres 2017/18 wiederfinden wird. Die bisherige Unterteilung in die Business Units Primärkupfererzeugung und Kupferprodukte entfällt. Berichtet wird zukünftig nach den zwei operativen Geschäftssegmenten Metal Refining & Processing und Flat Rolled Products (FRP).

Das Segment Metal Refining & Processing umfasst organisatorisch die Ressorts Commercial und Operations. Das Ressort Commercial vereint alle marktrelevanten Organisationseinheiten, also den Einkauf von Rohstoffen und den Verkauf von Produkten. Das Ressort Operations steht für die Produktion aller Basisprodukte und Metalle sowie deren Weiterverarbeitung zu anderen Produkten, wie Gießwalzdraht und Stranggussformaten.

Das zweite Segment, Flat Rolled Products, wird in seiner bisherigen Business Line-Struktur fortgeführt.

Eingerahmt wird der organisatorische Kern, der sich an der Wertschöpfungskette orientiert, von den beiden zentralen Funktionen Corporate Development und Technology sowie von Unterstützungseinheiten wie z. B. Human Resources oder Finance & Controlling.

Wesentliche geschäftsrelevante Einflussgrößen

Wesentliche geschäftsspezifische Größen sind die Schmelz- und Raffinierlöhne für Rohstoffe, der Kupferpreis, die Kupferprämien und die Formataufpreise für Kupferprodukte sowie die Verkaufserlöse für Schwefelsäure. Zudem kann durch effizientes Metallmehrausbringen in unseren Anlagen ein Ergebniseffekt entstehen.

Der Preis für Kupfer bildet sich vor allem an der London Metal Exchange (LME), die physische Geschäfte sowie Kurssicherungs- und Anlegergeschäfte ermöglicht. Er ist über den Börsenhandel hinaus ein Richtwert und bildet die Basis für die Preisermittlung im Rohstoff- und Produktgeschäft.

Beim Einkauf kupferhaltiger Rohstoffe werden mit den Lieferanten Schmelz- und Raffinierlöhne verhandelt. Ihre Entwicklung hängt von der jeweiligen Angebots- und Nachfragestruktur auf den Weltmärkten ab. Im Kern handelt es sich um Abschläge vom Metalleinkaufspreis für die Umwandlung von Rohstoffen in das Börsenprodukt Kupferkathode und andere Metalle.

Die Börsen- und Marktnotierung für Kupfer dient als Preisbasis für den Verkauf unserer Kupferprodukte. Der Prämienaufschlag sowie Formataufpreise, die für die Umwandlung von Kathoden in Kupferprodukte erhoben werden, sind weitere Bestandteile des Verkaufspreises.

Preisbildung erfolgt entlang der Wertschöpfung

Schematische Darstellung

G 15

Externe Faktoren, die die Geschäftsentwicklung ebenfalls beeinflussen, sind vor allem der Konjunkturverlauf in Schlüsselländern und das Geschehen an den internationalen Finanzmärkten, des Weiteren die politischen, gesetzlichen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, Veränderungen im Wechselkurs- und Zinsniveau sowie die Lage an unseren relevanten Märkten.

Unternehmenssteuerung

Steuerungssystem

Die Unternehmenssteuerung verfolgt das maßgebliche Ziel, den Unternehmenswert des Aurubis-Konzerns zu steigern. Zu diesem Zweck soll über die Kapitalkosten hinaus ein positiver Gesamtwertbeitrag des Unternehmens erwirtschaftet werden.

Konzernsteuerungskennzahlen

Um im Rahmen der wertorientierten Unternehmenssteuerung den mittel- und langfristigen finanziellen Erfolg zu messen, verwendet Aurubis die folgenden zentralen Steuerungsgrößen:

das operative Konzernergebnis = operatives EBT (Earnings before Taxes),
die operative Rendite auf das eingesetzte Kapital = operativer ROCE (Return on Capital Employed) des Konzerns.

Diese Kennzahlen werden dem Vorstand regelmäßig zur Verfügung gestellt und zur internen Steuerung eingesetzt. Auch die variable Vergütung des Vorstands orientiert sich an diesen Kennzahlen.

Der Aurubis-Konzern berichtet nach den International Financial Reporting Standards (IFRS). Die in der Vergangenheit erfolgte Änderung des IAS 2 auf eine ausschließliche Anwendung der FIFO- oder Durchschnittsmethode wurde vom Aurubis-Konzern für interne Steuerungszwecke nicht umgesetzt, um die aus der Bewertung nach der Durchschnittsmethode resultierenden Metallpreisschwankungen zu vermeiden. Dabei handelt es sich um Bewertungseffekte, die unseres Erachtens für das Verständnis der Geschäftstätigkeit sowie des Ergebnisses des Aurubis-Konzerns aus operativer Perspektive zu eliminieren sind. Darüber hinaus sind aus Kaufpreisallokationen Einmaleffekte entstanden, die ebenso zu einer Verzerrung in der Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Aurubis-Konzerns führen würden.

Die interne Berichterstattung und Steuerung des Konzerns erfolgt auf Grundlage eines operativen Ergebnisses, um den Erfolg des Aurubis-Konzerns unabhängig von diesen Bewertungseinflüssen zur internen Steuerung abbilden zu können.

Die Herleitung des operativen Ergebnisses aus der IFRS-Ertragslage erfolgt durch:

Bereinigung um Bewertungsergebnisse aus der Anwendung des IAS 2; Dabei werden die aus der Anwendung der Durchschnittsmethode resultierenden Metallpreisschwankungen ebenso eliminiert wie stichtagsbezogene Abwertungen und Zuschreibungen auf Kupfervorratsbestände,
Bereinigung um Effekte aus Kaufpreisallokationen i. W. Sachanlagevermögen seit dem Geschäftsjahr 2010/11

Rendite auf das eingesetzte Kapital (ROCE) operativ

T 009

in Mio. € 30.09.2017 30.09.2016
Anlagevermögen ohne Finanzanlagen und At Equity bewertete Anteile 1.375 1.343
Vorräte 1.387 1.494
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 357 242
Sonstige Forderungen und Vermögensgegenstände 216 211
- Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen -905 -798
- Rückstellungen und sonstige Verbindlichkeiten -388 -379
Eingesetztes Kapital (Capital Employed) zum Stichtag 2.042 2.114
Ergebnis vor Ertragsteuern (EBT) 298 213
Finanzergebnis 10 16
Ergebnis vor Ertragsteuern und Finanzergebnis (EBIT) 308 229
Rendite auf das eingesetzte Kapital (operativer ROCE) 15,1 % 10,9 %

Der operative ROCE bezeichnet das Verhältnis des operativen Ergebnisses vor Steuern und Zinsen (EBIT) zum eingesetzten Kapital am Bilanzstichtag (operatives Capital Employed) und stellt die Rendite auf das eingesetzte Kapital dar.

Korrespondierend zur Ermittlung des operativen Ergebnisses erfolgt die Herleitung des operativen Capital Employed durch die Bereinigung der Bilanzpositionen nach IFRS um die vorgenannten Effekte.

Eine Überleitung der Bilanz und GuV von IFRS auf "operativ" wird im Wirtschaftsbericht des Konzernlageberichts dargestellt.

Forschung, Entwicklung und Innovation

Der Bereich Forschung, Entwicklung und Innovation konzentriert sich bei Aurubis vor allem auf die Rohstoffverarbeitung und Metallerzeugung. Die in ihrer Zusammensetzung immer komplexer werdenden Primär- und Sekundärrohstoffe machen es für uns unverzichtbar, die bestehenden Verfahren weiterzuentwickeln. Dies erfordert auch die Gestaltung neuer Prozesse und Verfahren. In der Produktherstellung wird daran gearbeitet, die Produktpalette weiter zu optimieren. Der Bereich Forschung, Entwicklung und Innovation hat 2016/17 mit seinen 67 Mitarbeitern die Vorhaben in den einzelnen Bereichen mit seiner Arbeit unterstützt.

Ein zentrales strategisches Projekt war im Geschäftsjahr Future Complex Metallurgy (FCM). Es hat zum Ziel, durch innovative Verfahren den Durchsatz von komplexen Einsatzmaterialien zu erhöhen. Des Weiteren soll es eine Verarbeitung von komplexen Primär- und Sekundärrohstoffen ermöglichen, die bislang bei Aurubis nicht einsetzbar waren. Hierfür haben wir einen metallurgischen Prozess entwickelt, der unter anderem die Ausbringung von Kupfer und Edelmetallen aus Zwischenprodukten verbessert.

Ein weiterer langfristig angelegter Arbeitsschwerpunkt, der uns im Geschäftsjahr beschäftigte, war die Optimierung der bestehenden Kernprozesse im Bereich der Primärkupfererzeugung. Es geht hierbei darum, die Prozessstabilität und Prozesskontrolle zu verbessern und die Metallausbringung zu optimieren. Hierfür haben wir metallurgisches Know-how, moderne Charakterisierungs-, Modellierungs- und Simulationsmethoden sowie die Online-Analytik kombiniert. Ziel war es, die Automatisierung der Verfahren voranzutreiben und die Prozesseffizienz weiter zu erhöhen.

Daneben war die mathematische Modellierung von komplexen Materialströmen ein wichtiger Baustein unserer Arbeit. Sie soll die operationale Produktionsplanung unter Berücksichtigung kommerzieller und technischer Aspekte optimieren. Die entsprechenden Planungstools sind inzwischen im Beschaffungs- und Produktionsplanungsbereich implementiert. Im nächsten Schritt arbeiten wir daran, die Materialströme auf Betriebsebene zu verfeinern und anzupassen.

Edelmetalle in den Vorstoffen und ihre Gewinnung sind für Aurubis ein bedeutender Ergebnisfaktor. Die hier vorhandenen Ausbringungsprozesse unterliegen deshalb der stetigen Überprüfung und waren Gegenstand von Untersuchungen zu Verbesserungsmaßnahmen.

Bei Eisensilikat wurden Versuche durchgeführt, um die enthaltenen Metallanteile weiter zu reduzieren. Dies dient der verbesserten Kreislaufführung von Wertstoffen und der Erhöhung der Wirtschaftlichkeit.

Im Bereich der Elektrometallurgie haben wir an der Optimierung unserer Elektrolyseprozesse gearbeitet. Durch die Untersuchung der Anoden soll die weitere Steigerung der Stromdichte sowie die Erhöhung der Nebenmetallausbringung erreicht werden.

Die Entwicklungsaktivitäten im Bereich Flat Rolled Products standen zum Großteil im Zeichen der Elektromobilität. Dabei wurden insbesondere Produktentwicklungen in den Geschäftsbereichen Leistungselektronik und Connector vorangetrieben, die auf niedriglegierten, hochleitfähigen Kupferlegierungen und auf sauerstofffreiem Kupfer basieren. Ein weiterer Forschungsschwerpunkt im Connector-Bereich waren neue Beschichtungssysteme für Anwendungen in der Automobilindustrie.

Die Entwicklung unserer bleifreien Legierungsfamilie "BlueBrass" für Zerspanungsanwendungen gestaltete sich weiterhin sehr positiv. Sowohl im Draht- als auch im Bandbereich konnten hier weitere individuelle Lösungen für verschiedene Produktsegmente entwickelt und zur Marktreife gebracht werden.

Im Geschäftsjahr 2016/17 betrugen die F&E-Aufwendungen im Aurubis-Konzern 11 Mio. €, verglichen mit 13 Mio. € im Berichtsjahr 2015/16.

F&E-Aufwendungen in Mio. €

G 16

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Personalstrategie

Für Aurubis bilden kompetente, leistungsfähige und engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Basis für den Geschäftserfolg und die Weiterentwicklung des Konzerns. Unsere Personalstrategie ist eingebettet in die Geschäftsstrategie und orientiert sich an den Unternehmenswerten. Sie wird gemeinsam mit den operativen Einheiten kontinuierlich weiterentwickelt. Hierbei finden interne Veränderungen sowie Veränderungen und Trends an den Arbeitsmärkten und in der Gesellschaft Berücksichtigung.

Im Geschäftsjahr 2016/17 lag der Schwerpunkt unserer Personalarbeit in der Mitgestaltung und Begleitung des Transformationsprogramms ONE Aurubis, mit dem die Konzernvision 2025 umgesetzt werden soll. Das Handeln als ein Team, die kontinuierliche Verbesserung, das Bewusstsein für Wettbewerbserfordernisse sowie Ergebnisfaktoren und -einflüsse - das alles sind für uns wesentliche Voraussetzungen, um diese Vision Wirklichkeit werden zu lassen. Wir wollen dabei unsere Arbeitsprozesse und Verantwortlichkeiten noch effektiver gestalten und ein Rollenverständnis erreichen, das jeden einzelnen Mitarbeiter zum unternehmerisch Handelnden in seinem jeweiligen Arbeitsbereich macht, ohne dabei die Teamorientierung und die einheitliche Linie des Konzerns aus den Augen zu verlieren.

Zur Weiterentwicklung der Kompetenzen unserer Führungskräfte haben wir Ende 2016 eine Reihe von Workshops gestartet, um Leadership, das über die reine Führung hinausgeht, konzernweit zu fördern und auszubauen, es zu harmonisieren und eine daraus entstehende Leadership-Kultur im Konzern nachhaltig zu verankern. Auch wurden Maßnahmen zur Etablierung einer konstruktiven Feedbackkultur durchgeführt.

Standort- und funktionsübergreifende Projekte und Initiativen dienten im Geschäftsjahr der Kommunikationsverbesserung unserer Fach- und Führungskräfte. Damit wurden die Zusammenarbeit im Konzern noch stärker gefördert, Synergien geschaffen und eine Kultur des Voneinanderlernens zur kontinuierlichen Verbesserung etabliert.

Mitarbeiterstruktur

Am 30.09.2017 arbeiteten in der Aurubis-Gruppe weltweit 6.494 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Davon waren rund 56 % an deutschen Standorten und rund 44 % im Ausland beschäftigt.

Im Wesentlichen haben sich unsere Mitarbeiter auf folgende Länder verteilt: Deutschland (3.638), Bulgarien (855), USA (675), Belgien (580), Niederlande (298), Finnland (245) und Italien (126).

Mitarbeiter im Aurubis-Konzern

Anzahl am 30.09.

G 17

1) Ohne Schwermetall Halbzeugwerk GmbH & Co. KG.

Mitarbeiterstruktur Aurubis-Konzern

Anzahl am 30.09.2017

G 18

Vielfalt und Frauenförderung

Zur Erreichung eines nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolgs setzen wir in der Mitarbeiterstruktur auf Vielfalt. Dies zielt nicht nur auf kulturelle Unterschiede und Internationalität, sondern auch auf Fachkompetenz, Altersgruppen sowie auf ein ausgewogenes Verhältnis zwischen den Geschlechtern.

Chancengleichheit von Männern und Frauen ist nicht nur im Code of Conduct (Verhaltenskodex) von Aurubis festgeschrieben. Nach wie vor gilt für uns die "Charta der Gleichstellung", die im Rahmen der Sozialpartnerschaft mit den Arbeitnehmervertretern unterzeichnet wurde.

Mit dem Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst wurde eine Zielgröße von jeweils 20 % weiblicher Führungskräfte auf den ersten beiden Führungsebenen festgelegt. Diese haben wir auf der ersten Führungsebene mit 19,4 % weitestgehend erreicht. Auf der zweiten Führungsebene wurde das Ziel mit 20,4 % erreicht.

Der Anteil der Bewerberinnen für technisch ausgerichtete Arbeitsplätze ist aktuell gering. Aurubis verfolgt deshalb das Ziel, Frauen für technische Berufe zu interessieren und zu gewinnen. Dies wird durch eine Reihe von Maßnahmen z. B. durch Schulkooperationen und Teilnahme an Initiativen wie "mint:pink" gefördert.

Insgesamt liegt die Anzahl der weiblichen Beschäftigten im Konzern bei 12,4 % und ist im Vergleich zum Vorjahreswert von 12,1 % leicht gestiegen.

Mitarbeitervergütung und Erfolgsbeteiligung

Für das Aurubis-Management gilt grundsätzlich ein einheitliches Vergütungssystem. Dieses Vergütungssystem basiert auf einer analytischen Stellenbewertung, auf klar definierten Gehaltsbändern und auf einem Zielbonusmodell mit definierten Ebenen der Leistungsmessung und -gewichtung. Auf dieser Basis können Manager einschätzen, welche Leistungen auf Konzern-, funktionaler und individueller Ebene gefordert sind und wie sie bewertet werden.

Bei der Aurubis AG ist eine leistungs- und erfolgsorientierte Vergütung ein elementarer Bestandteil der Einkommensgestaltung. Motivierte und leistungsbewusste Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tragen in entscheidender Weise zum Erfolg und zum Wert des Unternehmens bei. Die Leistung des Einzelnen steht dabei immer im Zusammenhang mit der Leistung des Teams, der Abteilung oder des Betriebes. Als Messgröße dienen sowohl die individuelle als auch die kollektive Teamleistung. Beides wird entsprechend in der leistungsorientierten Vergütung berücksichtigt.

Zur Förderung der Identifizierung mit dem Unternehmen haben wir auch 2017 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an den deutschen Standorten die Möglichkeit geboten, eine begrenzte Anzahl von Aktien der Aurubis AG zu Vorzugskonditionen zu erwerben. Von diesem Angebot machten 913 Beschäftigte Gebrauch.

Nachwuchsgewinnung

Dem demografischen Wandel begegnen wir mit einem Ausbau unserer Aktivitäten zur Personal- und Nachwuchsgewinnung. Die Kooperation mit Partneruniversitäten wurde ausgeweitet. Neue Universitäten haben wir aufgrund ihrer angebotenen Studiengänge ausgesucht, die den veränderten Anforderungen an neue Berufsfelder gerecht werden. In Hamburg bieten wir Studierenden jährlich rund 50 Praktikantenplätze an, in Stolberg sind es etwa 35. Die verstärkte Vergabe von betreuten Abschlussarbeiten und Stipendien rundet das Angebot für die Nachwuchsgewinnung ab.

Um gezielt Schulabgänger und Ausbildungsnachwuchs anzusprechen, erfolgten zahlreiche Besuche von Berufsmessen im Hamburger, Stolberger und Lüner Umfeld. Es wurden aber auch eigene Veranstaltungen an den jeweiligen Standorten durchgeführt. Dazu gehörten Präsentationen der Werke Lünen und Stolberg bei der "Nacht der Ausbildung".

Ausbildung

Eine wesentliche Investitionsentscheidung zur zukunftsgerichteten Ausbildung bei Aurubis waren die im Geschäftsjahr gestarteten Neubauprojekte für Ausbildungszentren in Hamburg und Lünen. Die Ausbildungswerkstatt in Lünen, deren neues Gebäude später auch die Bereiche Arbeitssicherheit und Technik beherbergen soll, ist für 2018 als bezugsfertig geplant. In Hamburg werden wir das neue Innovations- und Ausbildungszentrum, in dem auch die Forschung und Entwicklung angesiedelt sein wird, voraussichtlich 2019 einweihen können. Es ist in beiden Fällen beabsichtigt, die Ausbildung mit neuen Lehr- und Lernmethoden durchzuführen und die Ausbildungskapazität zu steigern. Damit wollen wir den im Rahmen des demografischen Wandels erhöhten Bedarf an Fachkräften weitgehend durch eigene Ausbildung abdecken.

Am 30.09.2017 beschäftigte Aurubis in der AG 213 Auszubildende und Praktikanten: Dies entspricht einer Quote von 7,2 %. Im neuen Ausbildungsjahr, das am 01.09.2017 startete, begannen in der Aurubis AG insgesamt 75 junge Menschen ihre Ausbildung in 14 verschiedenen Berufen.

Dabei ist uns auch die Integration und Ausbildung anerkannter Flüchtlinge wichtig. Sie werden zusammen mit den zehn Jugendlichen im Praktikantenmodell AV 10-Plus in verschiedenen Berufsbereichen an die Ausbildungsreife herangeführt. Dies bedeutete für die zwölf Teilnehmer des letzten Ausbildungsjahres in Hamburg drei Arbeitstage je Woche in der Ausbildungswerkstatt und zwei Schultage. Acht der Teilnehmer wurden in ein Ausbildungsverhältnis übernommen, die übrigen konnten in externe Ausbildungsverhältnisse eintreten.

Um die Zusammenarbeit innerhalb des Konzerns weiter zu stärken, gab es im Geschäftsjahr einen standortübergreifenden Austausch von Auszubildenden. Damit wurde es den Auszubildenden ermöglicht, interkulturelle Erfahrungen zu sammeln und Fremdsprachenkenntnisse in einer realen Arbeitssituation im Ausland anzuwenden.

Personal- und Organisationsentwicklung

Um unsere Vision und Strategie voranzubringen, setzen wir auf eine lernende Organisation. Die zielgerichtete persönliche Weiterentwicklung unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nimmt darin einen hohen Stellenwert ein. Das Angebot im Rahmen unseres Leadership- und Qualifizierungsprogramms haben wir dem Bedarf im Konzern entsprechend angepasst und ausgebaut. Insbesondere dem Angebot für Führungskräfte auf der Vorarbeiter- und Meisterebene kommt weiterhin ein hoher Stellenwert zu. Erneut haben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an zahlreichen technisch-fachlichen Trainingsmaßnahmen teilgenommen.

In einer lernenden Organisation bedarf es eines neuen Lern- und Weiterbildungsverständnisses. Lernen wird dabei an den Bedürfnissen von Unternehmen und Mitarbeitern ausgerichtet und dem Lernenden zunehmend in die eigene Verantwortung übergeben. Neben Qualifizierungs- und Entwicklungsprogrammen zur Entwicklung benötigter Kompetenzen, z. B. in den Bereichen des Aurubis Operating System (AOS) und im Projektmanagement, werden wir verstärkt auf das Angebot von Plattformen zum Netzwerken und zum Austausch von Best Practices (z. B. Expertengruppen und Online-Lerngruppen) setzen. Der flexiblen Kompetenzerweiterung tragen wir durch Kurzformate wie "Learn & Go" über Intranet und Videolearning Rechnung.

Dank des Vorstands

Das Geschäftsjahr 2016/17 hat unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern viel abverlangt. Wir haben zahlreiche Maßnahmen und Projekte angestoßen und in Angriff genommen, die Aurubis auch in den kommenden Jahren auf eine gesunde wirtschaftliche Basis stellen werden. Dies hat bereits zu Veränderungen geführt. Weitere werden folgen. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben die Entwicklungs- und Veränderungsprozesse im Geschäftsjahr 2016/17 mit großem Einsatz begleitet. Ihr starkes Engagement hat gezeigt, dass sie aktiv an der Zukunftsgestaltung von Aurubis mitarbeiten wollen. Dafür und für ihre hohe Leistungsbereitschaft gebührt ihnen unser ganz besonderer Dank. Selbstverständlich schließt dieser Dank auch die vertrauensvolle und konstruktive Zusammenarbeit mit den Arbeitnehmervertretungen im Aurubis-Konzern ein.

Nachhaltigkeit, Umweltschutz, Energie und Klima, Gesundheitsschutz

Nachhaltigkeit als Teil der Konzernstrategie

Nachhaltiges Handeln und Wirtschaften zählen zu den zentralen Bestandteilen der Unternehmensstrategie und Führung von Aurubis. Dazu gehört, dass wir mit unserer Umwelt und den begrenzten natürlichen Ressourcen gewissenhaft umgehen. Es schließt zudem den verantwortungsbewussten Umgang mit Mitarbeitern, Zulieferern, Kunden und Nachbarn sowie dem Umfeld unserer Werke und den Kommunen ein, in denen Aurubis tätig ist.

Die Grundlage unseres operativen Geschäfts sind verantwortungsvolle Geschäftspraktiken. Zusammen mit solidem Wachstum bilden sie die Basis für einen langfristigen wirtschaftlichen Erfolg und damit für eine gesicherte Zukunft des Unternehmens.

Unser Handeln basiert auf gesetzlichen Vorgaben, internen Richtlinien und Managementsystemen, freiwilligen Verpflichtungen sowie unseren Unternehmenswerten PRIMA. Das Akronym PRIMA ergibt sich aus der englischen Übersetzung der Begriffe Leistung, Verantwortung, Integrität, Wandlungsfähigkeit und Wertschätzung.

Aurubis achtet die Menschenrechte und setzt sich für deren Wahrung ein. Von grundsätzlicher Bedeutung ist für uns die Einhaltung der international anerkannten Kernarbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO). Wir bekennen uns seit 2014 zum Global Compact der Vereinten Nationen und verpflichten uns damit gleichzeitig, an der Umsetzung seiner Prinzipien mitzuwirken. Über den aktuellen Stand der Umsetzung berichtet Aurubis jährlich im Rahmen des Fortschrittsberichts.

Wir sind im Nachhaltigkeitsindex "Global Challenges Index" gelistet und erreichten im Januar 2017 erneut den Prime-Status von Oekom Research, einer der führenden Rating-Agenturen im Bereich Nachhaltigkeit.

Nachhaltigkeit als Teil der Unternehmenskultur

Konzernweit und über Geschäftsprozesse hinweg integrieren wir Nachhaltigkeitsthemen in die Unternehmenskultur. Mit vielfältigen Maßnahmen tragen wir dazu bei, dass mögliche negative Auswirkungen der Geschäftstätigkeit auf die Umwelt, unsere Mitarbeiter und die Gesellschaft von Anfang an so gering wie möglich gehalten werden. Zudem haben wir das Wissen um die Themen der Nachhaltigkeit zu einem festen Bestandteil der Ausbildung im Konzern gemacht.

Im Geschäftsjahr 2012/13 haben wir eine zusammenfassende Nachhaltigkeitsstrategie erarbeitet und darin die wesentlichen Handlungsfelder festgelegt. Darauf basierend erarbeiteten wir Ziele in den Kategorien Wirtschaft, Umwelt und Mensch sowie Aktionspläne und Maßnahmen für einzelne Handlungsfelder. Vieles davon ist bereits umgesetzt worden. Unter anderem wurden diverse kupferbasierte Werkstoffe und Innovationen entwickelt, die gesteckten Emissionsziele in Bezug auf Wasser und Luft erreicht und der Anteil an verarbeiteten komplexen Recyclingmaterialien weiter ausgebaut. Außerdem haben wir die Maßnahmen zur Energieeffizienz sowie zur Arbeitssicherheit nochmals erhöht, uns stärker mit der Verantwortung in der Lieferkette auseinandergesetzt und den Dialog mit Interessengruppen europaweit verstärkt, unter anderem zum Thema Kreislaufwirtschaft. 2017 haben wir damit begonnen, unsere Nachhaltigkeitsstrategie zu überarbeiten. In dem Zuge werden wir die relevanten Themen aktualisieren und neue Ziele setzen.

Ein zunehmendes Interesse und die steigenden Anforderungen aus dem Umfeld bestätigen uns in unserem Handeln. Unsere Kunden legen inzwischen mehr Wert auf Themen wie umweltverträgliche Produkte, Klimaschutz, moderne Produktionsprozesse und eine gesicherte und verantwortungsvolle Rohstoffversorgung. Neben Investoren achten auch unsere Kunden verstärkt darauf, ob Aurubis an Initiativen zum Klimaschutz wie dem "CDP" (ehemals Carbon Disclosure Project) teilnimmt. 2015 wurden wir beim CDP als "Best Newcomer Germany" ausgezeichnet. 2016 verbesserten wir unsere Platzierung ein weiteres Mal und wurden mit dem guten Ergebnis A- in die Kategorie "Leadership" aufgenommen. Aurubis ist zudem von CDP als eines der Top-7-Unternehmen des MDAX klassifiziert worden.

Themen im Konzernumweltschutz

G 19

Auch im Recyclingbereich sind sowohl die Ansprüche der Politik als auch die der verschiedenen Interessengruppen weiter gestiegen. Hier spielen Ressourceneffizienz, umweltfreundliche Kreislaufwirtschaft und Recycling-Lösungen im Multi-Metall-Bereich eine Rolle. Im November 2016 veranstalteten wir den dritten Aurubis-Nachhaltigkeitstag. Zusammen mit Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft referierten und diskutierten wir über Themen des Recyclings und der Kreislaufwirtschaft.

Umfassende Nachhaltigkeitsberichterstattung

Im April 2016 veröffentlichten wir den fünften Nachhaltigkeitsbericht für den Aurubis-Konzern. Er liefert eine detaillierte und umfassende Nachhaltigkeitsbilanz der Geschäftsjahre 2013/14 und 2014/15. Wir orientieren uns zudem an dem international anerkannten Berichtsstandard der Global Reporting Initiative (GRI). Er trägt dazu bei, die Unternehmensberichterstattung in Bezug auf Nachhaltigkeit und Nachhaltigkeitsstrategie transparenter und vergleichbarer zu machen. Neben relevanten Kennzahlen werden Erfolge, Ziele und deren Erreichung sowie Herausforderungen dargestellt. Der aktuelle Nachhaltigkeitsbericht folgt den Berichtsanforderungen der GRI-Leitlinien "G4".

Mit der Aktualisierung unserer Nachhaltigkeitsstrategie und der bestehenden Nachhaltigkeitskommunikation sind wir gut vorbereitet, um auch der EU-Richtlinie zur nichtfinanziellen Berichterstattung ("CSR-Richtlinie") nachzukommen, die wir ab dem Geschäftsjahr 2017/18 verpflichtend anwenden müssen.

Umweltschutz im Konzern

Wir übernehmen Verantwortung für unsere Umwelt und den Schutz des Klimas. Für unsere Produktion setzen wir daher auf moderne und energieeffiziente Anlagentechnik, die zudem sehr hohen Umweltschutzstandards gerecht wird. Auf diese Weise schonen wir die natürlichen Ressourcen und erhalten eine saubere Umwelt für zukünftige Generationen. Diesen Anspruch verfolgen wir für alle Produktionsstätten im Aurubis-Konzern und über alle Geschäftsprozesse hinweg. Konzernweit haben wir uns Ziele im Umweltschutz gesetzt, entsprechende Kennzahlen definiert und Maßnahmen zur Zielerreichung festgelegt. Die Wirksamkeit der Ziele und Maßnahmen wird kontinuierlich überprüft.

Wir nutzen konzernweite Umweltmanagementsysteme, um entsprechende Maßnahmen zu implementieren und damit die Ziele im Umwelt- und Klimaschutz umzusetzen. Hier ist insbesondere die Zertifizierung nach DIN ISO 14001 zu nennen sowie unsere Teilnahme am EMAS-Umweltmanagementsystem - dem "Eco-Management and Audit Scheme". Wir erfassen Zielvorgaben, bewerten die Abweichungen und leiten notwendige Korrekturmaßnahmen ein, deren Wirksamkeit wir laufend kontrollieren.

Darüber hinaus haben wir an mehreren Standorten Energiemanagementsysteme nach DIN ISO 50001 implementiert und zertifiziert. Eine jährliche externe Überprüfung eröffnet uns die Möglichkeit, die erfolgreiche Implementierung des Umweltschutzes durch einen unabhängigen Dritten bestätigen zu lassen und mögliche Verbesserungspotenziale zeitnah zu erkennen.

Eine wesentliche Grundlage für die umweltfreundliche Produktion ist der effiziente Einsatz von Rohstoffen. Die Multi-Metall-Produktion und das Recycling von komplexen Einsatzstoffen bilden die Basis für eine verantwortungsvolle und bedarfsgerechte Produktion bei Aurubis.

Umweltschutzinvestitionen bei Aurubis Kupfererzeugung in Mio. €

G 20

Wir sind bestrebt, die Umwelt vor möglichen langfristigen negativen Einflüssen unseres Handelns zu schützen. Aus diesem Grund hat Aurubis seit 2000 über 540 Mio. € in Umweltschutzmaßnahmen in der Primär- und Sekundärkupferproduktion investiert. Hierbei beschäftigen wir uns insbesondere mit Fragen des Gewässerschutzes, des Bodenschutzes, des Klimaschutzes und des Immissionsschutzes.

Die spezifischen Staubemissionen für den Bereich der Primär- und Sekundärkupfererzeugung haben wir im Geschäftsjahr 2016/17 um rund 95 % und die CO2 -Emissionen bei der Primärkupfererzeugung um rund 85 % vermindert, verglichen mit dem Bezugsjahr 2000.

Auch beim Gewässerschutz hat Aurubis deutliche Verbesserungen erzielt. Seit 2000 konnten wir im Bereich der Kupfererzeugung die Emissionen von Metallen in Gewässern um 85 % von 7,2 auf 1,1 g/t erzeugten Kupfers senken.

In Zukunft werden wir weitere Anstrengungen unternehmen, um noch sauberer, effizienter und nachhaltiger zu werden. Hierzu haben wir die Umweltziele fortgeschrieben und eine Vereinheitlichung mit den Nachhaltigkeitszielen hergestellt. Als neuer Schwerpunkt ist der Themenbereich "Naturschutz und Biodiversität" in unsere Umweltschutzziele mit aufgenommen worden.

Auch im Geschäftsjahr 2016/17 hat Aurubis konzernweit einen offenen Dialog mit Behörden und Bürgern geführt. Zudem beteiligten wir uns an verschiedenen Umweltprojekten:

Zusammen mit dem europäischen Dachverband der Metallindustrie Eurometaux und dem European Copper Institute (ECI) nimmt Aurubis an der dreijährigen Test-und Entwicklungsphase des Umweltfußabdrucks (Product Environmental Footprint - PEF) der EU-Kommission teil. Ziel dieser Kooperation ist es, die Methodik zur Bestimmung des Umweltfußabdrucks weiterzuentwickeln und zu testen. Auf dieser Grundlage möchte die EU-Kommission einen Binnenmarkt für "umweltfreundliche Produkte" und "umweltfreundliche Organisationen" entwickeln.
In Hamburg sind wir seit dem Jahr 2003 Mitglied der Umweltpartnerschaft und Mitglied in der Partnerschaft für Luftgüte und schadstoffarme Mobilität, die von der Freien und Hansestadt Hamburg koordiniert wird. Ziel dieser Partnerschaft ist die Reduktion der Stickstoffdioxid-Emissionen, die insbesondere durch den Verkehr verursacht werden. Zur Entwicklung eines nachhaltigen und klimafreundlichen Mobilitätskonzepts haben wir uns zusätzlich erfolgreich am bundesweiten Modellprojekt "Mobil.Pro.Fiti® Zusammenarbeit mit dem B.A.U.M. e. V. beteiligt.
Des Weiteren haben wir uns mit 22 nationalen und internationalen Partnern am europäischen Forschungsvorhaben "FORCE - Cities Cooperating for Circular Economy" beteiligt. Das Projekt hat das Ziel, neue Konzepte zur Abfallvermeidung und -behandlung für die Stoffströme Kunststoff, Biomasse, Elektroaltgeräte und Holz zu entwickeln. Aurubis unterstützt das Projekt mit seiner Expertise als Multi-Metall-Recycler. Dabei haben wir die Absicht, durch die Entwicklung eines bestmöglichen Sammel- und Zerlegesystems für Elektro-und Elektronikaltgeräte das Recycling von strategischen Metallen - z. B. Kupfer, Gold, Silber und Blei - zu verbessern.

Weitere Informationen zum Umweltschutz im Aurubis-Konzern sind in unserem Umweltreport und der Umwelterklärung für die Aurubis AG enthalten, die auf unserer Website in der Rubrik "Verantwortung" zu finden sind.

Energieversorgung, Energieeffizienz und Themen des Klimawandels von großer Bedeutung

Die Kupfererzeugung ist ein energieintensiver Prozess. Daher sind im Geschäftsjahr 2016/17 die Einflüsse aus dem Energiesektor für uns von wesentlicher Bedeutung gewesen. Für Aurubis standen dabei insbesondere drei Entwicklungen im Zentrum der Aufmerksamkeit: die deutsche Energiewende, die Umsetzung der EU-Energieeffizienzrichtlinie und die 3. Handelsperiode des europäischen Emissionshandels.

Alle Unternehmen, die Kohlendioxid ausstoßen, müssen über entsprechende Berechtigungen hierfür verfügen. Diese lokalen CO2 -Zusatzkosten mindern die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie im internationalen Vergleich. Um diese Effekte auszugleichen, wurden sogenannte Carbon-Leakage-Sektoren festgelegt, wozu auch die Kupferindustrie zählt. Dieser Status mildert die pauschale Kürzung der CO2 -Zertifikate-Zuteilung derzeit weitestgehend ab.

Um die Kupferindustrie im internationalen Wettbewerb vor Nachteilen zu schützen, hat die Europäische Union (EU) bereits eine limitierte Kompensation von CO2 -Emissions-handelsbedingten Strompreiserhöhungen gestattet. Einige europäische Mitgliedstaaten, darunter auch Deutschland, haben dies in einer entsprechenden Förderrichtlinie verabschiedet. Aufgrund der EU-Regelungen für die Kupferindustrie wird diese Kompensation in Deutschland allerdings nur zu gut 50 % wirksam. Dies führt zu einer erheblichen Restbelastung durch CO2 -Kosten, trotz unseres bestehenden Carbon-Leakage-Schutzes.

Wir haben an allen maßgeblichen deutschen Standorten des Aurubis-Konzerns ein Energiemanagementsystem aufgebaut, führen Energie-Audits durch und sind nach DIN EN ISO 50001 zertifiziert. Damit erfüllen wir die Grundvoraussetzungen, um auch weiterhin eine reduzierte Belastung aus der EEG-Umlage (Erneuerbare-Energien-Gesetz) und der Energie-/Stromsteuer zu erhalten. Zudem fördern wir den Erfahrungsaustausch über die Werksgrenzen hinaus, unter anderem durch regelmäßige Energiemanagement- und Energieeffizienz-Workshops sowie durch unser Engagement im Energieeffizienznetzwerk der Wirtschafts-Vereinigung Metalle, im Industrieverband Hamburg und innerhalb der lokalen Netzwerke an wesentlichen Aurubis-Standorten.

Die Freie und Hansestadt Hamburg ist bestrebt, ihren CO2 -Ausstoß zu senken und zwar um 40 % bis 2020 und um 80 % bis 2050 im Vergleich zum Basisjahr 1990. Zusätzlich möchte sie mittelfristig die Fernwärmeversorgung klimaverträglicher gestalten. Dazu plant die Stadt auch, industrielle Abwärme zu nutzen. Am Aurubis-Standort Hamburg identifizierten wir ein CO2 -freies Abwärmepotenzial zur Fernwärmelieferung von rund 60 MW und ca. 500 GWh pro Jahr an der Schwefelsäureanlage. In unmittelbarer Nähe unseres Hamburger Werkes befindet sich das Neubaugebiet östliche HafenCity, das sich zur Versorgung mit einem Drittel unserer Abwärme besonders gut eignet. Am 17.02.2017 wurde ein Abnahmevertrag unterzeichnet. Aurubis koppelt hierzu Wärme aus, die während der Umwandlung von Schwefeldioxid zu Schwefelsäure entsteht. Diese industrielle Abwärme ist nahezu frei von CO2 , sodass durch ihre Nutzung ein jährlicher Ausstoß von mehr als 20.000 t CO2 am Standort Hamburg vermieden wird. Eine weitere Wärmeauskopplung, mit einem CO2 -Einsparpotenzial von dann rund 140.000 t CO2 pro Jahr, wäre möglich.

Zu Beginn des Geschäftsjahres 2016/17 hat sich das Stromangebot deutlich verknappt, insbesondere durch den Ausfall konventioneller Anlagen in Europa. Dieser Umstand führte wiederum kurzfristig zu stark steigenden Preisen an den Strombörsen. Auf Aurubis hatte diese Entwicklung aber kaum Einfluss. Strompreisrisiken sind wir an den deutschen Standorten durch den Abschluss eines langfristigen Liefervertrags begegnet.

Aktuell besteht in Deutschland ein deutliches Ost-West- bzw. Nord-Süd-Gefälle bei den deutschen Übertragungsnetzentgelten. Mit dem Netzentgeltmodernisierungsgesetz (NEMoG) wurde der Grundstein für eine schrittweise (ab 2019 bis 2023) bundesweite Vereinheitlichung der Übertragungsnetzentgelte gelegt. Dabei werden Aufwendungen für die Offshore-Anbindung aus den Netzentgelten herausgelöst und über eine Umlage finanziert. Hierdurch ist zunächst mit einem generellen Absinken des Netzentgeltniveaus zu rechnen, wenngleich aus der Vereinheitlichung eine Verschiebung der Kosten von Norden bzw. Osten nach Westen resultiert. Da Aurubis an den Standorten Hamburg und Lünen aufgrund seines gleichmäßigen Stromabnahmeprofils bereits ein deutlich reduziertes Netzentgelt bezahlt, wirken sich diese Effekte nur unwesentlich aus. Ein Kostenanstieg über die Offshore-Umlage ist nicht zu erwarten, da diese für energieintensive Unternehmen begrenzt wird.

In Bulgarien haben sich im Berichtsjahr die Stromnebenkosten signifikant reduziert. Dies resultierte insbesondere aus der Einführung einer Entlastungsregelung für energieintensive Unternehmen von den Kosten zur Förderung der erneuerbaren Energien nach Maßgabe der EU-Beihilfeleitlinien.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr stabilisierten sich die Großhandelspreise für Erdgas auf im Vorjahresvergleich niedrigen Niveaus. Ursächlich hierfür waren die gute Versorgungslage in Europa sowie die Auswirkungen der weiterhin niedrigen Ölpreise. Trotz sinkender Eigenerzeugung erwarten wir auch in Zukunft eine gute Versorgung Europas mit Erdgas, speziell aufgrund der Zunahme von LNG-Importen (Liquefied Natural Gas) aus den USA nach Europa im abgelaufenen Geschäftsjahr.

Wir haben im Geschäftsjahr 2016/17 erhebliche Einsparpotenziale bei der Wasserversorgung und -aufbereitung ermittelt und erschlossen. Basis hierfür waren Kennzahlen- und Methodenvergleiche zwischen verschiedenen Standorten. Neben den technischen Optimierungen führte auch verbessertes Wassernutzungsverhalten zu reduzierten Wasser- und Aufbereitungskosten.

Gesundheitsschutz im Konzern

Die Aufgabe des Gesundheitsschutzes im Konzern ist es, die technischen, organisatorischen und menschlichen Rahmenbedingungen zu schaffen, um jegliche arbeitsbedingten Unfälle und Erkrankungen zu vermeiden.

Nach sechs Jahren, in denen wir die Unfallhäufigkeit kontinuierlich gesenkt haben, stagnierte die Entwicklung im vergangenen Geschäftsjahr. Die Unfallhäufigkeit wird mit dem Akronym LTIFR(1-n) ausgedrückt. Es steht für Lost Time Injury Frequency Rate = Anzahl der Arbeitsunfälle mit mindestens einer ausgefallenen Schicht, pro 1 Million gearbeitete Stunden. Bezogen auf die Aurubis-Mitarbeiter, lag die LTIFR(1-n) im Geschäftsjahr 2016/17 bei 4,8 nach 4,6 im Vorjahr. Die absolute Anzahl der Unfälle betrug 47, nach 45 im Vorjahr.

Seit 2010 setzen wir uns kurz- und mittelfristige Ziele im Bereich der Arbeitssicherheit und arbeiten an der Verwirklichung unserer Vision Zero, sprich: einer vollständig unfallfreien Arbeitsumgebung. Das ursprünglich gesetzte mittelfristige Ziel, die LTIFR(1-n) bis spätestens 2022 auf < 3,0 zu begrenzen, haben wir unter diesen Rahmenbedingungen überprüft. Wir haben uns das Ziel gesetzt, eine LTIFR von 1,0 zu unterschreiten.

Unfallhäufigkeit

LTIFR = Lost Time Injury Frequency Rate

G 21

LTIFR(1-n) - Unfälle mit Zeitausfall von mindestens einer vollständigen Schicht

LTIFR(4-n) - Unfälle mit Zeitausfall von mehr als drei vollständigen Schichten

Wirtschaftsbericht

Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen

Nachdem sich die Weltwirtschaft im Kalenderjahr 2016 schwach entwickelte, kam es im Geschäftsjahr 2016/17 zu einer Erholung. Die in der zweiten Jahreshälfte 2016 einsetzende Aufwärtsbewegung konnte sich im ersten Halbjahr 2017 noch verstärken. Der Internationale Währungsfonds (IWF) geht deshalb in seiner Herbstprognose für das globale Wirtschaftswachstum 2017 von einem Anstieg in Höhe von 3,6 % aus und verbessert damit seine Frühjahrsprognose um 0,1 Prozentpunkte.

Dahinter steht jedoch eine unausgewogene Entwicklung, da Teile der Weltwirtschaft nicht uneingeschränkt dem positiven Trend folgten. Vor allem rohstoff- und erdölexportierende Entwicklungsländer haben es mit einem schwierigen Umfeld zu tun. Breiter schätzt der IWF den Aufschwung in entwickelten Volkswirtschaften ein sowie in einigen vorwiegend asiatischen Schwellenländern und sieht damit drei Viertel der Weltwirtschaft an der positiven Entwicklung beteiligt.

Positive Revisionen gegenüber dem Frühjahr 2017 gab es für die Eurozone und für asiatische und europäische Schwellenländer. Diese konnten eine leichte Abschwächung in den USA und Großbritannien ausgleichen.

Erwartetes BIP-Wachstum 2017 in %

G 22

Quelle: International Monetary Fund, Okt. 2017

Hinsichtlich der Eurozone sieht der IWF für 2017 ein Wachstum von 2,1 %, für Deutschland von 2,0 %, und erhöht damit seine Frühjahrsprognose jeweils um 0,4 %. Als Treiber wurden erhöhte Exporte und eine gute Verbrauchernachfrage genannt. Auch die Bundesregierung hat ihre Deutschlandprognose von 1,5 % im Frühjahr auf 2,0 % angehoben.

Für die USA erfolgte mit 2,2 % eine etwas niedrigere Neubewertung des Wirtschaftswachstums 2017 durch den IWF. Zwar sei die Stimmung bei Unternehmen und Verbrauchern gut, Risiken lägen jedoch im Kurs der US-Politik.

In China ist die Wirtschaft kräftiger als erwartet gewachsen und verdankt dies zum Teil guten Exporten. Mit 6,8 % wird das Wirtschaftswachstum voraussichtlich leicht über der April-Einschätzung von 6,6 % und dem Vorjahresniveau von 6,7 % liegen.

An den globalen Finanzmärkten hat sich 2017 ebenfalls eine positive Entwicklung gezeigt. Die Aktienmärkte lagen im Aufwärtstrend, die US-Zentralbank hat ihre Leitzinsen mehrfach angehoben, in Europa hielt die Europäische Zentralbank an ihrem Nullzins fest, kündigte aber eine Absenkung der Anleihekäufe für 2018 an.

Branchenspezifische Rahmenbedingungen

Aurubis ist überwiegend im internationalen Kupfermarkt und in seinen Teilmärkten tätig. Diese unterscheiden sich zum Teil deutlich.

Kupferkonzentrate werden am Weltmarkt von Minengesellschaften und Handelsgesellschaften angeboten. Als Käufer steht Aurubis hier im Wettbewerb mit anderen Primärkupferhütten, die ihre Standorte vor allem in China und Japan haben.

Kupfer- und metallhaltige Recyclingrohstoffe beschafft Aurubis überwiegend im europäischen Markt. Auf der Anbieterseite sind vor allem die Unternehmen des Metallhandels vertreten, ein Teil der Recyclingrohstoffe erreicht uns aber auch auf dem direkten Weg von Produktherstellern. Nachfrageseitig konkurrieren wir vor allem mit anderen Kupfer- und Metallhütten sowie Metallverarbeitern, die ebenfalls Recyclingmaterialien einsetzen.

Kupferkathoden sind das Produkt, auf dem der Handel an den internationalen Metallbörsen beruht. Aurubis gehört mit einer Jahresproduktion von 1,2 Mio. t Kupferkathoden zwar zu den größten Produzenten, nimmt aber, gemessen am Gesamtmarkt für raffiniertes Kupfer von derzeit etwa 24 Mio. t, keine signifikante Stellung ein.

Die Absatzmärkte für Kupferprodukte weisen ebenfalls eine deutliche Fragmentierung auf, mit einer Vielzahl von Unternehmen, die vorwiegend zur Kabel- und Drahtindustrie sowie zur Halbzeugindustrie gehören.

Bei den Nebenprodukten ist vor allem Schwefelsäure von Relevanz, die in unseren Prozessen als Kuppelprodukt entsteht. Der Kreis der Abnehmer und Wettbewerber ist breit gefächert. Zu den Kunden zählen Unternehmen der Chemischen Industrie, der Düngemittelindustrie und der Minenindustrie.

An den einzelnen Märkten von Aurubis ergaben sich im Geschäftsjahr 2016/17 unterschiedliche Entwicklungen:

Im Kontrast zu 2016 entwickelte sich der internationale Markt für Kupferkonzentrate im Jahr 2017, vor allem im ersten Halbjahr, ungünstiger. Während das Vorjahr keine größeren Produktionsunterbrechungen bei Minen durch Streiks, Unfälle oder Wetterkapriolen aufwies, waren im Jahr 2017 Beeinträchtigungen zu verzeichnen.

Die Minenproduktion von Kupfer wird 2017, nach Angaben der International Copper Study Group (ICSG), voraussichtlich um etwa 2 bis 3 % niedriger ausfallen und sich auf 19,9 Mio. t belaufen, die weltweite Konzentrateproduktion 2017 dabei mit minus 2,5 % gegenüber dem Vorjahr zu Buche schlagen. Das Research-Unternehmen CRU rechnet hingegen nur mit einem Rückgang der Minenproduktion um 1,2 % und einem Minus von 0,3 % bei der Konzentrateproduktion.

Mengenausfälle entstanden vor allem durch Streiks in den Tarifauseinandersetzungen des ersten Quartals 2017, darunter länger andauernde Arbeitsniederlegungen in Südamerika und Indonesien. Auch fehlte es, anders als im Vorjahr, an der Inbetriebnahme größerer Neu- und Erweiterungsprojekte. Ab dem zweiten Quartal 2017 setzte langsam eine Verbesserung der Marktsituation ein und der Markt für Kupferkonzentrate kehrte zu einem ausgewogeneren Verhältnis von Produktion und Nachfrage zurück. Dazu trugen auch das gute Angebot an Altkupfer und auf der Nachfrageseite mehrere Produktionsstillstände bei Hütten bei.

Der europäische Markt für Recyclingrohstoffe hat sich im Geschäftsjahr für Hütten erneut als Käufermarkt erwiesen. Das Mengenangebot an Altkupfer blieb insgesamt hoch und das in allen bedeutenden Schrotthandelsregionen. Die gestiegenen Kupferpreise sorgten für einen guten Mengenfluss aus den Sammel- und Aufbereitungsaktivitäten des Metallhandels. Auf der Nachfrageseite standen dem eine gute Versorgungslage von Hütten und anderen Konsumenten sowie ein zurückhaltendes Kaufinteresse gegenüber. Fragen warfen die von China beabsichtigten Restriktionen bei der Einfuhr von Kupferschrotten auf. Klare Antworten waren bis zum Ende des Geschäftsjahres von den chinesischen Behörden jedoch nicht zu erhalten. Auch Mengen an komplexen Recyclingrohstoffen wie Elektro- und Elektronikschrotten standen am Markt ausreichend zur Verfügung.

Die Produktion von raffiniertem Kupfer war im Geschäftsjahr 2016/17 von zahlreichen geplanten und ungeplanten Produktionsstillständen bei Hütten beeinträchtigt, darunter solche in Chile, Japan, den USA und China. Diesen standen Kapazitätszuwächsen in der Volksrepublik und einer mit 84 % guten Auslastung der Raffinierkapazitäten im Zeitraum Januar bis Juli 2017 gegenüber. Entscheidend war auch die gute Verfügbarkeit von Altkupfer, die nach Einschätzung der ICSG im Jahr 2017 zu einem Anstieg der Sekundärproduktion um 4 % führen wird. Insgesamt geht die Organisation davon aus, dass die Weltproduktion von raffiniertem Kupfer im Jahr 2017 um etwa 1 % über der des Vorjahres liegen wird.

Auf der Nachfrageseite für raffiniertes Kupfer hat es in den ersten sieben Monaten 2017 nur wenig Veränderung gegenüber dem Vorjahr gegeben. Mit 13,7 Mio. t wurde in etwa das Niveau des Vergleichszeitraums 2016 erreicht. Für das Gesamtjahr rechnet die ICSG mit einem Anstieg der Weltnachfrage um etwa 1 % auf 23,7 Mio. t. Größere Unsicherheiten sind hierbei mit der Ermittlung der realen Kupfernachfrage in China verbunden. Die Einschätzungen der Zunahme reichen von 1 bis 4 %.

Die Höhe der Börsenbestände an Kupferkathoden hat im Geschäftsjahr zum Teil deutlich geschwankt. Dies war wiederholt auf größere Mengenein- und -auslagerungen durch einzelne Handelsfirmen zurückzuführen. Nach 542.858 t am Anfang des Geschäftsjahres waren am 29.09.2017 bei den Metallbörsen LME, COMEX und SHFE insgesamt rund 577.000 t eingelagert. Zusätzlich erreichten die Kupferbestände in chinesischen Zolllagern am Ende des Geschäftsjahres 500.000 t.

Am Weltmarkt für raffiniertes Kupfer gab es in den ersten sieben Monaten 2017 nach Angaben der ICSG ein Produktionsdefizit von 163.000 t. Nach Berücksichtigung von saisonalen Effekten und Veränderungen der Zolllagerbestände in China betrug das Defizit 93.000 t. Für das Gesamtjahr 2017 erwartet die ICSG ein Produktionsdefizit von 131.000 t.

Am internationalen Markt für Gießwalzdraht, der weltweit rund 75 % der globalen Kathodenproduktion aufnimmt, ergaben sich im Verlauf des Geschäftsjahres von Quartal zu Quartal Produktions- und Nachfrageschwankungen. Nach einem schwächeren vierten Quartal des Jahres 2016 fiel das erste Quartal 2017 nochmals deutlich zurück. Von April bis Juni 2017 zeigte sich zwar eine höhere Produktion und Nachfrage, sie ließen beide im Schlussquartal des Geschäftsjahres (Juli bis September) jedoch noch einmal nach. Gefördert von einer guten konjunkturellen Entwicklung lag der Schwerpunkt der Erholung in Asien und Westeuropa.

Nachdem der globale Markt für Schwefelsäure im Geschäftsjahr 2016/17 zunächst schwach startete, führte später eine Marktverengung zu höheren Preisen. Nachfragezuwächse kamen vor allem aus der Kupferindustrie, wo Schwefelsäure im Bergbau zur Verarbeitung bestimmter Erze eingesetzt wird, sowie aus der Düngemittelindustrie. Über Teile des Geschäftsjahres wirkten sich Produktionsstörungen und Wartungsstillstände bei Hütten aus, die die Verfügbarkeit von Schwefelsäure einschränkten.

Der Kupferpreis an der LME konnte sich im Geschäftsjahr 2016/17 deutlich erholen. Nachdem anfangs Annahmen über ein mögliches Infrastrukturprogramm in den USA die Kursbildung beeinflussten, war es zuletzt die Annahme einer guten Kupfernachfrage Chinas. Insgesamt nahm bei Anlegern das Interesse für den Rohstoffsektor zu. Nach einem Kupferpreis von 4.807 US$/t (Settlement) Anfang Oktober 2016 und einer von Kursschwankungen gekennzeichneten Entwicklung schloss das Geschäftsjahr mit einem LME-Kupferpreis von 6.485 US$/t (Settlement). Der Tiefstwert des Jahres lag bei 4.620,50 US$/t (24.10.2016), der Höchstwert bei 6.904 US$/t (05.09.2017). Im Geschäftsjahresdurchschnitt ergab sich ein Wert von 5.781 US$/t (Vj. 4.767 US$/t).

Kupferpreis und Kupfer-Börsenbestände

bis 30.09.2017

G 23

Wirtschaftliche Entwicklung des Aurubis-Konzerns

Ertragslage des Aurubis-Konzerns

Ertragslage (operativ)

Um den operativen Erfolg des Aurubis-Konzerns unabhängig von Bewertungseinflüssen zur internen Steuerung abbilden zu können, erfolgt über die Darstellung der Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage nach IFRS hinaus die Erläuterung der Ertrags- und Vermögenslage auch auf Basis operativer Werte.

Bewertungseinflüsse umfassen dabei Effekte im Vorrats- und Anlagevermögen. Zur Bereinigung der Bewertungseinflüsse aus der Anwendung des IAS 2 werden die aus der Anwendung der Durchschnittsmethode resultierenden Metallpreisschwankungen ebenso eliminiert wie stichtagsbezogene Abwertungen und Zuschreibungen auf Kupfervorratsbestände. Darüber hinaus erfolgt die Bereinigung um Effekte aus Kaufpreisallokationen im Wesentlichen auf Sachanlagevermögen (Purchase Price Allocation = PPA) seit dem Geschäftsjahr 2010/11.

Die nachfolgende Tabelle gibt die Ermittlung des operativen Ergebnisses des Geschäftsjahres 2016/17 und des Vorjahresvergleichszeitraums wieder.

Überleitung der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

T 010

in Mio. € 2016/17 IFRS 2016/17 Bereinigung Effekte auf Vorräte 2016/17 Bereinigung Effekte aus PPA 2016/17 operativ 2015/16 IFRS 2015/16 Bereinigung Effekte auf Vorräte
Umsatzerlöse 11.040 0 0 11.040 9.475 0
Veränderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen 5 -70 0 -65 97 23
Andere aktivierte Eigenleistungen 9 0 0 9 9 0
Sonstige betriebliche Erträge 47 0 0 47 58 0
Materialaufwand -9.774 -88 0 -9.862 -8.635 23
Rohergebnis 1.327 -158 0 1.169 1.004 46
Personalaufwand -470 0 0 -470 -449 0
Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen -135 0 3 -132 -135 0
Sonstige betriebliche Aufwendungen -259 0 0 -259 -243 0
Betriebsergebnis (EBIT) 463 -158 3 308 177 46
Ergebnis aus At Equity bewerteten Anteilen 11 -3 0 8 6 2
Zinserträge 3 0 0 3 3 0
Zinsaufwendungen -20 0 0 -20 -27 0
Übrige finanzielle Aufwendungen -1 0 0 -1 0 0
Ergebnis vor Ertragsteuern (EBT) 456 -161 3 298 159 48
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -104 43 -1 -62 -35 -11
Konzernergebnis 352 -118 2 236 124 37
in Mio. € 2015/16 Bereinigung Effekte aus PPA 2015/16 operativ
Umsatzerlöse 0 9.475
Veränderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen 0 120
Andere aktivierte Eigenleistungen 0 9
Sonstige betriebliche Erträge 0 58
Materialaufwand 0 -8.612
Rohergebnis 0 1.050
Personalaufwand 0 -449
Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen 6 -129
Sonstige betriebliche Aufwendungen 0 -243
Betriebsergebnis (EBIT) 6 229
Ergebnis aus At Equity bewerteten Anteilen 0 8
Zinserträge 0 3
Zinsaufwendungen 0 -27
Übrige finanzielle Aufwendungen 0 0
Ergebnis vor Ertragsteuern (EBT) 6 213
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -2 -48
Konzernergebnis 4 165

Bereinigung um Bewertungsergebnisse aus der Anwendung der Durchschnittsmethode nach IAS 2 sowie um Effekte aus Kaufpreisallokationen i. W. auf Sachanlagevermögen ab dem Geschäftsjahr 2010/11.

Der Aurubis-Konzern hat im Geschäftsjahr 2016/17 ein operatives Konzernergebnis vor Steuern (EBT) in Höhe von 298 Mio. € (Vj. 213 Mio. €) erwirtschaftet. Der Geschäftsverlauf war geprägt von einem wesentlich über dem Vorjahr liegenden Konzentratdurchsatz, ungeachtet des gesetzlichen Wartungsstillstands im ersten Quartal 2016/17 in Hamburg. Das Vorjahr war beeinflusst durch den Großstillstand und die damit einhergehende Kapazitätsoptimierung am Standort Pirdop, die sich im laufenden Geschäftsjahr positiv auswirkte. Zudem konnten wir deutlich höhere Raffinierlöhne für Altkupfer bei gutem Angebot realisieren. Auch konnten wir von einem vorteilhaften Einsatzmix sowie von einer guten Verfügbarkeit von Kupferkonzentraten profitieren. Dagegen entwickelten sich die Schwefelsäurepreise aufgrund eines Überangebots auf den globalen Märkten insbesondere im 1. Halbjahr des Geschäftsjahres schwächer. Strangguss- und Flachwalzprodukte verzeichneten ein insgesamt über Vorjahr liegendes Absatzniveau bei einer geringeren Kupferprämie. Lediglich bei Gießwalzdraht lag der Absatz unter dem Vorjahresniveau. Der Geschäftsverlauf war zudem durch das höhere Metallmehrausbringen bei gestiegenen Metallpreisen geprägt. Zudem wirkte sich unser Effizienzsteigerungsprogramm positiv auf das Ergebnis aus. Wie im Vorjahr konnte Aurubis auch in diesem Jahr vom starken US-Dollar profitieren.

Das IFRS-Ergebnis vor Steuern in Höhe von 456 Mio. € wurde um Bewertungseffekte im Vorratsvermögen in Höhe von -161 Mio. € (Vj. 48 Mio. €) (Summe folgender Positionen: Veränderungen des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen, Materialaufwand und Ergebnis aus At Equity bewerteten Anteilen) sowie um Effekte aus einer Kaufpreisallokation seit 2010/11 in Höhe von 3 Mio. € (Vj. 6 Mio. €) bereinigt, um zum operativen Ergebnis vor Steuern von 298 Mio. € (Vj. 213 Mio. €) zu gelangen.

Die Umsatzerlöse im Konzern erhöhten sich im Berichtszeitraum um 1.565 Mio. € auf 11.040 Mio. € (Vj. 9.475 Mio. €). Diese Entwicklung war im Wesentlichen auf den gegenüber dem Vorjahr höheren durchschnittlichen Kupferpreis zurückzuführen.

Aufteilung Umsatzerlöse

T 011

in % 2016/17 2015/16
Inland 35 35
Europäische Union 36 38
Übriges Europa 5 3
Sonstige 24 24
Gesamt 100 100

Die Bestandsveränderung betrug -65 Mio. € (Vj. 120 Mio. €) und war im Wesentlichen durch eine Verminderung der Kupferbestände bedingt.

Der Materialaufwand erhöhte sich korrespondierend zu den Umsatzerlösen um 1.250 Mio. € von 8.612 Mio. € im Vorjahr auf 9.862 Mio. €.

Nach Einbeziehung der aktivierten Eigenleistungen und der sonstigen betrieblichen Erträge verblieb ein Rohergebnis in Höhe von 1.169 Mio. € (Vj. 1.050 Mio. €).

Der Personalaufwand stieg von 449 Mio. € im Vorjahr auf 470 Mio. € in der aktuellen Berichtsperiode. Ursächlich hierfür waren insbesondere Tarifsteigerungen sowie eine gestiegene Mitarbeiterzahl.

Die Abschreibungen auf das Anlagevermögen lagen mit 132 Mio. € leicht über dem Niveau des Vorjahres (129 Mio. €).

Umsatzentwicklung nach Produkten in Mio. €

G 24

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen lagen bei 259 Mio. € im Vergleich zu 243 Mio. € im Vorjahr. Der Anstieg war insbesondere durch höhere Transportkosten bedingt.

Somit ergab sich insgesamt ein operatives Ergebnis vor Finanzergebnis und Steuern (EBIT) in Höhe von 308 Mio. € (Vj. 229 Mio. €).

Die Nettozinsaufwendungen lagen bei 17 Mio. € gegenüber 24 Mio. € im Vorjahr. Der Rückgang resultierte im Wesentlichen aus einer niedrigeren Verzinsung bei einer reduzierten Bruttoverschuldung.

Nach Einbeziehung des Finanzergebnisses betrug das operative Ergebnis vor Ertragsteuern (EBT) 298 Mio. € (Vj. 213 Mio. €). Ausschlaggebend für die Entwicklung im Vergleich zur Berichtsperiode des Vorjahres waren folgende wesentliche Faktoren:

wesentlich über dem Vorjahr liegender Konzentratdurchsatz, ungeachtet des gesetzlichen Wartungsstillstands im 1. Quartal 2016/17 in Hamburg; das Vorjahr war beeinflusst durch den Großstillstand und die damit einhergehende Kapazitätsoptimierung am Standort Pirdop, die sich im laufenden Geschäftsjahr positiv auswirkte,
vorteilhafter Einsatzmix und gute Verfügbarkeit an Kupferkonzentraten,
deutlich höhere Raffinierlöhne für Altkupfer bei gutem Angebot, schwächere Verkaufspreise für Schwefelsäure aufgrund eines Überangebots auf den globalen Märkten insbesondere
im 1. Halbjahr des Geschäftsjahres,
höheres Metallmehrausbringen bei gestiegenen Metallpreisen,
niedrigere Kupferprämie,
höherer Absatz bei Strangguss- und Flachwalzprodukten,
schwächerer Absatz bei Gießwalzdraht,
positive Beiträge aus unserem Effizienzsteigerungsprogramm,
der starke US-Dollar.

Das operative Ergebnis vor Steuern liegt deutlich über dem Vorjahr und entspricht damit der Prognose aus dem letzten Geschäftsbericht.

Unter Berücksichtigung von Ertragsteuern verblieb ein operatives Konzernergebnis in Höhe von 236 Mio. € (Vj. 165 Mio. €). Das operative Ergebnis je Aktie lag bei 5,21 € (Vj. 3,64 €).

Ertragslage (IFRS)

Der Aurubis-Konzern hat im Geschäftsjahr 2016/17 ein Konzernergebnis in Höhe von 352 Mio. € (Vj. 124 Mio. €) erzielt.

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

T 012

in Mio. € 2016/17 IFRS 2015/16 IFRS
Umsatzerlöse 11.040 9.475
Bestandsveränderungen/ aktivierte Eigenleistungen 14 106
Sonstige betriebliche Erträge 47 58
Materialaufwand -9.774 -8.635
Rohergebnis 1.327 1.004
Personalaufwand -470 -449
Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen -135 -135
Sonstige betriebliche Aufwendungen -259 -243
Betriebsergebnis (EBIT) 463 177
Finanzergebnis -7 -18
Ergebnis vor Ertragsteuern (EBT) 456 159
Ertragsteuern -104 -35
Konzernergebnis 352 124

Die Umsatzerlöse im Konzern erhöhten sich im Berichtszeitraum um 1.565 Mio. € auf 11.040 Mio. € (Vj. 9.475 Mio. €). Diese Entwicklung war im Wesentlichen auf den gegenüber dem Vorjahr höheren durchschnittlichen Kupferpreis zurückzuführen.

Die Bestandsveränderungen verringerten sich im Vergleich zum Vorjahr um 92 Mio. € auf 5 Mio. € (Vj. 97 Mio. €) und waren im Wesentlichen auf eine Verminderung der Kupferbestände zurückzuführen, die durch gestiegene Kupferpreise kompensiert wurde.

Der Materialaufwand erhöhte sich angesichts höherer Umsatzerlöse um 1.139 Mio. € von 8.635 Mio. € im Vorjahr auf 9.774 Mio. €.

Nach Einbeziehung der aktivierten Eigenleistungen und der sonstigen betrieblichen Erträge verblieb ein Rohergebnis in Höhe von 1.327 Mio. € (Vj. 1.004 Mio. €).

Der Personalaufwand stieg von 449 Mio. € im Vorjahr auf 470 Mio. € in der aktuellen Berichtsperiode. Ursächlich hierfür waren insbesondere Tarifsteigerungen sowie eine gestiegene Mitarbeiterzahl.

Die Abschreibungen auf das Anlagevermögen betrugen wie im Vorjahr 135 Mio. €.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen lagen bei 259 Mio. € im Vergleich zu 243 Mio. € im Vorjahr. Der Anstieg war insbesondere durch höhere Transportkosten bedingt.

Somit ergab sich insgesamt ein Ergebnis vor Finanzergebnis und Steuern (EBIT) in Höhe von 463 Mio. € (Vj. 177 Mio. €).

Die Veränderung des Konzernergebnisses nach IFRS war durch die bereits in der Berichterstattung zur operativen Ertragslage aufgeführten wesentlichen Effekte geprägt. Darüber hinaus ist die Veränderung des Konzernergebnisses nach IFRS durch die Metallpreisentwicklung begründet. Die Anwendung der Durchschnittsmethode führt zu Metallpreisbewertungen, die nah an den Marktpreisen liegen. Metallpreisvolatilitäten haben daher direkte Auswirkungen auf Bestandsveränderungen/Materialaufwendungen und damit auf das IFRS-Rohergebnis. Dies ist unabhängig von der operativen Performance und nicht Cashflow-relevant.

Die Nettozinsaufwendungen lagen bei 17 Mio. € gegenüber 24 Mio. € im Vorjahr. Der Rückgang resultierte im Wesentlichen aus einer niedrigeren Verzinsung bei einer reduzierten Bruttoverschuldung.

Nach Einbeziehung des Finanzergebnisses betrug das Ergebnis vor Ertragsteuern 456 Mio. € (Vj. 159 Mio. €).

Unter Berücksichtigung von Ertragsteuern verblieb ein Konzernergebnis in Höhe von 352 Mio. € (Vj. 124 Mio. €). Das Ergebnis je Aktie lag bei 7,80 € (Vj. 2,71 €).

Vermögenslage des Aurubis-Konzerns

Vermögenslage (operativ)

Die nachfolgende Tabelle gibt die Ermittlung der operativen Bilanz zum 30.09.2017 und zum 30.09.2016 wieder.

Überleitung der Konzernbilanz

T 13

in Mio. € 30.09.2017 IFRS 30.09.2017 Bereinigung Effekte auf Vorräte 30.09.2017 Bereinigung Effekte aus PPA 30.09.2017 operativ 30.09.2016 IFRS 30.09.2016 Bereinigung Effekte auf Vorräte
AKTIVA
Anlagevermögen 1.489 -11 -34 1.444 1.450 -8
Latente Steuern 6 25 0 31 10 48
Langfristige Forderungen und sonstige Vermögenswerte 32 0 0 32 26 0
Vorräte 1.752 -366 0 1.386 1.700 -206
Kurzfristige Forderungen und sonstige Vermögenswerte 511 0 0 511 369 0
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 571 0 0 571 472 0
Summe Aktiva 4.361 -352 -34 3.975 4.027 -166
PASSIVA
Eigenkapital 2.366 -254 -25 2.087 1.991 -134
Latente Steuern 205 -98 -9 98 151 -32
Langfristige Rückstellungen 307 0 0 307 386 0
Langfristige Verbindlichkeiten 344 0 0 344 357 0
Kurzfristige Rückstellungen 39 0 0 39 32 0
Kurzfristige Verbindlichkeiten 1.100 0 0 1.100 1.110 0
Summe Passiva 4.361 -352 -34 3.975 4.027 -166
in Mio. € 30.09.2016 Bereinigung Effekte aus PPA 30.09.2016 operativ
AKTIVA
Anlagevermögen -38 1.404
Latente Steuern 0 58
Langfristige Forderungen und sonstige Vermögenswerte 0 26
Vorräte 0 1.494
Kurzfristige Forderungen und sonstige Vermögenswerte 0 369
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 0 472
Summe Aktiva -38 3.823
PASSIVA
Eigenkapital -28 1.829
Latente Steuern -10 109
Langfristige Rückstellungen 0 386
Langfristige Verbindlichkeiten 0 357
Kurzfristige Rückstellungen 0 32
Kurzfristige Verbindlichkeiten 0 1.110
Summe Passiva -38 3.823

Bereinigung um Bewertungsergebnisse aus der Anwendung der Durchschnittsmethode nach IAS 2 sowie um Effekte aus Kaufpreisallokationen i. W. auf Sachanlagevermögen ab dem Geschäftsjahr 2010/11.

Die Bilanzsumme erhöhte sich von 3.823 Mio. € zum 30.09.2016 auf 3.975 Mio. € zum 30.09.2017, insbesondere aufgrund gestiegener Forderungen aus Lieferungen und Leistungen am Bilanzstichtag.

Das Eigenkapital des Konzerns stieg um 258 Mio. € von 1.829 Mio. € zum Ende des letzten Geschäftsjahres auf 2.087 Mio. € zum 30.09.2017. Ursächlich hierfür war im Wesentlichen das operative Konzernergebnis von 236 Mio. € sowie erfolgsneutral zu berücksichtigende Effekte aus der Neubewertung von Pensionsverpflichtungen. Gegenläufig wirkte sich die Dividendenzahlung in Höhe von 58 Mio. € aus. Insgesamt lag die operative Eigenkapitalquote (Eigenkapital im Verhältnis zur Bilanzsumme) bei 52,5 % gegenüber 47,8 % zum Ende des letzten Geschäftsjahres.

Die Verminderung der langfristigen Rückstellungen resultierte aus einem Rückgang der Pensionsverbindlichkeiten aufgrund der oben genannten Effekte aus der Neubewertung.

Die Finanzverbindlichkeiten sind aufgrund der Rückführung eines Schuldscheindarlehens von 495 Mio. € zum 30.09.2016 auf 351 Mio. € zum 30.09.2017 gesunken.

Entwicklung der Finanzverbindlichkeiten

T 014

in Mio. € 30.09.2017 30.09.2016
Langfristige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 317 321
Langfristige Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 23 16
Langfristige Finanzverbindlichkeiten 340 337
Kurzfristige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 8 156
Kurzfristige Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 3 2
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 11 158
Finanzverbindlichkeiten 351 495

Kapitalrendite (operativ)

Der ROCE stellt die Verzinsung des im operativen Geschäft oder für eine Investition eingesetzten Kapitals dar.

Der operative ROCE (unter Berücksichtigung des operativen EBIT der letzten 12 Monate) erhöhte sich leicht von 10,9 % im Vorjahr auf 15,1 % im aktuellen Geschäftsjahr. Dies ist insbesondere auf das deutlich gestiegene operative Ergebnis zurückzuführen. Die Kennzahl entspricht damit der Konzernprognose aus dem letzten Geschäftsbericht.

Rendite auf das eingesetzte Kapital (ROCE) operativ

T 015

in Mio. € 30.09.2017 30.09.2016
Anlagevermögen ohne Finanzanlagen und At Equity bewertete Anteile 1.375 1.343
Vorräte 1.387 1.494
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 357 242
Sonstige Forderungen und Vermögensgegenstände 216 211
- Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen -905 -798
- Rückstellungen und sonstige Verbindlichkeiten -388 -379
Eingesetztes Kapital (Capital Employed) zum Stichtag 2.042 2.114
Ergebnis vor Ertragsteuern (EBT) 298 213
Finanzergebnis 10 16
Ergebnis vor Ertragsteuern und Finanzergebnis (EBIT) 308 229
Rendite auf das eingesetzte Kapital (operativer ROCE) 15,1 % 10,9 %

Vermögenslage (IFRS)

Die Bilanzsumme erhöhte sich von 4.027 Mio. € zum Ende des vergangenen Geschäftsjahres auf 4.361 Mio. € zum 30.09.2017, insbesondere aufgrund gestiegener Forderungen aus Lieferungen und Leistungen am Bilanzstichtag.

Bilanzstruktur des Konzerns

T 016

in % 30.09.2017 30.09.2016
Anlagevermögen 34 36
Vorräte 40 42
Forderungen etc. 13 10
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 13 12
100 100
Eigenkapital 54 49
Rückstellungen 13 14
Verbindlichkeiten 33 37
100 100

Das Eigenkapital des Konzerns stieg um 375 Mio. € von 1.991 Mio. € zum Ende des letzten Geschäftsjahres auf 2.366 Mio. € zum 30.09.2017. Ursächlich hierfür waren im Wesentlichen das Konzernergebnis von 352 Mio. € sowie erfolgsneutral zu berücksichtigende Effekte aus der Neubewertung von Pensionsverpflichtungen. Gegenläufig wirkte sich die Dividendenzahlung in Höhe von 58 Mio. € aus. Insgesamt lag die Eigenkapitalquote (Eigenkapital im Verhältnis zur Bilanzsumme) bei 54,2 % gegenüber 49,4 % zum Ende des letzten Geschäftsjahres.

Die Verminderung der langfristigen Rückstellungen resultierte aus einem Rückgang der Pensionsverbindlichkeiten aufgrund der oben genannten Effekte aus der Neubewertung.

Die Finanzverbindlichkeiten sind aufgrund der Rückführung eines Schuldscheindarlehens von 495 Mio. € zum 30.09.2016 auf 351 Mio. € zum 30.09.2017 gesunken.

Entwicklung der Finanzverbindlichkeiten

T 017

in Mio. € 30.09.2017 30.09.2016
Langfristige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 317 321
Langfristige Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 23 16
Langfristige Finanzverbindlichkeiten 340 337
Kurzfristige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 8 156
Kurzfristige Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 3 2
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 11 158
Finanzverbindlichkeiten 351 495

Kapitalrendite (IFRS)

Die Steuerung des Konzerns basiert auf dem operativen Ergebnis. Der operative ROCE wird im Abschnitt "Kapitalrendite (operativ)" erläutert.

Finanzlage des Aurubis-Konzerns

Die Versorgung des Konzerns mit liquiden Mitteln ist durch das Zusammenspiel des Konzern-Cashflows mit den kurz- und langfristigen Fremdfinanzierungen und den verfügbaren Kreditlinien unserer Banken gewährleistet. Durch vorhandene Kreditmittel und Kreditlinien können Schwankungen in der Cashflow-Entwicklung jederzeit überbrückt werden.

Die Entwicklung der Liquiditätsposition des Aurubis-Konzerns wird zeitnah und regelmäßig verfolgt. Die Steuerung und Kontrolle erfolgt anhand definierter Kennzahlen.

Die wesentliche Kennzahl für die Steuerung der Verschuldung bildet die Schuldendeckung, die die Netto-Finanzverbindlichkeiten (Finanzverbindlichkeiten, vermindert um Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente) ins Verhältnis zum Ergebnis vor Steuern, Finanzergebnis und Abschreibungen (EBITDA) setzt und darstellt, wie viele Perioden für eine Tilgung der bestehenden Finanzverbindlichkeiten aus den Erträgen des Unternehmens bei unveränderter Ertragslage benötigt würden.

Die Kennzahl Zinsdeckung gibt Auskunft über die Abdeckung des Zinsergebnisses durch das Ergebnis vor Steuern, Finanzergebnis und Abschreibungen (EBITDA).

Langfristig soll eine ausgewogene Verschuldungsstruktur erreicht werden. Hierbei erachten wir eine Schuldendeckung von < 3 und eine Zinsdeckung von > 5 als ausgewogen.

Für die Steuerung des Konzerns verwenden wir das operative Ergebnis. Dementsprechend stellen sich die operativen Finanzkennzahlen des Konzerns wie folgt dar:

Finanzkennzahlen des Konzerns operativ

T 018

30.09.2017 30.09.2016
Schuldendeckung = Netto-Finanzverbindlichkeiten/EBITDA -0,5 0,1
Zinsdeckung = EBITDA/Zinsergebnis 26,1 14,6

Weitere Steuerungsmaßnahmen im Rahmen der Liquiditätsrisiken werden im Risiko- und Chancenbericht des zusammengefassten Lageberichts dargestellt.

Liquiditäts- und Finanzierungsanalyse

Die Kapitalflussrechnung zeigt die Zahlungsströme im Konzern. Sie macht deutlich, wodurch Zahlungsmittel generiert wurden und wofür sie verwendet worden sind.

Der Netto-Cashflow zum 30.09.2017 lag bei 480 Mio. € gegenüber 239 Mio. € im Vorjahr. Der Anstieg des Netto-Cashflows resultierte im Wesentlichen aus dem deutlich höheren Ergebnis.

Die Investitionen in das Anlagevermögen (inkl. Finanzanlagen) betrugen im Berichtszeitraum 165 Mio. € (Vj. 143 Mio. €). Die größte Einzelinvestition stand im Zusammenhang mit unserer Vereinbarung zum langfristigen Bezug von Strom. Durch diese Einzelinvestition haben wir die laufenden Kosten für den langfristigen Stromverbrauch gesenkt. Die Planungssicherheit unserer deutschen Produktionsstandorte für den Strombezug bleibt erhalten.

Nach Abzug der Investitionen in das Anlagevermögen vom Netto-Cashflow ergab sich ein Free Cashflow von 315 Mio. € (Vj. 96 Mio. €). Der Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit belief sich auf 155 Mio. € (Vj. 128 Mio. €).

Der Mittelabfluss aus Finanzierungstätigkeit lag bei 225 Mio. € (Vj. 92 Mio. €) und beinhaltet die fälligkeitsbedingte Rückführung eines Schuldscheindarlehens in Höhe von 136 Mio. €.

Zum 30.09.2017 standen dem Konzern Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in Höhe von 571 Mio. € (Vj. 472 Mio. €) zur Verfügung. Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente dienen der operativen Geschäftstätigkeit, der Investitionstätigkeit wie auch der Tilgung von Finanzverbindlichkeiten.

Mittelherkunft und -verwendung in Mio. €

G 25

Die Netto-Finanzverbindlichkeiten zum 30.09.2017 betrugen -220 Mio. € (Vj. 23 Mio. €).

Netto-Finanzverbindlichkeiten im Konzern

T 019

in Mio. € 30.09.2017 30.09.2016
Finanzverbindlichkeiten 351 495
- Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 571 472
Netto-Finanzverbindlichkeiten -220 23

Neben den liquiden Mitteln verfügt der Aurubis-Konzern über ungenutzte Kreditlinien und besitzt damit ausreichende Liquiditätsreserven. Parallel dazu setzt der Konzern auch den regresslosen Verkauf von Forderungen im Rahmen von Factoringvereinbarungen als außerbilanzielles Finanzierungsinstrument ein.

Geschäftsentwicklung in den Business Units

Business Unit Primärkupfererzeugung Kennzahlen

T 020

2016/17 2015/16
in Mio. € operativ operativ
--- --- ---
Gesamtumsätze 6.320 5.325
EBIT 241 154
EBT 236 143
Investitionen 124 104
Abschreibungen -86 -83
Operativer ROCE 26,6 % 16,4 %
Capital Employed 905 939
Mitarbeiterzahl (Durchschnitt) 2.780 2.750

Geschäftsverlauf und Ergebnisentwicklung

Wesentliche Ergebnistreiber der BU Primärkupfererzeugung sind Schmelz- und Raffinierlöhne (TC/RCs), die als Abschläge vom Metalleinkaufspreis für die Umwandlung von Rohstoffen in das Börsenprodukt Kupferkathode und andere Metalle verhandelt werden. Weitere Ergebnisbestandteile sind die Erlöse des Edelmetall- und Schwefelsäureverkaufs, die Kupferprämie sowie das Metallmehrausbringen.

Die BU Primärkupfererzeugung erzielte im Geschäftsjahr 2016/17 ein operatives Ergebnis, das deutlich über dem Vorjahresergebnis liegt. Das Vorjahr war beeinflusst durch den Großstillstand und die damit einhergehende Kapazitätsoptimierung am Standort Pirdop, die sich im laufenden Geschäftsjahr positiv auswirkte.

Ein vorteilhafter Einsatzmix, eine gute Verfügbarkeit von Kupferkonzentraten sowie höhere Raffinierlöhne für Altkupfer trugen positiv zu der Ergebnisverbesserung der Business Unit bei. Auch wirkten sich ein höheres Metallmehrausbringen bei gestiegenen Metallpreisen sowie ein starker US-Dollar positiv aus.

Insgesamt erzielte die BU Primärkupfererzeugung im Geschäftsjahr ein operatives Ergebnis vor Ertragsteuern (EBT) in Höhe von 236 Mio. €. Im Vergleich zum Vorjahr entsprach dies einer deutlichen Ergebnisverbesserung von 93 Mio. € und lag damit im Rahmen der im Geschäftsbericht 2015/16 getroffenen Prognose.

Auch der ROCE verbesserte sich mit 26,6 % (Vj. 16,4 %) deutlich und lag damit ebenfalls im Rahmen der Prognose.

Die Umsatzerlöse der Business Unit lagen mit 6.320 Mio. € um 995 Mio. € über Vorjahresniveau. Dies war im Wesentlichen auf gestiegene Metallpreise zurückzuführen.

Rohstoffmärkte

Schmelz- und Raffinierlöhne für Kupferkonzentrate auf zufriedenstellendem Niveau

Der internationale Markt für Kupferkonzentrate war im abgelaufenen Geschäftsjahr von einem insgesamt zufriedenstellenden Mengenangebot geprägt. Zum Geschäftsjahresanfang war die Verfügbarkeit von Kupferkonzentraten am Spotmarkt insbesondere durch den Bestandsaufbau chinesischer Hütten rückläufig. Erst im Laufe des Geschäftsjahres setzte eine Erholung des Marktes durch Beendigung von Streiks und Exportrestriktionen ein. Die Schmelz- und Raffinierlöhne im Spot-Geschäft verblieben unter dem Niveau der Langfristbedingungen und lagen im Vergleich zum Vorjahr auf einem etwas niedrigeren Niveau.

Wir konnten eine gute Konzentratversorgung unserer Schmelzbetriebe in Hamburg und Pirdop sicherstellen und waren weiterhin in der Lage, zusätzliche langfristige Lieferverträge abzuschließen.

Gute Verfügbarkeit von Altkupfer führt zu höheren Raffinierlöhnen

Die seit Beginn des Geschäftsjahres gestiegenen Metallpreise, insbesondere der Kupferpreis, wirkten sich positiv auf die Verfügbarkeit von Altkupfer aus und führten zu höheren Raffinierlöhnen. Durch das vermehrte Angebot an Altkupfer konnten unsere Anlagen zu guten Konditionen voll versorgt werden.

Leichte Erholung auf den Schwefelsäuremärkten

Zu Beginn des Geschäftsjahres war der Markt für Schwefelsäure zunächst durch ein anhaltendes Überangebot, angesichts einer schwachen globalen Nachfrage, geprägt. Bedingt durch Stillstände von Hütten und Schwefelbrennern verringerte sich jedoch das Angebot zum Ende des 1. Halbjahres, was zu einem Preisanstieg führte. Bis zum Geschäftsjahresende setzte sich der positive Preistrend im Spotmarkt auf niedrigem Niveau weiter fort.

Produktion

Durchsatz- und Produktionsmengen insbesondere durch sehr gute Performance in Pirdop über Vorjahr

Eine gute Versorgung mit Kupferkonzentraten und Recyclingmaterialien sicherte während des gesamten Geschäftsjahres die Auslastung unserer Produktionsanlagen. Insgesamt wurden in der BU Primärkupfererzeugung rund 2,4 Mio. t Kupferkonzentrat (Vj. 2,2 Mio. t) und damit mehr als in allen vorangegangenen Geschäftsjahren verarbeitet. Der Altkupfereinsatz in der BU betrug 96.000 t (Vj. 91.000 t).

Konzentratdurchsatz in Mio. t

G 26

Am Standort Hamburg wurden rund 1,1 Mio. t Kupferkonzentrat verarbeitet und damit trotz eines geplanten Stillstands das Vorjahresniveau erreicht. Am Standort Pirdop lag die Durchsatzmenge mit 1,3 Mio. t deutlich über dem Wert des Vorjahres (Vj. 1,0 Mio. t). Dies lag einerseits an einem negativen Einfluss des Großstillstands im Vorjahr, andererseits wirkten sich die in diesem Rahmen umgesetzten Optimierungsmaßnahmen positiv auf die Produktion aus.

Die Schwefelsäureproduktion lag analog zum Konzentratdurchsatz mit 2,4 Mio. t über dem Vorjahresniveau (Vj. 2,1 Mio. t).

Die Kathodenproduktion in der BU Primärkupfererzeugung erreichte mit 624.000 t einen über dem Vorjahr (Vj. 584.000 t) liegenden Wert.

Die Elektrolyse in Hamburg produzierte im Geschäftsjahr 394.000 t (Vj. 370.000 t) Kathoden. Die Elektrolyse in Pirdop erreichte eine Produktionsmenge von 230.000 t (Vj. 214.000 t).

Der Einsatz von edelmetallhaltigen Materialien ermöglichte eine mit 1.071 t sehr gute, deutlich über dem Vorjahr von 961 t liegende Silberproduktion. Die Goldproduktion erreichte das Vorjahresniveau von 42 t.

Silberproduktion in t

G 27

Goldproduktion in t

G 28

Investitionen

Die BU Primärkupfererzeugung investierte im vergangenen Geschäftsjahr 124 Mio. € (Vj. 104 Mio. €).

Der Schwerpunkt der Investitionen stand im Zusammenhang mit dem langfristigen Bezug von Strom. Darüber hinaus wurden Investitionen für Maßnahmen im Rahmen des geplanten Wartungsstillstands in Hamburg, für ein Projekt zur Lieferung von Fernwärme sowie für die fortgeführte Optimierung unseres Standortes in Bulgarien getätigt. Darüber hinaus wurde in die Verbesserung des Umweltschutzes sowie der Infrastruktur der Standorte investiert.

Investitionen BU Primärkupfererzeugung in Mio. €

G 29

1) Angepasst wegen veränderter Konzernstruktur.

Business Unit Kupferprodukte Kennzahlen

T 021

in Mio. € 2016/17 operativ 2015/16 operativ
Gesamtumsätze 9.149 7.531
EBIT 105 106
EBT 100 101
Investitionen 50 40
Abschreibungen -44 -44
Operativer ROCE 9,6 % 9,4 %
Capital Employed 1.101 1.130
Mitarbeiterzahl (Durchschnitt) 3.397 3.335

Vorjahreswerte teilweise angepasst.

Geschäftsverlauf und Ergebnisentwicklung

Wesentliche Ertragskomponenten innerhalb der BU Kupferprodukte sind neben der Kupferprämie vor allem die sogenannten Formataufpreise, die für die Veredelung von Kupferkathoden zu Kupferprodukten erhoben werden.

Im Recyclinggeschäft sind es insbesondere die Raffinierlöhne (Abschlag vom Metalleinkaufspreis) und ein Metallmehrausbringen, über die Erträge generiert werden.

Insgesamt erreichte die BU Kupferprodukte im Geschäftsjahr 2016/17 ein operatives Ergebnis vor Steuern (EBT) in Höhe von 100 Mio. € (Vj. 101 Mio. €). Damit lag das operative EBT auf Vorjahresniveau und nicht wie prognostiziert leicht über dem operativen EBT von 2015/16.

Der ROCE erreichte mit 9,6 % das Vorjahresniveau (Vj. 9,4 %) und blieb damit im Rahmen der Prognose.

Zum Ergebnis der BU Kupferprodukte haben folgende Entwicklungen beigetragen:

Die Kupferprämie für 2017 lag mit 86 US$/t niedriger als im Vorjahr (92 US$/t).

Nach einem verhaltenen Start im ersten Quartal des Geschäftsjahres entwickelte sich der Absatz von Gießwalzdraht im Jahresverlauf wieder positiver. Im Bereich Stranggussformate konnte er das Vorjahresniveau deutlich übertreffen. Die Formataufpreise lagen in beiden Bereichen auf dem Niveau des Vorjahres. In der Business Line Flat Rolled Products stieg das Absatzvolumen gegenüber dem Vorjahr spürbar an.

Das Recyclinggeschäft in Lünen und Olen profitierte im Berichtsjahr von einem guten Angebot an Altkupfer und anderen Recyclingrohstoffen mit entsprechend hohen Raffinierlöhnen.

Produktmärkte

Das Geschäftsjahr war geprägt von einem sehr zufriedenstellenden Marktumfeld bei Stranggussformaten und einem verhaltenen Absatz bei Kupfergießwalzdraht. Letzterer war beeinflusst durch Bestandskorrekturen im Kabelbereich, durch die die Nachfrage hinter unseren Erwartungen zurückblieb. Hauptgrund dafür war eine Normänderung für Kabel innerhalb der Europäischen Union im Hinblick auf ihre Feuerbeständigkeit, die zu Unsicherheiten bei Abnehmern führte. Dieser Effekt ist jedoch temporär und wir rechnen mit einem stabilen Markt im Folgejahr. Zudem sorgten geo-politische Einflüsse im Mittleren Osten für einen niedrigen Auftragseingang als erwartet. Im Gegensatz dazu konnten wir bei Stranggussformaten einen äußerst positiven Absatzverlauf verzeichnen.

Die Nachfrage nach Flachwalzprodukten entwickelte sich in den für uns wesentlichen Märkten positiv: Starke Wachstumsimpulse lieferten besonders die Automobil- und Elektroindustrie. Lediglich im Kühlerbausegment fand die Markterholung nicht wie erhofft statt.

Recyclingmärkte

Die steigenden Metallpreise wirkten sich positiv auf die Verfügbarkeit von Altkupfer aus und führten zu höheren Raffinierlöhnen. Durch das vermehrte Angebot an Altkupfer konnten wir unsere Anlagen zu attraktiven Konditionen voll versorgen.

Bei komplexen Recyclingmaterialien hat die Wettbewerbsintensität - insbesondere aus Asien - zugenommen. In diese Kategorie von Rohstoffen fallen z. B. industrielle Reststoffe sowie Elektro- und Elektronikschrotte. Diese Materialien weisen geringere Kupferinhalte auf und enthalten weitere Nichteisenmetalle sowie Edelmetalle.

Durchsatz und Produktion

Altkupfereinsatz steigt deutlich

Der Einsatz von Altkupfer in der BU Kupferprodukte erfolgte vor allem in unserem Recyclingwerk Lünen und trug der guten Verfügbarkeit am Markt Rechnung. Er lag im Geschäftsjahr bei rund 176.000 t und übertraf damit die Vergleichsmenge des Vorjahres (162.000 t) deutlich.

Der Einsatz von komplexen Recyclingmaterialien im Kayser Recycling System (KRS) am Standort Lünen erhöhte sich auf 270.000 t (Vj. 254.000 t).

Altkupfereinsatz im Konzern in Tsd. t

G 30

AURUBIS ROD mit Produktion unter Vorjahr

Auf den vier Anlagen des Konzerns wurden nachfragebedingt 719.000 t AURUBIS ROD im Geschäftsjahr 2016/17 hergestellt. Dies entspricht einem Rückgang von 5 % im Vergleich zum Vorjahr (Vj. 758.000 t).

Gießwalzdrahtproduktion in Tsd. t

G 31

AURUBIS SHAPES mit deutlich höherer Produktion

Insgesamt erreichte AURUBIS SHAPES im Geschäftsjahr eine Produktion von 190.000 t. Dies bedeutet im Vergleich zum Vorjahr (172.000 t) einen deutlichen Zuwachs von 11 %

Stranggussproduktion in Tsd. t

G 32

Flachwalzproduktion gesteigert

Im Geschäftsjahr 2016/17 lag die Produktion von Flachwalzprodukten mit 220.000 t rund 6 % über dem Vorjahresniveau (Vj. 208.000 t). An allen Standorten wurde weiter an der Umsetzung der Programme zur Effizienzverbesserung und zur Produktivitäts- und Qualitätserhöhung gearbeitet.

Produktion von Stangen und Profilen stabil

Die Produktion von Stangen und Profilen lag im Berichtsjahr mit 12.500 t auf Vorjahresniveau (Vj. 12.400 t).

Kathodenproduktion übertrifft Vorjahreswert

Die Kathodenproduktion der BU Kupferprodukte lag im Geschäftsjahr 2016/17 bei 532.000 t und damit um 6 % über dem Vorjahr (Vj. 499.000 t).

Kathodenproduktion im Konzern in Tsd. t, BU Primärkupfererzeugung und BU Kupferprodukte

G 33

Kathodenproduktion im Konzern nach Standorten in Tsd. t, Geschäftsjahr 2016/17

G 34

Investitionen

Der Investitionsaufwand in der BU Kupferprodukte lag im Geschäftsjahr 2016/17 bei 50 Mio. € (Vj. 40 Mio. €). Die größte Einzelinvestition stand im Zusammenhang mit dem langfristigen Bezug von Strom. Darüber hinaus wurde in die Verbesserung der Bereiche Effizienz, Energie, Umweltschutz und Infrastruktur investiert.

Investitionen BU Kupferprodukte in Mio. €

G 35

1) Angepasst wegen veränderter Konzernstruktur.

Gesamtbewertung des Geschäftsjahres 2016/17 des Aurubis-Konzerns durch den Vorstand

Der Aurubis-Konzern hat im Geschäftsjahr 2016/17 ein Ergebnis erwirtschaftet, das deutlich über dem des Vorjahres liegt. Damit wurden die im Ausblick des letzten Geschäftsberichts und in den Quartalsberichten getroffenen Aussagen zur Ergebnishöhe des Geschäftsjahres 2016/17 bestätigt. Wir steigerten unser operatives Ergebnis vor Steuern auf 298 Mio. € (Vj. 213 Mio. €).

Günstige Entwicklungen in Teilmärkten und erste Ergebnisbeiträge aus dem Effizienzsteigerungsprogramm trugen hierzu bei: Positiv wirkte sich insbesondere die von einem hohen Angebot gekennzeichnete Situation des Altkupfermarktes aus, in der sich im Einkauf gute Raffinierlöhne durchsetzen ließen. Das höhere Metallmehrausbringen bei gestiegenen Metallpreisen wirkte sich ebenfalls positiv aus. Das für das Geschäftsjahr festgelegte Ziel des Effizienzsteigerungsprogramms von mindestens 30 Mio. € operatives EBITDA im Rahmen von ONE Aurubis wurde erreicht.

Die interne Zielvorgabe eines operativen ROCE von 15 % für den Gesamtkonzern wurde erreicht.

Die Geschäftsentwicklung der BU Primärkupfererzeugung war von einem guten Marktangebot an Einsatzmaterialien und einer entsprechend guten Versorgungslage geprägt. Die zeitweise am internationalen Konzentratmarkt wirksam gewordenen Produktionsstörungen bei Minen betrafen uns nicht unmittelbar. Die Versorgung der Anlagen war - mit zufriedenstellenden Schmelz- und Raffinierlöhnen - stets gesichert. Die Konzentratverarbeitung in unseren Primärhütten erreichte mit rund 2,4 Mio. t einen Höchststand. Ein gutes Angebot ließ die Raffinierlöhne für Altkupfer deutlich ansteigen. Auch hier nahm die Verarbeitungsmenge zu. Die Kathodenproduktion lag auf dieser Grundlage ebenfalls über dem Vorjahresniveau. Andere ergebnisrelevante Faktoren für das Ergebnis der BU Primärkupfererzeugung waren der starke US-Dollar sowie das höhere Metallmehrausbringen bei gestiegenen Metallpreisen.

In der BU Kupferprodukte verlief die Entwicklung differenziert. Auch hier wirkten sich hohe Raffinierlöhne für Altkupfer positiv aus. Geringere Kupferprämien belasteten hingegen das Ergebnis. Die Produktion und der Absatz von Gießwalzdraht gingen nachfragebedingt zwar zurück, fanden aber ein Gegengewicht im guten Geschäft mit Stranggussformaten. Die Effizienzsteigerungsmaßnahmen in der Business Line Flat Rolled Products wurden erfolgreich fortgeführt.

Der Netto-Cashflow lag mit 480 Mio. € (Vj. 236 Mio. €) auf einem sehr guten Niveau.

Die Bilanzstruktur des Aurubis-Konzerns ist weiterhin sehr robust. Die Eigenkapitalquote (operativ) liegt bei 52,5 % (Vj. 47,8 %). Die Netto-Finanzverbindlichkeiten lagen bei -219 Mio. € (Vj. 23 Mio. €).

Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage der Aurubis AG

Allgemeine Informationen

Ergänzend zur Berichterstattung zum Aurubis-Konzern erläutern wir im Folgenden die Entwicklung der Aurubis AG. Die Aurubis AG ist das Mutterunternehmen des Aurubis-Konzerns mit Sitz in Hamburg sowie Produktionsstandorten in Hamburg und Lünen. Die Geschäftstätigkeit umfasst neben der Steuerung des Aurubis-Konzerns insbesondere auch die Primärkupfererzeugung und das Recycling sowie die Produktion von Kupferprodukten und Edelmetallen. Der Einzelabschluss der Aurubis AG wird nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) und des Aktiengesetzes (AktG) aufgestellt. Die wesentlichen Unterschiede zu dem nach IFRS-Grundsätzen aufgestellten Konzernabschluss liegen in der Bilanzierung des Anlagevermögens, der Bewertung des Vorratsvermögens, der Bewertung der Finanzinstrumente sowie der Bilanzierung von Pensionsrückstellungen.

Die Steuerung im Aurubis-Konzern erfolgt gesellschaftsübergreifend auf Konzernebene nach Business Units (BU) mit den finanziellen Leistungsindikatoren operatives EBT sowie operativer ROCE. Dies trifft auch auf die operativen Aktivitäten der Aurubis AG zu, die ein wesentlicher Bestandteil des Konzerns sind. Insofern repräsentieren die Entwicklung und die Prognose der finanziellen Leistungsindikatoren auf Ebene der Business Units und des Gesamtkonzerns gleichzeitig die Entwicklung und Prognose der Aurubis AG als Einzelgesellschaft.

Die Analyse der Entwicklung der genannten finanziellen Leistungsindikatoren im Geschäftsjahr sowie deren Prognose für das Folgejahr sind im Wirtschaftsbericht sowie im Prognosebericht für den Gesamtkonzern dargestellt. Aussagen zur Risikosituation und zu den Chancen finden sich im Risiko- und Chancenbericht des Konzerns.

Ertragslage

Gewinn- und Verlustrechnung

T 022

in Mio. € 2016/17 2015/16
Umsatzerlöse 7.511 6.709
Bestandsveränderungen/ aktivierte Eigenleistungen - 42 53
Sonstige betriebliche Erträge 76 71
Materialaufwand -6.948 -6.302
Rohertrag 597 531
Personalaufwand -240 -220
Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen -51 - 48
Sonstige betriebliche Aufwendungen -159 -131
Betriebsergebnis (EBIT) 147 132
Finanzergebnis 50 34
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EBT) 197 166
Steuern -48 -32
Jahresüberschuss 149 134

Der Geschäftsverlauf der Aurubis AG im Geschäftsjahr 2016/17 war gegenüber dem Vorjahr durch höhere Raffinierlöhne auf den Altkupfermärkten sowie durch ein leicht unter Vorjahr liegendes Metallmehrausbringen bei gestiegenen Metallpreisen positiv beeinflusst. Der Konzentratdurchsatz lag auf Vorjahresniveau, bei den Schmelz- und Raffinierlöhnen wirkte sich insbesondere der starke US-Dollar positiv auf das Ergebnis aus. Im Gegensatz zum Vorjahr ergaben sich jedoch niedrigere Erlöse für Schwefelsäure. Auch nachfragebedingt niedrigere Erlöse aus dem Verkauf von Kupferprodukten belasteten das Ergebnis.

Umsatzentwicklung nach Produkten Aurubis AG in Mio. €

G 36

Die Umsatzerlöse erhöhten sich im Berichtsjahr um 802 Mio. € auf 7.511 Mio. € (Vj. 6.709 Mio. €). Ursächlich für diese Entwicklung sind im Wesentlichen preisbedingt gestiegene Verkaufserlöse für kupfer- und edelmetallhaltige Produkte.

Bei einer Materialaufwandsquote (Materialaufwand/ (Umsatzerlöse + Bestandsveränderungen)) auf Vorjahresniveau und unter Berücksichtigung der Bestandsveränderung, der aktivierten Eigenleistungen und der sonstigen betrieblichen Erträge erhöhte sich der Rohertrag im Berichtsjahr insgesamt um 66 Mio. € auf 597 Mio. € (Vj. 531 Mio. €).

Der Personalaufwand stieg im abgelaufenen Geschäftsjahr um 20 Mio. € auf 240 Mio. € (Vj. 220 Mio. €). Die Erhöhung ist insbesondere auf Tarifsteigerungen und eine gestiegene Anzahl von Mitarbeitern zurückzuführen.

Die Abschreibungen auf das Anlagevermögen erhöhten sich um 3 Mio. € auf 51 Mio. € (Vj. 48 Mio. €). Der Anstieg resultiert insbesondere aus fertiggestellten Investitionen im Bereich Technische Anlagen und Maschinen sowie Gebäuden.

Unter Berücksichtigung der sonstigen betrieblichen Aufwendungen ergab sich somit ein Betriebsergebnis (EBIT) in Höhe von 147 Mio. € (Vj. 132 Mio. €).

Das Finanzergebnis betrug im Berichtsjahr 50 Mio. € (Vj. 34 Mio. €). Hierin enthalten sind neben Dividenden von Tochterunternehmen von 14 Mio. € (Vj. 35 Mio. €) auch Zuschreibungen auf Beteiligungsbuchwerte von 55 Mio. €. Weiterhin wurden in der Berichtsperiode stichtagsbezogene Zuschreibungen auf Wertpapiere des Anlagevermögens von 7 Mio. € vorgenommen. Überdies enthält das Finanzergebnis Nettozinsaufwendungen von 26 Mio. €.

Nach Berücksichtigung eines Steueraufwands von 48 Mio. € (Vj. 32 Mio. €) ergibt sich ein Jahresüberschuss von 149 Mio. € (Vj. 134 Mio. €). Die effektive Steuerquote liegt aufgrund einer veränderten Ergebnisstruktur mit 24 % über des Vorjahr (19 %).

Zu den Auswirkungen der erstmaligen Anwendung des Bilanzrichtlinien-Umsetzungsgesetzes auf die Erläuterungen zur Ertragslage der Aurubis AG verweisen wir auf Ausführungen im Anhang des Jahresabschlusses der Aurubis AG.

Vermögenslage

Das Anlagevermögen erhöhte sich im Geschäftsjahr um 111 Mio. € auf 2.065 Mio. € (Vj. 1.954 Mio. €). Der Anstieg resultiert insbesondere aus erhöhten Investitionen in immaterielle Vermögenswerte sowie Zuschreibungen zum Finanzanlagevermögen.

Der Rückgang des Vorratsvermögens um 52 Mio. € auf 753 Mio. € (Vj. 805 Mio. €) resultiert im Wesentlichen aus niedrigeren Beständen an Fertig- und Zwischenprodukten zum Bilanzstichtag.

Insgesamt stieg die Bilanzsumme gegenüber dem Vorjahr um 189 Mio. € auf 3.743 Mio. €. Damit beträgt der Anteil des Anlagevermögens unverändert zum Vorjahr 55 % (Vj. 55 %), der Anteil der Vorräte 20 % (Vj. 23 %) und der Anteil der Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände an der Bilanzsumme 11 % (Vj. 10 %).

Das Eigenkapital erhöhte sich ergebnisbedingt um 92 Mio. € auf 1.456 Mio. € (Vj. 1.364 Mio. €). Die Eigenkapitalquote blieb mit 39 % auf Vorjahresniveau.

Die Rückstellungen erhöhten sich insgesamt um 11 Mio. € auf 261 Mio. €. Ursächlich für den Anstieg waren insbesondere gestiegene Pensionsrückstellungen.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sanken deutlich um 152 Mio. € auf 327 Mio. € (Vj. 479 Mio. €). Dies ist insbesondere auf die Rückzahlung eines Schuldscheindarlehens in Höhe von 136 Mio. € zurückzuführen. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen erhöhten sich stichtagsbedingt um 54 Mio. € auf 533 Mio. €. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen betreffen im Wesentlichen Finanzverbindlichkeiten, die sich im Rahmen des üblichen Finanzverkehrs von 845 Mio. € auf 1.012 Mio. € erhöhten. Die übrigen Verbindlichkeiten stiegen leicht von 17 Mio. € auf 20 Mio. €.

Bilanzstruktur der Aurubis AG

T 023

in % 30.09.2017 30.09.2016
Anlagevermögen 55 55
Vorräte 20 23
Forderungen etc. 11 10
Flüssige Mittel 14 12
100 100
Eigenkapital 39 38
Rückstellungen 7 7
Verbindlichkeiten 54 55
100 100

Aurubis setzt Anlagengegenstände ein, die im Rahmen von Leasingverträgen genutzt und nicht bilanziert werden. Die finanziellen Verpflichtungen aus Miet- und Leasingverträgen betrugen 10 Mio. €. Daneben bestanden finanzielle Verpflichtungen aus langfristigen Lager- und Umschlagsverträgen in Höhe von 117 Mio. €.

Finanzlage

Zum 30.09.2017 ergeben sich, unter Einbeziehung der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten von 327 Mio. € (Vj. 479 Mio. €), sowie der Forderungen und Verbindlichkeiten aus Refinanzierung gegenüber Tochterunternehmen von 830 Mio. € (Vj. 615 Mio. €) und bei Abzug der liquiden Mittel von 519 Mio. € (Vj. 433 Mio. €), Netto-Finanzverbindlichkeiten in Höhe von 638 Mio. € (Vj. 661 Mio. €).

Liquiditäts- und Finanzierungsanalyse

Im Geschäftsjahr 2016/17 stieg der Netto-Cashflow um 115 Mio. € auf 186 Mio. €. Grund hierfür war insbesondere der Abbau von Working Capital aufgrund niedrigerer Vorratsbestände.

Der Mittelabfluss für Investitionen in das Anlagevermögen betrug 108 Mio. € (Vj. 43 Mio. €). Die Investitionen in immaterielle Vermögensgegenstände von 55 Mio. € betreffen im Wesentlichen eine Vereinbarung zum langfristigen Bezug von Strom. Im Bereich der Sachanlagen wurden neben Investitionen im Rahmen des geplanten Wartungsstillstands auch Investitionen in Zusammenhang mit einem Fernwärmeprojekt vorgenommen.

Der Mittelzufluss aus der Finanzierungstätigkeit in Höhe von 8 Mio. € (Vj. Mittelabfluss 22 Mio. €) geht vor allem auf eine erhöhte Aufnahme von Darlehen von Tochterunternehmen im Rahmen der bestehenden Cash Pool-Vereinbarungen zurück. Gegenläufig wirkte die fälligkeitsbedingte Rückführung eines Schuldscheindarlehens von 136 Mio. €.

Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Ende der Berichtsperiode betrugen 519 Mio. € (Vj. 433 Mio. €). Neben den Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten verfügt die Aurubis AG über ungenutzte Kreditlinien und damit über ausreichende Liquiditätsreserven. Darüber hinaus nutzt die Aurubis AG den regresslosen Verkauf von Forderungen im Rahmen von Factoringvereinbarungen als Finanzierungsinstrument.

Investitionen

An den Standorten Hamburg und Lünen wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr 108 Mio. € (Vj. 51 Mio. €) investiert. Neben Investitionen in eine Vereinbarung zum langfristigen Bezug von Strom in Höhe von 50 Mio. € wurden 5 Mio. € im Rahmen des geplanten Wartungsstillstands in der Primärkupfererzeugung sowie 4 Mio. € in ein Projekt zur Lieferung von Fernwärme investiert. Daneben wurden Investitionen in diverse Infrastruktur- und Verbesserungsmaßnahmen in den Werken Hamburg und Lünen vorgenommen.

Risiko- und Chancenbericht

Integriertes Risiko- und Chancenmanagement

Risiken und Chancen sind Bestandteile unserer wirtschaftlichen Aktivitäten, ohne die ein unternehmerischer Erfolg nicht möglich ist. Im Rahmen unserer operativen Geschäftstätigkeit sowie der strategischen Steuerung wägen wir Chancen und Risiken gegeneinander ab und achten darauf, dass sie insgesamt in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander stehen. Chancen und Risiken versuchen wir möglichst frühzeitig zu identifizieren und zu evaluieren.

Die Risiko- und Chancensituation der Aurubis AG ist wesentlich von der Risiko- und Chancensituation des Aurubis-Konzerns abhängig. Insoweit gelten die Aussagen zur Gesamtbewertung der Risiko- und Chancensituation durch die Unternehmensleitung auch als Zusammenfassung der Risiko- und Chancensituation der Aurubis AG.

Risikomanagementsystem

Unser Risikomanagement hat zum Ziel, die mit unserem Geschäft verbundenen Risiken mithilfe eines auf unsere Aktivitäten abgestimmten Risikomanagementsystems (RMS) zu steuern und zu überwachen. Das frühzeitige Erkennen und die Beobachtung der Entwicklung sind dabei von besonderer Bedeutung. Darüber hinaus streben wir danach, negative Ergebniseinflüsse aus dem Eintreten dieser Risiken grundsätzlich durch geeignete und betriebswirtschaftlich sinnvolle Gegenmaßnahmen zu begrenzen.

Das Risikomanagement ist Bestandteil der zentralen sowie dezentralen Planungs-, Steuerungs- und Kontrollprozesse und umfasst alle wesentlichen Standorte, Geschäftsbereiche und Zentralfunktionen des Aurubis-Konzerns. Das Planungs- und Steuerungssystem, die Risikoberichterstattung, eine offene Kommunikationskultur sowie Risikoreviews an den Standorten schaffen Risikobewusstsein und Transparenz bezüglich unserer Risikosituation.

Für die Standorte, Geschäftsbereiche und Zentralfunktionen sind Risikomanagementbeauftragte benannt, die miteinander vernetzt sind. Die Steuerung des Netzwerks erfolgt über die Konzernzentrale. Das RMS ist in einer Konzernrichtlinie dokumentiert.

Die standardmäßige Risikoberichterstattung erfolgt quartalsweise "bottom-up" anhand eines konzernweit einheitlichen Berichtsformats. Hierin sind die identifizierten und über einem definierten Schwellenwert liegenden Risiken zu erläutern, anhand ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit und der betriebswirtschaftlichen Bedeutung zu beurteilen sowie eingesetzte Instrumente und Maßnahmen zu deren Steuerung zu nennen. Die an die Konzernzentrale gemeldeten Risiken werden durch die Konzern-Risikomanagementfunktion zu wesentlichen Risikoclustern qualitativ aggregiert und an den Gesamtvorstand berichtet. Der Bericht stellt gleichzeitig die Grundlage für den Bericht an das Audit Committee sowie die externe Risikoberichterstattung dar.

Potenzieller Ergebniseffekt

T 024

in Mio. € >1 >5 >20 >50
Wahrscheinlichkeit
hoch mittel mittel hoch hoch
mittel gering mittel mittel hoch
gering gering gering mittel mittel
unwahrscheinlich gering gering gering mittel

Im Bericht an den Vorstand sowie an das Audit Committee werden die qualitativ aggregierten Risikocluster unter Berücksichtigung der risikosteuernden Maßnahmen (Nettobetrachtung) anhand ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit und des potenziellen Ergebniseffekts gemäß den in der Tabelle skizzierten Bandbreiten beurteilt und als gering, mittel oder hoch klassifiziert.

Unabhängige Überwachung

Das RMS unterliegt einer regelmäßigen Überwachung und Prüfung. So überwacht die Interne Revision durch systematische Prüfungen das Risikomanagement und die Einhaltung des internen Kontrollsystems. Als prozessunabhängige Instanz trägt sie zur Ordnungsmäßigkeit sowie Verbesserung der Geschäftsprozesse und Wirksamkeit der installierten Systeme und Kontrollen bei.

Daneben prüft der Abschlussprüfer unser Risikofrüherkennungssystem auf die Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften. Er berichtet das Prüfungsergebnis an den Vorstand sowie das Audit Committee.

Darüber hinaus befasst sich das Audit Committee intensiv mit Fragen des Risikomanagements. Zusammen mit dem Vorstand informiert der Risikomanagementbeauftragte das Gremium regelmäßig über die aktuellen Entwicklungen.

Erläuterung der relevanten Risiken

Im Folgenden werden die mit unserem Geschäft verbundenen Risiken gemäß unseren Risikoclustern erläutert. Zudem werden wesentliche Maßnahmen und Instrumente dargestellt, mit denen wir diesen entgegentreten. Auf Risiken sowie risikorelevante Sachverhalte, die wir nach heutiger Einschätzung potenziell als mittel bis hoch klassifizieren, wird gesondert hingewiesen.

Versorgung und Produktion

Die Versorgung unserer Produktionsanlagen mit Rohstoffen und die Verfügbarkeit dieser Anlagen sind für den Aurubis-Konzern von zentraler Bedeutung. Die damit verbundenen Risiken begrenzen wir mit folgenden Maßnahmen:

Um die Versorgung unserer Anlagen mit Kupferkonzentraten abzusichern, haben wir langfristige Verträge mit einer Vielzahl von Konzentratlieferanten aus unterschiedlichen Ländern abgeschlossen. Auf diese Weise gelingt es uns, das Risiko von Produktionsbeeinträchtigungen durch mögliche Lieferausfälle deutlich zu reduzieren. Durch den langfristigen Charakter der Verträge wird zudem das Risiko volatiler Schmelz- und Raffinierlöhne auf den Spotmärkten begrenzt.

Die Recyclinganlagen konnten im abgelaufenen Geschäftsjahr - aufgrund unseres umfangreichen internationalen Lieferantennetzwerks - insgesamt gut versorgt werden. Aus heutiger Sicht erwarten wir auch für das Geschäftsjahr 2017/18 eine vollständige Versorgung und Auslastung der Anlagen. Volatilitäten in den Raffinierlöhnen resultieren weiterhin insbesondere aus der allgemeinen Entwicklung der Metallpreise, dem Sammelverhalten und dem Bestandsmanagement des Metallhandels, der internationalen Konjunkturentwicklung sowie dem Wettbewerb um die für Aurubis relevanten Sekundärrohstoffe.

Wir begegnen Risiken im Rahmen der Lieferkette auch mit unserem Business Partner Screening. Mit diesem Instrument werden bestehende und potenzielle Geschäftspartner unter anderem auf ihre Integrität in Bezug auf soziale und ökologische Kriterien analysiert. Im Mittelpunkt unseres Interesses stehen Themenbereiche wie Compliance, Korruption, Menschenrechtsverletzungen und Umweltaspekte. Die Entscheidung über eine Vertragsaufnahme mit Geschäftspartnern mit erhöhtem Risiko wird erst nach eingehender Prüfung und in Abstimmung mit den Abteilungen Nachhaltigkeit und Compliance getroffen.

Die Materialversorgung der Anlagen zur Herstellung von Kupferprodukten erfolgt hauptsächlich mit den im eigenen Konzern hergestellten Kupferkathoden. Dies ermöglicht uns, eine höhere Wertschöpfung zu generieren und gleichzeitig die Qualität der Kupferprodukte während des gesamten Prozesses zu steuern. Der Bedarf an Kupferkathoden für die Business Unit Kupferprodukte konnte im Geschäftsjahr überwiegend intern gedeckt werden. Damit konnten wir zudem unsere Lieferzuverlässigkeit und die Qualität unserer Produkte sicherstellen. Kupferhaltige Vorstoffe für den Einsatz in den Produktionsanlagen der Business Line Flat Rolled Products konnten ebenfalls in ausreichender Menge beschafft werden. Auch hier gehen wir für das folgende Geschäftsjahr von einer ähnlichen Situation aus.

Die Anlagenverfügbarkeit war insgesamt zufriedenstellend. Phasenweise wurde sie durch geplante und ungeplante Instandhaltungsmaßnahmen eingeschränkt.

Wir haben organisatorische Maßnahmen ergriffen zur Bewältigung potenzieller Betriebsstörungen, die beispielsweise durch Ereignisse wie Hochwasser oder Feuer entstehen können. Hierzu zählen unter anderem Alarmpläne oder regelmäßige Übungen mit dem Ziel, unsere Mitarbeiter zu schulen. Außerdem begegnen wir dem Risiko von Betriebsstörungen mit regelmäßigen Wartungsarbeiten und dem Vorhalten kritischer Ersatzteile.

Unter Berücksichtigung unserer beschriebenen Maßnahmen stufen wir aus heutiger Sicht das Risiko einer unzureichenden Versorgung als "mittel" und das Risiko einer stark eingeschränkten Verfügbarkeit unserer Produktionsanlagen als "gering" ein.

Logistikrisiken begegnen wir durch ein sorgfältiges, mehrstufiges Auswahlverfahren für Dienstleister, durch weitestgehende Vermeidung von Single Sourcing und den präventiven Aufbau von Back-up-Lösungen. Wir greifen auf ein internationales Netzwerk an qualifizierten Dienstleistern zurück und beugen z. B. wetterbedingten Risiken in der Transportkette vor, indem wir Ausfallrisiken durch vertragliche Regelungen zum Vorhalten entsprechender Alternativen minimieren.

Absatz

Neben Versorgungs- und Produktionsrisiken bestehen für den Aurubis-Konzern Absatzrisiken, die wir als "mittel" klassifizieren.

Die Versandmengen von Gießwalzdraht lagen im Jahresdurchschnitt leicht unter denen des Vorjahres. Hauptgrund dafür war eine Normänderung für Kabel innerhalb der Europäischen Union im Hinblick auf ihre Feuerbeständigkeit, die zu Unsicherheiten bei Abnehmern führte. Dieser Effekt ist jedoch temporär und wir rechnen mit einem stabilen Markt im Folgejahr.

Für Stranggussprodukte, die hauptsächlich für Flachprodukte und Rohre eingesetzt werden, lag die Nachfrage deutlich über der des Vorjahres. Es gibt keine Anzeichen, die aktuell auf eine Abschwächung des sehr guten Niveaus hindeuten.

Zu Beginn des Geschäftsjahres gerieten die Preise für Schwefelsäure saisonal bedingt unter Druck. Innerhalb des zweiten Quartals setzte eine Verknappung aufgrund von Hüttenstillständen ein. Getrieben durch eine starke Nachfrage, erholten sich die Preise insbesondere im Spotmarkt im weiteren Verlauf des Geschäftsjahres zunehmend.

Kathoden, die Aurubis nicht intern weiterverarbeitet hat, wurden auf dem internationalen Kupferkathodenmarkt abgesetzt.

Geschäftspartner auf der Absatzseite werden ebenfalls mithilfe des Business Partner Screenings beurteilt, sodass auf die im vorherigen Abschnitt "Versorgung und Produktion" gemachten Ausführungen verwiesen werden kann.

Energie

Die Energiepreise sind im abgelaufenen Geschäftsjahr leicht gestiegen. Durch den seit 2010 gültigen Stromvertrag haben wir uns langfristig abgesichert. Diese Absicherung bezieht sich auf den wesentlichen Anteil unseres Strombedarfs und deckt die wichtigsten deutschen Standorte ab. Darüber hinaus befassen wir uns mit der grundsätzlichen Versorgungssicherheit sowie den Potenzialen und Grenzen der Flexibilisierung der Energieabnahme, die durch die steigende volatile Einspeisung erneuerbarer Energien hervorgerufen werden.

Aufgrund der nach wie vor unsicheren Rechtslage und sich ändernder politischer Rahmenbedingungen lassen sich Belastungen durch Veränderungen bei potenziellen Kostentreibern wie z. B. dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), dem Emissionshandel, den Netzentgelten oder der Ökosteuer nur schwer verlässlich quantifizieren. Durch die EEG- und KWKG-Novelle (Kraft-Wärme-Kopplung) 2017 sowie das Netzentgeltmodernisierungsgesetz (NEMoG) erwarten wir mittelfristig eine Belastung auf bisherigem Niveau. Aus dem Beihilfeprüfverfahren hinsichtlich der Netzentgeltbefreiung zu den vorangegangenen Perioden ergibt sich nach heutigem Kenntnisstand ebenfalls keine wesentliche zusätzliche Belastung.

Die grundsätzliche Beibehaltung des Carbon-Leakage-Sonderstatus für bestimmte Sektoren ab dem Jahr 2021 hinsichtlich der Zuteilung von Emissionshandelszertifikaten sowie der CO2 -Strompreiskompensation zeichnet sich politisch ab. Der Abschluss des Entscheidungsprozesses steht aber noch aus. Es zeichnet sich jedoch eine Erhöhung der von uns zu tragenden CO2 -Kosten ab, da der CO2 -Preis durch eine von der Politik angestrebte Angebotsverknappung der zur Verfügung stehenden CO2 -Zertifikate in der kommenden Handelsperiode (2021-2030) vervielfacht werden soll, mit dem Ziel, die Ambitionen des Pariser Klimaabkommens einzuhalten. Zusätzlich zu den europäischen Regelungen wird auch in Deutschland über eine Erhöhung des CO2 -Preises diskutiert. Insgesamt gehen wir mittelfristig von steigenden Kosten aus, die zu starken Belastungen führen könnten.

Kundenseitig steigende Anforderungen an die Transparenz über die Zielsetzung und die Strategie bezüglich effektiver Produktionsprozesse, Energie- und CO2 -Effizienz können zukünftig Einfluss auf den Absatz von Kupferprodukten bedeuten, insbesondere hinsichtlich Kundenakquisition und Kundenbindung. Dem begegnen wir unter anderem mit der jährlichen Teilnahme am Klimareporting und der Bewertung dieses Reportings durch das CDP.

Das Thema Energie und die damit einhergehenden Risiken, die derzeit als "mittel" eingestuft werden, bleiben auch zukünftig für Aurubis als stromintensives Unternehmen sehr bedeutend.

Finanzen und Finanzierung

Metallpreis- und Währungskursschwankungen stellen ein potenzielles Risiko beim Metallein- und -verkauf dar. Durch Devisen- und Metallpreisabsicherungen (Hedging) wird dieses Risiko maßgeblich reduziert. Metallüberhänge werden täglich abgesichert durch Finanzinstrumente wie Spot- und Forward-Kontrakte. Gleiches geschieht durch Abschluss von Kassa- und Devisentermingeschäften zur Fremdwährungsabsicherung. Devisenrisiken aus Wechselkursschwankungen für Metallgeschäfte in Fremdwährung werden so ebenfalls täglich minimiert. Um das Ausfallrisiko zu minimieren, haben wir bonitätsmäßig gute Partner für Sicherungsgeschäfte ausgewählt.

Wir sichern erwartete Mittelzuflüsse aus Fremdwährungen, insbesondere US-Dollar, teilweise durch Optionen und Devisentermingeschäfte ab. Wir setzen dies auch zukünftig fort und gehen davon aus, die Risiken aus Metallpreis- und Währungskursschwankungen mit diesen Maßnahmen auf ein vertretbares Niveau reduzieren zu können.

Ausfallrisiken aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wurden weitgehend durch Warenkreditversicherungen abgesichert. Eigenrisiken wurden nur sehr begrenzt und nach Prüfung zugelassen. Die Entwicklung der ausstehenden Forderungen wurde eng verfolgt. Im Berichtszeitraum kam es zu keinen wesentlichen Forderungsausfällen. Wir sehen auch zukünftig keine bedrohlichen Entwicklungen.

Die Versorgung mit Liquidität ist für den Aurubis-Konzern von hoher Bedeutung und war im abgelaufenen Geschäftsjahr sichergestellt. Die Kreditlinien seitens der Banken waren ebenfalls ausreichend. Auch für das neue Geschäftsjahr gehen wir aus heutiger Sicht von einer entsprechenden Entwicklung aus. Insgesamt stufen wir die Risiken aus Finanzen und Finanzierung als "mittel" ein.

Umweltschutz und Sonstiges

Grundsätzlich besteht das Risiko, dass sich umweltrechtliche oder regulatorische Bestimmungen verschärfen und so entsprechende Kosten entstehen oder es zu Einschränkungen bei der Produktion und Vermarktung von Produkten kommt. So besteht das Risiko, dass die sich weiter verschärfende Umweltgesetzgebung die Vermarktung von Eisensilikat einschränkt. Unter anderem wollen wir durch die Erweiterung unserer Granulationskapazitäten eine größere Flexibilität auf dem Absatzmarkt erreichen.

Außerdem können Umweltrisiken, die beispielsweise aus der möglichen Nichteinhaltung von Grenzwerten resultieren, ebenso wie Verstöße gegen Auflagen zu rechtlichen Konsequenzen führen. Auch um dem zu begegnen, sorgen wir für einen umweltfreundlichen Betrieb unserer Produktionsanlagen. Im Umweltschutz sind wir international führend, dies belegen z. B. die jährlichen Zertifizierungen nach DIN ISO 14001 und EMAS. Wir sehen uns hier auch für die Zukunft gut aufgestellt. Gleichwohl können betriebliche Störungen, die zu Beeinträchtigungen der Umwelt führen könnten, nicht vollständig ausgeschlossen werden. Insgesamt stufen wir die Umweltrisiken als "mittel" ein.

In einem Betrieb mit komplexen Prozessen ist das Fachwissen der Mitarbeiter ein wichtiger Faktor, um die Leistungsqualität sicherzustellen. Damit Aurubis auch weiterhin auf das Know-how der Mitarbeiter zählen kann, haben wir verschiedene Maßnahmen etabliert, die ineinandergreifen. Dazu zählen unter anderem Kooperationen mit Hochschulen, durch die wir Verbindungen zu qualifizierten Nachwuchskräften aufbauen, und Qualifizierungsmaßnahmen, mittels derer wir die Entwicklung von Fach- und Führungskräften innerhalb des Unternehmens fördern.

Die Bereiche Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz haben bei uns einen hohen Stellenwert. Unser Augenmerk liegt auf der Verantwortung des Einzelnen, detaillierten Gefährdungsbeurteilungen, Fortbildung sowie kurz- und mittelfristigen Zielen zur Erreichung unserer Vision Zero -also keine Unfälle.

Der Verstoß gegen Gesetze kann sowohl für Aurubis als Konzern als auch für seine Mitarbeiter und Geschäftspartner schwere Folgen haben. Daher halten wir uns konsequent an alle gesetzlichen Regelungen. Wesentliche Compliance-Risiken werden durch das Compliance-Management identifiziert, analysiert und kommuniziert. Rechts- und Steuerrisiken begegnen wir mit organisatorischen Maßnahmen und klaren Führungsstrukturen. Die politische Diskussion zu Steuerthemen, wie z. B. Finanztransaktion- und Vermögensteuer, sowie deren mögliche Auswirkungen werden durch uns eng verfolgt. In dem Kartellverfahren, das in Bulgarien gegen Aurubis anhängig war, ist der für uns positive Bescheid nun endgültig rechtskräftig.

Außerdem unterliegt Aurubis IT-Risiken, die sich z. B. in den Bereichen Versorgung, Produktion und Absatz niederschlagen können und dort in ihrer Risikoeinschätzung entsprechend berücksichtigt wurden. Aus heutiger Perspektive sind sie aufgrund der fortfolgend beschriebenen eingesetzten risikominimierenden Maßnahmen jedoch von nachgelagerter Bedeutung.

Verfügbarkeitsrisiken unserer IT-Systeme begrenzen wir durch kontinuierliche Überwachung, technische Vorkehrungen sowie notwendige Anpassungen. Wir begegnen Risiken aus möglichen Störungs- oder Katastrophenfällen durch die redundante Auslegung unserer IT-Infrastrukturen sowie mittels Datenwiederherstellungs- und Kontinuitätsplänen. Risiken, die aus unbefugten Zugriffen auf Unternehmensdaten sowie Cyber-Risiken entstehen können, minimieren wir durch restriktive Vergabe von Zugriffsberechtigungen, durch Sicherheitsüberprüfungen und durch den Einsatz moderner Sicherheitstechnologien.

Zudem werden ausgesuchte Risiken über Versicherungen weitgehend abgedeckt. Hierbei bedienen wir uns der Expertise eines externen Versicherungsmaklers.

Internes Kontrollsystem bezogen auf den Konzern-/Rechnungslegungsprozess

(Bericht gemäß §§ 289 Abs. 5 und 315 Abs. 2 Nr. 5 HGB i. V. m. Art 80 EGHGB)

Ziel des internen Kontrollsystems (IKS) für den Rechnungslegungsprozess ist es, zu gewährleisten, dass ein regelungskonformer Abschluss erstellt wird. Aurubis verfügt über ein internes Kontroll- und Risikomanagementsystem, in dem Strukturen und Prozesse, bezogen auf den Rechnungslegungsprozess, definiert und in der Organisation umgesetzt sind. Damit wird sichergestellt, dass die Rechnungslegung verlässlich und ordnungsmäßig ist, dass Geschäftsvorfälle in Übereinstimmung mit den gesetzlichen und satzungsmäßigen Vorschriften vollständig und zeitnah erfasst werden und dass gesetzliche Normen und interne Richtlinien zur Rechnungslegung eingehalten werden. Änderungen von Gesetzen und Rechnungslegungsstandards werden fortlaufend auf ihre Relevanz für den Konzern-/Jahresabschluss analysiert und daraus resultierende Änderungen in die internen Prozesse und Systeme aufgenommen.

Grundlagen des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems

Die Aurubis AG stellt als Mutterunternehmen den Konzernabschluss des Aurubis-Konzerns auf. Diesem Prozess vorgelagert ist die Finanzberichterstattung der in den Konzernabschluss einbezogenen Konzerngesellschaften, die ihre Abschlüsse lokal erstellen und über ein konzerneinheitlich definiertes Datenmodell an die Abteilung Corporate Accounting übermitteln. Die Verantwortung für die Einhaltung der konzernweit gültigen Richtlinien und Verfahren sowie den ordnungsgemäßen und zeitgerechten Ablauf der rechnungslegungsbezogenen Prozesse und Systeme liegt bei den Konzerngesellschaften.

Das interne Kontrollsystem beinhaltet folgende wesentliche Grundlagen:

Sicherstellung der normgerechten Bilanzierung bei der Erstellung des Einzelabschlusses der Aurubis AG durch systemseitig implementierte Kontrollen, die ergänzt werden durch manuelle Kontrollen der Rechnungslegung und weitere Genehmigungs- und Freigabeverfahren (Funktionstrennungen, Zugriffsregelungen und -beschränkungen, Anwendung des Vieraugenprinzips, Regelungen zum Zahlungsverkehr).
Sicherstellung konzerneinheitlicher Bilanzierung nach IFRS durch die Anwendung einheitlicher Bilanzierungsvorschriften und Arbeitsanweisungen, zentrale Prüfung der Reporting Packages, Abweichungsanalyse zum Budget und Berichterstattung im Rahmen der quartalsweise stattfindenden Finance-Meetings.
Erfassung der externen Rechnungslegung und der internen Berichterstattung durch alle Konzerngesellschaften in einem einheitlichen Konsolidierungs- und Berichtssystem.
Gesamtkonsolidierung des Konzernabschlusses durch das Corporate Accounting, das die Konsolidierungsmaßnahmen, Abstimmungsarbeiten und die Überwachung der zeitlichen und prozessualen Vorgaben zentral durchführt.
Unterstützung der lokalen Gesellschaften in Fragen der Rechnungslegung durch zentrale Ansprechpartner im Corporate Accounting.
Klärung von speziellen fachlichen Fragestellungen und komplexen Sachverhalten fallbezogen unter Einbeziehung externer Sachverständiger.

Interne Revision als prozessunabhängige Risikobetrachtung

Die Interne Revision prüft unter anderem die Zuverlässigkeit des Rechnungswesens. Dabei werden insbesondere bestehende interne Regelwerke der Prozesse und deren Einhaltung in der Praxis überprüft. Darüber hinaus informiert die Interne Revision über Risiken, die aus erkennbaren Abweichungen entstehen, und rät zu Anpassungsmaßnahmen.

Chancenmanagementsystem

Neben dem Risikomanagement ist auch das Chancenmanagement ein wichtiger Bestandteil der zentralen und dezentralen Planungs-, Steuerungs- und Kontrollprozesse des Aurubis-Konzerns. Das Ziel besteht darin, interne und externe Potenziale, die sich positiv auf unseren wirtschaftlichen Erfolg auswirken können, frühzeitig zu identifizieren. Diese Potenziale werden beurteilt und gegen die mit ihnen einhergehenden Risiken abgewogen. Im nächsten Schritt werden Initiativen und Maßnahmen definiert, mit deren Hilfe die Potenziale realisiert werden können. Der Prozess der Identifizierung und Beurteilung von Chancen ist Teil unseres jährlichen integrierten Strategie- und Planungsprozesses.

Um sich bietende Chancen zeitnah zu erkennen, beobachten und analysieren wir kontinuierlich unsere Märkte auf der Angebots- und Nachfrageseite, das Wettbewerbsumfeld sowie die globalen Trends. Die Umsetzung der Chancen ist tägliche Managementaufgabe - sowohl auf Ebene der operativen Bereiche als auch des Konzerns.

Erläuterung der wesentlichen Chancen

Steigende weltweite Nachfrage nach Kupfer und Technologiemetallen

Kupfer ist einer der wichtigsten metallischen Rohstoffe. Die Nachfrage nach Kupfer richtet sich nach dem weltweiten Wirtschaftswachstum, insbesondere in der Elektro-, Elektronik-, Bau- und Automobilindustrie. Globale Trends wie steigende Energieknappheit, zunehmende Urbanisierung, Wachstum der globalen Mittelschicht, Digitalisierung und Elektromobilität werden nicht nur den Kupferbedarf langfristig weiter erhöhen, sondern auch die Nachfrage nach Technologiemetallen wie beispielsweise Tellur, Nickel, Platin und Palladium. Sollte sich die Konjunktur und Nachfrage nach unseren Produkten in den für uns relevanten Märkten günstiger entwickeln als derzeit erwartet, könnte dies einen positiven Einfluss auf die Ergebnissituation des Aurubis-Konzerns haben.

Positive Entwicklung der Schmelz- und Raffinierlöhne sowie der Marktpreise für unsere Produkte

Die Ergebnislage des Aurubis-Konzerns wird wesentlich bestimmt von der Entwicklung der Schmelz- und Raffinierlöhne für Kupferkonzentrate sowie Altkupfer und Recyclingmaterialien und durch die Marktpreise für unsere Produkte wie Schwefelsäure. Sollten sich die Schmelz- und Raffinierlöhne sowie die Marktpreise der Produkte günstiger entwickeln als derzeit prognostiziert, könnte dies einen positiven Einfluss auf die Ergebnissituation des Aurubis-Konzerns haben.

Steigende Bedeutung von Nachhaltigkeit und Ressourceneffizienz

Aurubis ist der weltweit führende Recycler für Kupfer und komplexe Sekundärrohstoffe. Angesichts der unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit steigenden Bedeutung von Ressourceneffizienz gehen wir von einem weiterwachsenden Bedarf an Recyclinglösungen aus. Dies wird durch nationale und internationale Gesetzgebungen unterstützt und gefordert. Durch unsere Recyclingaktivitäten und den Zugang zu unseren Kupferproduktkunden sehen wir uns in der Lage, erweiterte Lösungen für geschlossene Kreislaufsysteme anzubieten. Sollten sich die nationalen und internationalen Vorschriften für Recycling ausweiten und die Nachfrage nach Recyclinglösungen in unseren Märkten stärker als erwartet erhöhen, könnte dies einen positiven Einfluss auf die Beschaffungs- und damit Ergebnissituation des Aurubis-Konzerns haben.

Weiterentwicklung der Kompetenzen zur Verarbeitung komplexer Rohstoffe

Sowohl primäre als auch sekundäre Rohstoffe werden insofern komplexer, als dass die Gehalte an Kupfer abnehmen und die Konzentrationen an Begleitelementen und Verunreinigungen zunehmen. Eine besondere Stärke von Aurubis liegt bereits heute darin, komplexe Primär- und Sekundärrohstoffe zu verarbeiten. Das Projekt FCM trägt dazu bei, effiziente und ressourcenschonende Verarbeitungsprozesse für die Rohstoffe der Zukunft zu erreichen. Sollten wir darüber hinaus zusätzliche Kompetenzen aufbauen, könnte dies einen positiven Einfluss auf die Ergebnissituation des Aurubis-Konzerns haben.

Kontinuierliche Verbesserung der Prozesse und Kostenposition sowie Realisierung von Synergien

In unseren Märkten stehen wir in einem globalen Wettbewerb. Operative Exzellenz ist daher für uns von hoher Bedeutung. Wir arbeiten kontinuierlich daran, unsere Prozesse zu optimieren und unsere Kostenposition zu verbessern. Außerdem identifizieren und realisieren wir kontinuierlich Synergiepotenziale, die sich aus unserer Aufstellung entlang der Wertschöpfungskette ergeben. Sollten wir die mit den eingeleiteten Verbesserungsmaßnahmen verbundenen Ziele übertreffen, könnte dies einen positiven Einfluss auf die Ergebnissituation des Aurubis-Konzerns haben.

Kapazitätserweiterung, verbunden mit Internationalisierung

Weiteres Wachstumspotenzial sehen wir in einer Expansion unserer Verarbeitungskapazitäten in Regionen mit vorteilhaften Rahmenbedingungen sowie in der Nähe zu unseren Beschaffungs- und Absatzmärkten. Wir werden weiterhin an unseren bestehenden Standorten investieren, streben aber auch an, unser Lieferanten- und Produktionsnetzwerk weiter auszubauen. Sollten wir in der Lage sein, unsere Kapazitäten stärker und/oder mit geringerem Kapitaleinsatz als erwartet auszubauen, könnte dies einen positiven Einfluss auf die Ergebnissituation des Aurubis-Konzerns haben.

Weiterentwicklung von Lösungen für Kunden und Lieferanten

Auf allen Stufen unserer Wertschöpfungskette arbeiten wir eng mit unseren Lieferanten und Kunden zusammen. Dies beinhaltet beispielsweise kundenindividuelle Produktentwicklungen, zusätzliche Services, Verarbeitung spezifischer Rohstoffe und ein erweitertes Angebot geschlossener Kreislauflösungen. Eine stärkere als die prognostizierte Nachfrage unserer Kunden und Lieferanten nach unseren Lösungen könnte einen positiven Einfluss auf die Ergebnissituation des Aurubis-Konzerns haben.

Innovationen aus künftigen Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten

Im Rahmen unserer Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten arbeiten wir an Innovationen, die uns in Zukunft einen Wettbewerbsvorteil verschaffen. So arbeiten wir z. B. daran, unsere Verarbeitungsprozesse noch ressourcenschonender zu gestalten und unsere Kompetenz, komplexe Materlalien zu verarbeiten und zusätzliche Metalle auszubringen, weiter auszubauen.

Beurteilung der Risiko- und Chancensituation des Aurubis-Konzerns

Im Berichtszeitraum sind keine wesentlichen Risiken eingetreten. Es haben sich keine besonderen strukturellen Veränderungen in den Risiken des Konzerns ergeben. Nach unserer heutigen Einschätzung ergeben sich keine den Bestand des Unternehmens gefährdenden Risiken.

Sowohl das Audit Committee als auch der Abschlussprüfer haben festgestellt, dass Vorstand und Aufsichtsrat die nach § 91 Abs. 2 AktG geforderten Maßnahmen in geeigneter Form getroffen haben und dass das gesetzlich geforderte Risikofrüherkennungs- und Überwachungssystem alle Anforderungen erfüllt.

Für ein ganzheitliches Bild der unternehmerischen Tätigkeiten sind neben den Risiken auch die Chancen des Konzerns zu betrachten. Die bestehende Chancenlage des Aurubis-Konzerns ist dabei mit der des Vorjahres vergleichbar. Wir sind davon überzeugt, dass wir aufgrund unseres Geschäftsportfolios, unserer Kompetenzen und unserer Innovationsfähigkeit die sich ergebenden Chancen realisieren können. Gleichzeitig versetzen uns diese Faktoren in die Lage, den entstehenden Risiken erfolgreich zu begegnen. Ferner sind wir davon überzeugt, dass wir über geeignete Abläufe, Maßnahmen und Instrumente zur Identifizierung wichtiger Chancen und zur Beherrschung der relevanten Risiken verfügen.

Prognosebericht

Die im Kapitel "Prognosebericht" getroffenen Aussagen basieren auf unserer Einschätzung der gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen und der Entwicklung am globalen Kupfermarkt sowie der Rohstoff- und Produktmärkte von Aurubis. Diese haben Analysen von Wirtschaftsforschungsinstituten, Organisationen und Branchenverbänden sowie interne Marktanalysen zur Grundlage. Die dargestellten Einschätzungen für den zukünftigen Geschäftsverlauf orientieren sich an den Zielsetzungen der Segmente sowie an den Chancen und Risiken, die die erwarteten Marktbedingungen und Wettbewerbssituationen im Prognosezeitraum 01.10.2017 bis 30.09.2018 bieten. Die Chancen und Risiken, die den Aurubis-Konzern betreffen, sind im Risiko- und Chancenbericht detailliert erläutert. Unsere Prognosen werden regelmäßig angepasst. Die im Nachfolgenden getroffenen Aussagen basieren auf unserem Kenntnisstand von Dezember 2017.

Für den Aurubis-Konzern ergeben sich aus heutiger Sicht folgende besondere Faktoren, die Einfluss auf unsere Märkte nehmen könnten: Dazu zählen neben konjunkturellen Entwicklungen insbesondere die politische Entwicklung in den USA sowie deren Geldpolitik. In China kann mit einer weitgehend stabilen Entwicklung gerechnet werden. In Europa können ebenfalls die Geldpolitik und der Brexit, also das Votum der Briten zum Austritt aus der EU, mit seinen begleitenden Erscheinungen und Folgen Wirkung zeigen. In Europa haben die 2017 in Deutschland, Frankreich und Österreich stattgefundenen Wahlen das Potenzial zu Veränderungen. Ein zunehmender Protektionismus sowie die politischen Krisen in der MENA-Region (Middle East & North Africa) und das Konfliktpotenzial in Nordkorea bleiben weiterhin relevant.

Gesamtwirtschaftliche Entwicklung

Nach der positiveren Einschätzung der Weltwirtschaftsentwicklung im Jahr 2017 hat der IWF in seiner Herbstprognose auch für das Folgejahr eine Korrektur nach oben vorgenommen. Gegenüber früheren Schätzungen ist das Wachstum für 2018 jetzt mit einem Plus von 3,7 % statt 3,6 % angesetzt worden. Gleichzeitig weist die Organisation aber darauf hin, dass Risiken fortbestehen, die vor allem die Unsicherheit politischer Entwicklungen betreffen. Hinzu kommen mögliche Belastungen durch eine veränderte Geldpolitik, zunehmenden Protektionismus, finanzielle Turbulenzen in Schwellenländern und eine niedrige Inflation in entwickelten Ländern.

Positiv wird erneut die angenommene Entwicklung in den Schwellen- und Entwicklungsländern zum Wachstum der Weltwirtschaft beitragen. Nach 4,6 % im Jahr 2017 beziffert der IWF das Wirtschaftswachstum dieser Ländergruppe im Jahr 2018 mit 4,9 %. Hohe Rohstoffpreise könnten den Anstieg begünstigen. Der Konjunkturanstieg der asiatischen Länder, darunter das für den Kupfermarkt wichtige China, dürfte wie im Vorjahr ebenfalls 6,5 % erreichen.

Für die entwickelten Länder sind die Aussichten hingegen insgesamt gedämpfter, was sich in einer reduzierten Wachstumsrate von 2,0 % gegenüber 2,2 % im Jahr 2017 ausdrückt. Hier gibt es bei den großen Wirtschaftszonen USA und Euroraum unterschiedliche Prognoseansätze. Für die USA deuten gute Finanzverhältnisse und ein starkes Geschäfts- und Verbrauchervertrauen auf eine anhaltend gute Entwicklung hin, sodass für 2018 mit einem leichten Anstieg auf 2,3 % (2017: 2,2 %) gerechnet wird. In der Eurozone sieht der IWF das Wirtschaftswachstum 2018 nach dem Hoch im Vorjahr etwas moderater verlaufen und setzt es mit 1,9 % (2017: 2,1 %) an. Dies gilt auch für Deutschland, wo es zu einem Rückgang von 2,0 % auf 1,8 % kommen könnte. Die konkreten Auswirkungen des Brexit sind in der Europäischen Union weiterhin ein bedeutender Risikofaktor.

Im Einzelnen kaum prognostizierbar sind die für uns wichtigen Einflüsse aus dem Bereich der europäischen und deutschen Energie- und Umweltschutzpolitik.

Entwicklung auf den geschäftsrelevanten Märkten

Allgemeiner Kupfermarkt

Die fundamentale Situation des Kupfermarktes bietet für Analysten ausreichend Grund zu der Annahme, dass auch 2018 mit einem hohen Kupferpreisniveau gerechnet werden kann. Kursvolatilität wird allerdings weiterhin ein Merkmal des Marktes bleiben. Die Einschätzungen von Marktexperten reichen von rund 6.500 US$/t bis 7.000 US$/t. Im Oktober 2017 wurden an einzelnen Tagen bei der London Metal Exchange Kurse um 7.000 US$/t (Settlement) erreicht.

Erneut wird viel davon abhängen, wie sich die Produktionsentwicklung der Kupferhütten darstellt. Im Fokus steht erneut China. Nach Angaben eines chinesischen Produzenten wird sich im laufenden Fünfjahresplan des Landes das Kapazitätswachstum bei chinesischen Kupferhütten vermindern. Außerdem erschweren verschärfte Finanzierungsbedingungen die Realisierung geplanter privater Hüttenprojekte, die bisher einen Großteil der Neukapazitäten ausgemacht haben. Im Jahr 2018 soll nur ein neues Projekt realisiert werden. Zu berücksichtigen ist auch, dass die Phase der Inbetriebnahme in der Regel lang andauert, bevor eine volle Kapazitätsnutzung erreicht wird.

Die International Copper Study Group (ICSG) rechnet für 2018 mit einem Anstieg der Weltproduktion von raffiniertem Kupfer um 2,5 % und führt dies unter anderem auch auf die Wiederaufnahme von zeitweise stillgelegter Produktion zurück. Risiken, die sich bei ihrem Eintreten produktionsmindernd auswirken können, bestehen fort. Dazu zählen wie im Vorjahr Streiks, technische Störungen oder Wartungsstillstände.

Weil Kupfer für die Wirtschaftsentwicklung in Kernbranchen wie der Elektro- und der Autoindustrie oder dem Bauwesen ein essenzieller Werkstoff ist, kann auch 2018 von einer guten Nachfrage ausgegangen werden. Das solide Wirtschaftswachstum in Ländern mit dem größten Bedarf, darunter China, die USA und Europa, gibt hier die Richtung vor.

In China, das mit 48 % größter Kupfernachfrager weltweit ist, wird weiterhin ein Großteil des Bedarfs von Infrastrukturinvestitionen getragen, darunter auch solche in das für den Kupfereinsatz relevante Energienetz. Hervorzuheben ist hier das "One Belt, One Road"-Programm der chinesischen Regierung, das bereits zu Aufträgen für Kabelhersteller geführt hat. Im chinesischen Automobilsektor liegt ebenfalls Wachstumspotential für Kupferanwendungen. Die ICSG geht davon aus, dass Chinas Kupferbedarf 2018 um etwa 3 % zunehmen wird.

Insgesamt wird der globale Markt für raffiniertes Kupfer nach Angaben der ICSG im Jahr 2018 voraussichtlich ein geringes Produktionsdefizit aufweisen. Es soll bei 105.000 t liegen, was vor dem Hintergrund eines 24. Mio. t-Marktes einem weitgehend ausgeglichenen Verhältnis gleichkommt. Wie in der Vergangenheit können unvorhergesehene Entwicklungen zu größeren Veränderungen führen. Aus heutiger Sicht erscheint die Erwartung eines geringen Produktionsdefizits angesichts der absehbaren Entwicklungen auf der Produktions- und Nachfrageseite jedoch gerechtfertigt. Auch andere, wie der internationale Industrieverband der Hersteller von Kupfer und Kupferlegierungsprodukten, das International Wrought Copper Council oder die Research-Unternehmen CRU International und Wood Mackenzie, sehen den Kupfermarkt 2018 als weitgehend ausgeglichen an bzw. gehen von einem kleinen Produktionsdefizit aus.

Die Kupferbestände bei Metallbörsen haben sich zu Beginn des neuen Geschäftsjahres rückläufig entwickelt und können nicht als übertrieben hoch eingestuft werden. Nach dem Ende des Geschäftsjahres 2016/17 kam es im Oktober 2017 zu einer Abnahme um 7.000 t auf rund 570.000 t. Im chinesischen Zolllager Shanghai lagerten Ende Oktober darüber hinaus geschätzt 460.000 t.

Märkte für Kupferkonzentrate, Recycling und Schwefelsäure

Die Versorgung mit Rohstoffen zur Produktion von Kupfer umfasst bei Aurubis zu einem großen Teil Kupferkonzentrate. Für diese existiert ein Weltmarkt, an dem Minenunternehmen, Händler und Primärhütten aktiv sind. Bei den Primärhütten handelt es sich überwiegend um solche, die keine eigenen Minen oder Minenbeteiligungen besitzen. Kupferkonzentrate werden bei Aurubis zumeist über langfristige Bezugsverträge beschafft. Die hier vereinbarten Schmelz- und Raffinierlöhne orientieren sich jährlich an den sogenannten Benchmarks für reinere Qualitäten, weichen aber je nach Komplexität davon ab. Als Benchmark kann der erste größere Vertragsabschluss zur Lieferung im Gesamtjahr 2018 zwischen einer Mine und einer Konzentrathütte gelten.

Wir rechnen weiterhin mit einer guten Verfügbarkeit von Kupferkonzentraten am Weltmarkt. Insbesondere durch den seit Geschäftsjahresbeginn weiter gestiegenen Kupferpreis ist davon auszugehen, dass die Minen ihre Produktionskapazitäten voll auslasten werden. Ergänzt um unsere Positionierung am Markt und unsere Lieferantendiversifizierung sind wir zuversichtlich, erneut eine gute Versorgung sicherstellen zu können. Die zu erwartenden Schmelz- und Raffinierlöhne dürften sich auf einem zufriedenstellenden Niveau bewegen.

Für Altkupfer hat sich die Marktsituation nach dem Ende des Geschäftsjahres 2016/17 durch den weiterhin hohen Kupferpreis sowie durch eine rückläufige Nachfrage aus China weiter verbessert. Sinkende Metallpreise können jedoch kurzfristig zu einer Marktveränderung mit rückläufigen Raffinierlöhnen führen.

Der Absatz von Schwefelsäure ist meist von kurzfristigen Entwicklungen abhängig, was sich in der Laufzeit der Verträge widerspiegelt. Zusätzlich sind die Absatzmöglichkeiten regional sehr unterschiedlich mit entsprechend variierenden Konditionen. Aurubis beliefert den globalen Schwefelsäuremarkt mit den Schwerpunkten Europa, Nordamerika und Nordafrika. Das Verhältnis von lokalem Absatz und Exporten schwankt ensprechend den Marktgegebenheiten.

Märkte für Kupferprodukte

Die Lage an den Märkten für Kupferprodukte dürfte in den kommenden Monaten wesentlich davon abhängen, wie sich die Gesamtwirtschaft in Europa entwickelt und wie sich die einzelnen Branchenkonjunkturen darstellen werden. Es zeichnen sich folgende Entwicklungen ab:

Der Zentralverband der elektrotechnischen Industrie hat in seinem letzten Ausblick auf den Weltelektromarkt, der von Mitte 2017 datiert, der Branche ein Wachstum von jeweils 4 % für die Jahre 2017 und 2018 attestiert. Erfasst werden hierbei 53 Länder, die rund 97 % des globalen Marktes umfassen. Europa macht 17 % des Weltmarktes aus. Hier soll es 2018 zu einem Wachstum von 2 % kommen. Diese Rate gilt auch für Deutschland.

In der EU hat die Nachfrage nach PKW während der ersten Hälfte 2017 um 4,7 % zugenommen, mit mehr als 8 Mio. registrierten Fahrzeugen, so der europäische Automobilverband. Die Hauptmärkte konnten hierbei Zuwächse von 3 % (Frankreich) bis fast 9 % (Italien) verbuchen. Deutschland erreichte ein Plus von 3,1 %. Nach zwei guten Jahren sieht der Verband für das Gesamtjahr 2017 ein europäisches Nachfragewachstum für KFZ von nur 1,5 bis 2 %. Für Deutschland geht der deutsche Verband der Automobilindustrie von einem Plus von 4 % aus. Umstiegsprämien für Dieselfahrzeuge begünstigen die Situation. Dies dürfte auch 2018 zu einer guten PKW-Nachfrage führen. Die sich intensivierende Diskussion um E-Mobilität dürfte 2018 noch keine wesentlichen Auswirkungen auf unsere Absatzmärkte haben.

Die gute Baukonjunktur hat sich nach Angaben der deutschen Bauindustrie im Jahr 2017 besser als erwartet entwickelt. Für das Gesamtjahr 2017 wird ein Anstieg der nominalen Umsätze im Bauhauptgewerbe von 6 % erwartet. Für 2018 geht der Branchenverband von einem weiteren Anstieg von 5,5 % aus. Positive Treiber sind der akute Bedarf an zusätzlichem Wohnraum und steigende kommunale Investitionen.

Basierend auf diesen Prognosen erwarten wir in den drei wichtigsten Branchen für den Einsatz von Kupferanwendungen im Jahr 2018 eine stabile bis gute Entwicklung. Politische und konjunkturelle Entwicklungen können die jeweilige Marktlage allerdings entscheidend beeinflussen.

Bei Kupfergießwalzdraht ist das erste Quartal eines neuen Geschäftsjahres üblicherweise, saisonal bedingt, von einem etwas schwächeren Geschäft gekennzeichnet. Für das zweite Quartal erwarten wir indes eine stabile bis leicht steigende Nachfrage. Die südeuropäischen Märkte sind weiter im Aufwärtstrend und Nordeuropa zeigt sich stabil. In Nordafrika und Südosteuropa entwickelt sich die Nachfrage gut. Die Konjunktur in den Abnehmerindustrien Automobil und Bauwesen erwarten wir weiter auf hohem Niveau. Die Nachfrage von Kabelproduzenten, insbesondere die nach Energiekabeln, entwickelte sich 2017 unter der Erwartung, für 2018 ist aber ein leichtes Wachstum wahrscheinlich.

Hinsichtlich der Marktentwicklung bei Kupferstranggussformaten erwarten wir eine weiterhin sehr starke Produktnachfrage. Diese könnte das hohe Niveau von 2017 erreichen. Die positive Nachfragetendenz nach sauerstoffärmeren und höher legierten Werkstoffen setzt sich aus heutiger Sicht fort.

Im Produktbereich Specialities, zu dem auch Barren und Profile gehören, ist die Situation stabil. Bei Standardprodukten erwarten wir 2018 einen stärkeren Wettbewerbsdruck, der Absatz von Spezialanwendungen und Legierungen bleibt allerdings weiterhin gut.

Für Flachwalzprodukte ergeben sich folgende Entwicklungen: Die Wirtschaft in den USA, deren Entwicklung für unser dortiges Werk von hoher Bedeutung ist, wird für 2018 als leicht verbessert eingeschätzt. Dies könnte das dortige Kupfergeschäft unterstützen. Im europäischen Markt für Flachwalzprodukte erwarten wir eine stabile Nachfragesituation auf hohem Niveau, mit weiteren Wachstumschancen in wichtigen Teilbereichen.

Geschäfts- und Ergebniserwartung des Aurubis-Konzerns

Wie die Ausführungen zur gesamtwirtschaftlichen Entwicklung und zur Entwicklung auf unseren geschäftsrelevanten Märkten zeigen, wird das Geschäftsjahr 2017/18 des Aurubis-Konzerns aus heutiger Sicht erneut von einem guten Marktumfeld beeinflusst.

Für das Geschäftsjahr 2017/18 sind keine größeren Wartungsstillstände vorgesehen. Auf unseren Rohstoffmärkten erwarten wir eine gute Materialverfügbarkeit.

Auf den Konzentratmärkten werden 2018 zwar keine größeren Neuprojekte erwartet, die Wahrscheinlichkeit von Störungen durch Streiks schätzen Marktforschungsunternehmen jedoch geringer ein als im Vorjahr. Außerdem könnte ein hoher Kupferpreis sich günstig auf die Fördermengen in den Minen auswirken. Aufgrund unserer Positionierung am Markt und unserer Lieferantendiversifizierung erwarten wir eine gute Versorgung mit zufriedenstellenden Schmelz- und Raffinierlöhnen.

Bei Altkupfer und Blisterkupfer ist die Angebotsentwicklung nicht abzuschätzen. Das Geschäft ist insbesondere bei Altkupfer kurzfristiger Natur und damit von Einflüssen abhängig, die nur schwer prognostizierbar sind. Höhere Metall- und Kupferpreise, wie sie von Analysten zum Teil erwartet werden, könnten jedoch helfen, das Angebot auf hohem Niveau zu halten. Auch hier federt unsere breite Marktaufstellung Versorgungsrisiken ab. Im ersten Quartal 2017/18 sind wir mit guten Raffinierlöhnen versorgt. Den Closing the Loop-Ansatz, werden wir im Geschäftsjahr 2017/18 weiterverfolgen. Er beinhaltet, dass wir zum Beispiel an Kunden Kupferprodukte verkaufen und gleichzeitig den bei ihnen anfallenden Produktionsschrott wieder für unser Recycling zurücknehmen. Der Werkstoffkreislauf wird damit geschlossen.

Auch der Absatz von Schwefelsäure hängt von kurzfristigen Entwicklungen ab. Die Laufzeit der Verträge ist deshalb ebenfalls kurz. Außerdem sind die Absatzmöglichkeiten regional sehr unterschiedlich mit entsprechend variierenden Konditionen. Aurubis beliefert den globalen Schwefelsäuremarkt mit den Schwerpunkten Europa und Südamerika. Das Verhältnis unseres lokalen Absatzes und der Exporte schwankt entsprechend den Marktgegebenheiten. Die bisher für das erste Quartal 2017/18 vorliegenden Erkenntnisse signalisieren eine stabile Situation mit etwas höheren Preisen.

Der Absatz von freien Kathodenmengen am Markt orientiert sich an der geplanten Weiterverarbeitung unserer Kathodenproduktion im Konzern.

Qualifizierte Aussagen über die Entwicklung des Kupferproduktgeschäfts im neuen Geschäftsjahr sind nur begrenzt möglich, da die Verhandlungssaison über Jahresverkaufsverträge 2018 noch nicht beendet ist. Ein bereits bekannter Faktor ist die von Aurubis für das kommende Kalenderjahr festgesetzte Kupferprämie für europäische Gießwalzdraht- und Stranggussformatkunden. Diese wurde mit 86 US$/t auf dem Vorjahresniveau gehalten. Damit tragen wir im europäischen Geschäft der erwarteten Kundennachfrage für Jahresverträge Rechnung.

Angesichts der gut laufenden Branchenkonjunkturen rechnen wir damit, die Verhandlungssaison für Kupferprodukte mit entsprechenden Abschlüssen beenden zu können. Die gute Kundenbindung in unseren Kernmärkten unterstützt dies. Außerdem werden wir den Ausbau unseres Neukundengeschäfts fortsetzen.

Insgesamt können sich wie in den Vorjahren quartalsweise Unterschiede ergeben. Dies hat saisonale Gründe, kann aber auch durch Störungen bei Aggregaten oder in den Betriebsabläufen verursacht sein. Gerade das erste Quartal eines Geschäftsjahres zeichnet sich im Geschäftsverlauf durch periodenbedingte Besonderheiten aus, zu denen beispielsweise eine zurückhaltende Ordertätigkeit bei Kunden oder Veränderungen in den Rohstofflieferungen zählen.

Im Geschäftsjahr 2016/17 haben wir im Konzern verschiedene Initiativen und Einzelmaßnahmen angestoßen, um Aurubis weiter zu stärken. Sie sind im Transformationsprogramm ONE Aurubis enthalten, mit dem wir die Vision 2025 erreichen wollen. Aktuell ist Aurubis in vielen Bereichen Marktführer - diese Positionen sollen langfristig weiter ausgebaut werden. So wurde entschieden, das Projekt FCM fortzuführen. Es ist ein wesentlicher Bestandteil des neuen Multi-Metall-Ansatzes und mit größeren Investitionen verbunden. Wir beabsichtigen, die FCM-Anlagen an den Standorten Olen (Belgien) und Hamburg zu realisieren. Aurubis wird sich im nächsten Jahr von einem Kupferkonzern zu einem Multi-Metall-Konzern entwickeln.

Die künftige Entwicklung und Prognose der Aurubis AG deckt sich mit der für den Aurubis-Konzern getroffenen Gesamtaussage.

Erwartete Finanzlage

Der Netto-Cashflow im abgelaufenen Geschäftsjahr betrug 480 Mio. €. Die Belastungen aus Mittelabflüssen durch Investitionstätigkeiten erreichten im Geschäftsjahr 155 Mio. € (Vj. 128 Mio. €). Insgesamt sind die Netto-Finanz-verbindlichkeiten deutlich auf -219 Mio. € zurückgegangen, nach 23 Mio. € im Vorjahr. Die Brutto-Finanzverbindlichkeiten haben sich im Laufe des Geschäftsjahres im Wesentlichen durch die fälligkeitsbedingte Rückführung eines Schuldscheindarlehens von 495 Mio. € im Vorjahr auf 351 Mio. € im Berichtsjahr reduziert. Die Barmittelbestände sind von 472 Mio. € auf 570 Mio. € angestiegen. Als weitere Liquidität stehen dem Unternehmen ungenutzte Kreditlinien aus einem Konsortialkreditvertrag über 350 Mio. € zur Verfügung, der eine Laufzeit bis 2022 hat. Somit verfügt Aurubis über ausreichend Liquidität, die aus heutiger Sicht nicht gefährdet ist. Für das kommende Geschäftsjahr erwarten wir aus dem operativen Geschäft eine weiterhin robuste Finanzlage. Die im Geschäftsjahr 2017/18 planmäßig fälligen Tilgungen beabsichtigen wir aus vorhandener Liquidität zu bestreiten.

Gesamtaussage zur künftigen Entwicklung des Aurubis-Konzerns

Für Jahresverträge 2018 stehen die Rahmenbedingungen am Markt für Kupferkonzentrate zum Zeitpunkt der Berichterstellung noch nicht fest.

Für Altkupfer und Schwefelsäure bleibt die Marktentwicklung im Geschäftsjahr 2017/18 wegen der Kurzfristigkeit des Geschäfts weiterhin schwer prognostizierbar.
Die Kupferprämie von 86 US$/t für 2018 ist unverändert zum Vorjahr.
Wir erwarten, gestützt auf Branchenprognosen, eine stabile bis gute Kupferproduktnachfrage.
Mindestens zusätzliche 30 Mio. € operatives EBITDA erwarten wir aus dem Effizienzsteigerungsprogramm, das mit fortlaufenden Optimierungen an allen Standorten verbunden ist.
Für das Geschäftsjahr 2017/18 gehen wir von einer hohen Anlagenverfügbarkeit aus.

Mit Beginn des Geschäftsjahres 2017/18 werden wir, im Einklang mit der neuen Organisation, in den beiden Segmenten Metal Refining & Processing und Flat Rolled Products berichten. Für Prognosezwecke wurden das operative Ergebnis und der operative ROCE des abgelaufenen Geschäftsjahres 2016/17 von der alten Segmentierung in die neue überführt.

Im Segment Metal Refining & Processing erwarten wir für das Geschäftsjahr 2017/18 ein operatives EBT auf Vorjahresniveau (Geschäftsjahr 2016/17: 334 Mio. €) und einen leicht niedrigeren operativen ROCE (Geschäftsjahr 2016/17: 20,8 %) im Vergleich zum Vorjahr.

Im Segment Flat Rolled Products planen wir für das Geschäftsjahr 2017/18 mit einem deutlich höheren operativen EBT (Geschäftsjahr 2016/17: 2 Mio. €) und einen leicht höheren operativen ROCE im Vergleich zum Vorjahr (Geschäftsjahr 2016/17: 0,7 %).

Insgesamt erwarten wir für den Aurubis-Konzern im Geschäftsjahr 2017/18 ein auf Vorjahresniveau liegendes operatives EBT und einen leicht niedrigeren operativen ROCE gegenüber dem Berichtsjahr.

Qualifiziert komparative Prognose laut Aurubis-Definition für den operativen ROCE

T 025

Delta ROCE Prozentpunkte
auf Vorjahresniveau ± 0 bis 1,0
leicht ± 1,1 bis 4,0
deutlich > ± 4,0

Qualifiziert komparative Prognose laut Aurubis-Definition für den operativen EBT

T 026

Veränderung operatives EBT
auf Vorjahresniveau ± 0 bis 5,0 %
moderat ± 5,1 bis 15,0 %
deutlich > ± 15,0 %

Die Definitionen für die qualifizierten komparativen Prognosen wurden im Vergleich zum Vorjahr angepasst. Die angepassten Definitionen berücksichtigen aus unser Sicht zutreffender als bisher die Schwankungen unseres Geschäftes. Die bisher geltenden Definitionen können Sie unseren zurückliegenden Finanzberichten entnehmen.

Zukunftsbezogene Aussagen

Dieses Dokument enthält vorausschauende Aussagen zu unserer aktuellen Einschätzung künftiger Vorgänge. Wörter wie "antizipieren", "annehmen", "glauben", "einschätzen", "erwarten", "beabsichtigen", "können/könnten", "planen", "projizieren", "sollten" und ähnliche Begriffe kennzeichnen solche vorausschauenden Aussagen. Diese Aussagen sind einer Reihe von Risiken und Unsicherheiten unterworfen. Einige Beispiele hierfür sind eine ungünstige Entwicklung der weltwirtschaftlichen Situation, insbesondere die politische Entwicklung in den USA, Europa und China, eine Verengung des Rohstoffangebots und ein Rückgang der Nachfrage in den wichtigen Kupferabsatzmärkten. Des Weiteren zählen dazu eine Verschlechterung unserer Refinanzierungsmöglichkeiten an den Kredit- und Finanzmärkten, unabwendbare Ereignisse höherer Gewalt wie beispielsweise Naturkatastrophen, Terrorakte, politische Unruhen, Industrieunfälle und deren Folgewirkungen auf unsere Verkaufs-, Einkaufs-, Produktions- oder Finanzierungsaktivitäten, Veränderungen der Wechselkurse, ein Akzeptanzverlust unserer Produkte mit der Folge einer Beeinträchtigung bei der Durchsetzung von Preisen und bei der Auslastung von Verarbeitungs- und Produktionskapazitäten, Preiserhöhungen bei Energie und Rohstoffen, Unterbrechungen der Produktion aufgrund von Materialengpässen, Belegschaftsstreiks oder Lieferanteninsolvenzen, die erfolgreiche Umsetzung von Kostenreduzierungs- und Effizienzsteigerungsmaßnahmen, die Geschäftsaussichten der Gesellschaften, an denen wir bedeutende Beteiligungen halten, die erfolgreiche Umsetzung strategischer Kooperationen und Joint Ventures, die Änderungen von Gesetzen, Bestimmungen und behördlichen Richtlinien sowie der Ausgang rechtlicher Verfahren und weitere Risiken und Unwägbarkeiten, von denen einige in diesem Geschäftsbericht unter der Überschrift "Risiko- und Chancenbericht" beschrieben sind. Sollte einer dieser Unsicherheitsfaktoren oder eine dieser Unwägbarkeiten eintreten oder sollten sich die den vorausschauenden Aussagen zugrunde liegenden Annahmen als unrichtig erweisen, könnten die tatsächlichen Ergebnisse wesentlich von den in diesen Aussagen genannten oder implizit zum Ausdruck gebrachten Ergebnissen abweichen. Wir haben weder die Absicht noch übernehmen wir eine Verpflichtung, vorausschauende Aussagen laufend zu aktualisieren, da diese ausschließlich auf den Umständen am Tag der Veröffentlichung basieren.

Rechtliche Angaben

Erklärung zur Unternehmensführung gemäß §§ 289a, 315 Abs. 5 HGB i. V. m. Art. 80 EGHGB)

Die Erklärung zur Unternehmensführung und der Vergütungsbericht sind Teil des zusammengefassten Lageberichts. Beide sind im vorderen Teil dieses Geschäftsberichts abgedruckt und auf der Website der Gesellschaft einsehbar.

Übernahmerelevante Angaben und Erläuterungen

Erläuternder Bericht des Vorstands der Aurubis AG, Hamburg, gemäß § 176 Abs. 1 Satz 1 AktG und § 26i EGAktG zu den übernahmerechtlichen Angaben nach den §§ 289 Abs. 4, 315 Abs. 4 HGB sowie Art 80 EGHGB zum Bilanzstichtag 30.09.2017

Im Folgenden sind die nach den §§ 289 Abs. 4, 315 Abs. 4 Handelsgesetzbuch (HGB) geforderten übernahmerechtlichen Angaben zum 30.09.2017 dargestellt.

Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals

Das gezeichnete Kapital (Grundkapital) der Aurubis AG betrug zum Bilanzstichtag 115.089.210,88 € und war in 44.956.723 auf den Inhaber lautende Stammaktien ohne Nennbetrag (Stückaktien) mit einem auf die einzelne Stückaktie entfallenden anteiligen Betrag des Grundkapitals von 2,56 € eingeteilt.

Jede Aktie gewährt gleiche Rechte und in der Hauptversammlung je eine Stimme. Es bestehen keine unterschiedlichen Aktiengattungen.

10 % der Stimmrechte überschreitende Kapitalbeteiligungen vor dem Bilanzstichtag

Es bestand eine indirekte Beteiligung am Kapital der Aurubis AG, die 10 % der Stimmrechte überschritten hat:

Die Salzgitter AG, Salzgitter, hat der Gesellschaft gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 29.08.2011 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Aurubis AG am 29.08.2011 die Schwelle von 25 % der Stimmrechte überschritten hat und an diesem Tag 25,002% der Stimmrechte (entsprechend 11.240.000 Stimmen) beträgt. Davon sind der Salzgitter AG 25,002% der Stimmrechte (entsprechend 11.240.000 Stimmen) von der Salzgitter Mannesmann GmbH, Salzgitter, zuzurechnen.

Dementsprechend bestand bis zum Bilanzstichtag eine direkte Beteiligung am Kapital der Aurubis AG, die 25 % der Stimmrechte überschritten hat: Die Salzgitter Mannesmann GmbH, Salzgitter, hielt gemäß Mitteilung der Salzgitter AG, Salzgitter, vom 29.08.2011 seit dem 29.08.2011 25,002 % der Stimmrechte (entsprechend 11.240.000 Stimmen).

10 % der Stimmrechte überschreitende Kapitalbeteiligungen nach dem Bilanzstichtag

Es besteht seit dem 25.10.2017 folgende indirekte Beteiligung am Kapital der Aurubis AG, die 10 % der Stimmrechte überschreitet:

Die Salzgitter AG, Salzgitter, hat der Gesellschaft gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 26.10.2017 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil am 25.10.2017 an der Aurubis AG 15,751 % der Stimmrechte (entsprechend 7.081.263 Stimmen) beträgt. Davon sind der Salzgitter AG 15,751 % der Stimmrechte (entsprechend 7.081.263 Stimmen) von der Salzgitter Mannesmann GmbH, Salzgitter, zuzurechnen.

Dementsprechend besteht eine direkte Beteiligung am Kapital der Aurubis AG, die 10 % der Stimmrechte überschreitet: Die Salzgitter Mannesmann GmbH, Salzgitter, hält gemäß Mitteilung der Salzgitter AG, Salzgitter, vom 26.10.2017 seit dem 25.10.2017 15,751 % der Stimmrechte (entsprechend 7.081.263 Stimmen).

Ernennung und Abberufung der Vorstandsmitglieder, Satzungsänderungen

Die Ernennung und die Abberufung der Mitglieder des Vorstands der Aurubis AG ergeben sich aus den §§ 84, 85 Aktiengesetz (AktG) und § 31 Mitbestimmungsgesetz (MitbestG) in Verbindung mit § 6 Abs. 1 der Satzung. Die Änderung der Satzung wird von der Hauptversammlung beschlossen. Der Beschluss der Hauptversammlung bedarf einer Mehrheit, die mindestens drei Viertel des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals umfasst; die §§ 179 ff. AktG sind anwendbar. Nach § 11 Abs. 9 der Satzung ist der Aufsichtsrat ermächtigt, Satzungsänderungen, die nur die Fassung betreffen, zu beschließen. Der Aufsichtsrat ist ferner ermächtigt, § 4 der Satzung nach vollständiger oder teilweiser Durchführung der Erhöhung des Grundkapitals entsprechend der jeweiligen Inanspruchnahme des genehmigten Kapitals und nach Ablauf der Ermächtigungsfrist anzupassen. Er ist auch ermächtigt, die Fassung von § 4 Abs. 1 und 3 der Satzung entsprechend der jeweiligen Ausgabe der neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien an die Inhaber bzw. Gläubiger von Wandel- und/oder Optionsschuldverschreibungen, Genussrechten und/oder Gewinnschuldverschreibungen (bzw. Kombinationen dieser Instrumente), die aufgrund der von der Hauptversammlung am 02.03.2017 unter Tagesordnungspunkt 6 beschlossenen Ermächtigung von der Gesellschaft oder deren unmittelbaren oder mittelbaren Beteiligungsgesellschaften gegen Barleistung begeben werden und ein Wandlungs- bzw. Optionsrecht auf neue auf den Inhaber lautende Stückaktien der Gesellschaft gewähren bzw. eine Wandlungspflicht begründen, anzupassen. Entsprechendes gilt im Falle der Nichtausnutzung der Ermächtigung zur Ausgabe von Options- oder Wandelschuldverschreibungen nach Ablauf des Ermächtigungszeitraums sowie im Falle der Nichtausnutzung des bedingten Kapitals nach Ablauf der Fristen für die Ausübung von Options- oder Wandlungsrechten bzw. für die Erfüllung von Wandlungs- bzw. Optionspflichten.

Befugnisse des Vorstands zur Aktienausgabe

Gemäß § 4 Abs. 2 der Satzung ist der Vorstand ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft in der Zeit bis zum 23.02.2021 mit Zustimmung des Aufsichtsrats einmalig oder in mehreren Teilbeträgen um bis zu € 57.544.604,16 durch Ausgabe von insgesamt bis zu 22.478.361 neuen, auf den Inhaber lautenden Stammaktien ohne Nennbetrag (Stückaktien) gegen Bar- und/oder Sacheinlagen zu erhöhen. Den Aktionären ist grundsätzlich ein Bezugsrecht einzuräumen. Die neuen Aktien können auch von einem oder mehreren Kreditinstituten mit der Verpflichtung übernommen werden, sie den Aktionären zum Bezug anzubieten. Der Vorstand ist jedoch ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre ein- oder mehrmalig auszuschließen,

a) soweit es erforderlich ist, um etwaige Spitzenbeträge von dem Bezugsrecht auszunehmen.

b) bis zu einem rechnerischen Nennbetrag in Höhe von insgesamt 23.017.840,64 €, wenn die neuen Aktien gegen Sacheinlage ausgegeben werden.

c) bei Kapitalerhöhungen gegen Bareinlagen bis zu einem rechnerischen Nennbetrag in Höhe von insgesamt 11.508.920,32 € oder, sollte dieser Betrag niedriger sein, von insgesamt 10 % des zum Zeitpunkt der erstmaligen Ausübung dieser Ermächtigung zum Bezugsrechtsausschluss (der "Höchstbetrag") bestehenden Grundkapitals (jeweils unter Anrechnung der etwaigen Ausnutzung anderweitiger Ermächtigungen zum Ausschluss des Bezugsrechts gemäß oder in entsprechender Anwendung des § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG), wenn der Ausgabepreis der neuen Aktien den Börsenkurs der bereits börsennotierten Aktien gleicher Ausstattung der Gesellschaft zum Zeitpunkt der endgültigen Festlegung des Ausgabepreises nicht wesentlich unterschreitet.

Auf den Höchstbetrag ist das auf diejenigen Aktien entfallende Grundkapital anzurechnen, die zur Bedienung von Wandel- und/oder Optionsschuldverschreibungen ausgegeben werden oder auszugeben sind, die nach dem 24.02.2016 in entsprechender Anwendung von § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG unter Ausschluss des Bezugsrechts ausgegeben werden oder die nach dem 24.02.2016 in entsprechender Anwendung von § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG veräußert werden. Eine erfolgte Anrechnung entfällt, soweit Ermächtigungen zur Ausgabe von Wandel- und/ oder Optionsschuldverschreibungen gemäß § 221 Abs. 4 Satz 2, § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG oder zur Veräußerung von eigenen Aktien gemäß § 71 Abs. 1 Nr. 8, § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG nach einer Ausübung solcher Ermächtigungen, die zur Anrechnung geführt haben, von der Hauptversammlung erneut erteilt werden.

d) bis zu einem rechnerischen Nennbetrag in Höhe von insgesamt 23.017.840,64 €, soweit es erforderlich ist, um Inhabern bzw. Gläubigern der von der Gesellschaft ausgegebenen Options- oder Wandlungsrechte auf Aktien ein Bezugsrecht auf neue Aktien in dem Umfang zu gewähren, wie es ihnen nach Ausübung des Options- bzw. Wandlungsrechts zustehen würde.

Durch Beschluss vom 09.02.2016 hat der Vorstand der Aurubis AG im Rahmen einer Selbstverpflichtung erklärt, von den in § 4 Abs. 2 der Satzung vorgesehenen Ermächtigungen zum Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre während der Laufzeit der Ermächtigung nur insoweit Gebrauch zu machen, als dass die auszugebenen Aktien 20 % des Grundkapitals nicht überschreiten dürfen, und zwar weder im Zeitpunkt des Wirksamwerdens der Ermächtigung noch im Zeitpunkt ihrer Ausnutzung. Auf die vorgenannte 20 %-Grenze sind bis zur bezugsrechtsfreien Ausgabe neuer Aktien etwaige eigene Aktien anzurechnen, die unter Bezugsrechtsausschluss veräußert werden, sowie solche Aktien, die zur Bedienung von Schuldverschreibungen mit Wandlungs- und/ oder Optionsrecht bzw. Wandlungspflicht auszugeben sind, sofern die Schuldverschreibungen unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre ausgegeben worden sind. Sofern und soweit die Hauptversammlung nach Ausübung einer Ermächtigung zum Bezugsrechtsausschluss, die zur Anrechnung auf die vorgenannte 20 %-Grenze geführt hat, diese Ermächtigung zum Bezugsrechtsausschluss neu erteilt, entfällt die erfolgte Anrechnung.

Diese Selbstverpflichtung wurde auf der Internetseite der Aurubis AG für die Laufzeit der Ermächtigung zugänglich gemacht.

Befugnisse des Vorstands zum Aktienrückkauf

Mit Beschluss der Hauptversammlung vom 28.02.2013 wurde die Gesellschaft bis zum 27.02.2018 ermächtigt, eigene Aktien bis zu insgesamt 10 % des derzeitigen Grundkapitals zu erwerben. Zusammen mit anderen eigenen Aktien, die sich jeweils im Besitz der Gesellschaft befinden oder ihr nach §§ 71a ff. AktG zuzurechnen sind, dürfen die aufgrund dieser Ermächtigung erworbenen eigenen Aktien zu keinem Zeitpunkt 10 % des derzeitigen Grundkapitals der Gesellschaft übersteigen. Der Erwerb zum Zweck des Handels mit eigenen Aktien ist ausgeschlossen. Der Vorstand ist ermächtigt, Aktien der Gesellschaft, die aufgrund dieser Ermächtigung erworben werden, zu allen gesetzlich zugelassenen Zwecken, insbesondere auch zu den folgenden Zwecken, zu verwenden:

a) Die erworbenen eigenen Aktien können auch in anderer Weise als über die Börse oder mittels eines Angebots an sämtliche Aktionäre veräußert werden, wenn die Aktien gegen Barzahlung zu einem Preis veräußert werden, der den Börsenkurs von Aktien gleicher Ausstattung der Gesellschaft zum Zeitpunkt der Veräußerung nicht wesentlich unterschreitet; das Bezugsrecht der Aktionäre ist ausgeschlossen. Diese Ermächtigung gilt jedoch nur mit der Maßgabe, dass die unter Ausschluss des Bezugsrechts entsprechend § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG veräußerten Aktien insgesamt 10 % des Grundkapitals nicht überschreiten dürfen, und zwar weder im Zeitpunkt des Wirksamwerdens noch im Zeitpunkt der Ausübung dieser Ermächtigung (die "Höchstgrenze"), und zwar jeweils unter Anrechnung der etwaigen Ausnutzung anderweitiger Ermächtigungen zum Ausschluss des Bezugsrechts gemäß oder in entsprechender Anwendung des § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG. Eine erfolgte Anrechnung entfällt, soweit Ermächtigungen zur Ausgabe neuer Aktien aus genehmigtem Kapital gemäß § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG oder zur Ausgabe von Wandel- und/oder Optionsschuldverschreibungen in entsprechender Anwendung von § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG nach einer Ausübung solcher Ermächtigungen, die zur Anrechnung geführt haben, von der Hauptversammlung erneut erteilt werden.

b) Die erworbenen eigenen Aktien können auch in anderer Weise als über die Börse oder mittels Angebot an sämtliche Aktionäre veräußert werden, soweit dies gegen Sachleistung Dritter, insbesondere im Rahmen des Erwerbs von Unternehmen, Teilen von Unternehmen oder Beteiligungen an Unternehmen durch die Gesellschaft selbst oder in ihrem Mehrheitsbesitz stehende Unternehmen, sowie im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen geschieht oder zur Erfüllung von Umtauschrechten oder -pflichten aus von der Gesellschaft oder von Konzernunternehmen der Gesellschaft ausgegebenen Wandel- und/oder Optionsschuldverschreibungen; das Bezugsrecht der Aktionäre ist jeweils ausgeschlossen.

c) Die erworbenen eigenen Aktien können auch ohne weiteren Hauptversammlungsbeschluss ganz oder teilweise eingezogen werden. Sie können auch im vereinfachten Verfahren ohne Kapitalherabsetzung durch Anpassung des anteiligen Betrags der übrigen Stückaktien am Grundkapital der Gesellschaft eingezogen werden.

Der vollständige Wortlaut des Ermächtigungsbeschlusses vom 28.02.2013 ist unter Tagesordnungspunkt 7 in der im Bundesanzeiger vom 15.01.2013 veröffentlichten Einberufung der ordentlichen Hauptversammlung 2013 wiedergegeben.

Befugnis des Vorstands zur Ausgabe von Wandelschuldverschreibungen und von Aktien aus bedingtem Kapital

Das Grundkapital der Gesellschaft ist um bis zu 57.544.604,16 € durch die Ausgabe von bis zu 22.478.361 neuen, auf den Inhaber lautenden Stammaktien ohne Nennbetrag (Stückaktien) mit einem auf die einzelne Stückaktie entfallenden anteiligen Betrag des Grundkapitals von 2,56 € bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2017). Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, wie die Inhaber bzw. Gläubiger von Wandlungs- und/oder Optionsrechten aus Wandelschuldverschreibungen, Optionsschuldverschreibungen, Genussrechten oder Gewinnschuldverschreibungen (bzw. einer Kombination dieser Instrumente), die von der Gesellschaft oder von ihren Konzerngesellschaften aufgrund des Ermächtigungsbeschlusses der Hauptversammlung vom 02.03.2017 bis zum 01.03.2022 nur gegen bar ausgegeben werden, von ihren Wandlungs- bzw. Optionsrechten Gebrauch machen oder die zur Wandlung verpflichteten Inhaber bzw. Gläubiger der von der Gesellschaft oder von ihren Konzerngesellschaften aufgrund des Ermächtigungsbeschlusses der Hauptversammlung vom 02.03.2017 bis zum 01.03.2022 ausgegebenen Wandelschuldverschreibungen (bzw. Genussrechten oder Gewinnschuldverschreibungen mit Wandlungspflicht) ihre Pflicht zur Wandlung erfüllen oder Andienungen von Aktien erfolgen und soweit nicht eigene Aktien oder andere Erfüllungsformen zur Bedienung eingesetzt werden. Die neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien nehmen von Beginn des Geschäftsjahres an, in dem sie durch Ausübung von Wandlungs- bzw. Optionsrechten, durch die Erfüllung von Wandlungs- oder Optionspflichten oder durch die Ausübung von Andienungsrechten entstehen, am Gewinn teil. Soweit rechtlich zulässig, kann der Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats die Gewinnbeteiligung neuer Aktien abweichend von § 60 Abs. 2 AktG festlegen.

Der vollständige Wortlaut des Ermächtigungsbeschlusses vom 02.03.2017 ist unter Tagesordnungspunkt 6 in der im Bundesanzeiger vom 17.01.2017 veröffentlichten Einberufung der ordentlichen Hauptversammlung 2017 wiedergegeben. Es ist beabsichtigt, diese Ermächtigung auf der nächsten Hauptversammlung zu erneuern.

Wesentliche konditionierte Vereinbarungen der Gesellschaft

Für den Fall, dass eine Einzelperson oder eine gemeinsam handelnde Gruppe von Personen die Kontrolle über mehr als 50 % der Aktien oder der Stimmrechte an der Aurubis AG erwirbt, hat jeder Kreditgeber aus dem mit einem Bankenkonsortium geschlossenen Vertrag über eine Kreditlinie von 350 Mio. € (der "Konsortialkredit"), der im Wesentlichen der Finanzierung des Umlaufvermögens des Konzerns dient, jeweils einzeln das Recht, seine Beteiligung an dem Konsortialkredit zu kündigen und sofortige Rückzahlung der ihm darunter geschuldeten Beträge zu fordern.

Im Rahmen von diversen Schuldverschreibungen in Höhe von insgesamt 300 Mio. € steht den Darlehensgebern jeweils ein außerordentliches Kündigungsrecht im Falle eines Wechsels der Kontrolle über die Darlehensnehmerin zu.

Der Vorstand

Jürgen Schachler, Hamburg

Geb.: 31.07.1954, deutscher Staatsbürger

Vorstandsvorsitzender und Arbeitsdirektor

Segment Primärkupfererzeugung bis zum 30.09.2017

Segment Metal Refining & Processing seit dem 01.10.2017

Bestellt seit dem 01.07.2016 bis zum 30.06.2019

Dr. Stefan Boel, Hamme, Belgien

Geb.: 09.06.1966, belgischer Staatsbürger

Vorstand

Segment Kupferprodukte bis zum 30.09.2017

Segment Flat Rolled Products seit dem 01.10.2017

Bestellt seit dem 19.04.2008 bis zum 30.04.2021

Aurubis Belgium NV/SA, Brüssel, Belgien

Chairman of the Board of Directors

Erwin Faust, Hamburg, bis zum 30.06.2017

Geb.: 04.01.1957, deutscher Staatsbürger

Vorstand Finanzen

Bestellt seit dem 01.10.2008 bis ursprünglich 30.09.2018

Aurubis Belgium NV/SA, Brüssel, Belgien

Director

Der Aufsichtsrat

Prof. Dr.-Ing. Heinz Jörg Fuhrmann, Salzgitter

Vorsitzender,

Vorsitzender des Vorstands der Salzgitter AG, Salzgitter

Hüttenwerke Krupp Mannesmann GmbH, Duisburg+

Vorsitzender des Aufsichtsrats
Ilsenburger Grobblech GmbH, Ilsenburg+

Vorsitzender des Aufsichtsrats
KHS GmbH, Dortmund+

Vorsitzender des Aufsichtsrats
Mannesmann Precision Tubes GmbH, Mülheim/Ruhr+ (ehem. Salzgitter Mannesmann Precision GmbH, Mülheim/Ruhr+ )

Vorsitzender des Aufsichtsrats
Mannesmannröhren-Werke GmbH, Mülheim/Ruhr+

Vorsitzender des Aufsichtsrats
Peiner Träger GmbH, Peine+

Vorsitzender des Aufsichtsrats
Salzgitter Flachstahl GmbH, Salzgitter+

Vorsitzender des Aufsichtsrats
Salzgitter Mannesmann Grobblech GmbH, Mülheim/Ruhr+

Vorsitzender des Aufsichtsrats
Salzgitter Mannesmann Handel GmbH, Düsseldorf+

Vorsitzender des Aufsichtsrats
Öffentliche Lebensversicherung Braunschweig, Braunschweig

Mitglied des Aufsichtsrats
Öffentliche Sachversicherung Braunschweig, Braunschweig

Mitglied des Aufsichtsrats
TÜV Nord AG, Hannover

Mitglied des Aufsichtsrats

Renate Hold-Yilmaz, Hamburg *

Stellvertretende Vorsitzende, kfm. Angestellte,

Vorsitzende des Betriebsrats der Aurubis AG, Hamburg

Burkhard Becker, Hattingen

Mitglied des Vorstands der Salzgitter AG, Salzgitter

EUROPIPE GmbH, Mülheim/Ruhr+

Mitglied des Aufsichtsrats
KHS GmbH, Dortmund+

Mitglied des Aufsichtsrats bis zum 31.10.2017
Mannesmann Precision Tubes GmbH, Mülheim/Ruhr+ (ehem. Salzgitter Mannesmann Precision GmbH, Mülheim/Ruhr+)

Mitglied des Aufsichtsrats
Mannesmannröhren-Werke GmbH, Mülheim/Ruhr+

Mitglied des Aufsichtsrats
Peiner Träger GmbH, Peine+

Mitglied des Aufsichtsrats
Salzgitter Flachstahl GmbH, Mülheim/Ruhr+

Mitglied des Aufsichtsrats ab dem 01.04.2017
Salzgitter Mannesmann Handel GmbH, Düsseldorf+

Mitglied des Aufsichtsrats
Nord/LB Asset Management AG, Hannover

Mitglied des Aufsichtsrats

Dr. Bernd Drouven, Hamburg

Ehem. Vorstandsvorsitzender der Aurubis AG

NITHH gGmbH, Hamburg

Vorsitzender des Aufsichtsrats

Jan Koltze, Kummerfeld *

Bezirksleiter IG BCE Hamburg-Harburg

ESSO Deutschland GmbH, Hamburg

Mitglied des Aufsichtsrats
ExxonMobil Central Europe Holding GmbH, Hamburg

Mitglied des Aufsichtsrats

Dr.-Ing. Joachim Faubel, Hamburg *

Angestellter im Konzerncontrolling der Aurubis AG

Dr. Sandra Reich, Singapur

Director, Head of German Desk, NORD/LB Singapore Branch, Norddeutsche Landesbank Girozentrale, Singapur

Dr. med. Dipl.-Chem. Thomas Schultek, Lübeck *

Leiter Gesundheitsschutz Konzern der Aurubis AG,

Mitglied des Sprecherausschusses der Aurubis AG, Hamburg

Rolf Schwertz, Datteln *

Maurer und Kesselwärter,

Mitglied des Betriebsrats der Aurubis AG, Lünen, und Vorsitzender der Gesamtschwerbehindertenvertretung der Aurubis AG, Lünen

Prof. Dr. Fritz Vahrenholt, Hamburg

Alleinvorstand der Deutschen Wildtier Stiftung, Hamburg

Capital Stage AG, Hamburg

Mitglied des Aufsichtsrats

Ralf Winterfeldt, Hamburg *

Energieanlagenelektroniker,

Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats der Aurubis AG, stellvertretender Vorsitzender des Betriebsrats der Aurubis AG, Hamburg

Dr.-Ing. Ernst J. Wortberg, Dortmund

Selbstständiger Berater

  • Konzerngesellschaften der Salzgitter AG

* von der Belegschaft gewählt

Börsennotiertes Unternehmen

Ausschüsse des Aufsichtsrats

Vermittlungsausschuss gemäß § 27 Abs. 3 Mitbestimmungsgesetz

Prof. Dr.-Ing. Heinz Jörg Fuhrmann (Vorsitzender)

Renate Hold-Yilmaz (stellvertretende Vorsitzende)

Dr. Sandra Reich Ralf Winterfeldt

Prüfungsausschuss (Audit Committee)

Dr.-Ing. Ernst J. Wortberg (Vorsitzender)

Burkhard Becker

Jan Koltze

Renate Hold-Yilmaz

Personalausschuss

Prof. Dr.-Ing. Heinz Jörg Fuhrmann (Vorsitzender)

Dr. Bernd Drouven

Renate Hold-Yilmaz

Dr. med. Dipl.-Chem. Thomas Schultek

Prof. Dr. Fritz Vahrenholt

Ralf Winterfeldt

Nominierungsausschuss

Prof. Dr.-Ing. Heinz Jörg Fuhrmann (Vorsitzender)

Burkhard Becker

Prof. Dr. Fritz Vahrenholt

Dr.-Ing. Ernst J. Wortberg

Technikausschuss

Dr. Bernd Drouven (Vorsitzender)

Prof. Dr.-Ing. Heinz Jörg Fuhrmann

Renate Hold-Yilmaz

Dr. med. Dipl.-Chem. Thomas Schultek

Corporate Governance

Bericht zur Corporate Governance und Erklärung zur Unternehmensführung (Teil des zusammengefassten Lageberichts)

Die Prinzipien verantwortungsbewusster und nachhaltiger Unternehmensführung bestimmen das Handeln der Leitungs- und Kontrollgremien der Aurubis AG. Der Vorstand berichtet in dieser Erklärung - zugleich auch für den Aufsichtsrat - gemäß Ziffer 3.10 des Deutschen Corporate Governance Kodex sowie gemäß §§ 289a, 315 Abs. 5 HGB i. V. m. Art. 80 EGHGB über die Unternehmensführung.

Entsprechenserklärung und Berichterstattung zur Corporate Governance

§ 161 Aktiengesetz (AktG) verpflichtet Vorstand und Aufsichtsrat einer in Deutschland börsennotierten Aktiengesellschaft, einmal jährlich zu erklären, dass den vom Bundesministerium der Justiz im amtlichen Teil des Bundesanzeigers bekannt gemachten Empfehlungen der "Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex" entsprochen wurde und wird oder welche Empfehlungen nicht angewendet wurden oder werden und aus welchem Grund nicht.

Vorstand und Aufsichtsrat haben sich im Geschäftsjahr 2016/17 mehrfach mit Themen der Corporate Governance beschäftigt und am 06.11.2017 gemeinsam die aktualisierte Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG abgegeben. Die Erklärung wurde der Öffentlichkeit auf der Internetseite der Aurubis AG im Bereich Investor Relations/Corporate Governance dauerhaft zugänglich gemacht. Dort sind auch die Entsprechenserklärungen der letzten fünf Jahre sowie die Erfüllung der Kodexvorgaben im Detail permanent öffentlich zugänglich.

Wortlaut der Entsprechenserklärung

"Vorstand und Aufsichtsrat der Aurubis AG erklären gemäß § 161 AktG, dass seit der Abgabe der letzten Entsprechenserklärung vom 04.11.2016 den Empfehlungen der "Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex" in ihrer Fassung vom 05.05.2015 und seit Inkrafttreten der geänderten Kodexfassung am 24.04.2017 in ihrer Fassung vom 07.02.2017 mit Ausnahme der nachfolgend genannten Empfehlungen aus den dortigen Gründen entsprochen werden und wird:

Ziffer 4.2.3 Abs. 2 Satz 3 und Abs. 4 (Vergütung des Vorstands)

Die Vergütungsstruktur der Vorstände wird bei Neuabschluss von Vorstandsverträgen ab dem 01.10.2017 grundsätzlich variable Vergütungsbestandteile, deren Bemessungsgrundlage mehrjährig und im Wesentlichen zukunftsbezogen ist, sowie ein Abfindungs-Cap aufweisen. Dies gilt jedoch nicht für Altverträge. Insoweit besteht Bestandsschutz.
Ziffer 5.4.1 Abs. 2 (Regelgrenze für die Zugehörigkeitsdauer im Aufsichtsrat)

Der Aufsichtsrat hat bzw. wird bei seinen Wahlvorschlägen an die Hauptversammlung unter Beachtung seines Kompetenzprofils im Rahmen der dann jeweils geltenden gesetzlichen Bestimmungen, insbesondere unter Beachtung der Vorgaben des Gleichstellungsgesetzes, die fachliche und persönliche Qualifikation der Kandidaten in den Vordergrund stellen. Dabei ist es selbstverständlich, dass im Rahmen der unternehmensspezifischen Situation die internationale Tätigkeit des Unternehmens, potenzielle Interessenkonflikte, die vom Aufsichtsrat festgelegte Anzahl der unabhängigen Aufsichtsratsmitglieder und die ebenfalls vom Aufsichtsrat festgelegte Altersgrenze sowie Vielfalt (Diversity) berücksichtigt werden. Hierzu ist es nicht erforderlich, eine Regelgrenze für die Zugehörigkeitsdauer im Aufsichtsrat festzulegen.

Hamburg, den 6. November 2017

Für den Vorstand

Jürgen Schachler Vorsitzender

Dr. Stefan Boel Mitglied

Für den Aufsichtsrat:

Prof. Dr.-Ing. Heinz Jörg Fuhrmann, Vorsitzender"

Arbeitsweise von Vorstand und Aufsichtsrat

Die Aurubis AG ist eine Gesellschaft deutschen Rechts, auf dem auch der Deutsche Corporate Governance Kodex beruht. Ein Grundprinzip des deutschen Aktienrechts ist das duale Führungssystem mit den Organen Vorstand und Aufsichtsrat, die durch eine strikte personelle Trennung zwischen dem Vorstand als Leitungsorgan und dem Aufsichtsrat als Überwachungsorgan gekennzeichnet und mit jeweils eigenständigen Kompetenzen ausgestattet sind. Vorstand und Aufsichtsrat der Aurubis AG arbeiten bei der Steuerung und Überwachung des Unternehmens eng und vertrauensvoll zum Wohle des Unternehmens zusammen.

Der Vorstand

Der Vorstand leitet die Gesellschaft in eigener Verantwortung frei von Weisungen Dritter nach Maßgabe der Gesetze, der Satzung und seiner Geschäftsordnung sowie unter Berücksichtigung der Beschlüsse der Hauptversammlung. Der Vorstand vertritt die Gesellschaft gegenüber Dritten.

Der Vorstand als Leitungsorgan führt die Geschäfte der Gesellschaft mit dem Ziel nachhaltiger Wertschöpfung in eigener Verantwortung und im Unternehmensinteresse unter Berücksichtigung der Belange aller Stakeholder. Dabei gilt der Grundsatz der Gesamtverantwortung, d. h. die Mitglieder des Vorstands tragen gemeinsam die Verantwortung für die gesamte Geschäftsführung. Sie arbeiten kollegial zusammen und unterrichten sich gegenseitig laufend über wichtige Maßnahmen und Vorgänge in ihren Ressorts. Ungeachtet der Gesamtverantwortung aller Vorstandsmitglieder führen die einzelnen Mitglieder des Vorstands die ihnen zugewiesenen Ressorts im Rahmen der Vorstandsbeschlüsse in eigener Verantwortung. Die nähere Ausgestaltung der Zusammenarbeit des Vorstands der Aurubis AG ist in einer vom Aufsichtsrat erlassenen Geschäftsordnung für den Vorstand zusammengefasst. Diese regelt vor allem die Ressortzuständigkeiten der einzelnen Vorstandsmitglieder, die dem Gesamtvorstand vorbehaltenen Angelegenheiten, die Beschlussfassung, namentlich erforderliche Beschlussmehrheiten sowie die Rechte und Pflichten des Vorsitzenden des Vorstands.

Bestimmte Vorstandsentscheidungen von besonderem Gewicht bedürfen der Zustimmung des Aufsichtsrats. Sie sind in einem Katalog festgelegt. So entscheidet der Aufsichtsrat beispielsweise über Beteiligungen an anderen Unternehmen - soweit die Maßnahme für den Konzern von wesentlicher Bedeutung ist - sowie über wesentliche Investitionen.

Der Vorstand der Aurubis AG bestand im Geschäftsjahr zunächst aus drei Mitgliedern (Herrn Jürgen Schachler als Vorsitzendem, Herrn Erwin Faust sowie Herrn Dr. Stefan Boel). Herr Erwin Faust stand dem Unternehmen krankheitsbedingt seit dem 01.11.2016 nicht zur Verfügung. Aus diesem Grunde wurde durch Beschluss des Aufsichtsrats vom 24.11.2016 Herr Faust einvernehmlich von seinen Diensten und Pflichten als Finanzvorstand der Aurubis AG befreit. Die Aufgaben von Herrn Faust wurden zunächst von Herrn Jürgen Schachler und Herrn Dr. Stefan Boel übernommen. Mit Ablauf des 30.06.2017 legte Herr Erwin Faust sein Amt als Vorstand der Aurubis AG nieder. Herr Rainer Verhoeven wurde mit Wirkung zum 01.01.2018 zum neuen Finanzvorstand bestellt.

Der Vorstand informiert den Aufsichtsrat zeitnah und umfassend schriftlich sowie in den turnusmäßigen Sitzungen über die Strategie, die Planung, die Geschäftsentwicklung, bedeutende Geschäftsvorfälle und die Risikolage des Konzerns einschließlich des Risikomanagements sowie über die Compliance, also die Maßnahmen zur Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen und unternehmensinterner Richtlinien. Abweichungen des Geschäftsverlaufs von früher aufgestellten Planungen und Zielen sind vom Vorstand ausführlich zu erläutern und zu begründen.

Sowohl bei der Zusammensetzung des Vorstands, der Besetzung von Führungsfunktionen als auch bei Vorschlägen zur Wahl von Aufsichtsratsmitgliedern (Ziffern 4.1.5, 5.1.2 und 5.4.1 des Kodex) sowie zur Besetzung sonstiger Gremien werden Vorstand und Aufsichtsrat der Aurubis AG im Rahmen ihrer jeweiligen Zuständigkeit dafür sorgen, dem Gesichtspunkt der Vielfalt (Diversity) verstärkt Rechnung zu tragen, und dabei insbesondere eine angemessene Berücksichtigung von Frauen anstreben.

Der Vorstand der Aurubis AG ist nach § 76 Abs. 4 AktG verpflichtet, eine Zielgröße für den Frauenanteil in den beiden Führungsebenen unterhalb des Vorstands sowie eine Frist zum Erreichen dieses Zieles festzulegen.

Der Gesamtvorstand hat sich frühzeitig mit der genannten Regelung befasst und im August 2015 erstmals die Zielquoten für die erste und zweite Führungsebene der Aurubis AG benannt. Bei der erstmaligen Festlegung durfte die Umsetzungsfrist gesetzlich nicht über den 30.06.2017 hinausgehen. Für den relativ kurzen Zeitraum bis zum 30.06.2017 betrug die Zielgröße jeweils 20 %. Zu diesem Stichtag betrug der Frauenanteil in der ersten Führungsebene 19,4 %, in der zweiten Führungsebene 20,4 %.

Damit konnten die Zielgrößen für die zweite Führungsebene leicht übertroffen und für die erste Führungsebene nahezu erreicht werden. In der ersten Führungsebene waren im Berichtszeitraum nur wenige Stellen zu besetzen. Hierfür wurden gleichermaßen Männer und Frauen in Betracht gezogen. Letztlich wurden die vakanten Stellen an Bewerber vergeben, die am besten geeignet erschienen.

Der Vorstand hat am 12.06.2017 für den Zeitraum bis 30.06.2022 für die erste Führungsebene eine Zielgröße von 20 % und für die zweite Führungsebene eine Zielgröße von 25 % beschlossen. Für den Konzern ist es ein wichtiges Ziel, die Anzahl der Frauen in Führungspositionen weiter zu steigern - unabhängig von gesetzlichen Regelungen.

Der Frauenanteil in der ersten Führungsebene unterhalb des Vorstands betrug zum Berichtsstichtag unverändert 19,4 %, der Frauenanteil in der zweiten Führungsebene unterhalb des Vorstands zum Berichtsstichtag 20,4 %.

Im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2016/17 gab es keine weiteren personellen Veränderungen.

Der Aufsichtsrat

Der Aufsichtsrat berät und überwacht den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens. Er bestellt und entlässt die Mitglieder des Vorstands, beschließt das Vergütungssystem für die Vorstandsmitglieder und setzt deren jeweilige Gesamtvergütung fest. Hierbei berücksichtigt der Aufsichtsrat das Verhältnis der Vorstandsvergütung zur Vergütung des oberen Führungskreises und der relevanten Gesamtbelegschaft sowie die Marktstellung des Unternehmens. Ebenso definiert er bei Versorgungszusagen für die Vorstände das angestrebte Versorgungsniveau. Der Personalausschuss unterbreitet dem Aufsichtsratsplenum entsprechende Vorschläge.

Der Aufsichtsrat wird in Strategie und Planung sowie in alle Fragen von wesentlicher Bedeutung für das Unternehmen eingebunden. Für Geschäfte von grundlegender Bedeutung, besonders solche, die die Vermögens-, Finanz- oder Ertragslage des Unternehmens grundlegend verändern, hat der Aufsichtsrat Zustimmungsvorbehalte zugunsten des Aufsichtsrats festgelegt. Bei wesentlichen Ereignissen wird ggf. eine außerordentliche Aufsichtsratssitzung einberufen. Der Aufsichtsratsvorsitzende koordiniert die Arbeit im Aufsichtsrat, leitet dessen Sitzungen und nimmt die Belange des Gremiums nach außen wahr. Bei Bedarf tagt der Aufsichtsrat ohne den Vorstand.

Für seine Arbeit hat sich der Aufsichtsrat eine Geschäftsordnung gegeben. Zur Vorbereitung der Sitzungen tagen die Vertreter der Aktionäre und der Arbeitnehmer in der Regel getrennt.

Zusammensetzung des Aufsichtsrats

Dem mitbestimmten Aufsichtsrat der Aurubis AG gehören gemäß Satzung zwölf Mitglieder an, von denen nach Maßgabe des Mitbestimmungsgesetzes jeweils sechs von den Aktionären und den Arbeitnehmern gewählt werden. Die Amtsperioden sind identisch. Entsprechend den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex wurden die Vertreter der Aktionäre bei der letzten Wahl zum Aufsichtsrat in der Hauptversammlung am 28.02.2013 einzeln gewählt.

Der Aufsichtsrat hat für seine Zusammensetzung konkrete Ziele benannt und ein Kompetenzprofil für das Gesamtgremium erarbeitet. Die Ziele und das Kompetenzprofil wurden der Öffentlichkeit auf der Internetseite der Aurubis AG dauerhaft zugänglich gemacht. Der Aufsichtsrat der Aurubis AG ist entsprechend dieser Zielsetzung zusammengesetzt. Mit Ablauf der Hauptversammlung 2018 wird sich der Aufsichtsrat unter Berücksichtigung der Anforderungen des § 96 Abs. 2 AktG zu mindestens 30 % aus Frauen und zu mindestens 30 % aus Männern zusammensetzen.

Er wird sich bei seinen Wahlvorschlägen an die Hauptversammlung im Rahmen der dann jeweils geltenden gesetzlichen Bestimmungen, insbesondere unter Beachtung der Vorgaben des Gleichstellungsgesetzes, auch künftig an den gesetzlichen Vorgaben orientieren und hierbei die fachliche und persönliche Qualifikation der Kandidaten in den Vordergrund stellen. Dabei ist es selbstverständlich, dass auch die internationale Tätigkeit des Unternehmens, potenzielle Interessenkonflikte sowie die Dauer der Zugehörigkeit zum Aufsichtsrat, die Altersgrenze für Aufsichtsratsmitglieder, die Anzahl der unabhängigen Aufsichtsratsmitglieder im Sinne von Ziff. 5.4.2 des Deutschen Corporate Governance Kodex sowie Vielfalt (Diversity) berücksichtigt werden. Eine Regelgrenze für die Zugehörigkeitsdauer hat sich der Aufsichtsrat nicht gegeben.

Gemäß Ziff. 5.4.1. Abs. 4 Deutscher Corporate Governance Kodex waren im Geschäftsjahr 2016/17 nach Einschätzung des Aufsichtsrats Herr Dr. Drouven, Frau Dr. Reich, Herr Prof. Vahrenholt und Herr Dr. Wortberg als unabhängige Mitglieder der Anteilseigner anzusehen.

Mit Herrn Dr. Bernd Drouven ist ein ehemaliges Vorstandsmitglied der Aurubis AG im Aufsichtsrat vertreten, dessen Bestellung als Vorstand vor deutlich mehr als zwei Jahren endete. Die Wahl von Herrn Dr. Bernd Drouven in den Aufsichtsrat der Aurubis AG erfolgte gemäß § 100 Abs. 2 S. 1 Nr. 4 AktG auf Vorschlag der Salzgitter Mannesmann GmbH.

Unter Berücksichtigung der Eigentümerstruktur gehört dem Gremium nach Einschätzung des Aufsichtsrats mit insgesamt vier unabhängigen Aufsichtsratsmitgliedern der Anteilseigner eine angemessene Anzahl unabhängiger Mitglieder an, die nicht in einer persönlichen oder geschäftlichen Beziehung zur Gesellschaft, zu deren Organen, einem kontrollierenden Aktionär oder einem mit diesem verbundenen Unternehmen stehen, die einen wesentlichen und nicht nur vorübergehenden Interessenkonflikt begründen kann.

Die Amtsperiode des Aufsichtsrats beträgt fünf Jahre, die laufende Amtsperiode endet mit Ablauf der ordentlichen Hauptversammlung am 01.03.2018.

Für die Frauenquote im Vorstand der Aurubis AG hatte der Aufsichtsrat gemäß § 111 Abs. 5 AktG am 11.09.2015 eine Zielgröße von 0 % und eine Umsetzungsfrist bis zum 30.06.2017 beschlossen, da aus damaliger Sicht keine Neubesetzungen anstanden. Diese Zielgröße konnte daher im Berichtszeitraum nicht übertroffen werden.

Mit Wirkung zum 01.07.2016 wurde Herr Jürgen Schachler zum Vorstandsvorsitzenden bestellt. Eine geeignete Kandidatin stand für diese Position nicht zur Verfügung.

Für den Zeitraum bis zum 30.06.2022 wurde vom Aufsichtsrat am 07.06.2017 eine deutlich erhöhte Zielgröße von 25 % für den Vorstand festgelegt. Unter Würdigung der bestehenden Verhältnisse erscheint es dem Aufsichtsrat möglich, diese Zielquote im angegebenen Zeitraum umzusetzen.

Die Zielgröße konnte in dem relativ kurzen Zeitraum bis zum 30.09.2017 nicht erreicht werden. In diesem Zeitraum stand nur die Neubesetzung der Position des Finanzvorstands an. Bei der Suche nach geeigneten Kandidaten wurde der Fokus verstärkt auf die Auswahl geeigneter Frauen gelegt. Letztlich wurde mit Herrn Verhoeven der Kandidat ausgewählt, der nach Einschätzung des Aufsichtsrats die Position des Finanzvorstands aufgrund seiner fachlichen Qualifikation am besten ausfüllt.

Ausschüsse des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat hat aus dem Kreis seiner Mitglieder mit dem Personalausschuss, dem Prüfungsausschuss (Audit Committee), dem Nominierungsausschuss, dem Vermittlungsausschuss und dem Technikausschuss fünf Gremien gebildet, die seine Arbeit vorbereiten und ergänzen. Die Aufgaben der Ausschüsse sowie ihre Zusammensetzung und Arbeit sind teilweise in der Geschäftsordnung des Aufsichtsrats festgelegt. Die Zusammensetzung der Ausschüsse im Geschäftsjahr ist in diesem Geschäftsbericht aufgeführt. Die Mandate der Aufsichtsratsmitglieder in anderen gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten und vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien werden ebenfalls in diesem Geschäftsbericht genannt.

Personalausschuss

Der sechsköpfige Personalausschuss ist paritätisch besetzt. Er befasst sich in Vorbereitung der erforderlichen Aufsichtsratsbeschlüsse mit der Struktur und Höhe der Vergütung für den gesamten Vorstand, der Vorbereitung von Vorstandsverträgen und der Auswahl von geeigneten Kandidaten für die Besetzung von Vorstandspositionen. Vorsitzender des Personalausschusses ist der Vorsitzende des Aufsichtsrats.

Prüfungsausschuss

Aufgabe des vierköpfigen, paritätisch besetzten Prüfungsausschusses ist hauptsächlich die Überwachung der Rechnungslegung und des Rechnungslegungsprozesses, der Wirksamkeit des internen Kontrollsystems, des Risikomanagementsystems, des internen Revisionssystems, der Abschlussprüfung sowie der Compliance.

Der Prüfungsausschuss legt dem Aufsichtsrat eine begründete Empfehlung für die Wahl des Abschlussprüfers vor, die in den Fällen der Ausschreibung des Prüfungsmandats mindestens zwei Kandidaten umfasst. Der Prüfungsausschuss überwacht die Unabhängigkeit des Abschlussprüfers und befasst sich darüber hinaus mit den von ihm zusätzlich erbrachten Leistungen, mit der Erteilung des Prüfungsauftrags an den Abschlussprüfer, der Bestimmung von Prüfungsschwerpunkten und der Honorarvereinbarung.

Der Vorsitzende des Prüfungsausschusses im Berichtsjahr, Herr Dr. Ernst J. Wortberg, ist unabhängiger Finanzexperte und verfügt aus seiner beruflichen Praxis über besondere Kenntnisse und Erfahrungen in der Anwendung von Rechnungslegungsgrundsätzen und internen Kontrollverfahren. Er ist kein ehemaliges Vorstandsmitglied der Gesellschaft, dessen Bestellung vor weniger als zwei Jahren endete.

Nominierungsausschuss

Der Nominierungsausschuss ist gemäß dem Deutschen Corporate Governance Kodex ausschließlich mit Vertretern der Anteilseigner besetzt. Seine Aufgabe ist es, dem Aufsichtsrat geeignete Kandidaten für dessen Vorschläge an die Hauptversammlung zur Wahl von Aufsichtsratsmitgliedern zu benennen.

Vermittlungsausschuss

Der Vermittlungsausschuss tagte im Berichtsjahr nicht.

Technikausschuss

Der vierköpfige Ausschuss ist paritätisch besetzt. Aufgabe des Technikausschusses ist die strategische Unterstützung und Überwachung des Vorstands bei der Umsetzung wesentlicher Investitionsprojekte.

Vermeidung von Interessenkonflikten

Die Mandate der Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder in anderen gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten und vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien sind in diesem Geschäftsbericht aufgeführt. Kein Vorstandsmitglied hielt mehr als drei Aufsichtsratsmandate bei nicht zum Konzern gehörenden börsennotierten Aktiengesellschaften oder in Aufsichtsgremien konzernexterner Gesellschaften, die vergleichbare Anforderungen stellen. Die Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen sind im Anhang des Konzernabschlusses dargestellt.

Bei Geschäften mit Vorstandsmitgliedern vertritt der Aufsichtsrat die Gesellschaft. Wesentliche Geschäfte mit einem Vorstandsmitglied nahestehenden Personen oder Unternehmungen wurden und werden nur mit Zustimmung des Aufsichtsrats vorgenommen.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr traten keine Interessenkonflikte von Vorstands- oder Aufsichtsratsmitgliedern, die dem Aufsichtsrat und den übrigen Vorstandsmitgliedern unverzüglich offenzulegen sind, auf. Berater- oder sonstige Dienstleistungs- und Werkverträge zwischen Aufsichtsratsmitgliedern und der Gesellschaft bestanden auch im Berichtsjahr nicht.

Selbstbehalt bei der D&O-Versicherung

Die Aurubis AG hat für alle Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder eine Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung (D&O-Versicherung) mit einem angemessenen Selbstbehalt abgeschlossen. Es ist ein Selbstbehalt von 10 % des Schadens bzw. das Eineinhalbfache der festen jährlichen Vergütung vereinbart worden.

Angaben zu relevanten Unternehmensführungspraktiken

Für die Aurubis AG bilden die einschlägigen Rechtsvorschriften, vor allem das Aktien-, Mitbestimmungs- und Kapitalmarktrecht, die Satzung, der Deutsche Corporate Governance Kodex sowie die Geschäftsordnungen des Aufsichtsrats und des Vorstands, die Grundlagen für die Ausgestaltung von Führung und Kontrolle im Unternehmen. Über die gesetzlichen Pflichten hinaus hat Aurubis Werte und daraus abgeleitete Verhaltensgrundsätze definiert, die den Rahmen für das Verhalten und die Entscheidungen verbindlich vorgeben und Orientierung für das unternehmerische Handeln bieten. Die Werte und die Verhaltensgrundsätze sind auf der Website des Unternehmens veröffentlicht. Jeder Mitarbeiter wird mit diesen konzernweit geltenden Werten und Verhaltensgrundsätzen (Code of Conduct) sowie den sich daraus ableitenden Unternehmensrichtlinien vertraut gemacht. Zu speziellen Themen finden Pflichtschulungen für (potenziell) betroffene Mitarbeiter statt (z. B. Kartellrecht, Antikorruption, Umweltschutz und Arbeitssicherheit).

Aktionäre und Hauptversammlung

Die Aktionäre der Aurubis AG üben ihre Mitbestimmungs- und Kontrollrechte auf der mindestens einmal jährlich stattfindenden Hauptversammlung aus. Diese beschließt über alle durch das Gesetz bestimmten Angelegenheiten mit verbindlicher Wirkung für alle Aktionäre und die Gesellschaft. Bei den Abstimmungen gewährt jede Aktie eine Stimme.

Die Hauptversammlung wählt die von den Anteilseignern ohne Bindung an Wahlvorschläge zu wählenden Mitglieder des Aufsichtsrats und beschließt über die Entlastung der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats. Sie entscheidet über die Verwendung des Bilanzgewinns, über Kapitalmaßnahmen und die Zustimmung zu Unternehmensverträgen, ferner über die Vergütung des Aufsichtsrats sowie über Satzungsänderungen der Gesellschaft. In besonderen Fällen sieht das Aktiengesetz die Einberufung einer außerordentlichen Hauptversammlung vor.

Jeder Aktionär, der sich rechtzeitig anmeldet und seine Berechtigung zur Teilnahme an der Hauptversammlung und zur Ausübung des Stimmrechts ordnungsgemäß nachweist, ist zur Teilnahme an der Hauptversammlung berechtigt. Aktionäre, die nicht persönlich teilnehmen können oder wollen, haben die Möglichkeit, ihr Stimmrecht durch ein Kreditinstitut, eine Aktionärsvereinigung, die von der Aurubis AG eingesetzten weisungsgebundenen Stimmrechtsvertreter oder einen sonstigen Bevollmächtigten ihrer Wahl ausüben zu lassen. Den Aktionären ist es außerdem möglich, ihre Stimme im Vorfeld der Hauptversammlung per Internet abzugeben. Nähere Einzelheiten gibt die Aurubis AG in der Einberufung der Hauptversammlung bekannt.

Die Einladung zur Hauptversammlung sowie die für die Beschlussfassungen erforderlichen Berichte und Informationen werden den aktienrechtlichen Vorschriften entsprechend veröffentlicht und auf der Internetseite der Aurubis AG in deutscher und englischer Sprache zur Verfügung gestellt.

Kontroll- und Risikomanagement sowie Compliance

Zu einer guten Corporate Governance gehört auch der verantwortungsbewusste Umgang des Unternehmens mit Risiken. Im Rahmen unseres werteorientierten Konzernmanagements sorgt ein angemessenes Risikomanagement dafür, dass Risiken frühzeitig erkannt und Risikopositionen minimiert werden. Das Risikomanagement berichtet regelmäßig dem Vorstand und dem Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats. Einzelheiten zum Risikomanagement der Aurubis AG sind im Risikobericht dargestellt. Hierin ist der gemäß §§ 289 Abs. 5, 315 Abs. 2 Nr. 5 HGB i. V. m. Art. 80 EGHGB geforderte Bericht zum rechnungslegungsbezogenen internen Kontroll- und Risikomanagementsystem enthalten.

Der Vorstand sorgt für die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen und der unternehmensinternen Richtlinien und wirkt auf die Beachtung durch die Konzernunternehmen hin (Compliance). Das Compliance-Management-System wurde im Geschäftsjahr weiter ausgebaut, um den sich aus den gesetzlichen Anforderungen und dem Verhaltenskodex ergebenden Anforderungen gerecht zu werden.

Compliance wird im Unternehmen durch Prävention, Kontrolle und Sanktion sichergestellt. Präventive Maßnahmen sind interne Richtlinien, die Beratung und besonders die Schulung von Mitarbeitern. Sollten Verstöße gegen Gesetze oder interne Richtlinien festgestellt werden, greifen arbeits-, zivil-, aber auch strafrechtliche Sanktionen.

Der Chief Compliance Officer des Unternehmens ist zentraler Ansprechpartner für alle compliancerelevanten Fragen. Er berichtet regelmäßig dem Vorstand und dem Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats. An den einzelnen Standorten des Konzerns stehen den Mitarbeitern auch lokale Compliance-Verantwortliche als Ansprechpartner zur Verfügung.

Beschäftigten wird über eine "Whistleblower-Hotline" eines externen Dienstleisters die Möglichkeit eingeräumt, auch anonym Hinweise auf Rechtsverstöße im Unternehmen zu geben. Diese Möglichkeit kann auch von Dritten genutzt werden.

Transparenz

Die Aurubis AG setzt die Teilnehmer am Kapitalmarkt und die interessierte Öffentlichkeit regelmäßig über die wirtschaftliche Lage des Konzerns und die wesentlichen neuen Tatsachen in Kenntnis. Der Geschäftsbericht, der Zwischenbericht sowie die Quartalsmitteilungen werden im Rahmen der dafür vorgegebenen Fristen veröffentlicht. Über aktuelle Ereignisse und neue Entwicklungen informieren Pressemeldungen und gegebenenfalls Ad-hoc-Mitteilungen. Informationen stehen in deutscher und englischer Sprache zur Verfügung und werden in gedruckter Form oder über geeignete elektronische Medien publiziert. Im Rahmen unserer Investor Relations-Aktivitäten wurden regelmäßige Treffen mit Analysten und institutionellen Anlegern durchgeführt. Neben einer jährlichen Analystenkonferenz finden - vor allem anlässlich der Veröffentlichung des Zwischenberichts und der Quartalsmitteilungen - Telefonkonferenzen für Analysten statt. Neue Tatsachen, die Finanzanalysten und vergleichbaren Adressaten mitgeteilt werden, haben wir auch den Aktionären über die Internetseite der Gesellschaft unverzüglich zur Verfügung gestellt.

Die Satzung der Gesellschaft sowie die aktuelle Entsprechenserklärung und die Entsprechenserklärungen der letzten fünf Jahre sind ebenfalls auf der Website abrufbar.

In einem europaweit verbreiteten Informationssystem wird ferner unverzüglich nach Eingang einer diesbezüglichen Mitteilung nach § 21 Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) das Erreichen, Über- oder Unterschreiten von 3, 5, 10, 15, 20, 25, 30, 50 oder 75 % der Stimmrechte an der Gesellschaft veröffentlicht.

Finanzkalender

Die geplanten Termine der wesentlichen wiederkehrenden Ereignisse und Veröffentlichungen - wie Hauptversammlung, Geschäftsbericht, Zwischenbericht, Quartalsmitteilungen und Termine von Bilanzpresse- und Analystenkonferenzen - sind in einem Finanzkalender zusammengestellt. Der Kalender wird mit ausreichendem zeitlichen Vorlauf veröffentlicht und auf der Internetseite der Aurubis AG dauerhaft zur Verfügung gestellt.

Meldepflichtige Wertpapiergeschäfte sowie Aktienbesitz der Organmitglieder

Gemäß Art. 19 der Marktmissbrauchsverordnung (EU 596/2014) müssen die Mitglieder von Vorstand und Aufsichtsrat der Aurubis AG und bestimmte Mitarbeiter in Führungspositionen sowie die mit ihnen in enger Beziehung stehenden Personen den Erwerb und die Veräußerung von Aktien der Gesellschaft und sich darauf beziehenden Finanzinstrumenten offenlegen. Dies gilt nicht, sofern die Gesamtsumme der Geschäfte je Person den Betrag von 5.000 € pro Kalenderjahr nicht erreicht.

Ein Mitglied des Aufsichtsrats hat Aktiengeschäfte in der Zeit vom 01.10.2016 bis zum 30.09.2017 getätigt:

Herr Dr. Thomas Schultek/Erhöhung von 200 Stückaktien durch Erbschaft.

Die Mitglieder des Vorstands haben der Gesellschaft mitgeteilt, dass sie in der Zeit vom 01.10.2016 bis zum 30.09.2017 keine Stückaktien der Gesellschaft erworben bzw. veräußert haben.

Rechnungslegung und Abschlussprüfung

Die Aurubis AG stellt ihren Konzernabschluss und Konzernlagebericht sowie die Konzernzwischenabschlüsse nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) auf, wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind. Der Jahresabschluss der Aurubis AG wird nach deutschem Handelsrecht (HGB) und nach Aktiengesetz (AktG) aufgestellt. Jahres- und Konzernabschluss sowie Konzernlagebericht werden vom Vorstand aufgestellt und vom Abschlussprüfer sowie vom Aufsichtsrat geprüft. Die Aurubis AG veröffentlicht für das Geschäftsjahr 2016/17 einen zusammengefassten Lagebericht für die Aurubis AG und den Konzern. Der Zwischenbericht sowie die Quartalsmitteilungen werden vor der Veröffentlichung vom Prüfungsausschuss mit dem Vorstand erörtert.

Die Wahl des Abschlussprüfers der Gesellschaft erfolgte gemäß den aktienrechtlichen Bestimmungen durch die Hauptversammlung. Prüfer des Konzernabschlusses 2016/17 und Konzernlageberichts sowie des HGB-Abschlusses 2016/17 der Aurubis AG war die PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Hamburg. Die PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Hamburg, ist seit dem Geschäftsjahr 2008/09 als Abschlussprüfer bestellt und hat Aurubis mit Prüfung des Geschäftsjahres 2016/17 damit das neunte Mal geprüft. Der verantwortliche Wirtschaftsprüfer war im Geschäftsjahr 2016/17 Herr Claus Brandt, der den Konzern und die Gesellschaft erstmals geprüft hat. Der Aufsichtsrat hat vor Unterbreitung des Wahlvorschlags die vom Deutschen Corporate Governance Kodex vorgesehene Erklärung der PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft zu deren Unabhängigkeit eingeholt. Die Prüfungen erfolgten nach deutschen Prüfungsvorschriften und unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer festgelegten Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung; ergänzend wurden die International Standards on Auditing beachtet. Sie umfassten auch das Risikomanagement und die Einhaltung der Berichtspflichten zur Corporate Governance nach § 161 AktG.

Mit dem Abschlussprüfer wurde zudem vertraglich vereinbart, dass er den Aufsichtsrat umgehend über auftretende mögliche Ausschluss- und Befangenheitsgründe sowie über wesentliche Feststellungen und Vorkommnisse während der Prüfung unterrichtet.

Hamburg, im Dezember 2017

Der Vorstand

Jürgen Schachler Vorsitzender

Dr. Stefan Boel Mitglied

Vergütungsbericht für den Vorstand und den Aufsichtsrat der Aurubis AG

Der nachfolgende Vergütungsbericht ist Bestandteil des zusammengefassten Lageberichts. Er erläutert die Struktur und Höhe der Vorstands- und Aufsichtsratsvergütung der Aurubis AG.

Vergütung des Vorstands

Der Aufsichtsrat setzt auf Vorschlag des Personalausschusses die Gesamtvergütung der einzelnen Vorstandsmitglieder fest, er beschließt und überprüft regelmäßig das Vergütungssystem für den Vorstand. Im Geschäftsjahr 2016/17 hat der Aufsichtsrat das Vergütungssystem unter Einbeziehung eines unabhängigen externen Vergütungsexperten grundlegend überarbeitet. Ziel der neuen Regelung ist es, die Vorstandsvergütung auf eine nachhaltige Unternehmensentwicklung auszurichten. Insbesondere haben die variablen Vergütungsbestandteile nun eine mehrjährige Bemessungsgrundlage, die im Wesentlichen zukunftsbezogen ist.

Das neue System gilt für Neu- und ggf. Folgebestellungen und somit bereits für den neuen Finanzvorstand, Herrn Rainer Verhoeven, der mit Wirkung zum 01.01.2018 bestellt wurde. Für die Vorstände Herrn Jürgen Schachler und Herrn Dr. Stefan Boel sowie für den ehemaligen Finanzvorstand Herrn Erwin Faust galt bzw. wird zunächst das alte Vergütungssystem weitergelten.

Altes Vergütungssystem für den Vorstand

Die Vergütung der einzelnen Vorstandsmitglieder ist in deren Anstellungsverträgen festgelegt und besteht aus aufeinander abgestimmten Vergütungsbestandteilen. Im Einzelnen handelt es sich um Festbezüge, variable Bezüge sowie Nebenleistungen und Pensionszusagen.

Fixe Komponenten

Der fixe Teil der Vergütung besteht aus den Festbezügen, den Nebenleistungen und den Pensionszusagen. Die jährlichen Festbezüge betragen für den Vorstandsvorsitzenden 570.000 € (ab 01.10.2017 600.000 €) sowie für die ordentlichen Vorstandsmitglieder 399.000 € (ab 01.10.2017 420.000 €) und werden monatlich in gleichen Raten ausgezahlt.

Zusätzlich erhalten die Vorstandsmitglieder Nebenleistungen in Form von Sachbezügen, die im Wesentlichen aus dem nach steuerlichen Richtlinien anzusetzenden Wert für Versicherungsprämien und der Dienstwagennutzung bestehen.

Herr Faust hat eine leistungsorientierte Pensionszusage. Die Versorgungsbezüge bestimmen sich nach einem prozentualen Anteil der Festbezüge. Der prozentuale Anteil steigt mit der Dauer der Vorstandszugehörigkeit. Die Pension wird fällig nach Vollendung des 65. Lebensjahres sowie bei Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit. Pensionen, die vor Vollendung des 65. Lebensjahres gezahlt werden, haben den Charakter eines Übergangsgeldes. Bezüge, die ein Vorstandsmitglied nach dem Ausscheiden aufgrund einer Tätigkeit außerhalb des Aurubis-Konzerns erhält, werden ggf. bis zum 65. Lebensjahr auf die Pension angerechnet.

Die Herren Schachler und Dr. Boel erhalten von der Gesellschaft eine beitragsorientierte Pensionszusage, für die jährlich ein Beitrag in Höhe von 140.000 € für Herrn Schachler und 100.000 € für Herrn Dr. Boel an ein Versicherungsunternehmen gezahlt wird.

Alle Vorstände erhalten zusätzlich eine beitragsorientierte betriebliche Altersvorsorge. Diese Altersvorsorge ist als Kapitalzusage ausgestaltet. Zum Ende eines jeden Geschäftsjahres werden für den Vorstandsvorsitzenden 120.000 € und für die weiteren Vorstände je 80.000 € in Rückdeckungsversicherungen eingezahlt.

Der jeweilige Vorstand kann frühestens nach Vollendung des 62. Lebensjahres (bei Herrn Erwin Faust nach Vollendung des 60. Lebensjahres), jedoch nicht vor Ausscheiden aus den Diensten der Gesellschaft, über den angesammelten Kapitalbetrag verfügen.

Variable Komponenten

Das alte System zur variablen Vergütung umfasst zwei Komponenten, die jährlich zur Auszahlung kommen: Die erste Komponente (Komponente I) ist abhängig von einer jährlichen Zielerreichung, bezogen auf ein bereinigtes, durchschnittliches EBT (Earnings Before Taxes) des Konzerns von drei Jahren, und zwar jeweils bezogen auf das laufende sowie die beiden dem jeweiligen Geschäftsjahr vorangegangenen Geschäftsjahre. Zielwert ist ein aus einem ROCE (Return on Capital Employed) von 15 % abgeleitetes EBT. Wenn das EBT unterhalb von 40 % des Zielwerts liegt, entfällt eine Zahlung aus der Komponente I. Der Zielbonus der Komponente I kann zu maximal 100 % erreicht werden (Cap). Der maximal zu erreichende Betrag aus dieser Komponente beträgt bei 100 % Zielerreichung 712.500 € (ab 1.10.2017 750.000 €) für den Vorstandsvorsitzenden sowie 475.000 € (ab 01.10.2017 500.000 €) für das ordentliche Vorstandsmitglied.

Die Komponente II sieht eine jährliche Beurteilung der gesamthaften (Komponente II a) und individuellen (Komponente II b) Leistung des Vorstands durch den Aufsichtsrat vor. Beide Komponenten basieren auf einer qualitativen, kriteriengestützten Beurteilung der nachhaltigen Unternehmensführung. Der Zielbonus der Komponente II kann zu maximal 100 % erreicht werden (Cap). Eine Auszahlung von mindestens 50 % des Zielbonus erfolgt immer, es sei denn, die Gewährung wäre unbillig im Sinne des § 87 Abs. 2 AktG. Der maximal zu erreichende Betrag aus den Komponenten II a und II b beträgt für den Vorstandsvorsitzenden jeweils 237.500 € (ab 01.10.2017 250.000 €) sowie für das ordentliche Vorstandsmitglied jeweils 166.250 € (ab 01.10.2017 175.000 €).

Der Zielbonus der Komponente I beträgt 60 % der gesamten variablen Bezüge, der Zielbonus der Komponente II 40 %.

Vorzeitige Beendigung

Die Dienstverträge der Vorstandsmitglieder enthalten keine Change-of-Control-Klauseln.

Höhe der Vergütung des Vorstands im Geschäftsjahr 2016/17

Insgesamt betrug die Vergütung der aktiven Mitglieder des Vorstands für die Tätigkeit im Geschäftsjahr 2016/17 4.589.106 € einschließlich Versorgungsaufwand.

Herr Erwin Faust hat mit Wirkung zum Ablauf des 30.06.17 sein Amt als Finanzvorstand niedergelegt. Der Aufhebungsvertrag sieht vor, dass die fixen Bestandteile des Gehalts bis zum Geschäftsjahresende 2016/17 vollständig vergütet werden. Des Weiteren erhält Herr Faust eine Einmalzahlung in Höhe von 400.000 € brutto sowie die variable Vergütung für die Zeit vom 01.07 bis 30.09.2017 in Höhe von 177.532 €. Die Auszahlung erfolgt im Januar 2018. Herr Faust erhält ab dem 01.10.2017 eine Pension in Form eines Übergangsgeldes bis zur Vollendung des 65. Lebensjahres. Mit Vollendung des 65. Lebensjahres erhält Herr Faust die im Anstellungsvertrag vereinbarte Pension. Die Beiträge zur beitragsorientierten betrieblichen Altersvorsorge für Herrn Faust sind bis zum 30.09.2017 entrichtet worden.

Für die Pensionsansprüche der Vorstandsmitglieder hat die Gesellschaft auf Basis von IFRS Pensionsrückstellungen gebildet. Im Berichtsjahr betrugen die Zuführungen zu den Pensionsrückstellungen für die aktiven Vorstandsmitglieder 808.104 €. Dieser Betrag setzt sich aus den sogenannten Dienstzeitaufwendungen (Service cost) und den Beiträgen an eine externe Altersversorgung zusammen.

Frühere Mitglieder des Vorstands und deren Hinterbliebene erhielten im Geschäftsjahr 2016/17 insgesamt 2.099.400 €, die Rückstellungen für ihre Pensionsansprüche betragen insgesamt 27.554.891 €.

Einzelheiten ergeben sich in individualisierter Form aus den nachfolgenden Tabellen:

Gewährte Zuwendungen

T 003

in € Feste Vergütung Nebenleistungen Summe Einjährige variable Vergütung Mehrjährige variable Vergütung
Jürgen Schachler 2015/16 142.500 3.465 145.965 118.750 157.106
Vorstandsvorsitzender 2016/17 570.000 19.586 589.586 475.000 686.850
seit 01.07.2016 Min 570.000 19.586 589.586 237.500 0
Max 570.000 19.586 589.586 475.000 712.500
Dr. Stefan Boel 2015/16 399.000 18.177 417.177 332.500 418.950
Vorstand 2016/17 399.000 18.389 417.389 332.500 457.900
seit 19.04.2008 Min 399.000 18.389 417.389 166.250 0
Max 399.000 18.389 417.389 332.500 475.000
Erwin Faust 2015/16 399.000 19.139 418.139 332.500 418.950
Vorstand 2016/172) 299.250 16.058 315.308 249.375 343.425
vom 01.10.2008 bis 30.06.2017 Min 299.250 16.058 315.308 124.688 0
Max 299.250 16.058 315.308 249.375 356.250
Summe 2015/16 940.500 40.781 981.281 783.750 995.006
2016/17 1.268.250 54.033 1.322.283 1.056.875 1.488.175
Min 1.268.250 54.033 1.322.283 528.438 0
Max 1.268.250 54.033 1.322.283 1.056.875 1.543.750
in € Gesamtsumme Versorgungsaufwand1) Gesamtvergütung
Jürgen Schachler 421.821 260.000 681.821
Vorstandsvorsitzender 1.751.436 260.000 2.011.436
seit 01.07.2016 827.086 260.000 1.087.086
1.777.086 260.000 2.037.086
Dr. Stefan Boel 1.168.627 180.000 1.348.627
Vorstand 1.207.789 180.000 1.387.789
seit 19.04.2008 583.639 180.000 763.639
1.224.889 180.000 1.404.889
Erwin Faust 1.169.589 321.506 1.491.095
Vorstand 908.108 368.104 1.276.212
vom 01.10.2008 bis 30.06.2017 439.996 368.104 808.100
920.933 368.104 1.289.037
Summe 2.760.037 761.506 3.521.543
3.867.333 808.104 4.675.437
1.850.720 808.104 2.658.824
3.922.908 808.104 4.731.012

Zufluss

T 004

in € Feste Vergütung Nebenleistungen Summe Einjährige variable Vergütung Mehrjährige variable Vergütung
Jürgen Schachler Vorstandsvorsitzender 2015/16 142.500 3.465 145.965 118.750 117.563
seit 01.07.2016 2016/17 570.000 19.586 589.586 475.000 691.125
Dr. Stefan Boel Vorstand 2015/16 399.000 18.177 417.177 290.938 313.500
seit 19.04.2008 2016/17 399.000 18.389 417.389 299.250 460.750
Erwin Faust Vorstand 2015/16 399.000 19.139 418.139 290.938 313.500
seit 01.10.2008 bis 30.06.2017 2016/172) 299.250 16.058 315.308 187.031 345.563
Summe 2015/16 940.500 40.781 981.281 700.626 744.563
2016/17 1.268.250 54.033 1.322.283 961.281 1.497.438
in € Gesamtsumme Versorgungsaufwand1) Gesamtvergütung
Jürgen Schachler Vorstandsvorsitzender 382.278 260.000 642.278
seit 01.07.2016 1.755.711 260.000 2.015.711
Dr. Stefan Boel Vorstand 1.021.615 180.000 1.201.615
seit 19.04.2008 1.177.389 180.000 1.357.389
Erwin Faust Vorstand 1.022.577 321.506 1.344.083
seit 01.10.2008 bis 30.06.2017 847.902 368.104 1.216.006
Summe 2.426.470 761.506 3.187.976
3.781.002 808.104 4.589.106

1) Nach HGB ergab sich ein Versorgungsaufwand von 399.821 € (Vj. 230.041 €) für Erwin Faust, 180.000 € (Vj. 180.000 €) für Dr. Stefan Boel und 260.000 € (Vj. 260.000 €) für Jürgen Schachler.

2) Hierbei handelt es sich um die Vergütung für den Zeitraum 01.10.2016 bis 30.06.2017.

Herr Faust erhält im Rahmen der Vertragsbeendigung zusätzlich eine Einmalzahlung in Höhe von 400.000 €, die Festvergütung für die Zeit 01.07. - 30.09.2017 in Höhe von 99.750 € sowie die einjährige variable Vergütung in Höhe von 62.344 € und die mehrjährige variable Vergütung in Höhe von 115.188 €.

Die variable mehrjährige Vergütung für das Geschäftsjahr 2016/17 bemisst sich nach dem Verhältnis des operativen Ist- zum Soll-EBT, bezogen auf den Aurubis-Konzern und den Durchschnitt der Geschäftsjahre 2014/15, 2015/16 und 2016/17. Das durchschnittliche Ist-EBT beträgt 285 Mio. € und bedeutet eine Zielerreichung von 97 %.

Vergütung des Aufsichtsrats

Die Vergütung des Aufsichtsrats wurde durch die Hauptversammlung mit Wirkung zum 01.10.2015 neu festgelegt und ist in § 12 der Satzung der Aurubis AG geregelt. Sie orientiert sich an der unterschiedlichen Beanspruchung im Aufsichtsrat und in seinen Ausschüssen.

Jedes Mitglied des Aufsichtsrats erhält neben dem Ersatz der bei der Ausübung seines Amtes entstandenen Auslagen eine feste Vergütung von 75.000 €/Geschäftsjahr. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats erhält das Dreifache, sein Stellvertreter das Doppelte dieses Betrags.

Aufsichtsratsmitglieder, die dem Personal- und/oder Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats angehören, erhalten zusätzlich eine feste Vergütung in Höhe von 15.000 €/ Geschäftsjahr pro Ausschuss. Aufsichtsratsmitglieder, die den weiteren Ausschüssen des Aufsichtsrats angehören, erhalten zusätzlich eine feste Vergütung in Höhe von 7.500 €/Geschäftsjahr pro Ausschuss. Aufsichtsratsmitglieder, die in einem Ausschuss des Aufsichtsrats den Vorsitz innehaben, erhalten pro Vorsitz in einem Ausschuss das Doppelte des Betrags/Geschäftsjahr.

Die feste Vergütung für die Ausschusstätigkeiten wird gemäß § 12 Abs. 2 der Satzung für jedes Mitglied des Aufsichtsrats auf 25.000 €/Geschäftsjahr begrenzt. Die Begrenzung für jeden Vorsitzenden eines Ausschusses beträgt 50.000 €/Geschäftsjahr.

Aufsichtsratsmitglieder, die dem Aufsichtsrat oder einem seiner Ausschüsse nicht während des vollen Geschäftsjahres angehören, erhalten die Vergütung entsprechend der Dauer ihres Amtes.

Des Weiteren erhalten die Aufsichtsratsmitglieder für jede Teilnahme an einer Sitzung des Aufsichtsrats und eines seiner Ausschüsse ein Sitzungsgeld in Höhe von 1.000 €.

Die individualisierte Vergütung des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr 2016/17 betrug:

Vergütung des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr 2016/17 in €

T 005

Name Feste Vergütung Vergütung für Ausschusstätigkeit Sitzungsgeld Insgesamt
Prof. Dr.-Ing. Heinz Jörg Fuhrmann 2015/16 225.000 50.000 10.000 285.000
2016/17 225.000 50.000 12.000 287.000
Renate Hold-Yilmaz 2015/16 149.795 25.000 14.000 188.795
2016/17 150.000 25.000 14.000 189.000
Burkhard Becker 2015/16 75.000 22.500 10.000 107.500
2016/17 75.000 22.500 11.000 108.500
Dr. Bernd Drouven 2015/16 68.648 20.595 8.000 97.243
2016/17 75.000 30.000 11.000 116.000
Dr.-Ing. Joachim Faubel 2015/16 75.000 0 5.000 80.000
2016/17 75.000 0 5.000 80.000
Jan Koltze 2015/16 75.000 15.000 10.000 100.000
2016/17 75.000 15.000 9.000 99.000
Dr. Sandra Reich 2015/16 75.000 7.500 6.000 88.500
2016/17 75.000 7.500 5.000 87.500
Dr. med. Dipl.-Chem. Thomas Schultek 2015/16 75.000 21.865 10.000 106.865
2016/17 75.000 22.500 11.000 108.500
Rolf Schwertz 2015/16 75.000 0 6.000 81.000
2016/17 75.000 0 5.000 80.000
Prof. Dr. Fritz Vahrenholt 2015/16 75.000 22.500 7.000 104.500
2016/17 75.000 22.500 11.000 108.500
Ralf Winterfeldt 2015/16 75.000 22.439 8.000 105.439
2016/17 75.000 22.500 8.000 105.500
Dr.-Ing. Ernst J. Wortberg 2015/16 75.000 37.500 10.000 122.500
2016/17 75.000 37.500 11.000 123.500
Insgesamt 2015/16 1.118.443 244.899 104.000 1.467.342
2016/17 1.125.000 255.000 113.000 1.493.000

Auf dieser Basis erhielten die Aufsichtsratsmitglieder insgesamt 1.493.000 €.

Hamburg, den 12. Dezember 2017

Der Vorstand

Jürgen Schachler, Vorsitzender

Dr. Stefan Boel Mitglied

Der Aufsichtsrat

Prof. Dr.-Ing. Heinz Jörg Fuhrmann, Vorsitzender

Erläuterung des neuen Vergütungssystems für den Vorstand der Aurubis AG

Das neue Vergütungssystem entspricht den Anforderungen des Aktiengesetzes und des Deutschen Corporate Governance Kodex, insbesondere Ziff. 4.2.3 des Deutschen Corporate Governance Kodex und baut auf bewährten Bestandteilen des alten Systems auf. Die Hauptversammlung soll über die Billigung des neuen Systems zur Vergütung des Vorstands gemäß § 120 Abs. 4 AktG beschließen.

Das neue System gilt für Neu- und ggf. Folgebestellungen und somit bereits für den neuen Finanzvorstand, Herrn Rainer Verhoeven, der mit Wirkung zum 01.01.2018 bestellt wurde. Für die Vorstände Herrn Jürgen Schachler und Herrn Dr. Stefan Boel sowie für den ehemaligen Finanzvorstand Herrn Erwin Faust galt bzw. wird zunächst das alte Vergütungssystem weitergelten. Insbesondere haben die variablen Vergütungsbestandteile nun eine mehrjährige Bemessungsgrundlage, die im Wesentlichen zukunftsbezogen ist.

Auch das neue Vergütungssystem setzt sich aus fixen und variablen Komponenten zusammen. Die Vergütungsstruktur beinhaltet insgesamt und hinsichtlich ihrer variablen Vergütungsteile betragsmäßige Höchstgrenzen für alle Mitglieder des Vorstands.

Die variablen Vergütungsbestandteile enthalten ein- und mehrjährige variable Vergütungsbestandteile.

Die einjährige variable Vergütung (der Jahresbonus) wird zu 2/3 nach Ablauf des Geschäftsjahres ausbezahlt und beträgt bei 100 % Zielerreichung 272.000 € (max. 340.000 €) für ordentliche Vorstandsmitglieder. Das verbleibende Drittel des Jahresbonus wird in ein virtuelles Aktien-Deferral mit zweijähriger Laufzeit überführt und beträgt bei 100 % Zielerreichung 136.000 € (max. 255.000 €) für ordentliche Vorstandsmitglieder. Die mehrjährige variable Vergütung des "Performance Cash Plan" beträgt bei 100 % Zielerreichung 272.000 € (max. 340.000 €) für ordentliche Vorstandsmitglieder. Insgesamt (fixe und variable Komponenten) ist die Vergütung von Vorstandsmitgliedern auf einen Höchstbetrag begrenzt, der im Falle von ordentlichen

Vorstandsmitgliedern 1.355.000 € beträgt (Gesamt-Cap). Für die Vergütung des Vorstandsvorsitzenden kann im Anstellungsvertrag einen höheren Gesamt-Cap vorgesehen werden.

Zu den unterschiedlichen Vergütungsbestandteilen im Detail:

Fixe Komponenten

Die fixen Bestandteile der Vergütung bestehen aus den Festbezügen, den Pensionszusagen und Nebenleistungen.

Die jährlichen Festbezüge betragen wie beim alten Vergütungssystem für ordentliche Vorstandsmitglieder 420.000 € und werden monatlich in gleichen Raten ausgezahlt.

Für die Vergütung des Vorstandsvorsitzenden können im Anstellungsvertrag höhere Festbezüge festgelegt werden.

Die Pensionszusagen haben sich im Vergleich zum alten Vergütungssystem nicht verändert.

Alle Vorstandsmitglieder erhalten weiterhin eine Versorgungszusage zur betrieblichen Altersversorgung in Form einer Ruhegeldzusage. Der Versorgungsbeitrag der Aurubis AG beträgt für ordentliche Vorstandsmitglieder 100.000 € pro Jahr. Der Versorgungsbeitrag für den Vorstandsvorsitzenden kann höher festgesetzt werden. Die Beträge werden in Rückdeckungsversicherungen eingezahlt.

Zusätzlich erhalten Vorstandsmitglieder weiterhin eine beitragsorientierte betriebliche Altersversorgung in Form einer Kapitalzusage. Der Versorgungsbeitrag der Aurubis AG beträgt für ordentliche Vorstandsmitglieder 80.000 € pro Jahr und kann für den Vorstandsvorsitzenden höher festgesetzt werden. Der jeweilige Vorstand kann frühestens nach Vollendung des 62. Lebensjahres, jedoch nicht vor Ausscheiden aus den Diensten der Gesellschaft, über den angesammelten Kapitalbetrag verfügen.

Zusätzlich erhalten Vorstandsmitglieder Nebenleistungen in Form von Sachbezügen, die im Wesentlichen aus dem nach steuerlichen Richtlinien anzusetzenden Wert für Versicherungsprämien und der Dienstwagennutzung bestehen.

Der Aufsichtsrat kann für außerordentliche Leistungen, die durch die reguläre Vergütung nicht abgegolten sind, nach seinem Ermessen eine Sondervergütung gewähren, die im Anstellungsvertrag vorzusehen ist. Insgesamt darf der Gesamt-Cap jedoch nicht überschritten werden. Der Aufsichtsrat hat zuletzt und bisher einmalig eine Sondervergütung im Geschäftsjahr 2015/16 gewährt. Mit dieser hat der Aufsichtsrat die interimsmäßige Übernahme zusätzlicher Aufgaben im Vorstand durch Herrn Faust und Herrn Dr. Boel abgegolten.

Variable Komponenten

Das System zur variablen Vergütung umfasst sowohl eine einjährige variable Vergütung ("Jahresbonus") als auch eine mehrjährige, in die Zukunft gerichtete variable Vergütung. Die mehrjährige, in die Zukunft gerichtete variable Vergütung setzt sich aus einem "Performance Cash Plan" über drei Geschäftsjahre sowie einem Aktien-Deferral (virtuelle Aktien) über zwei Geschäftsjahre zusammen. Das Verhältnis mehrjähriger zu einjähriger variabler Vergütung beträgt 60:40. Die variablen Komponenten orientieren sich eng an den wesentlichen Konzernsteuerungskennzahlen EBT und ROCE.

Neue variable Vergütung

G 04

Jahresbonus

Der Jahresbonus berechnet sich mit einer Gewichtung von 50 % nach der für das Geschäftsjahr festgestellten Zielerreichung für die operative EBT-Komponente sowie mit einer Gewichtung von 50 % nach der für das jeweilige Geschäftsjahr vorgenommenen Beurteilung der individuellen Leistung des Vorstandsmitglieds, beides multipliziert mit dem im Vorstandsvertrag festgelegten Zielwert. Der Zielwert beträgt derzeit für ordentliche Vorstandsmitglieder 408.000 €. Für den Vorstandsvorsitzenden kann ein höherer Zielwert festgelegt werden.

Die Zielerreichung für das operative EBT ermittelt sich auf Basis eines Ist/Ist-Vergleichs. Der Ist-Wert des operativen EBT im jeweiligen Geschäftsjahr wird mit dem Ist-Wert des operativen EBT des diesem Geschäftsjahr vorausgehenden Geschäftsjahres ("Vorjahr") verglichen. Bei einem gleichbleibenden operativen EBT gegenüber dem Vorjahr beträgt die Zielerreichung 100 %. Wird das operative EBT um 20 % gesteigert, so wird der Maximalwert von 125 % der Zielerreichung erreicht. Bei einem operativen EBT von minus 40 % gegenüber dem Vorjahr wird der Mindestwert von 62,5 % der Zielerreichung erreicht. Eine Zielerreichung zwischen diesen Punkten (62,5 %, 100 %, 125 %) wird linear interpoliert. Wird der Maximalwert erreicht, so führen weitere Steigerungen des operativen EBT zu keinem zusätzlichen Anstieg der Zielerreichung. Wird der Mindestwert unterschritten, beträgt die Zielerreichung 0 %. Ist das operative EBT sowohl im Vorjahr als auch im jeweiligen Geschäftsjahr negativ, ist der Aufsichtsrat berechtigt, die Zielerreichung nach billigem Ermessen festzusetzen. Wird im Vorjahr ein positives operatives EBT erzielt und im jeweiligen Geschäftsjahr ein negatives EBT, so beträgt die Zielerreichung 0 %. Durch den Vergleich mit dem Vorjahres-EBT wird im Jahresbonus ein Wachstum des operativen Konzernergebnisses und somit eine Stärkung der Ertragskraft des Unternehmens honoriert.

Die individuelle Leistung wird durch den Aufsichtsrat beurteilt und beruht auf zuvor im Anstellungsvertrag definierten Kriterien. Als Kriterien für die individuelle Leistung sind zurzeit die strategische Unternehmensentwicklung, Mitarbeiter und Führung sowie die Corporate Social Responsibility festgelegt worden. Der Grad der Zielerreichung kann vom Aufsichtsrat zwischen 0 % und 125 % festgelegt werden. Darüber hinaus kann der Aufsichtsrat im Falle ungewöhnlicher, nicht vorhersehbarer Entwicklungen den Jahresbonus nach billigem Ermessen reduzieren (§ 87 Abs. 1 Satz 3 Halbsatz 2 AktG).

Der Jahresbonus sieht für alle Vorstandsmitglieder einen Cap bei 125 % des Zielwerts vor. Für ordentliche Vorstandsmitglieder kann der erreichte Jahresbonus daher maximal 510.000 € betragen. Für einen Vorstandsvorsitzenden kann ein höherer Betrag vereinbart werden.

Die Auszahlung von zwei Dritteln des Jahresbonus erfolgt direkt nach Ablauf des Geschäftsjahres. Das letzte Drittel fließt in das Aktien-Deferral, das nachfolgend erläutert wird. Auch für die Auszahlung aus dem Aktien-Deferral gilt ein Cap.

Funktionsweise Jahresbonus

G 05

Kalibrierung der Erfolgsziele - EBT

G 06

Aktien-Deferral

Um eine Aktienorientierung der variablen Vergütung zu gewährleisten, fließt ein Drittel des erreichten Jahresbonus in ein virtuelles Aktien-Deferral. Das Aktien-Deferral sieht eine zweijährige, zukunftsbezogene Bemessungsgrundlage vor.

Die Anzahl der virtuellen Aktien zu Beginn der zweijährigen Sperrfrist berechnet sich durch Division eines Drittels des erreichten Jahresbonus durch den Startaktienkurs. Der Startaktienkurs bezeichnet dabei das arithmetische Mittel des Xetra-Schlusskurses der Aurubis-Aktie an der Frankfurter Börse über die letzten 30 Handelstage vor Beginn der zweijährigen Laufzeit des Deferrals.

Nach Ablauf der zweijährigen Laufzeit wird die Anzahl an virtuellen Aktien mit dem Endaktienkurs multipliziert. Der Endaktienkurs ergibt sich ebenfalls aus dem arithmetischen Mittel des Xetra-Schlusskurses der Aurubis-Aktie an der Frankfurter Börse über die letzten 30 Handelstage, diesmal vor Ende der Laufzeit. Der resultierende Betrag wird in bar am Ende der zweijährigen Laufzeit an die Vorstandsmitglieder ausbezahlt. Die Auszahlungshöhe ist für alle Vorstandsmitglieder jedoch auf 150 % des Ausgangswerts (entspricht einem Drittel des erreichten Jahresbonus) begrenzt. Damit ist die Auszahlung aus dem Aktien-Deferral für ordentliche Vorstandsmitglieder auf einen Betrag von 255.000 € begrenzt. Für den Vorstandsvorsitzenden kann ein höherer Betrag gelten.

Funktionsweise Aktien-Deferral

G 07

1) Arithmetisches Mittel des Xetra-Schlusskurses der Aurubis-Aktie an der Frankfurter Börse über die letzten 30 Handelstage vor Beginn der Sperrfrist.

2) Arithmetisches Mittel des Xetra-Schlusskurses der Aurubis-Aktie an der Frankfurter Börse über die letzten 30 Handelstage vor Ende der Sperrfrist.

Performance Cash Plan

Der Performance Cash Plan sieht eine dreijährige, zukunftsbezogene Bemessungsgrundlage vor. Maßgebliches Erfolgsziel ist der im Geschäftsbericht ausgewiesene durchschnittliche operative Return on Capital Employed (ROCE) über die dreijährige Periode.

Der Auszahlungsbetrag errechnet sich aus der am Ende der dreijährigen Periode festgestellten Zielerreichung für den operativen ROCE, multipliziert mit dem im Vorstandsvertrag festgelegten Zielwert des Performance-Cash-Plan. Der Zielwert beträgt für ordentliche Vorstandsmitglieder derzeit 272.000 €. Für Vorstandsvorsitzende kann ein höherer Zielwert festgelegt werden. Der ermittelte Auszahlungsbetrag ist für alle Vorstandsmitglieder auf 125 % des Zielwerts begrenzt. Für ordentliche Vorstandsmitglieder kann dieser daher maximal 340.000 € betragen. Darüber hinaus kann der Aufsichtsrat im Falle ungewöhnlicher, nicht vorhersehbarer Entwicklungen den Performance Cash Bonus nach billigem Ermessen reduzieren (§ 87 Abs. 1 Satz 3 Halbsatz 2 AktG).

Zur Feststellung der endgültigen Zielerreichung des Performance Cash Plan wird am Ende der dreijährigen Periode der Durchschnitt des während der Periode jährlich nach Ende der jeweiligen Geschäftsjahre erreichten operativen ROCE bestimmt. Der Aufsichtsrat legt einen Wert bei 100 % Zielerreichung ("Zielwert") für den durchschnittlichen operativen ROCE sowie Werte für 50 % Zielerreichung ("Mindestwert") und 125 % Zielerreichung ("Maximalwert") fest. Der Zielwert des durchschnittlichen operativen ROCE für den dreijährigen Zeitraum der Geschäftsjahre 2017/18 bis einschließlich 2019/20 beträgt 12 %, der Mindestwert 6 % und der Maximalwert 15 %. Eine Zielerreichung zwischen diesen Punkten (50 %, 100 %, 125 %) wird linear interpoliert. Wird der Mindestwert unterschritten, findet keine Auszahlung aus dem Performance Cash Plan statt. Wird der Maximalwert erreicht, so führen weitere Steigerungen des durchschnittlichen operativen ROCE zu keinem zusätzlichen Anstieg der Zielerreichung. Der Performance Cash Plan incentiviert durch einen ambitionierten ROCE-Zielkorridor die Erwirtschaftung eines positiven Wertbeitrags. Die Auszahlung findet am Ende der jeweiligen dreijährigen Periode in bar statt.

Funktionsweise Performance Cash Plan

G 08

Kalibrierung der Erfolgsziele - ROCE

G 09

Gesamt-Cap

Insgesamt (Festbezüge und variable Komponenten) ist die Vergütung von ordentlichen Vorstandsmitgliedern begrenzt auf einen Betrag von 1.355.000 €. Nebenleistungen und Versorgungsbeiträge aus Pensionszusagen fallen nicht unter den Gesamt-Cap. Für die Vergütung des Vorstandsvorsitzenden können im Anstellungsvertrag höhere Festbezüge und Zielwerte festgelegt werden. Auch in diesem Fall gilt ein - entsprechend erhöhter - Gesamt-Cap.

Vorzeitige Beendigung

Im Falle einer vorzeitigen Beendigung der Vorstandstätigkeit ohne wichtigen Grund wird im Rahmen des neuen Vergütungssystems eine Abfindung gezahlt, die entsprechend den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex auf zwei Jahresgesamtvergütungen begrenzt ist und keinen längeren Zeitraum als die Restlaufzeit des Dienstvertrags vergütet. Die Dienstverträge der Vorstandsmitglieder enthalten keine Change-of-Control-Klauseln.

Zielstruktur der Vorstandsvergütung

G 10

Funktion Ordentliches Vorstandsmitglied
Ziel Maximum
--- --- ---
Grundvergütung 420.000 € 420.000 €
+ einjährige variable Vergütung1) 272.000 € 340.000 €
\= Zielbarvergütung 692.000 € 760.000 €
+ Aktien-Deferral1) 136.000 € 255.000 €2)
+ Performance Cash Plan 272.000 € 340.000 €
\= Zieldirektvergütung 1.100.000 € 1.355.000 €

1) Einjährige variable Vergütung = 2/3 des Jahresbonus; Aktien-Deferral = 1/3 des Jahresbonus.

2) Zusätzlicher Hebel im maximalen Aktien-Deferral durch Aktienkurssteigerung von maximal +50 %.

Hamburg, den 12. Dezember 2017

Der Vorstand

Jürgen Schachler Vorsitzender

Dr. Stefan Boel Mitglied

Der Aufsichtsrat

Prof. Dr.-Ing. Heinz Jörg Fuhrmann, Vorsitzender

Bilanz zum 30. September 2017

Aktiva

in T€ Anhang-Nr. 30.09.2017 30.09.2016
Anlagevermögen
entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 109.356 63.672
Geschäfts- oder Firmenwert 478 956
geleistete Anzahlungen 4.293 1.569
Immaterielle Vermögensgegenstände 114.127 66.197
Grundstücke und Bauten 162.576 163.477
technische Anlagen und Maschinen 241.376 245.181
andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 18.484 16.839
geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 30.682 25.755
Sachanlagen 453.118 451.252
Anteile an verbundenen Unternehmen 1.470.195 1.414.867
Beteiligungen 15 515
Wertpapiere des Anlagevermögens 27.878 21.293
sonstige Ausleihungen 32 30
Finanzanlagen 1.498.120 1.436.705
1 2.065.365 1.954.154
Umlaufvermögen
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 239.213 244.183
unfertige Erzeugnisse 396.927 430.849
fertige Erzeugnisse und Waren 116.687 130.331
geleistete Anzahlungen 35 0
Vorräte 2 752.862 805.363
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 192.369 112.728
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 189.467 235.036
Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 7.975 3.592
sonstige Vermögensgegenstände
- davon Forderungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 0 T€ (Vj. 0 T€) 15.833 9.458
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 3 405.644 360.814
Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 4 518.866 432.968
1.677.372 1.599.145
Rechnungsabgrenzungsposten 76 93
Summe Aktiva 3.742.813 3.553.392
Passiva
in T€ Anhang-Nr. 30.09.2017 30.09.2016
Eigenkapital
Gezeichnetes Kapital
- bedingtes Kapital 57.545 T€ (Vj. 52.313 T€) 115.089 115.089
Kapitalrücklage 349.086 349.086
Gewinnrücklagen
gesetzliche Rücklage 6.391 6.391
andere Gewinnrücklagen 845.294 771.094
Bilanzgewinn 140.155 122.012
5 1.456.015 1.363.672
Rückstellungen
Rückstellung für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 148.898 137.410
Steuerrückstellungen 7.934 704
sonstige Rückstellungen 103.911 111.199
6 260.743 249.313
Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
- davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr 8.903 T€ (Vj. 156.299 T€) 327.184 478.799
erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen
- davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr 4.026 T€ (Vj. 4.072 T€) 4.026 4.072
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
- davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr 532.753 T€ (Vj. 478.653 T€) 532.753 478.653
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen
- davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr 640.744 T€ (Vj. 736.563 T€) 1.141.694 961.563
sonstige Verbindlichkeiten
- davon aus Steuern 6.759 T€ (Vj. 7.757 T€)
- davon im Rahmen der sozialen Sicherheit 3.749 T€ (Vj. 1.711 T€)
- davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr 20.398 T€ (Vj. 17.320 T€) 20.398 17.320
7 2.026.055 1.940.407
Summe Passiva 3.742.813 3.553.392

Gewinn- und Verlustrechnung vom 1. Oktober 2016 bis 30. September 2017

in T€ Anhang-Nr. 30.09.2017 30.09.2016
Umsatzerlöse 10 7.510.851 6.709.269
Verminderung/Erhöhung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen -48.843 47.148
Andere aktivierte Eigenleistungen 6.702 6.068
sonstige betriebliche Erträge 11 76.421 71.198
Materialaufwand 12
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 6.720.923 6.123.089
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 227.514 178.557
6.948.437 6.301.646
Personalaufwand 13
a) Löhne und Gehälter 201.784 189.840
b) soziale Abgaben, Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung
- davon für Altersversorgung 2.212 T€ (Vj. -3.495 T€) 38.655 30.077
240.439 219.917
Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 14 50.712 48.019
sonstige betriebliche Aufwendungen 15 158.764 130.792
Erträge aus Beteiligungen und Zuschreibung auf Anteile an verbundenen Unternehmen
- davon aus verbundenen Unternehmen 69.419 T€ (Vj. 50.347 T€) 16 69.419 50.347
Erträge und Zuschreibungen aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 17 6.805 5.346
sonstige Zinsen und ähnliche Erträge
- davon aus verbundenen Unternehmen 6.199 T€ (Vj. 4.627 T€) 18 7.347 6.110
Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens 19 557 100
Zinsen und ähnliche Aufwendungen
- davon an verbundene Unternehmen 3.170 T€ (Vj. 3.198 T€) 20 33.316 28.538
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 21 47.009 31.357
Ergebnis nach Ertragsteuern 149.468 135.117
sonstige Steuern 929 884
Jahresüberschuss 148.539 134.233
Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 65.816 54.879
Einstellungen in andere Gewinnrücklagen 74.200 67.100
Bilanzgewinn 140.155 122.012

Anhang

1. Allgemeine Erläuterungen

Der Jahresabschluss der Aurubis AG, Hamburg, für das Geschäftsjahr vom 01.10.2016 bis 30.09.2017 wurde nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) für große Kapitalgesellschaften und den einschlägigen Vorschriften des Aktiengesetzes (AktG) erstmalig unter Berücksichtigung der Neuregelungen des Bilanzrichtlinien-Umsetzungsgesetzes (BilRUG) in T€ aufgestellt. Eine Anpassung der Vorjahreszahlen ist, in Übereinstimmung mit den Übergangsvorschriften des BilRUG, nicht erfolgt, weshalb die Vergleichbarkeit zum Vorjahr eingeschränkt ist. Die Auswirkungen auf das Vorjahr sind in den entsprechenden Positionen zur Erläuterung der Gewinn- und Verlustrechnung dargestellt.

Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.

Der Jahresabschluss der Aurubis AG, der Aurubis-Konzernabschluss sowie der zusammengefasste Lagebericht für die Aurubis AG und den Aurubis Konzern für das Geschäftsjahr 2016/17 werden mit dem Bericht des Aufsichtsrats und dem Vorschlag für die Ergebnisverwendung im Bundesanzeiger unter www.bundesanzeiger.de bekanntgegeben. Die nach § 161 AktG vorgeschriebene Erklärung ist vom Vorstand und Aufsichtsrat abgegeben und den Aktionären auf der Internetseite der Gesellschaft dauerhaft zugänglich gemacht worden.

Die Aurubis AG mit Sitz in Hamburg, Deutschland, wird beim Amtsgericht Hamburg unter der Handelsregisternummer HR B-Nr. 1775 geführt.

2. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Anlagevermögen

Immaterielle Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten aktiviert und planmäßig zeitanteilig abgeschrieben. Zu den Herstellungskosten zählen die einzeln zurechenbaren Kosten sowie anteilige Gemeinkosten.

Das Sachanlagevermögen ist zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten bewertet. In die Herstellungskosten selbsterstellter Anlagen werden direkt zurechenbare Kosten und anteilige Gemeinkosten einbezogen. Die Abschreibungen auf das bewegliche Anlagevermögen erfolgen grundsätzlich linear über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer. Geringwertige bewegliche Wirtschaftsgüter, mit Einzelanschaffungskosten bis 150 €, die ab dem 01.01.2008 angeschafft worden sind, werden im Jahr der Anschaffung abgeschrieben. Für geringwertige Wirtschaftsgüter, deren Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten 150 € aber nicht 1.000 € übersteigen, wird ein Sammelposten gebildet. Dieser wird über 5 Jahre gewinnmindernd aufgelöst. Außerplanmäßige Abschreibungen werden vorgenommen, soweit der Ansatz mit einem niedrigeren Wert erforderlich ist. Ersatzteile und Wartungsgeräte, die länger als eine Periode genutzt werden, sind im Sachanlagevermögen erfasst.

Die Finanzanlagen sind zu Anschaffungskosten oder zum niedrigeren beizulegenden Wert bilanziert. Ansprüche aus Rückdeckungsversicherungen für Vorstandsmitglieder sind mit den Rückstellungen für Pensionsansprüche saldiert ausgewiesen.

Umlaufvermögen

Das Vorratsvermögen wird zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten oder niedrigeren Tageswerten am Bilanzstichtag bewertet. Dabei umfassen die Herstellungskosten sämtliche direkt dem Herstellungsprozess zurechenbaren Kosten sowie systematisch zugeordnete Anteile der fertigungsbezogenen Gemeinkosten.

Die Ermittlung der Anschaffungskosten von Kupferkonzentraten und Recyclingrohstoffen erfolgt, indem vom Metalleinkaufspreis die mit dem Lieferanten verhandelten Schmelz- und Raffinierlöhne abgezogen werden. Bei den Schmelz- und Raffinierlöhnen handelt es sich um Abschläge, die aufgrund der Verarbeitung von Erzkonzentraten und Recyclingrohstoffen zu Kupfer und Edelmetallen vorgenommen werden.

Bei den unfertigen Erzeugnissen werden zunächst die Metallgehalte bewertet. Hiervon wird der Gegenwert der bis zur Ausbringung des Feinmetalls noch anfallenden Verarbeitung abgesetzt. Es kommt damit über den Zeitraum des Produktionsprozesses zu einer sukzessiven Berücksichtigung der Produktionskosten als Bestandteil der Herstellungskosten. Hiervon betroffen ist die Metallproduktion.

Bei der Herstellung von Kupferprodukten werden zur Bewertung der fertigen Erzeugnisse neben der Metallkomponente die angefallenen Kosten der Weiterverarbeitung in besondere Formate wie z. B. in Gießwalzdraht, Stranggussformate und Walzprodukte im Wege der Zuschlagskalkulation berücksichtigt.

Die Vorräte im Metallbereich werden nach der Lifo-Methode bilanziert.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind mit den Anschaffungskosten bilanziert. Aurubis überwacht alle den Forderungen anhaftenden Risiken. Sind Umstände bekannt geworden, die den Schluss zulassen, dass bestimmte Forderungen über das allgemeine Kreditrisiko hinausgehend risikobehaftet sind, berücksichtigt Aurubis diese Risiken im Wege einer Einzelabwertung.

Unentgeltlich zugeteilte Emissionsberechtigungen sind zum Erinnerungswert angesetzt.

Die flüssigen Mittel sind zu Nennwerten bilanziert.

Unter den aktiven Rechnungsabgrenzungsposten sind Ausgaben vor dem Abschlussstichtag aktiviert, die Aufwendungen für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen.

Gezeichnetes Kapital

Das Gezeichnete Kapital ist zum Nennwert bilanziert.

Rückstellungen und Verbindlichkeiten

Die Pensionsverpflichtungen aus Anwartschaften und laufenden Pensionen für die Aurubis AG sind nach der Anwartschaftsbarwert-methode in Höhe des Barwerts des Erfüllungsbetrags unter Zugrundelegung eines Zinssatzes von 3,77 % berechnet. Der Zinssatz basiert auf dem von der Deutschen Bundesbank bekanntgegebenen durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen 10 Jahre bei einer Restlaufzeit von 15 Jahren. Berücksichtigt wurden daneben die künftig zu erwartenden Renten- und Entgeltsteigerungen in Höhe von 1,6 % p. a. bzw. 2,75 % p. a. sowie eine Fluktuationswahrscheinlichkeit in Abhängigkeit von der Altersstruktur von 0 % - 10 %.

Die Durchführung erfolgt zu einem wesentlichen Teil über Pensions- und Unterstützungskassen, deren Vermögen ausschließlich für die Abwicklung der Pensionsverpflichtungen der Aurubis AG verwendet werden dürfen. Sowohl die Pensions- als auch die Unterstützungskasse erhält Zuweisungen im Rahmen der steuerlichen Möglichkeiten.

Für die Unterdeckung dieser Kassen sind Rückstellungen gebildet. Dafür wurden die Berechnungsparameter für die übrigen Pensionsrückstellungen verwendet. Bei der Errechnung der Rückstellung wurden die im Kassenvermögen gehaltenen Wertpapiere zum Tageswert angesetzt und vermietete Immobilien nach dem Ertragswertverfahren bewertet.

Die betriebliche Altersversorgung wurde für nach dem 29.09.2003 neu eingetretene Mitarbeiter auf beitragsorientierte Zusagen umgestellt. Die Durchführung erfolgt seitdem über eine externe Pensionskasse sowie eine Versicherung.

Die übrigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verbindlichkeiten unter Einschluss schwebender Geschäfte; sie werden nach § 253 Abs. 1 Satz 2, 2. Halbsatz HGB mit ihrem Erfüllungsbetrag bilanziert. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden gem. § 253 Abs. 2 Satz 1 HGB in Verbindung mit § 253 Abs. 2 Sätze 4 und 5 HGB unter Zugrundelegung eines seitens der Deutschen Bundesbank veröffentlichten Durchschnittszinssatzes der letzten sieben Geschäftsjahre abgezinst.

Alle Verbindlichkeiten sind mit ihrem Erfüllungsbetrag passiviert.

Unter den passiven Rechnungsabgrenzungsposten sind Einnahmen vor dem Abschlussstichtag passiviert, die Erträge für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen.

Währungsumrechnung

Bankguthaben in fremder Währung sind mit dem Devisenmittelkurs zum Bilanzstichtag bewertet.

Die Berücksichtigung von kurzfristigen Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten (bis zu einem Jahr) erfolgt mit dem Kurs zum Zeitpunkt des Entstehens unter Berücksichtigung der Gewinne und Verluste aus Kursänderungen zum Bilanzstichtag. Langfristige Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten (über einem Jahr) werden mit dem Kurs zum Zeitpunkt des Entstehens unter Berücksichtigung der Verluste aus Kursänderungen zum Bilanzstichtag angesetzt.

Erträge und Aufwendungen aus der Realisation von Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten werden in den sonstigen betrieblichen Erträgen und Aufwendungen ausgewiesen.

Latente Steuern

Latente Steuern beruhen auf Differenzen zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten und ihren steuerlichen Wertansätzen sowie steuerlichen Verlustvorträgen. Eine sich insgesamt ergebende Steuerbelastung ist als passive latente Steuer anzusetzen. Eine sich daraus ergebende Steuerentlastung kann als aktive latente Steuer angesetzt werden.

Passive latente Steuern resultierten bei der Aurubis AG insbesondere aus Wertunterschieden beim Sachanlagevermögen sowie aus der Währungsbewertung von Forderungen und Verbindlichkeiten. Diese wurden mit aktiven latenten Steuern aus Wertunterschieden vor allem bei Rückstellungen saldiert. Sofern sich ein Überhang an aktiven latenten Steuern ergibt, wird von dem Aktivierungswahlrecht des § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB kein Gebrauch gemacht und es werden keine aktiven latenten Steuern ausgewiesen. Zum Bilanzstichtag 30.09.2017 ergeben sich folgende Endbestände:

in T€ 30.09.2017 30.09.2016
Aktive latente Steuern 46.838 43.345
Passive latente Steuern -13.930 -14.410
Summe 32.908 28.935

Die Ermittlung der latenten Steuern erfolgt auf Basis des voraussichtlichen Ertragssteuersatzes im Zeitpunkt der Umkehr der temporären Differenzen in Höhe von 32,42 % (Vj. 32,42 %) (15,83 % für Körperschaftsteuer einschließlich Solidaritätszuschlag und 16,59 % für die Gewerbesteuer).

Derivative Finanzinstrumente und Bewertungseinheiten

Die Aurubis AG und die Gesellschaften des Aurubis-Konzerns sind im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit Währungs-, Zins- und Warenpreisrisiken ausgesetzt. Zur Absicherung dieser Risiken schließt die Gesellschaft derivative Finanzinstrumente ab. Der Einsatz derivativer Finanzinstrumente bleibt auf die Absicherung des operativen Geschäfts des Konzerns sowie der damit verbundenen Geldanlagen und Finanzierungsvorgänge beschränkt.

Zur Absicherung von Währungsrisiken werden vor allem Devisentermin- und Devisenoptionsgeschäfte eingesetzt. Zur Absicherung von Zinsrisiken kommen insbesondere Zinsswaps zum Einsatz. Im Rahmen der Absicherung von Warenpreisrisiken schließt die Aurubis AG derivative Finanzinstrumente mit externen Vertragspartnern ab, um Marktpreise von Rohstoffen und Energien abzusichern, die zur Durchführung des operativen Geschäfts benötigt werden.

Die Zielsetzung des Einsatzes derivativer Finanzinstrumente besteht darin, Auswirkungen auf das Ergebnis und die Zahlungsmittelflüsse weitgehend zu reduzieren, die aus Veränderungen von Wechselkursen, Zinssätzen und Warenpreisen resultieren können.

Ein Preisänderungsrisiko derivativer Finanzinstrumente besteht auf Grund der Schwankungsmöglichkeit der zu Grunde liegenden Basisgrößen wie Währungen, Zinssätzen und Warenpreise. Dabei wird die Möglichkeit genutzt, Wertverluste durch gegenläufige Effekte aus den gesicherten Grundgeschäften zu kompensieren.

Das Nominalvolumen der derivativen Finanzinstrumente ergibt sich aus der Summe sämtlicher Ein- und Verkaufskontrakte. Die Marktwerte von Devisentermingeschäften werden auf Basis von aktuellen EZB-Referenzkursen unter Berücksichtigung von Terminauf- oder -abschlägen und die Marktwerte von Metalltermingeschäften auf Basis von LME-Kursnotierungen bestimmt. Devisen- und Metalloptionen werden mittels Kursnotierungen oder Optionspreismodellen bewertet. Die Marktwerte der Zinssicherungsgeschäfte werden durch Diskontierung zukünftig erwarteter Cash Flows ermittelt; dabei werden die für die Restlaufzeit der Finanzinstrumente geltenden Marktzinssätze verwendet.

Die NE-Metallgeschäfte zur Absicherung der Metallpreise sowie die diesen zuzuordnenden Devisentermingeschäfte gehen in die bilanzielle Abbildung der Bewertungseinheiten je Metall ein. Diese Finanzinstrumente wirken sich somit auf die Bewertung der Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie der Vorräte aus.

3. Erläuterungen zur Bilanz

(1) Anlagevermögen

Die immateriellen Vermögensgegenstände enthalten entgeltlich erworbene Nutzungsrechte, im Wesentlichen im Zusammenhang mit einem langfristigen Stromliefervertrag. Daneben wird hier ein Geschäfts- und Firmenwert, der aus der Verschmelzung mit der Hüttenwerke Kayser AG resultiert, ausgewiesen. Die Abschreibung der immateriellen Vermögensgegenstände erfolgt planmäßig über die Restnutzungsdauer. Der Geschäfts- und Firmenwert wird über seine voraussichtliche Restnutzungsdauer linear abgeschrieben.

In den immateriellen Vermögensgegenständen und Sachanlagen wurden Zugänge in Höhe von 108,2 Mio. € verbucht. Die Investitionen in immaterielle Vermögensgegenstände betreffen vor allem Zugänge im Zusammenhang mit einer Vereinbarung zum langfristigen Bezug von Strom. Bei den Investitionen in Sachanlagen wurden neben Investitionen im Rahmen des geplanten Wartungsstillstands in der Primärkupfererzeugung auch Investitionen in Zusammenhang mit einem Fernwärmeprojekt vorgenommen.

Eine Aufstellung des unter den Finanzanlagen bilanzierten Anteilsbesitzes findet sich auf Seite 28 in diesem Anhang.

Die Aurubis AG als Konzernobergesellschaft überwacht die Werthaltigkeit des Finanzanlagevermögens. Auf Basis der aktuellen Mehrjahresplanung hat die Aurubis AG mittels DCF Verfahren im Geschäftsjahr Zuschreibungen auf den Beteiligungsbuchwert der Aurubis Stolberg GmbH & Co. KG in Höhe von 34,5 Mio. €, der Aurubis Belgium NV/SA in Höhe von 18,8 Mio. € sowie der Retorte GmbH in Höhe von 2,0 Mio. € vorgenommen. Daneben wurden Abschreibungen auf die Beteiligung CMR International N.V. in Höhe von 0,6 Mio. € vorgenommen.

Dem Buchwert der Wertpapiere des Anlagevermögens per 30.09.2017 in Höhe von 21,3 Mio. € stand ein stichtagsbezogener beizulegender Wert in Höhe von 27,9 Mio. € gegenüber. Auf dieser Basis wurde eine Zuschreibung in Höhe von 6,6 Mio. € vorgenommen.

Die Entwicklung des Anlagevermögens wird im Anhang auf den Seiten 26 und 27 dargestellt.

(2) Vorräte

in T€ 30.09.2017 30.09.2016
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 239.213 244.183
unfertige Erzeugnisse, unfertige Leistungen 396.927 430.849
fertige Erzeugnisse und Waren 116.687 130.331
geleistete Anzahlungen 35 0
752.862 805.363

Die Verringerung des Vorratsvermögens um 52,5 Mio. € resultiert im Wesentlichen aus dem Abbau der unfertigen Erzeugnisse in Höhe von 33,9 Mio. € sowie aus dem Abbau der fertigen Erzeugnisse in Höhe von 13,6 Mio. €. Maßgeblich für den geringeren Bestand der unfertigen Erzeugnisse ist insbesondere der Abbau von Anodenbeständen im Vergleich zum Vorjahresstichtag. Der geringere Bestand an fertigen Erzeugnissen ist auf eine Reduzierung der Kathodenbestände zurückzuführen.

Abschreibungen auf den niedrigeren Tageswert in Höhe von 11,3 Mio. € betreffen zum Stichtag ausschließlich Nebenmetalle.

Der Unterschiedsbetrag zwischen dem Tageswert zum Bilanzstichtag und der vorgenommenen Bewertung nach dem Lifo-Verfahren beträgt 702,9 Mio. €.

(3) Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Restlaufzeit Gesamt
in T€ unter 1 Jahr über 1 Jahr 30.09.2017
--- --- --- ---
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 192.369 0 192.369
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 83.841 105.626 189.467
Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 7.975 0 7.975
sonstige Vermögensgegenstände 15.833 0 15.833
300.018 105.626 405.644
Restlaufzeit Gesamt
in T€ unter 1 Jahr über 1 Jahr 30.09.2016
--- --- --- ---
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 112.728 0 112.728
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 88.717 146.319 235.036
Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 3.592 0 3.592
sonstige Vermögensgegenstände 9.458 0 9.458
214.495 146.319 360.814

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind gegenüber dem Vorjahr im Wesentlichen preisbedingt im Bereich der Kupferprodukte von 112,7 Mio. € um 79,7 Mio. € auf 192,4 Mio. € gestiegen. Die Anzahl der Forderungen, die im Rahmen von Factoring Vereinbarungen verkauft wurden, ist gegenüber dem Vorjahr gesunken und beträgt 99,8 Mio. € (Vj. 120,7 Mio. €). Das Factoring dient der Forderungsfinanzierung bei gleichzeitiger Reduzierung des Ausfallrisikos.

Bei den Forderungen gegen verbundene Unternehmen in Höhe von 189,5Mio. € handelt es sich in Höhe von 7,9 Mio. € (Vj. 5,0 Mio. €) um Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und in Höhe von 181,6Mio. € (Vj. 230,0 Mio. €) um Forderungen aus dem Finanzverkehr.

Bei den Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, in Höhe von 8,0 Mio. € (Vj. 3,6 Mio. €) handelt es sich im Wesentlichen um Forderungen aus Warenlieferungen an die Schwermetall Halbzeugwerk GmbH & Co. KG.

Im Zeitpunkt der Bilanzerstellung waren die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen nahezu beglichen.

Die sonstigen Vermögensgegenstände umfassen vor allem Forderungen aus Steuern in Höhe von 5,7 Mio. €.

Die unentgeltlich zugeteilten Emissionsberechtigungen sind zum Erinnerungswert angesetzt. Der Zeitwert der für die Zuteilungsperiode noch nicht verbrauchten Rechte beträgt 2,2 Mio. € (Vj. 1,1 Mio. €).

(4) Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten

Unter diesem Posten sind Kassenbestände, laufende Guthaben bei Kreditinstituten sowie Commercial Papers mit einer Laufzeit bis zu einem Monat ausgewiesen.

(5) Eigenkapital

Das Grundkapital beträgt 115.089.210,88 € und ist eingeteilt in 44.956.723 Inhaberstückaktien mit einem rechnerischen Nennbetrag von 2,56 € pro Aktie.

Der Vorstand ist ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft in der Zeit bis zum 23. Februar 2021 mit Zustimmung des Aufsichtsrats einmalig oder in mehreren Teilbeträgen um bis zu 57.544.604,16 € zu erhöhen.

Das Grundkapital ist um bis zu 57.544.604,16 € durch die Ausgabe von bis zu 22.478.361 neuen, auf den Inhaber lautenden Stammaktien ohne Nennbetrag (Stückaktien) mit einem auf die einzelne Stückaktie entfallenden anteiligen Betrag des Grundkapitals von 2,56 € pro Aktie bedingt erhöht (bedingtes Kapital). Es dient der Gewährung von Aktien an die Inhaber bzw. Gläubiger von Wandlungs- und/oder Optionsrechten aus Wandelschuldverschreibungen, Optionsschuldverschreibungen, Genussrechten oder Gewinnschuldverschreibungen (bzw. einer Kombination dieser Instrumente), die bis zum 01.03.2022 begeben werden können.

Aus dem Jahresüberschuss wurden 74.200.000,00 € in die anderen Gewinnrücklagen eingestellt. Die gesetzliche Rücklage von 10 % des gezeichneten Kapitals ist mit 6.391.148,51 € in den Gewinnrücklagen enthalten. Der verbleibende Betrag des Eigenkapitals entfällt auf das in der Kapitalrücklage enthaltene Agio.

Aus der Umstellung des Zinssatzes für die Pensionsrückstellung gemäß § 253 Abs. 6 Satz 1 HGB resultiert ein Unterschiedsbetrag in Höhe von 32,4 Mio. €. Dieser Betrag unterliegt gemäß § 253 Abs. 6 Satz 2 HGB einer Ausschüttungssperre sofern keine sonstigen freien Rücklagen zur Verfügung stehen.

Im Bilanzgewinn am 30.09.2017 ist ein Gewinnvortrag aus dem Vorjahr in Höhe von 65.816.116,25 € enthalten.

(6) Rückstellungen

in T€ 30.09.2017 30.09.2016
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 148.898 137.410
Steuerrückstellungen 7.934 704
sonstige Rückstellungen
Personalbereich 74.061 68.066
Instandhaltung 915 1.461
Umweltschutzmaßnahmen 7.945 7.907
Übrige 20.990 33.765
103.911 111.199
260.743 249.313

Die Bewertung der Pensionsrückstellungen erfolgt wie bereits im Vorjahr nach der Anwartschaftsbarwertmethode in Höhe des Barwerts des Erfüllungsbetrages unter Berücksichtigung der künftig zu erwartenden Renten- und Entgeltsteigerungen. Neben der Zugrundelegung der "Richttafeln 2005G" von Prof. Dr. Klaus Heubeck waren folgende Parameter Grundlage für die Berechnung der Pensionsverpflichtungen:

Rechnungszinsfuß 3,77 %
Erwartete Einkommensentwicklung 2,75 %
Erwartete Rentenentwicklung 1,60 %
Fluktuation (gestaffelt hinsichtlich Altersstruktur) 0,00 % bis 10,00 %

Der Unterschiedsbetrag zwischen der Bewertung der Pensionsrückstellung mit dem 10-Jahresdurchschnittszinssatz und dem 7-Jahresdurch-schnittszinssatz gemäß § 253 Abs. 6 Satz 1 HGB beträgt 32,4 Mio. €. Gewinne dürfen nur ausgeschüttet werden, wenn die nach einer Ausschüttung verbleibenden frei verfügbaren Rücklagen zuzüglich eines Gewinnvortrags und abzüglich eines Verlustvortrags mindestens diesem Unterschiedsbetrag entsprechen.

Aufwendungen aus der Altersversorgung sind in den Personalaufwendungen enthalten. Die Zinsaufwendungen der Verpflichtung und die Erträge aus der Zeitwertänderung des Deckungsvermögens werden im Finanzergebnis verrechnet. Die Aufwendungen aus Zinsänderungen werden ebenfalls im Finanzergebnis erfasst.

Die Aufwendungen aus der Aufzinsung der Pensionsverpflichtungen in Höhe von 18,6 Mio. € enthalten 10,0 Mio. € Aufwendungen aus der Änderung des Rechnungszinssatzes. Den Aufwendungen stehen Erträge aus dem Deckungsvermögen in Höhe von 58 T€ gegenüber.

Die Pensionsverpflichtungen gegenüber Vorstandsmitgliedern wurden, soweit diese rückgedeckt sind, mit den beizulegenden Zeitwerten der Rückdeckungsansprüche saldiert ausgewiesen. Der beizulegende Zeitwert des Deckungsvermögens beträgt zum Stichtag 3,9 Mio. € (Vj. 3,3 Mio. €) und entspricht den fortgeführten Anschaffungskosten. Die Erfüllungsbeträge der gesamten Pensionsverpflichtungen betragen damit zum Stichtag 152,8 Mio. € (Vj. 140,7 Mio. €).

Die Erhöhung der Steuerrückstellungen betrifft im Wesentlichen Ertragsteuern auf das zu versteuernde Einkommen des Geschäftsjahres.

Der Anstieg der Personalrückstellungen ist sowohl auf gestiegene Rückstellungen für Übergangs- und Jubiläumsgelder aufgrund gesunkener Abzinsungszinssätze sowie auf die Zuführung zu Rückstellungen für erfolgsbezogene Vergütungen zurückzuführen.

Die Rückstellung für unterlassene Instandhaltungen betrifft geplante Reparaturen, die in den ersten drei Monaten nach dem Bilanzstichtag nachgeholt werden.

Die übrigen sonstigen Rückstellungen beinhalten im Wesentlichen Rückstellungen für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften sowie Rückstellungen für ausstehende Rechnungen. Der Rückgang der übrigen sonstigen Rückstellungen ist vor allem auf geringere Rückstellungen aus schwebenden Geschäften zurückzuführen. Davon stehen 15,6 Mio. € im Zusammenhang mit einer Vereinbarung zum langfristigen Bezug von Strom.

Aus der Umstellung der langfristigen Rückstellungen für Umweltschutzmaßnahmen ergab sich aufgrund der geänderten Bewertung durch das BilMoG zum 01.10.2010 eine Überdeckung von 524 T€. Da der aufzulösende Betrag bis spätestens 31.12.2024 wieder zugeführt werden müsste, wird von dem Wahlrecht des Art. 67 Abs. 1 Satz 2 EGHGB Gebrauch gemacht und die Rückstellung beibehalten. Der Betrag der Überdeckung beläuft sich zum 30.09.2017 auf 62 T€.

(7) Verbindlichkeiten

Restlaufzeit Gesamt
in T€ unter 1 Jahr 1 bis 5 Jahre mehr als 5 Jahre 30.09.2017
--- --- --- --- ---
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 8.903 318.281 0 327.184
erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 4.026 0 0 4.026
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 532.753 0 0 532.753
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 640.744 500.950 0 1.141.694
sonstige Verbindlichkeiten 20.398 0 0 20.398
- davon aus Steuern 6.759 0 0 6.759
- davon im Rahmen der sozialen Sicherheit 3.749 0 0 3.749
1.206.824 819.231 0 2.026.055
Restlaufzeit Gesamt
in T€ unter 1 Jahr 1 bis 5 Jahre mehr als 5 Jahre 30.09.2016
--- --- --- --- ---
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 156.299 207.000 115.500 478.799
erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 4.072 0 0 4.072
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 478.653 0 0 478.653
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 736.563 225.000 0 961.563
sonstige Verbindlichkeiten 17.320 0 0 17.320
- davon aus Steuern 7.757 0 0 7.757
- davon im Rahmen der sozialen Sicherheit 1.711 0 0 1.711
1.392.907 432.000 115.500 1.940.407

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind gegenüber dem Vorjahr um 151,6 Mio. €, bedingt durch die Rückzahlung eines Schuldscheindarlehens, gesunken.

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen erhöhten sich stichtags- und preisbedingt um 54,1 Mio. € auf 532,8 Mio. € (Vj. 478,7 Mio. €).

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von 1.141,7 Mio. € enthalten neben Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 129,8 Mio. € (Vj. 116,7 Mio. €) Verbindlichkeiten aus dem Finanzverkehr mit den Tochtergesellschaften in Höhe von 1.011,9 Mio. € (Vj. 844,9 Mio. €).

(8) Derivative Finanzinstrumente und Bewertungseinheiten

Derivative Finanzinstrumente zur Absicherung von Währungsrisiken

Zur Absicherung von Währungsrisiken setzt die Aurubis AG Devisentermin- und Devisenoptionsgeschäfte ein. Einen Schwerpunkt der Sicherungsmaßnahmen stellt die Absicherung des Wertänderungsrisikos aus den Börsentermingeschäften (Grundgeschäfte) dar. Dies erfolgt im Rahmen von Macro-Hedges. Zur Absicherung von Währungsrisiken aus LME-Börsengeschäften schloss die Aurubis AG Devisentermingeschäfte mit einem Nominalvolumen von 634,4 Mio. € ab. Diese haben eine Restlaufzeit von bis zu 7 Monaten. Der negative Marktwert betrug am Bilanzstichtag netto 1,4 Mio. €. Dem stehen Wertänderungen aus den in die Bewertungseinheit einbezogenen Grundgeschäften in gleicher Höhe gegenüber.

Die bilanzielle Abbildung erfolgt durch Anwendung der Einfrierungsmethode, somit kam es zu keiner bilanziellen Erfassung. Die Feststellung der Wirksamkeit der Bewertungseinheit erfolgt durch Gegenüberstellung der Nettoposition der in den Macro-Hedge einbezogenen Grundgeschäfte mit der Nettoposition der in das Portfolio einbezogenen Devisentermingeschäfte.

Zur Absicherung von mit hoher Wahrscheinlichkeit erwarteten Schmelzlohneinnahmen, Kupferprämien und Formataufschlägen in USD wurden gegen das Zahlungsstromänderungsrisiko Devisentermin- und Devisenoptionsgeschäfte in Form von Micro-Hedges abgeschlossen. Diese haben eine Restlaufzeit von bis zu 24 Monaten und ein Nominalvolumen von 206,9 Mio. € mit einem positiven Marktwert von netto 12,0 Mio. €. Dem stehen Wertänderungen aus den in die Bewertungseinheit einbezogenen Grundgeschäften in gleicher Höhe gegenüber. Das erwartete Volumen an Schmelzlohneinnahmen, Kupferprämien und Formataufschlägen in USD basiert auf einer von der Geschäftsführung genehmigten Jahresplanung, die auf Basis der erwarteten Geschäftsentwicklung erstellt wurde. Somit kann eine hohe Eintrittswahrscheinlichkeit für diese Transaktionen unterstellt werden.

Die bilanzielle Abbildung erfolgt durch Anwendung der Einfrierungsmethode. Somit kam es zu keiner bilanziellen Erfassung des in die Bewertungseinheit einbezogenen Teils der Wertänderungen. Die Feststellung der Wirksamkeit der Bewertungseinheit erfolgt durch Anwendung der kumulierten Dollar-Offset-Methode.

Getrennt nach Währungspaaren wurden weitere Bewertungseinheiten in Form von Portfolio-Hedges aus den zur Absicherung von Währungsrisiken bei Konzerngesellschaften durchgehandelten Devisentermingeschäften und Devisenoptionen sowie den zur Absicherung der börsentäglich ermittelten offenen Währungsrisikoposition abgeschlossenen Devisentermingeschäften gebildet.

Letztere sichern jeweils die Nettorisikoposition eines Börsentages, sodass eine 1:1 Zuordnung zu den der Absicherung zu Grunde liegenden Grundgeschäften (z. B. Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, geleistete und erhaltene Anzahlungen) nicht möglich ist.

Für das Währungspaar EUR/USD bestanden in diesem Portfolio durchgehandelte Devisenoptionsgeschäfte mit einer Restlaufzeit von bis zu 12 Monaten. Diese beinhalten jeweils die Option zum Kauf und Verkauf von jeweils 81,0 Mio. $ zum Gegenwert von 72,8 Mio. €.

Die bilanzielle Abbildung erfolgt durch Anwendung der Einfrierungsmethode. Da es sich bei den in diese Bewertungseinheit einbezogenen Devisenoptionsgeschäfte jeweils um 1:1-Spiegelgeschäfte handelt, kam es zu keiner bilanziellen Erfassung des in die Bewertungseinheit einbezogenen Teils der Wertänderungen. Weiterhin bestanden für dieses Währungspaar in diesem Portfolio Devisentermingeschäfte mit einer Restlaufzeit von bis zu 24 Monaten. Im Rahmen der Bewertungseinheit stehen den USD-Käufen und -Verkäufen von jeweils 790,2 Mio. $ kontrahierte EUR-Käufe von 674,7 Mio. € und EUR-Verkäufe von 674,9 Mio. € gegenüber. Die bilanzielle Abbildung erfolgt durch Anwendung der Einfrierungsmethode.

Die Feststellung der Wirksamkeit der Bewertungseinheit erfolgt für die in Fremdwährung geschlossene Position durch Gegenüberstellung der zur späteren Abwicklung der Devisentermingeschäfte kontrahierten EUR-Beträge. Für andere Währungspaare bestanden weitere Bewertungseinheiten in unwesentlichem Umfang.

Derivative Finanzinstrumente zur Absicherung von Zinsänderungsrisiken

Zinsswaps in der Form von Payerswaps wurden zur Absicherung von Zahlungsstromänderungsrisiken aus variabel verzinslichen Fremdkapitalaufnahmen abgeschlossen. Sie haben den Verbindlichkeiten entsprechende Restlaufzeiten bis 2022. Auf sie entfiel ein Nominalvolumen von 71,0 Mio. € und ein negativer Marktwert von netto 0,8 Mio. €. Sie standen in Form von Micro-Hedges in Bewertungseinheiten mit den bilanzierten Verbindlichkeiten. Dem Marktwert der Zinsswaps stehen Wertänderungen aus den in die Bewertungseinheit einbezogenen Grundgeschäften in gleicher Höhe gegenüber. Die bilanzielle Abbildung erfolgt durch Anwendung der Einfrierungsmethode. Somit kam es zu keiner bilanziellen Erfassung des in die Bewertungseinheit einbezogenen Teils der Wertänderungen. Die Feststellung der Wirksamkeit der Bewertungseinheit erfolgt durch Anwendung der kumulierten Dollar-Offset-Methode.

Derivative Finanzinstrumente zur Absicherung von Metall- und sonstigen Preisrisiken

Zur Absicherung von Metallpreisrisiken setzte die Aurubis AG Börsentermingeschäfte ein. Diese betreffen hauptsächlich Kupfer.

Einen Schwerpunkt der Sicherungsmaßnahmen stellt die Absicherung von preisfixierten, schwebenden Lieferungskäufen und -verkäufen gegen das Wertänderungsrisiko auf Grund einer Veränderung des Metallpreises dar. Dies erfolgt im Rahmen eines Macro-Hedges. Zur Absicherung von Metallpreisrisiken aus schwebenden Liefergeschäften schloss die Aurubis AG LME-Termingeschäfte mit einem Nominalvolumen von 1,5 Mrd. € ab. Diese haben eine Restlaufzeit von bis zu 27 Monaten. Ihr positiver Marktwert betrug am Bilanzstichtag netto 9,6 Mio. €. Sofern diesem nicht Wertänderungen aus den in die Bewertungseinheit einbezogenen Grundgeschäften in gleicher Höhe gegenüberstehen, erfolgt eine Berücksichtigung im Rahmen der Bewertung der ebenfalls in die Bewertungseinheit einbezogenen bereits gelieferten, jedoch noch nicht preisfixierten Lieferungskäufe und -verkäufe. In Höhe der geschlossenen Position erfolgt die bilanzielle Abbildung durch Anwendung der Einfrierungsmethode. Die Feststellung der Wirksamkeit der Bewertungseinheit erfolgt durch mengen- und preismäßige Gegenüberstellung der in den Macro-Hedge einbezogenen Grundgeschäfte und Sicherungsinstrumente.

Zur Absicherung von sonstigen Preisrisiken setzte die Aurubis AG Warentermingeschäfte und Warenswaps ein.

Im Rahmen der Absicherung sonstiger Preisrisiken erfolgte insbesondere eine Absicherung variabler Preisbestandteile aus dem Bezug von Strom gegen das Zahlungsstromänderungsrisiko in Form von Micro-Hedges. Es bestanden Warentermingeschäfte und Warenswaps mit einer Restlaufzeit von bis zu 27 Monaten im Nominalvolumen von 3,6 Mio. € mit einem positiven Marktwert von netto 0,8 Mio. €. Dem stehen Wertänderungen aus den in die Bewertungseinheit einbezogenen Grundgeschäften in gleicher Höhe gegenüber. Die bilanzielle Abbildung erfolgt durch Anwendung der Einfrierungsmethode. Somit kam es zu keiner bilanziellen Erfassung. Die Feststellung der Wirksamkeit der Bewertungseinheit erfolgt durch den Nachweis, dass die wesentlichen Kontraktparameter von Grundgeschäften und Sicherungsinstrumenten exakt übereinstimmen (critical terms match).

Für zu erwartende Verluste wurden Rückstellungen aus Devisentermingeschäften von 0,5 Mio. € und für Metallliefergeschäfte von 0,1 Mio. € berücksichtigt.

(9) Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle Verpflichtungen

in Mio. € 30.09.2017 30.09.2016
Haftungsverhältnisse
Patronatserklärungen 23,2 17,2
- davon für verbundene Unternehmen 23,2 17,2
sonstige finanzielle Verpflichtungen
Bestellobligo aus Investitionsaufträgen 60,1 31,1
Übrige finanzielle Verpflichtungen 126,9 139,0

Die angegebenen Nominalwerte der Haftungsverhältnisse führten nicht zur Passivierung, da aufgrund der wirtschaftlichen Entwicklung der Vertragspartner nicht mit einer Inanspruchnahme gerechnet wird.

Für langfristige Transport- und Umschlagsverträge mit einer Restlaufzeit von 10 Jahren bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen in Höhe von 99,3 Mio. € (Vj. 112,0 Mio. €). Für langfristige Tanklagerumschlagsverträge mit einer Restlaufzeit von acht Jahren bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen in Höhe von 17,5 Mio. € (Vj. 19,6 Mio. €).

Weiterhin besteht mit einem Energieversorger ein Vertrag auf Kostenbasis mit einer 30-jährigen Laufzeit, beginnend ab dem Jahr 2010 für den Bezug von über eine Milliarde Kilowattstunden Strom pro Jahr. Darüber hinaus besteht ein langfristiger Vertrag zur Versorgung mit Sauerstoff.

4. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

(10) Umsatzerlöse

in T€ 2016/17 2015/16
Aufgliederung nach Produktgruppen
Kupferkathoden 1.090.231 876.035
Gießwalzdraht 2.796.747 2.535.069
Stranggussformate 886.077 653.277
Edelmetalle 2.447.254 2.398.341
Schwefelsäure 34.412 37.189
Sonstiges 256.130 209.358
7.510.851 6.709.269

Von den Umsatzerlösen entfallen im Berichtsjahr 48,7 % auf das Inland, 39,7 % auf die restlichen Länder der Europäischen Union, 2,7 % auf Asien, 5,0 % auf Nordamerika und 3,9 % auf sonstige Länder. Die gestiegenen Umsatzerlöse sind im Wesentlichen auf auf gestiegene Metallpreise von kupfer- und edelmetallhaltigen Produkten zurückzuführen.

Die Umsatzerlöse für Gießwalzdraht und Stranggussprodukte enthalten auch Erlöse für sogenannte Wandelkathoden, die nach Spezifizierung durch den Kunden in den gewünschten Formaten geliefert werden.

Unter Anwendung der Definition der Umsatzerlöse nach den BilRUG-Vorschriften hätten die Umsatzerlöse des vorangegangenen Geschäftsjahres 6.742 Mio.€ betragen.

(11) sonstige betriebliche Erträge

in T€ 2016/17 2015/16
Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 1.180 2.805
Erträge aus dem Abgang von Sachanlagen 278 23
Kostenerstattungen 1.708 31.923
Schadenersatz und Entschädigungen 1.386 8.995
übrige Erträge 71.869 27.452
76.421 71.198

Die sonstigen betrieblichen Erträge enthalten 6,0 Mio. € (Vj. 8,2 Mio. €) periodenfremde Erträge. Diese betreffen unter anderem Erträge aus der Auflösung von Wertberichtigungen auf Forderungen, Erträge aus der Auflösung nicht benötigter Rückstellungen sowie Erträge aus Schadenersatz. In den übrigen Erträgen sind Gewinne aus der Bewertung und Realisation von Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten in Höhe von 66,7 Mio. € (Vj. 16,8 Mio. €) enthalten.

Unter Anwendung der Definition der sonstigen betrieblichen Erträge nach den BilRUG-Vorschriften hätten die sonstigen betrieblichen Erträge des vorangegangenen Geschäftsjahres 39,0 Mio.€ betragen.

(12) Materialaufwand

in T€ 2016/17 2015/16
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und bezogene Waren 6.720.923 6.123.089
bezogene Leistungen 227.514 178.557
6.948.437 6.301.646

Der Materialaufwand erhöhte sich korrespondierend zu den Umsatzerlösen um 646,8 Mio. €. Die Materialaufwandsquote blieb mit 93,0 % (Vj. 93,2 %) nahezu unverändert.

Unter Anwendung der Definition der Materialaufwendungen nach den BilRUG - Vorschriften auf das vorangegangene Geschäftsjahr hätten die Materialaufwendungen 6.338 Mio.€ betragen.

(13) Personalaufwand und Mitarbeiter

in T€ 2016/17 2015/16
Löhne und Gehälter 201.784 189.840
soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und Unterstützung 38.655 30.077
- davon für Altersversorgung 2.212 -3.495
240.439 219.917

Die Erhöhung des Personalaufwands im abgelaufenen Geschäftsjahr ist im Wesentlichen auf einen Anstieg in den Löhnen und Gehältern zurückzuführen. Die Erhöhung liegt vor allem in den Tarifsteigerungen sowie in einem Anstieg der Mitarbeiterzahlen begründet.

Die Anzahl der Mitarbeiter betrug im Jahresdurchschnitt:

2016/17 2015/16
Gewerbliche Arbeitnehmer 1.656 1.645
Angestellte 1.070 1.020
Auszubildende 184 185
2.910 2.850

(14) Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen

Die Abschreibungen erhöhten sich gegenüber dem Vorjahr im Wesentlichen bei den technischen Anlagen und Maschinen sowie bei Gebäuden um insgesamt 2,7 Mio. € auf 50,7 Mio. €. Die im Anlagenspiegel ausgewiesenen Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen in Höhe von 55,3 Mio. € enthalten Abschreibungen auf Investitionen im Zusammenhang mit einem Stromliefervertrag in Höhe von 4,6 Mio. €, die unter den Materialaufwendungen ausgewiesen sind.

(15) sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen in Höhe von 158,8 Mio. € (Vj. 130,8 Mio. €) enthalten im Wesentlichen Aufwendungen für Verwaltung und Vertrieb, Gebühren, Versicherungen sowie Mieten und Pachten.

Darüber hinaus sind in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen Verluste aus der Bewertung und Realisation von Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten in Höhe von 72,8 Mio. € (Vj. 13,3 Mio. €) und periodenfremde Aufwendungen in Höhe von 3,6 Mio. € (Vj. 0,7 Mio. €) enthalten. Die periodenfremden Aufwendungen betreffen im Wesentlichen Verluste aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens in Höhe von 2,9 Mio. € (Vj. 0,7 Mio. €).

Unter Anwendung der Definition der sonstigen betrieblichen Aufwendungen nach den BilRUG-Vorschriften hätten die sonstigen betrieblichen Aufwendungen des vorangegangenen Geschäftsjahres 94,8 Mio. € betragen.

(16) Erträge aus Beteiligungen und Zuschreibungen auf Anteile an verbundenen Unternehmen

in T€ 2016/17 2015/16
Erträge aus Beteiligungen 14.091 35.347
- davon aus verbundenen Unternehmen 14.091 35.347
Zuschreibungen auf Anteilen an verbundenen Unternehmen 55.328 15.000
69.419 50.347

Die Erträge aus Beteiligungen entfallen mit 3,5 Mio. € auf Beteiligungen aus dem Ausland und mit 10,6 Mio. € auf Beteiligungen aus dem Inland.

Auf Basis der aktuellen Mehrjahresplanung ergaben sich Zuschreibungen auf den Beteiligungsbuchwert der Aurubis Stolberg GmbH & Co. KG in Höhe von 34,5 Mio. €, der Aurubis Belgium NV/SA in Höhe von 18,8 Mio. € sowie der Retorte GmbH in Höhe von 2,0 Mio. €.

(17) Erträge und Zuschreibungen aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens

in T€ 2016/17 2015/16
Erträge und Zuschreibungen aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 6.805 5.346

Eine Neubewertung der Wertpapiere des Anlagevermögens mit dem Börsenkurs am Bilanzstichtag führte zu einer Zuschreibung in Höhe von 6,6 Mio. €.

(18) sonstige Zinsen und ähnliche Erträge

in T€ 2016/17 2015/16
sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 7.347 6.110
- davon aus verbundenen Unternehmen 6.199 4.627
7.347 6.110

(19) Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Anlagevermögens

in T€ 2016/17 2015/16
Abschreibungen auf Beteiligungen 557 100

Die Abschreibungen auf Beteiligungen in Höhe von 0,6 Mio. € betreffen die CMR International N.V.

(20) Zinsen und ähnliche Aufwendungen

in T€ 2016/17 2015/16
Zinsen und ähnliche Aufwendungen 33.316 28.538
- davon an verbundene Unternehmen 3.170 3.198
33.316 28.538

Die Zinsaufwendungen enthalten Aufwendungen aus der Aufzinsung von sonstigen Rückstellungen in Höhe von 0,9 Mio. € (Vj. 1,0 Mio. €).

Die sonstigen Zinsen und ähnlichen Aufwendungen enthalten darüber hinaus Zinsanteile aus den Zuführungen zu den Pensionsrückstellungen in Höhe von 18,6 Mio. € (Vj. 8,2 Mio. €).

(21) Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Die Steuern vom Einkommen und Ertrag belasten das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit in Höhe von 47,0 Mio. € (Vj. 31,4 Mio. €). Daraus ergibt sich eine effektive Steuerquote von 24,0 % (Vj. 18,9 %). Die im Verhältnis zur nominalen Steuerquote niedrigere effektive Steuerquote ist auf Unterschiede zwischen der Handels- und der Steuerbilanz zurückzuführen.

Sonstige Angaben

Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex nach § 161 AktG

Die nach § 161 AktG vorgeschriebene Erklärung ist vom Vorstand und Aufsichtsrat abgegeben und den Aktionären auf der Internetseite der Gesellschaft dauerhaft zugänglich gemacht worden.

Mitteilung gemäß § 160 Abs. 1 Nr. 8 AktG

Zum 30.09.2017 lagen uns nach § 21 Abs. 1 WpHG folgende Stimmrechtsmitteilungen von Aktionären bezüglich der Über- und Unterschreitung der Meldeschwellen von 3 %, 5 % und 25 % vor:

Aktionärsstruktur

Aktionäre Anteil

in %
Datum der Schwellenberührung Datum der Veröffentlichung
Dimensional Holdings Inc., Santa Monica, USA 3,01 21.01.2008 04.02.2008
Salzgitter Mannesmann GmbH, Salzgitter3) 25,002 29.08.2011 29.08.2011
UBS AG, Zürich, Schweiz 4,99 04.03.2013 20.03.2013
Norges Bank, Oslo, Norwegen1) 2,95 07.10.2016 12.10.2016
Norges Bank, Oslo, Norwegen1) 3,05 20.10.2016 25.10.2016
Norges Bank, Oslo, Norwegen1) 2,840 26.10.2016 02.11.2016
Norges Bank, Oslo, Norwegen1) 3,02 08.11.2016 11.11.2016
Allianz Global Investors GmbH, Frankfurt am M. 3,07 18.11.2016 24.11.2016
Norges Bank, Oslo, Norwegen1) 2,476 08.12.2016 15.12.2016
Allianz Global Investors GmbH, Frankfurt am M. 5,0600 31.03.2017 06.04.2017
Allianz Global Investors GmbH, Frankfurt am M. 4,99 11.07.2017 14.07.2017
Allianz Global Investors GmbH, Frankfurt am M. 4,87 13.07.2017 17.07.2017
BlackRock, Inc., Wilmington, DE, USA2) 3,03 23.08.2017 31.08.2017
BlackRock, Inc., Wilmington, DE, USA2) 2,84 05.09.2017 12.09.2017
BlackRock, Inc., Wilmington, DE, USA2) 3,140 07.09.2017 14.09.2017
BlackRock, Inc. Wilmington, DE, USA2) 3,920 15.09.2017 22.09.2017
Salzgitter Mannesmann GmbH, Salzgitter3) 15,75 25.10.2017 27.10.2017

1) Die Anteile sind dem Staat Norwegen vertreten durch das Finanzministerium über die Norges Bank zuzurechnen.

2) Direkt oder indirekt gehalten über Tochtergesellschaften.

3) Die Anteile sind der Salzgitter AG, Salzgitter zuzurechnen.

Die Stimmrechtsmitteilungen sind unter www.aurubis.com/de/uber-aurubis/corporate-governance/stimmrechtsmitteilungen verfügbar.

Eine vergleichbare Mitteilungspflicht entsprechend § 21 Abs. 1 WpHG sieht § 25 WpHG im Hinblick auf Finanzinstrumente vor, die ihrem Inhaber ein unbedingtes Recht zum einseitigen Erwerb stimmberechtigter Aktien verleihen. Zum 1. Februar 2012 wurde darüber hinaus mit § 25 a WpHG eine weitere Mitteilungspflicht eingeführt: Diese erstreckt sich auf solche Finanz- und sonstige Instrumente, die es ihrem Inhaber faktisch oder wirtschaftlich ermöglichen, mit Stimmrechten verbundene Aktien zu erwerben. Die der Gesellschaft nach §§ 25, 25a WpHG zugegangenen Mitteilungen sind über die Internet-Seite der Gesellschaft beziehungsweise die Internet-Plattform der Deutschen Gesellschaft für Ad-hoc-Publizität mbH einsehbar.

Honorare und Dienstleistungen des Abschlussprüfers

Im Geschäftsjahr 2016/17 wurden folgende Honorare für den Abschlussprüfer als Aufwand erfasst:

Für die Abschlussprüfung 514 T€
Für andere Bestätigungsleistungen 31 T€
Für Steuerberatungsleistungen 118 T€
Für sonstige Leistungen 10 T€
673 T€

Das Honorar für Abschlussprüfer durch PwC bezog sich vor allem auf die Prüfung der Aurubis Konzernabschlusses sowie auf die Prüfung der Einzelabschlüsse der Aurubis AG und ihrer Tochterunternehmen. Die Steuerberatungsleistungen entfielen hauptsächlich auf Beratungen im Zusammenhang mit konzerninternen Verrechnungspreisen. Darüber hinaus wurden weitere vertraglich vereinbarte oder freiwillig beauftragte Bestätigungsleistungen Bestätigungsleistungen durch PwC erbracht.

Anteilsbesitz

Die vollständige Aufstellung des Anteilsbesitzes ist auf Seite 28 aufgeführt.

Nachtragsbericht

Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag sind nicht aufgetreten

Angaben zu Vorstand und Aufsichtsrat

Vorstand

Jürgen Schachler, Hamburg

Geb.: 31.07.1954, deutscher Staatsbürger

Vorstandsvorsitzender und Arbeitsdirektor sowie zuständig für das Segment Primärkupfererzeugung bis zum 30.09.2017

Seit dem 01.10.2017 Vorstandsvorsitzender und Arbeitsdirektor sowie zuständig für das Segment Metal Refining & Processing

Bestellt seit dem 01.07.2016 bis zum 30.06.2019

Dr. Stefan Boel, Hamme, Belgien

Geb.: 09.06.1966, belgischer Staatsbürger

Vorstand Segment Kupferprodukte bis zum 30.09.2017

Seit dem 01.10.2017 Vorstand Segment Flat Rolled Products

Bestellt seit dem 19.04.2008 bis zum 30.04.2021

Aurubis Belgium NV/SA, Brüssel, Belgien

Chairman of the Board of Directors

Erwin Faust, Hamburg, bis zum 30.06.2017

Geb.: 04.01.1957, deutscher Staatsbürger

Vorstand Finanzen

Bestellt seit dem 01.10.2008 bis ursprünglich 30.09.2018

Aurubis Belgium NV/SA, Brüssel, Belgien Director

Aufsichtsrat

Prof. Dr.-Ing. Heinz Jörg Fuhrmann, Salzgitter

Vorsitzender,

Vorsitzender des Vorstands der Salzgitter AG, Salzgitter *

Hüttenwerke Krupp Mannesmann GmbH, Duisburg+

Vorsitzender des Aufsichtsrats
Ilsenburger Grobblech GmbH, Ilsenburg+

Vorsitzender des Aufsichtsrats
KHS GmbH, Dortmund+

Vorsitzender des Aufsichtsrats
Mannesmann Precision Tubes GmbH, Mülheim/Ruhr+

(ehem. Salzgitter Mannesmann Precision GmbH, Mülheim/Ruhr+ )

Vorsitzender des Aufsichtsrats
Mannesmannröhren-Werke GmbH, Mülheim/Ruhr+

Vorsitzender des Aufsichtsrats
Peiner Träger GmbH, Peine+

Vorsitzender des Aufsichtsrats
Salzgitter Flachstahl GmbH, Salzgitter+

Vorsitzender des Aufsichtsrats
Salzgitter Mannesmann Grobblech GmbH, Mülheim/Ruhr+

Vorsitzender des Aufsichtsrats
Salzgitter Mannesmann Handel GmbH, Düsseldorf+

Vorsitzender des Aufsichtsrats
Öffentliche Lebensversicherung Braunschweig, Braunschweig

Mitglied des Aufsichtsrats
Öffentliche Sachversicherung Braunschweig, Braunschweig

Mitglied des Aufsichtsrats
TÜV Nord AG, Hannover

Mitglied des Aufsichtsrats

Renate Hold-Yilmaz, Hamburg *

Stellvertretende Vorsitzende, kfm. Angestellte,

Vorsitzende des Betriebsrats der Aurubis AG, Hamburg

Burkhard Becker, Hattingen

Mitglied des Vorstands der Salzgitter AG, Salzgitter *

EUROPIPE GmbH, Mülheim/Ruhr+

Mitglied des Aufsichtsrats
KHS GmbH, Dortmund+

Mitglied des Aufsichtsrats bis zum 31.10.2017
Mannesmann Precision Tubes GmbH, Mülheim/Ruhr+

(ehem. Salzgitter Mannesmann Precision GmbH, Mülheim/Ruhr+ )

Mitglied des Aufsichtsrats
Mannesmannröhren-Werke GmbH, Mülheim/Ruhr+

Mitglied des Aufsichtsrats
Peiner Träger GmbH, Peine+

Mitglied des Aufsichtsrats
Salzgitter Flachstahl GmbH, Mülheim/Ruhr+

Mitglied des Aufsichtsrats ab dem 01.04.2017
Salzgitter Mannesmann Handel GmbH, Düsseldorf+

Mitglied des Aufsichtsrats
Nord/LB Asset Management AG, Hannover

Mitglied des Aufsichtsrats

Dr. Bernd Drouven, Hamburg

Ehem. Vorstandsvorsitzender der Aurubis AG

NITHH gGmbH, Hamburg

Vorsitzender des Aufsichtsrats

Jan Koltze, Kummerfeld *

Bezirksleiter IG BCE Hamburg-Harburg

ESSO Deutschland GmbH, Hamburg

Mitglied des Aufsichtsrats
ExxonMobil Central Europe Holding GmbH, Hamburg

Mitglied des Aufsichtsrats

Dr.-Ing. Joachim Faubel, Hamburg *

Angestellter im Konzerncontrolling der Aurubis AG

Dr. Sandra Reich, Singapur

Director, Head of German Desk, NORD/LB Singapore Branch, Norddeutsche Landesbank Girozentrale, Singapur

Dr. med. Dipl.-Chem. Thomas Schultek, Lübeck *

Leiter Gesundheitsschutz Konzern der Aurubis AG,

Mitglied des Sprecherausschusses der Aurubis AG, Hamburg

Rolf Schwertz, Datteln *

Maurer und Kesselwärter,

Mitglied des Betriebsrats der Aurubis AG, Lünen, und Vorsitzender der Gesamtschwerbehindertenvertretung der Aurubis AG, Lünen

Prof. Dr. Fritz Vahrenholt, Hamburg

Alleinvorstand der Deutschen Wildtier Stiftung, Hamburg

Capital Stage AG, Hamburg *

Mitglied des Aufsichtsrats

Ralf Winterfeldt, Hamburg *

Energieanlagenelektroniker,

Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats der Aurubis AG, stellvertretender Vorsitzender des Betriebsrats der Aurubis AG, Hamburg

Dr.-Ing. Ernst J. Wortberg, Dortmund

Selbstständiger Berater

  • Konzerngesellschaften der Salzgitter AG

* von der Belegschaft gewählt

Börsennotiertes Unternehmen

Ausschüsse des Aufsichtsrats

Vermittlungsausschuss gemäß § 27 Abs. 3 Mitbestimmungsgesetz

Prof. Dr.-Ing. Heinz Jörg Fuhrmann (Vorsitzender)

Renate Hold-Yilmaz (stellvertretende Vorsitzende)

Dr. Sandra Reich

Ralf Winterfeldt

Prüfungsausschuss (Audit Committee)

Dr.-Ing. Ernst J. Wortberg (Vorsitzender)

Burkhard Becker

Jan Koltze

Renate Hold-Yilmaz

Personalausschuss

Prof. Dr.-Ing. Heinz Jörg Fuhrmann (Vorsitzender)

Dr. Bernd Drouven

Renate Hold-Yilmaz

Dr. med. Dipl.-Chem. Thomas Schultek

Prof. Dr. Fritz Vahrenholt

Ralf Winterfeldt

Nominierungsausschuss

Prof. Dr.-Ing. Heinz Jörg Fuhrmann (Vorsitzender)

Burkhard Becker

Prof. Dr. Fritz Vahrenholt

Dr.-Ing. Ernst J. Wortberg

Technikausschuss

Dr. Bernd Drouven (Vorsitzender)

Prof. Dr.-Ing. Heinz Jörg Fuhrmann

Renate Hold-Yilmaz

Dr. med. Dipl.-Chem. Thomas Schultek

Gesamtvergütung

Die Gesamtvergütung der aktiven Vorstandsmitglieder für das Geschäftsjahr 2016/17 beträgt 4.589.106 € und beinhaltet für das abgelaufene Geschäftsjahr neben einem festen Anteil in Höhe von 1.268.250 € Nebenleistungen von 54.033 €, einen variablen Anteil von 2.458.719 €. Darüber hinaus wurden Aufwendungen für Altersversorgungen in Höhe von 839.821 € aufwandswirksam berücksichtigt.

Herr Faust erhält im Rahmen der Vertragsbeendigung eine Einmalzahlung in Höhe von 400.000 €, die Festvergütung für die Zeit 01.07.2017-30.09.2017 in Höhe von 99.750 € sowie die einjährige variable Vergütung in Höhe von 62.344 € und die mehrjährige variable Vergütung in Höhe von 115.188 €.

Frühere Mitglieder des Vorstands und deren Hinterbliebene erhielten insgesamt 2.099.400 €. Für ihre Pensionsansprüche sind 27.554.891 € zurückgestellt.

Die Vergütungen an den Aufsichtsrat betragen für das Geschäftsjahr 2016/17 insgesamt 1.493.000 €.

Die individuellen Vergütungen der Vorstandsmitglieder und der Mitglieder des Aufsichtsrats werden im Vergütungsbericht dargestellt und erläutert.

Meldepflichtige Wertpapiergeschäfte

Aktiengeschäfte der Organmitglieder

Nach Art. 19 Marktmissbrauchsverordnung (EU Nr. 596/2014) müssen die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats den Erwerb und die Veräußerung von Aktien der Gesellschaft offen legen. Dies gilt nicht, sofern die Gesamtsumme der Geschäfte je Person den Betrag von 5.000 € pro Kalenderjahr nicht erreicht.

Ein Mitglied des Aufsichtsrats hat Aktiengeschäfte in der Zeit vom 01.10.2016 bis zum 30.09.2017 getätigt:

Herr Dr. Thomas Schultek/Erbschaft in Höhe von 200 Stückaktien.

Die Mitglieder des Vorstands haben in der Zeit vom 01.10.2016 bis zum 30.09.2017 keine Stückaktien der Gesellschaft erworben bzw. veräußert.

Vorstand und Aufsichtsrat halten zusammen weniger als 1 % der von der Gesellschaft ausgegebenen Aktien.

Entwicklung des Anlagevermögens zum 30. September 2017

in T€ Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten 01.10.2016 Zugänge Abgänge Umbuchungen Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten 30.09.2017
entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 90.962 51.228 777 977 142.390
Geschäfts- oder Firmenwerte 7.172 0 0 0 7.172
geleistete Anzahlungen 1.569 3.701 0 -977 4.293
Immaterielle Vermögensgegenstände 99.703 54.929 777 0 153.855
Grundstücke und Bauten 454.822 6.748 2.922 3.349 461.997
Technische Anlagen und Maschinen 986.806 18.387 15.983 13.863 1.003.073
andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 62.613 4.651 4.859 1.336 63.741
geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 25.755 23.475 0 -18.548 30.682
Sachanlagen 1.529.996 53.261 23.764 0 1.559.493
Anteile an verbundenen Unternehmen 1.484.747 0 0 0 1.484.747
Beteiligungen 1.001 57 1.043 0 15
Wertpapiere des Anlagevermögens 58.287 0 0 0 58.287
sonstige Ausleihungen 30 16 14 0 32
Finanzanlagen 1.544.065 73 1.057 0 1.543.081
Anlagevermögen 3.173.764 108.263 25.598 0 3.256.429
in T€ Abschreibungen 01.10.2016 Abschreibungen im laufenden Geschäftsjahr Abgänge Zuschreibungen Abschreibungen 30.09.2017
entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 27.290 6.521 777 0 33.034
Geschäfts- oder Firmenwerte 6.216 478 0 0 6.694
geleistete Anzahlungen 0 0 0 0 0
Immaterielle Vermögensgegenstände 33.506 6.999 777 0 39.728
Grundstücke und Bauten 291.345 10.534 2.458 0 299.421
Technische Anlagen und Maschinen 741.625 33.585 13.513 0 761.697
andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 45.774 4.244 4.761 0 45.257
geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0 0 0 0 0
Sachanlagen 1.078.744 48.363 20.732 0 1.106.375
Anteile an verbundenen Unternehmen 69.880 0 0 55.328 14.552
Beteiligungen 486 557 1.043 0 0
Wertpapiere des Anlagevermögens 36.994 0 0 6.585 30.409
sonstige Ausleihungen 0 0 0 0 0
Finanzanlagen 107.360 557 1.043 61.913 44.961
Anlagevermögen 1.219.610 55.919 22.552 61.913 1.191.064
in T€ Restbuchwert 30.09.2017 Restbuchwert 30.09.2016
entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 109.356 63.672
Geschäfts- oder Firmenwerte 478 956
geleistete Anzahlungen 4.293 1.569
Immaterielle Vermögensgegenstände 114.127 66.197
Grundstücke und Bauten 162.576 163.477
Technische Anlagen und Maschinen 241.376 245.181
andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 18.484 16.839
geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 30.682 25.755
Sachanlagen 453.118 451.252
Anteile an verbundenen Unternehmen 1.470.195 1.414.867
Beteiligungen 15 515
Wertpapiere des Anlagevermögens 27.878 21.293
sonstige Ausleihungen 32 30
Finanzanlagen 1.498.120 1.436.705
Anlagevermögen 2.065.365 1.954.154

Anteilsbesitz gem. § 285 Nr. 11 HGB am 30.09.2017

Name und Sitz der Gesellschaften unmittelbarer und mittelbarer Anteil

in %
gehalten über Eigenkapital

in T€
Jahresergebnis

in T€
Vermerk
1 Aurubis AG
Vollkonsolidierte Gesellschaften
2 Aurubis Belgium NV/SA, Brüssel 100 1 1.011.003 28.946 *
3 Aurubis Holding Sweden AB, Stockholm 100 2 36.173 -2 */**
4 Aurubis Sweden AB, Finspång 100 3 11.142 -1.045 */**
5 Aurubis Finland Oy, Pori 100 2 27.270 3.951 *
6 Aurubis Holding USA LLC, Buffalo 100 2 25.077 880 */**
7 Aurubis Buffalo Inc., Buffalo 100 6 52.917 6.727 */**
8 Aurubis Netherlands BV, Zutphen 100 2 -8.509 -1.022 *
9 Aurubis Mortara S.p.A., Mortara 100 2 3.929 961 *
10 Cumerio Austria GmbH, Wien 100 1 567.644 101.295 *
11 Aurubis Bulgaria AD, Pirdop 99,86 10 493.868 176.540 *
12 Aurubis Engineering EAD, Sofia 100 10 31 6 *
13 Aurubis Italia Srl, Avellino 100 1 10.419 1.562 *
14 Aurubis Switzerland SA, Yverdon-les-Bains 100 1 -22.930 -862 */**
15 Aurubis Stolberg GmbH & Co. KG, Stolberg 100 1 49.677 13.724 *
16 Aurubis U.K. Ltd., Smethwick 100 15 2.518 205 */**
17 Aurubis Slovakia s.r.o., Dolny Kubin 100 15 593 82 *
18 CABLO Metall-Recycling & Handel GmbH, Fehrbellin 100 1 10.612 3.376 *
19 Peute Baustoff GmbH, Hamburg 100 1 423 255 *
20 RETORTE GmbH Selenium Chemicals & Metals, Röthenbach 100 1 4.105 1.587 *
21 E.R.N. Elektro-Recycling NORD GmbH, Hamburg 100 1 4.580 259 *
22 Aurubis Product Sales GmbH, Hamburg 100 1 704 149 *
23 Deutsche Giessdraht GmbH, Emmerich 60 1 6.072 3.134 *
At Equity einbezogene Gesellschaften
24 Schwermetall Halbzeugwerk GmbH & Co. KG, Stolberg 50 15 104.349 23.317 *
Nicht konsolidierte Gesellschaften
25 Aurubis Stolberg Verwaltungs-GmbH, Stolberg 100 1 35 2
26 Hüttenbau-Gesellschaft Peute mbH, Hamburg 100 1 87 0
27 Aurubis Hong Kong Ltd., Hong Kong 100 2 995 -7 **/***
28 Aurubis Metal Products (Shanghai) Co., Ltd, Shanghai 100 27 122 -23 **/***
29 Aurubis Rus LLC, St. Petersburg 100 2 11 1 **/***
30 Aurubis Canada Metals Inc., Vancouver 100 1 58 0 **
31 BCPC B.V., Zutphen, Niederlande 100 1 -9 -13
32 Retorte do Brasil, Joinville 51 20 887 58 **/***
33 C.M.R. International N.V., Antwerpen 50 1 -2178 11
34 Schwermetall Halbzeugwerk GmbH, Stolberg 50 15 39 12
35 JoSeCo GmbH, Kirchheim/Schwaben 50 20 159 23 ***
36 Aurubis Middle East FZE, Dubai 100 22 100 16 **/***
37 Aurubis Turkey Kimya Anonim Sirketi, Istanbul 100 11 29 2

* Die Angabe des Eigenkapitals und des Jahresergebnisses erfolgt auf Basis des IFRS-Berichtspaketes, da ein handelsrechtlicher bzw. landesrechtlicher Jahresabschluss noch nicht verfügbar ist.

** Lokale Währung umgerechnet in EUR zum Stichtags- bzw. Durchschnittskurs per 30.09.2017.

*** Handelsrechtlicher bzw. landesrechtlicher Jahresabschluss per 31.12.2016.

Gewinnverwendungsvorschlag

in € 2016/17
Jahresüberschuss der Aurubis Aktiengesellschaft 148.539.080,49
Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 65.816.116,25
Einstellungen in andere Gewinnrücklagen 74.200.000,00
Bilanzgewinn 140.155.196,74

Der Hauptversammlung wird vorgeschlagen, den Bilanzgewinn der Aurubis AG in Höhe von 140.155.196,74 € zur Zahlung einer Dividende von 1,45 € je Stückaktie (= 65.187.248,35 €) zu verwenden und 74.967.948,39 € auf neue Rechnung vorzutragen.

Hamburg, 12. Dezember 2017

Der Vorstand

Jürgen Schachler, Vorsitzender

Dr. Stefan Boel, Mitglied

Versicherung der gesetzlichen Vertreter

Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Jahresabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt und im zusammengefassten Lagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage der Gesellschaft so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung der Gesellschaft beschrieben sind.

Hamburg, 12. Dezember 2017

Jürgen Schachler, Vorsitzender

Dr. Stefan Boel, Mitglied

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Aurubis AG, Hamburg

Vermerk über die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Aurubis AG, Hamburg, - bestehend aus der Bilanz zum 30. September 2017 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2016 bis zum 30. September 2017 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Aurubis AG, der mit dem Konzernlagebericht zusammengefasst ist, für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2016 bis zum 30. September 2017 geprüft. Die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289a HGB und § 315 Abs. 5 HGB sowie den Corporate Governance-Bericht nach Ziffer 3.10 des Deutschen Corporate Governance Kodex haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 30. September 2017 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2016 bis zum 30. September 2017 und
vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum Lagebericht erstreckt sich nicht auf den Inhalt der oben genannten Erklärung und des Corporate Governance-Berichts.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Jahresabschlusses

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2016 bis zum 30. September 2017 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

Aus unserer Sicht waren folgende Sachverhalte am bedeutsamsten in unserer Prüfung:

1 Bilanzierung von Sicherungsinstrumenten

2 Pensionsverpflichtungen und Deckungsvermögen

3 Bewertung von Anteilen an verbundenen Unternehmen

Unsere Darstellung dieser besonders wichtigen Prüfungssachverhalte haben wir jeweils wie folgt strukturiert:

1) Sachverhalt und Problemstellung

2) Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse

3) Verweis auf weitergehende Informationen

Nachfolgend stellen wir die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte dar:

1 Bilanzierung von Sicherungsinstrumenten

1) Die Aurubis AG schließt eine Vielzahl unterschiedlicher derivativer Finanzinstrumente zur Absicherung gegen Währungs-, Warenpreis- und Zinsänderungsrisiken aus dem gewöhnlichen Geschäftsbetrieb ab. Basis dafür ist die von den gesetzlichen Vertretern vorgegebene Sicherungspolitik, die in entsprechenden internen Richtlinien dokumentiert ist. Das Währungsrisiko resultiert im Wesentlichen aus Umsatzerlösen und Materialaufwendungen in Fremdwährung. Das Warenpreisänderungsrisiko betrifft schwerpunktmäßig den Kupferpreis im Metallein- und -verkauf. Das Zinsänderungsrisiko resultiert aus variabel verzinslichen Finanzierungen.

Die positiven beizulegenden Zeitwerte der insgesamt zur Sicherung eingesetzten derivativen Finanzinstrumente der Aurubis AG betragen zum Bilanzstichtag € 40,5 Mio; die negativen beizulegenden Zeitwerte betragen € 19,0 Mio. Die derivativen Finanzinstrumente werden soweit möglich zusammen mit den jeweiligen Grundgeschäften in Bewertungseinheiten gemäß § 254 HGB einbezogen mit der Folge, dass die Sicherungsinstrumente über die Dauer der Sicherungsbeziehung unter Anwendung der Einfrierungsmethode bilanziell unberücksichtigt bleiben. Soweit eine Sicherungsbeziehung unwirksam ist und ein Verlust verbleibt, wird eine Rückstellung für drohende Verluste gebildet. Aus unserer Sicht waren diese Sachverhalte aufgrund der hohen Komplexität und Anzahl der Sicherungsinstrumente sowie der umfangreichen Anforderungen an die Bilanzierung und Bewertung von besonderer Bedeutung für unsere Prüfung.

2) Für die Prüfung der Bilanzierung einschließlich der Ergebniseffekte aus den diversen Sicherungsbeziehungen haben wir unsere Spezialisten aus unserem Bereich Corporate Treasury Solutions (CTS) hinzugezogen. Mit diesen gemeinsam haben wir uns unter anderem ein Verständnis von den Prozessen im Bereich der derivativen Finanzinstrumente verschafft und das eingerichtete interne Kontrollsystem einschließlich der internen Überwachung der Einhaltung der Sicherungspolitik beurteilt. Bei der Prüfung der beizulegenden Zeitwerte haben wir auch die angewendeten Berechnungsmethodiken auf Basis von Marktdaten und den vertraglichen Basisdaten nachvollzogen. Hinsichtlich der Absicherung erwarteter Zahlungsströme haben wir im Wesentlichen rückblickend die Sicherungsgrade in der Vergangenheit und die erwarteten Sicherungsgrade in der Zukunft sowie die entsprechenden Effektivitätstests beurteilt. Zur Beurteilung der Vollständigkeit und zur Prüfung der beizulegenden Zeitwerte der erfassten Geschäfte haben wir Bank-und Brokerbestätigungen erhalten sowie eigene Berechnungen durchgeführt. Hierbei konnten wir uns davon überzeugen, dass die Bilanzierung und Bewertung der Sicherungsinstrumente insgesamt sachgerecht ist.

3) Die Angaben zu Sicherungsinstrumenten sind im Abschnitt 3. (8) des Anhangs enthalten.

2 Pensionsverpflichtungen und Deckungsvermögen

1) Im Jahresabschluss der Aurubis AG werden Pensionsrückstellungen in Höhe von € 148,9 Mio ausgewiesen, die sich als Saldo aus unmittelbaren Verpflichtungen aus verschiedenen Pensionsplänen in Höhe von € 108,0 Mio und den beizulegenden Zeitwerten des Deckungsvermögens in Höhe von € 3,9 Mio sowie der mittelbaren Verpflichtung aus der Unterdeckung einer Unterstützungskasse in Höhe von € 44,8 Mio zusammensetzen. Die Bewertung der Verpflichtungen aus den Pensionsplänen der unmittelbaren und mittelbaren Versorgungszusagen erfolgt nach der Anwartschaftsbarwertmethode. Dabei sind insbesondere Annahmen über die langfristigen Gehalts- und Rententrends, die durchschnittliche Lebenserwartung und die Fluktuation zu treffen. Das Deckungsvermögen der Aurubis AG sowie das Vermögen der Unterstützungskasse setzen sich zu großen Teilen aus Immobilienvermögen zusammen. Die Bewertung erfolgt zu beizulegenden Zeitwerten auf Basis von Immobiliengutachten. Aus unserer Sicht waren diese Sachverhalte im Rahmen unserer Prüfung von besonderer Bedeutung, da der Ansatz und die Bewertung dieser insgesamt betragsmäßig bedeutsamen Posten in einem wesentlichen Maß auf Einschätzungen und Annahmen der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft basieren.

2) Im Rahmen unserer Prüfung haben wir unter anderem die von der Aurubis AG eingeholten versicherungsmathematischen Gutachten gewürdigt. Angesichts der spezifischen Besonderheiten der versicherungsmathematischen Berechnungen haben uns dabei Pensionsspezialisten aus unserem Bereich People & Organisation (T&L P&O) unterstützt. Zur Verwertung der Gutachten für unsere Prüfung haben wir die fachliche Qualifikation der externen Gutachter sowie die verwendeten Bewertungsverfahren und -annahmen beurteilt. Darauf aufbauend haben wir unter anderem das Mengengerüst, die versicherungsmathematischen Parameter, die Rückstellungsberechnung sowie die Darstellungen in Bilanz und Anhang auf Basis der Gutachten nachvollzogen. Für die Prüfung der beizulegenden Zeitwerte des Deckungsvermögens und des Vermögens der Unterstützungskasse lagen uns insbesondere Immobilienbewertungsgutachten, Bank- und Fondsbestätigungen sowie andere Vermögensnachweise vor, die wir prüferisch gewürdigt haben. Auf Basis unserer Prüfungshandlungen konnten wir uns davon überzeugen, dass die von den gesetzlichen Vertretern vorgenommenen Einschätzungen und getroffenen Annahmen begründet und hinreichend dokumentiert sind.

3) Die Angaben zu Pensionsverpflichtungen und Deckungsvermögen sind im Abschnitt 3. (6) des Anhangs enthalten.

3 Bewertung von Anteilen an verbundenen Unternehmen

1) Im Jahresabschluss der Aurubis AG werden unter dem Bilanzposten "Finanzanlagen" Anteile an verbundenen Unternehmen in Höhe von € 1.470 Mio (39,3 % der Bilanzsumme) ausgewiesen. Die handelsrechtliche Bewertung von Anteilen an verbundenen Unternehmen richtet sich nach den Anschaffungskosten und dem niedrigeren beizulegenden Wert. Die beizulegenden Werte werden als Barwerte der erwarteten künftigen Zahlungsströme, die sich aus den von den gesetzlichen Vertretern erstellten Planungsrechnungen ergeben, mittels Discounted-Cashflow-Modellen ermittelt. Hierbei werden auch Erwartungen über die zukünftige Marktentwicklung und Annahmen über die Entwicklung makroökonomischer Einflussfaktoren berücksichtigt. Die Diskontierung erfolgt mittels der individuell ermittelten Kapitalkosten der jeweiligen Finanzanlage. Auf Basis der ermittelten Werte sowie weiterer Dokumentationen ergab sich für das Geschäftsjahr ein Zuschreibungsbedarf von insgesamt € 55,3 Mio.

Das Ergebnis dieser Bewertung ist in hohem Maße abhängig davon, wie die gesetzlichen Vertreter die künftigen Zahlungsströme einschätzen, sowie von den jeweils verwendeten Diskontierungszinssätzen und Wachstumsraten. Die Bewertung ist daher mit wesentlichen Unsicherheiten behaftet. Vor diesem Hintergrund und aufgrund der hohen Komplexität der Bewertung und der wesentlichen Bedeutung für die Vermögens- und Ertragslage der Gesellschaft war dieser Sachverhalt im Rahmen unserer Prüfung von besonderer Bedeutung.

2) Im Rahmen unserer Prüfung haben wir unter anderem das methodische Vorgehen zur Bewertung nachvollzogen. Wir haben insbesondere beurteilt, ob die beizulegenden Werte sachgerecht mittels Discounted-Cashflow-Modellen unter Beachtung der relevanten Bewertungsstandards ermittelt wurden. Dabei haben wir uns unter anderem auf einen Abgleich mit allgemeinen und branchenspezifischen Markterwartungen sowie auf umfangreiche Erläuterungen der gesetzlichen Vertreter zu den wesentlichen Werttreibern gestützt, die den erwarteten Zahlungsströmen zugrunde liegen. Mit der Kenntnis, dass bereits relativ geringe Veränderungen des verwendeten Diskontierungszinssatzes wesentliche Auswirkungen auf die Höhe des auf diese Weise ermittelten Unternehmenswerts haben können, haben wir uns intensiv mit den bei der Bestimmung des verwendeten Diskontierungszinssatzes herangezogenen Bewertungsparametern beschäftigt und das Berechnungsschema nachvollzogen. Die von den gesetzlichen Vertretern angewandten Bewertungsparameter und zugrunde gelegten Bewertungsannahmen sind unter Berücksichtigung der verfügbaren Informationen aus unserer Sicht insgesamt geeignet, um die Bewertung der Anteile an verbundenen Unternehmen sachgerecht vorzunehmen.

3) Die Angaben zu den Finanzanlagen sind im Abschnitt 3. (1) des Anhangs enthalten.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.
beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.
ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.
beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.
beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens.
führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und die hierzu getroffenen Schutzmaßnahmen.

Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Jahresabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.

Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen

Übrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVO

Wir wurden von der Hauptversammlung am 2. März 2017 als Abschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 11. Juli 2017 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2009/2010 als Abschlussprüfer der Aurubis AG, Hamburg, tätig.

Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen.

Verantwortlicher Wirtschaftsprüfer

Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Claus Brandt.

Hamburg, den 12. Dezember 2017

**PricewaterhouseCoopers GmbH

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft**

Claus Brandt, Wirtschaftsprüfer

Alexander Fernis, Wirtschaftsprüfer

Bericht des Aufsichtsrats

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,

im Geschäftsjahr 2016/17 hat der Aurubis-Konzern ein gutes operatives Ergebnis vor Steuern (operatives EBT) von 298 Mio. € erwirtschaftet. Die Leistungen von Vorstand, Führungspersonal sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in allen Bereichen verdienen erneut unsere Anerkennung.

Positiv wirkten sich im Geschäftsjahr der wesentlich über dem Vorjahr liegende Konzentratdurchsatz, ein vorteilhafter Einsatzmix und eine gute Verfügbarkeit an Kupferkonzentraten sowie höhere Raffinerielöhne für Altkupfer aus. Hinzu kamen ein höheres Metallausbringen bei gestiegenen Metallpreisen, der gesteigerte Absatz an Strangguss- und Flachwalzprodukten wie auch positive Beiträge aus dem Effizienzsteigerungsprogramm. Ebenso trug der starke US-Dollar zum Ergebnis bei.

Negativ beeinflusst wurde das Ergebnis hauptsächlich durch den geplanten Stillstand in Hamburg, ein Überangebot an Schwefelsäure mit entsprechendem Preisdruck sowie als Folge einer niedrigeren Kupferprämie und eines schwächeren Absatzes bei Gießwalzdraht.

Zusammenwirken von Aufsichtsrat und Vorstand

Gemeinsames Ziel von Vorstand und Aufsichtsrat ist die nachhaltige Steigerung des Unternehmenswerts der Aurubis AG und ihrer Konzerngesellschaften.

Der Aufsichtsrat und seine Ausschüsse haben den Vorstand auch 2016/17 in der Leitung des Unternehmens eng begleitet, sorgfältig überwacht, ihm beratend zur Seite gestanden sowie die ihnen nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben umfassend wahrgenommen. Der Aufsichtsrat hat sich von der Recht- und Zweckmäßigkeit der Geschäftsführung überzeugt. In allen Entscheidungen von grundlegender Bedeutung für das Unternehmen war der Aufsichtsrat, wie nachfolgend näher erläutert, rechtzeitig und unmittelbar eingebunden.

Der Vorstand hat den Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah und umfassend mittels eines schriftlichen Monatsberichts sowie in mündlicher Form über alle für das Unternehmen relevanten Angelegenheiten informiert. Hierzu zählen die Unternehmensstrategie, die Planung sowie wichtige Geschäftsvorfälle der Gesellschaft und des Konzerns, die damit verbundenen Chancen und Risiken sowie Fragen der Compliance.

Die für Aurubis bedeutenden Geschäftsvorgänge hat der Aufsichtsrat auf Basis der Berichte des Vorstands ausführlich erörtert. Den Beschlussvorschlägen des Vorstands hat der Aufsichtsrat nach gründlicher Prüfung und Beratung zugestimmt.

Der Aufsichtsrat wurde fortlaufend und detailliert über die Ergebnis- und Beschäftigungsentwicklung des Konzerns und der einzelnen Segmente sowie über die Finanzlage des Unternehmens unterrichtet. Abweichungen des Geschäftsverlaufs von den aufgestellten Plänen hat der Vorstand ausführlich erläutert und deren Gründe sowie die eingeleiteten Maßnahmen mit dem Aufsichtsrat diskutiert.

Der Aufsichtsratsvorsitzende stand auch außerhalb der Sitzungen in regelmäßigem Kontakt zum Vorstand, vor allem zum Vorstandsvorsitzenden, und hat sich mit ihm über aktuelle Entwicklungen ausgetauscht.

Beratungen im Aufsichtsrat

Im Geschäftsjahr 2016/17 fanden drei ordentliche Aufsichtsratssitzungen (am 13.12.2016, 01.03.2017 und 07.06.2017) und eine außerordentliche Aufsichtsratssitzung (am 20.07.2017) statt. Die vierte ordentliche Aufsichtsratssitzung fand wenige Tage nach Ende des Geschäftsjahres am 05.10.2017 statt. Im schriftlichen Umlaufverfahren wurden drei Beschlüsse gefasst. Die Teilnahmequote der Aufsichtsratsmitglieder lag bei 100 %. Der Aufsichtsrat tagte in drei Sitzungen zeitweise ohne die Anwesenheit des Vorstands.

Die nachfolgende Tabelle zeigt die Teilnahmequote der Mitglieder an den Aufsichtsratssitzungen und an den jeweiligen Ausschüssen.

Individualisierte Offenlegung der Sitzungsteilnahme

T 002

Sitzungsanwesenheit Anwesenheit
Aufsichtsratsplenum 3 ordentliche/ 1 außerordentliche Sitzung
Prof. Dr.-Ing. Heinz Jörg Fuhrmann (Vorsitzender) 4/4 100 %
Renate Hold-Yilmaz (stellvertretende Vorsitzende) 4/4 100 %
Burkhard Becker 4/4 100 %
Dr. Bernd Drouven 4/4 100 %
Jan Koltze 4/4 100 %
Dr.-Ing. Joachim Faubel 4/4 100 %
Ralf Winterfeldt 4/4 100 %
Dr. med. Dipl.-Chem. Thomas Schultek 4/4 100 %
Dr. Sandra Reich 4/4 100 %
Prof. Dr. Fritz Vahrenholt 4/4 100 %
Rolf Schwertz 4/4 100 %
Dr.-Ing. Ernst J. Wortberg 4/4 100 %
Personalausschuss 4 Sitzungen
Prof. Dr.-Ing. Heinz Jörg Fuhrmann (Vorsitzender) 4/4 100 %
Dr. Bernd Drouven 4/4 100 %
Renate Hold-Yilmaz 4/4 100 %
Dr. med. Dipl.-Chem. Thomas Schultek 4/4 100 %
Prof. Dr. Fritz Vahrenholt 4/4 100 %
Ralf Winterfeldt 3/4 75 %
Prüfungsausschuss (Audit Committee) 4 Sitzungen
Dr.-Ing. Ernst J. Wortberg (Vorsitzender) 4/4 100 %
Burkhard Becker 4/4 100 %
Jan Koltze 4/4 100 %
Renate Hold-Yilmaz 4/4 100 %
Nominierungsausschuss 2 Sitzungen
Prof. Dr.-Ing. Heinz Jörg Fuhrmann (Vorsitzender) 2/2 100 %
Burkhard Becker 2/2 100 %
Prof. Dr. Fritz Vahrenholt 2/2 100 %
Dr.-Ing. Ernst J. Wortberg 2/2 100 %
Technikausschuss 2 Sitzungen
Dr. Bernd Drouven (Vorsitzender) 2/2 100 %
Prof. Dr.-Ing. Heinz Jörg Fuhrmann 1/2 50 %
Renate Hold-Yilmaz 1/2 50 %
Dr. med. Dipl.-Chem. Thomas Schultek 2/2 100 %
Vermittlungsausschuss tagte im Geschäftsjahr nicht
Prof. Dr.-Ing. Heinz Jörg Fuhrmann (Vorsitzender)
Renate Hold-Yilmaz (stellvertretende Vorsitzende)
Dr. Sandra Reich
Ralf Winterfeldt

Gegenstand regelmäßiger Beratung im Plenum des Aufsichtsrats waren der Geschäftsverlauf, die Beschäftigung im Konzern und die Entwicklungen des Ergebnisses, der Rohstoff- und Devisenmärkte. Der Aufsichtsrat befasste sich ebenfalls mit der Finanzlage und dem Stand der Investitionen. Insbesondere begleitete der Aufsichtsrat die Planung des Projektes Future Complex Metallurgy (FCM) und des Transformationsprogramms ONE Aurubis, die von Mitarbeitern der ersten und zweiten Führungsebene unterhalb des Vorstands vorgestellt wurden. Ein weiterer Schwerpunkt lag in der Erarbeitung des neuen Vergütungssystems und der Suche nach einem neuen Finanzvorstand. In den Sitzungen wurde von den Vorsitzenden des Personal-, des Prüfungs- und des Technikausschusses über deren Arbeit, die beschlossenen Vorschläge sowie die erzielten Ergebnisse berichtet.

Aufgrund der Erkrankung von Herrn Faust wurde am 07.11.2016 im schriftlichen Umlaufverfahren die Geschäftsordnung des Vorstands hinsichtlich der Geschäftsverteilung geändert.

Am 24.11.2016 wurde Herr Faust im schriftlichen Umlaufverfahren aus gesundheitlichen Gründen temporär von seinen Diensten befreit.

In der Sitzung am 13.12.2016 hat der Aufsichtsrat die Vergütung und Sondervergütung der Mitglieder des Vorstands für das Geschäftsjahr 2015/16 auf Basis der ermittelten Zielerreichung festgelegt. Einzelheiten hierzu sind in diesem Geschäftsbericht unter dem Punkt "Vergütungsbericht" erläutert.

In derselben Sitzung standen die Prüfung des Konzern- und Jahresabschlusses 2015/16 mit dem darin enthaltenen Corporate-Governance-Bericht sowie die Vorbereitung der Hauptversammlung 2017 im Mittelpunkt der Beratung. Der Vorstand berichtete zum laufenden Geschäft sowie über die Aufnahme der Projekte FCM und Emerald in die erweiterte Planung.

Der Vorsitzende des Technikausschusses berichtete über die Sitzung des Ausschusses und ging hierbei auf den Stand der Planung des Projektes FCM und auf den Umsetzungsstand des Projektes SCOPE (Supply Chain OPtimization and Excellence) ein.

In der Sitzung am 01.03.2017 befasste sich der Aufsichtsrat mit der Ertragslage nach Ablauf des ersten Quartals des Geschäftsjahres sowie mit den Entwicklungen des Ergebnisverbesserungsprogramms in der Business Line Flat Rolled Products. Der Vorstand gab dem Aufsichtsrat einen zusammenfassenden Überblick über den Status des Projektes ONE Aurubis und diskutierte die Vision 2025. Der Aufsichtsrat genehmigte die Sanierung der Elektrolyse am Standort Lünen.

In der Sitzung am 07.06.2017 berichteten der Vorstand und die jeweilige Projektleitung über den Stand der Planung des Projektes FCM und weiterer Wachstumsprojekte.

Der Aufsichtsrat genehmigte den Bau eines integrierten Innovations- und Ausbildungszentrums am Standort Hamburg sowie die Investition für umfangreiche Reparaturmaßnahmen in Pirdop (Pirdop Shutdown 2018) und befasste sich mit dem Entwurf des neuen Vergütungssystems für Vorstände. Des Weiteren beschloss der Aufsichtsrat die Erhöhung der Vorstandsgehälter um 5,26 % mit Wirkung zum 01.10.2017 sowie die Festlegung der Zielquote für Frauen im Vorstand mit 25 % bis zum 30.06.2022 und bevollmächtigte Herrn Prof. Fuhrmann, den Vorstandsvertrag mit Herrn Faust aufzuheben.

In der außerordentlichen Aufsichtsratssitzung am 20.07.2017 genehmigte der Aufsichtsrat die neue Organisationsstruktur des Aurubis-Konzerns, die im Wesentlichen funktional aufgebaut ist, sowie den neuen Geschäftsverteilungsplan.

Am 05.09.2017 wurde im schriftlichen Umlaufverfahren Herr Rainer Verhoeven mit Wirkung zum 01.01.2018 zum neuen Finanzvorstand bestellt.

Ausschüsse

Zur Wahrnehmung seiner Aufgaben hatte der Aufsichtsrat im Geschäftsjahr 2016/17 insgesamt fünf Ausschüsse gebildet, um die Arbeit im Plenum effektiv zu unterstützen. Die Ausschüsse bereiteten die Beschlüsse des Aufsichtsrats sowie die Themen vor, die im Plenum zu behandeln waren. Der Vermittlungsausschuss gem. § 27 Abs. 3 Mitbestimmungsgesetz hat im Berichtsjahr nicht getagt.

Allgemeine Ausführungen zur Zusammensetzung und Arbeitsweise des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse finden sich in der diesjährigen Erklärung zur Unternehmensführung als Teil des Lageberichts der Aurubis AG.

Herr Winterfeldt hat an einer Personalausschusssitzung, Frau Renate Hold-Yilmaz und Herr Prof. Heinz Jörg Fuhrmann haben an einer Technikausschusssitzung nicht teilgenommen.

Arbeit des Nominierungsausschusses

Der Nominierungsausschuss tagte im Berichtszeitraum zweimal. Dieser bereitete das Kompetenzprofil für den Aufsichtsrat vor und suchte die Kandidaten für die Anteilseignervertreter im Aufsichtsrat. Der Nominierungsausschuss schlug dem Aufsichtsrat die Getrennterfüllung der Geschlechterquote nach § 96 Abs. 2 Satz 3 AktG für die Aufsichtsratswahl 2018 vor.

Arbeit des Personalausschusses

Der Personalausschuss trat im Berichtszeitraum viermal zusammen. Er befasste sich mit der Beendigung des Vorstandsvertrags von Herrn Faust und mit der Suche nach einem neuen Finanzvorstand. Er erarbeitete Vorschläge für die neue Vorstandsvergütung, die Erhöhung der Vorstandsvergütung ab dem 01.10.2017 sowie für die Zielgröße der Geschlechterquote im Vorstand.

Arbeit des Prüfungsausschusses (Audit Committee)

Der Prüfungsausschuss trat im Berichtszeitraum viermal zusammen. In allen Sitzungen prüfte er die Quartalsberichte bzw. den Jahres- und Konzernabschluss des abgelaufenen Geschäftsjahres und erörterte diese mit dem Vorstand. Er befasste sich außerdem mit der Überwachung der Rechnungslegung, des Rechnungslegungsprozesses, der Wirksamkeit des internen Kontroll- und des Revisionssystems sowie mit dem Risiko- und Compliance-Management des Konzerns. Der Prüfungsausschuss empfahl dem Aufsichtsrat, die PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Hamburg, als Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2016/17. Der Prüfungsausschuss ermächtigte den Vorstand, den Abschlussprüfer in einem begrenzten Rahmen ab dem 01.10.2016 auch mit zulässigen Nichtprüfungsleistungen zu beauftragen.

Der Vorsitzende des Prüfungsausschusses, Herr Dr. Ernst Wortberg, verfügt über besondere Kenntnisse und Erfahrungen in der Anwendung von Rechnungslegungsgrundsätzen und internen Kontrollverfahren. Er ist unabhängig und kein ehemaliges Vorstandsmitglied der Gesellschaft.

Neben der Erteilung des Prüfungsauftrags und der Honorarvereinbarung mit dem Abschlussprüfer legte der Ausschuss die Prüfungsschwerpunkte für die Abschlussprüfung 2016/17 fest, und zwar:

Präsentation finanzieller Messgrößen im Lichte der ESMA-Leitlinie
Anhangangaben zu den Auswirkungen neuer Standards auf den IFRS-Konzernabschluss
Prüfung der Pensionsrückstellungen und des Deckungsvermögens der Aurubis AG

Die ersten beiden Schwerpunkte sind auch Prüfungsschwerpunkte 2017 der Deutschen Prüfstelle für Rechnungslegung e. V. Ferner überwachte der Prüfungsausschuss die Unabhängigkeit des Abschlussprüfers, holte die nach dem Deutschen Corporate Governance Kodex empfohlene Erklärung zu dessen Unabhängigkeit ein und befasste sich mit den vom Abschlussprüfer zusätzlich erbrachten Leistungen. Der vorgesehene Abschlussprüfer verpflichtete sich in diesem Zusammenhang, den Vorsitzenden des Prüfungsausschusses über während der Prüfung auftretende mögliche Ausschluss- und Befangenheitsgründe unverzüglich zu unterrichten.

Vertreter des Abschlussprüfers haben an zwei Sitzungen des Prüfungsausschusses teilgenommen und berichteten über die Prüfung des Konzern- und Jahresabschlusses sowie die neue Struktur der Bestätigungsvermerke im Konzern- und Jahresabschluss.

Arbeit des Technikausschusses

Der Technikausschuss trat im Berichtszeitraum zweimal zusammen. Neben der Begleitung von diversen Optimierungs- und Entwicklungsprojekten war der Ausschuss im Wesentlichen mit dem Projekt FCM und dem Umsetzungsstand des Projekts SCOPE befasst. Zu diesen beiden Projekten stellten der Vorstand und die jeweiligen Projektleiter dem Ausschuss den bisherigen Stand der Planung vor. Der Ausschuss erörterte neben den technischen Konzepten des Projektes FCM auch die jeweilige Investitionsplanung sowie Wirtschaftlichkeitsrechnung.

Corporate Governance und Entsprechenserklärung

Die regelmäßige Effizienzprüfung wurde vom Aufsichtsrat in der Sitzung am 20.07.2017 vorgenommen. Der Aufsichtsrat stellte nach ausführlicher Diskussion seine Effizienz fest.

Über die Corporate Governance bei der Aurubis AG berichtete der Vorstand zugleich auch für den Aufsichtsrat gemäß Ziffer 3.10 des Deutschen Corporate Governance Kodex in der Erklärung zur Unternehmensführung und im Bericht zur Corporate Governance, die Teil des Lageberichts sind.

Vorstand und Aufsichtsrat der Aurubis AG haben am 06.11.2017 die aktualisierte Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex gem. § 161 AktG abgegeben und unter www.aurubis.com dauerhaft öffentlich zugänglich gemacht. Die Aurubis AG entspricht den Kodexempfehlungen mit zwei Ausnahmen. Nähere Informationen hierzu können der Entsprechenserklärung entnommen werden.

Interessenkonflikte

Interessenkonflikte von Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern, die dem Aufsichtsrat unverzüglich offenzulegen sind und über die die Hauptversammlung zu informieren ist, traten nicht auf. Wesentliche Geschäfte mit einem Vorstandsmitglied bzw. nahestehenden Personen oder Unternehmungen gab es keine.

Prüfung des Abschlusses der Aurubis AG und des Konzerns

Der vom Vorstand nach den Regeln des HGB aufgestellte Jahresabschluss der Gesellschaft und der nach internationalen Rechnungslegungsstandards (IFRS) aufgestellte Konzernabschluss für das Geschäftsjahr vom 01.10.2016 bis zum 30.09.2017 sowie der zusammengefasste Lagebericht für die Gesellschaft und den Konzern wurden gemäß Beschluss der Hauptversammlung der Gesellschaft vom 02.03.2017 und der anschließenden Auftragserteilung durch den Aufsichtsrat von der PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Hamburg, geprüft. Der verantwortliche Wirtschaftsprüfer war Herr Claus Brandt, der den Konzern und die Gesellschaft erstmals geprüft hat. Der Abschlussprüfer erteilte jeweils uneingeschränkte Bestätigungsvermerke. Die PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Hamburg, ist seit dem Geschäftsjahr 2008/09 als Abschlussprüfer bestellt und hat Aurubis mit Prüfung des Geschäftsjahres 2016/17 das neunte Mal geprüft.

Am 12.12.2017 fand die Bilanzaufsichtsratssitzung statt. Alle Aufsichtsratsmitglieder erhielten rechtzeitig vor dieser Sitzung die Jahresabschlussunterlagen und Prüfungsberichte sowie den Vorschlag des Vorstands für die Verwendung des Bilanzgewinns und alle sonstigen Vorlagen. Diese Unterlagen wurden in der Bilanzsitzung des Aufsichtsrats ausführlich besprochen. Der Abschlussprüfer nahm an dieser Sitzung teil, berichtete ausführlich über den Prüfungsverlauf und die wesentlichen Ergebnisse der Prüfungen und stand dem Aufsichtsrat für ergänzende Auskünfte und Diskussionen der Unterlagen sowie seiner ergänzenden Ausführungen zur Verfügung.

Nach ausführlicher Besprechung der Prüfungsergebnisse und nach eingehender Auseinandersetzung mit dem Bericht des Abschlussprüfers sowie dem Vorschlag des Vorstands für die Verwendung des Bilanzgewinns und auf Basis seiner eigenen Prüfung und Erörterung des Jahresabschlusses, des Konzernabschlusses, des zusammengefassten Lageberichts für die Gesellschaft und den Konzern stimmte der Aufsichtsrat dem Ergebnis der Prüfung durch den Abschlussprüfer zu. Der Aufsichtsrat stellte fest, dass keine Einwendungen zu erheben sind, und billigte in der Bilanzsitzung gemäß den Empfehlungen des Prüfungsausschusses den Jahresabschluss, der damit festgestellt ist, sowie den Konzernabschluss und den zusammengefassten Lagebericht. Der Aufsichtsrat schloss sich dem Vorschlag des Vorstands für die Verwendung des Bilanzgewinns an.

Veränderungen im Aufsichtsrat und Vorstand

Herr Erwin Faust wurde aus gesundheitlichen Gründen am 24.11.2016 bis auf Weiteres temporär vom Dienst befreit. Am 30.06.2017 legte Herr Faust sein Amt als Finanzvorstand der Aurubis AG nieder. Der Aufsichtsrat dankt Herrn Faust für seinen großen Einsatz, wünscht ihm eine vollständige Genesung und für die Zukunft alles erdenklich Gute. Zum 01.01.2018 wurde Herr Rainer Verhoeven zum neuen Finanzvorstand bestellt.

Hamburg, Dezember 2017

Der Aufsichtsrat

Prof. Dr.-Ing. Heinz Jörg Fuhrmann, Vorsitzender