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AdCapital AG Annual Report 2008

Jul 23, 2009

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Annual Report

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Geschäftsbericht 2008

Kennzahlen der AdCapital AG

> in Mio. E 2008 2007 +/– in %
Erträge aus Beteiligungen 0,0 2,5 –100
Nettoerträge aus dem Abgang von Beteiligungen 0,0 1,7 –100
Finanzergebnis –45,2 –0,1 n /a
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit –34,7 9,8 –454
Periodenergebnis –34,3 8,5 –504
Ergebnis je Aktie in E
(unverwässert/verwässert)
–2,4 0,6 –500
Dividende je Aktie in E 0,50 0,50 0
Eigenkapital 147,5 193,0 –24
Eigenkapitalquote in % 95,9 96,6 –1
Eigenkapital je Aktie in E 10,4 13,3 –22
Nettofinanzposition 124,7 168,7 –26
Beteiligungsvolumen (Buchwerte) 44,1 41,6 6
Anzahl der wesentlichen Beteiligungen
(einschließlich mittelbarer Beteiligungen)
12 12 0

Kennzahlen des Konzerns

> in Mio. E 2008 2007 +/– in %
Umsatzerlöse 153,8 117,8 31
Betriebliches Ergebnis 6,8 19,8 –66
Finanzergebnis –51,6 –0,8 6.350
Konzernergebnis (ohne Drittanteile) –43,8 15,7 –379
Ergebnis je Aktie in E
(unverwässert/verwässert)
–3,1 1,1 –382
Eigenkapital 157,7 216,1 –27
Eigenkapitalquote in % 77,6 79,7 –3
Eigenkapital je Aktie in E 11,2 14,9 –25
Nettofinanzposition 69,4 127,5 –46
Investitionen 7,9 8,7 –9
Mitarbeiter zum 31. Dezember 1.558 1.564 0

Geschäftsbericht 2008

Corporate Mission

AdCapital: "Kapital für Unternehmer und Unternehmen"

Wir stellen Unternehmern und Unternehmen Eigen- und Mezzanine-Kapital zur Verfügung. Unser Kapital investieren wir dabei gezielt in aussichtsreiche Unternehmen und begleiten sie aktiv bei ihrer Entwicklung. Die AdCapital AG stellt ihren Beteiligungen Eigenkapital grundsätzlich unbefristet zur Verfügung. Wir verstehen uns als nachhaltig agierender Investor, der bewusst auf eine kurzfristige Exit-Strategie verzichtet. Anders als viele Beteiligungsgesellschaften arbeitet die AdCapital AG mit hohen Eigenkapitalquoten und verzichtet auf eine hohe Verschuldung, welche die Unternehmensentwicklung gefährdet. Wenn es aus strategischer Sicht sinnvoll ist, führen wir unsere Beteiligungen nach erfolgreicher Weiterentwicklung an der Börse ein oder veräußern sie an einen strategischen Investor beziehungsweise einen neuen Finanzinvestor. Mezzanine-Kapital stellen wir ausschließlich individualisiert für einen Zeitraum von drei bis acht Jahren zur Verfügung, bevorzugt zum Zweck von Wachstumsfinanzierungen.

Wir bieten Unternehmen eine breit angelegte industrielle Expertise und ein Netzwerk von strategischen Partnern. Mit dieser Unterstützung eröffnen wir unseren Beteiligungsgesellschaften die Möglichkeit, ihre Wachstums- und Ertragspotenziale auszuschöpfen und ihren Wert zu steigern. Mit unserer Krisen- und Sanierungserfahrung sind wir auch unter schwierigen Markt- und Geschäftsbedingungen der richtige Partner.

Durch eine Anlage von Teilen unseres Vermögens in Wertpapieren stärken wir unsere Bankenunabhängigkeit und gestalten die Vermögens- und Ertragslage unseres Unternehmens unabhängiger von den Schwankungen im Beteiligungsbereich.

Kapital für Unternehmer und Unternehmen

Inhalt

Vorwort des Vorstands 6
Bericht des Aufsichtsrats 8
Unser Geschäftsmodell 10
Unser Beteiligungsportfolio 12
Corporate Governance-Bericht 18
Die AdCapital-Aktie 21
Zusammengefasster Lagebericht 25
Jahresabschluss der AdCapital AG 42
Konzernabschluss der AdCapital AG 59
Impressum, Kontakt, Finanzkalender 124

Vorwort des Vorstands

6 Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,

2007 war das Jahr der Subprime-Krise, 2008 das Jahr der Banken- beziehungsweise Finanzkrise. Spätestens seit dem Zusammenbruch von Lehman Brothers im September 2008 sprechen wir nun von einer allgemeinen Wirtschaftskrise. Diesen allgemeinen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen konnten wir uns weder operativ noch durch unsere Wertpapieranlagen entziehen. Im Gegenteil: Die hohen Verluste aus Wertpapieranlagen haben sowohl bei der AdCapital AG als auch im Konzern zu einem deutlich negativen Ergebnis geführt.

Im Geschäftsjahr 2008 haben wir den Konzernumsatz insgesamt auf 153,8 Mio. € gesteigert (Vorjahr: 117,8 Mio. €). Der Umsatzanstieg beruht im Wesentlichen auf der erstmaligen vollständigen Einbeziehung der 2007 neu erworbenen Taller GmbH. Darüber hinaus konnten einige unserer übrigen Beteiligungen zum Teil überdurchschnittliche Umsatz- und Ergebnissteigerungen erwirtschaften.

Während das erste Halbjahr des abgelaufenen Geschäftsjahres bei praktisch allen operativen Beteiligungen erfreulich verlaufen ist, mussten wir insbesondere im vierten Quartal 2008 erhebliche Auftragsrückgänge sowie damit verbundene Umsatzrückgänge verzeichnen. Vor allem in den Bereichen Nutzfahrzeuge, Druckmaschinen und Kabelkonfektion, in denen Tochtergesellschaften als Zulieferer tätig sind, haben wir starke Nachfrageeinbrüche hinnehmen müssen.

Das operative Ergebnis des Konzerns sank entsprechend von 19,8 Mio.€ im Vorjahr auf 6,8 Mio.€ im abgelaufenen Geschäftsjahr 2008. Bereinigt um (positive wie negative) Sondereffekte aus der Erst- sowie Folgekonsolidierung der Taller-Gruppe ist das operative Ergebnis des Konzerns 2008 mit 9,9 Mio. € gegenüber 11,0 Mio. € im Jahr 2007 annähernd stabil geblieben.

Erheblich belastet wurde das operative Konzernergebnis 2008 durch die schwache operative Entwicklung der Taller GmbH. Angesichts des dramatisch verschlechterten Marktumfelds haben sich die eingeleiteten Restrukturierungsmaßnahmen als nicht ausreichend erwiesen. Wir waren daher gezwungen, Anfang 2009 weiteres Kapital für diese Beteiligung bereitzustellen und die Restrukturierung durch umfassende Personalmaßnahmen zu intensivieren.

Die Entwicklung unseres Geschäftsbereichs Asset-Management ist schon im ersten Halbjahr 2008 enttäuschend verlaufen. In den Monaten September und Oktober 2008 haben wir angesichts der Entwicklung der Kapitalmärkte erhebliche negative Entwicklungen verzeichnet, insbesondere durch hohe Abschreibungen auf Unternehmensanleihen und auf strukturierte Produkte. Hiervon waren besonders Anlagen betroffen, die durch Finanztitel (Banken, Versicherungen) unterlegt waren. Diese negativen Entwicklungen setzten sich auch im ersten Quartal des Jahres 2009 fort. Die Unternehmensanleihen weisen zum großen Teil Spreadausweitungen in einem Umfang aus, wie sie die Kapitalmärkte seit der Weltwirtschaftskrise der 30er Jahre nicht mehr erlebt haben. Insgesamt wurde im Konzern ein negatives Finanzergebnis in Höhe von 51,4 Mio. € (Vorjahr: –0,8 Mio. €) erwirtschaftet.

Wegen der aktuell hohen Marktunsicherheiten haben wir keine neuen Beteiligungen erworben, sondern uns darauf beschränkt, die Finanzierung unserer vorhandenen Beteiligungen sicherzustellen. Lediglich bei der Elmotec GmbH in Karben haben wir Anfang 2008 eine Patentfinanzierung mit einem Umfang von 5,0 Mio. € durchgeführt.

Das Gesamtvolumen der mittelbar sowie unmittelbar im Portfolio der AdCapital AG gehaltenen wesentlichen Beteiligungen beträgt zum 31. Dezember 2008 44,1 Mio.€ (Vorjahr: 41,6 Mio.€). Der Zugang gegenüber dem Vorjahr ist durch Wertaufholungen sowie Kapitalerhöhungen begründet. Zusätzlich wurden insgesamt 25,8 Mio. € (Vorjahr: 26,0 Mio. €) an Darlehen an unsere Beteiligungen ausgereicht.

Die AdCapital AG hat wegen der hohen Verluste aus Wertpapieranlagen einen Jahresfehlbetrag von –34,3 Mio. € erzielt (Vorjahr: 8,5 Mio. € Jahresüberschuss). Das buchmäßige Eigenkapital hat sich von 193,0 Mio. € auf 147,5 Mio. € verringert. Da die Eigenkapitalquote der AdCapital AG mit 95,9% unverändert sehr hoch ist, konnten in den Vorjahren gebildete Gewinnrücklagen aufgelöst und eine Dividendenausschüttung in Höhe von 0,50 € je Aktie für das Kalenderjahr 2008 vorgeschlagen werden.

Im November 2007 haben Vorstand und Aufsichtsrat von ihrer in der Hauptversammlung beschlossenen Ermächtigung zum Rückkauf eigener Aktien Gebrauch gemacht und ein Aktienrückkaufprogramm beschlossen. Im Rahmen des Aktienrückkaufprogramms wurden im Kalenderjahr 2008 weitere 387.878 Aktien sowie im ersten Quartal 2009 weitere 223.763 Aktien zurückgekauft.

Unsere Aktie folgt im Kalenderjahr 2008 in etwa der allgemeinen negativen Aktienkursentwicklung in Deutschland. Wir gehen davon aus, dass die aktuelle Rezession nicht nur das Jahr 2009 belastet, sondern wahrscheinlich bis ins Jahr 2010 andauern wird. Wir werden daher bei neuen Investitionen bis auf Weiteres zurückhaltend sein und vorwiegend unsere vorhandenen Beteiligungen unterstützen.

Ihr

Dieter Jeschke

Bericht des Aufsichtsrats

8 Der Aufsichtsrat hat die Arbeit des Vorstands im Geschäftsjahr 2008 entsprechend den ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben überwacht und beratend begleitet. Er hat sich im Berichtsjahr anhand schriftlicher und mündlicher Berichte des Vorstands in fünf gemeinsamen Sitzungen, in Besprechungen einzelner Aufsichtsratsmitglieder mit dem Vorstand sowie fernmündlich eingehend über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns, den Geschäftsverlauf sowie über grundlegende Fragen der Geschäftspolitik unterrichten lassen.

Gegenstand der Berichterstattung und der Beratungen waren insbesondere die laufende Geschäftsentwicklung der AG und der konzernangehörigen Gesellschaften, die laufende Überprüfung der bestehenden operativen Engagements, das Risikomanagementsystem sowie die Prüfung von potenziellen Neuinvestments und möglichen Desinvestments. Ein wesentlicher Gegenstand der Beratungen waren die Auswirkungen der aktuellen Wirtschaftskrise und die Reaktionen darauf. Alle operativen Beteiligungen wurden auf ihre Krisenresistenz hin untersucht und notwendige Maßnahmen bis hin zu notwendigen Rekapitalisierungen wurden geprüft. In einer Sondersitzung wurde die Strategie der AdCapital AG grundlegend überprüft. Eine Sitzung des Aufsichtsrats fand bei der im Vorjahr neu erworbenen Tochtergesellschaft Taller GmbH in Waldbronn statt.

Ein weiteres regelmäßig behandeltes Thema der Aufsichtsratssitzungen war die Anlagepolitik des Unternehmens und des Spezialfonds, insbesondere vor dem Hintergrund der Entwicklungen der Bankenkrise. Auf Empfehlung des Aufsichtsrats wurde ein früheres Mitglied dieses Gremiums als bankenunabhängiger Berater des Spezialfonds eingesetzt und hat in den Aufsichtsratssitzungen mehrfach über die

Fondsentwicklung berichtet. Alle Geschäfte, die aufgrund gesetzlicher oder satzungsgemäßer Bestimmung der Zustimmung des Aufsichtsrats bedürfen, sind dem Aufsichtsrat zur Beratung und Beschlussfassung vorgelegt worden. Der Aufsichtsrat konnte sich davon überzeugen, dass der Vorstand die Geschäfte ordnungsgemäß führt. Der Vorstand hat den Aufsichtsratsvorsitzenden laufend über alle wichtigen Geschäftsvorfälle und die Entwicklung der Finanzkennzahlen informiert. Ausschüsse des Aufsichtsrats wurden nicht gebildet.

Corporate Governance und Entsprechenserklärung

In der Sitzung vom 22. April 2008 hat der Aufsichtsrat die Effizienz seiner Arbeit überprüft. Dabei wurde unter Zugrundelegung eines Prüfungskatalogs festgestellt, dass der Aufsichtsrat seinen Aufgaben auf Basis der vom Vorstand bereitgestellten Informationen sachgerecht und effizient nachkommt.

In seiner Sitzung vom 18. November 2008 hat sich der Aufsichtsrat intensiv mit den Änderungen des Deutschen Corporate Governance Kodex vom 6. Juni 2008 beschäftigt. Gemäß §161 AktG haben Aufsichtsrat und Vorstand in dieser Sitzung die jährliche Entsprechenserklärung abgegeben, die den Aktionären auf der Website www.adcapital.de dauerhaft zugänglich gemacht ist. Der ausführliche Corporate Governance-Bericht ist Bestandteil des Geschäftsberichts für das Geschäftsjahr 2008.

Prüfung und Feststellung des Jahresabschlusses 2008

Die von der Hauptversammlung der AdCapital AG am 4. Juli 2008 als Abschlussprüfer und Konzernabschlussprüfer gewählte BDO Deutsche Warentreuhand Aktiengesellschaft Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Leonberg, wurde vom Aufsichtsratsvorsitzenden schriftlich mit der Prüfung der Rechnungslegung beauftragt, nachdem sie dem Aufsichtsratsvorsitzenden schriftlich bestätigt hatte, dass keine Umstände bestehen, die ihre Unabhängigkeit als Abschlussprüfer beeinträchtigen könnten.

Die Buchführung, der Jahresabschluss und der nach den internationalen Rechnungslegungsstandards (IFRS) erstellte Konzernabschluss der AdCapital AG zum 31. Dezember 2008 sowie der zusammengefasste Lagebericht wurden von der BDO geprüft und jeweils mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Der Abschlussprüfer hat im Rahmen seiner Prüfungspflichten gemäß §317 Abs. 4 HGB ebenfalls zu beurteilen, ob der Vorstand die nach §91 Abs. 2 AktG gesetzlich geforderten Maßnahmen getroffen und insbesondere ein Überwachungssystem eingerichtet hat, damit Entwicklungen, die den Fortbestand der Gesellschaft gefährden könnten, frühzeitig erkannt werden. Dabei hat der Abschlussprüfer keine im Rahmen dieser Prüfung an den Aufsichtsrat zu berichtenden Vorgänge festgestellt. Der Aufsichtsrat hat den Jahresabschluss und den Konzernabschluss der AdCapital AG, den zusammengefassten Lagebericht sowie den Abhängigkeitsbericht geprüft und nach dem abschließenden Ergebnis der Prüfung keine Einwände erhoben. Die die Prüfungstestate unterzeichnenden Wirtschaftsprüfer haben an der Bilanzsitzung des Aufsichtsrats teilgenommen, ausführlich über ihre Prüfung des AG- und Konzernabschlusses berichtet und die vom Aufsichtsrat gestellten Fragen beantwortet.

Der Aufsichtsrat hat die vom Vorstand aufgestellten Jahresabschlüsse der AdCapital AG sowie des AdCapital-Konzerns in der Bilanzsitzung am 22. April 2009 ausführlich erörtert und anschließend durch Beschlussfassung im Umlaufverfahren am 29. April 2009 gebilligt. Der Jahresabschluss der AdCapital AG zum 31. Dezember 2008 wurde damit festgestellt. Darüber hinaus schließen wir uns dem Vorschlag des Vorstands an, eine Dividende in Höhe von 0,50 € je Aktie auszuschütten.

Erläuterung der Angaben nach §§289 Abs. 4, 315 Abs. 4 HGB

Die nach §§289 Abs. 4, 315 Abs. 4 HGB in den Lagebericht aufzunehmenden Angaben wurden ausführlich erörtert. Die Angaben im Lagebericht sind zutreffend. Bei der AdCapital AG gewährt jede Aktie eine Stimme. Sonderrechte oder satzungsgemäße Beschränkungen für Stimmrechte oder Übertragungen bestehen nicht. Genehmigtes Kapital und Aktienrückkaufsmöglichkeiten entsprechen dem Aktiengesetz und der aktienrechtlichen Praxis. Besondere Vereinbarungen mit dem Vorstand, Geschäftsführern oder Arbeitnehmern für den Fall eines Kontrollwechsels wurden nicht getroffen.

Abhängigkeitsbericht

Der Vorstand hat einen Bericht über die Beziehungen der Gesellschaft zu verbundenen Unternehmen erstellt und dem Aufsichtsrat vorgelegt. Der Abschlussprüfer hat dazu den folgenden Bestätigungsvermerk erteilt:

Nach unserer pflichtgemäßen Prüfung und Beurteilung bestätigen wir, dass

    1. die tatsächlichen Angaben des Berichts richtig sind.
    1. bei den im Bericht aufgeführten Rechtsgeschäften die Leistung der Gesellschaft nicht unangemessen hoch war.
    1. bei den im Bericht aufgeführten Maßnahmen keine Umstände für eine wesentlich andere Beurteilung als die durch den Vorstand sprechen.

Der Aufsichtsrat hat den Bericht des Vorstands über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen und das Ergebnis der Prüfung dieses Berichts durch den Abschlussprüfer zur Kenntnis genommen, beide Berichte geprüft und beide Ergebnisse mit dem Vorstand und dem Abschlussprüfer besprochen. Dem Ergebnis der Prüfung des Abhängigkeitsberichts durch den Abschlussprüfer schließt sich der Aufsichtsrat an. Nach dem abschließenden Ergebnis der Erörterungen und der eigenen Prüfung des Abhängigkeitsberichts ist der Aufsichtsrat der Ansicht, dass die Feststellungen des Vorstands zutreffend sind und daher keine Einwendungen gegen die Erklärung des Vorstands am Ende des Berichts zu erheben sind.

Personalien

Herr Robert Lebherz wurde mit Beschluss des Amtsgerichts Stuttgart vom 18. September 2008 für das im Oktober 2007 ausgeschiedene Aufsichtsratsmitglied Herrn Horst Schoch zum Aufsichtsrat bestellt. Im Vorstand gab es keine Veränderungen.

Der Aufsichtsrat dankt dem Vorstand, den Geschäftsführern sowie allen konzernangehörigen Mitarbeitern für die geleistete Arbeit.

Leinfelden-Echterdingen, 29. April 2009

Ortwin Guhl (Vorsitzender des Aufsichtsrats)

Unser Geschäftsmodell

10 Spätphasenfinanzierung im Investitionsfokus

AdCapital setzt seinen Investitionsschwerpunkt im Bereich produzierender Unternehmen der Elektrotechnik, Metall- und Kunststoffverarbeitung, des Maschinen- und Werkzeugbaus sowie der Automobilzulieferindustrie. Wir verstehen uns dabei als industrieller Partner der operativen Beteiligungsgesellschaften. Während unseres unternehmerischen Engagements begleiten wir das Management bei der Realisierung mittelfristiger Ziele und geben Hilfestellung bei der Implementierung industrieller Wachstumskonzepte. Als aktiver Investor bringen wir unternehmerische Erfahrung, technologisches Verständnis und Transaktions-Know-how in unsere Beteiligungen ein. AdCapital verfügt darüber hinaus über Erfahrungen aus mehreren Börseneinführungen und Secondary Offerings sowie aus zahlreichen M&A-Transaktionen.

Unser Fokus gilt Unternehmen, die hohe Wachstums- oder Ertragspotenziale aufweisen und/oder über stabile Cashflows verfügen. Aufgrund unserer fast dreißigjährigen Branchenerfahrung kennen wir die Erfolgsfaktoren unserer Märkte. Die Investitionsstrategie von AdCapital basiert auf dieser traditionellen Stärke, aber auch auf einer intensiven Beobachtung aktueller Marktveränderungen.

AdCapital investiert keine Mittel eines anonymen Beteiligungsfonds mit kurzfristiger Exit-Verfolgung und Übertragung erheblicher Schulden auf die erworbenen Unternehmen. Vielmehr sehen wir uns als unternehmerischer Partner, der die Weiterentwicklung der Beteiligung, ihre langfristig gesicherte Marktstellung und ausreichende Profitabilität als gleichwertige Ziele neben den finanziellen Interessen als Beteiligungsgesellschaft/Investor sieht. Wichtig ist uns bei unseren Beteiligungen ein motiviertes, vorausschauendes Management, das die Weiterentwicklung aktiv vorantreibt und auch bei einem eventuellen späteren Exit die Ziele und die Profitabilität und damit die Standort- und Bestandssicherheit des Unternehmens gewährleistet. Wir unterstützen die Beteiligungsunternehmen vor allem in den klassischen Funktionen Finanzierung, Controlling, Bilanzierung, Steuern und Recht; unser Netzwerk sorgt darüber hinaus für Unterstützung im Finanz-, Industrie- und Dienstleistungssektor.

AdCapital geht vorwiegend Mehrheitsbeteiligungen ein, begleitet die Beteiligungsunternehmen und baut sie aus. Unsere Transaktionsvolumina liegen in der Regel zwischen 5 Mio. € und 50 Mio. €, wobei größere Projekte in Projektpartnerschaften syndiziert werden. Typische MBO-MBI-Transaktionen sind beispielsweise Nachfolgelösungen bei inhabergeführten Familienunternehmen durch Erwerb von Gesellschaftsanteilen.

Mezzanine-Kapital stellen wir Unternehmen zur Verfügung, die nur vorübergehend nachrangige Refinanzierungsmöglichkeiten benötigen, insbesondere zur Verbesserung ihrer Finanzstrukturen. Diese Unternehmen sind in der Lage, unser eingesetztes Kapital durch stabile Cashflows innerhalb eines Zeitraums von drei bis acht Jahren vollständig zurückzuführen. Anders als bei Standardprodukten, die von Banken oder Mezzanine-Fonds angeboten werden, gehen wir bei unserem Ansatz ausschließlich individualisiert vor und passen unser Angebot maßgeschneidert an die konkreten Anforderungen des Zielunternehmens an. Dabei bieten wir bevorzugt ein Sale-and-lease-back-Modell für selbst entwickelte Patente, Marken oder Produkte an. Das Finanzierungsvolumen sollte in etwa 2 Mio. € bis 10 Mio. € umfassen.

Asset-Management

Unser Nettoreinvermögen beträgt aktuell ca. 150 Mio. €. Soweit diese Mittel nicht in den unmittelbaren Unternehmensbeteiligungen investiert sind, werden sie von uns im Rahmen einer aktiven Vermögensverwaltung eigenständig angelegt. Hierbei investieren wir unsere freien Mittel insbesondere in Unternehmensanleihen und strukturierte Produkte wie beispielsweise Aktienanleihen, Discount- oder Bonuszertifikate. Die Wertpapieranlagen erfolgen sowohl über einen Spezialfonds als auch direkt durch die AdCapital AG. Anders als bei einer individuellen Vermögensanlage ermöglichen die von der AdCapital AG investierten Volumina die Einschaltung qualifizierter Berater sowie günstige Transaktionskosten. Daneben erlauben sie den Zugang zu Anlagemöglichkeiten, die in der Regel institutionellen Anlegern vorbehalten sind. Hierbei streben wir eine nachhaltige Anlagerendite an, welche die Kapitalmarktrendite von Bundesanleihen bei Inkaufnahme eines vertretbaren Risikos spürbar übersteigt. Mit dieser Anlagestrategie ist allerdings ein erhöhtes Risiko verbunden, das sich aufgrund der aktuellen wirtschaftlichen Entwicklung im Kalenderjahr 2008 deutlich negativ bemerkbar machte.

Unser Beteiligungsportfolio

Wesentliche Beteiligungen1 der AdCapital AG > Mehrheitsbeteiligungen

Beteiligung Branche Anteil in %
Bavaria Digital Technik GmbH2 Geräte- und Anlagenbau, Elektrotechnik 100,0
DPS Engineering GmbH2 Software 61,0
EW Hof Antriebe und Systeme GmbH2 Antriebstechnik, Engineering und Anlagenbau 100,0
FRAKO Kondensatoren- und Anlagenbau GmbH2 Elektrotechnik 100,0
Erich Jaeger GmbH + Co. KG2 Automotive 100,0
Kupferberg Kabel GmbH2 Elektrotechnik 100,0
KTS Kunststoff Technik Schmölln GmbH2 Kunststoffverarbeitung 100,0
OPUS Formenbau GmbH2 Formen- und Werkzeugbau 75,0
Taller GmbH2 Elektrotechnik 75,0

Wesentliche Beteiligungen1 der AdCapital AG > Minderheitsbeteiligungen

Beteiligung Branche Anteil in %
BE Semiconductor Industries N.V. Halbleiterindustrie 5,4
komm.passion GmbH PR-Dienstleistungen 25,5
SOFTPRO GmbH2 Software 28,1

1 Das Beteiligungsportfolio der AdCapital AG umfasste zum 31. Dezember 2008 neun Mehrheits- und drei Minderheitsbeteiligungen. Die Zahl der im Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften ist im Jahr 2008 mit 24 (Vorjahr: 24) unverändert geblieben. Im Interesse einer transparenten Darstellung der Beteiligungsstruktur qualifizieren wir aber nicht jede einzelne Gesellschaft als Investment. Die Zahl der Investments wird vielmehr wie folgt ermittelt: Gesellschaften, die im In- und Ausland über Tochtergesellschaften verfügen, wie beispielsweise die Taller-Gruppe und die Erich Jaeger-Gruppe, werden nur als ein Investment erfasst. Zwischenholdings, die im Wesentlichen aus Steuer- und Haftungsgründen aufrechterhalten werden, sind ebenfalls nicht als Investment aufgeführt. Dies gilt auch für Grundstücksgesellschaften oder sonstige Gesellschaften, die nicht eigenständig am Markt agieren, sondern vorwiegend Dienstleistungen im Konzern erbringen oder der Abwicklung wirtschaftlicher Vorgänge dienen.

Bavaria Digital Technik GmbH

www.bdt-online.de
Mitarbeiter: 114 (Vorjahr: 107)
Umsatz: 16,8 Mio. E (Vorjahr: 19,1 Mio. E)
AdCapital-Anteil: 100 %
Beteiligung seit: 2006
Geschäftsführer: Peter Karge

Die Bavaria Digital Technik GmbH hat sich als Systemlieferant mit eigener Software- und Hardwareentwicklung sowie eigener Konstruktion profiliert. Der Name Bavaria Digital Technik steht für herausragende Qualität und Fachkompetenz sowie für außergewöhnlich hoch entwickelte Technik und ausgereifte Produkte im Bereich der Automatisierungsund Prozessleittechnik.

Das Unternehmen ist seit Jahren auf die Entwicklung und Produktion von Steuereinheiten für Druckmaschinen spezialisiert. Beginnend mit der mechanischen Konstruktion und einem funktionellen Design werden neben der Hard- und Softwareentwicklung auch hochwertige elektronische Baugruppen und Module produziert. Die kompletten Leitstände werden rund um den Globus ausgeliefert und vor Ort installiert – weltweit sind etwa 6.000 Leitstandsanlagen, 300.000 Module, über 10.000 Industrie-PCs und rund 1.000 Softwarelösungen von Bavaria Digital Technik im Einsatz. Selbstverständlich gehört auch der After-Sales-Service zum Dienstleistungsangebot.

Zur weiteren Sicherung der Kernkompetenz in der Elektronik wurde im März 2008 eine hochmoderne automatische SMD-Bestückanlage in Betrieb genommen. Hiervon verspricht sich das Unternehmen auch Synergien als starker Systempartner innerhalb des AdCapital-Verbunds. Primäres Ziel sind jedoch die Markterweiterung und der Einstieg in neue Branchen, um die erwarteten Umsatzrückgänge im Druckmaschinenbereich zumindest teilweise kompensieren zu können. Erste vielversprechende Projekte sind hier die Entwicklung und Produktion einer komplexen Überwachungsbaugruppe für den Kraftwerksbereich sowie ein Steuermodul, mit dem digitale und analoge Signale bearbeitet werden können. Diese neuen Produkte sollen künftig auch in weiteren Branchen angeboten werden.

DPS Engineering GmbH

www.dps-engineering.de
Mitarbeiter: 61 (Vorjahr: 59)
Umsatz: 16,4 Mio. E (Vorjahr: 13,1 Mio. E)
AdCapital-Anteil: 61 %
Beteiligung seit: 1998
Geschäftsführer: Werner Dorschel, Johann Prigge

Die DPS Engineering GmbH entwickelt und vermarktet Softwareprodukte und Dienstleistungen für transaktionsorientierte IT-Systeme. Zielgruppe sind überwiegend namhafte Institute der Kreditwirtschaft, Retailer und in diesen Märkten agierende Drittprovider.

Das Leistungsportfolio besteht im Wesentlichen aus Produktentwicklung und Vermarktung von Lizenzprodukten, Application-Management-Services, Durchführung kundenspezifischer Softwareprojekte sowie Consulting. Die Einbeziehung von Open-Source-Plattformen und die Nutzung von Internettechnologien in Verbindung mit konventionellen Mainframe-Backend-Systemen sind wichtige Alleinstellungsmerkmale des Unternehmens.

Im Jahr 2008 konnte DPS trotz der aktuellen Finanzkrise seine erfolgreiche Geschäftspolitik weiter fortsetzen. Besonders hervorzuheben sind die Entwicklungen einer neuen Produktlinie für das Transaktionsgeschäft im Bereich Wertpapier/Zahlungsverkehr und die erfolgreiche Abwicklung verschiedener Großprojekte zur Abgeltungsteuer. Weiterhin wurde die Diversifikation in den Retailmarkt vorangetrieben.

EW Hof Antriebe und Systeme GmbH

www.ewhof.de
Mitarbeiter: 2401
(Vorjahr: 167)
Umsatz: 18,5 Mio. E1
(Vorjahr: 12,8 Mio. E)
AdCapital-Anteil: 100%
Beteiligung seit: 1992
Geschäftsführer: Klaus Zink

EW Hof ist ein mittelständisches Unternehmen im Bereich der Antriebstechnik, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf der Entwicklung und Herstellung von Sondermotoren liegt. Die Kunden des Unternehmens kommen aus fast allen Bereichen der Industrie. Das Leistungsspektrum umfasst Torque-, AC-, DC- und Schrittmotoren, batteriegespeiste Antriebe sowie explosionsgeschützte Motoren und Radnabenantriebe. Hochspezialisierte Ingenieure und Techniker sind in der Lage, nahezu alle Antriebsaufgaben optimal zu lösen. Dabei orientiert sich das Unternehmen an den neuesten technischen Entwicklungen des Marktes. Während der Standort Hof die Bereiche Vertrieb, Entwicklung, Konstruktion, Service sowie Administration beherbergt, befindet sich die Produktion in Rozˇnov p.R. (Tschechien). EW Hof setzt dabei auf Fertigungstiefe und Flexibilität bei einem Höchstmaß an Qualität und Zuverlässigkeit.

EW Hof verzeichnete auch 2008 ein unverändert erfreuliches Umsatzwachstum. Die hohe Nachfrage betraf vor allem die Branchen Windenergie (Pitch-Motoren) und Fördertechnik (Motoren für Gabelstapler). Auch im Jahr 2009 wird mit weiteren Umsatzzuwächsen im Bereich Windenergie gerechnet. Durch einen Umzug in neue Räumlichkeiten mit größeren Fertigungsflächen wird in 2009 zudem die Produktivität deutlich gesteigert werden können.

FRAKO Kondensatoren- und Anlagenbau GmbH

www.frako.de
Mitarbeiter: 103 (Vorjahr: 102)
Umsatz: 22,0 Mio. E (Vorjahr: 20,1 Mio. E)
AdCapital-Anteil: 100%
Beteiligung seit: 2005
Geschäftsführer: Peter Herbst

FRAKO steht weltweit für Kompetenz und technologische Führung im Bereich Blindstrom-Kompensation, "Power-Qualityund Energie-Management-Systeme". Unter dem Motto "Sichere Energielösungen nach Maß" liefert das Unternehmen Leistungskondensatoren, Blindstrom-Kompensationsanlagen, aktive und passive Netzfilter sowie Management-Systeme zur Erfassung, Dokumentation, Analyse, Abrechnung und Visualisierung des Energieverbrauchs bei Strom, Gas, Wasser, Druckluft und Dampf. Über 100 Mitarbeiter entwickeln, produzieren und vertreiben vom Standort Teningen aus Produkte, die der Einsparung von Energiekosten, der Reduzierung von CO2 -Ausstoß, der Energieeffizienz sowie einer Verbesserung der Netzspannungsqualität dienen. Ob Hochleistungskondensatoren, Kompensationsregelanlagen oder Energie-Management-Systeme – Forschung und Weiterentwicklung haben bei FRAKO oberste Priorität.

Auf der Hannover Messe Industrie hat FRAKO dem Fachpublikum die neue Technologie "Leistungskondensatoren mit segmentiertem Film" vorgestellt. Der Nutzen für den Anwender ist eine signifikant erhöhte Betriebssicherheit. FRAKO ist der erste Kondensatorhersteller, der diese Technologie bei selbstheilenden Leistungskondensatoren erfolgreich einsetzen kann.

Erich Jaeger GmbH + Co. KG

www.erich-jaeger.de
Mitarbeiter: 6591
(Vorjahr: 747)
Umsatz: (Vorjahr: 32,8 Mio. E)
35,5 Mio. E1
AdCapital-Anteil: 100%
Beteiligung seit: 1993/1998
Geschäftsführer: Karl-Heinz Gloe, Wolfgang Wiese

Die Erich Jaeger GmbH + Co. KG zählt mit ihren Tochtergesellschaften international zu den führenden Herstellern elektrischer Verbindungen zwischen Zugfahrzeug und Anhänger und ist anerkannter Partner der Automobilindustrie. Kunden aus unterschiedlichen Industriebereichen erhalten von der Entwicklungsleistung über Prototypen und Werkzeugbau bis zur produktionssynchronen Anlieferung alles aus einer Hand. Rund 660 Mitarbeiter erarbeiten weltweit in enger Abstimmung mit den Kunden innovative Lösungen in den Bereichen Verkabelung, Steckverbindungen und Elektronik bis hin zur Serienproduktion. Auch in Zukunft werden das Wissen und die Erfahrung bei der Entwicklung und Herstellung von Steckverbindungen in neue Geschäftsfelder übertragen. So ist ERICH JAEGER bereits heute gefragter Entwicklungs- und Produktionspartner für Kunden aus den Bereichen Maschinenund Anlagenbau sowie Agrartechnik. Darüber hinaus wird ein weiterer Fokus auf Anwendungen in Solartechnik und maritimen Industrieprodukten gelegt. Eine Vielzahl an Patenten, Gebrauchsmuster- und Markenanmeldungen unterstreichen dabei die am Markt anerkannte Entwicklungskompetenz.

Auch im Jahr 2009 werden die Umsatzschwerpunkte des Unternehmens als Zulieferer- und Entwicklungspartner trotz des schwierigen Marktumfelds im Nutzfahrzeug- und PKW-Bereich liegen. Die begonnene Diversifizierung auf Basis der Kernkompetenzen in den Bereichen Verkabelung, Steckverbindungen und Elektronik wird konsequent fortgesetzt. Das Ziel ist die Stärkung des Non-Automotive-Anteils am Gesamtumsatz, die durch zusätzliche Anwendungen in der Photovoltaik sowie im Agrar-, Military- und Baumaschinenbereich erfolgt.

Kupferberg Kabel GmbH

www.kupferberg-kabel.de
Mitarbeiter: 12
Umsatz: 3,0 Mio. E2
AdCapital-Anteil: 100%
Beteiligung seit: 2007
Geschäftsführer: Georg Vor, Jens Schopferer

Die Kupferberg Kabel GmbH blickt zusammen mit ihren Vorgängergesellschaften auf eine langjährige Tradition zurück. Ursprünglich im Jahr 1956 gegründet, zählte sie zu den führenden Herstellern von Steuer- und Sonderleitungen sowie PVC-isolierten Kabeln für Haushalts- und sonstige Elektrogeräte. Am Firmensitz in Wipperfürth (Nordrhein-Westfalen) stellen aktuell 13 Mitarbeiter die Anforderungen ihrer Kunden in den Mittelpunkt ihrer Arbeit. Neben der Herstellung von Einzelkabeln, Litzenverbünden und Leitungen bietet die Kupferberg Kabel GmbH auch das Bedrucken und Konfektionieren der Produkte an. Die organisatorische Flexibilität des Unternehmens drückt sich sowohl in individuellen Produktlösungen als auch in variablen Produktionsmengen aus. So können kundenspezifische Sonderleitungen mit hohem Anpassungsgrad auch in großen Stückzahlen produziert werden.

Für das neue Geschäftsjahr plant die Kupferberg Kabel GmbH die Ausweitung der Produktionskapazitäten sowie eine Qualifizierungsoffensive bei der Fertigung von Spezialkabeln für die Nutzfahrzeugindustrie und weitere Einsatzbereiche. Zur Unterstützung dieser Wachstums- und Spezialisierungsstrategie soll eine deutlich stärkere Eingliederung des Unternehmens in die Erich Jaeger-Gruppe erfolgen.

KTS Kunststoff Technik Schmölln GmbH

www.kts-schmoelln.de
Mitarbeiter: 80 (Vorjahr: 79)
Umsatz: 5,3 Mio. E (Vorjahr: 5,8 Mio. E)
AdCapital-Anteil: 100%
Beteiligung seit: 1991
Geschäftsführer: Dr. Wolfgang Markgraf

Die KTS Kunststoff Technik Schmölln GmbH ist Partner ihrer Kunden – von der Entwicklung bis zur Baugruppe. Als Systemlieferant bietet das Unternehmen Know-how in allen Projektphasen von der Konstruktion über den Werkzeug-/Formenbau und Spritzguss bis zur Montage. Diesen umfassenden Dienstleistungsansatz nutzen beispielsweise Siemens, Zeiss, Vaillant, EADS und Continental. KTS zählt in Deutschland und Europa qualitativ zur Spitze der Kunststoffverarbeiter. Mit hochwertiger CNC-Technik und erfahrenen Mitarbeitern werden im eigenen Werkzeug-/Formenbau komplexeste Spritzgießformen bis etwa 800 mm Kantenlänge hergestellt. Nachfolgende Veredelungsarbeiten wie Tampondruck, Heißprägen, Ultraschallschweißen oder die Montage von Baugruppen können ebenfalls im eigenen Haus realisiert werden. Die Kons-

truktionsabteilung arbeitet mit 3-D-CAD- und Moldflow-Simulationssoftware, die alle konstruktiven Möglichkeiten erlaubt. Auf diese Weise entstehen hochwertige technische Teile, Sicht- und Designteile, komplette Baugruppen und Gehäusesysteme für die Elektrotechnik/Elektronik, Automatisierungstechnik, Telekommunikationstechnik, Feinmechanik/Optik, Medizintechnik und Fahrzeugbau.

Die hohe Fertigungskompetenz und Innovationsstärke von KTS wird durch Investitionen (zuletzt zwei Fertigungszentren im Formenbau) regelmäßig ausgebaut. Außergewöhnliche Anerkennung hat die KTS 2008 mit dem Gewinn des Thüringer Innovationspreises und des IQ Innovationspreises Mitteldeutschland in Silber erhalten.

Opus Formenbau GmbH

www.opus-formenbau.de
Mitarbeiter: 21
Umsatz: ca. 2,1 Mio. E2
AdCapital-Anteil: 75%
Beteiligung seit: 2007
Geschäftsführer: Markus Menchen

Die OPUS Formenbau GmbH ist als kompetenter Partner der Industrie, insbesondere der Automobilzulieferindustrie, tätig und zählt weltweit führende Systempartner im Bereich Dichtsysteme zu ihren Kunden. Das Unternehmen entwickelt und fertigt anspruchsvolle Spritzgieß- und Vulkanisationswerkzeuge, wobei die technische Kernkompetenz auf der Fertigung von Formen liegt, mit denen elastomere Materialien wie beispielsweise EPDM und TPE zu Produkten für den Bereich Fahrzeugabdichtungen verarbeitet werden. Hierzu gehören vor allem Fensterführungen sowie Cabrio- und Coupédichtsysteme aus dem Geschäftsfeld Karosseriedichtsysteme.

Zu den Erfolgsfaktoren des Unternehmens zählen sowohl die hochqualifizierten Fachkräfte mit umfangreicher Berufserfahrung im Tätigkeitsfeld des Formenbaus für Fahrzeugabdichtungen als auch eine überdurchschnittlich gut ausgestattete CAD/CAM-Abteilung sowie ein modernster Maschinenpark mit anspruchsvollen Automatisierungslösungen. Dadurch ist OPUS in der Lage, seinen Kunden in allen Projektphasen von der Produktentstehung bis zum Serienanlauf maßgeschneiderte Lösungen anzubieten. Die Entwicklung der mit dem Auftraggeber auf den Einsatzzweck abgestimmten Formen von elementar einfach aufgebauten Prototypen aus Aluminium bis hin zu voll kinematisierten und prozessintegrierten Serienwerkzeugen zählen ebenfalls zum Leistungsspektrum.

AdCapital hat dieser Beteiligung vor allem Wachstumskapital zur Maschinen- und Umlaufmittelfinanzierung zur Verfügung gestellt. Besonders überzeugten uns hierbei die Qualität bei der Herstellung anspruchsvoller Werkzeuge sowie die Expertise der engagierten Geschäftsführung, die ein hervorragendes Netzwerk von Lieferanten und Kunden besitzt.

Taller GmbH

www.taller.de
Mitarbeiter: ca. 3001
(Vorjahr: 280)
Umsatz: ca. 44 Mio. E1
(Vorjahr: 45,2 Mio. E)
AdCapital-Anteil: 75%
Beteiligung seit: 2007
Geschäftsführer: Andreas Minkenberg

Die Taller-Gruppe ist ein weltweit führender Partner für Kabelkonfektionäre aller Branchen sowie ein zuverlässiger Entwicklungslieferant der Automobilindustrie. Enge Geschäftsbeziehungen zu den großen OEM für weiße und braune Ware runden das Kunden- und Produktportfolio sinnvoll ab.

Die Firmengruppe besitzt ein großes Know-how in der Entwicklung, Konstruktion und Fertigung technisch anspruchsvoller Kunststoff-Metall-Verbindungen. Der Name Taller steht international für Innovation, Qualität und Liefertreue. Das Unternehmen verfügt über eine starke Entwicklungsabteilung und ein professionelles Projektmanagement; Werkzeugbau und Werkzeugkonstruktion wurden zu Beginn des Jahres verstärkt. Mit einem hohen Automatisierungsgrad sowohl in der Fertigung als auch in der internen Logistik entwickelt und produziert das Unternehmen eine breite Produktpalette von Steckerbrücken für die Konfektionsbranche über Komponenten aus Kunststoffspritzguss, Dreh- und Stanzteile bis hin zu Baugruppen und Komponenten für die Automobilindustrie und ihre Zulieferer. Darüber hinaus verlassen sich die Kunden zunehmend auf effiziente und zuverlässige Verarbeitungsmaschinen, die eine qualitativ hochwertige Weiterverarbeitung der Taller-Steckerbrücken zu kompletten elektrischen Anschlusssystemen sicherstellen. Die Taller-Gruppe betreut weltweit Kunden von der Machbarkeitsstudie über die Entwicklung der Systemlösung bis hin zur Koordination der kompletten Wertschöpfungskette.

In Abstimmung mit AdCapital wurden sowohl die notwendigen organisatorischen als auch die finanziellen Voraussetzungen geschaffen, um das Unternehmen in allen Geschäftsfeldern wieder zum Marktführer werden zu lassen. Organisatorisch wurde durch AdCapital eine neue Geschäftsführung eingesetzt, welche den Ausbau der Firmengruppe mit Fokus auf technisch anspruchsvolle Produkte erfolgreich umsetzen soll. Die Führungsmannschaft wurde in allen Bereichen des Unternehmens durch branchenerfahrene und marktbekannte Leistungsträger erneuert. Zur Absicherung und zum weiteren Ausbau der erreichten Marktpositionen in allen Geschäftsbereichen wurde die strategische Ausrichtung des Unternehmens durch die neue Geschäftsführung stärker auf komplexe, technisch anspruchsvolle Produkte fokussiert.

Mit den Anfang 2009 von der AdCapital AG im Zuge einer Kapitalerhöhung zur Verfügung gestellten Mitteln ist der mittelfristige Ausbau der Tochtergesellschaft in China zum Kompetenzzentrum für Steckerbrücken gesichert. Der Standort in Deutschland wird auch weiterhin das Zentrum für die Entwicklung und die effiziente Umsetzung neuer Technologien und Produkte sein. Die Tochtergesellschaft in der Türkei wird zukünftig für die Fertigung personalintensiver Produkte in Europa eine wichtige Rolle spielen.

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Corporate Governance-Bericht

Corporate Governance – Grundsätze guter und verantwortungsvoller Unternehmensführung und -kontrolle

Der Begriff Corporate Governance steht für eine verantwortungsbewusste, auf langfristige Wertschöpfung ausgerichtete Führung und Kontrolle von Unternehmen. Er beschreibt die rechtlichen und institutionellen Rahmenbedingungen, welche unmittelbar oder mittelbar Einfluss auf die Führungsentscheidungen eines Unternehmens und somit auf den Unternehmenserfolg haben. Dabei sind eine effiziente Zusammenarbeit zwischen Geschäftsleitungen und Aufsichtsgremien, die Achtung der Aktionärsinteressen sowie Offenheit und Transparenz der Unternehmenskommunikation wesentliche Aspekte guter Corporate Governance.

Die AdCapital AG hat Corporate Governance als festen Bestandteil der Unternehmenskultur verankert und fühlt sich den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex verpflichtet. Sowohl Vorstand als auch Aufsichtsrat befassen sich regelmäßig mit den nationalen und internationalen Entwicklungen im Bereich der Corporate Governance.

Deutscher Corporate Governance Kodex

Der Deutsche Corporate Governance Kodex beschreibt mit seinen Anweisungen, Empfehlungen und Anregungen zur Leitung und Überwachung deutscher börsennotierter Gesellschaften international und national anerkannte Standards guter, verantwortungsvoller Unternehmensführung. Ziel des Deutschen Corporate Governance Kodex ist es, das deutsche Corporate Governance-System transparent und nachvollziehbar zu machen und somit das Vertrauen der Anleger, der Kunden, der Mitarbeiter und der Öffentlichkeit in die Leitung und Überwachung deutscher börsennotierter Aktiengesellschaften zu fördern. Der Deutsche Corporate Governance Kodex wurde zuletzt am 6. Juni 2008 durch die Regierungskommission aktualisiert. Aus diesem Anlass haben Vorstand und Aufsichtsrat der AdCapital AG sich ausführlich mit den neuen Empfehlungen auseinandergesetzt und die Entsprechenserklärung zum 18. November 2008 aktualisiert.

Die Corporate Governance-Grundsätze des Unternehmens werden von uns laufend fortentwickelt. In Abweichung zur Entsprechenserklärung vom 18. November 2008 berichten wir erstmals auch über die Bezüge des Vorstands für das Jahr 2008.

Entsprechenserklärung gemäß §161 Aktiengesetz

Vorstand und Aufsichtsrat der AdCapital AG haben im November 2008 erklärt, dass sie den Empfehlungen der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 6. Juni 2008 mit Ausnahme der nachfolgend aufgeführten Punkte, die in der Größe des Unternehmens sowie der effizienten Unternehmensführung begründet sind, weitgehend entsprochen haben und entsprechen werden:

  • • Die von uns abgeschlossene D&O-Versicherung sieht keinen Selbstbehalt für die Organmitglieder vor (Punkt 3.8 des Kodex).
  • • Die Gesellschaft wird ausschließlich die aktuell geltende Entsprechenserklärung gemäß §161 AktG auf ihrer Internetseite zugänglich machen (Punkt 3.10 des Kodex).
  • • Der Vorstand besteht aufgrund des reduzierten Geschäftsvolumens zurzeit nur aus einer Person (Punkt 4.2.1 des Kodex).
  • • Variable Vergütungskomponenten mit langfristiger Anreizwirkung und Risikocharakter sind nicht vorgesehen. Eine Information über das Vergütungssystem und Veränderungen unterbleibt im Hinblick auf die Beschlussfassung der Hauptversammlung. Eine Begrenzung der Vorstandsvergütungen bei vorzeitiger Beendigung der Vorstandstätigkeit ist bisher nicht vorgesehen, soll jedoch bei zukünftig abzuschließenden Verträgen berücksichtigt werden (Punkt 4.2.3 des Kodex).
  • • Eine Offenlegung der Vorstandsbezüge unterbleibt im Hinblick auf die entsprechende Beschlussfassung in der Hauptversammlung vom 14. Juli 2006 (Punkt 4.2.4 des Kodex).
  • • Die Bildung von Ausschüssen ist in der Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat grundsätzlich vorgesehen. Tatsächlich wurde aber bisher wegen der Größe des Aufsichtsrats (sechs Mitglieder) und der bewährten Praxis auf eine Bildung von Ausschüssen verzichtet. Sofern dies sinnvoll erscheint, werden wir entsprechende Ausschüsse einrichten (Punkt 5.3.1 des Kodex).
  • • Ein Prüfungsausschuss wurde bisher aufgrund der Größe des Aufsichtsrats nicht eingerichtet. Der Aufsichtsrat erteilt den Prüfungsauftrag an den Abschlussprüfer (Punkt 5.3.2 des Kodex).
  • • Wahlen zum Aufsichtsrat können aufgrund der aktienrechtlichen Vorschriften als Einzel- oder Blockwahl durchgeführt werden. Der Aufsichtsrat wird dies bei Wahlen individuell entscheiden. Die Veröffentlichung von Kandidatenvorschlägen für den Aufsichtsratsvorsitz im Vorfeld einer Wahl halten wir nicht für zweckmäßig (Punkt 5.4.3 des Kodex).
  • • Die Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder ergibt sich aus der Satzung der Gesellschaft. Insofern ist eine weiter gehende Offenlegung nicht vorgesehen (Punkt 5.4.7 des Kodex).

  • • Den Veröffentlichungsvorschlägen gemäß Abs. 2 wird nicht gefolgt, da wir die gesetzlichen Vorschriften für ausreichend erachten (Punkt 6.6 des Kodex).

  • • Der Konzernabschluss wird innerhalb von 90 Tagen aufgestellt und nach abschließender Prüfung durch den Abschlussprüfer der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Der Halbjahresbericht beziehungsweise die Zwischenberichte werden spätestens nach 60 Tagen veröffentlicht. Eine vor der Veröffentlichung liegende Erörterung des Halbjahresberichts und etwaiger Quartalsfinanzberichte durch den Aufsichtsrat mit dem Vorstand halten wir nicht für erforderlich (Punkt 7.1.2 des Kodex).
  • • Wegen expliziter und geschäftselementarer Vereinbarungen zur Vertraulichkeit über Details von Beteiligungen werden wir nur teilweise den Empfehlungen folgen, eine Liste der wesentlichen Beteiligungsgesellschaften zu veröffentlichen (Punkt 7.1.4 des Kodex).

Risikomanagement

Das bestehende Risikomanagementsystem der AdCapital AG ist darauf ausgelegt, geschäftliche und finanzielle Risiken, denen das Unternehmen und der Konzern im Rahmen ihrer Tätigkeit ausgesetzt sind, aufzudecken, zu erfassen, zu bewerten und zu steuern. Die einzelnen Elemente des Überwachungssystems liefern verlässliche Informationen zur aktuellen Risikolage und unterstützen die Dokumentation, Risikoprüfung und Schwachstellenbehebung. Sie tragen damit zu einer Minimierung der aus den Risiken potenziell entstehenden Kosten bei. Über aktuelle Unternehmensrisiken wird im Lagebericht berichtet.

Meldepflichtige Wertpapiergeschäfte und meldepflichtige Veränderungen der Beteiligungsverhältnisse

Die meldepflichtigen Wertpapiergeschäfte sowie Über- und Unterschreitungen meldepflichtiger Schwellenwerte werden entsprechend den gesetzlichen Vorschriften publiziert und regelmäßig auf der Website der AdCapital AG veröffentlicht.

"Jährliches Dokument" gemäß §10 Wertpapierprospektgesetz

Das "Jährliche Dokument" gemäß §10 Abs. 1 Wertpapierprospektgesetz kann auf der Website http://www.adcapital.de unter der Rubrik "Investor Relations/Jährliches Dokument" eingesehen werden.

Vergütungsbericht

Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder:

Die Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder erfolgt entsprechend der Regelung in §12 der Satzung. Beratungsverträge mit Mitgliedern des Aufsichtsrats wurden nicht abgeschlossen.

Vergütung des Vorstands:

Der Vorstand der AdCapital AG hat für das Kalenderjahr 2008 Gesamtbezüge von 500.000 € sowie Sachbezüge in Höhe von 7.296 € (Wert der PKW-Nutzung) bezogen. Eine variable Vergütung wurde im Hinblick auf das negative Konzernergebnis für das Geschäftsjahr 2008 nicht gezahlt. Die Vergütung des Vorstands ist Bestandteil des Personalaufwands der AdCapital AG. Der gesamte Personalaufwand der AG liegt trotz der umfangreichen Verpflichtungen einer börsennotierten AG unter den üblichen Managementvergütungen, die von Private-Equity-Fonds gezahlt werden.

Die AdCapital-Aktie

Gesamtwirtschaftliches Umfeld im Aktienmarkt

Die gesamtwirtschaftliche Rezession hat die Kapitalmärkte fest im Griff. Nachdem Optimisten zunächst von einer nur die USA betreffenden Subprime-Krise ausgingen, hat sich diese schnell zu einer weltweiten Finanzmarktkrise entwickelt. Die Insolvenz von Lehman Brothers hat Schockwellen über den gesamten Globus gesandt. Trotz umfangreicher staatlicher Rettungspakete ist die Kreditversor-

gung aller wirtschaftlichen Akteure vor allem in den USA und Großbritannien durch das Platzen der Kreditblasen nachhaltig zurückgegangen. Entsprechend hat die Rezession auch die Realwirtschaft erfasst. Deutschland als Exportweltmeister ist von dieser Entwicklung besonders betroffen, da vor allem ausländische Kunden sich mit Neubestellungen von Investitionsgütern, Autos und Waren zurückhalten. Darüber hinaus hat auch die Binnenkonjunktur angesichts der eingetrübten gesamtwirtschaftlichen Erwartungen spürbar nachgelassen. Der starke Rückgang der Kfz-Neuzulassungen, insbesondere in der zweiten Jahreshälfte 2008, ist ein klares Signal für die große Verunsicherung der Verbraucher. Trotz vieler anderslautender Einschätzungen muss von einer längerfristigen Rezession ausgegangen werden.

Die Aktiendaten im Überblick

WKN 521 450
ISIN DE 00 52 14 506
Börsenkürzel ADC
Handelssegment Amtlicher Handel
Börsensegment General Standard
Aufnahme Börsennotierung 26. Oktober 1984
Grundkapital 45 Mio.E
Anzahl der Aktien 14.000.0001
Handelsplätze Frankfurt, Xetra, Düs
seldorf, Berlin/Bremen,
Hannover, Stuttgart,
München
Fonds, in denen die Aktie Axxion S.A.,

enthalten ist IPConcept Fund

Management

Die Aktiendaten im Überblick

Entwicklung des Aktienmarkts und der AdCapital-Aktie

Die AdCapital-Aktie folgte 2008 der allgemein negativen Entwicklung des Kapitalmarkts. Zu Jahresbeginn 2008 notierte sie bei 11,75 € und lag am Jahresende 2008 bei einem Wert von 5,40 €, was einem Wertverlust von 54,0% entspricht. Damit wurde der langjährige Aufwärtstrend unserer Aktie jäh unterbrochen.

Sämtliche Börsenindizes weisen im Vergleichszeitraum eine erhebliche negative Entwicklung auf. Auch der LPX®Buyout, ein Index mit Schwerpunkt auf Buy-out-orientierten Private-Equity-Unternehmen, verzeichnete im Vergleichszeitraum einen Rückgang von rund 68,6%. Die Investoren berücksichtigen dabei die erheblich verschlechterten Rahmenbedingungen für kreditfinanzierte Unternehmensübernahmen. Private-Equity-Anleger hatten gerade in den letzten Jahren von günstigen Zinssätzen und hoher Fremdfinanzierungsbereitschaft der Banken profitiert. In einem solchen Umfeld ließen sich Unternehmensakquisitionen zu immer höheren Bewertungsmultiplikatoren durch Banken refinanzieren. Die notwendigen Eigenkapitalmittel konnten immer stärker reduziert und damit sehr hohe Renditen für die Anleger erzielt werden. Mittlerweile hat sich der Markt gedreht, so dass ein Exit über den Kapitalmarkt oder Secondaries – zumindest zu den ursprünglich erwarteten Verkaufspreisen – nicht mehr möglich ist. Zudem müssen Rekapitalisierungen bei den gehaltenen Beteiligungen regelmäßig geprüft und finanziert werden, da die vereinbarten Finanzierungsbedingungen (Covenants) durch

die Zielunternehmen in der aktuellen Wirtschaftskrise nicht mehr beziehungsweise nicht mehr in voller Höhe erfüllt werden können. Entsprechend sind die Renditeaussichten für die Asset-Klasse Private-Equity spürbar gesunken.

Net-Asset-Value

Als Net-Asset-Value wird der Betrag bezeichnet, um den die Aktiva die Verbindlichkeiten übersteigen; bei börsennotierten Beteiligungen sowie Wertpapieranlagen wird die Marktbewertung beziehungsweise die Börsenkapitalisierung herangezogen. Nicht notierte Beteiligungen setzen wir mit den fortgeführten Anschaffungskosten beziehungsweise einem niedrigen beizulegenden Wert an. Alternative Bewertungsszenarien, beispielsweise unter Zuhilfenahme von Markt-

Jahresschlusskurs (FFM)/Net-Asset-Value je Aktie > in E

multiples, wenden wir nicht an. Deshalb liegen die von uns ermittelten Verkehrswerte unserer nicht notierten Beteiligungen meist unter den tatsächlichen Marktwerten.

Der Net-Asset-Value der AdCapital AG erreichte zum 31. Dezember 2008 einen Wert von rund 145,1 Mio. € (Vorjahr: 194,6 Mio. €). Bezogen auf die im Umlauf befindlichen Aktien entspricht dies einem Net-Asset-Value in Höhe von 10,30 € (Vorjahr: 13,40 €) je Aktie.

Der starke Rückgang des Net-Asset-Value um 23,1% gegenüber dem Vorjahr erklärt sich vor allem aus den starken Wertberichtigungen beziehungsweise Verlusten aus unseren Wertpapieranlagen. Auf der anderen Seite haben positive wirtschaftliche Entwicklungen bei einigen unserer Beteiligungen zu Zuschreibungen geführt.

Die aktuelle Marktbewertung der AdCapital AG mit einem Jahresschlusskurs von 5,40 € liegt unverändert deutlich unter dem Net-Asset-Value von 10,30 € je Aktie. Damit hat sich der Abschlag zwischen innerem Wert und Aktienkurs im Geschäftsjahr sowohl absolut als auch relativ deutlich erhöht. Der Kapitalmarkt hat damit die aktuellen Unsicherheiten sowohl in Bezug auf unsere Wertpapieranlagen als auch auf unsere Unternehmensbeteiligungen überproportional in die Aktie eingepreist.

Die AdCapital AG präsentiert sich trotz des Verlustes aus dem Geschäftsjahr 2008 substanzstark und ist praktisch schuldenfrei. Sie verfügt über Wertpapiere und Zahlungsmittel abzüglich eigener Aktien in Höhe von 69,4 Mio. € (Vorjahr: 118,8 Mio. €). Die Finanzmittel betragen 4,92 € je Aktie (Vorjahr: 8,20 € je Aktie) und decken damit den Jahresschlusskurs zu 91,3% ab.

Dez ember 2006 Dezember 2007 Dezember 2008 80 % 100 % 120 % 140 % 160 % 60 % 40 % 20 % 0 %

Kursentwicklung der AdCapital AG im Vergleich zu anderen Beteiligungsunternehmen (Peergroup)* und europäischen Indizes

  • AdCapital AG
  • Peergroup
  • DAX
  • SDAX
  • LPX®Buyout PI1
  • REXP

* Peergroup: Deutsche Beteiligungs AG, GESCO AG, INDUS Holding AG, KAP Beteiligungs AG, TFG Capital AG, Arques Industries AG. 1 LPX GmbH (Basel) ist eine auf Private-Equity fokussierte Research-Gesellschaft und hat eine Indexfamilie konzipiert, die die Entwicklung des Private-Equity-Markts und seiner Subkategorien misst. LPX-Indizes sind Aktienindizes, welche die Performance von börsengehandelten Listed-Private-Equity-Gesellschaften abbilden. Der LPX®50-Index bildet hierbei die Performance der weltweit 50 größten Private-Equity-Gesellschaften ab. Der LPX®Buyout, der von uns als Vergleichsindex herangezogen wird, misst als globaler Index die Performance von LPE-Unternehmen mit Investitionsfokus im Buy-out-Sektor.

Dividende

Trotz des hohen Jahresfehlbetrags verfügt die AdCapital AG unverändert über eine solide Eigenkapitalausstattung sowie Liquiditätssituation. Daher werden Vorstand und Aufsichtsrat der Hauptversammlung am 10. Juli 2009 eine unveränderte Dividende in Höhe von 0,50 € je Aktie (Vorjahr: 0,50 € je Aktie) vorschlagen.

Aktienrückkaufprogramm

Der Vorstand der AdCapital AG hat am 20. November 2007 mit Zustimmung des Aufsichtsrats beschlossen, im Zeitraum bis zum 30. Dezember 2009 bis zu 1.040.498 eigene Aktien der Gesellschaft zu erwerben. Dies entspricht bis zu 6,94% des Grundkapitals. Der Aktienrückkauf erfolgt zu dem Zweck, die erworbenen eigenen Aktien mit der Folge der Herabsetzung des Grundkapitals einzuziehen. Hierdurch sollen die Kapitalstruktur und der Gewinn je Aktie optimiert werden.

Im Jahr 2008 wurden weitere 423.378 Aktien sowie bis zum 31. März 2009 223.763 Stück Aktien zurückgekauft. Aus dem Gesamtbestand von 1.106.643 Aktien haben wir zum 22. April 2009 1.000.000 Aktien eingezogen.

Grundkapital

Das gezeichnete Kapital der AdCapital AG beträgt 45.000.000 € und ist in 15.000.000 beziehungsweise ab dem 22. April 2009 in 14.000.000 nennwertlose Stückaktien (Aktien ohne Nennbetrag) eingeteilt.

Aktionärsstruktur

Exakte Angaben zur Aktionärsstruktur am 31. Dezember 2008 sind der AdCapital AG nicht möglich, da nach dem WpHG nur das Über- und Unterschreiten bestimmter Schwellenwerte meldepflichtig ist. Soweit uns eine Mindestbeteiligungsquote von 3% gemeldet ist, versuchen wir allerdings, durch freiwillige Angaben die genaue Aktienstückzahl zum Jahresende in Erfahrung zu bringen. Nach unseren Informationen stellt sich die Aktionärsstruktur zum 31. Dezember 2008 wie folgt dar: Herr Günther Leibinger 40,80%, Fonds Axxion S.A. Luxemburg 11,86%, Herr Maximilian Bernau 6,28%, Fonds IPConcept Fund Management Luxemburg 6,62%, Streubesitz 28,56%, eigene Aktien 5,89%.

> in E 2008 2007 2006 2005 2004
Ergebnis je Aktie (Konzern) –3,1 1,1 1,3 2,4 0,8
Ergebnis je Aktie (AG) –2,4 0,6 1,2 0,8 0,5
Dividende je Aktie 0,50 0,50 0,50 0,36 0,12
Schlusskurs1 5,4 11,8 10,6 9,2 7,5
Jahreshöchstkurs 12,0 12,5 11,0 9,7 8,1
Jahrestiefstkurs 5,3 10,6 9,3 7,3 6,1
Marktkapitalisierung am Jahresende (Mio. E) 81,0 176,3 159,0 138,0 112,0
Höchste Marktkapitalisierung (Mio. E) 179,7 188,0 165,0 144,5 121,0
Net-Asset-Value in Mio. E (AG)2 145,1 194,6 196,5 178,9 157,6
Net-Asset-Value je Aktie (AG)2 10,3 13,4 13,6 12,3 10,8
Buchwert (Eigenkapital) in Mio. E 147,5 193,0 192,1 180,4 171,1
Eigenkapital je Aktie (AG)2 10,4 13,3 13,2 12,4 11,4
Eigenkapital je Aktie (Konzern)2 11,2 14,9 14,1 13,1 11,6

Kennzahlen im Vergleich

1 Schlusskurs Parkett Frankfurt. 2Ohne eigene Aktien.

Zusammengefasster Lagebericht

Rahmenbedingungen

Noch bis über die Mitte des Wirtschaftsjahres 2008 hinaus florierte die Konjunktur trotz bereits erkennbarer belastender Faktoren aus dem weltwirtschaftlichen Umfeld. Zeichen für zu erwartende Probleme waren beispielsweise stark gestiegene Öl- und Rohstoffpreise, die Immobilienkrise vor allem in den USA, Großbritannien und Spanien sowie erhebliche Finanzmarktturbulenzen. Wir selbst erwarteten im ersten Halbjahr 2008 eine generelle Abkühlung der Weltwirtschaft, hatten aber dennoch die Perspektiven für das produzierende Gewerbe weiterhin in einem recht freundlichen Licht gesehen. Der Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehman Brothers im September 2008 sorgte jedoch für eine dramatische Änderung der Rahmenbedingungen. Neben der einsetzenden Panik an den weltweiten Kapitalmärkten brachen plötzlich auch die Dämme in der Realwirtschaft. Die Finanzkrise mutierte zur tiefgreifenden Wirtschaftskrise. Auftragseingänge und damit auch Umsätze in zahlreichen Industrien brachen förmlich zusammen. Beispielhaft sei an dieser Stelle die Automobilindustrie genannt, die nicht nur in den USA ein desaströses viertes Quartal 2008 erlebte. Auch der deutsche Maschinenbau, der in den letzten Jahren einen starken Aufschwung verzeichnete, berichtet über Auftragsrückgänge in bisher nicht gekannten Größenordnungen.

Offensichtlich befindet sich die deutsche Wirtschaft am Beginn einer starken Rezession. Der starke weltweite Konjunktureinbruch zum Jahreswechsel 2008 belastet die exportorientierte deutsche Wirtschaft erheblich. Nachdem die Wirtschaft im vierten Quartal 2008 bereits um 2,1% geschrumpft war, wird mittlerweile von führenden Ökonomen für 2009 ein weiterer Rückgang der Wirtschaftsleistung von rund 5,0% vorausgesehen. Zudem ist davon auszugehen, dass trotz aller bereits aufgelegten sowie noch geplanten staatlichen Konjunkturpakete keine kurzfristige Besserung beziehungsweise Belebung der Konjunktur stattfinden wird. Vielmehr müssen wir von einer längeren Durststrecke für die Weltwirtschaft und damit insbesondere auch für die deutsche Wirtschaft ausgehen.

Private-Equity-Markt

Gemäß der Branchenstatistik des Bundesverbandes Deutscher Kapitalgesellschaften (BVK) investierten deutsche Beteiligungsgesellschaften 2008 5,9 Mrd. €, weitere 2,5 Mrd. € wurden durch ausländische Investoren in Deutschland investiert. Insgesamt wurden damit in Deutschland 8,4 Mrd. € investiert, nach 10,6 Mrd. € im Jahr 2007, was einem Rückgang der hierzulande investierten Mittel um 20,8 % entspricht.

Der Rückgang der Investitionen ist insbesondere auf ein schwaches viertes Quartal 2008 sowie den starken Rückzug ausländischer Investoren zurückzuführen. Die Parallelen zur Banken- sowie Wirtschaftskrise sind unverkennbar. Mit dem Zusammenbruch der Lehman-Bank kam der Interbankenhandel praktisch zum Erliegen, was erhebliche Folgen für die Refinanzierung von Unternehmensakquisitionen hat.

Auch im Jahr 2008 lag der Schwerpunkt der Investitionen deutscher Beteiligungsgesellschaften im Buy-out-Bereich. Von den Investitionen entfielen dabei rund 4,0 Mrd. € (Vorjahr: 3,7 Mrd. €) auf Erstinvestitionen und rund 1,5 Mrd. € (Vorjahr: 0,4 Mrd. €) auf Folgeinvestitionen. Der überdurchschnittliche Anstieg von Folgeinvestitionen ist zum einen auf Finanzierungen von Expansionsstrategien zurückzuführen, zum anderen wurden bereits erste Nachfinanzierungen bei Beteiligungen als Folge der Finanz- sowie Wirtschaftskrise erforderlich.

Das insgesamt verwaltete Kapital deutscher Beteiligungsgesellschaften ("Capital under Management") belief sich laut BVK zum Jahresende 2008 auf 35,1 Mrd. € (Vorjahr: 31,9 Mrd. €). Das Fundraising der deutschen Beteiligungsgesellschaften erreichte 2008 ein Volumen von 1,9 Mrd. € (Vorjahr: 5,7 Mrd. €) und sank damit um rund zwei Drittel gegenüber dem Vorjahr.

Der Ausblick für die Private-Equity-Branche ist sehr verhalten. Die letzten Jahre hatten zu einem regelrechten Boom von Private-Equity-Investitionen geführt. Unterstützt durch scheinbar unbegrenzte und billige Fremdkapitalmittel konnten Unternehmenstransaktionen in bisher unbekannten Größenordnungen umgesetzt werden. Allerdings wurden dabei auch die Unternehmenspreise stark in die Höhe getrieben. Seit Anfang des Jahres 2008 zeichnete sich analog zur Bankenkrise bereits eine spürbare Beruhigung des Buy-out-Markts ab. Die mittlerweile umfassende Wirtschaftskrise beeinträchtigt jedoch nicht mehr nur das Neugeschäft. Vielmehr sind es gerade durch Finanzinvestoren erworbene Unternehmen, die angesichts der deutlich zurückgehenden Umsätze und Erträge unter den ihnen aufgebürdeten Akquisitionsdarlehen leiden. Um den Bruch von Garantien zu vermeiden, müssen die Finanzinvestoren entweder frische Mittel nachschießen oder eine Verwässerung ihrer Anteile bis hin zu einer möglichen Insolvenz und damit einer völligen Abschreibung ihrer Beteiligung in Kauf nehmen. TMD Friktion, Märklin und EDSCHA seien hier als prominente Beispiele erwähnt.

Der starke Einbruch führt zu einer Umorientierung der Branche. Das bisher so erfolgreiche Modell des bankenfinanzierten Buy-outs wird bis auf Weiteres nur noch bei kleinen bis mittelgroßen Transaktionen Anwendung finden. Hintergrund dafür ist, dass sogenannte Syndizierungen – also die Aufteilung und Weiterreichung von Refinanzierungsdarlehen – im aktuell sehr unsicheren Marktumfeld nicht mehr funktionieren. Die Banken müssen selbst im Risiko für Akquisitionsdarlehen verbleiben und agieren daher deutlich vorsichtiger. Zudem sind ihre eigenen Refinanzierungsmöglichkeiten aktuell deutlich eingeschränkt. Megadeals oder riskante Übernahmen werden damit bis auf Weiteres der Vergangenheit angehören. Auch die geforderten Eigenkapitalquoten zur Refinanzierung von Akquisitionen sind wieder deutlich höher als in den Vorjahren.

Selbst für bisher schon konservativer agierende Investoren stellt sich die Frage nach den langfristigen Auswirkungen der Wirtschaftskrise. Bevor neue Engagements geprüft und eingegangen werden, werden sich auch diese Investoren zunächst auf die Stärkung der bestehenden Beteiligungen konzentrieren. Dabei gilt auch hier, dass die Sicherung der Liquidität oberste Priorität hat.

Zu den Gewinnern der Krise könnten die sogenannten Secondary-Buy-out-Fonds zählen. Diese kaufen von Investoren notleidende Investitionen oder engagieren sich bei notwendigen Kapitalzuschüssen anstelle beziehungsweise neben den bereits existierenden Investoren. Diese sind aber nur bei deutlichen Bewertungsabschlägen bereit zu investieren. Auch werden wir in Zukunft einen deutlichen Anstieg von Debt-Equity-Swaps beziehungsweise einen durch Banken forcierten Wechsel des Finanzinvestors erleben. Damit werden auch Investoren mit dem Fokus auf Sanierungen reüssieren.

Zusammengefasst werden Unternehmensbeteiligungsgesellschaften nicht überflüssig. Ganz im Gegenteil: Wir erwarten in Zukunft sogar eine zunehmende Zahl an Unternehmenstransaktionen mit Beteiligung von Finanzinvestoren, da die Krise zwingend höhere Eigenkapitalfinanzierungen erforderlich macht. Allerdings werden die Investoren ihren Fokus wieder deutlich stärker auf die Qualität ihrer Engagements richten. Gefordert ist die Chance auf echte Wertsteigerungen durch strategische und operative Weiterentwicklungen bei den Beteiligungen oder aber die aktive Begleitung eines Turnaround. Die in den letzten Jahren sehr erfolgreiche Reduzierung des Investitionsansatzes vieler Finanzinvestoren auf reine Finanzmechanik beziehungsweise die Nutzung der Hebelwirkung von günstigem Fremdkapital hat ausgedient.

Entwicklung des Kapitalmarkts

Die 2007 ausgebrochene US-Subprime-Krise hat sich über eine internationale Bankenkrise mittlerweile zu einer echten Krise der Realwirtschaft entwickelt. Die inzwischen offensichtliche Rezession wird auch durch die Kapitalmärkte in Form erheblich gesunkener Börsenkurse sowie hoher Spreads auf Unternehmensanleihen bestätigt. Die Frage ist

nunmehr, wie tief die Wirtschaftskrise sein und vor allem wie lange sie anhalten wird.

Während der Staatsbankrott von Island in letzter Sekunde vermieden werden konnte, stehen vor allem Irland sowie einige osteuropäische Staaten vor erheblichen finanziellen und wirtschaftlichen Problemen.

An den europäischen Kapitalmärkten sind die Renditen sicherer Staatsanleihen mit einer Restlaufzeit von zehn Jahren deutlich gesunken, das Gleiche gilt für die Renditen von Government-Bonds in den USA.

Im gleichen Zeitraum sind die Spreads für Unternehmensanleihen deutlich angestiegen, mittlerweile sind diese jedoch, sofern sie Investment-Grade-Status haben, wieder spürbar gesunken. Für High-Yield-Anleihen oder auch Nachranganleihen werden dagegen unverändert sehr hohe Abschläge auf die Nominalwerte verlangt. Offensichtlich erwartet der Markt deutlich ansteigende Ausfallraten als Folge negativer Auswirkungen der Rezession.

Der Euro wurde im vergangenen Jahr gegenüber dem US-Dollar deutlich aufgewertet und hat auch gegenüber dem Yen und dem Schweizer Franken an Wert gewonnen. Ende 2008 wurde die europäische Einheitswährung zu 1,3955 EUR/USD gehandelt. Dies entspricht einer Wertveränderung seit Jahresbeginn von 4,4%.

Der Preis für Rohöl ist infolge der deutlich zurückgegangenen Verbräuche im vergangenen Jahr stark gefallen. Nachdem ein Barrel der Sorte Brent bei 94,30 USD zum Jahresbeginn 2008 notierte, fiel es auf 40,32 USD zum Jahresende 2008. Dies entspricht einem Rückgang von 57,3% binnen Jahresfrist. Damit ist der Ölpreis einmal mehr seinem Ruf als Konjunkturindikator gerecht geworden.

Die ausgesprochen unsicheren Perspektiven für die Weltwirtschaft haben zu erheblichen Kursrückgängen an den weltweiten Aktienmärkten geführt. Während zunächst vor allem die Aktienkurse von Finanzinstituten erheblich an Wert verloren haben, sind nun auch die Kurse von Industrieunternehmen unter Druck geraten. Der Deutsche Aktienindex (DAX) beendete das Jahr 2008 mit 4.810 Punkten (Vorjahr: 8.067 Punkte). Dies entspricht einem Rückgang von 40,4%. Maßgeblich hierfür war in erster Linie die negative Entwicklung in der zweiten Jahreshälfte. Der DJ Euro STOXX®50 verlor im Vergleichszeitraum 44%, der Nikkei verlor im Vergleich zum Vorjahr 42%. Trotz der bereits erfolgten erheblichen Wertberichtigungen ist auch für 2009 ein Aufatmen nicht in Sicht. Im Gegenteil: Eine Bodenbildung ist angesichts des erheblich unsicheren wirtschaftlichen Ausblicks nicht zu erwarten. Starke Schwankungen der Börsen werden uns daher auch 2009 begleiten.

Strategie und Unternehmenspolitik der AdCapital AG

Schwerpunkt der Geschäftstätigkeit der AdCapital AG ist zum einen das Erwerben und Halten von Beteiligungen an Unternehmen. Unseren zweiten Tätigkeitsschwerpunkt bildet die Vermögensverwaltung, also die Anlage des (liquiden) Vermögens in Wertpapieren jeglicher Art. Beide Geschäftsbereiche sind durch ein unterschiedliches Wettbewerbsumfeld sowie unterschiedliche Chancen- und Risikoprofile gekennzeichnet.

Die AdCapital AG konzentriert sich bei ihren Unternehmensbeteiligungen vorrangig auf Spätphasenfinanzierungen. Hierbei zählen mittelständisch geprägte Familienunternehmen, die sich erfolgreich in reifen Nischenmärkten etabliert haben, zu unseren bevorzugten Zielunternehmen. Die Unternehmen sollten darüber hinaus einen Umsatz von mindestens 20 Mio. € bis zu 250 Mio. € bei stabiler Ertragslage vorweisen. Wir setzen unsere Mittel bevorzugt im produzierenden Bereich der Metall- und Kunststoffverarbeitung, im Maschinenbau sowie in der Elektrotechnik ein.

Sofern Familienunternehmen veräußert werden, legen die Verkäufer häufig nicht nur Wert darauf, den Veräußerungspreis zu maximieren. Vielmehr wird auch darauf geachtet, dass der potenzielle Erwerber dem Unternehmen als solchem, dem Standort und der Belegschaft eine hohe Bestandssicherheit gewährt. Hier haben wir uns in den vergangenen Jahren zunehmend als bevorzugter Partner etabliert. Vorteilhaft wirkt sich dabei vor allem aus, dass wir bei unseren Engagements überwiegend eine langfristige Beteiligung als Investor suchen. Ein weiterer wichtiger Unterschied der AdCapital AG im Vergleich mit klassischen Private-Equity-Fonds ergibt sich darüber hinaus aus unserem Investitionsverständnis als Unternehmer. Wir investieren keine Fondsmittel eines anonymen Beteiligungsfonds mit ausschließlich finanziellen Interessen. Vielmehr sehen wir uns als unternehmerischer Partner, der neben eigenem Kapital insbesondere unternehmerisches Know-how und eine gelebte, mittelständisch geprägte Unternehmenskultur einbringt, um seine Beteiligungen substanziell weiterzuentwickeln. Die AdCapital AG setzt dabei auf die Eigenständigkeit der Unternehmen und ihrer Geschäftsführer im operativen Bereich. Wir unterstützen diese im Gegenzug durch unser Know-how und unsere ausgezeichneten Netzwerke in Bereichen wie Finanzen, Steuern, Recht und Kapitalmarkt.

Die Ertragslage der AdCapital AG im Geschäftsfeld Unternehmensbeteiligungen wird vorwiegend durch die operativen Ergebnisse unserer Beteiligungen geprägt. Aufgrund unserer Bereitschaft, Unternehmensbeteiligungen bei Bedarf auch deutlich länger als im Private-Equity-Bereich allgemein üblich zu halten, spielen für uns mögliche Erträge aus Beteiligungsverkäufen eine untergeordnete Rolle.

Neue Investitionsmöglichkeiten werden von uns regelmäßig geprüft. Unabhängig hiervon sind wir bestrebt, unsere bestehenden Beteiligungen qualifiziert weiterzuentwickeln. Dabei unterstützen wir unsere Beteiligungen auch bei der Suche nach externen Wachstumsoptionen sowie ihrer Realisierung.

Wegen unvermeidbarer Schwankungen im Bereich der unmittelbaren Investitionen in Unternehmensbeteiligungen legen wir einen wesentlichen Teil unseres frei verfügbaren Vermögens dauerhaft in Wertpapieren an. Seit Mitte 2007 haben wir unsere Direktanlagen in Aktien fast vollständig verkauft und verstärkt in strukturierte Anlagen auf Aktienbasis sowie in Unternehmensanleihen investiert. Aufgrund der negativen Aktienkursentwicklungen sind uns zunehmend Aktien angedient worden; die Unternehmensanleihen sind überwiegend deutlich im Kurs gesunken. Einen weiteren Anlageschwerpunkt bilden Aktienoptionen, die sowohl zur Kursabsicherung als auch zur bewussten Wette auf bestimmte Kursentwicklungen eingesetzt werden.

Auch zukünftig wird der Erfolg unserer Anlagestrategie maßgeblich von der Entwicklung der Kapitalmarktverhältnisse auf den Aktien- und den Rentenmärkten, aber auch von der konkret gewählten Asset-Allokation sowie der Einzeltitelauswahl abhängen. Wir erwarten, dass ein größerer Teil der Abschreibungen mittelfristig durch Zuschreibungen korrigiert werden kann. Kurzfristig ist dagegen, wie die Entwicklung der ersten Monate dieses Jahres zeigt, mit weiteren Belastungen zu rechnen.

Wesentliche Veränderungen im Konsolidierungskreis

Im Geschäftsjahr 2008 haben wir zwar mehrere Investitionsmöglichkeiten geprüft, diese jedoch zum einen angesichts der überwiegend noch zu hohen Preisvorstellungen der Verkäufer sowie zum anderen wegen der sich abzeichnenden konjunkturellen Abkühlung nicht abgeschlossen.

Sonstige wichtige Ereignisse und Entwicklungen im Geschäftsjahr

Im Januar 2008 haben wir 5 Mio. € für den Erwerb eines Nießbrauchrechts an den Patenteinnahmen der Schutzrechtsgesellschaft Elmotec Statomat GmbH in Karben eingesetzt. Investitionen in neue Beteiligungen erfolgten nicht, da sich im zweiten Halbjahr eine negative Wirtschaftsentwicklung abzeichnete. Wir haben daher beschlossen, uns vorwiegend auf die Stärkung unserer vorhandenen Beteiligungen zu konzentrieren. Ende 2008 wurde bei der Taller GmbH eine Kapitalerhöhung von 3,5 Mio. € beschlossen, die im Februar 2009 durchgeführt wurde.

Im letzten Quartal des Geschäftsjahres 2008 verzeichneten nahezu sämtliche Beteiligungen zum Teil deutliche Rückgänge im Auftragseingang. Wir erwarten daher für unsere operativen Beteiligungen ein schwieriges Geschäftsjahr 2009.

Umsatz- und Ertragsentwicklung im Geschäftsjahr 2008

Allgemeine Ergebnisentwicklung

AdCapital AG

Verkürzte Gewinn- und Verlustrechnung der AdCapital AG (nach HGB)

> in Mio.E 2008 2007 +/–in %
Gewinne aus
dem Abgang von
Beteiligungen 0,0 1,7 –100,0
Erträge aus Beteiligungen 0,0 2,5 –100,0
Sonstige betriebliche
Erträge
14,7 9,3 58,1
Personalaufwand –1,2 –1,8 –33,3
Abschreibungen auf imma
terielle Vermögensgegen
stände und Sachanlagen
–1,8 –0,7 157,1
Sonstige betriebliche
Aufwendungen
–1,2 –1,1 9,1
Finanzergebnis –45,2 –0,1 n/a
Ergebnis der gewöhn
lichen Geschäftstätigkeit
–34,7 9,8 –454,1
Außerordentlicher Aufwand/
außerordentliches Ergebnis
0,0 –1,4 –100,0
Ertragsteuern 0,4 0,1 300,0
Jahresfehlbetrag/
-überschuss
–34,3 8,5 –503,5

Die erheblichen Belastungen aus der Kapitalmarktkrise haben sich stark negativ auf die Ergebnissituation der AdCapital AG im Geschäftsjahr 2008 ausgewirkt. Erstmals seit dem Jahr 2002 wurde wieder ein negatives Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit mit –34,7 Mio. € (Vorjahr: 9,8 Mio.€) erzielt. Nach einem Jahresüberschuss im Vorjahr in Höhe von 8,5 Mio. € weisen wir für das aktuelle Geschäftsjahr einen Jahresfehlbetrag in Höhe von –34,3 Mio. € aus.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden keine Beteiligungen verkauft beziehungsweise keine Gewinnausschüttungen von Beteiligungen vereinnahmt.

Die sonstigen betrieblichen Erträge ergaben sich zum einen aus Wertaufholungen beziehungsweise Zuschreibungen auf Darlehensforderungen gegenüber Beteiligungen in Höhe von 12,0 Mio. € (Vorjahr: 7,5 Mio. €). Weitere Erträge wurden u. a. aus Nießbrauchzinsen sowie Mieterträgen erwirtschaftet.

Die planmäßigen Abschreibungen resultieren u. a. aus erworbenen immateriellen Wirtschaftsgütern, die im Zusammenhang mit vereinnahmten Nießbrauchzinsen stehen.

Das Finanzergebnis (nach HGB) hat sich gegenüber dem Vorjahr wie folgt entwickelt:

> in Mio.E 2008 2007 +/–in %
Abschreibungen auf Finanz
anlagen, Wertpapiere
sowie Optionen
–45,9 –7,7 –496,1
Gewinne sowie Verluste
aus dem Verkauf von Finanz
anlagen, Wertpapieren
sowie Optionen
–3,9 0,4 n/a
Laufende Erträge aus Finanz
anlagen bzw. Wertpapieren
0,5 3,2 –84,4
Zinsergebnis 4,1 4,1 0,0
Finanzergebnis –45,2 –0,1 n/a

Die seit Mitte 2007 einsetzende Konsolidierung der Kapitalmärkte hat sich im Jahr 2008 zu einer dramatischen Bankenkrise fortentwickelt, die ihren (vorläufigen) Höhepunkt in der Insolvenz von Lehman Brothers im September 2008 gefunden hat. Bedingt durch die mittlerweile globale Kapitalmarktkrise mussten wir insbesondere im Bereich der strukturierten Anlagen wegen der engen Korrelation mit den Aktienmärkten zum Teil erhebliche Verluste verbuchen. Auch die von uns gehaltenen Unternehmensanleihen verzeichneten wegen der erheblichen Spreadausweitungen zum Teil sehr hohe Kursverluste.

AdCapital-Konzern

Gewinn- und Verlustrechnung des AdCapital-Konzerns (nach IFRS)

> in Mio.E 2008 2007 +/–in %
Gesamtleistung 156,1 119,5 30,6
Sonstige betriebliche
Erträge 7,3 14,8 –50,7
Materialaufwand –73,0 –52,8 38,3
Personalaufwand –46,0 –37,0 24,3
Sonstige betriebliche
Aufwendungen –26,4 –19,7 34,0
Betriebliches Ergebnis vor
Abschreibungen (EBITDA)
18,0 24,8 –27,4
Abschreibungen –11,2 –5,0 124,0
Betriebliches Ergebnis
(EBIT)
6,8 19,8 –65,7
Beteiligungsergebnis –0,2 2,6 –107,7
Finanzergebnis –51,4 –0,8 6.325,0
Ergebnis vor Ertragsteuern
(EBT)
–44,8 21,6 –307,4
Ertragsteuern 0,8 –1,7 –147,1
Konzernjahresergebnis –44,0 19,9 –321,1
Konzernergebnis nach
Minderheiten
–43,8 15,7 –379,0
Ergebnis je Aktie in E –3,1 1,1 –381,8

Die Portfoliogesellschaften der AdCapital AG sind in unterschiedlichen Geschäftsbereichen tätig und werden daher bei ihrer unternehmerischen Entwicklung von der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung unterschiedlich berührt. Die meisten Gesellschaften des AdCapital-Konzerns zeichnet jedoch eine überdurchschnittlich starke regionale Fokussierung auf den deutschen beziehungsweise deutschsprachigen Raum aus. Durch die Ausrichtung als Zulieferer, z.B. für die Automobilindustrie (Erich Jaeger-Gruppe), oder auf die Druckmaschinenindustrie (Bavaria Digital Technik GmbH) ist jedoch insgesamt eine hohe Abhängigkeit von der Investitionsgüterindustrie und damit (indirekt) von Exporterlösen gegeben. Insofern ist die unternehmerische Entwicklung des AdCapital-Konzerns sowohl vom konjunkturellen Umfeld in Deutschland als auch mittelbar von der weltwirtschaftlichen Entwicklung abhängig.

Die zunächst erfreuliche operative Entwicklung in den ersten neun Monaten des Jahres 2008 wurde mit dem Zusammenbruch von Lehman Brothers im September 2008 jäh gestoppt. Seitdem sind auch bei unseren operativen Beteiligungen erhebliche Rückgänge des Auftragseingangs sowie deutlich reduzierte Umsätze zu verzeichnen.

Die von uns im Jahr 2007 neu erworbene Taller GmbH hat einerseits wesentlich zum Anstieg der Konzernleistung von 119,5 Mio. € im Jahr 2007 auf 156,1 Mio. € im Jahr 2008 beigetragen, andererseits jedoch die Ertragslage des Konzerns durch erhebliche operative Verluste im abgelaufenen Geschäftsjahr spürbar belastet. Der Materialaufwand im Geschäftsjahr 2008 stieg im Vergleichszeitraum absolut auf 73,0 Mio. € (Vorjahr: 52,8 Mio. €). Die Materialeinsatzquote – bezogen auf die Gesamtleistung – nahm im Vergleichszeitraum spürbar von 44,2% auf 46,8% zu, was vor allem auf die schwache Ertragslage der Taller-Gruppe zurückzuführen ist.

Der Personalaufwand ist im Vergleich zum Vorjahr um 24,3% von 37,0 Mio. € auf 46,0 Mio. € gestiegen. Dieser steht in Einklang mit der Erhöhung der Arbeitnehmeranzahl sowie der Leistungssteigerung im Konzern. Bezogen auf die Gesamtleistung im Konzern ist die Personalaufwandsquote leicht auf 29,5% (Vorjahr: 31,0%) gefallen, was auf einen deutlich höheren Bestand an Mitarbeitern vor allem in China und Tschechien zurückzuführen ist.

Der überdurchschnittliche Anstieg der Abschreibungen ist durch hohe Einmalaufwendungen auf Ebene der Taller-Gruppe u. a. wegen Wertberichtigungen auf einen erworbenen Kundenstamm sowie nicht mehr ausgelastete oder genutzte Maschinen in Höhe von rund 3,1 Mio.€ geprägt.

Gegenüber dem Vorjahresergebnis hat sich das betriebliche Ergebnis (EBIT) im AdCapital-Konzern deutlich von 19,8 Mio. € im Jahr 2007 um 13,0 Mio. € auf 6,8 Mio. € im abgelaufenen Geschäftsjahr verschlechtert. Hierbei ist jedoch im Vorjahr ein buchmäßiger Ertrag aus der Erstkonsolidierung der Taller GmbH in Höhe von 8,8 Mio. € im Geschäftsjahr 2007 zu eliminieren. Dieser wurde im sonstigen betrieblichen Ertrag des Konzerns des Jahres 2007 ausgewiesen und ergab sich zum einen aus dem Unterschiedsbetrag zwischen dem insgesamt gezahlten Kaufpreis für diese Beteiligung und zum anderen aus dem dieser Beteiligung zuzurechnenden Nettoreinvermögen. Bereinigt um den Sondereffekt aus dem Erwerb der Taller-Gruppe im Jahr 2007 sowie den Einmalaufwendungen aus Wertberichtigungen bei dieser Gruppe im Jahr 2008 hat sich das betriebliche Ergebnis von 11,0 Mio. € 2007 um 1,1 Mio. € beziehungsweise 10,0% auf 9,9 Mio. € im Jahr 2008 verringert.

Aus den Wertpapieranlagen auf Ebene der AdCapital AG mussten wir im Geschäftsjahr 2008 einen hohen Verlust hinnehmen. Bereits im abgelaufenen Geschäftsjahr 2007 hatten wir Verluste aus Wertpapieranlagen der AdCapital AG insbesondere aus strukturierten Anlagen zu verzeichnen, die das positive Zinsergebnis deutlich überkompensierten. Diese haben auch 2008 neben Abschreibungen auf Unternehmens- und Bankanleihen erheblich zu den Verlusten aus Wertpapieranlagen beigetragen. Dafür verantwortlich war vor allem die sehr enge Korrelation dieser Anlageklasse mit der allgemeinen Wirtschaftslage sowie der unmittelbaren negativen Entwicklung der Aktienmärkte. Zum anderen waren unsere Anleiheanlagen von der Ausdehnung der Spreads als Folge der Sorge der Anleger vor hohen Ausfallraten bei Bank- sowie Industrieanleihen beziehungsweise den damit einhergehenden Kursverlusten negativ betroffen. Schließlich haben wir aus gezeichneten Optionen saldiert einen Verlust in Höhe von 2,5 Mio. € erwirtschaftet.

Insgesamt wurde im AdCapital-Konzern ein negatives Ergebnis vor Steuern von –44,8 Mio. € gegenüber einem positiven Ergebnis vor Steuern von 21,6 Mio. € im Vorjahr erzielt. Bereinigt um den Erstkonsolidierungserfolg aus der Akquisition der Taller-Gruppe im Jahr 2007 hat sich das Ergebnis vor Ertragsteuern im Konzern von 12,8 Mio. € im Jahr 2007 auf –44,8 Mio. € im Geschäftsjahr 2008 verringert.

Industriebeteiligungen

Das betriebliche Ergebnis bei den sonstigen Industriebeteiligungen der AdCapital-Gruppe wurde vor allem durch die DPS Engineering GmbH, die Erich Jaeger-Gruppe, die FRAKO Kondensatoren- und Anlagenbau GmbH, die Bavaria Digital Technik GmbH sowie die EW Hof-Gruppe erwirtschaftet. Negativ wurde das betriebliche Ergebnis des Konzerns vor allem durch die Taller-Gruppe belastet.

Die operative Entwicklung der DPS Engineering GmbH ist unverändert positiv. Ihre Fokussierung auf den IT-Dienstleistungs- und -Entwicklungssupport für Banken sowie die hohe Qualität der erbrachten Leistungen werden durch die Kunden honoriert. Durch einmalige Sonderprojekte im Zusammenhang mit der Einführung der Abgeltungsteuer wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr eine stark gestiegene Gesamtleistung bei einem sehr erfreulichen Ergebnis vor Steuern erwirtschaftet. Für das Geschäftsjahr 2009 wird von reduzierten Umsätzen sowie niedrigeren Erträgen ausgegangen, da die Kunden vorwiegend aus dem Finanzmarktumfeld stammen.

Die Erich Jaeger-Gruppe konnte ihre positive wirtschaftliche Entwicklung als kompetenter Automobilzulieferer in den ersten drei Quartalen des Geschäftsjahres 2008 fortsetzen. Im vierten Quartal brach allerdings der Umsatz insbesondere mit LKW-Kunden förmlich zusammen. Diese Entwicklung hat sich in den ersten beiden Monaten des Geschäftsjahres 2009 fortgesetzt. Die Umsatz- sowie Ergebnisrückgänge aus dem Automotive-OEM-Umfeld sind erheblich, werden allerdings durch eine heterogene Ausrichtung der Gruppe abgefedert, die auch den After-Market-Bereich umfasst. Neben der allgemeinen Wirtschaftslage haben sich 2008 wie schon in den Vorjahren die stark

Verkürzte Segmentberichterstattung des AdCapital-Konzerns

Verkürzte Segmentberichterstattung des AdCapital-Konzerns

Umsatzerlöse Betriebliches Ergebnis (EBIT) Finanzergebnis
> in Mio.E 2008 2007 2008 2007 2008 2007
Industriebeteiligungen 153,7 117,7 8,3 19,1 –2,3 –1,6
AdCapital AG, direkte Beteiligungen
und Eliminierungen 0,1 0,1 –1,5 0,7 –49,1 0,8
153,8 117,8 6,8 19,8 –51,4 –0,8

gestiegenen Rohstoffpreise für Kupfer sowie währungsbedingte Effekte ausgewirkt. Insbesondere an den Standorten Tschechien und China wurden als Reaktion bereits erhebliche Personalanpassungsmaßnahmen eingeleitet beziehungsweise umgesetzt. Zudem werden 2009 weitere Montagekapazitäten von Deutschland in die Türkei verlagert, um den nochmals verschärften Preisforderungen der Automobilkunden zu begegnen. Mit dem neuen Standort sollen vor allem Montageleistungen für den europäischen Markt günstig und flexibel erbracht werden. Zudem steht auch dieser Standort für unsere Strategie, die bisher überwiegend für den Export produzierenden Standorte zu eigenständigen Produktions-, Entwicklungs- und Vertriebsstandorten für Osteuropa und Asien weiterzuentwickeln.

Die FRAKO Kondensatoren- und Anlagenbau GmbH hat sich im Jahr 2008 trotz Wirtschaftskrise planmäßig entwickelt. Sowohl der Umsatz als auch der Ertrag des Unternehmens konnten im Geschäftsjahr 2008 trotz eines schwachen vierten Quartals nochmals gegenüber dem Vorjahr gesteigert werden. Für 2009 gehen wir von einer spürbaren Beruhigung der geschäftlichen Aktivitäten aus. Starke Hoffnungen setzen wir aber auf ein von der FRAKO neu entwickeltes Energie-Management-System für industrielle Kunden.

Die Bavaria Digital Technik GmbH ist als qualifizierter Zulieferer und Entwickler für die Druckmaschinenindustrie erheblich von den Absatzproblemen der deutschen Druckmaschinenhersteller betroffen. Unsere bisherigen Anstrengungen, diese Abhängigkeit zu reduzieren, wurden durch die allgemeine wirtschaftliche Situation erheblich belastet. Insgesamt wurde 2008 bei gesunkenen Umsätzen ein positives Jahresergebnis erwirtschaftet. Für das Jahr 2009 haben wir Personalanpassungen eingeleitet, um die Kapazitäten an das voraussichtlich dauerhaft niedrigere Absatzniveau der Druckmaschinenindustrie anzupassen. Daneben werden die Anstrengungen zur Gewinnung neuer Absatzmärkte fortgesetzt.

Die EW Hof-Gruppe konnte sich in den letzten Jahren von einem reinen Nischenanbieter zu einem qualifizierten Zulieferer für die Windkraftindustrie weiterentwickeln. Das Unternehmen entwickelt und fertigt in dieser Funktion hochwertige Stellmotoren, die in Windkraftanlagen Anwendung finden. Das erreichte Umsatzwachstum in den letzten beiden Geschäftsjahren 2007 und 2008 betrug durchschnittlich 50,3% und erreichte im Jahr 2008 ein Niveau in Höhe von 18,5 Mio. €. Auch für die Zukunft sehen wir überdurchschnittliche Wachstumschancen. Durch einen Umzug in eine neue Fertigungsstätte in Tschechien haben wir dafür bereits die notwendigen produktionstechnischen Voraussetzungen geschaffen.

Die Taller-Gruppe wurde durch uns 2007 mit der Absicht erworben, nach umfangreichen Restrukturierungsmaßnahmen im Jahr 2008 die Ertragswende zu schaffen. Dies ist uns bisher nicht gelungen. Im Gegenteil: Die Verlagerung von Fertigungskapazitäten sowie die Optimierung und der Ausbau von bestehenden Fertigungsanlagen in China und in der Türkei wurden durch erhebliche operative Probleme belastet. Seit der zweiten Jahreshälfte macht die allgemeine Wirtschaftskrise dem Unternehmen zu schaffen. Entsprechend brachen die Umsätze spürbar ein. Im Ergebnis wurde ein hoher Jahresverlust erwirtschaftet, der auch das Konzernergebnis empfindlich beeinträchtigte. Finanziell wurde der Verlust u. a. durch eine Kapitalerhöhung im Februar 2009 ausgeglichen. Neben einer finanziellen Unterstützung der Beteiligung haben wir auch auf Managementebene Konsequenzen gezogen und die operative Führung des Unternehmens neu geordnet. Für das Geschäftsjahr 2009 gehen wir von unverändert schwierigen Marktbedingungen mit entsprechend verhaltenen Umsatzentwicklungen aus. Allerdings erwarten wir für das neue Geschäftsjahr eine spürbare Verbesserung der Ertragslage durch umfangreiche Kostenreduzierungsmaßnahmen sowie durch neue Projekte mit höheren Margen.

Die übrigen Beteiligungen der AdCapital AG entwickelten sich überwiegend stabil und konnten die gesetzten Ertragssowie Umsatzziele weitgehend erreichen.

Vermögens- und Finanzlage zum Bilanzstichtag

AdCapital-Konzern

AdCapital AG

Verkürzte Bilanz der AdCapital AG (nach HGB)

> in Mio.E Dez.
2008
% Dez.
2007
%
Anlagevermögen 11,0 7,2 13,9 7,0
Davon Finanzanlagen 4,2 2,7 10,0 5,0
Umlaufvermögen 142,8 92,8 185,9 93,0
Davon Wertpapiere
und flüssige Mittel 72,0 46,8 121,5 60,8
Aktiva 153,8 100,0 199,8 100,0
Eigenkapital 147,4 95,8 193,0 96,6
Fremdkapital 6,4 4,2 6,8 3,4
Passiva 153,8 100,0 199,8 100,0
Dez. Dez.
2008 % 2007 %
70,9 34,9 71,1 26,2
132,2 65,1 199,9 73,8
77,4 38,3 137,0 50,6
203,1 100,0 271,0 100,0
157,7 77,6 216,1 79,7
1,8 0,9 4,6 1,7
20,6 10,2 26,2 9,7
24,8 12,2 28,7 10,6
203,1 100,0 271,0 100,0

Verkürzte Bilanz des AdCapital-Konzerns (nach IFRS)

Die Bilanz der AdCapital AG zum 31. Dezember 2008 ist durch die hohen Verluste aus Wertpapieranlagen geprägt. Diese haben zu einem starken Rückgang des Umlaufvermögens sowie des Eigenkapitals geführt. Unsere nicht in Unternehmensbeteiligungen investierten freien Mittel werden überwiegend für Wertpapieranlagen eingesetzt.

Auch das Eigenkapital der AdCapital AG wurde durch das hohe negative Jahresergebnis belastet. Zudem führten die Dividendenausschüttung im Juli 2008 sowie das fortgesetzte Aktienrückkaufprogramm zu einem absoluten Rückgang des Eigenkapitals. Da allerdings gleichzeitig die Bilanzsumme deutlich gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen ist, ist die Eigenkapitalquote mit 95,8% gegenüber 96,6% im Vorjahr nur leicht reduziert.

Der Rückgang der Bilanzsumme im Konzern geht im Wesentlichen auf die Wertpapierverluste der AdCapital AG zurück. Entsprechend hat sich auch das Verhältnis zwischen Anlage- sowie Umlaufvermögen und Eigenkapital zu den sonstigen Passiva verändert.

Das konsolidierte Eigenkapital verringerte sich im Wesentlichen aufgrund des erzielten Konzernjahresfehlbetrags von 216,1 Mio.€ auf 157,7 Mio.€. Die Konzerneigenkapitalquote zum 31. Dezember 2008 reduzierte sich von 79,7% im Vorjahr auf 77,6%.

Finanzlage

Die Finanzlage des Konzerns ist unverändert durch die hohe Eigenkapitalquote sowie den hohen Bestand an liquiden Mitteln und Wertpapieren bei der AdCapital AG geprägt. Dies gilt unverändert trotz der hohen Verluste aus Wertpapieranlagen der AdCapital AG im abgelaufenen Geschäftsjahr. Die einzelnen Konzernunternehmen werden durch Bereitstellung von Eigenkapital, Gesellschafterdarlehen und die Einbeziehung in das Konzern-Cashpooling finanziert. Darüber hinaus bestehen auf Ebene der Einzelgesellschaften mehrheitlich Kreditlinien bei Finanzinstituten.

Die Sicherung der Liquidität aller operativen Einheiten des Konzerns auch bei der für die kommenden Monate erwarteten schwachen wirtschaftlichen Entwicklung hat für uns oberste Priorität. Daher wird die hohe freie Liquidität der AdCapital AG von uns bevorzugt nur noch kurzfristig angelegt, um eine schnelle Verfügbarkeit der finanziellen Mittel sicherzustellen. Weiterhin haben wir zusätzliche, über das bisher bereits vereinbarte Niveau hinausgehende Kreditlinien mit Banken vereinbart. Der gesamte Finanzierungsmix führt zu einer ausreichenden Finanzierung der einzelnen Gesellschaften.

Cashpooling

Fast alle inländischen Gesellschaften des Konzerns sind in das sogenannte Cashpooling einbezogen. Die Gesellschaften verfügen über individuell festgelegte Limits, die von diesen zur Refinanzierung genutzt werden können.

Cashflow

Im Rahmen der betrieblichen Tätigkeit des AdCapital-Konzerns wurde ein operativer Cashflow von 16,4 Mio.€ (Vorjahr: 8,9 Mio. €) erwirtschaftet.

Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit beträgt –1,3 Mio. € (Vorjahr: –25,3 Mio. €). Hier hat sich die von uns betriebene Sicherung der kurzfristigen Liquidität zu Lasten langfristiger Wertpapieranlagen ausgewirkt.

Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit ist mit –15,6 Mio. € (Vorjahr: –6,1 Mio. €) negativ, was maßgeblich durch Ausschüttungen sowohl an die Aktionäre der AdCapital AG als auch an Minderheitsgesellschafter verursacht wurde. Des Weiteren hat das laufende Aktienrückkaufprogramm zu Liquiditätsabflüssen in Höhe von –4,1 Mio.€ geführt.

Portfolioentwicklung

Das unmittelbar und mittelbar von der AdCapital AG gehaltene beziehungsweise geführte Portfolio an operativ tätigen Beteiligungen umfasst aktuell neun Mehrheitsbeteiligungen (Vorjahr: neun) sowie drei Minderheitsbeteiligungen (Vorjahr: drei). Das Gesamtvolumen der im Portfolio der AdCapital AG mittelbar sowie unmittelbar gehaltenen wesentlichen Beteiligungen beträgt zum 31. Dezember 2008 44,1 Mio. € (Vorjahr: 41,6 Mio. €). Hinzu treten Finanzierungen unserer Beteiligungsunternehmen in Form von Darlehen beziehungsweise in Anspruch genommene Cashpool-Linien in Höhe von 25,8 Mio. € (Vorjahr: 26,0 Mio. €).

Forschung und Entwicklung

Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung im Konzern betrugen im Geschäftsjahr 2008 6,0 Mio. € (Vorjahr: 4,9 Mio. €) und fielen vor allem bei der Jaeger- sowie der Taller-Gruppe an.

Mitarbeiter

Zum 31. Dezember 2008 beschäftigte die AdCapital AG neun (Vorjahr: neun) Mitarbeiter. Im AdCapital-Konzern waren zum 31. Dezember 2008 1.558 Mitarbeiter beschäftigt (Vorjahr: 1.564).

Die Zahl der Auszubildenden liegt bei 44 (Vorjahr: 37). Die AdCapital AG versteht sich als verantwortungsbewusster Arbeitgeber mit einem klaren Bekenntnis zum Produktionsund Investitionsstandort Deutschland. Mit seinen Ausbildungsplätzen möchte das Unternehmen nicht zuletzt einen Beitrag dazu leisten, den Jugendlichen in Deutschland eine Zukunftsperspektive zu bieten.

Es bleibt weiterhin ein Schwerpunkt der Personalpolitik, die Mitarbeiter zu fördern und ihre Qualifikation weiterzuentwickeln, da eine gute Aus- und Fortbildung Voraussetzung für den Erfolg der AdCapital AG sowie ihrer Beteiligungen ist.

Wir achten darauf, neue Stellen mit gut ausgebildeten Mitarbeitern zu besetzen sowie erfahrene Mitarbeiter, die sich durch ihre Kompetenz sowie Professionalität auszeichnen, als Schlüsselpersonen langfristig an das Unternehmen zu binden. Ein gemeinsames Verständnis aller in der Gruppe tätigen Geschäftsführer für die qualifizierte Förderung unserer Mitarbeiter und ihrer Beteiligung am betrieblichen Prozess schafft die Grundlage für die Identifikation der Mitarbeiter mit dem Unternehmen.

Die Vergütungssysteme für den Vorstand und den Aufsichtsrat bestehen aus einer fixen sowie einer variablen Komponente. Dabei ist die variable Vergütung des Vorstands an die realisierten Konzernjahresergebnisse gebunden. Die variable Vergütung des Aufsichtsrats bezieht sich auf den ausgewiesenen Bilanzgewinn der AdCapital AG. Darüber hinausgehende variable Vergütungskomponenten mit langfristiger Anreizwirkung und Risikocharakter sind nicht vereinbart.

Risikobericht

Allgemeine Erfolgsfaktoren und Risiken des Private-Equity-Geschäfts

Die Risiken einer Beteiligungsgesellschaft ergeben sich im Wesentlichen aus dem Kaufen, Halten sowie dem Verkauf von Beteiligungen. Den genannten Risiken stehen aber auch entsprechende Chancen gegenüber.

Der Erfolg von Private-Equity-Transaktionen im Buy-out-Bereich wird vor allem durch die Möglichkeit beeinflusst, attraktive Unternehmen zu fairen Konditionen erwerben zu können. Angesichts der aktuellen Wirtschaftskrise wird zudem offensichtlich, dass die Refinanzierung der Akquisition solide erfolgen muss.

Im Rahmen eines Engagements liegt der Schwerpunkt in der strategischen sowie operativen Optimierung beziehungsweise Weiterentwicklung einer Beteiligung. Zudem muss der Investor mögliche negative Marktentwicklungen sowie Fehlentwicklungen schnell erkennen können, um Gegenmaßnahmen zeitnah einleiten zu können. Sofern ein Investor wie die AdCapital AG bereit ist, längerfristig engagiert zu bleiben, sollten außerdem angemessene laufende Renditen in Form von Gewinnausschüttungen durch die Beteiligung erwirtschaftet werden können.

Die Unternehmen sollten darüber hinaus später erfolgreich veräußert werden können. Die Transaktionsfähigkeit von Unternehmen ist dabei im Buy-out-Bereich von einem attraktiven Geschäftsmodell sowie zunehmend auch von der (Mindest-)Größe des Zielunternehmens abhängig. Neben originären Wertfaktoren der jeweiligen Beteiligung spielen aber vor allem auch externe Faktoren beziehungsweise das konkrete (Finanz-)Marktumfeld eine entscheidende Rolle.

Die aktuelle Finanz- sowie Wirtschaftskrise lässt die Risiken von Private-Equity-Investitionen stark steigen. Durch beschränkte Exit-Möglichkeiten müssen die Beteiligungen deutlich länger als geplant gehalten werden. Die operativen Beteiligungen haben zudem mit spürbaren wirtschaftlichen Problemen zu kämpfen, die teilweise durch zu hohe Verschuldungen nochmals verstärkt werden. Dies zwingt möglicherweise sogar zu Nachfinanzierungen der Beteiligung durch den Investor. Insofern spielen insbesondere die Erkennung operativer sowie finanzieller strategischer Risiken, aber auch der Chancen einer Beteiligung durch den Finanzinvestor sowie die progressive Auseinandersetzung mit diesen Faktoren eine herausragende Rolle. Der Hauptfokus liegt dabei aktuell auf der Bestandssicherung bei den bestehenden Beteiligungen. Dagegen rücken die transaktionsorientierten Risiken zurzeit in den Hintergrund.

Risikofaktoren aus dem operativen Geschäft der Konzern- und Tochtergesellschaften

Ausfallrisiko

Grundsätzlich besteht bei jedem Unternehmen, an dem sich die AdCapital AG beteiligt, das Risiko, dass operative Verluste oder Liquiditätsprobleme zu einer Insolvenz führen. Als Folge würde die AdCapital AG sämtliche finanzielle Mittel, welche die Gesellschaft für die Anschaffung des Beteiligungsunternehmens eingesetzt hat, verlieren. Die AdCapital AG versucht, dem potenziellen Ausfallrisiko dadurch zu begegnen, dass neue Beteiligungen sorgfältig ausgewählt und die Unternehmen der Unternehmensgruppe mit angemessenen finanziellen Mitteln ausgestattet werden. Des Weiteren achten wir darauf, dass die Geschäftsführung der Unternehmen qualifiziert besetzt wird und eine angemessene Überwachung der wirtschaftlichen Verhältnisse sowie der Liquidität des Unternehmens erfolgt.

Auf operativer Ebene werden Ausfallrisiken durch die Handhabung von Kreditgenehmigungen sowie die Festlegung von Obergrenzen und Kontrollverfahren gesteuert. Daneben werden in geeigneten Fällen zur Absicherung Warenkreditversicherungen abgeschlossen, um zumindest einen Teil der Forderungsausfälle abzusichern. Teilweise werden auch Factoring-Verträge sowohl zu Refinanzierungszwecken als auch zur Minimierung von Ausfallrisiken eingesetzt. In Einzelfällen wird mit Kunden eine Lieferung gegen Vorauskasse vereinbart.

Risiko aus der operativen Tätigkeit

Die AdCapital AG ist überwiegend an Produktionsunternehmen beteiligt. Für diese Unternehmen bestehen die allgemein mit einer produzierenden Tätigkeit verbundenen Risiken, insbesondere in den Bereichen Vertrieb, Einkauf, Produktion und Personal. Sowohl auf der Einkaufs- als auch auf der Verkaufsseite stehen den Konzernunternehmen häufig deutlich größere Partner gegenüber, so dass die Verhandlungsmacht beschränkt ist. Die Konzernunternehmen sind grundsätzlich bemüht, die Abhängigkeit von einzelnen Lieferanten oder Kunden zu vermeiden. Bei einzelnen Konzernunternehmen bestehen allerdings starke Abhängigkeiten von Großkunden.

Auf der Beschaffungsseite ergeben sich in Einzelfällen ebenfalls hohe Abhängigkeiten. Das mögliche Belieferungs- beziehungsweise Ausfallrisiko des Lieferanten wird durch entsprechende Abnahme- beziehungsweise Belieferungsvereinbarungen zwischen Lieferant und der AdCapital-Tochtergesellschaft gesteuert.

Weiterhin können stark schwankende Rohstoffpreise, insbesondere für Kupfer und Messing, zu erheblichen wirtschaftlichen Belastungen operativer Tochtergesellschaften führen. Hier werden zum einen Abnahmeverträge mit Lieferanten geschlossen, die feste Kaufpreise für bestimmte Absatzmengen garantieren. Auf der anderen Seite werden mit Kunden Kaufpreisanpassungsklauseln vereinbart, mit denen das Rohstoffpreisrisiko auf den Kunden überwälzt wird.

Zins- und Währungsrisiken

Auf Ebene der Einzelgesellschaften bestehen relativ geringe Zinsrisiken, da die Gesellschaften Bankkredite nur in verhältnismäßig geringem Umfang in Anspruch nehmen.

Währungsrisiken des Konzerns resultieren aus Transaktionen der Konzerngesellschaften in unterschiedlichen Währungen. Insbesondere sind hiervon die Lieferungen von ausländischen Produktionsgesellschaften an deutsche Vertriebsgesellschaften betroffen. Der Konzern schließt bei Bedarf zur Steuerung des Wechselkursrisikos unterschiedliche Arten von Devisenverträgen ab, die jedoch insgesamt von untergeordneter Bedeutung sind, da Umsatzerlöse überwiegend in der Euro-Zone erzielt werden. Es existieren derzeit keine Konzerneinheiten in den USA, so dass wir aus einem weiteren Kursverlust des US-Dollars keine wesentlichen unmittelbaren Belastungen des Konzerns erwarten.

Liquidität der Beteiligungen

Die Liquidität der Beteiligungen wird durch den operativen Cashflow der Gesellschaften mittels Bereitstellung von Eigen- oder Fremdkapital durch die AdCapital AG sowie Finanzinstitute gedeckt. Die Liquidität der Gesellschaften wird laufend überwacht.

Bei einzelnen Beteiligungen ist es bereits im Geschäftsjahr 2008 zu Liquiditätsengpässen aufgrund stark zurückgegangener Umsätze und operativer Cashflows als Folge der Wirtschaftskrise gekommen. Trotz erheblicher Anstrengungen, unsere Beteiligungen krisenresistent aufzustellen, müssen wir davon ausgehen, dass die AdCapital AG auch im Geschäftsjahr 2009 in Einzelfällen finanzielle Unterstützung gewähren muss. Zu diesem Zweck haben wir bereits entsprechende Liquiditätsreserven auf Ebene der AdCapital AG geschaffen.

Sonstige Risiken

Aus einem Immobilienleasingvertrag einer ehemaligen Beteiligung der AdCapital AG bestehen für uns mittelbare Risiken von bis zu 5,9 Mio. €. Für dieses Risiko wurden bei der AdCapital AG Rückstellungen in Höhe von insgesamt rund 2,0 Mio. € gebildet, die in den letzten Jahren kontinuierlich herabgesetzt werden konnten.

Es bestehen bei einzelnen Beteiligungen (wechselseitige) Abhängigkeiten mit Großkunden, die zu einem dauerhaften Margendruck führen. Darüber hinaus ist damit die wirtschaftliche Entwicklung dieser Beteiligungen eng mit der des Kunden verknüpft.

Weitere, durch bilanzielle Bewertungsabschläge unseres Erachtens allerdings ausreichend berücksichtigte Bewertungsrisiken könnten sich insbesondere bei unseren Bestandsimmobilien ergeben. Hierbei ist besonders dem möglichen Ausfall von Mietern Beachtung zu schenken. Auch sind die Verwertungschancen für die Gewerbeimmobilien, die sich vorwiegend in strukturschwachen Regionen Deutschlands befinden, grundsätzlich schwierig.

Aus einem Unternehmensverkauf im Jahr 1999 werden durch den Erwerber gegen eine Konzerngesellschaft Schadensersatzansprüche in Höhe von 0,4 Mio. € geltend gemacht. Wir halten die Ansprüche für unbegründet.

Risikofaktoren aus Wertpapieranlagen

Zur Vermeidung einer einseitigen Risikoallokation aus direkten Unternehmensbeteiligungen werden wesentliche Teile des verfügbaren Vermögens durch uns dauerhaft in Wertpapieranlagen investiert. Wir gehen dabei vor allem Positionen in Anleihen sowie Aktienanleihen und Aktienoptionen ein. Fremdwährungspositionen werden weitgehend vermieden.

Aus der Veränderung von Kapitalmarktzinsen, Währungsrelationen, Volatilitätsschwankungen sowie Bonitätseinstufungen von Emittenten können sich Änderungen des Marktwerts der gehaltenen Wertpapiere ergeben. Darüber hinaus macht die aktuelle Kapital- sowie Wirtschaftskrise deutlich, dass das ökonomische Umfeld die Werte von Wertpapieranlagen ebenfalls maßgeblich beeinflussen kann.

Bei unseren Anlageentscheidungen sind die erwartete Rendite, die Liquidität der erworbenen Wertpapiere sowie die Bonität des Emittenten maßgebliche Investitionskriterien. Für den Erwerb von Unternehmensanleihen werden nur eigene Mittel eingesetzt, um die erworbenen Wertpapiere gegebenenfalls auch langfristig halten zu können.

Bei Aktienanleihen sowie strukturierten Produkten konzentrieren wir uns vorwiegend auf Wertpapiere, die von DAX- oder Euro-STOXX-Unternehmen unterlegt sind. Schließlich achten wir auf eine breite Streuung unserer Anlagen, um Klumpenrisiken zu vermeiden. Die Investitionskriterien sowie laufende Anlagen werden regelmäßig, mindestens jedoch einmal wöchentlich, überprüft. Im Zweifel werden Marktanalysen beziehungsweise Drittanalysen zu einzelnen Anlagen herangezogen, um die eigenen Investitionsentscheidungen zu verifizieren. Wegen der erheblich verschlechterten wirtschaftlichen Rahmenparameter werden von uns aktuell zudem verstärkt mögliche Ausfallrisiken von Schuldnern analysiert.

Im Bereich der erworbenen beziehungsweise veräußerten Optionen achten wir ebenfalls auf eine ausgewogene Chancen-Risiko-Situation. Neben der qualifizierten Auswahl der einzelnen Optionspositionen legen wir großen Wert auf eine Begrenzung der möglichen finanziellen Verpflichtungen aus den bestehenden Andienungsrechten. Bei Überschreiten von festgelegten Schwellenwerten werden offene Positionen geschlossen.

Ein entscheidendes Moment zur Risikobegrenzung ergibt sich aus dem Umstand, dass ausschließlich freie liquide Mittel der AdCapital AG in Wertpapieranlagen investiert werden. Dabei wird der Umfang der kurzfristig verfügbaren liquiden Mittel insbesondere auch unter Berücksichtigung möglicher Nachfinanzierungen von Tochtergesellschaften festgelegt. Put-Optionen werden nur in dem Umfang veräußert, in dem liquide Mittel beziehungsweise Kreditzusagen zur jederzeitigen Schließung der Optionen zur Verfügung stehen. Call-Optionen oder vergleichbare Derivate werden in der Regel nur auf vorhandene Aktien veräußert.

Unseres Erachtens bestehen weder einzeln noch kumulativ Risiken, die einen bestandsgefährdenden Einfluss auf die AdCapital AG oder die AdCapital-Konzerngruppe haben könnten.

Risikomanagementziele

AdCapital verfolgt angesichts des beschriebenen Risikoszenarios bei Unternehmensbeteiligungen folgende Risikomanagementziele beziehungsweise -methoden:

AdCapital konzentriert sich bei Neuengagements vor allem auf Buy-out-Investitionen. Zur Risikominimierung von Buyout-Transaktionen wird eine Mindestgröße des Zielunternehmens als ein wichtiger Indikator gesehen. AdCapital ist grundsätzlich bereit, Engagements ab einem Umsatzvolumen von rund 20 Mio. € ernsthaft zu prüfen. Auf der anderen Seite sollte das Zielunternehmen ein Umsatzvolumen von rund 250 Mio. € nicht überschreiten. In dieser Größenklasse haben Unternehmen in der Regel angemessene sowie belastbare interne Strukturen und verfügen über ein stabiles Geschäftsmodell.

Im Rahmen von neuen Unternehmensengagements werden die für den Unternehmenserfolg wichtigen Schlüsselpersonen, soweit möglich und sinnvoll, direkt am Unternehmen oder zumindest durch variable Vergütungen mittelbar am Unternehmenserfolg beteiligt. Die Finanzierung von Unternehmensakquisitionen erfolgt mit einem relativ hohen Eigenkapitalanteil, um eine hohe unternehmerische Freiheit sicherzustellen beziehungsweise die Abhängigkeit von Finanzierungspartnern so gering wie möglich zu halten.

Durch die monatliche Überwachung der Finanzdaten der Beteiligungsunternehmen, die Sicherstellung einer kurzfristigen Information durch das Risikomanagementsystem, regelmäßige Vor-Ort-Besuche und Kontakte mit Geschäftsführern/Vorständen auch außerhalb von Gesellschafterversammlungen beziehungsweise Aufsichtsratssitzungen sollen Risiken frühzeitig durch uns erkannt werden, so dass ein Gegensteuern bei Fehlentwicklungen sehr schnell möglich ist.

Unser heutiges Beteiligungsportfolio ist zurzeit im Wesentlichen auf kleinere Engagements ausgerichtet. Für diese Unternehmen ergeben sich nur beschränkte Exit-Möglichkeiten. Aus diesem Grund legen wir bei diesen Beteiligungsgesellschaften großen Wert auf eine enge Kommunikation sowie die Unterstützung der Geschäftsführung vor Ort, um alle operativen und strategischen Risiken zeitnah zu erkennen und durch Gegenmaßnahmen entschärfen zu können. Die aktuelle Wirtschaftskrise beeinflusst praktisch jede unserer operativen Beteiligungen. Entsprechend haben wir hier in den letzten Wochen und Monaten erhebliche Anstrengungen unternommen, um gemeinsam mit dem jeweiligen Management angemessene Maßnahmen umzusetzen, mit denen wir den negativen Auswirkungen der Krise begegnen können. Darüber hinaus legen wir großen Wert darauf, neben der Bewältigung wirtschaftlicher Risiken auch mögliche Chancen für eine Weiterentwicklung unserer Beteiligungen zu nutzen.

Risikomanagementsystem

Das Risikomanagementsystem ist integraler Bestandteil unseres Managementinformationssystems. Es wird daher kontinuierlich und fortlaufend weiterentwickelt, um den aktuellen Anforderungen gerecht zu werden. Dabei werden sowohl qualitative als auch quantitative Kriterien zur Früherkennung von Risiken ausgewertet. Die gewonnenen Informationen aus dem Risikomanagementsystem dienen auch als Entscheidungsgrundlage, um erforderlich werdende Desinvestments gezielt und fristgerecht vornehmen zu können.

Auf Basis der durchgeführten Risikobewertung bestehen zurzeit nach Auffassung des Vorstands weder für die AdCapital AG noch für den AdCapital-Konzern materielle oder bestandsgefährdende Risiken.

Letztendlich ist das Unternehmen jedoch von der Werthaltigkeit seiner Einzelbeteiligungen sowie der getätigten Vermögensanlage abhängig. Die erkennbaren Risiken wurden bei der Erstellung des Jahresabschlusses auf Basis umfassender, kontinuierlicher Einzelanalysen aller Beteiligungen berücksichtigt; es wurden entsprechende Bewertungsabschläge sowohl bei den Beteiligungsansätzen als auch bei den an die Beteiligungen ausgereichten Darlehen sowie Cashpool-Linien vorgenommen.

Nachtragsbericht

Als Reaktion auf die Wirtschaftskrise und die voraussichtlich länger andauernden Nachfragerückgänge haben mehrere Beteiligungen der AdCapital AG mittlerweile umfassende Restrukturierungsmaßnahmen eingeleitet beziehungsweise umgesetzt.

Insbesondere im letzten Quartal 2008 erfolgten bereits umfangreiche Personalanpassungsmaßnahmen an den ausländischen Produktionsstandorten der Erich Jaeger-Gruppe sowie bei der Taller-Gruppe. Im ersten Quartal 2009 folgten bei der Taller-Gruppe, der Erich Jaeger-Gruppe sowie der Bavaria Digital Technik GmbH weitere Restrukturierungsmaßnahmen, die vor allem die deutschen Produktionsstandorte betrafen. Insgesamt wurden mit 73 Mitarbeitern die Arbeitsverhältnisse beendigt. Die erwarteten Restrukturierungskosten belaufen sich auf insgesamt ca. 1,6 Mio. €. Die jährlichen Kosteneinsparungen sollen bei ca. 2,3 Mio. € liegen. Zusätzlich wurde bei mehreren Beteiligungen Kurzarbeit eingeführt.

Bezogen auf das gehaltene Wertpapiervermögen zum Stichtag 31. Dezember 2008 mussten wir bis Ende März 2009 weitere Abschreibungen in Höhe von etwa 7 Mio. € vornehmen. Im April 2009 haben sich die Wertpapiermärkte weiter erholt. Eine genaue Quantifizierung der zu erfassenden Zuschreibungen auf unser Wertpapierportfolio war bis zum Tag der Finalisierung des Lageberichts noch nicht möglich.

Abhängigkeitsbericht

Zwischen dem wesentlichen Aktionär, Herrn Günther Leibinger, und der AdCapital AG besteht kein Beherrschungsvertrag. Daher war der Vorstand der AdCapital AG zur Aufstellung eines Berichts über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen gemäß §312 AktG verpflichtet. Der Vorstand erklärt, dass die AdCapital AG nach den Umständen, die dem Vorstand in dem Zeitpunkt bekannt waren, in denen das Rechtsgeschäft vorgenommen oder die Maßnahme getroffen oder unterlassen wurde, bei jedem Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung erhielt und dadurch, dass die Maßnahme getroffen oder unterlassen wurde, nicht benachteiligt wurde.

Angaben nach §§289 Abs. 4, 315 Abs. 4 HGB

Zu §§289 Abs. 4 Nr. 1, 315 Abs. 4 Nr. 1 HGB

Das gezeichnete Kapital betrug am Bilanzstichtag 45.000.000,00 € und ist eingeteilt in 15 Mio. Stückaktien. Die Gesellschaft hielt am Bilanzstichtag 882.880 Stück Aktien im eigenen Bestand.

Zu §§289 Abs. 4 Nr. 3, 315 Abs. 4 Nr. 3 HGB

Der Gesellschaft sind folgende direkte oder indirekte Beteiligungen am Kapital, die 10 v.H. der Stimmrechte überschreiten, zum 31. Dezember 2008 bekannt:

Herr Günther Leibinger hielt 6.119.238 Stück Aktien (40,80% der Stimmrechte). Die Axxion S.A. hielt 1.779.006 Stück Aktien (11,86% der Stimmrechte).

Zu §§289 Abs. 4 Nr. 6, 315 Abs. 4 Nr. 6 HGB

Die Bestellung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern ist in §84 AktG geregelt. Darüber hinaus bestimmt §6 Ziffer 2 der Satzung, dass der Aufsichtsrat die Vorstandsmitglieder bestellt und ihre Zahl bestimmt. Nach §6 Ziffer 1 der Satzung besteht der Vorstand aus einer oder mehreren Personen.

Die Vorschriften zur Änderung der Satzung sind in den §§133, 179 AktG geregelt. Ergänzend hierzu ist in §17 Ziffer 1 der Satzung geregelt, dass Beschlüsse der Hauptversammlung mit einfacher Stimmenmehrheit und, soweit nicht eine Kapitalmehrheit erforderlich ist, mit einfacher Kapitalmehrheit gefasst werden, falls nicht das Gesetz oder die Satzung zwingend etwas anderes vorschreiben. Zu Änderungen der Satzung, die lediglich die Fassung betreffen, ist der Aufsichtsrat nach §17 Ziffer 2 der Satzung ermächtigt.

Zu §§289 Abs. 4 Nr. 7, 315 Abs. 4 Nr. 7 HGB

Gemäß §5 Ziffer 5 der Satzung ist der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 30. Juni 2010 das Grundkapital um bis zu 11.500.000,00 € einmal oder mehrmals durch Ausgabe neuer Aktien gegen Bar- und/ oder Sacheinlagen zu erhöhen. Den Aktionären ist ein Bezugsrecht einzuräumen. Der Vorstand ist jedoch ermächtigt, Spitzenbeträge von dem Bezugsrecht der Aktionäre auszuschließen. Der Vorstand ist ferner ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre bei der jeweiligen Ausnutzung der Ermächtigung auch dann auszuschließen, wenn die Kapitalerhöhung 10 v.H. des Grundkapitals nicht übersteigt und der Ausgabepreis der neuen Aktien den Börsenpreis der bereits börsennotierten Aktien gleicher Ausstattung zum Zeitpunkt der endgültigen Festlegung des Ausgabepreises nicht wesentlich unterschreitet.

Schließlich ist der Vorstand ermächtigt, das Bezugsrecht mit Zustimmung des Aufsichtsrats für den Fall auszuschließen, dass die Kapitalerhöhung zum Zwecke des Erwerbs von Unternehmen oder von Beteiligungen an Unternehmen erfolgt. Der Vorstand ist ferner ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die weiteren Einzelheiten der Ausgabe und Ausstattung der neuen Aktien festzulegen.

Der Erwerb eigener Aktien ist ausschließlich nach Maßgabe von §71 Abs. 1 AktG zulässig, falls einer der dort geregelten Ausnahmetatbestände vorliegt. Die Gesellschaft verfügt derzeit über einen Ermächtigungsbeschluss zum Erwerb eigener Aktien nach §71 Abs. 1 Nr. 8 AktG durch Beschluss der Hauptversammlung vom 4. Juli 2008.

Die Gesellschaft wurde in diesem Beschluss ermächtigt, bis zum 31. Dezember 2009 eigene Aktien mit einem rechnerischen Anteil von bis zu insgesamt 10 v.H. am derzeitigen Grundkapital zu erwerben. Als Zweck ist der Handel in eigenen Aktien ausgeschlossen. Der Gegenwert für den Erwerb dieser Aktien darf den Börsenkurs um nicht mehr als 10% übersteigen und um nicht mehr als 10% unterschreiten. Als maßgeblicher Börsenkurs gilt der Mittelwert der festgestellten Schlusskurse für die Aktie der Gesellschaft an der Frankfurter Wertpapierbörse im Parketthandel während der letzten fünf Handelstage vor dem Erwerb dieser Aktien.

Der Vorstand wurde ermächtigt, die erworbenen eigenen Aktien mit Zustimmung des Aufsichtsrats wieder über die Börse zu veräußern oder sie mit Zustimmung des Aufsichtsrats ohne weiteren Hauptversammlungsbeschluss einzuziehen oder sie unter bestimmten Voraussetzungen mit Zustimmung des Aufsichtsrats unter Ausschluss des gesetzlichen Bezugsrechts der Aktionäre in anderer Weise als über die Börse oder durch Angebot an alle Aktionäre zu veräußern, wobei bezüglich der Voraussetzungen im Detail auf den gefassten Hauptversammlungsbeschluss vom 4. Juli 2008 verwiesen wird.

Der Vorstand hat am 20. November 2007 beschlossen und bekannt gegeben, dass er von der Ermächtigung zum Rückkauf eigener Aktien Gebrauch macht und ab dem 20. November 2007 bis zu 1.040.498 Aktien zum Zweck der Einziehung über die Börse zurückkaufen wird. Der Rückkauf wird unter Führung der LBBW durchgeführt.

Ausblick

Mittlerweile ist für alle Marktteilnehmer offensichtlich, dass das Jahr 2009 ein sehr schwieriges Geschäftsjahr werden wird. Im Jahr 2007 haben wir "lediglich" von der Subprime-Krise gesprochen. Das Jahr 2008 war im Wesentlichen das Jahr der weltweiten Finanzmarkt- und Kapitalmarktkrise. 2009 wird voraussichtlich das Jahr der weltweiten Konjunkturkrise. Diese Krise, die durchaus auch als Rezession bezeichnet werden darf, wird voraussichtlich länger als bis Mitte oder Ende des Jahres 2009 andauern. Zu deutlich haben sich alle wesentlichen wirtschaftlichen Rahmenparameter seit Beginn des vierten Quartals 2008 nach unten entwickelt, als dass von einer kurzfristigen Beruhigung, geschweige denn einer dauerhaften Erholung der Weltwirtschaft ausgegangen werden kann.

Die AdCapital AG verfolgt eine gemischte Investitionsstrategie. Danach engagieren wir uns bevorzugt bei direkten Private-Equity-Investitionen. Frei verfügbare Mittel werden durch uns in Wertpapieranlagen investiert.

Im Bereich der Private-Equity-Investitionen werden Buyout-Situationen bei stabilen mittelständischen Unternehmen mit einem Mindestumsatzvolumen von 20 Mio. € bevorzugt. Dabei werden verschiedene Möglichkeiten zum Erwerb von Unternehmensbeteiligungen intensiv geprüft. Bevorzugt suchen wir nach Möglichkeiten, wie wir die Geschäftsmodelle unserer bestehenden Beteiligungen sinnvoll ergänzen. Die aktuelle wirtschaftliche Rezession eröffnet hierbei neue Möglichkeiten, da Neuakquisitionen von Unternehmensbeteiligungen durch uns bevorzugt konservativ, d.h. mit einem hohen Eigenkapitalanteil, refinanziert werden. Damit sind wir gegebenenfalls in der Lage, schnell und bankenunabhängig agieren zu können.

Während insbesondere die Jahre 2006 und 2007 durch einen starken Wettbewerb mit Private-Equity-Fonds um gute Unternehmensbeteiligungen geprägt waren, hat sich mit der Finanzmarkt- sowie allgemeinen Wirtschaftskrise eine spürbare Beruhigung eingestellt. Alle Marktteilnehmer konzentrieren sich auf ihr bestehendes Portfolio und betreiben aktive Bestandssicherungspolitik.

Auch wenn die Wirtschaftskrise den Blick zunächst auf unmittelbare operative sowie liquiditätssichernde Aufgaben lenkt, werden strategische Herausforderungen durch uns unverändert aktiv angegangen. Dazu zählt auch, dass die operativen Auslandsgesellschaften nicht nur ihre Kapazitäten an die aktuelle Nachfrage anpassen, sondern auch systematisch neue Märkte erschließen sollen.

Im Rahmen der Wertpapieranlagen hat sich unsere Anlagestrategie bis Mitte 2007 bewährt; seitdem sind wir ebenfalls von den negativen Kapitalmarktentwicklungen betroffen. Während wir uns Mitte 2007 weitgehend aus unmittelbaren Aktienanlagen zurückgezogen hatten, versuchten wir im Anschluss vor allem eine angemessene Rendite aus unserem Wertpapierportfolio bei ausgewogener Rendite-Risiko-Relation über Unternehmens- sowie Aktienanleihen und ähnlich strukturierte Anlagen zu erzielen. Durch die enge Korrelation mit den Aktienmärkten sowie die unerwartet dramatisch negative Kapitalmarktentwicklung mussten wir allerdings vor allem in den Monaten September und Oktober 2008 spürbare Verluste aus diesen Anlagen hinnehmen. Auch im ersten Quartal 2009 haben sich weitere erhebliche Verluste von ca. 7 Mio. € aus unseren Wertpapieranlagen ergeben. Insgesamt erwarten wir jedoch im Jahresverlauf eine Entspannung auf den Wertpapiermärkten und zumindest auf Jahressicht eine Reduzierung der Verluste des ersten Quartals.

Das Ergebnis der AdCapital AG wird aufgrund der schwachen Kapitalmarktentwicklung im ersten Quartal unter Beachtung aller uns bekannten Determinanten im Jahr 2009 erneut negativ ausfallen, sofern sich die Kapitalmärkte nicht signifikant erholen.

Auf Konzernebene erwarten wir für das Geschäftsjahr 2009 insgesamt eine geringere Leistung als im Gesamtjahr 2008. Die Entwicklung im ersten Quartal 2009 scheint diese Einschätzung zu bestätigen. Wir gehen dabei von Umsatzerlösen im Konzern von maximal 150 Mio. € aus. Die Ergebnisentwicklung sehen wir im operativen Bereich differenziert. Die umgesetzten sowie bereits eingeleiteten Kostensenkungsmaßnahmen sollten es unseren operativen Beteiligungen ermöglichen, insgesamt ein positives operatives Ergebnis erzielen zu können. Der Umfang der

Finanzerträge, welche die AdCapital AG zum zukünftigen Konzernergebnis beisteuern kann, sowie die Möglichkeit, Verluste aus Wertpapieranlagen des Vorjahres beziehungs weise des ersten Quartals 2009 ausgleichen zu können, wird im maßgeblichen Umfang von der weiteren Entwicklung und Stabilisierung der Kapitalmärkte im Jahresverlauf ab hängen. Wir gehen bislang auf Jahressicht davon aus, dass die betrieblichen Erträge des Konzerns nicht ausreichen werden, um das negative Finanzergebnis der AdCapital AG zu kompensieren.

Dieser Geschäftsbericht enthält zukunftsgerichtete Aus sagen und Informationen – also Aussagen über Vorgänge, die in der Zukunft und nicht in der Vergangenheit liegen. Diese zukunftsgerichteten Aussagen sind erkennbar durch Formulierungen wie beispielsweise "erwarten", "planen", "einschätzen", "werden" oder ähnliche Begriffe. Solche vorausschauenden Aussagen beruhen auf unseren heu tigen Erwartungen und bestimmten Annahmen. Sie bergen daher eine Reihe von Risiken und Ungewissheiten. Eine Vielzahl von Faktoren, von denen zahlreiche außerhalb des Einflussbereichs der AdCapital AG liegen, beeinflus sen die Geschäftsaktivitäten, den Erfolg, die Geschäfts strategie und die Ergebnisse der AdCapital AG sowie des AdCapital-Konzerns. Diese Faktoren können dazu führen, dass die tatsächlichen Ergebnisse, Erfolge und Leistungen der AdCapital AG sowie des AdCapital-Konzerns wesentlich von in zukunftsgerichteten Aussagen ausdrücklich oder im plizit enthaltenen Angaben zu Ergebnissen, Erfolgen oder Leistungen abweichen können.

Leinfelden-Echterdingen, 22. April 2009

AdCapital AG Dieter Jeschke

Jahres- und Konzernabschluss

AdCapital AG

Bilanz 44 Gewinn- und Verlustrechnung 45 Entwicklung des Anlagevermögens 46 Anhang 48 Bestätigungsvermerk 57

AdCapital-Konzern

Konzernbilanz 60 Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung 61 Entwicklung des Konzernanlagevermögens 62 Konzern-Eigenkapitalspiegel 66 Konzern-Kapitalflussrechnung 68 Konzernanhang 70 Konzernunternehmen 120 Bestätigungsvermerk 122

Bilanzeid 123

Bilanz der AdCapital AG zum 31. Dezember 2008 (nach HGB)

Aktiva > in TE 31. Dez. 2008 31. Dez. 2007
Anlagevermögen (2.1)
Immaterielle Vermögensgegenstände 4.878 1.427
Sachanlagen 1.937 2.437
Finanzanlagen 4.181 9.991
10.996 13.855
Umlaufvermögen
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände (2.2) 70.795 64.381
Wertpapiere (2.3) 66.672 111.654
Zahlungsmittel 5.373 9.843
142.840 185.878
Rechnungsabgrenzungsposten 0 19
153.836 199.752
Passiva > in TE 31. Dez. 2008 31. Dez. 2007
Eigenkapital (2.4)
Gezeichnetes Kapital 45.000 45.000
Kapitalrücklage 86.200 86.200
Gewinnrücklagen 8.913 54.519
Bilanzgewinn 7.343 7.252
147.456 192.971
Fremdkapital
Rückstellungen (2.5) 4.766 5.077
Verbindlichkeiten (2.6) 1.614 1.704
6.380 6.781
Rechnungsabgrenzungsposten 0 0
153.836 199.752
> in TE 2008 2007
Beteiligungserträge (3.1) 0 2.500
Gewinne aus dem Abgang von Beteiligungen (3.2) 0 1.682
Sonstige betriebliche Erträge (3.3) 14.699 9.308
Personalaufwand (3.4) –1.226 –1.827
Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände
des Anlagevermögens und Sachanlagen
(3.5) –1.817 –700
Sonstige betriebliche Aufwendungen (3.6) –1.151 –1.059
Finanzergebnis (3.7) –45.183 –92
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit –34.678 9.812
Außerordentlicher Aufwand/außerordentliches Ergebnis 0 –1.400
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag (Ertrag) (3.8) 381 119
Jahresfehlbetrag/-überschuss –34.297 8.531

Gewinn- und Verlustrechnung der AdCapital AG für das Geschäftsjahr 2008 (nach HGB)

Entwicklung des Anlagevermögens der AdCapital AG im Geschäftsjahr 2008

Anschaffungs- oder Herstellungskosten
> in TE 1. Jan. 2008 Zugänge (+) Abgänge (–) 31. Dez. 2008
Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Software 862 57 0 919
2. Gewerbliche Schutzrechte 2.297 5.100 0 7.397
3.159 5.157 0 8.316
Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten 12.852 0 493 12.359
2. Technische Anlagen und Maschinen 142 0 0 142
3. Andere Anlagen, Betriebs- und
Geschäftsausstattung
348 8 0 356
4. Geringwertige Wirtschaftsgüter 0 3 0 3
Finanzanlagen 13.342 11 493 12.860
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 52.066 25 0 52.091
2. Beteiligungen 5.548 0 34 5.514
3. Wertpapiere des Anlagevermögens 8.963 0 8.963 0
4. Rückdeckungsansprüche aus
Lebensversicherungen 533 21 0 554
67.110 46 8.997 58.159
Summe Anlagevermögen 83.611 5.214 9.490 79.335
Kumulierte Abschreibungen/Zuschreibungen Nettobuchwert
1. Jan. 2008 Zugänge (+) Abgänge (–) Zuschrei-
bungen (–)
31. Dez. 2008 31. Dez. 2008 31. Dez. 2007
355 227 0 0 582 337 507
1.377 1.479 0 0 2.856 4.541 920
1.732 1.706 0 0 3.438 4.878 1.427
10.484 83 93 0 10.474 1.885 2.368
142 0 0 0 142 0 0
279 27 0 0 306 50 69
0 1 0 0 1 2 0
10.905 111 93 0 10.923 1.937 2.437
48.497 0 0 0 48.497 3.594 3.569
5.481 0 0 0 5.481 33 67
3.141 0 3.141 0 0 0 5.822
0 0 0 0 0 554 533
57.119 0 3.141 0 53.978 4.181 9.991
69.756 1.817 3.234 0 68.339 10.996 13.855

Anhang für das Geschäftsjahr 2008

1. Allgemeine Angaben und Erläuterungen zu Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Der Jahresabschluss wurde unter Beachtung der generellen Bewertungsvorschriften der §§252 bis 256 HGB sowie unter Berücksichtigung der besonderen Ansatz- und Bewertungsbestimmungen für Kapitalgesellschaften (§§269 bis 274, 279 bis 283 HGB) und der ergänzenden Vorschriften des Aktiengesetzes aufgestellt. Die Bilanzierungsund Bewertungsmethoden wurden gegenüber dem Vorjahr im Wesentlichen unverändert beibehalten.

Der Abschluss ist in T E aufgestellt.

Immaterielle Vermögensgegenstände und das Sachanlagevermögen werden zu Anschaffungs- beziehungsweise Herstellungskosten, vermindert um planmäßige und außerplanmäßige Abschreibungen, angesetzt. Das Sachanlagevermögen wird linear abgeschrieben. Geringwertige Wirtschaftsgüter werden gemäß §6 Abs. 2 EStG in Abhängigkeit von der Höhe der Anschaffungs- und Herstellkosten im Jahr des Zugangs voll abgeschrieben beziehungsweise im Sammelpostenverfahren über fünf Jahre abgeschrieben.

Finanzanlagen werden mit den Anschaffungskosten oder dem niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt. Die Abschreibung auf den niedrigeren beizulegenden Wert erfolgt, wenn dieser voraussichtlich von Dauer ist.

Die Bewertung der Forderungen erfolgt zum Nominalbetrag. Wertminderungen aufgrund von zweifelhaften beziehungsweise uneinbringlichen Forderungen wird durch entsprechende Einzelwertberichtigungen in ausreichendem Maße Rechnung getragen. Auf eine Abzinsung unverzinslicher oder niedrig verzinslicher Forderungen wurde wegen Geringfügigkeit beziehungsweise kurzer Restlaufzeiten verzichtet.

Sonstige Vermögensgegenstände werden unter Berücksichtigung der Art des Vermögensgegenstands, ausgehend von den Anschaffungskosten, gegebenenfalls vermindert um Abschreibungen, bewertet.

Grundlage für die Bewertung der Wertpapiere des Umlaufvermögens sind die Anschaffungskosten einschließlich der Nebenkosten. Eine Abschreibung erfolgt auf Basis des niedrigeren beizulegenden Werts (Börsen- oder Marktpreis) zum Abschlussstichtag unter Berücksichtigung der Verkaufsspesen.

Die Rückstellungen für Pensionen werden in steuerlich zulässiger Höhe gemäß §6a EStG ausgewiesen. Den entsprechend den Heubeck-Richttafeln 2005 G nach versicherungsmathematischen Grundsätzen ermittelten Teilwerten liegt ein Rechnungszinsfuß von 6% zugrunde.

Die Steuerrückstellungen und sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verbindlichkeiten. Sie sind in Höhe der Beträge gebildet, mit denen die Gesellschaft voraussichtlich in Anspruch genommen wird oder die sie zur Abdeckung der Risiken benötigt.

Verbindlichkeiten sind zu ihrem Rückzahlungsbetrag bilanziert.

Fremdwährungsforderungen werden mit dem Briefkurs zum Anschaffungszeitpunkt oder dem niedrigeren Kurs zum Abschlussstichtag, Fremdwährungsverbindlichkeiten mit dem Geldkurs zum Anschaffungszeitpunkt oder dem höheren Kurs zum Abschlussstichtag bewertet.

Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.

2. Angaben und Erläuterungen zur Bilanz

2.1 Anlagevermögen

Die Entwicklung des Anlagevermögens ist in der Anlage zu diesem Anhang dargestellt.

Die Aufstellung des Anteilsbesitzes wird zusammen mit den Jahresabschlussunterlagen an den elektronischen Bundesanzeiger zur Veröffentlichung im elektronischen Unternehmensregister übermittelt.

Bestätigungsvermerk

2.2 Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Fälligkeiten > in TE Gesamt Bis zu 1 Jahr 1 bis 5 Jahre Über 5 Jahre
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 56 56 0 0
Vorjahr 57 57 0 0
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 68.863 68.863 0 0
Vorjahr 61.474 61.474 0 0
Sonstige Vermögensgegenstände 1.876 1.574 136 166
Vorjahr 2.850 2.850 0 0
Gesamt 70.795 70.493 136 166
Vorjahr 64.381 64.381 0 0

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände gliedern sich wie folgt:

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen betreffen im Wesentlichen ausgereichte Darlehen sowie Inanspruchnahmen des AdCapital-Cashpools. Die AdCapital AG hat mit mehreren Beteiligungsunternehmen einen Cashpool gebildet, bei dem tagesgleich Ein- und Auszahlungen sowohl der Mutter- als auch der Tochtergesellschaften verrechnet werden. Der entsprechende Saldo je Tochtergesellschaft wird entweder als Forderung gegen verbundene Unternehmen oder als Verbindlichkeit gegenüber verbundenen Unternehmen ausgewiesen.

Die sonstigen Vermögensgegenstände betreffen im Wesentlichen Forderungen gegen das Finanzamt/die Gemeinde in Höhe von 842 T E (Vorjahr: 2.046 T E) sowie eine Forderung aus einer Kaufpreisstundung für das 2008 verkaufte Grundstück Rohr von 332 T E (Vorjahr: 0 T E).

2.3 Wertpapiere

Die Wertpapiere setzen sich zum Bilanzstichtag wie folgt zusammen:

> in TE 31. Dez. 2008 31. Dez. 2007
Spezialfonds 46.931 77.215
Übrige Wertpapiere 17.352 31.789
Eigene Aktien 2.389 2.650
66.672 111.654

Der Rückgang des Spezialfonds sowie der übrigen Wertpapiere und eigenen Aktien ist vor allem auf Wertberichtigungen zurückzuführen, um diese mit ihren am Bilanzstichtag niedrigeren Börsen- oder Marktpreisen anzusetzen.

Die Anzahl der in der Position "Wertpapiere" ausgewiesenen eigenen Aktien beträgt 459.502 Stück (Vorjahr: 459.502 Stück). Dies entspricht einem Anteil am gezeichneten Kapital von 3,06% (Vorjahr: 3,06%).

2.4 Eigenkapital

Das gezeichnete Kapital beträgt 45.000.000 E (Vorjahr: 45.000.000 E). Es ist in 15.000.000 (Vorjahr: 15.000.000) nennwertlose Stückaktien (Aktien ohne Nennbetrag) eingeteilt. Jede Aktie hat einen rechnerischen Anteil am Grundkapital in Höhe von 3,00 E.

Der Vorstand ist ermächtigt, das Grundkapital bis zum 30. Juni 2010 mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch Ausgabe neuer Aktien einmal oder mehrmals, insgesamt jedoch um höchstens 11.500 T E gegen Bareinlage und/ oder Sacheinlage zu erhöhen.

Die Kapitalrücklage beträgt 86.200 T E (Vorjahr: 86.200 T E).

Die Gewinnrücklagen teilen sich wie folgt auf:

> in TE 31. Dez. 2008 31. Dez. 2007
Rücklage für
eigene Anteile
2.389 2.650
Andere
Gewinnrücklagen
6.524 51.869
8.913 54.519

Die Entwicklung der Rücklage für eigene Anteile ergibt sich wie folgt:

in TE 2008 Stand zum 1. Januar 2008 2.650 Entnahme aus der Rücklage für eigene Anteile –261 Stand zum 31. Dezember 2008 2.389

Die Veränderung der anderen Gewinnrücklagen ergibt sich wie folgt:

> in TE 2008
Stand zum 1. Januar 2008 51.869
Einstellung in die anderen
Gewinnrücklagen
261
Zur Einziehung erworbene Aktien –4.106
Entnahme aus den anderen
Gewinnrücklagen
–41.500
Stand zum 31. Dezember 2008 6.524

Der Vorstand hat am 20. November 2007 beschlossen, eigene Aktien zum Zwecke des Einzugs zu erwerben. Die im Zeitraum Januar bis Dezember 2008 erworbenen eigenen Aktien wurden in Höhe des Kaufpreises direkt mit den Gewinnrücklagen verrechnet.

Die bis Dezember 2006 erworbenen eigenen Aktien werden dagegen unverändert unter "Wertpapiere" ausgewiesen.

Die Einstellung in die anderen Gewinnrücklagen betrifft die Entnahme aus der Rücklage für eigene Anteile. Die Entnahme aus den anderen Gewinnrücklagen in Höhe von 41.500 T E erfolgt zugunsten des Bilanzgewinns.

Die Entwicklung des Bestands an eigenen Aktien ergibt sich wie folgt:

Anzahl > in T E
Stand 1. Jan. 2008
Eigene Anteile,
nicht verrechnet 459.502 2.650
Gegen Gewinnrücklagen
verrechnete eigene Anteile 35.500 416
Zugänge in 2008:
Erwerbsmonat Januar 38.950 443
Erwerbsmonat Februar 121.600 1.364
Erwerbsmonat März 19.970 234
Erwerbsmonat April 62.110 688
Erwerbsmonat Mai 20.190 220
Erwerbsmonat Juni 13.690 150
Erwerbsmonat Juli 30.350 311
Erwerbsmonat August 19.180 193
Erwerbsmonat September 15.385 152
Erwerbsmonat Oktober 29.399 245
Erwerbsmonat November 5.820 41
Erwerbsmonat Dezember 11.234 65
882.880 7.172
Abzüglich Wert
berichtigungen auf
eigene Anteile 0 –261
Abzüglich bereits bis zum
31. Dez. 2007 gegen
Gewinnrücklagen ver
rechneter eigener Aktien –35.500 –416
Abzüglich in 2008
erworbener sowie gegen
Gewinnrücklagen ver
rechneter eigener Aktien –387.878 –4.106
Stand 31. Dez. 2008 459.502 2.389

Der Anteil aller eigenen Aktien am Grundkapital einschließlich der Anteile (zahlenmäßig), die gegen die Gewinnrücklagen verrechnet wurden, beträgt 5,89% (Vorjahr: 3,30%).

Der Bilanzgewinn entwickelte sich wie folgt:

> in TE 2008 2007
Jahresfehlbetrag/-überschuss –34.297 8.531
Bilanzgewinn Vorjahr 7.252 8.506
Dividende –7.112 –7.270
Einstellung eines Teilbetrags des
Bilanzgewinns 2007 in die anderen
Gewinnrücklagen gemäß
§174 Abs. 2 Nr. 3 AktG
0 –1.236
Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 140 0
Entnahme aus der Rücklage für
eigene Anteile
261 0
Einstellungen in andere
Gewinnrücklagen
–261 –1.279
Entnahme aus anderen
Gewinnrücklagen
41.500 0
Bilanzgewinn 7.343 7.252

2.5 Rückstellungen

> in TE 31. Dez. 2008 31. Dez. 2007
Pensionsrückstellungen 554 720
Steuerrückstellungen 145 1.526
Sonstige Rückstellungen 4.067 2.831
4.766 5.077

Die Pensionsrückstellungen berücksichtigen die unverfallbaren Ansprüche eines ehemaligen Vorstandsmitglieds der Gesellschaft.

Die Steuerrückstellungen berücksichtigen das Restrisiko nachträglicher Ansprüche aus der Kapitalertragsteuer und des Solidaritätszuschlags auf die im Jahr 2006 gezahlte Dividende.

Die sonstigen Rückstellungen umfassen insbesondere Aufwendungen für Aufsichtsratsvergütungen, Verbindlichkeiten aus Wertguthaben für Lebensarbeitszeitkonten von Mitarbeitern der AdCapital AG, für Drohverluste aus Optionsgeschäften, ungewisse Verbindlichkeiten, Rechts- und Beratungskosten sowie Aufwendungen für die Erstellung, Prüfung und Veröffentlichung des Jahres- und Konzernabschlusses beziehungsweise Geschäftsberichts und die Durchführung der Hauptversammlung.

2.6 Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten gliedern sich wie folgt:

Fälligkeiten > in TE Gesamt Bis zu 1 Jahr 1 bis 5 Jahre Über 5 Jahre
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 368 225 143 0
Vorjahr 523 236 287 0
Verbindlichkeiten gegenüber
verbundenen Unternehmen 419 419 0 0
Vorjahr 456 456 0 0
Sonstige Verbindlichkeiten 827 827 0 0
Vorjahr 725 725 0 0
Gesamt 1.614 1.471 143 0
Vorjahr 1.704 1.417 287 0

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen beinhalten im Wesentlichen Verbindlichkeiten aufgrund des Cashpools.

Unter den sonstigen Verbindlichkeiten werden vor allem erhaltene Prämien aus Aktienoptionen ausgewiesen. Es wird auf Punkt 5 des Anhangs "Derivative Finanzinstrumente" verwiesen.

3. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

3.1 Beteiligungserträge

Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden Beteiligungserträge in Höhe von 0 T E (Vorjahr: 2.500 T E) vereinnahmt.

3.2 Gewinne aus dem Abgang von Beteiligungen

Im Jahr 2008 wurden keine Beteiligungen veräußert.

3.3 Sonstige betriebliche Erträge

> in TE 2008 2007
Erträge aus der
Auflösung von
Wertberichtigungen
12.002 7.493
Erträge aus
Nießbrauchrechten
1.876 716
Sonstige Erlöse sowie
Weiterbelastungen
338 331
Mieterträge 358 418
Zuschreibungen zum
Anlagevermögen
0 190
Auflösung von
Rückstellungen
93 126
Übrige Erträge 32 34
14.699 9.308

Die Auflösung von Wertberichtigungen entfällt u. a. in Höhe von 6.900 T E auf Darlehensforderungen gegen die AdCapital Beteiligungs AG, in Höhe von 3.600 T E auf Darlehensforderungen gegen die Berliner Elektro-Technik GmbH sowie in Höhe von 1.500 T E auf Darlehensforderungen gegen die EW Hof GmbH.

Die Nießbrauchrechte beziehen sich auf zwei Refinanzierungsvereinbarungen, mit denen die AdCapital AG mittelbar immaterielle Wirtschaftsgüter erworben und anschließend den Schuldnern gegen Gewährung von Nießbrauchzinsen überlassen hat.

3.4 Personalaufwand

Die Zusammensetzung des Personalaufwands ergibt sich wie folgt:

> in TE 2008 2007
Gehälter 1.112 1.604
Soziale Abgaben
– Davon für Alters
versorgung: 43 TE
(Vorjahr: 152 TE)
114 223
1.226 1.827

Im Geschäftsjahr betrug die durchschnittliche Mitarbeiterzahl neun (Vorjahr: neun). Es handelt sich dabei ausschließlich um Angestellte.

3.5 Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen

> in TE 2008 2007
1.817 700

Eine detaillierte Darstellung der Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen findet sich im Anlagenspiegel als Anlage zum Anhang.

3.6 Sonstige betriebliche Aufwendungen

> in TE 2008 2007
Mietaufwendungen Büro
und Grundstückskosten
268 299
Rechts- und
Beratungskosten
266 263
Zuführungen zu Einzel
wertberichtigungen
206 23
Versicherungen 57 59
Forderungsverluste 0 14
Übrige 354 401
1.151 1.059

Verluste aus dem Abgang von Wertpapieren des Umlaufvermögens in Höhe von 3.016 T E sind zur transparenteren Darstellung der Ertragslage im Finanzergebnis ausgewiesen.

Bestätigungsvermerk

Die Rechts- und Beratungskosten lassen sich wie folgt aufteilen:

> in TE 2008 2007
Jahres- und Konzern
abschlussprüfung
laufendes Jahr
58 55
Jahres- und Konzern
abschlussprüfung
Vorperiode
36 18
Jahres- und Konzern
abschlussprüfungen
94 73
Steuerberatungs
leistungen
28 16
Sonstige Leistungen 144 174
266 263

Die Steuerberatungs- und sonstigen Leistungen wurden nicht vom Jahres- und Konzernabschlussprüfer erbracht.

3.7 Finanzergebnis

> in TE 2008 2007
Zuschreibungen
– auf Wertpapiere des
Umlaufvermögens 0 118
Abschreibungen
– auf Finanzanlagen 0 –2.902
– auf Wertpapiere des
Umlaufvermögens –44.533 –3.936
– auf Optionsprämien –1.398 –1.023
Bewertungsergebnis –45.931 –7.743
Verluste
– aus dem Abgang von
Wertpapieren
–3.016 –59
Erträge
– aus dem Abgang von
Wertpapieren 267 128
– aus Optionen 599 846
Verluste
– aus Optionen –1.717 –549
Abgangsergebnis –3.867 366
Erträge aus der Ausschüt
tung des Spezialfonds 279 3.179
Dividendenerträge 189 0
Laufende Erträge aus
Wertpapieren/
Geldanlagen 468 3.179
Zinserträge von verbun
denen Unternehmen 2.123 1.180
Zinsen und ähnliche
Erträge 2.082 3.085
Zinsen und ähnliche
Aufwendungen –58 –159
Zinsergebnis 4.147 4.106
–45.183 –92

Die Abschreibungen auf die Wertpapiere des Umlaufvermögens sind der Entwicklung auf den Anleihe- und Aktienmärkten geschuldet, die sich, ausgelöst durch die Banken- und Finanzmarktkrise, insbesondere im zweiten Halbjahr 2008 belastend ausgewirkt hat.

3.8 Steuern vom Einkommen und vom Ertrag (Ertrag)

> in TE 2008 2007
Steueraufwand
laufendes Jahr 0 368
Steuererträge Vorjahre
Steueraufwand Vorjahre
–672
291
–487
0
–381 –119

4. Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle Verpflichtungen

Aus einer gesamtschuldnerischen Haftung für einen langfristigen Immobilienvertrag bestehen per 31. Dezember 2008 Verpflichtungen in Höhe von 5.865 T E (Vorjahr: 6.300 T E). Davon werden zum Abschlussstichtag 1.972 T E (Vorjahr: 2.065 T E) als Rückstellungen für ungewisse Verbindlichkeiten ausgewiesen.

Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen der AdCapital AG zum 31. Dezember 2008 betragen insgesamt 55 T E (Vorjahr: 79 T E) und betreffen hauptsächlich abgeschlossene Mietverträge für Büro- und Geschäftsräume der Gesellschaft.

5. Derivative Finanzinstrumente

Bei den derivativen Finanzinstrumenten der AdCapital AG handelt es sich im Wesentlichen um Aktienanleihen beziehungsweise verwandte Produkte (u. a. Multidefender, Discount- oder Bonuszertifikate) und Aktienoptionen. Diese werden in erster Linie zur Generierung von Zinseinkünften, zur Vereinnahmung von Optionsprämien, zum Aktienerwerb oder zur Absicherung von Wertpapierpositionen eingesetzt.

Aktiva > in TE
Stand 31. Dez. 2008
Nominal-
volumen
Buchwert Markt
werte
Strukturierte Kapital
marktprodukte, davon:
Aktienanleihen/
Multidefender
3.900 1.571 1.571
Discount-/Bonuszertifikate 0 3.178 3.178
3.900 4.749 4.749
Passiva > in TE Nominal- Buchwert Markt
Stand 31. Dez. 2008 volumen werte
Aktienoptionen 6.282 2.054 2.013

Anschaffungskosten oder niedrigere beizulegende Zeitwerte in Höhe von 4.749 T E wurden in der Position "Wertpapiere des Umlaufvermögens" aktiviert, für erhaltene Optionsprämien und negative Marktwerte wurden eine Verbindlichkeit in Höhe von 656 T E sowie eine Drohverlustrückstellung in Höhe von 1.398 T E gebildet.

Die Marktwerte wurden anhand vorhandener Marktinformationen oder geeigneter Bewertungsverfahren von den Depotbanken ermittelt. Die Bewertungskurse der Aktienoptionen entsprechen den Settlementpreisen (Schlusskurse) der elektronischen Börse EUREX, welche vollautomatisch bereitgestellt und verarbeitet werden.

6. Rechte aus Besserungsscheinen

Die AdCapital AG hat bis zum 31. Dezember 2008 diverse bedingte Forderungsverzichte mit Besserungsklauseln gegenüber verbundenen Unternehmen ausgesprochen.

Diese teilen sich wie folgt auf die jeweiligen Schuldnerunternehmen auf:

> in TE 31. Dez. 2008 31. Dez. 2007
Berliner Elektro-Technik
GmbH
9.400 13.000
KTS Kunststofftechnik
Schmölln
340 340
Kupferberg Kabel GmbH 150 0
Taller GmbH 4.000 0
13.890 13.340

Die Bedingungen sind an das Erreichen bestimmter Ertrags- und Kapitalstrukturkennziffern geknüpft.

7. Konzernabschluss

Die AdCapital AG, Leinfelden-Echterdingen, als Muttergesellschaft erstellt einen Konzernabschluss (größter Kreis der Unternehmen), welcher gemeinsam mit dem vorliegenden Jahresabschluss im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlicht wird.

Bilanz Gewinn- und Verlustrechnung Entwicklung des Anlagevermögens Anhang Bestätigungsvermerk

8. Vorstand

Vorstand der Gesellschaft ist:

Herr Dieter Jeschke

Rechtsanwalt, Dipl.-Ökonom

  • • Vorsitzender des Aufsichtsrats der AdCapital Beteiligungs AG
  • • Vorsitzender des Aufsichtsrats der Maschinenfabrik Berthold Hermle AG

9. Aufsichtsrat

In den Aufsichtsrat sind berufen:

Vorsitzender

Herr Ortwin Guhl

Dipl.-Volkswirt

  • • Vorsitzender des Aufsichtsrats der Sirius AG, Villingen-Schwenningen
  • • Mitglied des Aufsichtsrats der Maschinenfabrik Berthold Hermle AG
  • • Mitglied des Aufsichtsrats der Tolatec AG

Stellv. Vorsitzender

Herr Günther Leibinger

Geschäftsführender Gesellschafter der Paul Leibinger GmbH & Co. KG

• Stellv. Vorsitzender des Aufsichtsrats der Maschinen fabrik Berthold Hermle AG

Weitere Mitglieder

Herr Maximilian Bernau

Rechtsanwalt

  • • Stellv. Vorsitzender des Aufsichtsrats der InnoTec TSS AG, Düsseldorf
  • • Geschäftsführer der B & B Private Vermögensbera tungs- und Vermögensverwaltungsgesellschaft mbH
  • • Geschäftsführer L.O.S. Logic Operation Systems GmbH & Co. KG

Herr Robert Lebherz

Geschäftsführer Paul Leibinger GmbH & Co. KG (Mitglied des Aufsichtsrats der AdCapital AG seit 18. Sep. 2008)

Herr Hans-Joachim Strüder

Mitglied des Vorstands der Landesbank Baden-Württemberg

  • • Zweiter stellv. Vorsitzender des Aufsichtsrats der Baden-Württembergische Investmentgesellschaft mbH
  • • Vorsitzender des Börsenrats der Baden-Württembergische Wertpapierbörse
  • • Vorsitzender des Beirats der Baden-Württembergische Wertpapierbörse GmbH
  • • Mitglied des Aufsichtsrats der boerse-Stuttgart AG
  • • Mitglied des Aufsichtsrats der Euwax AG
  • • Mitglied des Aufsichtsrats der Wüstenrot Bank AG Pfandbriefbank
  • • Vorsitzender des Aufsichtsrats der LBBW Asset Management GmbH
  • • Chairman of the Board of Directors der LBBW Asset Management (Ireland) plc, Dublin (die Gesellschaft firmierte bis 2. Okt. 2008 als LBBW Bank Ireland plc)
  • • Vorsitzender des Verwaltungsrats der LRI LBBW Luxemburg S.A. (die Gesellschaft firmierte bis 31. Aug. 2008 als LRI Landesbank Rheinland-Pfalz International S.A., Luxembourg)
  • • Mitglied des Aufsichtsrats der Meridian Vermögens verwaltungsgesellschaft mbH i.L. (bis 30. Jun. 2008)
  • • Mitglied des Aufsichtsrats der börse-Stuttgart Holding GmbH (seit 17. Dez. 2007)
  • • Mitglied des Aufsichtsrats der European Energy Exchange AG (seit 26. Jun. 2008)
  • • Mitglied des Aufsichtsrats der LBBW Equity Partners GmbH & Co. KG (seit 11. Sep. 2008)
  • • Mitglied des Aufsichtsrats der LBBW Equity Partners Verwaltungs GmbH (seit 11. Sep. 2008)

Herr Dr. Dietrich Schulz Dipl.-Kaufmann

  • • Vorsitzender des Aufsichtsrats der Süd-Chemie AG (bis 31. Mai 2008)
  • • Mitglied des Aufsichtsrats der Drägerwerk AG (bis 31. Mai 2008)

  • • Chairman of the Board of Directors der Possehl Mexico, S.A. de C.V.

  • • Member of the Board of Directors der ACC Resources, Park Ridge, N.J.

Für die Tätigkeit im Geschäftsjahr 2008 wurden Aufsichtsratsvergütungen in Höhe von 38 T E (Vorjahr: 78 T E) an die Organmitglieder gewährt.

Der Vorstand der AdCapital AG, Herr Dieter Jeschke, erhielt für seine im Geschäftsjahr 2008 erbrachten Leistungen eine Vergütung in Höhe von 500 T E sowie Sachbezüge in Höhe von 7 T E.

Für frühere Mitglieder der Organe der AdCapital AG wurden Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen in Höhe von 554 T E (Vorjahr: 720 T E) unter Berücksichtigung des Barwerts gebildet.

10. Mitgeteilte Beteiligungen

Die AdCapital AG hat bis zum 28. Februar 2009 folgende Mitteilungen gemäß §§21, 41 Abs. 2 WpHG erhalten:

Herr Günther Leibinger, Feusisberg (Schweiz), hat uns mitgeteilt, dass er seit dem 27. September 2000 die Schwelle von 25% der Stimmrechte an der AdCapital AG überschritten habe und er 27,76% der Stimmrechte halte. Zum 1. April 2002 hat Herr Leibinger uns des Weiteren gemeldet, dass sein Stimmrechtsanteil 35,54% beträgt.

Herr Maximilian Bernau, München, hat uns mitgeteilt, dass er seit dem 19. Mai 2003 die Schwelle von 10% der Stimmanteile an der AdCapital AG unterschritten habe und ihm nunmehr 5,96% von 16.400.000 Stimmrechten der AdCapital AG zustehen. Davon seien ihm 1,1 Prozentpunkte nach §22 Abs. 2 WpHG zuzurechnen.

Die Axxion S.A. mit Sitz in Munsbach, Luxemburg, hat uns im März 2006 gemäß §21 Abs.1 WpHG mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der AdCapital AG seit dem 13. März 2006 die Schwelle von 10% überschritten habe und nun 10,1882% betrage.

Die Multiadvisor Sicav mit Sitz in Luxemburg-Strassen, Luxemburg, hat uns im November 2007 gemäß §21 Abs. 1 WpHG mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der AdCapital AG seit dem 27. November 2007 die Schwelle von 3% überschritten habe und nun 3,17% betrage.

Die IPConcept Fund Management S.A. mit Sitz in Luxemburg-Strassen, Luxemburg, hat uns im November 2007 gemäß §21 Abs. 1 WpHG mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der AdCapital AG seit dem 27. November 2007 die Schwelle von 3% überschritten habe und nun 3,17% betrage. Die ihnen vollständig nach §22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 6 WpHG zugerechneten Stimmrechte werden dabei durch das rechtlich selbstständige Sondervermögen (Investmentfonds) Multiadvisor Sicav unter der Verwaltung der IPConcept Fund Management S.A., Luxemburg, gehalten. Im Januar 2008 hat uns die IPConcept Fund Management S.A. des Weiteren gemeldet, dass ihr Stimmrechtsanteil seit dem 9. Januar 2008 die Schwelle von 5% überschritten habe und nunmehr 5,23% betrage. Davon seien ihnen 3,30% nach §22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 6 WpHG über die Multiadvisor Sicav zuzurechnen.

11. Entsprechenserklärung

Die AdCapital AG hat ihre nach §161 des Aktiengesetzes vorgeschriebene Entsprechenserklärung zuletzt im November 2008 aktualisiert abgegeben und den Aktionären auf der Homepage der Gesellschaft dauerhaft zugänglich gemacht.

12. Bilanzgewinn

Der Jahresabschluss der AdCapital AG zum 31. Dezember 2008 weist einen Bilanzgewinn von 7.343 T E aus. Der Hauptversammlung wird vorgeschlagen, den Bilanzgewinn für eine Dividende in Höhe von 6.947 T E beziehungsweise 0,50 E für 13.893.357 dividendenbezugsberechtigte Stückaktien zu verwenden.

Leinfelden-Echterdingen, den 22. April 2009

AdCapital AG Dieter Jeschke Vorstand

Bilanz Gewinn- und Verlustrechnung Entwicklung des Anlagevermögens Anhang

Bestätigungsvermerk

Bestätigungsvermerk

Wir haben den Jahresabschluss – bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang – unter Einbeziehung der Buchführung der AdCapital AG, Leinfelden-Echterdingen, und den zusammengefassten Lagebericht der AdCapital AG und des AdCapital-Konzerns für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2008 bis zum 31. Dezember 2008 geprüft. Die Buchführung und die Aufstellung von Jahresabschluss und zusammengefasstem Lagebericht nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften liegen in der Verantwortung des gesetzlichen Vertreters der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung und über den zusammengefassten Lagebericht abzugeben.

Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung nach §317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und durch den zusammengefassten Lagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld der Gesellschaft sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Buchführung, Jahresabschluss und zusammengefasstem Lagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen des gesetzlichen Vertreters sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft. Der zusammengefasste Lagebericht steht in Einklang mit dem Jahresabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Leonberg/Stuttgart, den 22. April 2009

BDO Deutsche Warentreuhand Aktiengesellschaft Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

gez. Joachim Entenmann gez. ppa. Martin Helmich

Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüfer

Konzernabschluss der AdCapital AG

AdCapital-Konzern

Konzernbilanz 60 Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung 61 Entwicklung des Konzernanlagevermögens 62 Konzern-Eigenkapitalspiegel 66 Konzern-Kapitalflussrechnung 68 Konzernanhang 70 Konzernunternehmen 120 Bestätigungsvermerk 122

Bilanzeid 123

Konzernbilanz der AdCapital AG zum 31. Dezember 2008 (nach IFRS)

Aktiva > in TE 31. Dez. 2008 31. Dez. 2007
Langfristige Aktiva
Immaterielle Vermögenswerte (4.1) 15.017 17.918
Sachanlagen (4.1) 38.076 38.159
Als Finanzinvestitionen gehaltene Immobilien (4.2) 3.825 4.354
Finanzanlagen (4.3) 5.317 5.722
Sonstige finanzielle Vermögenswerte (4.4) 5.949 875
Latente Steuern (5.10) 2.701 4.050
70.885 71.078
Kurzfristige Aktiva
Vorräte (4.5) 32.698 32.411
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (4.6) 15.212 16.521
Steuererstattungsansprüche aus Ertragsteuern (4.7) 3.882 10.158
Sonstige finanzielle Vermögenswerte (4.4) 3.017 3.779
Wertpapiere und Zahlungsmittel (4.8) 77.388 137.048
132.197 199.917
203.082 270.995
Passiva > in TE 31. Dez. 2008 31. Dez. 2007
Eigenkapital (4.9)
Gezeichnetes Kapital 45.000 45.000
Kapitalrücklage 86.200 86.200
Erwirtschaftetes Konzerneigenkapital 24.544 79.960
Fremdwährungsumrechnung 116 351
Anteile anderer Gesellschafter 1.801 4.603
157.661 216.114
Langfristige Passiva
Rückstellungen (4.10) 4.257 4.611
Verbindlichkeiten (4.11) 12.881 13.277
Latente Steuern (5.10) 3.466 8.343
Kurzfristige Passiva 20.604 26.231
Rückstellungen und abgegrenzte Schulden (4.10) 2.660 2.949
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (4.11) 8.814 11.270
Steuerschulden aus Ertragsteuern (4.11) 1.476 2.692
Sonstige Verbindlichkeiten (4.11) 11.867 11.739
24.817 28.650
203.082 270.995

Konzernbilanz

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung Entwicklung des Konzernanlagevermögens Konzern-Eigenkapitalspiegel Konzern-Kapitalflussrechnung Konzernanhang Konzernunternehmen Bestätigungsvermerk

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung der AdCapital AG für das Geschäftsjahr 2008 (nach IFRS)

> in TE 2008 2007
Umsatzerlöse (5.1) 153.800 117.822
Bestandsveränderungen 1.886 1.486
Andere aktivierte Eigenleistungen 402 170
Sonstige betriebliche Erträge (5.3) 7.297 14.815
Materialaufwand (5.4) –72.947 –52.848
Personalaufwand (5.5) –46.041 –37.046
Abschreibungen auf immaterielle
Vermögenswerte und Sachanlagen
(5.6) –11.204 –4.969
Sonstige betriebliche Aufwendungen (5.7) –26.369 –19.664
Betriebliches Ergebnis 6.824 19.766
Beteiligungsergebnis (5.8) –242 2.671
Finanzerträge 5.930 6.373
Finanzaufwendungen –57.329 –7.199
Finanzergebnis (5.9) –51.399 –826
Ergebnis vor Ertragsteuern –44.817 21.611
Ertragsteuern (5.10) 770 –1.665
Jahresfehlbetrag/-überschuss –44.047 19.946
Davon entfallen auf:
Anteilseigner des Mutterunternehmens –43.819 15.681
Minderheitsgesellschafter (5.11) –228 4.265
Ergebnis je Aktie in E, unverwässert (5.12) –3,07 1,08
Ergebnis je Aktie in E, verwässert (5.12) –3,07 1,08
Durchschnittlich im Umlauf befindliche Aktien (unverwässert) 14.264 14.505
Durchschnittlich im Umlauf befindliche Aktien (verwässert) 14.264 14.505

Entwicklung des Anlagevermögens im AdCapital-Konzern im Geschäftsjahr 2008

> in TE 1. Jan.
2008
Konsolidie-
rungskreis-
änderungen
Zugänge
(+)
Abgänge
(–)
Umbu-
chungen
Veränderung
Währung
31. Dez.
2008
Immaterielle
Vermögensgegenstände
1. Gewerbliche Schutzrechte
und ähnliche Werte sowie
Lizenzen an solchen Rechten 13.754 0 376 –134 0 6 14.002
2. Firmenwert 336 0 0 0 –2 0 334
3. Firmenwert aus
Kapitalkonsolidierung
22.213 0 0 0 0 0 22.213
36.303 0 376 –134 –2 6 36.549
Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten 30.023 0 324 –2 1.243 78 31.666
2. Als Finanzinvestitionen
gehaltene Immobilien
15.305 0 8 –492 0 0 14.821
3. Technische Anlagen
und Maschinen
40.873 0 3.988 –603 472 881 45.611
4. Andere Anlagen, Betriebs-
und Geschäftsausstattung
27.919 0 2.862 –540 204 125 30.570
5. Geleistete Anzahlungen
und Anlagen im Bau
2.082 0 336 –6 –1.917 6 501
116.202 0 7.518 –1.643 2 1.090 123.169
Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen
Unternehmen 1.874 0 45 0 0 0 1.919
2. Beteiligungen 7.023 0 0 –34 0 0 6.989
3. Wertpapiere 114 0 0 0 0 0 114
4. Sonstige Ausleihungen 4.943 0 0 –125 0 0 4.818
13.954 0 45 –159 0 0 13.840
Summe Anlagevermögen 166.459 0 7.939 –1.936 0 1.096 173.558

Anschaffungs- und Herstellungskosten

Konzernbilanz

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung Entwicklung des Konzernanlagevermögens Konzern-Eigenkapitalspiegel Konzern-Kapitalflussrechnung Konzernanhang Konzernunternehmen Bestätigungsvermerk

1. Jan.
2008
Konsolidie-
rungskreis-
änderungen
Zugänge
(+)
Abgänge
(–)
Zuschrei-
bungen
Umbu-
chungen
Veränderung
Währung
31. Dez.
2008
31. Dez.
2008
31. Dez.
2007
9.026 0 3.271 –133 0 0 –5 12.159 1.843 4.728
230 0 15 0 0 –2 1 244 90 106
9.129 0 0 0 0 0 0 9.129 13.084 13.084
18.385 0 3.286 –133 0 –2 –4 21.532 15.017 17.918
9.607 0 976 –2 0 2 73 10.656 21.010 20.416
10.951 0 137 –92 0 0 0 10.996 3.825 4.354
29.199 0 4.989 –438 0 0 770 34.520 11.091 11.674
23.932 0 1.816 –548 0 0 –104 25.096 5.474 3.987
0 0 0 0 0 0 0 0 501 2.082
73.689 0 7.918 –1.080 0 2 739 81.268 41.901 42.513
1.265 0 242 0 0 0 0 1.507 412 609
6.950 0 0 0 0 0 0 6.950 39 73
17
0
0
0
49
0
0
0
0
0
0
0
0
0
66
0
48
4.818
97
4.943
8.232 0 291 0 0 0 0 8.523 5.317 5.722
100.306 0 11.495 –1.213 0 0 735 111.323 62.235 66.153

Kumulierte Abschreibungen Nettobuchwert

63

Entwicklung des Anlagevermögens im AdCapital-Konzern im Geschäftsjahr 2007

> in TE 1. Jan.
2007
Konsolidie-
rungskreis-
änderungen
Zugänge
(+)
Abgänge
(–)
Umbu-
chungen
Veränderung
Währung
31. Dez.
2007
Immaterielle
Vermögensgegenstände
1. Gewerbliche Schutzrechte
und ähnliche Werte sowie
Lizenzen an solchen Rechten
2. Firmenwert
8.984
335
3.802
0
1.099
0
–177
0
35
0
11
1
13.754
336
3. Firmenwert aus
Kapitalkonsolidierung 22.213 0 0 0 0 0 22.213
31.532 3.802 1.099 –177 35 12 36.303
Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten 22.442 7.251 246 –36 6 114 30.023
2. Als Finanzinvestitionen
gehaltene Immobilien
15.248 0 57 0 0 0 15.305
3. Technische Anlagen
und Maschinen
12.537 25.018 3.195 –587 635 75 40.873
4. Andere Anlagen, Betriebs-
und Geschäftsausstattung
14.019 12.930 1.196 –443 185 32 27.919
5. Geleistete Anzahlungen
und Anlagen im Bau
339 48 2.825 –271 –861 2 2.082
64.585 45.247 7.519 –1.337 –35 223 116.202
Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen
Unternehmen 1.634 0 83 0 159 –2 1.874
2. Beteiligungen 14.535 0 0 –7.354 –159 1 7.023
3. Wertpapiere 9.076 0 0 0 0 –8.962 114
4. Sonstige Ausleihungen 5.033 0 0 –89 0 –1 4.943
30.278 0 83 –7.443 0 –8.964 13.954
Summe Anlagevermögen 126.395 49.049 8.701 –8.957 0 –8.729 166.459

Anschaffungs- und Herstellungskosten

Konzernbilanz

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung Entwicklung des Konzernanlagevermögens Konzern-Eigenkapitalspiegel Konzern-Kapitalflussrechnung Konzernanhang Konzernunternehmen Bestätigungsvermerk

1. Jan.
2007
Konsolidie-
rungskreis-
Zugänge
(+)
Abgänge
(–)
Zuschrei-
bungen
Umbu-
chungen
Veränderung
Währung
31. Dez.
2007
31. Dez.
2007
31. Dez.
2006
änderungen
6.347 1.478 1.367 –174 0 0 8 9.026 4.728 2.637
213 0 17 0 0 0 0 230 106 122
9.129 0 0 0 0 0 0 9.129 13.084 13.084
15.689 1.478 1.384 –174 0 0 8 18.385 17.918 15.843
6.534 2.374 737 –29 –18 0 9 9.607 20.416 15.908
11.006 0 136 0 –190 0 –1 10.951 4.354 4.242
9.329 18.915 1.440 –541 0 0 56 29.199 11.674 3.208
11.052 11.996 1.272 –407 –3 0 22 23.932 3.987 2.967
0 0 0 0 0 0 0 0 2.082 339
37.921 33.285 3.585 –977 –211 0 86 73.689 42.513 26.664
–230 0 1.496 0 0 0 –1 1.265 609 1.864
7.447 0 0 –498 0 0 1 6.950 73 7.088
1.735 0 1.423 0 0 0 –3.141 17 97 7.341
0 0 0 0 0 0 0 0 4.943 5.033
8.952 0 2.919 –498 0 0 –3.141 8.232 5.722 21.326
62.562 34.763 7.888 –1.649 –211 0 –3.047 100.306 66.153 63.833

Kumulierte Abschreibungen Nettobuchwert

Konzern-Eigenkapitalspiegel der AdCapital AG zum 31. Dezember 2008 nach IFRS

Mutterunternehmen
> in TE Gezeichnetes
Kapital
Kapitalrücklage Gewinnrücklage Bilanzgewinn
Stand am 31. Dezember 2006 45.000 86.200 5.923 66.042
Erwerb/Einziehung eigener Anteile 0 0 –416 0
Gezahlte Dividende 0 0 0 –7.270
Änderung Konsolidierungskreis 0 0 0 0
Übrige Veränderungen 0 0 2.515 –2.515
Konzernjahresüberschuss
Neutrale Ergebnisveränderungen
0
0
0
0
0
0
15.681
0
Stand am 31. Dezember 2007 45.000 86.200 8.022 71.938
Erwerb/Einziehung eigener Anteile 0 0 –4.106 0
Gezahlte Dividende 0 0 0 –7.113
Änderung Konsolidierungskreis 0 0 0 0
Übrige Veränderungen 0 0 –41.500 41.122
Konzernjahresergebnis 0 0 0 –43.819
Neutrale Ergebnisveränderungen 0 0 0 0
Stand am 31. Dezember 2008 45.000 86.200 –37.584 62.128

Konzernbilanz Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung Entwicklung des Konzernanlagevermögens

Konzern-Eigenkapitalspiegel Konzern-Kapitalflussrechnung Konzernanhang Konzernunternehmen Bestätigungsvermerk

Konzern
eigenkapital
Minderheitsgesellschafter
Eigenkapital Ausgleichsposten
aus Fremdwäh-
rungsumrechnung
Minderheiten-
kapital
Eigenkapital Ausgleichsposten
aus Fremdwäh-
rungsumrechnung
204.566 989 0 989 203.577 412
–416 0 0 0 –416 0
–8.321 –1.051 0 –1.051 –7.270 0
0 0 0 0 0 0
417 417 0 417 0 0
19.946 4.265 0 4.265 15.681 0
–78 –17 0 –17 –61 –61
216.114 4.603 0 4.603 211.511 351
–4.106 0 0 0 –4.106 0
–10.048 –2.935 0 –2.935 –7.113 0
0 0 0 0 0 0
0 378 0 378 –378 0
–44.047 –228 0 –228 –43.819 0
–252 –17 0 –17 –235 –235
157.661 1.801 0 1.801 155.860 116

67

Konzern-Kapitalflussrechnung der AdCapital AG

Position > in TE 2008 2007
1. Periodenergebnis (einschließlich Ergebnisanteilen von
Minderheitsgesellschaftern)
–44.047 19.946
2. +/– Abschreibungen/Zuschreibungen auf Gegenstände
des Anlagevermögens
11.495 7.677
3. +/– Zunahme/Abnahme der Rückstellungen –642 –3.702
4a. +/– Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen/Erträge 55.874 6.924
4b. +/– Aufwendungen/Erträge latente Steuern –3.528 –1.737
5 a. +/– Gewinn/Verlust aus Erstkonsolidierungen 0 –8.774
5 b. –/+ Gewinn/Verlust aus dem Abgang von
Gegenständen des Anlagevermögens
–33 –1.699
6. +/– Zunahme/Abnahme der Vorräte, der Forderungen aus Lieferungen
und Leistungen sowie anderer Aktiva, die nicht der
Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind
1.866 –13.247
7. +/– Zunahme/Abnahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und
Leistungen sowie anderer Passiva, die nicht der Investitions- oder
Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind
–4.578 3.508
8. = Cashflow aus der betrieblichen Geschäftstätigkeit (1 bis 7) 16.407 8.896
9. + Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen
des Sachanlagevermögens
595 394
10. Auszahlungen für Investitionen in das Sachanlagevermögen –7.518 –7.520
11. + Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen
des immateriellen Anlagevermögens 0 0
12. Auszahlungen für Investitionen in das immaterielle Anlagevermögen –376 –1.099
13. + Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen
des Finanzanlagevermögens
124 8.612
14. Auszahlungen für Investitionen in das Finanzanlagevermögen 0 –83
15. + Einzahlungen aus dem Verkauf von
konsolidierten Unternehmen und sonstigen Geschäftseinheiten
34 0
16. Auszahlungen für den Erwerb von konsolidierten
Unternehmen und sonstigen Geschäftseinheiten
–45 –8.985
17. +/– Ein-/Auszahlungen aufgrund von Finanzmittelanlagen
im Rahmen der kurzfristigen Finanzdisposition
5.850 –16.603
18. = Cashflow aus der Investitionstätigkeit (9 bis 17) –1.336 –25.284
19. + Ein-/Auszahlungen aus Eigenkapitalzuführungen (Kapitalerhöhungen etc.) 0 417
20a. Auszahlungen an Unternehmenseigner und Minderheitsgesellschafter
(Erwerb eigener Anteile, Dividenden)
–10.048 –8.321
20b. Auszahlungen für den Erwerb eigener Anteile –4.106 –416
21. +/– Ein-/Auszahlungen aus der Aufnahme beziehungsweise Tilgung von
Finanzschulden
–1.417 2.232
22. = Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit (19 bis 21) –15.571 –6.088
23. Zahlungswirksame Veränderungen des Finanzmittelfonds
(Summe von 8, 18 und 22)
–500 –22.476
+/– Wechselkursbedingte Änderungen des Finanzmittelfonds –28 14
24. + Finanzmittelfonds am Anfang der Periode 18.503 40.965
25. = Finanzmittelfonds am Ende der Periode 17.975 18.503

Der Finanzmittelfonds setzt sich wie folgt zusammen:

> in TE 31. Dez. 2008 31. Dez. 2007
Geldmarktnahe Wertpapiere 0 0
Zahlungsmittel* 17.975 18.503
17.975 18.503

*In den Zahlungsmitteln sind Kassenbestände, Guthaben gegenüber Kreditinstituten sowie Schecks enthalten.

Konzernbilanz Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung Entwicklung des Konzernanlagevermögens Konzern-Eigenkapitalspiegel

Konzern-Kapitalflussrechnung Konzernanhang Konzernunternehmen

Bestätigungsvermerk

Ergänzende Angaben zur Konzern-Kapitalflussrechnung

Position > in TE 2008 2007
Kaufpreise 0 13.112
Davon Kaufpreisanteile, die Zahlungsmittel oder Zahlungsmitteläquivalente sind 0 13.112
Verkaufspreise 0 0
Davon Verkaufspreisanteile, die Zahlungsmittel oder Zahlungsmitteläquivalente sind 0 0
Erworbene Bestände an Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten 0 –4.127
Erworbene Bestände an anderen Vermögensgegenständen und Schulden
Vorräte, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie andere Aktiva, die
nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind
0 16.372
Sachanlagevermögen 0 12.006
Immaterielle Vermögensgegenstände 0 2.324
Finanzanlagen 0 0
Sonderposten mit Rücklagenanteil 0 0
Rückstellungen 0 865
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie andere Passiva, die nicht
der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind
0 14.413
Kredite 0 0
Verkaufte Bestände an Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten 0 0
Verkaufte Bestände an anderen Vermögensgegenständen und Schulden
Vorräte, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie andere Aktiva, die
nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind
0 0
Sachanlagevermögen 0 0
Immaterielle Vermögensgegenstände 0 0
Finanzanlagen 0 0
Sonderposten mit Rücklagenanteil 0 0
Rückstellungen 0 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie andere Passiva, die nicht
der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind
0 0
Kredite 0 0
Sonstige ergänzende Angaben
Gezahlte Zinsen 1.483 6.284
Erhaltene Zinsen 3.909 8.065
–/+ gezahlte und erstattete Ertragsteuern –1.410 –2.800
Gezahlte Dividenden 10.048 8.321
Erhaltene Dividenden 0 2.500

Anhang für das Geschäftsjahr 2008

1. Allgemeine Informationen zum Unternehmen

Die AdCapital AG ist eine Beteiligungs- sowie Vermögensverwaltungsgesellschaft mit Investitionsschwerpunkt im Bereich reifer Unternehmen. Die Tochtergesellschaften sind in den Branchen Steuerungstechnik, Automotive, Software, Antriebstechnik und Kunststofftechnik tätig.

Die AdCapital AG ist im Handelsregister beim Amtsgericht Stuttgart unter der Nummer HRB 225669 eingetragen und ist bei der Deutschen Börse in Frankfurt im Amtlichen Handel im Segment "General Standard" notiert. Sitz der AdCapital AG ist in Deutschland, 70771 Leinfelden-Echterdingen, Gutenbergstr. 13.

2. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

2.1 Grundlagen der Erstellung des Abschlusses

Die im Konzernabschluss verwandte Währung ist E. Die Angaben im Konzernabschluss erfolgen grundsätzlich in TEUR (T E).

Der Konzernabschluss der AdCapital AG einschließlich der Vorjahresangaben wurde nach den Internationalen Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, und den Auslegungen des International Financial Reporting Interpretation Committee (IFRIC) sowie des Standing Interpretations Committee (SIC) aufgestellt. Alle verpflichtend anzuwendenden Standards und Auslegungen wurden berücksichtigt. Daneben werden über die Angabepflichten nach IFRS hinaus alle nach §315a Abs.1 HGB geforderten Angaben und Erläuterungen veröffentlicht, die das deutsche Handelsrecht im Falle eines nach IFRS zu erstellenden Konzernabschlusses zusätzlich verlangt.

Die Bilanz und die Gewinn- und Verlustrechnung sind in Anlehnung an IAS 1 "Darstellung des Abschlusses" aufgestellt. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren (Nature-of-Expense-Methode) aufgestellt, die Bilanz wurde nach Fristigkeit gegliedert.

2.2 Änderungen der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Gegenüber dem Konzernabschluss zum 31. Dezember 2007 haben sich folgende Standards und Interpretationen geändert beziehungsweise waren aufgrund der Übernahme in EU-Recht oder des Inkrafttretens der Regelung erstmals verpflichtend anzuwenden:

Änderungen zu IAS 39 "Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung" und IFRS 7 "Finanzinstrumente: Angaben"

Im Oktober 2008 wurden Änderungen zu IAS 39 "Financial Instruments: Recognition and Measurement" und IFRS 7 "Financial Instruments: Disclosures", zusammengefasst in "Reclassification of Financial Assets", veröffentlicht und am 16. Oktober 2008 in EU-Recht übernommen. Die Änderungen zu IAS 39 und IFRS 7 treten rückwirkend zum 1. Juli 2008 in Kraft. Die Änderungen zu IAS 39 erlauben Umklassifizierungen nicht derivativer finanzieller Vermögenswerte (ausgenommen derer, bei denen die Fair-Value-Option gezogen wurde) aus der Kategorie "at fair value through profit or loss" sowie unter bestimmten Bedingungen Umklassifizierungen von Vermögenswerten der Kategorie "available for sale" in die Kategorie der "loans and receivables". Dies betrifft insbesondere solche Finanzinstrumente, die bei fehlender Handelsabsicht beziehungsweise bei fehlender Designation als "available for sale" ursprünglich die Definition von "loans and receivables" erfüllt hätten. Die Änderungen zu IFRS 7 sehen erweiterte Offenlegungsvorschriften für Unternehmen vor, die Umklassifizierungen von finanziellen Vermögenswerten in Übereinstimmung mit den Änderungen von IAS 39 vorgenommen haben. Der AdCapital-Konzern hat von den geänderten Regelungen keinen Gebrauch gemacht.

IFRIC 11 "IFRS 2 – Geschäfte mit eigenen Aktien und Aktien von Konzernunternehmen"

IFRIC 11 wurde am 2. November 2006 veröffentlicht, am 1. Juni 2007 in EU-Recht übernommen und ist erstmals für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. März 2007 beginnen. IFRIC 11 verlangt, dass eine aktienbasierte Vergütungsvereinbarung, bei der das Unternehmen Güter oder Dienstleistungen (hierzu zählen auch Mitarbeiterleistungen) erhält und im Gegenzug Eigenkapitalinstrumente des Unternehmens gewährt, als "equity-settled"

Konzernbilanz Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung Entwicklung des Konzernanlagevermögens Konzern-Eigenkapitalspiegel Konzern-Kapitalflussrechnung

Konzernanhang Konzernunternehmen Bestätigungsvermerk

zu bilanzieren ist. Dies gilt unabhängig davon, wie die Eigenkapitalinstrumente durch das Unternehmen beschafft werden. Des Weiteren regelt IFRIC 11, ob aktienbasierte Vergütungsvereinbarungen einer Konzerngesellschaft als "equity-settled" oder als "cash-settled" zu bilanzieren sind, wenn Eigenkapitalinstrumente des Mutterunternehmens gewährt werden. Hierbei ist zu unterscheiden, ob die Aktienoptionen von der Muttergesellschaft oder von einem Konzernunternehmen gewährt werden. Mangels aktienbasierter Vergütungsvereinbarungen wurde IFRIC 11 nicht angewendet beziehungsweise hatte dieser Standard für den AdCapital-Konzern keine Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage.

2.3 Künftige Änderungen der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Ausblick auf IFRS-Änderungen 2008/2009

Folgende IFRS wurden bis zum Bilanzstichtag vom IASB beziehungsweise IFRIC veröffentlicht, sind aber erst in späteren Berichtsperioden verpflichtend anzuwenden beziehungsweise wurden bisher nicht in EU-Recht übernommen. Der AdCapital-Konzern hat sich bei den erst in späteren Berichtsperioden verpflichtend anzuwendenden Standards und Interpretationen dazu entschlossen, von einem möglichen Wahlrecht zur vorzeitigen Anwendung keinen Gebrauch zu machen.

IFRS 8 "Geschäftssegmente"

IFRS 8 wurde am 30. November 2006 veröffentlicht, am 21. November 2007 in EU-Recht übernommen und ist erstmals für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2009 beginnen. IFRS 8 ersetzt IAS 14 "Segment Reporting" und ist nahezu identisch mit SFAS 131. Das bisherige primäre und sekundäre Berichtsformat, welches nach Geschäftssegmenten und geografischen Segmenten unterscheidet, wird aufgegeben und in ein einziges Berichtsformat überführt, welches Segmente auf Basis der Informationen abbildet, nach denen das Management das Unternehmen steuert. Darüber hinaus ist eine Überleitungsrechnung jedes berichtspflichtigen Segments in Bezug auf den segmentspezifischen Gesamtgewinn/-verlust sowie alle dazugehörigen Vermögenswerte und Schulden entsprechend den korrespondierenden Beträgen des Jahresabschlusses des Unternehmens erforderlich. Daneben sind Angaben zu geografischen Bereichen, zu Produkten und zu wesentlichen Kunden zu machen. Zudem werden jetzt vertikal integrierte Lieferprozesse, bei denen eine Komponente eines Unternehmens, die vorrangig oder ausschließlich andere operative Segmente des Unternehmens beliefert, in die Definition eines operativen Segments integriert, falls das Unternehmen in dieser Weise geführt wird. Die Regelungen des IFRS 8 sind für den AdCapital-Konzern relevant und werden entsprechend dem Standard zukünftig angewandt. Wesentliche Auswirkungen der Anwendung des IFRS 8 sind allerdings nicht zu erwarten.

IFRIC 12

"Dienstleistungskonzessionsvereinbarungen"

IFRIC 12 wurde am 30. November 2006 veröffentlicht und ist erstmals für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2008 beginnen. Gegenstand der Interpretation ist die Bilanzierung von Dienstleistungsvereinbarungen bei Unternehmen, die im Auftrag von Gebietskörperschaften öffentliche Leistungen, z.B. den Bau von Straßen, Flughäfen oder Energieversorgungsinfrastruktur, anbieten. Während die Verfügungsmacht über die Vermögenswerte bei der öffentlichen Hand verbleibt, ist das Unternehmen vertraglich zum Bau, zum Betrieb und zur Instandhaltung verpflichtet. IFRIC 12 behandelt die Frage, wie die sich aus derartigen vertraglichen Vereinbarungen ergebenden Rechte und Pflichten zu bilanzieren sind. IFRIC 12 wurde bisher noch nicht in EU-Recht übernommen. Auch sind die Regelungen des IFRIC 12 für den AdCapital-Konzern zurzeit nicht relevant.

Änderungen von IAS 23 "Fremdkapitalkosten"

Die Änderungen zu IAS 23 wurden am 29. März 2007 veröffentlicht, am 17. Dezember 2008 in EU-Recht übernommen und sind erstmals für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2009 beginnen. Die Änderungen eliminieren das Wahlrecht, Fremdkapitalzinsen im Rahmen der Anschaffung oder Herstellung von qualifizierten Vermögenswerten unmittelbar als Aufwand zu erfassen. In Zukunft sind solche Fremdkapitalzinsen in die Anschaffungs- oder Herstellungskosten von qualifizierten Vermögenswerten einzubeziehen. Die Änderungen zu IAS 23 sind für den AdCapital-Konzern relevant.

IFRIC 13 "Kundenbindungsprogramme"

IFRIC 13 wurde am 28. Juni 2007 veröffentlicht, am 17. Dezember 2008 in EU-Recht übernommen und ist auf Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Juli 2008 beginnen. IAS 18.13 regelt grundsätzlich die separate Anwendung der Ansatzkriterien für die Erfassung von Umsatzerlösen für jeden einzelnen Geschäftsvorfall. Um den wirtschaftlichen Gehalt einzelner Geschäftsvorfälle zutreffend abzubilden, ist es in bestimmten Fällen erforderlich, die Ansatzkriterien auf einzeln abgrenzbare Bestandteile eines Geschäftsvorfalls anzuwenden. Solche Transaktionen werden dann auch als Mehrkomponentenverträge bezeichnet und die entsprechenden Umsätze werden zu unterschiedlichen Zeitpunkten erfasst. IFRIC 13 stellt nun klar, dass Kundenbindungsprogramme, bei denen später einlösbare Prämiengutschriften wie z.B. Treuepunkte oder Prämienmeilen vergeben werden, als Mehrkomponentenverträge zu bilanzieren sind. Die Regelungen des IFRIC 13 sind für den AdCapital-Konzern nicht relevant.

IFRIC 14 "IAS 19 – Die Begrenzung eines leistungsorientierten Vermögenswerts, Mindestdotierungsverpflichtungen und ihre Wechselwirkung"

IFRIC 14 wurde am 5. Juli 2007 veröffentlicht, am 17. Dezember 2008 in EU-Recht übernommen und ist auf Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2008 beginnen. IAS 19.58 beschränkt die Bewertung der Vermögenswerte eines leistungsorientierten Plans auf den Barwert eines wirtschaftlichen Nutzens in Form von Rückerstattungen aus dem Plan oder Minderung künftiger Beitragszahlungen an den Plan ("asset ceiling"). IFRIC 14 regelt die Auswirkungen von Mindestfinanzierungsvorschriften für Pensionspläne auf die in IAS 19.58 festgelegte Bewertungsobergrenze für leistungsorientierte Vermögenswerte oder Schulden und stellt in diesem Zusammenhang verschiedene Sachverhalte klar. Insbesondere werden die Bestimmung der Obergrenze des Überschussbetrags eines Pensionsfonds, der nach IAS 19 als Vermögenswert angesetzt werden kann, die Auswirkung gesetzlicher oder vertraglicher Mindestfinanzierungsvorschriften auf Vermögenswerte oder Schulden eines Plans und Bedingungen für den Ansatz einer Schuld aus Mindestfinanzierungsverpflichtungen geklärt. Die Regelungen des IFRIC 14 sind für den AdCapital-Konzern nicht relevant.

Änderungen von IAS 1 "Überarbeitete Darstellung des Konzernabschlusses"

Die Änderungen zu IAS 1 wurden am 6. September 2007 veröffentlicht, am 18. Dezember 2008 in EU-Recht übernommen und sind auf Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2009 beginnen. Die Änderungen betreffen im Wesentlichen geänderte Bezeichnungen für Gewinn- und Verlustrechnung, Bilanz und Kapitalflussrechnung, die Einführung eines Rechenwerks für bestimmte Eigenkapitalveränderungen ("Statement of Comprehensive Income") und die Verpflichtung zur Offenlegung einer Eröffnungsbilanz für die erste von einer rückwirkenden Bilanzierungsänderung betroffene dargestellte Periode. Die Änderungen zu IAS 1 sind für den AdCapital-Konzern relevant.

Überarbeitete IFRS 1 "Erstmalige Anwendung der IFRS"

Am 27. November 2008 wurde vom IASB die überarbeitete Version von IFRS 1 – First Time Adoption of IFRS – veröffentlicht. Der überarbeitete IFRS 1 ersetzt den gegenwärtigen IFRS 1 und ist für Unternehmen anwendbar, die ab dem 1. Januar 2009 erstmals einen IFRS-Abschluss erstellen. Die Veränderungen betreffen ausschließlich den formalen Aufbau von IFRS 1, der Inhalt bleibt hingegen unverändert. Es werden die allgemeinen und die spezifischen Regelungen des Standards voneinander getrennt, da zahlreiche Änderungen anderer beziehungsweise neuer Standards den bisherigen IFRS 1 (revidiert 2003) zunehmend komplexer und weniger übersichtlich gemacht hatten. So sind nun im Hauptteil die allgemeinen Regelungen wie z. B. Anwendungsbereich, allgemeine Ansatz- und Bewertungsvorschriften zusammengefasst, die spezifischen Regelungen zur Befreiung und Ausnahmen von Regelungen einzelner IFRS sind hingegen in den verschiedenen Anhängen am Ende von IFRS 1 dargestellt. Ziel ist es, durch die neue Struktur die Klarheit und Anwendbarkeit des Standards zu verbessern. Eine frühere Anwendung ist zulässig. Das EU-Endorsement stand am Bilanzstichtag noch aus.

Überarbeitete IFRS 3 "Unternehmenszusammenschlüsse" und Änderung der IAS 27 "Konzern- und separate Einzelabschlüsse nach IFRS"

Die Überarbeitung von IFRS 3 erfolgte zusammen mit einer Änderung von IAS 27 im Rahmen der zweiten Phase des Projekts Business Combinations. Die Überarbeitung von IFRS 3 sowie die Änderungen zu IAS 27 wurden am 10. Januar 2008 veröffentlicht und sind erstmals für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Juli 2009 beginnen. Danach erweitert sich der Anwendungsbereich auf Unternehmenszusammenschlüsse von Gegenseitigkeitsunternehmen und solche ohne Gegenleistung. Zusammenschlüsse von Unternehmen unter gemeinsamer Kontrolle sind ausgenommen. Zukünftig werden die mit

Konzernbilanz Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung Entwicklung des Konzernanlagevermögens Konzern-Eigenkapitalspiegel Konzern-Kapitalflussrechnung

Konzernanhang Konzernunternehmen Bestätigungsvermerk

einem Unternehmenserwerb verbundenen Kosten für die Ausgabe von Schuld- beziehungsweise Eigenkapitaltiteln in Übereinstimmung mit IAS 39 beziehungsweise IAS 32 erfasst. Alle anderen erwerbsbezogenen Aufwendungen werden als Aufwand erfasst. Des Weiteren wird das Wahlrecht zur "Full-Goodwill-Methode" eingeführt, wonach ein Unternehmen 100% am Geschäfts- oder Firmenwert des erworbenen Unternehmens und nicht nur den Anteil des Erwerbers bilanzieren darf, mit einem entsprechend höheren Ausweis nicht kontrollierender Anteile am erworbenen, neu bewerteten Nettovermögen. Bei sukzessivem Erwerb finden Goodwill-Bestimmung und Neubewertung der Nettovermögenswerte erst zum Zeitpunkt der Beherrschung statt. Sämtliche darauf folgenden Transaktionen zwischen dem Mutterunternehmen und den nicht kontrollierenden Anteilen werden als reine Eigenkapitaltransaktionen behandelt. Die Regelungen des IFRS 3 und IAS 27 sind für den AdCapital-Konzern relevant, wurden zum Stichtag aber noch nicht in EU-Recht übernommen.

Änderungen von IFRS 2 "Aktienbasierte Vergütung"

Die Änderungen zu IFRS 2 wurden am 17. Januar 2008 veröffentlicht, am 17. Dezember 2008 in EU-Recht übernommen und sind erstmals für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2009 beginnen. Ziel der Überarbeitung war es, die Begriffe Ausübungsbedingungen und Annullierungen genauer zu definieren. Demnach umfassen Ausübungsbedingungen lediglich erfolgs- und leistungsabhängige Bedingungen. Andere Aspekte einer anteilsbasierten Vergütung stellen keine Ausübungsbedingung dar und sind in den Fair Value der anteilsbasierten Vergütung zum Bewilligungszeitpunkt einzubeziehen. Sämtliche Annullierungen, obgleich sie durch das Unternehmen oder andere Parteien erfolgen, sollten die gleiche Bilanzierungsweise erfahren. Die Änderungen zu IFRS 2 sind für den AdCapital-Konzern nicht relevant.

Änderungen von IAS 32 und IAS 1 "Kündbare Finanzinstrumente und bei Liquidation entstehende Verpflichtungen"

Die Änderungen zu IAS 32 und IAS 1 wurden am 14. Februar 2008 veröffentlicht und sind erstmals für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2009 beginnen. Infolge dieser Änderungen werden einige Finanzinstrumente, die bisher die Definition einer finanziellen Verbindlichkeit erfüllten, künftig als Eigenkapital klassifiziert, weil sie den nachrangigsten Anspruch auf das Nettovermögen des Unternehmens darstellen. Hierfür ist jedoch detaillierten Anforderungen zu genügen. Die Änderungen zu IAS 32 und IAS 1 sind für den AdCapital-Konzern nicht relevant.

Verbesserung der IFRS 2008

Am 22. Mai 2008 veröffentlichte der IASB im Rahmen seines ersten Annual-Improvement-Projekts Änderungen zu einer Reihe bestehender IFRS. Die Änderungen umfassen sowohl Anpassungen von Formulierungen in einzelnen IFRS zur Klarstellung der bestehenden Regelungen (terminologische oder redaktionelle Korrekturen) als auch Änderungen verschiedener IFRS mit Auswirkung auf den Ansatz, die Bewertung und den Ausweis von Geschäftsvorfällen. Die meisten der Änderungen treten für die Geschäftsjahre in Kraft, die am oder nach dem 1. Januar 2009 beginnen, sofern im jeweiligen Standard nicht gesondert geregelt. Eine prospektive Anwendung ist zulässig. Mögliche Auswirkungen durch entsprechende Umsetzung werden momentan durch den AdCapital-Konzern geprüft.

Änderungen von IFRS 1 und IAS 27 "Anschaffungskosten einer Investition in Tochterunternehmen, Gemeinschaftsunternehmen sowie assoziierte Unternehmen"

Die Änderungen zu IFRS 1 und IAS 27 wurden am 22. Mai 2008 veröffentlicht und sind erstmals für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2009 beginnen. Anlass der Überarbeitungen waren die unverhältnismäßig hohen Kosten zur rückwirkenden Bestimmung der Anschaffungskosten und die Anwendung der Anschaffungskostenmethode nach IAS 27 bei erstmaliger Anwendung der IFRS. Daher dürfen IFRS-Erstanwender in Zukunft zur Bemessung der Anschaffungskosten einer Investition in Tochterunternehmen, "jointly controlled entities" i.S. v. Gemeinschaftsunternehmen und assoziierten Unternehmen, angenommene Anschaffungskosten verwenden. Des Weiteren wurde die Definition der Anschaffungskostenmethode aus IAS 27 entfernt und durch die Anforderung ersetzt, Dividenden als Erträge im separaten Abschluss des Investors darzustellen, womit eine Unterscheidung zwischen Dividenden vor beziehungsweise nach Erwerb entfällt. Ebenso wird eine Ausnahmeregelung für Konzernumstrukturierungen eingefügt, nach der ein neues Mutterunternehmen zur Bestimmung des Wertansatzes die Buchwerte des bestehenden Unternehmens als Anschaffungskosten verwenden muss, sofern sich keine Veränderungen in den Eigentumsverhältnissen und dem Eigenkapital sowie den Vermögenswerten und Schulden ergeben. Die Änderungen zu IFRS 1 und IAS 27 sind für den AdCapital-Konzern nicht relevant.

IFRIC 15 "Vereinbarung über die Herstellung von Immobilien"

IFRIC 15 wurde am 3. Juli 2008 veröffentlicht und ist auf Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2009 beginnen. IFRIC 15 vereinheitlicht die Bilanzierungspraxis in allen Rechtskreisen hinsichtlich der Erfassung von Erträgen aus dem Verkauf von Einheiten (z.B. Wohnungen oder einzelne Häuser) seitens der Errichtungsgesellschaft, noch bevor die Errichtung abgeschlossen ist. Hierbei werden Leitlinien zur Verfügung gestellt, die eine eindeutige Zuordnung der jeweiligen Vereinbarung über die Errichtung von Immobilien zum Anwendungsbereich von IAS 11 "Construction Contracts" oder aber IAS 18 "Revenue" gewährleisten soll. Je nach Zuordnung werden auf diese Weise die Erträge aus der Errichtung zu unterschiedlichen Zeitpunkten erfasst. Die Regelungen des IFRIC 15 sind für den AdCapital-Konzern nicht relevant.

IFRIC 16 "Absicherung von Nettoinvestitionen in einen ausländischen Geschäftsbetrieb"

IFRIC 16 wurde am 3. Juli 2008 veröffentlicht und ist auf Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Oktober 2008 beginnen. Die Interpretation nimmt Bezug auf IAS 21 "The effects of changes in foreign exchange rates" und IAS 39 "Financial Instruments: Recognition and Measurement" und behandelt die Thematik der Absicherung von Nettoinvestitionen in einen ausländischen Geschäftsbetrieb. Hierbei liegt der Schwerpunkt auf drei Fragestellungen. Zum einen wird angeführt, dass eine Fremdwährungsdifferenz lediglich als abgesichertes Risiko designiert werden darf, wenn die funktionale Währung des ausländischen Geschäftsbetriebs von der funktionalen Währung des Mutterunternehmens abweicht. Durch die Darstellungswährung im Konzernabschluss des Mutterunternehmens hingegen entsteht keine Risikoposition. Des Weiteren darf ein Sicherungsinstrument zur Absicherung einer Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb von jedem Unternehmen innerhalb des Konzerns gehalten werden. Wird die Investition vom Unternehmen veräußert, so erfolgt die Umgliederung der Beträge aus dem Eigenkapital in die Gewinn- und Verlustrechnung zwar für das Sicherungsinstrument nach IAS 39, im Hinblick auf das Grundgeschäft ist jedoch IAS 21 anzuwenden. Die Regelungen des IFRIC 16 sind für den AdCapital-Konzern relevant, wurden zum Stichtag jedoch noch nicht in EU-Recht übernommen.

Änderungen von IAS 39 "Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung"

Die Änderungen zu IAS 39 wurden am 31. Juli 2008 veröffentlicht und sind erstmals für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Juli 2009 beginnen. Grundgedanke der Änderungen ist es, zusätzliche Anwendungsleitlinien für die Designation von Sicherungsinstrumenten zur Verfügung zu stellen, da insbesondere bei der Behandlung eines einseitigen Risikos sowie der Berücksichtigung von Inflation innerhalb eines Sicherungsgeschäfts Uneinheitlichkeiten in der Praxis existieren. Die Änderungen zu IAS 39 sind für den AdCapital-Konzern relevant, wurden zum Stichtag aber noch nicht in EU-Recht übernommen. Der AdCapital-Konzern erwartet, dass die Anwendung der am Stichtag herausgegebenen, aber noch nicht in Kraft getretenen Standards in künftigen Perioden keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns haben wird.

IFRIC 17 "Sachdividenden an Gesellschafter"

IFRIC 17 wurde am 27. November 2008 veröffentlicht und betrifft Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Juli 2009 beginnen. Eine frühere Anwendung ist zulässig. IFRIC 17 regelt Themen, wie ein Unternehmen andere Vermögenswerte als Zahlungsmittel zu bewerten hat, die es als Gewinnausschüttung an die Anteilseigner überträgt. Demnach ist eine Dividendenverpflichtung anzusetzen, wenn die Dividende von den zuständigen Organen genehmigt wurde und nicht mehr im Ermessen des Unternehmens steht. Diese Dividendenverpflichtung ist zum beizulegenden Zeitwert der zu übertragenden Nettovermögenswerte anzusetzen, die Differenz zwischen der Dividendenverpflichtung und dem Buchwert des zu übertragenden Vermögenswerts ist erfolgswirksam zu erfassen. Zusätzlich sind erweiterte Anhangangaben notwendig, wenn die für die Ausschüttung vorgesehenen Vermögenswerte der Definition eines aufgegebenen Geschäftsbereichs (IFRS 5) entsprechen. Die Regelungen des IFRIC 17 sind für den AdCapital-Konzern relevant, allerdings stand zum Bilanzstichtag die Übernahme in europäisches Recht (EU-Endorsement) noch aus.

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Änderungen von IAS 39 "Umgliederung von Finanzinstrumenten: Anwendungszeitpunkt und Übergangsregelungen"

Das IASB veröffentlichte am 27. November 2008 eine überarbeitete Fassung des am 13. Oktober 2008 veröffentlichten "Amendments to IAS 39 and IFRS 7: Reclassification of Financial Instruments". Diese am 13. Oktober 2008 herausgegebenen Änderungen betrafen die Umklassifizierung einiger Finanzinstrumente. Der Hintergrund der erneuten Überarbeitung ist die Klarstellung des Anwendungszeitpunkts der zum 13. Oktober 2008 veröffentlichten Änderungen. Hiernach treten Umklassifizierungen, die am oder nach dem 1. November 2008 vorgenommen werden, ab dem Zeitpunkt der Umklassifizierung in Kraft und dürfen nicht zurückbezogen werden. Wurden die Umklassifizierungsregelungen vor dem 1. November 2008 angewendet, können diese bis zum 1. Juli 2008 oder zu einem späteren Datum zurückgezogen werden. Allerdings können die Umklassifizierungsregelungen nicht vor dem 1. Juli 2008 angewendet werden. Für die Anwendbarkeit dieser Änderungen innerhalb der EU bedarf es noch der Übernahme in EU-Recht.

2.4 Wesentliche Ermessensentscheidungen, Schätzungen und Annahmen

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind zu einem gewissen Grad Annahmen und Ermessensentscheidungen zu treffen sowie Schätzungen durch das Management vorzunehmen, die sich auf Höhe und Ausweis der bilanzierten Vermögenswerte und Schulden, der Erträge und Aufwendungen sowie der Eventualverbindlichkeiten der Berichtsperiode ausgewirkt haben.

Sie beziehen sich im Wesentlichen auf die Beurteilung der Werthaltigkeit von immateriellen Vermögenswerten, der konzerneinheitlichen Festlegung wirtschaftlicher Nutzungsdauern für Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte sowie die Bilanzierung und Bewertung von Rückstellungen. Auf Schätzungen basiert ferner die steuerliche Ergebnisplanung, auf die sich die Bildung aktiver latenter Steuern stützt, sofern diese die gebildeten passiven latenten Steuern überschreiten.

Den Annahmen und Schätzungen liegen Prämissen zugrunde, die auf dem jeweils aktuell verfügbaren Kenntnisstand fußen. Die Einschätzungen und Annahmen werden laufend überprüft.

Durch von den Annahmen abweichende und außerhalb des Einflussbereichs des Managements liegende Entwicklungen dieser Rahmenbedingungen können sich in der Zukunft erhebliche Anpassungen des Buchwerts der betroffenen Vermögenswerte oder Schulden ergeben.

Ermessensentscheidungen

Bei der Anwendung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden hat die Unternehmensleitung nachfolgend erläuterte Ermessensentscheidungen, welche die Beträge im Abschluss wesentlich beeinflussen, getroffen. Nicht berücksichtigt werden dabei solche Entscheidungen, die Schätzungen beinhalten:

Schätzungen und Annahmen

Die wichtigsten zukunftsbezogenen Annahmen sowie sonstige am Stichtag bestehende Hauptquellen von Schätzungsunsicherheiten, aufgrund derer ein beträchtliches Risiko besteht, dass innerhalb des nächsten Geschäftsjahres eine wesentliche Anpassung der Buchwerte von Vermögenswerten und Schulden erforderlich sein wird, werden nachstehend erläutert.

Schätzungen im Wege der Kaufpreisallokation

Auch im Rahmen von Unternehmenserwerben werden im Allgemeinen Schätzungen hinsichtlich der Ermittlung des Fair Value der erworbenen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten vorgenommen. Grund und Boden, Gebäude sowie technische Anlagen und Maschinen werden in der Regel von einem unabhängigen Sachverständigen bewertet, während marktgängige Wertpapiere mit ihrem Marktwert angesetzt werden. Gutachten über die Marktwerte von Sachanlagevermögen unterliegen durch die Verwendung notwendiger Annahmen gewissen Unsicherheiten. Wenn immaterielle Vermögenswerte vorliegen, ziehen wir – je nach Art des Vermögenswerts und der Schwierigkeit der Wertermittlung – entweder einen unabhängigen, externen Sachverständigen zu Rate oder berechnen den Fair Value intern anhand einer geeigneten Bewertungsmethode, die im Allgemeinen auf einer Prognose sämtlicher künftiger Zahlungsmittelflüsse beruht. Abhängig von der Art des Vermögenswerts sowie der Verfügbarkeit der Informationen werden dabei unterschiedliche Bewertungstechniken herangezogen, die sich nach kosten-, marktpreis- und kapitalwertorientierten Verfahren unterscheiden lassen.

Wertminderung von nicht finanziellen Vermögenswerten

Gemäß IAS 36 "Impairment of Assets" und IAS 38 "Intangible Assets" werden Geschäfts- oder Firmenwerte sowie Vermögenswerte jährlich auf eine mögliche Wertminderung geprüft. Falls sich Ereignisse oder veränderte Umstände ergeben, die auf eine mögliche Wertminderung hindeuten, ist die Werthaltigkeitsprüfung auch häufiger durchzuführen. Grundsätzlich wird von uns jede einzelne Beteiligung als eigenständige zahlungsmittelgenerierende Einheit abgegrenzt. Der erzielbare Betrag der zahlungsmittelgenerierenden Einheit wird auf Basis der Berechnung eines Nutzungswerts ("value in use") ermittelt. Das Berechnungsschema wird für jede zahlungsmittelgenerierende Einheit grundsätzlich identisch angewendet. Die jeweilige Berechnung wird auf Grundlage von Cashflow-Prognosen erstellt, die auf einem von der Geschäftsführung der Beteiligung für einen Zeitraum von bis zu drei Jahren aufgestellten Finanzplan basieren. Dabei werden angemessene Wachstumsraten zugrunde gelegt. Zur Ermittlung des Barwerts wird der Abzinsungsfaktor unter Zugrundelegung kapitalmarktorientierter Berechnungsmodelle ermittelt.

In den Fällen, in denen der Buchwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit höher als sein erzielbarer Betrag ist, liegt in der Höhe der Differenz ein Abwertungsverlust ("impairment loss") vor. In Höhe der so ermittelten aufwandswirksamen Wertberichtigungen wird im ersten Schritt ein eventuell vorhandener Geschäfts- oder Firmenwert der betroffenen strategischen Geschäftseinheit abgeschrieben. Ein eventuell verbleibender Restbetrag wird buchwertproportional auf die anderen Vermögenswerte der jeweiligen strategischen Geschäftseinheit verteilt. Für weitere Einzelheiten verweisen wir auf die Anhangsangabe "4.1 Immaterielle Vermögenswerte".

Ertragsteuern und aktive latente Steuern

Die Steuerrückstellungen werden auf Basis einer nach den Bestimmungen des deutschen Steuerrechts vorgenommenen Gewinnermittlung und den anwendbaren Steuersätzen gebildet. Es gibt aber gleichwohl viele Geschäftsvorfälle, bei denen die endgültige Besteuerung während des gewöhnlichen Geschäftsverlaufs nicht abschließend ermittelt werden kann. Sofern die endgültige Besteuerung dieser Geschäftsvorfälle von der anfänglich angenommenen abweicht, wird dies in der Periode, in der die Besteuerung abschließend ermittelt wird, Auswirkungen auf die tatsächlichen und die latenten Steuern haben.

Daneben sind Schätzungen vorzunehmen, um bestimmen zu können, ob eine Wertberichtigung bei den aktiven latenten Steuern notwendig ist. Ausschlaggebend für die Beurteilung der Werthaltigkeit aktiver latenter Steuern ist die Einschätzung der Wahrscheinlichkeit der Umkehrung der Bewertungsunterschiede, die zum Ansatz von aktiven latenten Steuern geführt haben. Dies ist abhängig von der Entstehung künftiger steuerpflichtiger Gewinne während der Zeiträume, in denen sich steuerliche Bewertungsunterschiede umkehren. Für die Umkehr von Bewertungsunterschieden wird von einem unbegrenzten Prognosezeitraum ausgegangen. Es bestehen Unsicherheiten hinsichtlich der Auslegung komplexer Steuervorschriften und der Höhe und des Zeitpunkts künftiger zu versteuernder Einkünfte.

Beizulegender Zeitwert von nicht notierten Eigenkapitalinstrumenten

Beteiligungen, die nicht in den Konzernabschluss einbezogen werden, sind zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet, da ein beizulegender Zeitwert nicht verlässlich ermittelt werden kann. Bestehen objektive Hinweise darauf, dass eine Wertminderung aufgetreten ist, ergibt sich der Betrag der Wertberichtigung als Differenz zwischen dem Buchwert der Beteiligung und dem Barwert der geschätzten künftigen Cashflows, die mit der aktuellen Marktrendite eines vergleichbaren finanziellen Vermögenswerts abgezinst werden.

Entwicklungskosten

Entwicklungskosten werden entsprechend der in Textziffer 5.2 dargestellten Bilanzierungs- und Bewertungsmethode aktiviert. Die erstmalige Aktivierung der Kosten beruht auf der Einschätzung des Managements, dass die technische und wirtschaftliche Realisierbarkeit nachgewiesen ist; dies ist in der Regel dann der Fall, wenn ein Produktentwicklungsprojekt einen bestimmten Meilenstein in einem bestehenden Projektmanagementmodell erreicht hat. Für Zwecke der Ermittlung der zu aktivierenden Beträge trifft das Management Annahmen über die Höhe der erwarteten künftigen Cashflows aus Vermögenswerten, die anzuwendenden Abzinsungssätze und den Zeitraum des Zuflusses von erwarteten zukünftigen Cashflows, die die Vermögenswerte generieren.

Konzernbilanz Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung Entwicklung des Konzernanlagevermögens Konzern-Eigenkapitalspiegel Konzern-Kapitalflussrechnung

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Rückstellungen

Bei der Ermittlung des Ansatzes von Rückstellungen sind Annahmen über die Wahrscheinlichkeit des Eintritts des Ressourcenabflusses zu treffen. Diese Annahmen stellen die bestmögliche Einschätzung der dem Sachverhalt zugrunde liegenden Situation dar, unterliegen jedoch durch die notwendige Verwendung von Annahmen einer gewissen Unsicherheit. Bei der Bemessung der Rückstellungen sind ebenfalls Annahmen über die Höhe des möglichen Ressourcenabflusses zu treffen. Eine Änderung der Annahmen kann somit zu einer abweichenden Höhe der Rückstellung führen. Demnach ergeben sich durch die Verwendung von Annahmen auch hier gewisse Unsicherheiten.

Die Ermittlung des Barwerts von Pensionsverpflichtungen aus leistungsorientierten Plänen ist maßgeblich abhängig von der Auswahl des Diskontierungszinssatzes und weiteren versicherungsmathematischen Annahmen, welche zum Ende eines jeden Geschäftsjahres neu ermittelt werden. Der zugrunde liegende Diskontierungszinssatz ist dabei der Zinssatz von Industrieanleihen mit höchster Bonität, welche auf die Währung lauten, in der auch die Leistungen bezahlt werden, und welche laufzeitkongruent zu den Pensionsverpflichtungen sind. Änderungen dieser Zinssätze können zu wesentlichen Änderungen der Höhe der Pensionsverpflichtungen führen.

Gesamtbeurteilung

Zum Zeitpunkt der Aufstellung des Konzernabschlusses unterlagen die zugrunde gelegten Annahmen und Schätzungen keinen bedeutenden Risiken, so dass aus gegenwärtiger Sicht nicht von einer wesentlichen Anpassung der in der Konzernbilanz ausgewiesenen Buchwerte der Vermögenswerte und Schulden im folgenden Jahr auszugehen ist.

2.5 Konsolidierungskreis und -methoden

Der Konzernabschluss der Gruppe beinhaltet die AdCapital AG, Leinfelden-Echterdingen, und die von ihr beherrschten Unternehmen. Eine Beherrschung wird dann angenommen, wenn der Konzern direkt oder indirekt über mehr als die Hälfte der Stimmrechte eines Unternehmens verfügt und es möglich ist, die Geschäfts- und Finanzpolitik eines Tochterunternehmens so zu bestimmen, dass der Konzern Vorteile aus dessen Tätigkeit ziehen kann. Fälle der Beherrschung ohne Stimmrechtsmehrheit (insbesondere Zweckgesellschaften) liegen nicht vor.

Minderheitenanteile stellen den Anteil des Ergebnisses und des Reinvermögens (außer dem Geschäfts- oder Firmenwert) dar, der nicht dem Konzern zuzurechnen ist. Diese werden in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung und in der Konzernbilanz separat ausgewiesen. Der Ausweis in der Konzernbilanz erfolgt innerhalb des Eigenkapitals, getrennt vom auf die Anteilseigner des Mutterunternehmens entfallenden Eigenkapital.

Die Kapitalkonsolidierung erfolgt bei neu erworbenen Unternehmen nach der Erwerbsmethode. Die während des Jahres erworbenen oder verkauften Unternehmen werden ab dem tatsächlichen Erwerbszeitpunkt bis zum tatsächlichen Abgangszeitpunkt in den Konzernabschluss aufgenommen.

Anteile an assoziierten Unternehmen (grundsätzlich Investitionen von 20 bis 50% des Kapitals) werden nach der Equity-Methode bilanziert, sofern die AdCapital AG einen maßgeblichen Einfluss ausübt. Eine außerplanmäßige Abschreibung der Anteile eines assoziierten Unternehmens findet statt, sofern ein Anzeichen dafür besteht, dass eine Investition in ein assoziiertes Unternehmen wertgemindert ist. Eine Zuschreibung der Anteile erfolgt, wenn Wertminderungsgründe früherer Jahre nicht mehr bestehen.

Alle konzerninternen Geschäftsvorfälle, Salden und Zwischenergebnisse werden im Rahmen der Konsolidierung vollständig eliminiert.

Die in die Konsolidierung einbezogenen Abschlüsse der in- und ausländischen Unternehmen werden nach einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden zum gleichen Bilanzstichtag aufgestellt.

In den Konzernabschluss einbezogen sind neben der AdCapital AG 22 Gesellschaften (Vorjahr: 22), bei denen die AdCapital AG unmittelbar oder mittelbar die Möglichkeit eines beherrschenden Einflusses hat (Control-Verhältnis). Die Unternehmen werden beginnend mit dem Zeitpunkt einbezogen, zu dem die Möglichkeit der Beherrschung erlangt wird.

Eine Auflistung der konsolidierten Unternehmen wird als separate Anlage zum Anhang erstellt und wird zur Einsichtnahme aufbewahrt. Aufgrund der untergeordneten Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wurden fünf (Vorjahr: drei) Gesellschaften nicht in den Konzernabschluss einbezogen.

Im Hinblick auf die Behandlung und den Ausweis des passivischen Unterschiedsbetrags im Rahmen der Erstkonsolidierung der Taller-Gruppe wurde im Geschäftsjahr 2007 von IAS 3.56 abgewichen.

2.6 Zusammenfassung wesentlicher Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

2.6.1 Immaterielle Vermögenswerte Allgemeines

Immaterielle Vermögenswerte mit begrenzter Nutzungsdauer werden über die wirtschaftliche Nutzungsdauer von drei bis fünfzehn Jahren abgeschrieben und auf eine mögliche Wertminderung überprüft, sofern Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass der immaterielle Vermögenswert wertgemindert sein könnte. Die Abschreibungsdauer und die Abschreibungsmethode werden bei immateriellen Vermögenswerten mit einer begrenzten Nutzungsdauer mindestens zum Ende eines jeden Geschäftsjahres überprüft. Die aufgrund von Änderungen der erwarteten Nutzungsdauer oder des erwarteten Verbrauchs des zukünftigen wirtschaftlichen Nutzens des Vermögenswerts erforderlichen Änderungen der Abschreibungsmethode und der Abschreibungsdauer werden als Änderungen von Schätzungen behandelt. Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte mit begrenzter Nutzungsdauer werden in der Gewinn- und Verlustrechnung unter der Aufwandskategorie erfasst, die der Funktion des immateriellen Vermögenswerts im Unternehmen entspricht.

Bei immateriellen Vermögenswerten mit unbestimmter Nutzungsdauer wird mindestens einmal jährlich für den einzelnen Vermögenswert oder auf der Ebene der zahlungsmittelgenerierenden Einheit ein Werthaltigkeitstest durchgeführt. Diese immateriellen Vermögenswerte werden nicht planmäßig abgeschrieben. Die Nutzungsdauer eines immateriellen Vermögenswerts mit unbestimmter Nutzungsdauer wird einmal jährlich dahingehend überprüft, ob die Einschätzung einer unbestimmten Nutzungsdauer weiterhin gerechtfertigt ist. Ist dies nicht der Fall, wird die Änderung der Einschätzung von unbestimmter zur begrenzten Nutzungsdauer prospektiv vorgenommen.

Gewinne oder Verluste aus der Ausbuchung immaterieller Vermögenswerte werden als Differenz zwischen dem Nettoveräußerungserlös und dem Buchwert des Vermögenswerts ermittelt und in der Periode, in der der Vermögenswert ausgebucht wird, erfolgswirksam erfasst.

Gesondert erworbene immaterielle Vermögenswerte

Gesondert erworbene immaterielle Vermögenswerte werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und Wertminderungen erfasst. Der Abschreibungsaufwand wird linear über die erwartete Nutzungsdauer aufwandswirksam erfasst. Die erwartete Nutzungsdauer sowie die Abschreibungsmethode werden am Ende jedes Geschäftsjahres überprüft und sämtliche Schätzungsänderungen werden prospektiv berücksichtigt.

Im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses erworbene immaterielle Vermögenswerte

Immaterielle Vermögenswerte, die im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses erworben wurden, werden identifiziert und gesondert vom Geschäfts- oder Firmenwert erfasst, sobald sie die Definition eines immateriellen Vermögenswerts erfüllen und ihr beizulegender Zeitwert verlässlich bestimmt werden kann. Die Anschaffungskosten solcher immaterieller Vermögenswerte entsprechen ihrem beizulegenden Zeitwert im Erwerbszeitpunkt.

In den Folgeperioden werden immaterielle Vermögenswerte, die im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses erworben werden, genauso wie einzeln erworbene immaterielle Vermögenswerte mit ihren Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und kumulierter Wertminderungen bewertet.

Selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte – Forschungs- und Entwicklungskosten

Kosten für Forschungsaktivitäten werden in der Periode, in der sie anfallen, als Aufwand erfasst.

Ein selbst erstellter immaterieller Vermögenswert, der sich aus der Entwicklungstätigkeit (oder aus der Entwicklungsphase eines internen Projekts) ergibt, wird dann – und nur dann – erfasst, wenn die folgenden Nachweise erbracht werden können:

• Die technische Realisierbarkeit der Fertigstellung des immateriellen Vermögenswerts ist gegeben, damit er zur Nutzung oder zum Verkauf zur Verfügung stehen wird.

Konzernbilanz Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung Entwicklung des Konzernanlagevermögens Konzern-Eigenkapitalspiegel Konzern-Kapitalflussrechnung

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  • • EsbestehtdieAbsicht,denimmateriellenVermögenswert fertig zu stellen sowie ihn zu nutzen oder zu verkaufen.
  • • Die Fähigkeit ist vorhanden, den immateriellen Vermögenswert zu nutzen oder zu verkaufen.
  • • Die Art und Weise, wie der immaterielle Vermögenswert voraussichtlich einen künftigen wirtschaftlichen Nutzen erzielen wird.
  • • Die Verfügbarkeit adäquater technischer, finanzieller und sonstiger Ressourcen, um die Entwicklung abschließen und den immateriellen Vermögenswert nutzen oder verkaufen zu können, ist gegeben und
  • • die Fähigkeit zur verlässlichen Bestimmung der im Rahmen der Entwicklung des immateriellen Vermögenswerts zurechenbaren Aufwendungen ist vorhanden.

Der Betrag, mit dem ein selbst erstellter immaterieller Vermögenswert erstmals aktiviert wird, ist die Summe der entstandenen Aufwendungen von dem Tag an, an dem der immaterielle Vermögenswert die oben genannten Bedingungen erfüllt. Nach ihrem erstmaligen Ansatz werden die Entwicklungskosten unter Anwendung des Anschaffungskostenmodells, d. h. zu Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und kumulierter Wertminderungsaufwendungen, bilanziert. Die Abschreibung beginnt dann, wenn die Entwicklungsphase beendet ist und der Vermögenswert genutzt werden kann. Aktivierte Entwicklungskosten werden linear über fünf Jahre abgeschrieben. Eine Wertminderung beziehungsweise Wertaufholung der aktivierten Entwicklungskosten findet statt, sofern Anzeichen dafür bestehen, dass der Vermögenswert wertgemindert ist beziehungsweise Wertminderungsaufwendungen früherer Jahre nicht mehr bestehen.

2.6.2 Sachanlagen

Die Sachanlagen sind zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten einschließlich direkt zurechenbarer Kosten abzüglich kumulierter planmäßiger linearer Abschreibungen entsprechend der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer der Anlagen und kumulierter Wertminderungsaufwendungen bewertet.

Eine Sachanlage wird entweder bei Abgang ausgebucht oder dann, wenn aus der weiteren Nutzung oder Veräußerung des Vermögenswerts kein wirtschaftlicher Nutzen mehr erwartet wird. Bei der Ausbuchung werden ihre Anschaffungskosten und kumulierten Abschreibungen sowie kumulierten Wertminderungsaufwendungen aus der Bilanz eliminiert und der aus ihrem Verkauf resultierende Gewinn oder Verlust wird in der Gewinn- und Verlustrechnung im sonstigen betrieblichen Ertrag oder sonstigen betrieblichen Aufwand erfasst.

Den planmäßigen linearen Abschreibungen liegen folgende Nutzungsdauern der Vermögenswerte zugrunde:

  • • Technische Anlagen und Maschinen sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung: 2 bis 15 Jahre
  • • Gebäude: 10 bis 50 Jahre

Restwerte, Nutzungsdauer und Abschreibungsmethoden werden am Ende eines jeden Geschäftsjahres überprüft und bei Bedarf angepasst.

2.6.3 Leasingverhältnisse

Ein Leasingverhältnis wird als Operating-Leasingverhältnis klassifiziert, wenn im Wesentlichen alle Risiken und Chancen, die mit dem Eigentum verbunden sind, bei dem Leasinggeber verbleiben. Leasingzahlungen für Operating-Leasingverhältnisse werden linear über die Laufzeit des Leasingverhältnisses als Aufwand in der Gewinn- und Verlustrechnung unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst.

Finanzierungsleasingverhältnisse, bei denen im Wesentlichen alle mit dem Eigentum verbundenen Chancen und Risiken am Leasinggegenstand auf den Konzern übertragen werden, führen zur Aktivierung des Leasinggegenstands und zu einer Passivierung einer sonstigen Verbindlichkeit in gleicher Höhe zum Zeitpunkt des Abschlusses des Leasingverhältnisses. Der Leasinggegenstand wird mit seinem beizulegenden Zeitwert oder mit dem Barwert der Mindestleasingzahlungen, sofern dieser Wert niedriger ist, angesetzt. Leasingzahlungen werden derart in Finanzaufwendungen und den Tilgungsanteil der Restschuld aufgeteilt, dass über die Laufzeit des Leasingverhältnisses ein konstanter Zinssatz auf die verbliebene Leasingschuld entsteht. Finanzaufwendungen werden sofort erfolgswirksam erfasst.

Ist der Übergang des Eigentums auf den Konzern am Ende der Laufzeit des Leasingverhältnisses nicht hinreichend sicher, so werden die aktivierten Leasingobjekte über den kürzeren der beiden Zeiträume aus erwarteter Nutzungsdauer und Laufzeit des Leasingverhältnisses vollständig abgeschrieben.

2.6.4 Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien Im Konzern werden Immobilien gehalten, die zur Erzielung von Mieteinnahmen und/oder zum Zwecke der Wertsteigerung dienen (IAS 40). Es handelt sich dabei ausschließlich um Immobilien, die ursprünglich für eigene operative Zwecke erworben beziehungsweise errichtet wurden, mittlerweile aber nicht mehr selbst genutzt, sondern – sofern möglich – an Dritte vermietet werden.

Diese Immobilien werden bei der erstmaligen Erfassung zu Anschaffungs- beziehungsweise Herstellungskosten (IAS 40.75 (a)) einschließlich Nebenkosten angesetzt. Die Kosten für den Ersatz eines Teils einer als Finanzinvestition gehaltenen Immobilie werden im Zeitpunkt ihres Anfalls in den Buchwert dieser Immobilie einbezogen, sofern die Ansatzkriterien erfüllt sind. Der Buchwert beinhaltet nicht die Kosten der laufenden Instandhaltung der Immobilien. Die Folgebewertung erfolgt nach dem Anschaffungskostenmodell gemäß IAS 16 mit den Anschaffungs- beziehungsweise Herstellungskosten unter Berücksichtigung planmäßiger Abschreibungen und Wertminderungsaufwendungen, um damit den niedrigeren beizulegenden Zeitwert abzubilden. Zusätzlich werden zukünftige Cashflows zur Bewertung herangezogen.

Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien werden ausgebucht, wenn sie veräußert werden oder wenn sie dauerhaft nicht mehr genutzt werden können und kein künftiger wirtschaftlicher Nutzen aus ihrem Abgang mehr erwartet wird. Gewinne oder Verluste aus der Stilllegung oder dem Abgang einer als Finanzinvestition gehaltenen Immobilie werden erfolgswirksam im Jahr der Stilllegung oder Veräußerung erfasst.

2.6.5 Wertminderungen von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten mit Ausnahme des Geschäfts- oder Firmenwerts

Der Konzern beurteilt an jedem Bilanzstichtag, ob Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass ein Vermögenswert wertgemindert sein könnte. Bei immateriellen Vermögenswerten mit unbestimmter Nutzungsdauer beziehungsweise bei solchen, die noch nicht für eine Nutzung zur Verfügung stehen, wird jährlich und immer dann, wenn ein Anhaltspunkt für eine Wertminderung vorliegt, ein Wertminderungstest durchgeführt.

Liegen solche Anhaltspunkte vor oder ist eine jährliche Überprüfung eines Vermögenswerts auf Werthaltigkeit erforderlich, nimmt der Konzern eine Schätzung des erzielbaren Betrags des jeweiligen Vermögenswerts vor. Der erzielbare Betrag eines Vermögenswerts ist der höhere der beiden Beträge aus beizulegendem Zeitwert eines Vermögenswerts oder einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit abzüglich Veräußerungskosten ("fair value less cost to sell") und Nutzungswert ("value in use"). Der erzielbare Betrag ist für jeden einzelnen Vermögenswert zu bestimmen, es sei denn, ein Vermögenswert erzeugt keine Cashflows, die weitestgehend unabhängig von denen anderer Vermögenswerte oder anderer Gruppen von Vermögenswerten sind. Übersteigt der Buchwert eines Vermögenswerts seinen erzielbaren Betrag, ist der Vermögenswert wertgemindert und wird auf seinen erzielbaren Betrag abgeschrieben. Zur Ermittlung des Nutzungswerts werden die erwarteten künftigen Cashflows unter Zugrundelegung eines Abzinsungssatzes vor Steuern, der die aktuellen Markterwartungen hinsichtlich des Zinseffekts und der spezifischen Risiken des Vermögenswerts widerspiegelt, auf ihren Barwert abgezinst.

Wertminderung

Wenn der geschätzte erzielbare Betrag eines Vermögenswerts (oder einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit) den Buchwert unterschreitet, wird der Buchwert des Vermögenswerts (der zahlungsmittelgenerierenden Einheit) auf den erzielbaren Betrag vermindert. Wertminderungsaufwendungen werden erfolgswirksam in den Aufwandskategorien erfasst, die der Funktion des wertgeminderten Vermögenswerts im Unternehmen entsprechen. Dies gilt nicht für zuvor neu bewertete Vermögenswerte, sofern die Wertsteigerungen aus der Neubewertung im Eigenkapital erfasst wurden. In diesem Fall wird die Wertminderung bis zur Höhe des Betrags aus einer vorangegangenen Neubewertung im Eigenkapital erfasst.

Wertaufholung

Für Vermögenswerte, mit Ausnahme des Geschäfts- oder Firmenwerts, wird zu jedem Bilanzstichtag eine Überprüfung vorgenommen, ob Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass ein zuvor erfasster Wertminderungsaufwand nicht mehr länger besteht oder sich verringert hat. Wenn solche Anhaltspunkte vorliegen, nimmt der Konzern eine Schätzung des erzielbaren Betrags vor. Ein zuvor erfasster Wertminderungsaufwand wird nur dann rückgängig gemacht, wenn sich seit der Erfassung des letzten Wertminderungsaufwands eine Änderung in den Schätzungen ergeben hat,

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die bei der Bestimmung des erzielbaren Betrags herangezogen wurden. Ist dies der Fall, so wird der Buchwert des Vermögenswerts auf seinen erzielbaren Betrag erhöht. Dieser Betrag darf jedoch nicht den Buchwert übersteigen, der sich nach Berücksichtigung planmäßiger Abschreibungen ergeben würde, wenn in den früheren Jahren kein Wertminderungsaufwand für den Vermögenswert erfasst worden wäre. Eine Wertaufholung wird im Periodenergebnis erfasst, es sei denn, der Vermögenswert wird nach der Neubewertungsmethode bilanziert. In diesem Fall wird die Wertaufholung als Wertsteigerung aus der Neubewertung behandelt.

2.6.6 Wertminderung der Geschäfts- oder Firmenwerte

Der Konzern ermittelt an jedem Bilanzstichtag, ob Anhaltspunkte für eine Wertminderung der Geschäfts- oder Firmenwerte vorliegen. Die Werthaltigkeit der Geschäftsoder Firmenwerte wird mindestens einmal jährlich überprüft oder wenn Ereignisse oder Umstände darauf hindeuten, dass der Wert gemindert sein könnte.

Die Wertminderung wird durch die Ermittlung des erzielbaren Betrags der zahlungsmittelgenerierenden Einheit bestimmt, der dem Geschäfts- oder Firmenwert zugeordnet wurde. Sofern der erzielbare Betrag der zahlungsmittelgenerierenden Einheit den Buchwert dieser Einheit unterschreitet, wird ein Wertminderungsaufwand erfasst. Ein für den Geschäfts- oder Firmenwert erfasster Wertminderungsaufwand wird in den nachfolgenden Berichtsperioden nicht aufgeholt. Der Konzern nimmt die jährliche Überprüfung der Geschäfts- oder Firmenwerte auf Werthaltigkeit zum Ende des Geschäftsjahres vor.

Grundsätzlich wird von uns jede einzelne Beteiligung als eigenständige zahlungsmittelgenerierende Einheit abgegrenzt. Der erzielbare Betrag der zahlungsmittelgenerierenden Einheit wird auf Basis der Berechnung eines Nutzungswerts ("value in use") ermittelt. Das Berechnungsschema wird für jede zahlungsmittelgenerierende Einheit identisch angewendet. Die jeweilige Berechnung wird auf Grundlage von Cashflow-Prognosen erstellt, die auf einem von der Geschäftsführung der Beteiligung für einen Zeitraum von bis zu fünf Jahren aufgestellten Finanzplan basieren. Dabei werden nur geringe Wachstumsraten zugrunde gelegt. Die Abzinsungsfaktoren bewegen sich in einer engen Bandbreite und werden möglichst konstant gehalten.

2.6.7 Finanzielle Vermögenswerte

Ansatz und Ausbuchung von finanziellen Vermögenswerten erfolgen zum Handelstag. Dies ist der Tag des Kaufs oder Verkaufs, an dem die Vertragsbedingungen die Lieferung innerhalb des für den betroffenen Markt üblichen Zeitrahmens vorsehen.

Die finanziellen Vermögenswerte werden gemäß IAS 39 in die folgenden Kategorien eingeteilt:

  • • Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte
  • • Bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen
  • • Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte
  • • Nicht an einem aktiven Markt notierte Kredite und Forderungen

Die Kategorisierung hängt von der Art und dem Verwendungszweck der finanziellen Vermögenswerte ab und erfolgt bei Zugang. Umwidmungen werden, sofern diese zulässig und erforderlich sind, zum Ende des Geschäftsjahres vorgenommen.

Bei der erstmaligen Erfassung eines finanziellen Vermögenswerts wird dieser mit den Anschaffungskosten beziehungsweise dem beizulegenden Zeitwert, eventuell zuzüglich der Transaktionskosten, angesetzt.

Die Folgebewertung der finanziellen Vermögenswerte orientiert sich an der Einstufung in die vorgenannten Kategorien.

Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte

Finanzielle Vermögenswerte werden erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet, wenn der finanzielle Vermögenswert entweder zu Handelszwecken gehalten oder als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet designiert wird.

Finanzielle Vermögenswerte werden als zu Handelszwecken gehalten klassifiziert, wenn sie für Zwecke der Veräußerung in der nahen Zukunft erworben werden. Derivate, einschließlich getrennt erfasster eingebetteter Derivate, werden ebenfalls als zu Handelszwecken gehalten eingestuft, mit Ausnahme solcher Derivate, bei denen es sich um eine Finanzgarantie handelt oder die als Sicherungsinstrument eingesetzt werden. Jeder aus der Bewertung resultierende Gewinn oder Verlust wird erfolgswirksam erfasst.

Zum Zeitpunkt, zu dem der Konzern zum ersten Mal Vertragspartei wird, ermittelt er, ob eingebettete Derivate getrennt vom Basisvertrag zu bilanzieren sind. Eine Neubeurteilung erfolgt nur bei einer erheblichen Änderung von Vertragsbedingungen, wenn es dadurch zu einer signifikanten Änderung der Zahlungsströme, die sich sonst aus dem Vertrag ergeben hätten, kommt.

Bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen

Nicht derivative finanzielle Vermögenswerte mit festen oder bestimmbaren Zahlungen sowie einer festen Laufzeit werden als bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestition klassifiziert, wenn der Konzern die eindeutige Absicht und Fähigkeit besitzt, diese bis zur Endfälligkeit zu halten. Nach ihrer erstmaligen Erfassung werden bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode abzüglich Wertminderungen bewertet. Der Zinsertrag wird dabei mittels der Effektivzinsmethode erfasst. Gewinne und Verluste werden erfolgwirksam im Periodenergebnis erfasst, wenn die Finanzinvestitionen ausgebucht oder wertgemindert sind sowie im Rahmen von Amortisationen.

Kredite und Forderungen

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Kredite und sonstige Forderungen mit festen oder bestimmbaren Zahlungen, die nicht in einem aktiven Markt notiert sind, werden als Kredite und Forderungen kategorisiert. Nach der erstmaligen Erfassung werden die Kredite und Forderungen zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode abzüglich etwaiger Wertminderungen bewertet. Mit Ausnahme von kurzfristigen Forderungen, bei denen der Zinseffekt unwesentlich wäre, werden Zinserträge gemäß der Effektivzinsmethode erfasst.

Gewinne und Verluste werden im Periodenergebnis erfasst, wenn die Kredite und Forderungen ausgebucht oder wertgemindert sind sowie im Rahmen von Amortisationen. Eine zuvor aufwandswirksam erfasste Wertminderung wird ertragswirksam korrigiert, wenn die nachfolgende Werterhöhung (beziehungsweise Verringerung der Wertminderung) objektiv auf einen nach der ursprünglichen Wertminderung aufgetretenen Sachverhalt zurückgeführt werden kann. Eine Werterhöhung wird jedoch nur insoweit erfasst, als sie den Betrag der fortgeführten Anschaffungskosten nicht übersteigt, der sich ergeben hätte, wenn die Wertminderung nicht erfolgt wäre.

Zur Veräußerung verfügbare Finanzinvestitionen

Zur Veräußerung verfügbare Finanzinvestitionen sind nicht derivative finanzielle Vermögenswerte, die als zur Veräußerung verfügbar klassifiziert und nicht in eine der drei vorstehend genannten Kategorien eingestuft sind. Nach der erstmaligen Bewertung werden zur Veräußerung gehaltene finanzielle Vermögenswerte zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Nicht realisierte Gewinne oder Verluste werden direkt im Eigenkapital in der Neubewertungsrücklage erfasst. Wenn ein solcher finanzieller Vermögenswert ausgebucht wird oder wertgemindert ist, wird der zuvor direkt im Eigenkapital erfasste kumulierte Gewinn oder Verlust erfolgswirksam erfasst.

Dividenden aus Eigenkapitalinstrumenten der Kategorie "zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte" werden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, sobald der Konzern einen Anspruch auf die Dividenden erlangt hat.

Ausbuchung finanzieller Vermögenswerte

Der Konzern bucht einen finanziellen Vermögenswert nur aus, wenn die vertraglichen Rechte auf Cashflows aus einem finanziellen Vermögenswert erloschen sind oder er den finanziellen Vermögenswert sowie im Wesentlichen alle mit dem Eigentum des Vermögenswerts verbundenen Risiken und Chancen auf einen Dritten überträgt. Wenn der Konzern weder im Wesentlichen alle mit dem Eigentum verbundenen Risiken und Chancen überträgt noch behält und weiterhin die Verfügungsmacht über den übertragenen Vermögenswert hat, erfasst der Konzern seinen verbleibenden Anteil am Vermögen und eine entsprechende Verbindlichkeit in Höhe der möglicherweise zu zahlenden Beträge. Für den Fall, dass der Konzern im Wesentlichen alle mit dem Eigentum verbundenen Risiken und Chancen eines übertragenen finanziellen Vermögenswerts zurückbehält, hat der Konzern weiterhin den finanziellen Vermögenswert sowie ein besichertes Darlehen für die erhaltene Gegenleistung zu erfassen.

2.6.8 Finanzielle Verbindlichkeiten

Finanzielle Verbindlichkeiten werden entweder als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle

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Verbindlichkeiten oder als sonstige finanzielle Verbindlichkeiten kategorisiert.

Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten

Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten umfassen die zu Handelszwecken gehaltenen finanziellen Verbindlichkeiten sowie andere finanzielle Verbindlichkeiten, die bei ihrem erstmaligen Ansatz als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet klassifiziert werden.

Eine finanzielle Verbindlichkeit wird als zu Handelszwecken gehalten klassifiziert, wenn sie hauptsächlich mit der Absicht eingegangen wurde, kurzfristig zurückgekauft zu werden, oder sie Teil eines Portfolios eindeutig identifizierbarer und vom Konzern gemeinsam gesteuerter Finanzinstrumente ist, für das in der jüngeren Vergangenheit Hinweise auf kurzfristige Gewinnmitnahmen bestehen, oder sie ein Derivat ist, welches nicht als Sicherungsinstrument designiert und effektiv ist.

Gewinne oder Verluste aus der Bewertung der finanziellen Verbindlichkeiten, die zu Handelszwecken gehalten werden, werden erfolgswirksam erfasst.

Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten

Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten, einschließlich aufgenommener Kredite, werden bei der erstmaligen Erfassung mit dem beizulegenden Zeitwert abzüglich der mit der Kreditaufnahme direkt verbundenen Transaktionskosten bewertet. Im Rahmen der Folgebewertung werden die sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten unter Anwendung der Effektivzinsmethode zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet, wobei der Zinsaufwand entsprechend dem Effektivzinssatz erfasst wird. Gewinne und Verluste werden erfolgswirksam erfasst, wenn die Schulden ausgebucht werden sowie im Rahmen von Amortisationen.

Ausbuchung finanzieller Verbindlichkeiten

Der Konzern bucht eine finanzielle Verbindlichkeit dann aus, wenn die Verpflichtung des Konzerns erfüllt, gekündigt oder erloschen ist.

Wird eine bestehende finanzielle Verbindlichkeit durch eine andere finanzielle Verbindlichkeit desselben Kreditgebers mit substanziell verschiedenen Vertragsbedingungen ausgetauscht oder werden die Bedingungen einer bestehenden Verbindlichkeit wesentlich geändert, wird ein solcher Austausch oder eine solche Änderung als Ausbuchung der ursprünglichen Verbindlichkeit und Ansatz einer neuen Verbindlichkeit behandelt. Die Differenz zwischen den jeweiligen Buchwerten wird erfolgswirksam erfasst.

Verbindlichkeiten aus Finanzgarantien

Verbindlichkeiten aus vom Konzern ausgereichten Finanzgarantien betreffen Verträge, die zur Leistung von Zahlungen verpflichten, die den Garantienehmer für einen Verlust entschädigen, der entsteht, weil ein bestimmter Schuldner seinen Zahlungsverpflichtungen gemäß den Bedingungen eines Schuldinstruments nicht fristgemäß nachkommt. Die Finanzgarantien werden bei erstmaliger Erfassung als Verbindlichkeit zum beizulegenden Zeitwert angesetzt, abzüglich der mit der Ausreichung der Garantie direkt verbundenen Transaktionskosten. Die Verbindlichkeit wird mit dem Betrag der bestmöglichen Schätzung von zur Erfüllung der gegenwärtigen Verpflichtung zum Bilanzstichtag erforderlichen Aufwendungen oder mit dem höheren ursprünglich angesetzten Betrag bewertet.

2.6.9 Vorräte

Vorräte werden mit dem niedrigeren Wert aus Anschaffungs- oder Herstellungskosten und Nettoveräußerungswert bewertet. Die Herstellungskosten umfassen die Materialeinzelkosten, die Fertigungseinzelkosten sowie sämtliche produktionsbezogene Gemeinkosten einschließlich der produktionsbezogenen Abschreibungen. Der Nettoveräußerungswert ist der geschätzte, im normalen Geschäftsgang erzielbare Verkaufserlös abzüglich der geschätzten Kosten bis zur Fertigstellung und der geschätzten Vertriebskosten.

Bestandsrisiken, die sich aus einer geminderten Verwertbarkeit ergeben, wird durch angemessene Wertabschläge Rechnung getragen. Soweit bei früher abgewerteten Vorräten der Nettoveräußerungswert gestiegen ist, wird die daraus resultierende Wertaufholung als Minderung des Materialaufwands erfasst.

Im Konzern ergeben sich kundenspezifische Fertigungsaufträge aus stichtagsübergreifenden Projekt- und Installationsleistungen, für die eine anteilige Gewinnrealisierung nach der Percentage-of-Completion-Methode erfolgt. Die Ermittlung des Fertigstellungsgrads im Rahmen der Percentage-ofCompletion-Methode (PoC-Methode) erfolgt grundsätzlich auf Basis der entstandenen Kosten im Verhältnis zu den insgesamt erwarteten Kosten (Cost-to-Cost-Methode).

Die PoC-Methode basiert auf Schätzungen. Aufgrund der hierbei gegebenen Unsicherheiten ist es möglich, dass die Schätzungen der bis zur Fertigstellung erforderlichen Aufwendungen, einschließlich der Aufwendungen für Vertragsstrafen und Gewährleistungen, nachträglich berichtigt werden müssen. Derartige Berichtigungen von Aufwendungen und Erträgen werden in der Periode ausgewiesen, in der der Anpassungsbedarf festgestellt wird. Rückstellungen für drohende Verluste werden in der Periode berücksichtigt, in der die Verluste erkennbar werden.

2.6.10 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Die in der Bilanz abgebildeten Zahlungsmittel und kurzfristigen Einlagen umfassen den Kassenbestand, Bankguthaben sowie kurzfristige Einlagen mit einer ursprünglichen Laufzeit von weniger als drei Monaten.

2.6.11 Rücklagen

Rücklagen werden nach den gesetzlichen Bestimmungen beziehungsweise der Satzung gebildet.

2.6.12 Pensionen und andere Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses

Der Konzern unterhält eine betriebliche Altersversorgung für bestimmte aktive sowie für ausgeschiedene Mitglieder des Managements mit unterschiedlichen Versorgungsplänen. Dies beinhaltet sowohl leistungsorientierte als auch beitragsorientierte Pläne.

Beitragsorientierte Pläne sind Pläne für Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses, bei denen das Unternehmen festgelegte Beiträge an eine eigenständige Einheit (einen Fonds oder eine Versicherung) entrichtet und weder rechtlich noch faktisch zur Zahlung darüber hinausgehender Beiträge verpflichtet ist, wenn die eigenständige Einheit nicht über ausreichende Vermögenswerte verfügt, um alle Leistungen in Bezug auf Arbeitsleistungen der Arbeitnehmer in der Berichtsperiode und früheren Perioden zu erbringen. Zahlungen aus einem beitragsorientierten Versorgungsplan werden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst und innerhalb der Personalaufwendungen ausgewiesen.

Ein leistungsorientierter Plan ist ein Plan, der kein beitragsorientierter Plan ist. Rückstellungen für leistungsorientierte Pläne werden nach dem in IAS 19 vorgeschriebenen versicherungsmathematischen Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected-Unit-Credit-Methode) berechnet, die unterstellt, dass in jedem Dienstjahr ein zusätzlicher Teil des letztendlichen Leistungsanspruchs erdient wird. Jeder dieser Leistungsbausteine wird separat bewertet, um so die endgültige Verpflichtung aufzubauen. Bei der Bewertung werden Tendenzannahmen (z. B. Gehaltsentwicklungen) für die relevanten Größen, die sich auf die Leistungshöhe auswirken, berücksichtigt. Die Verpflichtung wird in der Bilanz als Rückstellung ausgewiesen.

Die bei der Bewertung der leistungsorientierten Zusage entstehenden versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste einer Berichtsperiode werden entsprechend dem Wahlrecht in IAS 19.93 sofort erfolgswirksam innerhalb des Periodenergebnisses erfasst. Sofern Pensionsverpflichtungen bei Versicherungsunternehmen rückgedeckt sind, werden diese Rückdeckungsansprüche bei Vorliegen der Kriterien von IAS 19 als Planvermögen ("Plan Asset") mit den Rückstellungen saldiert ausgewiesen.

2.6.13 Rückstellungen

Eine Rückstellung wird dann angesetzt, wenn der Konzern eine gegenwärtige Verpflichtung (rechtlicher oder faktischer Natur) aus einem vergangenen Ereignis hat, der Abfluss von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen zur Erfüllung der Verpflichtung wahrscheinlich und eine verlässliche Schätzung der Höhe der Verpflichtung möglich ist.

Der angesetzte Rückstellungsbetrag ist der beste Schätzwert am Bilanzstichtag für die denkbare Leistung unter Berücksichtung der der Verpflichtung zugrunde liegenden Risiken und Unsicherheiten, um die gegenwärtige Verpflichtung zu erfüllen. Wenn eine Rückstellung mit Hilfe der geschätzten Cashflows für die Erfüllung der Verpflichtung bewertet wird, ist der Buchwert der Rückstellung der Barwert dieser Cashflows.

Sofern der Konzern für eine passivierte Rückstellung zumindest teilweise eine Rückerstattung erwartet (wie z. B. bei einem Versicherungsvertrag), wird die Erstattung als gesonderter Vermögenswert erfasst, sofern der Zufluss der Erstattung so gut wie sicher ist und ihr Betrag zuverlässig

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geschätzt werden kann. Der für die Erstattung angesetzte Betrag darf die Höhe der Rückstellung nicht übersteigen. Der Aufwand aus der Bildung der Rückstellung wird in der Gewinn- und Verlustrechnung abzüglich der Erstattung ausgewiesen.

Ist der aus einer Diskontierung resultierende Zinseffekt wesentlich, werden Rückstellungen zu einem Zinssatz vor Steuern abgezinst, der für die Schuld spezifische Risiken widerspiegelt. Im Falle einer Abzinsung wird die durch Zeitablauf bedingte Erhöhung der Rückstellungen als Finanzaufwendung erfasst.

Belastende Verträge

Gegenwärtige Verpflichtungen, die im Zusammenhang mit belastenden Verträgen entstehen, sind als Rückstellung zu erfassen und zu bewerten. Das Bestehen eines belastenden Vertrags wird angenommen, wenn der Konzern einen Vertrag hat, von dem erwartet wird, dass die unvermeidbaren Aufwendungen zur Erfüllung des Vertrags den aus diesem Vertrag erwachsenden wirtschaftlichen Nutzen übersteigen werden.

Gewährleistungen

Rückstellungen für Gewährleistungsaufwendungen werden zum Verkaufszeitpunkt der betreffenden Produkte nach der besten Einschätzung der Geschäftsführung hinsichtlich der zur Erfüllung der Verpflichtung des Konzerns notwendigen Ausgaben angesetzt.

2.6.14 Besteuerung

Tatsächliche Ertragsteuern

Die tatsächlichen Steuererstattungsansprüche und Steuerschulden für die laufende und die früheren Perioden werden mit dem Betrag bemessen, in dessen Höhe eine Erstattung von der Steuerbehörde beziehungsweise eine Zahlung an die Steuerbehörde erwartet wird. Das zu versteuernde Einkommen unterscheidet sich vom Jahresüberschuss aus der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, da es Aufwendungen und Erträge ausschließt, die in späteren Jahren oder niemals steuerbar beziehungsweise steuerlich abzugsfähig sind. Der Berechnung des Betrags werden die Steuersätze und Steuergesetze zugrunde gelegt, die zum Bilanzstichtag gelten.

Latente Steuern

Die Bildung latenter Steuern erfolgt unter Anwendung der Verbindlichkeitsmethode auf zum Bilanzstichtag bestehende temporäre Differenzen zwischen dem Wertansatz eines Vermögenswerts beziehungsweise einer Schuld in der Bilanz und dem steuerlichen Wertansatz.

Latente Steuerschulden werden für alle zu versteuernden temporären Differenzen erfasst, mit Ausnahme der

  • • latenten Steuerschuld aus dem erstmaligen Ansatz eines Geschäfts- oder Firmenwerts oder eines Vermögenswerts oder einer Schuld aus einem Geschäftsvorfall, der kein Unternehmenszusammenschluss ist und der zum Zeitpunkt des Eintretens des Geschäftsvorfalls weder das handelsrechtliche Periodenergebnis noch das zu versteuernde Ergebnis beeinflusst, und
  • • latenten Steuerschuld aus zu versteuernden temporären Differenzen, die im Zusammenhang mit Beteiligungen an Tochterunternehmen, assoziierten Unternehmen und Anteilen an Gemeinschaftsunternehmen stehen, wenn der zeitliche Verlauf der Umkehrung der temporären Differenzen gesteuert werden kann und es wahrscheinlich ist, dass sich die temporären Unterschiede in absehbarer Zeit nicht umkehren werden.

Latente Steueransprüche werden für alle abzugsfähigen temporären Unterschiede, noch nicht genutzten steuerlichen Verlustvorträge und nicht genutzten Steuergutschriften in dem Maße erfasst, in dem es wahrscheinlich ist, dass zu versteuerndes Einkommen verfügbar sein wird, gegen das die abzugsfähigen temporären Differenzen und die noch nicht genutzten steuerlichen Verlustvorträge und Steuergutschriften verwendet werden können, mit Ausnahme von

  • • latenten Steueransprüchen aus abzugsfähigen temporären Differenzen, die aus dem erstmaligen Ansatz eines Vermögenswerts oder einer Schuld aus einem Geschäftsvorfall entstehen, der kein Unternehmenszusammenschluss ist und der zum Zeitpunkt des Eintretens des Geschäftsvorfalls weder das handelsrechtliche Periodenergebnis noch das zu versteuernde Ergebnis beeinflusst, und
  • • latenten Steueransprüchen aus abzugsfähigen temporären Differenzen, die im Zusammenhang mit Beteiligungen an Tochterunternehmen, assoziierten Unternehmen und Anteilen an Gemeinschaftsunternehmen stehen, wenn es wahrscheinlich ist, dass sich die temporären Unterschiede in absehbarer Zeit nicht umkehren werden und kein ausreichendes zu versteuerndes Ergebnis zur Verfü-

gung stehen wird, gegen das die temporären Differenzen verwendet werden können.

Der Buchwert der latenten Steueransprüche wird an jedem Bilanzstichtag überprüft und in dem Umfang reduziert, in dem es nicht mehr wahrscheinlich ist, dass ein ausreichendes zu versteuerndes Ergebnis zur Verfügung stehen wird, gegen das der latente Steueranspruch zumindest teilweise verwendet werden kann. Nicht angesetzte latente Steueransprüche werden an jedem Bilanzstichtag überprüft und in dem Umfang angesetzt, in dem es wahrscheinlich geworden ist, dass ein künftig zu versteuerndes Ergebnis die Realisierung des latenten Steueranspruchs ermöglicht.

Latente Steueransprüche und -schulden werden anhand der Steuersätze bemessen, die in der Periode, in der ein Vermögenswert realisiert wird oder eine Schuld erfüllt wird, voraussichtlich Gültigkeit erlangen werden. Dabei werden die Steuersätze (und Steuergesetze) zugrunde gelegt, die zum Bilanzstichtag gelten. Zukünftige Steuersatzänderungen sind am Bilanzstichtag zu berücksichtigen, sofern materielle Wirksamkeitsvoraussetzungen im Rahmen eines Gesetzgebungsverfahrens erfüllt sind.

Latente Steueransprüche und latente Steuerschulden werden miteinander verrechnet, wenn der Konzern einen einklagbaren Anspruch auf die Aufrechnung der tatsächlichen Steuererstattungsansprüche gegen tatsächliche Steuerschulden hat und diese sich auf Ertragsteuern des gleichen Steuersubjekts beziehen und von der gleichen Steuerbehörde erhoben werden.

Laufende und latente Steuern der Periode

Laufende und latente Steuern werden erfolgswirksam als Aufwand oder Ertrag erfasst, es sei denn, dass sie im Zusammenhang mit Posten stehen, die direkt im Eigenkapital erfasst wurden. In diesem Fall ist die Steuer ebenfalls direkt im Eigenkapital zu erfassen. Daneben findet auch keine aufwandswirksame Erfassung statt, wenn Steuereffekte aus der erstmaligen Bilanzierung eines Unternehmenszusammenschlusses resultieren. Im Fall eines Unternehmenszusammenschlusses wird der Steuereffekt bei der Berechnung des Geschäfts- oder Firmenwerts oder bei der Bestimmung des Überschusses des Anteils des Erwerbers am beizulegenden Zeitwert der identifizierbaren Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden des erworbenen Unternehmens über die Anschaffungskosten eines Unternehmenszusammenschlusses berücksichtigt.

Umsatzsteuer

Umsatzerlöse, Aufwendungen und Vermögenswerte werden in der Regel nach Abzug der Umsatzsteuer erfasst. Eine Ausnahme bilden folgende Fälle:

  • • Wenn beim Kauf von Vermögenswerten oder Dienstleistungen angefallene Umsatzsteuer nicht von der Steuerbehörde eingefordert werden kann, wird die entrichtete Umsatzsteuer als Teil der Herstellungskosten des Vermögenswerts beziehungsweise als Teil der Aufwendungen erfasst.
  • • Forderungen und Schulden werden mitsamt dem darin enthaltenen Umsatzsteuerbetrag angesetzt.

Der Umsatzsteuerbetrag, der von der Steuerbehörde erstattet oder an diese abgeführt wird, wird in der Konzernbilanz unter Forderungen beziehungsweise Schulden erfasst.

2.6.15 Derivative Finanzinstrumente und Sicherungsbeziehungen

Der Konzern verwendet derivative Finanzinstrumente wie beispielsweise Devisenterminkontrakte und Zins-Swaps, um sich gegen Zins- und Währungsrisiken abzusichern. Diese derivativen Finanzinstrumente werden zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses zum beizulegenden Zeitwert angesetzt und in den Folgeperioden mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet. Derivative Finanzinstrumente werden als Vermögenswerte angesetzt, wenn ihr beizulegender Zeitwert positiv ist, und als Schulden, wenn ihr beizulegender Zeitwert negativ ist.

Gewinne oder Verluste aus Änderungen des beizulegenden Zeitwerts von derivativen Finanzinstrumenten, die nicht die Kriterien für die Bilanzierung als Sicherungsbeziehungen erfüllen, werden sofort erfolgswirksam erfasst.

Der beizulegende Zeitwert von Devisenterminkontrakten wird unter Bezugnahme auf die aktuellen Devisenterminkurse für Kontrakte mit ähnlichen Fälligkeitsstrukturen ermittelt. Der beizulegende Zeitwert von Zins-Swap-Kontrakten wird unter Bezugnahme auf die Marktwerte ähnlicher Instrumente ermittelt.

Zum Zwecke der Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen werden Sicherungsinstrumente wie folgt klassifiziert:

Konzernbilanz Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung Entwicklung des Konzernanlagevermögens Konzern-Eigenkapitalspiegel Konzern-Kapitalflussrechnung

Konzernanhang Konzernunternehmen Bestätigungsvermerk

  • • Als Absicherung des beizulegenden Zeitwerts, wenn es sich um eine Absicherung des Risikos einer Änderung des beizulegenden Zeitwerts eines bilanzierten Vermögenswerts oder einer bilanzierten Schuld oder einer nicht bilanzierten festen Verpflichtung (außer Währungsrisiko) handelt;
  • • als Absicherung von Cashflows,wenn es sich um eine Absicherung des Risikos von Schwankungen der Cashflows handelt, das dem mit einem bilanzierten Vermögenswert, einer bilanzierten Schuld oder mit einer höchstwahrscheinlich eintretenden künftigen Transaktion verbundenen Risiko oder dem Währungsrisiko einer nicht bilanzierten festen Verpflichtung zugeordnet werden kann, oder
  • • als Absicherung einer Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb.

Sicherungsgeschäfte, die die strengen Kriterien für die Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen erfüllen, werden wie folgt bilanziert:

Absicherung des beizulegenden Zeitwerts ("Fair Value Hedges")

Die Änderung des beizulegenden Zeitwerts des derivativen Sicherungsinstruments wird in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Die Änderung des beizulegenden Zeitwerts des Grundgeschäfts, die dem abgesicherten Risiko zugerechnet werden kann, wird als Teil des Buchwerts des gesicherten Grundgeschäfts verbucht und ebenfalls im Periodenergebnis erfasst.

Bei Sicherungsgeschäften zur Absicherung des beizulegenden Zeitwerts, die sich auf zu fortgeführten Anschaffungskosten angesetzte Grundgeschäfte beziehen, wird die Anpassung des Buchwerts ergebniswirksam über dessen Restlaufzeit bis zur Fälligkeit aufgelöst.

Zu Beginn der Absicherung werden sowohl die Sicherungsbeziehung als auch die Risikomanagementzielsetzungen und -strategien des Konzerns im Hinblick auf die Absicherung formal festgelegt und dokumentiert. Die Dokumentation enthält die Festlegung des Sicherungsinstruments, des Grundgeschäfts oder der abgesicherten Transaktion sowie die Art des abgesicherten Risikos und eine Beschreibung, wie das Unternehmen die Wirksamkeit des Sicherungsinstruments bei der Kompensation der Risiken aus Änderungen des beizulegenden Zeitwerts oder der Cashflows des gesicherten Grundgeschäfts ermittelt. Derartige Sicherungsbeziehungen werden hinsichtlich der Erreichung einer Kompensation der Risiken aus Änderungen des beizulegenden Zeitwerts oder der Cashflows als in hohem Maße wirksam eingeschätzt. Sie werden fortlaufend dahingehend beurteilt, ob sie tatsächlich während der gesamten Berichtsperiode, für die die Sicherungsbeziehung definiert wurde, hochwirksam waren.

Eine Anpassung des Buchwerts eines gesicherten Finanzinstruments, auf das die Effektivzinsmethode angewandt wird, wird ergebniswirksam aufgelöst.

Die Auflösung kann beginnen, sobald es eine Anpassung gibt, spätestens jedoch zum Zeitpunkt, zu dem das Grundgeschäft nicht mehr um Änderungen des beizulegenden Zeitwerts, die auf das abzusichernde Risiko zurückzuführen sind, angepasst wird.

Wird das Grundgeschäft ausgebucht, wird der nicht amortisierte beizulegende Zeitwert sofort in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Wird eine nicht in der Bilanz angesetzte feste Verpflichtung als Grundgeschäft klassifiziert, so wird die nachfolgende kumulierte Änderung des beizulegenden Zeitwerts der festen Verpflichtung, die auf das abgesicherte Risiko zurückzuführen ist, als Vermögenswert oder Schuld mit einem entsprechenden Gewinn oder Verlust im Periodenergebnis erfasst. Die Änderungen des beizulegenden Zeitwerts des Sicherungsinstruments werden ebenfalls im Periodenergebnis erfasst.

Absicherung von Cashflows ("Cash Flow Hedges")

Der effektive Teil des Gewinns oder Verlustes aus einem Sicherungsinstrument wird direkt im Eigenkapital erfasst, während der ineffektive Teil sofort erfolgswirksam erfasst wird. Die im Eigenkapital erfassten Beträge werden in der Periode in die Gewinn- und Verlustrechnung umgebucht, in der die abgesicherte Transaktion das Periodenergebnis beeinflusst, z.B. dann, wenn abgesicherte Finanzerträge oder -aufwendungen erfasst werden oder wenn ein erwarteter Verkauf durchgeführt wird. Resultiert eine Absicherung im Ansatz eines nicht finanziellen Vermögenswerts oder einer nicht finanziellen Schuld, so werden die im Eigenkapital erfassten Beträge Teil der Anschaffungskosten im Zugangszeitpunkt des nicht finanziellen Vermögenswerts beziehungsweise der nicht finanziellen Schuld. Wird mit dem Eintritt der vorgesehenen Transaktion oder der festen Verpflichtung nicht länger gerechnet, werden die zuvor im Eigenkapital erfassten Beträge in die Gewinn- und Verlustrechnung umgebucht. Wenn das Sicherungsinstrument ausläuft oder veräußert, beendet oder ausgeübt wird, ohne dass ein Ersatz oder ein "Rolling-Forward" des Sicherungsinstruments in ein anderes Sicherungsinstrument erfolgt, verbleiben die bislang im Eigenkapital erfassten Beträge so lange als gesonderter Posten im Eigenkapital, bis die vorgesehene Transaktion oder feste Verpflichtung eingetreten ist.

Absicherung einer Nettoinvestition ("Hedges of a Net Investment")

Sicherungsbeziehungen zur Absicherung einer Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb, einschließlich der Absicherung von monetären Posten, die als Teil der Nettoinvestition bilanziert werden, werden wie Sicherungsbeziehungen zur Absicherung von Cashflows bilanziert. Gewinne oder Verluste aus dem Sicherungsinstrument, die dem wirksamen Teil des Sicherungsinstruments zuzurechnen sind, werden direkt im Eigenkapital erfasst, während Gewinne oder Verluste, die dem unwirksamen Teil des Sicherungsinstruments zuzurechnen sind, in der Gewinnund Verlustrechnung erfasst werden. Beim Abgang eines ausländischen Geschäftsbetriebs wird der kumulierte Wert solcher direkt im Eigenkapital erfassten Gewinne oder Verluste in die Gewinn- und Verlustrechnung umgebucht.

Im Berichtsjahr wurden Devisenterminkontrakte abgeschlossen, die insgesamt von untergeordneter Bedeutung sind, da die Umsatzerlöse des Konzerns überwiegend in der Euro-Zone erzielt werden.

2.6.16 Eventualschulden

Als Eventualschulden werden im Anhang Verbindlichkeiten ausgewiesen, die aus einer möglichen Verpflichtung aufgrund eines vergangenen Ereignisses resultieren und deren Existenz durch das Eintreten oder Nichteintreten eines oder mehrerer unsicherer künftiger Ereignisse bedingt ist, die nicht vollständig in der Kontrolle des Unternehmens stehen. Eventualschulden können auch aus einer gegenwärtigen Verpflichtung entstehen, die auf vergangenen Ereignissen beruht, jedoch nicht erfasst wurde, weil

• der Abfluss von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen mit der Erfüllung dieser Verpflichtung nicht wahrscheinlich ist oder

• die Höhe der Verpflichtung nicht ausreichend zuverlässig geschätzt werden kann.

Wenn der Abfluss von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen für die Gesellschaft unwahrscheinlich ist, wird keine Eventualverbindlichkeit offengelegt.

2.6.17 Ertragsrealisierung

Erträge werden dann realisiert, wenn die Wahrscheinlichkeit besteht, dass wirtschaftliche Vorteile aus den Geschäftsvorfällen dem Unternehmen zufließen und die Höhe des Ertrags zuverlässig feststeht. Die Umsatzerlöse werden zum beizulegenden Zeitwert der erhaltenen oder zu erhaltenden Gegenleistung bewertet und um erwartete Kundenrückgaben, Rabatte und andere ähnliche Abzüge gekürzt. Darüber hinaus setzt die Ertragsrealisierung die Erfüllung nachfolgend aufgelisteter Ansatzkriterien voraus:

Verkauf von Waren und Erzeugnissen

Erträge werden erfasst, wenn die mit dem Eigentum an den verkauften Waren und Erzeugnissen verbundenen maßgeblichen Chancen und Risiken auf den Käufer übergegangen sind. Dies tritt in der Regel mit Lieferung der Waren und der Erzeugnisse ein. Für die wesentlichen stichtagsübergreifenden Projekte erfolgt gemäß IAS 11 eine anteilige Umsatz- sowie Ergebnisrealisierung nach der PoC-Methode. Die gemäß dieser Methode erfassten PoC-Umsätze entsprechen den Herstellungskosten des Auftrags zuzüglich eines anteiligen Gewinns analog dem zum Bilanzstichtag erzielten Fertigstellungsgrad. Anteilige Gewinne aus der PoC-Methode werden nur für solche Projekte realisiert, deren Ergebnis verlässlich ermittelt werden kann.

Erbringung von Dienstleistungen

Dienstleistungserlöse werden realisiert in Abhängigkeit vom Stadium der Leistungserbringung, wenn sie mit hoher Wahrscheinlichkeit feststehen. Das Stadium der Leistungserbringung wird durch Arbeitsnachweise festgestellt. Kann das Ergebnis eines Auftrags nicht verlässlich geschätzt werden, werden Erträge nur in Höhe der angefallenen, erstattungsfähigen Aufwendungen erfasst.

Dividenden- und Zinserträge

Dividendenerträge werden erfasst, wenn der Rechtsanspruch des Anteilseigners auf Zahlung entstanden ist.

Konzernbilanz Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung Entwicklung des Konzernanlagevermögens Konzern-Eigenkapitalspiegel Konzern-Kapitalflussrechnung Konzernanhang

Konzernunternehmen Bestätigungsvermerk

Zinserträge werden erfasst, wenn die Zinsen entstanden sind (unter Verwendung des Effektivzinssatzes, d.h. des Kalkulationszinssatzes, mit dem geschätzte künftige Zahlungsmittelzuflüsse über die erwartete Laufzeit des Finanzinstruments auf den Nettobuchwert des finanziellen Vermögenswerts abgezinst werden).

2.6.18 Fremdkapitalkosten

Fremdkapitalkosten werden entsprechend der Benchmark-Methode (IAS 23.7) in der Periode als Aufwand erfasst, in der sie anfallen.

2.6.19 Zuwendungen der öffentlichen Hand

Zuwendungen der öffentlichen Hand werden gemäß IAS 20 "Bilanzierung und Darstellung von Zuwendungen der öffentlichen Hand" nur erfasst, sofern mit angemessener Sicherheit davon ausgegangen werden kann, dass die mit der Zuwendung verbundenen Bedingungen erfüllt und die Zuwendungen gewährt werden. Erhaltene Investitionszuwendungen werden nicht von den Anschaffungs- oder Herstellungskosten der bezuschussten Investitionen abgesetzt, sondern als Passivposten gezeigt und über die Gewährungszeit ertragswirksam aufgelöst. Personalkostenzuschüsse werden in der Periode aufwandsmindernd erfasst, in der sie ausgezahlt werden.

2.6.20 Währungsumrechnung

Die Umrechnung der in fremder Währung aufgestellten Jahresabschlüsse der einbezogenen Tochtergesellschaften erfolgt auf der Grundlage des Konzepts der funktionalen Währung gemäß IAS 21 ("The Effects of Changes in Foreign Exchange Rates") in E.

Die ausländischen Beteiligungen im Konsolidierungskreis sind in finanzieller, wirtschaftlicher und organisatorischer Hinsicht selbstständig. Sie werden daher als wirtschaftlich selbstständige ausländische Teileinheiten betrachtet. Ihre Berichtswährung entspricht der jeweiligen lokalen Währung. Entsprechend werden die Vermögenswerte und Schulden mit den Stichtagskursen am Konzernabschlussstichtag umgerechnet. Die Gewinn- und Verlustrechnungen sind zu den an den Tagen der Geschäftsvorfälle geltenden Umrechnungskursen umzurechnen. Alle sich ergebenden Umrechnungsdifferenzen werden in einer Rücklage für Währungsumrechnungen innerhalb des Eigenkapitals berücksichtigt.

Fremdwährungsgeschäfte werden in der Berichtswährung erfasst, indem der Fremdwährungsbetrag mit dem zum Zeitpunkt des Geschäftsvorfalls gültigen Umrechnungskurs zwischen Berichts- und Fremdwährung umgerechnet wird. Sämtliche monetäre Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten werden zum Stichtagskurs umgerechnet. Umrechnungsdifferenzen aus der Abwicklung monetärer Posten zu Kursen, die sich von den ursprünglich während der Periode erfassten unterscheiden, werden als sonstiger betrieblicher Aufwand oder Ertrag in der Periode, in der sie entstanden sind, erfasst.

Es werden folgende Umrechnungskurse zur Konzernwährung E angewendet:

Währung Durch-
schnittskurs
2008
Kurs zum
31. Dez. 2008
Durch-
schnittskurs
2007
Kurs zum
31. Dez. 2007
Hongkong-Dollar (HKD) 11,45310 10,83230 10,69488 11,48000
Tschechische Krone (CZK) 24,91840 26,58500 27,76200 26,62800
Türkische Lira (neu) (TRY) 1,909000 2,140800 1,782800 1,710200
US-Dollar (USD) 1,470900 1,397700 1,370200 1,472100
Yuan (chinesischer Renminbi) (CNY) 10,22710 9,609000 10,43471 10,75240

3. Veränderungen des Konsolidierungskreises

Im Laufe des Geschäftsjahres 2008 ergaben sich keine Änderungen in der Zusammensetzung der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen.

Zur besseren Vergleichbarkeit der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung geben wir folgende Pro-forma-Darstellung der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung 2007 wieder, die eine ganzjährige Einbeziehung der im Jahr 2007 erworbenen Taller-Gruppe berücksichtigt:

Im Rahmen von Impairment-Tests im Berichtsjahr wurden u. a. ein Kundenstamm um 1.385 T E wegen des Verlustes eines wesentlichen Kunden auf null beziehungsweise Sachanlagen mit 1.667 T E wegen einer nachhaltigen Unterauslastung der entsprechenden Anlagen abgeschrieben. Die Abschreibungen wurden im Segment "Industriebeteiligungen" erfasst.

Die im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen erworbenen Geschäfts- oder Firmenwerte werden unter den immateriellen Vermögenswerten ausgewiesen. Die Firmen-

> in TE Konzern-GuV
2008
Konzern-GuV
2007
vergleichbar
Veränderung
absolut
Umsatzerlöse 153.800 148.448 5.352
Bestandsveränderungen 1.886 1.373 513
Aktivierte Eigenleistungen 402 170 232
Sonstige betriebliche Erträge 7.297 16.606 –9.309
Materialaufwand –72.947 –72.223 –724
Personalaufwand –46.041 –42.586 –3.455
Abschreibungen –11.204 –6.962 –4.242
Sonstige betriebliche Aufwendungen –26.369 –25.418 –951
Betriebliches Ergebnis 6.824 19.407 –12.584
Beteiligungsergebnis –242 2.671 –2.912
Finanzergebnis –51.399 –2.098 –49.301
EBT – Ergebnis vor Ertragsteuern –44.817 19.981 –64.798
Ertragsteuern 770 –1.743 2.513
Jahresfehlbetrag/-überschuss –44.047 18.238 –62.285

4. Erläuterungen zur Konzernbilanz

4.1 Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen

Es wird auf den Anlagenspiegel als Anlage zu diesem Anhang verwiesen. Die auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen entfallenden Abschreibungen werden in der Gewinn- und Verlustrechnung unter der entsprechenden Postenbezeichnung ausgewiesen.

Aus dem Erwerb von Beteiligungen im Geschäftsjahr 2007 wurden stille Reserven auf Sachanlagen in Höhe von 3.000 T E sowie auf immaterielle Vermögensgegenstände in Höhe von 2.300 T E aufgedeckt. Aus deren planmäßiger linearer Abschreibung ergaben sich im Berichtsjahr Aufwendungen in Höhe von 1.692 T E.

werte werden nicht planmäßig abgeschrieben, sondern jährlich im Rahmen eines Wertminderungstests im Sinne des IAS 36 auf Werthaltigkeit überprüft.

Hierfür werden die Geschäfts- und Firmenwerte den zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (Beteiligungen) zugeordnet. Für Wertminderungsprüfungen wurden folgende Annahmen getroffen:

Die Geschäftsführung der jeweiligen Beteiligung erstellt für einen Zeitraum von bis zu fünf Jahren einen Finanzplan, dessen prognostizierte Cashflows als Grundlage der Berechnung des Nutzungswerts ("value in use") der Beteiligung dienen. Prognosezeitraum für die Berechnungen im Jahr 2008 sind die Geschäftsjahre 2009 bis 2013. Es wurden Wachstumsraten des Cashflows von 0,5% zur Er-

Konzernbilanz Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung Entwicklung des Konzernanlagevermögens Konzern-Eigenkapitalspiegel Konzern-Kapitalflussrechnung

Konzernanhang Konzernunternehmen Bestätigungsvermerk

mittlung des Terminal Value zugrunde gelegt. Als Abzinsungsfaktoren kommen Werte zwischen 9,0 und 14,0% zur Anwendung. Allgemeine Annahmen zur künftigen Geschäftsentwicklung, welche die Parameter der Finanzplanung beeinflussen, sind im Lagebericht dargestellt.

Im Geschäftsjahr 2008 kam es im Rahmen der Wertminderungsprüfungen zu keinem Wertminderungsbedarf für Geschäfts- und Firmenwerte aus Konsolidierungsmaßnahmen.

Die im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen erworbenen Geschäfts- oder Firmenwerte zeigen folgende Entwicklung:

> in TE 31. Dez. 2008 31. Dez. 2007
DPS Engineering GmbH 7.404 7.404
FRAKO Kondensatoren
und Anlagenbau GmbH
3.562 3.562
Erich Jaeger-Gruppe 2.119 2.119
13.085 13.085

Die planmäßigen Abschreibungen und Wertminderungsaufwendungen werden unter entsprechender Postenbezeichnung in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen.

4.2 Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien

Der Konzern hält als Finanzinvestition gehaltene Immobilien (IAS 40), die entsprechend dem Anschaffungskostenmodell ("cost model") zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Berücksichtigung planmäßiger Abschreibungen sowie Wertminderungen gemäß IAS 36 bewertet werden. Auf die entsprechenden Angaben im Konzernanlagenspiegel wird verwiesen. Die Immobilien werden linear über eine Nutzungsdauer von 20 bis 50 Jahren abgeschrieben. Für die als Finanzinvestition gehaltene Immobilien ergaben sich ferner zum Bilanzstichtag keine wesentlich von den fortgeführten Anschaffungskosten abweichenden Marktwerte.

Die als Finanzinvestition gehaltene Immobilien erbrachten für den Konzern folgenden Ergebnisbeitrag:

> in TE 2008 2007
Mieteinnahmen – sonstige
betriebliche Erträge
513 570
Planmäßige Abschrei
bungen – Abschreibungen
–137 –136
Wertminderung/-aufho
lung – sonstige
betriebliche Erträge
0 190
Sonstige betriebliche
Aufwendungen
–273 –308
103 316

Beschränkungen hinsichtlich der Veräußerbarkeit von als Finanzinvestitionen gehaltene Immobilien oder der Überweisung von Erträgen und Veräußerungserlösen bestehen nicht. Es bestehen keine vertraglichen Verpflichtungen, als Finanzinvestitionen gehaltene Immobilien zu kaufen, zu erstellen oder zu entwickeln. Ebenso sind keine Vereinbarungen über Reparaturen, Instandhaltung oder Verbesserungen geschlossen worden, die über die notwendige laufende Instandhaltung der Immobilien hinausgehen.

4.3 Finanzanlagen

> in TE 31. Dez. 2008 31. Dez. 2007
Unternehmensbeteili
gungen (Minderheiten)
451 682
Wertpapiere des An
lagevermögens
48 97
Ausleihungen (Darlehens
forderungen, langfristig)
4.818 4.943
Finanzanlagen 5.317 5.722

Die Bewertung der Unternehmensbeteiligungen erfolgt zu Anschaffungskosten unter Berücksichtigung von Wertminderungen, da für diese kein aktiver Markt besteht. Die Ausleihungen werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert.

Langfristige Darlehensforderungen bestehen in Höhe von 4.134 T E aus einem im Rahmen einer Anteilsveräußerung gewährten Verkäuferdarlehen. Das Darlehen wird planmäßig getilgt. Die Zinserträge im Berichtsjahr betrugen 219 T E (Nominalzins 5,25%), die Restlaufzeit beläuft sich auf 13 Jahre.

4.4 Sonstige finanzielle Vermögenswerte

Im Berichtsjahr erhöhten sich die langfristigen finanziellen Vermögenswerte durch die Gewährung eines Mezzanine-Darlehens in Höhe von nominal 5.000 T E, welches zum Stichtag mit 4.762 T E valutiert.

> in TE 31. Dez. 2008 31. Dez. 2007
Sonstige finanzielle
Vermögenswerte
Kurzfristig 3.017 3.779
3.017 3.779
Langfristig 5.949 875
5.949 875

92

Die kurzfristigen sonstigen finanziellen Vermögenswerte teilen sich wie folgt auf:

> in TE 31. Dez. 2008 31. Dez. 2007
Rechnungsabgrenzungs
posten
998 1.341
Steuererstattungsansprüche
sonstige Steuern
827 729
Sonstige 1.192 1.709
3.017 3.779

4.5 Vorräte

> in TE 31. Dez. 2008 31. Dez. 2007
Roh-, Hilfs- und
Betriebsstoffe, brutto
13.384 15.039
Unfertige Erzeugnisse,
unfertige Leistungen
6.614 5.348
Fertige Erzeugnisse
und Waren
14.905 12.566
Wertminderungen –2.290 –1.264
Geleistete Anzahlungen
auf Vorräte
85 722
32.698 32.411

Im Geschäftsjahr wurden Wertberichtigungen in Höhe von 1.026 T E erfolgswirksam im Materialaufwand erfasst (Vorjahr: 174 T E). Der höhere Wertberichtigungsaufwand berücksichtigt den Verfall der Rohstoffpreise im zweiten Halbjahr 2008, insbesondere für Kupfer sowie Messing.

Die Realisierung von Vorräten in Höhe von ca. 1.902 T E wird erwartungsgemäß länger als zwölf Monate dauern.

4.6 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

> in TE 31. Dez. 2008 31. Dez. 2007
Percentage of
Completion (PoC)
(angefallene Auftrags
kosten zuzüglich
der Gewinne, abzüglich
der Verluste) 174 795
Abzüglich Zahlungen
gem. Teilabrechnungen 0 0
174 795
Forderungen aus
Lieferungen und
Leistungen, brutto 15.287 15.925
Wertminderungen –249 –199
Forderungen aus
Lieferungen und
Leistungen, netto 15.038 15.726
15.212 16.521

Kunden wird üblicherweise ein Zahlungsziel von 60 Tagen gewährt. Für die ersten 60 Tage, beginnend mit dem Rechnungsdatum, werden keine Zinsen berechnet, anschließend werden, konditionsabhängig, Zinsen im einstelligen Prozentbereich auf den ausstehenden Betrag erhoben. Bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die älter als 360 Tage sind, nimmt der Konzern eine Wertminderung in voller Höhe vor. Das Vorgehen ist durch Erfahrungen aus der Vergangenheit belegt, wonach bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die älter als 360 Tage sind, grundsätzlich nicht mehr mit einem Zufluss gerechnet werden kann. Bei Forderungen, die 180 bis 360 Tage überfällig sind, erfolgt ein 50%iger Abschlag. Wertminderungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die älter als 90 Tage, aber noch weniger als 180 Tage ausstehend sind, werden zu 25% wertberichtigt. Darüber hinaus werden fristenunabhängig Einzelwertberichtigungen vorgenommen, sofern ein konkretes Ausfallrisiko bekannt wird (Vergleich, Insolvenz).

Für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 3,6 Mio. E (Vorjahr: 3,9 Mio. E), welche zum Berichtszeitpunkt überfällig waren, wurden keine Wertminderungen gebildet, da keine wesentliche Veränderung in der Kreditwürdigkeit dieser Schuldner festgestellt wurde und mit einer Tilgung der ausstehenden Beträge gerechnet wird. Der Konzern hält keine Sicherheiten für diese offenen Posten.

Konzernbilanz Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung Entwicklung des Konzernanlagevermögens Konzern-Eigenkapitalspiegel Konzern-Kapitalflussrechnung

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind nicht verzinslich und haben in der Regel eine Fälligkeit von 30 bis 90 Tagen. Dem Ausfallrisiko von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wurde durch entsprechende Einzelwertberichtigungen sowie bei nicht mit Einzelrisiken behafteten Forderungen durch Portfoliowertberichtigungen Rechnung getragen. Konkret sind in den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen am Bilanzstichtag Einzelwertberichtigungen in Höhe von 249 T E (Vorjahr: 199 T E) enthalten.

Die Entwicklung der Wertminderungen stellt sich wie folgt dar:

> in TE
31. Dez. 2008 31. Dez. 2007
Stand 1. Januar 199 70
Änderung Konsolidie
rungskreis
0 23
Wertminderung von
Forderungen
160 174
Aufgrund von Unein
bringlichkeit abgeschrie
bene Beträge 0 –50
Wertaufholungen –129 –18
Aufzinsung 19 0
Stand 31. Dezember 249 199

Bei der Bestimmung der Werthaltigkeit von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wird jeder Änderung der Bonität seit Einräumung des Zahlungsziels bis zum Bilanzstichtag Rechnung getragen. Es besteht keine nennenswerte Konzentration des Kreditrisikos, da der Kundenbestand breit ist und keine Korrelationen bestehen.

Die Analyse der Forderungsfälligkeiten zum 31. Dezember stellt sich wie folgt dar:

> in TE 2008 2007
Buchwert 15.160 16.521
Weder überfällig noch
wertgemindert
11.549 12.586
Überfällig, aber nicht
wertgemindert
< 30
Tage
2.012 2.193
30 bis 60
Tage
774 843
60 bis 90
Tage
327 357
90 bis 120 Tage 166 181
> 120
Tage
194 211

Wertgeminderte Forderungen zeigen folgende Altersstruktur:

> in TE 31. Dez. 2008 31. Dez. 2007
60 bis 90 Tage 0 0
90 bis 120 Tage 85 68
Mehr als 120 Tage 302 241
Stand 31. Dezember 387 309

Forderungen aus Fertigungsaufträgen

Bei den Forderungen aus PoC, abzüglich aufgrund von Teilrechnungen erhaltener Zahlungen, werden diejenigen kundenspezifischen Fertigungsaufträge mit aktivischem Saldo ausgewiesen, bei denen die angefallenen Herstellungskosten einschließlich Gewinnanteilen die erhaltenen Zahlungen übersteigen. Übersteigen die erhaltenen Zahlungen die angefallenen Herstellungskosten einschließlich Gewinnanteilen, so erfolgt ein Ausweis als Verbindlichkeit. Im Berichtsjahr ergab sich ausschließlich ein aktivischer Ausweis.

Für die aus langfristigen Fertigungsaufträgen im Berichtsjahr realisierten Umsatzerlöse verweisen wir auf unsere Ausführungen unter 5.1.

Für am Bilanzstichtag laufende Projekte sind bis dato Kosten in Höhe von 147 T E (Vorjahr: 586 T E) angefallen. Diesbezügliche PoC-Gewinne beliefen sich auf 27 T E (Vorjahr: 209 T E).

4.7 Steuererstattungsansprüche aus Ertragsteuern

> in TE 31. Dez. 2008 31. Dez. 2007
Steuererstattungsansprü
che aus Ertragsteuern 3.882 10.158

Die Steuerforderungen resultieren vorwiegend aus Wertpapieranlagen und den sich daraus ergebenden Kapitalertragsteuerpositionen.

4.8 Wertpapiere und Zahlungsmittel

> in TE 31. Dez. 2008 31. Dez. 2007
Wertpapiere 59.413 118.545
Zahlungsmittel 17.975 18.503
77.388 137.048

Zahlungsmittel in der Bilanz umfassen den Kassenbestand, Bankguthaben sowie kurzfristige Festgeldanlagen. Der so definierte Bestand an Zahlungsmitteln ist identisch mit dem Finanzmittelfonds der Kapitalflussrechnung. Guthaben bei Kreditinstituten werden mit variablen Zinssätzen für täglich kündbare Guthaben verzinst. Kurzfristige Einlagen und Festgeldanlagen erfolgen für unterschiedliche Zeiträume, die in Abhängigkeit vom jeweiligen Zahlungsmittelbedarf des Konzerns zwischen einem Tag und drei Monaten betragen. Diese werden mit den jeweils gültigen Zinssätzen für kurzfristige Einlagen verzinst. Der beizulegende Zeitwert der Zahlungsmittel und kurzfristigen Einlagen beträgt 17.975 T E (Vorjahr: 18.503 T E).

Die Wertpapiere werden als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte gehalten. Die ergebniswirksame Veränderung der Wertpapiere wird im Finanzergebnis ausgewiesen. Die Wertpapiere umfassen Aktien, Unternehmensanleihen, Aktienanleihen, Investmentzertifikate (insbesondere auf Aktien und Aktienindizes), Geldmarktpapiere sowie verbriefte Aktienoptionen.

Der Rückgang des Wertpapierbestands resultiert vor allem aus Abschreibungen.

4.9 Eigenkapital

Die Entwicklung der Kapitalrücklage, der Gewinnrücklagen und des Konzernbilanzgewinns/-verlustes ist in der Veränderung des Eigenkapitals dargestellt.

Gezeichnetes Kapital

Das Grundkapital der AdCapital AG zum 31. Dezember 2008 beläuft sich auf 45.000 T E, unverändert zum Vorjahr. Es ist zum Stichtag in 15.000.000 nennwertlose Stückaktien (Aktien ohne Nennbetrag), die auf den Inhaber lauten, eingeteilt. Jede Aktie hat einen rechnerischen Anteil am Grundkapital von 3,00 E (Vorjahr: 3,00 E).

Im Umlauf befindliche Aktien

Im Geschäftsjahr 2008 wurden weitere 387.878 Aktien durch das seit 20. November 2007 neu aufgelegte Aktienrückkaufprogramm erworben und gegen Gewinnrücklagen verrechnet. Insgesamt wurden am 31. Dezember 2008 882.880 eigene Aktien gehalten. Entsprechend befanden sich zum Stichtag von den insgesamt 15.000.000 Stückaktien noch 14.117.120 Stückaktien im Umlauf.

Genehmigtes Kapital

Der Vorstand ist ermächtigt, das Grundkapital bis zum 30. Juni 2010 mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch Ausgabe neuer, auf den Inhaber lautender Stammaktien einmal oder mehrmals, insgesamt jedoch höchstens um 11.500 T E gegen Bareinlage und/oder Sacheinlage zu erhöhen.

Erwirtschaftetes Konzerneigenkapital

Das erwirtschaftete Konzerneigenkapital setzt sich aus den Gewinnrücklagen der AdCapital AG sowie den Ergebnisvorträgen der einbezogenen Gesellschaften, den Effekten aus der Kapitalkonsolidierung, den ehemals vorgenommenen Verrechnungen, Abschreibungen von Firmenwerten und stillen Reserven sowie sonstigen Konsolidierungsmaßnahmen zusammen. Der Konzern hält zum 31. Dezember 2008 882.880 Stück (Vorjahr: 459.502 Stück) eigene Anteile. Die Anschaffungskosten dieser Anteile in Höhe von 4.106 T E (Vorjahr: 3.066 T E) wurden mit dem erwirtschafteten Konzerneigenkapital saldiert.

Unterschiedsbetrag aus der Fremdwährungsumrechnung

Unterschiedsbeträge aus der Währungsumrechnung haben sich für ausländische Beteiligungen in Tschechien, der Türkei, China und Hongkong ergeben.

Anteile anderer Gesellschafter

Die Anteile anderer Gesellschafter beinhalten Ausgleichsposten für Anteile fremder Gesellschafter am konsolidierungspflichtigen Kapital aus der Kapitalkonsolidierung sowie die ihnen zustehenden Gewinne und Verluste. Der Konzernabschluss enthält fünf (Vorjahr: fünf) Gesellschaften, an denen Minderheitsgesellschafter beteiligt sind.

Kapitalsteuerung

Das vorrangige Ziel der Kapitalsteuerung der AdCapital AG ist es, den Konzern sowie sämtliche Tochtergesellschaften mit ausreichenden eigenen Kapitalmitteln auszustatten, die zur Unterstützung der laufenden Geschäftstätigkeit sowie notwendiger Investitionen erforderlich sind. Wir legen darüber hinaus besonderen Wert auf eine hohe Bankenunabhängigkeit. Wir steuern die Kapitalstruktur bevorzugt dezentral auf Ebene der einzelnen operativen Tochtergesellschaften beziehungsweise Geschäftseinheiten. Dabei wird die Kapitalstruktur unter Berücksichtigung des Wandels der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen angepasst. Sofern erforderlich, insbesondere bei umfang-

Konzernbilanz Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung Entwicklung des Konzernanlagevermögens Konzern-Eigenkapitalspiegel Konzern-Kapitalflussrechnung Konzernanhang

Konzernunternehmen Bestätigungsvermerk

reicheren Investitionen, erfolgt eine Unterstützung der Kapitalstruktur des jeweiligen Tochterunternehmens durch Kapitalmaßnahmen der AdCapital AG. Die Entscheidung über Gewinnausschüttungen oder Kapitalmaßnahmen erfolgt dabei immer in Absprache mit dem Management der betroffenen Konzerngesellschaft. Das Kapitalmanagement der einzelnen Konzerngesellschaften wird von uns grundsätzlich durch ein regelmäßiges monatliches Reporting überwacht. Als Steuerungsinstrumente dienen u. a. der ROCE ("Return on Capital Employed") und der Verschuldungsgrad, also das Verhältnis zwischen Nettofinanzschulden und Eigenkapital. Die Kapitalsteuerung auf Konzernebene erfolgt ebenfalls monatlich auf Basis des Verschuldungsgrads beziehungsweise der Gearing-Ratio.

Entwicklung der Gearing-Ratio/Verschuldungsrate:

> in TE 31. Dez. 2008 31. Dez. 2007
Langfristige Schulden 20.604 26.231
Kurzfristige Schulden 24.817 28.650
Schulden, gesamt 45.421 54.881
Eigenkapital 157.661 216.114
Gearing-Ratio in % 28,8 25,4

4.10 Rückstellungen

Die langfristigen Rückstellungen enthalten folgende Positionen:

> in TE 31. Dez. 2008 31. Dez. 2007
Pensionen und ähnliche
Verpflichtungen
1.926 2.194
Drohverluste aus laufen
den Verträgen
1.972 2.065
Altersteilzeit und Jubi
läumsgeld Mitarbeiter
269 255
Gewährleistungen 83 90
Übrige 7 7
4.257 4.611

Aus einer gesamtschuldnerischen Haftung für einen langfristigen Immobilienvertrag (Laufzeit bis 2022) eines ehemaligen Beteiligungsunternehmens bestehen Verpflichtungen in Höhe von nominal 5.865 T E (Vorjahr: 6.300 T E). Davon werden zum Abschlussstichtag 1.972 T E (Vorjahr: 2.065 T E) nach Abzinsung mit 6% p. a. als Drohverlustrisiko abgegrenzt und unter "langfristige Rückstellungen" bilanziert, da insoweit mit einer über 50%igen Eintrittswahrscheinlichkeit gerechnet wird. Für den Restbetrag ist eine Inanspruchnahme nach unserer Einschätzung eher unwahrscheinlich.

Die kurzfristigen Rückstellungen enthalten folgende Positionen:

> in TE 31. Dez. 2008 31. Dez. 2007
Kundenboni 283 256
Garantien 663 558
Sanierung und Instand
setzung
0 330
Abgrenzungen Urlaub
Mitarbeiter
48 149
Rückstellungen für
drohende Verluste
450 457
Rechts- und Beratungs
kosten/Jahresabschluss
kosten/Archivierung 72 77
Provisionen Mitarbeiter 301 309
Pensionen 0 47
Leerstandsmieten 89 198
Sonstige Rückstellungen 754 568
2.660 2.949

Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Die Pensionsrückstellungen berücksichtigen den unverfallbaren Anspruch eines ehemaligen Vorstandsmitglieds der Gesellschaft sowie Verpflichtungen gegenüber Geschäftsführern und Mitgliedern des Managements in Schlüsselpositionen diverser Konzerngesellschaften aus leistungsorientierten Pensionsplänen. Die Pensionspläne sind stark individualisiert und folgen keinem expliziten Grundschema. Sie bestehen nur bei inländischen Beteiligungen. Leistungsorientierte Pläne werden unter Verwendung der Methode der laufenden Einmalprämien festgestellt. Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste werden sofort ertragswirksam berücksichtigt. Die übrigen Pläne werden über diese Periode hinaus weitergeführt. Es handelt sich insgesamt um unverfallbare Ansprüche.

Zur Bewertung der Pensionsverpflichtungen werden zum 31. Dezember 2008 die "Richttafeln 2005 G" von Prof. Dr. Klaus Heubeck verwendet.

Der bei den Gesellschaften des Konzerns aufgrund von leistungsorientierten Pensionsplänen ausgewiesene Anwartschaftsbarwert der Pensionsverpflichtungen entwickelte sich wie folgt:

> in TE 31. Dez. 2008 31. Dez. 2007
Anwartschaftsbarwert
zu Beginn des Berichts
jahres 4.362 6.168
Dienstzeitaufwand 33 111
Zinsaufwand 225 324
Versicherungsmathe
matische Gewinne (–)
und Verluste (+) –361 –658
Pensionszahlungen –160 –47
Zu-/Abgänge aus
Unternehmenskäufen/
-verkäufen 0 1.022
Abgefundene
Ansprüche
0 –2.558
Anwartschaftsbar
wert am Ende des
Berichtsjahres 4.100 4.362
Saldierung der Aktiv
werte aus Rückdeckungs
versicherungen –2.174 –2.121
Bilanzausweis 1.926 2.241

Der Pensionsaufwand wird im Personalaufwand unter "soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und Unterstützung" ausgewiesen.

Der Pensionsaufwand umfasst:

> in TE 31. Dez. 2008 31. Dez. 2007
Laufender
Dienstzeitaufwand
33 111
Zinsaufwand 225 324
Versicherungsmathema
tische Gewinne (–) und
Verluste (+)
–408 –658
Erwartete Erträge aus
Planvermögen
–70 0
Pensionsaufwand,
gesamt
–220 –223

Das Planvermögen und die Erträge aus diesem sind ausschließlich für Pensionszahlungen vorgesehen. Es besteht im Wesentlichen aus Rückdeckungsversicherungen und hat sich wie folgt entwickelt:

> in TE 31. Dez. 2008 31. Dez. 2007
Beizulegender Zeitwert
des Planvermögens
am 1. Januar
2.121 1.358
Erwartete Erträge aus
Planvermögen
70 35
Laufende Beiträge durch
den Arbeitgeber
18 18
Versicherungsmathema
tische Gewinne (–) und
Verluste (+)
47 0
Pensionszahlungen –82 –47
Zu-/Abgänge aus
Unternehmenskäufen/
-verkäufen
0 757
Beizulegender Zeit
wert des Planvermö
gens am 31. Dezember
2.174 2.121

Die Beträge der laufenden und der vorangegangenen Berichtsperioden stellen sich wie folgt dar:

> in TE 31. Dez. 2008 31. Dez. 2007 31. Dez. 2006 31. Dez. 2005
Anwartschaftsbarwert 4.100 4.362 6.168 3.892
Fondsvermögen zum Zeitwert –2.174 –2.121 –1.358 –623
Überdeckung (–)/Unterdeckung (+) 1.926 2.241 4.810 3.269
Unterschiede zwischen erwartetem und tatsächlichem
Verlauf beim Anwartschaftsbarwert
–361 n/a n/a n/a
Unterschiede zwischen erwartetem und tatsächlichem
Verlauf beim Planvermögen
47 n/a n/a n/a

Konzernbilanz Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung Entwicklung des Konzernanlagevermögens Konzern-Eigenkapitalspiegel Konzern-Kapitalflussrechnung

Konzernanhang Konzernunternehmen Bestätigungsvermerk

Die grundlegenden versicherungsmathematischen Annahmen, die für die Festlegung der Verpflichtungen herangezogen werden, waren wie folgt:

31. Dez. 2008 31. Dez. 2007
Abzinsungssatz 6,00% 5,25%
Künftige Gehalts
steigerungen 2,50% 2,50%
Künftige Renten
steigerungen 1,00% 1,00%
Erwartete Erträge aus
Planvermögen 3,50% 3,50%

Den Pensionsverpflichtungen stehen entsprechende Rückdeckungswerte, z.B. aus Lebensversicherungsverträgen, gegenüber. Diese wurden gegen die Rückstellungen verrechnet.

Altersteilzeit

Der Konzern hat ferner für Altersteilzeitansprüche von Mitarbeitern Rückstellungen in Höhe von 180 TE (Vorjahr: 136 T E) gebildet. Für diese bestehen Rückdeckungsansprüche in Form eines "Altersteilzeit-Mobilfonds". Es wird von einer wahrscheinlichen Inanspruchnahme der Altersteilzeitregelung durch fünf berechtigte Personen ausgegangen. Diese Ansprüche unterlagen folgender Entwicklung:

Die Unternehmen des AdCapital-Konzerns mit ihren unterschiedlichen Geschäftsfeldern sind einer Vielzahl von rechtlichen Risiken ausgesetzt. Hierzu können insbesondere Risiken aus den Bereichen Gewährleistung, Steuerrecht und sonstige Rechtsstreitigkeiten gehören. Die Ergebnisse von gegenwärtig anhängigen beziehungsweise künftigen Verfahren können nicht mit Sicherheit vorausgesagt werden, so dass aufgrund von Entscheidungen Aufwendungen entstehen, die nicht in vollem Umfang durch Versicherungen abgedeckt sind und wesentliche Auswirkungen auf das Geschäft und seine Ergebnisse haben könnten. Nach Einschätzung des Vorstands sind in den gegenwärtig anhängigen Rechtsverfahren Entscheidungen mit wesentlichem Einfluss auf die Vermögens- und Ertragslage zu Lasten des Konzerns nicht zu erwarten.

> in TE 31. Dez. 2008 31. Dez. 2007
Anwartschaftsbarwert 196 193
Fondsvermögen zum Zeitwert –16 –57
Überdeckung (–)/Unterdeckung (+) 180 136
Unterschiede zwischen erwartetem und tatsächlichem Verlauf beim Anwartschaftsbarwert n/a n/a
Unterschiede zwischen erwartetem und tatsächlichem Verlauf beim Planvermögen n/a n/a

Die Rückstellungen (lang- und kurzfristig) und abgegrenzten Schulden entwickelten sich wie folgt:

> in TE Stand am
1. Jan. 2008
Inanspruch-
nahme
Auflösung/
Abgang
Konsolidie-
rungskreis-
änderungen
Zuführung Stand am
31. Dez. 2008
Langfristige
Rückstellungen
4.611 –506 –107 0 259 4.257
Kurzfristige
Rückstellungen
und abgegrenzte
Schulden 2.949 –1.244 –560 0 1.515 2.660
7.560 –1.750 –667 0 1.774 6.917

4.11 Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten entfallen auf nachstehende Sachverhalte:

> in TE 31. Dez. 2008 31. Dez. 2007
Darlehen von Kreditinstituten, langfristig 4.924 5.240
Verbindlichkeiten aus Finance-Lease, langfristig 6.971 6.990
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 0 10
Sonstige 986 1.037
Verbindlichkeiten, langfristig 12.881 13.277
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 748 909
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 7.767 10.083
Verbindlichkeiten aus Finance-Lease, kurzfristig 299 278
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, kurzfristig 8.814 11.270
Steuerschulden aus Ertragsteuern 1.476 2.692
Darlehen von Kreditinstituten, kurzfristig 675 874
Kontokorrentkredite von Kreditinstituten 1.654 2.556
Sonstige Verbindlichkeiten 9.538 8.309
Sonstige Verbindlichkeiten, kurzfristig 11.867 11.739
Verbindlichkeiten 35.038 38.978

Zum 31. Dezember 2008 verfügte der Konzern über nicht in Anspruch genommene Kreditlinien in Höhe von 13.629 T E (Vorjahr: 2.033 T E).

Rechnungsabgrenzungsposten in Höhe von 1.483 T E (Vorjahr: 1.584 T E).

Die Verbindlichkeiten, gegliedert nach Restlaufzeiten, setzen sich wie folgt zusammen:

Verbindlichkeiten in Höhe von 7.569 T E (Vorjahr: 6.337 T E) waren durch Grundpfandrechte und andere Sicherheiten besichert.

> in TE Gesamt Bis zu 1 Jahr 1 bis 5 Jahre Über 5 Jahre
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 7.253 2.329 4.235 689
Vorjahr 8.670 3.430 4.347 893
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 7.269 299 1.181 5.789
Vorjahr 7.268 278 973 6.017
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 748 748 0 0
Vorjahr 920 910 10 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 7.767 7.767 0 0
Vorjahr 10.083 10.083 0 0
Sonstige Verbindlichkeiten 12.001 11.016 985 0
Vorjahr 12.037 11.000 1.037 0
31. Dezember 2008 35.038 21.964 6.401 6.478
Vorjahr 38.978 25.701 6.367 6.910

Die sonstigen Verbindlichkeiten in Höhe von 12.001 T E (Vorjahr: 12.037 T E) beinhalten im Wesentlichen Ertragsteuerverbindlichkeiten in Höhe von 1.476 T E (Vorjahr: 2.692 T E), abgefundene Pensionsansprüche in Höhe von 806 T E (Vorjahr: 930 T E), Personalverbindlichkeiten in Höhe von 3.747 T E (Vorjahr: 5.240 T E), Umsatzsteuerverbindlichkeiten in Höhe von 1.356 T E (Vorjahr: 1.004 T E) sowie andere kurzfristige Verbindlichkeiten und passive Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten beinhalten Kontokorrentkredite mit Zinssätzen zwischen 8,25 und 9,35%. Die daraus resultierenden Zinsaufwendungen werden im Zinsergebnis ausgewiesen, Zinsschulden werden in der Regel quartalsweise beglichen. Wesentliche Abweichungen zwischen Buchwert und beizulegendem Zeitwert ergeben sich nicht.

Konzernbilanz Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung Entwicklung des Konzernanlagevermögens Konzern-Eigenkapitalspiegel Konzern-Kapitalflussrechnung Konzernanhang

Konzernunternehmen Bestätigungsvermerk

Weitere Konditionen der oben aufgeführten finanziellen Schulden:

Schulden aus Lieferungen und Leistungen sind nicht verzinslich und haben in der Regel eine Fälligkeit von 60 Tagen. Sonstige Schulden sind nicht verzinslich und haben eine durchschnittliche Fälligkeit von sechs Monaten.

Die Zuwendungen der öffentlichen Hand sind unter den sonstigen Verbindlichkeiten ausgewiesen und entwickelten sich wie folgt:

> in TE 31. Dez. 2008 31. Dez. 2007
Stand zum 1. Januar 0 4
Gewährte Zuwendungen
Berichtsjahr
173 0
Realisierung (Ausweis
unter "sonstige
betriebliche Erträge") 15 4
Stand zum
31. Dezember
158 0

4.12 Verpflichtungen aus Finanzierungsleasingverhältnissen

Aus einem Immobilienleasingvertrag sowie Maschinenleasingverträgen sind uns nach IAS 17 Leasinggegenstände wirtschaftlich zuzuordnen. Die Immobilie ist bis zum Jahr 2024 geleast. Zu verschiedenen Zeitpunkten ist ein Erwerb der Immobilie gegen Zahlung des Barwerts der ausstehenden Leasingraten möglich. Der Abzinsungssatz beträgt 6,25%. Die jährlichen Leasingraten betragen derzeit 647 T E. Die kumulierten, nicht abgezinsten Verpflichtungen aus diesem Leasingvertrag betragen zum Bilanzstichtag 9.741 T E. Die Maschinen wurden 2008 angeschafft und bis 2014 geleast. Der Abzinsungssatz beläuft sich auf 5,99%. Die jährlichen Leasingraten betragen 69 T E. Der Nominalwert der Verpflichtung beträgt am 31. Dezember 2008 412 T E.

In Summe ergeben sich folgende Zurechnungen:

> in TE
Gebäude
Anschaffungskosten
Stand 1. Januar 2008 7.837
Veränderungen 2008 0
Stand 31. Dezember 2008 7.837
Abschreibungen
Stand 1. Januar 2008 1.508
Abschreibungen 2008 232
Stand 31. Dezember 2008 1.740
Buchwert zum 31. Dezember 2008 6.097
Technische Anlagen und Maschinen
Anschaffungskosten
Stand 1. Januar 2008 0
Veränderungen 2008 338
Stand 31. Dezember 2008 338
Abschreibungen
Stand 1. Januar 2008 0
Abschreibungen 2008 25
Stand 31. Dezember 2008 25
Buchwert zum 31. Dezember 2008 313

Die Überleitung der künftigen Mindestleasingverpflichtungen des Konzerns bezüglich der Leasingverträge auf deren Barwert aus den Finanzierungsleasingverhältnissen wird aus der nachfolgenden Tabelle ersichtlich:

2008 > in TE Nominalwert Abzinsungs-
betrag
Barwert
Gebäude 647 469 178
Technische Anlagen und Maschinen 69 21 48
Restlaufzeit bis 1 Jahr 716 490 226
Gebäude 2.590 1.757 833
Technische Anlagen und Maschinen 274 49 225
Restlaufzeit 1–5 Jahre 2.864 1.806 1.058
Gebäude 6.504 715 5.789
Technische Anlagen und Maschinen 69 4 65
Restlaufzeit über 5 Jahre 6.573 719 5.854
Gesamt 10.153 3.015 7.138
2007 > in TE Nominalwert Abzinsungs-
betrag
Barwert
Gebäude Restlaufzeit bis 1 Jahr 647 479 168
Gebäude Restlaufzeit 1–5 Jahre 2.590 1.807 783
Gebäude Restlaufzeit über 5 Jahre 7.151 1.134 6.017
Gesamt 10.388 3.420 6.968

5. Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

Die Angaben in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung sind maßgeblich durch die erstmalige Einbeziehung der Taller-Gruppe mit zwölf Monaten im Jahr 2008 beeinflusst, welche aufgrund des Erstkonsolidierungszeitpunkts in den Vergleichszahlen des Vorjahres nur mit vier Monaten enthalten ist.

5.1 Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse des Konzerns setzen sich wie folgt zusammen:

> in TE 2008 2007
Erlöse aus dem Verkauf
von Gütern
137.380 103.762
Erlöse aus langfristigen
Fertigungsaufträgen (PoC)
174 795
Erlöse aus dem
Erbringen von Dienst
leistungen 16.246 13.265
153.800 117.822

Die Erlöse aus Fertigungsaufträgen (PoC) setzen sich zusammen aus:

> in TE 2008 2007
Angefallene
Auftragskosten
147 586
Realisierte Gewinne 27 209
Verrechnete Verluste 0 0
Auftragserlöse 174 795

Die Aufgliederung der Umsatzerlöse nach Segmenten wird aus der Segmentberichterstattung unter Punkt 10 ersichtlich.

5.2 Forschungs- und Entwicklungskosten

Gemäß IAS 38 sind nicht auftragsbezogene Entwicklungskosten, sofern sie nicht für Grundlagenforschung oder nicht auftragsbezogen anfallen, aktivierungspflichtig, wenn die Voraussetzungen des IAS 38.57 erfüllt sind.

Im Jahr 2008 wurde ausschließlich nicht auftragsbezogene Produktentwicklung betrieben. Die angefallenen Entwicklungskosten der Projekte in Höhe von 6.029 T E (Vorjahr: 4.944 T E) sind als Aufwand in der Berichtsperiode erfasst worden.

5.3 Sonstige betriebliche Erträge

> in TE 2008 2007
Erträge aus Währungs
differenzen
2.638 1.055
Erträge aus Mezzanine
Finanzierungen
926 716
Erträge aus der Auflö
sung von Rückstellungen
875 1.631
Grundstücks- und Miet
erträge aus als Finanzin
vestitionen gehaltenen
Immobilien
513 570
Grundstücks- und Miet
erträge aus sonstigen
Immobilien
75 93
Zuwendungen der
öffentlichen Hand
15 4
Erträge aus der Herab
setzung von Wertberich
tigungen zu Forderungen
129 18
Erträge aus Abgängen
von Sachanlagen
47 66
Erträge aus der Auflösung
eines negativen Unter
schiedsbetrags aus der
Kapitalkonsolidierung
0 8.774
Erträge aus Wertaufho
lungen auf Sachanlagen
0 211
Übrige 2.079 1.677
7.297 14.815

Konzernbilanz Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung Entwicklung des Konzernanlagevermögens Konzern-Eigenkapitalspiegel Konzern-Kapitalflussrechnung

Die Erträge aus Währungsdifferenzen ergaben sich insbesondere aus der Umrechnung von Türkischer Lira und chinesischem Renminbi und erhöhten sich gegenüber 2007 vor allem durch die erstmals ganzjährige Einbeziehung der Taller-Gruppe.

5.4 Materialaufwand

> in TE 2008 2007
Aufwendungen für Roh-,
Hilfs- und Betriebsstoffe
und für bezogene Waren –70.179 –50.537
Aufwendungen für
bezogene Leistungen –2.768 –2.311
–72.947 –52.848

5.5 Personalaufwand

> in TE 2008 2007
Löhne und Gehälter –38.965 –31.741
Soziale Abgaben
und Aufwendungen
für Altersversorgung
und Unterstützung
–7.076 –5.305
–46.041 –37.046

Die sozialen Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung enthalten u. a. Versorgungsansprüche in Höhe von 220 T E (Vorjahr: 223 T E), da die IFRS-Bewertung der Pensionsrückstellungen im Berichtsjahr wie im Vorjahr zu Erträgen führte, sowie die landesüblichen Aufwendungen zur staatlichen Rentenversicherung der Arbeitnehmer. Zudem bestehen für Mitarbeiter des Konzerns, auf eigene Kosten, diverse private Zusatzabsicherungen für die Altersversorgung.

Im Jahresdurchschnitt wurden beschäftigt:

2008 2007
Gewerbliche
Arbeitnehmer 1.210 864
Angestellte 476 342
1.686 1.206

Am Bilanzstichtag 31. Dezember 2008 belief sich die Beschäftigtenzahl auf 1.558 Personen (Vorjahr: 1.564). Davon waren 698 Mitarbeiter in Deutschland tätig, 484 in sonstigen Mitgliedsländern der Europäischen Union sowie 376 in anderen Nationen, insbesondere in der VR China.

5.6 Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen

> in TE 2008 2007
Planmäßige Abschrei
bungen auf immaterielle
Vermögenswerte –1.901 –1.384
Wertminderungen auf
immaterielle
Vermögenswerte –1.385 0
Planmäßige Abschrei
bungen auf Sachanlagen –6.114 –3.449
Wertminderungen auf
Sachanlagen –1.667 0
Planmäßige Abschrei
bungen auf als Finanz
investitionen gehaltene
Immobilien –137 –136
–11.204 –4.969

101

> in TE 2008 2007
Transportkosten –2.822 –2.084
Sonst. Betriebskosten –2.604 –1.486
Sonst. Verwaltungskosten –2.312 –1.788
Währungskursdifferenzen –2.246 –1.268
Reparaturen und Instand
haltung
–1.887 –1.217
Energiekosten –1.886 –890
Rechts-/Beratungskosten –1.428 –1.513
Reisekosten –1.454 –1.061
Sonstige Vertriebskosten –1.396 –931
Kfz-Kosten –1.331 –1.105
Mieten und Pachten –1.191 –801
Personal-Leasing –1.184 –727
Versicherungen –860 –564
Kommunikationskosten –768 –729
Provisionen –750 –599
Grundstücksaufwen
dungen für als Finanz
investitionen gehaltene
Immobilien
–273 –308
Grundstücksaufwen
dungen für sonstige
Immobilien
–95 –131
Steuernachzahlung aus
Dividende 2006
0 –1.400
Einzelwertberichtigungen –160 –174
Übrige –1.722 –888
–26.369 –19.664

5.7 Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die Erhöhung aller Kostenpositionen resultiert im Wesentlichen aus der Einbeziehung der Taller-Gruppe, die aufgrund der Erstkonsolidierung im Jahr 2007 in den Vergleichszahlen des Vorjahres nur mit vier Monaten enthalten ist.

Der Anstieg der Währungskursdifferenzen liegt insbesondere an der ganzjährigen Einbeziehung der drei Auslandstochtergesellschaften der Taller GmbH.

5.8 Beteiligungsergebnis

Das Beteiligungsergebnis enthält die Ergebnisbeiträge der dem betrieblichen Bereich zugeordneten finanziellen Vermögenswerte, die unter den Finanzanlagen ausgewiesen sind. Diese stellen den gesamten Anteilsbesitz der nicht konsolidierten – einschließlich der assoziierten – Unternehmen dar. Im Beteiligungsergebnis werden sämtliche Erträge und Aufwendungen gezeigt, die im Zusammenhang mit diesen Beteiligungen entstanden sind. Wie im Vorjahr wird keines der assoziierten Unternehmen nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen, da ihr Einfluss auf die Ertragslage des Konzerns gering ist.

> in TE 2008 2007
Erträge aus Beteiligungen 0 2.500
Wertminderungen auf
Beteiligungen bzw.
Finanzanlagen –242 –1.496
Erträge aus dem Abgang
von Beteiligungen 0 1.667
–242 2.671

Im Berichtsjahr konnten aus den nicht konsolidierten verbundenen Unternehmen sowie den Minderheitsbeteiligungen des Konzerns keine Beteiligungserträge vereinnahmt werden. Die Beteiligung FRAKO North Europe Oy musste 2008 vollständig wertberichtigt werden.

Konzernbilanz Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung Entwicklung des Konzernanlagevermögens Konzern-Eigenkapitalspiegel Konzern-Kapitalflussrechnung

Konzernanhang Konzernunternehmen Bestätigungsvermerk

5.9 Finanzergebnis 5.10 Ertragsteuern

> in TE 2008 2007
Finanzerträge:
Zinserträge aus
Darlehen 889 290
Zinserträge aus Gut
haben und Einlagen
bei Kreditinstituten 2.669 3.280
Abzinsung der lang
fristigen Rückstellungen 28 24
Zinsen und ähnliche
Erträge 3.586 3.594
Kurserträge aus Wertpa
pieren und Erträge aus
Optionen 2.155 2.779
Dividendenerträge aus
Wertpapieren 189 0
Wertaufholungen auf
Wertpapiere 0 0
Erträge aus Wert
papiergeschäften 2.344 2.779
5.930 6.373
Finanzaufwendungen:
Aufwendungen aus Dar
lehen und Kontokorrent
krediten –1.543 –465
Aufwendungen aus
Finanzierungsleasing –452 –470
Zinsen und ähnliche
Aufwendungen –1.995 –935
Aufwendungen aus
Wertpapieren und
Optionen –9.615 –3.178
Wertminderung von
Wertpapieren
–45.719 –3.086
Aufwendungen aus
Wertpapiergeschäften –55.334 –6.264
–57.329 –7.199

Die Ertragsteuern umfassen die inländische Körperschaftsteuer einschließlich des Solidaritätszuschlags sowie die Gewerbesteuer. Vergleichbare Steuern der ausländischen Tochtergesellschaften sind ebenfalls unter dieser Position ausgewiesen.

Durch das Gesetz zur Unternehmensteuerreform 2008 wurden die nominalen Unternehmensteuersätze für deutsche Gesellschaften deutlich gesenkt. Zum Veranlagungszeitraum 2008 wurde der Körperschaftsteuersatz von 25 auf 15% abgesenkt. Die Gewerbesteuermesszahl wurde von 5 auf 3,5% reduziert. Allerdings entfällt die Möglichkeit, die Gewerbesteuer als Betriebsausgabe abzuziehen.

Für die Berechnung der latenten Steuern wird daher ein Steuersatz von 29% (Vorjahr: 29%) herangezogen.

Die Ertragsteuern setzen sich wie folgt zusammen:

> in TE 2008 2007
Tatsächliche
Ertragsteuern:
Tatsächliche Ertrag
steuern des laufenden
Geschäftsjahres
–2.853 –3.497
Ertragsteuern Vorjahre 95 93
Latente Steuern:
Entstehung und Umkeh
rung temporärer
Differenzen 3.444 3.263
Aktivierung steuerlicher
Verlustvorträge
84 –1.524
770 –1.665

Die Erträge aus Ertragsteuern für Vorjahre resultieren insbesondere aus der Auflösung von Rückstellungen. Die Ertragsteuersätze der einzelnen Gesellschaften liegen zwischen 0% und 31,9% (Vorjahr: 0% und 40,1%). Der zur Abgrenzung der latenten Steuern verwendete Steuersatz in Höhe von 29,0% (Vorjahr: 29,0%) ermittelt sich wie folgt:

2008 % 2007 %
Ergebnis vor Steuern 100,0 100,0
13,3% Gewerbesteuer 13,3 13,3 13,3 13,3
86,7 86,7
15,0% Körperschaftsteuer 15,0 15,0 15,0 15,0
5,5% Solidaritätszuschlag 0,7 0,7 0,7 0,7
71,0 29,0 71,0 29,0

Der tatsächliche Steueraufwand lässt sich wie folgt vom theoretischen Steueraufwand überleiten:

Ergebnis vor Steuern
Theoretischer Steueraufwand 29,0% (Vorjahr: 29,0%)
Steuereffekte auf:
Änderung Konzernsteuersatz von 38,0 auf 29,0%
Abweichende ausländische Steuersätze
–44.817
12.997
21.611
–6.267
0 416
–36 53
Abweichende inländische Steuersätze –28 0
Nutzung bislang nicht angesetzter latenter Steuern auf Verlustvorträge 711 3.015
Aufwertung aktiver latenter Steuern wegen geänderter Nutzungsmöglichkeiten 1.159 1.583
Abwertung aktiver latenter Steuern wegen geänderter Nutzungsmöglichkeiten –2.258 0
Aufgrund steuerlicher Vorschriften nicht oder außerhalb des Prognosezeitraums
berücksichtigungsfähige Verluste
–11.575 0
Auswirkung Steuern auf Vorjahre 95 94
Steuerlich nicht abzugsfähige Aufwendungen –347 –1.114
Steuerfreie Beteiligungserträge beziehungsweise Beteiligungsveräußerungen 0 725
Sonstige 52 –170
Effektiver Steueraufwand 770 –1.665
Effektiver Steuersatz –1,7% –7,7 %

Konzernbilanz Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung Entwicklung des Konzernanlagevermögens Konzern-Eigenkapitalspiegel Konzern-Kapitalflussrechnung

Konzernanhang Konzernunternehmen

Bestätigungsvermerk

Die aktiven und passiven latenten Steuern verteilen sich wie folgt:

Passive latente Steuern > in TE Konzernbilanz
2008
Konzernbilanz
2007
Konzern-GuV
2008
Konzern-GuV
2007
Immaterielle Vermögenswerte 45 48 3 19
Sachanlagen 15 788 773 101
Finanzanlagen 2.355 3.378 1.023 93
Vorräte 101 0 –101 231
Sonstige Aktiva 2.522 3.751 1.229 2.838
Rückstellungen 337 0 –337 2
Sonstige Passiva 2.945 3.092 147 881
Saldierung –4.853 –2.714 0 0
3.466 8.343 2.738 4.165
Aktive latente Steuern > in TE Konzernbilanz
2008
Konzernbilanz
2007
Konzern-GuV
2008
Konzern-GuV
2007
Immaterielle Vermögenswerte 596 722 –126 –224
Sachanlagen 0 0 0 0
Finanzanlagen 52 48 4 –9
Vorräte 129 114 15 –36
Sonstige Aktiva 597 222 375 –40
Rückstellungen 1.168 689 479 –711
Finanzierungsleasing 211 189 22 33
Steuerliche Verlustvorträge 4.750 4.666 84 –1.524
Sonstige Passiva 51 114 –63 85
Saldierung –4.853 –2.714 0 0
2.701 4.050 790 –2.426
Latenter Steuerertrag/(-aufwand) 0 0 3.528 1.739
Passive ./. aktive latente Steuern 765 4.293 0 0

Im Zuge der Erstkonsolidierung der Taller-Gruppe wurden im Vorjahr aktive latente Steuern von 1.279 T E und passive latente Steuern von 5.365 T E ergebnisneutral gebildet.

> in TE 2008 2007
Verluste laut Gesell
schaften (steuerlich
anerkannt) 230.669 211.332
Aktive latente Steuern,
brutto
65.715 59.768
Nicht aktivierte latente
Steuern auf Verlustvor
träge 60.965 55.102
Aktive latente Steuern,
netto
4.750 4.666

Die latenten Steueransprüche auf Verlustvorträge ermitteln sich wie folgt:

Die Positionen enthalten im Wesentlichen latente Steuern auf steuerliche Verlustvorträge, deren Realisierung mit ausreichender Sicherheit gewährleistet ist. Die aktiven latenten Steuern auf steuerliche Verlustvorträge wurden nach Maßgabe der Aufwands- und Ertragsplanung für die nächsten drei Geschäftsjahre der AdCapital AG (Mutterunternehmen) und für die nächsten drei Geschäftsjahre der AdCapital Beteiligungs AG, der BET GmbH, der EW Hof Antriebe und Systeme GmbH und der Taller GmbH (Tochtergesellschaften) bilanziert.

Bei der Taller GmbH wurden erhebliche Restrukturierungsmaßnahmen eingeleitet. Diese lassen vermuten, dass die aktuellen steuerlichen Verlustvorträge durch entsprechende Erträge in der Zukunft nutzbar sein werden.

Aus Zahlungen von Dividenden an die Anteilseigner ergeben sich grundsätzlich keine ertragsteuerlichen Konsequenzen.

5.11 Anteile anderer Gesellschafter

> in TE 2008 2007
Verlustanteile (–)/
Gewinnanteile (+)
anderer Gesellschafter –228 4.265

5.12 Ergebnis je Aktie

Die Ermittlung des Ergebnisses je Aktie erfolgt nach den Vorgaben des IAS 33 ("Earnings per Share") mittels Division des Konzernergebnisses durch die durchschnittliche gewichtete Anzahl der während des Geschäftsjahres ausgegebenen Aktien. Das unverwässerte Ergebnis je Aktie berücksichtigt keine Optionen und ergibt sich, indem das auf die Aktien entfallende Nettoergebnis nach Anteilen Dritter durch die durchschnittliche Zahl der Aktien dividiert wird. Ein verwässertes Ergebnis je Aktie liegt dann vor, wenn aus dem Stammkapital neben Stammaktien auch Eigenkapitalinstrumente ausgegeben werden, die zukünftig zu einer Erhöhung der Aktienzahl führen könnten. Optionen oder Optionsscheine werden dabei nur berücksichtigt, wenn der durchschnittliche Börsenkurs der Stammaktien während der Berichtsperiode den Ausübungspreis der Optionen oder Optionsscheine übersteigt. Dieser Effekt wird entsprechend ermittelt und angegeben. Da zum Berichtszeitpunkt keine Eigenkapitalinstrumente ausstanden, die zukünftig zu einer Erhöhung der Aktienzahl führen könnten, besteht zwischen dem unverwässerten und dem verwässerten Ergebnis je Aktie kein Unterschied.

> in TE 2008 2007
Jahresfehlbetrag/
-überschuss nach
Anteilen Dritter –43.819 15.681
Durchschnittliche Zahl
der im Umlauf
befindlichen Aktien
in 1.000 Stück 14.232 14.537
Durchschnittliche Zahl
der für die Berechnung
des verwässerten Er
gebnisses heranzuzie
henden Aktien
in 1.000 Stück 14.232 14.537
Ergebnis je Aktie in E,
unverwässert
–3,07 1,08
Ergebnis je Aktie in E,
verwässert
–3,07 1,08

Da die Gesellschaft zum Bilanzstichtag keine in Stammaktien wandelbaren Eigenkapitalinstrumente ausstehen hat, entspricht die Anzahl der unverwässerten Aktien der Anzahl der verwässerten Aktien.

Konzernbilanz Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung Entwicklung des Konzernanlagevermögens Konzern-Eigenkapitalspiegel Konzern-Kapitalflussrechnung

Konzernanhang Konzernunternehmen Bestätigungsvermerk

Die durchschnittlich im Umlauf befindlichen Aktien haben sich wie folgt entwickelt:

Datum Ausgegebene
Aktien
Eigene
Aktien
Umlaufende
Aktien
Gewichteter
Durchschnitt
1. Januar 2008
Aktienrückkäufe
15.000.000 495.002
387.878
14.504.998
–387.878
14.536.947
–304.797
31. Dezember 2008 15.000.000 882.880 14.117.120 14.232.150
1. Januar 2007 15.000.000 459.502 14.540.498 12.110.442
Aktienrückkäufe 35.500 –35.500 –2.426.505
31. Dezember 2007 15.000.000 495.002 14.504.998 14.536.947

Im Zeitraum zwischen dem Bilanzstichtag und der Aufstellung des Konzernabschlusses wurden weitere 223.763 eigene Aktien durch die Gesellschaft börslich sowie außerbörslich erworben.

Gezahlte und vorgeschlagene Dividenden

Im Berichtsjahr wurde an die Aktionäre der AdCapital AG eine Dividendensumme von 7.113 T E ausgeschüttet (Vorjahr: 7.270 T E).

Der Jahresabschluss der AdCapital AG zum 31. Dezember 2008 weist einen Bilanzgewinn von 7.343 T E aus. Der Hauptversammlung wird vorgeschlagen, den Bilanzgewinn für eine Dividende in Höhe von 6.947 T E beziehungsweise 0,50 E für 13.893.357 dividendenbezugsberechtigte Stückaktien zu verwenden.

6. Haftungsverhältnisse und finanzielle Verpflichtungen

Die Haftungsverhältnisse des AdCapital-Konzerns ergeben sich wie folgt:

> in TE 31. Dez. 2008 31. Dez. 2007
Bürgschaften 3.939 4.384
Sonstige 285 229
Haftungsverhältnisse 4.224 4.613

Aus einem Schuldbeitritt im Rahmen einer gesamtschuldnerischen Haftung für einen langfristigen Immobilienvertrag bestehen per 31. Dezember 2008 Verpflichtungen in Höhe von 5.865 T E (Vorjahr: 6.300 T E). Davon werden zum Abschlussstichtag 1.972 T E (Vorjahr: 2.065 T E) als Rückstellungen für ungewisse Verbindlichkeiten ausgewiesen, da hier mit einer über 50%igen Eintrittswahrscheinlichkeit für eine Inanspruchnahme gerechnet wird.

Die finanziellen Verpflichtungen setzen sich wie folgt zusammen:

Fälligkeiten > in TE Gesamt 2009 2010–2013 Ab 2014
Bestellobligo 12.991 12.848 143 0
Vorjahr 19.429 18.990 439 0
Mietverträge, Pachtverträge 4.214 1.064 2.995 155
Vorjahr 3.904 1.247 2.657 0
Leasingverträge 3.536 1.490 2.046 0
Vorjahr 4.110 1.490 2.620 0
Gesamte finanzielle Verpflichtungen 20.741 15.402 5.184 155
Vorjahr 27.443 21.727 5.716 0

7. Angaben zur Kapitalflussrechnung

Die Kapitalflussrechnung zeigt, wie sich der Finanzmittelfonds des AdCapital-Konzerns im Berichtsjahr und Vorjahr durch Mittelzuflüsse und -abflüsse verändert hat. Dabei wurden Zahlungsströme entsprechend IAS 7 nach dem Mittelzufluss/-abfluss aus laufender Geschäfts-, Investitions- und Finanzierungstätigkeit gegliedert. Die von den ausländischen Beteiligungsgesellschaften ausgewiesenen Beträge werden grundsätzlich zu Jahresdurchschnittskursen umgerechnet. Hiervon abweichend wird die Liquidität, wie in der Bilanz, zum Stichtagskurs angesetzt. Der Einfluss von Wechselkursänderungen auf die Zahlungsmittel wird gesondert gezeigt. Die Veränderungen aus Anpassungen der aktiven und passiven latenten Steuern werden separat ausgewiesen.

Die Cashflows aus der Investitions- und Finanzierungstätigkeit werden zahlungsbezogen ermittelt. Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit wird demgegenüber ausgehend vom Konzernjahresergebnis indirekt abgeleitet. Im Rahmen der indirekten Ermittlung werden die berücksichtigten Veränderungen von Bilanzpositionen im Zusammenhang mit der laufenden Geschäftstätigkeit um Effekte aus der Währungsumrechnung und aus Konsolidierungskreisänderungen bereinigt. Dabei entstehen Unterschiede im Vergleich zu den Veränderungen der betreffenden Bilanzpositionen in der Konzernbilanz.

Der Cashflow aus der betrieblichen Geschäftstätigkeit beträgt 16.407 T E (Vorjahr: 8.896 T E) und erklärt sich im Verhältnis zum betrieblichen Ergebnis durch hohe, nicht zahlungswirksame sowie außerplanmäßige Wertberichtigungen auf immaterielle Vermögenswerte sowie Sachanlagen. Das hohe negative Finanzergebnis hat den Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit nicht beeinflusst, da dieses weitgehend aus Buchverlusten resultiert.

Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit von –1.366 T E (Vorjahr: –25.284 T E) ist durch rückläufige Wertpapieranlagen zur Sicherung der laufenden Liquidität sowie zur Finanzierung der Dividenden sowie Aktienrückkäufe begründet.

Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit beträgt –15.571 T E (Vorjahr: –6.088 T E) und resultiert im Wesentlichen aus Dividendenzahlungen an die AdCapital-Aktionäre und an Minderheitsgesellschafter sowie aus getätigten Aktienrückkäufen.

Der Finanzmittelfonds umfasst alle in der Bilanz ausgewiesenen Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, soweit sie eine ursprüngliche Fälligkeit von weniger als drei Monaten haben. Zum Bilanzstichtag setzt sich der Finanzmittelfonds wie folgt zusammen:

Im Zusammenhang mit der letztjährigen Konsolidierungskreisänderung durch den Erwerb der Taller-Gruppe verweisen wir auf die ergänzenden Angaben zur Konzern-Kapitalflussrechnung auf Seite 69.

8. Zielsetzungen und Methoden des Finanzrisikomanagements

Die Zielsetzung der gemäß IFRS 7 geforderten Anhangsangaben sind die Vermittlung von entscheidungsrelevanten Informationen über die Höhe, den Zeitpunkt und die Wahrscheinlichkeit des Eintretens von künftigen Cashflows, die aus Finanzinstrumenten resultieren, sowie eine Abschätzung der aus Finanzinstrumenten resultierenden Risiken.

Der AdCapital-Konzern setzt sich aus Gesellschaften unterschiedlicher Branchen zusammen, deren übliche Geschäftstätigkeit eine Vielzahl vertraglicher Vereinbarungen beinhaltet, die zur Entstehung finanzieller Vermögenswerte oder finanzieller Verbindlichkeiten führen.

Ein Finanzinstrument ist ein Vertrag, der gleichzeitig bei dem einen Unternehmen zu einem finanziellen Vermögenswert und bei dem anderen Unternehmen zu einer finanziellen Verbindlichkeit oder einem Eigenkapitalinstrument führt. Finanzielle Vermögenswerte umfassen neben den liquiden Mitteln vor allem unverbriefte Forderungen, wie Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Ausleihungen und Darlehensforderungen, sowie verbriefte Forderungen, wie Schecks, Wechsel oder Schuldverschreibungen. Ebenso können unter dem Begriff finanzielle Vermögenswerte auch bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen und zu Handelszwecken gehaltene Derivate verstanden werden. Finanzielle Verbindlichkeiten hingegen begründen in der Regel eine vertragliche Verpflichtung zur Rückgabe liquider Mittel oder anderer finanzieller Vermögenswerte.

Konzernbilanz Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung Entwicklung des Konzernanlagevermögens Konzern-Eigenkapitalspiegel Konzern-Kapitalflussrechnung Konzernanhang Konzernunternehmen

Bestätigungsvermerk

Dazu zählen insbesondere Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, Anleihen, Verbindlichkeiten aus der Annahme gezogener Wechsel und der Ausstellung eigener Wechsel sowie geschriebene Optionen und derivative Finanzinstrumente mit negativem Fair Value.

Die wesentlichen durch den Konzern verwendeten Finanzinstrumente – mit Ausnahme derivativer Finanzinstrumente – umfassen Bankdarlehen und Kontokorrentkredite, Finanzierungsleasing und Schulden aus Lieferungen und Leistungen. Der Hauptzweck dieser Finanzinstrumente ist die Finanzierung der Geschäftstätigkeit des Konzerns. Der Konzern verfügt über verschiedene finanzielle Vermögenswerte wie z.B. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Wertpapierbesitz sowie Zahlungsmittel und kurzfristige Einlagen, die unmittelbar aus seiner Geschäftstätigkeit resultieren.

Zusätzlich verfügt der Konzern auch über derivative Finanzinstrumente. Hierzu gehören vor allem Aktienoptionen, sowohl verbriefte als auch nicht verbriefte (Futures). Diese derivativen Finanzinstrumente werden vor allem in der AdCapital AG zu Spekulations-, Bestandserwerbsvorbereitungs- sowie Absicherungszwecken im Rahmen der Vermögensverwaltungsstrategie eingesetzt. Die sich aus den Finanzinstrumenten ergebenden wesentlichen Risiken des Konzerns umfassen Zinsänderungs-, Liquiditäts-, Währungs- und Kreditrisiken. Der Vorstand erschließt Strategien und Verfahren zur Steuerung einzelner Risikoarten. Zielsetzung der Gesellschaft im Rahmen des Finanzrisikomanagements ist es, die nachfolgend dargestellten Risiken durch die angeführten Methoden zu reduzieren.

Zinsänderungsrisiko

Das Zinsänderungsrisiko von Schwankungen der Marktzinssätze, dem der Konzern ausgesetzt ist, resultiert zum überwiegenden Teil aus Wertschwankungen von im Besitz des Konzerns befindlichen festverzinslichen Wertpapieren während der Haltedauer sowie zum geringeren Teil aus variabel verzinslichen Bankverbindlichkeiten (vor allem Kontokorrentkredite). Bankdarlehen werden nahezu ausschließlich zu festen Zinssätzen aufgenommen, so dass sich ein Zinsänderungsrisiko auf die gegebenenfalls notwendige Anschlussfinanzierung beschränkt. Daher haben wir auf eine Darstellung des Zinsänderungsrisikos von variabel verzinslichen Finanzinstrumenten verzichtet. ForwardDarlehen und Zins-Swaps werden zurzeit im Konzern nicht zu Sicherungszwecken eingesetzt.

Die nachfolgende Tabelle zeigt die Sensitivität des Konzernergebnisses vor Steuern gegenüber einer nach vernünftigem Ermessen grundsätzlich möglichen Veränderung der Zinssätze, insbesondere der Marktrenditen von Unternehmensanleihen. Dabei werden für jedes Jahr die am 31. Dezember in festverzinslichen Wertpapieren gehaltenen Volumina zugrunde gelegt (2008: 49.965 T E, 2007: 96.177 T E). Das Ausmaß der Zinsänderung wurde an die im Berichtsjahr beobachteten Marktentwicklungen bei Unternehmensanleihen von Emittenten der Euro-Zone mit BBB- beziehungsweise BB-Rating angepasst. Somit ergibt sich folgendes theoretische Zinsänderungsrisiko (100 Basispunkte = 1%):

Auswirkungen auf das Konzernergebnis vor Steuern/Eigenkapitaleffekte

> in TE 2008 2007
Erhöhung um 360
Basispunkte (Vj. 40 BP)
–1.799 –385
Erhöhung um 1200
Basispunkte (Vj. 200 BP)
–5.996 –1.924
Verringerung um 360
Basispunkte (Vj. 100 BP)
1.799 967
Verringerung um 1200
Basispunkte (Vj. 350 BP)
5.996 3.366

Bei obiger Darstellung wird eine unmittelbare Auswirkung einer Zinssatzänderung auf das Konzernergebnis auch in Fällen von festverzinslichen Wertpapieren unterstellt. Die Zinssensitivität ergibt sich bei diesen Anlagen durch eine Anpassung des beizulegenden Zeitwerts bei Änderung des (Markt-)Zinssatzes.

Da alle hier dargestellten, dem Zinsänderungsrisiko ausgesetzten festverzinslichen Finanzinstrumente nach IAS 39 der Kategorie "zu Handelszwecken gehalten" zugeordnet wurden, sind die hypothetischen Zinsänderungseffekte in Gewinn- und Verlustrechnung sowie Eigenkapital identisch.

Währungsrisiko

Der Konzern schließt bei Bedarf zur Steuerung des Wechselkursrisikos, resultierend aus dem Cashflow aus (erwarteten) Geschäftsaktivitäten und Finanzierungsmaßnahmen, die auf Fremdwährungen lauten, unterschiedliche Arten von Devisenverträgen ab. Das Transaktionsrisiko wird in jeder relevanten Fremdwährung berechnet, unter Einschluss der in Fremdwährung angegebenen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten sowie bestimmter bilanzunwirksamer Posten wie fester und wahrscheinlicher Kauf- und Verkaufsverpflichtungen. Die Währungsrisiken des Konzerns sind auf seine weltweite Geschäftstätigkeit und den Betrieb von Produktionsstätten und Vertriebseinrichtungen in verschiedenen Ländern zurückzuführen. Jene sind insgesamt von untergeordneter Bedeutung, da Umsatzerlöse ganz überwiegend in der Euro-Zone erzielt werden. Es existieren derzeit keine Konzerneinheiten in den USA und auch kein nennenswertes US-Geschäft. Zwei Konzernunternehmen in Hongkong, einem mittelbar an die Entwicklung des US-Dollars angebundenen Währungsraum, sind für die Vermögensund Ertragslage des Konzerns von untergeordneter Bedeutung, so dass wir aus einem weiteren Kursverlust des US-Dollars gegenüber der funktionalen Währung des Konzerns (E) keine wesentlichen Belastungen erwarten. Für die in den Konzerneinheiten in Tschechien, der Türkei und der VR China investierten Vermögenswerte erwarten wir aufgrund der prognostizierten Wechselkursentwicklung im Geschäftsjahr 2009 überwiegend negative Einflüsse auf die Vermögens- und Ertragslage des Konzerns.

Liquiditätsrisiken

Der Konzern benötigt ausreichende liquide Mittel zur Erfüllung seiner finanziellen Verpflichtungen. Liquiditätsrisiken entstehen durch die Möglichkeit, dass Kunden nicht in der Lage sind, etwaige Verpflichtungen gegenüber dem Unternehmen im Rahmen der normalen Handelsbedingungen zu erfüllen. Die Kreditwürdigkeit der Gruppe erlaubt die Beschaffung von liquiden Mitteln in ausreichendem Maße. Darüber hinaus sind noch nicht in Anspruch genommene Kreditlinien vorhanden.

Zur Steuerung dieses Risikos werden periodisch Einschätzungen der Zahlungsfähigkeit der Kunden vorgenommen. Liquiditätsrisiken könnten sich auch aus dem Fehlen eines liquiden Markts für Derivate ergeben. Zum Bilanzstichtag werden im Konzern allerdings nur marktgängige Papiere gehalten. In Einzelfällen ist es jedoch zu eingeschränkten Marktaktivitäten für Nachranganleihen gekommen.

Wegen des hohen Bestands an liquiden Mitteln und börsentäglich veräußerbaren Wertpapieren sowie der untergeordneten Bedeutung von Darlehensfinanzierungen durch Dritte bestehen auf Konzernebene derzeit keine Liquiditäts- oder Refinanzierungsrisiken.

Hinsichtlich der Restlaufzeiten der finanziellen Verbindlichkeiten wird auf Abschnitt 4.11 "Verbindlichkeiten" dieses Anhangs verwiesen.

Bonitäts- oder Ausfallrisiken beziehungsweise Kreditrisiko

Ausfallrisiken, d.h. Risiken, dass die Vertragspartner ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen, werden durch die Handhabung von Kreditgenehmigungen, die Festlegung von Obergrenzen und Kontrollverfahren, gesteuert. Wo es sachgerecht ist, beschafft sich das Unternehmen zusätzliche Sicherheiten in Form von Anrechten auf Wertpapiere oder vereinbart Globalverrechnungsverträge. Daneben werden vereinzelt Warenkreditversicherungen abgeschlossen, um zumindest einen Teil der Forderungsausfälle abzusichern. Ausfallrisiken werden darüber hinaus auch durch den Abschluss von Factoring-Verträgen verringert. Dabei handelt es sich um echtes Factoring. Das Ausfallrisiko geht bei diesen Verträgen vollständig auf die Factoring-Gesellschaft über. Zum 31. Dezember 2008 wurden 1.235 T E an Forderungen an die Factoring-Gesellschaft verkauft. Dabei gingen alle Chancen und Risiken auf die Gesellschaft über, daher wurden die Forderungen ausgebucht. Die Kosten für das im Berichtsjahr in Anspruch genomme Factoring betrugen 240 T E. In Einzelfällen wird zur Vermeidung von Ausfallrisiken eine Vorauszahlung von Leistungen mit den jeweiligen Kunden vereinbart.

Die Gesellschaft erwartet keine Forderungsausfälle bei Geschäftspartnern, die mit einer hohen Kreditwürdigkeit eingestuft wurden. Der AdCapital-Konzern hat keine wesentliche Konzentration von Kreditrisiken auf einen einzelnen Kunden oder eine bestimmte Kundengruppe. Ständige Kreditbeurteilungen werden hinsichtlich des finanziellen Zustands der Forderungen durchgeführt. Wo es angemessen ist, werden Ausfallversicherungen kontrahiert. Das maximale Ausfallrisiko ergibt sich aus den in der Bilanz abgebildeten Beträgen. Dabei finden erhaltene Sicherheiten keine Berücksichtigung.

Konzernbilanz Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung Entwicklung des Konzernanlagevermögens Konzern-Eigenkapitalspiegel Konzern-Kapitalflussrechnung

Konzernanhang Konzernunternehmen Bestätigungsvermerk

9. Finanzinstrumente

Der beizulegende Zeitwert von Finanzinstrumenten

Der beizulegende Zeitwert ist definiert als der Betrag, zu dem das betreffende Instrument in einer gegenwärtigen Transaktion (ausgenommen erzwungene Veräußerungen oder Liquidationen) zwischen sachverständigen, vertragswilligen und voneinander unabhängigen Geschäftspartnern getauscht werden könnte. Beizulegende Zeitwerte sind, je nach Sachlage, mit Hilfe von börsennotierten Marktpreisen, der Analyse von diskontierten Cashflow- oder Optionsmodellen zu ermitteln.

Zur Schätzung des beizulegenden Zeitwerts der einzelnen Klassen von Finanzinstrumenten werden die folgenden Verfahren und Annahmen verwendet:

Finanzielle Vermögenswerte und kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten

Der Buchwert flüssiger Mittel, anderer finanzieller Vermögenswerte und kurzfristiger finanzieller Verbindlichkeiten kommt dem beizulegenden Zeitwert durch die verhältnismäßig kurzfristige Fälligkeit dieser Finanzinstrumente sehr nahe. Wo keine börsennotierten Marktpreise verfügbar sind, werden die beizulegenden Zeitwerte öffentlich gehandelter Finanzinstrumente auf der Grundlage der börsennotierten Marktpreise für gleichartige oder ähnliche Vermögensanlagen geschätzt. Bei allen anderen Finanzinstrumenten ohne börsennotierten Marktpreis ist eine vernünftige Schätzung des beizulegenden Zeitwerts errechnet worden, die auf dem erwarteten Cashflow oder dem jeder Vermögensanlage zugrunde liegenden Reinvermögen basiert. Sämtliche Buchwerte berücksichtigen den Zeitwert der entsprechenden Positionen.

Derivative Finanzinstrumente

Als Sicherungsinstrumente eingesetzte Derivate mit positiven (negativen) Zeitwerten werden in Abhängigkeit von ihrer Laufzeit entweder als sonstige kurzfristige Vermögenswerte (Verbindlichkeiten) oder als sonstige langfristige Vermögenswerte (Verbindlichkeiten) klassifiziert. Derivative Finanzinstrumente, die nicht als Sicherungsinstrumente einzustufen sind, werden als zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte klassifiziert und mit dem Zeitwert bewertet; Änderungen des Zeitwerts werden in das Periodenergebnis einbezogen.

Die AdCapital AG setzt derivative Finanzinstrumente zu Spekulations-, Bestandserwerbsvorbereitungs- sowie Absicherungszwecken im Rahmen der Vermögensverwaltungsstrategie ein. Eingebettete Derivate aus strukturierten Finanzprodukten werden nicht separiert, da diese Finanzinstrumente zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden. Put-Optionen werden nur in dem Umfang gezeichnet, wie liquide Mittel beziehungsweise Kreditzusagen zur jederzeitigen Schließung der Optionen zur Verfügung stehen. Call-Optionen oder vergleichbare Derivate werden in der Regel nur auf vorhandene Aktien veräußert. Die tatsächliche Verpflichtung am Bilanzstichtag beträgt 1.820 T E (Vorjahr: 244 T E). Aus dieser Anlagestrategie wurden im Jahr 2008 Gesamterträge in Höhe von 599 T E vor beziehungsweise 599 T E nach Steuern (Vorjahr: 846 T E vor beziehungsweise 525 T E nach Steuern) erzielt.

Klassifizierung und beizulegender Zeitwert

Die beizulegenden Zeitwerte können unter Bezugnahme auf öffentlich notierte Marktpreise bestimmt werden.

Die folgende Tabelle zeigt die Überleitung der Bilanzpositionen auf die Klassen und Kategorien gemäß IAS 39 sowie die korrespondierenden Buchwerte und beizulegenden Zeitwerte der Finanzinstrumente:

31. Dezember 2008 Wertansatz nach IAS 39
> in TE Bewertungs-
kategorien
nach IAS 39
Buchwert Fair Value/
Beizulegen-
der Zeitwert
Fortgeführte
Anschaf-
fungskosten
Anschaf-
fungs-
kosten
Fair Value,
erfolgs-
wirksam
Wertansatz
nach
IAS 17
Aktiva
Langfristige Aktiva
Finanzanlagen 0 0 0 0 0 0
Finanzanlagen FA-AC 499 499 0 499 0 0
Finanzanlagen und sonstige
Forderungen
LaR 10.767 10.767 10.767 0 0 0
Kurzfristige Aktiva
Forderungen aus Lieferungen
und Leistungen
LaR 15.212 15.212 15.212 0 0 0
Wertpapiere und Zahlungs
mittel (Wertpapiere)
FA-HfT 59.413 59.413 0 0 59.413 0
Wertpapiere und Zahlungs
mittel (Zahlungsmittel)
LaR 17.975 17.975 17.975 0 0 0
Steuererstattungsansprüche
und sonstige Forderungen
LaR 6.899 6.899 6.899 0 0 0
Passiva
Langfristige Passiva
Verbindlichkeiten
(Finanzverbindlichkeiten) FL-AC 4.924 4.924 4.924 0 0 0
Verbindlichkeiten
(Finanzierungsleasing)
FL-AC 6.971 6.971 0 0 0 6.971
Verbindlichkeiten (sonstige) FL-AC 986 986 986 0 0 0
Kurzfristige Passiva
Verbindlichkeiten aus L. + L.
(Finanzierungsleasing)
Verbindlichkeiten aus L. + L.
FL-AC 299 299 0 0 0 299
(erhaltene Auszahlungen) FL-AC 748 748 748 0 0 0
Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen FL-AC 7.767 7.767 7.767 0 0 0
Sonstige Verbindlichkeiten
(Finanzverbindlichkeiten)
FL-AC 2.329 2.329 2.329 0 0 0
Sonstige Verbindlichkeiten FL-AC,
FA-HfT
9.538 9.538 7.718 0 1.820 0

Abkürzungen:

FA-AC: Financial Asset – At Cost FA-HfT: Financial Asset – Held for Trading FA-HtM: Financial Asset – Held to Maturity FL-AC: Financial Liability – Amortised Costs LaR: Loans and Receivables

Konzernbilanz Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung Entwicklung des Konzernanlagevermögens Konzern-Eigenkapitalspiegel Konzern-Kapitalflussrechnung

Konzernanhang Konzernunternehmen

Bestätigungsvermerk

31. Dezember 2007 Wertansatz nach IAS 39
Bewertungs-
kategorien
nach IAS 39
Buchwert Fair Value Fortgeführte
Anschaf-
fungskosten
Anschaf-
fungs-
kosten
Fair Value,
erfolgs-
wirksam
Wertansatz
nach
IAS 17
FA-AC 682 682 0 682 0 0
HtM, FA-HfT 4.943 4.943 4.943 0 0 0
LaR 972 972 972 0 0 0
LaR 16.521 16.521 16.521 0 0 0
FA-HfT 118.545 118.545 0 0 118.545 0
LaR 18.503 18.503 18.503 0 0 0
LaR 13.937 13.937 13.202 0 735 0
FL-AC 5.240 5.240 5.240 0 0 0
FL-AC 6.990 6.990 0 0 0 6.990
FL-AC 1.047 1.047 1.047 0 0 0
FL-AC 278 278 0 0 0 278
FL-AC 909 909 909 0 0 0
FL-AC 10.083 10.083 10.083 0 0 0
FL-AC 3.430 3.430 3.430 0 0 0
FL-AC,
FA-HfT
8.309 8.309 8.065 0 244 0

31. Dezember 2007

113

Zur Überleitung der Finanzinstrumente aus der Konzernbilanz verweisen wir ergänzend auch auf Kapitel 4 "Erläuterungen zur Konzernbilanz" in diesem Anhang.

In den zu Handelszwecken gehaltenen finanziellen Vermögenswerten sind Verbindlichkeiten aus Optionen in Höhe von 1.820 T E (Vorjahr: 244 T E) verrechnet.

Zusammenfassend ergeben sich folgende Wertansätze nach Bewertungskategorien:

Den einzelnen Bewertungskategorien ist folgender Ergebnisbeitrag vor Steuern zuzurechnen:

> in TE 31. Dez. 2008 31. Dez. 2007
Finanzielle
Vermögenswerte
Finanzieller Vermögens
wert zu fortgeführten
Anschaffungskosten
(FA-AC)
499 0
Kredite und Forde
rungen (LaR)
50.853 49.880
Bis zur Endfälligkeit
gehaltene Finanz
investitionen (HtM)
0 4.943
Zu Handelszwecken
gehaltene finanzielle
Vermögenswerte (FA-HfT)
57.593 119.036
108.945 173.859
> in TE 31. Dez. 2008 31. Dez. 2007
Finanzielle
Verbindlichkeiten
Finanzielle Verbindlich
keiten zu fortgeführten
Anschaffungskosten
(FL-AC)
Verbindlichkeiten aus
24.472 28.774
Finanzierungsleasing
(IAS 17)
7.270 7.268
> in TE 31. Dez. 2008 31. Dez. 2007
Finanzielle Vermögens
werte zu Anschaffungs
kosten (FA-AC)
–191 1.004
Kredite und Forde
rungen (LaR)
3.535 3.594
Bis zur Endfälligkeit
gehaltene Finanz
investitionen (HtM)
0 0
Zur Veräußerung
verfügbar (AfS)
0 0
Zu Handelszwecken
gehaltene finanzielle
Vermögenswerte (FA-HfT)
–52.990 –3.485
Finanzielle Verbindlich
keiten zu fortgeführten
Anschaffungskosten
(FL-AC) –1.995 –935
–51.641 178

Konzernbilanz Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung Entwicklung des Konzernanlagevermögens Konzern-Eigenkapitalspiegel Konzern-Kapitalflussrechnung

Konzernanhang Konzernunternehmen

Bestätigungsvermerk

10. Segmentberichterstattung

2008 > in TE Industrie-
beteiligungen
AdCapital AG
und
Eliminierungen
Gesamt
Umsatzerlöse, extern 153.662 138 153.800
Segmentergebnis 5.957 867 6.824
Ergebnis vor Ertragsteuern –491 –44.326 –44.817
Zinsergebnis –2.556 –3.124 –5.680
Segmentvermögen 114.581 81.090 195.671
Segmentschulden 95.653 –71.053 24.600
Investitionen in immaterielle Vermögenswerte
und Sachanlagen
7.826 68 7.894
Abschreibungen (planmäßig) –7.360 –793 –8.153
Wertminderungen –3.052 0 –3.052
2007 > in TE Industrie-
beteiligungen
AdCapital AG
und
Eliminierungen
Gesamt
Umsatzerlöse, extern 117.689 133 117.822
Segmentergebnis 19.100 666 19.766
Ergebnis vor Ertragsteuern 17.511 4.100 21.611
Zinsergebnis –1.572 8.678 7.106
Segmentvermögen 117.570 138.487 256.057
Segmentschulden 95.415 –68.511 26.904
Investitionen in immaterielle Vermögenswerte
und Sachanlagen 8.018 600 8.618
Abschreibungen (planmäßig) –4.277 –692 –4.969

Die Aufteilung der geografischen Segmente stellt sich wie folgt dar:

2008 > in TE Deutschland Ausland Gesamt
Umsatzerlöse, extern 90.354 63.446 153.800
Investitionen in immaterielle Ver
mögenswerte und Sachanlagen
5.475 2.419 7.894
Segmentvermögen 194.280 1.391 195.671
2007 > in TE Deutschland Ausland Gesamt
Umsatzerlöse, extern 74.857 42.965 117.822
Investitionen in immaterielle Ver
mögenswerte und Sachanlagen
5.874 2.744 8.618
Segmentvermögen 250.050 6.007 256.057

Die Tätigkeitsbereiche des AdCapital-Konzerns werden durch die Geschäftsfelder "Industriebeteiligungen" sowie "AdCapital AG" definiert.

Der Bereich "Industriebeteiligungen" umfasst Mehrheitsbeteiligungen aus den Branchen Software, Automotive, Antriebstechnik und Kunststofftechnik.

Schließlich werden mit dem Geschäftssegment "AdCapital AG" alle Minderheitsbeteiligungen sowie die Vermögensverwaltung und die Holdingaktivitäten erfasst.

Zwischen den Segmenten bestehen keine materiellen Geschäftsbeziehungen.

11. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Durch die enge Korrelation unserer Wertpapieranlagen mit den Kapitalmärkten mussten wir zu Beginn des Jahres 2009 spürbare Verluste hinnehmen. Im ersten Quartal 2009 haben sich weitere Abschreibungen von ca. 7 Mio. E ergeben. Im April 2009 verlief die Entwicklung unserer Wertpapieranlagen dagegen positiv, wobei eine genaue Quantifizierung der Zuschreibungen zum Zeitpunkt der Aufstellung des Konzernanhangs noch nicht möglich war.

Wegen der anhaltend schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen wurden auch im ersten Quartal 2009 weitere Restrukturierungsmaßnahmen eingeleitet. U.a. wurden weitere 73 Arbeitsplätze an verschiedenen Standorten in Deutschland abgebaut. Die entsprechenden Restrukturierungsaufwendungen belaufen sich auf ca. 1.600 T E.

Bis zum 31. März 2009 wurden weitere 223.763 Aktien zurückgekauft. Aus dem Gesamtbestand von 1.106.643 Aktien wurden am 22. April 2009 1.000.000 Stück Aktien eingezogen.

12. Organe der Gesellschaft

Im Geschäftsjahr 2008 übten folgende Personen eine Vorstandstätigkeit aus:

Herr Dieter Jeschke Rechtsanwalt, Dipl.-Ökonom Die sonstigen Organtätigkeiten des Vorstands umfassen im Wesentlichen Funktionen als Aufsichtsrat sowie als Geschäftsführer bei Tochterunternehmen der AdCapital AG. Im Einzelnen übte der Vorstand folgende weitere Aufsichtsrats- und Vorstandsmandate aus:

  • • Vorsitzender des Aufsichtsrats der AdCapital Beteiligungs AG
  • • Vorsitzender des Aufsichtsrats der Maschinenfabrik Berthold Hermle AG

Mitglieder des Aufsichtsrats waren im Geschäftsjahr 2008 folgende Personen:

Vorsitzender Herr Ortwin Guhl Dipl.-Volkswirt

  • • Vorsitzender des Aufsichtsrats der Sirius AG, Villingen-Schwenningen
  • • Mitglied des Aufsichtsrats der Maschinenfabrik Berthold Hermle AG
  • • Mitglied des Aufsichtsrats der Tolatec AG

Stellv. Vorsitzender Herr Günther Leibinger

Geschäftsführender Gesellschafter der Paul Leibinger GmbH & Co. KG

• Stellv. Vorsitzender des Aufsichtsrats der Maschinenfabrik Berthold Hermle AG

Weitere Mitglieder Herr Maximilian Bernau Rechtsanwalt

  • • Stellv. Vorsitzender des Aufsichtsrats der InnoTec TSS AG, Düsseldorf
  • • Geschäftsführer der B & B Private Vermögensberatungs- und Vermögensverwaltungsgesellschaft mbH
  • • Geschäftsführer L.O.S. Logic Operation Systems GmbH & Co. KG

Herr Robert Lebherz

Geschäftsführer der Paul Leibinger GmbH & Co. KG (Mitglied des Aufsichtsrats der AdCapital AG seit 18. Sep. 2008)

Konzernbilanz Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung Entwicklung des Konzernanlagevermögens Konzern-Eigenkapitalspiegel Konzern-Kapitalflussrechnung

Konzernanhang Konzernunternehmen Bestätigungsvermerk

Herr Hans-Joachim Strüder Mitglied des Vorstands der Landesbank Baden-Württemberg

  • • Zweiter stellv. Vorsitzender des Aufsichtsrats der Baden-Württembergische Investmentgesellschaft mbH
  • • Vorsitzender des Börsenrats der Baden-Württembergische Wertpapierbörse
  • • Vorsitzender des Beirats der Baden-Württembergische Wertpapierbörse GmbH
  • • Mitglied des Aufsichtsrats der boerse-Stuttgart AG
  • • Mitglied des Aufsichtsrats der Euwax AG
  • • Mitglied des Aufsichtsrats der Wüstenrot Bank AG Pfandbriefbank
  • • Vorsitzender des Aufsichtsrats der LBBW Asset Management GmbH
  • • Chairman of the Board of Directors der LBBW Asset Management (Ireland) plc, Dublin (die Gesellschaft firmierte bis 2. Okt. 2008 als LBBW Bank Ireland plc)
  • • Vorsitzender des Verwaltungsrats der LRI LBBW Luxemburg S.A. (die Gesellschaft firmierte bis 31. Aug. 2008 als LRI Landesbank Rheinland-Pfalz International S.A., Luxembourg)
  • • Mitglied des Aufsichtsrats der Meridian Vermögensverwaltungsgesellschaft mbH i.L. (bis 30. Jun. 2008)
  • • Mitglied des Aufsichtsrats der börse-Stuttgart Holding GmbH (seit 17. Dez. 2007)
  • • Mitglied des Aufsichtsrats der European Energy Exchange AG (seit 26. Jun. 2008)
  • • Mitglied des Aufsichtsrats der LBBW Equity Partners GmbH & Co. KG (seit 11. Sep. 2008)
  • • Mitglied des Aufsichtsrats der LBBW Equity Partners Verwaltungs GmbH (seit 11. Sep. 2008)

Herr Dr. Dietrich Schulz

Dipl.-Kaufmann

  • • Vorsitzender des Aufsichtsrats der Süd-Chemie AG (bis 31. Mai 2008)
  • • Mitglied des Aufsichtsrats der Drägerwerk AG (bis 31. Mai 2008)
  • • Chairman of the Board of Directors der Possehl Mexico, S.A. de C.V.
  • • Member of the Board of Directors der ACC Resources, Park Ridge, N.J.

13. Bezüge der Organe

Vergütung des Vorstands

Die für die Tätigkeit des Vorstands im Berichtsjahr gewährten Gesamtbezüge betragen 507 T E.

Hinsichtlich der Angabe der einzelnen Bestandteile der Vorstandsbezüge wird vom Wahlrecht der §§314 Abs. 2 Satz 2 HGB in Verbindung mit 286 Abs. 5 HGB Gebrauch gemacht. Die Hauptversammlung der AdCapital AG hat am 14. Juli 2006 mit der erforderlichen Mehrheit beschlossen, dass die Offenlegung der einzelnen Bestandteile der Vorstandsvergütung im Jahresabschluss und Konzernabschluss der Gesellschaft (§285 Satz 1 Nr. 9a Satz 5-9 HGB, §314 Abs. 1 Nr. 6a Satz 5-9 HGB) für die Geschäftsjahre 2006 bis 2010 unterbleibt.

Für frühere Mitglieder der Organe der AdCapital AG wurden Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen in Höhe von 554 T E (Vorjahr: 720 T E) gebildet. Die getroffenen Vereinbarungen sehen insgesamt drei Einmalzahlungen im Zeitraum 2016 bis 2018 vor.

Mitgliedern des Managements in Schlüsselpositionen – dem Vorstand der AdCapital AG sowie den Geschäftsführern der Tochtergesellschaften – wurden folgende Vergütungen gewährt:

> in TE 31. Dez. 2008 31. Dez. 2007
Kurzfristig fällige
Leistungen 3.785 3.716
Leistungen nach Beendi
gung des Arbeitsverhält
nisses 80 58
Andere langfristig
fällige Leistungen 0 0
Leistungen aus Anlass
der Beendigung des
Arbeitsverhältnisses 0 0
Aktienbasierte
Vergütungen 0 0
3.865 3.774

Vergütung des Aufsichtsrats

Es wurden folgende Aufsichtsratsvergütungen gewährt:

> in TE 31. Dez. 2008 31. Dez. 2007
Fixe Vergütung 38 38
Variable Vergütung 0 40
38 78

Vorschüsse und Kredite

An die Organe der Mutter- und Tochterunternehmen im Konzern wurden keine Vorschüsse und Kredite gewährt, ebenso wurden keine Haftungsverhältnisse für diesen Personenkreis eingegangen.

14. Beziehungen zu nahestehenden Personen

Nach IAS 24 "Related Party Disclosures" müssen Personen beziehungsweise Unternehmen, die den AdCapital-Konzern beherrschen oder von ihm beherrscht werden, angegeben werden, soweit sie nicht bereits als konsolidiertes Unternehmen in den Konzernabschluss des AdCapital-Konzerns einbezogen werden. Beherrschung liegt hierbei vor, wenn ein Aktionär mehr als die Hälfte der Stimmrechte an der AdCapital AG hält oder kraft Satzungsbestimmungen oder vertraglicher Vereinbarungen die Möglichkeit besitzt, die Finanz- und Geschäftspolitik des Managements des AdCapital-Konzerns zu steuern.

Darüber hinaus erstreckt sich die Angabepflicht nach IAS 24 auf Geschäfte mit assoziierten Unternehmen sowie Geschäfte mit Personen, die einen maßgeblichen Einfluss auf die Finanz- und Geschäftspolitik ausüben, einschließlich naher Familienangehöriger oder zwischengeschalteter Unternehmen. Ein maßgeblicher Einfluss auf die Finanzund Geschäftspolitik des AdCapital-Konzerns kann hierbei auf einem Anteilsbesitz an der AdCapital AG von 20% oder mehr, einem Sitz im Vorstand oder Aufsichtsrat der AdCapital AG oder einer anderen Schlüsselposition im Management beruhen.

Der AdCapital-Konzern ist im Geschäftsjahr 2008 von den Angabepflichten des IAS 24 in Bezug auf die Stimmrechte von Herrn Günther Leibinger an der AdCapital AG, die Geschäftsbeziehungen zu assoziierten Unternehmen, zu dem Vorstand sowie den Mitgliedern des Aufsichtsrats der AdCapital AG und zu dem Management in Schlüsselpositionen betroffen.

Zwischen dem wesentlichen Aktionär, Herrn Günther Leibinger, und der AdCapital AG besteht kein Beherrschungsvertrag. Daher war der Vorstand der AdCapital AG zur Aufstellung eines Berichts über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen gemäß §312 AktG verpflichtet. Der Vorstand erklärt, dass die AdCapital AG nach den Umständen, die dem Vorstand in dem Zeitpunkt bekannt waren, in denen das Rechtsgeschäft vorgenommen oder die Maßnahme getroffen oder unterlassen wurde, bei jedem Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung erhielt und dadurch, dass die Maßnahme getroffen oder unterlassen wurde, nicht benachteiligt wurde.

Darüber hinaus haben Unternehmen des AdCapital-Konzerns mit dem Vorstand, Aufsichtsrat sowie den übrigen Mitgliedern des Managements in Schlüsselpositionen beziehungsweise mit Gesellschaften, in deren Geschäftsführungs- oder Aufsichtsgremien diese Personen vertreten sind, keinerlei wesentliche berichtspflichtige Geschäfte vorgenommen. Dies gilt auch für nahe Familienangehörige dieses Personenkreises.

Konzernbilanz Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung Entwicklung des Konzernanlagevermögens Konzern-Eigenkapitalspiegel Konzern-Kapitalflussrechnung

Konzernanhang

Konzernunternehmen Bestätigungsvermerk

15. Honorar Abschlussprüfer

Für den Abschlussprüfer in Deutschland sind Honorare in Höhe von 262 T E (Vorjahr: 243 T E) als Aufwand erfasst. Davon entfallen auf Abschlussprüfungen 236 T E (Vorjahr: 212 T E), auf Steuerberatungsleistungen 18 T E (Vorjahr: 9 T E), auf Bestätigungs- und Bewertungsleistungen 5 T E (Vorjahr: 6 T E) und auf sonstige Leistungen 3 T E (Vorjahr: 16 T E).

16. Angaben zum Deutschen Corporate Governance Kodex

Die Entsprechenserklärung nach §161 AktG wurde im November 2008 abgegeben und ist den Aktionären über die Homepage der AdCapital AG (www.adcapital.de) im Bereich Investor Relations zugänglich.

17. Datum der Veröffentlichung

Der Konzernabschluss wird am 30. April 2009 durch den Vorstand zur Veröffentlichung freigegeben.

Leinfelden-Echterdingen, 22. April 2009

AdCapital AG

Dieter Jeschke Vorstand

1. Konzernunternehmen der AdCapital AG, konsolidiert auf der Grundlage der Vollkonsolidierung (Beteiligungen mit 20% und mehr)

Höhe des Anteils am Kapital in %
Name Sitz Additiv Multiplikativ
AdCapital Beteiligungs AG Leinfelden-Echterdingen 100,00 100,00
AdCapital Invest GmbH Leinfelden-Echterdingen 100,00 100,00
BE Services GmbH
Supply. Energy. Support Leinfelden-Echterdingen 100,00 100,00
Berliner Elektro-Technik GmbH Leinfelden-Echterdingen 100,00 100,00
Bavaria Digital Technik GmbH Pfronten 100,00 100,00
DPS Engineering GmbH Leinfelden-Echterdingen 61,00 61,00
ESPO s.r.o. Rozˇnow (Tschechien) 100,00 100,00
EW Hof Antriebe und Systeme GmbH Hof 100,00 100,00
FRAKO Kondensatoren- und Anlagenbau GmbH Teningen 100,00 100,00
Grundstücksgesellschaft am Entenfang mbH Hannover 100,00 100,00
Erich Jaeger GmbH + Co. KG Friedberg 100,00 100,00
EJR Erich Jaeger Roznow s.r.o. Koprˇivnice (Tschechien) 100,00 100,00
Insert Ltd. Istanbul (Türkei) 100,00 75,00
Jaeger Cartronix GmbH Friedberg 100,00 100,00
Jaeger Poway Ltd. Hongkong (VR China) 60,00 60,00
Jaeger Poway Automotive Systems
(Shenzhen) Ltd.
Shenzhen (VR China) 60,00 60,00
KTS Kunststoff Technik Schmölln GmbH Schmölln 100,00 100,00
Kupferberg Kabel GmbH Wipperfürth 100,00 100,00
Opus Formenbau GmbH Heiligkreuzsteinach 75,00 75,00
Taller GmbH Waldbronn 75,00 75,00
Taller Hong Kong Ltd. (VR China) Hongkong (VR China) 100,00 75,00
Taller Electronic Components (Dongguan) Ltd. Dongguan (VR China) 100,00 75,00

2. Konzernunternehmen der AdCapital AG, nicht konsolidiert

Höhe des Anteils am Kapital in %
Name Sitz Additiv Multiplikativ
Elmotec Statomat GmbH Karben 100,00 100,00
Fico Projects B.V. Zevenaar (Niederlande) 100,00 100,00
Jaeger France s.à.r.l. Lyon (Frankreich) 100,00 100,00
Jaeger Verwaltungs GmbH Friedberg 100,00 100,00
FRAKO North Europe Oy (ex Joulepower Oy) Lahti (Finnland) 54,00 54,00

3. Assoziierte Unternehmen der AdCapital AG, zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet

121

Höhe des Anteils am Kapital in %

Name Sitz Additiv Multiplikativ
mold engineering gmbh Gera 24,80 24,80

4. Sonstige Beteiligungsunternehmen der AdCapital AG, nicht einbezogen

Höhe des Anteils am Kapital in %
Name Sitz Additiv Multiplikativ
komm.passion GmbH Düsseldorf 25,50 25,50
Softpro GmbH Böblingen 28,10 28,10

Bestätigungsvermerk

Wir haben den von der AdCapital AG, Leinfelden-Echterdingen, aufgestellten Konzernabschluss – bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung, Eigenkapitalveränderungsrechnung, Kapitalflussrechnung und Anhang – sowie den zusammengefassten Lagebericht der AdCapital AG und des AdCapital-Konzerns für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2008 bis zum 31. Dezember 2008 geprüft. Die Aufstellung von Konzernabschluss und zusammengefasstem Lagebericht nach den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach §315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften liegt in der Verantwortung des gesetzlichen Vertreters der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Konzernabschluss und den zusammengefassten Lagebericht abzugeben.

Wir haben unsere Konzernabschlussprüfung nach §317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Konzernabschluss unter Beachtung der anzuwendenden Rechnungslegungsvorschriften und durch den zusammengefassten Lagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld des Konzerns sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben im Konzernabschluss und zusammengefassten Lagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, der Abgrenzung des Konsolidierungskreises, der angewandten Bilanzierungs- und Konsolidierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen des gesetzlichen Vertreters sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Konzernabschluss den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach §315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. Der zusammengefasste Lagebericht steht in Einklang mit dem Konzernabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Leonberg/Stuttgart, den 22. April 2009

BDO Deutsche Warentreuhand Aktiengesellschaft Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

gez. Joachim Entenmann gez. ppa. Martin Helmich Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüfer

Konzernbilanz Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung Entwicklung des Konzernanlagevermögens Konzern-Eigenkapitalspiegel Konzern-Kapitalflussrechnung Konzernanhang Konzernunternehmen

Bestätigungsvermerk

Bilanzeid

Bericht des Vorstands

Der Vorstand der AdCapital AG ist für die Aufstellung des Konzernabschlusses und für die im zusammengefassten Lagebericht enthaltenen Informationen verantwortlich. Die Berichterstattung erfolgt nach den Regeln des International Accounting Standards Committee. Bei der Erstellung des zusammengefassten Lageberichts wurden die Vorschriften des deutschen Handelsgesetzbuchs beachtet.

Durch eine konzernweite, nach einheitlichen Richtlinien erfolgende Berichterstattung, den Einsatz zuverlässiger Software sowie die Auswahl und die Schulung von qualifiziertem Personal stellen wir eine den tatsächlichen Verhältnissen entsprechende Abbildung des Geschäftsverlaufs, der aktuellen Lage sowie der Chancen und Risiken des Konzerns sicher. Soweit erforderlich wurden angemessene, sachgerechte Schätzungen vorgenommen.

Dem Beschluss der Hauptversammlung folgend, hat der Aufsichtsrat die BDO Deutsche Warentreuhand Aktiengesellschaft, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Leonberg, als unabhängigen Abschlussprüfer mit der Prüfung des Konzern- sowie des Jahresabschlusses beauftragt. Gemeinsam mit den Abschlussprüfern hat der Aufsichtsrat in seiner Bilanzsitzung den Konzernabschluss einschließlich des zusammengefassten Lageberichts sowie die Prüfungsberichte erörtert. Das Ergebnis der Prüfungen ist dem Bericht des Aufsichtsrats zu entnehmen.

Versicherung der gesetzlichen Vertreter

Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im zusammengefassten Lagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.

Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Jahresabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt und im zusammengefassten Lagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage der Gesellschaft so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung der Gesellschaft beschrieben sind.

Leinfelden-Echterdingen, den 22. April 2009

AdCapital AG

Der Vorstand

Herausgeber

AdCapital AG, Gutenbergstraße 13, 70771 Leinfelden-Echterdingen Telefon: +49 711 389400-0; Fax: +49 711 389400-20 www.adcapital.de

Investor Relations

Alexandra Mack E-Mail: [email protected] Telefon: +49 711 389400-10; Fax: +49 711 389400-20

Konzeption und Gestaltung

komm.passion GmbH, Düsseldorf www.komm-passion.de

Fotografie/Bildnachweis

Fotolia (Titel) Colourbox, Fotolia (Seite 2–3) Christian Lord Otto (Seite 7) Bavaria Digital Technik GmbH (Seite 13) DPS Engineering GmbH (Seite 13) EW Hof Antriebe und Systeme GmbH (Seite 14) FRAKO Kondensatoren- und Anlagenbau GmbH (Seite 14) Erich Jaeger GmbH + Co. KG (Seite 15) Kupferberg Kabel GmbH (Seite 15) KTS Kunststoff Technik Schmölln GmbH (Seite 16) OPUS Formenbau GmbH (Seite 16) Taller GmbH (Seite 17) Panthermedia (Seite 42–43)

Finanzkalender

2009
Ende März Veröffentlichung vorläufige Zahlen
Geschäftsjahr 2008
30. April Veröffentlichung von AG- und
Konzernabschluss 2008
15. Mai Zwischenmitteilung 1. Halbjahr 2009
Ende Mai Veröffentlichung des Geschäftsberichts
für das Geschäftsjahr 2008
10. Juli Hauptversammlung in Stuttgart
13. Juli Dividendenzahlung 2009 für das
Geschäftsjahr 2008
14. August Halbjahresfinanzbericht für das
1. Halbjahr 2009
13. November Zwischenmitteilung 2. Halbjahr 2009
2010
Ende März Veröffentlichung vorläufige Zahlen
Geschäftsjahr 2009
Ende April Veröffentlichung von AG- und
Konzernabschluss 2009
Mitte Mai Zwischenmitteilung 1. Halbjahr 2010
Ende Mai Veröffentlichung des Geschäftsberichts
für das Geschäftsjahr 2009
Anfang Juli Hauptversammlung in Stuttgart

AdCapital – Kapital für Unternehmer und Unternehmen