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ABB Ltd Annual Report 2015

Jul 1, 2016

803_rns_2016-07-01_4b5a626f-cab7-44e0-b8dc-90c36ae4167a.html

Annual Report

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Publication

ABB AG

Mannheim

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2015 bis zum 31.12.2015

Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2015

Die deutsche ABB auf einen Blick

ABB Deutschland

in Mio. € 2015 2014 Veränderung
Auftragseingang 3.380 2.934 +15%
Inland 1.574 1.576 -
Ausland 1.806 1.358 +33%
Auslandsanteil 53% 46% -
Auftragsbestand 4.619 4.552 +1 %
Umsatz 3.295 2.975 +11
Inland 1.796 1.475 +22%
Ausland 1.499 1.500 -
Auslandsanteil 45% 50% -
Zahl der Mitarbeiter (31.12.) 10.770 10.923 -1
Forschung und Entwicklung 204 175 +17%
Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände 87 77 +13%
Bilanzsumme 2.012 2.102 -4%
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit - 191 -
Jahresfehlbetrag/-überschuss vor Ergebnisübernahme -5 134 -
Ergebnisübernahme Muttergesellschaft -18 -81 -78%
Jahresfehlbetrag/-überschuss nach Ergebnisübernahme -23 53 -

Bilanz

ABB AG, Mannheim

Aktiva in Tsd. €

Anhang 31.12.2015 31.12.2014
A. Anlagevermögen (4)
I. Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände 3.271 4.019
II. Sachanlagen 84.618 83.911
III. Finanzanlagen 389.468 370.360
Summe 477.357 458.290
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte (5) 2.534.133 2.350.038
Verrechnete Kundenanzahlungen - 2.089.498 - 1.857.134
444.635 492.904
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (6) 134.247 127.022
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen (6, 7) 1.029.331 948.955
3. Sonstige Vermögensgegenstände (6) 26.994 27.791
III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks (7) 8.517 11.733
Summe 1.643.724 1.608.405
C. Rechnungsabgrenzungsposten 397 619
D. Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung (8) 32.905 88.686
Bilanzsumme 2.154.383 2.156.000
Passiva in Tsd. €
Anhang 31.12.2015 31.12.2014
A. Eigenkapital (9)
I. Gezeichnetes Kapital (10) 167.500 167.500
II. Kapitalrücklage (10) 51.046 51.046
III. Gewinnrücklagen (11) 627.368 627.368
IV. Bilanzgewinn 351 351
Summe 846.265 846.265
B. Rückstellungen
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen (12) 42.557 38.634
2. Steuerrückstellungen (13) 23.994 28.611
3. Sonstige Rückstellungen (14) 314.848 268.132
Summe 381.399 335.377
C. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (15) 181 328
2. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen (15) 2.444.087 2.280.954
Verrechnet mit Vorräten -2.089.498 -1.857.134
354.589 423.820
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (15) 62.843 51.832
4. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen (7,15) 471.426 458.851
5. Sonstige Verbindlichkeiten (15) 37.680 39.514
Summe 926.719 974.345
D. Rechnungsabgrenzungsposten - 13
Bilanzsumme 2.154.383 2.156.000
Haftungsverhältnisse (16) 60.148 64.696

Gewinn- und Verlustrechnung

ABB AG, Mannheim

in Tsd. € Anhang 2015 2014
1. Umsatzerlöse (20) 1.385.979 1.130.183
2. Bestandsveränderung 12.267 -100.979
3. Andere aktivierte Eigenleistungen 980 215
4. Sonstige betriebliche Erträge (21) 188.770 174.897
5. Gesamtleistung 1.587.996 1.204.316
6. Materialaufwand (22) -868.873 -522.828
7. Personalaufwand (23) -327.113 -317.167
8. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und auf Sachanlagen (25) -17.987 -18.294
9. Sonstige betriebliche Aufwendungen (26) -483.633 -331.248
10. Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit -109.610 14.779
11. Beteiligungsergebnis (27) 136.549 76.302
12. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge (28) 2.346 7.097
13. Zinsen und ähnliche Aufwendungen (28) -68.161 -8.679
14. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit -38.876 89.499
15. Außerordentliche Aufwendungen - -3.310
16. Außerordentliches Ergebnis (29) - -3.310
17. Ergebnisübernahme durch Muttergesellschaft (33) -18.239 -80.926
18. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag (30) 4.487 -2.297
19. Steuerumlage durch die Muttergesellschaft (30) 52.628 -2.966
20. Jahresüberschuss - -
21. Ergebnisvortrag aus dem Vorjahr (9) 351 351
22. Bilanzgewinn 351 351

Anhang

Vorstand

Dipl.-Volksw. Hans-Georg Krabbe

Vorsitzender,

Automationstechnik

Niederspannungsprodukte
Prozessautomation
Industrieautomation und Antriebe

Dipl.-Kfm. Markus Ochsner

Finanzen und Arbeitsdirektor,

CFO der Region Europa

Dr.-Ing. Martin Schumacher

Energietechnik

Energietechnik-Produkte
Energietechnik-Systeme
Aufsichtsrat
Bernhard Jucker

Zürich /Schweiz,

Mitglied des Executive Committee der ABB Ltd, Zürich/Schweiz,

Vorsitzender
Verena zu Dohna-Jaeger1)

Frankfurt / Main,

Rechtsanwältin,

Gewerkschaftssekretärin beim IG Metall Vorstand, Frankfurt / Main
Jürgen Eisenbeiß1)

Heidelberg,

Elektrotechniker,

stellv. Vorsitzender
Klaus Eble

Wollerau/Schweiz,

Leiter Konzernfunktion Interne Revision

der ABB Asea Brown Boveri Ltd, Zürich/Schweiz
Stefan Basenach1)

Neustadt/Weinstraße,

Leiter der Product Group EPC Solutions

ABB Deutschland/Schweiz, Power Grids,

Vorsitzender Konzernsprecherausschuss der Leitenden Angestellten
Mirko Geiger1)

Heidelberg,

1. Bevollmächtigter der IG Metall,

IG Metall Heidelberg
Markus Beumer

Frankfurt/Main,

Mitglied des Vorstands der Commerzbank AG, Frankfurt/Main
Prof. Dr. Andreas Georgi

Starnberg,

Executive Advisor,

Mitglied div. Aufsichtsräte
Kai-Uwe Glörfeld1)

Lüdenscheid, KVP-Trainer
Bernhard Schreier

Walldorf,

Handelsrichter,

ehem. Vorsitzender des Vorstands

der Heidelberger Druckmaschinen AG, Heidelberg
Lothar Kämpfer1)

Mannheim,

Vorsitzender Konzernbetriebsrat ABB AG, Mannheim
Prof. em. Dr. Alfred Storck

Wettingen /Schweiz,

Honorarprofessor (im Ruhestand), Betriebswirtschaftliche Steuerlehre und Unternehmensfinanzierung Universität St. Gallen, St. Gallen/Schweiz,

Gastprofessor, Wirtschaftsuniversität,

Wien/Österreich
Davor Kuminoti 1)

Düsseldorf,

Industriemeister
Rudolf Zimmermann

Neulußheim,

Rechtsanwalt
Prof. Dr. Klaus-Dieter Maubach

Düsseldorf,

Vorstandsvorsitzender der Capital Stage AG, Hamburg
Daniela Schiermeier1)

Mannheim,

Präsidentin Europäischer ABB-Betriebsrat, Mannheim

1) von den Arbeitnehmern gewählt

Erläuterungen

1. Tätigkeitsfeld der ABB AG

Die Geschäftsaktivitäten der ABB AG, Mannheim (im Folgenden ABB AG), umfassen neben verschiedenen Holding- und Dienstleistungsfunktionen auch die operativen Geschäftsaktivitäten der Division Energietechnik-Systeme sowie die wesentlichen Bereiche der Division Energietechnik-Produkte. Ferner sind in der ABB AG auch die Vertriebsaktivitäten des Geschäftsfeldes Kabelmanagement-Systeme angesiedelt.

Darüber hinaus sind in der ABB AG die Grundlagenforschung und die geschäftsbereichsübergreifenden Entwicklungstätigkeiten des Konzernforschungszentrums in Ladenburg, unsere Treasury-Aktivitäten zum Zwecke des konzerninternen Cash-Poolings sowie die Risikoberatung und die Vermittlung und Verwaltung von Versicherungen aller Art enthalten.

2. Offenlegung des Jahresabschlusses

Der Jahresabschluss der ABB AG wird beim Bundesanzeiger eingereicht und bekanntgemacht. Der Lagebericht der ABB AG ist mit dem Konzernlagebericht zusammengefasst; er ist im Geschäftsbericht des Konzerns 2015 enthalten und wird mit dem Konzernabschluss beim Bundesanzeiger eingereicht und bekanntgemacht. Der Jahresabschluss der ABB AG gemäß US GAAP wird in den Konzernabschluss der ABB Ltd, Zürich/Schweiz, einbezogen, der bei der ABB AG, Unternehmenskommunikation, Postfach 100164, 68001 Mannheim, oder bei der ABB Ltd, Corporate Communications, Affolternstraße 54, 8050 Zürich/Schweiz, bezogen werden kann.

3. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Der vorliegende Jahresabschluss wurde gemäß §§ 242 ff. und §§ 264 ff. HGB und den ergänzenden Bestimmungen des AktG aufgestellt. Es gelten die Vorschriften für große Kapitalgesellschaften.

Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sind gegenüber dem Vorjahr unverändert.

Die einzelnen Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze werden nachfolgend näher erläutert.

Zur Verbesserung der Übersichtlichkeit werden entsprechend der Regelungen des § 265 VII HGB einzelne Posten der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung zusammengefasst. Diese Posten sind im Anhang gesondert ausgewiesen. Der Abschluss ist in Tausend Euro (Tsd. €) aufgestellt.

Die nachstehend erläuterten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden gelten grundsätzlich auch für alle in den Konzernabschluss der ABB AG einbezogenen Tochterunternehmen. Im Einzelnen wird nach folgenden Grundsätzen bewertet:

Umsatzerlöse

Als Umsatzerlöse werden die Erlöse aus dem Systemgeschäft, aus dem Verkauf von Produkten und der Erbringung von Dienstleistungen ausgewiesen, sofern solche Erlöse aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit der ABB AG resultieren. Die Realisierung der Umsatzerlöse erfolgt grundsätzlich zum Zeitpunkt des Gefahrenübergangs bzw. zum Zeitpunkt der Leistungserbringung. Erlösschmälerungen werden als Minderung der Umsatzerlöse erfasst.

Anlagevermögen

Gegen Entgelt erworbene immaterielle Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen, bewertet. Von dem Wahlrecht zur Aktivierung selbstgeschaffener immaterieller Vermögensgegenstände (§ 248 II HGB) wird mit Blick auf die diesen Vermögensgegenständen innewohnende Unsicherheit bezüglich ihrer Werthaltigkeit kein Gebrauch gemacht.

Für die Abschreibung eines Geschäfts- oder Firmenwertes wird grundsätzlich eine Abschreibungsdauer von fünf Jahren zugrunde gelegt.

Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten und, soweit abnutzbar, unter Berücksichtigung planmäßiger Abschreibungen bewertet. Die Herstellungskosten selbsterstellter Anlagen enthalten die unmittelbar zuzurechnenden Einzelkosten und die auf diese Einzelkosten entfallenden Gemeinkosten.

Sowohl Gebäude als auch bewegliche Gegenstände des Anlagevermögens werden grundsätzlich linear abgeschrieben; in Einzelfällen wird auch von der geometrisch-degressiven Abschreibungsmethode Gebrauch gemacht, sofern diese Methode besser geeignet erscheint, den tatsächlichen Verlauf des Werteverzehrs sachgerecht widerzuspiegeln.

Die Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten selbstständig nutzbarer, beweglicher und der Abnutzung unterliegender Vermögensgegenstände des Anlagevermögens werden im Jahr der Anschaffung bzw. Herstellung vollständig als Aufwand erfasst, sofern deren Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten 150 Euro nicht überschreiten. Liegen die Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten solcher Vermögensgegenstände über 150 Euro bis 410 Euro, werden diese Vermögensgegenstände im Jahr des Zugangs aktiviert und in voller Höhe abgeschrieben.

In den Jahren vor 2010 wurden Vermögensgegenstände des Anlagevermögens mit Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten über 150 Euro bis 1.000 Euro in einem jahresbezogenen Sammelposten erfasst, der über einen Zeitraum von fünf Jahren nach der linearen Methode abgeschrieben wurde.

Außerplanmäßige Abschreibungen werden vorgenommen, soweit der Ansatz mit dem niedrigeren Wert erforderlich ist.

Bezüglich steuerrechtlicher Sonderabschreibungen vergangener Jahre wurde zum Zeitpunkt der erstmaligen Anwendung des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes (BilMoG) zum 01. Januar 2010 – entsprechend Artikel 67 IV EGHGB – keine Umbewertung vorgenommen, so dass die Buchwerte der hiervon betroffenen Anlagegegenstände planmäßig fortgeführt werden. Gleiches gilt für in Vorjahren gebildete Sonderposten mit Rücklageanteil. Die Aussagekraft des Jahresabschlusses wird durch diese Vorgehensweise nicht beeinträchtigt.

Die Anteile an verbundenen Unternehmen und die sonstigen Beteiligungen sind zu Anschaffungskosten oder zu niedrigeren Werten angesetzt, sofern nachhaltige Wertminderungen eingetreten sind; gleiches gilt für die Wertpapiere des Anlagevermögens, sofern es sich nicht um Wertpapiere handelt, die zur Sicherung von Altersversorgungsverpflichtungen gehalten werden und Bestandteil unseres Contractual Trust Arrangement (CTA) sind. Diese als Deckungsvermögen bezeichneten Wertpapiere werden zu Marktwerten bewertet und hiernach gemäß § 246 II HGB mit den Pensionsverpflichtungen verrechnet. Analog hierzu wird mit solchen Wertpapieren des Anlagevermögens verfahren, die der Sicherung von Altersteilzeit-guthaben dienen. Die Marktwerte werden durch entsprechende Depotauszüge des jeweiligen Vermögensverwalters nachgewiesen.

Langfristige unverzinsliche bzw. niedrigverzinsliche Ausleihungen werden auf den Barwert abgezinst. Abzinsungen werden als Abschreibung, Aufzinsungen werden als Zuschreibung ausgewiesen.

Umlaufvermögen

Die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie die Handelswaren sind grundsätzlich mit den Anschaffungskosten bzw. mit niedrigeren Tagespreisen bewertet. Zur Ermittlung der Anschaffungskosten wird in der Regel die Durchschnittsmethode (gleitender Durchschnitt) angewandt.

Den in den Vorräten liegenden Risiken, die sich aus der Lagerdauer und/oder aus einer geminderten Verwertbarkeit ergeben, wird durch entsprechende Abschläge Rechnung getragen. Bei der Ermittlung der Herstellungskosten für unfertige und fertige Erzeugnisse sowie für bestellte Anlagen in Arbeit werden die Kosten gemäß § 255 II Satz 2 HGB zugrunde gelegt. Absehbare Verluste aus Kundenaufträgen werden durch Abzug von den aktivierten Aufwendungen bei bestellten Anlagen in Arbeit berücksichtigt; darüber hinausgehende Verluste werden als Rückstellungen für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften passiviert. Erhaltene Kundenanzahlungen werden auftragsweise bis zur Höhe der aktivierten Vorräte offen von diesen abgesetzt.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden unter Berücksichtigung aller einzeln erkennbaren Risiken sowie unter Berücksichtigung spezieller Länderrisiken bewertet. Das allgemeine Ausfallrisiko bei Forderungen ist im Rahmen einer Pauschalwertberichtigung zu Forderungen erfasst. Unverzinsliche oder niedrig-verzinsliche Forderungen mit Laufzeiten von mehr als einem Jahr werden abgezinst.

Fremdwährungsforderungen werden gemäß der Regelung des § 256a HGB grundsätzlich mit dem Devisenkassamittelkurs am Stichtag bewertet. Beläuft sich die Restlaufzeit dieser Forderungen auf mehr als ein Jahr, erfolgt die Anpassung an den Devisenkassamittelkurs unter Beachtung des Imparitätsprinzips, wohingegen Fremdwährungsforderungen mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr stets zum Devisenkassamittelkurs am Stichtag bewertet werden.

Eine Zusammenfassung von Fremdwährungsforderungen mit auf diese Forderungen entfallenden Devisentermingeschäften zu Bewertungseinheiten im Sinne des § 254 HGB erfolgt nicht.

Die für die Bewertung herangezogenen Devisenkassamittelkurse entsprechen den von „Reuters" veröffentlichten Marktkursen.

Alle übrigen Positionen des Umlaufvermögens werden zu Anschaffungskosten oder zum niedrigeren Tageswert angesetzt. Erkennbare Risiken werden dabei durch entsprechende Bewertungsabschläge berücksichtigt.

Rückstellungen und Verbindlichkeiten

Die versicherungsmathematische Ermittlung der Pensionsrückstellungen erfolgt auf Basis der „Projected Unit Credit-Methode", so dass der Wert der Pensionsverpflichtungen zum Bewertungsstichtag den versicherungsmathematischen Barwert all jener Leistungen darstellt, die durch die Rentenformel der Versorgungsordnung den bis zu diesem Zeitpunkt abgeleisteten Dienstzeiten zugeordnet werden.

Die Diskontierung der Pensionsverpflichtungen erfolgt dabei mit dem von der Deutschen Bundesbank veröffentlichten Rechnungszins für Verpflichtungen mit einer durchschnittlichen Restlaufzeit von 15 Jahren per Ende November.

Ferner erfolgt die Berechnung der Pensionsverpflichtungen unter Berücksichtigung künftiger Gehalts- und Rentenanpassungen. Als Formel- und Tafelwerk werden die Heubeck-Richttafeln 2005G zugrunde gelegt, die jedoch entsprechend der allgemein beobachteten Sterblichkeitsveränderungen durch den von uns mit der Bewertung beauftragten Aktuar regelmäßig angepasst werden.

Im Geschäftsjahr 2000 wurde den aktiven Mitarbeitern sowie den mit einem unverfallbaren Anspruch ausgeschiedenen Mitarbeitern eine jährliche Anpassung der Rentenzahlungen in Höhe von 1% p. a. zugesagt. Diese Rentenanpassungsgarantie wurde im Geschäftsjahr 2007 auf den Kreis der Leistungsempfänger ausgeweitet.

Am 01. März 2006 wurde rückwirkend zum 01. Januar 2006 für tarifliche und außertarifliche Mitarbeiter eine Betriebsvereinbarung zur Überleitung der bisherigen leistungsorientierten Pensionsordnung auf eine beitragsorientierte Versorgungsordnung abgeschlossen; im Geschäftsjahr 2010 wurde die betriebliche Altersversorgung für leitende Angestellte sowie für Geschäftsführer ebenfalls auf ein beitragsorientiertes Versorgungssystem umgestellt.

Die Pensionsverpflichtungen der ABB AG beinhalten auch Verpflichtungen aus der betrieblichen Sozialordnung, wie z. B. Weihnachtsgeldzahlungen an künftige Pensionäre.

Sofern am jeweiligen Bilanzstichtag Vermögensgegenstände vorhanden sind, die ausschließlich der Erfüllung von Pensionsverpflichtungen dienen und dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogen sind, werden die Pensionsverpflichtungen – entsprechend des in § 246 II HGB formulierten Saldierungsgebotes – mit diesen Vermögensgegenständen verrechnet. Ergibt sich aus dieser Vermögensverrechnung ein passivischer Überhang, erfolgt der Ausweis dieser Nettoverpflichtung unter den Pensionsrückstellungen; resultiert aus der Vermögensverrechnung ein aktivischer Überhang, wird dieser auf der Aktivseite unter der Position „Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung" ausgewiesen.

Die Bemessung der anderen Rückstellungen erfolgt grundsätzlich zum Erfüllungsbetrag, so dass auch künftige Preis- bzw. Kostenveränderungen in die Rückstellungsermittlung einbezogen werden; darüber hinaus wird allen erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen Rechnung getragen.

Rückstellungen für ausstehende Kosten, für drohende Verluste aus Kundenaufträgen sowie für andere Verpflichtungen aus der operativen Geschäftstätigkeit werden auf Basis der noch zu erbringenden Leistungen, d. h. gemäß den voraussichtlich noch anfallenden Herstellungskosten, bewertet.

Die Ermittlung der Verpflichtungen aus Altersteilzeitverträgen erfolgte bis zum 31. Dezember 2011 in der Weise, dass die über die jeweilige Vertragsdauer zu entrichtenden Aufstockungsbeträge im Zeitpunkt des Vertragsabschlusses in voller Höhe zurückgestellt wurden.

Rückstellungen für Altersteilzeitverpflichtungen aus Verträgen, die nach dem 01. Januar 2012 abgeschlossen wurden, werden so bemessen, dass die über die Vertragsdauer zu entrichtenden Aufstockungsbeträge aufgrund ihres Entgelt-charakters über den Zeitraum der Beschäftigungsphase (linear) aufgebaut werden.

Sofern der jeweilige Altersteilzeitvertrag eine Abfindungsregelung enthält, werden die vertraglich zugesagten Abfindungsbeträge bereits zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses zurückgestellt – dies gilt unabhängig davon, ob der jeweilige Vertrag vor oder nach dem 01. Januar 2012 geschlossen wurde.

In Abhängigkeit des jeweils gewählten Altersteilzeitmodells können sich während der Vertragslaufzeit Erfüllungsrückstände ergeben, die bei der Bemessung der Altersteilzeitrückstellungen ebenfalls berücksichtigt werden.

Darüber hinaus wird bei der Bemessung von Rückstellungen für Altersteilzeit-verpflichtungen auch biometrischen Aspekten Rechnung getragen.

Der auf diese Weise ermittelte Verpflichtungsumfang wird mit dem für diese Verpflichtungen reservierten und zu Zeitwerten bewerteten Vermögen verrechnet. Ergibt sich aus dieser Vermögensverrechnung ein passivischer Überhang, erfolgt der Ausweis dieser Nettoverpflichtung unter den sonstigen Rückstellungen; resultiert aus der Vermögensverrechnung ein aktivischer Überhang, wird dieser auf der Aktivseite unter der Position „Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung" ausgewiesen.

Aufwandsrückstellungen werden ausschließlich für im Berichtsjahr unterlassene Instandhaltungsmaßnahmen ausgewiesen, die voraussichtlich zum Ende des ersten Quartals des auf den Bilanzstichtag folgenden Geschäftsjahres abgeschlossen sein werden.

Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden abgezinst, sofern die Zinseffekte werterheblich sind. Die Abzinsung erfolgt dabei mit den von der Deutschen Bundesbank veröffentlichten laufzeitadäquaten Zinssätzen.

Die Verbindlichkeiten sind mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt.

Fremdwährungsverbindlichkeiten werden entsprechend der Regelungen des § 256a HGB mit dem Devisenkassamittelkurs am Stichtag bewertet. Beläuft sich die Restlaufzeit dieser Verbindlichkeiten auf mehr als ein Jahr, erfolgt die Anpassung an den Devisenkassamittelkurs unter Beachtung des Imparitätsprinzips, während Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr stets zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bewertet werden.

Von einer Zusammenfassung von Fremdwährungsverbindlichkeiten mit den auf diese Verbindlichkeiten entfallenden Devisentermingeschäften zu Bewertungseinheiten im Sinne von § 254 HGB wird kein Gebrauch gemacht.

Latente Steuern

Latente Steuern resultieren aus Bewertungsunterschieden zwischen Handels- und Steuerbilanz, die sich zu einem späteren Zeitpunkt wieder ausgleichen werden, sowie aus steuerlichen Verlustvorträgen. Die Ermittlung und der Ausweis latenter Steuern erfolgt bei Vorliegen steuerlicher Organschaftsverhältnisse beim jeweiligen Organträger.

Die ABB AG ist Organgesellschaft einer mit der ABB Beteiligungs- und Verwaltungsgesellschaft mbH, Mannheim, bestehenden Organschaft, so dass im Berichtsjahr bei der ABB AG keine aktiven oder passiven latenten Steuern aus Bewertungsunterschieden ausgewiesen werden. Durch Verlustvorträge ergeben sich keine latenten Steuern.

Derivative Finanzinstrumente

Fremdwährungsrisiken werden grundsätzlich durch den Einsatz derivativer Finanzinstrumente in Form von Devisentermingeschäften abgesichert, während die Absicherung von Beschaffungspreisrisiken auf den Rohstoffmärkten durch den Einsatz von Warentermingeschäften erfolgt.

Wie bereits im Zusammenhang mit der Bewertung von Fremdwährungsforderungen und Fremdwährungsverbindlichkeiten ausgeführt, wird von der in § 254 HGB eingeräumten Möglichkeit zur Bildung von Bewertungseinheiten kein Gebrauch gemacht.

4. Anlagevermögen

Der Buchwert der immateriellen Vermögensgegenstände beinhaltet zum Ende des Berichtsjahres im Wesentlichen EDV-Software.

Der Buchwert des Sachanlagevermögens hat sich während des Berichtsjahres nur geringfügig um 707 Tsd. € auf 84.618 Tsd. € erhöht.

Im Bereich der Betriebs- und Geschäftsausstattung wird auch EDV-Hardware ausgewiesen, die in der Vergangenheit größtenteils im Rahmen eines Finanzierungs-Leasings angeschafft wurde. Der Buchwert dieser Leasinggegenstände betrug zum Ende des Vorjahres 4.016 Tsd. €. Im Laufe des Berichtsjahres wurden diese Vermögensgegenstände käuflich erworben. Sie werden somit im Anlagegitter des Berichtsjahres unter den Anlagenzugängen ausgewiesen.

Der Buchwert der Anteile an verbundenen Unternehmen hat sich um 18.773 Tsd. € auf insgesamt 373.777 Tsd. € erhöht, was darauf zurückzuführen ist, dass die ABB AG zum Ende des Berichtsjahres ihren Anteil an der ABB Striebel & John GmbH & Co. KG, Sasbach, von bisher 51 % auf nunmehr 100% erhöht hat, um –entsprechend der geänderten Marktbedingungen – die Angebotspalette im Bereich Niederspannungsprodukte noch stärker bündeln zu können.

Die Aufstellung des Anteilsbesitzes der ABB AG ist auf den Seiten 20 bis 21 aufgeführt.

Der Bestand an Wertpapieren des Anlagevermögens hat sich während des Berichtsjahres um 465 Tsd. € auf 15.691 Tsd. € erhöht. Es handelt sich bei diesen Wertpapieren um Anteile an einem Spezialfonds, die teilweise zum Zwecke der Insolvenzsicherung von Altersteilzeitguthaben verpfändet wurden und somit – entsprechend des in § 246 II HGB formulierten Saldierungsgebotes – mit den entsprechenden Alters-teilzeitverpflichtungen verrechnet wurden. Da sich während des Berichtsjahres die Anzahl der verpfändeten Anteile reduzierte und somit weniger Anteile in die Vermögensverrechnung gemäß § 246 II HGB einbezogen wurden, ergab sich in diesem Umfang eine Erhöhung unseres Wertpapierbestandes.

Bezüglich weiterer Details zur Vermögensverrechnung verweisen wir auf die Ziffern 8, 12 und 14 dieses Anhangs.

Entwicklung des Anlagevermögens

in Tsd. € Stand per 31.12.2014 Zugänge Abgänge Umbuchungen
Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände
EDV-Software 31.523 1.920 1.649 197
Konzessionen, Schutzrechte, Lizenzen 1.001 - - -
Geleistete Anzahlungen - 139 - -
Immaterielle Vermögensgegenstände (gesamt) 32.524 2.059 1.649 197
Sachanlagen
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 81.373 220 916 -
Technische Anlagen und Maschinen 110.734 2.899 1.090 1.374
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 102.600 8.781 6.725 624
Anlagen im Bau 1.616 2.733 - -533
Geleistete Anzahlungen 3.145 2.755 433 -1.662
Sachanlagen (gesamt) 299.468 17.388 9.164 -197
Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 356.979 18.773 - -
Sonstige Beteiligungen 130 - 130 -
Wertpapiere des Anlagevermögens* 15.226 - - 465
Finanzanlagen (gesamt) 372.335 18.773 130 465
Anlagevermögen (gesamt) 704.327 38.220 10.943 465
in Tsd. € Stand per 31.12.2015 Abschreibungen Geschäftsjahr Kumulierte Abschreibungen Buchwerte per 31.12.2015 Buchwerte per 31.12.2014
Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände
EDV-Software 31.991 2.895 29.007 2.984 3.801
Konzessionen, Schutzrechte, Lizenzen 1.001 70 853 148 218
Geleistete Anzahlungen 139 - - 139 -
Immaterielle Vermögensgegenstände (gesamt) 33.131 2.965 29.860 3.271 4.019
Sachanlagen
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 80.677 972 52.884 27.793 29.308
Technische Anlagen und Maschinen 113.917 4.552 90.378 23.539 23.917
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 105.280 9.498 79.615 25.665 25.925
Anlagen im Bau 3.816 - - 3.816 1.616
Geleistete Anzahlungen 3.805 - - 3.805 3.145
Sachanlagen (gesamt) 307.495 15.022 222.877 84.618 83.911
Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 375.752 - 1.975 373.777 355.004
Sonstige Beteiligungen - - - - 130
Wertpapiere des Anlagevermögens* 15.691 - - 15.691 15.226
Finanzanlagen (gesamt) 391.443 - 1.975 389.468 370.360
Anlagevermögen (gesamt) 732.069 17.987 254.712 477.357 458.290

* Reduzierung Stückzahl verpfändeter Anteile Deckungsvermögen

Aufstellung des Anteilsbesitzes

(Stand: 31.12.2015) Gewinn-

abführungs-

vertrag
Eigenkapital in Tsd. LW Konzer-

nanteil

in %
Beteiligung bei Nr.
I. Verbundene Unternehmen der ABB AG
1. ABB AG, Mannheim 846.265 €
2. ABB Ausbildungszentrum Berlin gGmbH, Berlin 737 € 100 1.
3. ABB Automation GmbH, Mannheim * 128.737 € 100 22.
4. ABB Automation Products GmbH, Ladenburg 25.777 € 100 3.
5. Busch-Jaeger Elektro GmbH, Lüdenscheid * 16.290 € 100 8.
6. ABB Bauprojektmanagement GmbH, Mannheim * 1.922 € 100 1.
7. ABB Beteiligungsgesellschaft mbH, Mannheim 285.758 € 100 1.
8. ABB Beteiligungs-Management GmbH, Mannheim * 47.759 € 100 1.
9. ABB Business Services GmbH, Heidelberg * 93 € 100 1.
10. ABB Grundbesitz GmbH, Ladenburg * 5.394 € 100 1.
11. ABB gomtec GmbH, Seefeld 4.480 € 100 3.
12. Hartmann & Braun Grundstücksverwaltung GmbH, Mannheim 262.124 € 100 7.
13. ABB Kaufel GmbH, Berlin -368 € 100 8.
14. ABB Patent GmbH, Ladenburg * 44 € 100 1.
15. PMA Deutschland GmbH, Haßfurt * 4.897 € 100 8.
16. Pucaro Elektro-Isolierstoffe GmbH, Roigheim 700 € 100 8.
17. ABB abService GmbH, Bobingen 1.461 € 100 1.
18. ABB Stotz-Kontakt GmbH, Heidelberg * 26.326 € 100 8.
19. ABB Stotz-Kontakt/Striebel & John Vertriebsges. mbH, Heidelberg 613 € 100 18./20.
20. ABB Striebel & John GmbH & Co. KG, Sasbach 1.800 € 100 1.
21. ABB Vermögensverwaltungsgesellschaft mbH, Sasbach 865 € 100 1.
22. ABB Training Center GmbH & Co. KG, Heidelberg 116.338 € 100 1./7./12.
23. ABB Wirtschaftsbetriebe GmbH, Mannheim * 512 € 100 1.
24. Newron System SA, Toulouse/ Frankreich 1.959 € 100 5.
25. Striebel France S.a.r.l., Fellering/Frankreich 5.811 € 100 21.
26. ABB-Unterstützungseinrichtung GmbH in Mannheim, Mannheim 37.896 € 100 1.
II. Assoziierte Unternehmen
27. mozaiq operations GmbH, Frankfurt am Main 5.130 € 33 5.
III. Sonstige Beteiligungen
28. PEHLA Gesellschaft für elektrische Hochleistungsprüfungen GbR1), Mannheim 43 € 14 1.
29. SOLUM Grundstücks-Vermietungsgesellschaft mbH & Co. Objekt Dresden KG, Düsseldorf 50 € 99 10.
(Stand: 31.12.2015) Ergebnis Geschäftsjahr in Tsd. LW Umsatz 2015

in Mio. LW
Mitarbeiter 31.12.2015
I. Verbundene Unternehmen der ABB AG
1. ABB AG, Mannheim - 1.386 3.944
2. ABB Ausbildungszentrum Berlin gGmbH, Berlin 755 4 74
3. ABB Automation GmbH, Mannheim - 566 1.646
4. ABB Automation Products GmbH, Ladenburg -21.756 390 1.270
5. Busch-Jaeger Elektro GmbH, Lüdenscheid -1.148 284 1.020
6. ABB Bauprojektmanagement GmbH, Mannheim - - 7
7. ABB Beteiligungsgesellschaft mbH, Mannheim 22.108 - -
8. ABB Beteiligungs-Management GmbH, Mannheim - - -
9. ABB Business Services GmbH, Heidelberg - 10 118
10. ABB Grundbesitz GmbH, Ladenburg -48 41 24
11. ABB gomtec GmbH, Seefeld 4.289 - 29
12. Hartmann & Braun Grundstücksverwaltung GmbH, Mannheim -3.703 1 -
13. ABB Kaufel GmbH, Berlin -1.680 15 89
14. ABB Patent GmbH, Ladenburg - - -
15. PMA Deutschland GmbH, Haßfurt - 13 20
16. Pucaro Elektro-Isolierstoffe GmbH, Roigheim -213 56 269
17. ABB abService GmbH, Bobingen -693 16 16
18. ABB Stotz-Kontakt GmbH, Heidelberg -1.616 504 1.534
19. ABB Stotz-Kontakt/Striebel & John Vertriebsges. mbH, Heidelberg 309 87 143
20. ABB Striebel & John GmbH & Co. KG, Sasbach 777 84 360
21. ABB Vermögensverwaltungsgesellschaft mbH, Sasbach 2 - -
22. ABB Training Center GmbH & Co. KG, Heidelberg - 5 141
23. ABB Wirtschaftsbetriebe GmbH, Mannheim - 5 40
24. Newron System SA, Toulouse/ Frankreich 226 2 14
25. Striebel France S.a.r.l., Fellering/Frankreich 41 2 12
26. ABB-Unterstützungseinrichtung GmbH in Mannheim, Mannheim -3.259 - 18
II. Assoziierte Unternehmen
27. mozaiq operations GmbH, Frankfurt am Main -510 - -
III. Sonstige Beteiligungen
28. PEHLA Gesellschaft für elektrische Hochleistungsprüfungen GbR1), Mannheim -12 - -
29. SOLUM Grundstücks-Vermietungsgesellschaft mbH & Co. Objekt Dresden KG, Düsseldorf - - -

1) Zahlen 2014

5. Vorräte

in Tsd. € 31.12.2015 31.12.2014
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 42.954 43.230
Unfertige Erzeugnisse 8.405 13.445
Bestellte Anlagen in Arbeit 780.488 768.176
Fertige Erzeugnisse und Handelswaren 7.696 2.444
Geleistete Anzahlungen 1.694.590 1.522.743
Summe Vorräte inkl. geleisteter Anzahlungen 2.534.133 2.350.038
7. verrechnete Kundenanzahlungen - 2.089.498 - 1.857.134
Vorräte (gesamt) 444.635 492.904

Aufgrund der großen Bedeutung des Anlagengeschäfts werden Bestellte Anlagen in Arbeit im Vorratsvermögen gesondert ausgewiesen. Erhaltene Kundenanzahlungen werden auftragsweise bis zur Höhe der aktivierten Vorräte offen von diesen abgesetzt.

Das Bruttovorratsvermögen hat sich um 184 Mio. € auf insgesamt 2.534 Mio. € erhöht. Dieser Anstieg entfällt hauptsächlich auf die Division Energietechnik-Systeme, die im Berichtsjahr größere Anzahlungen im Zusammenhang mit der Anarbeitung von Windparkprojekten an andere ABB-Einheiten zu leisten hatte.

Unter Berücksichtigung der um rund 232 Mio. € gestiegenen Fortschrittszahlungen ergibt sich eine Verminderung des Nettovorratsvermögens um 48 Mio. €.

6. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

in Tsd. € 31.12.2015 31.12.2014
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 134.247 127.022
(davon mit einer Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr) (620) (2.266)
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 1.029.331 948.955
(davon mit einer Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr) (149) (149)
Sonstige Vermögensgegenstände 26.994 27.791
(davon mit einer Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr) (700) (721)
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände (gesamt) 1.190.572 1.103.768
(davon mit einer Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr) (1.469) (3.136)

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen liegen stichtagsbedingt um rund 7 Mio. € über dem Wert des Vorjahres.

Von den Forderungen gegen verbundene Unternehmen entfallen rund 14 % auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (Vorjahr: rund 16 %). Der Restbetrag entfällt überwiegend auf kurz- und mittelfristige Geldanlagen bei Tochtergesellschaften der ABB AG sowie bei Tochtergesellschaften unserer Obergesellschaft ABB Ltd, Zürich / Schweiz.

Der Anstieg dieser konzerninternen Mittelanlagen resultiert einerseits aus der positiven Entwicklung unseres operativen Cash Flows sowie aus dem deutlich höheren Beteiligungsergebnis (vgl. hierzu Ziffer 27 dieses Anhangs). Ferner enthalten die konzerninternen Mittelanlagen des Berichtsjahres auch einen Anspruch der ABB AG auf Erstattung einer Steuerumlage gegenüber der ABB Beteiligungs- und Verwaltungsgesellschaft mbH, Mannheim, in Höhe von 53 Mio. €, saldiert mit der Verpflichtung zur Abführung des Nettoergebnisses in Höhe von 18 Mio. €.

In den sonstigen Vermögensgegenständen sind u. a. Darlehensforderungen an Dritte, Steuererstattungsansprüche, Zins- und Versicherungsansprüche sowie kurzfristige Vorschüsse und Darlehen an Mitarbeiter enthalten.

7. Flüssige Mittel

in Tsd. € 31.12.2015 31.12.2014
Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 8.517 11.733
Finanzmittelanlagen bei Konzerngesellschaften (in Pos. Aktiva B.II.2 enthalten) 834.735 751.094
Flüssige Mittel 843.252 762.827
Finanzschulden einschließlich Kreditaufnahme bei Konzerngesellschaften (in Pos. Passiva C.4. enthalten) 404.304 416.974
Flüssige Mittel . /. Finanzschulden 438.948 345.853

Bei den Finanzmittelanlagen innerhalb des Konzerns handelt es sich in erster Linie um kurz- und mittelfristige Geldanlagen bei Tochtergesellschaften der ABB AG sowie bei Tochtergesellschaften unserer Obergesellschaft, der ABB Ltd, Zürich/ Schweiz, im Rahmen des konzerninternen Cash-Poolings.

Der Anstieg der flüssigen Mittel beruht in erster Linie auf der positiven Entwicklung unseres operativen Cash Flows, den deutlich gestiegenen Erträgen aus Gewinnabführungsverträgen (Beteiligungsergebnis) sowie auf einem Anspruch der ABB AG auf Erstattung einer Steuerumlage gegen die ABB Beteiligungs- und Verwaltungsgesellschaft mbH, Mannheim, in Höhe von 53 Mio. €, saldiert mit der Verpflichtung zur Abführung des Nettoergebnisses von 18 Mio. €.

Die Finanzschulden resultieren im Wesentlichen aus Mittelanlagen unserer Beteiligungsgesellschaften beim Treasury-Bereich der ABB AG.

Darüber hinaus beinhalten die (konzerninternen) Finanzschulden auch die Verpflichtung der ABB AG zur Abführung ihres Nettoergebnisses an die ABB Beteiligungs- und Verwaltungsgesellschaft mbH, Mannheim. Diese Verpflichtung belief sich zum Ende des Vorjahres auf 81 Mio. €. Im Berichtsjahr wurde die Verpflichtung in Höhe von 18 Mio. € mit dem Anspruch auf Erstattung einer Steuerumlage innerhalb der konzerninternen Finanzmittelanlagen saldiert.

8. Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung

Die in § 246 II HGB geforderte Verrechnung von Altersversorgungs- und ähnlichen Verpflichtungen mit Vermögenswerten, die ausschließlich zur Erfüllung solcher Verpflichtungen dienen und dem Zugriff der übrigen Gläubiger entzogen sind, führte zu einem aktiven Unterschiedsbetrag in Höhe von insgesamt 32.905 Tsd. € (Vorjahr: 88.686 Tsd. €).

Bei dem für die Altersversorgungsverpflichtungen reservierten Vermögen handelt es sich größtenteils um Anteile an einem Wertpapierspezialfonds, die im Rahmen eines im Jahr 2004 etablierten Contractual Trust Arrangements (CTA) treuhänderisch auf den ABB Vermögenstreuhand e.V. und von diesem wiederum sicherungshalber auf den ABB Sicherungstreuhand e.V. übertragen wurden.

Zum 31. Dezember 2015 belief sich der Buchwert (Marktwert) dieser für Altersversorgungsansprüche reservierten Wertpapiere auf insgesamt 545.181 Tsd. € (Vorjahr: 584.221 Tsd. €), wobei die historischen Anschaffungskosten 413.245 Tsd. € (Vorjahr: 438.341 Tsd. €) und die kumulativen Marktwertanpassungen insgesamt 131.936 Tsd. € (Vorjahr: 145.880 Tsd. €) betrugen.

Neben den im Rahmen unseres CTA gehaltenen Wertpapieren beinhaltet das für die Altersversorgungsverpflichtungen reservierte Vermögen auch das Deckungskapital einer Rückdeckungsversicherung, dessen Zeitwert sich per 31. Dezember 2015 auf 20.991 Tsd. € (Vorjahr: 21.557 Tsd. €) belief.

Die Altersversorgungsverpflichtungen beliefen sich zum Ende des Berichtsjahres auf insgesamt 577.012 Tsd. € (Vorjahr: 557.124 Tsd. €), wovon ein Anteil in Höhe von 42.557 Tsd. € (Vorjahr: 38.634 Tsd. €) auf ein Deferred Compensation-Modell entfällt, dem keine saldierungsfähigen Vermögenswerte gegenüberstanden, so dass sich der in die Vermögensverrechnung einbezogene Anteil der Altersversorgungsverpflichtungen auf 534.455 Tsd. € (Vorjahr: 518.490 Tsd. €) belief.

Neben der zuvor beschriebenen Verrechnung von Altersversorgungsverpflichtungen mit dem für diese Verpflichtungen reservierten Vermögen wurden auch Altersteilzeitverpflichtungen mit Teilen eines Wertpapierspezialfonds verrechnet, die zum Zwecke der Insolvenzsicherung von Altersteilzeitguthaben verpfändet wurden.

Der Marktwert dieser zum Zwecke der Insolvenzsicherung verpfändeten Wertpapiere belief sich per 31. Dezember 2015 auf 10.651 Tsd. € (Vorjahr: 11.598 Tsd. €), wobei die historischen Anschaffungskosten 8.219 Tsd. € (Vorjahr: 8.684 Tsd. €) und die kumulativen Marktwertanpassungen insgesamt 2.432 Tsd. € (Vorjahr: 2.914 Tsd. €) betrugen.

Die Altersteilzeitverpflichtungen wiesen zum Ende des Berichtsjahres einen Wert in Höhe von 9.463 Tsd. € (Vorjahr: 10.200 Tsd. €) auf. Die Verrechnung der Altersteilzeitverpflichtungen mit dem hierfür reservierten Vermögen führte zu einem aktiven Unterschiedsbetrag in Höhe von 1.188 Tsd. € (Vorjahr: 1.398 Tsd. €).

Nach Verrechnung der zuvor genannten Vermögenswerte mit den Pensions- und Altersteilzeitverpflichtungen, ergibt sich insgesamt der eingangs genannte aktive Unterschiedsbetrag aus Vermögensverrechnung in Höhe von 32.905 Tsd. €.

Bezüglich weiterer Details zu dem Contractual Trust Arrangement sowie zur Bewertung der Pensions- und Altersteilzeitverpflichtungen verweisen wir auf Ziffer 12 und Ziffer 14 dieses Anhangs.

9. Entwicklung des Eigenkapitals

Wie bereits an anderer Stelle ausgeführt, wurde im Geschäftsjahr 2011 ein Gewinn-abführungsvertrag zwischen der ABB AG und der ABB Beteiligungs- und Verwaltungsgesellschaft mbH, Mannheim, geschlossen.

Aufgrund dieses Gewinnabführungsvertrages wird das im Berichtsjahr erwirtschaftete Ergebnis der ABB AG an die ABB Beteiligungs- und Verwaltungsgesellschaft mbH, Mannheim, abgeführt, so dass sich das Eigenkapital der ABB AG — unverändert zum Vorjahr — auf 846.265 Tsd. € beläuft.

10. Gezeichnetes Kapital und Kapitalrücklage

Das Grundkapital der ABB AG beträgt 167.500 Tsd. € und ist in 6.552.000 auf den Inhaber lautende Stückaktien eingeteilt.

Am 31. Dezember 2015 befand sich das gesamte Aktienkapital im unmittelbaren oder mittelbaren Besitz der ABB Asea Brown Boveri Ltd, Zürich/Schweiz, wobei der größte Anteil unserer Aktien von der ABB Beteiligungs- und Verwaltungsgesellschaft mbH, Mannheim, gehalten wird.

Die Kapitalrücklage enthält die Einstellung von Aufgeldern aus Kapitalerhöhungen sowie die Aufgelder aus dem Umtausch von Genussscheinen früherer Geschäftsjahre.

11. Gewinnrücklagen

Die Gewinnrücklagen in Höhe von unverändert 627.368 Tsd. € beinhalten eine gesetzliche Rücklage in Höhe von 3.120 Tsd. €.

Darüber hinaus beinhalten die Gewinnrücklagen einen Betrag in Höhe von 5.368 Tsd. € aus der erstmaligen Anwendung des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes (BilMoG) zu Beginn des Geschäftsjahres 2010 im Zusammenhang mit der Abzinsung langfristiger Rückstellungen (außer Pensionsrückstellungen).

12. Pensionsverpflichtungen, Deckungsvermögen und Vermögensverrechnung

Im Interesse der Absicherung von Anwartschaften und laufenden Leistungen aus der betrieblichen Altersversorgung aus Direktzusagen sowie zur Schaffung von saldierungsfähigem Deckungsvermögen hat die deutsche ABB-Gruppe ein Contractual Trust Arrangement (CTA) in Form einer doppelseitigen Treuhand etabliert.

In diesem Zusammenhang hat die ABB AG im Rahmen von Treuhandverträgen und mittels gesonderter Vermögensübertragungsvereinbarungen einen Großteil der bis dahin im Finanzanlagevermögen ausgewiesenen Wertpapiere treuhänderisch an den ABB Vermögenstreuhand e.V. übertragen, der diese Wertpapiere wiederum sicherungshalber an den ABB Sicherungstreuhand e.V. übertragen hat.

Darüber hinaus sind bestimmte Teile der Pensionsverpflichtungen durch eine Rück-deckungsversicherung gesichert.

Zum 31. Dezember 2015 betrugen die Pensionsverpflichtungen der ABB AG insgesamt 577.012 Tsd. € (Vorjahr: 557.124 Tsd. €). Diesem Betrag liegt ein Diskontierungsfaktor in Höhe von 3,94% (Vorjahr: 4,58%) zugrunde; es handelt sich hierbei um den von der Deutschen Bundesbank veröffentlichten Zinssatz für Verpflichtungen mit einer Laufzeit von 15 Jahren.

Wie im Vorjahr wurde der von der Deutschen Bundesbank per Ende November veröffentlichte Zinssatz der Pensionsrückstellungsermittlung zugrunde gelegt.

Ferner liegt der Berechnung ein Gehaltstrend in Höhe von 2,5 % p. a. sowie ein Rentenanpassungstrend in Höhe von 1,5% p. a. zugrunde; beide Faktoren sind somit unverändert gegenüber den im Vorjahresabschluss verwendeten Annahmen.

Hinsichtlich der langfristig erwarteten Verzinsung der Beiträge bzw. Kapitalkonten unseres beitragsorientierten Pensionsplanes wurde eine auf längerfristige Sicht erzielbare Rendite in Höhe von 4,3% p. a. (Vorjahr: 5,0%) unterstellt.

Von dem Gesamtbetrag der Pensionsverpflichtungen per 31. Dezember 2015 in Höhe von 577.012 Tsd. € (Vorjahr: 557.124 Tsd. €) entfällt ein Anteil in Höhe von 42.557 Tsd. € (Vorjahr: 38.634 Tsd. €) auf ein Deferred Compensation-Modell, dem keine verrechnungsfähigen Vermögenswerte im Sinne von § 246 II HGB gegenüberstanden, so dass dieser Anteil der Pensionsverpflichtungen nicht in die Vermögensverrechnung einbezogen wurde.

Die Pensionsverpflichtungen, denen zum 31. Dezember 2015 verrechnungsfähige Vermögenswerte gegenüberstanden, beliefen sich somit auf insgesamt 534.455 Tsd. € (Vorjahr: 518.490 Tsd. €).

Diesem Anteil der Pensionsverpflichtungen in Höhe von 534.455 Tsd. € standen am 31. Dezember 2015 zu Marktwerten bewertete, dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogene und ausschließlich für Altersversorgungsverpflichtungen reservierte Vermögensgegenstände im Gesamtwert von 566.172 Tsd. € (Vorjahr: 605.778 Tsd. €) gegenüber, so dass sich aus dem in § 246 II HGB geforderten Saldierungsgebot ein aktiver Unterschiedsbetrag im Zusammenhang mit Pensionsverpflichtungen und Pensionsvermögen in Höhe von 31.717 Tsd. € (Vorjahr: 87.288) ergibt.

Aus mittelbaren Versorgungsverpflichtungen im Zusammenhang mit unserer Unterstützungseinrichtung bestand zum Ende des Berichtsjahres ein Fehlbetrag in Höhe von 7.914 Tsd. € (Vorjahr: 7.406 Tsd. €).

13. Steuerrückstellungen

Die Steuerrückstellungen beinhalten erwartete Zahlungsverpflichtungen für in- und ausländische Gewinnsteuern sowie für sonstige Steuern.

14. Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen umfassen im Wesentlichen die noch erwarteten Herstellungskosten abgerechneter Kundenaufträge (ausstehende Lieferantenrechnungen und noch zu erbringende Eigenleistungen), Rückstellungen für Garantieleistungen, Rückstellungen für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften sowie für andere Risiken aus der operativen Geschäftstätigkeit.

Ferner enthält diese Position Rückstellungen für Restrukturierungsmaßnahmen, Rückstellungen für schwebende Prozesse, Rückstellungen für noch abzugeltende Urlaubs- und Gleitzeitansprüche und für Vorruhestandsleistungen, Rückstellungen für Jubiläumsgeldzahlungen an Mitarbeiter sowie Rückstellungen für Altersteilzeitverträge, sofern diese nicht durch entsprechende, dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogenen Vermögenswerte gedeckt sind.

Bei der Bemessung der sonstigen Rückstellungen wurden künftige Kosten- und Preisveränderungen einerseits, sowie – im Falle langfristiger Verpflichtungen – Abzinsungseffekte andererseits berücksichtigt.

Zum Ende des Berichtsjahres belief sich der Gesamtwert der sonstigen Rückstellungen auf 314.848 Tsd. € und lag damit um 46.716 Tsd. € über dem Vorjahresbetrag in Höhe von 268.132 Tsd. €, was in erster Linie auf die Bildung von Rückstellungen für künftige Kapazitätsanpassungen und für Maßnahmen zur Produktivitätssteigerung im Angestelltenbereich (White Collar Productivity, WCP) im Rahmen der vom ABB-Konzern verfolgten Next-Level-Strategie zurückzuführen ist.

Gegenläufig entwickelten sich hingegen die Rückstellungen für drohende Verluste aus Kundenaufträgen.

Die in den sonstigen Rückstellungen enthaltenen Verpflichtungen aus Altersteilzeit-verträgen beliefen sich – vor Verrechnung mit den für diese Verpflichtungen reservierten Vermögenswerten – zum Ende des Berichtsjahres auf insgesamt 9.463 Tsd. € (Vorjahr: 10.200 Tsd. €).

Im Interesse der Insolvenzsicherung der Altersteilzeitguthaben wurden Teile eines Wertpapierspezialfonds verpfändet und damit dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogen.

Per 31. Dezember 2015 betrug der Buchwert (Marktwert) der verpfändeten Anteile 10.651 Tsd. € (Vorjahr: 11.598 Tsd. €). Dieser Betrag beinhaltet die historischen Anschaffungskosten in Höhe von 8.219 Tsd. € (Vorjahr: 8.684 Tsd. €) sowie die kumulativen Marktwertanpassungen in Höhe von 2.432 Tsd. € (Vorjahr: 2.914 Tsd. €).

Der Buchwert der verpfändeten Anteile in Höhe von 10.651 Tsd. € wurde mit den Altersteilzeitverpflichtungen der ABB AG in Höhe von insgesamt 9.463 Tsd. € verrechnet, so dass die Verrechnung zu einem aktivischen Unterschiedsbetrag in Höhe von 1.188 Tsd. € (Vorjahr: 1.398 Tsd. €) führte.

15. Verbindlichkeiten

in Tsd. € 31.1 2.201 5 Restlaufzeit bis 1 Jahr 31.1 2.201 4 Restlaufzeit bis 1 Jahr
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 181 181 328 328
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 2.444.087 2.439.108 2.280.954 1.367.065
(davon von verbundenen Unternehmen) (147.754) (147.453) (137,.303) (82.291)
Verrechnet mit Vorräten - 2.089.498 - 2.085.241 -1.857.134 - 1.113.053
Erhaltene Anzahlungen nach Verrechnung mit Vorräten 354.589 353.867 423.820 254.012
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 62.843 62.843 51.832 51.812
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 471.426 469.804 458.851 458.851
Sonstige Verbindlichkeiten 37.680 37.159 39.514 37.411
(davon aus Steuern) (18.591) (18.591) (15.126) (15.126)
(davon im Rahmen der sozialen Sicherheit) (641) (641) (640) (640)
Verbindlichkeiten (gesamt) 926.719 923.854 974.345 802.414

Die sonstigen Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren betrugen im Berichtsjahr 20 Tsd. € (Vorjahr: 35 Tsd. €).

Der Anstieg der erhaltenen Kundenanzahlungen um 163 Mio. € entfällt in allererster Linie auf größere Inlandsprojekte in unserem Geschäftsfeld Elektrische Netze.

Von den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen entfallen knapp 12 % (Vorjahr: 8 %) auf Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen beinhalten auch die Ergebnisabführungsverpflichtung gegenüber der ABB Beteiligungs- und Verwaltungsgesellschaft mbH, Mannheim. Diese belief sich im Vorjahr auf 80.926 Tsd. €. Im Berichtsjahr ergibt sich aus vorgenannten Sachverhalten eine Verbindlichkeit in Höhe von 18.239 Tsd. €, die saldiert mit dem Erstattungsanspruch aus einer Steuerumlage in Höhe von 52.628 Tsd. € unter den Forderungen gegen verbundene Unternehmen ausgewiesen wird.

Im Vorjahr enthielten die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen auch die Verpflichtung zur Abführung einer Steuerumlage an die ABB Beteiligungs- und Verwaltungsgesellschaft mbH, Mannheim, in Höhe von 2.966 Tsd. €, während sich im Berichtsjahr diesbezüglich ein Erstattungsanspruch in Höhe von 52.628 Tsd. € ergab, der – saldiert mit der Ergebnisabführungsverpflichtung in Höhe von 18.239 Tsd. € – unter den Forderungen gegen verbundenen Unternehmen ausgewiesen wurde.

Die sonstigen Verbindlichkeiten enthalten im Wesentlichen Verbindlichkeiten aus Konsortialgeschäften, Verbindlichkeiten aus Devisentermingeschäften, Verbindlichkeiten gegenüber Mitarbeitern aus der Lohn- und Gehaltsabrechnung, Verbindlichkeiten aus der Auflösung von Arbeitsverträgen sowie Verbindlichkeiten aus einbehaltenen Steuern der Mitarbeiter und aus anderen Steuern.

Eine Besicherung von Verbindlichkeiten wurde nicht vorgenommen, dies gilt gleichermaßen für Berichts- und Vorjahr.

16. Haftungsverhältnisse

in Tsd. € 31.12.2015 31.12.2014
Verbindlichkeiten aus Bürgschaften 52.151 57.007
Verbindlichkeiten aus Gewährleistungsverträgen und sonstige Haftungsverhältnisse 7.997 7.689
Haftungsverhältnisse (gesamt) 60.148 64.696

In den Haftungsverhältnissen sind 866 Tsd. € (Vorjahr: 1.643 Tsd. €) für ehemalige konsolidierte Unternehmen enthalten, für die entsprechende Rückhaftungsvereinbarungen abgeschlossen wurden. Die restlichen Haftungsverhältnisse in Höhe von 59.282 Tsd. € (Vorjahr: 63.053 Tsd. €) beziehen sich auf konsolidierte verbundene Unternehmen.

Das Eingehen von Haftungsverhältnissen erfolgt nur nach sorgfältiger Risikoabwägung und grundsätzlich nur im Zusammenhang mit der Geschäftstätigkeit der ABB AG oder mit der Geschäftstätigkeit verbundener Unternehmen.

Die aufgrund der Haftungsverhältnisse eingegangenen Risiken unterliegen dabei einem stetigen Evaluierungsprozess.

Aufgrund der Ergebnisse dieser Risikoanalyse und unter Berücksichtigung der bis zum Aufstellungszeitpunkt gewonnenen Erkenntnisse gehen wir davon aus, dass die den Haftungsverhältnissen zugrunde liegenden Verpflichtungen von den jeweiligen Hauptschuldnern erfüllt werden können, so dass wir das Risiko einer Inanspruchnahme aus den oben aufgeführten Haftungsverhältnissen als gering einschätzen.

17. Nicht in der Bilanz enthaltene Geschäfte

in Tsd. € 31.12.2015

Gesamtbetrag
31.12.2015

Jahresbetrag
31.12.2014

Gesamtbetrag
31.1 2.2014

Jahresbetrag
IS- und Telefonie-Infrastruktur sowie Dienstleistungen 29.712 20.912 43.442 34.642
Wesentliche Miet- und Pachtverträge 21.914 2.343 26.162 4.248
Gesamt 51.626 23.255 69.604 38.890

Der Gesamtbetrag außerbilanzieller Geschäfte beläuft sich am Bilanzstichtag auf 52 Mio. € (Vorjahr: 70 Mio. €). Der Jahresbetrag dieser Geschäfte beläuft sich auf 23 Mio. € (Vorjahr: 39 Mio. €).

Bei den nicht bilanzierten Geschäften handelt es sich vorrangig um Leasing- und Dienstleistungsvereinbarungen im IS- und Telefoniebereich sowie um Dienstleistungsvereinbarungen im Bereich Flächenmanagement. Der Gesamtbetrag solcher Verträge beläuft sich auf 30 Mio. € (Vorjahr: 43 Mio. €) über die gesamte Restlaufzeit der Verträge. Der Jahresbetrag aus derartigen Verträgen beläuft sich auf 21 Mio. € (Vorjahr: 35 Mio. €).

Solche Verträge dienen der Standardisierung eingesetzter Technologien und Dienstleistungen sowie deren Kostenoptimierung. In der Hauptsache fällt hierunter der globale Servicevertrag zwischen dem ABB-Konzern und IBM, der zum 30. September 2015 zwar gekündigt, jedoch bis Ende des Jahres 2016 verlängert wurde. Risiken aus diesen Verträgen werden nicht gesehen.

Als weitere nicht in der Bilanz enthaltene Geschäfte sind wesentliche, in der Regel längerfristige, Miet- und Pachtverträge für Grundstücke und Gebäude mit einem Gesamtbetrag von 22 Mio. € (Vorjahr: 26 Mio. €) über die gesamte Restlaufzeit der Verträge zu nennen. Der Jahresbetrag aus derartigen Verträgen beläuft sich auf 2 Mio. € (Vorjahr: 4 Mio. €).

Solche Verträge werden grundsätzlich aus geschäftspolitischen Gründen und zur Optimierung des Standortmanagements geschlossen. Risiken aus diesen Verträgen werden nicht gesehen.

18. Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Der Gesamtbetrag der sonstigen finanziellen Verpflichtungen, die nicht unter den Haftungsverhältnissen gemäß Ziffer 16 und nicht unter Ziffer 17 als nicht in der Bilanz enthaltene Geschäfte angegeben sind, beläuft sich am Bilanzstichtag auf rund 29 Mio. € (Vorjahr: 30 Mio. €), wovon 22 Mio. € gegenüber verbundenen Unternehmen bestehen (Vorjahr: 22 Mio. €).

Es handelt sich hierbei in erster Linie um Verpflichtungen aus Miet-, Pacht- und Leasingverträgen sowie um das Bestellobligo aus Investitionen. Der Jahresbetrag aus derartigen Verträgen beläuft sich auf 15 Mio. € (Vorjahr: 13 Mio. €).

19. Derivative Finanzinstrumente

Zur Absicherung von Währungsrisiken aus der operativen Geschäftstätigkeit wurden derivative Finanzinstrumente in Form von Devisentermingeschäften (Einkaufs-und Verkaufsgeschäfte) abgeschlossen. Es handelt sich hierbei überwiegend um Währungsderivate.

Das Volumen der am Bilanzstichtag bestehenden Devisentermingeschäfte beläuft sich auf 678.112 Tsd. € (Vorjahr: 461.756 Tsd. €). Der beizulegende Wert dieser zum Bilanzstichtag bestehenden Devisentermingeschäfte beträgt insgesamt -7.552 Tsd. € (Vorjahr: -20.291 Tsd. €). Dieser Wert entspricht dem Ergebniseffekt, zu dem diese Geschäfte am Bilanzstichtag hätten abgewickelt werden können. Der beizulegende Wert (Marktwert) wird anhand einer Discounted-Cash-Flow-Methode, die auf erhältlichen Marktinformationen basiert, ermittelt.

Neben Devisentermingeschäften wurden auch Warentermingeschäfte abgeschlossen, die ebenfalls überwiegend als Forward getätigt wurden. Das Volumen solcher Geschäfte betrug im Berichtsjahr 5.151 Tsd. € (Vorjahr: 5.231 Tsd. €). Der beizulegende Wert dieser Geschäfte belief sich zum Ende des Berichtsjahres auf insgesamt -466 Tsd. € (Vorjahr: -230 Tsd. €).

Im Interesse einer einheitlichen Vorgehensweise innerhalb der ABB AG sowie innerhalb des deutschen ABB-Teilkonzerns wird auf die Bildung von Bewertungseinheiten verzichtet. Ergeben sich zum Bilanzstichtag bei den einzelnen Sicherungsgeschäften negative Marktwerte, werden diese Beträge unter den Rückstellungen für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften erfasst. Eine Saldierung negativer Marktwerte mit positiven Marktwerten erfolgt dabei nicht.

Für Devisen- und Warentermingeschäfte wurden zum Bilanzstichtag Rückstellungen für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften in Höhe von 13.546 Tsd. € (Vorjahr: 23.480 Tsd. €) passiviert.

20. Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse des Berichtsjahres belaufen sich auf 1.386 Mio. € und liegen damit um rund 23% über dem Vorjahreswert in Höhe von 1.130 Mio. €.

Der Anstieg der Umsatzerlöse um insgesamt rund 256 Mio. € entfällt hauptsächlich auf die Division Energietechnik-Systeme, wo aufgrund der Abrechnung mehrerer Inlandsaufträge eine Umsatzsteigerung in Höhe von 29% erzielt werden konnte, wobei der Umsatzschwerpunkt insbesondere im Geschäftsfeld Elektrische Netze lag.

In der Division Energietechnik-Produkte konnte der Umsatz ebenfalls deutlich gesteigert werden, wobei hier insbesondere im Export des Transformatoren- und des Hochspannungsgeschäftes deutliche Umsatzzuwächse realisiert werden konnten.

Die Aufteilung der Umsatzerlöse nach Tätigkeitsbereichen und nach geografischen Merkmalen ergibt folgendes Bild:

in Tsd. € 2015 2014
Energietechnik-Systeme 685.046 531.338
Energietechnik-Produkte 716.105 619.420
Sonstiges/Konsolidierung -15.172 -20.575
Umsatzerlöse (gesamt) 1.385.979 1.130.183
davon:
Deutschland 598.011 325.979
Übriges Europa 353.100 333.530
Asien 173.615 159.770
Afrika 156.310 188.626
Amerika 100.044 118.551
Sonstige Regionen 4.899 3.727

21. Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge enthalten unter anderem Erträge aus Dienstleistungen, Forschungs- und Entwicklungsbeiträge, Holding-Umlagen, Gewinne aus dem Abgang von Sachanlagevermögen sowie Erträge aus der Inanspruchnahme und Auflösung von Rückstellungen und Wertberichtigungen. Darüber hinaus sind Gewinne aus Wechselkursänderungen in Höhe von 37.715 Tsd. € (Vorjahr: 20.451 Tsd. €) enthalten.

Der Anstieg der sonstigen betrieblichen Erträge ist in erster Linie auf die zuvor genannten Wechselkursveränderungen zurückzuführen, wobei jedoch zu berücksichtigen ist, dass in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen Wechselkursverluste in erheblichem Umfang enthalten sind.

22. Materialaufwand

In Tsd. € 2015 2014
Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren -758.570 -391.574
Aufwendungen für bezogene Leistungen -110.303 -131.254
Materialaufwand (gesamt) -868.873 -522.828

Die Erhöhung des Materialaufwands um rund 346 Mio. € ist in erster Linie auf die um 384 Mio. € gestiegene Gesamtleistung zurückzuführen. Insbesondere in der Division Energietechnik-Systeme konnte aufgrund des gestiegenen Umsatzvolumens sowie aufgrund der Anarbeitung großvolumiger Kundenprojekte im Geschäftsfeld Elektrische Netze eine deutliche Steigerung der Gesamtleistung verzeichnet werden, so dass die gestiegenen Materialkosten insbesondere auf diesen Bereich entfielen.

23. Personalaufwand

In Tsd. € 2015 2014
Löhne und Gehälter -275.426 -271.536
Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung -51.687 -45.631
(davon für Altersversorgung) (- 5.418) (-)
Personalaufwand (gesamt) -327.113 -317.167

Die Lohn- und Gehaltssumme hat sich gegenüber dem Vorjahr nur leicht erhöht. Dies ist zum einen auf die Tariferhöhungen im Mai 2014 (2,2%) sowie im April 2015 (3,4 %) zurückzuführen; gegenläufig wirkte sich die rückläufige Anzahl der im Jahresdurchschnitt Beschäftigten um 104 Mitarbeiter (ohne Auszubildende) aus.

Bezüglich der Altersversorgungskosten ist zu berücksichtigen, dass der in einem Geschäftsjahr den Pensionsrückstellungen zuzuführende Betrag sich in der Erfolgsrechnung sowohl im Personalaufwand als auch im Zinsaufwand niederschlägt, wobei die im Vorjahr vorgenommene Änderung der Bewertungsparameter dazu führte, dass sich die im Personalaufwand auszuweisende Zuführungskomponente deutlich verminderte, während sich die Zinskomponente deutlich erhöhte; wir verweisen in diesem Zusammenhang auch auf Ziffer 28 dieses Anhangs.

Im Berichtsjahr betrug die im Personalaufwand auszuweisende Zuführung zu den Pensionsrückstellungen 5.418 Tsd. €.

24. Mitarbeiter

im Jahresdurchschnitt 2015 2014
Gewerbliche Arbeitnehmer 888 904
Angestellte 2.825 2.913
Arbeitnehmer im Sinne § 267 HGB 3.713 3.817
Auszubildende 257 280
Mitarbeiter (gesamt) 3.970 4.097

Im Jahresdurchschnitt hat sich die Anzahl der Mitarbeiter von 4.097 um 127 auf 3.970 reduziert.

Bezogen auf den jeweiligen Bilanzstichtag ergab sich ein Rückgang der Mitarbeiterzahl von 4.054 im Vorjahr um 113 auf 3.941 zum Ende des Berichtsjahres.

25. Abschreibungen

Soweit in den Vorjahren Abschreibungen nach steuerrechtlichen Vorschriften vorgenommen wurden, haben diese das Jahresergebnis nachfolgender Geschäftsjahre nicht wesentlich beeinflusst.

Hinsichtlich der handelsrechtlichen Abschreibungsmethodik im Bereich des Anlagevermögens verweisen wir auf die Erläuterungen zu Ziffer 3 dieses Anhangs.

26. Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten unter anderem den Verwaltungs- und Vertriebsaufwand einschließlich der Verkaufssonderkosten, konzerninterne Umlagen, Verluste aus Wertminderungen des Umlaufvermögens (außer Vorräte und Wertpapiere), Verluste aus dem Abgang von Gegenständen des Anlage- und Umlaufvermögens (außer Vorräte), Aufwendungen für Restrukturierungsmaßnahmen, Garantieaufwendungen, Bußgelder, Mieten, Pachten, Instandhaltungs- sowie Transport- und Verpackungskosten und Aufwendungen für Forschung und Entwicklung. Weiterhin enthalten sind Verluste aus Wechselkursänderungen in Höhe von 73.838 Tsd. € (Vorjahr: 46.709 Tsd. €).

Darüber hinaus beinhaltet diese Position auch die sonstigen Steuern in Höhe von 2.753 Tsd. € (Vorjahr: 2.225 Tsd. €).

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen des Berichtsjahres liegen um rund 152 Mio. € über dem Vorjahreswert, was hauptsächlich auf die Bildung von Rückstellungen für künftige Kapazitätsanpassungen sowie für Maßnahmen zur Produktivitätssteigerung im Angestelltenbereich im Rahmen der vom ABB-Konzern verfolgten Next-Level-Strategie zurückzuführen ist.

Des Weiteren erklärt sich der Anstieg der sonstigen betrieblichen Aufwendungen aus dem zuvor genannten Anstieg von Wechselkurseffekten um rund 27 Mio. € sowie aus akquisitionsbedingten Aufwendungen des Berichtsjahres in Höhe von rund 30 Mio. €.

Ferner ergaben sich infolge der gestiegenen Gesamtleistung Kostenerhöhungen bei einer Vielzahl anderer Kostenarten.

27. Beteiligungsergebnis

In Tsd. € 2015 2014
Erträge aus Beteiligungen 396 3.637
(davon von verbundenen Unternehmen) (396) (3.637)
Erträge aus Gewinnabführungsverträgen 139.559 87.410
Aufwand aus Verlustübernahmen -297 -
Aufwand aus Gewinnabführungsverträgen -3.109 -14.745
Beteiligungsergebnis 136.549 76.302

Das Beteiligungsergebnis lag im Berichtsjahr um 60.247 Tsd. € über dem Beteiligungsergebnis des Vorjahres, wobei die Verbesserung des Beteiligungsergebnisses unter anderem auf einen konzerninternen Technologietransfer im Bereich der Niederspannungsprodukte sowie auf die Freiwerdung nicht mehr benötigter Risikovorsorgen und Veräußerungsgewinne im Real Estate-Bereich zurückzuführen ist. Gegenläufig wirkten sich im Ergebnis der Beteiligungsgesellschaften deutlich höhere Altersversorgungskosten sowie negative Effekte aus der Marktwertanpassung des für die Pensionsverpflichtungen reservierten Deckungsvermögens aus.

Darüber hinaus war das Beteiligungsergebnis des Vorjahres in nicht unerheblichem Maße durch restrukturierungsbedingte Ergebnisbelastungen in der Division Energietechnik-Produkte gekennzeichnet. Andererseits führte die Marktwertanpassung des für die Pensionsverpflichtungen reservierten Deckungsvermögens im Vorjahr zu deutlichen Gewinnen; wir verweisen diesbezüglich auf unsere Erläuterungen unter Ziffer 28 dieses Anhangs.

Hinsichtlich weiterer Einzelheiten zur Ergebnissituation im Beteiligungsbereich der ABB AG verweisen wir auf unsere Ausführungen im Lagebericht.

28. Zinsergebnis

in Tsd. € 2015 2014
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 2.346 7.097
(davon von verbundenen Unternehmen) (2.064) (3.014)
(davon aus Ab- /Aufzinsung) (250) (4.051)
Zinsen und ähnliche Aufwendungen -68.161 -8.679
(davon an verbundene Unternehmen) (- 3) (- 135)
(davon aus Ab- /Aufzinsung) (-67.182) (-7.490)
Zinsergebnis -65.815 -1.582

Das Zinsergebnis des Berichtsjahres beläuft sich auf - 65.815 Tsd. € und liegt somit um 64.233 Tsd. € unter dem Niveau des Vorjahres.

Das Zinsergebnis enthält vor allem die Gewinne und Verluste im Zusammenhang mit (saldierungsfähigen) Vermögenswerten, die der Erfüllung von Pensions- und Alters-teilzeitverpflichtungen dienen. Ferner enthält das Zinsergebnis den Zinsaufwand aus der Aufzinsung der Pensionsverpflichtungen sowie die Effekte aus der Auf- und Abzinsung anderer langfristiger Rückstellungen.

Aus der Aufzinsung der Pensionsrückstellungen enthält das Zinsergebnis des Berichtsjahres einen Zinsaufwand in Höhe von 58.914 Tsd. € (Vorjahr: 43.318 Tsd. €). Davon resultieren 34.437 Tsd. € (Vorjahr: 16.251 Tsd. €) aus der Änderung des anzuwendenden Zinssatzes von 4,58 % im Vorjahr auf 3,94 % zum Ende des Berichtsjahres.

Des Weiteren enthält das Zinsergebnis auch Gewinne und Verluste aus der Verzinsung bzw. aus Marktwertanpassungen des saldierungsfähigen Vermögens bezüglich der Pensionsverpflichtungen und der Altersteilzeitverpflichtungen. Im Berichtsjahr ergaben sich hieraus Verluste in Höhe von insgesamt 4.644 Tsd. €, während das Zinsergebnis des Vorjahres diesbezügliche Gewinne in Höhe von 39.637 Tsd. € enthielt.

Die im Zinsergebnis ausgewiesenen Erträge aus der Abzinsung sonstiger langfristiger Rückstellungen beliefen sich auf 248 Tsd. € (Vorjahr: 3.105 Tsd. €), während sich die Aufwendungen aus der Aufzinsung sonstiger langfristiger Rückstellungen auf 3.607 Tsd. € (Vorjahr: 2.861 Tsd. €) beliefen.

Adjustiert man das Zinsergebnis um diese Effekte, ergibt sich für das Berichtsjahr ein bereinigtes negatives Zinsergebnis in Höhe von 1.102 Tsd. €, während das bereinigte Zinsergebnis des Vorjahres einen positiven Saldo in Höhe von 1.855 Tsd. € aufwies.

29. Außerordentliches Ergebnis

Das außerordentliche Ergebnis des Vorjahres beinhaltete Verluste aus der Verschmelzung der Thomas & Betts Vertriebs GmbH, Heidelberg, (-2.989 Tsd. €) sowie der Trasfor Engineering GmbH, Bremen, (-321 Tsd. €) auf die ABB AG.

30. Steuern

Im Berichtsjahr ergab sich ein Steuerertrag in Höhe von insgesamt 57.115 Tsd. €, während das Vorjahresergebnis einen Steueraufwand in Höhe von 5.263 Tsd. € beinhaltete.

Der positive Steuereffekt des Berichtsjahres resultiert in erster Linie aus einem Anspruch auf Erstattung einer Steuerumlage gegenüber der ABB Beteiligungs- und Verwaltungsgesellschaft mbH, Mannheim, aufgrund des laufenden Ergebnisses der ABB AG, das durch erhebliche Restrukturierungsaufwendungen belastet war. Darüber hinaus ergaben sich im Bereich der ausländischen Gewinnsteuern positive Ergebniseffekte aus der Freiwerdung nicht mehr benötigter Rückstellungen.

31. Honorare und sonstige Vergütungen für Dienstleistungen des Abschlussprüfers

Hinsichtlich der im Geschäftsjahr 2015 angefallenen Prüfungshonorare und sonstigen Vergütungen für Dienstleistungen unseres Abschlussprüfers, Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Mannheim, verweisen wir auf den Anhang des Konzernabschlusses der ABB AG.

32. Bezüge des Aufsichtsrats und des Vorstands, Kredite

Die Vergütung an den Aufsichtsrat für das Geschäftsjahr 2015 betrug 363 Tsd. €.

Die Bezüge des Vorstands für das Geschäftsjahr 2015 betrugen insgesamt 1.560 Tsd. €. Die Bezüge ehemaliger Vorstandsmitglieder und ihrer Hinterbliebenen beliefen sich auf 5.431 Tsd. €.

Für die Pensionsverpflichtungen gegenüber früheren Mitgliedern des Vorstands der ABB AG und ihren Hinterbliebenen waren zum Berichtsjahresende insgesamt 63.971 Tsd. € zurückgestellt.

Kredite im Sinne der §§ 89, 115 AktG bestanden weder im Berichtsjahr noch im Vorjahr.

Die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats sind auf den Seiten 7 bis 9 aufgeführt.

33. Ergebnisübernahme durch Muttergesellschaft

Wie an anderer Stelle in diesem Anhang bereits ausgeführt, wurde im Juni 2011 mit Rückwirkung zum 01. Januar 2011 mit der ABB Beteiligungs- und Verwaltungsgesellschaft mbH, Mannheim, ein Gewinnabführungsvertrag geschlossen.

Aus diesem Grunde wird das von der ABB AG im Berichtsjahr erzielte Netto-Ergebnis in Höhe von 18.239 Tsd. € (Vorjahr: 80.926 Tsd. €) an die ABB Beteiligungs- und Verwaltungsgesellschaft mbH, Mannheim, abgeführt.

Das an die ABB Beteiligungs- und Verwaltungsgesellschaft abzuführende Jahresergebnis der ABB AG liegt damit um rund 63 Mio. € unter dem Wert des Vorjahres. Diese Ergebnisverschlechterung ist hauptsächlich auf die in diesem Anhang erläuterten Risikovorsorgen für künftige Maßnahmen zur Kapazitätsanpassung und Produktivitätsverbesserung, auf merklich gestiegene Altersversorgungskosten infolge geänderter Berechnungsparameter sowie auf deutlich geringere Erträge aus dem für Pensionsverpflichtungen reservierten Deckungsvermögens zurückzuführen.

Mannheim, den 01. März 2016

ABB AG

Der Vorstand

Krabbe

Ochsner

Dr. Schumacher

Bestätigungsvermerk

„Wir haben den Jahresabschluss – bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang – unter Einbeziehung der Buchführung und den Lagebericht, der mit dem Konzernlagebericht zusammengefasst wurde, der ABB AG, Mannheim, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2015 geprüft. Die Buchführung und die Aufstellung von Jahresabschluss und Lagebericht nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften liegen in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung und über den Lagebericht abzugeben.

Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und durch den Lagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld der Gesellschaft sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Buchführung, Jahresabschluss und Lagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft. Der Lagebericht steht in Einklang mit dem Jahresabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar."

Mannheim, den 8. März 2016

**Ernst & Young GmbH

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft**

Th. Müller, Wirtschaftsprüfer

Reiter, Wirtschaftsprüfer

ABB AG

Unternehmenskommunikation

Kallstadter Str. 1

68309 Mannheim

Postfach 10 01 64

68001 Mannheim

Phone: +49 (0) 621 4381 0

Fax: +49 (0) 621 4381 372

www.abb.de

Zusammengefasster Lagebericht Geschäftsjahr 2015

Im Interesse einer effizienten Berichterstattung wurde der Lagebericht der ABB AG mit dem Lagebericht des deutschen ABB-Konzerns zu einem einheitlichen Bericht zusammengefasst, wobei in diesem zusammengefassten Lagebericht neben der ABB AG, Mannheim, als Mutterunternehmen weitere 23 inländische sowie zwei ausländische Tochterunternehmen einbezogen wurden, an denen die ABB AG unmittelbar oder mittelbar mit Mehrheit beteiligt ist.

Die operativen Geschäftsaktivitäten der deutschen ABB-Gruppe sind im Berichtsjahr unabhängig von der gesellschaftsrechtlichen Struktur - in fünf Divisionen unterteilt, die ihrerseits wiederum in 30 Geschäftsbereiche und diese wiederum in 145 Produktgruppen unterteilt sind, so dass sich die Lageberichterstattung in erster Linie an dieser divisionalen Unternehmensstruktur orientiert.

Von den zuvor genannten fünf Divisionen mit ihren jeweiligen Geschäftsbereichen und Produktgruppen sind im Berichtsjahr die Division Energietechnik-Systeme sowie die wesentlichen Aktivitäten der Division Energietechnik-Produkte unmittelbar innerhalb der ABB AG angesiedelt, während die Divisionen Industrieautomation und Antriebe, Niederspannungsprodukte sowie Prozessautomation in rechtlich selbständigen Tochterunternehmen beheimatet sind, an denen die ABB AG direkt oder indirekt mit Mehrheit beteiligt ist.

Darüber hinaus erstreckt sich die operative Tätigkeit der ABB AG auf die Grundlagenforschung und die bereichsübergreifenden Entwicklungstätigkeiten des Konzern-forschungszentrums in Ladenburg sowie auf verschiedene Holding- und Dienstleistungsfunktionen.

Die ABB AG ist mit den meisten ihrer Beteiligungsunternehmen über Gewinnabführungsverträge verbunden, so dass sich die Ertragslage der ABB AG gleichgerichtet zur Ertragslage der deutschen ABB-Gruppe entwickelt.

Ende des Jahres 2015, aber mit Wirkung zum 01. Januar 2016, hat die ABB-Gruppe eine organisatorische Neuausrichtung ihrer Divisionsstruktur vorgenommen. Im Rahmen einer kundenorientierten Neuausrichtung wurden die fünf Divisionen auf vier Divisionen reduziert, um das organische Wachstum zu fördern, indem ABB seine Kunden besser und zielgerichteter bedient, und ihnen so zu zusätzlicher Wertschöpfung verhilft.

Die neue Division Stromnetze besteht zum einen aus den Geschäftsbereichen Transformatoren und Hochspannungsprodukte, die zur bisherigen Division Energietechnik-Produkte zählten, und zum anderen aus der Mehrzahl der Aktivitäten, die bislang zur Division Energietechnik-Systeme gehörten. Die zweite neu gegründete Division Elektrifizierungsprodukte wurde aus dem Geschäftsbereich Mittelspannungsprodukte – bisher Teil der Division Energietechnik-Produkte – und den Geschäftsbereichen der bisherigen Division Niederspannungsprodukte gebildet.

Erklärung zur Unternehmensführung gemäß §§ 289 Abs. 4, 315 Abs. 5 HGB

Aufgrund des am 01. Mai 2015 in Kraft getretenen Gesetzes für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst war bei der ABB AG erstmals bis zum 30. September 2015 für

1. den Aufsichtsrat,
2. den Vorstand,
3. die Führungsebene 1 unter dem Vorstand und
4. die Führungsebene 2 unter dem Vorstand

jeweils eine bis zum 30. Juni 2017 zu erreichende Zielgröße für den jeweiligen Frauenanteil festzulegen.

1. Im Hinblick auf den Aufsichtsrat der ABB AG wurde in der Aufsichtsratssitzung am 25. September 2015 beschlossen (§ 111 Abs. 5 AktG):

Nachdem die Amtszeit der derzeitigen Aufsichtsratsmitglieder bis zur ordentlichen Hauptversammlung 2018 betreffend das Geschäftsjahr 2017 andauert, wird gemäß § 111 Abs. 5 AktG beschlossen, dass der derzeitige Anteil an weiblichen Mitgliedern im Aufsichtsrat von 12,5 % bis zum 30.06.2017 nicht unterschritten werden soll.

Sofern ein Mitglied des Aufsichtsrats (m/w) vor Ablauf der Amtszeit aus dem Aufsichtsrat ausscheidet und noch kein Ersatzmitglied gewählt ist, werden sich die Vertreter der Anteilseignerseite bzw. der Arbeitnehmerseite jeweils nach besten Kräften bemühen, auch geeignete weibliche Ersatzmitglieder zu finden und in den Auswahlprozess über die Nachbesetzung einzubeziehen.
2. Im Hinblick auf den Vorstand der ABB AG wurde in der Aufsichtsratssitzung am 25. September 2015 beschlossen (§ 111 Abs. 5 AktG):

Nachdem aus heutiger Sicht bis zum 30.06.2017 weder ein Wechsel im Vorstand noch eine Vergrößerung des Vorstands der ABB AG geplant ist, beträgt die gemäß § 111 Abs. 5 AktG festzulegende Zielgröße für den bis zum 30.06.2017 im Vorstand der ABB AG zu erreichenden Frauenanteil 0 %.

Bei – aus heutiger Sicht unvorhergesehenen – Nachbesetzungsentscheidungen wird sich der Aufsichtsrat aber nach besten Kräften bemühen, auch geeignete Kandidatinnen zu finden und in den Auswahlprozess über die Nachbesetzung einzubeziehen. Der geringe Frauenanteil in den technischen Berufen und die daraus auch für ABB resultierenden Schwierigkeiten, Frauen als Mitarbeiterinnen und insbesondere für Führungspositionen bei ABB zu gewinnen, sind dem Aufsichtsrat hierbei bewusst.
3. Im Hinblick auf die Führungsebene 1 unter dem Vorstand wurde durch den Vorstand der ABB AG am 25. September 2015 beschlossen (§76 Abs. 4 AktG):

Der Frauenanteil beträgt auf der entsprechend definierten Führungsebene 1 unter dem Vorstand derzeit 15 %. Gemäß § 76 Abs. 4 AktG wird beschlossen, dass der Frauenanteil auf der Führungsebene 1 unter dem Vorstand von derzeit 15% zum 30.06.2017 nicht unterschritten werden soll (Zielgröße zum 30.06.2017).
4. Im Hinblick auf die Führungsebene 2 unter dem Vorstand wurde durch den Vorstand der ABB AG am 25. September 2015 beschlossen (§76 Abs. 4 AktG):

Der Frauenanteil beträgt auf der entsprechend definierten Führungsebene 2 unter dem Vorstand derzeit 25%. Gemäß § 76 Abs. 4 AktG wird beschlossen, dass der Frauenanteil auf der Führungsebene 2 unter dem Vorstand von derzeit 25% zum 30.06.2017 nicht unterschritten werden soll (Zielgröße zum 30.06.2017).

Weltwirtschaft wächst 2015 erneut schwächer als erwartet – Entwicklung in Deutschland leicht über den Erwartungen

Die Weltwirtschaft ist im Jahr 2015 mit real +2,5% erneut weniger stark gewachsen als vor einem Jahr erwartet (+ 2,8 %). Das schwache Wachstum des Jahres 2014 wurde nicht erreicht, so dass der Rückstand gegenüber dem langjährigen Durchschnitt von rund 3 % weiter gewachsen ist.

Maßgeblicher Treiber des weltweiten Wachstums war erneut Asien (ohne Japan) mit +5,8%, vor den USA mit +2,4%. Beide Regionen sind damit etwa wie im Vorjahr gewachsen. Es folgen Westeuropa (+ 1,7%) und Japan (+0,6 %), die beide als einzige Regionen zulegen konnten. Schlusslichter unter den Regionen waren im Berichtsjahr Osteuropa (+ 0,0 %) und Lateinamerika (- 0,3 %), die erneut sehr starke Rückgänge gegenüber den Wachstumsraten des Jahres 2014 (+1,8% bzw. +1,5%) hinnehmen mussten. Am stärksten gewachsen ist Indien (+7,4%), das China (+6,9%) hinter sich gelassen hat. Auf Rang 3 folgt Irland (+6,7%).

Die deutsche Wirtschaft hat sich mit real +1,7% etwas stärker entwickelt, als dies vor einem Jahr (+ 1,5 %) erwartet wurde. Damit lag Deutschland innerhalb Westeuropas im Durchschnitt, in der Euro-Zone leicht über dem Durchschnitt, blieb aber deutlich hinter den führenden europäischen Ländern Irland, Schweden (+3,4%) und Spanien (+3,2 %) zurück.

Stärkster Wachstumstreiber in Deutschland war erneut der Private Verbrauch (+1,9%) mit einem Beitrag von 1,0 %-Punkten vor dem Öffentlichen Konsum (+2,4 %) mit einem Beitrag von 0,5 %-Punkten. Während die Ausrüstungsinvestitionen (+ 4,8 %) einen Wachstumsbeitrag von 0,3 %-Punkten beisteuerten, haben die Bauinvestitionen (+0,3%) fast stagniert. Der Export legte 2015 mit +5,4% zwar merklich stärker als im Vorjahr zu, der Wachstumsbeitrag des Außenhandels hat sich mit 0,2 %Punkten aber halbiert, da der Import mit +5,8% noch etwas stärker zulegen konnte.

Die Verarbeitende Industrie in Deutschland ist 2015 mit +1,1% nicht so stark gewachsen wie erwartet (+2 %); die schwächere Entwicklung betraf die meisten Branchen. Die Automobilindustrie lag mit +2,6% als einzige der großen Branchen über den Erwartungen (+2%) von Anfang 2015, während Chemie (+ 0,7 %), Elektrotechnik (+ 0,9 %) und insbesondere der Maschinenbau (- 1,0 %) doch deutlich unter den prognostizierten +2% blieben. Insgesamt haben die Unternehmen der Verarbeitenden Industrie ihre Investitionen im Jahr 2015 nach dem neuesten ifo-Investitionstest um +4% gesteigert (2014: +3%) - allerdings sind dies noch Planwerte, da die Umfrage im Herbst 2015 stattfand.

Wachstum der Weltwirtschaft bleibt 2016 weiter unter dem langjährigen Durchschnitt - Deutschland soll geringfügig stärker wachsen als 2015

Die weltweite Produktion soll auch 2016 mit +2,6% den langjährigen Durchschnitt von 3 % verfehlen. Treiber des Wachstums bleibt Asien (ohne Japan, + 5,6 %), vor den USA (+ 2,2 %). Es folgen Westeuropa (+1,7%), vor Osteuropa (+ 1,5 %) und Japan (+1,0%), Schlusslicht bleibt Lateinamerika (+0,0%). Zumindest in den drei letztgenannten Regionen bleibt das Wachstumstempo unbefriedigend, obwohl sie sich alle deutlich besser entwickeln sollen als im Jahr 2015. Indien (+ 7,7 %) soll seinen Vorsprung als Wachstumsführer gegenüber dem sich weiter leicht abschwächenden China (+6,5%) deutlich ausbauen. In Westeuropa soll erneut Irland (+4,3%) am stärksten wachsen, vor Schweden (+3,2%) und Spanien (+2,7 %).

Für Deutschland wird 2016 ein Wachstum von + 1,8% prognostiziert - das liegt etwa im Durchschnitt der Euro-Zone und Westeuropa insgesamt. Impulse werden vor allem aus dem Inland erwartet, das Konsum-Wachstum soll mit +2,0% noch geringfügig zulegen. Das Wachstum der Ausrüstungsinvestitionen soll auf +3 % sinken; damit würde der Rekordwert von 2008 nur noch um 1 % verfehlt. Die Bauinvestitionen sollen mit +2% ihre letztjährige Stagnation überwinden und den höchsten Wert seit 2001 erreichen. Stärkster Wachstumstreiber bleibt zwar der Wohnungsbau, aber auch der Private und der Öffentliche Sonstige Hochbau sowie der Tiefbau sollen leicht zulegen. Der Anstieg der staatlichen Konsumausgaben um +3,5 %, teilweise durch den starken Anstieg der Anzahl von Flüchtlingen bedingt, führt dazu, dass dieser Bereich gut ein Drittel des BIP-Wachstums trägt, zusammen mit dem Privaten Konsum sogar nahezu das gesamte BIP-Wachstum. Export (+4 %) und Import (+5 %) sollen 2016 etwas schwächer steigen als im Jahr 2015. Da die Entwicklung beim Export etwas stärker ausfallen dürfte, ist vom Außenhandel eher ein kleiner negativer Impuls auf das BIP-Wachstum zu erwarten.

Die Produktion der Verarbeitenden Industrie soll 2016 um gut + 1% steigen, das entspricht in etwa dem erwarteten Gesamtwachstum in den vier großen Industriebranchen: Automobil (+2%), Elektrotechnik (+1%), Chemie (+1%) und Maschinenbau (0%). Der Anstieg der Industrie-Investitionen soll sich mit +5% leicht beschleunigen und im Jahr 2016 deutlich stärker ausfallen als der Anstieg der Gesamt-Ausrüstungsinvestitionen.

Zuwachs beim Auftragseingang - Auslandsanteil gesteigert

Am Ende des Berichtsjahres lag der Auftragseingang der deutschen ABB bei 3.380 Mio. € und übertraf damit den Vorjahreswert in Höhe von 2.934 Mio. € um 15 %. Maßgeblich für diese Entwicklung war der Export.

Der Auftragseingang aus dem Inland belief sich im Berichtsjahr auf 1.574 Mio. €. Im Vergleich zum Vorjahr, in dem das Bestellvolumen aus dem Inland bei 1.576 Mio. € lag, verlief die Entwicklung somit konstant. Die Entwicklung in den einzelnen Divisionen verlief allerdings durchaus unterschiedlich.

So musste die Division Energietechnik-Systeme im Inlandsgeschäft einen deutlichen Rückgang von 28% hinnehmen. Hauptsächlich rührt dieser Rückgang aus dem Geschäftsbereich Elektrische Netze her, in dem im Vorjahr einige Großaufträge auf dem deutschen Markt als Auftragseingang gebucht werden konnten. Aber auch im Geschäftsbereich Schaltanlagen ging der Bestelleingang aus dem Inland im Berichtsjahr im Vergleich zum Vorjahr deutlich zurück; der Inlandsanteil am Auftragseingang reduzierte sich damit ganz wesentlich. Im Geschäftsbereich Stromerzeugung war das Inlandsgeschäft rückläufig - maßgeblich hierfür waren vor allem fehlende Großaufträge. Im Geschäftsbereich Automation und Kommunikation konnte hingegen ein deutlicher Anstieg beim Auftragseingang von inländischen Kunden erzielt werden. Auch im Geschäftsbereich Software übertraf der Auftragseingang aus dem Inland den Vorjahreswert.

In der Division Energietechnik-Produkte lag der Auftragseingang von deutschen Kunden im Berichtsjahr um 12% über den Werten des Vorjahres. Sämtliche Geschäftsbereiche konnten ihr Volumen steigern. Einen deutlichen Zuwachs konnte insbesondere der Geschäftsbereich Mittelspannungsprodukte erreichen. Auch der Geschäftsbereich Transformatoren erzielte spürbare Zuwächse. Im Geschäftsbereich Hochspannungsprodukte fiel der Zuwachs ebenfalls deutlich, aber nicht ganz so hoch aus. Der Service im Inland erlebte erneut eine uneinheitliche Nachfrage aufgrund unzureichender Investitionssicherheit bei den deutschen Kunden.

Für das Inlandsgeschäft der Division Niederspannungsprodukte fiel die Entwicklung im Berichtsjahr sehr positiv aus. Insgesamt lagen die Auftragseingänge um 7 % über dem Niveau des Vorjahres. Ein Großteil des Zuwachses resultierte aus der erstmaligen Berücksichtigung der ABB Kaufel GmbH und der PMA Deutschland GmbH. Die beiden Unternehmen wurden von der deutschen ABB als Integrationsschritt der globalen Akquisition der Thomas & Betts-Gruppe übernommen und sind überwiegend im deutschen Markt aktiv. Für die Busch-Jaeger Elektro GmbH war auch im Berichtsjahr das günstige Marktumfeld die Basis für weitere Zuwächse beim Auftragseingang - insbesondere weil die Gebäudeinvestitionen in Deutschland im Vorjahresvergleich erneut angestiegen sind. Das Inlandsgeschäft der ABB Stotz-Kontakt GmbH konnte Zuwächse in den Segmenten Installationsgeschäft, Schaltanlagenbau und Maschinenbau bzw. im Geschäft mit OEM erzielen. Der inländische Auftragseingang der ABB Striebel & John GmbH & Co. KG blieb auf konstant hohem Niveau. Vor allem das gute Wachstum der neuen Schrankserie TwinLine, aber auch andere Produkte für den Markt im Bereich Schaltanlagenbau, bewirkten diesen Geschäftsverlauf. Zudem verzeichnete das Segment Elektrogroßhandel stabile Auftragseingänge. Der in der ABB Automation Products GmbH angesiedelte und überwiegend im Inland tätige Geschäftsbereich Niederspannungsschaltanlagen erreichte den Auftragseingang des Vorjahres hingegen nicht. Der relevante Markt ist durch rückläufiges Investitionsverhalten von Schwerindustrie und Energieerzeugung geprägt, verbunden mit anhaltend hohem Wettbewerb und daraus resultierendem Preisdruck. Der Neuanlagenbereich ist davon stärker als der Service betroffen.

In der Division Prozessautomation ließ sich im Inlandsgeschäft des Berichtsjahres ein Zuwachs im Vergleich zum Vorjahr von rund 4 % erreichen. Den größten Anstieg des Bestelleingangs von deutschen Kunden konnte der Geschäftsbereich Turbocharging erringen. Obwohl der weltweite Schiffsmarkt auch im Berichtsjahr durch Überkapazitäten und sinkende Frachtraten unter Druck war, kam es zu einer Erholung des Markts. Unter anderem war der Anstieg der Nachfrage durch eine absehbar stärkere Regulierung ab dem Jahr 2016 zu erklären. Gut ein Drittel des Auftragseingangs im Inland rührte vom Geschäftsbereich Measurement & Analytics her. Im Vorjahresvergleich wurde ein leichter Zuwachs beim Inlandsvolumen erreicht. Der lokale Markt für Messtechnik war in Berichtsjahr und Vorjahr durch ein Fehlen größerer Projekte, einen stärkeren Wettbewerb und Preisdruck geprägt. Ein weiteres Drittel des Inlandsvolumens wurde im Berichtsjahr in den Geschäftsbereichen Process Industries und Oil, Gas & Chemicals erzielt, welche im Vorjahr noch zusammengefasst als Geschäftsbereich Industry Solutions geführt wurden. Der Vorjahreswert wurde gesamthaft im Inland aber nicht erreicht.

Die Division Industrieautomation und Antriebe hatte im Berichtsjahr einen Anstieg des inländischen Auftragseingangs in Höhe von 4% zu verzeichnen. Der in der ABB Automation Products GmbH angesiedelte Geschäftsbereich Drives, Motors & Power Conversion konnte im Berichtsjahr beim Inlandsvolumen eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr erreichen. Der Geschäftsbereich ist sowohl im Produktgeschäft wie auch im Projektgeschäft tätig. Das Geschäftsgebiet Power Conversion konnte im Bahngeschäft erhebliche Steigerungen erzielen. Das Geschäftsgebiet Drives entwickelte sich uneinheitlich, das Geschäftsgebiet Motors stand einer rückläufigen Nachfrage gegenüber. Das Servicegeschäft aller Geschäftsgebiete hat sich positiv entwickelt. Der Anteil des Inlandsgeschäfts wurde ausgebaut. Der in der ABB Automation GmbH angesiedelte Geschäftsbereich Robotics erzielte im Vorjahresvergleich ebenfalls eine leichte Steigerung des Auftragsvolumens im Inland. Begründet ist dies durch die weiterhin gute Nachfrage aus dem Segment Automotive an der nahezu alle Produktgruppen beteiligt waren. Der Geschäftsbereich ist überwiegend im deutschen Markt tätig.

Die Entwicklung des Auftragseingangs aus dem Ausland verlief im Berichtsjahr günstiger als dies im Inlandsgeschäft der Fall war. Der Auftragseingang beim Auslandsgeschäft betrug 1.806 Mio. €, so dass im Vorjahresvergleich ein Zuwachs in Höhe von 33 % gegenüber dem Vorjahreswert in Höhe von 1.358 Mio. € zu Buche schlug. Insgesamt stieg der Auslandsanteil an den Bestellungen von 46% im Vorjahr auf 53 % im Berichtsjahr.

Für diese Entwicklung insbesondere verantwortlich war der Geschäftsverlauf in der Division Energietechnik-Systeme, wo der Bestelleingang aus dem Ausland ausgesprochen deutlich anstieg. Unverändert zählten im Berichtsjahr der arabische Raum und Afrika, aber auch Europa, zu den auftragsstärksten Exportregionen. Vor allem im Geschäftsbereich Schaltanlagen konnten im Berichtsjahr einige Großaufträge aus dem Ausland als Auftragseingang gebucht werden, woraus ein starker Anstieg gegenüber Vorjahr resultierte. Einen deutlichen Zuwachs verzeichnete auch der Geschäftsbereich Elektrische Netze – insbesondere durch die Buchung einiger Großaufträge sowie von Nachträgen zu Großaufträgen. Im Exportgeschäft des Geschäftsbereichs Stromerzeugung wurde im Berichtsjahr nur ein leichter Zuwachs erzielt, der den Rückgang im Inlandsgeschäft nicht kompensieren konnte. Das Auslandsgeschäft des Geschäftsbereichs Automation und Kommunikation und das Exportvolumen im Geschäftsbereich Software verliefen leicht rückläufig.

Vergleichbar zum Inlandsgeschäft der Division Energietechnik-Produkte sind die Auftragseingänge aus dem Ausland kräftig, nämlich um 11 %, gestiegen. Dabei entwickelte sich im Berichtsjahr insbesondere die Nachfrage aus dem Ausland für Produkte des Geschäftsbereichs Hochspannungsprodukte sehr erfreulich. Einen deutlichen Zuwachs im Exportvolumen konnte auch der Geschäftsbereich Mittel-spannungsprodukte verzeichnen. Der Auftragseingang von ausländischen Kunden verbesserte sich im Vorjahresvergleich auch im Geschäftsbereich Transformatoren, wenngleich nicht im selben Umfang wie bei Mittelspannungs- und Hochspannungsprodukten. Das Service-Geschäft im Ausland konnte eine positive Entwicklung verzeichnen.

Mit einem Zuwachs von 2% im Vorjahresvergleich konnte das Exportgeschäft der Division Niederspannungsprodukte weiter ausgebaut werden. Ein Großteil dieser Entwicklung resultierte aus dem Geschäftsverlauf der ABB Stotz-Kontakt GmbH. Die Zuwächse im Export konnten hierbei die bereits geschilderte Entwicklung im Inland noch übertreffen. Auch der Auftragseingang der Busch-Jaeger Elektro GmbH auf Auslandsmärkten verzeichnete einen Anstieg gegenüber dem Vorjahr. Ein bedeutender Wachstumsmarkt waren im Berichtsjahr insbesondere die Vereinigten Arabischen Emirate. In den wichtigen Kernmärkten Niederlande und Österreich konnte die Marktführerschaft gehalten werden. Der gezielte Ausbau des Exports wird auch in den kommenden Jahren ein Kernpunkt der Unternehmensstrategie der Busch-Jaeger Elektro GmbH bleiben. Wie im Inland ist ein Teil des Zuwachses darüber hinaus durch die erstmalige Berücksichtigung der ABB Kaufel GmbH und der PMA Deutschland GmbH verursacht. Der Geschäftsbereich Niederspannungsschaltanlagen in der ABB Automation Products GmbH übertraf beim Auslandsgeschäft den Vorjahreswert leicht, insgesamt ist das Exportgeschäft für diesen Geschäftsbereich aber nur von untergeordneter Bedeutung. Das Auslandsgeschäft der ABB Striebel & John GmbH & Co. KG musste im Berichtsjahr dagegen einen Rückgang hinnehmen, der insbesondere aus der politischen Lage in Russland und der damit verbundenen Schwäche der russischen Währung resultierte.

Die Division Prozessautomation erzielte im Berichtsjahr einen deutlichen Zuwachs von 39% im Exportgeschäft. Den Großteil des Anstiegs beim Auftragseingang von Kunden aus dem Ausland realisierte der Geschäftsbereich Process Industries, der im Vorjahr noch Teil des Geschäftsbereichs Industry Solutions war. Im Berichtsjahr war eine spürbare Abnahme der kundenseitigen Investitionszurückhaltung vergangener Jahre festzustellen. Durch die Hereinnahme größerer Projekte, beispielsweise aus Algerien und Chile, stieg der Auslandsanteil am Auftragseingang deutlich an. Im Geschäftsbereich Measurement & Analytics verlief das Auslandsgeschäft, wie auch das Geschäft in Deutschland, im Berichtsjahr nahezu konstant. Durch den niedrigen Ölpreis und die Finanzkrise in China fiel die Auslandsnachfrage aber schwächer als erwartet aus. Der Geschäftsbereich Control Technologies, der im Inlandsgeschäft einen leichten Zuwachs buchen konnte, blieb im Exportbereich hinter den Vorjahreswerten zurück. Allerdings ist der Vorjahresvergleich wegen der Neuzuordnung des Geschäftsvolumens durch den globalen Geschäftsbereich nur eingeschränkt möglich.

Das Exportgeschäft der Division Industrieautomation und Antriebe konnte im Berichtsjahr um 17% gegenüber dem Vorjahresniveau zulegen. Die Geschäftsentwicklung des Geschäftsbereichs Drives, Motors & Power Conversion der ABB Automation Products GmbH verlief dabei nahezu konstant. Aufgrund der guten Entwicklung im Inland ging der Auslandsanteil zurück. Einen ordentlichen Zuwachs erzielte der Geschäftsbereich Robotics der ABB Automation GmbH im Exportgeschäft, wobei der Geschäftsbereich unverändert überwiegend auf dem deutschen Markt tätig ist. Auftragseingänge außerhalb Deutschlands waren hauptsächlich im Systemgeschäft zu verzeichnen.

Anstieg des Umsatzes - Inlandsanteil gestiegen

Im Berichtsjahr belief sich der Umsatz auf 3.295 Mio. €. Im Vergleich zum Vorjahr, wo der Umsatz bei 2.975 Mio. € lag, bedeutet dies einen Anstieg der Erlöse von insgesamt 320 Mio. € bzw. um 11 %.

Unsere Einschätzung aus dem Vorjahr, die von einem leicht steigenden Marktvolumen mit entsprechend positiven Auswirkungen auf das eigene Geschäftsvolumen ausging, hat sich damit erfüllt.

Im Inlandsgeschäft beliefen sich die Umsatzerlöse auf 1.796 Mio. €, womit sie um 321 Mio. € bzw. um 22 % über den Umsatzerlösen des Vorjahres in Höhe von 1.475 Mio. € lagen. Der Export dagegen verblieb konstant – die Exporterlöse reduzierten sich von 1.500 Mio. € um 1 Mio. € auf 1.499 Mio. €. Der Anteil des Inlandsgeschäfts stieg aufgrund dieser Entwicklung deutlich an, wohingegen die Exportquote im Berichtsjahr von 50 % auf 45 % sank.

Haupteinfluss auf den Anstieg des Inlandsanteils hatte die Division Energietechnik-Systeme. Während das Volumen auf dem deutschen Markt ausgesprochen deutlich über dem Vorjahreswert lag, gingen die Exporterlöse im Vergleich zum Vorjahr stark zurück. Das Umsatzvolumen lag im Berichtsjahr aber insgesamt immer noch deutlich über dem Niveau des Vorjahres. Die Erhöhung der Umsatzerlöse ist hauptsächlich auf den Geschäftsbereich Elektrische Netze zurückzuführen. Durch die Endabrechnung diverser Großprojekte – hauptsächlich im Inland – übertraf das Umsatzvolumen im Berichtsjahr den Vorjahreswert sehr. Im Geschäftsbereich Automation und Kommunikation lag der Umsatz im Berichtsjahr auf Vorjahresniveau; hauptsächlich Projekte aus Europa konnten endabgerechnet werden. Eine rückläufige Entwicklung der Umsatzerlöse aufgrund fehlender Großprojekte war im Geschäftsbereich Stromerzeugung zu verzeichnen. Auch im Geschäftsbereich Schaltanlagen lag der Umsatz im Berichtsjahr insgesamt unter dem Vorjahreswert. Aufgrund eines fehlenden Auftragsbestands aus den Vorjahren lag der Umsatz im Bereich Software erheblich unter dem Vorjahreswert.

Wie beim Auftragseingang stieg der Umsatz der Division Energietechnik-Produkte im Vergleich zum Vorjahr. Sowohl das inländische Umsatzvolumen wie auch die Exporterlöse konnten im Berichtsjahr gesteigert werden, wobei dem Export wesentlich höhere Zuwächse gelangen. Im Geschäftsbereich Transformatoren gelang die Steigerung des Abrechnungsvolumens sowohl bei Aufträgen mit deutschen Kunden, wie auch im Exportgeschäft gleichermaßen deutlich. Ebenfalls eine deutliche Steigerung im Exportvolumen gelang dem Geschäftsbereich Hochspannungsprodukte.

Die Vorjahreswerte beim Export konnten im Berichtsjahr signifikant übertroffen werden. Der Umsatz mit inländischen Kunden ging hingegen zurück, so dass der Zuwachs insgesamt nicht ganz so hoch ausfiel. Im Geschäftsbereich Mittelspannungsprodukte konnte ein spürbarer Anstieg der Umsätze im Ausland erreicht werden. Im Inlandsgeschäft dieses Geschäftsbereichs hingegen war ein geringer Rückgang der Umsatzerlöse zu verzeichnen, wobei in Summe aber eine Erhöhung der Umsatzerlöse verblieb.

Die Umsatzerlöse in der Division Niederspannungsprodukte konnten im Vergleich zum Vorjahr einen spürbaren Zuwachs erfahren. Hauptsächlich die Inlandsumsätze, aber auch die Exporterlöse steigerten sich im Berichtsjahr. Wie schon beim Auftragseingang erläutert, trägt die erstmalige Berücksichtigung der ABB Kaufel GmbH und der PMA Deutschland GmbH einen Teil zu dieser Entwicklung bei. Aber das Geschäft mit Niederspannungsprodukten profitierte überwiegend von der positiven Entwicklung seiner Märkte. Wachstum im Umsatz erzielte die Busch-Jaeger Elektro GmbH insbesondere auf dem Inlandsmarkt aufgrund gestiegener Gebäudeinvestitionen. Und auch in verschiedenen Auslandsmärkten konnten Zuwächse erzielt und Markführerschaften behauptet werden. Ein Anstieg der Umsatzerlöse war auch bei der ABB Stotz-Kontakt GmbH zu verzeichnen. Ein Wachstum konnte sowohl im Inland, als auch im Ausland erreicht werden, wobei der Exportzuwachs deutlicher ausfiel. Die Umsatzsteigerungen betrafen alle Segmente: Installation, Schaltanlagenbau und Maschinenbau bzw. das Geschäft mit OEM. Uneinheitlich verlief der Umsatz im Berichtsjahr für die ABB Striebel & John GmbH & Co. KG. Zuwächsen im Inlandsgeschäft standen Rückgänge im Export gegenüber, wobei aber insgesamt ein Rückgang der Umsatzerlöse entstand. Der überwiegend im Neuanlagen- und Servicegeschäft auf dem Inlandsmarkt tätige Geschäftsbereich Niederspannungsschaltanlagen der ABB Automation Products GmbH erreichte insgesamt die Umsatzzahlen des Vorjahres nicht, teilweise auch dadurch bedingt, dass die Endabrechnung eines größeren Kraftwerksprojekts noch aussteht.

In der Division Prozessautomation entwickelten sich die Umsatzerlöse im Berichtsjahr deutlich nach oben. Dies gilt für die Umsätze im Export, wie auch in noch stärkerem Ausmaß für die Umsatzerlöse im Inland. In den Geschäftsbereichen Process Industries sowie Oil, Gas & Chemicals, die im Vorjahr noch zusammengefasst den Geschäftsbereich Industry Solution bildeten, fiel der Anstieg beim Umsatz sehr deutlich aus und verteilte sich auf Inland und Ausland gleichermaßen. Dies hängt im Geschäftsbereich Process Industries insbesondere mit der Endabrechnung von Großprojekten aus den vergangenen Jahren zusammen. Der Geschäftsbereich Full Service hatte im Berichtsjahr einen deutlichen Umsatzzuwachs zu verzeichnen. Der Umsatz stammte dabei primär aus der Abwicklung des langfristigen Auftragsbestands am Standort Bobingen, da ein Teil des Geschäftsbereichs Full Service bereits Ende 2014 aus dem Portfolio der ABB ausgeschieden war. Der Geschäftsbereich Measurement & Analytics hatte leichte Umsatzzuwächse mit nahezu unverändert hohem Auslandsanteil. Im Geschäftsbereich Turbocharging konnte das Gesamtgeschäft aufgrund des starken Schiffsmarktes die Erwartungen übertreffen Zuwächse bei den Umsatzerlösen wurden im Inland und im Export erzielt. Auch der Geschäftsbereich Marine & Ports lag beim Umsatz gesamthaft über den Erlösen des Vorjahres. Der Geschäftsbereich Control Technologies hingegen konnte das Umsatzvolumen des Vorjahres nicht erreichen, wobei die Vergleichbarkeit mit dem Vorjahr aufgrund der Neuzuordnung von Geschäftsvolumen durch den globalen Geschäftsbereich nur eingeschränkt möglich ist.

Die Entwicklung der Umsatzerlöse verlief für die Division Industrieautomation und Antriebe im Berichtsjahr insgesamt leicht rückläufig. Während im Inland ein geringer Zuwachs erreicht werden konnte, gingen die Exporterlöse leicht zurück. Der Geschäftsbereich Drives, Motors & Power Conversion der ABB Automation Products GmbH konnte im Inlandsgeschäft und auch im Export das Umsatzniveau des Vorjahres nicht erreichen. Der bessere Auftragseingang konnte sich im Umsatz noch nicht niederschlagen. Der Exportanteil ging dabei leicht zurück. Der Geschäftsbereich Robotics der ABB Automation GmbH erzielte Zuwächse im Inlandsgeschäft und beim Export, wobei aber auch hier der Exportanteil zurückging. Der Umsatzzuwachs ist überwiegend durch die Endabrechnung von Projekten bedingt.

Der Auftragsbestand zum Ende des Berichtsjahres betrug 4.619 Mio. €. Gegenüber dem Vorjahreswert in Höhe von 4.552 Mio. € stieg der Auftragsbestand um 67 Mio. € bzw. um 1,5 % an. Den weitaus größten Auftragsbestand wies die Division Energietechnik-Systeme auf. Rechnerisch deckt der Bestand an Aufträgen zum Ende des Berichtsjahres ein Umsatzvolumen von rund 17 Monaten ab.

Deutlicher Rückgang beim Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit

Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit war im Berichtsjahr ausgeglichen und lag damit um rund 191 Mio. € unter dem Ergebnis des Vorjahres in Höhe von 191 Mio. €.

Das Ergebnis war dabei stark belastet durch Restrukturierungskosten und zugehörige Aufwendungen im Zusammenhang mit Kapazitätsanpassungen und Maßnahmen zur Produktivitätssteigerung im Angestelltenbereich.

Die Maßnahmen sind eingebettet in die zweite Stufe der Next-Level-Strategie des ABB-Konzerns mit dem Ziel, Geschäftsprozesse zu gestalten, die noch fokussierter an den Kundenbedürfnissen ausgerichtet sind. Die Schwerpunktbereiche sind dabei profitables Wachstum, konsequente Umsetzung und bereichsübergreifende Zusammenarbeit.

Das um Restrukturierungsaufwendungen bereinigte operative Ergebnis betrug im Berichtsjahr 98 Mio. € und lag damit um 139 Mio. € unter dem Ergebnis des Vorjahres in Höhe von 237 Mio. €.

Während im Vorjahr das Ergebnis nicht unwesentlich durch die gute Verzinsung des für Altersversorgungsverpflichtungen reservierten Deckungsvermögens positiv beeinflusst wurde, war im Berichtsjahr eine negative Rendite dieses Deckungsvermögens zu verzeichnen. Zudem war das Ergebnis im Berichtsjahr durch einen erheblichen Anstieg der Zinsaufwendungen im Zusammenhang mit der Aufzinsung der Pensionsrückstellungen belastet, da sich der für die Pensionsrückstellungsermittlung anzuwendende Diskontierungssatz von 4,58 % im Vorjahr auf 3,94 % zum Ende des Berichtsjahres vermindert hat. Wir verweisen diesbezüglich auf Ziffer 29 des Konzernanhangs.

Insgesamt hat sich die Einschätzung einer leicht positiven Entwicklung unseres Ergebnisses aus dem Vorjahr insbesondere aufgrund der vorgenannten Sondereffekte damit nicht erfüllt.

Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit fiel in der Division Energietechnik-Systeme für das Berichtsjahr deutlich schlechter als im Vorjahr aus. Unverändert sind rückläufige Projektmargen in einem schwierigen Wettbewerbs- und Marktumfeld als Hauptursache hierfür zu nennen. Vor allem im Geschäftsbereich Stromerzeugung verschlechterte sich das Ergebnis deutlich und fiel zum Ende des Berichtsjahres negativ aus. Zu den geschilderten rückläufigen Umsatzerlösen aufgrund fehlender Großaufträge kam eine weitere Verschlechterung der Projektmargen hinzu. Eine Ergebnisverschlechterung war auch im Geschäftsbereich Schaltanlagen zu verzeichnen. Verursacht wurde dies sowohl durch einen geringen Auftragsbestand aus den Vorjahren, als auch durch niedrigere Margen in den Projekten. Nur leicht verschlechtert hat sich das Ergebnis im Geschäftsbereich Elektrische Netze. Ein leicht negatives Ergebnis zum Ende des Berichtsjahres erreichte der Geschäftsbereich Software, wobei dies im Vorjahresvergleich gleichwohl eine deutliche Verbesserung der Ergebnissituation darstellt. Ein stabiles, positives Ergebnis trug der Geschäftsbereich Automation und Kommunikation bei.

In der Division Energietechnik-Produkte wurde das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit aus dem Vorjahr deutlich verfehlt. Zwar machte sich die erfolgreiche Umsetzung von Kostensenkungsmaßnahmen bereits positiv bemerkbar. Trotzdem blieb das Ergebnis in einzelnen Geschäftsbereichen hinter den Erwartungen zurück und war zudem durch Restrukturierungsaufwendungen belastet. Das Ergebnis im Geschäftsbereich Mittelspannungsprodukte fiel leicht schlechter als im Vorjahr aus, lag aber immer noch auf einem zufriedenstellenden, positiven Niveau. Negativ fielen die Ergebnisse in den Geschäftsbereichen Transformatoren und Hochspannungsprodukte aus. Im Geschäftsbereich Hochspannungsprodukte blieb das Ergebnis auch deutlich hinter den Vorjahreswerten zurück. Die Ergebnisse im Geschäftsbereich Transformatoren lagen leicht hinter den Vorjahreswerten zurück und waren stark durch Restrukturierungsaufwendungen belastet.

Insbesondere aufgrund der Steigerungen beim Umsatzvolumen konnte die Division Niederspannungsprodukte eine Verbesserung des Ergebnisses der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit gegenüber dem Vorjahr erzielen. Eine erneute Verbesserung des Ergebnisses der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit erreichte insbesondere die ABB Stotz-Kontakt GmbH. Die Entwicklung ist hauptsächlich auf das höhere Umsatzvolumen zurückzuführen. Auch Währungseinflüsse beeinflussten das Ergebnis positiv. Dazu kamen positive Sondereffekte durch die konzerninterne Übertragung von Technologie und durch die Erstattung von Forschungsaufwendungen. Die Busch-Jaeger Elektro GmbH konnte das hohe Ergebnisniveau der Vorjahre erneut leicht übertreffen. Trotz des geringeren Umsatzvolumens konnte die ABB Striebel & John GmbH & Co. KG das Ergebnis deutlich verbessern. Haupteinflussgrößen waren ein positiver Mix der Vertriebskanäle, eine gute Preisdurchsetzung und eine weiterhin hohe Disziplin bei den eingeleiteten Einsparmaßnahmen. Das Ergebnis des in der ABB Automation Products GmbH angesiedelten Geschäftsbereichs Niederspannungsschaltanlagen verbesserte sich ebenfalls deutlich gegenüber dem Vorjahr.

Trotz deutlich gestiegener Umsatzerlöse fiel das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit im Berichtsjahr in der Division Prozessautomation deutlich schlechter als im Vorjahr aus. Insbesondere der Geschäftsbereich Measurement & Analytics blieb hinter den Erwartungen zurück. Während das Geschäftsvolumen in Inland und Ausland nahezu konstant verlief, konnte das Ergebnis im Berichtsjahr die guten Vorjahreswerte nicht erreichen und fiel insgesamt negativ aus. Gegenläufig hat sich das Ergebnis der Geschäftsbereiche Process Industries sowie Oil, Gas & Chemicals, die im Vorjahr beide im Geschäftsbereich Industry Solutions zusammengefasst waren, insgesamt verbessert. Das Ergebnis im Geschäftsbereich Control Technologies fiel positiv und besser als im Vorjahr aus. Auch das Ergebnis im Geschäftsbereich Turbocharging fiel – aufgrund des günstigen Geschäftsverlaufs bei Auftragseingang und Umsatz – positiv aus, konnte das Vorjahresniveau aber nicht erreichen.

Die Division Industrieautomation und Antriebe konnte das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit des Vorjahres insgesamt nicht erreichen. Belastet wurde das Ergebnis der Division durch den bereits genannten Rückgang der Umsatzerlöse sowie durch einen deutlichen Anstieg an Restrukturierungsaufwendungen, die für diese Division anfielen. Innerhalb der Division gilt dies insbesondere für den Geschäftsbereich Drives, Motors & Power Conversion der ABB Automation Products GmbH.

Der Geschäftsbereich Robotics der ABB Automation GmbH hingegen profitierte von einem Zuwachs an Umsatzerlösen und konnte sein operatives Ergebnis erneut verbessern.

Mit Wirkung zum 01. Januar 2011 wurde zwischen der ABB AG, Mannheim, und der ABB Beteiligungs- und Verwaltungsgesellschaft mbH, Mannheim, ein Gewinnabführungsvertrag geschlossen, so dass das Jahresergebnis der konsolidierten Gesellschaften, mit denen ebenfalls ein solcher Gewinnabführungsvertrag besteht, von der ABB Beteiligungs- und Verwaltungsgesellschaft mbH, Mannheim, übernommen wird. Vor Abführung des Ergebnisses ergab sich im Berichtsjahr für den Konsolidierungskreis ein Ergebnis nach Steuern in Höhe von -5 Mio. €, das um 139 Mio. € unter dem Ergebnis nach Steuern des Vorjahres in Höhe von 134 Mio. € lag.

Ergebnisrechnung

In Mio.€ 2015 % 2014 %
Umsatz 3.295 2.975
Gesamtleistung 3.527 100 3.057 100
Materialaufwand -1.762 -50 -1.421 -46
Personalaufwand -815 -23 -780 -26
Übrige Aufwendungen und Erträge -950 -27 -665 -22
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit - - 191 6
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag - - -14 -
Steuerumlage durch die Muttergesellschaft -5 - -43 -2
Jahresfehlbetrag/-überschuss vor Ergebnisübernahme -5 - 134 4
Ergebnisübernahme Muttergesellschaft -18 -1 -81 -2
Jahresfehlbetrag / -überschuss nach Ergebnisübernahme -23 -1 53 2

Bilanzsumme leicht rückläufig

Die Bilanzsumme des Konsolidierungskreises verminderte sich im Berichtsjahr gegenüber dem Vorjahr von 2.102 Mio. € um 90 Mio. € auf insgesamt 2.012 Mio. €.

Das Anlagevermögen erhöhte sich geringfügig um 3 Mio. €. Die Investitionen in das Sachanlagevermögen beliefen sich auf 60 Mio. € und lagen damit um 13 Mio. € über den diesbezüglichen Abschreibungen. Unter Berücksichtigung der Anlagenabgänge ergab sich ein Anstieg des Sachanlagevermögens um 8 Mio. €.

Das Nettovorratsvermögen verminderte sich im Vorjahresvergleich insgesamt um 54 Mio. €, wobei dieser Rückgang durch einen Anstieg der Bruttovorräte gegenüber dem Vorjahr in Höhe von 146 Mio. € einerseits, und einen Anstieg der Fortschrittszahlungen in Höhe von 200 Mio. € andererseits zu erklären ist. Sowohl der Anstieg der Bruttovorräte als auch der Anstieg der Fortschrittszahlungen stehen im Zusammenhang mit der Anarbeitung verschiedener Großprojekte, für welche die Kundenanzahlungen an andere, nicht konsolidierte ABB-Einheiten weiterzuleiten waren.

Bilanz

Aktiva in Mio. € 31.12.2015 % 31.12.2014 %
Anlagevermögen 342 17 339 16
Vorräte 2.877 2.731
./. verrechnete Kundenanzahlungen -2.204 -2.004
673 33 727 35
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 445 22 425 20
Sonstige Aktiva 133 7 220 10
Flüssige Mittel 419 21 391 19
Summe Aktiva 2.012 100 2.102 100
Passiva in Mio. € 31.12.2015 % 31.12.2014 %
Eigenkapital 626 31 668 32
Rückstellungen für Pensionen 106 5 68 3
übrige Rückstellungen 576 29 539 26
Erhaltene Anzahlungen 410 20 488 23
Andere Verbindlichkeiten 294 15 339 16
Summe Passiva 2.012 100 2.102 100

Die mit dem für Altersversorgungsverpflichtungen reservierten Deckungsvermögen verrechneten Pensionsrückstellungen lagen aufgrund einer weiteren Absenkung des anzuwendenden Diskontierungssatzes um 49 Mio. € über dem Niveau des Vorjahres. Der Aktive Unterschiedsbetrag aus der Verrechnung von Pensions-/Altersteilzeitverpflichtungen und Deckungsvermögen hat sich von 121 Mio. € um rund 83 Mio. € auf 38 Mio. € reduziert, was in erster Linie auf eine negative Rendite des reservierten Deckungsvermögens während des Berichtsjahres zurückzuführen ist. Nach Berücksichtigung der nicht verrechneten Pensionsverpflichtungen in Höhe von 106 Mio. € verbleibt insgesamt eine Unterdeckung im Umfang von 68 Mio. €.

Der Anstieg der sonstigen Rückstellungen um rund 45 Mio. € erklärt sich in erster Linie aus der Neubildung von Rückstellungen für Restrukturierungsmaßnahmen im Zusammenhang mit Kapazitätsanpassungen und Maßnahmen zur Produktivitätssteigerung im Angestelltenbereich.

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gegenüber Dritten haben sich um 18 Mio. € erhöht, während sich die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen um rund 59 Mio. € vermindert haben, was vor dem Hintergrund des zwischen der ABB AG und der ABB Beteiligungs- und Verwaltungsgesellschaft mbH, Mannheim, bestehenden Gewinnabführungsvertrags zu sehen ist. Auf der Grundlage dieses Vertrags werden der Großteil des im Konsolidierungskreis erwirtschafteten Ergebnisses sowie eine auf dieses Ergebnis entfallende Steuerumlage an die zuletzt genannte Gesellschaft abgeführt. Während sich der abzuführende Betrag im Vorjahr auf insgesamt 124 Mio. € belief, beläuft sich die Abführungsverpflichtung des Berichtsjahres auf insgesamt 23 Mio. €, so dass sich der Rückgang der Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen weitgehend aus diesem Sachverhalt erklärt.

Das Konzerneigenkapital hat sich im Wesentlichen um den Jahresfehlbetrag in Höhe von 23 Mio. € auf 626 Mio. € reduziert, wobei der Jahresfehlbetrag aus den Ergebnissen solcher Konzerngesellschaften resultiert, deren Ergebnisse nicht über einen Gewinnabführungsvertrag an die ABB Beteiligungs- und Verwaltungsgesellschaft mbH, Mannheim, abgeführt werden. Des Weiteren beinhaltet der Jahresfehlbetrag die ergebniswirksamen Konsolidierungsbuchungen - insbesondere die planmäßigen Abschreibungen auf Geschäfts- und Firmenwerte. Ferner ergab sich eine Verminderung der Gewinnrücklagen aus der Einbeziehung der im Berichtsjahr erworbenen Anteile (49%) der Einheiten der ABB Striebel & John-Gruppe.

Unter Berücksichtigung der rückläufigen Bilanzsumme ergibt sich ein Rückgang der Eigenkapitalquote von 32% im Vorjahr auf 31 % zum Ende des Berichtsjahres.

Bruttoliquidität mit leichtem Zuwachs - Nettoliquidität deutlich über Vorjahresniveau

Die Bruttoliquidität – definiert als Summe aus flüssigen Mitteln und Mittelanlagen bei Gesellschaften der ABB Ltd, Zürich /Schweiz – lag zum Ende des Berichtsjahres mit 419 Mio. € um 28 Mio. € über dem Niveau des Vorjahres. Unter Berücksichtigung der um 38 Mio. € verminderten konzerninternen Kreditaufnahmen (ohne Verbindlichkeit aus Ergebnisabführung für 2015) ergab sich ein Anstieg der Nettoliquidität um 66 Mio. €.

Die Entwicklung der Bruttoliquidität ist maßgeblich durch den zwischen der ABB AG und der ABB Beteiligungs- und Verwaltungsgesellschaft mbH, Mannheim, geschlossenen Gewinnabführungsvertrag beeinflusst, auf Basis dessen das Vorjahresergebnis inklusive Steuerumlage in Höhe von rund 124 Mio. € zu Beginn des Berichtsjahres an die ABB Beteiligungs- und Verwaltungsgesellschaft, Mannheim, abgeführt wurde.

Positiv wirkte sich hingegen der Cash Flow aus der operativen Geschäftstätigkeit aus, der mit 162 Mio. € nur leicht unter dem Cash Flow des Vorjahres in Höhe von 171 Mio. € lag.

Die Ausgaben für Investitionen in Vermögensgegenstände des Sachanlagevermögens beliefen sich auf 60 Mio. €, wobei auch im Berichtsjahr der Schwerpunkt der Investitionstätigkeit bei den produzierenden Einheiten der Divisionen Niederspannungsprodukte und Energietechnik-Produkte lag. Dazu kamen Ausgaben im

Zusammenhang mit dem Erwerb der ABB gomtec GmbH, Seefeld, sowie für die Erhöhung der Anteile von 51 % auf 100% an unseren Tochtergesellschaften ABB Striebel & John GmbH & Co. KG, Sasbach, sowie ABB Vermögensverwaltungsgesellschaft mbH, Sasbach, in Höhe von 38 Mio. €.

Unter weiterer Berücksichtigung von Mittelzuflüssen aus der Veräußerung von Gegenständen des Anlagevermögens und des zur Sicherung von Pensionsverpflichtungen dienenden Deckungsvermögens ergibt sich eine Erhöhung der Bruttoliquidität um 28 Mio. €.

ATraCt: Switch - Change - Assignment

Der demografische Wandel führt zu einem gravierenden Mangel an qualifizierten Mitarbeitern und zum immer stärker werdenden Kampf um die besten Fach- und Führungskräfte am Markt. Hinzu kommt der rasante technologische Wandel, der Veränderungen innerhalb der ABB erfordert.

Vor diesem Hintergrund verfolgt ABB langfristig das Ziel, vom Arbeitsplatzverlust bedrohte Mitarbeiter weiterhin im Unternehmen zu halten und ihnen einen neuen Arbeitsplatz innerhalb der ABB anbieten zu können. Um diesem Ziel gerecht zu werden, wurde die Ende des Jahres 2013 eingeführte Initiative „Stay, Switch, Change & Go" im Berichtsjahr durch die Implementierung der Einheit „ATraCt" weiter verstetigt. ATraCt bietet als interner Dienstleister unterschiedliche Veränderungs- und Entwicklungsperspektiven für Mitarbeiter innerhalb der deutschen ABB, die von betrieblichen Änderungen - beispielsweise Restrukturierungen - betroffen sind, aus der Elternzeit oder einem internationalen Arbeitseinsatz zu ABB Deutschland zurückkehren oder sich aus persönlicher Motivation weiterentwickeln möchten. Im Jahr 2015 konnten mehr als 60 vom Abbau betroffene Mitarbeiter intern auf eine neue Stelle vermittelt werden.

Damit stellt ABB in Deutschland unter Beweis, dass das Unternehmen der sozialen Verantwortung im Sinne eines beschäftigtenfreundlichen Unternehmens gerecht wird und interne Versetzungen sowie die soziale Absicherung Vorrang vor Abbau haben.

Selbstverständnis und Vision der Personalarbeit

Die Personalarbeit der ABB in Deutschland orientiert sich an den Kernaufgaben im Unternehmen: Dem bedarfsgerechten Finden, Binden und Entwickeln von Beschäftigten. Im Fokus stehen dabei die Themen Kultur und Führung, ohne die eine nachhaltige Verankerung der Botschaften und Maßnahmen im Unternehmen nicht gelingt. Die Angebote und Maßnahmen lassen sich unter anderem den nachfolgenden Handlungsfeldern zuordnen:

Bewerber: Begeistern und Anziehen
Nachwuchs: Ausbilden und Fördern
Berufs- und Privatleben: Unterstützen und Erleichtern
Gesundheit: Schützen und Vorsorgen
Wissen: Erhalten und Teilen
Potenziale: Erkennen und Entfalten
Engagement und Ideen: Kennen und Wertschätzen

Den Schlüssel zum Erfolg bildet das Leitbild „Erfolgreich führen - Führen zum Erfolg". Es handelt sich dabei um einen ganzheitlichen und unternehmensweiten Ansatz, der bestehende Prozessabläufe und Instrumente zum Thema Führung verzahnt und in den kommenden Jahren das Führungshandeln bei ABB entscheidend und nachhaltig prägen soll. Dies setzt die dauerhafte Auseinandersetzung mit allen führungsrelevanten Themen voraus. Im Kern handelt es sich dabei um die Themenfelder „Strategie", „Organisation" und „Mensch". Nichts prägt menschliches Erleben und Verhalten in Organisationen so sehr, wie die persönlichen und direkten Impulse einer Führungskraft.

Während der Fokus im Jahr 2014 darauf lag, das Konzept „Erfolgreich führen Führen zum Erfolg" ins Leben zu rufen, stand das Jahr 2015 im Zeichen der nachhaltigen Verankerung des Ansatzes in der Unternehmenskultur. Der Ansatz umfasst unter anderem die drei jährlich wiederkehrenden Führungselemente Ziel-Dialog, Standortbestimmung und PDA-Prozess. Insbesondere die Standortbestimmung, idealer-weise im Dialog zwischen Führungskraft und HR-Business-Partner, stand 2015 im Fokus. Sie hilft dabei, ein klares und ganzheitliches Bild von der aktuellen Situation zu bekommen und notwendige Maßnahmen zur Entwicklung abzuleiten: Für die Organisationseinheit und für die Führungskraft selbst. Insbesondere im Hinblick auf die Next-Level-Strategie unterstützt das Instrument der Standortbestimmung die Führungskräfte dabei, die definierten Ziele zu erreichen und die Strategie umzusetzen.

Vielfalt erkennen - Vielfalt leben

Das Erkennen der Vielfalt der eigenen Beschäftigten ist die Grundvoraussetzung für Übernahme von Verantwortung im Rahmen der sogenannten Corporate Social Responsibility. Vielfalt bedeutet, dass es viele Gruppen gibt, die sich durch verschiedene Merkmale auszeichnen, wie beispielsweise Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung. Um insbesondere auch die Führungskräfte für ihre Rolle und Verantwortung zu sensibilisieren, fand Mitte 2015 im Rahmen der Special-Olympics-Landesspiele in Paderborn, ein spezielles Führungskräfte-Training statt. Unsicherheiten beim Umgang mit einer neuen Zielgruppe abzubauen, die Fähigkeit zur Selbstreflexion zu optimieren und für das Thema Vielfalt im Unternehmen zu sensibilisieren - dies sind die zentralen Zielsetzungen, die mit Durchführung des speziellen Führungstrainings verfolgt wurden. Im Rahmen der Winterspiele von Special Olympics Deutschland im März 2015 engagierten sich rund 100 ABB-Mitarbeiter aus 20 verschiedenen Standorten als freiwillige Helfer und leisteten somit ihren persönlichen Beitrag zur Inklusion.

Im Jahr 2015 hat die deutsche ABB ihre Aktivitäten zur Förderung der Inklusion von Menschen mit geistiger Behinderung weiter ausgeweitet: Im zweiten Quartal 2015 hat ABB mit der Lebenshilfe Mannheim eine Kooperationsvereinbarung geschlossen. Die Lebenshilfe Mannheim setzt sich nicht nur für die Betreuung von geistig behinderten Menschen ein, sondern steht auch für Inklusion, Vielfalt und Nachhaltigkeit. So haben bereits erste Aktivitäten stattgefunden, um die Kooperation zu verankern, beispielweise erste Auftritte eines inklusiven Chors sowie gemeinsames Training einer inklusiven Fußballmannschaft. Langfristiges Ziel ist es, eine Beschäftigung von Menschen mit Behinderung bei ABB zu ermöglichen.

Auch die gegenwärtige Flüchtlingssituation in Deutschland beschäftigt die deutsche ABB. Ende 2015 hat ABB festgelegt, in den drei Bereichen „Soziales Engagement" (z. B. Infrastrukturmaßnahmen in Flüchtlingsunterkünften, gemeinsame Ausflüge mit Flüchtlingen, Sprachförderung), „Spenden und Sponsoring" (z. B. finanzielle Unterstützung von Aktionen, Verkaufs- und Spendenaktionen an verschiedenen ABB-Standorten) und „Ausbildung und Beschäftigung" (z.B. Angebote zur Berufsorientierung und Qualifizierung, Schaffung von Praktikums- oder Ausbildungsplätzen in enger Kooperation mit der Agentur für Arbeit) zu unterstützen. Die Maßnahmen werden in enger Abstimmung und Kooperation mit den Kommunen geplant und umgesetzt.

Weiterhin haben im Berichtsjahr Programme wie Girlsatec oder FEMTEC zu einer integrativen und vielfältigen Kultur beigetragen – durch Girlsatec wird das Interesse von Schülerinnen für technikorientierte Berufe gefördert. Mithilfe von FEMTEC konnten 2015 drei weibliche Nachwuchskräfte bei ABB eingestellt werden.

Bewerber: Begeistern und Anziehen

Bedingt durch den demografischen Wandel werden ABB in Deutschland bis 2020 rund 12 % der Beschäftigten verlassen. Auf der Grundlage einer strategischen und nachhaltigen Personalplanung werden daher proaktiv Maßnahmen zur Sicherung des zukünftigen Personalbedarfs eingeleitet. Dies heißt auch, neue und kreative Wege der Personalgewinnung zu gehen.

Im Hinblick auf den überdimensional wachsenden Markt an Online-Employer-Branding-Möglichkeiten und Sozialen Netzwerken zielt ABB darauf ab, sich in geeigneter Form online zu präsentieren und sich als attraktiver Arbeitgeber bekannt zu machen. Hierzu startete 2015 eine Analyse und Bewertung der vorhandenen Plattformen, um sich gezielter in sozialen Netzwerken und sonstigen Plattformen platzieren zu können.

Im Sinne einer abgestimmten und bereichsübergreifenden Marktbearbeitung wurde das Projekt „Regionales HR-Marketing" im Jahr 2015 weiter forciert. Durch die Vernetzung diverser Akteure aus den Bereichen Ausbildung, Forschung und Entwicklung, Vertrieb, HR und Marketing bzw. Kommunikation sollen Synergieeffekte genutzt und eine höhere Sichtbarkeit am Bewerbermarkt erreicht werden. Hierzu wurde eine gesamthafte Übersicht von regionalen Maßnahmen und Aktivitäten erstellt und etabliert.

Durch das Projekt „Nachwuchswerbung mit System" soll der Aktivitätenvielfalt bei ABB rund um die Nachwuchswerbung ein stimmiges und attraktives Gesamtbild verliehen werden.

Für ein global agierendes Unternehmen wie ABB ist es außerdem von Interesse, international nach geeigneten Bewerbern in anderen Ländern zu suchen und ausländische Fachkräfte langfristig an das Unternehmen zu binden. Vor diesem Hintergrund konnte ABB in Deutschland im Jahr 2015 bei rund 560 Neueinstellungen 82 Mitarbeiter mit ausländischem Hintergrund gewinnen.

Nachwuchs: Ausbilden und Fördern

Die passenden Nachwuchskräfte zu finden, auszubilden und letztlich für den Berufseinstieg bei ABB zu gewinnen, ist eine entscheidende Voraussetzung für eine erfolgreiche Zukunft.

Grundsätzlich beruht die Nachwuchsförderung bei ABB auf fünf Standbeinen: der eigenen Ausbildung bzw. dem Dualen Hochschulstudium, der ganzheitlichen Kooperation mit Hochschulen, einem Bindungsprogramm für Talente, dem ABB-Traineeprogramm für Hochschulabsolventen sowie dem berufsbegleitenden Masterstudium. Im Berichtsjahr konnte bei ABB in Deutschland die Ausbildungsquote mit knapp 7% weiterhin auf einem hohen Niveau gehalten werden.

Die beiden ABB-Ausbildungszentren in Heidelberg und Berlin bieten ein breites Spektrum an Ausbildungsberufen und dualen Studiengängen an. Mit dem HR-Projekt „Ausbildung aus einer Hand" verfolgt ABB die Zielsetzung, eine flächendeckend hohe Qualität in der Ausbildung sicherzustellen – sowohl bezugnehmend auf die Ausbildungsinhalte, als auch die entsprechende Ausbildungsinfrastruktur und die verwendeten Gerätschaften. Darüber hinaus wird angestrebt, dass die „Ausbildung bei ABB" deutschlandweit über einheitliche Qualitätskriterien und Ausbildungsstandards sowie harmonisierte Prozessabläufe verfügt.

Eine weitere wichtige Zielgruppe sind Studierende. Während eines Praktikums, einer Abschlussarbeit oder einer Werkstudententätigkeit lernen sich die Studierenden und ABB im beruflichen Alltag sehr gut kennen. Die „Besten" werden für die Aufnahme in das Talent Relationship Program (TRP) empfohlen. Mit dem TRP wird aktiv eine Bindung zu den Nachwuchstalenten aufgebaut und der Berufseinstieg nach Abschluss des Studiums koordiniert. Im Berichtsjahr konnte der Bewusstseinswandel zur nachhaltigen Nachwuchsförderung weiter intensiviert werden - dies äußerte sich unter anderem in einer hohen Praktikantenquote von 5,5%. Bei etwa 29% der Praktikanten handelt es sich um Studierende aus dem Ausland.

Im Hinblick auf die stetig steigende Bedeutung von Internationalität wurde 2015 eine Initiative zur Förderung von internationalen Praktika gestartet, die auf die Implementierung einheitlicher Standards und Prozesse abzielt. Es soll eine Win-win-Situation erreicht werden, bei der interessierte Ländergesellschaften Praktikanten gezielt vermitteln können und auf der anderen Seite auch qualifizierte junge Talente aus dem Ausland im eigenen Land einsetzen können.

Hinzu kommt, dass das bewährte duale ABB-Ausbildungskonzept „Duales Studium" um die Komponente „Internationalität" erweitert werden soll: Ziel ist es, dass künftig mindestens eine Praxisphase in einer ausländischen ABB-Einheit stattfinden soll.

Berufs- und Privatleben: Unterstützen und Erleichtern

Den beruflichen und privaten Alltag in Balance zu bringen und zu halten, ist eine Herausforderung für die Beschäftigten, die sich negativ auf das Wohlbefinden und die Leistungsfähigkeit auswirken kann. Im Rahmen der Personalarbeit ist ABB in Deutschland daher bestrebt, verschiedene Lebenssituationen mit ihren jeweiligen Bedarfen zu analysieren, um Gemeinsamkeiten zu identifizieren. Nur so kann es gelingen, Beschäftigte aktiv und nachhaltig bei der persönlichen Vereinbarkeit zu unterstützen.

Vor diesem Hintergrund wurde 2015 die Kooperation mit dem Dienstleister für Beratungs- und Vermittlungsleistungen, Care.com Europe GmbH, initiiert. Der Vertrag ist ab dem 01. Januar 2016 gültig. Mit Care.com wird das Serviceangebot für ABB-Mitarbeiter im Bereich Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben ausgeweitet – im Sinne einer individuell gestaltbaren Suche nach Betreuungslösungen und sonstigen Alltagshelfern.

Das ABB-Elternnetzwerk konnte im Jahr 2015 weiter verankert werden - so fanden neun Vor-Ort-Veranstaltungen an den Standorten Mannheim und Ratingen statt. Interessierte Mitarbeiter in Mutterschutz oder Elternzeit erhalten in regelmäßigen Abständen den Newsletter „Stay in touch!", der sie über themenspezifische Inhalte und aktuelle Veranstaltungsangebote informiert, um so auch während ihrer Auszeit mit ihnen in Kontakt zu bleiben.

Darüber hinaus feiert eine in der deutschen Unternehmenslandschaft in dieser Form einzigartige Einrichtung im Jahr 2016 ihr 60-jähriges Jubiläum: Seit 1956 können im ABB Kinderferienhaus in Schapbach im Schwarzwald Kinder unserer Beschäftigten ganzjährig auf Kosten des Unternehmens ihre Ferien verbringen. Eine Sozialleistung, die in den vergangenen sechs Jahrzehnten über 28.000 Kinder genutzt haben, und die gerade in der heutigen Zeit einen wichtigen Beitrag für die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf leistet.

Zur Integration ausländischer Kollegen bzw. zur Unterstützung beim Knüpfen sozialer Kontakte konnte die sogenannte Ambassador-Initiative im Berichtsjahr an verschiedenen Standorten in Deutschland ausgerollt werden. 22 Botschafter an sieben ABB-Standorten in Deutschland unterstützen nun bei der Integration und stehen den ausländischen Kollegen als Ansprechpartner zur Seite.

Um die Mitarbeiterzufriedenheit stetig zu fördern und weitere Verbesserungspotenziale zur Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben identifizieren zu können, soll im Jahr 2016 - in Zusammenarbeit mit der Bertelsmann-Stiftung - die „Familienfreundlichkeit" von ABB Deutschland überprüft werden.

Gesundheit: Schützen und Vorsorgen

Die Gesundheit ist ein Grundbedürfnis des Menschen und bildet die Grundlage für seine Leistungsfähigkeit. Die Gesundheit möchte ABB nicht nur schützen, sondern auch erhalten. Für ein schützendes und vorsorgendes Arbeitsumfeld sorgt das Unternehmen im Rahmen des ganzheitlichen Betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM). Dieses ist unterteilt in die vier Bereiche Arbeitsmedizin, Arbeitssicherheit, Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM) und Gesundheitsförderung.

Dass die Mitarbeiter leistungsfähig und motiviert sind und auch bleiben hängt in entscheidendem Maße von den Führungskräften ab. Wertschätzung, Anerkennung, Mitarbeiterförderung - all das sind wichtige positive Gesundheitsindikatoren, über die sich jede Führungskraft bewusst sein sollte. Daher wurden 2015 Trainings zum Thema „Gesundes Führen" sowie ein Leitfaden für Führungskräfte konzipiert, um Führungskräfte hinsichtlich der Gesundheitschancen und -risiken ihrer Mitarbeiter in ihrem Arbeitsumfeld zu sensibilisieren.

Im vergangenen Jahr wurde erstmals eine deutschlandweite und anonymisierte Befragung zu psychischen Belastungen am Arbeitsplatz durchgeführt. Insgesamt nahmen 53 % der Beschäftigten an der psychischen Gefährdungsbeurteilung teil. Die Teilnahme fand innerhalb der drei Gruppen „Ohne Führungsverantwortung", „Mit Führungsverantwortung" und „OH-Studenten und Trainees" statt. Die Auswertung und Interpretation der Ergebnisse und Planung von Maßnahmen auf Standortebene ist bereits durch die Standortlenkungskreise vor Ort erfolgt. Die Verbesserung der Arbeitsbedingungen auf Abteilungsebene liegt in der Verantwortung der Führungskräfte, weshalb diese Zugriff auf die Auswertungen pro Abteilung haben. Gemeinsam mit dem Team sollen so Verbesserungspotenziale erkannt und Maßnahmen zur Veränderung abgeleitet werden.

Unterstützend wurde hierfür ein spezieller Workshop zum Thema „Psychische Belastungen" aufgesetzt, um die Maßnahmenableitung durch einen neutralen und geschulten Moderator begleiten zu können. Die Ableitung von Maßnahmen zur Reduktion von psychischen Belastungen, ist Bestandteil der allgemeinen Gefährdungsbeurteilung. Im Jahr 2016 werden zudem deutschlandweite Maßnahmen zur Reduktion von Erschöpfungsgefühlen initiiert werden.

Nachdem der Prozess der Arbeitsmedizinischen Vorsorge und Eignungsuntersuchungen im Jahr 2014 überarbeitet wurde, konnten seit August 2015 alle arbeitsmedizinischen Untersuchungen zentral erfasst werden, wodurch ein Reporting für durchgeführte und anstehende arbeitsmedizinische Untersuchungen möglich wird.

Im Rahmen des Betrieblichen Eingliederungsmanagements (BEM), welches die Wiedereingliederung der Mitarbeiter nach einer Krankheit von länger als sechs Wochen (innerhalb eines Jahres) in den Betrieb koordiniert, werden ab Anfang 2016 monatliche Auswertungen und Einladungen erfolgen, um die Wiedereingliederung der betroffenen Mitarbeiter möglichst frühzeitig realisieren zu können. Denn: Eine Arbeitsunfähigkeit schnell zu überwinden, liegt sowohl im Interesse des Unternehmens, als auch der Beschäftigten.

Zur aktiven Förderung der Mitarbeitergesundheit wurden 2015 zentrale und dezentrale Gesundheitsaktionen durchgeführt, welche die Mitarbeiter zu einem eigenverantwortlichen Umgang mit der eigenen Gesundheit sensibilisieren und zur allgemeinen gesundheitlichen Aufklärung beitragen sollen.

Wissen: Erhalten und Teilen

Wissen ist für ABB ein erfolgskritischer Faktor. Es geht darum, Wissen zugänglich zu machen, zu erhalten und zu teilen. Gerade vor dem Hintergrund der stetig voranschreitenden Digitalisierung der Arbeitswelt schafft ABB die Rahmenbedingungen, die eine Weitergabe und Weiterentwicklung von Wissen erleichtern. Neben den strukturellen Voraussetzungen und Werkzeugen, die eine Dokumentation ermöglichen, ist eine Kultur von Bedeutung, die den Wissenstransfer priorisiert, fordert und fördert.

Der „ABB Senior Expert Service" hat genau das zum Ziel: Er bietet älteren Mitarbeitern auch nach ihrer Pensionierung die Möglichkeit, ABB weiterhin ihr Wissen für befristete Einsätze zur Verfügung zu stellen. Die Erfahrung zeigt, dass beide Seiten davon profitieren. Denn jüngere Mitarbeiter lernen auch vom impliziten Wissen, d.h. dem Wissen, das nicht niedergeschrieben ist, sondern Erfahrene „in sich tragen". Seit dem Go-Live des „ABB Senior Expert Service" konnten bereits 90 Kandidaten für den Senior Expert Pool gewonnen werden. Aus dem gesamten Pool sind bzw. waren im Berichtsjahr 44 Kandidaten als Senior Experts tätig und es kamen hierdurch 50 Einsätze zustande.

Auch das Instrument einer Wissensstafette für Fachexperten unterstützt den Transfer von unternehmenskritischem Erfahrungswissen von Fachexperten an „Wissensnehmer". Es handelt sich um einen strukturierten Prozess zwischen Führungskraft, Wissensgeber und Wissensnehmer, so dass das Wissen „along the job" zielgerecht, strukturiert und rechtzeitig an einen Wissensnehmer übertragen wird. Im Jahr 2015 wurde das Instrument der Wissensstafette flächendeckend eingeführt - das Jahr 2016 steht in diesem Zusammenhang im Zeichen der nachhaltigen Verankerung dieses Instruments in der Unternehmenskultur.

Potenziale: Erkennen und Entfalten

Die Kompetenzen der Mitarbeiter sind ein wichtiger Grundstein für den Erfolg von ABB. Um als Unternehmen wettbewerbsfähig zu bleiben und flexibel auf veränderte Marktbedingungen reagieren zu können, ist ABB auf Mitarbeiter angewiesen, die sich kontinuierlich weiterqualifizieren. Die berufliche Fort- und Weiterbildung stärkt die Handlungskompetenz und Motivation der Beschäftigten.

Im Rahmen der sogenannten Talent Sessions wurde seit 2014/2015 ein Schwerpunkt auf das People Portfolio gelegt. Neben der Weiterentwicklung von Potenzialträgern liegt der Fokus auch auf „Performern", welche ebenso in der Nachfolgeplanung berücksichtigt werden, z. B. mittels eines Job Enlargements oder der Teilnahme an einer sogenannten Short-Term-Assignment-Position.

Insbesondere bei der Auswahl von internen Kandidaten bei offenen Stellen sowie bei der individuellen Karriereberatung gewinnt das Talent Profile innerhalb des ABB-Konzerns zunehmend an Bedeutung. Durch zielgruppenspezifische Maßnahmen ist es 2015 gelungen, das Talent Profile sowohl in quantitativer als auch in qualitativer Hinsicht zu verbessern, welches eine wichtige Basis für die individuelle Karriereplanung und das Talent Management bei ABB insgesamt darstellt. Die verstärkte Nutzung des Talent Profiles hat mit dazu beigetragen, dass 2015 ein Großteil der Schlüsselpositionen mit internen Nachwuchskräften besetzt werden konnte.

Das jährliche PDA-Gespräch (Performance and Development Appraisal) zwischen Mitarbeiter und Führungskraft stellt einen zentralen Bestandteil des Talent Managements dar und gilt als wichtigstes Personal- und Führungsinstrument. Um die Verbindlichkeit der im PDA-Gespräch vereinbarten Qualifizierungsmaßnahmen zu erhöhen, wurden die Auswertungen der Qualifizierungsmaßnahmen 2015 weiter forciert. Die Quote der durchgeführten Qualifizierungsmaßnahmen konnte im dritten Jahr in Folge gesteigert werden. Als Vorbereitung auf den PDA-Prozess lag 2015 der Schwerpunkt der Führungskräfteschulungen auf der Steigerung der Gesamtqualität beispielsweise durch eine aussagekräftige Eingabe der Qualifizierungsmaßnahmen im PDA-Dokument.

Im Bereich der Personalentwicklungs-Instrumente Functional Competency Develop-ment Program (FCDP) und Functional Competency Assessment (FCA) konnte im Jahr 2015 ein einheitlicher Prozessablauf zur Durchführung von allen FCDP und FCA bei ABB in Deutschland (beispielsweise Project Management, Engineering, Sales, R & D, Site Management, Finance) implementiert werden.

Engagement und Ideen: Kennen und Wertschätzen

Das persönliche Engagement und die Ideen der Beschäftigten sind wertvoll für das Unternehmen und die Gesellschaft. Um Freiräume für Kreativität und Innovation zu fördern, wurde 2015 wieder der Preis der deutschen ABB an Projekte vergeben, die sich insbesondere an den Zielen der drei strategischen Fokusbereiche „Profitables Wachstum (PIE-Modell)", „Konsequente Umsetzung" und „Bereichsübergreifende Zusammenarbeit" orientieren. Vor diesem Hintergrund gilt es, das Konzept des Ideenprogramms 2016 ganzheitlich zu überprüfen, um „Innovationen" einen noch höheren Stellenwert im Unternehmen zu verschaffen und eine Innovationskultur aufzubauen. Seit 1990 beweisen ABB-Mitarbeiter ihre Kreativität mit rund 80.700 eingereichten Ideen, aus denen bisher Einsparungen von rund 69 Mio. € resultierten.

Optimierung der HR-internen Arbeitsprozesse und -organisation

Nachdem in der Vergangenheit verschiedene Lösungsansätze eruiert wurden, um die HR-interne Organisation inklusive Tools, Prozesse und Rollen noch einmal zu beleuchten und Verbesserungspotenziale zu identifizieren, konnten im Berichtsjahr die HR-Business-Partner-Einheiten vor Ort stärker gebündelt und HR-übergreifend Synergieeffekte durch eine stärkere divisionale Ausrichtung mit regionaler Aufgabenbündelung, erzeugt werden. Durch die Differenzierung der HR-Business-Partner-Rollen in den Einheiten vor Ort konnte eine klare Regelung der Rollen und Verantwortlichkeiten realisiert werden.

Für das Jahr 2016 wird der Fokus darauf liegen, die HR-Business-Partner-Einheiten vor Ort von administrativen und transaktionalen Tätigkeiten zu entlasten und in einer Shared-Services-Umgebung einzubetten. Auch 2016 gilt es weiter zu analysieren, welche HR-Produkte und HR-Services aus Kostenaspekten auch über ein „Niedrig-lohnland" gesteuert werden können. Diese Thematik wird ABB im Jahr 2016 weiter begleiten; insbesondere auch, um einen kontinuierlichen Ausbau des Produktportfolios der lokalen HR-Shared-Service-Center-Organisation anzustreben, der in Summe mit einer Kosteneinsparung verbunden ist.

Digitalisierung der Arbeitswelt

Das Internet der Dinge, Dienstleistungen und Menschen, in Deutschland auch unter dem Begriff „Industrie 4.0" bekannt, hat nicht nur Auswirkungen auf Fabriken und Industrieanlagen, sondern ebenso auf die Arbeitswelt und die Arbeitskräfte. Um die neuen Anforderungen, die mit dem Internet der Dinge, Dienstleistungen und Menschen einhergehen, ganzheitlich erfolgreich umsetzen zu können, spielt der Mensch eine entscheidende Rolle. So wurde im Jahr 2015 das Projekt „Arbeiten 4.0 in Industrie 4.0" ins Leben gerufen. Ziel ist es, die Anforderungen, Veränderungen und Auswirkungen im Hinblick auf diesen Themenkomplex zu erfassen. Im Berichtsjahr konnten bereits erste Arbeitspakete definiert werden. Im Jahr 2016 sollen in den Bereichen „Kompetenzen", „Aus- und Weiterbildung", „Führung" und „Arbeitsumgebung" zukünftige Kompetenzanforderungen identifiziert und entsprechende Handlungsempfehlungen abgeleitet werden.

Forschung und Entwicklung

Im Jahr 2015 hat ABB Deutschland 204 Mio. € in die Entwicklung innovativer neuer Produkte, Lösungen und Dienstleistungen investiert. Das entspricht rund 6% vom Umsatz. Etwa 10% der gesamten Ausgaben des weltweiten ABB-Konzerns für Forschung und Entwicklung fließen in die Konzernforschung, die die technologische Grundlage für die nächste und übernächste Generation von Produkten bereitstellt. Die Aktivitäten der Konzernforschung sind in zehn Forschungsfelder gegliedert, welche die wichtigsten Technologiefelder für die ABB-Produkte abdecken.

Mit über hundert Mitarbeitern ist das deutsche Forschungszentrum in Ladenburg eines von insgesamt sieben in der globalen Struktur des ABB-Konzerns. Auf dieser Struktur basierend fokussiert sich das deutsche Forschungszentrum auf neue Technologien für die Prozessautomation, Fabrikautomation und Gebäudeautomation sowie zunehmend auf Lösungen für die Energienetze der Zukunft, die vor dem Hintergrund der Energiewende in Deutschland eine besondere Bedeutung haben. Dabei ist es Lead Center für das große Technologiefeld Software, die in allen ABB-Produkten eine immer wichtigere Rolle spielt.

Lösungen für die Gebäudeautomation, neue Formen der sicheren und effizienten Zusammenarbeit von Menschen und Maschinen in der Produktion, Algorithmen für die Analyse großer Datenmengen und deren Anwendung im industriellen Umfeld, sowie die Forschung für das Internet der Dinge, Dienstleistungen und Menschen, die Zukunft der industriellen Produktion, sind die aktuellen Themenschwerpunkte des deutschen Forschungszentrums.

Internet der Dinge, Dienstleistungen und Menschen

Seit mehr als zehn Jahren hat ABB Technologien für das Internet der Dinge, Dienstleistungen und Menschen mit seinen Kontrollsystemen, Kommunikationslösungen, Sensoren und Software weiterentwickelt. Diese Technologien erlauben Kunden aus Industrie, Energieversorgung und Infrastruktur Daten intelligenter auszuwerten und so ihre Betriebsführung zu optimieren, die Produktivität und Flexibilität zu erhöhen. Allein für die Industrie gehen Experten davon aus, dass die Digitalisierung die Produktivität um mindestens 30 % steigern kann.

Technologien zur mobilen Kommunikation, Cloud Computing oder Big Data-Analyse sorgen dafür, dass aus dem industriellen IntRAnet, das in vielen Fabriken seit Jahren Basis für die Industrieautomatisierung ist, jetzt verstärkt ein industrielles IntERnet wird. Durchsatz und Verfügbarkeit der Anlagen können so gesteigert werden, flexiblere Produktion sorgt für eine bessere Auslastung der Anlagen und Skaleneffekte der Großserie können mit individualisierten Produkten kombiniert werden.

Nur der Dreiklang von Dingen, Dienstleistungen und Menschen kann zu einer sinnvollen Integration führen, die Vorteile für Produktivität und Effizienz mit sich bringt. Ein Paradebeispiel dafür stellt der weltweit erste kollaborative Roboter mit zwei Armen dar, den ABB seit 2015 als marktfähiges Produkt anbietet. Dieser Roboter leitet einen Paradigmenwechsel in der Zusammenarbeit von Mensch und Maschine ein.

Erstmals können beide Hand in Hand arbeiten - ohne störende Sicherheitsmaßnahmen. ABB ist ein führendes Unternehmen in der Robotik und hatte 1974 den weltweit ersten mikroprozessor-gesteuerten elektrischen Industrieroboter vorgestellt.

Heute verrichten mehr als 250.000 Industrieroboter von ABB ihren Dienst, viele davon bereits mit intelligenter Fernwartung.

Effiziente Automatisierungslösungen für mehr Produktivität

Im April 2015 hat ABB die ABB gomtec GmbH übernommen und damit ihr Angebot von kollaborativen Robotern erweitert. Die ABB gomtec GmbH mit Sitz in der Nähe von München entwickelt mechatronische Systeme für Kunden in den unterschiedlichsten Branchen und greift dabei auf ihr fachübergreifendes Know-how in den Bereichen Maschinenbau, Elektrotechnik, Telekommunikationstechnik, Steuerungstechnik und Computertechnik zurück.

Die Technologieplattform von ABB gomtec wird ABB bei der Entwicklung einer neuen Generation von kollaborativen Robotern mit integrierten Sicherheitskomponenten unterstützen, die ohne herkömmliche Einhausungen oder Schutzgitter auskommen. Das wird die Einsatzmöglichkeiten erheblich erweitern. Mit der Übernahme von ABB gomtec baut ABB ihr Portfolio von Automationstechnologien für die Mensch-Roboter-Kooperation aus, das bereits YuMi® umfasst.

Dieser weltweit erste echte kollaborative Zweiarm-Industrieroboter, den ABB auf der Hannover Messe 2015 erstmals vorgestellt hat, eignet sich ideal für die Automatisierung der Kleinteilmontage. Mit dem IRB 8700 hat ABB Ende 2015 den größten ABB-Roboter aller Zeiten auf den Markt gebracht. Der neue Schwerlastroboter hat eine Handhabungskapazität von bis zu 1.000 Kilogramm und ist 25% schneller als vergleichbare Roboter am Markt. Zu den besonderen Eigenschaften des IRB 8700 zählt das einfache Design mit wartungsarmen Hochleistungskomponenten. Jeweils ein Hochleistungsmotor und -getriebe je Achse, Gegengewichte und mechanische Federn statt störanfälligen Gasdruckfedern sorgen für einen wartungsarmen Betrieb und die niedrigsten Betriebskosten in dieser Roboterklasse. Zudem hat ABB das Portfolio mit dem SCARA-Roboter IRB 910SC um einen weiteren Robotertyp erweitert.

SCARA-Roboter (Abkürzung für engl. Selective Compliance Assembly Robot Arm) bieten vier Freiheitsgrade und sind ideal für Pick- & -Place-Aufgaben geeignet. Vom Aufbau her ähneln sie dem menschlichen Arm, da sie einen nur in horizontaler Richtung schwenkbaren Gelenkarm haben. Zum Einsatz kommen sie typischerweise bei der Kleinteilmontage, Handhabungsaufgaben sowie bei der Teileprüfung.

Ein Beispiel für den Nutzen herstellerübergreifender Technologie-Plattformen ist der „Field Information Manager" (FIM). Auf Basis des neuen Industriestandards FDI (Field Device Integration) verfügt ABB seit 2015 über eine Lösung zur Integration von Feldgeräten in der Prozessautomatisierung. FIM ermöglicht die Inbetriebnahme innerhalb weniger Minuten und bietet Zugriff auf alle benötigten Geräteinformationen.

Die Decathlon-Software von ABB steht für eine leistungsstarke und sichere Lösung, um große Datenmengen zu erfassen und zu analysieren, Berichte zu erstellen, Leitsysteme und Datenquellen zu verbinden sowie Historiendaten abzulegen, so dass rechtzeitig die richtige Information zur Verfügung steht. Decathlon Services lassen sich leicht um zusätzliche Industrie-Anwendungen erweitern, um flexibel auf Trends, Vorschriften und Normen reagieren zu können.

Zu den im vergangenen Jahr auf den Markt gebrachten intelligenten Automatisierungslösungen von ABB zählen auch Smartphone-Apps und die drahtlose Anbindung von ABB-Frequenzumrichtern. Service-Ingenieure und Montageunternehmen können mit der App „Drivebase" die installierten Geräte verwalten und den Wartungsbedarf planen. Mit ihr können sie die Antriebe registrieren, auf installierte Antriebe und die Dokumentation zugreifen sowie Service-Empfehlungen erhalten.

Dabei verwendet die App die Technologie des dynamischen QR-Tags zur Übertragung von Informationen zwischen Antrieb und Mobilgerät. Die App „Drivetune" eignet sich bei Inbetriebnahme, Störungssuche und Einstellung der Frequenzumrichter. Diese App liefert nicht nur bessere Informationen als die in der Industrie üblichen Standard-Bedienpanels, sie enthält auch einen Echtzeit-Zugriff über Bluetooth auf den Antrieb und den Cloud-basierten Internet-Service.

Innovative Lösungen für die Energiewirtschaft

Die technischen Möglichkeiten und betriebswirtschaftlichen Vorteile für Industriebetriebe durch das Internet der Dinge, Dienste und Menschen sind zunehmend eng verbunden mit energietechnischen Lösungen. Energiesystem und Industrie sind eng miteinander verknüpft. Da die Stromerzeugung wegen der erneuerbaren Energien zunehmend volatiler wird, muss auch die Industrie flexibler agieren können. Dies kann zu innovativen Geschäftsmodellen führen.

Die Industrie hat mit Abstand den größten Anteil am Stromverbrauch – im Jahr 2014 waren es in Deutschland 47 % – und ist damit auf eine sichere und zuverlässige Versorgung mit Elektrizität angewiesen. Die Stromversorgung der Zukunft wird jedoch vielfältiger, fragmentierter, volatiler und überwiegend dezentraler sein. Technische und wirtschaftliche Gründe führen dazu, dass die Industrie sich an eine mehr oder weniger fluktuierende Stromversorgung anpassen muss.

ABB ist seit Jahrzehnten Weltmarktführer in der Stromübertragung und Stromverteilung. Bereits vor mehr als 60 Jahren hat ABB die Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung entwickelt und seither stetig weiterentwickelt. Heute verfügt das Unternehmen über viele innovative Produkte und Systeme, die für die Energiewende entwickelt und in vielen Pilotprojekten national und international erprobt werden. Mit diesen Bausteinen und einer kompetenten Beratungsdienstleistung lassen sich bestehende traditionelle Stromversorgungssysteme Schritt für Schritt in moderne, zukunftsfähige Systeme transformieren, die verlässlich die vernetzten Industrieprozesse unterstützen, aufbauend auf dem digitalen Netz der Zukunft.

Zur Verbesserung der Energie- und Umwelteffizienz von gasisolierten Schaltanlagen (GIS), die für die Sicherheit und Verfügbarkeit moderner Netze unabdingbar sind, hat ABB eine neue Lösung für eine 170-kV-GIS entwickelt. Diese Anlage kommt durch ein neuartiges Isoliergasgemisch ohne das Treibhausgas Schwefelhexafluorid (SF6) aus. Das neue Gemisch von ABB weist ähnliche Isolationseigenschaften auf wie SF6, ist aber wesentlich umweltschonender und reduziert über den gesamten Lebenszyklus der Anlage hinweg die Schadstoffemission um 50%. Die neue Technologie ist seit August in einem Umspannwerk des Versorgungsunternehmens „ewz" in Zürich als Pilot erstmalig im Einsatz.

Nordlink — längste HGÜ-Leitung Europas

Im März vergangenen Jahres hat ABB den Vertrag für das NordLink-Projekt unterzeichnet. NordLink spielt eine entscheidende Rolle bei der Verbindung der deutschen und norwegischen Stromnetze. Im Rahmen des Projekts liefert ABB Onshore-HGÜ-Stromrichterstationen und das Kabelsystem für den deutschen Sektor und unterstützt damit den ersten Interkonnektor zwischen dem norwegischen und deutschen Stromnetz.

Die Leitung wird mit einer Trassenlänge von 623 Kilometern die längste Verbundleitung Europas für Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung (HGÜ) und soll 2020 in Betrieb gehen. NordLink wird die Einspeisung aus Wind oder Solaranlagen in Deutschland erzeugter, überschüssiger Energie in norwegische Pumpspeicherkraftwerke ermöglichen, um so die Schwankungen der Stromerzeugung durch die erneuerbaren Energien auszugleichen. Das erhöht die Versorgungssicherheit in beiden Ländern und unterstützt die Integration erneuerbarer Energien ins norwegische und deutsche Stromnetz. NordLink hat eine Rekordkapazität von 1.400 Megawatt und kann mehr als 3,6 Mio. deutsche Haushalte mit Strom versorgen. Der Auftrag untermauert die Technologieführerschaft von ABB im HGÜ-Sektor und umfasst auch einen fünfjährigen Servicevertrag.

ABB übernimmt die Planung, Konstruktion, Lieferung und Inbetriebnahme von zwei Konverterstationen für 525 Kilovolt (kV) und 1.400 MW, die auf der selbstgeführten (oder VSC – voltage source converter) HGÜ-Technologie basieren, die bei ABB HVDC Light genannt wird. Eine Konverterstation wird bei Tonstad in Südnorwegen errichtet, die andere in der Nähe von Wilster in Norddeutschland. Im Rahmen des Projekts wird ABB zudem ein masse-imprägniertes 525-kV-Kabelsystem planen, herstellen und im deutschen Projektgebiet verlegen, das 154 Kilometer Seekabel und 54 Kilometer Landkabel umfasst. ABB ist das einzige Unternehmen, das sowohl masse-imprägnierte als auch extrudierte Kabel für eine Spannung von 525 kV liefern kann.

Intelligente Lösungen für die Gebäudeautomation

Im vergangenen Jahr haben ABB, Bosch und Cisco das international tätige Gemeinschaftsunternehmen mozaiq operations GmbH gegründet. Das Joint-Venture wird eine offene Softwareplattform für das vernetzte Haus anbieten, um Nutzern eine einfachere Steuerung von Geräten und Anlagen zu ermöglichen. Der gemeinsame Einsatz für die Entwicklung einer offenen Softwareplattform für das vernetzte Haus passt perfekt zur Strategie von ABB, das wachsende Potenzial des Internet der Dinge, Dienstleistungen und Menschen für Verbraucher und Unternehmen nutzbar zu machen. Die Softwareplattform wird dazu beitragen, die bisherigen individuellen Lösungen für die Hausautomatisierung zu vereinheitlichen und geräteübergreifende Kompatibilität zu schaffen. Mozaiq wird Möglichkeiten für viele neue Dienstleistungen eröffnen, indem sie den einfachen, aber sicheren Datenaustausch unter verschiedenen Geräten und ihren Nutzern ermöglicht.

Auf der Internationalen Funkausstellung in Berlin hat Busch-Jaeger mit Busch-balance® SI ein neues Schalterprogramm vorgestellt. Mit der neuen Schalterserie ergänzt der Marktführer für Elektroinstallationstechnik das erfolgreiche Schalterprogramm Reflex SI. Busch-balance® SI mit seinem eleganten, klassischen Design und mit einer zeitlosen Ästhetik ist die ideale Ergänzung zu Reflex SI, das seit über 30 Jahren erfolgreich am Markt ist. Mit dem neuen Standard-Schalterprogramm Busch-balance® SI deckt Busch-Jaeger die beiden Formsprachen ab, die es im Designbereich gibt - rund und eckig. Busch-Balance® SI ist deutlich eckiger als der Reflex SI. Der Kunde kann selbst entscheiden, welches Design er bevorzugt: einen runden oder einen Schalter mit Ecken und Kanten.

Zum Beispiel müssen für den Einsatz in Kindergärten bestimmte Radien eingehalten werden. Dabei handelt es sich um ein umfängliches Projektgeschäftsthema. Während andere Anbieter vor einiger Zeit das Design gewechselt haben, hat Busch-Jaeger ab sofort zwei Standard-Schalterprogramme im Angebot und ist einer der wenigen Anbieter, die in diesem Segment Produkte beider Formsprachen anbieten kann. Eine weitere Innovation: Auf der IFA 2015 stellte Busch-Jaeger eine Sprachsteuerung für das 2014 auf den Markt gebrachte Gebäudeautomationssystem free@home vor.

Hybridantrieb für Schienenfahrzeuge

Elektrisch fahren, auch wenn kein Fahrdraht vorhanden ist. Wie soll das gehen? Etwa die Hälfte der Strecken des Schienennetzes in Deutschland ist nicht elektrifiziert und wird vorwiegend von konventionellen Dieselloks und Dieseltriebwagen befahren - mit entsprechenden Emissionen. Die Überlegung: Könnte man die Triebwagen nicht ähnlich wie beim Auto als Hybridfahrzeuge auslegen und die Dieselmotoren durch einen elektrischen Antrieb ergänzen? Mehr Energieeffizienz im Bahnverkehr ist das Ziel des Innovationsprojektes „EcoTrain" der Erzgebirgsbahn. Bei dem Vorserienprojekt ist ABB Partner für den dieselelektrischen Antrieb und die Bordnetzsteuerung und bringt ihre Kompetenzen für sparsame Antriebskonzepte ein.

Die DB RegioNetz Verkehrs GmbH wird zunächst einen ihrer 16 Dieseltriebwagen der Baureihe Desiro VT 642 auf Hybridantrieb umrüsten, später die ganze Flotte. Die Erzgebirgsbahn fährt auf einer der anspruchsvollsten Strecken Deutschlands bis in fast 1.000 Meter Höhe mit starken Steigungen und Gefällen. Im dieselelektrischen, seriellen Hybridbetrieb treibt ein Dieselmotor einen Generator an, der Strom für die Antriebsmotoren liefert. Die Traktionsleistung wird elektrisch erbracht.

Eine Batterie arbeitet als Energiespeicher und kann - etwa beim Bremsen - überschüssige Energie aufnehmen und bei Bedarf als zusätzliche Leistung bereitstellen. Zusammen mit der Prognose der noch benötigten Leistung bietet die Batterie zudem die Möglichkeit, bis zum Endbahnhof rein elektrisch weiter zu fahren und dort aus dem Netz nachzuladen. So kann sogar Strom aus erneuerbaren Quellen zum Einsatz kommen.

Konsequentes Chancen- und Risikomanagement

ABB agiert als Technologieführer auf internationalen Märkten mit einem diversifizierten Portfolio an Produkten und Dienstleistungen. Diese Märkte sind von der Globalisierung geprägt – und infolgedessen durch eine Vielzahl sehr unterschiedlicher Chancen und Risiken gekennzeichnet. ABB stellt sich dieser Herausforderung auf verschiedenen Ebenen durch konsequente und systematische Nutzung von Chancen und Minimierung von Risiken.

Bei ABB steht der bewusste Umgang mit Chancen und Risiken im Vordergrund, nicht die bloße Risikovermeidung. Die Aufgabe des Risikomanagementsystems bei ABB besteht somit nicht nur im Erfüllen gesetzlicher Anforderungen, sondern vor allem in der Sicherung der nachhaltigen Ertragskraft des Unternehmens.

Um Chancen und Risiken zu identifizieren und zu bewerten, setzt ABB vielfältige Regelungen und Instrumente ein. Diese werden sowohl von der Konzernobergesellschaft, der ABB Ltd, Zürich/Schweiz, als auch vom Vorstand der ABB AG, Mannheim, sowie von den Geschäftsleitungen der einzelnen Gesellschaften bzw. Geschäftsbereiche vorgegeben. Zentrales Element des Risikomanagementsystems bei ABB ist der Planungsprozess, in dessen Verlauf alle Chancen und Risiken der Gesellschaften bzw. Geschäftsbereiche untersucht und bewertet werden. Fester Bestandteil hiervon sind Markt- und Wettbewerbsanalysen in den operativen Bereichen. Darauf basierend werden Ziele und Maßnahmen vereinbart, um vorhandene Möglichkeiten weitestgehend zu nutzen und etwaige Gefahren so gut wie möglich zu vermeiden.

Weitere Komponenten des Risikomanagements der ABB sind ein System weltweit gültiger Konzernrichtlinien als normativer Rahmen für alle Unternehmensfunktionen, dezentrale Verantwortlichkeiten sowie ein effizientes Berichtswesen. Mit Hilfe der weltweit gültigen Konzernrichtlinien für alle wesentlichen Funktionen im Unternehmen wird nicht nur ein einheitliches Vorgehen innerhalb des Konzerns sichergestellt, sondern auch die Grundlage für ein konzernweit einheitliches Verständnis des Chancen-und Risikomanagements geschaffen, das die Grundvoraussetzung eines effizienten Risikomanagementsystems darstellt.

Das einheitliche Verständnis des Chancen- und Risikomanagements wird zentral von der Konzernleitung koordiniert und gesteuert — die Verantwortung für dessen konkrete Ausgestaltung liegt bei den einzelnen Landesgesellschaften und deren jeweiligen Geschäftseinheiten. Durch dezentrale Richtlinien auf Ebene der Landes-gesellschaften und der Geschäftseinheiten wird die praktische Umsetzung konkretisiert. Darüber hinaus erfolgt die Einbettung lokaler Gegebenheiten in das konzernweite Risikomanagement beispielsweise durch das jährlich durchgeführte ABB Enterprise Risk Management Programm, in dessen Rahmen über verschiedene Geschäftseinheiten, Regionen und Funktionen hinweg wesentliche Risiken und Strategien zur Risikovermeidung aufgenommen und nachverfolgt werden.

Durch ein zeitnahes und umfassendes Reporting aller geschäftsrelevanten Daten wird darüber hinaus sichergestellt, dass den Entscheidungsträgern der jeweils zuständigen Managementebene alle risikorelevanten Informationen aktuell zur Verfügung stehen. Diese Berichterstattung basiert auf Kostenstellen- und Profit-Center-Rechnungen und umfasst neben den jeweiligen vergangenheitsorientierten Monats- und Quartalsberichterstattungen eine rollierende Kurzfristplanung für das jeweils laufende Geschäftsjahr, eine Budgetierung für das jeweilige Folgejahr sowie eine mittelfristige Planung mit einem Planungshorizont von mehreren Jahren. Ergänzt wird dieses Standardreporting durch eine kurzfristige, wochengenaue Liquiditätsplanung sowie durch eine Vielzahl themenspezifischer Sonderberichte.

Risikofelder der ABB:

Gesamtwirtschaftliche Risiken

Wesentliche externe Risiken für ein international agierendes Unternehmen liegen im Konjunkturverlauf und in den damit einhergehenden Nachfrageschwankungen in den jeweiligen Märkten, denen durch eine systematische Analyse der jeweiligen Absatzmärkte sowie durch die frühzeitige Ausrichtung der Geschäftsstrategien an sich abzeichnenden Veränderungen Rechnung getragen wird, um insbesondere Unterbeschäftigungsrisiken frühzeitig entgegenzuwirken.

Zur Sicherstellung eines marktgerechten Angebots an Systemlösungen, Produkten und Serviceleistungen kommt den Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten zur kontinuierlichen Weiterentwicklung unseres Leistungsspektrums eine zentrale Rolle zu, um auch künftig die Produktivität und Effektivität unserer Kunden nachhaltig verbessern zu können. Im Interesse dieser Zielsetzung investieren wir jährlich rund 6% unserer Umsatzerlöse in Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten.

Beschaffungspreisrisiken

Die Entwicklung der Rohstoffpreise, insbesondere bei Leitermaterialien, Stahlerzeugnissen und Kunststoffen, war in den vergangenen Jahren starken Schwankungen unterworfen. Derartigen Preisrisiken auf den Beschaffungsmärkten begegnen wir im Rahmen unseres Risikomanagements durch eine Vielzahl von Einzelmaßnahmen. Typische Maßnahmen sind beispielweise ein aktives Management von Warengruppen in globalen Märkten sowie die Absicherung von Preisrisiken bei längerfristigen Aufträgen, sowie der bewusste Umgang mit Konfliktstoffen, um den zunehmenden Auswirkungen auf Beschaffungs- und Prozesskosten aktiv entgegenzuwirken.

Absatzpreisrisiken

Aufgrund des anhaltenden Preisdrucks auf einzelnen Absatzmärkten sehen sich die operativen Einheiten des Konzerns nicht nur den zuvor beschriebenen Beschaffungs-preisrisiken, sondern auch dem Risiko nicht auskömmlicher Absatzpreise gegenüber. Diesem Risiko wird Rechnung getragen, indem regelmäßig die Möglichkeiten zur weiteren Optimierung der Fertigungsabläufe und der Kostenreduzierung überprüft und durch entsprechende Maßnahmen umgesetzt werden.

Risiken der Auftragsabwicklung

Insbesondere die im Anlagenbau und im Systemgeschäft tätigen Einheiten unseres Konzerns sind dem Risiko unvorhergesehener technischer Schwierigkeiten oder Störungen in der Wertschöpfungskette aufgrund von Problemen bei unseren Vertragspartnern und Subunternehmern ausgesetzt.

Durch intensive technische und kommerzielle Analysen möglicher Chancen und Risiken im Vorfeld der Angebotsabgabe, durch ein systematisches und umfassendes Projektmanagement sowie durch regelmäßig durchgeführte Risk Reviews auf Basis aktueller Auftragskalkulationen für Großprojekte wird solchen Risiken Rechnung getragen. Darüber hinaus unterziehen wir unsere weltweiten Lieferanten und Subunternehmer einer strengen Qualitäts- und Bonitätsprüfung.

Im Produktgeschäft umfasst das Risikomanagement systematische Marktanalysen und Benchmarks, deren Ergebnisse in die aktuelle Planung einfließen. Darüber hinaus werden Risiken aus Gewährleistungszusagen einer regelmäßigen Bewertung unterzogen, deren Ergebnisse sowohl in den Kalkulationsprozess einfließen, als auch gleichzeitig die Grundlage für eine ausreichende bilanzielle Risikovorsorge darstellen.

Produktionsrisiken

Auslastungsschwankungen in der Produktion können durch entsprechende flexible Arbeitszeitmodelle innerhalb eines bestimmten Rahmens kostengünstig und situativ ausgeglichen werden.

Das Risiko von Produktionsausfällen oder Produktionsunterbrechungen ist durch angemessene Versicherungsverträge abgedeckt. Standortbezogen ist ein Business Continuity Plan etabliert, der regelmäßig und in Zusammenarbeit mit dem Versicherungsgeber aktualisiert wird. Auch werden Abhängigkeiten zwischen einzelnen Produktionsstandorten untersucht, um mögliche Auswirkungen von Ausfällen frühzeitig erkennen zu können.

Umweltrisiken

Innerhalb des ABB-Konzerns erfolgen sämtliche Prozessabläufe unter Berücksichtigung nationaler wie auch internationaler Umweltregelungen/-verordnungen, deren konkrete Anforderungen in den einzelnen operativen Einheiten berücksichtigt werden. Hierzu sind in den Gesellschaften bzw. Geschäftsbereichen Umweltmanagementsysteme nach DIN EN ISO 14001 eingeführt und zertifiziert. Darüber hinaus unterliegen unsere Managementsysteme auch den Anforderungen nach DIN EN ISO 9001, OHSAS 18001, DIN EN ISO 50001 bzw. DIN EN 16247-1.

Die einzelnen Einheiten werden regelmäßig verschiedenen Auditierungen, z. B. internen Audits und externen Audits durch unabhängige Zertifizierungsorganisationen unterzogen, im Rahmen derer auch die Einhaltung der gesetzlichen Regelungen festgestellt wird. Im Bereich Brandschutz gibt es regelmäßige Bewertungen der Brandschutzkonzepte und Beurteilungen der Sachversicherer.

Mit Blick auf Nachhaltigkeit und nicht zuletzt auch in Bezug auf die Umwelt nimmt der ABB-Konzern regelmäßig eine Einschätzung seiner Verhältnisse vor, setzt sich bei erkannten Potenzialen Ziele und hält deren Erreichung nach. Die funktions- und konzernübergreifenden Maßnahmen werden in einem jährlichen Nachhaltigkeitsbericht veröffentlicht, um eine größtmögliche Transparenz der Aktivitäten zu gewährleisten.

Finanzwirtschaftliche Risiken

Aufgrund unserer internationalen Ausrichtung sind mit den operativen Geschäftsaktivitäten der einzelnen Gesellschaften bzw. Geschäftsbereiche sowohl Währungs- als auch Zinsänderungsrisiken verbunden, denen durch entsprechende Sicherungsgeschäfte (hauptsächlich Devisentermingeschäfte) entgegengewirkt wird. Durch konzerninterne Richtlinien und Vorschriften werden der Handlungsrahmen und die Verantwortlichkeiten für solche Sicherungsgeschäfte verbindlich festgelegt. Gemäß dieser konzerninternen Regelungen dürfen Finanzderivate ausschließlich zur Sicherung entsprechender Grundgeschäfte eingesetzt werden, wobei der Zusammenhang zwischen dem Grundgeschäft und dem jeweiligen Sicherungsgeschäft transaktionsbezogen zu dokumentieren ist. Der Einsatz von Finanzderivaten zum Zwecke der Spekulation ist nicht zulässig. Darüber hinaus erfolgt eine Risikobegrenzung auf diesem Gebiet dadurch, dass sämtliche Sicherungsmaßnahmen ausschließlich über das Treasury Center des ABB-Konzerns abgewickelt werden.

Das Forderungsausfallrisiko wird durch umfangreiche Bonitätsprüfungen unserer Kunden sowie durch ein leistungsfähiges und straff organisiertes Mahnwesen begrenzt. ABB Deutschland hat einen einheitlichen Kreditmanagementprozess implementiert, um das Risiko von Zahlungsausfällen zu mindern und einen zeitnahen Forderungsausgleich zu fördern. Auf der Basis verfügbarer externer und interner Informationen werden an zentraler Stelle Kredit-Freigabegrenzen ermittelt, die den Gesellschaften bzw. Geschäftsbereichen zeitnah bereitgestellt werden. Daneben wurde ein Country Credit Committee eingerichtet, das bereichsübergreifend in regelmäßigen Abständen das Zahlungsverhalten sowie die Bonität wesentlicher Kunden, im Falle gegenseitiger Geschäftsbeziehungen auch Lieferanten, begutachtet.

Geschäftsbeziehungen zu Kunden und Lieferanten aus politisch riskanten Ländern unterliegen besonderen Regelungen. Die entsprechende Bewertung von Ländern und Einstufung als „politisch riskant" basieren auf konzernweit einheitlichen Kriterien. Entsprechend den konzerninternen Richtlinien sind Geschäfte in Ländern, die als riskant einzustufen sind, durch die Beistellung von Sicherheiten abzusichern. Hierfür kommen die üblichen Sicherungsinstrumente zum Einsatz, wie Warenkreditversicherungen oder Exportkreditgarantien durch HERMES-Deckung, oder es wird eine Absicherung des jeweiligen Geschäftes durch Akkreditiv oder Vorauszahlung vertraglich vereinbart.

Dem Liquiditätsrisiko wird Rechnung getragen, indem die Gesellschaften bzw. Geschäftsbereiche ihre jeweils fälligen Verbindlichkeiten jederzeit bei der ABB AG refinanzieren können, der ihrerseits Refinanzierungsmöglichkeiten innerhalb des weltweiten ABB-Konzerns offen stehen. Darüber hinaus sind die kurzfristige Cash Flow- und Liquiditätsplanung sowie die mittelfristige Finanzplanung wesentliche Bestandteile des konzerninternen Planungs- und Controllingprozesses.

Sonstige Risiken

Als internationaler Technologiekonzern benötigt ABB Mitarbeiter, die zukunfts- und prozessorientiert, kompetent und zuverlässig denken und handeln, da technologische Führerschaft ohne hochqualifizierte Fach- und Führungskräfte nicht denkbar ist. Insofern steht ABB mit anderen Arbeitsplatzanbietern im Wettbewerb, um die nachhaltige Gewinnung qualifizierter Mitarbeiter zu sichern.

Um dieses Ziel auch angesichts der demografischen Entwicklung zu erreichen, ist eine weltweite Personalstrategie definiert, die einen zentralen Bestandteil der Unternehmensstrategie darstellt und in allen Ländern als Leitbild für die tägliche Personalarbeit dient. Die auf den Seiten 25 bis 33 beschriebenen Maßnahmen sind Teil dieser Personalstrategie und nach unserem Dafürhalten geeignet, den oben beschriebenen Personalrisiken entgegenzuwirken.

Seit dem Jahr 2003 erfasst ABB auf Konzernebene Arbeits- und Gesundheitsschutzdaten. Arbeitssicherheit ist für ABB ein Anliegen von höchster Priorität, weil ein exzellenter Unternehmensbetrieb nur mit einem hohen Maß an Arbeitssicherheit möglich ist, Das Engagement des Managements, die individuelle Führungsstärke, die Aufmerksamkeit für Details und die Disziplin, die zur Gewährleistung höchster Sicherheitsstandards notwendig sind, sind auch Voraussetzung für hohe Qualität in der Produktion und im Kundenservice sowie für hohe Integrität. Durch den Einsatz von Sicherheitsexperten an vielen Stellen des ABB-Konzerns sollen höchste Maßstäbe gesetzt werden.

Hinsichtlich laufender oder sich abzeichnender Rechtsstreitigkeiten sehen wir keine wesentlichen Risiken, für die nicht bereits bilanzielle Vorsorge getroffen worden wäre.

Ein Information Security Management System (ISMS) auf Basis der international anerkannten Sicherheitsnorm „ISO 27001" steuert bei ABB Deutschland die Informationssicherheit. Regelwerke zur Informationssicherheit werden durch Sicherheitsverfahren fortlaufend überwacht und auf deren Effektivität geprüft. Geschäftsdaten und -prozesse werden durch anforderungsspezifische Sicherheitskonzepte gesichert. Konzernweit verbindliche Management-, Planungs- und Auditprozesse steuern die Geschäftsrisiken, die sich auch auf die Entwicklung von IS-Verfahren und deren Anwendung auswirken. Die Beschäftigten werden durch regelmäßige „IS-Security Trainings" geschult, um das Bewusstsein zum sicheren Umgang mit Daten und Informationen stets aktuell zu halten.

Datenschutz wird bei ABB sehr ernst genommen. Er ist fester Bestandteil des integrierten Management Systems (IMS). Durch die Idee der Einbettung in die Geschäftsprozesse wird erreicht, dass die Erfordernisse des Datenschutzes automatisch berücksichtigt werden. Die Datenschutzorganisation der deutschen ABB ist u. a. für diesen prozessorientierten Ansatz in der Vergangenheit bereits mehrfach ausgezeichnet worden.

Abschließend ist festzuhalten, dass die Qualität unseres Risikomanagementsystems regelmäßig sowohl durch unsere interne Revision als auch durch interne Testprozeduren in den Geschäftsbereichen bzw. Gesellschaften geprüft wird, wobei die aus diesen Prüfungen gewonnenen Erkenntnisse hinsichtlich etwaiger Verbesserungspotenziale für ein effizientes Risikomanagement zeitnah umgesetzt werden. Darüber hinaus werden das Design und die Effektivität von Kontrollen innerhalb bedeutsamer Prozesse im Rahmen der Jahresabschlussprüfung durch unseren Wirtschaftsprüfer getestet. Dies umso mehr, als ABB durch die Notierung an der New York Stock Exchange (NYSE) auch den amerikanischen Kapitalmarktgesetzen und somit auch den Regelungen der U.S. Securities and Exchange Commission (SEC) und des im Jahre 2002 erlassenen Sarbanes Oxley Act (SOA) unterliegt, wonach alle Prozesse und Kontrollen, die die Qualität der Finanzberichterstattung nachhaltig beeinflussen, zu dokumentieren, auf ihre Wirksamkeit zu testen und revisionssicher nachzuweisen sind.

Beurteilung des Gesamtrisikos

Unter Würdigung aller zuvor genannten Risikofelder und der beschriebenen Maßnahmen, die im Rahmen unseres Risikomanagementsystems ergriffen werden, liegen bestandsgefährdende Risiken nicht vor.

Geschäftserwartung

In allen Weltregionen besteht weiterhin großer Bedarf an Stromübertragungs-Infrastruktur - dies gilt sowohl für den Ersatz alter Systeme als auch für neue Projekte. Mit der weiter gewachsenen Einsicht in die Notwendigkeit einer grundlegenden Erneuerung der Netze - Stichwort Smart Grids - wird dieser Bedarf noch steigen und sich auf die anderen Netzebenen, insbesondere auf die Verteilnetzebene, ausweiten. Aufgrund der Schwierigkeiten bei der Finanzierung von Projekten und aufgrund unsicherer politischer Rahmenbedingungen werden jedoch weiterhin viele Investitionen im Bereich Energietechnik verschoben.

Zumindest in Deutschland wurde der Investitionsstau auch im Jahr 2015 nicht abgebaut. Der politische Wille zur Energiewende und für die dazu nötigen Investitionen wurde durch die anhaltende Diskussion über Kosten und ihre Verteilung eher schwächer und die Verunsicherung der potenziellen Investoren stieg weiter. Dazu kommt, dass einzelne Regionen in Deutschland sich massiv gegen den Übertragungsnetz-ausbau in ihrem Gebiet wehren. Da auch für 2016 wohl noch keine zielführenden politischen Rahmenbedingungen zu erwarten sind, ist im Inland eine Belebung der Geschäftstätigkeit in der neuen Division Stromnetze eher unwahrscheinlich. Aus dem Ausland sind wegen der eher verstärkten politischen, wirtschaftlichen und finanziellen Unsicherheiten in vielen Ländern in diesem langfristig orientierten Sektor auch keine deutlichen Impulse zu erwarten.

Die Nachfrage auf den industriellen Absatzmärkten von ABB hängt weitgehend von den Investitionen der Verarbeitenden Industrie ab. Diese haben sich 2015 in Deutschland mit +4% gemäß neuestem ifo-Investitionstest weiter erholt und hätten damit den bisherigen Rekordwert von 2008 um 2 %-Punkte übertroffen. Für 2016 planen die Unternehmen ihre Investitionen um etwa +5% zu erhöhen. Die fortschreitende Digitalisierung wird die Welt tiefgreifend verändern. Allein für die Industrie gehen Experten davon aus, dass die Digitalisierung die Produktivität um mindestens 30 % steigern kann. Mittelfristig sind zudem weitere Impulse aus der notwendigen Steigerung der Energieeffizienz zu erwarten. Dies gilt sowohl für neue Produkte, die eine deutlich bessere Energieausnutzung als im Prinzip noch einsatzfähige ältere Produkte aufweisen, als auch für Systeme, komplette Anlagen und Dienstleistungen.

Die Hauptabsatzbereiche der Division Industrieautomation und Antriebe haben 2015 in Deutschland etwa stagniert. Die größte Branche – der Maschinenbau – soll 2016 nach dem leichten Rückgang im Jahr 2015 stagnieren. Die Automobilindustrie plant für 2016 einen Anstieg der Investitionen um 3%, nach einem Rückgang um 2% im Jahr 2015. Aus dem Ausland sind positive Impulse vor allem aus Westeuropa und den USA zu erwarten, zumindest wenn der Euro sich gegenüber dem US-Dollar nicht deutlich erholt, womit zurzeit mehrheitlich nicht gerechnet wird. Dagegen werden aus den außereuropäischen Schwellenländern insgesamt keine wesentlichen Impulse erwartet. Dies ist durch die wirtschaftliche Schwäche in wichtigen Ländern wie Russland und Brasilien, die Konsolidierung in China und niedrige Rohstoffpreise begründet. Chancen könnten vor allem Indien und vielleicht auch der Iran bieten.

Die Investitionsentwicklung in den prozessorientierten Branchen dürfte sich nach den deutlichen Anstiegen in den letzten Jahren konsolidieren. Die Chemie als größte prozessorientierte Branche will ihre Investitionen 2016 gemäß eigenen Verbandserhebungen auf hohem Niveau allenfalls konstant halten, die Nahrungs- und Genussmittelindustrie nach dem Rekordniveau 2015 um 3% zurückfahren. Für die Nachfrage aus dem Ausland gelten im Wesentlichen die obigen zu den fertigungsorientierten Branchen gemachten Aussagen. Der niedrige Ölpreis dürfte sich hier stärker negativ auswirken, was allerdings durch den dringenden Modernisierungsbedarf der iranischen Ölförderanlagen zumindest kompensiert werden könnte.

Der Anstieg der Hochbauinvestitionen von etwa 2 % bei stagnierender Maschinenproduktion dürfte 2016 die Inlandsnachfrage nach Produkten der neuen Division Elektrifizierungsprodukte etwas beleben. Zusätzliche Impulse sind am ehesten aus der weiteren leichten Erholung in Westeuropa zu erwarten, sowie - insbesondere bei anhaltend niedrigem Euro-Kurs - wohl auch von dem weiterhin starken amerikanischen Wachstum.

Insgesamt könnte unser relevantes Marktvolumen im Geschäftsjahr 2016 leicht steigen, jedenfalls außerhalb der Division Stromnetze. Auf Grundlage unseres internen Konzernberichtswesens rechnen wir mit einem stabilen Geschäftsvolumen und einem bereinigten operativen Ergebnis auf Höhe des Berichtsjahres. Aufgrund der teilweise großen Schwankungen im Investitionsverhalten unserer Kunden und aufgrund der anhaltenden Finanzkrise bestehen allerdings Chancen und Risiken bei der Erreichbarkeit dieser Planungen.

Für 2017 wird ein etwas stärkeres Wachstum der Weltwirtschaft von 2,9% erwartet, also fast im langjährigen Durchschnitt. Dabei sollen sich die Krisen-Regionen Lateinamerika (+2,2%) und Osteuropa (+ 2,4 %) weiter erholen, ohne jedoch die guten Wachstumsraten früherer Jahre zu erreichen. Asien, die USA und Westeuropa sollen ähnlich stark wachsen wie im Jahr 2016.

Zusammen mit dem mittelfristig weiter anhaltenden Trend zur Steigerung der Energieeffizienz und zur Reduzierung der Kohlendioxidemissionen erwarten wir daher für 2017 ein eher stärkeres Wachstum der Märkte für alle Divisionen, an dem wir überdurchschnittlich partizipieren wollen.

Wichtige Ereignisse nach Abschluss des Geschäftsjahres 2015

Es liegen keine wichtigen Ereignisse nach Abschluss des Geschäftsjahres 2015 vor.

Mannheim, den 01. März 2016

ABB AG

Der Vorstand

Krabbe

Ochsner

Dr. Schumacher