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ABB Ltd Annual Report 2010

May 24, 2011

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Annual Report

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Publication

ABB AG

Mannheim

Konzernabschluss zum 31. Dezember 2010

ABB Deutschland

Geschäftsbericht 2010

Inhalt

Inhalt

Bericht des Vorstands

Vorstand, Generalbevollmächtigter

Zusammengefasster Lagebericht Geschäftsjahr 2010

Bericht des Aufsichtsrats

Aufsichtsrat

Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2010

Konzernbilanz

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

Kapitalflussrechnung

Segmentberichterstattung

Eigenkapitalspiegel

Konzernanhang

Bestätigungsvermerk

Fünfjahresübersicht

Impressum

ABB weltweit auf einen Blick

Bericht des Vorstands

Liebe Leserinnen und Leser,

das Jahr 2010 begann mit großen wirtschaftlichen Unwägbarkeiten, die uns viele Monate lang begleitet haben. Vor dem Hintergrund einer immer noch fragilen Weltwirtschaft haben wir unsere Ziele dennoch erreicht. Wir haben unser Portfolio strategisch auf die Märkte hin optimiert, die langfristig wachsen. ABB liefert Schlüsseltechnologien für den Klimaschutz: für den Umbau des Energiesystems zum Smart Grid, den Ausbau der erneuerbaren Energien und die Steigerung der Effizienz und der Produktivität in der Industrie.

Trotz der widrigen wirtschaftlichen Umstände konnten wir dank unseres integrierten Angebots an Energie- und Automationstechnik ein Auftragsplus erzielen. In Deutschland stieg der Auftragseingang um 22 % gegenüber dem Vorjahr auf 3,7 Mrd. €, was zum Steigen des Auftragsbestands führte. Der Umsatz sank um 8 % auf 3 Mrd. €. ABB hat sich in den vergangenen zwei Jahren einen strikten Sparkurs verordnet. Beispielsweise wurden die Verwaltungskosten gesenkt, die Lieferantenkette optimiert und die Projektausführung verbessert, um drei Beispiele zu nennen. Nicht zuletzt dank der erfolgreichen Umsetzung des Kostensenkungsprogramms ist bei ABB in Deutschland auch das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit wieder gestiegen. Es erreichte 237 Mio. €, was einer Steigerung im Vergleich zu 2009 um 24 % gleichkommt. Die Zahl der Mitarbeiter ging um 4 % auf 11.012 zurück.

Energietechnik: Neue Wettbewerber, aber auch neue Chancen

Die Basistreiber dieses Geschäfts, nämlich der Auf- und Ausbau elektrischer Energieversorgungssysteme in den wachsenden Volkswirtschaften sowie die Modernisierung und der Umbau der Systeme hin zur Einbindung erneuerbarer Quellen in den Industrieländern, hatten der Wirtschaftskrise weitgehend standgehalten.

In den Märkten der Energietechnik haben wir zwei Entwicklungen wahrgenommen: Auf der einen Seite hat die Wettbewerbsintensität in unseren traditionellen Feldern weiter zugenommen. Die Gründe dafür sind sowohl die geringere Nachfrage aufgrund der Wirtschaftskrise als auch neue Wettbewerber, die sich ihren Platz im Weltmarkt aggressiv erkämpfen wollen. Dies haben wir in unseren wichtigsten Exportmärkten im Nahen Osten zu spüren bekommen. Und auch in Deutschland hat trotz des recht stabilen Marktes die Wettbewerbsintensität weiter zugenommen.

Auf der anderen Seite werden die Folgen des Umbaus der Elektrizitätsversorgung in Europa immer stärker spürbar und führen zu immer mehr Geschäftschancen. Am offensichtlichsten wurde dies bei unserem Zuschlag für eine weitere Offshore-Windparkanbindung. Dieser Auftrag ist der größte im Segment Stromübertragung und -verteilung in unserer Unternehmensgeschichte. Gleichzeitig vollzieht sich gerade ein massiver Ausbau der dezentralen Erzeugung. Ende 2009 waren in Deutschland fast 10.000 MW Photovoltaik installiert, bis Mitte 2010 waren bereits rund weitere 5.000 MW hinzugekommen. Das zieht Investitionen in den Verteilnetzen nach sich und erzwingt dringend neue Lösungen in der Netzbetriebsführung. ABB ist mit innovativen Produkten, Systemen und Dienstleistungen hierfür gut aufgestellt – vor allem in Deutschland. Und auch die Übernahme des Softwareanbieters Ventyx durch den ABB-Konzern im Jahr 2010 passt genau zu diesem Marktsegment, weshalb wir sehr schnell erste Projekt chancen für diesen neuen Teil unseres Angebotsportfolios entwickeln konnten.

Außerdem haben wir unsere Service-Angebote weiter ausgebaut. In Halle entstand 2010 unser europäisches Servicezentrum für Transformatoren. Außerdem werden wir für Netzanbindungen der Offshore-Windparks in der Nordsee für zunächst drei Jahre den Service und die Instandhaltung übernehmen – eine anspruchsvolle Aufgabe, weil hier noch keine Erfahrungswerte vorliegen und echte Pionierarbeit geleistet wird.

Automationstechnik: Hohe Nachfrage aus Maschinenbau und Solarindustrie

Energieeffizienz und die Steigerung der industriellen Produktivität sind die Treiber unseres Automationsgeschäfts. Die stärksten Wachstumsimpulse für das gesamte Automationsgeschäft kamen aus dem Maschinenbau sowie der Wind- und Solarbranche. Die Wirtschaftskrise hatte 2009 vor allem unser Produktgeschäft betroffen, das sich 2010 bereits wieder erholt hat. Am Produktionsstandort Heidelberg haben wir unsere Kapazitäten deswegen rasch und flexibel ausgeweitet. Verstärkt haben wir uns auch durch die Übernahme der Jokab Safety Deutschland GmbH, dem führenden Vertriebskanal für Produkte rund um das Thema Maschinensicherheit.

Das entstehende Smart Grid ist derzeit das beherrschende Thema unserer Kunden in der Gebäudesystemtechnik, die auch im vergangen Jahr zunehmend auf unsere Smart Meter- und Smart Home-Lösungen vertraut haben. Dazu wächst vor allem im Nahen Osten unser Geschäft mit KNX-Technologie, dem weltweiten Standard für Haus- und Gebäudesystemtechnik, der Nutzern signifikante Energieeinsparungen ermöglicht. In Saudi-Arabien hat die ABB-Tochter Busch-Jaeger Elektro GmbH im Geschäftsjahr 2010 ihren größten Auftrag erhalten; sie rüstet die Princess Noura Bint Abdulrahman Universität mit dieser Technologie aus und macht sie damit zum ersten „grünen Campus“ in Saudi-Arabien.

Im Jahr 2010 hat ABB seine umfassenden Komponenten für die Fabrikautomation gebündelt aufgestellt: Antriebsprodukte, Leistungselektronik, Steuerungen und Roboter gibt es jetzt in Kombination aus einer Hand. Gesamtlösungen bis hin zur komplett mit ABB-Technik automatisierten Fertigungsanlage sind für unterschiedlichste Industriezweige verfügbar. Als Einzelprodukt wurden insbesondere unsere Solarwechselrichter stark nachgefragt. In der Prozessautomation kamen unsere Produkte und Systeme verstärkt in Anwendungen der regenerativen Energie und Biomasse zum Einsatz. ABB-Leittechnik automatisiert z. B. Trocknungsanlagen für Biomasse und ermöglicht so die energieeffiziente Pelletproduktion.

Um dem Preisdruck entgegenzuwirken, dem wir in fast alle Märkten ausgesetzt sind, werden wir weiter unsere Kosten senken – aber zugleich auch technische Innovationen bieten. Das Forschungszentrum in Ladenburg, eines von sieben weltweit, arbeitet eng mit den Geschäftsbereichen zusammen. Der ausbalancierte Dreiklang aus Innovation, Produktivität und Qualität, zusammen mit einer langfristigen Portfolio-Ausrichtung auf die thematischen Wachstumsfelder Smart Grid, Klimaschutz und Energieeffizienz, macht uns in Deutschland erfolgreich.

Politische Rahmenbedingungen in Deutschland

Im Herbst 2010 hat erstmals eine Bundesregierung ein Energiekonzept verabschiedet. Demnach sollen die deutschen Treibhausgasemissionen bis 2050 um 80 bis 95 %, verglichen mit dem Stand von 1990, sinken. Bis 2020 sollen 35 % des Stroms erneuerbar erzeugt werden, bis 2050 soll der Anteil schrittweise auf 80 % steigen. Erneuerbare Energien, Ausbau des Stromnetzes, Elektromobilität, Speichertechnologie – all dies sind nicht nur die Handlungsfelder, die das Energiekonzept definiert, sondern auch Bereiche, die ABB mit ihrem Energie- und Automationsportfolio abdeckt.

Wir engagieren uns für Technikbegeisterung und -kompetenz, damit Deutschland langfristig wettbewerbsfähig bleibt. So unterstützen wir unter anderem seit Jahren den „Girl‘s Day“ und „Sachen machen“ – eine Initiative des VDI. ABB ist Partner der „Deutschen Technikstraße“, die Innovationen und technische Errungenschaften aus Deutschland in Szene setzt. Außerdem funkelte ABB als „Innovation Star“: Im Rahmen dieser Initiative der Metropolregion Rhein-Neckar hat das ABB Forschungszentrum in Ladenburg seinen ersten Tag der offenen Tür gefeiert. Über 500 Besucher blickten hinter die Kulissen der ABB-Forschung: ABB-Mitarbeiter und ihre Familien, Medienvertreter und besonders viele Schulklassen und Studierende.

Das Engagement kulminiert in der eigenen Ausbildung: Insgesamt bildet ABB im Ausbildungsjahr 2010 / 2011 bundesweit 1.189 junge Menschen aus, knapp die Hälfte davon im Rahmen der Verbundausbildung für etwa 135 Partnerunternehmen. Unsere eigene Ausbildungsquote konnten wir bei 5,9 % halten; die Zahl der Übernahmen lag bei 86 %.

Um die Besten für ABB zu begeistern, bieten wir zusätzliche Anreize: Unser Personalprogramm „Generations“ bietet Jung und Alt attraktive Arbeitsbedingungen. Seit sieben Jahren geben wir unseren Mitarbeitern über ein Aktienerwerbsprogramm die Möglichkeit, sich am Unternehmenserfolg zu beteiligen. Um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu erleichtern, ermöglicht ABB kostenlose Freizeiten im eigenen Kinderferienhaus im Schwarzwald, einer einmaligen Institution in der deutschen Firmenlandschaft. Schließlich haben wir durch unsere Geschäftsethik und Null-Toleranz-Politik eine Unternehmenskultur geschaffen, die nicht nur auf Ergebnisse abzielt, sondern auch darauf achtet, wie diese erreicht werden. Soziales Engagement untermauern wir auch durch die Partnerschaft mit Special Olympics, der weltweit größten Sportbewegung für Menschen mit geistiger Behinderung. Seit dem Jahr 2000 ermöglichen wir mit unseren Spenden und insgesamt rund 2.000 freiwilligen Helfern die Durchführung der jährlichen Spiele in Deutschland.

Ausblick

Viele unserer Branchen erholen sich zunehmend, und es mehren sich die Anzeichen für Wachstum, insbesondere in unserem frühzyklischen Automationsgeschäft. Auch wenn Entscheidungen über große Infrastrukturinvestitionen oftmals aufgeschoben wurden, haben wir hier viel Potenzial, was unter anderem in unserer intensiven Angebotstätigkeit sichtbar wird. Zudem bieten sich zahlreiche langfristige Wachstumschancen, vor allem in den Bereichen erneuerbare Energien und industrielle Produktivität.

Außerdem nützt uns die zunehmende Bündelung von Energie- und Automationstechnik. Immer häufiger ergänzt sich unsere Kompetenz in den beiden Kerndivisionen. Egal, ob es um eine Windenergieanlage, die Ausrüstung einer Lokomotive oder den Aufbau von Smart Grids geht: Sowohl aus der Energietechnik wie auch aus der Automationstechnik heraus liefern wir die Schlüsselkomponenten.

Ich danke allen, die ABB im Jahr 2010 in welcher Form auch immer begleitet haben und hoffe, dass wir auch 2011 gemeinsame Wege gehen.

Peter Smits

*Vorstandsvorsitzender der ABB AG

und Leiter der Region Zentraleuropa im ABB Konzern*

Vorstand, Generalbevollmächtigter

Dipl.-Wirtschaftsing. Peter Smits

Vorsitzender,

Leiter der Region Zentraleuropa im ABB Konzern

Dipl.-Kfm. Markus Ochsner

Finanzen und Controlling,

Personal / Arbeitsdirektor

(ab 01.09.2010)

Dipl.-Kfm. Hendrik Weiler

Finanzen und Controlling,

Personal / Arbeitsdirektor

(bis 31.08.2010)

Dipl.-Volksw. Hans-Georg Krabbe

Automationstechnik

– Niederspannungsprodukte

– Prozessautomation

– Industrieautomation und Antriebe

Dr.-Ing. Martin Schumacher

Energietechnik

– Energietechnik-Produkte

– Energietechnik-Systeme

(ab 01.03.2011)

Dr.-Ing. Joachim Schneider

Energietechnik

– Energietechnik-Produkte

– Energietechnik-Systeme

(bis 28.02.2011)

Generalbevollmächtigter

Rudolf Zimmermann

Zusammengefasster Lagebericht Geschäftsjahr 2010

Weltwirtschaft überwindet 2010 den Rückgang von 2009 klarer als erwartet – Deutschland bleibt trotz starker Erholung noch unter 2008

Die Weltwirtschaft ist 2010 mit real + 4 % deutlich stärker gewachsen als vor einem Jahr erwartet (+ 3 %) und hat damit das Niveau von 2008 um knapp 2 % übertroffen. Letzteres war allerdings fast ausschließlich Asien (ohne Japan) zu verdanken. Diese Region war vor allem dank des von der Krise kaum beeinträchtigten Wachstums in China und Indien auch 2009 um fast 6 % gewachsen und hat 2010 um fast 9 % zugelegt. Lateinamerika erreichte mit + 5,8 % (2009: - 1,7 %) ebenfalls ein Rekordniveau, Nordamerika (+ 2,9 %) konnte den Rückgang von 2009 gerade ausgleichen. Während Osteuropa (+ 3,9 %) etwa 70 % des Rückgangs von 2009 aufholte, kam Westeuropa (+ 1,8 %) nur auf gut 40 %.

Die deutsche Wirtschaft hat sich mit real + 3,6 % zwar doppelt so stark erholt als vor einem Jahr erwartet, bleibt aber noch um gut 1 % unter dem Niveau von 2008. So wie der Export 2009 Hauptursache der Rezession war, ist er jetzt mit + 14 % auch Hauptmotor der Erholung. Indirekt hat die sehr gute Exportentwicklung zu der überraschend positiven Entwicklung des Arbeitsmarktes und damit der Stabilisierung des Privaten Konsums (+ 0,4 %) sowie der Erholung der Ausrüstungsinvestitionen (+ 11 %) wesentlich beigetragen. Bauinvestitionen (+ 2,8 %) und Staatsverbrauch (+ 2,3 %) haben die insgesamt positive Entwicklung gestützt.

Die deutsche Verarbeitende Industrie hat ihren Erholungskurs in 2010 beschleunigt und mit + 12 % immerhin fast 60 % des Einbruchs von 2009 aufgeholt. Die Chemie hat mit + 17 % sogar schon das Niveau von 2008 wieder erreicht, die Kfz–Industrie (+ 25 %) blieb noch um 2 % unter 2008 und rund 6 % unter dem Rekord von 2007. Die Elektrotechnik (+ 14 %) holte etwas mehr als die Hälfte des Rückgangs von 2009 um gut 20 % auf, der Maschinenbau (+ 10 %) nur knapp ein Drittel. Die von der Krise kaum betroffene Ernährungsindustrie hat mit + 2 % vom leicht anziehenden Konsum profitiert. Trotz dieser Entwicklung haben die Unternehmen der Verarbeitenden Industrie ihre Investitionen 2010 nach dem neuesten ifo-Investitionstest nur um 3 % gegenüber dem extrem niedrigen Wert von 2009 gesteigert. Allerdings handelt es sich hierbei noch um Planwerte, da die Umfrage im Herbst 2010 stattfand.

Weltwirtschaft wächst 2011 weiter deutlich – auch Deutschland erwartet wieder echtes Wachstum

Die Weltproduktion soll 2011 um 3,5 % steigen. Wachstumsmotor bleibt Asien (ohne Japan, + 7,5 %), vor Lateinamerika (+ 4,2 %) und Osteuropa (+ 4 %). In der Triade sollen die USA (+ 3,2 %) wieder die Führungsrolle vor Westeuropa (+ 1,6 %) und Japan (+ 1,5 %) übernehmen. Wachstumsführer bleiben China und Indien mit jeweils etwa + 9 %. Wachstumsstärkstes europäisches Land bleibt Schweden (+ 3,8 %), vor Norwegen (+ 3 %) und Deutschland (+ 2,5 %).

Mit diesen + 2,5 % liegt Deutschland erneut deutlich vor den drei anderen großen europäischen Industrieländern und wird auch das bisherige Rekordniveau von 2008 um gut 1 % übertreffen. Damit erreicht es mindestens ein Jahr früher echtes Wachstum, als es selbst Optimisten erwartet hatten. Wesentliche Impulse kommen erneut vom Export. Die Ausrüstungsinvestitionen sollen mit + 8 % etwas weniger steigen als 2010. Der Anstieg der Bauinvestitionen soll sich auf etwa + 2 % leicht abschwächen, getragen wird er vom Privaten Bau, während der Öffentliche Bau nach dem Auslaufen der Konjunkturpakete zurückgehen wird. Erstmals seit Jahren wird vom Privaten Konsum (+ 1,5 %) ein echter Wachstumsbeitrag erwartet. Trotz halbierter Zuwachsrate stützt auch der Staatsverbrauch mit + 1 % noch die gesamtwirtschaftliche Entwicklung. Die gesamte Industrieproduktion wird 2011 mit gut + 5 % fast wieder das Rekord-Niveau der Jahre 2007 / 2008 erreichen.

Auftragseingang über Vorjahr – deutliches Wachstum im Inlandsgeschäft

Der Auftragseingang der deutschen ABB belief sich im Geschäftsjahr 2010 auf 3.720 Mio. € und erhöhte sich damit um 22 % gegenüber dem Vorjahreswert in Höhe von 3.057 Mio. €. Diese Entwicklung betraf insbesondere das Inlandsgeschäft, während der Bestelleingang im Exportbereich leicht unter Vorjahresniveaulag.

Mit 1.983 Mio. € lag der inländische Auftragseingang im Geschäftsjahr 2010 um 58 % über dem Wert des Vorjahres in Höhe von 1.257 Mio. €. Dieser Anstieg resultiert vorrangig aus der Division Energietechnik-Systeme. Die Entwicklung in den anderen Divisionen verlief insgesamt ebenfalls positiv, aber uneinheitlich.

Der Auftragseingang im Inlandsgeschäft der Division Energietechnik-Systeme lag zum Ende des Geschäftsjahres 2010 deutlich über dem Wert des Vorjahres. ABB erhielt einen Großauftrag zur Anbindung von mehreren Windparks in der Nordsee mit einer Auftragssumme von mehr als 600 Mio. €. Die Windparks, die in dem Cluster DolWin1 liegen, sollen an das deutsche Stromnetz angeschlossen werden und verfügen über eine Kapazität von 800 Megawatt. Der Auftrag ist der größte Auftrag in der Stromübertragung, den ABB bislang erhalten hat. Es ist der zweite Netzanschluss von Offshore-Windparks, den ABB Deutschland durch den Einsatz von HVDC Light Technologie (Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung) realisiert. Insofern konnte der Geschäftsbereich Elektrische Netze von der Nachfrage nach der innovativen und umweltfreundlichen Technologie HVDC Light überaus profitieren. In den anderen Geschäftsbereichen der Division blieb der inländische Auftragseingang insgesamt auf stabilem Niveau. Die Geschäftsbereiche Stromerzeugung, Schaltanlagen und Netzleittechnik bewegten sich in einem intensiven Wettbewerbsumfeld, das ein Wachstum beim Auftragseingang im Vergleich zum Vorjahr im Inland allerdings nicht möglich machte.

In der Division Energietechnik-Produkte lag der Auftragseingang mit deutschen Kunden im Geschäftsjahr 2010 insgesamt 29 % unter den vergleichsweise hohen Werten des Vorjahres. Während sich die Auftragseingänge im Geschäftsbereich Mittelspannungsprodukte – insbesondere im wettbewerbsintensiven Schaltanlagenbereich – nur leicht reduzierten, sanken die Werte in den Geschäftsbereichen Hochspannungsprodukte sowie Transformatoren deutlich. Bei den letztgenannten Geschäftsbereichen gaben im Jahr 2009 gewonnene Großaufträge eine hohe Basis vor. Die Auftragseingänge im Bereich Transformatoren-Service waren stark umkämpft, der Mittelspannungs-Service hingegen konnte die Auftragseingänge leicht, der Hochspannungs-Service sogar deutlich steigern.

Der Auftragseingang der Division Niederspannungsprodukte konnte sich im Geschäftsjahr 2010 durch die konjunkturelle Erholung positiv entwickeln. Im Inland fiel der Auftragseingang im Vergleich zum Vorjahr um 8 % höher aus. Das wieder wachsende Installationsgeschäft, das Industriesegment und die neuen Kundensegmente „Solar“ und „Wind“ führten für die ABB Stotz-Kontakt GmbH zu einem deutlichen Volumenwachstum gegenüber dem Vorjahr. Der positive Trend im Installationsgeschäft brachte auch für die Busch-Jaeger Elektro GmbH ein Wachstum im Auftragseingang. Ebenso konnte das Inlandsgeschäft der Striebel & John GmbH & Co. KG die positive gesamtwirtschaftliche Lage nutzen und eine Steigerung der Auftragseingänge erreichen. Dagegen verzeichnete der im Projektgeschäft tätige Geschäftsbereich Niederspannungsschaltanlagen der ABB Automation Products GmbH einen erheblichen Volumenrückgang. Aufgrund der politischen Diskussion über die zukünftige Strategie bei der Energieproduktion wurden spürbar weniger Kraftwerksprojekte ausgeschrieben, so dass der Auftragseingang rückläufig war.

Das Inlandsgeschäft der Division Prozessautomation lag um 14 % unter dem Wert des Vorjahres. Während im Produktgeschäft der Auftragseingang zulegen konnte, hatte das Systemgeschäft weiterhin mit der Investitionszurückhaltung der Industriekunden und mit der Verschiebung von Projekten zu kämpfen. Auffällig ist, dass Großprojekte häufig nicht komplett vergeben werden, sondern in mehrere kleinere Aufträge aufgeteilt werden. Gleichwohl konnten in den Geschäftsbereichen Chemie, Tagebau und Walzwerke größere Einzelaufträge gebucht werden. Beim Inlandsgeschäft entwickelte sich insbesondere der Bestelleingang im Geschäftsbereich Turbolader sehr erfreulich, wo nach einem schwachen Auftakt am Jahresanfang zum Ende des Berichtsjahres ein deutlicher Zuwachs im Auftragseingang erreicht wurde. Auch der Geschäftsbereich Analysentechnik konnte den Auftragseingang aus dem Inland gegenüber dem Vorjahr deutlich steigern. Im Geschäftsbereich Instrumentierung konnte das Bestellvolumen aus dem Inland auf dem Niveau des Vorjahres gehalten werden. Einen Aufwärtstrend verzeichnete auch der Geschäftsbereich Walzwerke, allerdings erst im zweiten Halbjahr, so dass die Auftragseingänge im Inlandsmarkt insgesamt gegenüber Vorjahr zurück gingen. Mit einem Rückgang im inländischen Auftragsvolumen beendeten insbesondere die Geschäftsbereiche Walzwerke, Tagebau, Chemie und Prozessleittechnik das Geschäftsjahr 2010, wobei im letztgenannten Geschäftsbereich diese Entwicklung teilweise auch durch organisatorische Veränderungen bedingt war.

Im Rahmen der konjunkturellen Erholung stiegen die Auftragseingänge in der Division Industrieautomation und Antriebe im Vorjahresvergleich deutlich an. Im Inlandsgeschäft betrug der Anstieg über 63 %. Der überwiegend im Produktgeschäft tätige Geschäftsbereich Drives & Motors der ABB Automation Products GmbH verzeichnete eine starke Belebung der Geschäftsaktivitäten, die insbesondere durch eine positive Entwicklung im Maschinenbau geprägt war. Die Zuwächse wurden vor allem im Inland realisiert. Der Geschäftsbereich Robotics der ABB Automation GmbH konnte im Inland einen deutlichen Anstieg im Auftragseingang erzielen und erreichte ein erfreulich hohes Niveau. Speziell im Produktgeschäft und im Service war im zweiten Halbjahr 2010 eine große Marktbelebung zu verzeichnen. Im Systemgeschäft des Geschäftsbereichs Robotics konnten insbesondere gegen Ende des Berichtsjahres größere Aufträge aus der Automobilindustrie gebucht werden.

Der Auftragseingang aus dem Ausland fiel von 1.800 Mio. € im Vorjahr um 4 % auf insgesamt 1.737 Mio. € zum Ende des Geschäftsjahres 2010. Aufgrund des hohen Zuwachs im Inlandsgeschäft fiel der Auslandsanteil an den Bestellungen und lag bei 47 % (Vorjahr: 59 %).

Die Division Energietechnik-Systeme konnte im Berichtsjahr die zum Teil deutlichen Volumenzuwächse des Vorjahres im Export nicht wiederholen. Zwar konnten einzelne Geschäftsbereiche mehrere Großaufträge in Kuwait, Katar, Irak und Algerien in die Bücher nehmen, insgesamt betrug der Rückgang im Vergleich zur hohen Basis des Vorjahres aber über 20 %. Für den Geschäftsbereich Schaltanlagen war das Jahr 2010 durch intensiven Wettbewerb und Überkapazitäten im Markt geprägt, so dass Großprojekte in Nahost nicht im selben Umfang wie im Vorjahr gebucht werden konnten. Im Geschäftsbereich Netzleittechnik lagen die ausländischen Auftragseingänge aus dem Mittleren Osten und aus Nordafrika ebenfalls hinter dem Vorjahr zurück, auch wenn sich die Lage gegen Ende des Jahres spürbar besserte. Lediglich der Geschäftsbereich Stromerzeugung konnte den Auftragseingang aus dem Ausland steigern, und zwar insbesondere durch die Beauftragung für Bau und Errichtung von Wasserpumpstationen in Nordafrika und im Mittleren Osten.

Günstiger als das Inlandsgeschäft entwickelte sich der Geschäftsverlauf beim Export in der Division Energietechnik-Produkte. Die Auftragseingänge aus dem Ausland konnten nahezu konstant gehalten werden, der Rückgang betrug weniger als 3 %. Der Geschäftsbereich Transformatoren konnte einige Großprojekte im Nahen Osten gewinnen und übertraf hiermit die Vorjahreswerte. Ebenfalls erfreulich war die positive Entwicklung im Exportgeschäft bei Isolationsprodukten für Transformatoren. Bei den Mittelspannungsprodukten stieg die Nachfrage für Mittelspannungsgeräte aus dem Ausland, insbesondere aus Asien und ebenfalls aus Südeuropa. Die Nachfrage aus dem Ausland für Hochspannungsprodukte sank indes deutlich, insbesondere aufgrund der sehr wettbewerbsintensiven Situation im Nahen Osten.

Wie im Inlandsgeschäft konnte in der Division Niederspannungsprodukte ein erfreulicher Volumenzuwachs auch im Export registriert werden. Für die gesamte Division betrug der Zuwachs 14 %. Maßgeblichen Anteil hieran hatte die ABB Stotz-Kontakt GmbH, die im Exportgeschäft noch höhere Zuwächse als im Inland erzielen konnte. Einen Anstieg des Exportvolumens erreichte im Berichtsjahr auch die Busch-Jaeger Elektro GmbH, wenn auch nicht im selben Umfang wie dies beim Inlandsgeschäft möglich war. Die überwiegend im Inland tätige Striebel & John GmbH & Co. KG konnte erfreuliche Zuwächse im Exportgeschäft notieren, die den Volumenrückgang des Vorjahres kompensierte. Der Geschäftsbereich Niederspannungsschaltanlagen der ABB Automation Products GmbH hingegen agiert nach der Verlagerung des weltweiten Geschäfts mit Teilen und Komponenten zu einer tschechischen ABB-Gesellschaft nunmehr hauptsächlich im deutschen Markt, so dass hieraus im Vorjahresvergleich ein deutlicher Rückgang der Exporte resultierte.

Für die Division Prozessautomation fiel das Auslandsgeschäft deutlich erfreulicher als das Inlandsgeschäft aus. Im Export konnte ein Zuwachs im Auftragseingang von annähernd 10 % gebucht werden. Im Bereich Analysentechnik setzte sich der bereits in der zweiten Jahreshälfte des Vorjahres festgestellte Wachstumstrend in Asien auch im Berichtsjahr weiter fort. Im Geschäftsbereich Prozessleittechnik zeigt sich das Marktumfeld in China auf anhaltend hohem Niveau. Eine kräftige Steigerung der Auftragseingänge aus dem Ausland war auch dem Geschäftsbereich Chemie und Pharma möglich, wo vor allem das Systemgeschäft größere Projektvergaben für sich entscheiden konnte. Zuwächse im Volumen erzielten auch die Geschäftsbereiche Walzwerke und Turbolader, wobei in diesen Bereichen das Inlandsgeschäft eine größere Bedeutung hat. Im Geschäftsbereich Instrumentierung fiel der Anstieg des Exportgeschäfts insbesondere in den Regionen Amerika, Naher Osten und Afrika überdurchschnittlich aus, während das Geschäft in Asien und Australien rückläufig verlief.

Auch das Auslandsgeschäft der Division Industrieautomation und Antriebe konnte einen bedeutenden Zuwachs erreichen. Insgesamt lag die Steigerung des Auftragseingangs im Exportbereich bei über 41 % und resultierte vorrangig aus der Entwicklung im Geschäftsbereich Robotics der ABB Automation GmbH. Während sich der Geschäftsbereich Drives & Motors bei der ABB Automation Products GmbH auf stabilem Niveau, leicht über Vorjahr bewegte, weitete der Geschäftsbereich Robotics das Systemgeschäft und das Geschäft außerhalb Deutschlands wieder spürbar aus.

Rückgang des Umsatzes – Inlandsanteil gestiegen

Der Umsatz belief sich im Geschäftsjahr 2010 auf 2.961 Mio. €. Damit lag der Umsatz insgesamt um 260 Mio. € bzw. um 8 % unter dem Umsatz des Vorjahres in Höhe von 3.221 Mio. €.

Im Inlandsgeschäft beliefen sich die Umsatzerlöse auf 1.345 Mio. € und lagen damit um 69 Mio. € bzw. um 5 % über dem Umsatzniveau des Vorjahres in Höhe von 1.276 Mio. €. Im Auslandsgeschäft dagegen ging der Umsatz um 17 % zurück, so dass sich die Exporterlöse von 1.945 Mio. € um 329 Mio. € auf 1.616 Mio. € reduzierten. Der Anteil des Inlandsgeschäfts stieg aufgrund dieser gegensätzlichen Entwicklung deutlich an, wohingegen die Exportquote im Berichtsjahr von 60 % auf 55 % sank.

Insbesondere das Exportgeschäft in der Division Energietechnik-Systeme erreichte die Umsatzerlöse des Vorjahres nicht. Auch das Volumen auf dem deutschen Markt lag geringfügig unter dem Vorjahreswert. Hauptursächlich für die Entwicklung im Export war der Geschäftsbereich Schaltanlagen, der aufgrund der im Vorjahr erfolgten Abrechnung von Großprojekten, vor allem aus dem Mittleren Osten, eine überaus hohe Vergleichsbasis aufwies. Im Geschäftsbereich Stromerzeugung hingegen lagen die Umsätze im Exportbereich deutlich über den Vorjahreswerten, wohingegen im Inlandsumsatz aufgrund abrechnungsbedingter Verzögerungen leichte Rückgänge zu verzeichnen waren. Der Umsatz im Geschäftsbereich Netzleittechnik blieb insgesamt auf konstantem Niveau.

In der Division Energietechnik-Produkte sank der Umsatz im Vergleich zum guten Vorjahr um 10 %, lag damit aber weiterhin auf hohem Niveau. Im Geschäftsbereich Transformatoren waren von dem Rückgang das Inland und das Ausland prozentual gleichermaßen betroffen. Aufgrund der großen Bedeutung des Exports fielen die Rückgänge der ausländischen Umsatzerlöse jedoch stärker ins Gewicht. Im überwiegend im Export tätigen Geschäftsbereich Hochspannungsprodukte sank der Umsatz in absoluten Werten im Inland leicht, im Ausland aufgrund der geringen Auftragseingänge für Gasisolierte Schaltanlagen sowie Hydromechanische Antriebe jedoch deutlich. Im Geschäftsbereich Mittelspannungsprodukte sank aufgrund der geringen Auftragseingänge aus Deutschland auch der Umsatz im Inland. Im Ausland konnte der Umsatz jedoch aufgrund der starken Nachfrage und der kurzfristigen Lieferung von Mittelspannungsprodukten deutlich gesteigert werden.

Die gegen Ende des Vorjahres festgestellte Erholung der Wirtschaft führte in der Division Niederspannungsprodukte im Berichtsjahr zu einem deutlichen Anstieg der Umsatzerlöse. Die Entwicklung verlief dabei ähnlich wie beim Auftragseingang. Bei der ABB Stotz-Kontakt GmbH waren sowohl Inlandsumsätze, wie auch Exporterlöse über Vorjahresniveau und erreichten das Rekordniveau des Jahres 2008. Einen deutlichen Zuwachs der Umsatzerlöse im Inland und im Ausland erzielte auch die Striebel & John GmbH & Co. KG. Ebenfalls über den Vorjahreswerten bewegte sich der Umsatz bei der Busch-Jaeger Elektro GmbH. Dies galt sowohl für den inländischen Markt, wie auch für das Ausland, wenngleich die Steigerung gegenüber Vorjahr im Vergleich zur Division insgesamt moderater ausfiel. Rückläufig entwickelte sich lediglich das Umsatzvolumen des im Projektgeschäft tätigen Geschäftsbereichs Niederspannungsschaltanlagen der ABB Automation Products GmbH. Im Inlandsgeschäft hing ein Teil des Rückgangs mit zeitlichen Verzögerungen bei größeren Kraftwerksprojekten zusammen. Dazu kam die bereits genannte Verlagerung des weltweiten Teilegeschäfts des Geschäftsbereichs Niederspannungsschaltanlagen zu einer tschechischen ABB-Gesellschaft, die insbesondere im Auslandsgeschäft für einen erheblichen Rückgang der Umsatzerlöse sorgte.

Die Umsatzentwicklung war für die Division Prozessautomation sehr zufriedenstellend. Im Inlandsgeschäft wurde ein zwar nur moderater Zuwachs erzielt. Im Auslandsgeschäft lagen die Umsatzerlöse des Berichtjahres indes deutlich über den Vorjahres werten. Aus der Fertigstellung zahlreicher Projekte in den Geschäftsbereichen Chemie und Walzwerke resultierte eine erhebliche Steigerung der Umsatzerlöse. Für den Geschäftsbereich Turbolader zeigte beispielsweise der Schiffsverkehr eine deutliche Belebung, so dass die Umsätze über Vorjahr lagen. Im Geschäftsbereich Analysentechnik lagen die Umsatzerlöse auf erfreulich hohem Niveau. Hauptsächlich durch die Abarbeitung des hohen Auftragsbestands im Geschäftsbereich Tagebau blieb der Umsatz im Berichtsjahr nur leicht hinter dem Vorjahr zurück. Im Geschäftsbereich Prozessleittechnik wurden die Umsätze des Vorjahres aufgrund von Umstrukturierungen nicht ganz erreicht. Unter den Vorjahreswerten lagen auch die Geschäftsbereiche Service und Instrumentierung.

In der Division Industrieautomation und Antriebe konnte im Berichtsjahr eine kräftige Steigerung der Umsatzzahlen erreicht werden. Für den Geschäftsbereich Drives & Motors der ABB Automation Products GmbH verlief das Berichtsjahr mit inländischen und ausländischen Kunden sehr erfreulich, so dass die Umsatzerlöse im Berichtsjahr im Vergleich zum Vorjahr deutlich anstiegen. Im Geschäftsbereich Robotics der ABB Automation GmbH konnten positive Effekte im Produktbereich und im Servicegeschäft erzielt werden, während sich im Systemgeschäft die Hereinnahme größerer Projekte im Berichtsjahr noch nicht so deutlich im Umsatz niederschlug. Insgesamt überschritten die Umsatzerlöse, insbesondere im Inland, die Vorjahreswerte aber auch in diesem Geschäftsbereich signifikant.

Zum Ende des Berichtsjahres lag der Auftragsbestand bei 4.087 Mio. €. Im Vorjahresvergleich lag der Auftragsbestand somit um 758 Mio. bzw. um 23 % über dem Wert des Vorjahres in Höhe von 3.329 Mio. €. Den weitaus größten Anteil hieran wies die Division Energietechnik-Systeme auf. Rechnerisch deckt der Bestand an Aufträgen zum Jahresende ein Umsatzvolumen von mehr als 16 Monaten ab.

Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit gesteigert – Jahresüberschuss durch BilMoG-Effekte belastet

Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit belief sich im Geschäftsjahr 2010 auf 237 Mio. € und lag damit um 46 Mio. € über dem Ergebnis des Vorjahres in Höhe von 191 Mio. €.

Analog zur Entwicklung der Umsatzerlöse war in der Division Energietechnik- Systeme auch bei dem Ergebnis des Berichtsjahres ein Rückgang zu verzeichnen. Insbesondere im Geschäftsbereich Schaltanlagen wurden geringere Deckungsbeiträge aus der Abrechnung von Aufträgen realisiert. Zusätzlich belasteten Ergebniseffekte aufgrund von Währungsschwankungen sowie die Berücksichtigung von Vorsorgemaßnahmen für geplante Anpassungsmaßnahmen das Ergebnis in diesem Geschäftsbereich.

Im Geschäftsbereich Stromerzeugung konnte hingegen ein höheres Abrechnungsvolumen mit einer entsprechenden Ergebnisverbesserung realisiert werden. Dies gilt auch für den Geschäftsbereich Netzleittechnik, wenngleich das Vorjahresergebnis in diesem Geschäftsbereich durch Restrukturierungsaufwendungen belastet war.

Aufgrund des hohen Auftragsbestands sowie eingeleiteter Kostensenkungsmaßnahmen konnte das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit in der Division Energietechnik-Produkte gegenüber dem Vorjahr insgesamt gesteigert werden, wobei alle Geschäftsbereiche ein gutes Ergebnis ausweisen konnten. Bei den Hochspannungsprodukten führten starker Preisdruck, nicht ausgelastete Produktionskapazitäten sowie ein Restrukturierungsprojekt zu einem schlechteren Ergebnis im Vergleich zum Vorjahr. Bei den Mittelspannungsprodukten konnte aufgrund der guten Auslastung, eines verbesserten Produktmixes sowie der im Jahr 2009 durchgeführten Restrukturierungsprogramme ein erheblich besseres Ergebnis erzielt werden. Im Bereich Transformatoren waren insbesondere die sehr gute Fertigungsauslastung aufgrund des hohen Auftragsbestandes sowie die Umsetzung von Kostensenkungsmaßnahmen für eine starke Steigerung des Ergebnisses verantwortlich.

Auch in der Division Niederspannungsprodukte führte der deutliche Anstieg bei Auftragseingang und Umsatz zu einer sehr guten Auslastung der Fertigungskapazitäten, so dass das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit deutlich gesteigert werden konnte. Bei der ABB Stotz-Kontakt GmbH wurden durch Prozessoptimierung und Produktkostenreduzierung zusätzliche positive Effekte realisiert. Die Striebel & John GmbH & Co. KG sah sich deutlichen Preissteigerungen auf der Beschaffungsseite ausgesetzt, konnte jedoch von höheren Ergebnisbeiträgen aus gestiegenen Umsatzerlösen profitieren und somit das Ergebnis ebenfalls steigern. Bei der Busch-Jaeger Elektro GmbH lag das Ergebnis unter dem Wert des Vorjahres, welches jedoch Sondereffekte aus dem Verkauf einer Beteiligung enthielt; auf vergleichbarer Basis wurde das hohe Ergebnisniveau des Vorjahres erreicht.

Auch in der Division Prozessautomation konnte das Ergebnis aufgrund des gestiegenen Umsatzniveaus – insbesondere in den Produktbereichen – deutlich gesteigert werden. Einzelne Personalanpassungsmaßnahmen sowie die Schließung des Produktionsstandorts Alzenau belasteten zwar das Ergebnis des Berichtsjahres, insgesamt blieb der Restrukturierungsaufwand im Berichtsjahr aber unter dem Niveau des Vorjahres. Durch eine verbesserte Kostenstruktur aufgrund vielfältiger Maßnahmen zur Effizienzsteigerung verbesserte sich die Ergebnissituation erheblich. Im Vorjahresvergleich trug insbesondere der Geschäftsbereich Service durch intensives Kostenmanagement zu dieser Entwicklung bei. Auch der Geschäftsbereich Instrumentation konnte das Ergebnis im Vorjahresvergleich erheblich verbessern.

Die Division Industrieautomation und Antriebe schloss das Berichtsjahr insgesamt mit einem leicht negativen Ergebnis ab; gleichwohl konnte die Ertragslage gegenüber dem Vorjahr deutlich verbessert werden. Der Geschäftsbereich Drives & Motors der ABB Automation Products GmbH konnte das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit erheblich steigern, zumal das Geschäftsjahr 2010 nicht durch Restrukturierungsaufwand belastet war.

Während das Vorjahresergebnis des Geschäftsbereiches Robotics der ABB Automation GmbH – nicht zuletzt aufgrund erheblicher Restrukturierungsaufwendungen – deutlich negativ war, konnte im Berichtsjahr trotz verschiedener Risikovorsorgen im Projektbereich ein nahezu ausgeglichenes Ergebnis erzielt werden.

Aufgrund des im Mai 2009 in Kraft getretenen Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes (BilMoG) war es erforderlich, wesentliche Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden an die neuen gesetzlichen Bestimmungen anzupassen. Sämtliche Ergebniseffekte aus der erstmaligen Anwendung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden gemäß BilMoG wurden als außerordentlicher Aufwand bzw. außerordentlicher Ertrag berücksichtigt.

Vor diesem Hintergrund ist das außerordentliche Ergebnis in Höhe von - 89 Mio. zu sehen. Der außerordentliche Aufwand des Berichtsjahres resultiert überwiegend aus der Aufwertung der Pensionsverpflichtungen aufgrund geänderter Parameter bezogen auf den 01. Januar 2010. Der außerordentliche Ertrag des Berichtsjahres resultiert in erster Linie aus der Marktwertanpassung des saldierungsfähigen Planvermögens zum 01. Januar 2010 sowie aus der Bewertung kurzfristiger Forderungen und Verbindlichkeiten in Fremdwährung zum Devisenkassamittelkurs. Für weitere Details verweisen wir hier auf Ziffer 30 des Anhangs.

Der zwischen der ABB AG, Mannheim, und der ABB Beteiligungs- und Verwaltungsgesellschaft mbH, Mannheim, geschlossene Gewinnabführungsvertrag wurde im Oktober 2009 mit Wirkung zum 31. Dezember 2009 beendet, so dass das Jahresergebnis der konsolidierten Gesellschaften, mit denen ebenfalls ein solcher Gewinnabführungsvertrag besteht, im Berichtsjahr nicht mehr an die ABB Beteiligungs- und Verwaltungsgesellschaft mbH, Mannheim, abgeführt wurde.

Entsprechend ergab sich für den Konsolidierungskreis im Geschäftsjahr 2010 ein Jahresüberschuss in Höhe von 117 Mio. €. Vor Berücksichtigung der Gewinnabführung ergab sich für den Konsolidierungskreis im Vorjahr ein Ergebnis nach Steuern in Höhe von 106 Mio. €.

Ergebnisrechnung

in Mio. € 2010 % 2009 %
Umsatz 2.961 3.221
Gesamtleistung 3.337 100 3.222 100
Materialaufwand -1.635 -49 -1.499 -47
Personalaufwand -746 -22 -789 -24
Übrige Aufwendungen und Erträge -719 -22 -743 -23
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 237 7 191 6
Außerordentliches Ergebnis -89 -3
Steuern vom Einkommen und Ertrag -31 -1 -13
Steuerumlage Muttergesellschaft -72 -3
Jahresüberschuss vor Ergebnisübernahme 117 3 106 3
Ergebnisübernahme Muttergesellschaft -165 -5
Jahresüberschuss / -fehlbetrag nach Ergebnisübernahme 117 3 -59 -2

Bilanzsumme aufgrund von BilMoG erheblich reduziert – Eigenkapitalquote deutlich gestiegen

Die Bilanzsumme des Konsolidierungskreises reduzierte sich gegenüber dem Vorjahr um 763 Mio. € auf insgesamt 1.980 Mio. €. Insbesondere das Anlagevermögen ging um 807 Mio. € deutlich auf 406 Mio. € zum Ende des Berichtsjahres zurück. Die Summe aus Umlaufvermögen und übrigen Aktiva erhöhte sich um 44 Mio. € auf 1.574 Mio. €.

Die immateriellen Vermögensgegenstände des Anlagevermögens reduzierten sich – in erster Linie aufgrund der planmäßigen Abschreibung von Firmenwerten – um 36 Mio. € auf 128 Mio. €.

Im Bereich des Sachanlagevermögens betrugen die Investitionen 56 Mio. € (Vorjahr: 59 Mio. €) und lagen damit um rund 7 Mio. € über den diesbezüglichen Abschreibungen.

Die deutliche Reduzierung des Finanzanlagevermögens um 773 Mio. € auf 22 Mio. € ist eine unmittelbare Folge des im Geschäftsjahr 2010 erstmalig zur Anwendung gelangten Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes (BilMoG), wonach Vermögensgegenstände, die der Erfüllung bestimmter Schulden dienen, mit diesen Schulden zu verrechnen sind, sofern die hierfür erforderlichen Kriterien erfüllt sind.

Bei der ABB AG und deren Tochterunternehmen betrifft diese Vermögensverrechnung in erster Linie Wertpapiere eines Spezialfonds, die bisher im Finanzanlagevermögen ausgewiesen wurden und die im Rahmen eines Contractual Trust Arrangements (CTA) der Sicherung von Altersversorgungsansprüchen dienen sowie in geringem Umfang auch das Deckungskapital aus Rückdeckungsversicherungen, das bisher unter den sonstigen Vermögensgegenständen ausgewiesen wurde. Diese Vermögenswerte (Planvermögen) wurden zum 01. Januar 2010 mit den Pensionsverpflichtungen saldiert, was insgesamt zu einer Bilanzverkürzung im Umfang von 757 Mio. € führte.

Darüber hinaus wurde die nach BilMoG geforderte Vermögensverrechnung auch bei den Altersteilzeitverpflichtungen und den zur Insolvenzsicherung von Altersteilzeitguthaben verpfändeten Finanzanlagen (Wertpapiere) vorgenommen, was zu einer Bilanzverkürzung im Umfang von 11 Mio. € führte.

Die Entwicklung des Umlaufvermögens wurde einerseits durch einen Anstieg des Bruttovorratsvermögens und andererseits durch einen Rückgang der Kundenforderungen geprägt. Beide Effekte sind vor dem Hintergrund der geringeren Umsatzerlöse sowie der Anarbeitung größerer, längerfristiger Kundenprojekte im Bereich der Division Energietechnik-Systeme zu sehen.

Unter weiterer Berücksichtigung der Auftragsfinanzierung in Form von Kundenanzahlungen sowie unter Berücksichtigung weiterer Mittelzuführungen zu unserem Contractual Trust Arrangement im Umfang von 204 Mio. € reduzierte sich das Umlaufvermögen inklusive übriger Aktiva auf insgesamt 1.574 Mio. €.

Der Anstieg des Konzerneigenkapitals um 121 Mio. € auf 550 Mio. € resultiert im Wesentlichen aus dem Jahresüberschuss des Berichtsjahres in Höhe von 117 Mio. €. Durch die zuvor beschriebene Verminderung der Bilanzsumme aufgrund der Verrechnung bestimmter Vermögenswerte und Schulden erhöhte sich die Eigenkapitalquote von 16 % im Vorjahr auf 28 % zum Ende des Berichtsjahres.

Infolge der zuvor beschriebenen Saldierung der Pensionsverpflichtungen mit dem zu ihrer Erfüllung dienenden Planvermögen enthält die Konzernbilanz Pensionsrückstellungen in Höhe von 80 Mio. €; der sich aus der Vermögensverrechnung ergebende aktive Unterschiedsbetrag ist in einem gesonderten Posten auf der Aktivseite der Bilanz enthalten.

Die übrigen Rückstellungen betrugen zum Ende des Berichtsjahres 708 Mio. € und lagen damit um 21 Mio. € unter dem Vorjahreswert. Der Rückgang resultierte insbesondere aus einem Rückgang der Rückstellungen für Maßnahmen zur Kapazitätsanpassung und Restrukturierung verschiedener Geschäftsaktivitäten.

Die Verbindlichkeiten reduzierten sich im Vorjahresvergleich insgesamt um 90 Mio. € auf 642 Mio. € zum Ende des Berichtsjahres. Der Rückgang resultierte neben einer Steigerung der erhaltenen Anzahlungen ganz wesentlich aus einem Rückgang der konzerninternen Kreditverbindlichkeiten aufgrund der Beendigung des Gewinnabführungsvertrages mit der ABB Beteiligungs- und Verwaltungsgesellschaft mbH, Mannheim.

Cash Flow weiterhin auf hohem Niveau – Nettoliquidität deutlich gesteigert

Die Bruttoliquidität – definiert als Summe aus flüssigen Mitteln und Mittelanlagen bei Gesellschaften der ABB Ltd, Zürich / Schweiz – lag zum Ende des Berichtsjahres mit 485 Mio. € um 100 Mio. € unter dem Niveau des Vorjahres. Unter Berücksichtigung der konzerninternen Kreditaufnahmen erhöhte sich die Nettoliquidität hingegen um 108 Mio. € und betrug zum Berichtsjahresende insgesamt 445 Mio. €.

Maßgeblich für den Rückgang der Bruttoliquidität im Berichtsjahr ist die Abführung des Vorjahresergebnisses (inkl. Steuerumlagen) an die ABB Beteiligungs- und Verwaltungsgesellschaft mbH, Mannheim, im Umfang von 238 Mio. € sowie weitere Mittelzuwendungen zu unserem Contractual Trust Arrangement im Umfang von 204 Mio. € im Interesse der Absicherung und Finanzierung unserer Altersversorgungsverpflichtungen.

Positiv beeinflusst wurde die Bruttoliquidität durch die erfreuliche Entwicklung unseres operativen Cash Flows, der mit 310 Mio. € deutlich über dem Niveau des Vorjahres (224 Mio. €) lag. Gegenläufig wirkten sich unsere Investitionen in immaterielle Wirtschaftsgüter und in Vermögensgegenstände des Sachanlagevermögens aus, wofür insgesamt Ausgaben in Höhe von 58 Mio. € getätigt wurden, während sich die diesbezüglichen Abschreibungen auf 90 Mio. € beliefen.

Der Schwerpunkt der Investitionstätigkeit lag wie in den Vorjahren auf Maßnahmen zur Rationalisierung und Produktivitätssteigerung mit dem Ziel, die Wettbewerbsfähigkeit unseres Unternehmens weiter zu stärken. Größere Einzelmaßnahmen fielen insbesondere bei den produzierenden Einheiten im Bereich Niederspannungs- und Mittelspannungsprodukte sowie im Bereich der Erhaltung und Erweiterung von ABB-Standorten in Deutschland an.

Bilanz

Aktiva

in Mio. €
31.12.2010 % 31.12.2009 %
Anlagevermögen 406 21 1.213 44
Vorräte 1.701 1.546
./. verrechnete Kundenanzahlungen -1.250 -1.174
451 23 372 14
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 481 24 488 18
Sonstige Aktiva 157 8 85 3
Flüssige Mittel 485 24 585 21
Summe Aktiva 1.980 100 2.743 100
Passiva

in Mio. €
31.12.2010 % 31.12.2009 %
Eigenkapital 550 28 429 16
Rückstellungen für Pensionen 80 4 853 31
Übrige Rückstellungen 708 36 729 27
Erhaltene Anzahlungen 322 16 286 10
Andere Verbindlichkeiten 320 16 446 16
Summe Passiva 1.980 100 2.743 100

Trendwende in der Beschäftigung

Die Aus- und Nachwirkungen der Weltwirtschaftskrise waren auch bei der ABB Deutschland im Geschäftsjahr 2010 in einigen Bereichen noch deutlich spürbar. Neben der Anpassung der Kapazitäten an die geänderten Marktbedingungen und dem erfolgreichen Abschluss der Kosteneinsparungsziele im Rahmen des globalen Target Ten Programms hat insbesondere das Instrument der Kurzarbeit gegriffen und zum Erhalt der Arbeitsplätze einen wesentlichen Beitrag leisten können.

Die zweite Jahreshälfte hat hinsichtlich der Beschäftigungssituation eine deutliche Trendwende erkennen lassen. Die Kurzarbeit konnte mit Ausnahme der Prozessautomation in allen Divisionen auf Null zurückgefahren werden. Die Anzahl der freien Stellen erhöhte sich schrittweise auf bis zu 170 zum Jahresende. Der Personalstand verringerte sich aufgrund der bereits in 2009 eingeleiteten Maßnahmen auf insgesamt 11.012 Beschäftigte zum 31. Dezember 2010. Die Anzahl der Neueintritte betrug 331; darin enthalten waren die Übernahme von 158 Auszubildenden, 26 mehr als im Jahr zuvor.

Veränderte Rahmenbedingungen und Employer Branding

Der Umgang mit dem demografischen Wandel und dessen Auswirkungen auf eine sich verändernde Belegschaftsstruktur sorgen dafür, dass das ABB-Programm „Generations“ nichts von seiner Aktualität verloren hat. Im Rahmen des Betrieblichen Gesundheitsmanagements war der „Fit for Life“-Wettbewerb um die größtmögliche Anzahl von abgelegten „Sportabzeichen“ an den Standorten ein großer Erfolg. Der Preis für die beste firmeninterne Initiative, der „Generations-Award“, wurde 2010 an Auszubildende und Ausbilder des Standortes Minden für das Projekt „Azubi Energy“, einer kompakten technischen Demonstrationsanlage für den Einsatz auf Berufs- und Studienmessen, vergeben.

Die Bemühungen um den Erhalt einer ausgewogenen Altersstruktur wurden durch den Ausbau der Personalmarketingaktivitäten unterstützt. Die Anstrengungen des Hochschulmarketings bei der Direktansprache von Absolventen und Studenten wurden verstärkt; die Beteiligung an Fach- und Rekrutierungsmessen, Kongressen und Kundenveranstaltungen intensiviert. ABB hat in 2010 in Studienförderung und Stipendienprogramme investiert und auch die Aktivitäten im schulischen Bereich um Initiativen wie „Anpfiff ins Leben e. V.“ oder gezielte Kooperationen mit allgemein- und berufsbildenden Schulen ergänzt.

Das Engagement der Beschäftigten

2010 feierte das ABB-Ideenprogramm sein 60. Jubiläum und erzielte mit 2.252 Ideen einen Nutzen von 2,3 Mio. €. Im Gegenzug schüttete das Unternehmen Prämien in Höhe von rund 350 Tsd. € für die Ideeneinreicher aus. Der durchschnittliche Nutzen pro realisierter Idee lag bei 1.905 €. Im Rahmen des 60-jährigen Bestehens stand ein Ideenwettbewerb unter dem Motto „60 Jahre und kein bisschen leiser!“.

Die Beschäftigten engagierten sich darüber hinaus in vielen gemeinnützigen und sozialen Projekten. An dieser Stelle seien stellvertretend erwähnt: Die Durchführung des Fackellaufes im Vorfeld der Sommerspiele der Special Olympics in Bremen, die Einsätze der freiwilligen Helfer im ABB Kinderferienhaus in Schapbach und die Hilfsaktionen der Auszubildenden aus Heidelberg und Berlin.

Compensation und Benefits

Die im Unternehmen im Bereich der Tarifbeschäftigten und AT-Angestellten seit 2006 bewährte Form der Betrieblichen Altersversorgung auf der Basis eines beitragsorientierten Altersversorgungssystems wurde durch den Abschluss einer ergänzenden Konzernbetriebsvereinbarung deutlich verbessert. Der Faktor des Einzahlungsbetrages vom Jahreseinkommen der Beschäftigten wird danach ab 01. Januar 2011 von bislang 0,85 % auf 1,0 % angehoben und die Altersgrenze für die zu berücksichtigenden Jahre erweitert. Dieses beitragsorientierte Altersversorgungssystem wurde zudem auch im Kreis der Leitenden Angestellten etabliert und stieß auf eine positive Resonanz. Bis Jahresende konnten gut 70 % aller Verträge auf das neue System umgestellt werden.

Mit dem Anreizsystem zur Beschaffung von Dienstwagen mit geringerem Verbrauch und niedrigeren CO2-Emissionen gelangen der Einstieg in eine umweltfreundliche Fahrzeugflotte und ein Beitrag zur Energieeffizienz.

Die Vorgesetzten im Unternehmen werden seit 2010 im Intranet mit einem EDV-gestützten Führungstool, dem sogenannten „Führungskräfte-Dashboard“ im HR-Portal, unterstützt. Hier wird eine kompakte Übersicht offener und anstehender Führungsaufgaben angeboten, die direkt in die jeweiligen Anwendungen verlinkt.

Forschung und Entwicklung

Zentrale Forschungsabteilungen und Geschäftsbereiche arbeiten bei ABB Hand in Hand. Sie bilden dabei ein Netzwerk mit den deutschen und internationalen Hochschulen, global agierenden Kunden in Deutschland und Industrieverbänden sowie Standardisierungsgremien. 2010 investierte die deutsche ABB 176 Mio. € in Forschung und Entwicklung, das sind knapp 6 % des Umsatzes. Entlang der gesamten Energiekette forschen wir an Technologien, welche die Nutzung erneuerbarer Energiequellen und Energieeffizienz erst möglich machen. Im deutschen Forschungszentrum in Ladenburg, einem von sieben weltweit, sind rund 110 Forscher für etwa ein Viertel aller Patente der deutschen ABB verantwortlich.

Autonomer Temperatursensor

Während drahtlose Kommunikation im Bereich der Telefonie oder bei Computernetzwerken schon fast zum Standard zählt, gewinnt sie auch in der Automatisierungstechnik zunehmend an Bedeutung. Dies bezieht sich vor allem auf die Kommunikation von Feldgeräten wie Sensoren und Aktoren untereinander oder auch mit dem Leitsystem. Vor allem in abgelegenen Gebieten oder an schwer zugänglichen Stellen in Industrieanlagen sind darüber hinaus vollständig autonome Geräte gefordert, die nicht nur drahtlos kommunizieren, sondern auch keinerlei Versorgungsleitungen oder zeitlich begrenzt haltbare Batterien benötigen. Dies lässt sich durch das so genannte Energy Harvesting erreichen, bei dem irgendeine Energieform, die in der Umgebung des Gerätes vorhanden ist, in elektrische Energie zu seiner Versorgung umgewandelt wird. Als Energieformen kommen dabei beispielsweise Wärme, Vibration, Strömung oder Sonnenstrahlung in Frage.

Am ABB Forschungszentrum in Ladenburg wurde ein Demonstrator für einen vollständig autonomen Temperatursensor entwickelt, der seine Energieversorgung aus der Temperaturdifferenz zwischen dem zu messenden Medium und der Umgebung bezieht. Mit Hilfe eines miniaturisierten thermoelektrischen Konverters wird diese Temperaturdifferenz in elektrische Energie umgesetzt. Die Kommunikation erfolgt über standardmäßige drahtlose Feldbustechnologie. Der Demonstrator wurde auf verschiedenen Messen mit großem Erfolg vorgestellt und mit dem IDTechEx Award für „Beste Technologieentwicklung für drahtlose Sensornetzwerke“ ausgezeichnet.

Integriertes intelligentes Wassermanagement

In Entwicklungs- und Schwellenländern haben viele Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Außerdem gehen in einigen Ländern bis zu 35 % des Trinkwassers durch nicht oder zu spät erkannte Leckagen verloren. Die IT-Systeme, die heute im Bereich des Wassermanagements eingesetzt werden, sind meist Insellösungen; die Feldsensorik ist meist nur unzureichend eingebunden.

Im Rahmen eines Verbundprojektes mit Universitäten und Wasserversorgern konnte eine integrierte Softwarelösung zum intelligenten Wassermanagement entwickelt werden. Diese zeichnet sich vor allem durch eine integrale, nahezu echtzeitfähige Sicht auf den aktuellen Zustand eines Wasserversorgungsnetzes aus, aus der rechtzeitig die richtigen Maßnahmen abgeleitet werden können. Dabei hilft eine spezielle Komponente zur Entscheidungsunterstützung.

Weitere hervorstechende Merkmale des Systems sind ein integriertes gesamtheitliches Leckageerkennungs- und Leckageortungsmanagement sowie eine neu entwickelte, integrierte Energiemanagement-Lösung, welche vorausschauend Pumpen- und Ventil-Fahrpläne berechnet und diese energieoptimal steuert. Zusätzlich verfügt es über ein integriertes, intelligentes Alarm-Managementsystem, welches Ergebnisse des Leckageerkennungs- und Leckageortungsmanagements mit einer hydraulischen Modellsimulation, Kundenprofilen, Kundenbeschwerden und einer risikobasierten Netzanalyse verknüpft. Damit ermöglicht das System ein Gesamtoptimum von Versorgungsqualität und Energieeffizienz, woraus sich Energieeinsparpotenziale von bis zu 20 % ergeben können.

Neues kollaboratives Roboterkonzept für eine skalierbare Montageautomatisierung

In einem gemeinsamen Projekt der Forschungszentren in Schweden, Deutschland und USA wurde der Prototyp eines neuartigen Roboters entwickelt, mit dem sich Montageaufgaben in flexibler Weise schrittweise automatisieren lassen. Der Roboter kann konstruktionsbedingt in jeder Situation sicher mit einem Menschen zusammen arbeiten, ohne dass zusätzliche Sicherheitseinrichtungen wie Zäune oder Lichtschranken erforderlich sind. Durch die Ausführung mit zwei Armen in Verbindung mit einer innovativen Greiftechnik kann der Roboter ähnliche Handgriffe ausführen wie ein Mensch, wobei die Beweglichkeit der menschlichen Gelenke vom Roboter übertroffen wird. Damit lassen sich in flexibler Weise gemischte Montagearbeitsplätze realisieren, an denen Mensch und Roboter sich ideal ergänzen. Dies eröffnet Möglichkeiten, in Zukunft Roboter in Bereichen einzusetzen, die mit heutiger Robotertechnik und der dafür benötigten Sicherheitstechnik nicht wirtschaftlich automatisiert werden können.

Konsequentes Chancen- und Risikomanagement

ABB agiert als Technologieführer auf internationalen Märkten mit einem diversifizierten Portfolio an Produkten und Dienstleistungen. Diese Märkte sind von der Globalisierung geprägt – und infolgedessen durch eine Vielzahl sehr unterschiedlicher Chancen und Risiken gekennzeichnet. ABB stellt sich dieser Herausforderung auf verschiedenen Ebenen durch konsequente und systematische Nutzung von Chancen und Minimierung von Risiken.

Bei ABB steht der bewusste Umgang mit Chancen und Risiken im Vordergrund, nicht die bloße Risikovermeidung. Die Aufgabe des Risikomanagementsystems bei ABB besteht somit nicht nur im Erfüllen gesetzlicher Anforderungen, sondern vor allem in der Sicherung der nachhaltigen Ertragskraft des Unternehmens.

Um Chancen und Risiken zu identifizieren und zu bewerten, setzt ABB vielfältige Regelungen und Instrumente ein. Diese werden sowohl von der Konzernobergesellschaft, der ABB Ltd, Zürich / Schweiz, als auch vom Vorstand der ABB AG, Mannheim, sowie von den Geschäftsleitungen der einzelnen Gesellschaften bzw. Geschäftsbereiche vorgegeben. Zentrales Element des Risikomanagementsystems bei ABB ist der Planungsprozess, in dessen Verlauf alle Chancen und Risiken der Gesellschaften bzw. Geschäftsbereiche untersucht und bewertet werden. Fester Bestandteil hiervon sind Markt- und Wettbewerbsanalysen in den operativen Bereichen. Darauf basierend werden Ziele und Maßnahmen vereinbart, um vorhandene Möglichkeiten weitestgehend zu nutzen und etwaige Gefahren so gut wie möglich zu vermeiden.

Weitere Komponenten des Risikomanagements der ABB sind ein System weltweit gültiger Konzernrichtlinien als normativer Rahmen für alle Unternehmensfunktionen, dezentrale Verantwortlichkeiten sowie ein effizientes Berichtswesen.

Mit Hilfe der weltweit gültigen Konzernrichtlinien für alle wesentlichen Funktionen im Unternehmen wird nicht nur ein einheitliches Vorgehen innerhalb des Konzerns sichergestellt, sondern auch die Grundlage für ein konzernweit einheitliches Verständnis des Chancen- und Risikomanagements geschaffen, das die Grundvoraussetzung eines effizienten Risikomanagementsystems darstellt.

Wenngleich das Chancen- und Risikomanagement zentral von der Konzernleitung koordiniert und gesteuert wird, liegt die Verantwortung für dessen konkrete Ausgestaltung bei den einzelnen Landesgesellschaften und deren jeweiligen Geschäftseinheiten.

Durch ein zeitnahes und umfassendes Reporting aller geschäftsrelevanten Daten wird darüber hinaus sichergestellt, dass den Entscheidungsträgern der jeweils zuständigen Managementebene alle risikorelevanten Informationen aktuell zur Verfügung stehen. Diese Berichterstattung basiert auf Kostenstellen- und Profit-Center-Rechnungen und umfasst neben den jeweiligen vergangenheitsorientierten Monats- und Quartalsberichterstattungen eine rollierende Kurzfristplanung für das jeweils laufende Geschäftsjahr, eine Budgetierung für das jeweilige Folgejahr sowie eine mittelfristige Planung mit einem Planungshorizont von mehreren Jahren. Ergänzt wird dieses Standardreporting durch eine kurzfristige, wochengenaue Liquiditätsplanung sowie durch eine Vielzahl themenspezifischer Sonderberichte.

Risikofelder der ABB:

Gesamtwirtschaftliche Risiken

Wesentliche externe Risiken für ein international agierendes Unternehmen liegen im Konjunkturverlauf und in den damit einhergehenden Nachfrageschwankungen in den jeweiligen Märkten, denen durch eine systematische Analyse der jeweiligen Absatzmärkte sowie durch die frühzeitige Ausrichtung der Geschäftsstrategien an sich abzeichnenden Veränderungen Rechnung getragen wird, um insbesondere Unterbeschäftigungsrisiken frühzeitig entgegenzuwirken.

Zur Sicherstellung eines marktgerechten Angebots an Systemlösungen, Produkten und Serviceleistungen kommt den Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten zur kontinuierlichen Weiterentwicklung unseres Leistungsspektrums eine zentrale Rolle zu, um auch künftig die Produktivität und Effektivität unserer Kunden nachhaltig verbessern zu können. Im Interesse dieser Zielsetzung investieren wir jährlich rund 6 % unserer Umsatzerlöse in Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten.

Beschaffungspreisrisiken

Die Entwicklung der Rohstoffpreise, insbesondere bei Leitermaterialien, Stahlerzeugnissen und Kunststoffen, war in den vergangenen Jahren starken Schwankungen unterworfen. Derartigen Preisrisiken auf den Beschaffungsmärkten begegnen wir im Rahmen unseres Risikomanagements durch eine Vielzahl von Einzelmaßnahmen. Typische Maßnahmen sind beispielweise ein aktives Management von Warengruppen in globalen Märkten sowie die Absicherung von Preisrisiken bei längerfristigen Aufträgen durch Warentermingeschäfte.

Absatzpreisrisiken

Aufgrund des anhaltenden Preisdrucks auf einzelnen Absatzmärkten sehen sich die operativen Einheiten des Konzerns nicht nur den zuvor beschriebenen Beschaffungspreisrisiken, sondern auch dem Risiko nicht auskömmlicher Absatzpreise gegenüber. Diesem Risiko wird Rechnung getragen, indem regelmäßig die Möglichkeiten zur weiteren Optimierung der Fertigungsabläufe und der Kostenreduzierung überprüft und durch entsprechende Maßnahmen umgesetzt werden.

In diesem Zusammenhang sei beispielsweise auf die in den Geschäftsjahren 2006 / 2007 begonnenen und vor Kurzem erfolgreich abgeschlossenen Maßnahmen im Rahmen der Konzerninitiative One simple ABB (OsA) verwiesen: weltweit überprüft und optimiert ABB die internen Abläufe in den Bereichen Finanzen und Rechnungswesen, IT sowie Personal. Im Rahmen dieser Initiative wurde mit dem Start der organisatorischen Einheit „Shared Accounting Services (SAS)“ im Frühjahr 2008 damit begonnen, das Rechnungswesen für alle wesentlichen Geschäftseinheiten von ABB Deutschland am Standort Mannheim zu zentralisieren. Darüber hinaus werden durch länderübergreifende Zusammenarbeit von Bereichen Erfahrungsaustausch gefördert und Synergien genutzt.

Risiken der Auftragsabwicklung

Insbesondere die im Anlagenbau und im Systemgeschäft tätigen Einheiten unseres Konzerns sind dem Risiko unvorhergesehener technischer Schwierigkeiten oder Störungen in der Wertschöpfungskette aufgrund von Problemen bei unseren Vertragspartnern und Subunternehmern ausgesetzt.

Durch ein systematisches und umfassendes Projektmanagement, durch regelmäßig durchgeführte Risk Reviews auf Basis aktueller Auftragskalkulationen für Großprojekte sowie durch intensive technische und kommerzielle Analysen möglicher Chancen und Risiken im Vorfeld der Angebotsabgabe wird solchen Risiken Rechnung getragen. Darüber hinaus unterziehen wir unsere weltweiten Lieferanten und Subunternehmer einer strengen Qualitäts- und Bonitätsprüfung.

Im Produktgeschäft umfasst das Risikomanagement systematische Marktanalysen und Benchmarks, deren Ergebnisse in die aktuelle Planung einfließen.

Darüber hinaus werden Risiken aus Gewährleistungszusagen einer regelmäßigen Bewertung unterzogen, deren Ergebnisse sowohl in den Kalkulationsprozess einfließen, als auch gleichzeitig die Grundlage für eine ausreichende bilanzielle Risikovorsorge darstellen.

Produktionsrisiken

Das Risiko von Produktionsausfällen oder Produktionsunterbrechungen ist durch angemessene Versicherungsverträge abgedeckt. Auslastungsschwankungen können durch entsprechende Arbeitszeitmodelle innerhalb eines bestimmten Rahmens kostengünstig und situativ ausgeglichen werden.

Umweltrisiken

Innerhalb des ABB-Konzerns erfolgen sämtliche Prozessabläufe unter Berücksichtigung nationaler wie auch internationaler Umweltregelungen / -verordnungen, deren konkrete Anforderungen in den einzelnen operativen Einheiten berücksichtigt werden. Hierzu sind in den Gesellschaften bzw. Geschäftsbereichen Umweltmanagementsysteme nach DIN EN ISO 14001 eingeführt. Darüber hinaus werden unsere Managementsysteme auch nach DIN EN ISO 9001 und BS OHSAS 18001 zertifiziert.

Die einzelnen Einheiten werden regelmäßig verschiedenen Auditierungen, z. B. internen Audits und externen Audits durch unabhängige Zertifizierungsorganisationen unterzogen, im Rahmen derer auch die Einhaltung der gesetzlichen Regelungen festgestellt wird. Im Bereich Brandschutz gibt es regelmäßige Bewertungen der Brandschutzkonzepte und Beurteilungen der Sachversicherer.

Finanzwirtschaftliche Risiken

Aufgrund unserer internationalen Ausrichtung sind mit den operativen Geschäftsaktivitäten der einzelnen Gesellschaften bzw. Geschäftsbereiche sowohl Währungs- als auch Zinsänderungsrisiken verbunden, denen durch entsprechende Sicherungsgeschäfte (i. d. R. Devisentermingeschäfte) entgegengewirkt wird. Durch konzerninterne Richtlinien und Vorschriften werden der Handlungsrahmen und die Verantwortlichkeiten für solche Sicherungsgeschäfte verbindlich festgelegt. Gemäß dieser konzerninternen Regelungen dürfen Finanzderivate ausschließlich zur Sicherung entsprechender Grundgeschäfte eingesetzt werden, wobei der Zusammenhang zwischen dem Grundgeschäft und dem jeweiligen Sicherungsgeschäft transaktionsbezogen zu dokumentieren ist. Der Einsatz von Finanzderivaten zum Zwecke der Spekulation ist nicht zulässig. Darüber hinaus erfolgt eine Risikobegrenzung auf diesem Gebiet dadurch, dass sämtliche Sicherungsmaßnahmen ausschließlich über das konzerneigene Treasury Center abgewickelt werden.

Das Forderungsausfallrisiko wird durch umfangreiche Bonitätsprüfungen unserer Kunden sowie durch ein leistungsfähiges und straff organisiertes Mahnwesen begrenzt. Im Geschäftsjahr 2010 hat ABB Deutschland einen einheitlichen Kreditmanagementprozess implementiert, um das Risiko von Zahlungsausfällen zu mindern und einen zeitnahen Forderungsausgleich zu fördern. Auf der Basis verfügbarer externer und interner Informationen werden an zentraler Stelle Kredit- Freigabegrenzen ermittelt, die den Gesellschaften bzw. Geschäftsbereichen zeitnah bereit gestellt werden. Daneben wurde ein Country Credit Committee eingerichtet, das bereichsübergreifend in regelmäßigen Abständen das Zahlungsverhalten sowie die Bonität wesentlicher Kunden, im Falle gegenseitiger Geschäftsbeziehungen auch Lieferanten, begutachtet.

Geschäftsbeziehungen zu Kunden und Lieferanten aus politisch riskanten Ländern unterliegen besonderen Regelungen. Die entsprechende Bewertung von Ländern und Einstufung als ‚politisch riskant‘ basieren auf konzernweit einheitlichen Kriterien. Entsprechend den konzerninternen Richtlinien sind Geschäfte in Ländern, die als riskant einzustufen sind, durch die Beistellung von Sicherheiten abzusichern. Hierfür kommen die üblichen Sicherungsinstrumente zum Einsatz, wie Warenkreditversicherung oder Exportkreditgarantie durch HERMES-Deckung, oder es wird eine Absicherung des jeweiligen Geschäftes durch Akkreditiv oder Vorauszahlung vertraglich vereinbart.

Dem Liquiditätsrisiko wird Rechnung getragen, indem die Gesellschaften bzw. Geschäftsbereiche der ABB AG ihre jeweils fälligen Verbindlichkeiten jederzeit bei der ABB AG refinanzieren können, der ihrerseits Refinanzierungsmöglichkeiten innerhalb des ABB-Konzerns offen stehen. Darüber hinaus sind die kurzfristige Cash Flow- und Liquiditätsplanung sowie die mittelfristige Finanzplanung wesentliche Bestandteile des konzerninternen Planungs- und Controllingprozesses.

Sonstige Risiken

Als internationaler Technologiekonzern benötigt ABB Mitarbeiter, die zukunfts- und prozessorientiert, kompetent und zuverlässig denken und handeln, da technologische Führerschaft ohne hochqualifizierte Fach- und Führungskräfte nicht denkbar ist. Insofern steht ABB mit anderen Arbeitsplatzanbietern im Wettbewerb, um die nachhaltige Gewinnung qualifizierter Mitarbeiter zu sichern.

Um dieses Ziel auch angesichts der demografischen Entwicklung zu erreichen, ist eine weltweite Personalstrategie definiert, die einen zentralen Bestandteil der Unternehmensstrategie darstellt und in allen Ländern als Leitbild für die tägliche Personalarbeit dient. Die auf den Seiten 22 bis 23 beschriebenen Maßnahmen sind Teil dieser Personalstrategie und sind nach unserem Dafürhalten geeignet, den oben beschriebenen Personalrisiken entgegenzuwirken.

Hinsichtlich laufender oder sich abzeichnender Rechtsstreitigkeiten sehen wir keine wesentlichen Risiken, für die nicht bereits bilanzielle Vorsorge getroffen worden wäre.

Die Nutzung von Geschäftsdaten ist durch restriktive Berechtigungskonzepte und begrenzte, einzeln autorisierte Zugriffsrechte gesichert. Risiken im Zusammenhang mit der Entwicklung und der Anwendung von IS-Verfahren zur Unterstützung der Geschäftsprozesse werden durch einen konzernweit verbindlichen Prozess für die Planung, das Management und die Auditierung von IS-Projekten gesteuert. Basis dafür ist die international anerkannte Norm ISO 27001. Ein Information Security Management System (ISMS) ist implementiert und steuert die Vorgehensweise zur Verbesserung der IS-Security bei ABB. Die technische Absicherung unserer IS entspricht den aktuellen Standards. Um die Sensibilität im Umgang mit Computer-Systemen und Daten zu erhöhen, führen die Beschäftigten in regelmäßigen Abständen ein „IS-Security Awareness Programm“ durch.

Datenschutz wird bei ABB sehr ernst genommen. Er ist fester Bestandteil des integrierten Management Systems (IMS). Durch die Idee der Einbettung in die Geschäftsprozesse wird erreicht, dass die Erfordernisse des Datenschutzes automatisch berücksichtigt werden. Die Datenschutzorganisation der deutschen ABB ist u. a. für diesen prozessorientierten Ansatz in der Vergangenheit bereits mehrfach ausgezeichnet worden.

Abschließend ist festzuhalten, dass die Qualität unseres Risikomanagementsystems regelmäßig sowohl durch unsere interne Revision als auch durch interne Testprozeduren in den Geschäftsbereichen bzw. Gesellschaften geprüft wird, wobei die aus diesen Prüfungen gewonnenen Erkenntnisse hinsichtlich etwaiger Verbesserungspotenziale für ein effizientes Risikomanagement zeitnah umgesetzt werden. Darüber hinaus wird das Design und die Effektivität von Kontrollen innerhalb bedeutsamer Prozesse im Rahmen der Jahresabschlussprüfung durch unseren Wirtschaftsprüfer getestet. Dies umso mehr als die ABB durch die Notierung an der New York Stock Exchange (NYSE) auch den amerikanischen Kapitalmarktgesetzen und somit auch den Regelungen der U.S. Securities and Exchange Commission (SEC) und des im Jahre 2002 erlassenen Sarbanes Oxley Act (SOA) unterliegt, wonach alle Prozesse und Kontrollen, die die Qualität der Finanzberichterstattung nachhaltig beeinflussen, zu dokumentieren, auf ihre Wirksamkeit zu testen und revisionssicher nachzuweisen sind.

Beurteilung des Gesamtrisikos

Unter Würdigung aller zuvor genannten Risikofelder und der beschriebenen Maßnahmen, die im Rahmen unseres Risikomanagementsystems ergriffen werden, liegen bestandsgefährdende Risiken nicht vor.

Geschäftserwartung

In allen Regionen besteht weiterhin großer Bedarf an Stromübertragungs-Infrastruktur – dies gilt sowohl für den Ersatz alter Systeme als auch für neue Projekte. Mit der weiter gewachsenen Einsicht in die Notwendigkeit einer grundlegenden Erneuerung der Netze – Stichwort Smart Grid – wird dieser Bedarf noch steigen und sich auf die anderen Netzebenen ausweiten. Aufgrund der Schwierigkeiten bei Projektfinanzierungen und auch unsicheren politischen Rahmenbedingungen wurden jedoch viele Energietechnik-Investitionen verschoben. Auch wenn 2010 eine gewisse Entspannung eingetreten ist, ist es weiterhin kaum möglich vorherzusagen, wann diese Hemmnisse entscheidend abgebaut werden. Wir erwarten aber doch eine gewisse weitere Entspannung noch im Laufe des Jahres 2011 und darüber hinaus eine Belebung der Geschäftstätigkeit in den beiden Energietechnik-Divisionen.

Die Nachfrage auf den industriellen Absatzmärkten von ABB hängt weitgehend von den Ausrüstungsinvestitionen der Verarbeitenden Industrie ab. Nach den starken Rückgängen im Jahr 2009 ist es im Jahr 2010 in Deutschland trotz der überraschend starken Erholung der Produktion und der Kapazitätsauslastung nur in Teilbereichen zu einer deutlichen Erholung gekommen. Im Jahr 2011 wird es mit einem geplanten Zuwachs um 11 % zwar eine wesentliche Beschleunigung gegenüber dem Zuwachs von 3 % von 2010 geben, auch damit würde jedoch weniger als die Hälfte des Rückgangs von 25 % im Jahr 2009 aufgeholt. Da der hier zugrunde liegende ifo-Investitionstest auf Umfragen vom Herbst 2010 beruht, ist jedoch noch eine deutliche Aufwärtsrevision möglich, die sich in den Jahren nach 2011 noch verstärken kann. Zusätzliche Impulse könnten in den nächsten Jahren von der Notwendigkeit auf Kundenseite kommen, Energieeffizienz und Produktivität zu steigern, um im weiter zunehmenden Wettbewerb zu bestehen.

Die Hauptabsatzbereiche der Division Industrieautomation und Antriebe haben sich nach den starken Rückgängen in 2009 im Inland im Jahr 2010 zwar merklich erholt, werden aber 2011 trotz einer Beschleunigung der Erholung das Niveau von 2008 nicht erreichen. Der Maschinenbau wird trotz erneuter Produktionssteigerung um etwa 10 % noch knapp 10 % unter dem Rekord von 2008 bleiben. Ähnliches gilt für die Investitionen der Kfz- und Elektroindustrie sowie des Maschinenbaus, dessen Investitionen 2010 erwartungsgemäß noch einmal kräftig gesunken waren. Aus dem Ausland sind die Hauptimpulse erneut aus den Schwellenländern zu erwarten.

Von der zögernden Erholung der Industrieinvestitionen 2010 war auch die Division Prozessautomation betroffen. Die Chemie als größte prozessorientierte Branche hat ihre Investitionen trotz der schon früh im Jahr 2010 erkennbar guten Geschäftsentwicklung noch nicht entsprechend ausgeweitet und plant nach dem neuesten ifo-Investitionstest auch 2011 nur einen Anstieg um 7 %; hier erscheint allerdings eine merkliche Aufwärtskorrektur wahrscheinlich. Der Bereich Stahl will seine Investitionen sogar noch etwas weiter senken, während die Bereiche Nahrungs- und Genussmittel sowie die Papiererzeugung auf niedrigem Niveau deutliche Steigerungen planen. Die Nachfrage aus dem Ausland könnte vor allem von den wieder gestiegenen Rohstoffpreisen profitieren.

Die weitere Erholung im Maschinenbau und ein mäßiger Anstieg der Hochbauinvestitionen um etwa 2 % dürften die Inlandsnachfrage nach Produkten der Division Niederspannungsprodukte weiter beleben. Etwas stärkere Impulse sind aus dem Ausland, insbesondere den Wachstumsregionen Asiens zu erwarten.

Basierend auf der Annahme, dass sich die positiven Trends fortsetzen, gehen wir auch über 2011 hinaus von einem Wachstum aller drei Divisionen in der Automationstechnik aus.

Insgesamt dürfte unser relevantes Marktvolumen in den Geschäftsjahren 2011 und 2012, mit entsprechend positivem Einfluss auf Umsatz und Ergebnis, weiter steigen.

Wichtige Ereignisse nach Abschluss des Geschäftsjahres 2010

Wie in einer Pressemitteilung vom 27. Januar 2011 veröffentlicht, hat die ABB Ltd, Zürich / Schweiz, die Übernahme der Baldor Electric Company, eines führenden nordamerikanischen Anbieters von Industriemotoren, abgeschlossen. Baldor beschäftigt in Nordamerika rund 6.800 Mitarbeiter. Der Konsolidierungskreis ABB Deutschland wird von dieser Übernahme nicht wesentlich betroffen sein.

In dem seit dem Jahre 1986 laufenden Spruchverfahren gegen die ABB AG, Mannheim, und die ABB Ltd, Zürich / Schweiz, zur Bestimmung des vertraglich geschuldeten Ausgleichs und der angemessenen Abfindung aus dem Beherrschungsvertrag vom 30. Januar 1986 erging am 21. Januar 2011 ein Beschluss des Oberlandesgerichts Karlsruhe, wonach eine Nachbesserung hinsichtlich der angemessenen Abfindung und des angemessenen Ausgleichs zu leisten sein wird. Für die hieraus zu erwartenden Mittelabflüsse wurden im Konzernabschluss per 31. Dezember 2010 entsprechende bilanzielle Vorsorgen getroffen. Die Details des Beschlusses des Oberlandesgerichts Karlsruhe werden zu gegebener Zeit im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlicht.

Bericht des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat hat die ihm durch Gesetz und Satzung obliegenden Aufgaben wahrgenommen. Er beriet und überwachte den Vorstand. Neben der Planung, der Rentabilität und der Lage der Gesellschaft standen Fragen der Innovationstätigkeit der Divisionen und der Auswirkung der Finanzkrise auf die Beschäftigungssituation im Vordergrund der Erörterungen. Zudem hat der Aufsichtsrat aufgrund des neuen Gesetzes zur Angemessenheit der Vorstandsvergütung (VorstAG) die Vergütungssystematik für die Vorstandsmitglieder überprüft und sich von der Angemessenheit der Höhe ihrer Bezüge auch durch Einholung eines Gutachtens eines unabhängigen Experten überzeugt. Der Aufsichtsrat hat sich in jeder Sitzung über den Stand des Compliance Programms und damit zusammenhängende Fragen unterrichtet. Der Aufsichtsrat tagte pro Quartal einmal. In der Sitzung, in der der Aufsichtsrat den Jahresabschluss billigte, berichtete der Wirtschaftsprüfer über das Ergebnis seiner Prüfung. Zudem erstattete der Vorstand dem Aufsichtsrat monatlich und quartalsweise schriftlichen Bericht. Darüber hinaus gab es eine Vielzahl von Gesprächen des Aufsichtsratsvorsitzenden mit dem Vorstand. Der Personalausschuss konferierte im Berichtsjahr viermal. Der Ausschuss nach § 27 Abs. 3 MitbestG tagte nicht. Über die Arbeit des Personalausschusses berichtete der Vorsitzende des Aufsichtsrates dem Gesamtaufsichtsrat.

Der Jahresabschluss der ABB AG und der Konzernabschluss wurden im Auftrag des Aufsichtsrats von der Ernst & Young GmbH, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Mannheim, geprüft und mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Der Aufsichtsrat nahm von dem Prüfergebnis zustimmend Kenntnis. Nach seiner eigenen abschließenden Prüfung des Jahresabschlusses, des Lageberichts, des Gewinnverwendungsvorschlags und des Konzernabschlusses sowie Konzernlageberichts ergaben sich keine Beanstandungen. Der Aufsichtsrat hat den Jahresabschluss in seiner Sitzung am 31. März 2011 gebilligt und damit festgestellt.

Mit Wirkung zum 31. August 2010 wurde die Amtszeit von Hendrik Weiler als Mitglied des Vorstands und Arbeitsdirektor einvernehmlich beendet, um ihm die Wahrnehmung anderweitiger Aufgaben im ABB-Konzern zu ermöglichen. Zu seinem Nachfolger als Mitglied des Vorstands und Arbeitsdirektor wurde mit Wirkung zum 01. September 2010 Markus Ochsner bestellt. Für Dr. Joachim Schneider, dessen Amtszeit am 28. Februar 2011 endete, wurde Dr. Martin Schumacher mit Wirkung zum 01. März 2011 zum Mitglied des Vorstands bestellt. Jürgen Ratayczak ist zum 31. Dezember 2010 aus dem Aufsichtsrat ausgeschieden. Für ihn hat das Amtsgericht Mannheim mit Beschluss vom 04. Februar 2011 Mirko Geiger zum Mitglied des Aufsichtsrats bestellt.

Der Aufsichtsrat dankt Jürgen Ratayczak, Dr. Joachim Schneider und Hendrik Weiler für die stets vertrauensvolle, konstruktive Zusammenarbeit und ihre Leistungen für das Unternehmen.

Mannheim, den 31. März 2011

Bernhard Jucker, Vorsitzender des Aufsichtsrats

Aufsichtsrat

Bernhard Jucker

Zürich / Schweiz,

Mitglied des Executive Committee der ABB Ltd,

Zürich / Schweiz

Vorsitzender

Wilhelm Kuper 1),

Ilvesheim

Vorsitzender Konzernbetriebsrat ABB AG,

Mannheim

stellv. Vorsitzender

Detlev Bremkamp

München,

Consultant,

ehem. Mitglied Vorstand Allianz AG,

München

Dr. Horst Dietz

Berlin,

DIETZ Unternehmensberatungsgesellschaft m.b.H,

Berlin

Mirko Geiger 2)

Heidelberg,

1. Bevollmächtigter der IG Metall,

IG Metall Heidelberg

(ab 04.02.2011)

Prof. Dr. Andreas Georgi

Starnberg,

Consultant

Petra Jonka 1)

Minden,

Technische Zeichnerin

Werner Kief 1)

Reilingen,

Mechaniker

Jürgen Ratayczak 1)

Bad Kreuznach,

Gewerkschaftssekretär des Vorstands

der IG Metall Frankfurt / Main

(bis 31.12.2010)

Helmut Rath 1)

Bad Berleburg,

Werkzeugmacher

Bernhard Rothmund 1)

Birkenau,

Leiter Supply Management der ABB Automation GmbH

Vorsitzender Konzernsprecherausschuss Leitende Angestellte

Bernhard Schreier

Heidelberg,

Vorsitzender des Vorstands der Heidelberger Druckmaschinen AG,

Heidelberg

Prof. Dr. Alfred Storck

Wettingen / Schweiz,

Honorarprofessor, Betriebswirtschaftliche

Steuerlehre und Unternehmensfinanzierung Universität St. Gallen,

St. Gallen / Schweiz

Dr. Eric Strutz

Frankfurt / Main,

Mitglied des Vorstands der Commerzbank AG,

Frankfurt / Main

Dr. Peter Terwiesch

Zürich / Schweiz,

Leiter Konzernfunktion

Forschung und Entwicklung der ABB Asea Brown Boveri Ltd,

Zürich / Schweiz

Peter Toussaint 1)

Mannheim,

PLT Consult GmbH,

Mannheim

Waltraud Vaeth 1)

Leipzig,

Vertriebsingenieurin

1) von den Arbeitnehmern gewählt

2) vom Amtsgericht Mannheim gemäß § 104 AktG als Vertreter der Arbeitnehmer bestellt

Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2010

ABB Deutschland

Konzernbilanz

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

Kapitalflussrechnung

Segmentberichterstattung

Eigenkapitalspiegel

Konzernanhang

Konzernbilanz

ABB Deutschland

Aktiva

in Tsd. € Anhang 31.12.2010 31.12.2009
A. Anlagevermögen (3)
I. Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände 128.091 164.158
II. Sachanlagen 256.341 253.701
III. Finanzanlagen 22.202 794.694
Summe 406.634 1.212.553
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte (4) 1.701.229 1.545.932
Verrechnete Kundenanzahlungen - 1.250.198 - 1.174.022
451.031 371.910
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (5) 299.271 330.152
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen und gegen sonstige Beteiligungen (5, 6) 664.283 744.022
3. Sonstige Vermögensgegenstände (5) 41.706 70.475
III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks (6) 15.134 12.598
Summe 1.471.425 1.529.157
C. Rechnungsabgrenzungsposten 183 966
D. Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung (7) 102.330
Bilanzsumme 1.980.572 2.742.676
Passiva
in Tsd. € Anhang 31.12.2010 31.12.2009
A. Eigenkapital (8)
I. Gezeichnetes Kapital (9) 167.500 167.500
II. Kapitalrücklagen (9) 51.046 51.046
III. Gewinnrücklagen (10) 179.707 215.060
IV. Bilanzgewinn / -verlust 145.208 -10.190
V. Ausgleichsposten für Anteile konzernfremder Gesellschafter (11) 6.098 5.624
Summe 549.559 429.040
B. Rückstellungen
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen (12) 80.456 853.362
2. Steuerrückstellungen (13) 66.683 57.702
3. Sonstige Rückstellungen (14) 641.726 671.019
Summe 788.865 1.582.083
C. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (15) 182 1
2. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen (15) 1.572.431 1.460.010
Verrechnet mit Vorräten - 1.250.198 - 1.174.022
322.233 285.988
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (15) 125.479 104.524
4. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen und gegenüber sonstigen Beteiligungen (6, 15) 140.365 300.115
5. Sonstige Verbindlichkeiten (15) 53.740 40.566
Summe 641.999 731.194
D. Rechnungsabgrenzungsposten 149 359
Bilanzsumme 1.980.572 2.742.676
Haftungsverhältnisse (17) 33.095 29.106

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

ABB Deutschland

in Tsd. € Anhang 2010 2009
1. Umsatzerlöse (22) 2.960.939 3.220.579
2. Bestandsveränderung 157.795 -232.360
3. Andere aktivierte Eigenleistungen 4.722 6.508
4. Sonstige betriebliche Erträge (22) 213.606 226.869
5. Gesamtleistung 3.337.062 3.221.596
6. Materialaufwand (23) 1.635.385 1.498.673
7. Personalaufwand (24) 745.688 789.155
8. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und auf Sachanlagen (26) 90.349 82.126
9. Sonstige betriebliche Aufwendungen (27) 631.712 665.131
10. Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit 233.928 186.511
11. Beteiligungsergebnis (28) 220
12. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge (29) 6.983 6.131
13. Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens (29) 20
14. Zinsen und ähnliche Aufwendungen (29) 3.744 1.589
15. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 237.167 191.253
16. Außerordentliche Erträge 39.451
17. Außerordentliche Aufwendungen 128.739
18. Außerordentliches Ergebnis (30) -89.288
19. Ertragsteuern (31) 30.908 12.805
20. Steuerumlage an die Muttergesellschaft (31, 32) 72.432
21. Jahresüberschuss vor Ergebnisübernahme 116.971 106.016
22. Ergebnisübernahme durch Muttergesellschaft (32) -165.236
23. Jahresüberschuss/-fehlbetrag nach Ergebnisübernahme 116.971 -59.220
24. Ergebnisvortrag aus dem Vorjahr 33.076 53.433
25. Ergebnisanteile konzernfremder Gesellschafter -4.839 -4.403
26. Bilanzgewinn/-verlust 145.208 -10.190

Kapitalflussrechnung

ABB Deutschland

in Tsd. € 2010 2009
1. Jahresüberschuss vor Ergebnisübernahme 116.971 106.016
2. Abschreibungen auf Vermögensgegenstände des Anlagevermögens 90.349 82.146
3. Veränderungen der Rückstellungen 5.292 58.894
4. Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen / Erträge -328 -697
5. Gewinne / Verluste aus dem Abgang von Anlagevermögen -1.262 -12.410
6. Veränderung der Vorräte und der geleisteten Anzahlungen -79.121 228.138
7. Veränderung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 7.168 -16.986
8. Veränderung sonstiger Aktiva -96.103 -3.766
9. Veränderung der erhaltenen Kundenanzahlungen 36.245 -153.764
10. Veränderungen der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 69.667 -48.060
11. Veränderung sonstiger Passiva 12.775 -15.827
12. Korrektur von Einflüssen aus Investitionstätigkeit im Planvermögen 147.901
13. = Cash Flow aus der laufenden Geschäftstätigkeit 309.554 223.684
14. Einzahlungen aus Abgängen von Anlagevermögen 4.849 24.854
15. Auszahlungen für Investitionen in das Anlagevermögen -58.447 -62.039
16. Einzahlungen aus Abgängen von Planvermögen 56.164 57.934
17. Auszahlungen für Investitionen in das Planvermögen -204.065 -7.728
18. = Cash Flow aus der Investitionstätigkeit -201.499 13.021
19. Abführung Vorjahresergebnis an Muttergesellschaft -165.236 -173.678
20. Veränderung der Finanzschulden vor Ergebnisübernahme -42.856 2.459
21. = Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit -208.092 -171.219
22. Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelbestands (= Summe Zeilen 13, 18, 21) -100.037 65.486
23. Finanzmittelbestand am 1.1. 584.833 519.347
24. = Finanzmittelbestand am 31.12. 484.796 584.833

Segmentberichterstattung

ABB Deutschland

Segmentberichterstattung per 31.12.2010

(Vorjahreszahlen auf aktuelle Konzernstruktur angepasst)
Prozessautomation Industrieautomation und Antriebe Niederspannungsprodukte
in Tsd. € 2010 2009 2010 2009 2010 2009
--- --- --- --- --- --- ---
Auftragseingang 498.791 522.204 350.222 221.442 936.719 852.678
Außenumsatz 559.526 504.432 307.900 245.436 802.153 722.762
Interner Umsatz 17.264 19.292 9.291 9.453 110.105 102.432
Gesamtumsatz 576.790 523.724 317.191 254.889 912.258 825.194
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit vor Restrukturierung 40.843 28.999 -8.020 -16.441 97.914 77.813
Restrukturierungsaufwendungen 6.359 28.825 12.248 2.250
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit nach Restrukturierung 34.484 174 -8.020 -28.689 97.914 75.563
Außerordentliches Ergebnis -29.985 314 -16.997
Ergebnis vor Steuern 4.499 174 -7.706 -28.689 80.917 75.563
Abschreibungen auf Sachanlagen * 13.453 13.608 15.892 15.883 30.660 24.325
Investitionen in Sachanlagen * 3.430 4.014 555 691 19.903 22.145
Zinserträge 824 665 86 83 567 591
Zinsaufwendungen 1.546 169 151 4.807 2.683
Segmentvermögen ** 443.647 643.402 117.024 115.729 471.974 536.148
Segmentverbindlichkeiten ** 268.050 460.350 60.598 68.359 344.156 412.361
Zahl der Mitarbeiter 2.065 2.379 742 722 3.571 3.591
Segmentberichterstattung per 31.12.2010

(Vorjahreszahlen auf aktuelle Konzernstruktur angepasst)
Energietechnik- Produkte Energietechnik- Systeme Nichtkernbereich
in Tsd. € 2010 2009 2010 2009 2010 2009
--- --- --- --- --- --- ---
Auftragseingang 798.811 893.267 1.299.058 798.285 50.760 50.881
Außenumsatz 729.233 812.515 538.160 910.771 19.063 19.321
Interner Umsatz 104.867 29.216 10.429 10.399 31.697 31.560
Gesamtumsatz 834.100 841.731 548.589 921.170 50.760 50.881
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit vor Restrukturierung 128.131 121.187 11.854 76.674 5.572 1.749
Restrukturierungsaufwendungen 4.640 3.292 28.800
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit nach Restrukturierung 128.131 116.547 8.562 47.874 5.572 1.749
Außerordentliches Ergebnis -14.218 -3.333 -1.669
Ergebnis vor Steuern 113.913 116.547 5.229 47.874 3.903 1.749
Abschreibungen auf Sachanlagen * 13.551 12.591 10.037 9.936 3.327 3.059
Investitionen in Sachanlagen * 15.182 22.060 2.484 3.703 9.306 3.822
Zinserträge 240 249 3.115 986 2.437 931
Zinsaufwendungen 1.566 1.122 1.059 61 976 562
Segmentvermögen ** 436.271 492.561 606.507 685.886 107.843 113.962
Segmentverbindlichkeiten ** 330.436 383.542 560.509 611.165 87.386 94.750
Zahl der Mitarbeiter 2.334 2.433 1.581 1.700 37 40
Segmentberichterstattung per 31.12.2010

(Vorjahreszahlen auf aktuelle Konzernstruktur angepasst)
Sonstige Einheiten / Konsolidierung Konzern
in Tsd. € 2010 2009 2010 2009
--- --- --- --- ---
Auftragseingang -214.515 -282.166 3.719.846 3.056.591
Außenumsatz 4.904 5.342 2.960.939 3.220.579
Interner Umsatz 6.301 6.361 289.954 208.713
Gesamtumsatz 11.205 11.703 3.250.893 3.429.292
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit vor Restrukturierung -29.476 -21.965 246.818 268.016
Restrukturierungsaufwendungen 9.651 76.763
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit nach Restrukturierung -29.476 -21.965 237.167 191.253
Außerordentliches Ergebnis -23.400 -89.288
Ergebnis vor Steuern -52.876 -21.965 147.879 191.253
Abschreibungen auf Sachanlagen * 3.429 2.724 90.349 82.126
Investitionen in Sachanlagen * 7.115 4.733 57.975 61.168
Zinserträge -286 2.626 6.983 6.131
Zinsaufwendungen -6.361 -3.008 3.744 1.589
Segmentvermögen ** -202.694 154.988 1.980.572 2.742.676
Segmentverbindlichkeiten ** -220.122 283.109 1.431.013 2.313.636
Zahl der Mitarbeiter 682 643 11.012 11.508

* Inkl. immaterielle Vermögensgegenstände.

** Ab 2010 Verrechnung Wertpapiere mit Pensionsverpflichtungen.

ABB Deutschland

Segmentberichterstattung per 31.12.2010 Auftragseingang und Umsatz nach Regionen (Vorjahreszahlen auf aktuelle Konzernstruktur angepasst) Prozessautomation Industrieautomation und Antriebe Niederspannungsprodukte
in % 2010 2009 2010 2009 2010 2009
--- --- --- --- --- --- ---
Auftragseingang
Deutschland 54 61 80 77 64 65
Europa * 27 23 11 7 24 25
Amerika 6 4 2 6 2 1
Asien 11 11 7 10 9 8
Afrika 1 1 1 1
Sonstige Regionen 1
Umsatz
Deutschland 57 61 80 83 63 63
Europa * 27 25 10 7 25 26
Amerika 5 5 2 5 2 1
Asien 10 8 8 5 9 9
Afrika 1 1 1 1
Sonstige Regionen
Segmentberichterstattung per 31.12.2010 Auftragseingang und Umsatz nach Regionen (Vorjahreszahlen auf aktuelle Konzernstruktur angepasst) Energietechnik- Produkte Energietechnik- Systeme Nichtkernbereich Konzern
in % 2010 2009 2010 2009 2010 2009 2010 2009
--- --- --- --- --- --- --- --- ---
Auftragseingang
Deutschland 24 30 62 22 100 100 53 41
Europa * 36 35 8 10 21 24
Amerika 12 7 1 1 4 4
Asien 24 25 25 53 19 26
Afrika 1 2 4 14 2 5
Sonstige Regionen 3 1 1
Umsatz
Deutschland 29 23 32 20 100 100 45 40
Europa * 35 39 12 37 26 31
Amerika 10 9 16 3 8 5
Asien 23 27 20 31 16 20
Afrika 2 1 20 9 5 3
Sonstige Regionen 1 1 1

* Ohne Deutschland.

Eigenkapitalspiegel

Mutterunternehmen
in Tsd. € Gezeichnetes

Kapital *
Kapitalrücklage Gewinnrücklagen

und Bilanzgewinn
Eigenkapital
--- --- --- --- ---
Stand am 31.12.2009 167.500 51.046 204.870 423.416
Gezahlte Dividenden
Übrige Veränderungen -330 -330
Anpassungen BilMoG 5.916 5.916
Jahresergebnis 114.459 114.459
Stand am 31.12.2010 167.500 51.046 324.915 543.461
Minderheitsgesellschafter Konzerneigenkapital
in Tsd. € Minderheitenkapital Gesamt
--- --- ---
Stand am 31.12.2009 5.624 429.040
Gezahlte Dividenden -2.038 -2.038
Übrige Veränderungen -330
Anpassungen BilMoG 5.916
Jahresergebnis 2.512 116.971
Stand am 31.12.2010 6.098 549.559

* 6.552.000 auf den Inhaber lautende Stückaktien.

Konzernanhang

1. Konsolidierungsgrundsätze

Konsolidierungskreis

In den Konzernabschluss werden grundsätzlich alle Beteiligungsgesellschaften einbezogen, an denen die ABB AG, Mannheim, unmittelbar oder mittelbar mit Mehrheit beteiligt ist und bei denen sie einen beherrschenden Einfluss ausüben kann. Im Berichtsjahr sind außer der ABB AG, Mannheim, 24 inländische und 3 ausländische Unternehmen konsolidiert.

Mit Wirkung zum 01. Oktober 2010 wurde die Jokab Safety (D) GmbH, Spaichingen, erworben und in den Konsolidierungskreis einbezogen. Mit Wirkung zum 30. November 2010 wurde diese Gesellschaft auf die ABB Stotz-Kontakt GmbH, Heidelberg, verschmolzen.

Die ABB Unterstützungseinrichtung GmbH, Mannheim, wurde in der Vergangenheit aufgrund des Konsolidierungswahlrechtes gemäß § 296 I Nr. 1 HGB nicht in den Konzernabschluss einbezogen, da das Vermögen dieser Gesellschaft ausschließlich zur Erfüllung mittelbarer Altersversorgungsverpflichtungen dient. Aufgrund der durch das Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz (BilMoG) geänderten Konsolidierungsregelungen bezüglich sogenannter Zweckgesellschaften (§ 290 II Nr. 4 HGB) wurde die ABB Unterstützungseinrichtung GmbH, Mannheim, im Berichtsjahr erstmalig in den Konsolidierungskreis einbezogen, wobei das zu Zeitwerten bewertete Vermögen dieser Gesellschaft gemäß § 246 II HGB mit den (mittelbaren) Altersversorgungsverpflichtungen dieser Gesellschaft verrechnet wurde.

Die Vergleichbarkeit des Konzernabschlusses mit dem des Vorjahres wird durch die beiden zuvor beschriebenen Konsolidierungskreisveränderungen nicht wesentlich beeinträchtigt.

Die Abschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen, prüfungspflichtigen Gesellschaften wurden für das Geschäftsjahr 01. Januar bis 31. Dezember 2010 aufgestellt, von Wirtschaftsprüfern geprüft und mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Die Jahresabschlüsse der ABB AG, Mannheim, und ihrer Tochterunternehmen werden in den Konzernabschluss gemäß US GAAP der ABB Ltd, Zürich / Schweiz, einbezogen.

Kapitalkonsolidierung

Die Kapitalkonsolidierung der in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften erfolgte bis zum 31. Dezember 2009 nach der Buchwertmethode durch Verrechnung der Anschaffungswerte der Anteile an Tochterunternehmen mit dem auf das Mutterunternehmen entfallenden Eigenkapital zum Zeitpunkt der erstmaligen Einbeziehung in den Konsolidierungskreis. Ein nach der Buchwertmethode entstandener aktivischer Unterschiedsbetrag wurde bis zum Geschäftsjahr 1998 in der Konzernbilanz im Jahr der erstmaligen Konsolidierung zu Lasten der anderen Gewinnrücklagen verrechnet.

Ab dem 01. Januar 1999 wurde bei bedeutenden Neuinvestitionen ein aktivischer Unterschiedsbetrag zwischen den Anschaffungskosten der Anteile an Tochterunternehmen und dem anteiligen Eigenkapital zum Zeitpunkt des Erwerbs als Geschäfts- oder Firmenwert aktiviert und über die geplante Nutzungsdauer abgeschrieben.

Ab dem Geschäftsjahr 2010 erfolgt die Kapitalkonsolidierung nach der Neubewertungsmethode, wobei aktivische Unterschiedsbeträge aufgrund der geänderten gesetzlichen Regelungen durch die Einführung des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes (BilMoG) stets als Geschäfts- bzw. Firmenwert aktiviert und über die voraussichtliche Nutzungsdauer abgeschrieben werden. Sofern der beizulegende Wert am Stichtag unter den fortgeführten Anschaffungskosten liegen sollte, werden solche Wertminderungen im Rahmen von außerplanmäßigen Abschreibungen auf die aktivierten Geschäfts- bzw. Firmenwerte erfasst. Sollten die Gründe für eine solche außerplanmäßige Abschreibung zu einem späteren Zeitpunkt entfallen, wird der niedrigere Wertansatz beibehalten bzw. fortgeführt.

Passivische Unterschiedsbeträge werden aufgrund der durch das BilMoG geänderten Konsolidierungsregelungen unabhängig ihres bilanziellen Charakters grundsätzlich in einem gesonderten Posten nach dem Konzerneigenkapital ausgewiesen. Sofern solche passivischen Unterschiedsbeträge eigenkapitalähnlichen Charakter aufweisen und eine technisch bedingte Folge gesellschaftsrechtlicher Maßnahmen der Vergangenheit sind, werden diese Unterschiedsbeträge auch nach dem 01. Januar 2010 unter den Gewinnrücklagen ausgewiesen.

Zum 31. Dezember 2010 entfallen 118.147 Tsd. € der aktivierten Geschäfts- oder Firmenwerte auf aktivische Unterschiedsbeträge, die aus der Kapitalkonsolidierung stammen und planmäßig abgeschrieben werden. In Höhe von 64.221 Tsd. € wurden aktivische Unterschiedsbeträge mit den Gewinnrücklagen verrechnet. Die unter den Gewinnrücklagen ausgewiesenen passivischen Unterschiedsbeträge aufgrund gesellschaftsrechtlicher Maßnahmen der Vergangenheit beliefen sich zum 31. Dezember 2010 auf 42.231 Tsd. €.

Die Anteile konzernfremder Gesellschafter sind aus dem jeweils am Bilanzstichtag vorhandenen konsolidierungspflichtigen Kapital ermittelt und unter Einschluss von Gewinn- und Verlustanteilen im Bilanzposten ‚Ausgleichsposten für Anteile anderer Gesellschafter‘ ausgewiesen.

Die Equity-Konsolidierung assoziierter Unternehmen erfolgt grundsätzlich nach der Buchwertmethode, wobei als Stichtag für die Kapitalaufrechnung der Zeitpunkt der erstmaligen Anwendung der Equity-Methode zugrundegelegt wird. Ein sich ergebender Unterschiedsbetrag zwischen dem Buchwert und dem anteiligen Eigenkapital des assoziierten Unternehmens wird den Vermögensgegenständen, Schulden, Rechnungsabgrenzungsposten und etwaigen Sonderposten des assoziierten Unternehmens zugeordnet und entsprechend dieser Positionen fortgeführt.

Sofern nach der zuvor beschriebenen Zuordnung ein Geschäfts- oder Firmenwert verbleibt, wird dieser nach den zuvor beschriebenen Grundsätzen zur Bilanzierung und Bewertung von Geschäfts- oder Firmenwerten behandelt.

Ein gegebenenfalls nach der zuvor beschriebenen Zuordnung verbleibender passivischer Unterschiedsbetrag wird nach den Grundsätzen des § 309 II HGB bilanziert.

Währungsumrechnung

Die Bilanzwerte der ausländischen Tochtergesellschaften werden für die Einbeziehung der Gesellschaften in den Konzernabschluss mit den Devisenkassamittelkursen am Bilanzstichtag in Euro umgerechnet, die Gewinn- und Verlustrechnungen werden mit dem Durchschnittskurs umgerechnet. Unterschiede aus dieser Umrechnung sowie aus der Umrechnung von Bilanzpositionen sind innerhalb des Konzerneigenkapitals nach den Rücklagen unter dem Posten ‚Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung‘ ausgewiesen. Sie beeinflussen den Jahresüberschuss somit nicht.

Die Währungsumrechnung des anteiligen Eigenkapitals von assoziierten Unternehmen erfolgt zum jeweiligen Kurs zum Stichtag der Kapitalaufrechnung, d. h. zum Zeitpunkt der erstmaligen Anwendung der Equity-Methode. Die Wertfortschreibung der Anteile an assoziierten Unternehmen im Umfang der jeweiligen Jahresergebnisse erfolgt zum jeweiligen Kurs im Zeitpunkt der Bilanzaufstellung. Gewinnausschüttungen von assoziierten Unternehmen werden zum jeweiligen Kurs im Zeitpunkt der Ausschüttung umgerechnet.

Sonstige Konsolidierungsmaßnahmen

In der Bilanz werden Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen konsolidierten Gesellschaften gegeneinander aufgerechnet. In der Gewinn- und Verlustrechnung werden Zinsaufwendungen und Zinserträge sowie konzerninterne Umsätze und andere konzerninterne Erträge entsprechend § 305 I HGB mit den darauf entfallenden konzerninternen Aufwendungen verrechnet.

Lieferungen und Leistungen zwischen Konzerngesellschaften werden zu marktüblichen Bedingungen vorgenommen; wesentliche Zwischenergebnisse aus diesen Umsätzen sind eliminiert. Wertberichtigungen, Rückstellungen und sonstige in den Einzelabschlüssen ergebniswirksame Maßnahmen aus Konzernverbindungen werden für die Erstellung des Konzernabschlusses aufgehoben.

Geschäftsbeziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen

Sowohl die konzerninternen Geschäftsbeziehungen der in den Konzernabschluss der ABB AG, Mannheim, einbezogenen Unternehmen als auch Geschäftsbeziehungen dieser Konzernunternehmen zu anderen nahestehenden Unternehmen und Personen erfolgen zu marktüblichen Konditionen wie sie auch mit fremden Dritten üblich sind.

2. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Infolge des im Mai 2009 in Kraft getretenen Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes (BilMoG) war es erforderlich, wesentliche Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden an die neuen gesetzlichen Bestimmungen anzupassen.

Aufgrund der Übergangsvorschriften des BilMoG ist eine Anpassung der Vorjahreszahlen an die geänderten Bilanzierungs- und Bewertungsvorschriften nicht geboten, so dass ein Vorjahresvergleich nur bedingt möglich ist.

Wesentliche Veränderungen ergaben sich bei der Bewertung der Rückstellungen und der zur Absicherung der Altersversorgungsverpflichtungen dienenden Wertpapiere des Anlagevermögens. Ferner ergaben sich Änderungen beim Deckungskapital von Rückdeckungsversicherungen, im Bereich der Fremdwährungsbewertung sowie im Bereich der latenten Steuern.

Die einzelnen Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze und die diesbezüglichen Änderungen zum 01. Januar 2010 aufgrund der Umsetzung des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes (BilMoG) werden in den nachfolgenden Abschnitten näher erläutert.

Die Einzelabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen werden nach den bei der Konzernobergesellschaft, der ABB AG, Mannheim, geltenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden erstellt. Soweit ausländische Gesellschaften aufgrund landesrechtlicher Bestimmungen im Einzelabschluss von diesen Methoden wesentlich abweichen, werden diese Abschlüsse für die Konsolidierung angepasst.

Eine Anpassung der Einzelabschlüsse von assoziierten Unternehmen erfolgt im Hinblick auf die Wahlmöglichkeit in § 312 V HGB nur in solchen Fällen, in denen die dem jeweiligen Einzelabschluss zugrundeliegenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden zentralen Grundsätzen ordnungsmäßiger Bilanzierung im Sinne von § 243 HGB nicht entsprechen.

Zur Verbesserung der Übersichtlichkeit sind in der Konzernbilanz und der Konzerngewinn- und -verlustrechnung einzelne Posten zusammengefasst. Diese Posten sind im Anhang gesondert ausgewiesen. Der Konzernabschluss ist in Tausend Euro aufgestellt.

Im Einzelnen wird nach folgenden Grundsätzen bewertet:

Umsatzerlöse

Als Umsatzerlöse werden die Erlöse aus dem Verkauf von Produkten und der Erbringung von Dienstleistungen ausgewiesen, soweit solche Erlöse aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit der ABB AG, Mannheim, und ihrer konsolidierten Tochterunternehmen resultieren. Die Realisierung der Umsatzerlöse erfolgt grundsätzlich im Zeitpunkt des Gefahrenübergangs bzw. im Zeitpunkt der Leistungserbringung. Erlösschmälerungen werden als Minderung der Umsatzerlöse erfasst.

Anlagevermögen

Immaterielle Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige, lineare Abschreibungen, bewertet. Für die Abschreibung eines Geschäfts- oder Firmenwertes wird die voraussichtliche wirtschaftliche Nutzungsdauer (maximal 15 Jahre) zugrunde gelegt. Von dem Wahlrecht zur Aktivierung selbstgeschaffener immaterieller Vermögensgegenstände (§ 248 II HGB) wird mit Blick auf die diesen Vermögensgegenständen innewohnende Unsicherheit bezüglich der Werthaltigkeit kein Gebrauch gemacht.

Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten und, soweit abnutzbar, unter Berücksichtigung planmäßiger Abschreibungen bewertet. Die Herstellungskosten selbsterstellter Anlagen enthalten die unmittelbar zuzurechnenden Einzelkosten und die auf diese Einzelkosten entfallenden Gemeinkosten.

Sowohl Gebäude als auch bewegliche Gegenstände des Anlagevermögens werden grundsätzlich linear abgeschrieben; in Einzelfällen wird auch von der geometrisch-degressiven Abschreibungsmethode Gebrauch gemacht, sofern diese Methode besser geeignet erscheint, den tatsächlichen Verlauf des Wertverzehrs sachgerecht widerzuspiegeln.

Die Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten selbstständig nutzbarer, beweglicher und der Abnutzung unterliegender Vermögensgegenstände des Anlagevermögens werden im Jahr der Anschaffung bzw. Herstellung vollständig als Aufwand erfasst, sofern deren Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten 150 Euro nicht überschreiten. Liegen die Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten solcher Vermögensgegenstände über 150 Euro bis 410 Euro, werden diese Vermögensgegenstände ab dem Berichtsjahr im Jahr des Zugangs in voller Höhe abgeschrieben. Im Vorjahr wurden solche Vermögensgegenstände mit Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten über 150 Euro bis 1.000 Euro in einem jahresbezogenen Sammelposten erfasst, der über einen Zeitraum von 5 Jahren nach der linearen Methode abgeschrieben wird.

Außerplanmäßige Abschreibungen werden vorgenommen, soweit der Ansatz mit dem niedrigeren Wert erforderlich ist.

Die Anteile an verbundenen Unternehmen und die sonstigen Beteiligungen sind zu Anschaffungskosten oder zu niedrigeren Werten angesetzt, sofern nachhaltige Wertminderungen eingetreten sind; gleiches gilt für die Wertpapiere des Anlage vermögens, sofern es sich nicht um Wertpapiere handelt, die zur Sicherung von Altersversorgungsverpflichtungen gehalten werden und Bestandteil unseres Contractual Trust Arrangement (CTA) sind. Diese, als Planvermögen bezeichneten, Wertpapiere werden zu Marktwerten bewertet und hiernach gemäß § 246 II HGB mit den Pensionsverpflichtungen verrechnet. Analog hierzu wird mit solchen Wertpapieren des Anlagevermögens verfahren, die der Sicherung von Altersteilzeitgut haben dienen.

Wesentliche Beteiligungen an assoziierten Unternehmen werden nach der Buchwertmethode (Equity-Methode) aktiviert.

Langfristige unverzinsliche bzw. niedrigverzinsliche Ausleihungen werden auf den Barwert abgezinst. Abzinsungen werden als Abschreibung, Aufzinsungen als Zuschreibung ausgewiesen.

Umlaufvermögen

Die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und die Handelswaren sind grundsätzlich mit den Anschaffungskosten bzw. mit niedrigeren Tagespreisen bewertet. Zur Ermittlung der Anschaffungskosten wird in der Regel die Durchschnittsmethode angewandt. Teile des Vorratsvermögens sind auch zu Festwerten sowie unter Anwendung der Lifo-Methode angesetzt. Den in den Warenvorräten liegenden Risiken, die sich aus der Lagerdauer und / oder aus geminderter Verwertbarkeit ergeben, wird durch entsprechende Abschläge Rechnung getragen. Bei der Ermittlung der Herstellungskosten für unfertige und fertige Erzeugnisse sowie für bestellte Anlagen in Arbeit werden die Kosten gemäß § 255 II Satz 2 HGB zugrunde gelegt. Absehbare Verluste aus Kundenaufträgen werden durch Abzug von den aktivierten Aufwendungen bei bestellten Anlagen in Arbeit berücksichtigt; darüber hinausgehende Verluste werden als Rückstellungen für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften passiviert. Erhaltene Kundenanzahlungen werden in dem Umfang von den Vorräten abgesetzt, in dem sie für die Herstellung der Vorräte verwendet wurden (Fortschrittszahlungen).

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden unter Berücksichtigung aller einzeln erkennbaren Risiken bewertet. Das allgemeine Ausfallrisiko bei Forderungen und Wechseln ist im Rahmen einer Pauschalwertberichtigung zu Forderungen erfasst. Unverzinsliche oder niedrigverzinsliche Forderungen mit Laufzeiten von mehr als einem Jahr werden abgezinst.

Kursgesicherte Forderungen in fremder Währung wurden bis zum 31. Dezember 2009 stets mit den auf sie entfallenden Devisentermingeschäften zu Bewertungseinheiten zusammengefasst und somit zum jeweiligen Sicherungskurs bewertet. Nicht kursgesicherte Forderungen in fremder Währung wurden hingegen – unabhängig von ihrer Laufzeit – mit dem Briefkurs des Einbuchungstages bzw. mit dem höheren Kurs am Bilanzstichtag bewertet.

Ab dem 01. Januar 2010 werden kursgesicherte Forderungen in fremder Währung mit dem gesicherten Kurs bewertet, sofern diese Forderungen – unter Beachtung der hierfür erforderlichen Voraussetzungen – zusammen mit einem oder mehreren Devisentermingeschäften zu einer Bewertungseinheit im Sinne von § 254 HGB zusammengefasst werden.

Nicht kursgesicherte Forderungen in fremder Währung sowie gesicherte Fremdwährungsforderungen, die nicht Bestandteil einer Bewertungseinheit sind, werden gemäß § 256a HGB grundsätzlich mit dem Devisenkassamittelkurs am Stichtag bewertet. Beläuft sich die Restlaufzeit dieser Forderungen auf mehr als ein Jahr, erfolgt die Anpassung an den Devisenkassamittelkurs unter Beachtung des Imparitätsprinzips, wohingegen Forderungen mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr stets zum Devisenkassamittelkurs am Stichtag bewertet werden.

Die Zusammenfassung von Fremdwährungsforderungen und Devisentermingeschäften zu Bewertungseinheiten wird in erster Linie im Bereich des Anlage- bzw. Systemgeschäftes vorgenommen, während im Produkt- bzw. Seriengeschäft auf die Bildung von Bewertungseinheiten im Regelfall verzichtet wird.

Alle übrigen Positionen des Umlaufvermögens werden zu Anschaffungskosten oder zum niedrigeren Tageswert angesetzt. Erkennbare Risiken werden dabei durch entsprechende Bewertungsabschläge berücksichtigt.

Sonderposten mit Rücklageanteil

Bis zum 31. Dezember 2009 wurden als Sonderposten mit Rücklageanteil in den Einzelabschlüssen steuerfreie Rücklagen nach § 6b EStG ausgewiesen. Bei Gesellschaften, auf die das Gesetz über die Gemeinschaftsaufgabe ‚Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur‘ oder das Fördergebietsgesetz Anwendung finden, wurden unter den Sonderposten mit Rücklageanteil auch Zuschüsse zum Anlagevermögen und steuerrechtliche Sonderabschreibungen nach § 4 Fördergebietsgesetz ausgewiesen.

Aufgrund der geänderten gesetzlichen Bestimmungen des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes werden ab dem 01. Januar 2010 in den Einzelabschlüssen keine steuerlichen Sonderposten mehr erfasst. Die in den zurückliegenden Jahren gebildeten steuerlichen Sonderposten werden in den Einzelabschlüssen entsprechend Artikel 67 III EGHGB beibehalten und planmäßig fortgeführt bzw. verwendet.

In der Konzernbilanz werden diese in den vergangenen Jahren gebildeten Sonderposten mit ihrem Eigenkapitalanteil (70 %) den anderen Gewinnrücklagen und mit ihrem Steueranteil (30 %) der Rückstellung für latente Steuern zugeordnet.

Rückstellungen und Verbindlichkeiten

Bis zum 31. Dezember 2009 wurden die Pensionsrückstellungen nach versicherungsmathematischen Grundsätzen gemäß dem steuerlichen Teilwertverfahren unter Zugrundelegung eines Zinssatzes in Höhe von 6 % sowie unter Anwendung der Heubeck-Richttafeln 2005 G bewertet.

Ab dem 01. Januar 2010 erfolgt die versicherungsmathematische Ermittlung der Pensionsrückstellungen auf Basis der ‚Projected Unit Credit Methode’, so dass der Wert der Pensionsverpflichtung zum Bewertungsstichtag den versicherungsmathematischen Barwert all jener Leistungen darstellt, die durch die Rentenformel der Versorgungsordnung den bis zu diesem Zeitpunkt abgeleisteten Dienstzeiten zugeordnet werden.

Die Diskontierung der Pensionsverpflichtungen erfolgt dabei mit dem von der Deutschen Bundesbank veröffentlichten Rechnungszins für eine durchschnittliche Restlaufzeit von 15 Jahren per Ende September (Inventurstichtag). Ferner erfolgt die Berechnung der Pensionsverpflichtungen unter Berücksichtigung künftiger Gehalts- und Rentenanpassungen. Als Formel- und Tafelwerk werden die Heubeck- Richttafeln 2005G zugrunde gelegt, die jedoch entsprechend der allgemein beobachteten Sterblichkeitsveränderungen durch den von uns beauftragten Aktuar regelmäßig angepasst werden.

Am 01. März 2006 wurde rückwirkend zum 01. Januar 2006 für tarifliche und außertarifliche Mitarbeiter eine Betriebsvereinbarung zur Überleitung der bisherigen leistungsorientierten Pensionsordnung auf eine beitragsorientierte Versorgungsordnung abgeschlossen; im Geschäftsjahr 2010 wurde nunmehr auch für leitende Angestellte sowie für Geschäftsführer die betriebliche Altersversorgung auf ein beitragsorientiertes Versorgungssystem umgestellt.

Im Geschäftsjahr 2000 wurde den aktiven Mitarbeitern sowie den mit einem unverfallbaren Anspruch ausgeschiedenen Mitarbeitern eine jährliche Anpassung der Rentenzahlungen in Höhe von 1 % p. a. zugesagt. Diese Rentenanpassungsgarantie wurde im Geschäftsjahr 2007 auf die Leistungsempfänger ausgeweitet.

Die Pensionsverpflichtungen der ABB AG, Mannheim, beinhalten auch Verpflichtungen aus der betrieblichen Sozialordnung, wie z. B. Weihnachtsgeldzahlungen an künftige Pensionäre.

Sofern am jeweiligen Bilanzstichtag Vermögensgegenstände vorhanden sind, die ausschließlich der Erfüllung von Pensionsverpflichtungen dienen und dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogen sind, werden die Pensionsverpflichtungen – entsprechend des in § 246 II HGB formulierten Saldierungsgebotes – mit diesen Vermögensgegenständen (Planvermögen) verrechnet.

Aufgrund der im Berichtsjahr erfolgten erstmaligen Konsolidierung der ABB Unterstützungseinrichtung GmbH, Mannheim, als Folge der durch das BilMoG geänderten Konsolidierungsregelungen bezüglich sogenannter Zweckgesellschaften, werden ab dem Geschäftsjahr 2010 auch die zu Zeitwerten bewerteten Vermögensgegenstände dieser Versorgungseinrichtung in den Konzernabschluss einbezogen und mit den entsprechenden (mittelbaren) Altersversorgungsverpflichtungen verrechnet.

Die Bemessung der anderen Rückstellungen erfolgt ab dem 01. Januar 2010 grundsätzlich zum Erfüllungsbetrag, so dass auch künftige Preis- bzw. Kostenveränderungen in die Rückstellungsermittlung einbezogen werden; darüber hinaus wird allen erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen Rechnung getragen.

Rückstellungen für ausstehende Kosten, für drohende Verluste aus Kundenaufträgen sowie für andere Verpflichtungen aus der operativen Geschäftstätigkeit werden auf Basis der noch zu erbringenden Leistungen; d. h. auf der Basis der voraussichtlich noch anfallenden Herstellungskosten bewertet.

Die Ermittlung der Verpflichtungen für Altersteilzeitverträge erfolgt in der Weise, dass die auf die sogenannte ‚Passiv- bzw. Freistellungsphase‘ entfallenden Aufstockungsbeträge über den Zeitraum der ‚Aktiv- bzw. Beschäftigungsphase‘ abgegrenzt werden. Der auf diese Weise ermittelte Verpflichtungsumfang wird mit dem für diese Verpflichtungen reservierten und zu Zeitwerten bewerteten Vermögen verrechnet. Ergibt sich aus dieser Vermögensverrechnung ein passivischer Überhang, erfolgt der Ausweis dieser Nettoverpflichtung unter den sonstigen Rückstellungen; resultiert aus der Vermögensverrechnung ein aktivischer Überhang, wird dieser auf der Aktivseite unter der Position ‚Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung‘ ausgewiesen.

Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden ab dem 01. Januar 2010 grundsätzlich abgezinst, sofern die Zinseffekte werterheblich sind. Die Abzinsung erfolgt dabei mit den von der Deutschen Bundesbank veröffentlichten Zinssätzen.

Aufwandsrückstellungen, insbesondere Instandhaltungsrückstellungen für Instandhaltungsmaßnahmen, die nach dem ersten Quartal des Folgejahres erbracht werden, werden aufgrund der geänderten Rechtslage ab dem 01. Januar 2010 nicht mehr passiviert. Altbestände aus Vorjahren werden entsprechend der Übergangsregelungen des Artikel 67 III EGHGB beibehalten und planmäßig verwendet.

Die Verbindlichkeiten sind grundsätzlich mit ihrem Rückzahlungsbetrag angesetzt. Kursgesicherte Verbindlichkeiten in ausländischer Währung wurden bis zum 31. Dezember 2009 mit dem gesicherten Kurs angesetzt, während nicht kursgesicherte Verbindlichkeiten mit dem Geldkurs des Einbuchungstages bzw. dem niedrigeren Kurs am Bilanzstichtag passiviert wurden.

Ab dem 01. Januar 2010 werden kursgesicherte Fremdwährungsverbindlichkeiten mit dem gesicherten Kurs bewertet, sofern diese Verbindlichkeiten – unter Beachtung der hierfür erforderlichen Voraussetzungen – zusammen mit einem oder mehreren Devisentermingeschäften zu einer Bewertungseinheit im Sinne von § 254 HGB zusammengefasst werden.

Nicht kursgesicherte Verbindlichkeiten in fremder Währung sowie kursgesicherte Fremdwährungsverbindlichkeiten, die nicht Bestandteil einer Bewertungseinheit sind, werden gemäß § 256a HGB grundsätzlich mit dem Devisenkassamittelkurs am Stichtag bewertet. Beläuft sich die Restlaufzeit dieser Verbindlichkeiten auf mehr als ein Jahr, erfolgt die Anpassung an den Devisenkassamittelkurs unter Beachtung des Imparitätsprinzips, während Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr stets zum Devisenkassamittelkus am Bilanzstichtag bewertet werden.

Die für die Bewertung herangezogenen Devisenkassamittelkurse entsprechen den von ‚Reuters‘ veröffentlichten Marktkursen.

Latente Steuern

Latente Steuern resultieren aus Bewertungsunterschieden zwischen Handels- und Steuerbilanz, die sich innerhalb eines kurz- bis mittelfristigen Zeitraums wieder ausgleichen werden sowie aus steuerlichen Verlustvorträgen. Aufgrund der steuerlichen Organschaft erfolgen die Ermittlung und der Ausweis latenter Steuern der in den Organkreis der ABB AG, Mannheim, einbezogenen Organgesellschaften bei der ABB AG, Mannheim, als Organträger. Wir machen von der Möglichkeit zur Aktivierung eines aktivischen Überhangs latenter Steueransprüche keinen Gebrauch.

Derivative Finanzinstrumente

Zur Absicherung von Fremdwährungsrisiken aus dem industriellen Projekt- und Seriengeschäft werden derivative Finanzinstrumente in Form von Devisentermingeschäften eingesetzt. Die Absicherung von Beschaffungspreisrisiken auf den Rohstoffmärkten erfolgt durch den Einsatz von Warentermingeschäften.

Eine Zusammenfassung von Grund- und dazugehörigen Sicherungsgeschäften zu Bewertungseinheiten im Sinne von § 254 HGB erfolgt grundsätzlich nur dann, wenn sowohl die Sicherungsabsicht als auch der Sicherungszusammenhang bereits im Zeitpunkt, zu dem das Sicherungsgeschäft abgeschlossen wird, nachvollziehbar dokumentiert ist, die Wirksamkeit der Sicherung verlässlich bestimmbar ist und die Wirksamkeit bzw. Effektivität über den Zeitraum der Sicherungsbeziehung regelmäßig überprüft wird.

Die Bildung von Bewertungseinheiten erfolgt grundsätzlich nur in unseren Geschäftsbereichen des Anlage- bzw. Systemgeschäftes, wo die Risikoabsicherung in erster Linie in Form von sogenannten ‚Micro-Hedges‘ erfolgt, so dass die Überprüfung der Effektivität des Sicherungszusammenhangs mittels der ‚Critical Terms Match- Methode‘ vorgenommen werden kann.

In unseren Bereichen des Produkt- bzw. Seriengeschäfts, wo die Risikoabsicherung grundsätzlich in Form sogenannter ‚Portfolio-Hedges‘ erfolgt, wird im Regelfall auf die Bildung von Bewertungseinheiten verzichtet, so dass verlustbehaftete Sicherungsgeschäfte am Bilanzstichtag in Form von Drohverlustrückstellungen berücksichtigt werden.

Werden in Einzelfällen auch im Produkt- bzw. Seriengeschäft Bewertungseinheiten gebildet, erfordert dies – neben dem Vorliegen der zuvor beschriebenen Voraussetzungen – dass die gesicherte künftige Grundgeschäftstransaktion mit hoher Wahrscheinlichkeit realisiert wird.

Die bilanzielle Abbildung der Bewertungseinheiten erfolgt grundsätzlich nach der Methode der kompensatorischen Bewertung (Einfrierungs- bzw. Festbewertungsmethode).

3. Anlagevermögen

In den immateriellen Vermögensgegenständen sind EDV-Software, Konzessionen und Schutzrechte sowie entgeltlich erworbene Firmenwerte enthalten. Die Zugänge bzw. Umbuchungen während des Berichtsjahres entfallen in erster Linie auf von Fremdfirmen erbrachte Programmierungsleistungen im Zusammenhang mit der Vereinheitlichung unserer Buchhaltungssysteme und Finanzprozesse in unserem konzerneigenen Shared Accounting Services Center.

Die Zugänge im Sachanlagevermögen im Bereich der technischen Anlagen und Maschinen betreffen mit einem wesentlichen Anteil Investitionen in Produktionsanlagen für eine neue Generation von Sicherungsautomaten bei der ABB Stotz-Kontakt GmbH in Heidelberg.

Der Bestand an Wertpapieren des Anlagevermögens belief sich per 31. Dezember 2009 auf insgesamt 780.968 Tsd. €, wovon ein Teilbetrag in Höhe von 757.480 Tsd. € auf einen Spezialfonds entfiel, der im Rahmen eines Contractual Trust Arrangements (CTA) zur Sicherung von Pensionsansprüchen treuhänderisch auf den ABB Vermögenstreuhand e. V. übertragen wurde.

Ferner enthielten die Wertpapiere des Anlagevermögens einen weiteren Spezialfonds im Umfang von 23.473 Tsd. €, der mit einem Teilbetrag in Höhe von 10.909 Tsd. € zum Zwecke der Insolvenzsicherung von Altersteilzeitguthaben verpfändet war.

Gemäß § 246 II HGB sind Vermögensgegenstände, die dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogen sind und ausschließlich der Erfüllung von Altersversorgungsverpflichtungen oder ähnlicher langfristig fälliger Schulden dienen, mit diesen Schuldposten zu verrechnen.

Vor diesem Hintergrund ergab sich zum 01. Januar 2010 eine Umgliederung von Wertpapieren des Anlagevermögens in Höhe von 768.389 Tsd. €, die im Interesse der Bilanzklarheit im Anlagespiegel (siehe hierzu auch Seite 56 bis 57) in einer gesonderten Spalte ausgewiesen wurde. Bezüglich weiterer Details zur Vermögensverrechnung verweisen wir auf die Ziffern 7 und 14 dieses Anhangs.

Die vollständige Aufstellung des Anteilsbesitzes des Konzerns ABB Deutschland ist auf den Seiten 58 bis 59 aufgeführt.

Entwicklung des Anlagevermögens

ABB Deutschland

in Tsd. € Stand per

31.12.2009
BilMoG-

Anpassung
Stand per

01.01.2010
Zugänge Umbuchungen Abgänge
Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände
EDV-Software 52.177 52.177 1.582 3.818 2.900
Konzessionen, Schutzrechte, Lizenzen 1.512 1.512 31 -268 62
Geschäfts- oder Firmenwert 552.973 552.973 722 251
Geleistete Anzahlungen 29 29 -29
Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände (gesamt) 606.691 606.691 2.335 3.521 3.213
Sachanlagen
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 325.254 325.254 1.607 9.358 854
Technische Anlagen und Maschinen 374.395 374.395 6.971 28.871 12.686
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 307.187 307.187 13.648 12.282 15.539
Anlagen im Bau 39.075 39.075 28.552 -39.834 179
Geleistete Anzahlungen 15.059 15.059 4.862 -14.198 99
Sachanlagen (gesamt) 1.060.970 1.060.970 55.640 -3.521 29.357
Finanzanlagen
Sonstige Beteiligungen 403 403
Wertpapiere des Anlagevermögens 780.968 -768,389 12.579
Sonstige Ausleihungen 19.563 19.563 472 4.577
Finanzanlagen (gesamt) 800.934 -768,389 32.545 472 4.577
Anlagevermögen (gesamt) 2.468.595 -768,389 1.700.206 58.447 37.147
in Tsd. € Stand per

31.12.2010
Abschreibungen

Geschäftsjahr
Kumulierte

Abschreibungen
Buchwerte

per 31.12.2010
Buchwerte

per 31.12.2009
Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände
EDV-Software 54.677 4.868 44.886 9.791 9.573
Konzessionen, Schutzrechte, Lizenzen 1.213 135 1.101 112 216
Geschäfts- oder Firmenwert 553.444 36.874 435.256 118.188 154.340
Geleistete Anzahlungen 29
Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände (gesamt) 609.334 41.877 481.243 128.091 164.158
Sachanlagen
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 335.365 4.435 246.340 89.025 82.781
Technische Anlagen und Maschinen 397.551 21.775 322.587 74.964 60.390
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 317.578 22.262 258.464 59.114 56.396
Anlagen im Bau 27.614 27.614 39.075
Geleistete Anzahlungen 5.624 5.624 15.059
Sachanlagen (gesamt) 1.083.732 48.472 827.391 256.341 253.701
Finanzanlagen
Sonstige Beteiligungen 403 218 185 185
Wertpapiere des Anlagevermögens 12.579 12.579 780.968
Sonstige Ausleihungen 15.458 6.020 9.438 13.541
Finanzanlagen (gesamt) 28.440 6.238 22.202 794.694
Anlagevermögen (gesamt) 1.721.506 90.349 1.314.872 406.634 1.212.553

Aufstellung des Anteilsbesitzes

ABB Deutschland

(Stand: 31.12.2010) Gewinn-

abführungs-

vertrag
Eigenkapital

in Tsd. LW
Konzernanteil

in %
Beteiligung bei Nr. Ergebnis Geschäftsjahr

in Tsd LW1)
Umsatz

2010

in Mio. LW
Mitarbeiter

31.12.2010
I. Konsolidierte verbundene Unternehmen
1. ABB AG, Mannheim 846.265 € 65.547 1.208 4.068
2. ABB Airport Technologies GmbH, Mannheim * 2.130 € 100 1 . -504
3. ABB Automation GmbH, Mannheim * 128.737 € 100 24. 22.629 571 1.614
4. ABB Automatisierungsanlagen Cottbus GmbH, Cottbus * 6.136 € 100 1 . -51 3
5. ABB Automation Products GmbH, Ladenburg * 38.482 € 100 3. -15.405 321 1.239
6. Busch-Jaeger Elektro GmbH, Lüdenscheid * 12.288 € 100 9. 17.912 225 998
7. ABB Bauprojektmanagement GmbH, Mannheim * 26 € 100 1 . 242 8
8. ABB Beteiligungsgesellschaft mbH, Mannheim 221.868 € 100 1 . 984
9. ABB Beteiligungs-Management GmbH, Mannheim * 47.759 € 100 1 . -1.707
10. ABB Business Services GmbH, Heidelberg * 25 € 100 1 . -352 115
11. ABB Grundbesitz GmbH, Ladenburg * 5.113 € 100 1 . 3.759 45 26
12. ABB Grundbesitz GmbH & Co. Objekte Berlin OHG, Ladenburg 3.769 € 100 1. / 11. -554 3 2
13. Hartmann & Braun Grundstücksverwaltung GmbH, Mannheim 115.328 € 100 8. -1.163
14. JLEC Power Ventures GmbH, Mannheim 1.546 € 100 1 . 3
15. ABB New Ventures GmbH, Mannheim * 717 € 100 1 . -326 1
16. ABB Patent GmbH, Ladenburg * 26 € 100 1 . -70
17. Pucaro Elektro-Isolierstoffe GmbH, Roigheim * 2.930 € 100 9. 4.672 75 274
18. ABB Service GmbH Bobingen, Bobingen * 25 € 100 3. 954 26 141
19. SKYVA International GmbH, Ladenburg 80 € 100 1 . 78
20. ABB Stotz-Kontakt GmbH, Heidelberg * 18.519 € 100 9. 29.122 478 1.702
21. ABB Stotz-Kontakt / Striebel & John Vertriebsges. mbH, Heidelberg -130 € 76 20. / 22. -641 79 134
22. Striebel & John GmbH & Co. KG, Sasbach 1.023 € 51 1 . 5.755 83 366
23. Striebel Vermögensverwaltungsgesellschaft mbH, Sasbach 853 € 51 1 . 2
24. ABB Training Center GmbH & Co. KG, Heidelberg 116.338 € 100 1. / 8. / 13. -2.206 6 88
25. ABB Wirtschaftsbetriebe GmbH, Mannheim * 512 € 100 1 . -206 5 52
26. ABB Stotz-Kontakt Eléctrica Lda., Porto / Portugal 3.717 € 100 20. 412 20 172
27. ABB Stotz-Kontakt S.A., Getafe / Spanien -2.645 € 100 20. 1
28. Striebel & John France S.a.r.l., Fellering / Frankreich 5.262 € 51 23. 348 2 12
29. ABB-Unterstützungseinrichtung GmbH in Mannheim, Mannheim 65.646 € 100 1 . -9.860 20
II. Sonstige Beteiligungen
30. A+T-Projektentwicklungsges. mbH & Co. Potsdamer Platz Berlin KG, München 652 € 33,33 11.
31. Dii GmbH, München 2.210 € 5,88 1 . 17
32. Litra Grundstücks-Verwaltungsgesellschaft mbH & Co. KG, Grünewald 49 € 90 11.
33. PEHLA Gesellschaft für elektrische Hochleistungsprüfungen GbR, Mannheim 140 € 14 1 .
34. SOLUM Grundstücks-Vermietungsgesellschaft mbH & Co. Objekt Dresden KG, Düsseldorf 50 € 99 11.

1) Jahresüberschuss / -fehlbetrag vor Ergebnisübernahmen.

4. Vorräte

in Tsd. € 31.12.2010 31.12.2009
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 107.810 94.874
Unfertige Erzeugnisse 92.743 95.739
Bestellte Anlagen in Arbeit 1.095.313 928.553
Fertige Erzeugnisse und Handelswaren 58.241 64.124
Geleistete Anzahlungen 347.122 362.642
Summe Vorräte inkl. geleisteter Anzahlungen 1.701.229 1.545.932
./. verrechnete Kundenanzahlungen - 1.250.198 - 1.174.022
Vorräte (gesamt) 451.031 371.910

Aufgrund der großen Bedeutung des Anlagengeschäfts werden Bestellte Anlagen in Arbeit im Vorratsvermögen gesondert ausgewiesen. Soweit die erhaltenen Kundenanzahlungen für die Herstellung des Vorratsvermögens verwendet wurden (Fortschrittszahlungen), werden diese offen vom Vorratsvermögen abgesetzt.

Der Anstieg des Bruttovorratsvermögens um rund 155 Mio. € ist in erster Linie vor dem Hintergrund des rückläufigen Umsatzes einerseits sowie des deutlich angestiegenen Bestelleingangs andererseits zu sehen, was – insbesondere im Bereich der Energietechnik-Systeme – zu einem deutlichen Anstieg der Bestandsveränderung und damit auch zu einem Anstieg der Gesamtleistung führte.

Unter Berücksichtigung der um rund 76 Mio. € gestiegenen Fortschrittszahlungen resultiert eine Erhöhung des Nettovorratsvermögens um insgesamt 79 Mio. €.

5. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

in Tsd. € 31.12.2010 31.12.2009
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 299.271 330.152
(davon mit einer Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr) (19.535) (45.747)
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 664.283 744.022
(davon mit einer Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr) (256) (204)
Sonstige Vermögensgegenstände 41.706 70.475
(davon mit einer Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr) (–) (24.204)
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände (gesamt) 1.005.260 1.144.649

Von den Forderungen gegen verbundene Unternehmen entfallen 27 % auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (Vorjahr: 21 %). Der Restbetrag entfällt überwiegend auf kurz- und mittelfristige Geldanlagen bei Tochtergesellschaften unserer Obergesellschaft ABB Asea Brown Boveri Ltd, Zürich / Schweiz.

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände liegen um rund 12 % unter dem Wert des Vorjahres, was in erster Linie auf einen Rückgang der konzerninternen Kreditforderungen zurückzuführen ist – wir verweisen diesbezüglich auf Ziffer 6 dieses Anhangs.

In den sonstigen Vermögensgegenständen sind u.a. Schadenersatzansprüche, Darlehensforderungen an Dritte, Steuererstattungsansprüche, Forderungen aus Konsortialgeschäften, Zins- und Versicherungsansprüche sowie kurzfristige Vorschüsse und Darlehen an Mitarbeiter enthalten. Im Vorjahreswert war auch das Deckungskapital aus Rückdeckungsversicherungen im Zusammenhang mit Altersversorgungsverpflichtungen in Höhe von 24.204 Tsd. € enthalten, das im Berichtsjahr entsprechend der Regelungen des § 246 II HGB mit den Altersversorgungsverpflichtungen saldiert wurde, so dass sich auch hierdurch ein Rückgang des Gesamtwertes an Forderungen und sonstigen Vermögensgegenständen ergab.

6. Flüssige Mittel

in Tsd. € 31.12.2010 31.12.2009
Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 15.134 12.598
Finanzmittelanlagen bei Konzerngesellschaften (in Pos. Aktiva B.II.2 enthalten) 469.662 572.235
Flüssige Mittel 484.796 584.833
Finanzschulden einschließlich Kreditaufnahme bei Konzerngesellschaften (in Pos. Passiva C.4. enthalten) 39.805 247.897
Flüssige Mittel ./. Finanzschulden 444.991 336.936

Bei den Finanzmittelanlagen innerhalb des Konzerns handelt es sich in überwiegendem Maße um kurz- und mittelfristige Geldanlagen bei Tochtergesellschaften unserer Obergesellschaft, der ABB Asea Brown Boveri Ltd, Zürich / Schweiz, im Rahmen des konzerninternen Cash-Poolings.

Die Verminderung der flüssigen Mittel um 108 Mio. € ist vor dem Hintergrund weiterer Zuführungen zu unserem Contractual Trust Arrangement (CTA) im Umfang von rund 204 Mio. € während des Berichtsjahres zu sehen. Ferner ist zu berücksichtigen, dass die Bruttoliquidität zu Beginn des Geschäftsjahres aufgrund der Abführung des Vorjahresergebnisses (inklusive Steuerumlagen) an die ABB Beteiligungs- und Verwaltungsgesellschaft mbH, Mannheim, mit rund 238 Mio. € belastet wurde.

Gegenläufig wirkte sich indes die positive Entwicklung unseres Cash Flows aus der operativen Geschäftstätigkeit aus, der im Berichtsjahr mit rund 310 Mio. € um 86 Mio. € über dem des Vorjahres lag.

Der deutliche Rückgang der Finanzschulden um rund 208 Mio. € steht in Zusammenhang mit der zuvor erwähnten Abführung des Vorjahresergebnisses an die ABB Beteiligungs- und Verwaltungsgesellschaft mbH, Mannheim.

Der mit dieser ABB-Gesellschaft bestehende Gewinnabführungsvertrag wurde zum Ende des Geschäftsjahres 2009 beendet, so dass die Finanzschulden des Berichtsjahres keine Ergebnisabführungsverpflichtung enthalten, während die Ergebnisabführungsverpflichtung des Vorjahres noch Bestandteil der Finanzschulden war, so dass sich die Nettoliquidität trotz der zuvor beschriebenen außergewöhnlichen Mittelabflüsse um rund 108 Mio. € erhöht hat.

7. Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung

Die in § 246 II HGB geforderte Verrechnung von Altersversorgungsverpflichtungen mit Vermögenswerten, die ausschließlich zur Erfüllung solcher Verpflichtungen dienen und dem Zugriff der übrigen Gläubiger entzogen sind (Planvermögen), führte insgesamt zu einem aktiven Unterschiedsbetrag in Höhe von insgesamt 102.330 Tsd. €.

Bei dem für die Altersversorgungsverpflichtungen reservierten Planvermögen handelt es sich in erster Linie um Anteile an einem Wertpapierspezialfonds, die im Rahmen eines im Jahr 2004 etablierten Contractual Trust Arrangements (CTA) treuhänderisch auf den ABB Vermögenstreuhand e. V. und von diesem wiederum sicherungshalber auf den ABB Sicherungstreuhand e. V. übertragen wurden. Darüber hinaus enthält das Planvermögen die Vermögenswerte (im Wesentlichen Anteile an dem zuvor erwähnten Wertpapierspezialfonds) der ABB Unterstützungseinrichtung GmbH, Mannheim, sowie in einem geringen Umfang auch das Deckungskapital aus Rückdeckungsversicherungen.

Die vorzunehmende Verrechnung von Planvermögen und Altersversorgungsverpflichtungen wurde für jedes der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen gesondert vorgenommen, so dass aus dieser Verrechnung sowohl aktive als auch passive Unterschiedsbeträge resultierten.

Der Wert der in die Vermögensverrechnung einbezogenen Pensionsverpflichtungen belief sich zum 31. Dezember 2010 auf insgesamt 989.387 Tsd. €, während der Zeitwert der für die Erfüllung dieser Verpflichtungen reservierten Vermögenswerte insgesamt 1.091.717 Tsd. € betrug, wobei sich die Anschaffungskosten dieser Vermögensgegenstände auf 1.000.707 Tsd. € und die kumulativen Marktwertanpassungen auf insgesamt 91.010 Tsd. € betrugen.

Die Einzahlungen in das Planvermögen während des Berichtsjahres betrugen 204.065 Tsd. €, während die für Rentenerstattungen verwendeten Auszahlungen aus dem Planvermögen 73.548 Tsd. € betrugen.

Bezüglich weiterer Details zu dem Contractual Trust Arrangement, zu der Bewertung der Pensionsverpflichtungen, zu dem Planvermögen und zu der Vermögensverrechnung verweisen wir auf Ziffer 12 dieses Anhangs.

8. Entwicklung des Eigenkapitals

Wie bereits an anderer Stelle dieses Anhangs ausgeführt, wurde der bisher mit der ABB Beteiligungs- und Verwaltungsgesellschaft mbH, Mannheim, bestehende Gewinnabführungsvertrag zum Ende des Geschäftsjahres 2009 beendet, so dass sich das im Berichtsjahr erwirtschaftete Jahresergebnis in Höhe von 117 Mio. € in voller Höhe im Konzerneigenkapital niederschlug.

Unter Berücksichtigung von Gewinnverwendungsmaßnahmen bezüglich der Ergebnisanteile von Minderheitsgesellschaftern sowie unter Berücksichtigung der gestiegenen Gewinnrücklagen aufgrund der geänderten Bewertungsvorschriften des BilMoG ergibt sich somit ein Anstieg der Konzerneigenkapitals um 121 Mio. €.

Bezüglich der Entwicklung des Eigenkapitals verweisen wir auf den Eigenkapitalspiegel auf Seite 44.

9. Gezeichnetes Kapital und Kapitalrücklage

Als gezeichnetes Kapital wird das Grundkapital der Konzernobergesellschaft, der ABB AG, Mannheim, ausgewiesen. Am 31. Dezember 2010 befand sich das gesamte Aktienkapital der ABB AG, Mannheim, im unmittelbaren und mittelbaren Besitz der ABB Asea Brown Boveri Ltd, Zürich / Schweiz.

Die Kapitalrücklage enthält Aufgelder aus früheren Kapitalerhöhungen und die Aufgelder aus dem Umtausch von Genussscheinen der ABB AG, Mannheim.

10. Gewinnrücklagen

Die Gewinnrücklagen beinhalten neben der gesetzlichen Rücklage und den anderen Gewinnrücklagen der ABB AG, Mannheim, den Konzernanteil an Gewinnrücklagen der konsolidierten Beteiligungsgesellschaften, soweit diese seit deren Zugehörigkeit zum Konzern erwirtschaftet worden sind.

In den Gewinnrücklagen werden darüber hinaus die ergebniswirksamen Konsolidierungseffekte der Vorjahre berücksichtigt. Es handelt sich hierbei im Wesentlichen um die Abschreibungen auf Firmenwerte aus der Kapitalkonsolidierung, Beträge aus der Zwischenergebniseliminierung, Ergebniseffekte aus der Währungsumrechnung von Auslandsgesellschaften sowie um den Eigenkapitalanteil des Sonderpostens mit Rücklageanteil.

Aus den geänderten Bilanzierungs- und Bewertungsvorschriften des BilMoG bezüglich der Bewertung langfristiger Rückstellungen resultierte zum 01.01.2010 eine Erhöhung der anderen Gewinnrücklagen um 5.916 Tsd. €.

11. Ausgleichsposten für Anteile fremder Gesellschafter

Von den Anteilen fremder Gesellschafter am Eigenkapital der einbezogenen Tochterunternehmen entfällt der überwiegende Anteil auf die Striebel & John GmbH & Co. KG, Sasbach, und deren Tochtergesellschaften. Der im Ausgleichsposten enthaltene Anteil am Kapital (ohne Bilanzergebnis) beläuft sich auf 1.259 Tsd. € (Vorjahr: 1.221 Tsd. €). Die auf fremde Gesellschafter entfallenden Gewinnanteile belaufen sich im Berichtsjahr auf 5.183 Tsd. € (Vorjahr: 4.403 Tsd. €); auf fremde Gesellschafter entfallen im Berichtsjahr Verlustanteile in Höhe von 344 Tsd. € (Vorjahr: keine).

12. Pensionsverpflichtungen, Planvermögen und Vermögensverrechnung

Im Interesse der Absicherung von Anwartschaften und laufenden Leistungen aus der betrieblichen Altersversorgung aus Direktzusagen sowie zur Schaffung von saldierungsfähigem Deckungskapital im Sinne der US-amerikanischen Bilanzierungsvorschriften hat die deutsche ABB-Gruppe im Geschäftsjahr 2004 ein so genanntes Contractual Trust Arrangement (CTA) in Form einer doppelseitigen Treuhand etabliert.

In diesem Zusammenhang hat die ABB AG, Mannheim, sowie die meisten ihrer Tochtergesellschaften im Rahmen von Treuhandverträgen und mittels gesonderter Vermögensübertragungsvereinbarungen einen Großteil der bisher im Finanzanlagevermögen ausgewiesenen Wertpapiere treuhänderisch an den ABB Vermögenstreuhand e. V. übertragen, der diese Wertpapiere wiederum sicherungshalber an den ABB Sicherungstreuhand e. V. übertragen hat.

Darüber hinaus sind bestimmte Teile der Pensionsverpflichtungen durch eine Rückdeckungsversicherung gesichert.

Zum 31. Dezember 2009 belief sich der Wert der nach bisheriger Methodik berechneten Pensionsverpflichtungen der ABB AG, Mannheim, auf insgesamt 853.362 Tsd. €.

Infolge der geänderten gesetzlichen Bestimmungen aufgrund des BilMoG wurde die Berechnungsmethode per 01. Januar 2010 von dem steuerlichen Teilwert verfahren auf die sogenannte ‚Projected Unit Credit Methode‘ umgestellt und der Diskontierungsfaktor von ehemals 6 % auf 5,25 % vermindert. Der hiermit verbundene Umbewertungseffekt per 01. Januar 2010 belief sich auf insgesamt 128.690 Tsd. €.

Der mit dieser Umbewertung einhergehende Aufwand wurde in voller Höhe im Berichtsjahr ergebniswirksam erfasst und wurde gemäß Artikel 67 VII EGHGB unter den außerordentlichen Aufwendungen ausgewiesen. Von der Wahlmöglichkeit des Artikel 67 I EGHGB, die aus dieser Umbewertung resultierenden Aufwendungen auf künftige Geschäftsjahre vorzutragen, wurde somit kein Gebrauch gemacht.

Zum 31. Dezember 2010 betrugen die nach neuer Methodik berechneten Pensionsverpflichtungen des Konsolidierungskreises der ABB AG, Mannheim, insgesamt 993.185 Tsd. €. Diesem Betrag liegt ein Diskontierungsfaktor in Höhe von 5,17 % zugrunde; es handelt sich hierbei um den von der Deutschen Bundesbank veröffentlichten Zinssatz für Verpflichtungen mit einer Laufzeit von 15 Jahren für den Monat September 2010 (Inventurstichtag für die Ermittlung der Pensionsverpflichtungen der ABB AG, Mannheim, und ihrer Tochtergesellschaften).

Ferner liegt der Berechnung ein Gehaltstrend in Höhe von 2,5 % p. a. sowie ein Rentenanpassungstrend in Höhe von 1,35 % p. a. zugrunde. Hinsichtlich der langfristig erwarteten Verzinsung der Beiträge bzw. Kapitalkonten unseres beitragsorientierten Pensionsplanes wurde eine Rendite in Höhe von 5,5 % p. a. unterstellt.

Neben den unmittelbaren Pensionsverpflichtungen (Direktzusagen) der ABB AG und ihrer konsolidierten Tochterunternehmen im zuvor genannten Umfang von 993.185 Tsd. € belief sich der Wert der nach gleichen Grundsätzen bewerteten mittelbaren Altersversorgungsverpflichtungen auf insgesamt 85.372 Tsd. €, wovon ein durch Vermögenswerte gedeckter Anteil in Höhe von 76.658 Tsd. € durch die erstmalige Konsolidierung der ABB Unterstützungseinrichtung GmbH bilanziell erfasst wurde.

Die in § 246 II HGB geforderte Verrechnung der Altersversorgungsverpflichtungen mit dem für die Erfüllung dieser Verpflichtungen reservierten und dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogenen Vermögenswerten erfolgte gesondert für jedes in den Konzernabschluss einbezogene Unternehmen, so dass sich – in Abhängigkeit des jeweiligen Deckungsgrades – sowohl aktive als auch passive Unterschiedsbeträge aus der Vermögensverrechnung ergaben.

Nach erfolgter Vermögensverrechnung verblieben aktive Unterschiedsbeträge in Höhe von insgesamt 102.330 Tsd. €, sowie passive Unterschiedsbeträge im Umfang von insgesamt 80.456 Tsd. €.

Die aktiven Unterschiedsbeträge wurden in der neu geschaffenen Bilanzposition „Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung ausgewiesen, während die passiven Unterschiedsbeträge weiterhin unter den Pensionsrückstellungen ausgewiesen werden.

Aus mittelbaren Versorgungsverpflichtungen im Zusammenhang mit unserer Unterstützungseinrichtung bestand zum Ende des Berichtsjahres ein Fehlbetrag in Höhe von 8.714 Tsd. € (Vorjahr: 2.203 Tsd. €). Der Anstieg dieses Fehlbetrages resultiert insbesondere aus der geänderten Bewertung der Versorgungsverpflichtung aufgrund der neuen gesetzlichen Bestimmungen (BilMoG).

13. Steuerrückstellungen

Die Steuerrückstellungen beinhalten die erwarteten Zahlungsverpflichtungen für in- und ausländische Gewinnsteuern sowie für sonstige Steuern.

14. Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen umfassen im Wesentlichen die noch erwarteten Herstellungskosten abgerechneter Kundenaufträge (ausstehende Lieferantenrechnungen und noch zu erbringende Eigenleistungen), Rückstellungen für Garantieleistungen, Rückstellungen für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften sowie andere Risiken aus der operativen Geschäftstätigkeit.

Ferner enthält diese Position Rückstellungen für Restrukturierungsmaßnahmen und für schwebende Prozesse, Rückstellungen für noch abzugeltende Urlaubs- und Gleitzeitansprüche und für Vorruhestandsleistungen, Rückstellungen für Jubiläumsgeldzahlungen an Mitarbeiter sowie Rückstellungen für Altersteilzeitverträge, sofern diese nicht durch entsprechende, dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogenen Vermögenswerte gedeckt sind.

Zum Ende des Vorjahres belief sich der Bilanzwert der sonstigen Rückstellungen auf 671.019 Tsd. €.

Zum 01. Januar 2010 wurde die Bewertung dieses Rückstellungsbestandes an die neuen gesetzlichen Bestimmungen des BilMoG angepasst, indem künftige Kosten- und Preisveränderungen einerseits, sowie – im Falle langfristiger Verpflichtungen – Abzinsungseffekte andererseits berücksichtigt wurden.

Aus dieser Umbewertung zu Beginn des Berichtsjahres resultierte eine Reduzierung des Bilanzwertes um insgesamt 5.916 Tsd. €, die sich in vollem Umfang als Erhöhung der anderen Gewinnrücklagen zum 01. Januar 2010 niedergeschlagen hat.

Neben diesem Umbewertungseffekt zu Beginn des Berichtsjahres erklärt sich der Rückgang der sonstigen Rückstellungen des Weiteren aus geringeren Rückstellungen für Restrukturierungsmaßnahmen sowie aus geringeren Rückstellungen für noch ausstehende Kosten abgerechneter Kundenaufträge infolge des geringeren Abrechnungsvolumens.

Die Verpflichtungen aus Altersteilzeitverträgen beliefen sich zum Ende des Berichtsjahres auf insgesamt 10.283 Tsd. €. Im Interesse der Insolvenzsicherung von Altersteilzeitguthaben wurde ein Teil eines bisher im Finanzanlagevermögen ausgewiesenen Wertpapierspezialfonds verpfändet.

Gemäß § 246 II HGB wurde der Buchwert dieses verpfändeten Anteils auf den Marktwert zu diesem Zeitpunkt aufgestockt, was zu einem Anstieg dieses Buchwertes um 605 Tsd. € sowie zu einem außerordentlichen Ertrag in gleicher Höhe führte. Während des Geschäftsjahres 2010 wurden weitere Fondsanteile zur Sicherung von Altersteilzeitguthaben verpfändet; die damit einhergehende Anpassung des Buchwertes an den Marktwert dieser Anteile, führte zu einer Erhöhung des Buchwertes sowie zu einem Zinsertrag in Höhe von 1.163 Tsd. €.

Per 31. Dezember 2010 betrug der Buchwert (Marktwert) der verpfändeten Anteile 12.677 Tsd. €; dieser Betrag beinhaltet die historischen Anschaffungskosten in Höhe von 10.909 Tsd. € sowie die kumulativen Marktwertanpassungen in Höhe von 1.768 Tsd. €. Der Buchwert der verpfändeten Anteile in Höhe von 12.677 Tsd. € wurde mit den Altersteilzeitverpflichtungen in Höhe von insgesamt 22.960 Tsd. € verrechnet, so dass ein nicht durch Vermögenswerte gedeckter Anteil an Altersteilzeitverpflichtungen in Höhe von 10.283 Tsd. € verblieb und in den sonstigen Rückstellungen enthalten ist.

Zum Ende des Vorjahres belief sich die Rückstellung für Altersteilzeitverträge auf 15.075 Tsd. €, während der Buchwert der für die Insolvenzsicherung verpfändeten Wertpapiere 7.375 Tsd. € betrug.

15. Verbindlichkeiten

in Tsd. € 31.12.2010 Restlaufzeit

bis 1 Jahr
31.12.2009
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 182 1 1
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 1.572.431 949.227 1.460.010
(davon von verbundenen Unternehmen und sonstigen Beteiligungen) (65.848) (39.750) (77.232)
Verrechnet mit Vorräten - 1.250.198 -754.705 - 1.174.022
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 125.479 125.217 104.524
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 140.365 140.199 300.115
Sonstige Verbindlichkeiten 53.740 51.063 40.566
(davon aus Steuern) (13.578) (13.578) (15.439)
(davon im Rahmen der sozialen Sicherheit) (4.819) (4.819) (5.219)
Verbindlichkeiten (gesamt) 641.999 511.866 731.194

Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren liegen weder im Berichtsjahr noch im Vorjahr vor.

Von den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen entfallen 67 % auf Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (Vorjahr: 15 %). Der Anstieg der Lieferverbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen resultiert in erster Linie daraus, dass sich der Gesamtwert der Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen im Vergleich zum Vorjahreswert um mehr als 50 % vermindert hat.

Diese Verminderung ist hauptsächlich eine Folge des bisher mit der ABB Beteiligungs- und Verwaltungsgesellschaft mbH, Mannheim, bestehenden Gewinnabführungsvertrages. In den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen des Vorjahres war die aus diesem Vertrag resultierende Ergebnisabführungsverpflichtung enthalten. Da dieser Gewinnabführungsvertrag zum Ende des Geschäftsjahres 2009 beendet wurde, enthalten die konzerninternen Verbindlichkeiten zum Ende des Berichtsjahres eine solche Ergebnisabführungsverpflichtung nicht mehr. Darüber hinaus haben sich die ABB-internen Lieferverbindlichkeitenstichtags bedingt um knapp 50 Mio. € erhöht.

Die sonstigen Verbindlichkeiten enthalten im Wesentlichen Verbindlichkeiten gegenüber Mitarbeitern aus der Lohn- und Gehaltsabrechnung, Verbindlichkeiten aus der Auflösung von Arbeitsverträgen, Verbindlichkeiten aus einbehaltenen Steuern der Mitarbeiter und aus anderen Steuern sowie Verbindlichkeiten aus Devisentermingeschäften. Eine Besicherung von Verbindlichkeiten wurde nicht vorgenommen, dies gilt für Berichts- und Vorjahr gleichermaßen.

16. Latente Steuern

Steuerlatenzspiegel Betrag

in Tsd. €
Steuersatz

in %
Aktivlatenzen
Firmenwert 2.939 30,00
Forderungen 1.951 30,00
Vorräte 9.098 30,00
Wertpapiere des Anlagevermögens 109 30,00
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 44.229 30,00
Jubiläumsrückstellungen 290 30,00
Sonstige Rückstellungen 31.923 30,00
Summe Aktivlatenzen 90.539
Passivlatenzen
Wertpapiere des Anlagevermögens 10.478 30,00
Sonstiges Anlagevermögen 544 30,00
Summe Passivlatenzen 11.022
Verlustvortrag Körperschaftssteuer 22.873 15,83
Verlustvortrag Gewerbesteuer 17.902 14,00
Summe Verlustvorträge 40.775
Summe Latenzen 120.292

Latente Steuern ergeben sich durch zeitliche Differenzen aufgrund von unterschiedlichen handels- und steuerrechtlichen Wertansätzen sowie aus steuerlichen Verlustvorträgen. Aufgrund der steuerlichen Organschaften erfolgen Ermittlung und Ausweis latenter Steuern aller Organgesellschaften beim jeweiligen Organträger. Die aktiven latenten Steuern aus zeitlichen Differenzen betragen im Konzern 90.539 Tsd. €, während die passiven latenten Steuern 11.022 Tsd. € betragen.

Durch Verlustvorträge ergeben sich im Konzern latente Steuern in Höhe von 40.775 Tsd. €. Wir machen von der Möglichkeit zur Aktivierung eines aktivischen Überhangs latenter Steueransprüche keinen Gebrauch.

17. Haftungsverhältnisse

in Tsd. € 31.12.2010 31.12.2009
Sicherheiten für fremde Verbindlichkeiten 2.500 5.972
Verbindlichkeiten aus Bürgschaften 30.595 23.134
Haftungsverhältnisse (gesamt) 33.095 29.106

In den Verbindlichkeiten aus Bürgschaften sind 6.111 Tsd. € (Vorjahr: 7.129 Tsd. €) für ehemalige konsolidierte Unternehmen enthalten. Für die aufgeführten Eventualverbindlichkeiten wurden keine Sicherheiten gestellt.

Das Eingehen von Haftungsverhältnissen erfolgt nur nach sorgfältiger Risikoabwägung und grundsätzlich nur in Zusammenhang mit der eigenen oder der Geschäftstätigkeit verbundener Unternehmen. Auf Basis einer kontinuierlichen Evaluierung der Risikosituation der eingegangenen Haftungsverhältnisse und unter Berücksichtigung der bis zum Aufstellungszeitpunkt gewonnenen Erkenntnisse gehen wir davon aus, dass die den Haftungsverhältnissen zugrunde liegenden Verpflichtungen von den jeweiligen Hauptschuldnern erfüllt werden können. Wir schätzen daher bei allen aufgeführten Haftungsverhältnissen das Risiko einer Inanspruchnahme als nicht wahrscheinlich ein.

18. Nicht in der Bilanz enthaltene Geschäfte

in Tsd. € 31.12.2010

Gesamtbetrag
31.12.2010

Jahresbetrag
31.12.2009

Gesamtbetrag
31.12.2009

Jahresbetrag
IS- und Telefonie-Infrastruktur sowie Dienstleistungen 200.666 40.066 197.165 32.875
Wesentliche Miet- und Pachtverträge 65.079 9.790 77.924 11.109
Andere Geschäfte 15.358 8.795 11.541 5.855
Gesamt 281.103 58.651 286.630 49.839

Der Gesamtbetrag außerbilanzieller Geschäfte beläuft sich am Bilanzstichtag auf 281 Mio. € (Vorjahr: 287 Mio. €). Der Jahresbetrag dieser Geschäfte beläuft sich auf 59 Mio. € (Vorjahr: 50 Mio. €).

Bei den nicht bilanzierten Geschäften handelt es sich vorrangig um Leasing- und Dienstleistungsvereinbarungen im IS- und Telefoniebereich sowie um Dienstleistungsvereinbarungen im Bereich Flächenmanagement. Der Gesamtbetrag solcher Verträge beläuft sich auf 201 Mio. € über die gesamte Restlaufzeit der Verträge. Der Jahresbetrag aus derartigen Verträgen beläuft sich auf 40 Mio. €. Solche Verträge dienen der Standardisierung eingesetzter Technologie und Dienstleistungen sowie deren Kostenoptimierung.

In der Hauptsache fällt hierunter der Servicevertrag, der zwischen dem ABB-Konzern und IBM erstmals im Jahr 2003 und danach im Dezember 2009 neu abgeschlossen wurde. Der Vertrag gilt für den ABB-Konzern in 17 Ländern in Europa, Nordamerika und Asien-Pazifik. IBM wird für einen Großteil des IS-Infrastrukturbetriebs von ABB das Server- und Netzwerkmanagement übernehmen sowie einen Helpdesk und Serviceleistungen für Endanwender bereitstellen. Im Rahmen der Partnerschaft mit IBM sind sofortige Kosteneinsparungen sowie Vorteile aus einer hochskalierbaren IS-Infrastruktur erzielbar.

Als weitere nicht in der Bilanz enthaltene Geschäfte sind wesentliche, in der Regel längerfristige, Miet- und Pachtverträge für Grundstücke und Gebäude mit einem Gesamtbetrag von 65 Mio. € über die gesamte Restlaufzeit der Verträge zu nennen. Der Jahresbetrag aus derartigen Verträgen beläuft sich auf 10 Mio. €. Solche Verträge werden grundsätzlich aus geschäftspolitischen Gründen und zur Optimierung des Standortmanagements geschlossen.

Unter den anderen Geschäften sind im Wesentlichen Abnahmeverpflichtungen aus Konsignationslagervereinbarungen mit Lieferanten enthalten. Der Gesamtbetrag solcher Geschäfte beläuft sich auf 15 Mio. €. Der Jahresbetrag aus derartigen Geschäften beläuft sich auf 9 Mio. €.

19. Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Der Gesamtbetrag der sonstigen finanziellen Verpflichtungen, die nicht unter den Haftungsverhältnissen angegeben sind, beläuft sich am Bilanzstichtag auf 101 Mio. € (Vorjahr: 142 Mio. €). Es handelt sich hierbei in erster Linie um Verpflichtungen aus wesentlichen Miet-, Pacht- und Leasingverträgen, sowie um das Bestellobligo aus Investitionen. Der Jahresbetrag aus derartigen Verträgen beläuft sich auf etwa 29 Mio. € (Vorjahr: 52 Mio. €).

Ohne die bereits unter Ziffer 18 als nicht in der Bilanz enthaltene Geschäfte ausgewiesenen Miet- und Pachtverträge beläuft sich der Gesamtbetrag auf 36 Mio. € (Vorjahr: 64 Mio. €) und der Jahresbetrag auf 19 Mio. € (Vorjahr 41 Mio. €).

20. Derivative Finanzinstrumente

in Tsd. € Volumen Beizulegender Zeitwert Buchwert Bilanzposten
Devisentermingeschäfte 659.123 -17.226 -1.646 Sonstige Rückstellungen
(davon Devisentermingeschäfte als Teil einer Bewertungseinheit) (587.689) (- 17.026)
Warentermingeschäfte 15.376 3.317
(davon Warentermingeschäfte als Teil einer Bewertungseinheit) (13.621) (3.108)
Derivative Finanzinstrumente 674.499 -13.909 -1.646

Zur Absicherung von Währungsrisiken aus der operativen Geschäftstätigkeit wurden derivative Finanzinstrumente in Form von Devisentermingeschäften (Einkaufs- und Verkaufsgeschäfte) abgeschlossen. Es handelt sich hierbei überwiegend um Währungsderivate, die als Forwards getätigt wurden. Soweit Derivate als Teil einer Bewertungseinheit mit dem Grundgeschäft zusammengefasst wurden, entfällt eine eigenständige Bilanzierung; wir verweisen auf Ziffer 21 dieses Anhangs.

Das Volumen der am Bilanzstichtag bestehenden Devisentermingeschäfte beläuft sich auf 659.123 Tsd. €. Der beizulegende (negative) Wert dieser zum Bilanzstichtag bestehenden Devisentermingeschäfte beträgt insgesamt - 17.226 Tsd. €. Dieser Wert entspricht dem Ergebniseffekt, zu dem diese Geschäfte am Bilanzstichtag hätten abgewickelt werden können. Der beizulegende Wert (Marktwert) wird anhand einer Discounted-Cash-Flow-Methode, die auf erhältlichen Marktinformationen basiert, ermittelt.

Der Buchwert von zum Bilanzstichtag bestehenden Devisentermingeschäften belief sich insgesamt auf 1.646 Tsd. € und resultiert aus Drohverlustrückstellungen für Devisentermingeschäfte mit negativem Marktwert, die nicht Bestandteil einer Bewertungseinheit waren. Ein weiterer Rückstellungsbedarf ergab sich nicht, da der überwiegende Teil der entsprechenden Derivate als Teil einer Bewertungseinheit mit dem Grundgeschäft zusammengefasst wurden.

Neben Devisentermingeschäften wurden auch Warentermingeschäfte abgeschlossen, die ebenfalls überwiegend als Forward getätigt wurden. Das Volumen solcher Geschäfte betrug im Berichtsjahr 15.376 Tsd. €. Der beizulegende (positive) Wert dieser Geschäfte belief sich zum Ende des Berichtsjahres auf insgesamt 3.317 Tsd. €. Die Notwendigkeit einer bilanziellen Erfassung ergab sich nicht, da die entsprechenden Derivate als Teil einer Bewertungseinheit mit dem Grundgeschäft zusammengefasst wurden bzw. einen positiven Marktwert aufwiesen.

21. Bewertungseinheiten

in Mio. € Gesicherte

Grundgeschäfte
Dazugehörige

Sicherungsgeschäfte
Devisentermingeschäfte zur Absicherung von Forderungen in fremder Währung 560,9 535,7
Devisentermingeschäfte zur Absicherung von Verbindlichkeiten in fremder Währung 52,0 52,0
Warentermingeschäfte zur Absicherung von Schwankungen bei Rohstoffpreisen 14,2 13,6
Bewertungseinheiten 627,1 601,3

Die Bildung von Bewertungseinheiten zwischen Sicherungs- und Grundgeschäft findet überwiegend im Projekt- bzw. Systemgeschäft aufgrund von Mikro-Hedging durch Devisentermingeschäfte statt. Kontrahierte Zahlungsströme im Einkauf und im Verkauf werden gegen Währungsrisiken aufgrund von Fremdwährungsschwankungen abgesichert. Zum Bilanzstichtag betrug das mit Sicherungskursen bewertete Volumen von durch Devisentermingeschäfte gesicherten Kundenaufträgen 560,9 Mio. €. Das durch Devisentermingeschäfte gesicherte Volumen an Einkaufsbestellungen betrug 52,0 Mio. €.

Bei Warentermingeschäften werden Bewertungseinheiten zwischen Sicherungs- und Grundgeschäft überwiegend aufgrund von Portfolio-Hedging gebildet. Gleichartige Grundgeschäfte werden gegen Preisänderungsrisiken aufgrund von Marktpreisschwankungen im Einkauf gesichert. Das zum Bilanzstichtag durch Warentermingeschäfte abgesicherte Bestellvolumen betrug 14,2 Mio. €.

Eine hohe Effektivität der Sicherungsbeziehung zwischen Sicherungs- und Grundgeschäft wird über hohe Laufzeit- und Volumenkongruenz erreicht. Weiterhin sind Sicherungs- und Grundgeschäft demselben Risiko ausgesetzt, so dass sich gegenläufige Schwankungen ausgleichen.

22. Umsatzerlöse und sonstige betriebliche Erträge

Bezüglich der Umsatzerlöse verweisen wir auf unsere Ausführungen im Lagebericht, auf die Segmentberichterstattung sowie auf Seite 49 dieses Anhangs.

Die sonstigen betrieblichen Erträge enthalten unter anderem Erträge aus Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten sowie aus anderen Dienstleistungen für nicht konsolidierte Konzernunternehmen, Gewinne aus dem Abgang von Gegenständen des Finanz- und Sachanlagevermögens, Gewinne aus der Veräußerung von Beteiligungen und Geschäftsaktivitäten, Erträge aus der Inanspruchnahme und Auflösung von Rückstellungen und Wertberichtigungen sowie Gewinne aus Wechselkursänderungen.

Der Rückgang der sonstigen betrieblichen Erträge ist in erster Linie darauf zurückzuführen, dass der Vorjahreswert einen positiven Sondereffekt aus der konzerninternen Veräußerung unserer Minderheitsbeteiligung an der Ensto Busch-Jaeger Oy, Porvoo / Finnland, an die finnische ABB enthielt.

Gegenläufige Effekte ergaben sich indes bei den Erträgen aus Wechselkursveränderungen – insbesondere im Zusammenhang mit Devisentermingeschäften. Diese Erträge beliefen sich im Berichtsjahr auf 52.127 Tsd. € (Vorjahr: 41.167 Tsd. €).

Im Zusammenhang mit den zuvor genannten Währungsgewinnen ist jedoch zu berücksichtigen, dass in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen negative Währungseffekte in ähnlichen Größenordnungen enthalten sind.

23. Materialaufwand

in Tsd. € 2010 2009
Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 1.386.499 1.268.218
Aufwendungen für bezogene Leistungen 248.886 230.455
Materialaufwand (gesamt) 1.635.385 1.498.673

Der Materialaufwand des Berichtsjahres liegt mit 1.635 Mio. € um 136 Mio. € über dem Wert des Vorjahres, was in erster Linie auf die gestiegene Gesamtleistung infolge der Anarbeitung längerfristiger Kundenaufträge zurückzuführen ist.

24. Personalaufwand

in Tsd. € 2010 2009
Löhne und Gehälter 621.192 613.856
Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 124.496 175.299
(davon für Altersversorgung) (16.882) (72.150)
Personalaufwand (gesamt) 745.688 789.155

Die Anzahl der im Jahresdurchschnitt beschäftigten Mitarbeiter hat sich gegenüber dem Vorjahr um 499 vermindert; gleichwohl hat sich die Lohn- und Gehaltssumme gegenüber dem Vorjahr um rund 7 Mio. € erhöht, was insbesondere auf die im Vorjahr praktizierte Kurzarbeit zurückzuführen ist.

Die Aufwendungen für Altersversorgung beliefen sich im Berichtsjahr auf 16.882 Tsd. € und lagen damit um 55.268 Tsd. € unter dem Betrag des Vorjahres.

Die deutliche Verminderung der Altersversorgungsaufwendungen ist zum einen auf die außerordentlich hohen Beiträge zum Pensionssicherungsverein im Vorjahr zurückzuführen; andererseits führten die geänderten Rechnungslegungsvorschriften des BilMoG zu einer Reduzierung der ausgewiesenen Altersversorgungsaufwendungen, da die in den Altersversorgungsaufwendungen enthaltenen Zinsaufwendungen fortan im Zinsergebnis auszuweisen sind. Für das Berichtsjahr ergaben sich im Zusammenhang mit den Altersversorgungsverpflichtungen Zinsaufwendungen in Höhe von insgesamt 58.525 Tsd. €, die im Berichtsjahr im Zinsergebnis ausgewiesen wurden, während diese Zinsaufwendungen im Vorjahr entsprechend der bisherigen Ausweispraxis in den Altersversorgungskosten enthalten waren.

25. Mitarbeiter

im Jahresdurchschnitt 2010 2009
Gewerbliche Arbeitnehmer 3.740 3.958
Angestellte 6.693 6.974
Auszubildende 631 631
Mitarbeiter (gesamt) 11.064 11.563

Im Jahresdurchschnitt verminderte sich die Anzahl der Mitarbeiter um 499, während sich die Mitarbeiterzahl stichtagsbezogen von 11.508 zum Ende des Vorjahres um 496 auf 11.012 zum Ende des Berichtsjahres vermindert hat.

Die Reduzierung der Mitarbeiterzahl ist zu etwa einem Drittel auf die Versetzung von Mitarbeitern einer ausländischen Betriebsstätte im Bereich der Energietechnik- Systeme zu der entsprechenden ABB-Gesellschaft vor Ort zurückzuführen. Darüber hinaus resultiert die rückläufige Mitarbeiterzahl aus verschiedenen Personalanpassungsmaßnahmen der beiden Divisionen Prozessautomation und Energietechnik-Produkte.

26. Abschreibungen

In den Abschreibungen auf Sachanlagen sind weder im Berichts- noch im Vorjahr über die Normalabschreibung hinausgehende Abschreibungen nach steuerrechtlichen Vorschriften enthalten.

Durch die geänderten Bilanzierungs- und Bewertungsvorschriften des BilMoG werden über die Normalabschreibung hinausgehende Abschreibungen auf der Grundlage steuerrechtlicher Vorschriften nicht mehr im handelsrechtlichen Jahresabschluss berücksichtigt.

Soweit in den Vorjahren Abschreibungen nach steuerrechtlichen Vorschriften vorgenommen wurden, haben diese das Jahresergebnis nachfolgender Geschäftsjahre nicht wesentlich beeinflusst.

27. Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten unter anderem den Verwaltungs- und Vertriebsaufwand einschließlich der Verkaufssonderkosten, Verluste aus Wertminderungen von Gegenständen des Umlaufvermögens (außer Vorräten und Wertpapieren), Verluste aus dem Abgang von Gegenständen des Anlage- und Umlauf - vermögens (außer Vorräten), Garantieaufwendungen, Mieten, Pachten und Instandhaltungsaufwendungen, Transport- und Verpackungskosten, Aufwendungen für Forschung und Entwicklung sowie Aufwendungen aus Wechselkursveränderungen.

Die Verminderung der sonstigen betrieblichen Aufwendungen resultiert in erster Linie aus geringeren Aufwendungen im Zusammenhang mit Restrukturierungsmaßnahmen, die im Vorjahr 76.763 Tsd. € betrugen, während im Berichtsjahr lediglich 9.651 Tsd. € für derartige Maßnahmen aufgewendet wurden.

Darüber hinaus wurden im Berichtsjahr deutlich geringere Beträge für Transport-, Reise- und Werbekosten aufgewendet.

Gegenläufig entwickelten sich die Aufwendungen im Zusammenhang mit Wechselkursveränderungen, die im Berichtsjahr 72.722 Tsd. € betrugen (Vorjahr: 29.759 Tsd. €). Hierbei ist jedoch zu berücksichtigen, dass in den sonstigen betrieblichen Erträgen positive Währungseffekte in ähnlicher Größenordnung enthalten sind.

Die in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthaltenen sonstigen Steuern, Zölle und ähnliche Abgaben belaufen sich im Berichtsjahr auf 14.518 Tsd. € (Vorjahr: 3.164 Tsd. €).

28. Beteiligungsergebnis

Die Erträge aus Beteiligungen betrugen im Vorjahr 220 Tsd. € und resultierten aus der Equity-Konsolidierung der Ensto Busch-Jaeger Oy, Porvoo / Finnland, die im ersten Quartal des Vorjahres an die finnische ABB veräußert wurde. Im laufenden Berichtsjahr fielen keine Erträge aus Beteiligungen an.

29. Zinsergebnis

in Tsd. € 2010 2009
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 6.983 6.131
(davon von verbundenen Unternehmen) (2.160) (5.177)
(davon aus Ab- / Aufzinsung) (3.728) (–)
Zinsen und ähnliche Aufwendungen 3.744 1.589
(davon an verbundene Unternehmen) (241) (754)
(davon aus Ab- / Aufzinsung) (3.371) (–)
Zinsergebnis 3.239 4.542
Abschreibungen auf Wertpapiere und Ausleihungen 20
Zinsergebnis nach Abschreibungen
auf Wertpapiere und Ausleihungen 3.239 4.522

Das Zinsergebnis des Berichtsjahres belief sich auf 3.239 Tsd. € und liegt somit um 1.283 Tsd. € unter dem Niveau des Vorjahres.

Aufgrund der erstmaligen Anwendung der neuen Bilanzierungsvorschriften des BilMoG enthält das Zinsergebnis des Berichtsjahres Aufwendungen und Erträge, die bisher nicht oder an anderer Stelle der Erfolgsrechnung erfasst wurden.

Aus der Aufzinsung der Pensionsrückstellungen enthält das Zinsergebnis des Berichtsjahres einen Zinsaufwand in Höhe von 58.525 Tsd. €, wovon 8.649 Tsd. € aus der Änderung des anzuwendenden Zinssatzes von 5,25 % zu Beginn des Berichtsjahres auf 5,17 % zum Ende des Berichtsjahres resultierte.

Des Weiteren enthält das Zinsergebnis des Berichtsjahres Erträge aus der Verzinsung des saldierungsfähigen Vermögens bezüglich der Pensionsverpflichtungen (Planvermögen) und der Altersteilzeitverpflichtungen in Höhe von insgesamt 58.759 Tsd. €, die mit den Zinsaufwendungen aus der Aufzinsung der Pensionsrückstellungen verrechnet wurden.

Die im Zinsergebnis ausgewiesenen Erträge aus der Abzinsung sonstiger langfristiger Rückstellungen beliefen sich auf 3.728 Tsd. €, während sich die Aufwendungen aus der Aufzinsung sonstiger langfristiger Rückstellungen auf 3.371 Tsd. € beliefen.

Bereinigt man das Zinsergebnis des Berichtsjahres um diese Sondereffekte, ergibt sich ein mit dem Vorjahresergebnis vergleichbares Zinsergebnis in Höhe von 2.648 Tsd. €. Der Rückgang des bereinigten Zinsergebnisses ist in erster Linie auf das rück läufige Zinsniveau während des Berichtsjahres zurückzuführen.

30. Außerordentliches Ergebnis

Das außerordentliche Ergebnis in Höhe von - 89.288 Tsd. € beinhaltet ausschließlich die Ergebniseffekte aus der erstmaligen Anwendung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden gemäß BilMoG.

Der außerordentliche Aufwand des Berichtsjahres in Höhe von 128.739 Tsd. € resultiert nahezu vollständig aus der Aufwertung der Pensionsverpflichtungen zum abgezinsten Erfüllungsbetrag bezogen auf den 01. Januar 2010. Von der Möglichkeit einer Verteilung des Aufwands aus der erstmaligen Anwendung dieser Bewertungsmethode über eine Laufzeit von bis zu 15 Jahren wurde kein Gebrauch gemacht.

Der außerordentliche Ertrag des Berichtsjahres in Höhe von 39.451 Tsd. € resultiert in erster Linie aus der Marktwertanpassung des saldierungsfähigen Vermögens zum 01. Januar 2010 in Höhe von 37.017 Tsd. € sowie aus der Bewertung kurzfristiger Forderungen und Verbindlichkeiten in Fremdwährung zum Devisenkassamittelkurs in Höhe von 2.434 Tsd. €.

31. Steuern

Der Steueraufwand des Berichtsjahres, der auf das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit entfällt, resultiert aus in- und ausländischen Gewinnsteuern sowie aus sonstigen Steuern. Steuerumlagen an einen Organträger, wie im Vorjahr, sind aufgrund der geänderten Organstruktur im Berichtsjahr nicht enthalten.

32. Ergebnisübernahme aufgrund Gewinnabführungsvertrag

Wie an anderer Stelle in diesem Anhang bereits ausgeführt, wurde der zwischen der ABB AG, Mannheim, und der ABB Beteiligungs- und Verwaltungsgesellschaft mbH, Mannheim, bisher bestehende Gewinnabführungsvertrag mit Ablauf des Geschäftsjahres 2009 beendet.

Aufgrund der Beendigung dieses Gewinnabführungsvertrages führen die konsolidierten Gesellschaften ihre Ergebnisse nicht länger an die ABB Beteiligungs- und Verwaltungsgesellschaft mbH, Mannheim, ab. Dementsprechend weist die konsolidierte Gewinn- und Verlustrechnung für das Berichtsjahr einen Jahresüberschuss in Höhe von 116.971 Tsd. € aus.

33. Honorare und sonstige Vergütungen für Dienstleistungen des Abschlussprüfers

Die im Geschäftsjahr 2010 angefallenen Prüfungshonorare und sonstigen Vergütungen für Dienstleistungen unseres Abschlussprüfers Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Mannheim, betrugen:

in Tsd. € 2010 2009
Honorar für Abschlussprüfungsleistungen 1.122 1.148
Honorar für andere Bestätigungsleistungen 27 1
Honorar für Steuerberatungsleistungen 27 67
Honorar für sonstige Leistungen 14
Gesamthonorar 1.176 1.230

34. Bezüge des Aufsichtsrats und des Vorstands, Kredite

Die Vergütung an den Aufsichtsrat für das Geschäftsjahr 2010 betrug 509 Tsd. €.

Die Bezüge des Vorstands für das Geschäftsjahr 2010 betrugen insgesamt 2.730 Tsd. €. Die Bezüge ehemaliger Vorstandsmitglieder und ihrer Hinterbliebenen beliefen sich auf 4.676 Tsd. €.

Für die Pensionsverpflichtungen gegenüber früheren Mitgliedern des Vorstands der ABB AG, Mannheim, und ihren Hinterbliebenen waren zum Berichtsjahresende insgesamt 58.735 Tsd. € zurückgestellt. Auch diese Pensionsverpflichtungen wurden aufgrund des BilMoG einer Neubewertung unterzogen.

Kredite im Sinne der §§ 89, 115 AktG bestanden weder im Berichts- noch im Vorjahr.

Die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats sind auf den Seiten 8 und 33 bis 34 aufgeführt.

35. Verzicht auf die Offenlegung der Jahresabschlüsse gemäß § 264 III HGB und § 264b HGB

Nachfolgende vollkonsolidierte inländische Tochtergesellschaften haben die gemäß § 264 III HGB oder § 264b HGB erforderlichen Bedingungen erfüllt und sind deshalb von der Offenlegung ihrer Jahresabschlussunterlagen befreit:

ABB Automatisierungsanlagen Cottbus GmbH, Cottbus

ABB Airport Technologies GmbH, Mannheim

ABB Training Center GmbH & Co. KG, Heidelberg

ABB Beteiligungs-Management GmbH, Mannheim

ABB Business Services GmbH, Heidelberg

Busch-Jaeger Elektro GmbH, Lüdenscheid

ABB Bauprojektmanagement GmbH, Mannheim

ABB Grundbesitz GmbH, Ladenburg

ABB Grundbesitz GmbH & Co. Objekte Berlin OHG, Ladenburg

ABB New Ventures GmbH, Mannheim

ABB Patent GmbH, Ladenburg

ABB Stotz-Kontakt GmbH, Heidelberg

Striebel & John GmbH & Co. KG, Sasbach

ABB Wirtschaftsbetriebe GmbH, Mannheim

36. Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung der ABB AG, Mannheim (Kurzfassung)

Bilanz

in Mio. € 31.12.2010 31.12.2009
Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände 71,9 69,4
Finanzanlagen 383,9 804,9
Anlagevermögen 455,8 874,3
Vorräte (netto) 229,8 189,8
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 410,2 401,3
Wertpapiere, flüssige Mittel und Kredite
an Konzerngesellschaften 843,0 893,8
Gesamtvermögen 1.938,8 2.359,2
Eigenkapital 846,3 696,0
Rückstellungen 402,9 860,0
Erhaltene Anzahlungen (netto) 273,9 233,1
Finanzschulden und Kredite von Konzerngesellschaften 202,9 412,7
Andere Verbindlichkeiten 212,8 157,4
Gesamtkapital 1.938,8 2.359,2

Gewinn- und Verlustrechnung

in Mio. € 2010 2009
Umsatz 1.207,8 1.664,0
Gesamtleistung 1.561,4 1.610,8
Personal- und Materialaufwand 1.065,8 1.092,0
Sonstige betriebliche Aufwendungen und Abschreibungen 373,9 364,5
Beteiligungs- und Zinsergebnis 88,2 52,5
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 209,9 206,8
Außerordentliches Ergebnis - 36,4
Ergebnis vor Steuern 173,5 206,8
Ergebnisübernahme Muttergesellschaft - 165,2
Steuern vom Einkommen und Ertrag 28,6 41,6
Jahresüberschuss 144,9
Gewinnvortrag 0,4 0,4
Bilanzgewinn 145,3 0,4

Der von der Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Mannheim, mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehene Jahresabschluss der ABB AG, Mannheim, wird im elektronischen Bundesanzeiger eingereicht und bekannt gemacht.

37. Gewinnverwendungsvorschlag

Der Bilanzgewinn der ABB AG, Mannheim, zum Ende des Berichtsjahres beläuft sich auf 145.351 Tsd. €.

Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung vor, aus dem Bilanzgewinn einen Betrag in Höhe von 145.000 Tsd. € in die anderen Gewinnrücklagen einzustellen und den verbleibenden Betrag in Höhe von 351 Tsd. € auf neue Rechnung vor zutragen.

Mannheim, den 04. März 2011

ABB AG

Der Vorstand

Smits

Krabbe

Ochsner

Schumacher

Bestätigungsvermerk

Zu dem Konzernabschluss und dem Konzernlagebericht, der mit dem Lagebericht der Gesellschaft zusammengefasst wurde, haben wir folgenden Bestätigungsvermerk erteilt:

„Wir haben den von der ABB AG, Mannheim, aufgestellten Konzernabschluss – bestehend aus Konzernbilanz, Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, Konzernanhang, Kapitalflussrechnung, Eigenkapitalspiegel und Segmentberichterstattung – sowie den Konzernlagebericht, der mit dem Lagebericht der Gesellschaft zusammengefasst wurde, für das Geschäftsjahr vom 01. Januar bis 31. Dezember 2010 geprüft. Die Aufstellung von Konzernabschluss und Konzernlagebericht nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften liegt in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Konzernabschluss und über den Konzernlagebericht abzugeben.

Wir haben unsere Konzernabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Konzernabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und durch den Konzernlagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld des Konzerns sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Konzernabschluss und Konzernlagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, der Abgrenzung des Konsolidierungskreises, der angewandten Bilanzierungs- und Konsolidierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Konzernabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. Der Konzernlagebericht steht in Einklang mit dem Konzernabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.“

Mannheim, den 10. März 2011

**Ernst & Young GmbH

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft**

Prof. Dr. Wollmert, Wirtschaftsprüfer

Matner, Wirtschaftsprüfer

Fünfjahresübersicht

Bilanz

in Mio. € 2010 2009 2008 2007 2006

vergleichbar**
2006
Immaterielle Vermögensgegenstände 128 164 201 235 269 270
Sachanlagen 256 254 240 218 213 213
Finanzanlagen 22 795 853 904 918 918
Summe Anlagevermögen 406 1.213 1.294 1.357 1.400 1.401
Vorräte einschließlich geleistete Anzahlungen 1.701 1.546 1.703 1.426 915 955
Verrechnete Kundenanzahlungen -1.250 -1.174 -1.103 -948 -575 -599
\= Summe Vorräte (netto) 451 372 600 478 340 356
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 481 488 471 362 335 401
Wertpapiere, flüssige Mittel inkl. Kredite an verb. Untern. 485 585 519 372 293 404
Sonstige Aktiva 157 85 84 70 71 68
Summe Umlaufvermögen * 1.574 1.530 1.674 1.282 1.039 1.229
Bilanzsumme 1.980 2.743 2.968 2.639 2.439 2.630
Gezeichnetes Kapital 168 168 168 168 168 168
Rücklagen (inkl. Fremdanteile) 232 267 300 333 382 382
Konzerngewinn / -verlust (inkl. Fremdanteile) 150 -6 22 -32 -50 -50
Summe Eigenkapital 550 429 490 469 500 500
Rückstellungen für Pensionen 80 853 852 854 823 894
Übrige Rückstellungen 708 729 671 658 656 730
Summe Rückstellungen 788 1.582 1.523 1.512 1.479 1.624
Bankschulden kurz- und mittelfristig 2 2
Erhaltene Anzahlungen 322 286 440 269 174 190
Sonstige Passiva 320 446 515 389 284 314
Bilanzsumme 1.980 2.743 2.968 2.639 2.439 2.630
Finanzmittelbestand 485 585 519 372 293 404
Finanzschulden 40 248 254 141 93 100
Nettoliquidität 445 337 265 231 200 304

* Inkl. Sonderverlustkonto nach DMBilG, Rechnungsabgrenzungsposten und Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung.

** Ohne Gebäudetechnikaktivitäten.

Gewinn- und Verlustrechnung

in Mio. € 2010 2009 2008 2007 2006

vergleichbar**
2006
Gesamtleistung 3.337 3.222 3.678 3.210 2.818 3.062
Materialaufwand 1.635 1.499 1.830 1.722 1.380 1.520
Personalaufwand 746 789 800 793 730 805
Abschreibungen 90 82 83 88 88 89
Übrige Aufwendungen ./. übrige Erträge 629 661 689 494 496 517
Außerordentliches Ergebnis -89 -62 -62
Steuern vom Einkommen und Ertrag 31 85 80 30 35 36
Jahresüberschuss vor Ergebnisübernahme 117 106 196 83 27 33
Ergebnisübernahme Muttergesellschaft -165 -174 -113 -66 -72
Jahresüberschuss / -fehlbetrag nach Ergebnisübernahme 117 -59 22 -30 -39 -39
Auftragseingang
Inland 1.983 1.257 1.487 1.732 1.343 1.548
Ausland 1.737 1.800 1.923 1.806 1.885 1.887
Summe 3.720 3.057 3.410 3.538 3.228 3.435
Auslandsanteil 47% 59% 56% 51% 58% 55%
Umsatz
Inland 1.345 1.276 1.358 1.289 1.251 1.536
Ausland 1.616 1.945 1.903 1.349 1.275 1.276
Summe 2.961 3.221 3.261 2.638 2.526 2.812
Auslandsanteil 55% 60% 58% 51% 50% 45%
Investitionen in Sachanlagen * 58 61 83 61 50 50
Abschreibungen auf Sachanlagen * 90 82 83 88 88 89
Mitarbeiter (jeweils am 31.12.) 11.012 11.508 11.624 11.253 10.956 12.158

* Inkl. immaterielle Vermögensgegenstände.

** Ohne Gebäudetechnikaktivitäten.

Impressum

Herausgeber:

ABB AG

Unternehmenskommunikation

Postfach 10 01 64

68001 Mannheim

Gestaltung:

RiegerDesign, Heidelberg

Druck:

DruckhausDiesbach GmbH, Weinheim

Der Geschäftsbericht liegt auch in englischer Sprache vor.

ABB weltweit auf einen Blick

ABB Ltd, Konzern, Zürich

in Mio. US $ * 31.12.2010** 31.12.2009
Auftragseingang 32.681 30.969
Umsatz und übrige Betriebserlöse 31.589 31.795
Ertrag vor Zinsen und Steuern (EBIT) 3.818 4.126
Gewinn aus weitergeführten Aktivitäten, vor Steuern und Minderheitsanteilen 3.740 4.120
Konzerngewinn 2.561 2.901
Eigenkapital (ohne Minderheiten) 14.885 13.790
Bilanzsumme 36.295 34.728
Zahl der Mitarbeiter 124.000 117.000
Segmentergebnisse (EBIT)
Prozessautomation 755 643
Industrieautomation und Antriebe 926 557
Niederspannungsprodukte 806 519
Energietechnik-Produkte 1.622 1.969
Energietechnik-Systeme 111 388
Konzern und Übrige -402 50

* Die Abschlüsse wurden nach U.S. Generally Accepted Accounting Principles (U.S. GAAP) erstellt.

** Vorläufige Zahlen gemäß Bilanzveröffentlichung der ABB Ltd, Zürich / Schweiz, vom 17. Februar 2011.

Der Geschäftsbericht und weitere Informationsschriften des ABB-Konzerns sind erhältlich bei der ABB AG, Unternehmenskommunikation (GF-CC), Postfach 10 01 64, 68001 Mannheim, oder bei der ABB Ltd, Corporate Communications, Affolternstraße 54, 8050 Zürich / Schweiz.

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